Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 7. Oktober 1920 Nummer 423• Abend-Ausgabe W»»WtiHttt' uMtUU»ii»» nk«admluat«, Smotltj« mk wmttai»«st cismaL 9a Vezugiprri» tjrttäjl te< fttict Zuftellssi w» Has» sirr IlMfifiäitß/gen Scvinlömißfratie Steatfätfanös Gespannte Lage im Osten Wrangel im Donetzgebiet? Konstantiaopel, S. Oktober.(Havas.) Räch dem letzten amtlichen Communiqae des Eeneralstabes der Armee Wrangel haben die Truppen der südrusfijchen Re- gierung Maria m pol, das Zentrum des vrudenbeckens des Donetzgebietes, genommen und mehr als 10 000 Gefangene gemacht. Wir geben diese Meldung mit Vorsicht wieder, da bis jetzt von russischer Seite keine Bestätigung vorliegt und die„amtlichen" Auslassungen Wrangels sind bisher nicht durch Glaubwürdigkeit auszeichneten. Sollte sich die Nachricht dennoch bewahrheiten, so würde der Verlust oder auch nur das Eindringen Wrangels in das für das Wirtschaftsleben Rußlands unentbehrliche Donetz- decken für die Sowjetrepublik eine schwere Schädigung be- deuten. Das Donetzbecken, das nach den mannigfachen Kriegs- zügen, von denen es in den letzten Jahren heimgesucht wurde, endlich vor etwa Jahresfrist von der Roten Armee erobert wurde, ist das wertvollste Kohlengebiet für Zentralrutzland. Die russische Regierung hat mit aller Kraft an der Wiederinstandsetzung der Produktionsmöglichkeiten im Donetzgebiet gearbeitet und konnte mit Recht eine Besserung der wirtschaftlichen Lage des Landes durch die ungestörte Wiederbelebung dieses Industriegebietes er- hoffen. Der Verlust des Donetzbeckens oder auch nur dessen neue Ueberflutung'mit Krieg käme so einer weiteren ernsten Gefahr- dung des russischen Wirtschaftslebens gleich. Vor der Unterzeichnung des Finnisch- rusfischen Friedens Kopenhagen, 6. Oktober. Aus Helsingfors wird telegraphiert: In der Sitzung der fsriedenskonferenz vom Dienstag in D o r p a t wurde der Friedensvertrag zwischen Finnland und Ruhland definitiv angenommen. Das Abkommen wird in einer Woche unterzeichnet werden. Einstellung der Feindseligkeiten am 9. Oktober Kopenhagen, 7. Oktober. Wie au? Warschau telegraphiert wird, werden«ach de» Bc- stimmnngen des WaffensttllstaudcZ die Feindseligkeiten zwischen Rusiland und Pole» am S o» n a b e» d, den 0, Oktober, ei»gestcllt. Italienische Sozialisten über Rußland Ron«, 6. Oktober.(Stefam.) In der Presse wird ein ausführlicher Bericht veröffentlicht, den der Allgemeine Arbeiter! at auf Grund der Ergebnisse der Studienreise der italienischen Soziali st en nach Rußland über die russischen Verhältnisse erstattet. Der Bericht hebt hervor, daß a» der warmen Ausnahme der italieni- schon Abordnung durch die amtlichen rusfischrn Kreis« das russische Volk selbst sich keineswegs beteiligte, da die Wechselfälle der poli- tischen Schicksale Rußlands sich völlig abseits der russischen Volksseele vollziehen. Die physische Lage der Massen ist in den Städten sehr gedrückt, was wahrscheinlich von der ungenügenden Ernährung herrührt. Das wirtschaftliche Lebe» wird durch ma« Die Durchfuhr durch den Kaiser- Wilhelm-Kanal Paris, 6. Oktober. Der Botschafterrat hat in seiner gestrigen Sitzung unter dem Vorsitz von Jules Cambon beschlossen, da? Anhalten eines dänischen Dampfers am Ausgang des Nord- D st f e e- K a n a l s als eine Verletzung des Artikels 380 des Friedensvertrages zu betrachten. Diese: Artikel gewährleistet allen Mächten im Kriege wie im Frieden die freie Durchfahrt durch den Kanal. Der deutschen Regierung soll eine Rote in dieser Angelegenheit überreicht werden. Anmerkung von W.T.B.: Wie schon wiederholt mitgeteilt wor- den ist. steht die d e u t s ch e R e g i« r u n g auf dem Standpunkt. daß das im Artikel 380 des Friedensvertrages vorgesehene Recht der freien Durchfahrt durch den Kieler Kanal nicht aus- s ch l i e ß t. daß beim Verkehr von Handelsschiffen durch den Ka- nal die deutschen Neutralitätevorschriften zur Anwendung gebracht werden. Italienische Sozialpotitik Rom, 6. Oktober. Wie„Epoca" hört, will Arbeitsminister Labriola einen Gesetzentwurf wegen Umgestaltung des Obersten Arbeits. rotes einbringen, der dem politischen Parlamente ein techni- lches mit über ISO Mitgliedern zur Seite stellt. die aus Verhältniswahle» der Unternehmer und Arbeiter hervor» gehen sollen: dies Arbeitsparlament soll nicht nur beratend, son- dern auch gesetzgeberisch in allen Fragen der Arbeitsord- 'uurg und Arbeiisöedingungen wirken, all« Verfügungen über terielle» und moralisches Elend gekennzeichnet. Der Bericht bespricht das Versorgungssystem, die Entwer- tung des Rubels und ihre Wirkungen. Den V-r- such, die wirtschaftliche Verwaltung in die Hände der Ardeiter- schaft selbst zu legen, bezeichnet er als unheilvoll. In den Händen der Arbeiter seien der Eesellschaftskörper und die Pro. duktion fast ganz untätig geworden: mit geringen Ausnahmen sei es dem Lande noch nicht gelungen, sich von dieser Lähmung zu erholen. Der Krieg habe die Kräfte der bolschewistischen Re. gierung zum größten Teil in Anspruch genommen: prüfe man aber das Wenige, das sie zur wirtschaftlichen Wiederaufrichtung zu tun versucht habe, so müsse man st a r k z w e i f e l n. ob Ruß. land in seiner jetzigen verlassenen Lage aus sich selbst heraus zu erträglichen Bedingungen des bürgerlichen Lebens kommen könne. Der Bericht sagt weiter, die in kommunistischen Programmen vorgeschriebene sozial- Gleichheit sei einfach zu einer Gleichstellung aller Klasse« in dem einzigen großen Elend geworden. Di« Massen paßten sich durch ihre außerordentliche Nachgiebigkeit den Ereignissen an, aber eine solche Lage würde ohne die natürlichen Hilfsquellen nicht andauern können, welche die alte Regierung der neuen hinterlassen habe. Man dürfe sich keiner Tau- s ch u n g über den russischen Export hingeben. Die Trans- pcrtmittel seien völlig ruiniert und die inneren Bedürfnisse des Landes könnten über die internationalen Berpslichtungen die Oberhand gewinnen. 32 000 Zentner Getreide lägen in Cherson für den Transport nach Italien bereit, feien aber von der russi- fchen Regierung zur Verpflegung der Truppen zurückgezogen wei- ; den. Auswärtige Hilfe werde für Ruhland immer dringender. ! Di« gegenwärtige russische Regierung sei ihrer AuflSsong«ah«. ; Trotz der Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Lage hätten sich einige Errungenschaften der Revolution durchgesetzt. Der Wider- stand der Bauern gegen jeden reaktionären Vorstoß sei so zu er- klären, daß die Revolution auf dem flachen Lande die Wirkung gehabt hätte, praktisch den Kleinbesitz zu begrün- den, der sich vom Vater auf den Sohn vererbe. Die Verwirk- lichung des Kommunismus auf dem Lande sei nichts als eine bolschewistische Phantasie. Trieft, 6. Oktober. Auf einer Versammlung der sozialistischen Fraktion erstattete der Abgeordnet« Bombacci in Anwesenheit von suns. nndsüuszig Abgeordneten, den Mitgliedern der Parteileitung und Vertretern der C. G. T. Bericht über die Lage in Roßland, wobei er zu dem Schluß kam, daß. wenn die Revolution sich nicht aus die anderen Länder ausdehne, es unvermeidlich sein würde, auch in Roßland eine sozialdemokratische Re- g i e r u n g zu bilden. Der Direktor des„Soanti", Serrati. wie« aus die G l e i ch- giiltigkeit der Masse« in Roß land gegenüber der neuen Regierongssorm hin und beschäftigte sich mit der Frage, ob die Bolschewisten imstande sein würden, ihren Weg weiter zu verfolgen, das Land einer Besserung seiner Lage«ntgegenza- fuhren und die Revolution weiter auszubreiten. Die russisch« Revolution sei noch nicht abgeschlossen: Lenin selber sage, hierzu wären noch mindestens SO Jahre erforderlich. Wie Serrati weiter bemerkte, seien mehrere Jahrzehnte nötig, um die Erzen- gong, Beförderung und Verteilung der Produkte in Roßland zu organisieren. Arbeiterangelegenheiten erörtern und alle Fragen hinsichtlich der Beziehungen zwischen Unternehmern und Arbeitern prüfen. Es soll in-ine Abteilung für Handel und Industrie und in eine für Landwirtschaft zerfallen und einen ständi- gen Ausschuß für Vorbereitung und Durchführung von Gesetzen und zur Ausarbeitung von Ausführungsbestimmungen zu Ar- beitergesetzen bilden. Die Forderungen der Bergarbeiter TU.