Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Sonnabend, 9. Oktober 1929 Nummer 427» Abend-Ausgave IN» JutltB*«fch«?!» luamtu» nt»-chirlu-s,, eomiteg»«a moirtag»«at »tr.KMsL Der Btängsprrt» betrifft bei freier RnfteEaiij In, feon» für®T£S«BrtIta 10,— 9H. im»Stent iaUbot, nun 6n Tprbirion Jtlbfi tbstboü 8,80 OS.'' fSrailiebt f''~---- being nebrnra. bo.Ofltn für Seatfölc r.5 mti ßnzügllch Bel-ue-Anfschlag, «SHetltUa Postenslaiteri nd Oeiterrclr!) u, pa Brief Bestellungen emgeeen, 16,50 im., für ba« abrlat filielonb 21,50 W, ffit DtnUcblenb en» Oesterreich 30,— OS, Otze«Ht�naRnte«»«patelOtjeH»»der bereit Ramn Mtet 8.—®-»InfchflehSch renemnatiufchla». Kleine Anzei-ien; 3>d« fettgcbrnAt«®orl 2,— ylu, i«bee oti«e Wo« 1,50 W., ehtfdjticftliÄ) Tenceuiist,»schlag. Lausende Än? eigen laut Dar«. »anriNeruAnzelgen und Ttellen.Eesuche 3,20 M. n«!o pro Aelle. etell-n-Des-ch, w Wort/Ülnielgen! da» setchedruckle Wo« 1.50 M., jedes weitere Wo« 1,— 0a» 2030, 2016, 1611 1802. 162S, 1010, 4121. 1 �erffner-Orffon ber VnabbSttdlaen S&klömwMOe S>atß$foni& £},•>., e-,.•,.... Die Erneuerer der französischen Partei und die Internationale Von Paul Faure, Chefredakteml de«.Popul-ir«� in bezug auf die internationale sozialistische Politik ge- nannt hat. Diese Politik kann w folgenden Worten, die den Schluß» atz- der angenoinmenen Resolutionen bilden, zu» ammengesetzt werden:.Der Parteitag, zu einer ofortigen Aktion entschlossen, beauftragt die Per» waltungs-Kommission der Partei, unter Wahrung der Verbindung mit den westeuropäischen Parteien, un» verzüglich in Unterhandlungen mit den zuständigen Körper» schasten der dritten Internationale einzutreten und im Ein- Verständnis mit den Unabhängigen sozialistischen Parteien der Schweiz und Italiens eine Konferenz vorzubereiten zu .. afl Grundsätze des Sozialismus aufzubauen Das war die Grundlage zu einer praktischen Attion für die ftanzöpfche sozialistische Partei gemäß den Absichten der Er- neuerer. Wie ist nun der in Ctraßburg gegebene Auftrag a führt und welche Resultate sind erzielt worden? Zch es in kurzen Worten untersuchen. Ein Delegierter. Genosse DanielRenoult, wurde zu «nsere«'—-— äf-*] � bereits ausge- � will mühungen zu unterstützen. rfolg in England, wo die Un- bereit erklärte, unsere Be- Zu gleicher Zeit, im Juni 1920, begab ich mich,»nd zwar ebenfalls als Delegierter der französischen Pattei, nach Bern, !«- n- wo ich eine Besprechung mit dem Zentralkomitee der rilchen Partei hatte, der auch ein Mitgl abhängigen, der Genosse K o e n e n, Deputierter von Halle, wie ich glaube, beiwohnte. Unsere Besprechungen waren sehr herzlicher Natur, und wir gelangten zu einer Ueberein» stimmung über die Notwendigkeit einer sofottigen K o n f e renz, wie sie der Parteitag'~" und wie sie auch, nacl in Betracht gezogen,____________________ eine Delegation der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands und der französischen Partei nach Moskau ab» gereist seien und daß es ihm richtiger erschiene, vor Einbe- stl)ließungen von Straßburg nicht" allzusehr entsprach. Der Genosse Grimm schlug vor. die Ergebnisse dieser kurzen Konferenz in folgenden Worten zusammenzufassen die ich hier zur Information wiedergebe: �'"' »Die Delegierten der französischen soziaNstkschen Pattei und der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands, ebenso wie das Zentralkomitee der schweizerischen sozialistischen Partei, sind über- ?eugt von der Notwendigkeit einer internationalen Vereinigung des W«ltproletariats. Ueberzeugt von dem Gedanken, daß eine solche internationale Organisation nur witten kann, wenn sie sich das Ziel und die Wege des revolutionären Sozialismus zu eigen macht, sehen sie in der Einberufung einer inter- nationalen Konferenz oder eines internationalen Kongresses derjenigen Arbeiterparteien, die noch außerhalb der-3. Internationale stehen, das Mittel zum schnellen Aufbau dieser Organisation. In Anbetracht der Tatsache, daß ein« Delegation der ftanzöfi- scheu sozialistischen Partei und der Unabhängigen Partei Deutsch- lands nach Rußland gereist sind, und in der Annahme, daß diese Delegationen ein Uebereinkommen mit dem Exekutivkomitee der 3. Internationale suchen werden, um die Einberufung einer solchen Konferenz oder eines solchen Kongresses in die Wege zu leiten, wird die Antwort auf den französischen Vorschlag, der verlangt, daß die schweizerische sozialistische Partei die Initiative zur Ein- berufung dieser Tagungen ergreift, bis zur Rückkehr der nach Rußland entsandten Delegationen zurückgestellt. Wenn eine Einberufung durch das Exekutivkomitee der S. Inter» nationale für die vereinbarte Zelt unmöglich ist, soll eine neue Zusammenkunft der Delegierten dieser drei Parteien un- verzüglich herbeigeführt werden, um die geplante internationale Konferenz vorzubereiten und ihre sofottige Verwirklichung zu er» zieleix." Die Genossen C a ch i n und Frossard find nach Rußland gereist, um in unserm Namen„mit den zuständigen Körperschaften der 3. Internationale" zu verhandeln. Alsbald nach Tf••- So geht's nicht des Reichswirt» „ einer Tagung zusammen. „ stand an erster Stelle die Stellung- nähme zu den Vorschlägen der Sozialisterungskommission über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues. Auf eine Anfrage gab der Reichsschatzminister von Räumer eine Erklärung über die Stellungnahme der Regierung in dieser Frage ab. Der Minister berief sich auf die vom Reichs- arbeitsminister in der Reichstagssitzung vom 3. August ab- gegebene Erklärung, in der die Regierung sich auf den Stand- .._ �_--------- ngestellten zu wörtlichen Trägern der Wirtschast. Zugleich betonte aber damals die Regierung, daß Art und Form der Soziali- fierung sich aus der Notwendigkeit ergeben, die deutsche Koh- lenwirtschaft in der Richtung größter Produktionssteigerung und Wirtschaftlichkeit zu entwickeln. Gegenüber der Aus- legung der»Täglichen Rundschau" zu dem Kabinettsbeschluß vom 22. September erklärte der Minister, daß der Kabi- nettsbeschluß selbstverständlich keineJndentifizierung mit den Beschlüssen der Sozialisierungs- k v m m i s s i v n beoeute. Er betonte ferner, daß ein Gegen- satz zwischen den volksparteilichen Ministern und dem Ee- samtkabenett ebensowenig bestehe, wie zwischen den Mi- nistern und ihrer Fraktion. In Wirklichkeit besteht natürlich zwischen der Deutschen Volkspattei und ihren Ministern gar kein Konflikt. Es handelt sich nur um einen Unterschied der Taktik. Natürlich will die bürgerliche Regierung ebenso wenig eine wirkliche Sozialifierung, als die bürgerlichen Parteien. Aber während die bürgerlichen Parteien ihre Aufgabe darin sehen, den offenen Widerstand zu organisieren, versucht die Regierung die Oeffentlichkeit hinzuhalten, da sie den Hßnflikt mit der Arbeiterschaft scheut. Das alles ist ja auch ganz selbstver- ständlich und die