Ewzelpreis SVPfg.» 3. Jahrgang Sonnabend, S. Oktober 192V'.Nummer 426- Morgen-Ausgabe GW«ontn»»l u4näl«t*, esam««» meattttaa täf. Le»«qcBnrt!» btaigt St»\mtr xvst«Ilmi9 it» K-u« fi t#,— M. i» Elton« jaijltaT. von br Cftbitiüa ftlbfr«dxrdoll»,S0 JS. Ult®elt» fctin#»eh»«, fSittnd!« PoLnnstoLeu Dtsi-Ivtixrn cntitjrr. ÜKtt etttlfbot» bcjooni füt SrifdiUrli und Ötftr�si«!!».w®!, fit be» SJrij» Sasloib KJ.aO M. poiiZM) SUlwU�luffchl-i,«es Sri« Ut LstfSlc-Z» an» OtJUtteUi£».—«. •tVtMtw nb«nlrg 9?trtb»«»«rtitt«fr»»« Sc». «c ,cht»«Uf»»«« KcaocNiViitUc»*« bette«»>» bolUt 5,— Ä i,. Ststazamaf�OB.«Itixt Hturtat*: Do« ftUsebtudWe®iw 2,— 98-, ftbec«ri. «et! ZA» 98., odtlchlitbNch Ttuttllxztjx'chla,. Lonftcb««I>lti,tn loa! Tchvif. FcnnIitn-SiiitigtR aab ei:,Jcx.®t'li<3jt 0,30 M. ntUa vre TJcilt.£Ullo!»®t'j ftc ta«bttffinjeigea: bts fcSjtbtxtktc fiBea 1,30 ZV., jebe«.anien LSs» t,— ZJt, S»M««a: Mna LSZ», 29iS,«I» 4603, Wi, ililt m MW VMS! W W WW! Die reakttonärsn Kräfte stoßen vor. Einen unerhörten Gewaltstreich hat die kapitalistische Mehr- heit der preußischen Landesversammlung gegen die arbeitende Bevölkerung Groß-Berlins verübt. Durch die Annahme des Gesetzes zwingt sie die Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung zu emer Neuwahl des soeben gewählten Magistrats und sabotiert damit den Willen der Arbeiterschaft. Wir rufen die arbeitende Bevölkerung Groß-Berlius auf. gegen die Frechheit der reaktionären Kreise M Slnim. m 10.9(1, mm. 10 W. in imWlensWMn toloien M moiefflemi Tagesordnung: Ae mm in MWei(«Mi ni(ü M M-tnU Pharus�Säl?, MMerstr. 142 Moab. Gesellschaftshaus, Wielesi!?. 34 Boigt-Theater, Bodstr. öS Waihalla.Theater, Weinbergsweg Andreas-Festsäle, Andreasstr. 21 Schulaula. Gleimstr. 40 Böhm. Brauhaus, Landsberger Allee Lokale: Graumanns Festsäle, Naunynstr. 27 Züd-Ost-Säle, Waldemarstr. 75 NestMöa»: Kliems Festsäle, Hasenheide Eharlottenburg: �. Volks Haus, Siofirfenftr.' jyi Schöneberg: Schwarzer Adler, Hauptstr. 144' uiri>rt.'ttl»erg: Kaffee BeLevv« Wclffe»see: Bereinshaus, Charlottenburger Str. 120 Pankow:;' Konzerthaus Lindner, Breite Str. 34! MM, MMium, AiigeMe, BeiiU«! W Sich diese«eqmMWs Mi jesillei! Sie ist die Meitmg zu veilerelt MHöM der gegenMW»«iir« Psriem! Eischew in Mffe«! Bezirks-Verband Berlin-Brandenburg USPD. MO«»er Mm« iiii ZMUSgemMe Die Absichten der Unternehmer Die Zahl der von dem Streik der Zettungsangestellten und der Aussperrung des technischen Personals betroffenen Ar- better und Angestellten ist auf etwa 1 ö 000 angewach- fen. Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium zwischen den Vortretern der Berlmer Zoitungsverleger. den Streikenden und den ausgesperrten� Buchoruckern und Ar- beitorn find ergebnislos verlausen, da die Unternehmer jede Erhöhung der Tarifsätze ablehnen und erklärten, daß sie nicht daran denken, sich dem, vom Schllchtungsausschuk gefall- ten Schiedsspruch zu untenversen. Ueber die Verhandlungen und die Absichten der Unternehmer berichtet die B.S.-Korrespondenz: „Ter Hauptstreitpunkt, an dem die Verhandlungen vor allem ge- scheitert sind, liegt in der Aussafiung der Arbeiterorganisationen über den Begriff der indirekten Streik arbeit� von der die Organisationen nicht abgehen wollten. Die Verleger erblicken in dieser Auffassung eine Gefährdung jeder tariflichen Berein- barung und erklärten, bei diesem Sachverhalt sich auf weitere Ver- Handlungen nicht einlassen zu können. Auch in bezug auf die E e- haltsforderungen ist ein« Verständigung nicht erzielt� war- den. Die Angestellten hielten an ihren Forderungen auf Erhöhung des Gehalts fest, während die Verleger sich außerstand« erklärten, eine Erhöhung in der oerlangten HSHe zu bewillige». Ter Streik geht also weiter und dürft« aller Boraussicht nach noch w« i- tere Kreise ziehe«. Zu ihrer ablehnenden Haltung sind sich nunmehr die Berliner Zeitungsoerleger völlig einig. Auch die ..Germania", die„Deutsche Allgemeine Zei- tuna" und die„Deutsche Zeitung" habe« ihr Erschei- »eil eingestellt. Es s-ll der«ersuch gemacht«erde«, die Zeit»«««» in anderen Druckereien herstellen ,« lasten. Falle die dort beschäf- tigten Buchdrucker und Arbeiter diese Arbeit verweigern, werden, da die Buchdruckereibesitzer sich mit den Zeitungsverlegern sali- darisch erklärt haben, wohl weitere Aussperrungen er- folgen Die Berliner Zeitungsverlcger beabgchtign,, während des Streiks reip der Aussperrung ein Elphettsblatt herauszu- geben, das am heutigen Sonnabend iMM ersten Mal« erscheine» dürfte Der Konflikt im Berliner Zettungsgewerb« dürfte dies- '�W�zw?ifeln u�darän. daß der«ersuch, die Zeitung«»!, die ihrSüfches Personal ausgesperrt haben, m anderen DÄreien herste�tt" l*!'™. an der Sölidarttät der Per. «ner PuAKreiarbeittr sofsirt s�ter" w�. Mtt d-r Neichen Entschiedenheit aber wie dre Beriiiier Buchdruckerer- �r n.G„ auch die Puchdruck. rerarbeiter anderer Ort«, etwa von Leipzig, von Dresden, von Halle oder Magdeburg, dafür sorgen, daß der Plan, ein bür- gerliches Blatt außerhalb Berlins herstellen zu lasten, schei- tert. Dasselbe gilt natürlich auch von der Herstellung des „Einheitsblattes. Die A b s i ch t der Unternehmer ist vollkommen klar. Der Versuch der Herstellung eines Einhellsblattes in Berlin dient dem Zweck, die Ausdehnung des Kampfes über die Zettungsbetriebe hinaus auf alle Buchdruckbetriebo B e r l i n s zu sichern, während der Versuch, das Blatt außer- halb Berlins herzustellen, den V o r w a n d für die a l l g e- meine Aussperr ung in ganz Deutschland liefern soll. Diese Absichten der Unternehmer find eine'vollkom- «ten« Bestätigung unserer von Anfang an vertretenen Auffassung, daß das mächtige Zeitungskapttal bewußt des, ersten Vorstoß zur Herabdrückung der Lebenshaltung weiterer Schichten der Arbeiter führen will. Zn Besprechungen der Unternehmer wird diese Abficht ganz offen zugegeben. Der verlangte Lohn a b b a u war nur ein Borwand, und die Unternehmer waren sich von An- fang an darüber klar, daß sie damit den Ausbruch des Kampfes unvermeidlich machen würden. Trotzdem handelten sie so. weil sie den Kampf als starker Vortrupp de« Unternehmertums herbeiführen wo Ilten. Einsichtige Unternehmer des Buchdruckgewerbes. außerhalb des Kreises der Zeitungsverleger. aber haben keinen Zweifel daran ge- lassen, daß sie die Lohnforderungen der Angestellten als durchaus berechtigt ansehen und das provokatorische Verhol- ten der Zeitutigsnerleger und die Ablehnung jeder Lohn- erljohung für unvereinbar halten mit der ständigen Verteue- rung des Lebensunterhalts, die eine Erhöhung der Löhne und Gehälter notwendig macht. Die verbrecherischen Absichten der Zei» tungskapitalisten dürfen deshalb nicht ge- l i n a e n. Die Zeitungsangestellteil und das ausgesperrt« technische Personal sind in bester Stimmung. Die tatbereite Solidarität der Arbeiterschaft muß däzst beitragen, daß diese Stimmung erhalten bleibt pnd das solidarische Zu- sammenarbeiten von Kopf- und Handarbei- tern de« Steg davonträg t über ein macht- lüsternes Unternehmertum s«« B«s»»«l der„Freiheit-Drvckerei" hat Srschl-fie«,«« de» Rinder«\M helfe«, eine« Teil fei««» Lahne» an die St»»ikende« «»» U»a»ejpkrrte» de» Zeit»»Z»».»erbe» abzafiihee«. Das Ergebttis des Betriebsräte- Kongresses.«MZ ' Der erste Kongreß der Betriebsräte Deutschlands, ift, zri Ende gegangen. Derer st eSchrittzurZusammen- fqssung der Betriebsräte ist getan. Womit schon gesagt ist, daß der Kongreß ein wichtiges Stück Arbeit geleistet hat, denn seit mehr, als Jahres-� frist wartet die Arbeiter- und Angeftelltcnichast daraus, daß mit dem Aufbau einer Betriebsräteorganisatio» begonnen werden möge. Es ist nicht ganz richtig, was auf dem Kon- greß darüber gesagt wurde, nämlich, daß die Frage der Or- aanisation der Betriebsräte erst akut geworden ist mit dem Inkrafttreten des Betriebsrätegesetzes. Es war sogar«ins ü e h l e r und ein Kräfteverlust, daß keine umfassende Betriebsräteorganisation bestanden hat, die beim Kampsc »m ein besseres Eesetz mitwirken konnte. Vielleicht wäre diese „wilde" RLteorganisation nicht so wohlüberlegt ausaebaut und so geordnet gewssen wie die. vi« nun entstehen soll. Wir sind über diese Gegensätze der Meinungen über die'Oraa- n r s.a t t o n sf o r m e n. die ans dem Kongreß deutlich fühl-' bar waren, nicht so sehr entsetzt. Wir halten sie für Gärun-f gen, die früher oder später vorübergehen. Es ist darum auch kein Unglück, daß die Beschlüsse des Kongresses über die! Form der Verbindung nicht völlig einmütig gefaßt find. Wir glauben indes feststellen zu können, oaß auf dem Kon- greß ganz allgemein die Auffassung verbreitet war, daß die Organisation und Arbeit der Betriebsräte nur möglich ist, in engster Verbindung mit den Gewerk- schaften. Nachdem das Betriebsrätegesetz vorhanden ist, das den Betriebsräten zahlreiche Aufgaben zuweist, die Rnz im Rahmen der Kewerkschair�dcwcgung liegen, ist »an aus diesem Grunde keine andere Lösung miig- liäi. ahn« unheilm?lke Pie r m i r r st n g in die Betriebsräte' arbeit zu � tragen.. Ob nun die. Verbindung zwischen Ee- werkschaffen und Räteil ein wenig mehr oder weniger eng gestaltet, ob die Räteorganisationen streilg nach dem' Muster der Spitzenorganisationen, oder, wie in Berlin. Düsseldorf und Halle, in etwas abweichender Form aufgebaut sind-- das dürste, glauben wir. immer weniger störend wirken, je mehr die praktische Arbeit der Röte sich vermehrt. Denn sie wird mehr und mehr zeigen, daß eine innige Vor- schmelzung zwischen Gewerkschafts- und Rätearbeit beide Teile befruchtet. Wir erwarten daher auch keine Ketzer- gerichte.der neuen freigewerkschaftlichen, Betriebsräte zentrale gegen Ortsgruppen, die sich abweichend orga- nssiert haben, weil wir sie für unklug halten würden. 4 des Proletäriats, der sehr wohl durch die Betriebsräte eine verstärkte Machtquelle erhält, eine breitere Basis zu ver- leihen. Auch die ungemein wichtige Frage der Aufgaben der B«� t'iebsrate konnte nicht mit Gründlichkeit behandelt werden.! Es gelang Nicht einmal, das Wesentliche aus der Flut des Vie-i ten klar herauszuschälen, was wohl der wichtigste Zweck einer! eingehenden Debatte sein sollte. Nur D i ß m a n n konnte in. seinem Referat die Richtschnur für die Arbeit der Be-' triebsräte. wie auch wir sie erkennen, andeuten'. Arbeit auf dem gegebenen Boden zur Erweiterung der Rechte, zur Stär-: kung des Eilfflusses der Arbeiter usid Angestellten, zähes Ringen im Alltag. Fortschreiten von Erfolg zu Erfolg, mcht um auszuruhen, sondern um von jeder errungenen Macht- Position aus zu neuen Erfolgen zu streben. Dabei aber nicht' versinken im Wust der Kleinarbeit, nicht befangen sein vom „Betriebszweck", sondern Sozialist und Kämpfer um das Endziel bleiben. Klassenbewußtsein wahren. Das ist, wie wir von jeher betont haben, die Linie, auf dek� sich die Arbeit der Betriebsräte zu bewegen hat, wenn wir i die gegenwärtigen auf Grund der gegebenen sozialen Machtverteilung vorliegenden Möglichkeiten im Auge behalten und wenn wir uns. Massen und Führer, vor Illusionen und leichtfertigen Versprechun- gen bewahren wollen. Der Kongreß konnte uns nicht davon. überzeugen, daß diese Linie von allen Kongreßteilnehmern genüge, u> klar erkannt worden ist. Auch hier liegt«ine Aus- gäbe der neuen Betriebsrätezentrale. Sie hat dir Pflicht, die Arbeit der Betriebsräte de» Reiches so zu leiten, daß immer klarer her austritt, worauf es ankommt. Nur dann wirdj das Programm des Kongresses Kampfpardle der Arbeiterklasse sein könne», wie A u s h ä u s c r sagte. Ein andere? Problem von entscheidender Bedeutung� ist nicht genügend gewürdigt und nicht in seiner ganzen Tiefe erkannt worden. H i l f e r d i n g hat in seinem Referat vor dem Glauben gewarnt, daß es möglich sein uxrdo, dem Ka pttalismus die sogenannten und oft erwönnten' it- zähue" auszubrechen— durch Preisregulierunge« und ähnliches, auch kleine Mittel dieser und jener Art. deren i Durchsetzung sich die„Arbeitsgemeinschaften" zux. Aufgabe ge-\ stellt haben ohne indes dm G r u n d l a g« d e s K a p,- talismus. den Besitz der Unternehmer an den Produk-' tiynsmitteln. selbst zu berühren. Wissels dagegen hat! immer wieder betont, 4t halte es ehr wohl für mogstch, daß> die»ebefteeNaff« es durch Einsetzung ihrer Kryfr meifrjy * könne, daß gewissermaßen Reformen an der kapitalisti- schen Wirtschaftsform vorgenommen werden, Reformen, die den Kapitalismus bestehen lassen. Der Kongreß hat die Re- Elutionen beider Redner angenommen, ohne diesen Unter- schied der Auffassungen klarzustellen und fich für die eine oder andere zu entscheiden. Darin l i e g t e i n e Gefahr. Die Arbeiterschaft muß >ich darüber klar sein, daß diese verschiedenen ökonomischen Auffassungen Ausgangspunkte verschiedener politischer Methoden sind.