Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag, 4. Oktober 192V Nummer 417« Abend-Ausgabe Cli(9niD(tt> aföttat n Stent« mrt»ochmUtti», egnntaM snk Moni«,» tmt (hmet. Stfr Aqiigzpiei, bmSgt trt(rrin Ttaflsuirag tn«©aus fSi®roS>®ttlin 10,— M. im nraus zahlbar, son tn Spebitlo» ftlbft«tgtboli»,50 M Für Postbezug nehmen sämtliche PoftanstaUe» Bestellungen entgegen. Umee Streifband bezogen mr Denrschlcnb und Oesterreich 16,S0 JH., fEt das ädrige ausländ 21,50 32. p-zllglich 3J«lala»3!uffch!og, an Brief fto Beutfchland sab Oesterreich 30,— 32. CgvtHilsu und Verlag- veeU» T», vntt. Straf!» S-v. «e achtgespaNrne»rmpaeeillezeile Uder deren Sil Zencrnngsznschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgrdr —..jß �----- wusterhausen: 21 bzw. 37. Trebbin: 17 bzw. 14. Potsdam 4 Lichtenberg: 1124 für 1012 gegen. Karlshorst: 80 bzw. 53. Neinickendorf-AZest: 375 bzw. 285. Spandau: 197 bzw. 230. Potsdam: 82 bzw. 164. «taaken: 59 bzw. 14. Luckenwalde: 124 bzw. 225. Schönefeld:— bzw. 24. Pankow: 561 für. 369 gegen. Reinickendors-West: 374 bzw. 285. Wittenau: 124 bzw. 38. Bernau: 54 bzw. 88. Rein,ckendors-Ost: 762 bzw. 335. ä'ohznncucndors: 103 bzw. 22. .iriedrichsseldr: 208 bzw. 55. Karlshorst: 80 bzw. 53. Stralau: 135 bzw. 44. �riedrichsbera: 264 bzw. 74. Obcrschönewerde: 204 bzw. 154. Erkner: 27 bzw. 5. Bruchmühle: 19 bzw. 9. Woltersdorf: 23 bzw. 8. Hellersdorf: 20 bzw. 2. Rheinsberg: 68 bzw. 5. Perleberg: 19 bzw. 28. Bellen: 63 bzw. 74. Jüterbog: 14 bzw. 28. Berlitz: 22 bzw. 38. Vorläufiges Ergebnis w Magdeburg (Eigener Drahtbericht der„Freihei t".) Magdeburg, 4. Oktober. vorläufiges Ergebnis der Mftimmung in Magdeburg-Etadt: Die Liste der Gegner der Bedingungen erhielt 601. die Befürworter 655 Stimmen. Es haben von 5100 nur 1250 Mitglieder ihr Wahl- recht ansgeübt. In Bremen nur Gegner der Bedingungen gewählt �Eigene Drahtmeldung der„Freiheit") Bei der gestrige» Urwahl wurden in Bremen 5 Gegner der Be- dingungen gewählt. Die Anhänger der Bedingungen erhielten 48» Stimmen und kein Mandat, die Gegner erhielten 2404 Stim« men und fünf Mandate. Die Abstimmung der USP. Leipzigs (Eigener Drahtbericht der„Freiheit".) Die gestrige Urabstimmung hat bis jetzt folgende Teilresultate ergeben: 11 876 Stimmen gegen 7789 für die Moskauer Be- dingungcn. Es stehe« noch verschiedene Bezirke aus, das Berhäll- nis dürste sich aber nicht mehr viel ändern. Die Abstimmung des Bezirks Plauen Folgendes Teilresultat: Z62 Stimmen für, 1119 gegen die Bedingungen; davon entfallen auf Stadt Planen: 294 Stimmen für, 614 gegen die Bedingungen. Krimmitfchan. 15 Stimmen für, 180 gegen die Be- dingungen. Zwickau. 21 Stimmen für, 159 gegen die Bedingungen. R o d e w i tz. 32 Stimmen für, 67 g e ge n die Bedingange». Auerbach.— Stimmen für. 99 gegen dir Bedingungen. Schwache Beteiligung in Frankfurt a. M. (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Frankfurt a.M„ 4. Oktober. Für die Bedingungen wurden 1109, dagegen 1924 Stimmen ab» gegeben. Bon etwa 19 000 Mitgliedern haben sich nur wenig über 2000 an der Urwahl beteiligt. Vorläufiges Ergebnis in Mannheim (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Mannheim, 4. Oktober. Die Abftimung dürste etwa 700 Stimmen für und 500 gegen die Bedingungen ergebe«. Ei» genaues Ergebnis liegt noch nicht vor. Die englische Grubenarbeiter- bewegung Pari», Z. Ottober. Nach einer Londoner Meldung des„Zaurnal" sollen in Schott. !and bereits mehr als zehntansrnd Bergarbeiter die Arbeit verlassen haben. Sintllr«. der Vorfitzende der Berg- orbeitcrgcwerkichast. ic> z u r u ckge treten; obwohl der Sekretär der Gewerkschaft die Nachricht dementiere, sti der Abgang Smillies durchaus wahrscheinlich. Wir geben diese Meldung mit starkem Vorbehalt wieder. Der Streikausbruch ist wiederum verschoben worden, die Verhandlun- gen gehen weiter und es ist eigentlich kein neuer Grund für einen Zurücktritt Smillies gegeben. Bei der ruhigen Ueberlegenheit dieses englischen Gewerkschaftsführers ist ohne zwingende Notwen- digkeiten mit einem solchen Schritt nicht zu rechnen. Die neuen Abmachungen HR. London, 4. Oktober. Die Krise in der englischen Steinkohlenindustrie scheint jetzt Überwunden zu sein. I" einer B-rsammlung unter dem Vor- fitz des Arbeitsministers Hörne formulierte der Vertreter der Grubenarbeiter zusammen mit der Abordnung der Bergwerks- besitzer die Punkte, über welche jetzt die Abstimmung der Gewerk- fchaften stattfinden wird. Man ist allgemein der Ansicht, dah die Vorschläge der Bergwerksbesttzer nach den jüngsten Abänderungen sofort von den Arbeitern genehmigt werden. Das letzte Zugeständ- nis besteht darin, dag die Lohnerhöhung um einen Shilling bereits zur Auszahlung kommen wird, sobald eine Erzeugung von 240 Millionen Tonnen erreicht ist. Vorher war eine Erzeugung von 242 Millionen Tonnen festgesetzt. Da die Grundlage von 240 Millionen Tonnen bereits erreicht ist, wird die erste Lohnerhöhung schon vom 1. Oktober ab zur Zahlung gelangen. Man glaubt, daß der Vollzugsrat den Arbeitern den Rat erteilen wird, diese Vor- schlage sofort anzunehmen. Franzöfifches Dementi HR. Paris, 4. Ottober. Die framSfifche Regierung dementiert die aus Rußland nach London gelaugten Meldungen, daß die französische Mittelmcer-Flolte nach den» Schwarze» Meer abgegangen sein sollte, um Odessa zn besetze». Der Betriebsrätekongretz Nach langem Zögern hat sich der Allgemeine Deutsche Ge- werkschaftsbund der Betriebsrätefrage zugewandt. Dem unmöglichen und darum völlig verpufften Beschluß von Nürnberg, der durchaus ein Beschluß gegen die Betriebs- rate war, folgte eine Pause der Untätigkeit, in der es schien, als ginge die von der gesamten Arbeiter- und Angestellten- schaft als brennend empfundene Frage der Organisation der Betriebsräte die Spitze der zahlenmäßig mächtigsten Ar- beiterorganisation in Deutschland nichts an. Ein seltsames Benehmen, aus dem nur geschlossen werden kann, daß dem Bundesvorstand der Blick für die Notwendigkeiten der Zeit völlig fehlt. Ein schwerer Fehler, der die Unklarheit über die Betriebsrätefragc endlos steigerte, weil die zur Führung berufene Stelle versagte. Das Zögern des Bundes übertrug sich auf die breiten Schichten der Arbeiter, die ihre Parole immer noch nur von den Gewerkschaften erwarten. So wirkte �Zund hemmend, statt fördernd. Kein Wunder daher, daß andere Arbeitergruppen, besonders die Anhänger unserer Partei, dw die hohe Bedeutung der Betriebsräte und ihrer Organisation für die Arbeiterklasse erkannt und in der �rage bereits eine feste Stellung gefunden hatten— kein Wunder, daß sie. die ohnehin der Taktik des Bundes kritisch gegenüberstanden, in der Vetriebsrätefrage den Gewerk- schaftsbund mit schärfstem Mißtrauen verfolgten. Und weiter verfolgen werden. Der Bundes- varstand dürfte sich darüber klar sein, daß seine ersten Schritte, die Herausgabe der neuen Richtlinien für die Or- Jainsation der Betriebsräte und die Berufung des Kon- gresses, beides