Arbeiterschaft weiß, daß sie einen Erfolg nurauseigenerKrafterringen kann. Das haben ja auch die Verhandlungen des Wirtfchastspoli- tischen Ausschusses des Reichswirtschaftsrats klar gezeigt. Es war sehr interessant, wie die Unternehmer sich zunächst vollkommen schweigend verhielten. Es bedurfte erst der nach- drücklichsten Aufforderung durch die Arbeitervertreter, um Herrn S t i n n e s zu einigen Worten zu bewegen. Und diese Worte ließen ganz deutlich erkennen, daß die. Taktik der Unternehmer dahin geht, um jede ernsthafte Lösung im Bergbau dadurch herumzukommen, daß man anstelle dieser bestimmten, klar umgrenzten und deshalb jetzt und sofort lösbaren Aufgaben'die unbegrenzte Aufgabe der Sa- nierung unserer Wirtschaft überhaupt setzt. Die finanzielle Lage, meinte Herr Stinnee, sei eine solche, daß man zur Lösung der Sozialisierung im Bergbau erst kommen könne, bis umfassende Maßnahmen getroffen seien, den finanziellen Zusammenbruch zu vermeiden. Das ganze Verhalten der Unternehmer laßt, wie nicht anders zu erwatten war, ganz deutlich erkennen, daß aus der Beratung des paritätisch zusammengesetzten Reichswirt- schaftsrats verdammt wenig herauskommen wird. In der »es Mim« " l Unterkommsssion, die eingesetzt worden ist, werden viellelchk noch ein paar schwächliche Kompromißversuche gemacht wer- den, die womöglich noch hinter der Teilsozialisierung zurück- bleiben. Soll in der Frage der Sozialifierung wirklich etwas et» reichH werden, so bedarf es dazu vor allem der klaren, enerai- scheu und einheitlichen Aktion der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen. Deren erste Aufgabe wird es sein, für eine einheitliche Stellungnahme der Arbeitervertreter zu sorgen. So wie bisher kann esnichtweiter gehen, oas haben gerade die gestrigen Verhandlungen im Wirtschastsrat aufs neue bewiesen. Nachdem Hilferding die Verwirklichung der Dollsozia- lisierung als Vorbedingung für die Steigerung der Kohlen- Produktion und als ersten Schritt zur Verhinderung der kapi- talistischen Wirtschaft gefordert hatte, setzte eine Diskussion ein, in der W i n e l l im Gegensatz dazu nur für die Teil- sozialisierung eintrat. In unglücklichster Weise begründet er diesen Vorschlag damit, daß die Unternehmer im Bergbau noch nicht entbehrt werden könnten, weil die Arbeiterschaft sozialifierung ein Sprung ins Dunkle! Während aber die Unternehmer von dieser Anerkennung ihrer Unentbehrlich- keit mit' Genugtuung Kenntnis genommen haben werden. werden sie die Drohung Wissells, er werde selbst den Sprung ins Dunkle wagen, wenn sich ihr Widerstand auch gegen die Teilsozialisierung wende, wohl nicht mit allzu großem Ernst aufgenommen haben. Wissell traten der Steiger Werner und Aufhäufer energisch«nd mit guten Gründen ent- gegen. Es ist ja auch eine ganz merkwürdige Auffassung. daß mit der Sozialisierung gewartet werden könne, bis etwa die Arbeiter aus sich heraus eine genügende Anzahl hervor- ragender Jndustrieleiter erzogen oder eine genügende Anzahl Direktoren und Generaldirektoren Sozialisten geworden feien. Handelt es sich doch nur darum, für die Kohlenwirtschaft eine Anzahl tüchtiger leitender Kräfte zu gewinnen, und es ist nicht einzusehen, warum die heute im Dienst der Unter- nehmungen stehenden Leiter nicht in ihren Stellungen zu einem großen Teil verbleiben würden, wenn an Stelle des kapitalistischen Ausbeuters die Allgemeinheit tritt. Wird doch dadurch in Wirklichkeit ihre soziale Position und ihre wirtschaftliche Bedeutung nur gehoben. Es ist aber klar, daß, wenn sozialistische und Arbeiterver« treter dem populärsten Einwand der Bürgerlichen gegen die Sozialisierung zustimmen, wenn sie so selbst die sozialistische Einheitsfront brechen, daß dann der Kampf um die Soziali- sierung außerordentlich erschwert wird. Die Stellungnahme Wissels steht in einem unhaltbaren Wider- spruch zu den Forderungen des Bergarbeiter-Ver- b a n d e s, steht im Widerspruch zu den Forderungen, die bis- her alle sozialistischen Organisationen vertreten haben. Diese Organisationen sind jetzt vor die Frage gestellt, ob sie einen Kampf für die Sozialisierung ermöglichen wollen, indem sie zunächst die Einheit in ihren Reihen herstellen. Die Situation fordert dringend eine rasche Entscheidung. Bliebe sie aus, dann hätte die Bourgeoisie, dann hätten die Kohlenherren und die Regierung gewonnenes Spiel. ihrer Rückkehr versichetten sie uns, daß der Einttitt der fran- zösischen Partei in die 3. Internationale auf der Basis der neun Bedingungen möglich fei, jener neun Bedingungen, die so harmloser Natur schienen und bei denen insbesondere jene unerträglichen Bedingungen über die Ausschließung von Per- sonen und die direkte Einmischung Moskaus in die Wahl der Mitglieder zu unseren leitenden Körperschaften fehlten. Obwohl diese neun Bedingungen, die manches verschwiegen und über anderes zaghaft hinweggingen, von den Teil- nehmern gewisser Versammlungen, d. h. also von Elementen, die zum größten Teil der Partei fremd gegenüberstehen und ohne sozialistische Erziehung sind, zustimmend begrüßt wur- den, stießen sie bei den Mitgliedern, und zwar nicht nur von der rechten Seite der Partei, die bei uns jetzt auf eine schwache Minorität zurückgedrängt ist, sondern auch bei den ehemaligen Minderheiten, die jetzt die Leitung der Partei bilden, auf einen lebhaften Widerstand. Bald darauf erfuhren wir durch die„Freiheit", daß und ich erhoben darauf im„Populaire" zuerst einen leb- und ich erhoben darauf im„Populaire" zuenrst einen leb- haften Protest gegen die Zweideutigkeit, unter der die De- batten in unserer Pattei vor sich gehen mußten, eine Zwei- WMOWzWä deutigkeit, die übrigens nirgends zerstreut wurde, da noch niemand, selbst die entschiedensten Anhänger der 3. Inter- nationale, erklärt hat, die 21 Bedingungen anzunehmen,' im Gegenteil formulierten alle sehr ernsthafte Vorbe- halte gegen gewisse unerträgliche Zumutungen Moskaus. Das ist die Situation, voller Unruhe und Nervosität, in der sich gegenwärtig die französische Partei befindet. � Der Sekretär der Partei, der Genosse«xrossard. sagte mir bei Be- ginn der Diskussion, daß es sich nach unseren Begriffen nur um neun Bedingungen handelt, und daß sich das Problem ändern würde, wenn die 21 Bedingungen auch für die französische Partei Geltung besäßen. Kann man auf Äenderungen in der Haltmig rechnen? Wir werden es erst in einigen Tagen erfahren. Einige Erneuerer der Partei folgten Eachm und Frossard bei ihrer schnellen Entwicklung, jedoch die Mehrheitbleibtnnerschüttertdem inStraß- bürg beschlossenen Standpunkt treu. 3". schlossenen Reihen und bereit zur Tat finden sich alle Minder- heitler von früher wieder, alle diejenigen, die sich se» oem Frühjahr des Jahres 1913«enen den Krieasloiialismus auf- lehnten und die inmitten inte gegen den Kriegssozialismus aufaller Not und alles Elend» ihre