Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 6. Oktober 1920 Nummer 420 21• Abend-Ausgave .flwifett* Usch, IUI»wv» ntl»»«-»<«»»». 6B*nUfl« tra»«JimMta»«a i«t Sf» eangtpm» brttöqt bc�fntR BnlseBa«» ta*_4Jaa« Uran Cwrkfbcnb _____________ Lvslaud 21,50 W. fMl� VÖislvVäflchUg. oc Bnci' tti CratMiIaab a» betend(b SO,-«. uib VcrU«! Voll» C ch©rtU» etra%t 10,— SB. t»•aron«(«blboi. oon Bn Sp»b«ii»- leldst«BgtboU M" M Jyür Psst- brpse«bm«(ämtltd), Poftanft-lln,«eftfOoBStTi cmortRU Um««Streifbcnb fcqDgn ffrt DvnichK üb üb» Orftemidj 18.» SB., füt bat flbcij» ämUtoB 21,50 M. RbchchriMttnu rmotrincirfle ob« bmn«--m b(HVa 9.- M. ictub»»,bM|Ib8. ftlrtnt aningm; Ds» fM!|jebnidi»« OBo« 2,-'JE, irb««urtt QBort 1,50 W, �nlchlt�IIch Tnl«!nig,.,ul-til-s. v»->n>b,>«« uxb S.20 VI. r.ntt pro Sriir. Crara�fmiw ia SBort«*n,rtsen: bes ftajrtradur Won 1,60 JH.. Ier Akt wurde heute, am 5. Oktober, von I o f s e und D o m s k i unterzeichnet: A«ter Vorsitz der russisch- ukrainischen Friedens- delegatiou wurde in der Sitzung vom S. Oktober beschlossen: Angesichts der erreichten Ueber- eiustimmung in der Konferenz der beider- feitige» Vorsitzende« in der Frage des Präliminar- frieden» und des Waffenstillftaudes» den Akt über den Präliminarfrieden und den Was- fen stillstand zwischen Rußland und Ukraine einerseits und Pole« andererseits nicht später, als Freitag, de» 8. OK- tober» zu unterzeichnen. » Damit bestätigt sich eine vom Warschauer sozialistischen BlaU„RobotmK- gebrachte Meldung, daß der Friede nahe bevorstehe. Von den Polen war versucht worden, die o st g a l i z i s ch e Frage als Kell in die VerHand- lungen zu werfen. Aber durch die Erklärung Joffes und des Zentral-Exekutivkomitees in Moskau über die An- erkennung der völligen Unabhängigkeit Ost- g a l i z i e n s ist auch dieser Stein aus dem Wege ge- räumt. Rußland ist bis an die Grenze des Möglichen gegangen, um den Frieden im Osten endlich herzustellen und es ist dringend zu hoffen, daß nach Waffenstillstand und Präliminarfrieden der endgültige Friedenszustand mög- lichst rasch eintritt.' Am Dienstag nachmittag ist in Berlin ganz unerwartet ein Streit der Elektrizitätsarbeiter des Wertes Moabit aus- gebrochen, der sowohl einen Teil des Stragenbahnvertehrs unier- bnudeu, als auch eine Reihe von gewerblichen Betrieben tu Mit- leidenschast gezogen hat. Der Streit geht aus von den Hetzern des Elektrizitätswerks Moabit. Bon der Direktion der Stä- dtische« Elektrizitätswerke Berlin wird über die Gründe des Streiks folgendes mitgeteilt: Seit längerer Zeit, etwa einer Woche, wird mit de« Heizern wegen Herabsetzung der Arbeitszeit verhandelt. Die Heizer erklären, daß st« bei der schlechte« Qualität der gelieferte« Kohl« die achtstündige Arbeitszeit nicht aushallen können. Die Direktion er- klärte sich bereit, die Arbeitszeit auf 7 Stunden herab« zusetze». Damit waren aber die Heizer nicht zufrieden, die den sechsstündige» Arbeitstag verlangten. Am Die»»« tag nachmittag S Uhr legte» ste plötzlich ohne vor- berige Ankündigung die Arbeit nieder und»erliebe« b«* Betrieb. ileter die Gründe des Streiks, der sich auch auf andere Elektrizitätswerke ausgedehnt haben soll, lausen natürlich die verschiedensten Gerüchte in der Stadt hemm. Eine Lokalkorrespondenz behauptet» daß sie letzten Endes in politischen Ursachen zu suchen seien. Es hätten nämlich am Dienstag beretts Verhandlungen zwischen Elektrizitätsarbeitern und Straßenbahnern stattgefunden, um die letzteren zur Solidarität zu verpflichten. Auch zwischen den Arbettern der einzelnen Kraftwerke hätten Besprechungen stattgefunden, die Heizer des Kraftwerkes Rummelsburg erklärten sich ohne wctteres zur Solidarität bereit. Wie die genannte Korrespondenz weiter hört, werden am Witt- woch vormittag im Rathaus Besprechungen mit den Streikenden und Beauftragten des Verbandes der Heizer und Maschinisten stattfinden, von deren Aus- gang es abhängen wird, ob Berlin noch länger ohne Licht und Kraft bleibt. Die reaktionäre Presse hat dieses Stichwort natürlich sofort benutzt, um das ganze Bürgertum gegen die gesamte Arbeiterschaft mobil zu machen. Die „Deutsche Zeitung" bringt die Meldung mit riesigen Lettern unter der alarmierenden Ueberschrift «Rätcdiktatur in Berlin; Machtp obe der Be- triebsräte!" und hetzt gegen die gesam.e Arbciterschast. Das„Berliner Tageblatt" glaubt beretts zwischen den, Streik der Bersicheriingsangestellten. dem Streik der Zeitungsangestellten, sowie dem Streik der Elektrizitäts- arbeiter innere Zusammenhänge entdecken zu können und spricht die Hoffnung aus, daß die �Technische Nothilfe" ohne Verzug eingreifen wird, „um diese« lebenswichtigen Betrieb so rasch als»möglich »vieder in Gang zu dringe«: den« es geht wahrhaftig nicht an, daß der Will« einer kleine« Anzahl Personen die Be» völ kerung Berlin» aus diese Weise schädigt." Das Blatt betont ferner, daß es den Anschein hat, „als ob dies««euerllch« Streikbeweaung, im Zusammenhang« mit dem Kamps um de« Berliner Magistrat und mit de« augenblichltche« Auseinandersetzung«» zwischen de» Uuabhänglgen«u» Kam«»- nisten, nicht ohne einen palttischeu Htntergru»»» ist. E» scheint, al» ob gewisse radikal« Agitatianazeutre«»teder einmal die Gelegeahell für gekomme» erachte«, um die Atmosphäre für eine neu« Welle der Unruh« zu schaffe«. Wir mochten all«, die es angeht, dring«»» davor warne», sich zu unüberlegten Schritte» verleiten zu laste». Auf eine Sympathie der»emokrattfch gesinnten Kreis« haben ste dabei«icht zu rechue». Jeder neu« Versuch, datz politische und wirtschaftlich« Leben Deutschlands zu er« fihütter«, würde auch nur allen reaktiauire« Elementen die gewünscht« Gelegenheit ge« den, sich„als Retter d es B ater lau des" b«« reit„zu mache«.* Alle Angaben über den Zusammenhang dieses Streiks mit der Frage Groß- Berlin sind unwahr. Die U r! fachen und der Zweck dieses Streiks der Elektrizitäts- arbester find rein wirtschaftlicher Art. • Anmerkung der Redaktion: Jusoige du auch für aus ganz über- laschend gekonmeneu Einstellung der elcklrischeu strasi und Licht ist die technische Fertigstellung unsere« Blatte» verhindert morde«. Bis kurz»ach 10 Uhr balle» wir beide», sodaß vir glaub«, dursten, ius- besondere, da andere Blätter bereits zu weseutltch früherer Zeit Mangel an«rafi und Licht hatten, baß wir von ihrer Einstellung nicht betroffen würden. Segen 107, Uhr aber ve, sagte plötzlich in ursttem ganzen Gebäude das Licht und auch die Srattzusichr hörte auf. Wir war?» daher nicht in der Lage, das Blatt drucke» zn laffeu. Die jetzige Nummer konnte daher nicht i» unserer eigenen Druckerei Kergestelli weiden ind enthält, infolge der Unmöglichkeit, neue Meldungen in gröberer Zahl setzen zu laffeu. im wesen tiichen nur die bereits am Disneiag abend vorliegenden Nachrichte». Wege» des Stivslou�es der Setzmaschinen kouiilen auch nicht alle Druckfehlerbe- s.i igt werden. Metallarbeiterstreit in Spanien. Die Melallarbeiter-Eewert- ichaft von Bilbao beschlog den beiter stets mi tMißtrauen gegenüberstand. Dieses Mißtrauen wird heute gerechtfertigt dadurch, daß die U»- ternehmer rücksichtslos ihre Betriebe schließe» nno damit die Produktion unmöglich machen. Das sprach Wissel! gestern aus. Die Arbeiter aber werden nicht vergessen haben, daß es seine politischen Freunde waren, die einst, als sie an der Regierunasgcwglt ei»-- — zu einer Zeit, da die Arbeiterklasse noch machtvoll gen,!,; daständ. um das Unternehmertum auf andere Wge? zu �Rach"der Mittagspause verliest L 0 so ws k y zunächst«chc Rede, in der er Wesen, Wollen und Aufbau der russisches: GewerkschaMn darkegt. er fnjitegt öttnti*, Daß dte rusttscyc Revolution und ihr Erfolg abhängt von der Revolution in den westeuropäischen Ländern. A u f h ä u s e r erklärt ihm, daß es bisher nicht üblich war, Begrüßungsrede n zu benutzen, um die Organisationen, die Träger des Kongresses sind, anzugreisen, wie Losowsky es getan hat. Unter großem Beifall des Kongresses und lebhaftem Händeklatschen ver- wahrt sich Aufhäuser dagegen, daß die darauf nicht vor- bereitete Tagung benutzt wird zu einer zerstörenden Pro- paganda gegen die Amsterdamer Internationale und die ihr angeschlossene deutsche Eewerkschastsbewegung. Dann erhält H i! f e r d i n g das Wort. Er beginnt mir einer kurzgefaßten Kritik der Koalitionspolitik der Rechts- sozialisten, die zur Folge hatte, dag auch der ö k o n o m i- s ch e n Politik der Arbeiterklasse das Rückgrat ge- brachen wurde. Damals wurde alles versäumt und nichts getan, was die Umstellung der Wirtschast in sozia- listische Bahnen hätte anbahnen können. Wie hat. sich nun die Klassenlage der Arbeiterschaft auf der einen, die ökono- mische