in Gemeinschaft mit der Afa durchgeführt, Mißtrauen und Mißmut der Arbeiterschaft nicht überwun- den.haben. Sollte ihm diese Einsicht noch fehlen, so wird sie ihm. vermuten wir, auf dem Kongreß beigebracht werden. Auch diesen ersten Schrinei: haften die Merkmale des zögern- den. halb unwilligen Auftretens an. Wer aber zu entfchei- dender Stunde in entscheidender Frage unentschlossen zögert, muß vorgetrieben werden. Wir wollen nicht lange untersuchen, welche Kräfte und Umstände dem Bundesvorstand sein erstes merkbares Bor- gehen auf diesem neuen Boden abgerungen haben, wollen aber auch nicht verschweigen, daß der Einfluß der Afa und die revolutionäre Umwälzung in: Deutschen Me- tallarbciterverband zu den treibenden Faktoren gehören dürften, neben dem Drängen der Arbeit er- g r u p p e n, die. wenn auch nicht immer mit den klügsten Mitteln, so doch mit frischem Temperament, aus eigenem zur Organisation der Räte schritten. Insofern erscheint uns das Bündnis der Afa mit dem Eewerkschaftsbund, das wir auch sonst begrüßen, als ein glückliches Verhält- nis. und dieses Wirken des Metallarbeiterverbandes zeigt, daß die hier in einer taktisch klugen, die Einheit der Bewegung wahrenden Form durchgeführte Revolutio- nierung der Gewerkschaften allmählich fruchtbar wird. Es wird die Aufgabe des Kongresses fein, den Anfang, den er selber darstellt, fortzuführen und für die Organisation und Arbeit der Betriebsräte eine feste, für alle brauch- bare Basis zu finden. Das bedeutet, daß Ee- sinnung und Wille des Kongresses sehr weit abseits liegen müssen von den Tendenzen, diebei den Bundeshäupternnoch immervor- herrschend sind. Diese Gesinnungsrichtung wird mehr als man glaubt wiedergespiegelt von der Tendenz des Betriebsräte« gesetzes. Gewiß haben die Gewerkschaftsführer dieses und jenes an dem Gesetz auszusetzen. Aber die allgemeine Tendenz des Gesetzes, die dem Betriebsrat in allen Diimen, die das Arbeitsverhältnis nicht direkt betreffen, das Be- t r i e b s i n t e r e s s e als Richtschnur seyies Handelns vorschreibt. genügt ihnen durchaus. Daher ihrZögern in der Frage der Zusammenfassung der Be- t r i e b s r ä t e. Sie glauben, daß die Existenz der Gewerk- schaften in ihrer hergebrachten Form mit ihren üblichen, in ihrer Lohnpolitik begründeten Arbeitsmethoden als Bindeglied für die einzelnen Betriebsräte ausreicht. Trifft das für die Angelegenheiten des Arbeitsverhätlnisscs im engeren Sinne auch zu. so genügt diese Verbindung nicht für die Er- füllung der allgemein wirtschaftlichen Aufgaben, die wir den Betriebsräten stellen müssen, wenn sie als Organe zur Durchführung einer kollektiven Wirr- schaftsverfassung und des Kampfes für sie überhaupt einen Sinn haben sollen. Für diesen Zweck mutzen sich die Betriebsräte ihre Organe selber wühlen. H>er enr- scheidet für den Sozialisten nicht das Interesse des einzelnen Betriebes, nicht der„Betriebszweck" im Sinne des Gesetzes. sondern die Forderung der Arbeiterschaft als kampfeno� Klasse und ihr Interesse als die wichtigste produzlerende u konsumierende Schicht. Körperschaften müssen entstellen, durch die Beratungen und Handlungen die Aufmerkjamkeit der Oeffentlichkeit wachrufen und der Oessen lich. zeigen, daß diese Arbeit der Betriebsräte nicht dem Bo- - Aroeil vel �lriebsrät®, kriebscgoismus dient, nicht Jnteressentenpolitik. Indern so. zialistische Arbeit am Gemeinwohl.st. Nur so können die Betriebsräte dazu �'tragen, daß die Arbeiter- klaffe, den Platz im Leben der Gesellschaft und den Einfluß auf die Gestaltung der Wirtschaft erlangt, der ihrer Bs- deutung als Träger der Produktion entspricht. Das gebt aber nicht, wenn der Betriebsrat an seinem Betrieb, an seiner Branche klebt. Es ist nur möglich, wenn das Schwere cht der Rätearbeit in Körperschaften ver- legt wird, d er dem Berufs- und Vetriebsintercffe stehen, die ihrer gan,> n Anlage nach geeignet und ihrer Berufung nach verpflichiet sind, nach sozialistischen Grund- sätzen das Gemein interesfe an der Arbeit als tragenden gesellschaftlichen Faktor zu pflegen. Eine Organi- Mtion der gesellschaftlichen Arbeit zu bilden, das ist der letzte Zweck der Organisation der Betriebsräte. Das bedingt nicht die Loslösung der Betriebsräte von den Gewerkschaften, aber es erfordert die Bildung solcher Or- ganisationen und Körperschaften, deren Sinnen und Trach- ten ganz eingestellt ist auf dieses Ziel und nicht belastet ist mit den Ablenkungen der gewerkschaftlichen Tagesarbeit. Wir haben das mehrfach dargestellt, aber wir glauben, dasi dieser Hinweis auf das Wesen der Tetriebsrätebewe- gung nicht oft und nicht laut genug wiederholt werden kann. Der Betriebsrätekongreh ist die Gelegenheit, um das mit besonderem Nachdruck zu sagen. Und allen, die mit uns einer Meinung sind, muß er die Gelegenheit sein, um dieser Gesinnung und Zweckbestimmung Geltung zu ver- schaffen. Nicht in kleinem Organisationsgezänke, sondern im Streben nach einer großen gemeinsamen Linie der Orientierung, die für den Aufbau wie für die innere Arbeit der Bctriebsräteorganisationen entscheidend ist. Sie erscheint uns wichtiger als die Form' der Organisation. Findet der Rätekongreß diese Linie nicht, so hat er seine Aufgabe nicht voll erfüllt. Die angeführten Gesichtspunkte müssen maßgebend werden für jede Kleinarbeit und für die Forderungen der Betriebsräte. Nebmen wir, als Beispiel, die Frage der Entlassungen und Einstellungen. Das Gesetz gibt den Betriebsräten hierin k e i n N e ch t des Einsptuchss und der Mitbestimmung. Wie notwendig aber wäre ein solches Recht gerade jetzt, da die Not der Wirtschaftskrise von den Unternehmern benutzt wird, um Orgien des Profitegoismus zu feiern, indem sie nach Belieben die Betriebe öffnen oder sperren, Hundert- tauiende arbeitslos machen und damit das Wirtschaftsleben der Gefahr des absoluten Verfalls aussetzen. Die Produktion darf keine Angelegenheit beutehungriger Profitgeier mehr sein. Sie ist in allen Einzelheiten eine Angelegenheit der Gesamtheit. � Darum ist eine scharfe Kontrolle der Produktion nötig, und die Afa hat eben, rechtzeitig zum Kongreß, die Angestellten aufgerufen, diese Kontrolle zu üben. Mag der Kongreß die Parole auf- nehmen. Zur Kontrolle der Produktion aber gehört innig das Mitbestimmungsrecht bei Einstellungen und Eni- lassungen. Auch das Arbeitsverhältnis kann nicht mehr sein ein Verhältnis zwischen Arbeiter und Unternehmer, so daß letzten Endes d i e s e r, als der stärkere Vertragskontrahent, über Art und Dauer des Verhältnisses entscheidet. Es muß sich gestalten zu einem Verhältnis zwischen Ar- beiterschaft und Gesamtheit, wobei der Unter- nehmer nur als Mittelsmann erscheint, dessen Handlungen von den� Organen der Gesamtheit streng zu überwachen sind. Solche Organe aber miiffen die Betriebsräte fein, jene Betriebsräte, deren Wesen wir zu kennzeichnen versuchten. Somit ist dem Betriebsrätekongreß auch das Arbeitslosen- Problem gestellt. Die wirtschaftliche