ternationalistischen Grundsätze betonten. SM Sie Ich warb« fn einem nnbcnr�fifc! üSe; die Haltung der ehemtUigen Minds,h«iUer unter diesen ernsten Vcrhälrniise» schreiben und lvie sie nrit Moskau, wenn möglich, mit allen revoluiionäreit sozialistischen Parteien ein brüderliches und lanales Einvernehmen suchen wollen, um Kraft und Leben der Internationale, der 3. Internationale, wiederzugeben. MilMdsche Nüfiemgeu aMRHew Ein Heer von IM WO Solbaien Ein rheinischer Abgeordneter macht im„Vorwärts" recht interessante Angaben über die militärischen Leistungen der Entente im Rheinlande, die die ttusmcrqamste Beachtung des .j.n* und Auslandes verdienen. Nach diesen Angaben steht am Rhein ein Heer von 140 000 bis 150 000 Soldaten, und llicherdem werden von den AUlitärs der Entente Vorberei- tungen getroffen.' die den Eindruck erwecken, dast man im Rheinland den Aufmarsch gewaltiger Truppen, nassen weit über die jetzige Stärke hinaus vorbereitet. Tv' wird bei Trier ein riesiges Gelände für eine j�eldbäckerei in An- spruch genommen, die täglich 400000 Mann mit Trat ver- sorgen kann. Es werden ferne: neu« Flugplätze eingerichtet. neue Exerzierplätze, neu« Truppenübungsplätze, neue Truppenlage? angefordert, neue Kasernen gebaut usw. Bs- merkenswert ist auch, daß bei Kaiserslautern die An- läge eines Munitionslagers geplant ist, das nicht weniger als MO Hektar umfassen soll. Ergänzt werden diese Rüstun- gen durch eine anderwärts geplante grohe Tankanlage und durch Brückcnbauü düngen an Stellen, die für einen Rhein- Übergang großer Truppenmasscn von jeher in Betracht ge- kommen sind. Wenn diese Angaben zutreffen.— und es wird Sache des »Vorwärts'' sein, sie in allen Einzelheiten zu belegen,— so erbringen sie den schlüssigen Beweis, dass die militaristischen Kreise der Entente, vor allem Frankreichs und Belgiens, noch immer an der Auffassung festhalten, Deutschland sei nur mit ltarken militärischen Mitteln in Schach zu halten. Angesichts der blöden und verbrecherischen Revancheagitaiion der deutfchnationalcn Kreise kann man diese Haltung des Ententemilitarismus zum Teil verstehen. Aber es ist nicht allein die Angst vor dem neudeutschen Militarismus und dem Aufflammen des deutschen Ehauviniomus, sondern auch die Furcht vor der deutschen Arbeiterklasse, die die herrschenden Klassen in den Ententcländern zu ihren Nüstüngen gegen Deutschland veranlassen. Diese Klassen glauben, sich nur durch Aufrichtung eines eisernen Walles am Rhein vor dem deut- schen Nationalismus und Sozialismus schützen zu können. Diese Ansicht ist ebenso falsch wie in ihren Wirkungen ver- hängmsvoll. Die militärischen Rüstungen am Rhein schwächen nicht die Stellung der deutschnationalen Kriegs- Hetzer und Ehauvimsten. sie liefern ihnen vielmehr billiges Agitationsmaterial gegen die Entente und nähren die na- tümaliftische Stimmung breiter Volkstreise, die immer offener den Charakter eines tiefen Hasses gegen Frankreich annimmt. Nach wie vor erweist es sich, daß die Militaristen des einen Landes den Militaristeil des anderen Landes in die Hände arbeiten. Wie sie gemeinsam den Weltkrieg vorbe- reitet haben, so arbeiten sie jetzt überall darauf hin, j>aß der notdürftig aufgerichtete Friede durch neue Kriege abgelöst werden soll. Auch gegenüber der Arbeiterklasse muß die Taktik bes Entcntemilitarwmus das Gegenteil von dem erzeugen, :ms seine Lenker beabsichtigen. Niemals wird der Eiserne Wall am Rhein imstande sein, den Siegcszug des Sozialis- mus aufzuhalten, denn dieser hat seine festen Stützpunkte in den Arbeiterklassen der Ententeländer selbst. Die Furcht der französischen und englischen Gewalthaber vor der„östlichen Ansteckung" ist genau so grotesk wie die Furcht der großen und kleinen Metternichs und der vormärzlichen Bureaukraten vor den Ideen der französischen Revolution. Auch ihre Niederlage ist ebenso gewiß wie die der Hüter der Traditionen des Wiener Kongresses und der»Heiligen Allianz". Für die deutsche Arbeiterklasse sind die Rüstungen des Ementsmilitarismus ein neuer Warnruf zu größerer Geschlossenheit und größerer Aktivität auf internationalem Gebiet. Die deutsche Arbeiterklasse lehnt es in ihrer übergroßen Mehrheit ad. sich für nationalistische oder nationalbolschewistische Experimente gegen die Entente miß- brauchen zu lassen und sie steht, in Erkenntnis der ungeheuren Das neue Jahrhundert Ttt Tra,»n* Baln-q(1757— IMfl) war(r-nMichtr Sprofc (s:!qc: uns irnUrailim«eilrr nc«)»stila «nb Aiurrika. war 1(S0 SRilglirb dar?!olbBa:»!i(amri[unp,(pr-q «tib Ich rieb(i-r dir radital« Damolratle das«ürxirtum». tu fur.'pit« das i,'uba!!!ät«Iyft«n>, Wirbt|pöt«t als Ksatlrr-ii». IttiUnSt linaclptcit, üdarlebi«»dar Stobalpiam, gib« unter Äjuelean» Imperium»um linken Flügel ter repudiilanilchei, "rsuBliou, Tibiftre znl-tit mit den««Urbanen leinen Frbiien. 17M ich'ieb er als elar.Jtnbc- snlist ein feinet Zelt olet geieleueo nii. J;. i e»« t n e k-der« e> r- ch l n n g e n übet d- e � tt» tut't on en der Reich veorg J-rster überlebte � e, 17K. Wir dringen de nie daran»(«tgenbei Sturf; An d«r äußersten Grenze des Mittelmeeres gewahrte ich eine esstannliche Bewegung, so wie man im Schoß« einer Lotzen Stadt, wenn plötzlich«in Ansruhr von allen Seiten ausbricht. ein unzählbares Volk durcheinander wühlen und sich stromweis« in den Straßen und öffentlichen Orten ausbreiten steht. Mein Ohr, von einem bis zum Himmel aussteigenden Geschrei be- trossen, unterschied in Zwischenräume folgende Ausbruche. Wir machen eine zahlreiche Nation aus, und es(c�l! uns an Händen! Wir besitzen eine» vortrefflichen Erdboden, und es nuzngclt uns an Lebensmitteln! Wir sind tätig, arbeitsam una leben in DürsUgkeUI Wir bezahlen unermeßlichen Tribut, und man sagt uns, daß es nicht hinreicht! Wir haben außen Frie- den, und unsere Personen und Güter sind innen nicht in Sicher- heil! Wer ist denn der verborgene Feind, der uns verschlingt? Und Stimmen antworteten: Pflanzt eine hohe Fahne auf. um welch« sich diejenigen versammeln sollen, die durch nützliche Arbeiten die Geselljchast unterhalten und ernähren: dann werdet ihr den Feind, der euch verzehrt, kennen lernen. Die Fahne wurde aufgepflanzt, und plötzlich fand stch dl« Nation in zwei ungleiche und von einander abstehende Haufen geteilt, ver eine, der unübersehbar beinahe das Ganze ausmacht«. verriet durch«rmselige Kleidung und magere, abgezehrte Gesichter, d-e man allgemein sah. die Zeichen de» Elende und der Arbeil! bei dem ander!