« o ch u m. de» 7. Oktober. Eine Konferenz der vier der Arbeitsgemeinschast angehörenden Lergarbeiteroerbände, die gestern stattfand, befaßte sich eingehend mit der Regelung der Lohnfrage im Bergbau. An den Reichsarbeitsminister Braun wurde folgendes Telegramm gesandt: Konferenz der vier BergarSeiteroerbänd« erwartet im Sin- blick aus die steigend« Erregung in Bergarbeiterkreisen sofortige Regelung der Lohnsrage. Bedarfsartikel steigen dauernd im Preise. Lohnerhöhung muß sofort erfolgen. Di« vier Bergarbeiterorrbänd«. Landarbeiterstreik in Westpreußen (Eigener Drahtbericht der„Freihei f.) Elbiug, 7. Oktober. D« SandarbeiterstreU auf der ehemals kaiferliche» Domäne Eadmen ist für die Arbeiter erfolgreich beendet worden. Im deutsch gebliedenen Teil de» Kreise, Marienboeg find >»« Sandarbetter geschlossen t* den Streik getrete». Der Weg ins Verderben Seit Graf Reventlow aus der Deutschen Tageszeitung� verschwunden ist, hat der Leitartikler der„Roten Fahne" die Nolle des deutschen Kriegstreibers übernommen. Ver- suchte jener das Volk zu einem schwarz-weiß-roten Krieg auf- zupeitschen, so betreibt dieser seine Hetze für die Entfachung eines sogenannten„revolutionären" Krieges. Die realen Voraussetzungen für das Gelingen eines solchen Krieges— und darauf kommt es doch an— fehlen auf beiden Seiten. Es ist Wortgeklingel. Phrasenschwall, revolutionäres Getue, dessen Auswirkung in beiden Fällen geradenwegs ins Verderben führen würde. Die„Rote Fahne" nimmt die Tatsache, daß Rußland ge- zwungen ist, Frieden mit Polen zu schließen, zum Anlaß, die Karten offen auszubreiten, mit denen sie bisher nur unter dem Tisch gespielt hat. Sie führt den militärischen Mißerfolg Sowjetrußlands auf das Versagen„der Arbeiterklassen der Westländer, hauptsächlich Deutschlands, Italiens, Frank« reichs, Englands, der Tschecho-Slowakei usw." zurück. Zugegeben, daß diese Argumentation richtig sei, so könstten doch logischerweise nur die Verhältnisse» die in West- enritfa nicht reif für eine revolutionäre Erhebung waren, für den Fehlschlag der militärischen Mißerfolge Sowjetruß-- lands verantwortlich gemacht werden. Aber nach der M o s- k a u e r I d e o l o g i e, der die„Rote Fahne" huldigt, hängt der Ausbruch einer Revolution nicht von den historischen Vor- aussetzungen ab, sondern von dem Können oder Richtkönnen der Arbeiterführer. Mit dieser Methode kommen dann die kommunistischen Federhelden auf das Gebiet, wo sie das unbestreitbare Verdienst haben. Erfolge zu erzielen: die ein-- zigen. die sie überhaupt aufzuweisen haben. Sie schimpfen auf die Führer, bewerfen sie aus ihren unerschöpflichen Bottichen mit Schmutz, zerfleischen und zerspalten- die Ar- beiterbewegung und preisen sich selbst mit den Manieren des Marktschreiers als die einzig unersetzlichen Helden an. So hat denn auch der Leitartikler der„Roten Fahne" auf die Frage, warum der„Sprung in die Weltrevolution" miß-- lungen ist, keine andere Antwort als diese: Warum also mißlang dieser Sprung der Weltrevolution? Da- rum, weil im Lager der Arbeiterklasse selbst der Feind stand in Gestali der Sozialpatrioten und Sozialpazisisten, in Gestalt der Legten und der Hilserdings und Rosenseld« oller Länder. Sie sind es, die feit Jahren die arbeitenden Massen Westeuropas in Patriotismus und in Sozialpazifismus erhalien, sie sind es, die abermals ihre entnervende Wirkung auf die Massen ausgeübt haben. Sie haben die europäische Konter- reoolutio« noch einmal gerettet. Sie sind es in Wahrheit, die der russischen Räterepublik die Friedensbedingungen von Riga in die Feder zwingen: sie find es. die das weiße Polen als einen Pfahl an der Seite Sowjetsrußlands er- halten; sie sind es, die Sowjetrußland abermals in die Isolie- rung zurückwerfen: sie sind es, die da» hungernde, frierende, feiernde Proletariat der Westländer noch einmal verhindert Haben, den Ausweg aus der schrecklichen Krise des Kapitalismus zu finden, der die Arbeitskräfte, den Bode», die Naturschätze und die kommunistisch« Ordnung Sowjetrußlands für den kommuni- stischen Wiederaufbau Europas und für die politische Rücken- dcckung der europäischen Revolution eröffnet. Hier trifft sich die Ideologie der Kommunisten mit der Ideologie Ludendorffs auf einer Linie. Nach dem Wort- schwoll der alldeutschen Kriegstreiber tragen an dem un- günstigen Ausgang des Weltkrieges die„Verräter in der Heimat" die alleinige Schuld. Die kommunistischen Hein� krieger machen die„Sozialpatrioten" und„Sozialpazifisten dafür verantwortlich, daß es nicht zu einem neuen frisch-» fröhlichen Krieg gekommen ist. Darauf kommt es an: e s m u ß eii'n enneuenKrieggeben. Nicht durch den klaren Willen der Massen, nicht durch die gereifte Erkenntnis des Proletariats soll der Kapitalismus gestürzt werden, nein, der Weg zum Sozialismus soll über einen Berg von Ar- beiterleichen führen. Klar und unzweideutig wird dies m folgenden Sätzen ausgesprochen: Es war von vornherein klar, daß nicht das Schwert der Roten Armee allein das weiße Polen werde niederkämpfen und die Brücke nach Mittel- und Westeuropa schlagen können. Da«»ar nur möglich, wenn die Arbeitermasscn Mittel-»«d Westeuropa» ihm akiio zu Hilfe kamen: wen» sie sich nicht damit beanugte». de« Krieg vom eigene« Lande fernzuhalten, sonder» st®«n schlössen, an der Seite Sowjetrußlands kämpsend. den polmschr» Riegel zu zerschlagen, jede militärisch« und politische Hilf« für da« weiße Polen durch ihre Regierung streng zu unterbinden, die vou- ständige Blockade über das weiße Polen zu verhangen. Die„berufenen Führer" der Arbeiterklasse enchuppen sich mit diesen Sätzen als glatte Verbrecher. Der Wahnsinn wirk» Methode. Sowjetrußland, das das Bürgertum niederge- zwungen und eine revolutionäre Armee hat, war nicht in ver Lage. Polen militärisch niederzuringen. Die deutsche beiterklasse aber, die dank der kommunistischen Taktik m stcy zerspalten ist und sich seit mehr als einem Jahr m der Defensive befindet: sie sollte den Krieg gegen die Polen, gegen die Entente und gegen das deutsche Bürgertum allfneymen und nach der kommunistischen Ideologie siegen' Wahnsinn der Alldeutschen wird bei den Kommunisten zur Methode. Was heut« jeder Gefreite, der nur 14 Tage int Schützengraben war, weiß, das ist den politischen Gau! lern der„Roten Fahne" ein Buch mit. sieben Siegeln. Sie wollen nicht wissen, daß bei den heutigen Perhältnissen selbst m«TO eintes deutsches Heer bei einem Krieg gegen Frankreich in den ersten 4 Wochen in einen Trümmerhaufen verwandelt wäre. Sie wollen nicht wissen, dag ein revolutionäres Heer, gezwungen gegen den äußeren und inneren Feind zu kämpfen. schon nach 8 Tagen in marodierende Häufchen zersprengt sein würde und daß als Endergebnis eines solchen Kampfes unter den heutigen Verhältnissen die Weltreaktion der Triumphator wäre. Vor diesem Verderben die deutsche Arbeiterklasse bisher geschützt zu haben, das ist das große Verdienst der U. S. P D. Sic Taktik der Kommunisten aber, der wir uns jetzt unter- werfen sollen, würde in ihrer unbegrenzten 5?emmungs!osig' keit die deutsche Arbeiterklasse mitten in dieses Verderben fimcmfiiijrcn. Die Leichen der Proletarier, das wären die Senksteine dieser„revolutionären" Taktik, während die geisti- gen Srahtzieher des wahnwitzigen Unternehmens sich ebenso von der Verantwortung zu drücken wüßten wie Ludendorff. Hindenburg und die Seinen. Senn das ist das Wesen der Heimkrieger reventlowscher und kommunistischer Färbung: Sie theoretischen Unterlagen für einen Krieg zu schaffen, die Uussuhrung aber— den anderen zu überlassen. � Sie Ccheidungslinien sind nunmehr klar gezogen. Wer in oen Wahnsinn eines neuen Krieges hineinrennen will, der soll zu den Kommunisten gehen. Sie von Verantwortlich- leitsgefühl erfüllten Arbeiter lehnen diesen Weg ad. Sie bleiben bei der U. S. P. S., weil ihnen die einfachste Er- kenntnis sagt, daß nicht durch Putsche und kriegerische Aden- teuer, sondern nur durch den vereinten Massenwillen des Proletariats der Kapitalismus niedergerungen und der So- zialismus zum Siege geführt werden kann. Die Rechtsfozialisten und Grotz-BerUn Am Mittwoch führten die Funktionäre der S. P. D. die Dis- kussion über ihre Stellung zur Berliner Kommunalpolitik zu Ende. Franz Krüger erklärte dabei die Gründe für die a b- lehnende Haltung der S. P. D. zu dem von den städti- schen Arbeitern verlangten und von den Unabhängigen unter- stützten Generalstreik. Die S..P. D. könne eine gemeinsame Aktion mit der K. P. D. nur unterstützen, wenn diese Sicherheiten gebe für strikte Durchführung gemeinsamer Beschlüsse. Eine solche Er- klnrung sei aber von den Kommunisten nicht abgegeben worden. Krüger berief sich ferner auf die Stellungnahm« Richard Müllers, der zugegeben habe, daß die Arbeiterschaft Berlins auf einen solchen Kampf nicht vorbereitet sei. und daß er es auch für bedenklich halte, gegenwärtig einen solchen Kampf zu führen. Müller habe ferner gemeint, die Berliner Arbeiterschaft denke nicht daran, wegen einiger Stadträt« in einen allgemeinen Kampf einzutreten. Sie werde das nur tun, wenn revolutio- näre Parolen aufgestellt werden. . Am Schluß der Versammlung wurde eine Resolution an- genommen, die das Zusammengehen mit den Unabhängigen in der neuen Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung billigt. In ihr wird ferner die Erwartung ausgesprochen, daß dadurch eine Nu tzbarm ach u n g aller Kräfte der Arbeiterschaft erreicht wird. Auch sei es zweckmäßig, daß über die Zusammensetzung der Bezirksämter eine Verständigungmit allenParteien herbeigeführt werde. Der letzte Absatz der Resolution lautet: Die Konserenz erhebt schärssten Protest gegen die Machtpolitik der bürgerlichen Parteien in der Preußischen Landesversamm- lung. die auf eine Vergewaltigung des Mehrheitswillens der '.'