Alleinherrschaft der Unterneh- 'twer, die durch das Betrtebsrätegesetz nicht einmal berührt, Mchwcige denn gebrochen ist. wird zu einer Gefahr für Gesellschaft und Wirtschaft. Die kühner und kühner werden- den Ansprüche des Unternehmertums bedrohen die Wirtschaft und das Leben der arbeitenden Schichten mit dem Ruin. Mag der Betriebsräte- kongreß klar und unerschrocken diesen Ansprüchen die Forde- rungen der Arbeiter und Angestellten entgegensetzen und den ersten Schritt tun zu ihrer Verwirklichung, indem er die Bewegung erfüllt mit dem Geiste des revolutionären Sozialismus. Parlamentsauflosung in Spanien. Der KSvig bat ba« Dekret zur aiitilohing d.S Parlament» milrrzeichnet. Dle Wal>leu werden im Dezember stattfinde«. Die Kammer werde Aofana Januar 1921 einberufen werden. D Protestkundgebung der BeamteR Der Deutsche Beamtenbund hatte zum Sonntag drei große Protc st Versammlungen veranstaltet, die sich gegen die von der R e g i e r u n g betriebene wirtschaitliche Nicderhaltung der Beamten richtete. Die„Spichernsäle", die Säle der„Bock- brtmerei", die großen Säle des Kriegervcreinshauses waren bis auf den letzten Platz überfüllt, so daß Tausende Beamte leinen Einlaß sanden. Im großen Fcsisaal des„Kriegeroereinshauses" sprach der Dl. rektor des Beamtenbundes, Herr R c in m e l e und Herr Rusch von der Reichsgewerkschaft der E i j c n b a h n e r. In großen Zügen schilderten die Redner die wirtschaftliche und politische Niederhaltung des Bcamtenstandes durch die Reichs-, Staats- und Kommunalverroaltungen. In einer Besprechung der Beamten- grgonisationen mit dem preußischen Finanzminister Lüdcmann habe dieser erklärt, daß fich die Beamten auf eine allgemeine Verschlechterung der Lebenshaltung einrichten müssen. Aus Be- fragen habe Lüdemann erklärt, daß das Finanzministerium der Entlohnung der Ctaatsarbciter gegenüber eine Haltung einnehmen würde, die im Interesse des Staatswohls liege. Der Redner zog daraus den Schluß, daß die Beamtenschaft von den Behörden als Stand zweiter Ente behandelt werden. Die Beamten protc- stieren dagegen mit aller Schärfe, sie verlangen die Gleichstellung mit der gesamten Arbeiter- und Angestclltenschaft. Es sei des- halb Pflicht der Beamten, sich von ihren alten Traditionen frei zu mache« und mit der gesamten Arbeiter- und Angestelltcn'chast eine geschlosiene Front herzustellen. Ohne Debatte wurde nachfolgende Entschließung in allen Versammlungen einstimmig a n- g e no m m e n:». Die am Sonntag, den Z. Oktober, in Berlin im l. Krieger- vcreinshaus, Chausiecstr. 94, zu taufenden erschienenen Sllit- gliede: des Deutschen Beamtenbundes erklären, daß ihre wirt- schaft.'iche Lage völlig unhaltbar geworden ist. Sie fordern den beschleunigten Abbau der Preise der wichtig- sie» Lebensmittel und Bedarfsgüter. Bis zur Durchführung dieses wirtschaftlichen Programms ist der T e u r r u n g s z n- schlag, insbesondere für die niederen Gehaltssätze, ausreichend zu erhöhen. Die Versammlung bedauert die wiederum versuchte Ver» q u i ck u n g der an fich notwendigen Reformen zur G e s u n- dnng der Reichsfinan.zen mit den zur Existenzerhaltung bedingten Forderungen der Beamten»nd legt Ver- wahrung ein gegen die von den Regierungs- Vertretern geübte Verhandlungsmethode gegen- über den Bcamtenoerirctern in der Frage des Bcamtenrütc- gesetzes. Die Versammlung fordert die gesetzgebenden Körperschaften auf, ungesäumt die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den vollständigen wirtschaftlichen Zusammen- bruch der Beamtenschaft zu verhüten. Im Hinblick auf das unterschied'iche Borgehe« von Reich, Ländern und Gemeinden in Beamtenfragen und den immer den!- lichet zu Tage getretenen Mangel einer aktiven Beamten- Politik verlangt die Versammlung, daß die Reichs- Zentralstelle für Beamtenfragen endlich in Wirk- so. keit tritt. Der Lohn des Ewbrechers TU. Berlin, Z. Oktober. Oberst Freiherr».Ledebur, früher Kommandeur des Sieichs- wehr-Znfanterierrgiments 18, ist unter Verleihung des Charakters als Generalmajor nunmehr aus dem aktiven Mi'.itürdienst ausgeschieden. Wie die„Telegrophen-Union" erfährt, er- folgte die Vecabfchicdnug lediglich aus Grund der großen Ver- ringerung der Armee, die bi» zum 1. Oktober d. Is. durch- geführt sein mußte. Die seiner Zeit gegen den Obersten Frhr. von Ledebur anläßlich der Märzvorgängc erhobenen Auschuldi- gungen waren Gegenstand der Untersuchung beim Reichsgericht und haben fich als völlig haltlos erwiesen. Dieser Ledebur, der in den Kapptagen in Hamburg und dann in Mecklenburg die aktivste Rolle der Militärputschisten spielte, der zynisch erklärte, daß er bereit sei, jeden Eid. den er um 7 Uhr ge- schworen, um 8 Uhr zu brechen, erhält in der demokratischen Re- publik die verdiente Belohnung, indem er vom Oberst zum Ge- neralmajor aufrückt. Das Wertvollste dieser Nachricht ist aber die Bemerkung, daß die anläßlich der Märztage gegen Ledebur erhobenen Anschuldigungen fich bei der Untersuchung durch das Reichsgericht als völkig haltlos erwiesen haben. Das gibt einen tiefen Einblick in die Art und Weife, wie diese Untersuchung geführt worden ist. Wenn aber die Kapitalhelden des Kappstreiches sonder Schuld und Fehler erklärt werden, braucht man fich nicht zu wundern, daß auch die Untersuchung gegen alle die anderen Offiziere und Beamten ergebnislos gewesen ist. Dos ist also übrig geblieben von dem mit soviel Tam-tam und mit so viel echt bürgerlich-demokratischer Empörung in der Ratio« nalversammlung in Szene gesetzten Verfolgungsfeldzug gegen dis kappistischen Hochverräter. Wir waren uns keinen Augenblick im Zweifel, daß die bürgerliche Gerichtsbarkeit den bürgerlichen Re- volutionären kein Haar krümmen werde, denn ihre Handlungen galten ja der Herrschaft des Bürgertums über das Proletariat. Bei der heute herrschenden Rechtsprechung, die aufs schärfste die strenge Klasienscheidung. die das Volk sval'et. ausdrückt, ist eins wirkliche Gerechtigkeit jedem politischen Verbrechen gegenüber nicht zu erwarten. Dafür bilden die Urteile der letzten zwei Jahre gegen Revolutionäre und Reaktionäre einen lebendigen Beweis. Ein schüchterner Anfang London, 2. Oktober. Am 19. Januar d. I., dem Tage des Inkrafttretens des Völker- bundes, hatte die englische'Regierung dem Sekretariat des Aölkcrbundeo 18 internationale Verträge zur Re- gistriernna und Beröffentiichung zugehen lassen. Lord C u r z o» teilt nnmnehr dem Völkerbunde mit, daß die englische Reqiernng tünktig alle von ihr angenommenen int er- nationalen Verträge dem Völkerbund unter- breiten werde. Der Völkerbund war bis jetzt noch nicht mehr als ein leeres Dekorationsstück. Wenn man der Mitteilung der englischen Re- gierung Glauben schenken kann, so würde hiermit wenigstens eine der Funktionen des Völkerbundes verwirklicht, wobei man allerdings noch keineswegs sicher ist. wieviel Staaten sich dem Beispiel Englands anschließen werden. Soweit die Praxis der Diplomatie der kapitalistischen Staaten