-, einer kleinen leichtgezählten Gruppe, verriet der Reichtum der mit Gold und Silber besetzten Kleider,«ud die Runde und Fülle der Gesichter, die Merkmale der Muße und des Üeberflusies. Indem ich diese Menschen aufmerksamer betrachtete, erkannte ich, daß der große Haufen aus Bauern, Handwerkern. Kauileulen. aus allen der Gesellschaft nützlichen Ständen bestand, und daß i» der kleinen Gruvpe sich nur Priester und Mönche, Bankiers. Aitter, HoföedicnX, Offiziere und Regierungsbeamte �Ä7SauftN. g-g-'l-inaitder gestellt, betrachteten fü!) mit Er- staunen: Bei dem einen sah ich oorn und Unwillen, bei dem andern eine Art von Schrecken aufsteigen, und der große S°»f«n Schwierigkeiten ihm Laach völlig ablehnend jener komm'u- uiftischen Katastrophenpolitik gegenüber, die mit dem Ee- danken spielt, das deutsche Proletariat in einen Krieg gegen die Entente hineinzutreiben. Aber andererseits erkennt sie, mindestens in ihren vorgeschrittensten Teilen, die un-'-�cure Gefahr, die das fortgesetzte Rüsten des Ententemilitaris- mus für die gesamte europäische Lage bedeutet. Sie sieht voraus, daß dieses Rüsten den deutschen Rationalismus und Militarismus verstärkt und neiie blutige Aussinandersetzun- gen herausbeschwört. Indem sie deshalb nach wie vor den Kampf gegen den eigenen Nationalismus und Militarismus als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachtet, appelliert sie an die Wachsamkeit und Solidarität des Proletariats der Ententeländer, dessen Aufgabe es ist, auch seinerseits den ent- schiedensten Kampf gegen den Militarismus aufzunehmen. Wichtiger als der unfruchtbare und lähmende Streit um internationale Organisationsfragen erscheint uns die Auf- gäbe, die Massen des deutschen, französischen, englischen und belgischen Proletariats zur gemeinsamen Aktion gegen die neuen Gefahren zu vereinigen, die die Rüstungen des Entcntemilitarismus in sich bergen. Die Aufwendungen für die Besatznngstruppen In einer der letzten Sitzutiizen d-S Reichsreis gnb der Neicdeschatz» minister eine Darstellarg der ungeheuren Belastung, die dem Nilch durch den Unterbalt der Besatzungtruppen entstehen. Bei der Ausstellung deZ Etats 1920 hatte sich noch kc!u genaues Bild feststellen lassen. ES war damals angenommen morsen, daß bei einer BefatzuugSstärke von 80000 Manu, deren Nu' erhalt sich auf 1.92 Milliarden Mark belanfen würde, wozu noch die Ausgaben für die Requisitionen kommen sollten, der Gesamtbetrag sich auf 3 Milliarden Mar? belaufen wurden. Inzwischen ist die Sinn- nie weit überschritten worden. Genaue Mllteiluuacn übe? die Giöße und die Kosten der�Belatzur.gsarmee sind b sher nicht zu erlauzen genjesen. Nach einem Bencht deS frenchsilchen Ab,ieo>dneteu Loucheur, den diele? im Nameu der Budgeikommiision der srauzösischcu Kammer am 14. Juki erstattet hat, wareu die Kosten der Besatznugsarm« bis zum 1. Mai 1920 auf 4 SNilliardcn Goidmarkl ci«,nlchStzcn, was ctuem Betrag« von 30 Milliarden Papirrmark entspricht. Es würde sich danach alko eine inenat- liehe Ausgabe von 2,3 Milliarden» eine Iahreoausgade von 27,0 Milliarden Papiermark ergeben. Im Etat sind mir Ist Milliarden eingesetzt worden in der Erwartung, daß die ganz« Besatzungssrage einer radikalen Ä nderung unterzogen würde. Der Reichsrat verlangte hierauf über die Einzelheiten und Ursachen der hohen ScsatzungSloflen eingehenden Auiscdlub und verwies den Etat dcS ReichSfchatzminisierlums au den Ausschuß zurück. Der Kamps im Zeitungsgewerbe Der Kampf im Zeitungsgewerbe nimmt einen Verlauf, der zunehmende Verschärfung erwarten läßt. Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium haben sich, wie wir schon mitgeteilt haben, völlig zerschlagen. Im Gegensatz zu einer Meldung, die eine lokale Korrespondenz verbreitet hat, nach der die Unternehmer sich außerstande erklärt haben sollen,„eine Erhöhung in der ver- langten Höhe zu bewilligen", muh jedoch festgestellt werden, dag die Unternehmet überhaupt jede Verhandlung über eine Erhöhung der Tarissätze resp. des Gehalts oder Lohnes abgelehnt habe«. Bei der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" stehen sämtliche An- gestellte im Streit, während das übrig« Personal im Betrieb ist. aber jede Streikardeit ablehnt. Eine Aussperrung wurde trotzdem nicht vorgenommen. Die Direktion erklärte sich sogar bereit, den Schiedsspruch für die Angestellten anzu- nehmen und die 15 Prozent Lohnaufbesserung zu bewilli- gen. Damit wäre die er st« Bewilligung ausge- s p r o ch e ii. Die Direktion der.Deutschen Allgemeinen Zeitung" wagt es aber nicht, ofsen gegen den Terror ihrer Kollegen Front zu machen und der Zentral st reikleitung offiziell Mit- teilung von ihrer Neigung zur Bewilligung zu machen. Das technische Personal, dem die Direktion von ihrer Stellungnahme Mitteilung gewacht hat,— anscheinend damit es vermitteln soll— wartet die Beschlüsse der Zentral st reikleitung ab. Es sieht zunächst keinen Anlaß, die Direktion aus der Verlegenheit zu ziehen. So stehen die Angestellten und Arbeiter der Zeitungsbetriebe aufrecht im Kampfe. Und dieser Kampf darf nicht ver- loren gehen. Unbedingte Solidarität ist notwendig! Zu- nächst muß die Sichersiellung des Lebens der Streiken- den und Ausgesperrten und ihrer Familien durchgeführt werden. Das Vesspiel der ,,Freiheit"-Angesiellten muß Nach« ahmung finden. Die Unternehmer wollen die Generalansfperrnng Am heutigen Vormittag haben große Versammlungen der Streitenden und Ansgesperrten stattgefunden, in denen die Streik« leitungen den Bericht über den Verlauf der gestrigen Lerhand« langen vor dem Reichsarbeitsministerium gaben. In einer über« füllten Versammlung der streikenden Zeitungsangestellten im gzahen Saal des„Deutschen Hofes" berichtete Meyer. Die Mit- teilung, daß die llnternehmervertreter bei den Verhandlungen er- klärt haben, daß sie nach wie vor jede Verbesserung der Löhne ablehnen, jedoch bereit seien, auch mit der Asa denselben„Ver- gleich" einzugehen, den sie bereits mit den Harmoniever- bä-nden abgeschlossen haben, löste große Heiterkeit und Empörung aus. Uns erscheint dieses Anerbieten der Zeitungs» Herren als freche, zynische Herausforderung, die den Kampfes- willen der Angestellten und Arbeiter nur stärken muß. Lebhaften Beifall zollte die Versammlung der Mitteilung, daß das Personal der„Freiheit-Druckerei" beschlossen hat. einen Teil seines Lohnes an die Streikenden und Ausgesperrten des Zeitungsgewerbss abzuführen. In allen Versammlungen gaben sich die versammelten Streikenden und Ausgesperrten da» Gelöbnis, den Kampf nicht eher einzvsteLcu, bis der Widerstand der Unternehmer ge« breche» ist. Bei den Verhandlungen vor dem Reichsarbeitsministerium ließ de: llnternehmervertreter Dr. Sydow durchblicken, daß die Aus- fperrung sicb est!, auf da» ganze Reich ausdehnen kann. Auch sollen sämtliche Arbeiter und Angestellte sämtlicher Buchdruckereien ausgesperrt werde», jedoch besteht darüber bei den Unternehmer» noch keine Einigkeit. Wss hat die Pretzkommisfion zu tun? Von dem Genossen Hans Hallup erhalten wir unter obiger lleberschrift folgende Zuschrift: 1. Sie hat die Beschlüsse der Generalversammlung der Verlags- Genossenschaft„Freiheit" zu beachten und auszuführen. 