„Gemeinwirtschaftliche Regelungen", mit denen man die bösesten Erschcinunaen des Kapitalismus unschädlich zu machen glaubt, stnd nur möglich durch Verträge mit dem Unternehmertum, womit nicht gesagt sein soll, daß solche Versuche damit wirk- > a m werden. Wir finden vielmehr, daß wiederholte Be- mühungen solcher Art, teils von rechtssozialistischen Ministern vorgenommen und in sogenannten gemeinwirtichaftlichcn Körperschaften erprobt, die Unwirksamkeit dieser Methode bereits erwiesen haben. Aber hier beginnt der Abstieg in die Niederungen der widernatürlichen K o a l i- tionenundKompromisse, aus denen wir unbedingt heraus müssen, wenn Wahrheit werden soll, was auf dem Kongreß verkündet wurde, nämlich daß die Arbeiter- klasse, in den Gewerkschaften vereint, e i n s sei im wirtschafts- politischen Kampfe. Und darum warnen wir, darum wiederholen wir mit Nachdruck die Warnungen Hilferdings uw diesen Abwegen. Cs ist unleugbar, daß auf dem Kongreß ein entschlossener und ehrlicher Wille zum Kampf für den Sozialismus zum Ausdruck gekommen ist. Und er darf nicht verkümmern und enttäuscht werden durch eine Taktik. Dreierlei hat Auf- Häuser in seiner Schlußrede mit Recht als Ergebnis des Kongresses festgestellt: Die Kampfgemeinschaft der Gewerkschaften und Betriebsräte, die Einheit der Hand- und Kopfarbeiter, die S o l i d a r i t ä t der Arbeitslosen und der Arbeitenden. Zn der Tat, ein bedeutungsvolles Ergebnis. -oll es nicht verpuffen, dann müssen diese illufionäreu Methoden vermieden werden. weist diesen im einzelnen die AZege, wie sie je nach der Ursache der für die Stillegung oder den Abbruch maßgebenden Schwierigkeiten Maßnahmen zur Stützung des Betriebes ergreifen können(z. B. produktive Erwerbslofenfürsorge, öffentliche Aufträge). Dabei ist ausdrücklich hervorgehoben, daß nicht jede Stillegung als ein volkswirtschaftliches Unglück betrachtet werden darf. Vielmehr kann die infolge des Spaa-Abkom- m e n s verschärfte Kohlenlage leicht dazu führen, daß gewisse Ein- schränkungen der industriellen Produktion im Jniereise einer mög- lichst wirtschaftlichen Ausnützung der vorhandenen Rohstoffe sogar angestrebt werden müssen. Der Eesschtspunkl einer möglichst rationellen Aus- nützung der vorhandenen Roh- und Betriebsstoffe kommt in der Perordnung auch dadurch zum Ausdruck, daß die De- mobilmachungsbehördcn ermächtigt werden, nach der Anzeige der beabsichtigten Stillegung oder des beabsichtigten Abbruchs die im Betriebe vorhandenen Vorräte zu beschlagnahmen und zu enteignen. In erster Linie sollen auch hier die im Betriebe vorhandenen Kohlenvorräte erfaßt und weiterer produktiver Ver- Wendung zugeführt werden. Es muß gefordert werden, daß bei der Durchführung dieser Verordnung den Betriebsräten die weitestgehende Mit- Wirkung zugestanden wird. Ihre Aufgabe muß ss sein die Verordnung zu benutzen, um sowohl dem Egoismus der Unternehmer zu begegnen als auch allgemeine sozia- .l i st i s ch e G r u n d s ä tz c durchzusetzen. «fc Die Bergarbeiter und die Sozialisierung . Zn einem Artikel der„Leipziger Volkszeitung'' behandelt K. O t t e r- Bochum die gegenwärtige Lage des Ruhrreviers. llcber die Haltung der Bergarbeiter, zu der jetzt im Vorder- gründe des Interesses stehenden Frage der Sozialisterung macht Otter die folgenden bemerkenswerten Ausführungen: Ter Kampf, der um die Durchführung der Sozialifierung zwischen Arbeit und Kapital demnächst im Ruhrrevier durchgefochten werden muß, wird hart und schwer sein, und seine Formen lassen stch heute nur ahnen. Unvorbereitet wjrd er die Ruhrbergarbeiter nicht vorfinden. Trotz der erst kurzen Tätigkeit, die die Betriebsräte auf den Ruhrzechen hinter stch haben, hat sie ihnen Erfahrung. Kenntnisse und Einblicke in die Lergbauvcrhältnisse gewährt, die die Durchführung der So- i'.alisierung wesentlich erleichtern werden. Seit der Tagung des internationalen Bergarbeiterkongresses in Genf wird es im Ruhr- temer von Tag zu Tag lebendiger. Nicht etwa in Streiks oder Putschen, sondern in nüchterner, klarer, aber zielbewußter lleberlcgung, der Dinge wartend, die da nun kommen werden, iicxeitet sich dl« Knappenschaft vor. Allen Berg- "aMiterorganifatiönen voran, hat der alte Bcrgarbcitcrverband eia Zozialisierungsfragc von neuem aufgerollt und auf der letz. ten Tagung in Bochum, auf der alle Bezirke Deutschlands ver- treten waren, einmütig das Signal zum Vormarsch in der So- zialisierungssrage gegeben. Das Signal lautet: Sofortige So- zialifierung des Bergbaus unter völliger Ausschaltung de« Privat- kapital?. Wurde dieses Signal von den Ausgebeuteten einmütig und freudig ausgenommen, so erregte es, wie nicht anders zu er- warten war, bei den Ausbeutern mächtiges Knurren und Murren. Ihr Erollen ist der beste Beweis dafür, daß sie die Sozialisterung fürchten und sie mit allen Mitteln zu verhindern suchen werden. i'koch ist die Durchführung der Sozialisierung nicht da, noch find die großen Widerstände, die die Bourgeoste ihr entgegenzusetzen ver- mag, nicht überwunden. Aber der revolutionäre Wille und die elementare Kraft des Proletariats wird über alle dies« Widerstände hinwegschrei- ten. Der Wille des Volkes wird siegen. Welche Formen der Kampf um die Sozialisterung annehmen wird, läßt sich im vor- aus schlecht sagen: es hängt alles von den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen, der Geschlossenheit de» Proletariats so- wie von den Widerständen der Goldkönige ab." Otter weift ferner mit Recht darauf hin, daß durch den Streit um die 21 Bedingungen innerhalb der U. S. P. D. die Gefahr besteht, daß das Proletariat um die Erfüllung der wichtigsten Forderung, der Sozialisierung des Bergbaus, ge- bracht wird. „Sollte der Kampf", so schließt er seinen Artikel,„der in den nächsten Wochen oder Monaten für die Soztaltsierung tn ganz Deutschland einsetzt, durch den Streit beeinträchtigt werden, so tragen für die folgen btej e n igen die Verantwortung, die alles Heil von Moskau erwarten. durch ihr Vorgehen das deutsche Proletariat m seiner Ak- tionsfähigkeit schwächen und so d r e n o t u» e n d l g e deutsche Revolution hintertreiben. Matznahmen gegen Betriebs- stillegungen Dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat ist vom Reichswirt- schaftsministerium und Reichsarbeitsministerium gemeinsam die seit längerer Zeit angekündigte Verordnung über die Maßnahmen gegenüber Betriebsabbrüchen und-stillegungen vorgelegt worden. � Die Verordnung steht eine Anmeldepflicht vor für ganzen aber teilweisen Abbruch von Betriebsanlagen sowie für die ganze oder teilweise Stillegung eines Betriebes, sofern sie mit Arbeiter- entlassungen im gewissen Umfange verbunden sind. Di« Ver- ordnung bezieht sich auf industrielle Betriebe sowie auf die Be- lricbo des Verkehrsgewerbes ausschließlich des Reiches und der <'ändcr soweit in'ihncn mindestens 20 Arbeitnehmer beschäftigt werben! Von der Anzeige ab läuft eine Sperrfrist von vier Wochen im Falle der beabsichtigten Stillegung, von sechs Wochen im Falle des beabsichtigten Abbruches, welch letzterer unter ge- winen Voraussetzungen um weitere drei Monat« verlängert .„den kann. Während dieser Zeit darf im Betriede keine Ber- ci-oerung der Sach- und Rechtslage vorgenommen werden, die leine ordnungsmäßige Führung beeinträchtigen könnte- Die Sverrfrist dient dazu, den für die Durchführung der ver- ordnung zuständigen D e m o b i l m a ch u n g» h e h ö r d e n Ge- leaenbett-u geben, im Benehmen mit der Betriebsleitung und dem Betriebsrat sowie gegebenenfalls mit ortlichen und fach- lichen Sachverständigenorganisationen Hilfsmaßnahmen zu er- greifen, um dem Abbruch bezw. der �N«. genau« AnsnihrnngsanweiNlNi, an die vomi vachunqsbebsrtvn � Wilder Streik in Heegermühle? Bon der Direktion des Märkischen Elektrizitätswerkes wird mit- geteilt: Nachdem am Montag im Kraftwerk Heeger- mühle des Märkischen Elektrizitätswerkes die Belegschaft in einen wilden Streik getreten war, der von einer Minderheit durch Terror erzwungen war, gelang- es der Vermittlung der Eöwerk- ichaftsführer, die Belegschaft zu einer aebeimen Abstimmung zu bewegen, die mir überwältigender Mehrhctt die sofortige Aufnahme der Arbeit beschloß. Die Arbeit wurde darauf am gleichen Abend wieder ausgenommen. Die Rädelsführer der Bewegung, die unter dem Namen revolutionäre Betriebs- organisation marschiert, holten darauf aus den umliegenden Industriebetrieben ihre Anhänger heraus und eroberten in einer stärke von 1000 Mann das Kraftwerk, zwangen die Belegschaft zum Verlassen des Betriebes, bildeten einen Aktionsausschuß und legten die Stromlieferimg an die gesamte von diesem Kraftwerk versorgte Industrie und Landwirtschaft still. Nachdem durch ein starkes Aufgebot von Sicherheitspolizei die aufrührerischen Ele- mente vertrieben und das Kraftwerk der Betriebsleitung des Märkischen Elektrizitätswerkes übergeben wurde, ist zunächst zur Ausrechterhaltung der lebenswichtigen Betriebe ein Notbetrieb durch die Technische Nothilfc aufgenommen worden. Nachdem ge- nügender Schutz für die arbeitswillige Belegschaft bereit steht, ist mit der Wiederaufnahme des vollen Betriebes zu rechnen. Das klingt recht offiziös gruselig aufgemacht und es bleibt abzuwarten, wieviel von der Geschichte Wahrheit ist. Stimmt die Meldung indes auch nur zum Teil, so halten wir das Vor- gehen für einen Fehler. Eben haben auf dem Betriebsräte- kongreß die Redner aller politischen Richtungen planlose Einzelaktionen für verfehlt erklärt und ein Verfahren verur- teilt, das nach Putsch aussieht und als Putsch wirken muß. Das Aufrüsten der weißen Banden Die Freikorps, die nach de« Aapp-Pcktfch angeblich aukgeUstt werden sollten, haben ihre Angehörigen aus dem Lande unter- gebracht und in festen militärischen Verbänden zusammen- geschloffen. Sie konnten diese Arbeit ungestört vollbringen, weil fich kein Staatsanwalt darum kümmerte, den Erlaß des Reichs- Präsidenten Edrrt grgen sie anzuwendrn. Die Tatsache, daß«« fich bei den Freikorpsführer« nicht darum handelte, den entlasse- nen Soldaten Arbeit nachzumeife«, geht daraus hervor, daß die Unterbringung auf dem Lande nach genauen militärischen Normen und Formen erfolgt. Es find alle Waisengattunge«»ertrete», die wieder untre sich in einzelnen Bezirken untergebracht find,>m jeden Augenblick operativnofähig zu sein. Diese Tatsachen sind der Staatsanwaltschaft seit Monaten be- kannt. Sie hat genaue Unterlagen zugestellt