bekannt ist. würde auch die Unterbrcitung der internationalen Verträge dem Völkerbund gegenüber die politische Oeffentlichkeit nicht vor der Möglichkeit bewahren, eines schönen Tages durch gefährliche Geheim ver» träge überrascht zu werden. Es fei nur an das kürzlich abgeschlossene belgisch-fran- zösische Militär abkommen erinnert, das in der Form des Echeimvertrages abgejchlossen wurde. Frankreich als einer der Hauptträger des Bersailler Vertrags hätte am ersten Ursache, dessen Bestimmungen zu erfüllen. Dasselbe Frankreich. dessen ganze Politik nur von der Durchführung des Bersailler Vertrages beherrscht wird, umgeht die Satzungen des Völ!cr-> bundes, die einen hervorragenden Teil des Friedensvertrages ausmachen. Im Artikel 13 des Friedensvertrages heißt es, daß alle Verträge her internationalen Vereinbarungen, die in Zu- fünft von einem Bundesmitglied geschlossen werden, unverzüglich von dem Sekretariat des Völkerbundes einzutragen und lo bald als möglich zu veröffentlichen sind und daß kein solcher Vertrag verbindlich ist. bevor die Eintragung erfolgt ist. Die Völkerbundakte werden nicht mehr als ein schönes Dokti- ment bleiben, so lange militärische und imperialistische Tendenzen die Weltpolitik hervorragend beherrschen. Eine wirklich inter- nationale Politik, die sich auf dem uneingeschränkten Recht und der Anerkennung aller Nationen und Völker aufbaut, ist nur denk- bar unter dem Zeichen des Sozialismus, der erst die Vor- bedingungen für eine solche Politik schafft. Stillstand in der englischen Baum- Wollindustrie London, 4. Oktober.(Meld. d. Holl. NieuwsbZ In der Baumwollindustrie des Manchester-Bezirkes wurde be- schlössen, künftig zwei Tage in der Woche wegen Stillstandes in der Industrie zu seiern. Die Arbeiter oerlangten, daß nur an einem Tage gefeiert werden sollte, aber die Arbeitgeber werden wahr- scheinlich trotzdem ihren Beschluß aufrecht erhalten. Die?lbliefer«ng der deutschen Schiffe. Die letzten deutschen SUN sie. u»d zwar die.Lümck'..St.tun'..Da'-zig",.Augsburg' und„München" sind in Flirth vi Förth abgeliefc.l worden. Der„Daily Herald" in Indien verboten. Nach einer Mcl» bang ans Simla ist der sozialistische.Daily Herald' in Indien verboten worden. Mehr Luft! Von Dr. med. Paul Bergmann. Wenn der Staat die Steuerschraube anzieht, kommt es wohl vor, daß der Unmut eines erbitterten Gemüts in die Worte aus- bricht:..Es ist nur gut, daß uns wenigstens die Luft zum Armen nickt besteuert werden kann!" Aber dieses Wort enthält einen falschen Trost; denn in Wirklichkeit ist die Luft keineswegs steuerfrei, sondern auch sie ist. wenn auch in verhüllter Weist. mit einer Abgabe belastet, die in untrer Wohnungs miete turn Ausdruck kommt. Rur wer kein Obdach bezahlt und unter freiem Himmel arbeitet, der allein kann von sich behauvten, daß er die Luft kostenfrei genieße. Sobald wir sie jedoch nicht aus- schließlich im Freien verzehren, sondern in geschlossenen Räumen wohnen, schlafen oder arbeiten, so müssen wir die dort eingeatmete Lust in Form der Wohnungs- oder Wcrkstattmiete mitbezahlen. Auch auf diesem Gebiet zeigt sich offensichtlich, wie unsere Wirtschaftsordnung die wirtschaftlich schwächsten Schultern am schwersten belastet: denn Millionär und Arbeiter am gleichen Wohnort beziehen ihre Luft aus der gleichen Atmosphäre, und dennoch ist in den engen dumpfigen'Arbeiterquartieren die Luft, auf den Kubikmeter berechnet, erheblich teurer als in den ge- räumigen Zimmern der Begüterten. Sie ist übrigens am l'lligsten da. wo sie rein und frisch zu haben ist, nämlich auf dem flachen Lande, während sie in den Weltstädten mit ihrer gesundheitswidrigen Atmosphäre am«eue� sten bezahlt werden muß. In dieser einen Tatsache sviegclt sich der ganze Widersinn unseres Wirtschastssystems, und sie hängt damit zusammen, daß in den Großstädten sich die Menschen am dichtesten zusammenhäufen und daher dort die Luzt durch ihren gesteigerten Verbrauch verteuern. Schon vor 33 Iahren. als die großstädtische Bevölkerung noch lange nicht so dicht zusammengedrängt wohnte wie heute, ergab die Volkszählung, daß im Deutschen Reich durchschnittlich 91 Personen auf dem Quadratkilometer wohnten, während in Berlin auf den gleichen Flächeninhalt nicht weniger als 2 9 0 0 Personen, kamen! Zugleich zeigte sich, daß in Berlin wie in allen großen Industriezentren die Aroeiter für ihre Wohnuag und somit für den in ihr enthaltenen Luftraum verhältnismäßig den höchsten Preis zu zahlen haben. Diese Verteuerung der Luft könnte noch hingehen, wenn sie den Vroletarier nur wirtschaftlich belastete, aber es ist leider nicht -reeifclhaft, daß sie auch für die Gesundheit des Volkes die oerhängnisvollsten Folgen hat. Di» Luft gehört nämlich, wenn wir sie auch nicht wie unsere klü'iiac oder feste Kost aus dem Teller vor uns sehen, zu unserem täalicken Brot, und man kann sogar mit vollem Recht behaupten. daß sie unter allen Nahrungsmitteln das unentbehrlichste ist. D->,n die Sunaerlünstler Succi. Tanner und Andere haben uns durck ihre Versuche am eigenen Leibe gezeigt daß der Mensch b»; aSrzlicker Arbcitsruhe sick der sichtbaren Nahrung tage- und wochenlang ohne dringende Lebensgefahr zu. enthalten vermag. die Luft hingegen kann unser Korper nicht einige Minuten ent- behren, ohne dem sicheren Tode zu verfallen. Die Luft, die wir mit jedem Atemzuge in unsere Lungen und durch diese in unser Blut einführen, enthält als ihren eigentlich nährenden Bestandteil den Sauerstoff. Diesen hat sein Ent- decker. P r i est! e y mit Recht das pabulum Vit«, das Leoens- und Diese Redewendungen sind mehr als bloß ein poetisches Bild, sie sind eine naturwissenschaftliche Wahrheit. Denn un�er x.eben, als bloße Naturerscheinung betrachtet, besteht einfach darin, daß im Innern unseres Körpers, nämlich in leinen Gewebszellen, oie in unserer täglichen Kost enthaltenen Nährstosfe verbrannt und da- durch in Blutwärme. Spannkrast und neues Körpergeweb- um- gesetzt werden. Der Sauerstoffreichtum der Luft wird nun aber durch nichts so ] sehr beeinträchtigt, als durch unsere eigene Atmungstätigkeit. Diese besteht bekanntlich darin, daß wir mit jeder Einatmung aus oer �uft Sauerftosf in unsere Lungen einziehen und zur chemischen drcnnung im Kürperinnern benutzen, ihn dann aber nicht, wie den auch eingeatmeten Stickstojs. unveräiidert zurückgeben, sondern ist vielmehr giftige Kohlensäure, die wir an Stelle des verbrailchten Sauerstoffs an die Luft abgeben. Jeder atmende feilsch tragt also dazu bei. daß die Luft in seiner Umgebung an Sauerstoff verarmt und sich in steigendem Maße durch Bei« mengung von Kohlensäure verschlechtert, und so ist es denn s»»«L0et!l k?