.Berliner Bevölkerung hinausläuft. Sie fordert die sozialdemo- ? kratische Arbeiterschaft auf, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß bei den demnach st igen Neuwahlen zum preußi- schen Landtag die bürgerliche Mehrheit durch eine sozialdemo- kratische ersetzt wird. Dagegen lehnt sie die kommunistische Agi- tation für lediglich zerstörende Generalstreiks entschieden ab. Daß diese Resolution e i n st i m m i g angenommen wurde, ist kein Wunder, denn sie geht an den Gegensätzen der Partei ge- flissenllich vorbei und unterstützt indirekt das Bestreben der rechts- sozialistischen Landtagsfraktion, der Verabschiedung des Gesetzes Eroß-Derlin keine Schwierigkeiten zu bereiten. Diese zweideutige Haltung der Rechtssozialisten wird in der Arbeiterschaft all- gemeine Verurteilung finden. Vergarbelterpreik im Bonnage. Nach Meldungen der„Gazette" streiken im Bori nage 30 000 Bergarbeiter. In einzel- nen Orten sollen die Streikenden versucht haben, den Verkehr der Etsenbahnzüge zu unterbinden. Der Arbeitsplan des Preußen- Parlaments Die Mehrbeilkparteien der Londekversammlnug baden vereinbart, nur bis III Dezember Sitzungen adzuhollen und mit Rücksicht ans die Nenwablen in den Mo-mirn Januar und Februar nur in dr iigeni-ea Fällen rock zusammenziurelen. Ve,fnfsungSvor!age und Wahlgesetz iollen zwischen dem 25. und 30. Oktober eiugültig er- Ueigl werben. Die Regternng hat der LanbeZveiiammlarg Mitteilung ge- mackt, das st- bi? W ih lachten nubedingl Wert legt««> die Berab- schicdung der Ve faffmig, der Wahlgesetze, der B.solbung?gesctze und ihrer Teckung-gesetze. der MllitIIai>dka>i>!lverwge, des Etats. des Landwirlschaitsamigerg.s tz-s aird ein.r Üt ihc tlctnerer Vor- lagen, deren Verabschiedung keine Mühe macht, aacr driagl ch er- scheint. Die Eiatsbcratuiig soll möglichst a b g e k ü rzt werden. Die Aussperrung im Zettungsgewerde Die Aussperrung im Zcitungsgewerbe ist vollkommen. Außer einigen wruigru Blättern, die leine grsß« Bedeutung besitzen, wie ,. Germania",„Deutsche Zeitung" und„Berliner Börsrn-Kurier", sind keine Zeitungen erschienen. Die Großbetriebe Messe, Scherl, Ullstein, ruhen vollständig. Die Vereinigung groß städti- scher Zeitungsverleger verbreitet folgende Erklärung: Mittwoch vormittag verhandelten vor dem Schlichtungsous- schliß Grosi-Bcrlin die Aroeitgever im Zeitungsgewerbe und die noch im Ausstand befindlichen Teile derjenigen Angestellten, die in der Afa lArbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände) ihre Vertretung erblicken. Die Arbeitgeber waren bereit, auch mit der noch im Ausstand befindlichen Gruppe der kaufmännischen Angestellten ein Abkommen zu treffen, und zwar auf Grundlage des mit dem Eewerrschaftsbund der Angestellten und dem Eewert- schafisbund kaufmännischer Angestellten verbände zwei Tage vor- her. abgeschlossenen Vergleichs. Die Arbeitgeber betonten, daß sie nur im Interesse des Wirtschastsfricdcns zu diesem Entgegen- kommen bereit wären, da von Rechts wegen überhaupt nicht von ihnen Verhandlungen mit Ange stell- ten verlangt werden könnten, die vor Erschopiung des ihnen gesetzlich gewährleisteten Schiedsverfahrens unter Bertrags- bruch in den Ausstand getreten wären. Eine Einigung zwischen den Parteien auf dieser Grundlage scheiterte aber an der Ab- lehnung der Afa. Ein hierauf erfolgter Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusses ging weit über den zwei Tage vorher an der- selben Stelle geschlossenen Vergleich hinaus, stand also mit diesem in Widerspruch und mutzte schon deswegen 0) von den Arbeitgebern abgelehnt werden. Das Wesentlichste dieses Schiedsspruches bestand darin, daß er sofort eine allgemeine Gehaltserhöhung von 15 Prozent in Aussicht nahm, während der mit dem Eewerkschartsbnnd abae- schlossene Vergleich die Frage der Lohnnchöhung bis nach Erledi- gung der für das ganze Reich stattfindenden Buchdruckerverhand- hingen hinausschieben wollte, die bisher stets richtunggebend waren. Andererseits war in dem Vergleich für Ende Oktober eine Vorschußzahlung in Höhe von ein Drittel des Monatsgehaltes vorgesehen und der RUckzahlungsbeginn erst für Ende November. also für einen Zeitpunkt, zu dem die Frage der Gehaltserhöhung bereits gelöst sein sollte, in Aussicht genommen.. Die Zwiespältigkeit in der Auffassung des Emlichtungsaus- fchusses findet eine Erklärung darin, daß an den beiden Sitzung?- tagen verschiedene Vorsitzende waren, die Stimme des Vorsitzen- den aber regelmäßig den Ausschlag gibt. Inzwischen hatte sich eine Zuspitzung der Lag« bemerkbar ge- macht, indem technisches Personal, das bisher nicht behinderte Weitererscheinen der Zeitungen durch allerhand Wider- stände in Frage zu stellen versucht«. Es wurde der Begriff der indirekten Streikarbeit geprägt und dauernd erweitert, und z. B. die Entgegennahme von Anzeigen, Manuskripten seitens der Setzer abgelehnt, weil diese durch die Hand von Angestellten gegangen fein miitzten, die sich dem Streik nicht angeschlossen hätten, oder damit andere Arbeit verrichteten, als die gewöhnliche. Die Ver- leger waren nunmehr vor die Frage gestellt, ob st« eine allmäh- liche Lahmleguna ihrer Betriebs oder eine klare Stellungnahme des technischen Personals herbeiführen wollten. Sie mußten schließlich Setzer, Drucker, Falier, Fahrer usw vor die Entscheidung stellen, ob sie ihre Arbeit vollständig verrichten wollten oder nicht. Dies wurde am Mittwoch nachmittag von dem Arbeitgeberver- band für das Berliner Zeitungsgewerbe beschlossen. Da nun das technische Personal an seiner Arbeitsverweigerung festhielt, sahen sich die Berliner Zeitungsverleger zur Eni- lassung ihres gewerblichen Personals gezwun- gen, und die Zeitungen können daher bis auf weiteres nicht erscheinen. Der aus dieser Erklärung hervorleuchtende Standpunkt, daß die Unternehmer eigentlich überhaupt kein« Beranlassnng hatten, mit den Angestellten zu verhandeln, ist der deutlichste Beweis für die von uns in der Morgenausgabe bereits gekennzeichnet« reaktiv- näre Gesinnung. Es war und es ist die Absicht des Unternehmer- tnms,«in« Machtprobe vom Zaune zu breche« und die brüskst Ablehnung des Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses, der über den Vergleich mit den gelben Verbänden hinausgeht, mar der erst« Schritt auf diesem Wege. Es ist auch unrichtig, daß durch die Solidaritätserklärung des technischen Personals das Weiter« erscheinen der Zeitungen gehindert war. Das technische Personal hat alle Arbeiten erledigt, die mit dem redaktionellen Inhalt de» Blattes in Verbindung stehen nnd durchaus nicht die Absicht ge-> habt,, das Erscheinen der Zeitungen überhaupt unmöglich zu machen. Es bleibt also dabei, daß die Unternehmer eine ganze Reihe von Vorwändrn h-raiigezogen haben, nur um die Möglich» kett zu bekommen, die Aussperrung des technischen Personals vor» zunehmen. Die Arwahlen im Reich Leipzig Das Gesamtergebnis liegt jetzt vor. Es wurden abgegeben 12 012(fegen und 8585 für die Bedingungen. Die Gegner erhallen 28, die Befürworter IS Delegierte. Oschatz«Grimma Gegen die Bedingungen 10 dafür 307 Stimmen. Es sind nur 4 Gegner als Delegierte gewählt. Borna-Rochlitz Gegen die Bedingungen 038, dafür 413 Stimmen. Es entfallen auf die Gegner 2, auf die Befürworter 1 Mandat. Dresve« Die Abstimmung hat ergeben, daß drei Delegierte für und drei gegen die Moskauer Bedingungen zum Parteitag gewählt sind. Bezirk Zittau Bei der Urwahl sind gewählt 1 Gegner der Bedingungen mit 030 und 1 Befürworter mit 554 Stimmen. Einige kleine Orts- (jrupven stehen noch aus, ändern aber am Resultat nichts. Wahl- octeiligung 27 Prozent. Bra»«schweig Di« Urwahl brachte im Bezirk Braunschweig den Gegnern der Bedingungen 3 Sitze, den Anhängern 2. Pommer« Stettin: 183 für, 168 gegen die Bedingungen. Randow-Ereifenhazen: Gewählt ein Befürworter mit 521. ein Gegner mit 427 Stimmen. Unterfranken Im Bezirk Unterfranken wurden die Bedingungen auf der Be» zirlskonferenz mit 80 