erhalten, die»ein«» Zweifel darüber auskommen lassen, daß ,s fich um ein« Banden- bildung handelt, dir nach de« Erlasse Ebert» mit Zuchthaus bestraft werden müßte. Ader die Staatsanwaltschaft hat das Material in ihre« Schreibtisch verschlossen und de» Ebertsche« Erlaß bisher nur gegen«rteiter angewendet. Durch diese rücksichtsvolle Nachficht, die den Freikorpsführern bei ihrer Bandenbildung zuteil wurde, ist es dahin gekommen, daß zwar Einwohnerwehren und Zeitfteiwilligrnkorp» der Form nach »nfgelSst worden find. an. ihre Stelle aber der»ewassnete, Militärisch formierte Selbstschuß getrrten ist. Die Bewaffnung ,st mustergültig durchgeführt, teils habe« die «rreikorp» ch« Waffen mit auf» Land genommen und sie auf den Gütern oersteckt, teils werden ste ihnen durch die Reichswedr und das Retchsverwertungsamt ,«s-jch»d«n. Die Ausrüstung»er«e- ist als« fix»ad fertig. Die Führer rechnen anjchei- nend damit, in»nezester Zeit einen vernichtenden Schlag führen zu können. an» 2" b'" irßten Tagen haben in den verschiedenen«egenden Deutschlands« esp�echungen stattgefunden, an deaen hervor- ragende»ertreter der Industrie und auch die Mittelsmänner der Retchswehr teilnahmrn. De, immer noch steckbrieflich»erlolqte Hauptmann Pfeffer, der fein Domizil im«reise Arn»- wald. ausgeschlagen hat und dessen Wohnsttz dem Staatsanwalt de» außerordentlichen Gericht» ebenfall» feit Monate» genau be- kannt ist, war in drr letzten Woche im Ruh rg»biet und hatte dort«esprechungen mit Offizieren und Industriellen. Er hat auch dem General Watter einen Besuch abgestattet, der gegenwärtig in«ad Oeynhausen wohnt und dort neue Operations»»«« ausbrütet. Pfeffer hat bei den Besprechungen die Teilnehmer zu gesteigerter Tätigkeit ausgrfordert. Er macht« ihnen den Vorwurf allzu großer Schlappheit und»erlangte, das versäumte so schnell wie möglich nachzuholen, da über kurz oder lang die Entscheidung kommen müßte. Auch in Berlin haben«e- sprechungen der Freikorpssührer stattgefunden. Hier waren e» vor allem die Offiziere des ftührren Detachement» Roßbach, die die Verbindungen mit maßgebenden politischen und militäri- schen Personen herstellten. Es war ihnen vor allem daran ge, legen, Massen sicherzustellen und nene zu erlange». Die Vorgänge hänge«»avfs engste zusammen mit dem er- bitterten«ruderkampf, der seit einigen Wochen die stärkste Partei de» Proletariats, die U. S. P. D„ zerfleischt. Es ist ganz selbst- verständlich, daß dieser Kamps die Arbeiterbewegung im allge- meine» schwächt und die Rachtpofitio« der Realtio« ungemei« stärkt. Die geeinte« Feind« der LrbetterSeweguug find des, halb bestrebt, die Situation sl« ihre Zwecke auszunützen. Sie scheint ihnen günstiger denn je zu sein. Schon wird davon ge- sprochen, daß die Zeit des Parteitags in H a l l e zum Losschlage« gewählt worden sei, zumal in der gleichen Woche auch die 3. P. D. in C a s s e l tagt. Das Proletariat, von sein»« Führern entblößt, soll dann eine leichte Sevt« der Reaktion werden. Es ist klar, daß dirse nach dem Mißerfolg dr»«ärzputsche? nicht wieder den An»reifer mach,» wird. Nein, ste wled lhee Provokateure vorschicke«, die Arbeiterschaft zu« Losschlagen aufzostachel». um ste da»« um so sicherer erdrosseln zu können. Die Arbetterschast hat daher die heilige Pflicht, aus der Hut zu sei« und alle« oerlockende»«ersuchen, sie zur„Altion" zu bewegen. Trotz zu bieten. Denn fi« würden mitten in das«erdrrbr» hin« einführe«. Gin unerwarteter Besuch Wir erhalten folgende Zuschrift:« Gestern, vormittag um 11 Uhr früh, erschienen in meinem Zini- mer drei Polizeibeamte, mit einer Liste der Mitglieder der russi- schen Gewerkschattsdelegation in Händen. Ein Polizeibeamte« erkundigte fich zunächst, ob wir im Besitz von Pässen find, Aber natürlich, der moderne Mensch besteht ja aus Seele. Körper und Paß. Nachdem der Polizeibeamte fich unsere Pässe angesehen hatte, fragte er mich, womrtwiruns inBeilinbeschäs- tigen. Ich befriedigte seine berufliche Neugierde und sagte? „Wir informieren die deutschen Gewerkschaften über die Lage in Rußland und informieren uns selber über die Eewerkschafts- bewegung in Deutschland." Die Vertreter der Polizei bekundeten ein lebhaftes Interesse für die Bücher. Zeitungen und Broschüren und besonders für die M a n u s k r i p t e. die auf dem Tisch lagen. Als sie begannen, in meinen Büchern und Papieren zu wühlen, fragte ich einen Polizeibeamten, ob er b e- v o l l m ä ch t i g t sei, eine Haussuchung bei mir zu machen? Er antwortete, daß er wohl dazu bevollmächtigt sei. aber daß er nicht die Absicht habe, eine Haussuchung zu machen, sondern nur sehen wolle, was bei mir los fei. Indessen war ein anderer Polizeibeamter, der die russische Sprache deherrschte, an die Schreibmaschine herangetreten— als die Polizeibeamten kamen, diktierte ich gerade einen Artikel über die deutsche Gewerkschaftsbewegung für das Organ des All« russtscken Zentralrats der Gewerkschaften, dessen verantwortlicher Redakteur ich bin— und begann aufmerksam mein Manuskript zu lesen. Sozialismus, Kommunismus, Gewerfschirstsbeweguttg, Ee- werkschaftsbureaukratie— all das interessierte anscheinend den Polizeibeamten sehr und aus WissensSegierde bat er mich um den Ainang meines Artikels. Ich antwortete, daß ich ihn schon abge- schickt hätte. Er wa, sehr enttäuscht und begann, mit großem In- teresse die 10. Seit« des Artikels zu lesen, die auf dem Tisch ge- legen hatte. i Nachdem die Beamten noch in den Büchern gewühlt hatten, verlangten sie die Pässe der bei mir anwesenden Bekannte« zq sehen und gingen dann endlich fort. Während dieses Besuches standen aus der Treppe neben meiner Tür noch drei Man«, und unten im Hotel noch mehrere Polizeibeamte, die niemanden in das Hotel hinein und niemanden hinaus ließen. Auf meine Frage, welchem Umstand ich diesen Besuch zu verdanken habe, ant- wartete der Polizeideamte, daß er nur einen erhaltenen Ver fehl ausführe. Bei all unserer russischen Gastfreundschaft wäre es uns doch lieb, wen« uns nur diejenigen besuchten, die wir einladen. Wir finden für diesen Besuch nur eine Erklärung. AÖi wir nach Berlin kamen, lud uns Herr S i m o n s zu fich ein. Da» Pröfidinm der Delegation besuchte den Minister für Auswärtig« Angelegenheiten und unterhielt fich mit ihm 15 bis 20 Minuten über politische Fragen. Vielleicht hat nun Herr Staatssekretär Simon« diesen Besuch durch seine Polizeibeamten erwidern lassen?.. A. Losowsky., -.•'*■**•■ Auf unsere Anfrage beim Auswärtigen Amt wird uns von diesem mitgeteilt, daß es in keiner Weise die Haussuchung beim Genossen Losowsly»«ranlaßt habe, und daß auch fcerv Staatskommissar tllr die öffentliche Sicherheit. Herr mann, erklärt habe, keine derartige Anweisung gegeben zw haben. Auch das Berliner Polizeiprästdium will keinen Beamten mit dem Besuch bei Losowskp beauftragt haben. Wenn das alles stimmt, dann geht die Spitzelei von den Geheimagenten der antibolschewisti schen Liga aus, die schon im vorigen Jahre wiederholt unbefugte Haussuchungen vorgenommen haben, ohne daß sie von den Behörden zur Rechenschaft gezogen wurden. Wenn das Auswärtige Amt und das Polizeipräsidium die Belästi- gung fremder Gäste nicht billigen, dann haben sie die Pflicht, die Spuren der Spitzel zu verfolgen und sie zur Verantwortung zn ziehen. Es liege ein« Amtsanmaßung vor. die strafbar ist. J •____ 'veichiy'»»'»-- oi* Eine sreche Anmaßung Augsburg 7. Oktober,'j Dieser Tage erschien bei der Direktion des Werkes„Augsburg») Nürnberger Maschinenfabrik" eine Entente-Kommission.� um den Bestand an Diesel- Motoren auszunehmen; dabei erklärte der Führer der Kommisnön, daß sämtliche in Deutsch- land befindlichen Dieiel-Mstoren vernichtet werden sollen, angeb-' lich, um zu verhindern, daß ste wieder für ll-Bootzwecke Verwen- düng finden könnten. Tie Direktion erklärte, fich mit allen Mit- tel« der Vernichtung zu widersetzen. Ein« Abordnung von An» gestellten und Arbeitern ist nach Berlin abgereist, um mit den zu- standigen Reichsstellen und dem Betriebsrätekongreß in Fühlung zu treten. Auch Mitglieder der Direktion find nach Berlin ge- fahren, um beim Reich« vorstellig zu werden.-.M • Wie wir hören, stnd diplomatische Schritte im>vinn« einer Aufhebung der Anordnung der Entente auk Vernichtung der Dieselmotoren im Gang«.-»4** Frankreich gegen Oesterreichs Anschluß an Deutschland Di« französische Regierungspresse wendet fich scharf gegen den Beschluß der österreichischen Nationalversammlung auf Beran« staltung einer Volksabstimmung in Oesterreich in der Frage des Anschlusses an Deutschland. Die Zeitungen erklären, daß füs Frankreich auch ein Plebiszit für den Anschluß keine Ver an< ! a s s u n g sein werde, von diesem ablehnenden Standpunkt zuweisen. Das bedeute keinen Eingriff in die Selbständigkeit und Unabhängigkeit Deutfch-Oesterreichs, die durch die Vertrag»' von St. Germain und Versailles durchaus, sichergestellt fei. Schweres Eisenbahnunglück �' Venedig. 8. Oktober. Heute«acht stieß aus der Brücke über die Lagune der Zug> Vendig— Bologna au? den Schluß des nach Mailand bestimmten,! Bremiemck-adens aufgehaltenen Zuges auf. Zwei Wagen 's v Motlandtt Zuges und die Lokomotive, Packwagen �"r" oer sunand mehrerer Verletzter ist hon- H°�??rb-it«r und die Arbeifer mehrere- gessc Ut Zeichen der Trauer die Arbeit ein' L T-Ji'1 V« youreat' ist der Gesetzentwurf i «5 pe.ao.rtzuug der Die»i:Mcht auf zwei Jahre fertigaest rjj! sÜ T': n DT< nach ihrem Wiedermsomme-sti?«' Für den ruhigen Verlaus des Parteitages! � Im Halleschen„Volksblatt" veröffentlicht der Genosse Paul He nn ig, der in dem jetzigen Parte ikonflikt eine vermit- telnde Haltung einnimmt, unter der Ueberschrift„Ein Ruf zur Besinnung!" einen Artikel, der dem Zwecke dienen soll, einen sachlichen Austrag der Meinungsverschiedenheiten herbeizuführen. Auch wir sind der Meinung, daß alle Sei- ten ein Interesse daran haben, für den ruhigen Berlauf des Parteitages zu sorgen. Wir begrüßen es deshalb, daß die volitische Redaktion des Halleschen„Volksblattes" den Ber- mch dazu unternimmt. Sic befindet- sich dabei aber im schärfsten Gegensatz zu der L o k a l redaktion des Halleschen„Volksolattes", gegen deren Beschimpfungen und Verleumdungen Andersdenkender sie in einer Erklärung den schärfsten Widerspruch erhebt. Das hindert aber die Lokal- redaktion des Blattes durchaus nicht, in einer in der gleichen Nummer veröffentlichten Erklärung zu betonen, daß sie an ihren üblen Methoden festzuhalten gedenkt. Durch diese gewaltsame Aufpeitschung der Leidenschaften der Eenosien, an deren Ort der Parteitag stattfinden soll, wird sein ruhiger Verlauf außerordentlich in ,>rage gestellt. Bei den Urhebern dieser Erregung scheint nicht einmal Verständnis dafür zu fein, daß ein rmnultartiger Verlauf des Parteitages nicht nur eine Schande für die Arbeiterbewegung überhaupt, sondern auch eine Schande für die künftige Kommunistische Partei bedcu- lcn würde. Die Zentralleitung der Partei hat für die Wahlen der Delegierten zum Parteitage die U r w a h l vorgeschrieben, um gemäß den Bestimmungen unseres Organisationsstatuts die Beschlüsse des Parteitages auf eine breite demokratische Grundlage zu stellen und insbesondere in allen Bezirken den Anbängern wie den Gegnern der Moskauer Anschlußbedin- Zungen auf dem Parteitage eine Vertretung zu nchern, die möglichst genau ihrer Stärke in den Mitgliederkreisen ent- spricht. Leider ist in einigen Orten und Bezirken der Aufforderung zur Urwahl nicht entsprochen worden, teils aus Bequemlich- keit, teils aus böser Abficht nicht, weil man die Gegenfeite um ihre entsprechende Vertretung