*- l)QB. o n a te erblicken n n d I e h n t d l c s e l b e n deshalb ab. Die Parteileituua wird eriucht, eine Aenderuvg der Bedingungen tu dem Sinne zu erstreben, daß die wirtschaitilche uud politische E,ge..a-t jedes Landes und die L>elbständlgkett jeder Panel voll gewahrt bleiben." Aus den Berliner Parteiorganisationen Tegel Ju der Milgltederversammluvg am 24. September ergab die Ab- stru.mu..g m Stimmen für und 11 gegen die Bedingungen, istn aSai&OTannsUMi-Hetjr.SibDTf ergab die Abstimmung 180 fi.r, 12 dafleaen. In veideu Vmrnml'lmigcü wüxv? an«h rwo No- soluttou gegen die Schreibweise der„Fr.iheit" angenommen„da sie es verabsäumt hat,» der Rußland die nötige Aukkläruna zu geben und ihre politische Haltung u n e u t s ch i e d c Ii ist." Die Resolution, eingebracht von dem früheren Mitglied der Kommumstischen Partei, Einstein, ist durchaus orgln oll Während bisher der Redaktion der„Freiheit" der Vorwurf gemacht wurde, sie sei zu e n t s ch i e d e n in der Vertretung ihrer Anschau- ungen und sie habe zu viel Aufklärung über Rußland ver- breitet, dienen jetzt die entgegengefetzten B'hauptuungcu als Anlaß zu dem Mißtrauensvotum gegen sie. Das ist nicht verwunderlich, da bei dem inszenierten Mißtrauensfeldzug gegen uns überall das Prinzip verfolgt wird, die Redaktion der.Freiheit" zu verurteilen. ohne sie zu hören. Gewiß eine gauz„objektive" Methode. Treptow-Daumfchulenweg In der vorigen Woche faod eine bei 1250 Btitglicdern von zirka 350 Mitgliedern besuchte Versammlung statt, die nach einem Referat und Korreferat und kurzer Diskussion mit 203 gegen 132 Stimmen folgende Resolution annahm: Die Mitglteder-Bersammlung hält angesichts der weltpolitischen Lage den schleunigsten Anschluß an die dritte Jnter- nationale für dringend uotwendig. Die unüberbrückbaren Gegensätze der sührcudcu Mitglieder drängen zu eiuer reinlicheu Scheidung der Geister. Der Orlsveretn Treptow-Baumschulenwcg erwartet daher vom kommenden Parteilag den geschlossenen Eintritt in die dritte Internationale. Orleans Paris, 2. Okiober. In der heutigen Vormittagssitzung des Gewerkschaftskongresses in Orleans wurde bestimmt, daß R e y und M e r r h e i m tm Namen der Mehrheit sprechen sollen und F r o s s a r d und Baut im Namen der Minderheit. Ney verwarf die Internationale von Moskau, welche gegen die gewerk- schaftlicho Autonomie sei. F r o s s a r d dagegen trat für den Anschluß an die dritte Znternationale ein und verbreitete sich über die Beziehungen zwischen den Gewerkschaften und den politi- schen Parteien. Auch er sei der Ansicht, daß die gewerkschaft- liche Autonomie für Frankreich unerläßlich sei. Er trat aber für eine Gleich st cllung mit der politischen Partei ein. Die beiden Kräfte, die politischen und gcwerkschastlichen, dürften sich nicht bekämpfen. Sie müßten gemeinsam ror- gehen. Merrheim, der Gewerkschastssekretär der Metallarbeiter, verwarf die Diktatur, die in Rußland herrscht. Gestern abend wurde in der Schlußsitzung mit 1478 gegen 002 Stimmen die Tagesordnung der Mehrheit, also der gemäßigten Elemente angenommen. Für eine Tagesordnung Verdier stimmten 42 Mitglieder, 83 enthielten sich der Abstimmung. Zn dieser Tagesordnung kam der Standpunkt der äußersten Linken des Kon- greises zum Ausdruck. In der Tagesordnung der Minderheit wird erklärt, daß man sich vollkommen auf den Baden der in Lyon im vorigen Jahre angenommenen Resolution stellt und ohne Borde- halt den revolutionären Endzweck bestätigt. Die Resolution spricht sich ferner für die Nationalisierung der wesentlichen Zn- dustricn und Austauschmittel aus und bekennt sich zur Eewcrk- ichaftlichen Internationale. Sie begrüßt auch das internationale Arbeitsamt, dessen grundlegendes Verdienst es sein könne, auch in den Kolomen und in den Neincrcn Staaten den Arbeiterschutz ein- zuführen. Die Entschließung tritt ferner für eine gerechte Per- leilung der Rohstofse ein und verurteilt schließlich die Politik der französischen Regierung, die ein Instrument der Welt- reaktiv» sei. Endlich wird die vollkommene Solidarität mtt dem revolutionären Rußland ausgesprochen. Anschluß an Mosstan Orleans, 3. Oktober.(Havas.) Die Minderheit der französischen E. E. T. hat in einer be- sonderen Sitzung beschlossen, ein revolutionäres Komitee zu bilden und der dritten Moskauer Internationale beizutreten, ohne zedoch die Selbständigkeit der französischen Eewcrlschajtsbewegung aufzugeben. Enver Pasdza und Moskau TU. Zürich, 4. Oktober. Wie aus Baku gemeldet wird, betonte Enver Pascha auf dem Kongreß der 3. Internationale der Ostländcr in Baß» seine llebcreinstiminung mit den Ansichten der 3. Internationale und erklärte im Namen der Organisationen von Marokko, Al- gerien, Tunis, Tripolis. Aegypten, Arabien und Indien, deren Vertreter er sei, den Beitritt zur 3. Jnter- nationale. Der polnische Vormarsch Nowo GrooeK genom.,.en _..._ TU. Warschau, 3. Oktober. Amtlicher Heeresbericht vom 2. Oktober. Um die Reste der Sowjettruppen, die nacy den letzten Kämpfen fliehen, völlig zu zersprengen, überschritten unsere Verfolgungsabteilungen den Nuß Eerwecz. Dabei wurde Rowo G-rodek genommen. Südlich der Pripjet-Eümpfe wurde die weitere Verfolgung des zirtNffliehenden Feindes nur noch mit Kavallerie unternommen. In der verflossenen Woche wurde der Feind, der bei Bialystok, Brest Litowsk, Zamosz und Lemberg die Offensive wieder ergrei- fen wollte, mit schweren Verlusten an Toten, Verwundeten. Ge- fangencn und Kriegsmaterial weiters 100—150 Kilometer zurückgeworfen. 10 Sowjetdivisionen wurden ganz oder teil« weise zersprengt. Die Stäbe der 3. u. 4. Sowjetarmee und der Sow- jetdivisionen 21, 41, 55 und 57, sowie mehrere Brigade-, Rejji- ments- und Bataillonsstäbe gerieten in unsere Hand. Die wiih- rend des letzten Teiles unserer Offensive festgestellte Beute be- trägt 42 000 Gefangene, 100 Geschütze, 950 Maschinengewehre, 18 Panzorautos 7 Panzerzüge, 24 Flugzeugs, 2540 Waggons, 10 Lokomotiven und reiches Kriegsmaterial. Diese große Menge von Material ist ein sicheres Zeichen der beabsichtigten großen feinblichen Offensive. Die ungarischen Königsmacher TN. Budapest. 4. Oktober. Gestern abend konstttuierte sich die Partei des unabhäu- giaen nationalen Königtums Es wnrde eine vor- läustae Leitung, bestehend aus dem Kultusminister Stephan H a l l e r als Präsidenten, Feldmarfchall Baron Gesa L u k a s i e s und dem Staatssekretär Julius Volar, gewählt. Es wurde beschlossen, einen Ausruf an die Nation zu richten, in welchem die Idee«ineS unabhängigen»ationaien Königtums propagiert wird. Ferner wnrde der Beschluß gefaßt, in der KönigSsrage vorlänfig keiner- l e i persönliche Anregung zu geben. Achtung! Reichsbetriebsrätekongreß! Alle Delegierten der USP. Montag, den 4. Oktober nachmittags 4 Uhr, Konferenz im Gewerkschaftshans, Engeluser 15. Der Fraklionsvorstand, S t ö v e r. Aussperrung der Versicherungsangestellten Die in passiver Resistenz steheirden Angestellten der„Viktoria" erschienen heute morgen rechtzeitig zum Dienst, fanden sich jedoch ausgesperrt. Sie begaben sich in großem Zuge zur Hasen- Heide, wo sie in der„Renen Welt" eine Versammlung abhielten. Eine Resolution wurde gefaßt, in der die Angestellten ge« loben, im Kampse auszuharren. Bund der Arbei.er-Musikvsreine