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Die Befugnisse der Pretzkommisfion Erklärung_ In der heutigen Morgenausgabe der„Freiheit" wird von dem Genossen Alfred Berger. der seiner Zeit der Revifionstoni- Mission angehörte, der Inhalt des Beschlusses der Revisionskom- Mission über die Befugnisse der Preßkommisston dargelegt. Da ich ebenfalls Mitglied der Revisionskommission war, mutz ich Genossen Schwenk auf folgendes hinweisen:. Gerade Genosse S t o l t war es, de: ausdrücklich in der frag- lichen Sitzung der Revisionskommission und auch später in der Sitzung mit der Eeschästsleitung der Verlagsgrnossenschaft„Frei- heit". an der Genosse Budde teilnahm, betonte, daß, um allen gerecht zu werden, der Pretzkommijsion nicht das alleinige An- stellungs- und Kündigungerecht für die Redaktcure zugesprochen werden könne. Es mutzte dazu eine gemeinsame Sitzung zwischen Preßkommission, Borst and und Auf- s i ch t s r a t stattfinden, in der dann mit einfacher Stimmen- Mehrheit über Anstellung und Entlassung von Redakteuren zu entscheiden sei. Für Preßkommission und Aufstchtsrat wurden bestimmt« Arbeitsgrenzen festgelegt, d. h. die Pretzkommisfion sollte für die politische Haltung des Blattes die Verbindung zwischen den Berliner Parteimitgliedern und der Redaktion schaffen und der Aufsichtsrat sollte nur rein geschäftliche An- gelegenhelten erledigen. In dieser Form wurde auch der Antrag von dem Genossen Stolt der fraglichen Versammlung der Verlags- genossenschaft unterbreitet. Es wäre gut, wenn sich auch die anderen Mitglieder der Re» visionskommMon schnellstens dazu äußern würden. Berlin, den 7. Oktober 1920. Else Beck. Der Ruhetag AuS dem Manuskript deS RomanS„DaS Opfer'. S8rn Albert Daudistel n. im 0 fange, en tage? fierrstfte angespornter Hochbetrieb ior einet Baracke wuide g waschen, in eirn Ecke des LagerhofeS "'iffiah e�d dessen polierten andere Kompagnien die ri'sigc» Stiefel und verrosteten Kochgeschirre c....., Dabei gröhlte wirr durcheinander Schimpfen und zziuchen des Au'sichtSpersonals. Endlich war es Mittag. „Achtung!!!' „Fertigmachen zum App-lll* „Alle? mitbringen!!" Den Tornister vor den Füßen, daneben Kochgeschirr«nd Löffel, den Brotbeutel umgehängt, ans dem einen Arm die Schlafdecke, über dem andern den Mantel, so standen die Mtlitärgesangeoen. „Ach'nng!!!" „Decken vorzeigen!!" Die Musterung beaann. „Sie melden sich hcute zwischen 1 und 2 Uhr nochmal mit Ihrer Deckel!" ..Herr Feldwebel, ich konnte die Decke nicht reiner kriege», weil ich keii e Bürste habe!" „Wirum antworien Sie?" �„Waren Sie gefragt?!" „Was!!!" „Nein Herr Feldwebell" „Von 2—6 Uhr treten Sie mit an,»um Stnckexeriiem,?! Biel- leicht halt'« Sie nächst'nS Ihr blödrS Maul, wenn Sie nicht gefragt sind!!" Der O'fiiierstell vertrete: hatte die Reihen durchgemustert. ..Teck'« weg!!!" „Mäntel zeig'» Ii!"„„„_ „Warum kommen Sie zum Appell mit feichnaffcm Mantel??, Sic Topvfan!!!" „H-rr F. ldwcbel. ich mußte den Mantel unbed.nzt waschen!" «Wer hat Ihnen das be'ohien?" „Niemand..Herr Feldwebell" »Eigenmächuz gchandcitl" J �lls beule von zwei biS fünf!" „Verstanden???" .Jawohl, Herr Feldwebel!'— >. ►'V*1 l>er O'sizie, flellverireter. mit beiden Händen auf fmv hln, grinste verschmitzt, rieb fich die Nase und „Was hab'n Sie da am Ange??' Heinrich zögerte. ermng!'n �ÄUC n 1,18 vrsagt. eS wäre ihm noch schlechter ihi�zu �0lte 2l1�' Um � ttvem.Donnerwetter' ans Mo?« tP � � JU00t: Hcrr Feldwebel!" „An was???" »Au's Auge, Herl Feldwebel!'— Hönisch grinsend, standen nnw-It von Heinrich die beiden Korporä?« die ihm mit ihren Kommißstiefeln, bald das Auge ausgetreten häkten. Endlich war der Appell um. Der Feldwebel machte dem abseits der Gcfangevenkompagnie stellenden Offtster Meldung. Dann kr«is»te der«ardeofstzier dt« Name derer, die«achmrUagS Strafexerzieren mußte». „Acktuna!!!"..... „Zum Esten Bolen--— weggetret n!!! Pin ikarlig flüchteten die Se'angenen mit ihren Sachen in da» Duvkci der Baracken.— • Eben war die XlU. Etraskomvagnie vom Eflenholen gekomme». Und schon platzte daS Kommando unier fit: „Die zum Sira-crerzieren Abgeteilten— fertigmache» zum— Ra St'ebn! Anzog— feldmarschmäßig!!'_. S»> ell brachte Heinrich sein B'ot und Kochgeschirr mit Dörr- gemüse nach dem Schlaskasten nnd betraute den Kamerade«. der seinen Platz neben ihm hatte, mit der Ansdewahrnng. Und ichvn schrie eS: „Zum Strasexeizieren--- rauttreten!!!' • Di« lahmen nnd an�gehunn-rten Eesangeoe» wn-den«eben die Laacrkäche an einen Hauke» Lokomolivdrii.tis geführt. Jever mi ßie zwei B ocken i» den mit größter Müh« gereinigte» Tornister packen. Tann be/an« die H he. „P.irftbcsitrlt.!!!— Laussch'ittltt'— RechlZfchn enkt— morlch. marich!! H nleg-n!!!— A«MI!— KmedeUgeM HMctzcnü!— Auf!!! Dab n— marsch, marsch!!! Zurück— marsch, marsch!!! Achtung!!!—' Echwetbtrle'eud, mit zitterndem Leibe, wie abgehetzte H»ud« standen die Otefangenciu "»-Ikiret'n!!:" er„Ruhetag" war um.--- Godwa (S t a a t» t h e a t e r.) In unseren harten Tagen wirkt dieses Legendenspiel de» dich» tenden Hans Frank reichlich unzeitgemäß. Man kennt die Lage der Lady Eodiva, die in der englischen Grafschatz nackt durch die Straßen ritt, um die Stadt von drückenden Tribut zu befreien- Es hätte nun in der Hand de» Nachdichters ei« Stück werde» lorinen mit Ncbellentrotz gegen angemaßtes Herrenunrecht. So klingt e» in der erste» Szene auf, aber das Motiv erlischt zugunste» e Vor einem Jahr Hugo Haase zum Gedächtnis Heute ist es ein Ie.hr, dah unser Freund und Führer, Hugo Haast, das Opfer eines Attentats wurde. Bange Besorgnis hatte uns an jenem Tage befallen, aber bald wich sie wieder der zuoerfichtlichen Hoffnung, daß Haase uns. der Partei und der ganzen Arbeiterklasse, nicht nur erhalten bliebe, sondern, dag er schon nach kurzem Krankenlager sich wieder mit ganzer Kraft in die Reihen des revolutionären Proletariats stellen könnte. Aber nicht lange und diese Hoffnung wurde von der rauhen Wirklich» keit zerstört. Die Verletzung rief eine ernsthafte Erkrankung her- vor. die sich immer weiter verschlimmerte. Alle ärztliche Kunst war vergeblith. Vier Wochen nach dem ruchlosen Attentat schied Hugo Haase auf immer von uns. Was Haast uns gewesen ist, welche klaffende Lücke sein Tod in unsere Reihen gerissen hat, das haben wir in dem uns nun von ihm trennenden Jahre bitter und schmerzlich empfunden. Und mehr als je mutz das Proletariat den klugen und über- legsnen Führer gerade in diesen Tagen missen. Vielleicht hätte man auch ihn als Verräter und Konterrevolutionär verschrieen, wie ja Genosse Haase noch im Tode von gewissenlosen und jeder Verantwortlichkeit baren Elementen begeifert worden ist. Und fast möchte man dem Freund und Führer, dessen Leben ganz dem Proletariat gehörte und der sich mit jeder Faser seines Seins in dessen gigantischen Befreiungskampf gestellt hatte, heute den Frieden gönnen, der ih maus so tragische Weise erschlossen worden Frieden gönnen, der ihm auf so tragische Weise erschlossen worden notwendiger denn je, denn gerade er hätte stch mit der ganzen Kraft seiner lauteren Persönlichkeit der Zersetzung und der Zer- spliKerung entgegengestcmmt, in die es jetzt hineingezogen wird. Er. der den ganzen Krieg hindurch stch einer Massenstimmung wehrte. der damals in so mancher Versaminlung von irregeführten Pro- letariern niedergeschrien wurde, er würde auch der Verwirrung getrotzt haben, der heute manche Arbciterkreise verfallen sind, von der Ueberzeugung durchdrungen, datz auch auf diese Verblendung ein Erwachen zur klaren Erlenntnis der Dinge folgen mutz. So gibt uns die Erinnerung an den Tag, an dem die tödlich wirtende Kugel auf Hugo Haast flog. Zuversicht und Mut zu- gleich für die kommende Zeit: Zuversicht, datz das durch ein Meer von Leiden watende Proletariat über seine Verzweiflung nicht sich selbst zermürbt, Mut, auch gegen Zeitströmungen und Augen- blicksstimmungen anzukämpfen. Für Hugo Haase galt nur die Sache und niemals die Person. Und so sollen auch wir stets dessen eingedenk sein, daß höher als jede persönliche Rechthaberei die uns allen gemeinsame Sache, der Befreiungskampf der ganzen Arbeiterklasse, stehen mutz. Diener der Agrarier Kein Kartoffe!HLchftpreis Amtlich wird berichtet: Dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft sind Rachrichten darüber zugegangen, datz der Vollzug der Verein- barung, die zwischen den Organisationen der Landwirte und der Verbraucher am 23. September in der Reichskartofsefftelle über die freiwillig« Einhaltung einer Preisobergrenze von 2S Mark für den Zentner Kartoffeln zustande gekommen ist, darunter leidet, datz infolge eines Beschlusses des volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages vom 30. September auf behördliche Festsetzung eines Erzeugerhöchstpreises für den Zentner Kartoffeln von 25 Mk. eine II n s i ch e r h e i t in die heteiligten Kreise gekommen ist. Dem- gegenüber erklärt das Reichsministerium für Ernährung und Land- -Wirtschaft, datz nach den Erfahrungen der Kriegswirtfchast eine behördliche Festsetzung vo.n Höchstpreisen ohne gleichzeitige Erfassung der Ware dazu geführt habe, datz die Ware vom offenen Markt verschwindet und im Schleichhandel zu weit höheren Preisen ab« gesetzt wird. Diese Erfahrungen wurden vom Vertreter des Reichs- Ministeriums in der oben erwähnten Sitzung des Volkswirtschaft- lichen Ausschusses mit dem Bemerken hervorgehoben, datz das Mi- nisterium hiernach nicht in der Lage sei, in Rückkehr zu einer teil- weisen Zwangswirtschaft behördliche Kartoffelhöchstpreise fest- zusetzen: freiwillige Vereinbarungen zwischen Erzeuger- und Ver- braucheroerbänden versprächen für eine allgemeine Senkung der Kartofselpreise mehr Erfolg. Dieser Standpunst ist übrigens durch eine weitere vom vokks- wirtschaftlichen Ausschutz des Reichstages gleichfalls am 30. Eep- tember angenommene Entschließung, die allgemein die Stellung- nähme der Regierung in der Frage der Kartofselversorgung billigt. anerkannt worden und die Regierung wird weiter an ihm fest- halten. anderer. Es bleibt schlietzlich ein Problem der Scham, der Nackt- lcheu, abgewandelt in den Spuren von Hebbels Kandoules und Ahodope. Der junge Gyges, bei Hans Frank ein„deutscher Eraf". erblindet, weil er(auf Befehl des Gatten) Godivas Nacktheit schaute. Wie Kleists„Penthesilia" wühlt er die Urkraft. sich nicht zu töten, aber zu blenden, aus seinem Innersten herauf. Alumen und Kinder, Engel und Gesang umrahmen opernhaft den Schluß, der nach allerhand lyrisch-mysii.chen Schwellungen und Religiösen Zuckungen den rauhen Gatten mit der zarten Eodiva "ach einem kühlen Brautbett in einem wärmeren Ehebett vereint. �zuviel Gloria um den einen Kasus. Die Psychologie ist wider- lpruchsvoll und brüchig. Die..Seelensuche" fuhrt auf der Bühne »u verdächtig knisternden Szenen. Die Anbetung versinkt in einem selig-unfeligen Schwall von Worten. Und immer kehren die zärt- lichen Namen, die Tauben, der Falbe wieder. Und so weiter in dieser Art. Der einzige Gewinn des Abends war die Godiva der Johanna Hofer, die nach anfänglichen Schwankungen herz- hast zu hören und am Schluß wie ein schmerzlich verklärter Engel aus dem van Eylschen Flügelaltarbild herrlich anzuschauen war. E. B. rosesscr Einstein bleibt in Berlin. Aus dem Ministerium für Aiissen.chaft. Kunst und Volksbildung wird die Antwort Albert «insieins auf das betannte� vor einigen Wochen an ihn gerichtete Schreiben des Ministers Haenffch mitgeteilt. Einstein schreibt: «Eurer Exzellenz Schreiben erfüllt mich mit dem Gefühl auf- gichtiger Dankbarkeit. Ganz unabhängig von der Frage, ab ich soviel Wohlwollen verdien«, habe ich in diesen Tagen erlebt, datz Berlin die Stätte ist,� mit der ich durch menschliche und Die Zuryfrete Kunstschau Berlin 1920 wird am 12. November im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof eröffnet werden. „Der kleine Neman"(wöchentlich ein Heft 80 Pfg,, viertelfähr- lich io Mark.— Verlag H. S. Hermann u. Co. in Berlin SW. lg) bringt in der Nummer 37 die Erzählung:„Die Wüste" von Baldcr Olden.— Nummer 33 bringt Gettfried Kellers Geschichte aus den„Leuten von Seidwyla":„Kleider machen Leute", die humoristisch die Abenteuer eines polnischen Schneiders als Graf fthildern. Erich Büttner hat die Novelle illustriert. Nummer 39 dringt die Erzählung:„Der eisern« Tisch" von Victor Lletfcher, illustriert von Walter Buh«. Diese letzte Bemerkung ist falsch. Denn die vom Bolls- wirtschaftlichen Ausschutz des Reichstags angenommene Ent- schlietzung billigt nur die früheren Matznahmen der Re- gierung, setzt aber den gleichzeitig gefatzten Beschlutz auf Festsetzung eines behördlichen Höchstpreises nicht außer Kraft. Tie Feindschaft des Ernährungsministeriums gegen den behördlichen Höchstpreis für Kartosfeln und gegen nicht genehme Beschlüsse gesetzgebender Körperschaften, die wir vor einigen Tagen feststelllen, wird durch diese Erklärung vollkommen bestätigt. Ihr Sinn ist. datz die Land- wirte den behördlichen Höchstpreis nicht wollen, weil sie damit an den Wucherpreisen gehindert werden. Und das Ministerium führt diesen Willen der Agrarier gehorsam st aus. An Deutlichkeit läßt dieses Verhalten nichts zu wünschen übrig, die Leffentlichkeit weiß also, was es von diesen Be- schlüssen der Agrarierinteressen zu halten hat. Nieder mit der Mietsteuer In 60 vom Mieterverband Grotz-Berlin zu Montag abend einberufenen Massenversammlungen der Mieterschaft nahm man unter dem gemeinsamen Thema:„Nieder mit der Mietsteuer!" scharf Stellung gegen den vom Reichs- arbeitsministerium ausgearbeiteten, zurzeit dem Reichswirt- fchaftsministeriuin zur Durchbcratung und Genehmigung vor- liegenden Entwurf eines Mietsteuergcsetzcs. Einstimmig wurde allenthalben eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Einmütig mit den m ganz Grotz-Berlin am 4. Oktober 1020 einberufenen Mieterversammlungen lehnen die versammelten Mieter die von der Reichsbehörde geplante Mietsteuer mit aller Entschiedenheit ab. Sie wäre die schlechteste und unsozialste Form einer Steuer. Sie trifft den armen Mann härter als den reichen: sie belastet die Städte ungleich höher als das Land. Sie trägt nicht einmal hinreichend Sorge dafür, daß die Steuer hinterher restlos der Mieterschaft zugute kommt. Eine solche Steuer würden wir Mieter, die wir insgesamt der größte Teil der deutschen Be- völkcrung sind, mit dem allgemeinen Mietexstreik beantworten müssen. Also weg mit dieser Steuer!" In ähnlicher Weise wird dann noch protestiert gegen das geplante R e l ch s m, e t g e s e tz. das in dieser Form für die Mieter unannehmbar sei. Hierauf bezüglich wird gesagt: „Ehe wir uns ein solches Gesetz aufzwingen lassen, halten wir an der i-tzigen Mieterschutzgesetzgebung, insbesondere der Höchstmietenanordnnng vom g. 12. 19 fest und werden uns darin durch keine Versprechen irremachen lassen." Unverdächtige Kronzeugen «Die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung ist die gewaltigste Aufgabe, die je einer Klasse und einer Revolution der Weltgeschichte zugefallen ist. Diese Aufgabe erfordert einen voll- ständigen Umbau des Staates und eine vollständige Umwälzung in den wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen der Gesellschaft. Dieser Umbau und diese Umwälzung könne» nicht durch irgend- eine Behörde, Kommission oder ein Parlament dekretiert, sie kön- nen nur von der Volksmasse selbst in Angriff genommen und durch» geführt werden. In allen bisherigen Revolutionen war es eine kleine Minder» heit des Volkes, die den revolutionären Kampf leitete, die ihm Ziel und Richtung gab. und die Masse nur als Werkzeug benutzte, um ihr« eigenen Interesse», die Interessen der Minderheit zum Siege zu führen. Die sozialistische Revolution ist die erste, die im Interesse der großen Mehrheit der Arbeitenden allein zum Sieg« gelangen kann. Die Masse de» Proletariat» ist berufen, nicht nur der Revolution in klarer Erkenntnis Ziele und Richtung zu stecken. Sie mutz auch selbst, durch eigene Aktivität, Schritt um Schritt den Sozialismus ins Leben führen. Das Wesen der sozialistischen Gesellschaft besteht darin, datz die grotze arbeitende Masse aufhört,«ine regierte Masse zu sein, viel- mehr das ganz« politisch« Leben selbst lebt und in bewußter freier Selbstbestimmung lenkt. Auch die wirtschaftlich« Umwälzung kann sich nur als ein von der proletarischen Massenaktion getragener Prozeß vollziehen. Di« nackten Dekrete oberster Revolutionsbehördeu über die Soziali- sierung sind allein ei« leeres Wort. Nur die Arbeiter- schaft kanndas Wort durch eigene Tat zum Fleische machen. In zähem Ringen mit dem Kapital. Brust an Brust in jedem Betriebe, durch unmittelbaren Druck der Massen, durch Streiks, durch Schaffung ihrer ständigen Vertrewngoorgane können die Arbeiter die Kontrolle über die Produktion und schlietzlich die tatsächliche Leitung an sich bringen., Die Proletariermassen müssen lernen, aus toten Maschinen, die der Kapitalist an den Produktionsprozeß stellt, zu denkenden, freien, selbständigen Leukern dieses Prozesses zu werden. Sie müssen das Veraniwortlichkeitsgefühl wirkender Glieder der All- gsmeinheit erwerben, die Alleinbesitzerin alle» gesellschaftlichen Reichtums ist. Sie müssen Fleiß ohne die Unternehmerpeitsche, höchste Leistung ohne kapitalistische Antreiber, Disziplin ohne Joch und Ordnung