2. Sie hat die Beschlüsse der Verbandsgeneralversammlung Verlin-Brandenburg ebenfalls zu beachten und auszuführen. Den Ausführungen der Genossen Verger und Beck in der Wieder- holung der Fassung des Antrages der Revistonslomission, gegen- über dem Aufsichtsrat und Prcßkommission, schließe ich mich voll und ganz al» Revifionskommiffions-Mit- glied an. Hans Hallup. Die Revisionskommission bestand aus steben Mitgliedern. � Von ihnen stimmen sechs darin überein, daß der Beschluß'■ der Generalversammlung der Verlagsgenossenschaft„Ffreiheu, die Entscheidung über Anstellung und Entlassung von Re- dakteuren der gemeinsamen Entscheidung von Preß- kommission, Vorstand und Ausstchtsrat zugewiesen hat. Es- nosse Stolt steht also mit seiner Auslegung des Beschlusses völlig allein. England ist nicht befriedigt London, 8. Oktober. „Times" erfährt: Die russische Autwort auf Curzona Rate ist in einigen Punkten durchaus unbefriedigend. Wahrscheinlich wird Earzcn eine weiter« Rote absenden. Die Sowjetregiervng hat der Heimfendvng der noch in Rußland be« kindliche» englische» Gefangenen zugestimmt. Veplqlich der Nee sangenen in Baku aber!ch!ägt sie vor, die englifchc Reve�ng möge einen Vertreter zu Unterhandlungen nach liflis entsenden. Die bestimmte« Forderungen, die».siiglich der asiatische« Frage und der Propaganda ausgestellt wurden, sind nicht ia befriedigender Weis« beantwortet worden. Sonderbarer Frieden Wilna, 8. Ottober. Am 7. Oktober, abends, ist der Friedensvertrag zwische« der litauischen und der palnischen Regierung«ud- gültig unterzeichnet worden. Die Litauische Telegraphen-Agentur meldet: Trotz der Unter- zeichnung des Friedensoertrages fahren die Polen fort, die lttaut« schen Stellungen anzugreifen und die litauischen Truppen mit Ar« tillerie zu beschießen. Gegen dies« Verletzung der Bestimmungen des Völkerbundes wird schärsster Protest vor der ganzen Welt erhoben. sagte zu dem kleinen: Warum habt ihr euch von uns getrennt? Gehört ihr nicht zu uns? Nein, antwortete die Gruppe, ihr seid das Volk, wir sind die Vornehmen, die eigene Gesetze, eigene Gebräuche und ihre be- sonderen Rechte haben. D a s V o l k: Und was für Arbeit verrichtet ihr in unserer Ee- sellschaft? Die Vornehmen: Keine� wir sind nicht gemacht, um zu arbeiten. Das Volt: Wie habt ihr euch denn so große Reichtümer er- worden? Die Vornehmen: Indem wir uns die Mühe nehmen, euch zu regieren. Das Volk: Wie, das nennt ihr regieren? Wir arbeiten, und ihr genießt, wir bringen hervor, und ihr verschwendet. Die Reichtümer kommen von uns, und ihr verschlingt sie. Vornehm« Men- schen! Klasse, die nicht das Volk ist, bildet eine Nation für euch besonders, und regiert euch selbst. Die kleine Gruppe ging nunmehr über diesen neuen Fall zu Rat«. Einige sagien: Wir müssen uns wieder mit dem Volke oereinigen und seine Lasten und Beschäftigungen teilen, denn sie sind Menschen wie wir. Andere sagten: Es wäre Schande und Niedertracht, uns mit dem Pöbel zu vermischen: er ist da, um uns zu dienen: wir sind Menschen von anderer Art. Die bürgerlichen Regierungen sagten: Dies Volk ist sanft und von Natur knechtisch: man muh vom Könige und vom Gesetz mit ihm reden, und es wird zu seiner Pflicht zurückkehren.— Volk, der Konig will, das Essetz bestehlt! D a s V o l k: De: König wie da» Gesetz kann nur das Beste des Volkes wollen. Die Zivilbeamtsn: Das Gesetz will, daß ihr unterworfen seid. Das Volk: Das Gesetz ist der allgemeine Wille, und wir wollen eine neue Ordnung. Die Zivilbeamten: So wäret ihr ein rebellisches Volt. Das Volk: Die Nationen empören sich nicht: es gibt nur rebellische Tyrannen. Die Obersten des Militärs traten hervor und sagten: Das Volk ist furchtsam, man muß ihm drohen: es gehorcht der Gewalt.— Soldaten, züchtiget diesen frechen Kaufen! Das Volk: Soldaten, ihr seid unser Blut? Könntet ihr eure Brüder schlagen? Wenn das Volk umkommt, wer soll dann die Armee ernähren? Und die Soldaten legten die ZLassen nieder und sagten zu ihren Offizieren: Wir gehören auch zum Volk,' zeigt uns den Feind! Nunmehr sprachen die Obersten der Geistlichkeit'. Es gibt nur ein Mittel: das Volk ist abergläubisch: man muß es mit dem Namen Gottes und der Religion schrecken. Liebe Brüder! Liebe Kinder! Gott hat uns eingesetzt, um euch zu regieren! Das Volk: Zeigt uns eure himmlische vollmacht! Die Priester: Hie, wird Glauben gefordert, die Vernunft führt irre. Das Volk: Negiert ihr. ohne die Vernunft zu gebrauchen? Die Priester: Gott gebietet Frieden.- Die Religion schreibt! Gehorsam vor. Das Volk: Friede setzt Gerechtigkeit voraus: der Gehorsam will das Gesetz kennen. Die Priester: Die Menschen find auf Erden, um zu leiden. Das Volk: Geht uns mit Beispiel voran. Die Priester: Könnt ihr ohne Götter und ohne König« leben? D a s B o l k: Wir wollen ohne Tyrannen leben. Die Priester: Ihr bedürft Mittler. Mittelspersonen. Das Boll: Miller bei Gott und den Königen. Höflinge und Priester! Eure Dienste sind zu kostbar: wir werden in Zu- kunft unsere Sachen selbst betreiben. Bei diesen Worten rief die kleine Gruppe: Wir sind verloren: der große Haufen ist aufgeklärt. Und das Volk antwortete: Ihr seid gerettet, denn weil wir aufgeklärt find, werden wir unsere Stärke nicht mißbrauchen. Wir' verlangen nur unsere Rechte. Wir sind gereizt worden— wir wollen es vergessen,' wir waren Sklaven— wir könnten be- fehlen: wir wollen nur frei sein: wir sind es! All« offeniliche Gewalt war nunmehr aufgehoben. Das Volk wählt« aus feiner Mitte einen zahlreichen Haufen von Männern,, die es für feine Absichten geschickt glaubte: Errichtet ein neue» System der Regierung, die Grundsätze, die uns bisher leiteten.. sind fehlerhaft. Alles ist durch Gewalt, Betrug, Ver- j führung geschehen. Entwickelt die wahren Grundsätze der Moral und der Vernunft aus dem Chaos. Erinnert euch, daß ihr unseresgleichen seid, daß die Macht, die wir euch über- tragen, uns gehört, daß ihr den Gesetzen unterworfen seid, morgen wieder zu uns herabsteigt. Gleichheit. Freiheit. Gerechtigkeit sollen für immer uns«: Gesetzbuch und unser Zielpunkt sein. Und das Volk errichtete aus der Stelle eine unermeßliche Fahne. mit diesen drei Worten beschrieben. Es pflanzte sie auf und zum ersten Mal« wehte die Fahne der allgemeinen Gerechtigkeit oUI der Erde.