Wir machen hiermit bekannt, daß Anfragen an uns, betreffs Musilausführungen, Tanzmusik usw. zwecklos sind. Wir sind nicht dazu da, um den Berufsmusikern Konkurrenz zu machen und da- durch die Arbeitslosigkeit der Musiker zu vergrößern. Wir bitten daher die Vereine, von weiteren Anfragen an uns abzusehen und weisen darauf hin, zu ihren Veranstaltungen nur Berufsmufiker in Anspruch zu nehmen. An die Dilettanten-Vereinigungen richten wir aber den Aufruf: Laßt Eure Finger davon, von diesem schmutzigen, nebenberuflichen Musikmachen. Ihr nehmt den Be- rufe musikern das Brot weg und macht Euch mitschuldig an dem Elend der Musiker. Wir Dilettanten wollen doch nur aus Liebe zur Musik musizieren und um unser Können den Mitmenschen zu zeigen, bedarf es keiner geschäftlichen Vorteile. Wollt Ihr, Ge- nossen. Instrumentalmusik pllegcn, dann kommt zu uns und meidet diese Musikvereine, welche abseits der Arbeiterbewegung stehe» oder die Musik als schmutziges Rebengewerbe ausüben. Per- schließe sich niemand dem Appell, den wir an Euch richten und trete jeder in die Reihe mjt dem Bewußtsein, an dem Aufbau einer mühe- und ovserwürdigen Sache mitgeholfen zu haben. Der Bund der Arbeitcr-Musikvereine steht auf dem Boden der revolutionären Arbeiterbewegung. Er ist eine Vereinigung von Freunden zur Pflege und Förderung der Musik in Arbeiterkreisen. Dieser Zweck soll erreicht werden durch Herausgabe einer Musik- zeitung und Vundesnoten. durch Einrichtung von gemeinschaft- lichen Uebnngsstuiiden. Nach zwei Richtungen wird sich unsere Tätigkeit zu entfalten haben: einerseits sind die Auswüchse, die unserer Cache und dem Ansehen der Arbeitcr-Musikvereine scha- den könnten, zu beseitigen, anderseits ist dafür Sorge zu tragen, daß in allen Vereinen die Instrumentalmusik gepflegt und auf richtiger Grundlage gearbeitet wird. Jeder Arbeiter Musikvetein möge bedenken, daß nur durch den Zusammenschluß das Ziel, , welches jeden ernsthast arbeitenden Verein im. hohen Maße er- strebenswert fein muß. zu erreichen ist. Darum rufen wir den Blas- und Streichorchester-, Mandolinen- und Guitorren-, Zither- und Vandonionvereinigungen zu: Hinein in den Bund der Ar- beiter-Mufikvereine. Anfragen und Beitrittsmeldungen sind zu richten an den Bundesschriftführcr Robert Rieger, Berlin O34, Graudenzer Straße 9, vorn 1 Treppe. Bund der Ardeiter-Musikoeremr. Alois Standingcr f, Vorsitzender des Zentralverbande? de> Steina: bcticr D usschlards, ist am 2. Oktober, nachmittags 3 Ubr, nach längerem Leiden in Leipzig gestorben. Geboren am 11. Mal 1870 zu Retten in Niederbayern, erreichte er nur ein Alter von 44 Jahren. Die Sietnarbeiterorganisation erleidet durck den Tod ihres begabten Führers einen empsindltchen Verlust. Erster Vor- sitzender des Verbandes war der Veisiorbene seit April 1919, vordem war. er 17 Jahre Redakteur dcS„Steinarbeiter", nnd hat tu dieser Zeit wegen allzu energischer Interessenvertretung seiner BerufS> lollegen die B.ka'ntschai! mit dem GcsängniS zweimal macheu mussem In Wort und Sckrift hat Sraudtuger seiner Berufsorganisation große Dienste geleistet. Die Lichtenberg« Betriebsräte, Arbeiter, Angestellten werde« auf die sozialwissenschaftliche Vortragsreihe der Volkshochschule Berlin- Lichtenberg(17. Verwaltungsbezirk) hingewiesen. Dr. Restriepke behandelt das Thema: Möglichkeiten und Methoden der Sozialisier ung im Cecilien-Lyzeum, Rathausstr. 8, in acht Vorlesungen. Erster Abend Somlabend, 10. Oktober, 8 Uhr. Hörgebühr KM. D r. S t i l l i ch spricht übe» Wirtschaftswissenschaft. Der unentgeltlich e Er- ossnungsoortrag über Zweck und Aufgaben der Wirr- schaftswissenschaft, dem neun weitere Vorträge folgen: findet am Freitag, 15. Oktober, abends 8 Uhr im Reform-Real- gymnasium, Parkaue statt. Hörgebühr 7,50 M. Tagesfragen der Wirtschaftspolitik bilden den Inhalt der Vortrag« Dr. W i e r n i ck s im Kant-Realgymnasium, Karlshorst, Treskow all«. Erster Vortragsabend Freitag, 15. Oktober, 8 Uhr, da»« jeden folgenden Freitag bis tzum 17. Dezember 1920(10. Vov träge). Höryebühr 7,50 M. Anmeldungen in der Eeschäftsstell« der Volkshochschule, Rathausstr. 10, Baracke 2, Zimmer 21 unl beim Hausmeister des Kant-Realgymnasiums, Karlshorst, Tres> kowallee. Gesundhcits- und Erziehungslehre In vier Vortragsgruppen wird dieses wichtige Gebiet auf de, Volkshochschule Berlin-Lichtenberg(Veiwalluiigsb-z.rk l?) ve handelt. Ueber das Thema S-xualhyg�-nc halt med Sprinz fünf Vorträge, beginnend um"r-tt�1.. pttover abends 8 Uhr. im Jahn-Realgymnasium..Marktstrade„-3 Sexuell« Aufklärung und Erzlehiing, SeJuajtz Hygiene des K t n d e s a l t e r s, der Entwicklung�» j a h r e. d e r E r w a ch i« n e n und die S eiratsfr a ge find du einzelne Abschmtie, in die der Vortrag gegliedert ist. Horgehührz 3.75 Marl. r .Für d-c Behandlung des Themas "! o! k s 3 c| ini d h e i t s p f l e g c" Soziale Hygiene und �.---- wurde Herr D r. med. Hans ;> a u e i n gewonnen, der in 8 Lichtbildervorträgen über die soziale und hygienische Bedeutung der Tuberkulose und deren Bekämpfung, üver Geschlechtskrankheiten. Alkoholis- kt u s, Frauenarbeit, Siedl ungs und W o h u. ll n g s- wesen, Bolksgesundheit und Volksernahrnng Direktor - iiriiutleiu hat das besonders zeitgemäße � Heina„Probleme der sittlichen L e b e n s k u n d e" als Bortragsstoff gewühlt. In Ii Vortragen, dei deren erster am Diens- der sittlichen Willensbildung und schließt seine Vor- lcsungen mit dem Kapitel„D e r Unterricht in sittlicher Lebenskund e", der als Ersah für den Relegionsunteriicht von Schlllrezormern angestrebt wird. Hörgcbiihr lchg Mark. Ebenfalls das Geluct des Unterrichts berührt die Vortragsreihe des D r. Job. Deutsch, der im Reform-Realgymnastum, Parkaue, mit "—----- iolgende Kapitel besonders erwähnt: Ethik der Arbeit, Schule und die G e g e n s ä h e zwischen Hand- und Kopfarbeiter: Versöhnung dieser E e g e n s ü h e d u r ch d i e P r o d u k l i o n s s ch u l e: der Aufstieg der iü cht ig en: die h u n g S st ä t t e des trägt b, Mark. P r o d u t t V o l k s f ii I i o n s s ch u l c als Erzie- f ii h r c r s.