auf dem Parteitage bringen wollte, man hat die Delegierten teils in Versammlungen, teils auf Konferenzen gewählt. Von Befürwortern der Moskauer Anichlußbedinguiiaen im Bezirk Teltow- B o e s k o w ist daraufhin erklärt worden, daß man auf dem Parteitage gegen solche Mandate Protest erheben werde. es fei Pflicht der Zentrale, dafür zu sorgen, daß ü b e r a l l noch den gleichen Grundsätzen gewählt werde. Das Zentralkomitee mußte die Richtigkett dieser Auf- fassung anerkennen und hat daraufhin unter dem Titel ..OHneUrwahlkei,! Mandat" eine nochmalige Auf- . forderung zur Urwahl erlassen. Trotzdem haben einzelne Orte und Bezirke sich auf den Standpunkt gestellt, keine Urwahl vorzunehmen und die Anerkennung der auf andere Weise erteilten Mandate auf dem Parteitage zu erzwingen. Das Eothger„Polksblatt" hat direkt gedroht, den Parleitag Zu sprengen, wenn die Eothaer Mandate nicht anerkannt werden.' Auf der Württcmbergischen Landcsversammlung hat die aus Anhängern der Moskauer Bedingungen be- »tehende Mehrheit ebenfalls die Anwendung der Verhältnis- wabl abgelehnt. Von anderen Bezirken wird ähnliches ge- meloct. Am schlimmsten aber scheinen die Dinge in Hamburg zu sein, wo der Meinungsausdruck der Mit- Zlicder sogar gewaltsam gefälscht worden ist. . Solche Vorkommnisse find ebenfalls eine große Gefahr für den ruhigen Berlauf de« Vatteitage«. Denn nachdem die Urwahl angeordnet und in dem größten Teil« des Reiches dadurch Mehrheit und Minderheit nach'ihrer wirklichen Stärke auf denß Parteitag vertreten sein werden, ist es u n- 'möglich, einigen Bezirken eine Sonder- -st e l l u n g einzuräumen. Der Parteitag wird deshalb auch nicht zulassen können, daß über die Gültigkeit von Man- baten, die deshalb angefochten werden, weil sie nicht aus Ur- wählen stammen, die Inhaber solcher angefochtenen Mandate mit entlcheidcn. Denn das wäre eine Belohnung für den Mißbrauch der Bestimmungen und eine Strafe für diejenigen, die sich nach ihnen gerichtet haben. Rur die durch Urwahlen gewählten Delegierten dürfen des- halb über die Gültigkeit der Mandate entscheiden. Zu den Bezirken, die Urwahlen abgc lehnt haben, gebort aber auch der Bezirk Halle, und in diesem Bezirk ist leider die Stadt Halle, der Tagungsort des Parteitages, die Seele des Widerstandes gegen die Urwahl. Statt wenigstens der zweiten Aufforderung zur Urwahl nach- zukommen, hat der erweiterte Bezirksvorstand für Halle be- ichlossen, die Wahl „in Alitgliederoersammlungen vorzunehmen, bei welchen die Mitglieder die Möglichkeit der Aussprache haben". Trotzdem der Bezirksvorstand diese Wahlen„Urwahlen" nc;mi, iind es natürlich keine. Bei Urwahlen hat die Aus- sprach« in der Presse und in den Versammlungen vorher zu erfolgen. Der Wahlakt selber aber hat getrennt da- von ohne jede unmittelbare Beeinflussung durch„Aus- sprachen" von irgendeiner Seite stattzufinden. So ergibt sich die peinliche Situation, daß die Mandate der zum Parteitagsort bestimmten Stadt Halle zunächst wohl kaum als ordnungsgemäß zustande gekommen anerkannt I werden können. Das würde aber osort einen Konflikt zwischen dem Parteitage und der Parteiaenossenschaft des Ortes schaffen, von deren williger und verständnisvoller Mit- i arbeit die ordnungsgemäße Abwicklung der Parteitagsge- ichäfts.wesentlich abhängt. Denn bei Richtanerkennung der Halleschen Mandate durch den Parteitag besteht natürlich die Gcfchr, d ttctcrai i*"'•• Genossen in***«, die EfrS? i LS ll. 6. iU znm f» Meß�ia�raufWid�t�di� men�der�a n n[Ua hT* gelassen zwischen A n n« h- Ob dem»enossen Kaiser wohl welch« llewußtsein«elommen ist. er als«t nach�bem Referat Zur Lage Rußlands »teskauer Antwort auf das englische Ultimatum erklärt sich berit, all« Forderungen, die England hinsichtlich der Freilassnng der englischen Soldaten gestellt hat. zu erfüllen. Die bolschewistische Propaganda, so heißt es in der Am- «ort weiter, würde sofort eingestellt werden, sobald die Hau- delsbübere inkunft zwischen England und Rußland unter- zeichnet worden sei. Aus die englische Forderung, daß Rußlau t seine Schulden bezahlen soll«, erklärt Moskau kurz uick bündig, daß nicht»»arhande« wäre, womit man bezahlen kannte. und daß das alte Rußland nunmehr ja in sechs oder sieben ander: Staaten zersplittert wäre. Sowjerrußland könne doch nicht die ganz« Bürde allein tragen. Diese Seite der Angelegenheit wünsche Sowjetrußland durch di« Bewilligung»on Konzessiv- n e n zu ordnen, zu detten man sich gern bereit erNär«. Die englisch« Regierung hatte vor einigen Tagen an Sowjet- rugland eine Rote gerichtet, in der sie die Freilassung der in Baku gefangeneu englischen Soldaten forderte und eine Beglct- chllng der Schulden verlangte, die das zaristische Rußland in Eng- land gemacht hatte. Die Note war ultimativ gehalten; im Falle der Nichterfüllung der Forderung war erneute Blockade und Auswei- sung der russischeit Handelsdelegation in London angedroht wordr. Die Antwort an England zeigt ebenso wie die Haltung der russische? Delegierten in Riga, daß die Sowjetregierung zu sehr erheblichen Opfern bereit ist, um mit Polen und der Entente endlich zu.' Frieden zu gelangen. Es mutz nun von diesen Staaten verlangt werden, daß sie aus der Basis der russischen Zugestätcknisse den Frieden schließen und nicht etwa die Friedensverhandlungen a?» Kulisse benutzen, um«ine neue milftärtsche Front gegen Sowjet- rußland aufzurichten. Steklow über die Wrangelfront OE. Kopenhagen, 8. Oktober. Ein Funkspruch aus Moskau berichtet über einen Aufsatz Siek- lows in der Moskauer„Ismeltisa", worin es heißt: Die Wrangcl- front zeigt die gefahrvolle Tendenz zur Ausbreitung. Wenn der Krieg mit Polen beendet sein wird, dann wird diese Front zu einer einzigen Front der Welt und besonders der französischen Bourgeoisie werden bei ihrem wahnsinnigen Feld zog gegen Sowsetrußland. Der polnische Kriegstreiber Wilna, 8. Oktober. Am 7. Oktober abends ist der Friedensvertrag zwischen der litauischen und der polnischen Regierung endgültig unterzeichnet worden. Trotz der Unterzeichnung des Friedensvertrages fahren die Polen fort, dielitauischenStellungenanzugreifen und die litauischen Truppen mit Artillerie zu beschießen. Gegen diese Verletzung der Bestimmungen des Völkerbundes wird schärf- ster Protest vor der ganzen Welt erhoben. Beamtenstreik in Holland HR. Haag, 8. Oktober. Di« Lag« im Streik der Telegraphen- und Postangestellte», der »or einige« Tage« ausgebrochen ist, ist gegenwärtig noch»nver- ändert. Wenn«an die Stimmung des Postpersonals genau prüft, darf die Möglichkeit, daß es heute im Haag zu eiuem Generalstreik kämmt, nicht unterschätzt werden. Au« dem Ausland ist beretts llnteestützuug zugesagt Warden und wahr- scheinlich«erde» auch di« holländischen Eisenbahner die Post- «ngtstellte« unterstützen. In«msterdam liegt der Postdienst seit gestern mittag vollständig still. Gestern abend wurde von den Zentralorganisativne« der Postangestellten eine Versammlung abgehalten, in der mitgeteilt wurde, daß. wen» die Regierung ihr« Haltung nicht ändere, der Streik»om Freftag an auch im Haag und in Ratterda« ausbrechen würde. Der Streik in Amsterdam wurde mit UM gegen 4M Stimmen beschlossen. Das pratistantische und katholische Personal, das«etterarbetten will. bravcht auf Beranlassuns der Direktion keine Uniform zu tragen- Der Kampf der Bergarbetter Pari», 8. Oktober. Räch«in« Meldung des„Temps" au« London hat Smillie den Bergarbeiter» den Rat erteilt, die Borschläge der Srvbenbesitzer anzvnchmen. die all« erdenkliche« Anstrengungen«achten, um z» eine» endgültigen Abkommen zu gelange«. Der Rat da» Srutanbesitzer habe gestern die von seine« Bertrrfern den Bergarbetter« gemachten Zugeständnisse bewilligt« Die Urwahlen im Reich 4. Badischer Bezirk All SS Mitgliedschaften stimmtenf ü r dieBedingunümsBock) 1062. gegen die Bedingungen«Schwarz) 74a. Dte Wahlbetetlt- gung war außerordentlich fltring. Es stehen noch die Resultat« von 38 Mitgliedschaften aus. Ostfriesland Rordernetz. Bon[ä tntlichen abgegebenen Stimmen in der lfcM wähl war nur eine Stimme für die Moskauer Bedingungen, i-i; Genossen stimmten gegen die Bedingungen. �... Barel. Sämtliche abegegebenen 46 Stimmen waren gegen vis Bedingtingw. J Düffeldorf, Bei der llrwahl wurden 6376 Stimmen abgegeben, �kiS fsiss und 2678 Stimmen gegen die Bedingungen. Aus der Partei M» die Befcafcrtes de» Bezirdsorganisatio» Derli««Stadt 'Die Ausgäbe der Mandate zum Parteitag erfolgt am Sonn- abend, den 9. d. M.. im Parteibureau. Breite Str. 8-9, in der Zeit von lll— S Uhr. Es empfiehlt sich, da nicht alle Genösset, den Sekretären persönlich bekannt find,«ine ausreichende Leui, llmation mitzubringen.> ''1** GefüntffsWfwwfl 5, A. cht i TWer tinii Cerpöpsp xjjMMIMMj mmi Cadiria der ferl drei(Jahren mit Öpcmnnng erwarteie Ttfm i. Itfa-�Palaß am Soo 7 und 3li9 Ukr | Ttw Sonntag 4, 6 und S Vfjr SL:.«8Z. Pando v � *7 und*U%* ül�r CABIRIA Der Kampf um die WeUhenschah Billiges Ole tueUlge Stsnplf cla FHmltgeede m b Akten ocs TCica von Rarft>ou Oer zwelie May- Keyie-MeisJeröJm Ä,7." Eva May Allrt'cl Gerescb oom BurvThesttt Vita Scrlför.Bt '»"i;. C«W4>a» (älnfecr aibannnnnu) Sirekt.: Dietor Sarnemakq ÄW-TWtt •firatt bio aiotaoa vu Uhr! Das Gelübde cr»»,t»»«in, i.«-«, u»si Dem. KüW.-Mater Allabendlich 7»j, Uhr: Sie ScheldAWSleise i»tag! Srdgesfi KsmSdienhaus "--'Uhr JelSklrMM mi- Mzx pailöndseg Berliner Theater Z.. Woche Wl\Ile cliap el Qegie E. A., Ouponl Htup:d*T* feiler Mlerendorff OrU Heoeso Nibe!< i Angebot| ht a. d. gr. 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Woche Snanc&urun Emst Lui>llic±» HaapiroUe- Pola Negii MOJ Sduitspiel in 5 Akten tegle Ell doli(41 ehr ach tiaaptrelle s Lotte Neumann Reingefallen & B- LostspicJ io 2 Akten mit Arnold Rfedc Rlcbarä Oswald� UcfttSFlele Kentstrau« ICSI Der Henker von Sl. Marlen KüostJerisdie OberteitanQ i Joe M«y Verfesner and Peeieeeor. FrU» Freifrier • Uäüptrcttei .Eva May' Oonraü iemü vellSöMSekMe! Die Tarantel SenseXoseSIta vso Karl Fl�dor Oez/e. Rudolf Blebracft Manolescu's Memoiren MgltMiaiM 5* d.«eiteren Hauptrollen: «NleSai!i>r«b.LMS»hm, Md«TMbi!.Hci«.Wl»ch Regie, Richard vsmald Wachentaga!«linlab ».«o, a.so uiw Saantaa»! Einlas, 3.40, 5.20,«.♦», 8.3Ö Uhr. Das, Vaiufam&clel mit Onsl Oswalda Wochenloga eh 7 Uhr .Sonntags Beginn 41 Uhr Kompl. bunte Küchen 573 M. Vnnte Atoffrnhebetten ZI5 M. Bettstelle« von 315 SR. an Groh« Du» mahl jede An. Möbel Kredit an Ailel= Liefere«ach nach-»e-ai-rh. 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Die Betriebsräte würden die Belegschaften auffordern, bei den, von der Entente bcjchlosienen Vernichtungs- werk wirtschaftlicher Werte nicht Hand anzu- legen. Das Verbot des Laues von Dieselmotoren würde die Lahmlegung eines blühenden Wirtschaftszweiges und somit ein« noch tiefere Verelendung der werktätigen BenSllcrung bedeuten. Zu dieser Entschlietzung bemerkt der Vorsitzend« Eratzmann, datz es mit der Annahme allein nicht getan sei. sondern, datz diese Entschlietzung dem Borsitzenden der Ueberwachungs- k o m m i s s i o n selbst übergeben werden und ibm erklärt werden solle, datz die deutsche Arbeiterschaft sich das nicht gefallen läßt. Vorsitzender Aufhäuser ogpellieri an die ausländischen Arbeiter und Angestellten, die deutschen Arbeite: in diesen Dingen zu unterstützen. Einstimmig angenommen wurden ferner«ine Entschlietzung, d'e der Württem bergischen Regrarungdie schärfste Mitzbilligung ausspricht darüber, datz sie der Betriebs- stillegung und den zahlreichen Matz rege langen bei Daimler, Boich und anderen ruhig zusieht. Ein Antrag, bei B e- der Beirat auf dem Kongreß gewählt werden soll! Aufhauser bemerkt dagegen, datz der Antrag zu spät eingegangen 5� ist übrigens erledigt dadurch, daß durch die Annahm- der Richtlinien die Wahl des Beirats durch die Industrie- S�UP Pen bereits festgelegt ist. Eine Protestresolution der Eisenbahner, dl« sich llegen die Richtlinien des Reichsvertehrsmtniste- riu ms, die die Aufhebung der Betriebsräte bedeuten würden. sowie gegen das angedrohte Verbot der Transport- und Munltionskontroll« wendet, wird einstimmig an- genommen. Es folgen einige persönliche Bemerkungen. Richard aHuller.