Stellung des Unternehmertums auf der anderen Seite entwickelt? Die seit der Revolution stark verschlechterte Lage der Arbeiterklasse ist zum guten Teil auf die Geld- entwertung zurückzuführen, die durch eine Steuer- Politik verursacht wurde, die nicht den Mut hatte, die Staatsausgaben durch große Besitzsteuern zu decken. Diese Politik ist die Ursache einer wachsenden Berelendung der Arbeiterklasse. Hier liegt auch der Urquell der jetzigen Wirtschaftskrise, die das Elend der Arbeiterklaffe vollendet. Diese Entwicklung hat auf der anderen Seite die Profite ständig erhöht und die Macht der Kapitalistenklasse- befestigt. In außerordentlich wertvollen Darlegungen be- spricht der Redner die Zusammenhänge zwischen Staatswirtschaft und Volks Wirtschaft. Die bürgerliche Ordnung denkt die völlige Zerrüttung der Staats- Wirtschaft wettzumachen durch immer neue Opfer, die sie der Arbeiterschaft auferlegt. Ei» fehlerhafter Zirkel, aus dem wir nur herauskommen durch die sozialistische Wirt- s ch a f t. Das Ziel ist nicht das Zusammenarbeiten der Ar- beiterorganisationen mit den Kapitalisten in irgendwelchen Körperschaften, sondern die demokratisch organisierte Wirt- schaftsordnung unter Ausschaltung der Befitzenden. Aufheben müssen wir den Profit und die Verfügung der Kapitalisten über die Produktion. Da hilft kein Basteln, da helfen nicht kleine Versuche, die kapitalisti- schen Preisgesetze aufzuheben. Diese halben Maßnahmen vermögen das Ehaos der Wirtschaft nur zu steigern. Solche Dinge sollen durchgesetzt werden mit dem System der pari- tätischen Körperschaften. Gegen sie wendet sich HUferding in scharfen Worten und klaren überzeugenden Darlegungen. P a r i t ä t ist es, daß e i n Unternehmer soviel Einfluß auf die Produktion hat, wie tausend und mehr Arbeiter. Wo ist da die Demokratie? Parität ist Vor- macht der Unternehmer. Aber diese Körperschaften einer mysteriösen„Planwirtschaft" haben mit Sozialisierung nichts zu tun. Sozialismus ist eine Machtfrage. Seine Durchsetzung hängt nicht nur ab von der Macht und dem Willen der Ar- beiterklasse, sondern auch von der Stärke des Widerstandes der nichtsozialistischen Schichten. Wir müssen daher das Tempo der Sozialisierung einstellen nach der genauen Abschätzung dieser Kräfte undEegenkräfte. Wir werden trotzdem eine sozialisti- sche Produktion durchsetzen, die auch eine Steigerung der Erzeugung zur�Folge hat, denn diese müsse n wir erreichen. Wir müssen sie erreichen durch Organisationen, die die G e s e l l s ch a f t l i ch k e i t des Arbeitsprozesses nicht nur erhalten, sondern erweitern dadurch, daß das lebendige Interesse aller wirklich Produzierenden an der Wirtschaft ge- weckt wird. Demnächst steht die Entscheidung über die Sozialisierung der Kohlenwirtschaft bevor. Hier muß die ganze Kraft der Arbeiterklasse eingesetzt werden für den Vorschlag der Sozialisierungskommission, der die Vollssozialisierung will, als ersten Schritt zur Ver- oesellschaftung der Produktion. Dabei haben die E e w e r k- schaften eine große Aufgabe zu erfüllen, was ihr indes nur gelingen kann, wenn der Machtwille der ganzen Arbeiterklasse hinter ihm steht. Dazu muß sich die Eewerkschafts- bewsgung stärker mit sozialistischem Geist erfüllen. und andere Kämpfe stehen bevor. Wir müssen darum das Proletariat zusammenfassen, indem wir es vor prak- rtstye. Swsszave» flcMk�Are vvs Fefeinre Proletariat lösen mutz— Während Wissells Rede dein Gejammer täuschend ähnlich sah, das deutsche Regierungen anzustimmen pflegen, wenn sie bei der Entente um gut Wetter bitten, führte Hilferding den Kongreß aus diesen Niederungen heraus und zeigte ihm mit wuchtigen Argumenten und kraftvoller Sprache das große Ziel"des Sozialismus auf ökonomischem Gebiet. An die Parteitagsdelegierten! Für die Einheit der Partei! Die Spaltung unserer Partei droht! Wird die bedingungslose Annahme der 21 Moskauer Bedingungen vom Parteitag be- schloffen oder abgelehnt, in jedem dieser beiden Fälle zersplittert die Partei und die revolutionäre sozialistisch« Bewegung wird geschwächt. Schon triumphiert das Bürgertum. Ein Alp ist von ihm genommen! Vor dem Entscheidungskampf zerfleischt sich die Arbeiterschaft, statt geschlossen gegen die Bourgeoisie zu marschieren. Auch wir, die wir uns nicht mit jeder der 21 Bedingungen ein- verstanden erklären können, wollen den Anschluß an Mo s k a u. Wir wollen aber auch die Erhaltung der geschlossenen Millionenpartei, die sich im schweren Kampfe gebildet hat. W i r wollen die ganze Partei möglichst geschlossen der"dritten Internationale zuführen. Denn wer die Internationale will, muß sie stark wollen. Je stärker die einzelnen Parteien, desto stärker die Internationale. Desto schneller kann die Diktatur des Proletariats erreicht und das Proletariat aller Länder aus den Fesseln des Kapitalismus befreit werden. Wir wollten den Anschluß an die dritte Internationale schon vor dem Parteitag in Leipzig. Wir kämpften für den Anschluß auf diesem Parteitag und nach dem Parteitag. Dann kamen die Be- dingungen! Nunmehr sahen wir, daß bei bedingungsloser An- nähme, wie bei Ablehnung der Bedingungen durch den Parteitag die Partei gespalten wird. Und das wollen wir im Interesse der revolutionären Aktion verhüten. Darum schlagen wir folgenden Ausweg vor: Erklären wir uns in Halle grundsätzlich zum Anschluß an die dritte Internationale bereit, aber unter Bedingungen, durch welche die Autonomie der Partei gewahrt wird. Schaffen wir zunächst selbst eine zentralistisch organi- jierte Kampfpartei! Wenn wir so verfahren, dann ist der dritten Internationale ge- geben, was sie verlangen muß und der U. S. P. D. nicht ge- nommen, was sie behalten muß.' Wir, die wir von jeher zu den Vorkämpfern des Anschlusses an die dritte nternationale gehörten, wollen auf dem Parteitag dafür eintreten, daß dieser Ausweg beschritten wird, und wir bitten die Delegierten, die sich eine msolchen Vorgehen anschließen wollen. dies sofort dem Genossen Dr. Kurt Rosenfeld, Berlin, Reichstag, mitzuteilen. Stemmen wir uns gegen die Partolzerfplitte- rung! Retten wir die Partei, denn damit för- der» und stärken wir die revolutionäre Arbeiter- b e w e g u n g. Mit Parteigruß! Knauf-Eera, Kunert-Berlin. Löwenstein-Eharlottenburg, Obuch-Düsseldorf, Rosenfeld-Berlin, Scholz-Erfurt, Mathilde Wurm-Berlin.'< Die Rumpfkonferenz in Württemberg Ueber den weiteren Verlauf der Landeskonferenz der U. S. P. D. Württembergs, nach dem die Minderheit den Saal verlassen hatte, berichtet der„Unabhängige Zeitungsdienst": Nach dem Referate Stöckers und erfolgter Debatte wurde folgende Entschließung ein- stimmig angenommen: „Die am 2. und 3. Oktober im Schwabenbräu zu Cannstatt tagende Landesversammlung der U. S. P. Württembergs erkennt aus dem Verlauf der ökonomischen und historischen Eni- wickluna Europas die Notwendigkeit des unmittelbaren Zu- jQMmenschlusses der sozial-revolutionären Klassenparteien des Proletariats an. Nach dem Zerfall der zweiten Internationale ' � in dke dritte IiUwiiattongke dte cliyig revokuttonitre Internationale. Die Landesversammlung fordert deshalb vom Parteitag den Anschluß an die dritte Internationale unter An- erkennung der Grundsätze und Bedingungen des zweiten Kon- grcsses der dritten Internationale." Im weiteren wurde eine„Erklärung" einstimmig beschlossen, in der das Bedauern ausgesprochen wurde, daß die Minderheit die Konferenz verlassen hat und betont ivüSz. die Minderheit müsse sich den Mehrheitsbeschlüssen fügen. Ein Antrag Böttcher be- grüßt den Beschluß des Moskauer Exekutivkomitees wegen der Entsendung zweier Exetulivmiiglieder nach Halle und fordert das Zentralkomitee auf, die Einreiseerlaubnis zu erwirken. In einer vierten Entschließung wird gefordert, daß das Organ der U. S. P. D., der„Sozialdemokrat", prinzwiell und taktisch im Sinne des Mehrheitswilleiis. der Anschlußbefürworter, redigiert und von dem neugewählten Landesvorstand, und der Preßkommis- sion die Haltung in diesem Sinne überwacht und gegebenenfalls in entsprechender Weise eingeschritten wird. Das Zentralkomitee zu de« Vorgängen in Württemberg Das Zentralkomitee hat haute dem Landessekretariai Württemberg folgendes Telegramm überfandt: „Zentralkomitee der U. S. P. D. erkennt die Neuwahlen der Rumpflandesverjammlung im Schwabenbräu zum Landes- vorstand nicht als rechtmäßig erfolgt au. Für uns kommt nur alter Landesvorstand in Betracht. Zentralkomitee." Die erfrischende Klarheit Der Stuttgarter„Sozialdemokrat", als dessen verantwortlicher Redakteur jetzt wieder Paul Böttcher zeichnet, begrüßt die Spal- tuug auf der Landesversammluog mit folgenden Worten: „M it erfrischender Klarheit ist auf der Lande?