— Die Hörgebühr be- „Aus der Urgeschichte der Wissenschaft" lantet das Thema des Vortrages»ml Lichtbildern, den Herr Dr. Engelhardt am Mitt- woch. den H. Oktober, abends 71,', Uhr, im großen Hörsaal der Treptow-Sternwarte hält. Mit dem großen Fernrohr wird bei klarem Wetter von 2 bis L Uhr Sonne oder Venns, von 6 bis t« Uhr Toppelsterne, Firllcrnc oder Nebel beobachtet. Führungen durch das astronomische Museum finden täglich in der Zeit von ~ Uhr nachmittag bis 8 Uhr abends statt. Institut für Wirtschastspsychologie. Im Institut für Wirt- fchaftSvsychokogie an der Handelshochschule Berlin findet ein ein- maliger FreikmsuS im Maschineschreiben für junge Mädchen im Alter von 14—18 Jahren täglich vormittags statt. Schristltche Meldungen zur Tcilnahuie find a>; das Institut, Berlin C. 2, Spandaucr Straße 1, umgehend zu richten. Zur Wohnungsfrage. Mit den Plänen der städtischen Be- Hörden zur Lindernug der großen Wohnungsnot beschäftigte sich am Sonn- abend im Ber'iiner Rathans ein Stadtverorductcn- Ausschuß zur Torberatung der Magist'.atZvorlagcn über die Errichtung von 200 Wohnlaube» in der Jungfernheide und über die Bewilligung ran Zuschüssen für 000 Wohnlauben in Groß-Berlin. Den Bc- ratungen wohnten die Geheimen Banräte Dr. L. Hoffmann und F. Krause sowie Baurat Matzdorff und Baumeister Anvers von den städtischen Kanalisationswerke!; bei. Die Beratungen drehten sich schließlich nur um die Fragen, ob man zunächst nur Holzbauten oder massive Banten errichten lost snr 2 bezw. 4 Familien. Da in den städtischen Gaswerken etwa 2'/3 Millionen Betonschlackcnsteine bester Beschaifenheit vorrätig sind, die sofort für den Bau von massiven. Wohnlauben greisbar sind, sprachen sich mehrere Mitglieder sehr entschieden für den Bau massiver Dan erbauton mit Gartchea von etwa 400 Quadratmeter Größe aus. Wegen vorgerückter Zeit mußte die Beratung vertagt werde». llebersall auf einen Hotelwirt. Zwei ehemalige Baltikum- soldatcn hatten sich in einem Hotel in der Jnvalidenstraße ein- gemieter in der Absicht, den Hotclwirt zu überfallen und zu be- rauben. Zu diesem Zweck machten sie sich mit dem Wirt näher berannt, luden ihn schließlich auch auf ihr Zimmer und tranken mit ihm zusammen Wein. So auch gestern abend wieder. Plötzlich sielen die beiden Burschen über den Wirt her. Einer sprang diesem von hinten an die Kehle und versuchte ihn zu würgen, während der andere ihm die Hände festzuhalten versuchte. Der Wirt, ein kräftiger Mann, setzte sich jedoch energisch zur Wehr und es gelang ihm auch, sich seiner Angreifer zu befreien. Während er an das Telephon eilte, um polizeilichen Schutz herbeizuholen, sprangen die Räuber aus dem Fenster ihres im ersten Stockwerk belegenen Zimmers auf den Hof, um zu entfliehen. Da sie je- doch nicht die Straße gewinnen konnten, liefen sie die Treppe hin- auf. stiegen auf das Dach, um über die Nachbardächer hinweg zu entkommen. Die inzwischen angekommenen Polizeibeamten stellten sie jedoch und nahmen sie fest. Die Verbafteten entpuppten sich als zwei ehemalige Baltikumer namens Nentke und Krambich. Ein Laubcncinbrcchev erschossen. In der Freitag- Nacht gegen 3 Uhr hörte der Schlosser Albert, der in seiner Laube in der Delbrückfiraße schlief, ein verdächtiges Geräusch. Ein Einbrecher war in seinen Stall eingedrungen, um dort sein Kleinvieb ab;»- schlachten und zu stehlen. Albert griff zu seiner Schußwaffe und gab, um den Dieb zu verscheuchen, von der Wohnlaube aus einen Schuß durch das Stallfenster ab. Die Kugel traf den Einbrecher so- schwer, daß er seinen Bcrlctzungen auf der Stelle erlag. Die Persönlichkeit des Erschossenen konnte nicht festgestellt werden. Es ist ein Mann von etwa 25 Jahren mit einer großen Tuto- wierung auf der Brust. Im Stadion erhängt hat sich ein noch unbekannter junger Mann. Er wurde in dem Kasinoraum des Lichtenberg« Stadion an der Herzbergstraße tot aufgefunden. Die Leiche wnrde nach der FricdhofShalle in Lichtenberg gebracht. Irgendwelche Anhalts- punkte zur Feststellung der Persönlichkeit de? Tote» fand man nicht bei diesem. Es ist ein Mann, von etwa 20—24 Jahren, der 1.68 m groß ist. blondes Haar und einen Anflug von Schnurrbart bat und bekleidet war mit einem dunklen kteberzieher, einem dunklen Nock, ebensolcher Weste, gestreifter Hose, schwarzen Schnürschuhen und grünem Filchut. Sein Hemd ist A. T. gezeichnet. Mitteilungen die zur Feststellung des Totcu führen, sind an den I. Kriminalbezirk Lickstenberger Slraße, an Kriminalkommissar Dr. Kcstach zu richten. Wer sipd die Toten? Vor dem Grundstück Norduser 3 wurde gestern dre Leiche einer unbekannten Frau von etwa 20 bis 30 Jahren aus dem Spandauer Schiffahrtskanal gelandet. Die unbekannte Tote ist 1.70 m groß, hat blondes Haar und trug ein schwarzes Jackett, einen blauen Rock, eine weiße Bluse, einen blauweiß- gestreiften Unterrock, schwarze, durchbrochene Strümpfe und schwarze Lederhalbschuhe. Tie Laiche hat nach dem Befund schon längere Zeit im Wasser gelegen.— Vor Sch'euscnufcr 5 6 wurde eine zweite etwa 25 bis 30 Jahre alte Fran gelandet, deren Persönlichkeit sich nicht feststellen ließ. Die Tote ist 1.63 m groß, hat dunkelblondes Haar und ein volles, rundes Gesicht und trug eine weiße Wasch- blnsc mit gelben Kugelknöpfen, einen dirnkclgrau gemusterten Ober- rock einen schwarzwcißkariertm Unterrock und schwarze Strümpfe. Dt- L-ichen besinden sich Im Berliner Schauhause. Voraussichtliches Wette? für Berlin und Umgebung am Dienstag. Zunächst recht kühl und überwiegend bewö.kt, ob»e er- heblich- Ntederschläze, später zeitweise aufklärend bei frischen östlichen Winden.__ Aus den Organisationen i. Tiiinlt. Di« für beul« Aber.!» angesetzte Distriktskonferenz bzw. Funktionär» ziisammenkunft fällt auo. ö. Tijtrilt. Dienstag, den!>. Oktober, abends 7 Uhr, lZitznng der kommunalen Kommission bei Cchwetkaldt, Alte Iakobstr. 24. Tagesordnung� Bortrag. tS. Diitrilt.-Am Dienstag, abends 7': Uhr, ZZorstandsfitzmig bei Hübner. Eand?» stratze 16. nahm« W— m_____________..._________.______„ MW Wer länger als drei N tonnte rütsiändig ist. hat keinen Zutritt. lg. Tistritt. Am Dienstag. 7 Uhr. bei Barlcben. Vorstandssitzung. 2. Abteilung. Am Mittwoch. 7 Uhr. bei Witt. Paiewalkcr Str. l. Sitzung der krwerkschasts- und Räte-Kommisnon. l.. 2. und". Abteilung. Am Donnerstag. 7 Uhr, bei Witt, Pniewaller Str. 1, Sitzung der Schulkommission. Rentölln. 21. Bezirk. Heute, 7 Uhr abend-, Bezirisoersammlung bei Seide, Wcisesti. 6. Fiied-ichshage». Dienstag, abend? 7% Uhr, Francn-Lelcabend im Lokal TlnillZ, Friedrichstr. l2l.— Montag, abends 7 Uhr, Fnnktionärfitzunz in der Sängerhalle, 6 Uhr Aktionsralzsitzung im selben Lokal. Vereinskalender Deutscher Weekmeister-Berband. Vezirksverein Verlin-Licktenberg. Die nachsta MonatIversammlunq findet am Freitag, den 8. Oktober, abends 7 Uhr, im 3?cu ernslokal. �norrpromenade 2, fiatt. Devtscher Werimeister Berband, Berlin 7. Dienstag, den 3. Oktober, abends . Uhr, Ceneralversammlnna im Patzenhofer. Turm- Ecke Stromstraße. Bund der technischen Angestellten und Beamte«. Am Montag, den 4. Oktober. . 7... � V. �... T.' �..».'-.» 7...... Sa?- l 7 f? n* d*, t 7*»->??17-» 1- d» 7 f.. r*■ ll'UCb,-ut mz* i vut t vcij u iiilUiill.y i u 1••"•» v» iv» brau, Berliner Aller 222.— Bütgli-derncrjammlung Nordwest l abends 7!4 Uhr. iin Artnslios, P-rl-bcrgc- Str. 26.— Mitgliederversammlung Teinpelhof, abends 7!.. Uhr, im Restaurant..Zum Kursurst". Dorsstt. 22.— Zachgruxpenvcrsammlung 1 Ä Eisrnboch- und Brückenbau, abends 7 Uhr, im Bundeshaus. Internationaler Bund der Krtrasopter sDeutschland), Ortsgruppe Süden. Am Rloulaz. den 4. Oktober, abends Uhr, findet im Dresdener Garten. Dresdener Straj-e ckS, Bezirk.versammlurg statt. � n.,:,_ Verband der Gastwirtsgeliilsen. Portiers, s-t-ldi-ncr, Listiers Wagenmeifter, Tclephor.isien, Zimmer- und Relelvciuädchen. Dienstag, a. Oktober, abends 6 Uhr, Atitgliedcroersammlung im Gase Stern, Fricdrichstr. IIS— llg(Oranicn- burgcr Tor!. Etnisch-Iozialistische«rbeitsgen-rlnlchast(Ssa). Sente abend 7 Uhr, In der 22. lSemeinoclchulr. Ballasstr.