-Berlin weist Ditzmanns Darstellung von der Einigung in Berlin als Beschimpfung der Berliner Arbeiter enischieden Zurück.(Beifall.) Ditzmann stellt fest, datz es ihm n i ch t i m T r a u m eingefallen 'st. die Berliner Arbeiterschaft zu treffen, sondern die. die mit {chanungsloser Rücksichtslosigkeit diese Einigung herbeigeführt haben.(Lärm und lebhafter Beifalb) ««Haumburg-Berlin gib: für die Opposiin-n die Erklärung ab, datz sie die Konseguenzen aus den Beschlüsse» des Kongresses Z'eyen wird. Die Ereignisse der nächsten Woche werden die pa- d'erenen Beschlüsse des Kongresses hinwegfegen. Koenen-Merse- bürg wendet sich lebhaft gegen den Vorwurf der Zersplitterung °«r Eewertschaften. Ee gelangt dann noch eine Resolution zur«instimmigen Annahme, welche gegen die Verurteilung des Münchener Kam- munigen Eisenberger zu 2 Jahren Sefängni, schärsste» Protest einlegt. Aufhä«sers Schlutzansprach« ..Atcht nur unser Wirtschaftoleben. sondern auch die gesamt« po- luisch« Arbeiterbewegung steht auf Regenw-.ier, ja, es hagelt so- aar. Aber am fernen Horizont werden dt« ersten Strahlen der «onn« wieder sichtbar. Der Betriehsrätekongretz hat die kräftig« Quell« gezeigt, die den Gewerkschaften Und den mit ihnen ver- bundenen Betriebsräten neu« Kampfeswaffen liefert. Die Unternehmer haben zu früh gejubelt. In der ökonomischen vertre- tuitg haben sich dl« Arbeiter eine neue Macht geschaffen. Große Fragen stehen zur Lösung: Sozialisier» ng de» Bergbaues, der Komps um die Kontrolle der Produktion. Es geht hier nicht um Einzelintereisen, sondern um» Ganze. Der Kongretz hat einstimmig festgestellt, datz der heutige Kapitalismus überreif ge- worden ist und datz an sein« Stell« der konsequent« So- zialismus gesetzt wetden mutz. Der Belriedsrätekongretz hat gezeigt, datz er gewillt ist. die Betriebsräte in den Dienst der sozialen Revolution zu stellen und die Revolution aus der Stag- natwn herauszuführen, in die sie gekommen ist und vielleicht auch kommen muhte. Die Gewerkschaften find gewillt, nicht in der alten Form zu erstarren, fi« haben sich nrue Waffen geschmiedet. Der konkrete Inhalt des Kongresses ist dreifach. Er hat drei gwtze Kampfgemeinschaften geschaffen: einmal die der eien Sewerkschaften und der llafsenbewutzten Betriebs- röte, zum zweiten die der Kopf- und Mcndarbcit« und drit- i tens die der Arbeitenden und der Arbeitslosen. Bringen Sie au 6? der Afo das Vertrauen entgegen, damit die gemeinsame Arbeit j fortgesetzt werden kann. So hat der Kongretz seine grotze historische Bedeutung. Gehen Sie hinaus ins Land und werden Sie die Sendboten für dieses Programm und arbeiten Sie für seine Erfüllung. Die Kontrolle der Produktion ist nur zu erreich«!, durch die Aktion der Eewerk- schesien„ich der B-triebsrate. Der Kongreß lätzt uns mit ge- stärkter Zuversicht und erneutem Vertrauen vorwärtsblicken.(Leb- Haft« Beifall.) Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: Die auf dem Boden des konsequenten Sozialismus stehende Arbeiter- bcwegung, fie leb« hoch. Die Delegierten erheben sich von den Sitzen und stimmen begeistert in dieses 5>och ein. Der erste deutsche Betriebsrätekongretz' ist damit geschloffen. (Stürmischer Deifall.> Unter Absingung des Sozialistenmarfches Isert sich der Saal. • Wir geben nachstehend die grundlegenden Resolutionen der Re- Ktcnten Ditzmann, Brolat und Norpel. die fast ein- stimmig zur Annahme gelangten, im Wortlaut wieder: Resolution Difs...a»u zum Ausgabeukreis der Betriebsräte Die dem Kapitalismus im,«wohnenden imperialistischen Ten- denzen haben den Weltkrieg heraufbeschworen, der Millionen Pro- letarier dahinmordete, unersetzbare Werte verntchtete und die Völker ins Elend stürzte. Aber nickt nur der Weltkrieg selbst» sondern in verstärkt«» Maye haben sein« Folgen immer breitsren Massen die Augen ge- öffnet sürdenWidersinnderkapitalistischenWirt- schastsweise, die zur Hemmung der Produktivkräfte aewor- den. Das Wirtschaftsleben wird von steten, sich immer mehr zu- spitzenden Krisen erschüttert. Krisen, d,e ein« international« Er- scheinung und die zerstörenden Tendenzen des Kapitalismus ent- hüllen. Besonder» aber erlitt die deutsch«, im vorgeschrittenen kapi« talist, schen Entwicklungssiadium benndliche Wirt'.chaft die schwer- sten Erschütterungen. Wahrend die besitzend« Klasse auch nach Krieg und Revolution ihr« ganze Tätigkeit auf rücksichtslos« Be- reicheruna einstellte, Wucher und Profitwirtschaft die tollsten Blü- ten treiben, ein« wahnsinnige Preistreiberei die Teuerung ine Unermetzlich« steigerte, ging die Kaufkraft der breiten Mafien immer mehr zurück, ward der Reallohn der Schaffenden trotz ständiger Lohnkämpf« weiter gesenkt. Die Krise Hai ein steigen- des Riesenheer von, Arbeitslosen und Kurzarbeitern geschaffen. Die von Unternehmern geübt« Sabotage im Produktionsprozeß »erschürft die gegenwärtig« akut« Krise, deren Ursach« keine Ueberproduktion ist, sondern der ungeheure ungedeckte Bedarf der arbeitenden Schichten an Wohnung. Kleidung. Bedarfsartikel, Lebensmittel usw. kann infolge des stets finkenden Reallohnes keine Deckung finden. Wohl fällt die Entstehung des Beiriebsröiege,«tzes in d,« Zei- ten revolutionärer Kämpfe des deutschen Proletariats. In- dessen, weit davon entfernt, die berechtigten Forderungen der Arbeiterklasse auf ein Mitbestimmungsrecht im Produktionsprozeß zufriedenzustell««,. bietet es«ine griche Zahl von Her.:- mungen und Mängel, gepaart mit dem Bestreben de« bei der Gcieügebung obsiegenden llnternehmertums. jedes Bardringen auf dem Gebiet« wahrhaften, wirksame« Selbst-� und Mrtbestim- mungsrecht» der Hand- und Kopfarbeiter unmöglich zu machen, ihm mit allen kapitalistischen Machtmitteln zu begegnen. In klarer Erkenntnis all dieser Mängel und Hemmnisse des Gesetzes, wie auch des rücksichtslosen Widerstand«« der ausbeuten- den Klasse, tritt die fteigewerkschaftlich organisierte Arbeiterklasse an die den Betriebsräten durch die historische Situation gestellten Aufgaben heran, der Tatsach« bewutzt, daß die Rechte der Ar- beiter erkämpft werden müssen, ihr« Sicherstellung und Er- Weiterung nur durch die geschlossen« Kampfphalanx aller Nassen- bewußten Hand- und Kopfarbeiter erfolgen kann. Aufgaben WWWWWWW....ZW durch das Gesetz viel« ErsHoernisse in den Weg gelegt, um ihr« Tätigkeit selbst auf diesem Gebiet notwendiger engerer Tag«»- aufgaben unwirksam zu machen. Die Betriebsräte wie die gesamte Arbeiterschaft aber müssen sich weit über den engen Rahmen des Gesetzes hinausgehende Ziele stecken und ihre gesamte Tätigkeit dementsprechend einstellen. Die Betriebsräte haben als Organe des prole- tarischen Klassenkampfes mitzuhelfen an dem großen Ringen um den Aufbau eines sozialistischen Gemeinwesens. Soll das Ziel— die Vergesellschaftung der Prodw!» tions mittel— erreicht werden, so müssen die Träger der Produktion, die Hand- und Kopfarbeiter, gemeinsam sich geistig und organisatorisch darauf einstellen. Dies ist die zwingende Pflicht aller wirtschaftlichen Kampfesorganisationen der Arbeiter- klaffe, der Gewerkschaften und der auf ihrer Mitte delegierten Vertrete: im Produktionsprozeß, der Betriebsräte. Die Betrieb?- rät« müssen sich mit allen Fragen beschäftigen, die für den Pro- duktionsprozeß in Frag« kommen. Wir fordern daher das Kontroll- und Mitbestimmungsrecht für die Betriebsorganisation, Prsdnktio«, Preisbildung, den Waren- absah usw. als Vorstuic des zu erkämpfenden alleinigen Be- stimmungsrcchto der Schassende«. Diese Forderungen mi: allem Nachdruck zu vertreten und dir ganze Macht der Organisation dahinter zu setzen, macht uns die gegenwärtige, die Klassengegensätze immer mehr verschärfende Wirtschaftskrise zu einer gebieterischen Pflicht. Jeder Tag gibt weitere Arocitermassen der Arbeitslosigkeit preis, die Arbeits- zeit wird reduziert. Beiriebe cingeschränit und stillgelegt. Den rücksichtslosen Unternehmertum und seiner zerstörenden Produ'.- tionssaootag« muffen wir die Forderung der Produ! tionskontrolle entgegenstellen. Den Betriebsröten mi:z nicht nur voll« Einsicht in alle die Weiterführung der Produktiv, (Rohltoffbezug, Warenabsatz, Preisbildung und Auftragsbeschas- nmg usw.) gewährt werden, sondern ein weitgehendes Mitbe- stimmungsrecht. Di« von den Betriebsräten auszuübende Produktionskontrolle darf sich nicht auf d,e einzelnen Betriebe beschränken, sondern sh muß in planmäßigem Aufbau und organischer Fortentwicklung zu einer G-samtkontrolle über die einzelnen Industrie- zweig«(Rohmaterial, Aufträge, Produktivität, Verkauf, Statist usw.) wie der Gesamtindu'trie werden. Diese Forderungen aufstellen und den Betriebsräten diese Ab gaben zuweisen, beißt den revolutionären Kampf des Proletariat? erkennen. Die Unternehmer denken ebensowenig daran, ihr; wirtschaftliche Macht preiszugeben wie den Arbeitern(Betrieb-- raten) ein wirtschaftliches Kantroll- und Mitbestimmungsrecht ür Produktionsprozeß einzuräumen. Diese Tatsachen zwin- aen die Gewerkschaften, in das Zentrum ihre: Tätigkeit diesen revolutionären Kampf um die Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaft s- anarchie zu setzen, der organisierten Macht des fest und zentral organisierten, über den Staatsapparat und dessen Mack!- mittel verfügenden Unternehmertums als einer herrschenden Min- derheit entgegenzustellen die geschlossene Macht und den entsckilosse- nen Willen der organisierten, kampfbereiten Hand- und Kops- arbeiter als der ausgebeuteten überwiegenden Mehrheit. Nur wenn in diesem Geist auf der ganzen Linie die Einstellung und Vorbereitungen durchgeführt, werden die Gewerkschaften vor ihrer h«stor, schen Mission bestehen: Als einzige geschlsssen« Organisation de? klassenbewußten Proletariats Kämpfer, Weg. bereiter und Träger der proletarischen Wirt- '""— h---- u sein! schaftsordnung zi Antrag. Der Reichskongretz de» fteigewerkschaftlich«gamsierte« Be« triebsräte Deutschlands beauftragt dl« Betriebsrätezenircile, ge- «einsam mit dem A.D. G.B. und der Asa die notwendige!., Schritt««inzuleiten, um die vom Reichskongrctz ausgestellten Forderungen einer Produkt ionskont r ol( e sosor. an die Reichsregierung und den Deutschen Reichs''' tag zu bringen. Das an dies« Körperschaft«« zu richtend« langen aus«ine beschleunigt« Behandlung der Forderungen dnrch die Aktion der Gemerkschaft«« mit allem Nachdruck zu unterstütze«. Refolutio« Brolat zur Organisierung der Betriebsräte Die Arbeiterschaft hat die Kraft, die ihr als Klasse innewohnt. zur vollsten Entfaltung zu bringen. An ihr liegt es, diese Krast zur Tat werden zu lassen und sich aller ihr dazu bietenden Mitte.' S bedienen. De« Betriebsröten find durch ihr« Stellung im rodukttonsprozetz bedeutend« Aufgaben gestellt, deren Lösung ihnen«ine«otze Verantwortung au erlegt. Die Betriebsräte sin den ihren Rückhalt in den Gewerkschaften, die«ach wie vor in erster Linie ans wirtschaftlichem Gebiet« den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit auszutragen haben. Die Stüqung aus die Gewerkschaften ist geboten, weil die Betriederöte ihre Ausgaben «nr erfüllen können, wenn sie de» Rückhall» der Gewerkschaften Hunger 2] Roman von Knut Hamsun. . Ich erhielt das Verlangte, sagte der alten, dicken Frau äußerst höflich Guten Morgen und begab mich spornstreichs den Schlohberg hinauf nach dem Park. Ich suchte mir eine Bank für mich allein und begann gierig von meinem Pro- viant zu zehren. Wie wohl das tat! Es war lange her, . daß ich eine so reichliche Mahlzeit gehabt hatte, und nach und nach überkam mich dieselbe gesättigte Ruhe, die mgn nach langem Weinen empfindet. Mein Mut wuchs mächtiges genügt« mir nicht mehr, einen Artikel üb«r etwas so Einfaches und Selbstverständliches zu schreiben wie„Die Verbrechen der Zukunft", die übrigens jeder erraten konnte, ja. nur aus der Weltgeschichte herauszulesen braucht«: ich fühlt« mich einer größeren Anstrengung gewachsen, tdj war 'st der Stimmung, Schwierigkeiten überwinden zu können, und bestimmte mich für eine Abhandlung in drei Abschnitten über.»Die philosophische Erkenntnis". Natürlich würde ich Gelegenheit finden, einige Sophismen Kants elendiglich zu zermalmen... Als ich meine Schreibfachcn hervorholen und mit meiner Arbeit beginnen wollte, entdeckte ich. daß ich wemen Bleistift nicht mehr hatte: der war beim Psiandleiher vergessen: er steckte in der Westentasche. Herrgott wie doch alles verkehrt ging! Ich flucht« ein paarmal, erhob mich von der Bank und ging auf den Wegen hin und her. Ueberall war es still:.weit fort am Lusthaus der Königin schoben ern paar Kindermädchen die kleinen Wagen umher.