- v e r s a m m l u u g der USP. Württembergs die Scheidung zwischen dem opvortuuistischen und revolutionären Flügel der Partei erfolgt. Was sich bisher im zähen Ringen im inneren Partei- körper abspiekte, ist auf der Landeskonferenz gelöst worden. D i e Krise der USP. Württembergs ist vorüber. Der Machtdüukel weniger Parteiführer ist zerschellt am festen Willen der überwigenden Mehrheit der Eeuoffen des Landes. Eine kleine Minderheit glaubte ihren Herrschaftswillen durchsetzen zu können, aegenüber dem Willen der Mitglieder zum Selbstbestimmungsrecht. Die Gegner der augcMichen Diktatur von Moskau sind ihren eigenen Diktaturgelüsten erlegen.» Im Gegensatz dazu heißt es in einem Aufruf des neuen Landesvorstandes: ,44 der anwesenden Delegierten haben bedauerlicherweise auf die Aufforderung des ehemaligen Landesvorstandes die Landes- Versammlung verlassen, um in einer privaten Zusammenkunft sich über Parteiangelegcnheiten zu unterhalten. Dieser organisierte und wohlvorbereitete Sprengversuch d-S an seinem Amte klebende» ehe- maligeu Landesvorsiaudes. unter Assistenz des Parteivorsitzendeu Erispien, ist schmählich gescheitert. Unsere Organisation hat sich als ein fester Bau von ehernem Gefüge erwiesen, der sich nicht durch Disziplinlosigkeit sprengen läßt." Von Bedeutung ist auch die Tatsache, daß der Artikel des „Sozialdemokrat" nicht einmal die Tatsache erwähnt, daß die Landes Versammlung die Berhälwiswahl zur Urwahl beseitigt hat, obwohl| dieser Beschluß den Gegensatz auf der Konferenz gewaltig verstärkt| hatte.:, J Die Urwahl im Reiche Ä (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Elberfeld, 6. Oktober.' i Lei der Urwahl zum Parteitag m Halle erhielten die Gegner der Bedingungen 4 Mandate, die Befürworter 2 Mandate.-f Ä-.f Zn(Hagen) Westfalen) wurden bei der Abstimmung KOS Stinuuen. für und 487 Stimmen gegen die Bedingungen abgegeben.— In\ München erhielten die Befürworter der Bedingungen 2033 Stimmen, die Gegner 817 Stimmen. s Gegen das Moskauer Diktat Karlsbad, 5. Oktober Auf dem Parteitag der deutschen soz'aldemokratischen Partei gab Mazon nach einer Konferenz der Bertreter der GewcrkschaftS- Organisationen namevS 3S0 000 Angehörigen die Erklärung ab. daß diese den Anschluß an die Dritte Internationale entschieden verweigern. Deutichland hat die Epaabediiigungen erfüllt. Herbettc schreibt im„Temps": Deutschland hat jetzt die in Spaa übernommen« Verpflichtungen erfüllt._ Boden der Regierung stehen. Von den vielen Wehren zu schweigen, den Flurschützen, den Selbstschutzwehren, den Strand- detachements— was ist das alles? Das ist die ausgezeichnete Organisation einer im Kriege schwer blamierten Minderheit, die die alten Formen und damit den alten Geist zu wahre» versucht. Es ist ihr gelungen. Es ist ihr so gelungen, daß diese alten Offizierkorps, diese neuen Verbände und all das Geschmeiß bewaffneter Militaristen heute so groß da- steht wie je und das mit finanzieller Unterstützung der Regie- rung. Von deinen Steuergroschen. Das Finanzministerium hat jetzt die Vollmackit erhalten, Kom- Missionen zur Prüfung der Notwendigkeit von Amtsstell'"- nvs- zuschicken. Seeckt wird lachen, Eeßler wird stramm stehen und die Finanzkommissionen werden mit hangendem Hofenboden abstehen. Wer regiert bei uns? Der Soldat. »»» Du zerbrichst dir deinen Kopf, wie du statt wie sonst mit 900 Mark nun init 810 M. auskommen sollst. Mutter ringt die Hände: Anton braucht neue Stiefel, und Ernas Hsniden gehen nun aber wirklich nicht mehr. Früher bist du regelmäßig ins Theater ge- gangen und du erinnerst dich noch sehr genau, daß du anfingst, dir ein paar gute wissenschaftliche Bücher hinzustellen. Es war garnicht so teuer... Tann kam die große Zeit.— And keiner, der sie heraufbeschworen hat. und keiner, der in vier Jahren das Maul so voll genommen hatte von b-r schweren Ver- antwortung, die er trüge— keiner von denen ist bist��ot zurückgekehrt. Dem Greis in Amerongen haben sie sein Geld über die Grenze geichoben, Ludendorff verdient so viel wie ein Kino- schauspieler. Tirpitz weilt im Hochgebirge zur Jagd, Äarlchen Helfferich läßt in einem bequemen Lederfauteuil des Reichstags die Sonne durch seine abstehenden Ohren scheinen— sie leben alle, alle noch! Wer ist geschädigt, ruiniert, zerfranst, heruntergebracht, kaputtgeschlagen? Du. Und du hast nur einen Wunsch, nur einen. Deine Lust zum Steuerzahlen wächst täglich. Mit offenen Händen bringst du dem Staat das deine dar. deinen Lohn als Abzahlung für fremde Sünden. Aber größer als deine Freude an diesem Staatswesen ist dein Wunsch: Einmal denen da alles zu vergelten, was sie angeri-btet haben. An dir und am Lande. Alles? Es genügen dir' und uns zehn Prozente Zehn Prozent Von Zgnaz Wrobel. Jeden Sonnabend hat dir der Mann mit der Mütze die kleine gelbe- Lohntüte gegeben und du hast dir die zwei blauen Scheine herausgenommen und noch das übrige kleine Geld gezählt, was drin war. Es langte nicht weit, denn wenn du damit nach Hause kamst, bekam die Frau das meiste, und dir blieb nicht allzu viel. Es ist noch weniger geworden. Jetzt fehlen ein paar Scheine. Und wenn du auf dem Nach- hau.eweg nachrechnest, so merkst du auf Heller und Pfennig was fehlt. Zehn Prozent.- Und wahrend du di� lange Straße mit den trüben Laternen und dem fahlen Himmel darüber heruntergehst, zur Bahn, über- leasi du dir langsam, was wohl mit den Scheinen da, mit dem Geld, das man dir abgezogen hat. geschieht. Die Gelder werden wohl zusammengerechnet, die abgeknappsten Löhne von dir und deinen Kameraden, und durch irgendeine Ver- •echnung wird das Ganze dem Staat überwiesen. Nun hat es der Stcuerfiskus. Und was macht der damit? Er bezahlt seine Beamten. Er bezahlt seine Soldaten. Und er hat viele Beamte und Soldaten. Nichts gegen die einzelnen Menschen, die da der Staat ange- stellt hat. Die haben auch Frau und Kinder und müssen leben. Und leben mitunter recht kärglich. Aber wen bezahlt er alles davon! Er bezahlt den Fünfmilliar- dcn-Etat des Reichswehrministeriums, er bezahlt die ungezählten Wwicklungsstellen, die Orden verleihen und auch sonst noch große Xeit Wielen, er bezahlt Organisationen und Organisationen.... Wie kommt das? Deutschland hat einen Ueberfluß von sogenannten gebildeten Menschen, bei denen es zu einer wirklichen nutzbringenden Arbeit nicht langt und die deshalb darauf angewiesen sind, etwas zu tun. was so aussteht, wie wirkliche Arbeit: zu organisieren. Es ist für einen einigermaßen fixen Kerl eine Kleinigkeit, eine neue Reichs- stelle ins Leben zu rufen. Wir wissen doch alle, wie das gemacht wird._ Ein Assessor hat einen„reund bei der Regierung, der Regie- rungsrat ist, und der bemüht sich nun, seinen Corpsbruder unter- zubringen. Ganz einfach ist das nicht, aber schließlich gelingt es, nachdem man den bekannten maßgebenden Stellen klargemacht es sei unbedingt nötig, eine Zentralstelle zur Erforschung der Wagerklosetts in Sud-Uruguay zu begründen. Geschieht. Krach mit dem Fmanzminssterivm. wegen der Höhe der Beamtenzahs. Einigung: die Halste(genau die Halste zu viel). Die Bureau- frage wird auf Kosten von privaten Wohnungsuchenden gelöst, und dann geht es los: Beamtenapparat. Registratur. Sekretare. Asses- soren, wissenschaftliche Hilfsarbeiter. Tippdamen. Nachtportierz und an der Spitze jener, der es alles unter sich hat. Das bezahlt der Staat nun von deinen Steuern. Und für die sechs Stunden Bureauarbeit, die zu drei Viertel der Krach mit der Konkurrenzstelle ausfüllt, weiden die Leute ganz gut bezahlt. Von deinen paar Lappen zahlt er die„Propaganda". Ich weiß nicht genau, was das ist, aber jeder zweite Mensch in Deutschland macht heutzutage Propaganda. Weil die Engländer sich bei einer klugen Sache der Propaganda bedienten, glauben diese Hohlkövfs, die Propaganda genüge, und auf die kluge Sache käme es nickt an. Und nun machen sie eine Wirtschaft mit Pressestellen und Flugblättern und Heften, die kein Mensch liest, und mit Plakaten. ... Sie stehen sich ganz gut dabei. Es gibt zum Beispiel eine Zentrale für Heimatdienst: was die macht, weiß kein Mensch. Propaganda? Macht lieber eine deutsche Propaganda in Bnnern. Was der Staat alles von deinen zehn Prozent bezahlt! Er be- zahlt den Bundesstaatunfug. Diese entsetzliche Sucht aller deut- schen politischen Skatbrüder, selber, selber, selber Reaie-nnos- männsr zu spielen, ohne es je zu sein. Es gibt zum Beispiel einen preußischen Gesandten in Dresden. Da sitzt nun der o-me M«nn unter diesem unzioiWerten Indianerstamm der Sachsen, mitten in«Feindesland, und vertritt die Interessen seines lieben Heimat- staates. Auf seinem Palais flattert stolz die preuß'�e«-ahne, und ob«r nachts die Tore der Gesandtschaft verrammelt, weiß ich '"ck». Ist das nicht eine ganz nutzlose, unfruchtbare, leere Arbeit. die der Mann da leistet?