*' Der Terrorismus— eine Gefahr! Mr die Mevolution Die Befürworter der Moskauer Methoden bleiben auch darin ihrer Vertuschungstaktik treu, dajj sie unfern Widerspruch gegen den Terrorismus als eine Ablehnung der Ee- waltanwendung an sich mnzufalschen suchen. Die ganze Ge- schichte unserer Partei legt Zeugnis ab von der Unwahr- hastigkeit dieses Verfahrens. Von der Kriegezeit an hat die U. S. P. D. in allen reoolmionaren Betätigungen in Deutsch- land die Führung gehabt und reaktionäre Gewalt stets mit Gewalt niederzuringen gesucht. Terrorismus ist etwas anderes als Gewaltanwendung. Terzwrismus ist EchreSensherrschast. Sie kommt hinaus auf die. Unterdrückung der Meinungsfreiheit, auf die VerÜbung von Grausamkeiten aller Art, um durch solche Schreckmittel die Gegner von der Betätigung ihrer Ueberzeugung abzu- schrecken. Terrorismus war von je das Herrschaftsmittel reaktionärer Machthaber. Das Proletariat hat als unter- druckte Klaffe dieses menschenunwürdige Verfahren stets grundsätzlich bekämpft. Es würde durch Nachahmung seiner Gegner aus deren niedriges sittliches und geistiges Niveau herabsinken und damit seine eigene Zukunft vernichten. Leider hat aber bereits der Verfall der Parreimoral unter dem Einfluß der moskowitischen Lehren erschreckende Fort- schritte gemacht. In überraschend kürzer Zeit ist die Lehre, dag man auch gegen Parteigenossen Terroris- m u s anwenden müsse, in die Praxis umgesetzt worden. In Württemberg hat die kommunistisch beeinflußte Mehrheit der Landesversammlung das Parteirecht durch- brachen, indem sie, ohne daß die Parteimaffen dazu hatten Stellung nehmen können, die Absetzung des Landesvorstandes und die Einsetzung eines neuen erzwang. Sn H a n n o v e r hat die kommunistisch beeinflußte Partei- Mehrheit kurzer Hand, gleichfalls wider alles Parteirecht, 20 bewährte Parteigenossen aus der Partei hinausgeworfen, weil sie eine Sonderbesprechung abgehalten, also etwas getan h/tben, was die ihre Ausstoßung bewerkstelligende Richtung feit Jahren überall praktiziert, ohne daß ihr deshalb ein Haar gekrümmt wurde. Ganz besonders häßliche Blüten treibt der Terrorismus gegen Parteigenossen in Berlin. Man scheut nicht vor Plänen zur Ermordung unbequemer Partei- genossen zurülk. Als Eenoffc Ledebour die Morddrohung veröffentlicht. hatte, die ihm von einem in der Partei organisierten Terroristen zugegangen war, hatte dieser und seine Mitverschworenen durch eine sonderbare„Erklärung" den Sinn des Briefes umzudeuten versucht. Sie konnten indes nicht aus der Welt schaffen, daß die durchaus wahrheitsgemäß abgedruckte Briefstelle auf die Androhung der Ermordung van Ledebour und anderen Ge- noffen wegen angeblicher„Bremsung" hinauskommt. Jetzt sind indes noch Tatsachen an das Tageslicht gekommen, die dieses ganze terroristische Treiben in einem noch weit häß- licheren. Licht erscheinen lasten. Wie- uns von durchaus zuverlässigen Parteigenoffen mit- geteilt wird, hat der terroristische Vriefschreiber, als er wegen feines Auftretens zur Rede gestellt wurde, sinngemäß fol- gsndes erklärt: „Innerhalb unserer Parteiorganisation ist«in« besondere Unterorganisation zur Beseitigung gewisser, der .Devolution im Wege stehender Personen gebil- worden. Diese Eeheimorganisation ist in mehrere Zellen eingeteilt. Ich selbst gehöre der ersten Zell« an und habe den Auf» trog, insbesondere Ledebour für immer unschädlich zu machen. Meine Patteigenoffen haben mir diesen Auftrag mit der Begründung erteilt, daß man mich gerichtlich doch nicht zur vollen Verantwortung ziehen könne, da ich auf Grund einer früheren Krankheit geistig nicht ganz intakt sei. Diesen Auftrag habe ich angenommen. Als mir hinterher doch einige Bedenken aufstiegen, stellt« ich dessen Ausführung zunächst zurück und begab mich außer- halb Berlins. In meiner neuen Wohnung wurde ich wiederholt von meinen Austraggebern aufgesucht und gedrängt, nun endlich an die Ausführung des beschlossenen Planes zu schreiten. Um mich diesem Dränge» zu entziehen, bleibt mir nichts andere» ubrig, als Berlin ganz zu verlassen." Aus diesen Darlegungen geht hervor, daß die Btörder- ..',d?.ka in unserer Partei organisiert hat, genau "�Uchen Methode arbeitet, die bei der Ermor- nÜ,!?L Anwendung gebracht wurde. Haase Xßf X llnem MMen Vvß erschossen, dem mchher der Nachweis, daß er geistig nicht normal sei, vor Ee- � r diesem Vorbilde haben die Terro- listen sich gerichtet, als sie, um die Ermordung Ledebours ge- �,0Cn2 Stimmen gegen die Bedingungen abgegeben. Einige kleiner« Organisationen stehen noch aus, das dürft« aber an dem Resultat nichts mehr ändern. Halle Auf die Liste K o e n e n sind entfallen 7lZg Stimmen(11 Mandate), auf Liste K u n e r t 1513 Stimmen(2 Mandate). Eisleben ., Ts sind abgegeben 3264 Stimmen für und 2A Stimmen gegen dre Bedingungen. Die Befürworter erhalten alle 7 Mandate. Nkumbnrg-Ieitz-Weißesfels Das Ergebnis der Urwahl ist folgendes: Raumburg 40 Kunett sgegen). SSI Düwell(für): Weißensels 126 K.. 747 D.: Zeitz SSS X.jJää D.: Kosen 16 K.. 120 D.: Tauchern 73 K., 03 D.: Hohenmölsen 52 Ä., 141$.; Luckenau-Streckou 186 ft., 60 D.: Theißen 198 Ä., 180 Ii.; Aue 181 K.. 115».; Zipfendorf 216 Jt, 26 D.; Wahlitz 239 K.. 81 D.; Deuben 165 SL, 24 D.; Brossen 124 K„ 62 D.; Kayna 103 SL, 7 D.; Rösberg 81 K..»4 D. ® esamtergebnis ist also bisher Kunert 4285, Duwell 3139. Es entfallen vorläustg 4 Mandate gegen und 3 dafür. Oberfranken Die Urwahl 4n Hof ergab bei flauer Wahlbeteiligung 558 Etnnmen gegen und 120 Stimmen für die Moskauer Bedingungen. 4 Stimmen waren ungültig. brechts: 10 für, 121 gegen; Rehau: 12 für. 75 gegen; OberloNou: 1»Lr. 40 gegen. Bisheriges Gesamtergebnis: 848 gegen und 233 für. Ein Fuftizverbrechen 2'/, Jahre unfchvldig im Zuchthaus Vom Arbeitersekretariat Bremerhaven wird uns geschrieben: Ein gewisser Alfred G... wurde vor Ausbruch der Revolution unter Anklage gestellt, in Holland und anderen Län- dern Landesverrat getrieben zu haben. Die Anklage ist durchaus nicht schlüssig bewiesen, aber der Mann wurde am 10. April 1919, also nach Ausbruch der Revolution vom Reichs- gericht zu Leipzig wegen Landesverrats zu 5 Iahren Zucht- haus und 3 Iahren Ehrverlust verurteilt. Aus die erlittene Untersuchungshaft von 1« Jahren sind ihm 1 Jahr angerechnet worden. Da er am 19. Sevtember 1020 an» dem Zuchthaus« n t» lassen wurde, hätte er also zirka 2 Jahre und 5 Monate Zuchthaus verbüßt. Nun wird erinnerlich sein, daß der Rat der Bolkebeauftraaten am 12. November 1918 einen Aufruf an das deutsch« Volk erließ. wonach unter Punkt g für alle politischen Straftaten Amnestie gewährt wird und wonach die wegen solckxr Straftaten anhängigen Strafen niedergeschlagen werden sollen. Danach hätte also das Verfahren gegen den Vorgenannten unbedingt eingestellt werden müssen. Nichts von alledem geschah. Der Oberreichsanwalt Z w e i g e r t schrieb sogar unterm 31. Mai 1919 dem Vater des Verurteilten auf eine Än- frage um Uebersendung einer Abschrift des reichsgerichtlichen Ur- teits, daß«r das nicht könne, weil es sich am ein« geheim« po li t iseye Strafsache handele. G. wurde also verurteilt und bis zum 19. September IsiiZ Im Zuchthaus zu Sonnenhura in der Reumark festgehalten. Weder da, Reichsnerichi noch der Obm�ch-anwclt tsiiawerken sich tun de» Aufruf de»«gt» der vollsdmuftrngte«. Wahrscheinlich rechneten sie damit, daß dt« Herrlichkeit der Republik bald wieder beendet sein und das will helmimsche Zeitalter in neuem Glänze auferstehen