>onst war nirgend ein Mensch zu sehen. Ick war sehr erbittert und lief wie ein Rasender vor meiner Bank auf und ab. JOStc(chiez es dock an allen Ecken und Kanten ging! Ein Arttkel m drei Abschnitten muhte geradezu an dem einsahen Ilmiiand scheitern, da» ich niiht einmal einen Bleistift für zehm Oere ckn der Tasche hatte? Wie. wenn ich nun nach der Pllestraeb« zurückging und mir meinen Bleistift wiedergeben ließ-' Dann war immer noch Zeit. e-n tüchtiges Stück fertig zu bekommen, bevor die Spazier- Sänger den Park überfüll en. Es onnt« ,'a anch so vi l ran t Abhandlung � ��p�L��i-�rkenn.nis" ab- kung zu machen, wenn ich zur Frage von Zeit und Raum ge- langt«' für Renan wollte ich aber nicht einstehen, für den alten Pfarrer Renan... Unter allen Umständen aalt es. einen Artikel von so und so vielen Spalten zu schreiben; die unbezahlt« Wohnungsmiet«, der lange Blick der Wirtin, als ich ihr morgens auf der Trepp« begegnet war, quälten mich den ganzen Tag und tauchten sogar in meinen fröhlichen Stunden auf, wenn ich sonst gar keinen trüben Gedanken hatte. Dem mußte ich ein Ende machen. Eilig verließ ich den Park, um meinen Bleistift vom Psandleiher zu holen. Als ich den Schloßberg hinunter kam. holte ich zwe, Damen ein. Indem ich an ihnen vorbeiging, streifte ich den Acrmel der einen' ich sah auf, fie hatte ein volles, etwas bleiches Ge- ficht. Plötzlich errötet sie und wird eigentümlich schön: ich weiß nicht weshalb,— vielleicht ein Wort, das fie von einem Vorübergehenden gehört, vielleicht nur ein stiller Gedanke. Oder sollte es etwa sein, weil ich ihren Arm berührt? Ihr« ?«wölbte Brust hebt und senkt sich ein paarmal und krampf- oft umschließt ihre Hand den Sonnenschirm. Was war ihr? ,>ch blieb stehen und ließ st« wieder vorgehen; ich konnte in diesem Augenblick nicht weiter gehen, das Ganz« kam mir so seltsam vor. Ich war in der reizbarsten Laune, ärgerlich über mich selbst wegen der Geschichte mit dem Bleistift, und im höchsten Grade erregt durch all die Nahrung, die ich auf leeren Magen zu mir genommen hatte. Mit einem Mal nehmen meine Gedanken durch irgend einen launenhaften Einfall eine merkwürdig« Richtung: mich überkommt eine seltsame Lust, die Dame in Angst zu versetzen, sie zu verfolgen und auf irgend eine Weise zu belästigen. Wieder hole ich fie ein. gehe vorbei, drehe mich plötzlich um und stehe ihr von An- gestcht zu Angesicht gegenüber, um sie zu beobachten. Ich stehe und sehe ihr in die Augen und erfinde im Nu einen Namen, den ich nie zuvor gehört, ein gezogener, nervöser Laut: Plajali! Als sie dicht vor mir steht, richte ich mich empor und sage eindringlich: „Sie verlieren Ihr Buch, Fräulein." Ich hörte, wie mein Herz bei diesen Worten laut schlug. Hilfe bringen tonne, wen* ioj m.r s rc-yr»wer- wolltt ch mich nichr an Kant vergreifen: das tteß sich 1» vermeiden, ich braucht« nur eine ganz unmerkliche«chwen- ver'i ck'cn Streich machte, ohne ctv-v? dafür zu können, mein? wirre Stimmung ging mit r.\-; und gab mir ni wahnsinnigsten Einflüsterungen, d-''�chs nach(Sc» hör. schenkte. Es nützte nichts, oaß.aj n�ch soviel sagte,» mein Betragen sei blödsinnig; ich macht« die dümmsten Gri«! majsen hinter dem Rücken der Dame und hustet««in paarmal« wie rasend, wenn ich wieder an ihr vorbei kam. Wie ich so ganz sachte weiter ging, immer mit einigen Schritten Bor Iprung. fühlte ich ihren Blick auf meinem Rücken, und ich nickte mich unwillkürlich nieder vor Scham, weil ich sie auf so unerhörte Weise belästigt hatte. Nach und nach kam eine wunderliche Empfindung über mich, als wäre ich weit fori. anderswo' ich harte ein unklares Gefühl,— als wenn ich es gar nicht sei, der hier so gebückt auf den Steinflicsen ging. Ein paar Minuten später ist die Dame vor Pascha's Buch- Handlung angekommen: ich bin schon vor dem ersten Fenster stehen geblieben, und als sie vorübergeht, trete ich wieder vor und sage: „Sie verlieren Ihr Buch, Fräulein.- „Aber nein, welches Buch?" sagt fie ängstlich.„Begreifst du, von welchem Buch er eigentlich spricht?' Und sie bleibt stehen. Ich ergötze mich grausam an ihrer Verwirrung, diese Ratlosigkeit in ihrem Mick entzückt mich. Ihr Gedanke vermag meine kleine desperate Ansprache nicht zu fassen; sie hat gar kein Buch mitgehabt, nicht mal das Blatt eines Buches, und doch sucht sie in ihren Taschen, sieht wiederholt ihr« Hände an. wendet den Kopf, blickt auf das Straßenpflaster hinter sich, und strengt ihr kleines, zartes Ee� Hirn an, um zu ergründen, von welchem Buche ich eigentlich spreche. Ihr Antlitz verändert die Farbe, es nimmt bald diesen, bald jenen Ausdruck an, und sie atmet fast hörbar: selbst die Knöpfe an ihrem Kleide scheinen mich anzustarren wie eine Reihe erschrockener Augen. � „Beachte ihn doch gar nicht", sagte ihre Begleiterin und zieht sie fort,„er ist ja betrunken: siehst du denn mch'. daß der Mensch betrunken ist??" So fremd, wie ich mir selbst in dieseni Augenblick war. eins. vollständige Beute eigentümlicher und unsichtbarer EiNfiulia. — so ging doch nichts um mich her vor, ohne daß sck j-ö. merkte. Ein großer, brauner Hund lief quer über die nach Tivoli hinunter, er trug ein schmales Halsband ar- Neusilber. Weiter hinauf in der Straße wurde in einem zweiten Stockwerk ein Fenster geöffnet, ein Madchen lehnte -Ich hinaus und Sepann die Schsi>".m von, außen pu.en. 'MSts entging Meiches Äuftnrrü unkeir. ich war gan nar un» chl«g an die Orteausschüsse des ADBG. und der Afa, sowie der Schaffung einer Reich s'zentrale gemeinsam mit 5-� Slt.'tJt der Gewerkschaften notwendig. Die ort- ''che Z»>ainmenfassung der Betriebsräte und die Bildung einer ftetchsziiitrale sieht der Kongreg nur auf dem Boden der Nicht- »inten des ADBE und der Asa gegeben. Der vom Kongreg zu �l'eaÄe Beirat wird beauftragt, in Gemeinschaft mit dem tteichastsfvhrende» Ausschug sofort die Vorbereitung der Wahlen rn den Lcztrkswirt'chaitsrätrn vorzuSerriten, sobald deren Be- zrrke feststehen. Resolution Nörpel I. Da» Betriebsrätegesetz hat sich in seiner praktischen Auowir- kang nicht als die Grundlage erwiesen, welche zur Einarbeitung und Kontrolle der Produttion sowie zur Ucinviiiinaiig der Wirt- Jchaft in den Besitz der Allgemeinheit notwendig ist. Aber auch die wenigen Rechte des Betrieb»r>::cgc!ehes werden systematisch durch das gesamte Unternehmertum bzw. die Arbeit- getervereinigung sabotiert. Durch Herausgabe von Richtlinien vnd Anwcisungen für ihre Mitglieder versuchen die Aroe-ig-he- verbände die praktische Arbeit der Betriebsräte unmöglich zu machen. Au» diesen Gründen ist eine sinngemätze Arbeit der Betriebsräte un'üögl'.ch geworden. Die durch die Aiahnahülen der Unternehmer »n erster Linie hcrcorgsrufenc Wirtschaftskrise mit ihren ungeheuren Auswirkungen für die Arbeitnehmer erfordert jedoch die iofortige Einarbeitung und Kontroll« der Produltion durch die Betriebsräte, um aus dem Chaos der Wirtschast herauszukommen. Deshalb ist es notwendig, dag die Arbeitsfähigkeit der Betriebs- rate sichergestellt wird durch eine bedeutende Erweite- rung de« unzulänglichen Betriebsrätegesetze». Der erste Kongreg der Betriebsräte Deutschlands fordert die Gr- werkschaftcn auf, sosvrt«ine Novell« zum Betriebsräte- gefetz auszuarbeiten, in welcher die Geschäftsführung des Betriebsrats, das volle Mitbestimmungsrecht bei Einstellungen und Entlassungen, das volle Mitbestimmungsrecht bsti Betrieds- «inschrÄcklnacn und Betriebsstillegungen gefichert wird. Diese Novelle ist der Regierung, dem Reichstag und dem Reichswirt- ichastsrat zu übermitteln. Der erste Kongreg der Betriebsräte Deutschlands fordert die Gewerkschaften wefter auf. die Mitglieder der freien Gewerkschaften durch die Betriebsräte über die getrof- fenen Matznahmen aufzuklären und alle Schritte zu unternehmen, dte notwendig sind, die Gefetzwerdung der Novell« durchzudrücken. II. . 3"t§'2 des Betriebsrätegesetz«« ist vorgesehen, datz den Betriebsräten erne»etriebsdilanz»nd Betriebe- gewrnn- und Brrlustrechuung vorzulegen ist. Da» hier- ,'ber zu erlassende besondere Gesetz liegt noch nicht vor. Der erst« Kongreß der BetrtebsrSte Deutschland» fordert die Gewer»- > ch a f t e n auf. mit aller Energie dafür eiuzutreten. d a g d i« s e s v»letz«««««»- schnelkstens verabschiedet wird und dag die vor;vlcgi-ndü Betriebsdiianz und Betriebsgewinn- und Berlu�echnung nebst Unterlagen den Betriebsräten jede»tödlich. keit gibt, dag die zur Regelung der Wirtschaft«otwendige Kennt» in der Verhältnisse aus diesem vorzulegenden Material einwand- frei zu ersehen ist. Der erst« Kongreß der Betriebsräte Deutsch- lands erwartet, dag sich all« Beleg, choiten für die Durchführung dieser Forderung einsetzen. Er eewartet weiter von de« Betrieb»- räten, dag sie die ihnen zu machenden Angaben nnr im Allgemein- interejse verwenden. Da der letzt« Absatz des jf 72 de» Betrieb«- ätegesetzes, wonach über die gemachten Angaben Stillschweigen zu ewahren«st. dem Allgcmeininteressc entgegensteht,«erden die «Gewerkschaften beauftragt. Schritte zu unternehmen, dag diese, Absatz i n W« g f a l l kommt. III. Das»ach§ 70 de« BetriebsrStegefetzes zu«lassend« Gesetz über Entsendung von Betriebsratsmitgliedern in den Aufsichtvrat liegt«och nicht vor. D« erste Kongreg d« Betriebsräte Deutschland» fordert die schleunige Ler- abschiedong dieses Gesetzes. Die Betriebsrat« sollen im Bussichtsrat da, Ail�enicinint-resse vertreten. Sie haben infolge- besten da« Recht, Forderungen und Anträge, welchc da» Allgemein- intereste wahren, zu stellen und alle gegen da» Allgemeinintereste verftof-endcn Anträge der übrigen Mitglieder de« Ausfichtsrates zu derämpftn. � Da die Betriebsräte für ihre Handlungen de« Belegfchaftsmit- gliedern verantwortlich find, d. h. letzte« Endes gegenüber der Allgemein hcit dir Verantwortung tragen und von dies«»nr Rechen- ichast gezog«,«erden, kommt die Haftung der Betriebsräte, wie sie für die udrigen AuMchtsratvmitglieder»»rgeschrieben ist. welch« w» kapitalistisch« Zuteeeste« vertreten, nicht in Frage. Da« zu erlastende Gesetz darf