(Nebenbei heißt dieser Lttonsklown ""k JDat ftüher einmal Staatskommw" uchen Ordnung, die jetzt fein Eesinnungsaenosse Weißmann. spielend tu des Wortes wahrster Bedeutung, hütet.) Das ist zum Beripiel so ein typischer Fall der Unterbringung: de: Mann mußte damals nach dem Kapp-Putsch entfernt werden—- aber nur von seinem damaligen Posten. Berger vergeht nichts Was der«taat alles so von deinen Steuern be-ahlt! Auf leVn Kommunisten in Deutschland kommen rund zwei General- mafore, vier Pferde, ein Maschinengewehr, 10 Oberleutnants und 52 altgediente Unteroffiziere, die treu auf dem auswechselbaren Am Dienstag vormittag 1» Uhr begann die Tagung des ersten Betriebsräte- Kongresses Deutschlands in der Neuen Welt in der Hasenhaide zu Berlin. Der zweite Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Eewerkschaftsbundes. Erahmann, eröffnete im Namen des geschäftsführenden Ausschusses der Ve- triebsrätezentrale des Allgemeinen Deutschen Eewerkschaftsbundes und der Afa um 10 s-, Uhr den Kongreg. Er bcgrügt« die er- schienenen Delegierten, die Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehördcn, sowie alle sonstigen erschienenen in- und aus- ländischen Käste. Als Vertreter des Reichskanzlers ist der Staats- sekretär Albert erschienen. Das Reichsarbeitsministerium hat die Herren Dr. Feig und Dr. Flatow entsandt. Für das preußische Staatsministerium ist Söhre und für das preußische Kultusministe- rium Woldt erschienen. Die Stadt Berlin hat ihren zweiten Bürgermeister Dr. Reicke entsandt. Als Vertreter der schwedischen Regierung ist Iansson erschienen. Norwegen hat einen, Georgien zwei Vertreter entsandt. Der Schweizer Metallarbeiteroerband ist durch Kopp vertreten. Die österreichischen Gewerkschaften haben ebenfalls drei Vertreter entsandt. Graßmann teilte mit, daß sich die Zahl der anwesenden Dele- gierten, die mit beschließender Stimme an dem Kongreß teil- nehmen, noch nicht feststellen ließ. Neben den Delegierten ist ein- größere Zahl von Vertretern der deutschen Gewerkschaften mit be- ratender Stimme zugelassen. Eraßmann betont, daß er gleich der Ausfassung entgegentreten mochte, daß die Gewerkschaftsvertreter den Kongreß beeinflussen wollen. Eraßmann ging dann ausführlich auf das Arbeitsgebiet. welches der Tagung des Kongresses gestellt ist. ein. In erster Linie mllsic beachtet werden, daß das Bestreben der organisterten Arbeiterschaft darauf gerichtet sei, mitbestimmender Fak- tor im Produktionsprozeß zu sein, wenn die Freude am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nick,t getrübt werden soll. Die höhere Entwicklung des Proletariats bedingt eine größere Be- teiligung an der Gestaltung des Produktionsprozesses. Dabei ist von ausschlaggebender Bedeutung, daß die kapitalistische Willkür bei Besetzung des Arbeitsplatzes ausgeschaltet wird. Wenn die Gewerkschaften nur zum geringen Teil ihre Ziele verwirklichen konnten, so muß beachtet werden, daß neben dem Kampf mit dem Unternehmertum auch ein Kampf mit den wirtschaftsfriedlichen Organisationen zu bestehen war. Die Revolution hat das Vertrauen der Ar- beiterschaft zu der eigenen Kraft gestärkt. Wenn den Arbeitern immer gesagt wurde: Nur Arbeit kann uns retten. dann sage ich: Jawohl, die Arbeiterschaft hat diesen Ruf aufge- griffen, sie verlangt aber, daß am Wiederaufb» Uder zerrüttelten Wirtschaft alles mitarbeitet. Das Betriebsrätegeseß. das wollen wir hier mit aller Deutlichkeit aussprechen, hat niemand. dem es mit der Vorwärtstreibung der Revolution ernst ist, be- friedigen können. Dessen ungeachtet bringt es uns nicht vorwärts. wenn wir die Bestimmungen des Gesetzes nicht dazu benutzen wollen, die Posttion der Arbeiterschaft zu starken. Das Gesetz kann trotz seiner Schwächen das Fundament bilden, auf welchem die Ee- werfschaften arbeiten. Im engen Anschluß an die Ee- werkschasten müssen deshalb die Betriebsräte die ihnen durch das Eese tzzugewiesenen Funktionen ausüben. Schon jetzt kann man sagen, daß die Betriebsräte ein großes Stück Arbeit geleistet haben. Dies trifft auch besonders auf die Schulung der Betriebs- räte zu. Seien wir uns darüber klar, daß die Schulung der Betriebsräte die nächste notwendigste Arbeit ist, die wir leisten müssen, wenn wir die kapitalistische Wirtschaft in die sozialistische überführen wollen, wenn wir die Leitung der Produktion in die Hand nehmen wollen. lieber die Kleinarbeiten, die die Betriebsräte zu leisten haben, dürfen sie niemals die ihnen zugewiesenen historischen Auf- gaben vergessen, ste müssen bewußt und planmäßiq auf die Verwirklichung des Sozialismus hinarbeiten. Auf die Arbeiten dieses Kongresses schaut das gesamte Inland, aber auch das Ausland. Wen» die Zusammensetzung des Kongresses uns auch nicht in jeder Beziehung befriedigen kann, so glauben wir doch, mit unserem Wahlreglement so verfahren zu sein, wie es der gegebenen Situation entspricht. Jeder Teilnehmer des Kongresses möge bemüht sein, bestehende Differenzen und Meinungnsverschie- denheiten in sachlicher Form zum Austrag zu bringen, nur so wird es möglich sein, posttive Arbeit zu leisten. In diesem Sinne heiße ich die anwesenden Delegierten und Gäste aufs herzlichste will- kommen. Eraßmann teilt dann mit. daß die Leitung des Kongresses in den Händen des geschästssührenden Ausschusses bleiben soll, jedoch sollen aus den Reihen der Delegierten zur Eroänzung des Bureaus Zwei Vorsitzende und acht Schriftführer gewählt werden. Habermeier sNürnberas beantragt zur Geschäftsordnung, daß das Bureau nur aus Delegierten zusammengesetzt werden soll. Dieser Antrag wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Zu Vorsitzen- den wird Eraßmann sGewerkschaftsbunds und Aufhäuser(Afas bestimmt. Von den Delegierten werden Hermann Reinickens sEisen) und Müller sNürnbergj als weitere Vorsitzende und als Schriftführer Förster(Potsdam). Schreiber(Hamburg), Gieße (Breslau), Ehlers sBremen), Kirchmann(Iagendorf), Bäck er (Hannover). Lang(Stuttgart) und Fräulein Martini Zietz(Ham- bürg) gewählt..„ Koehnen(Merseburg) protestiert gegen dre Zusammensetzung des Kongresses und verliest eine längere Erklärung der Opposition. �Aushäuser(Berlin) findet es eigenartig, daß sich schon vor der Tagung des Kongresses eine..Opposition" gebildet hat. trotzdem "och nicht bekannt sei, in welcher Weise dieser Kongreß arbeiten wird. Das von Koehnen entworfene Bild beruhe zum großen Teil auf falscher Darstellung, da die angegebenen Zahlen nicht stimmen. Der Vorwurf, daß der Bundesvo-stond den Kongreß beeinflussen will, weise er als völlig unbegründet zurück. Es liege nickt im Interesse des Kongresses, wenn durck überflüssige Ee- schästsordnungsdebatten die Tagung hinausgescklevvt würde. Der Kongreß habe dafür zu sorgen, daß die Betriebsräte aktionsfähig gemacht werden. Er wird deshalb darüber zu entscheiden haben. ob die Betriebsräte im engen Kontakt mit den Gewerkschaften ar- beiten sollen. Eraßmann schlägt vor, sofort eine 21gliedrige Mandatsprusungs- kommission einzusetzen. Es wird demgemäß beschlossen. Der vom Ausschuß vorgelegten Geschäftsordnung stimmt der Kongreß ohne Debatte zu. Eraßmann schlägt dann im Austrage des Ausschusses fol- Sende Tagesordnung vor: 1. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands. Referent: Rudolf Wijsell. 2. Die politischen und ökonomischen Machtverhältnige und die Eozialisierung. Referent: Dr. Rudolf Hilferding. 3. Die Aufgaben der Betriebsräte. Referenten: Robert Dißmann und Nörpcl. 4. Die organisatorische Zusammenfagung der Betriebsrate. Etöres�sDüsseldorf) beantragt in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung und der einseitigen Einberufung des Kongresses zu allen Referaten eine» Korreferenten zuzulassen. Dies lehnt der Kongreß mit großer Mehrheit ab. stimmt jedoch einem Antrag Eraßmann zu. zum dritten Punkt der Tagesordnung den ersten Diskussionsredner eine den Referaten angemessene Rede- Zeit zu gewähren. Weiter wird bescklossen. daß der Kongre» erst die beiden Referate Wissell und Htlserding entgegennimmt und dann über beide Referate gemeinsam diskutiert. Ein von Schaumburg(Berlin) gestellter Antrag, nur die Dele- «irrten zur Diskussion zuzulassen, wird gegen wenige Stimmen ab- gelehnt. Dagegen stimmt der Kongreß e«r.