ohne Herrschaft entfalten. Höchster Idealismus im Interesse der Allgemeinheit, straffe Selbstdisziplin, wahrer Bürger- sinn der Massen sind für die sozialistische Gesellschaft die moralische Grundlage, wie Stumpfsinn, Egoismus und Korruption die mora- lische Grundlage der kapitalistischen Gesellschaft sind. Alle diese sozialistischen Bürgertugende», zusammen mit Kennt» nissen und Befähigungen zur Leitung der sozialistischen Betriebe, kann die Arbeltermasse»ur durch eigene veiätigung, eigene Erfahrung erwerben. In den bürgerlichen Revolutionen war Blutver- gießen, Terror, politischer Mord die unentbehrlichste Waffe in der Hand der aufsteigenden Klassen. Di« prsletarisch« Revolution bedarf für ihre Ziele keines Ter- rors, sie haßt und verabscheut den Men'chenmord. Sie bedarf dieser Kampsmittel nicht, weil sie nicht Individuen, sondern Institutio» nen bekämpft, weil st« nicht mit naiven Illustonen in die Arena tritt, deren Enttäuschung sie blutig zu rächen hätte. Sie ist kein verzweifelter Versuch einer Minderheit, die Welt mit Gewalt nach ihrcm Ideal zu mcdeln, sondern die Aktion der großen Millionen- mass« des Lölkes, die berufen ist, die geschichtkiche Mission zu er» füllen, und die geschichtliche Notwendigkeit umzusetzen." Diese Ausführungen, die Wort für Wort und Satz für Satz den Moskauer Bedingungen und Thesen widersprechen, können wohl nur von einem„Opportunisten" des„rechten Flügels der U. C. P. D." niedergeschrieben worden sein? O nein! Sie entstammen dem Programm des Sparta- kusbundes, an dessen Ausarbeitung die Genossin Rosa Luxemburg hervorragenden Anteil hatte. Wog dieser kluge Kopf auf Grund seiner theoretischen und praktischen Er- fahrungen hier niedergelegt hat. das wird heute von den An- hängern der Moskauer Bedingungen glatt über den Häufen Jeworfen. Heute wird den Arbeitern vorgeredet, nur«ins st i n d e r h e i t sei berufen, die H-rrschnft an sich zu reißen und auch nach vollzogener Umwälzung zu h a l t e n. 60 Iabie Kämpfe, der ganze Klärung-prozeß. der durch die marxistische Lehre in der Arbeiterbewegung sich vollzogen hat. sollen also umsonst gewesen sein, wenn es nach dem Willen der An- Hänger der Moskauer Bedingungen geht. Preußische Landesversammlung Mittwoch, den 0. Oktober 192 0. Aus dex Tagesordnung steht zunäcksst der von allen Parteien iinterstilxte Antrag Kopsch(Dem.) üba- ErhöhuvZ de» Ehren» sekdes»er Krieasveterenen. Nachdem die Abcjg. Echüling(Z.) und Müller-Harb»rg(Soz.) den Antrag befürworten, erklärt Staatssekretär ESHre, daß die Hoffnung bestehe, daß das Finanz- Ministerium dem Antrag entsprechen werde.. Abg. Kl-dt-Adlershos(U. Coz.): Auch die Notlage der Vetera» nen sieht aus dein Schuldkonto der verbrecherischen Kriegspolitik der Recht?!:. Ein Entschädigungsgesetz für dir verbrecherischen Hohenzollern einzubringen, das hat die Regierung fertigbekommen inroße cknruhc rechts und Pfuirufe. Der Präsident erklärt, datz Pfuiru» gegen die Ordnung des vaufss verstoßen). Für gekrönte Berbrechec qaben Sie Geld, aber für die alten Veteranen nicht. Und was wird aus den Zehntaufendsn von Kriegs- k r ü p v e l n aus dem le" tcn Kriege, deren Not schon ins llner» meßlich« gestiegen ist? Gegen den Ausspruch des Abg. Koplch. betreff»:,» sie Arbeitslosen, erhebe ich, wenn es nicht ew falscher ZungenD.ag war. den schärfsten Protest Den jammer» vollen Zustanden wird erst die Verwirklichung des Sozialismus ein Ende machen.(Lachen und Unruhe rechts.) Der Antrag wird nach weiterer unerheblicher Debatte eiv»j stimmig angenommen. f rlage übe? Bereitstellung weiterer Mittel filr die iffahrt auf dem Rhein— Weserkanal wird an den Haupt- zurückverwiesen. >i die zweite Beratung des Gesetzes, welches die Strafe Diebstahl mildert. Nach l-dhafter Debatte, in der Genosse Lichtenstei« für noch weitgehendere Milderung der Strafen eintritt wird das Essetz in zweiter Lesung in der Ausschutzsassung, gegen die Recht« an« genommen. Die dritte Lesung wird abgesetzt. Es folgt die Beratung der vom Zentrum, den Demokraten und den Sozialdemokraten eingebrachten Anträge über die Besatzung»- zulagen. Abg. Schilling fZ.) begründet die Zentrumsanträg«: Di« Not der besetzten Gebiete muß vom Reich gehoben werden. Wir ver- langen von neuem, datz auch die Beamten der Selbstverwaltungs- körper dieselben Besatzungszulagen erhalten wie die Reichsbeam- ten. Den Staatsbeamten sollte die Zulaae für die Zeit vom 1. Januar zum 1. Juli endlich vorschußweise ausbezahlt werden. Abg. Lewcrentz(Coz.) begründet den Antrag seiner Partei. Wir verlangen, daß den preußischen Beamten, Lehrern, Angcstell- ten und Lohnempfängern der besetzten Gebiete die Besatzunaszn« lagen nach den Grundsätzen des Reiches mit rückwirkender Kraft unverzüglich ausbezahlt wird. Auf die Kommunalverwaltungen hat der Staat im gleichen Sinne einzuwirken.(Beifall b. d. Soz.) Diese Ausgaben'müssen den Gemeinden zurückerstattet werden. Abg. Mittsteck(Dem.) begründet einen Antrag, die Staats- regierung zu ersuch-n, den Beamten. Lehrern und Staatsarbeitern in dem«bstimmungsgebiete Nordschleswig die in Aussicht gestellte Lalutaausgleich- und Besatzungszulagen unverzüglich mit rück- wirkend« Kraft auszuzahlen. Die Beamten warten noch immer auf ErfWunq der gemachten Versprechungen. Abg. Mittag(D. N.):M»'~" verstanden. Abg. Dr. Eottschalk(Dem.): Die Beamten hätten es als Wohl» tat empfunden, wenn ihnen rechtzeitig die Zulagen gezahlt wor- den wären. Der Beamte im besetzten Gebiet hat beständig Plackereien und Oualen z» erdulden. Wir bestehen auf Nach- Zahlung, vom 1. Januar auch für die Nuhestandsbeamten(Bei» fall b. d. Demokr.) Nachdem Abg. Böellg(D. V.) noch den Anträgen zugestimmt hat, schlägt der Präsident vor, sämtliche Anträge an den Desol- dungsausschuß zu überweisen, der dann einen gemeinsamen An- trag des Hauses formulieren soll. Es folgt der Antrag Eraf-Franksurt(Soz.) auf Errichtung volkswirtschaftlicher Mittelschulen. Der Antrag geht nach kurzer Debatte an den Rechtsausschutz. Es folgt die Beratung des Antrages Ad. Hoffman«(ll. S.) auf Kommunalifierung des Kinowesens und Ver- staatlichung der Filmindustrie. Ein Antrag Dr. Faß» oender verlangt von der Reichsregicrung die Vorlegung eine» ReichsHaJetzes._„_ Der Ausschuß für Vevölkerungspolitik beantragt, beide An» träge mit Nlurjichl auf die reichsgesetzliche Regelung des Licht- bildwesens für erledigt zu erklären. Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Es folgt ein deutschnationaler Antrag, die Niederschlagung von Steuern"der Kriegsteilnehmer und Ausländsdeutschen für 1913 zuzulassen, den der Abg. Haseloff(D. N.) begründet. Abg. Ptters-Hochdom,(Soz.) tritt für den Antrag des Haupt» ansschusses ein, den Antrag für erledigt zu erklären.— Die» wird angenommen.. Daravj vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Nur. Dritte Beratung der Novelle, zum Gesetzentwurf Grstz-BerN«. Wahlgesetz. Aufklärungsanträge. Nach Ablehnung de» Unab- hängigen Antrages auf Streichung der dritten Lesung der Na- Belle zu Eroß-Berlin bleibt eo be» der Tagesordnung. Mit den Anträgen find wir ein- Der Reltestenausfchutz der preußische« Landesversamm, lung beschlob beuie bereits die Paus« eintreten zu lassen vi DimiSIag, den lv. Oktober. Heuten soll erledigt werden ersten? dt» dritte" Lesung über daS Gesetz Groß, Berk in» zweitens die Znsammensetziing der Schuldcputation, drittens dl« erste Lesnng des Wahlgesetzes mit den dazu gehörtgeu Anträge» Adolf Hofsurann(U.S.). von Kries(® N.) und von Nicht« (D.VtavfÄusiösung der Landesversammlung, sowie viertens die erste Lesung des Wahlrechts zu den KreiS» imd Pro- vluziallandtagen. Das bisherige Ergebnis der frettvillige« Waffe«« ablkefervnq. I» der Sitzung des parlamentarischen Beirats am Mittwoch gab der NeichSkommissa, für dt- Sntwaffunng Dr. Peter» Audkunsl über das biehcrige Ergebnis der fretwUliaen Waffe«. ablicfcrung. Au den zehn eisten AblieferungStogen find abgegeben worden: iSSVVV Gewehr« und Karabiner, 918 Maschinengewehre, 2ZS Maschinenpistolen. 17 G. schütze. 11 Mincnwerfer. IS Flammen» rncrfcr, 3 660 000 Schnb Handwaffcnmunition. 