derartige Bestimmungen nicht«nthalten. polnisches Gebiet berührt, ist der Gefahr körperlicher Untersuchung ausgesetzt. Es ist sogar vorgekommen, datz Frauen ihre Strümpfe ausziehen, nutzten. Festgestellt ist ferner, datz die Polen eine schwarze Liste führen und mißliebige Person n verhaften, auch wenn ihre Papier« in Ordnung sind. Nun haben wir ja von Königsberg aus Dampferverbindung mit Swinemünde. Ein solches Billett kostet ungefähr das Doppelte des D-Zugpreises, und von Königsberg über Swinemünde ist man 18 Stunden nach Berlin unterwegs. Die Reedereien wissen ganz genau, was auf der Bahn los ist und scheeren ihr Schäfchen. Es tauchen verschiedene Fragen auf. Wenn die Regierung uns nicht schützen kann, wie kommt sie dazu, uns mit der Ausweis- Stempelmarke auch noch zu plündern? Sie soll einer bürgerlichen Zeitungsmeldung zufolge sogar mit der Absicht um- gehen, für ihren Ausweis eine Abgabe von 9 bzw. 27 M. zu er- heben. Sollen wir Deutsche Ostpreußens dafür, datz uns die Regie- rung nicht schützen kann, etwa noch eine besondere Steuer zahlen? Dann weiter: warum ist der Personenzugverkehr mit Berlin ausgeschaltet? Wie reisen die armen Teufel, die arbeitslos geworden sind und sich von Ostpreußen aus im Reiche Erwerb suchen wollen? Die ganzen unsinnigen Zoll- und Ausweisplackereien ließen sich vermeiden, wenn in den Zügen bestimmte Wagen für den Fernverkehr reserviert und vor dem Passieren der Grenze a b g e- schlössen würden. Roch besser wäre es, wenn Deutschland einen wirklichen Dampferoerkehr organisieren und den Verkehr durch den Korridor möglichst ableiten würde. Dazu wäre ein Durch- stich der Frischen Nehrung bei Kahlberg und der Bau einer Mole nötig. Elbing würde direkter Seehafen für das siid- liche Ostpreußen werden. Die Konigsbergcr Hafenanlagen«e- nügen ohnehin nicht. Notwendig ist weiter der Bau einer Bahn von Elbing über Ziegenhof nach Danzig. Es handelt sich dabei um eine Strecke von 7— 8 Meilen. Dadurch würde Dirschau jede Bedeutung für den deutschen Durchgangsver- kehr verlieren. Die Ausführung dieses Projekts scheiterte bisher daran, datz die Rogat nicht kanalisiert war. Seitdem das der Fall ist, biete: die Ausführung keinerlei technische Hindernisse. Die Arische Nehrung besaß im Mittelalter bei Vogelsang ein zweites Tief. Elbing war damals Seehafen mit blühendem Handel. Eine Danziger Flotte hat jene Vogelsanger Einfahrt zerstört und El- bing wirtschaftlichen Verfall entgegengesührt. Beide Projekte würden als staatlich« Notstandsarbeiten ein paar hundert Menschen längere Zeit Beschäftigung schaffen und sich wirischastlich gut be- zahlt machen. Sie find nicht nur für Ostpreußen, sondern auch für das Reich von Wert, denn sie knüpfen die Bande zwischen beiden enger und Ostpreußen ist zudem landwirtschaftliches Ueberschuß- gebiet. Ein paar Worte noch zu unser«„Grenzen". Der Machtspruch der Entente hat in keiner Weise den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung getragen. An sich war es schon mehr als grober Unfug, ein einheitliches Wirtschaftsgebiet, wie Westpreußen es darstellt, in �»rnarionalen verreiariar-■ vier#kc zu zerreißen(zwfl deutsche, ein polnisches und ei« Are staatsstück). Den berechtigten Wünschet: der Polen wäre mit Er- rich:ung eines Haiens in Tanzig, Ueberlassung einer der Weichsel- bahnlinietr und gesetzlicher Gleichstellung der Nationalitäten völlig Genüge getan worden. Wenn aber schon der Freistaat Danzig geschaffen wurde, hätten Dirschau, Neuftadt-Putzig-Karthaus und die Landzunge Hela in fein Gebiet fallen müssen. Das ist Danzigs natürliches Hinterland. Niemals indessen das Marienburger Werder, das nach Elbing und Marienburg hin gravitiert. Die Grenze ist so rigoros festgesetzt, datz sie mitten durch Dörfer und Städte geht. Der Bahnhof Bischofswerder und«in Stratzenzu« sind polnisch, die Stadt Bischofswerder deutsch. Ma- rienburg ist deutsch. Kalthof eine Borstadt von ihm, Freistaatgebiet. In Zeyer und Jungfer läuft die Grenze mitten durch die Dörfer. Häusig haben Leute Besitztümer in zwei Staaten. Und die Be- völkerung betrachtet die Ortschaften nach wie vor als einheitliches Ganzes. Ein kleines Bild aus dem Leben: Tin Marienburger Arbeiter wollte aus Kalthof 30 Pfd. Leder und 16 Pfd. Schuh- nägel nach Marienburg hinüberschmuggeln. Er wurde erwischt und vom Marienburger Schöffengericht zu einem Tage Gefängnis und 1518 M. Geldstrafe verurteilt. Die Summe kann der Mann natürlich nicht bezahlen und da das Gericht ihm einen Tag höchstens mit 10 M. anrechnet, wird tt IX Jahre über Zölle»nd Staatsgrenzen nachdenken können. Mancherlei wäre noch anzuführen. Schon das vorstehend« Bild zeigt, wie unnatürlich die ganzen Verhältnisse in Ost- und West- preutzen sind. Wenn Reichstag und Landesversammlung hier nicht auf Abhilfe drängen, wird die Regierung kaum etwas Durch- greifend«» gegen die Mißstände unternehmen. Korridor- und Grenzfreuden Von kustav Schroder-Elbing. Die Verhaftung des Reichstagsabgeordneten Genossen Hertz und dreier anderer Reisender durch polnische Milirariften in Dirschau lenkt die Oefientlichkeit wiede- einmal auf die halt- losen Verkehr szustände zwischen Ostpreußen und dem Reiche. Weder die Regierung noch die Mehrzahl der deutschen Volksgenossen sind über die Dinge, die einer Aufhebung der Freizügigkeit und des Reifens gleichkommen, unterrichtet. Di« naS- folgenden Zeilen haben'darum Anspruch auf Interesse der weite- sten Kreise. Wollen wir Ostpreußen nach Berlin fahren, dam: brauchen wir einen Ausweis. Also zunächst zum Phowgraphen. Das Bild kostet etwa 5 M. Dann müssen wir zur Polizei. Hier sind nur vier Bureaus zu absolvieren und außerdem mutz eine Stempelmarke 'für 3 M. gekauft werden. Nun beginnen die eigentlichen Schwie- rigkeiten: neben dem deutschen ist das polnische Visum nötig Der polnische Konsul wohnt in Königsberg. Wer Zeit hat. kann seinen Ausweis brieflich einschicken. Wer aber eilig fahren mutz, mutz ihn persönlich holen. Eine Reise von Elbing nach Königsberg und zurück kostet mindestens 30 M. und einen Tag Zeit. Da? polnische Visum wieder muß mit 20 M. bezahlt werden. Also muffen wir Provinzler 15— 16 Stunden Zeit und zirka 60 M. Kosten aufwenden, ehe wir überhaupt daran denken können, uns den Berliner Zug nur anzusehen. Früher fuhren wir von Elbing über Schneidemühl in zwölf Stunden nach Berlin und bezahlten vierter Klasse 9,60 M. Jetzt sind wir auf den D-Zug über Stettin angewiesen. Ein Billett dritter Klasse koste: 78.60 M. und die Aahrdauer beträgt 13— Ii Stünden. Denn fest immer imben die Züge bedeutende Ler- spätung. Als ich zur Reichskonfsrenz kam. hatten wir auf der Hinfahrt dreimal Billett- und viermal Ausweiskontrolle. Auf der Rückfahrt zweimal Billettkontrolle, viermal �"?weis- und zweimal Gepäckkontrolle mit Leffnen der Koffer. Eine Dame und -wei Herren wurden in Neustadt von den Polen aus dem Zuge heraus verhaftet. Ganz wie im Falle Hertz. Derartige Ver- Haftungen kommen so zahlreich vor. daß die Presse nicht mehr in der Lage ist, von jedem Falle Notiz zu nehmen. Zu beachten ist hierbei'noch, daß der Freistaat Danzig auf die Kontrolle der Züge vollständig verzichtet. Andernfalls hätten die Reisenden ans jeder Fahrt eine sechsmalige Aiisweiskokltrolle z« überstehen.' Wer 4. Internationale Buchbinder- Konferenz Vom 28. September bis 1. Oktober fand in B e r n die 4. Internationale Buchbinderkonferenz statt. Als Gäste nahmen an den Verhandlungen teil: der internationale Sekretär der Buchdrucker S t a u t n« r- Bern, der internationale Sekretär der Lithographen P o e l»- Brüssel, für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund Dürr-Bern und als Vertreter des Internationalen Arbeits- amtes in Genf Herr M i l ha ud- Genf. In der Diskussion über den Bericht de« internationalen Sek»- tär». bedauerte G r ü n s e l d- Wien, daß sehr viele Verbände ihrer Pflicht zur Beitragszahlung nicht nachgekommen seien, und daß eine Anzahl Landesorganisationen trotz aller Anklagen nichts von sich hören lassen, z. B. Amerika. Weiter schilderte et die Zu- stätwe in Ungarn, sowie die maitgelnde Solidarität der amerika- Nischen Organisationen, die von organifierlen europäischen Kalle- gen ein Eintiiitsaeld von 25 Dollar, trotz des Nachweises der �'ganisationszugehöriakeit verlangen.— Van Staeqen- Brüssel wünscht zunächst Klärung der Frag«', ob die mit ihren Sekretariatsbeitragen im Rückstand beitiidlichcn Organisationen «*,.1»«?*l?5v0n b5t Konferenz berechtigt seien.— Von der c> Amibrdam betonte, daß die Organ isattonen in den neu- kein« Beiträge während der Kriegszeit leisten * ,m'1Vßc internationale Sekretär übernationa- ltstisch ger,chtet gewesen sei.— Vertreter der englischen Orgo- xv•a»tts» w e i z e r.— Fischer- Prag b�|epatAUtm t,er deutschsprechenden Kol- legenichaft ,n dem lschemischen Staate.— Die Vertreter I t a- l i« n s erkannten ebenfalls ihr« finanziellen Berpflichtuagen dem Sekretär, at gegenüber an.— Ein Vertreter Ungarns berichtete kurz über ungarische Verhältnisse. Der ganze Krieg habe nicht so viel schaden angerichtet als die Rätediktatur und deren Folge- zeit. Vor dem Kriege war in Ungarn unsere Kollegenschast zn 95 1 Prozent organisiert. Heute liegt der Beruf völlig am Boden. Datz beute noch in Ungarn Unterstützung gezahlt werden kämt, ist dem Internationalen Sekretariat zu danken. dessen Aufforderung zu Sammlungen gute Resultate gezeitigt habe. Das Internationale Mitteilungsblatt sollte mögliche monatlich erscheinen.— Harra way- England erklärte, daß sür uns Arbeiter alles Bergangene begraben fein sollte. Der wirk- liHe Feind der Arbeiterschaft habe noch immer die Gewalt in Händen: das Kapital. Dieses gelte es zu bekämpfen, aber nicht die eigenen Arbeitsbrüder. Eine der englischen Organisationen habe Anfang August 1914 eine Generalversammlung gehabt, durch die der Anschluß an die Internationale beschlossen werden sollte. Diese Tagung wurde durch die Kriegserklärungen gestört. Jetzt aber erkläre er seinen Anschluß erneut.— Van Staeyen- Briissel hat»o» der Tätigkeit des früheren Sekretär» nichi viel gemerkt. Sr geht auf die Pariser Sonderkonferenz näher et«.— Ras müssen- Dänemark gab einen eingehenden Bericht über den Umfang und die Tätigleit des dänischen Verbandes.— Der internationale Sekretär Haneisen-Berlin: Daß ein« beson- der« Zufriedenheit mit der Tätigkeit des Internationalen Sekre« tariats nicht geäußert werde, sei vorausgesehen worden, aber die Kritik sei noch immer vorwärtstreibend gewesen, und sie werde es auch hier fein. Eine regelmäßige Herausgabe des Mitteilungs- blattes in kürzerer Zeit>« der hohen Kosten wegen nicht mög« lich. Er bedauert, daß Frankreich nicht vertreten fei. Hätte die dortige Organisation Interesse an der internationalen Verbin- dung, dann würde es eine Vertretung entsandt haben. Die Ei- tuation sei gegenwärtig so, daß die Arbeiterschaft, genau wie es der englische Delegierte gesagt habe, einig sein müsse. Wir als Arbeiter sollen unter alles, was geschehen sei, einen dicken Strich ziehen. Der Verlauf der Konferenz zeige, daß ein großer Schritt zum Wiederaufbau der beruflichen Internationale gemacht würde. Nachdem wurde auf Vorschlag der Italiener eine Abord« nung zum Schweizer Bundesrat entsandt, um trotz allem noch- mals zu versuchen, den inzwischen in Basel eingetroffenen ruf- s i s ch e n Delegierten die Einreiseerlaubnis in die Schweiz zu er- wirken. Di« Tätigkeit dieser Abordnung hatte keinen Erfolg. lleber den„Wiederaufbau der internationalen Beziehungen- referierte Haueisen- Berlin. Schon die bisherigen Verhand- lungen haben gezeigt, daß der Wiederaufbau der beruflichen In- ternationale von allen Teilnehmern an der Konferenz gewünscht wird. Run sei es Pflicht der einzelnen Delegierten, für ihre Organisationen den Anschluß zu etklären. Dann könne praktische Arbeit geleistet werden. Eine Umfrage ergab, daß sich sämtliche vertretenen 11 Organisationen aus 12 Ländern zum Anschluß be- reit erklärten, respektive diesen vollzogen. Nachdem dies gc- schehen. erhob Fisch er- Prag Protest gegen die Zulassung der selbständigen Organisation der deutschsprechenden Kollegenschaft in der Tschechoslowake«, die ihren Sitz in Reichenberg i. B. Hai. Man sollte und müsse diese Separation genau so behandeln, als früher die separatistischen Tschechen behandelt worden seien. Auch für die Tschechen sei eine einheitliche Organisation notwendig und man dürke nicht zulassen, daß lediglich der Sprache wegen eine separatistische Organisation geschaffen werde.