-m»on der Fraktron der K. P. D. gestellten Antrag einstimmig zu. d i e i n B« r l i n a n- wesende Delegation der russischen Eewerk- s ch a f t e n offiziell einzuladen. Weiter wird beschlossen, daß namens des Kongresses die Regie- rung ersucht werden soll, die Einreiseerlaubnis für die in Sobot- nlk festgehaltenen russischen Gewerkschaftsvertreter nach Deutsch- land zu bekommen. Der Kongreß tritt dann in die eigentliche Tagung ein und es bekommt zu seinem Referat Wissel das Wort." Einleitend bemerkte Wissell. dag er kein parteipoliti- s ch e s Referat halten wolle, wie von einigen Seiten befürchtet worden fft- Ich stehe ja in keiner Parteiversammlung und werde mich deshalb bemühen, eine Darstellung der wirtschaftlichen Lage zu geben, gegen die keiner etwas sagen kann. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands hat einen Tiefstand erreicht, wie wir in unseren trübsten Erwartungen es niemals vorausgesetzt haben. Die ougendlickliche Lage unserer Volksernährung befinM stch m einem beängstigenden Zustaird. Die Ursachen dazu find mannigsaltiger Natur. Die landwirtschaftlichen Ueberschuß- gebiete stnd durch den Friedensvertrag verloren gegangen. Die ss"s verbleibeichen Anbauflächen haben einen großen Prozentsatz ihrer ErtragSsähigkect durch schlechte Bearbeitung, ganz besonders auch durch Mangel an den notwendigsten Düngemitteln einae- büßt. Aber nicht nur auf dem Gebiete der Ernährung drängt sich unsere Besorgnis zusimmei.. sondern auch die Beschaffung von Rohstoffen und die Bezahlung derselben bringen uns in bange Sorge. Die Text« l- und Eisenindustrie ist von einem chronischen Rohstoffhunger befallen. Im Frieden hat Deutsch- land 4d M.ll,onen Tonnen Eisenerze verhüttet. Davon habe» wir oö Millionen sonnen im eigenen Lande gewonnen, nur 10 Mil- lronen aus dem Auslande eingeführt. Durch den Rückgang der Produktion um) durch dle verlorengegangenen Gebiete wird es kaum möglich fem. selbst wenn wir unsere Produktion im lausen- den Jahre um oO Prozent steigern könnten, mehr als viereinhalb Millionen Tonnen Roheisen zu gewinnen. Wenn wir im ver- floisenen Jahre noch sechseinhalb Millionen Tonnen verarbeiten konnten, so war es dem Umstand zuzuschreiben, daß wir das aus dem Krieg zurückgebliebene Eisenzeug(Granaten usw.) verwertet haben. Wir sind also gezwungen, Erze einzuführen, aber wir müssen ste bezahlen. Bei unserer zerrütteten Finanzwirischaft, bei dem Tiefstand der Valuta wird uns das jedoch zur Unmöglich- keit. Bei Ausbruch derRevolution waren wir noch im Besitz von zweieinhalb Milliarden Goldmark. Im letzten Jahre haben wir eineinhalb Milliarden Goldmark für Einfuhren aus dem Ausland bezahlt. Die Entnahme der Rohprodukte auf Kredit ist uns nur möglich, wenn wir uns von dem Ausland bewuchern lassen. Wenn das Ausland unser Papiergeld annimmt, und uns dafür Waren liefert, so verzehren wir schon jetzt, was wir erst später erzeugen sollen. Da dieser Zustand aus die Dauer ein un- erträglicher ist. muß unsere Wirtschaftsform ausgebaut und um- gestaltet werden. Trotzdem müssen wir uns schon heute darüber klar sein, daß in Deutschland noch lange Jahre hindurch Schmal- Hans Küchenmeister sein wird. Wissell ging dann auf die Finanznöte des Deutschen Reiches ein. Wir haben jetzt insgesamt etwa 300 Milliarden Reichsschulden. Dazu kommen die Staats- und ftummunalver- schuldungen. Dazu kommt weiter die Verpflichtungen, die wir im Versailler Friedensvertrage übernommen haben. Wenn wir be- zahlen, fo können wir nur mit Waren bezahlen. Wenn man be- denkt, daß wir 1311, wo wir auf der Höhe unserer industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugung stunden, für etwa 13 Milliar- den eingeführt haben, wovon 10 Milliarden durch Aussuhr und die restierenden drei Milliarden durch unsere Flott« und unsere Kolonien gedeckt wurden, so wurde der gleiche Einführungs- bedarf, der aber in Wirklichkeit viel höher ist, jetzt verdoppelt werden, da die Verteuerung der Auslandswaren mit 100 Pro- zent nicht zu hoch eingesetzt ist. Diese 22 Milliarden müßten aber rn Goldmark gezahlt werden, was nach Umrechnung der Valuta etwa 200 Milliarden Papicrmark betragen würde. Wenn wir also nur soviel einführen wollten, als 1911 unbedingt notwendig war, und der notwendige Bedarf ist doch jetzt ein bedeutend höherer, so müßten wir jetzt dafür statt 11 Milliarden 200 Mil- liarden zahlen. Aus diesen kleinen Proben ist zu ersehen, daß es eine Unmög- lichkeit ist, auf der Weise, wie bisher von der Regierung nach der Liquidierung des Krieges gewpirtschaftet worden ist, weiter zu wirtschaften. Wir müßten es erleben, daß der Krieg, der große Ströme roten warmen Menschenblutes fließen, auf der anderen Seite im Inland einen gleißenden Strom Goldes den Kriegs- gewinnlcru zufließen ließ. Diese Grundsätze der doppelten Moral haben zwar dazu geführt. das Schicksal des Krieges zu besiegeln, können aber niemals dazu führen, unser Wirtschaftsleben wied r in den Gang zu bringen. Es geht nicht an. daß in diesem zerrütteten Wirtschastszusiand nach wie vor unnötige Waren aus dem Ausland« eingeführt wer- den, nur um die Taschen der Kapitalisten, die Taschen der Schieber zu füllen. Es sind die Folgen dieses kapitalistischen Prinzips, daß wir im Ausland für eine Tonne Weizen, die im Inland 700 Mark kostet. 9000 Mark zahlen müssen. Uird doch sind es die Träger dieses Systems, die den Arbeitern die h o h e» L ö h n e v o r we r f e n. Je höher die Exportsätze steigen, um so mehr sinkt die Kaufkraft unseres Geldes, um so wenige: ist es den Arbeitern möglich, auch nur ihren notwendigsten Be- darf zu decken. Leider hat die Arbeiterschaft allgemein sehr wenig Verständnis für die wirtschaftlichen Verhältnisse. Das »eigt sich besonders in den von den Unternehmern eingereichten Petitionen auf Abschafung der Ausfuhrabgade, die sehr häufig x � ften vermittelt werden. Wissell weist dann aus einen Artikel in der Betriebsrätezeit- schrift von Walter Rathenau bin. in welckem dieser nackweist, daß dle Löhne der Arbeiter in Amerika um da« Siebenfach« höher sind als in Deutschland. Wenn wir also erkannt haben, daß in unserm Produktionsprozeß schwere organisatorische Mängel vorherrschen, so haben wir als Sozialisten die dringende Aufgabe. zu erkennen, daß wir andere, bessere Wirtsckattsftjrmen brauchen. Krt-r,» Wirtstbaft ist unfäbia. die Probleme zu lösen, die uns der Krieg aufgebürdet hat. Schon jetzt dämmert es in ge- wissen Kreisen, daß die freie Wirtschaft nickt dazu führen kann, das Elend zu n eidenr und unsere Volkswirtschaft zu heben. Aber auch die Bestimmungen über die Produktionsform und-Art dür- fen nicht den Kapitalisten überlassen bleiben. Wenn den Ar- beitern immer gesagt wurde, daß uns nur Arbeit retten könne. so müssen wir jetzt erleben, daß Betriebe über Betriebe geschlossen werden, trotzdem Rohstoffe und Produktions Möglichkeit vorhanden sind. Unsere Forderung auf Kontrolle der Betriebe, aus Kon- trolle der Preisfestsetzung und besonders der Unternehmergewinnc sind nur allzu sehr berechtigt. Hier muß der Betriebsrat ein- setzen, hier liegt das Arbeitsgebiet der Betriebsräte. Um diese Tätigkeit wirksam auszusühren, ist eine Schulung in durchgreifen- der Form sur alle Betriebsräte erforderlich. Darüber hinaus ist eZ aber auch notwendig, daß die Betriebsräte das Elend unserer heutiqeu Wirtschaftslage in seiner gauzeu Nacktheit kennen lernen, damit st« daran? die notwendigen Schluß. kolgerunnen ziehen können. Nur von große« Gesichtspunkten dürfen sich die Betriebsräte in ibrem Handeln lettc» lasse«. Es ist Aufgabe des Kongresse», die notwendigen Grundlagen und Richtlinie» ,ur Umgestaltung e r- S W i r t s ch a f t, l- b- n S zu schaffe».(Lebhafter Beifall). Hierauf trat die Mittagspause ei». Ste Verstaatlichung des Hebammenwesens (Auszug aus der Rede des Genossen Dr. Weql in der Sitzung der preußischen Landesversammlung vom 30. September.) Meine Fraktion beantragt im Gegensatz zum Vorredner Ueber- Weisung des Gesetzentwurfs an den Ausschuß für Bevolke- rungspolitik. Dort sitzen seine Väter und zugleich die Sach- verständigen. Fragen etatsrechtlichsr und finanzieller Art dur- fen nur eine sekundäre Rolle spielen. Alle Parteien sollten ecuig sein in dem Bestreben, den Entwurf so schnell wie möglich Gesetz werden zu lassen. Es sind Kräfte am Werk, die das Gesetz ver- hindern wollen, vor allem die B u r e a u k r a t e n, denen das Ee- setz nicht behagt, weil dadurch der erste Schritt in der Richtung des sozialdemokratischen Programms auf Verstaatlichung der Ge- fundheitspfleg« unternommen wird. Meine Partei begrüßt die Vorlage der Regierung, weil wir der Meinung sind, daß die Hebammen Beamteneigcn- schaft erhalten müssen, wenn sie ihrer schweren, verant- wortungsreichen Ausgabe gewachsen sein sollen. Nur dadurch werden ste in jedem Falle den wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewachsen sein, werden sie sich mit allen erforderlichen Kennt- nissen verseben können, die notwendig sind, um den Müttern des Volkes erfolgreich beizustehen.