14 981 Hand- und (tzcwehrgranatcn, III 000 Handgraaateuzünder und ��(Vsstaplern, sowie eine sehr große Auzahl von Waffentetlen, darunter 8 Geschütz- röhre, 76 Gelchützvcrschlüffe, 151 Richtvorricktungeu, 8590 Ma- schinengewchttüufe, 4650 Maschincngcwchi schlöffer, 19800 Gewehr- und Uaiabiner laufe, 19 300 Schliffer. Aussperrung in Kiek. Die Howaldtwerke haben am Mittwoch ihren sämtlichen Arbeitern wegen Niederlcgung der Arbeit ur.d~ erlassen» der Arbeitsstätte die Enllassunz ausgesprochen. Beilegung der Teilstreik, in England. Reuter meldet: In den veifchi-Rnen B rgwcrlen de, Beztils. wo gestern ein Protcu- streik ausgebrochen ist, wurde hellte die Arbeit wieder ausgenommen. Generalstreik In Portugal. Ju Lissabon. Porto und in allen größere» Städten Portugal» ist der Generalstreik ans' gebrochen. Grostv Ausstandsbewegung in der Slowakei. Einer Grazer Vlättci meidung zufolge wird die Berhingnua, Ausmahmez-nstandeS über die ganze Slowakei vordtt Entgegen dem vssiziellcu Bericht meldet ein Vkatt aus BttB»B- daß die Zli-Sstai dSveweglmg bereits den größten Teil er rissen bade und sowohl die lai.dwirtltbaftllcheo. nne>.te I st� ll'b.iler umlaffa> Preßbnrg allein befaedeo sich 20 too Arbeit 'Öhne4 u. 7 Mk.mtt Frledensköirtscftuk 5 Söhre»chtttillckie EarantZe. Zahnziehen bei Beolellung van Seblssen grorts. Kronen v. 50 in*.« Spez.: Zatoicohne Säumen. Kctn« bmwsprei«. ZaSin-Praxis Hatvanfi,-»«»-»«? straeo i* GenevillversammlnAg de? Buchbinder In der Eeneraloersarnmlung am 5. 10. niurdcn die Anträge: 1. Der Verbandsoorstand wird aufgefordert, sofort aus der Arbeitsgemeinschaft auszutreten, 2. 11 n: auch die politisch Nichtorganisierten Kollegen und Kol- leginnen über das Wesen des Sozialismus aufzuklären, wird die Ortsverwaltung beauftragt, dahin zu wirken, daft in Bezirks- und kombinierten Wertstuvenoersammlungen durch geeignete Referenten politische Borträge gehalten werden, einstimmig angenommen. Ein weiterer Antrag, Jfieim Berbandsvorstand zu beantragen, das Verbandsorgan in Zukunft in der ,, Freiheit-Druckerei her- stellen zu lassen, wird nach reger Diskussion mit geringer Mehrheit angenommen. Einem Antrag, die sonstigen Drucksachen an die beiden sozialistischen Druckereien ,, Freiheit" und„Vorwärts" gleichmäßig zu verteilen, wird zugestimmt. Gemäß einem weiteren Besch lich sollen in Zukunft den Kol- keginnen auger der gewerkschaftlichen Fraucnzeitung, je iOOO Exemplare der Kämpferin und der Kommunistin zugeführt werden.' Ein Antrag der Ortsverwaltung, HO Prozent vom Ueberstun- den-Verdienll zwecks Verwendung für die Arbeitslojen-llnter- stützung an bje Lbkalkaffe abzuführen, wird mit groger Mehrbeit angenommen. Der in der lehren Generalversammlung beschlossene Exrrabcilrag in Höhe von 2 M. für männliche und 1 M. für weibliche Mitglieder, bleibt mit Ausnahme der in der Luxus- papierbranche beschäftigten Mitglieder, welche nur 1 M. bzw. ög Pfg, entrichten, bestehen, Als Gäste waren anwesend die Kollegen R. Meller und 23. Michailow aus Sow;et-Rugland. Kollege Meller überbrachte Grüge der rusfifchen Kolleaenschaft, Michailow, berichtete über die :6raiichenlage in SowjeteRußlano, In einer demnächst stattfin- dendcn Zllilgliederversammlung sollen die russischen Enste zu: Berliner Mitgliedschaft sprechen, es wird daher vollzähliges Er- scheinen der Mitglieder erwartet. Der Reichs larif im BsK&gewerbs ist abgeschlossen Nachdem der Schiedssvruch für einen Rcichstarif im Bank- gewerbs vom 24. Juli 1929 durch die Vorarbeiten der Parteien zu den Verhandlungen und Vorschlägen der Unparteiischen vom <. September 4929 geführt hatten, ist es am ö. Oktober im ReichsarbeUsministemm zu einer Einigung der Parteien gekom- inen, so daß der Tarif endlich Wirklichkeit wird. Der makerielle w.rd ideelle Gehal. de-. Erreichten reicht nicht ent- fernt an das vom Allgemeinen Verband Gewollte heran: das ivefentliche der Abmachungen liegt zunächst darin, dag angesichts der organisatorischen Zersplitterung der Bankangestellien der Reichstarif ein erstes Mittel darstellt, das die Zlngestellten des- deutschen Bankgewerbes, wenn auch' unvollkommen, eint. Der Dentsche Metallarbeiter-Verband zur gegen- würtigcn Lage Vertreter aus allen Bezirken des Landes behandelten in der lohten Woche im erweiterten Beirat des Verbandes in mehr- tagiger Beratung die gegenwärtige' Wirtschaftskrise und deren Ve- glei Erscheinungen, wie die Zlufgaben und Kämpfe, die den Ee- wertschaften in de: jehigcn Zeilperiode zufallen. Gegen wenige Stimmen faßte die Konferenz folgende Entschließung: In Uebereinstimmung mit der vom Vorstand eingenommenen Haltung und den von ihm vorgetragenen Richtlinien hebt der er- wetterte Beirat mit besonderem Nachdruck hervor: Es ist zwingende Pflicht der Organisation, ihrer einzelnen Or- oone und ihrer Mitglieder, sich vertraut zu machen mit den wirt- schaftlichen und wirtschaftsvolitischen Problemen, die die Herr- such einer Zersplitterung der gewerkschaftlichen Einheitsfront, vonwelcherSeiteerauchkommen möge, aufs schärfste zurückzuweisen. Der erweiterte Beirat weist ferner hin auf die immer wieder in Erscheinung tretenden, ohne Verständigung und unter Ausschgl- hing der Eewe'kschaftcn planlos inszenierten Streiks, die die Interessen der Arbeiter aufs empfindlichste schädigen und denen unbedingt Einhalt geboten werden muß. Sollen die wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiterklasse erfolgreich sein, so müssen sie planvoll vorbereitet, durchgeführt und getragen sein von den wirtschaftlichen Kampsesorganisationcn der Arbeiter- klage, den freien Gewerkschaften. Der erweiterte Beirat fordert die gesamten Mitglieder im Lande auf, in diesem Sinne zu wirken. Richtiges Deutsch und Rechnen bilden die Grundlagen, die erst Gewähr für ersprießliche Weiter- arbeit auf anderen Wissensgebieten geben. Die Volkshochjchule Berlin-Lichtenberg(17. Verwaltungsbezirk) hat für die, welche ibre Mängel im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deut- scheu Sprache beseitigen, oder ihre in Vergessenheit geratenen Kenntnisse im Deutschen und Rechnen aus der Schulzeit ergänzen wollen. Vorkurse eingerichtet. Die Deutsch-Kurse 1 und 2 sind mehr grundlegender Natur und für solche bestimmt, die ihre Kenntnisse völlig auffrischen müssen. Der Kursus Deutsch 3 soll Fortgeschrittenen Gelegenheit geben, ihre Fertig- kcit in mündlichem und schriftlichem Ausdruck zu erweitern. Tie gemeinsame Lektüre einiger literarischer Werke, Aufsätze und freie Vorträge über das Gelesene werden den Lehrstoff dieses Kursus bilden. In den Kursen Rechnen 1 und 2 werden die Grund- rechnungsarten sowie die Bruchrechnung durchgenommen werden und zwar in steter Verbindung mit Aufgaben des praktischen Lebens. Die Vorkurse sind durchweg Slrbeits gemeinschaf- t e n, in denen auf reichliche Hebungen und energische Heranziehung de: Teilnehmer zu selbständigen Leistungen Wert gelegt wird. Sie finden statt: Deutsch 1, erster Abend Dienstag, 2. November, nig Uhr im Jahn-Realgymnasium, Markistr. 2— 3; Dfcutfch 2, erster Abend, Freitag, S. November, 5�8 Uhr im Ce- cilien-Lyzeum, Rathausstr. 8: Deutsch.?, erster Abend, Montag, 1. November, � 148 Uhr im Reform-Realgymnasium Parkauc. Rechnen 1, erster Abend, Freitag, 5. November, �8 Uhr im Cecilien- Lyzeum, Rathausstr. 8. Rechnen 2, erster Abend Dienstag, 2. November. Z48 Uhr im Jahn- Realgymnasium, Markistr. 2--3. Sämtliche Vorkurse werden an den angegebenen 23ochentagen bis Endo Februar 1921 durchgeführt. Die Hörgebiihr beträgt 4 M. für jeden Kursus. Zlnmeldungen für alle Kurse wer- den bis zum 19. Oktober d. I. in der Geschäftsstelle der Bolls- Hochschule(Rathausstr. 19, Baracke 2, Zimmer 21) und bei dem Hausmeister des Kant-Realgymnasiums, Karlshorst, Treskow- alles, werktäglich von 9—7, Sonntags von 9—1 Uhr entgegen- genommen. in der Theaterkasse der Gemeinde und im Geschäftszimmer der Volkshochschule, Breite Straße 37, geöffnet Montag, Mittwoch und Freitag von S— 7 Uhr nachmittags. Erwerbslose erhalten losten- lose Teilnehmerkarten nur an der Theaterkasse, Rathaus, Zim» mer 27, von 9—2 Uhr. Ueber Auswahl und Pflege von Zimmerpflanzen spricht Pro» fessor E r ä b n e r(Botanischer Garten Dahlem) am Donnerstag. den 7. Oktober, abends 7-4 Uhr, im Bürgersaal des Neuen Rat- Hauses in Berlin-Schönebcrg. Vorher wird der Kunstmaler Hans Baluichek über„Kunst im Alltag" sprechen.� Karten (1 Mark) am Saaleingang oder täglich von 19— 5 Uhr in der im ESöncberger Rathaus stattfindenden Ausstellung„Geschmack im Alltag". Die Freie Welt gelangt in dieser Woche einen Tag später, also erst am Eonnabend zur Ausgabe, da der Druck wegen Strom- mangel nicht rechtzeitig beginnen konnte. Im Walhalla-Theaier erzielt der Komiker Hartstein in seinem drastischen Militärschwan!„Der Stolz der 3. Kompagnie" allabendlich stürmische Heiterkeit. Auch der vorangehende Variete- teil kann sich mit seinen tüchtigen Einzelleistungen sehen lassen. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgegend a« Freitag. Grvßkenteil Irock.n und vielfach heiter, um Wittag warm. bei frischen südöstlichen Winden. Aus den Organisationen 13. Distrikt. 