würde. Im zwischen wurden aber die Anordnungen des Rats der Volksbeans« tragten vom Reichsgericht bestätigt, sodaß man meinen sollte, auch der Strafsenat, der über die Hoch- und Landesverrats- sochen zu entscheiden hat, wäre davon unterrichtet worden. Leider hat sich der Socafsenat darum nicht gekümmert, sondern ruhig den betr. E. verurteilt und ihn ins Zuchthaus gesteckt und bis zum 19. September 1920, darin gelassen. Das Arbeitersskretariat Bremerhaven hat nun in Eingaben an den Reichspräsidenten, den Rsichsjustizminister und die beiden sozialdemokratische» Fraktionen auf die obengenannten Tatsachen hingewiesen und die Freilassung erzielt. Nach der An- gäbe des E. sollen noch ein« ganze Anzahl Leute durch die— milde ausgedrückt— Vergeßlichkeit des Reichsgerichts und des Oberreichsanwalts irgendwo im Zuchtbaus sitzen. Es ist selbstverständlich, daß der Freigelassene dadurch unschuldig im Zuchthaus gesessen hat und daß nicht nur an zuständiger Stelle dem Reichsjusüzminister~ auf die Eigenart dieser Justiz hinge- wiesen werden wird, sondern ee sind auch entsprechende Anträge gestellt worden, den Gepeinigten zu entschädigen und den Straf- vermerk im Strafregisrer zu tilgen, damit ihm sein Fort- kommen nicht erschwert wird. Ob wohl den Richtern und dem Herrn Z w e i g e r t ein Haar gekrümmt werden«nid? Das Arbeitersekretariat Bremerhaven ruft nun die Arbeite?» presse auf,«m auch für die noch im Zuchthaus Sitzenden nach Klinten einzutreten und den höchsten Instanzen das Gewissen zu schärfen für diese„SZergessenen. Die Pachts chutzordnung tlnS wird geschrieben: Der in der DouverStag-Rum»' r.»nie» dem Titel„Staatlich erlaubter Wucher', abgcdruckle Arlikelches Gq nossen Josef Ernst enthält einen grundllgeodon Irrtum: Di« vom Genosse» Ernst mit vollem Recht angrgriffene Pachlschmz- nriwung»st nicht die Arbeit der prentzllchen Regierung und de» Landesversammtuna. sondern das Werk der jetzigen Reichs- r e g te r» ll g. Es ist ein Reichs-, kein Landesgesctz. Die preußisch« Regstrnng. und vor allem de. Laudwirt'chaftSmmister O l to B r a u n, hat sich mit aller Energie dagegen gewehrt, oasi diese Ordnung auS dem ursprünglich g, planten Pächter- i»«tuen Lerpächler- Schutz gewandelt wnrde Die heuligen Machthaber im Reich« tragen also allein di« Schuld an der so vndesriedtaenden Lülung. Besvi.derS bedauerlich ist eS, daß auch die im Gesetze vorgesehene» Schiedsgericht, schwerlich eive die Interessen der Pachter wahrende Wirksamkeif entfalten können. Denn zu Aursitzende» dieser Schiedsgerichte dürfen nar Männer mit der Befähigung zum Rtchteramte, also in der Hauylsache die AmiSttchter de? betreffenden Bezirke, beruf?« werden. p.'äl'rend ev wesentlich zweckmäßiger wäre, wen« statt der Jmistea Männer des praktischen Lebens dieses wichtige Amt erhalten würden, Die Lohnsrage der Bergarbeiter Bei den Verhandlungen, die im Reichsarbeitsministerium in der Bergarbeiterlohnfrage gepflogen worden find, wurde auf di« Erklärung der Bergbauindustrie hingewiesen, daß sie außer den bereits für September zu zahlenden 4,50 M. Sonderzuschlag pro Schicht eine weitere Lohnerhöhung ohne Preis« «rhöhung und ohne Verminderung der Materiallosten nicht auf sich nehmen könne. Da, Reichskabinctt hat sich einmütig gegen« ineKohlenpreiserhShungausgefprochenp es müsse auf der ganzen Linie auf einen Abbau der Preise hi geryirkt werden. Die Verhandlungen wurden schließlich bis zum 18. Oktober vertagt. Die Vertagung der Verhandlung»» auf den 19. Oktober entspricht nicht dem Wunsch der Bergarbeiterorganisationen zur so- fortigen Regelung der Lohnftage. Man wird sich schon dazu verstehen müssen, etwas schneller die Ding« zu verhandeln, chsil man nicht die Erregung der Bergarbeiter aufs höchste steigern. Die russische Hungersnot OE. Helsingforo, 8. Oktober. In einem Telegramm erläßt Lenin den Befehl an alle Ver- pflegungsorgane, die Dauern über ihre Pflicht aufzuklären, da» Getreide an die Eisenbahnstationen heranzuschaffen, anderenfalls wäre es unmöglich, die vorhandenen Eetreidevorräte in die Zen- tren zu transportieren. In Petersburg gelangt schon seit mehre» re» Tagen kein Brot zur Verteilung. In einer diesbezüglichen amtlichen Erklärung heißt es. daß dies« Unterbrechung in der Brotverteilung auf die Verzögerung der Korn- anfuhr zurückzuführen ist. Bei denjenigen, die sich der Ab- lteferung-pflicht entziehen, sollen die(Sctreidcvorräte requi- r i e r t werden. Die Gemeindebehörden sollen für jede Verzöge- rung bei der Getreidebeschaffung zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden. Die Bauern, di« ihr Korn an die reisenden Zwischenhändler(„Meschetschniki") verkauft haben, müssen als Strafe dem Staat soviel E-trewe über die festgesetzte Norm ab- liefern, wieviel sie zur Seite verkaust haben. Andererseits find auch die Bauern selbst in weiten Gebiete« in schwerer Rot. Di« Sowjetregierung hat beschlossen, den Bauern in de» von Mißernten heimgesuchten Gegenden von Staats wegen Ernährungsbeihilfe zu gewähren. Die einzelnen Maßnahmen sollen noch beraten werden; vorläufig sind Masseuspeifungen der Bauernbevölkerung. Kindcrspeisungen u. dgl. ins Äuge gefaßt. Auch sollen organisatorisch-politischc Richtlinien für die Ermittelung der wirklich hilfsbedürftigen Ortschaften ans- gestellt werden, und di« HilM« istung an sie soll von der vollen Er- süllung der Ablieferungspflicht feiten» der Ortschaften mit Hesseren Ernteergebnissen abhängig gemacht werden. Judenpogrome w Budapest DA. Wien, S. Oktober. Heut« hier«ingettoffene Reifende aus Budapest berichten von einem großen Pogrom, der fich in der ungarischen Hauptstadt ab- gespielt haben soll. Der Pogrom ging von einer Versammlung des von Stefan Friedrich gegründeten Vereins.Aas er- höht« Ungarn" au». Die Versammlung war verboten, wurde ober dennoch abgehalten. Nach der Versammlung zogen die Anhänge? Friedrich» durch die Leopoldstadt und überfielen zahl- reiche Passanten. E» solle»«ehr al» 100 Personen schwer oerletzt««den sein. Borgestern abend kam es im»TafS Club neuerdings zu antisemitischen Ausschreitungen. In den Ubenv- stunde« drangen etwa 30 Personen in das genannte Cafö ein uno mißhandelten die anwesenden Jude» und zerschlugen da» Sla'� Haus. Es gelang der Polizei, die Täter festzunehmen--- Schlägereien wurden von denselben Leuten veranstaltet, an dem vor zwei Monaten in demselben Kaffee verübten- i beteiligt waren. Der Kampf um den Achtstundentag Briissel. 8. Oktober.� Wie„Peuple" mitteilt, hat da» nationale Komitee der be!