(Sehr richtig! b. d. U. S) Und was der Hebamme recht ist, muß dem Arzt billig fein. Wir wer- den fortfahren, die Beamtmigenschast auch für den Arzt zu fordern. In einer Zeit wie der gegenwärtigen, in der die Folgen des fluchwürdigen und verhängnisvollen Krieges Millionen und Aber- Millionen zugrunde richten, muß der Wiederaufbau des Volkes mit allen Mitteln betrieben werden, auch dadurch, daß man den Frauen des Volkes ihre Aufgabe der Fortpflanzung möglichst ge- fahrlos gestattet. Im voraus muß natürlich betont werden, daß die allerwichtigste Voraussetzung für die Steigerung der Geburten die Hebung der wirtschaftlichen Lage der breiten Schichte» des Volkes ist. Erst wenn die Familie wirtschaftlich so gestellt ist. daß sie sorglos zu leben vermag, wird auch bei den Frauen die Nei- gung, Kinder zu gebären, wieder stärker werden.(Sehr richtig! d. d. U. S.) Wenn der Arzt zu der Frage der Verstaatlichung des Hebam- menwesens Stellung nimmt, muß er den Grundsatz aufstellen, daß keine Frau, die gesund in die Geburt eingetreten ist. unter der Geburt stirbt und auck kein gesund und lebensfähig geborenes Kind im Kindbett stirbt. Oeffentliche Maßnahmen, die diesen Zustand sichern, darf und muß das Volt verlangen.(Beifall b d. U.S.) Die Sterblichkeit von gebärenden Müttern im Wochenbett ist im Augenblick außerordentlich hoch. Z» einem Jahre sterben nach Angabe eines S-ichverständiaen bei etwa 1% Millionen Geborten 15 000 Frauen im Wochenbett, da- von etwa die Hälft« am Kindbettfieber.(Hört, hört! b. d. S.) Unsere Aufgabe sollte es sein, diese Opfer vollkommen unmöalich zu machen. 40 000 Kinder sterben außerdem jährlich in Deutschland an den Folgen der Geburt.(Hört, bört!) Auch diese Kinder wären zu retten.(Sehr richtig! b. d. U.S.) Im Hinblick auf diese schwierigen Verbältnisse ist der Gesetz- entwurf zu begrüßen. Er stellt eine gute Arbeit dar. deren beste Teile allerdings aus dem Ausschuß für Bevölkerungspolitik stammen.(Zurus: Eigenlob!) Ich bin nicht der Ausschuß für Bevölkerungspolitik! Ich gestehe lovalerweise zu, daß die Mit- glieder aller Parteien im Ausschuß an dem Zustandekommen des Gesetzes eifrig mitgearbeitet haben. A)enn Sie jedoch sagen wollen, daß du Vertreter der Unabhängigen Partei eine Reihe von Anträgen gestellt hat. die vom Ausschuß unterstützt und auch zur Durchführung gelangt sind, so bin ich Ihnen dankbar dafür, daß Sie mich durch Zwischenrufe veranlaßt haben, das hier ausdrück- lich hervorzuheben. In welcher Richtung wird� nun unsere Arbeit im Ausschuß gehen müssen, um den Entwurf so zu gestalten, daß er uns wirklich Freude mackt? Das Wesentlichste ist, daß die Hebamme unter keinen Umständen eine irgendwie geartete Entschädigung für ihre Tätigkeit aus der Hand du Muttu entgegennehmen darf. Von den Nöten der Bezahlung hängt es in der Regel ab. ab eine Leistung gut oder schlecht ist. Aber das Mindesteinkommen von 3000 Mk. und nach IS jähriger Tätigkeit SSOO Mk. ist nicht zum Lebensunterhalt ausreichend.(Zustimmung b. d. U.S.—. Zuruf rechts: Die armen Kreise!) Die armen Kreise! Daran denken Sie. Wir denken an die arme Mutter! Wenn es arme Kreise gibt, müssen sie aus Staatsmitteln unterstützt werden, damit eine Mutter, die in einem armen Kreise wobnt, nickt schlechter gestellt ist. wie die in einem reichen Kreise wohnende Mutter. Das Geld, das für diese Zwecke ausgegeben wird, ist werbendes Kapital und bringt Zins- und Zinseszins. Das Geld, das Sie auf diesem Gebiete sparen, müssen Sie später für Armenunterstützung, Krankenhäuser. Gefängnisse und Zuchthäuser ausgeben.(Zustimmung b. d. U.S.) Wir werden uns Mühe geben, den Gesetzentwurf lo auszuge- stalten, daß er unsere Unterstützung und Anerkennung finden kann. Dazu ist unbedingt notwendig, daß in der Tat jede Mutter un- entgeltlich eine bequeme Hebammcnhilfe in ihrer schweren Stunde findet. Dadurch wird auch, wenigstens zu einem geringen«Til, die Neigung der Mütter. Kinder in die Welt zu setzen, gefördert. Die Geldftage darf keine Rolle spielen. Wen» seinerzeit Milliarden über Milliarden zur Stelle waren, um den Krieg zu finanzieren, dann werden auck bescheidene Millionen zur Verfügung stehen, um volkswirtschaftlich und menschenfreundlich Mutter- und KindeSicdutz bcrbeizntübri'n. Allein bicr in Preußen— ick erwähnte das sckon vorbin— sind an Teu�nngSiulage» für die evangelffcken und katholischen Geistlichen lSI Millio"«" Marl das Jahr ausgegeben worden. Auch hiervon würde ein beschränkter Bruchteil tmstaube sein, die Hebammenfra« in dem von mir besprochenen Sinne der Löfttng näher zu bringe». Denkeu Sie ferner an die Hunderte von Millionen, die»ran beabsichtigt, dem«�ohen- zollerubause als Adfindung zur Verfügung zu stellen. Mo Geldfrage» dürfen und brauchen keine wefti-tliche Roll« ,u sp'elen. Neun man nur de» gute» Willen bat. dann sieht Geld für diese Dinge zur Verfügung.(Lebh. Beifall bei de» U. Soz.j Die Stellung der Organisationen Mecklenburg Der Laudesparteitag dex ll. S. P. für beide Mecklenburg in Bützow nahm am Sonntag, den 3. Oktober, nach Referaten der Genossen Adolph Hoffmann-Berlin und Rubin-Schwerin zu den Anschlugbedingungen Stellung. Nach lebhafter Aussprache wurde ein Antrag, den Anschluß an die dritte Internationale unter An- erkennung der 21 Bedingungen zu vollziehen, mit 37 gegen 9 Stimmen angenommen. Einstimmig angenommen wurde eine Protestresolution gegen die skandalös« Unterbringung und Behandlung der russischen Jnter- nierten im Kriegsgefangenenlager P ar ch i m i. Meckl-. die hungern müssen. Der Bezirksvorstand soll sofort mit eurer Sammc Tätigkeit einsetzen. Nordhause« In einer Kreisgeneralversammlung des Arbeitsgebiets 9 E�ß- Thüringen(Nordhausen. Worbis. Ilfeld) wurde zu den Moskauer Bedingungen Stellung genommen. Genosse Eeithner.Gotha sprach für und Parteisekretär Genosse S-Holz-Erfurt gegen die Annahme der Bedingungen. Räch einer ausgiebigen Diskussion wurden dz« Moskauer Bedingungen mit großer Masorltat abg? lehnt und ein- Resolution angenommen, in der es heißt: «« dem Z. Konfire» d«r S. Int«rnatiott«le aufgestellten -l Bedingungen sind in ihrer Eejainlkeit und in vielen Einzel- Yeiten nicht geeignet, den notwendigen Zwecken zu dienen, zu denen Nch das deutsche Proletariat mit den revolutionären Parteien der übrigen Zander zusantmenschliesien muH; sie sind auch nicht ge- eignet, der llnabbänginen� Tonaldemokratischen Partei Deutsch' lands die notwendige Entfesselung und Steigerung der im revo- lutionann Proletariat schlummernden Gräfte zu ermöglichen oder zu erletchtern. Die Gen«ralversamml»ng ersucht daher den Partei- � Zentralkomitee der Partei von neuem mit dem �xeturlvkomitee der ti. Internationale in Perbinduno treten, um die wusnobmebedingungen noch i�rer in dies- dargestellten Zweckbestimmung abzuändern. Ost-Thüringc« Äuf der Gebiets-Generalversammlung von Ostibsi�'rgen wurde nach einem Refernt des Genossen R o s e n s e l d-Ber!in und einem »orreserat von B o w i tz k y- Halle mit 14« gegen öÄ Stinimen etne siesolutton angenommen, die erklärt, dah in den Aus- nahm-bedingunaen nickt die geeignete Grund- tage erdltcki werden kann, um einen umfassenden internationalen Zuiammeilscklug herbeizu führe», weil die Verschiedenartigkeit der einzelnen Lander darin nickt ger-oeiid berücksichtigt ist und durch Veseltlguna der«elbitandiakeit d r Bewegung in den verschje- denen Landern die nötige Aktionsfreiheit genommen wird. Die Resolution spnckt sich serner für die Echassunq eines strafferen Organ,>ationswesens innerhalb der Partei und für«enderung des Organ,, ationsltatuts aus. Auf Grund dieses Statuts sollen dann erneut Verhandlungen mit der i. Internationale ouf- gcnommen werden. Die Abstimmung über das Mr und Wider der Bedingungen habe durch Urabstimmung zu erfolgen. Schmalkalden «5� r. der Delegierten-Versammlung des Agitationsbezirts ?chmallalden referierte P a poe nh e im-Schmalkalden geoen. Schnepper-Erfurt für die Annahme der Bedingungen. Die - sison war außerordentlich scharf und ausgiebig. Es waren zwei Svcsoluttonen eingebracht, von denen sich die eine für. die andere gegen die Annahme der Bedingungen aussvricht. In geheim vollzogener Abstimmung wurde eine Entscheidung nickt erzielt, �jede der beiden Resolutionen erhielt 22 Stimmen. Freiberg in Sachse« Die außerordentlich« Kreisversammlung, die sich mit der Inter- nationale uick dem Parteitag bes�äsiigte, entschied sich mit über- «oaltigender Mehrheit gegen die Moskauer Bedingungen. Rur acht Genossen stimmten dafür. Oberbayern Am 4. Oktober taote in München die Kreiskonferen, der U. S. P. � Ooeroayern.