>5 iS'crli»!, öfs-r.tlich-r Boitrag des Ecnoffen Dr. K.?). Busse:„Der konservalivc»nd der revolutionäre Mensch." Tchwimw-Berei».Welte", Abteilung Berlin und Lichtenberg. Die llebungsstund« ist von jetzt ab für Männer, Zugend- und Knaben-Mitgliedcr Mittwoch von 7— 8 Uhr trelervlert), für Damen von US bis 7 Uhr in der Badeanstalt an der Schtl- lingsbrücke. l--c!e soz. Zugend. Aklionsbegrk Ofteu. Dienstag, s. Oktober, pünktlich 7U Uhr, Markusstr. 40 lSchulaula) allgemeine Mitgliederversammlung. Referat: Jugend und Jugendbewegung in Rußland. Lebensmittelkalender Feiedrichsfelde. Saferslockcn 2.S0 M.. Bohnen 2.26 M.. Marinelad« e.by M. je Psund. Zündhölzer. Paket Z.SV M. Telto». 266 Gr. Svrnp lur t.M M. auf Abschnitt 24.— Huf die Krankeninehl- knrtc entfallen 1666 Gr. Kraukenm-Hl für Z.SV M.— F-ttwochenmenge löv Gr. Schmalz für 6 M.— Gcmätz Anordnung de? Krcisauslchusses werden im Monat Oktober au! den Abschnitt 66 der Zuckerlarte 375 Gr. Inlands, uckcr und au, den Abschnitt 67 625 Gr. Auslandszuckcr in der Weise ausgegeben, das) In- und Auslandszucker während des ganzen Monats bei den Kleinhändlern entnommen werden kann. Die Zuckerzusatzkarten siir Kinder werden mit 750 bzw. 300 oder 250 Gr. Znlandszuckcr belieter:. Der Auslands-uckcr, 625 Gr. zum Prcise von 13.50 W, kann josort entnommen werden, der Znlandszuckcr, denen Preis noch verössentllcht wird, gelangt in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Wir machen daraus auf- merksam, dag der Auslandszucker durch besoutere Klarheit kenntlich ist.— Im Ok.ober können aus Abschnitt lN der Siigst-sskarte 2 Päckchen Sützstoss entnommen werde:?. 5?eiuickendorf. In der vom 4. bis i0. Ottober werden an Lebensmitteln verteilt: 50 Er. Vuiter auf Abschnitt 52 der Lebensmittelkarte und 30 Gr. Butter auf Abschnitt A der Krankenzusatzkarte.?um Preise von l.N M.. 65 Er. Kokosfett bei den zur Speisefetlvertcilunjj �gelassenen Kleinhandelsgrichästen markenfrei Zunr Prcise von 2.2! M. Wegen späterer Anlieferung erfolgt die Ausgabe der Butter und des Kokosfettes voräusfichtlich erst vom 6. d. M. 1900 Gr. Brot aus dlS Brotkarte mit dem Stichwort„Dahme" zum Preise von 4,50 M. Verantwortlich für die Redaktion: Leo Liebschütz. Berlw'Friedenau. Ver- antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner. Karlsborll.— Berlaasgeneffenschart..Freiheit" c. G m b. 5».. Berlin.— Druck der Freiheit"« Drucker-i E m. b �r.. Berlin C B-'ite Siran- � n Volksbühne '»'r-KM W BMW Staalstheater Opernhaus 7 Uhr: !j?WSü?!Z S ch- 1> f p i e l h a ii s " Nhr: Coriolan Neues Sperettechuts Dirctzlion Iran Kren 7 ilhr: U WS« Operette in drei Akten nach einem Motiv Petöfis von Frig Grünbanm. Dirrdnon: Max g.einchardt. AWes Thester 7 Uhr: Einfaine Woiifchen 7' II.: Frühlings Evwalhen Vroßss vchavspielhans Karlstraße 7 Uhr: Danton (Außer Abonnement) -Direkt.: Bietor Varnomsky Ww-HM Hruie bis Donnerstag 7'\ Uhr: Das Gelübde (sionstavtlv, loa», lilägssr, UnilZ Tew'ch. KW.-?h?flter Allao'endlich T'-j Uhr: Sie ScheiöWßsreise lblui/lilaldsrt, Prack« ltocktsrdorz) Thcatr?!. d. '— Str. Wdenz-Aester Täglich-i.» Uhr: Die Freundin Von Hermann Suder-mann (Tilla Durieux, ToeUe, Vildt,\ Albers, Vallcntin)| Dienstag i A.: Tchneetvitbchen< Mittivoch t: Strnrvelpeter ÄiM-Water Täglich ev Stoman einer Fran (Ida Wüst, Burg, Limburg, ValeU:. Falkenstem) Mittwoch 4 U.: Rotkäppchen Rose-Theater 7-1, Uhr: Der Anti-Chrift VMM'ZSMer Tägl. 7l/s, Stg. nachm. 3'/» und abends 7Vs!chr: Gastspiel WUHelnr Hartfteir» in �Der 5tolz der 3. Kompagnie«. Königstadt- Theater lZnunowitzbrllcuc) Täglich'■M. Gala- Stinger flm Gallsaal: T r- n r TJioater a Kottbaa.Tor Tel Jlunlepiiitu U314. Tüffl: 7�2"• Honntas naciim. 3 Cbr: SfitoSinger lllütbsen-Konzcrt orvk II— IV, □.«— RU. v28 FMes Wnce v-« Veesiakcrung gegen llliisveueki mit �crd.«tZrüiierber. -ß8 Wiüb-Äjöütöt ß-.8 K�rp's fel. Wwe Stft. 3'!� u.: Der Hausdrache viiDiunq. (Maria Orsko, Albert Stclnriick) Dienstag MttranfcoUna Mittwoch: Erdgeist Donnerstag: Erdgeist Freitag: Mirandolina ' onnabend zum I.Male:! Rausch „n August Strindberg! lSilarl-. Orsbl!. Alfred Ade! j -ioh-liite- Riemami. shmd-i| «idiurd, Rosa Vcldldirch..vkiuz i eticdn, AA. Römer, HugoSauer •ipnrtr Stein, Rudolf Junger)! Sonntag:«-Usch Montag:«-«ich Komödieuhaus! bUiir: Devgeniit-licheötom- .nisfar. Dco unev- Iiiitlltt»: Dchutzmanu, bZon-.ViNuntensicge vi-»ilsx paiisnbkl'g Berliner Theater Täglich l ,S Uhr: Fritzi Massarn als Vera Liefe wein in Der letzte Walzer Täglich 7,/a Tihr und Sonntags 3'.', Nhr:! Nenes Vo!K5!he!?ler Küpenicker Str. L8. k'.. Uhr: Nora N Will Z.W u. d. gr. Oklobcr-Programm 01« 5 Kllrtev's Margn u. F. Coro Charl. Wonlreü R. ErHsr a. Niüki Dio 5 Eilner's ¥ewu??? Siachmitlags ungekürzt wie abends. fj Eemädigte Preise. IMIII, lL.............— Kammer-Tanzspiele Bülcwsir. 6, am Z.'ollendorsplatz Tägl. 6 Uhr: Srieutallsches LZallett ölilii Kiami'?«>>. Apollo- Theater Friedrich ftr. 218 VI* MMR VI* Harems-Nächte Sonntags S'/a u. I Kind frei. »» viel hllilger. reichst.Auswahl'.Speise- ö zimm.» Herrpnzimm., i, s-chlaf�i»n,nertt» far-- j bigen Glichen. Einzel- si rnobel in jeder Ausiüh- t rnng. Anf Wunsch kleinste» An- und Abzahlung. L Lagerbesuch erbeten und Z lohnend «ei-Me. � Berlin K 54, Weinbergs- jj weg 1, Noscnthalcrplatz. 1 iMa-WiiS gestempelt 150 AM:, an 5S5„ 105„„ 333„ 65„„ inkl. Lnxassteuer. Jeder Rinff ist Ingeniös ans massivem uoldc hergestellt bei voller Oaranlic lür keirgehaltl jede Crö2e am Lager. Q. Alb. Thal Erstes Berliner Spezialgeschäft für Trauringe, •£ 19, SeysSaSsJraBe 5 (Spittclmarkt). Eigene Fabrikation. SpesisisPts — Dr. med. 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Internationale.— Die Thesen des Erekutivkomiiees�—' Die nationale und koloniale I Frage.— D'e 21 Thesen übe? den Parlamentarismus.— Die Aufnahmebedingungen der 3, Internationale.— Nichtlinien über die Schaffung politischer Arbcitcrräte.— Die Reden während des Kongresses von Lenin. Sinowjew. Radek, Dr. Levi, Däumig, DiUmann, Serrati» Crispien, Bucharin u.a.m. —— Preis 2*50 MarA— 3b beziehen dnrch alle Buchhandlungen und vom Verlag' „Gesellschaft und Erziehung-, Berlin-Fichtenau, Parkst?. 3. i I) Straßenhändle? u. Persammlungsverkäufer « werden zum Bertriebe gesucht.— Auslieferung für Berlin:' V Berlicbsgesellschast sozialistischer Verlege?» Kaiserstr. 10, II. I TägUch frische Seefische u. S�aiffciierwaren GesslemUndcr FischhalleSieglslz AlbrerhtMp IUI Felie l>lii>pplwt Parteig-nosflunsn! Botenfrauen so?»!"-.« SueöHloa Msölin. MM.Z Kupfer, SZotgust, Vle!, '.Messtng, Zink, Zinn und Laflerinctall, Llneckfllber unubeibietbare Tagespreise ZuciterinsiHN, «lsafser Stv-f,- S, vorn II Tr. 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