- gischen vewerlschasten sich gestern mit der F'°S° Achtstundentage» besaßt und Stellung genommen Zu d.a Standpunkt, den dir Senatolomwissio» in dU,» Frage«nmmntt. Zu«incr Aefolutiau verlangt das Komitee»er»e�rff�sten d-e bedingungslose Snnah»e de» Achtstundentages,«ldugemalls zu« «U»»»a»»*»«»»st««st grschritteu»erde. Die Gemeinde» und die Arbeitslosen Die Ecmclilden sind die ersten, an die sich alle Notleidenden wenden; sie sollen helfen. Sie stehen da mit leeren Taschen, ihre Schulden werden großer und sie zeigen auf das Reich, das in erste: i-'intc für die Opfer des Krieges und dessen Begleiterscheinungen fchoa aus Selbsterhaltungstrieb zu sorgen hat. Das Reich bricht cb seiner Schuldenlast zusammen. Aber das nützt den Notlciden. den und Arbeitslosen nicht. Arbeit schaffen ist die erste Not- mcndigkeit. Die Gemeinden tun, was sie in dieser Zeit tun kön- ncn. Das mutz offen gesagt werden. Datz die Arbeitslosen immer lauter nach Hilfe rufen, ist durch- aus in der Ordnung. Nicht aber die Art und die Form, in de: in letzter Zeit bestimmte Drahtzieher gegen die eigenen Klassen- genossen vorgehen. Ter von einer bestimmten Gruppe geübte Terror, de? sich gegen in Arbeit befindliche Proletarier zum Teil selbst gegen Arbeitslose richtet, mutz entschieden verurteilt wer- d-n. lleberhaupt solllen die Arbeitslosen die Leute genauer an- seben, die sie in letzter Zeit beraten wollen. Als Deputationen erschienen Personen im Rathaus, die jeder Legitimation er- mangeln. Man mutz doch wissen, mit wem man zu tun hat und womit st« legitimiert sind. Die geführten Unterbandlimgen sind oft recht charakteristisch. Sagt einer dies, sagt der andere das Qcgeij�il. Es geh! vom Hundertsten ins Tausendste, bis dann der oder jlüler die Gelegenheit benutzt, feine eigenen persönlichen Klagen und Schmerzen vorzutragen, lleberhaupt wenden ilch diese Arbcitsloscnvertretungen in der Regel an die salscke Adresse. Was soll man dazu sagen, wenn vom Magistrat die Freilassung aller politischen Gefangenen verlangt wird, eine Forderung, die wir selber wiederholt erhoben haben. Warum wenden sich diese Leute nicht an die Reichsstellen? Genau so geht es mit dem voll- kommen berechtigten Verlangen um Erhöhung der Arbeitslosen- Unterstützung. Der Magistrat darf von sich aus gar keine Cr- höhung vornehme, t/, Uhr findet inr Schultheiß-Re st aurant. Hasenheide 22/31. eine gemöin- same Versammlung der Angestellten nnd Markthelr« des Gicch» Berlin« Buchhandels statt. In dieser Bcrsammlunz w«den die endgülttgen Beschlüsse über die»u treffenden Maßnahmen gesaßt werden. Alle Kops- und Handarbeiter deS Groß-Berlin« Buch» Handels müssen unbedingt erscheinen. Afa, Ortskartell Groß-Bcrlin.z Dentscher Zranspottarboiter Verband. Voraussichtliches Wetter für Verlin»nd Umgebung am Sonn- tag. Zeitweise etwas neblig, sonst grötztenteils und vielfach hei- ter und sehr kühl,' um mittag mätzig warm, bei meist schwache«. örtlichen Winden. Aus den Organisattonen 13. Sist-ttl. I. Ebtriinrj. Mmitez. abends 7'i Uhr, Sttzmlg sämtlicher F-rM» tirrt Sf; fiiibrcr. Kzvdyst-. 16._„ 15. TlKittt. De für Sonr.taa elübirusene L-rsi-lttd-schunz findet erst am IRdir-dq. airnbs 6'i Uhr. bei Äiujtt, PutMr.lv, statt e-jirt L!cht«»beki,. i. Vier«?!. N-utag. 1!. Oktaber, abend» 7 Uhr, bei Lehmann. ciKSfricbÜr. 30?. clauno{ömtlither JunfU-norr und ÄomntilRsnsmllfflieier. Fett!»» P»ft»nd Xdesraahic. Abt. 7. Iwnlag, esrnds 8 Uhr, Extra-Bildungs- eirtb bei Ambo», LaufiHer plah 7. Vereinskalender rtrteUer-Echachl»Iele?. Sonnt--, den w. Slt-ier, findet die ab Snmm- -«rjammlutia der Truppe 4 bei V-ck, ZMchastr. statt. Sie umsaht die Ab« teilunaen Verden 2. Vörden 4 und V-nl-m. Unbedlna�s Cncheinen aller Mitglieder ist Wicht. Alle lch-üspielenden Arbeita und l-l< «ind freundlichst eingeladen. dlc es werden wollen, Lekensmittelkalender ffenföüfieri.-------> MMMWWWWWWWWWWWWW . � nicht in der" Las- find, ihre« Winterbedarf an Kartoffeln mit einem Wale JI! befahlen, wollen wir die MSglichleit geben, denselben!n Teilzahlungen zu b-glelchen. Alles Nähere wird in den Verlaulsiiellen besenntgejeben. «erantwartli» sät die r.cbofllor.; Lee 2 i eA Ich ü*, •" Ladwta Ao«eriner antmortlich für de» Inseratenteil: Ladwia Komeriner. Kl V:?laa-z:-oNenIcha-t Zreihrit" e. S m h. Berlin.- D«J bei Tru-teres 5. m. b. c>.. Setltn E?. Breit? SfmlieZ 2*. "'iZi j 7 und Vi® Ulur CABIRIA Der Kampf um die Welikerrscbaft SMe KeSlige Slmplicla Fi'.xleccade la S Atten na Theo von Uorbou Oer acwelle May- Regle-MelsÄcrfilm & Eva May AUrcd Oerosoi» 0207 Bargtbesier_ a. woefao Wluiieehiapel ßeflte. E- A. DUponl favptd*rttelier: Mlerenciorfl Orii Ilecest» 2. Woche Sumurun Btjlt: Ernst Lnfelllctst Hn p trolle i Po!a Negrl MOJ Sdtauspid In 5 AJttea Bttl*: Rudolf Btclsrocb Uauptrol'ei Lotte NenmaiMi Reingefallen ß. B. Lusltpiel in! Ahm mb Arnold Rlcck n4f Der Henlcer •von Sl. Marlen KBosflerisdtt Öberleihmgi Joe May Verfeteer und Pegiseevr, Frü3 rreialer Hauptrolle: Eva May Die Taranlel StnsstioasBla von IllnrK ITtgdor Rudolf BIcbrocb Oa» Valulamadel mit Qsst Oswalda Woclicnfno» ob 7(Jhr Sonufoq8 Beginn A Vhx � ZMMMMKAWNW 'Sfjirfi«rotz-Sttli«, 6® 61,«e!Ze-Wa«ll-slk. 7-16 Einzelhandel! Einzelhandel! Ware»-, Kaufhäuser und Spezialgeschäste. Sonntag, d.lv. Oktober, 11 Uhr vorm. im Lnftgarten «WliA Zeiftmim aller Angestellte» im Einzelhandel. MMe des SMsWMs m Slreil? ■Jleffren«: Aollege B» i> l t tz. ...................... tCnnaHme anterhaUen. j�riel. ' Slrüdn. Bardele'oensstra�e !«Fricdriekcboin). Iaekettanzüge. iVir.trrpnUtots ' denssachen. arzüg«, Herrenhosen.' viele v andere Weg-.er.Potc-deme7fi7.43. W.ffSWTK i Arbeitsmarkt i Möbel Die Fachgruppeuleitung � bammiltt�l�Mpfe??,- Billig' I. il.t Za e o d o ml tz. l lleit: Ragelnerie Daurenprlj. i...... liiiMilWii Werkzeuge u. Maschinen i-y• in-■ v-W 'JUle Aoschlierze» brintzenb jn Kaufen ersucht SchSichaufrr Allee lSU lFabrr�lebrn�_ Sniröldohrer kauf« laufend, . hördlte Preise, barKasjeBeedaw, I Cboriner«leahe öll._ Splralbnbrer, Schmirgel» i-niK-rvtim. mi I waren, Herrenpelgware!� Äin«-- AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAiiAAAAAAAAAA{ dtrvelzmareu.«nnenpeliytftB 9..v. Danlenpelzkragen-Fuchs- i \ sasson.'Ih.OO, Kir.derpe�zgarni- ■ turenL�.bO, Backfischgarn., Parteigenossinnen Botenfrauen stellen ein die Sped. Kriiger, Neukögn, Cmserstr. 32 „ Werner, erelfswalder Strasse 29 ?ar Tour Mehner> u. Fliederstr. „ Weisel, loseptistrasse 7 „ Döring, Steinmetssirasse 33 yyyyTTTTrTTTTTTrTTTTTTTTTTTVTTT Etüde nnd Küche, gut erhalten, 1800.—. Siekseld, Dadstraße 3�. Damenpelzzarn. V3M, Alaska- fuchskrayen LS, 00, Krenzfuchc- kragen 29S,V0. LilberfLchse, Paiagoniersnchs, Eeidenkreüz- i Haosvtrmmer achten. suchz, ökunkskraae?:, Lkunkc-- muffen, Herrengehpelze» vieles andere. leinen kauft Berge?. Werkzeug- 0tatzbait«pia»v. kreuzsawg. f Handl-nx. Prenzlave? Str. 5«, �«.schwarzes, billig, Werschke, Hos L park., von 2— 7._ Oecnienftt. 30)._____' Spträtbohrer tauft gegen iltiaifetsnanes IM,— bis' s-sorlige Jtofle. Schal«?, 10,-, llHetoUbtaen MO,— bis l lZ rieben an. Wiesbadener Str. 0. W00,—, weiße Schlasiiinmrr Pfal.d. 4st75. ' Augnststr. 2:-. 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