«i« entschied stch mit 44 gegen 12 Stimmen für die Annahme der Anschlußbedingungen der dritten Internationale. Meinungsfreiheit verboten! Trotz aller Ermahnungen, die Debatte über den Anschluß an die Kommunistische Internationale sachlich zu führen und die weiteste Redefreiheit zu gewähren, kommen aus vielen Orten Rachrichten, dah Gegnern des Anschlusses das Reden« r- fchwert und in manchen Fällen unmöglich gemacht wird. Einen Rekord in dieser Beziehung hat sicher der Ortsverein Altona erreicht. Hier tagte im Sevtsmber ein« Mitglieder- Versammlung, die sich mit der Anschlußfrage beschäftigte. Nach einem mehr als zweistündigen Referat, das durch feine Länge schon von vornherein die Diskusstonsmoglichkeit einengte, setzte die „freie Aussprache" ein. Ein Korreferent war von der Leitung nicht gestellt worden. Trotzdem der Referent durch eine Reihe demagogischer Teitenhieb« auf den„rechten" Flügel der Partei die nötige Stimmung erzeugt hatte, war es dem ersten Dis- lusstonsredner, der gegen de» bedingungslosen Anschluß sprach. noch leidlich möglich, sich verständlich zu mache». Bei der Rede des nächsten Anschlußgegners nahmen die Zwischenruf« und die allgemeine Unruhe immer mehr zu. Ein schallendes Gelächter brach aus. als ein Versammlungsteilnehmer einen Blumen- topf auf das Rednerpult stellte. Der Borfitzende machte kein« Miene, dem Redner Gehör zu verscha'ien und die Würde der Versammlung zu wahren, die aus das Niveau»iues humoristischen Abends heraboesunken war. In unparlamentarischer Weile wurde dem Redner das Wort entzogen. Ein Antrag aus Urad- ftimmung wurde mit Kohngelachter au'oenommen. Bezeichnend für die geistige Verwirrung war. daß selbst der auf dem linken Flügel stehende Bezirkssekretär Behring, der sich für die Meinungsfreiheit einsetzte, mit Kinauswurf bedroht wurde. Die anständig empfindenden Genossen verließen vorzeitig mit Entrüstung die Versammluna. Bei manchem Mitglied taucht« der Gedanke auf, daß der Vorsitzende die Machenschaften begün- stigte. zumal er in der vorhergehenden Versammlung sich geäu- ßert hat:„Ob die Recht« zu Wort komme, hänat von meiner Gaad« ab." So tief bedauerlich und beschämend dies« Bor- kommnisse sind, sie ntiissen öffentlich zur Sprach« gebracht werde«. um den Wert mancher Leriammlungsentscheidunaen. die oft marktschreierisch ausgeschlachtet werden, in das richtige Licht zu fetzen. Sie zeigen auck. warum gewisse Orte eine große Scheu vor der llrwahl haben. Wieder ewe„Rote Armee" Durck, die Unvorsichtigkeit des Geschäftsführers der Organisntion Escherich für die Provinz Sachsen und Anhalt, der feine Akten- mapv« verlor, erhält die Oeffentlichkeit abermals Kunde von der deukscheu.Flöten Armee". Diesmal besteht st« nach dem Spitzel- willen der Escherich« aus 248 VA) Rotgardisten mit sgenau) S000 Gewehren, 40 Maschinengewehren. 12 Revolverkanonen. 8000 Sandgranaten. 6000 Pistolen und(ausgerechnet) 140000 Schuß Infanleriemunition. Sie ist eingeteilt in 10 Kommandos. Leider Iü, nicht gesagt, wie diese und die 248000 Mann sich in die Waffen teilen oder ob jede Gruppe fie abwechselnd aus längere oder kürzere Zeit wärint..,.. � Durch das vorzeitige Bekanntwerden die,« famosen neuen «nantasie der reaktionären Lockspitzel geht leider der Rechtspresse wieder ein sehr schönes Setzmaterial verloren. Wie schade! Aus der Partei A« die Parteitagsdelegiert-« Berlw.Stadt awiin« Parteibureau hat unter Bezugnahme auf die iÄrtÄ des Hallesche» Parteivorsiandes in fcr Nr. 418 Ivrechcit" vom Dienstag, den s. Ottober, die«amen und J? Wl her Berliner Delegierten an die Adresse dt» Genossen ��wand S-M a.S.. geleitet. Persönliche Wünsche in Be- Uwerkilnft und Verpsleauna wollen die Delegierten Ast dem Vorsitzenden der Hallenser Lokalkommission zustellen. tkanhCi-r in Belgien Eine durch die Sewertichasten der L nititUU n Är/mmlung hat einstimmig eine M» w»!« : en S 1 1 e l f treten würde. Lohnbewegung der kaufmännische« Angestellte« im Fleischergewarbe Seit 20. Mai 1020 bemühen stch die Angestellten im Fleischer- gewerbe um den Abschluß eines Tarisoertrages mit dem Zweck- verband für das Fleischergewerbe und der Berliner Fleischer- innung. Die Arbeitgeber habe» dauernd die Verbandlunoen sabo- tiert, indem die Vorstandsmitglieder entweder osin« Vollmachte» oder mit inangelhaften Vollmachten zur Verhandlung erschienen sind. Am 16. Juni schloß man mit dem deuischen Fleische-oesellen- bund. Abt. Verkäuferinnen, ei"?» Tarifvertr"» ab. welcher Ge- hält« von monatlich im ersten Halbjahre von 60 Ma'k, im zweiten Halbjahre 110 Mark und nach Ijähriger Tätigkeit 160 Mark vorsah. Der Schlichtunasausschuß Graß-Berlin bat sick in mehreren Terminen mit dieser Angelegenheit beschästmt. In der Verhand- luna am 9. September wurden wir aufgefordert diesem Muster- tarif beiiutretcn. Wir haben d'e« Ansinnen enerais-b»urückgewie- sen und der Schlichtungs-iv-'schuß hat dann einen Schiedsspruch ae- fällt. Die Arbeitgeber haben uns gl-i-bieit-g-u einer VerHand- l»nq am 29. Sevtember eingeladen. Wu olaubten annehmen zu dürfen, daß die Arbeitgeber ernitl'ch aew'llt find, mit uns zu ver- handeln. Wir haben uns aber in dieier Beziehung getäuscht. Als wir zur Verhandlung erichienen. standen wir vor verschlossenen Türen. Eine iolche Ilnanständiakeit-it uns b'sher nock nicht vor- aekommen. Wir glauben, daß die Konsumenten van Berlin ein Interesse daran habe», daß auch bei den Herr-» Fleischermeistee» einmal geordnete Lobn- und Arbeitsverhältnisse«intreten. Wir weisen sckon heute darauf hin. Sollten die Arbeit-eber van ihrem ablehnenden Standvunkt nicht unverzüglich Abfand nebmen, so würden wir uns veranlaßt seben. mit den Fleis�ergesellen ae- ineinsam de» Ejeeik für das gesamte Fleisckergewerb« zu nrokla- Mieren. Wir hoffen, doß die Konsumenten uns in diesem Kam ose unterstüben werden. Auskunft übet den>?tnnd der Berbandlun- gen erteilt der Zentralverband der Anaestsllten. Fach-rruvpe 17. Belle-Alliance-Straße 7/10. Zentralverband der Fleischer, Abt. Ladengesellen, Elisadethstraß« 11. An« Streik der Angestellten der' Handelsgesellschaft Raiffeisenscher Genoffenschafte« Infolge des hartnäckigen Widerstandes der Direktion und des Arbeitgeberverbandes(Syndikus Dr. Engel, werden die Anqe- stellten gezwungen, weiter zu streiken. In einem von Amts weaen einberufenen Termin vo- dem Schlichtunp-ausschuß Graß-Berlin hatte derselbe einen Beschluß gesaßt, der dahin aina. die Parteien unter Aufstellung von 8 Punkten zu verpflichten, bis»um 2. Oktober abends zu einem Kraebnis zu kommen. Die Direknan hat sich an die vom Schliaiurngsausschuß aufgestellten Punkte nicht gebalten, und haben daher die Angestellten beschlossen, es dem Schlichtungsausstbuß anheiinzusiellen. einen neuen Termin anzuberaumen. Das letzte Angebot der Firma spottet jeder Be- sckreibung. Während bei den Verhandlungen vor dem Streik wenigstens zum Teil schon seitens der Firma«ine Ausbesserung der Gehälter zugestanden worden war, geht die Firma jetzt daran, Vorschläge zu machen, die einem Lohnabbou gleichkommen. Ver- heiratete Angestellte, die monatlich 550 650 und 700 M. erhallen. würden durck das neue Angebot der Firma nicht nur keine Auf- besserunq ihrer Bezüge erfahren, sondern sie müßten sick mit einem Abzug einverstanden erklären. Reuerdings hat di« Direk- tion. um die streikende Kollegenschast niederzuringen, die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen, und die Beamte» der Sipo leisten diesem Verlange» der Firma glänzend Folge, indem sie alle Streikbrecher in das Geickäftslokal bineinbegleiten. Von den Streikposten darauf ausmerlsam gemacht, daß etwas Derartiges nicht Aufgabe der Polizei sein könne, erklärten die Sipoleut«, daß Befehl bestände, alle Arbeitswilligen zu schüren. Wir wollen nicht untersuchen, ob dieser Befehl tatsächlich besteht, müssen es aber ablebnen, die Veraniwortnng für irgend welche Folgen vor dem Eesckäitslokal zu übernahmen. Die Erregung der Ang«- stellten, die seit dem 16. 9. sich im Kampfe befinden, stetaeri sich begreiflicherweise von Tag zu Tag. und durch das Dazwischen- treten der Sipo dürfte sie keineswegs sckwächer werde». Die Angestellten werden sich ihr Koalitionsreckt durch die Sivoleiue nicht schmälern lassen, und»ach ivie vor w-rden die Streikposten sick die Freiheit erlauben. Streikbrecher au» das Ungehörige ihrer Handlungsweise aufmerksam zu machen. Wenn es dabei zu un- liebsamen Dinge» kommt, so trägt«in»iq und ollein die Direk- tion und nameptlick der Arbeitoeberu-rbond die Schuld. Kol- leginnen und Kollegen, lehnt jede Arbeit bei obengenannter Firma ab. Zentraloerband der Angestellten, Fachgr. 