— Mertens- Reichenberg. der Vertreter der angeschuldigten Organisation, wendet sich gegen den Protest. Nach seinen Angaben machte sich die Separation notwendig, infolge der Drangsalierungen der Deutschen durch die Tschechen. Er erstattete eingehend einen Be- rickt über die Gründungsgeschichte seiner Organisation. Auch dies- habe sich den Beschlüssen des ihr übergeordneten Gewerk- schaftskgngresses zu fügen. Eine ganze Anzahl deutscher Organi- saiionen der Tschechoslowakei find den Berufsinternationalen an- geschlossen. Warum sollte das bei den Buchbindern anders sein? — Nach längerer Aussprache über diesen Gegenstand wurde be- schlössen, beide Organisationen bis zur endgültigen Regelung der ganzen Frage durch den Internationalen Gewerkschaftskongreß zuzulassen.— E r ü n f e l d- Wien weist darauf hin. daß der Krieg, mit dem Unternehmertum setzt mit verschärften Mitteln geführt[ werden müsse. Darum brauchen wir die beruftiche Internationale» mehr denn je. Jedes Land, das auf sich allein angewiesen ist. f muß zu Grunde gehen, wie das Beispiel von Ungarn zeige. � Dem l Internationalen Sekretariat obliegen für die Folgezeit wichtige f ner- und Frauenarbeit, die Heimarbeit, das Verhältnis zu de« übrigen graphischen Organisationen und vieles andere mehr. Er regt weiter an, die Beiträge an das Internationale Sekretariat|| in der jeweiligen Landeswährung zu zahlen.. tSchluß folgt.) Streikdrohung de» Aentralverbande» der Fleischer Unter dieser Spitzmark« beschäftigt sich die„Allgemein« Fleischer- Zeitung" mit dem Artikel des„Vorwärts" in Nr. 194. Wir wollen die Ausführungen des llnternehmerorgan« etwa» niedriger hängen. Es stimmt nicht, daß alle Ler-äuferinne» dem deutschen Fleischergesellenbunde angehören. Wenn es d« Fall wäre, so hätte die freie Gewerkschaft keine Verkäuferin als Mitglied, auch gäbe es keine Unorganisierte. Beides trifft aber in größerem Matze zu. als den Unternehmern und ihren Eoldungen lieb sein dürfte. Der Scheintarif, der»wischen dem gelben Bui» parckov. Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaft und dem Zweckverband abgeschlossen ist, ist von derselben Gute wie die früher von jener Arbeitnehmergrnpn« getätigten. Er ist Sand rn die Augen derer, die noch nicht klar erkannt haben, daß ihre Interessen nur von einer selbständigen Organisation vertreten werden können. Das llnternehmerorgan bezweifelt, daß bei einem eventuelle« Streik der Fleischergesellen die Konsumenten auf feiten der n- eine menschenwürdige Existenz ringenden Fleischergesellen und Verkäuferinnen sein würden. Den Herren wird es erst zum Bewußtsein kommen, wenn es so weit sein wird. Oder glauben diese. daß die gesamte Arbeiterschaft und weite Kreise der übrigen Be- völkerung es»erstehen und begreisen würden, datz von einer Erm Haltung ver gesetzlichen Arbeitszeit keine Rede fein kann, daß fl» Fleischermeister Ausdrücke erlauben können, wie:„Wartet nub jetzt bestimmen wir wieder, wie lange gearbeitet wird. daß«onn tags 6—7 Stunden gearbettet werden muß, daß Wochenloyne vo»> 60 und 8V Mark gezahlt werden?».r. Wir haben die feste Zuversicht, daß wir in unserem Kämpft eine sehr starke Hilfe haben werden in der gesamten Bevölkerung So lange haben die Herren oom Hackklotz ,ede Behandlung al� gelehnt. Trog Schiedsspruchs des husses, mit deM ientraloerband der Fleischer über einen Tarifvertrag zu handeln, oersucht man die weitaus grogte Organisatwn auszu« schalten. Es bleibt uns kein anderer Weg als derder Selbsthilfe- Wir ersuchen die gesamte Arbeiterschaft, auf die Mitteilungen'« «der Presse zu achten. Zenttalverband der Fleischer. I Drohender Streik im Eisenhandel'. Seit 6 Wochen werden die Arbeiter des Eisenhandels durch dft Verschleppungstaktik des Ärbeitaebcrocrbandes an der Nal' herumgeführt. Durch Schiedsspruch wurde am 4. Sepiember de* Arbeitern eine 15-prozentige Lohnerhöhung zugesprochen. ObwoY� die Lohnhöhe auch dann noch erheblich hinter den Löhnen ander Arbeitergruppen— die ähnlich schwere Arbeit zu leisten haben�' zurückblieb, oeschloß ucjviwm die Vollversammlung die einstimmige ÄI nähme des Schiedsspruches. Die Unternehmer dagea« ,•.—'ziT___ � � 2 e--- �.. m-*.» o � r 1 1 � lehnten einmütig ab. Der TemobilmachungskommiM lehnte die Verbindlichkeitserklärung in uns völlig unverftän� lich« Weile— die nur auf die Unkenntnis der gesamten£«(r zurückgeführt werden kann— ab. Ein Versuch des Arbeitsminist� riums, die Parteien zu einer Einigungsversammlung zusamiiit- zu bekommen, wurde von den Arbeitgebernals zwecklof abgelehnt. Durch alle diese Tatsachen hat sich der Arbeii»* schaft eine Erregung bemächtigt, die stündlich zur Explosion koi� mcn kann. Run soll ein letzter Versuch unternommen werd«� Am Montag, den 11. Oktober, soll ein Schiedsgericht im Arbe,'� Ministerium einen neuen Schiedsspruch sällen. Am Dienstfi abend 6 Uhr wird dann eine Vollversammlung im Gewerkschaft» Haus Stellung nehmen.- Sollte dieser letzte Versuch nicht zu einer, die Wünsche Arbeiter defriedigcndcn Klärung führen, so ist der Streik uno«s meidlich. Da die Arbeitseinstellung dieser Gruppe die Rohsten Versorgung der gesamten Berliner Metallindustrie aufe stärkste i' fährdet. möchten wir die Raven«. Druckemüller, Steffens u. fiS»* Thyssen usw. in letzter Stunde noch einmal auf den ungeheuer Ernst der Lage hinweisen.» Schiedsspruch im Einzelhandel Im Reichsarbeitsmin.istcrium wurde gestern nach stundenlang Verhandlung ein Schiedsspruch gefällt, der die Forderungen®,, Aideitgeber aus Lohnabbau der Gehälter der AvK stellten und jugendlichen Angestellten ablehnt«. Der Schlcdssp bringt weiter zum Ausdruck, daß die gegenwärtig gesteuNa Bis zum 31. Dezember 1920 verlängert werden und daß lediglich die verheirateten Angestellten eine zehnprozentige Ge- haltszulag« erhalten sollen, lieber die Einzelheiten dieses Schiedsspruchs wird in einer demnächst stattfindenden großen Ver- sammlung Bericht erstattet werden und die Angestellten werden alsdann über diesen Schiedsspruch abstimmen müssen. Wr bitten, die Anzeigen in den Tageszeitungen in den nach- sten Tagen zu beachten. Bor Aufforderung unsererseits ist keine Abstimmung in den Be- trieben vorzunehmen. Zentralverband der Angestellten. Sämtlich« Betriebsräte Berlin-Lichtenbergs. Sonnabend, den 9 Oktober, abends 7 llhr, Besprechung mit dem Arbeitslosenrat Berlin-Lichtenberg im Restaurant Rau, Friedrich-Karl-Str. 11. Tagesordnung:„Politische Lage und die Erwerbolo�n." Be- sprechung über die aus den Betrieben für die Erwerbslosen ein- gegangenen Gelder. Achtung: TSpfer! Die gestrigen Verhandlungen sind wiederum gescheitert. Die Unternehmer wollen den Schlichtungsausschuß an- rufen. Mr ersuchen die Kollegen, im Laufe des heutigen Vor- mittags sich mit unserem Bureau, Moritzplatz 9897. in Verbindung zu setzen. Max Kemmnitz. Arbeitslosenräte Sroß-verlins. Sonnabend, den 9. Oktober vormittags 12 llhr, findet eine Vollversammlung der' Hcn iu.». j«.. itafttRUtag» SVi«««.«« ttn s-M«nsälstr>ktsrons-lenz in»er Sctgct Str. 67. Hierzu sind auch die Abteilungsobleitte der K-mmilft»«»«i» atefSmi». 3. Abteilung. Heute abend ezh Uhr wichtig- Shteilungooersa»«. lung. Zchnlaula, Andreasstr. 16 a.,,___. M 7. Diftrilt. Montag, abend- 7 llhr. bei«rumbach, W-rscha»er Str.«l, riO.,tSiftri(t.Cn,§tuie abend Volk-lied-rabend, Schulaula, Eleimfir.«. � tiittslartcn sind am Eingang zu haben. Arbeitslofc»es Diftrilt» oorw. in»er Spedition ELstc. Treslowstraste, Plalote abholen._« U. Diftrilt. Sonnabend. H8 Uhr. E-sanglaal der EchlUc, kartenftr. S. trüge über das Thema:„Ä?i« hält man einen Zahladen» ab. Kef». wtnoste» R-l-nbera und Wilhelm. �___ zum Presse von 0,73 M.. Garderobe 20 Pfg. und d) Gymnasium, Reuter-Rezitator. Inge- 1 M., Gar- Kasser-Friedrichstr. 208-210, Brandt: Reüter-Rezitatoi borg Heldberg: Gesänge, sind Karten zum Preise von derobe 20 Pfg., an der Abendkasse erhältlich. Proletarisches Theater. Die Erössnungsvorstellungen am 14. und 13. Oktober müssen verlegt werden. Sie finden statt am 13. und 13. Hasenheide 13. Spielplan:„Gegen den weißen Schrecken für Sowjet-Rußland." Karten 3 Mk., Arbeitslose 1 Mk. an der Kasse. Siehe Anzeige. straste 10.— Montag, abends 7 Ii Uhr, Kunltionarsiftu»» 0_ 18.»istritt. Sonntag, früh 9 Uhr. Diftriltslonseienz. vochstiaste, 2iwtV braucrel. Erscheinen aller Funltionäre ist Pflicht. Panlow. Montag, abends 7 Uhr, Junltionärsttzung im Jugendheim. Schüneberg-Fricdsnou. Plakate für Sonntagsucrfammlung find fofoU«»« .,,1r°ih-It"-Spedition, Eoienstr abzuholen. � ,,, Wilmersdorf-Schmargendorf-Grunewald. Montast. den 11. Oktobe?, Mß Uflt. bw Urban. Wilmersdorf. Berliner Str. 18-49, Funktion är/chung. Niedertchönhausen. Am Dienstag, den 12. d. M., abends 7�3 be» anouf# Eichenstt. 70, Sitzung der Landagitation. Vereinskalender Trou-oortorbeiter-Lerboud, Sektion 1. L-d-rbr-nche. Sonntag v°rm1» Uhu erholten bis auf weiteres ihre Information täglich uon 1—3 Uhr im Lokal von ��Ärott-rb-nd�der'«ngeftellten. Am Sonntag vormittag um u llhr findet IM Lustgarten eine greste öffentliche Verfammlung statt. Iage«ordnung: An»hma de- Schiedsspruchs oder Streik. Tie stsunktlonare werden gebeten, dl« Havd» zeUel /u�di-str Verlamm�un� am�Sannabsnd�vormittag Uhr �abzuholen. Ausschank,'Neue Zakob'ftr. 2i'25.'- Die für den 11. Oktober-ngekündigte ammlung der gesamten Angestellten des Teitilbondel, im Leb findet nicht statt, weil durch Verschiebung der Beibandlung an» ein« kurze Schiebung der Versammlung notwendig geworden»st. Der tatsachliche Lersam»« lungstermin wird noch bekanntgegeben. � Bund der technischen Angestellten und Beamten. Berlin RSS Z. Dienflag. de, 12. Oktober, Mligiicderversammlung, abends s llhr, rm Iugendheu», Rathenow« �Allgemein« Krönten, und Stertekofi- der Metallarbeiter. Fil. Eteglt». S-N«- abend den 9. Oktober, abends 7 Uhr. Mltglied-rv-rfammlung bei kll-m-nt, Düppelstr. 7. Bericht von der Eeneralveisammlung.... lfreireligiöi« E-m-ind«. Sonntag, vorm. 11 Uhr, im»flrgersaal•»« Kalhauf«. Aonigstraste. Vortrag des Herrn Dr. P. �rgchc u-ber die Freundschaft.— Har- monium� Sandmannchen iBrahmsf. Säfte willkommen.., ,,... s-zialistifche Proletarier-Jugend. Freie lozialistifche z-geud EherlettMlbM. Dienstag, den 12. Oktober 1920. Zufammeukunft. Beginn der Stbung'�« llhr. Rostnenftr. 7, im Restaurant Mucha. Um zahlreiches und pünitliche, Erich«!«» wird gebeten._ Verantwortlich für die Redaktion: Leo Lieblchüh. B«rliw.Fri««»a». U«- antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Äomeriner. Aarloherfk.— Verlagsgenoiicnschast.Freiheit" e. G m b. Sv. Berlin.— Druck der �sralheU�» Drucker«! E m. b Berlin€?. Breite Strahn 8-9. 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