3. Abteilung. Die Abteilungskonferen, findet nicht am Freitag, sondern am Montag, den 11. d. M., abends 148 Uhr, bei Ncnfch, Swincmllnder Straße 5, statt. 18. Distrikt. Einlaßkarten für die Proletarischen Feierstunden zum 17. Oktober 1929 stnd in der Spedition Eliesche, Pankstr. 89. zu haben. S. Siilfi«. 4,«ilfifun«. s-uie 7 Ilhr, i« Lyzeum. Kr-if-wulder Str. 25, kcf-na-f-al, Zlbt-UungsvcrsammIuii-i..,.._„ 5. iilirill, ilonrnunotc ÄainmijjiaR. ,>re!tag. 8. OltsScr, oicnbs 7 Ilhr. KöniMdtirche Oderr-aUchule. �asl-rrfir. 45-46. rortr-g d-s Emoflm Stadtrat Sern,.' Meise. Ellcheiaen säm-liS-r KommiMon-mit�licd-r»�bedingt«rfarderlich. 11. Di'trilt. Tie Eiatrittskartcn für die Praletarilchen Feterfwnden z»m T-antag. 10. LUoder, find-ca de» Trzirksführer» i* den Abteilungsldlale» ab- 2U&OlC!t. 13. Sistritt. Elternbeiräte. S-ute, 7 Uhr, Sitzung bei Talzltben, ftopen» Hagener- Elte ystaderarakie. Wichtige TagezordnunZ...... 15. TIftrilt. Sewerkichaitc-. und R-itckdn>m>f,u>n. Sitzung�Tienstag. 12. Cittba, abends 7 Uhr, im Lbkal von Braune, AZilhelm-ih-»encr«trabe. Wahl d-s Ob- NlaTINLZ..,._ IB. Tiftritt.«lldunaslommiffi-n. Sitzung heute abend 7H Uhr. In der kr- ineindeschule Tegeler Str. 18.......,. Sh-rlatt-nburg. Zeitungslommtfilan. Freiing,-tend- 7 Uhr. Sitzung be: Lau. Temg-lh-n Freitag. 8. Oktober, T4 Uhr. bei Schl-urbach. B-rkin-r Str. III. Ä?tion?rLl2nklln>a. Treoteui-Böumichulenweg. Seute abend, pünktlich Zh? Uhr, kurz« Befprechnng der Funktionäre. Treptow: Erätzstr. 4S bei Sandig.. Lauinlchul-nw-� Baun»- schulenstr. lZ bei Bog:-. Heut« abend 8 Uhr. erweiterte Borftand-litzung be, Boges, Baumlchulenstr. 13. �....... a-p-nick. Freilag. 8. Oktober, abend- 7W Uhr im Lokal«la� llrüher ,,!ich-1. Bahnhofstr. 44. wichtige Sitzung sämtlicher Funktionär«. Besonder- die Bezirk-. sühl:e müssen ericheinen.....„ ,...... H-henniuendois. Sonnabend, abends 7Zs Ugr, Borfiandsiltzung.«chonpietzee SÜotze.__....__...... t";.___ u.. rf~ er standen führen. Das muß durch die Verwirklichung des Sozialis- mus geschehen. � � Den Gewerkschaften fällt die Zlufgabe zu. Trage: des wirtschast- lichen Umstellnngsprozesses zu einer sozialistischen Produktions- und Bedarfswirtsazasi zu sein. Auf dem 23ege zu diesem Ziel sind die Gewerkschaften, die ihre ganzen Machtmittel einsetzen müssen, sowohl in den entscheidenden Machtkämpfen zwischen Kapital und Arbeit, wie in stetem Kampf gigen die Politik der Regierung und de: hinter ihr stehenden kapi- taiistische Interessen vertretenden Parteien, deren verderbliche Po- lütt zu immer unerträglicheren Zuständen führt. Die Zuspitzung der wirtschafilich-politischen Verhältnisse zwin- gen das Proletaeiai zu einheitlichen machtvollen Aktionen. Den Gewerkschaften fällt die Aufgabe zu, die Führung dieser planmäßig vorzubereitenden und eniheulich durchzuführenden Aktionen zu übernehmen. In diesem Sinne wirkt unsere Organisation inner- halb des Allgemeinen deutschen Eewerkschastsbundez. Sollen jedoch diese notwendigen stlktionen des Proletariats von Erfolg geiragcn sein, dann müssen die Gewerkschaften als einheitliche, geschlossene Kampfesglieder erhalten und ausgebaut werden. 21 He Verbau d s m i t g l i e d e r haben die Pflicht, jeden Aer- Die städtische Tumultschädenkommission in Lichtenberg hat sich letzthin mit der F'agc des eventuellen Anschlusses der Lichtcnberger Tumultschüdenadieilung an die Berliner Abteilung für Aufruhr- schäden befaßt, der im Hinblick auf das bevorstehende Jnkraft- treten der Einheitsgemeinde Berlin von Berliner Seite aus an-! §crcgt worden ist. Ziach einer lebhaften Aussprache über diese rage wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: „Die Kommission für Tumultfchäden hält die Selbständig- keit und Belassung der hiesigen Tumultschäden- a b t e i l u n g aus praktischen Gründen im 17. V e r w a l t u n g s- bezirk mil der Maßgabe der Bearbeitung der Schadensfälle nach gleichen Richtlinien(wie in Berlin) für geboten. Jedoch müßten, um eine weitere erfolgreiche Tätigkeit in der Bearbeitung de? Schadensfälle zu ermöglichen, der hiesigen Tumultschädenkommission dieselben Vollmachten wie der Deputation des Berliner Hilfsfonds erteilt werden."— Der Lichtenberger Magistrat hat sich diesem Beschluß der Tumulischädenkommission angeschlossen. Einen Herbstwaldlauf veranstaltet am kommenden Sonntag, nachmittags 2 Uhr, der 1 Kreis des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes in der I u n g f c r n h e i d e. In körperlicher und geistige: Hinficht durch das Tummeln in frischer, freier Luft außerordentlich anregend, erfreuen sich diese Waldläufe bei den Arbeitersportlern immer steigender Beliebtheit. Diesmal werden sie ihr Können im Einzellauf über 7% Kilometer, wie auch im Zllannschaftslauf über 3 Kilometer erweisen können. Die Jugendlichen sqllen in einem Lauf über 3 Kilometer und die T urnerinnen in einem solchen über 399 Meter ihr Bestes hergeben. Eine besondere Anziehungskraft dürfte wiederum die Z3aldstafetie der Kinder ausüben. Von jedem Verein oder Abteilung werden 30 Läufer gestellt, welche dann im fröhlichen Weitlauf durch Feld und Wald die Palme des Erfolges sich streitig machen. Die Groß-Berliner Arbeiterschaft wird ersucht, durch Massenbesuch dem Ganzen einen würdigen Rahmen jm geben. Trefflokal Vergnügungspark Jung- sernheidc, Tegeler Weg, Rittgbahnstation Jungsernheidc. Volkshochschule Berlin-Pankow. Die Kurse für das Vierteljahr Oktober-Dezembcr 1929 beginnen am 18. Oktober. Anmeldungen IM Adressen—------—-------- Landrat-amt Ziiederbornim, Zimmer 33, einzusenden. Vereins Kalender «rbeiter-Wanderbund„Naturfreunde". Bez. Berlin. Sonntag. den 19. Oktober, im Gcwerkschastshaus. Enaelufer 15: S-unden des Frohsinns(Gesang. Harfe. Rezitation). Anfang 5 Uhr. Karten zu 2,59 M. bei Kruse. Mariannenstr. 11(Laden), Wagner. Michaelkirchplatz S. Hauch, Brunnenstraße 185, Maspfubl. Brüsseler Straße 14, Krüger, Hohenlohestraße 17, Kusch, Wolliner Straße 28a. �,,. Arbeiter-Schachspieler. Am Freitag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, wird in Neukölln, Lenaustraße, Ecke Reuterstraße, bei Niedergesäß die 3. Abteilung eröffnet. Sonntag, den 19. Oktober. vorm. 19 Uhr, Donaustrahe 195: Vortrag: Lösungstournier. zwei Preise. Teilnahme, Eintritt, Unterricht für jedermann frei und unentgeltlich. Tonriften-Verein„Die Naturfreunde", Abteilung Norden. Der angezeigte Lichtbiloeroortrag: Die deutsche Wasserkante, am Frei- tag. abends y}8 Uhr, findet im Museum sür Meereskunde statt. Bolksfürsorgel Vertrauensmann erversammlung am Sonnabend, den 9. Oktober 1929. abends 7 Uhr. Thema: Di: Neuorganisation in Eroß-Lcrlin. Zlbteilung Oestliche Vororte l (Bezirke 39. 37, 67 und 88) bei Baschin. Adlershof. Sednnstr. 3. Ref." Genosse Bläfing. Die Versammlung am Fre.tag für die Ab- teilung Neukölln-Bntz findet nicht in der Steinmetzstraß- 22. son- dern Sieinmetzstraße 7, statt. dte�Znsuss-n' des ö-ipit-ls Buch' unter«üliger Mi Knell und de» 7>um«-iii«n fieirn Neil Lünzmann.„. r-nnd der iechnilckeu«nzcitellien und veamten. Am Freitag, de» 8. Cltctir, u. Uhr. im R-ftanicnt Schlosillaulc. Schöncieig. cbends 7 Uhr. im R-st-urant -ier-hef. Ebervuretze. N-iniLendorf,-tendu 7>l Uhr, im Är i.inraiit«chiU.,. ZNUtenau. Am«ahnhei. Tegel, abend» 7!» Ud?, im Cafe H-ss-nz°-l«ru, Stressen- bahn-Endhalt-stelle. Oertliche Fachgruppenau-schussitzunz der Metallinduftric, abend» 8 Uhr. in der keschästeftelle._ Berantinarllich für die rltdattiant Leo Li-bschütz. B-rlin-Frledenan. Bcr« nntweitlich inr den Inseratenteil: Lud will S« m e r i n« r. K°rl-l>-rss.— Ve�laasoLne�en�ckast Freiheit" e. G m b. ft.. Berlin. Druck der»)rreihsit* Orvcker-k E m. k � 5 ♦ V-it? PILI BV •Waren Kreuzfileh»©..... ...... ..... i?&| z wäre r. f ab r i k Ko srnaa Siskosp W&l I str&So 20, f., KttinltUcbe 0öbenlonnc ifihtS besonders biSiiSst! uon res! c;n medizinischen Autoritäten empfahlen al, �<7.°.. qeacn wl-.t-.-mur, Dleich n-l,t.!�->:-n!-e«nk.>..ten. ?Naqen-, Dar-mstLru-ise-i. Nicr-nr-iden. �«tiicht. ~-itUicrt, attzeiiin-tisiZivs, TrliUltii-igotzr-rtissheit.n, ...... M 300, ............»SO .......... M. 300 Untorgrundbahn Splttolmnrkt. [i Ansiedelungen »-ert!ali>i!7,ki,i-»u.>1<-«r-»rosalt>!s ,>.s»- icic-ur«rljolif.ifl»ach Ki aslre..?!'«. Operailonen. rrne Kor«i 78 M.(16 Bostpf Nungan) erspart oft; wcchenlonge Baderotca.,, "„..Afifirifl Nr. i! u. mündl.-Aliud, ko!.»!. in dem fachm. zelelici. BifihaW MM-mm-m Si. w-1 u. 4-» Uhriz SiLsst« Spezi-l-Anstal- T.ulschlandu �' Mit l) Höhensonnen.___ ....."Käpiti�-SCautaöak rrichlicher in der srührren«ulen Ou-.i-a! zu beziehen durch die bcdaunlcn Verbau, assellcn «■«ifchtr,(Berlin, lichtcriäcrqcr Sir. SU. 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