17. Konferenz der Gemeinde- und Gemeindeverbands- angestellte« Der Zentralverband der Angestellten veranstoffet für die ihm angeschlossenen Angestellten der Gemeinden und Eemeindeverbände am 10. und 11. Oktober d.% in Magdeburg, Kaiserstr. 18(Rei-M- hasse nl eine Konferenz. Auf dieser Konferenz wird der vom Ar- beitqebert)ei*and deutjcker(S�meinb«** und Kommnnttlverdande vorgelegte Entwurf eines Reickstarifvertro�ez fsix die gemeind- lichen Angestellten mit zur Beratung gestellt. Liebeetra-ödi« im Stolner WaNirem«. Heute inttt-o wurde dnrck Svazierqänoer im Ktolver Waldrevier in der Näh« von H-ilioensee di» Leicke einer weiblichen Peffon und ei» bew'-ßi, loser Mann auigekunden. Es gelang, den Mann, der einen Schuß in die Sckläfe auswies, aus seiner Obnmachi wieder erwecken. Seinen Angaben nach ist er der Niähriqe Arbeitet'SUaliei Otto aus der Wollinet Straße in Berlin, der oemeinfam mit feiner Braut Gertrud Lu,in«»i den Plan gefaßt hatte, ans dem Leben zu scheiden weil die Eltern des jungen Mädchens stch einer ehe- lichen Verbindung der beide» junaen Leute entgegensetzten. Seine Braut habe sich zuerst durch einen Schuß in die Schläfe getötet, worauf er die Waffe aegen sich selbst richtet«. Der Sckwerverwundete wurde durch Vermittlung des Rettunqsamtes sofort in das Virchowtrantenhaus eingeliefert. Er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Groß-Berlin im NM...... mim Arbeiter-BUdnngs-Schule USPD. Stadtverordnete, Lezyirksvorfteher und Kommunale Kommissw- nen. Heute abend. 7 Uhr. in der Aula des Köllnffchen Gymna- siums. Infelstr.. Vortrag der Eeuosfin Klara Weyl über: Wohl- fahrt und Fürsorge. Die neuen Berliner Landtagswahlkreife Bei den kommenden Wahlen für die Preußisch« Laildeever- sammlung bildet die neue Gemeinde Berlin«inen sogenannten Berbandswahlbezirk, der aus 7 Berliner Wahlkreisen bestehen wird. Rur zwei von diesen Wahlkreisen: das„Hallesche Icr und dag„Prenzlauer Tor", stnd reine Berliner Wahlkreise,.zwei an- dere find nur aus Borortgemeinden zusammengesetzt, während die übrigen aus Teilen von Berlin und den Vororten gebildet wer- den. Jeder dieser 7 Wahlkreise erhält einen eigenen Wahlkonu missar als Leiter. Dieser ist selbständig unter der Oberleitung des Oberdürgermeffters. Bei der«»gen Zusammengehörigkeit der einzelnen Wahlkreise ist ein gemeinsames Zusammenarbeiten der Wahlleitungen. Uedereinftimmung in den Anordnungen, der Fest- setzung der Wahlzeiten etc.. unbedingtes Erfordernis jür ein reibungsloses Wahlgeschäft und für eine glatte Abwickelung de: Wahlen in Groß-Bcrlin. Ohne Licht und Strom Verlin ist gestern i» überraschender Weise von einem Streik der Eletlrizüätsarbeiter betroffen worden, dessen Ursachen bis zur Stunde wenig geklärt find. Durch den Streik ist ein großer Teil des Berliner Straßendahnverkehrs lahmgel-gt worden. Die Ein- stellung der Arbeiten iin Kraftwerk Moabit erfolgte so plötzlich. daß die Straßenbahnwagen in Moabit auf den Straßen stehen bleiben mußten, ohne da ßdas Personal die Möglichkeit hatte, die Züge wenigstens in die Bahnhöfe»u bringen. Die großen Geschäftshäuser wurden von dem Lichtstreik in der allerunangenehm- sren Weise überrascht. Sie mußten ihre Geschäfte mit Einbruch der Dunkelheit schleunigst schließen. Die Kraftwerke Südwest und Eharlottenburg arbeiteten weiter, so daß die Direktion der Straßenbahn wenigstens den Verkehr nach dem Westen aufrecht erhalten konnte. � � �, Wie wir hören, bandelt es fich um die Dauer der Arbeltszeit der Heizer. Heute sollen Verhandlungen stattfinden. Eine ausgedehnte Berkehesstörnna entfiand am Dienstag nach- mittag durch elektrischen Kurzschluß und Durchschmoren eines Stromzuführunaskabels der elektrisck'en Zentrale Markgrasen- straße. Der Kabelbrand dauerte etwa 2 Minuten und zerstörte die Leitung an der E-ckc der Markarasensiraße. Eendarmenmarkt und Franzöfiicke Straß«. Die Straßenbahnen durch den Linden- tunnel. in der Französische« Straß« usw. konnten längere Zeit nur teilweise oder gar nicht verkehren. Hunderte von Wagen standen still, andere mußten umgeleitet werden. Proletarisches Theater. Donnersiaq. den 7. Oktober, abends 7 Uhr. im Jugendheim. Köniqsberaer Str. 7. Für Mifheder und Freund« des Proletarischen Theaters Vorlesung und Be- spr«�nq de« Stockes für den Monat November. Di« wrltlich« Schul« in Oberschäneweide wird zur laffa*« tosi der Geaenagitat-on aller derer, die vofeben. Frömmiakeit unt Ehristentum in Erbnacht qenommen zu haben. Rack Erteilung der G-nebmigung des Ministers zur Einrichtung der Schule find die technischen Vorarbeiten dank der freiwilligen Miiarb-it verschiedener Lehrneffonen soweit aesördm. daß»ach Ablauf der Herbst- ferien der Sckulbetrieb aufgenommen werden kann. Auf di« an die Eltern eraanaene Umffge finb 880 Kiaber zur Teilnahme gemeldet. Da sckon mit einer An'anqszgbl von 19 Klassen gerechnet ist. kömmt zunächst die neu« 5, Gemeinbeickule in der Ralenastraße für di« Unterbringung in Frag«, um nickt mit fliegenden Klassen zu arbeiten. Hinzu kommt, daß der arößte Teil der aemelbeten Schüler in d»m de--«ckule nächstaeleaenen Ortsteil wohnt. In anerkennenswerter M»'?« ba�-n sick auf ei"» Umfrage die qenüaenden Lehrkräfte freiwillig zur Verfüauna gestellt. Zur Leitung Kai die Sckulbeputation de» Rettor Berarmann beftelll. Im Interesse der Sacke eraeht an die Eltern die Bitte, mit einer euoaigen kleinen Unbeguemlickkeit ft'irlieb zu nebmen. Anfaabe aller freiheitlich Gefilmten muß es sein, durck te-sie Aoitotian für dies« Schul« es dahin zu bringen, daß die Schi'lvenvaltuna recht bald vor di« Aufgabe gestellt wird,«ine-weit« Sckule zu eröffnen. Hier bietet fich auck den Elternbeiräten ein recht dankbares Tätig- keitsseld. Es ergebt auck an die Eltern der ie�t sb,tlnslicktig werdenden Kinder die Mahnung, noch umgehend ihr« Kinder für dies« Sckule vorzumelden. Allen Lauen und Aengktlichen möa« d'ei°r Eriolg des treu zu feinen Idealen siebenden Teiles der Einwcchilerschoh ein Ansvorn zur Rackabmuna sein, damit endl'ch einmal der Weg frei werde iiir die hohen Aufgaben der Sckule unter Fernhaliung aller Be- juebungen zur Vermuckerung unserer Jugend. Aus den Organisationen t«. Si�'ttt. l„ S. Z. irl-ieil»«« am MUiw-xb. de« 6. DU»»>ei, abrnta 7 per. Zitziniz bei Kammtsiieir täl eöehnuilg». und Siedlungew-ie» bei Watte:, Hoch in. 31. 17.«stei».?iI»»i,».lom«i>r>on. Danaeiatag.? UZt. bei tUesi. Luden aidcr Str. ZN. oichi iae PoNoeilammt»»» XtMliilK. tiliensrate Douükrries, den 7. Dliohet. a Sende 7 Uit. Boll. nttl'-ntmt'intt bei Tc;».n, C't � obbtnfrtnb-■--N'er» wichtige lageaardiutng. s»r wenna�.Achtle. ISinrlchtune van Nurlen ww. Heuji**. pe-'te«ittwoch abend 7 llbr Beriaminlang de« 12. Brjlrte bei Pelm. TZernitr. 75. essrloitrnbarn. Riiie. und(SeverNttailetomnisiian am Xonnetsiag adcud 7 llbr Siuuna im Snlfcoa«,.Ummer S(». Sch-neSeea.t-iedeneu. iTo'Henlt�Htinr.t findet nicht?ien-it>q londern Dannere» tau. a sende"H llbr. bei Bauin, ilxchtel-Paiilns-Slt. 33, statt. Beide veichifi«. tetinnien 1 Stunde vorder. I-entmo�onrnl�tenivee. heute odenb V'7 Uf>t tteNen sich die ssunt»»nitre in Zxtrriim-:?�it-lieft«rne*k�mn»rAna am ii. Oktober. ofte'ffd� 7�. Uhr, ftof. Ra'-�tftaler Sir. 11«12. Veiten er"ftban er. Donnerstag abend L Uhr bei Lea,. Deasler Wen 37. �-�.�samml»««. ?«nr'»l»«�bSRd d«r kttetiche*. B«?irk»v«�i-'m«l«nk»en. Mittwoch. den 6. Ottsfter. abends 7 Aftr. im Lotnl von ßke-ko-n. püfc 57. Weifte niec'�einer�dori abends 7 llbr im öolal �on Weftfr. Veiftcn- .�edruüitr. S7, QÄt Streuftrade.»- CHarlnttenftura-Wi'mer'-dori abends Uhr im Lokal von �umfeld. V�rlottcnburq.»�"un�ofer Str IS. fni*; ftroHe.— Am Donnerstag, den 7. Oktober, abend", 7 llbr. Schön-baro..�ried«nen- Sieglitz i« Ü-kal van Jgetg. SchöntiKifl, iteurtgitt. 16. unweit Zilnqba»nl.af r ntou). Sieben illonfcaufen; abend, 7 Uhtitn Lokal von Engel. Z-ankow. MudburSr. 15.--»m Sreitng den 8. Oktobet. abend« 7 Uhr.«eint-cn- tof-ÜBrnetauJegtl Im Cotal van Pähl. Zteiirickendaii. Pravin:ili lft. Tenne�rtarbeiter-Beebond. Sektion t. Hnndelohtlfarbettei';:tv -Reiterinnen der tsruppe v au, den Betrieben der herrenwahde. JUatvotten I��B�itenfenS- X 3-«. M. bei ffit.te 7. Oktohcr. nachntiUage Z Uh, 7. Oktober, abend, W...__ � ��?°Me7chtorgr�tz7em7'w Ist Iian�crt, un" StancheBongefcgen- Devt icher»er(tneijUr. Berten». .te sinn» tonar. ngung ,�trÄÄ. a�nde�r��nl von P�it. Jojumr. 7. �7 irif*. Stetelarbellen! erbende». Jeden Senner« tag voRntttcg tl Uhr im eitnmgefaal. CintenRr. bt-f». i It., Zn- lftMiyt«nJt Jwrnetetäg. den 7. Ottober. Aiwgabe der Delegiertentatten. spSJ®1""is-s"«; WuNi'»«- SSSSff'ilJ.t 25Ä2; LeoLiebichLd. Berltn sirtedenau. Sei- «SÄ&S, SiÄ'i'E'A iöii'lKll&"3Är- iCtiUefl(S.«. b. ff.. Berlin e.?.«teilt Ctrnt. tz-g.