Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag» 10. Oktober 1920 Nummer 428- Morgen-Ausgabe M------- M MM» ■7» ymcu�u1 Ci|U�tUU WT�cB* nv■UU�IBlUag«. VURUSn UNS 3ZUIUIU(|S loa «, w» Hml, für Dr-H-L«!w lv,— W. iw voraii» iahldar, so« der Spedition seldft»bgeholt S,B0 M. Für Post- bezoz nehmen(riituHdje PostanstoUcn Bestellungen cntgege». Unter Ecrrisd-n-d �MUM d-Vgen für vestschleod nnd Oesterreiid ld.SV M., für da« übrig««nzland lll.» üll. zuzüglich Balnta-Aufschlag,»rr Brief sir veurfchlaud and Oesterreich 30,— SU r nn» Qeriagi e«zl(je<1,»reit« Ttrnste S-U. Ctc»chlg«f»»stt»e«onpareilltze«»»der deren«an-n dnftet 1,»» i leueerwaezuschlag. Kleine Anzeigen! Da» settsedrnestte Wort I,�W� jede» � l,sö W., einschließlich T-ucrnngsWschl-g. Saufende Anzetgen laut Tlnif. �r�lieiv-Auzei'sen llni> St-llen-«Sesach-" s,Z0 M" netto' pro Zeile. L, WoetMnzeigen! dn» fettgedrnchte Wort l.so W., Ich» rneitrre Wort l,— W» I zmchmcha: Saft» 2SZg. Ztu, Uli MM, 4§M» 464«, ua»( \y SerRner■Crgon btr VMfifiättSlsen S&ialömoffäfle SeatiWfanÖB Möglichkeiten der Internationale ZZon Friedrich Adler(Wien). Der Dampfkessel einer Lokomotwe ist explodiert. Die Teile der Maschine find auseinandergeschleudert worden. Ein etwas grösserer Teil mit zwei Rädern und dem Platze des Maschinisten ist erhalten geblieben. Der Maschinist erklärt: „Die Lokomotive besteht noch, mein Teil, auf dem ich mich befinde, das i st die Lokomotive". Inzwischen wurden einige der weggesprengten Teile zusammengefügt: zwei Räder, der Rauchfang und die Pfeife und ein neuer Maschinist erklärt uns:„Ich habe nun auch eine Lokomotive!" Wir hören also von zwei Lokomotiven und sehen außerdem noch eine Reihe weggefprengter Teile,-die zu keiner der beiden gerechnet werden. Es„bestehen" zwei Lokomotiven, aber keine von ihnen kann fahren. Das ist genau das Bild, das heute die Internationale wirk- lich bietet. Es wird fortwährend von zwei„Znternatio- nalen" gesprochen, aber die Wahrheit ist. es existiert gegenwärtig überhaupt keine Znternatio- nale. Nur wenn man diese bittere Wahrheit vollständig erfaßt, kann man das Problem des Neuaufbaues der Internationale ernsthaft untersuchen. In einem Punkte hat der Moskauer Kongreß erfreuliche Klarheit geschaffen. Er erklärt deutlich, daß die von ihm erstrebte dritte Internationale nichts anderes sein will als die straff organisterte. internationale Zusammenfassung der kommunistischen Parteien aller Länder. Die dritte Internationale soll also den T y p u s der P a r t e i auf internationalem Gebiet repräsentieren. Die zweite Internationale dagegen ließ alle sozialistischen Parteien, die auf dem Boden des Klasienkainpfes stehen, also aus einem Lande auch mehrere Parteien, die sich in der Taktik unterschieden, zu. Sie stellte also gewissermaßen den Typus d es T r b e lterrates auf internationalem Ee- biet dar. Unter„Arbeiterrat" verstehe ich dabei die Form der Institution, wie ste in O e st e r r e i ch besteht. In un- serem Arbeiterrat sind alle sozialistischen Parteien vereinigt, die in der sozialistischen Gesellschaftsordnung das Ziel und im Klassenkampf das Mittel der Emanzipation des Proletariats �kennen. Es sitzen dort die Vertreter der sozialdemokrati- schen Partei mit den Vertretern der kommunistischen Partei zusammen, um über gemeinsame Probleme des ganzen Nasienbewugten Proletariats zu beraten und zu-beschließen. , ll' Arbeiterrat in Oesterreich gewisiermaßen ein P a r- �" L�eitcrklafte geworden. Der Ar- Ä i""" nt� i! Partei ersetzen, aber er hat sich als wÄon dar- Wr* bcJ Aktion des Proletariats er- Parteien im Arbeiterrat ihre fceT/« Waffen des Geistes ver- and in entscheidenden Situationen die durch n65 I I Proletariats beschlossene Taktik für alle maßgebend wird. Der Arbeiterrat bat in Oesterreich die Einheit der Akt! o n des P?oletariats in hohem Maße gefördert. Allerdings konnte er dies nur w- dem er sich beschrankte, von den einzelnen Parteien n ckts Unmögliches verlangte, sondern in gewissen Fällen entschied daß nicht der Arbeiterrat, sondern die sozialdemokratische und kommunistische Partei, jede für sich selbständig Beschluß fassen möge. 0 Und so entsteht nun für uns die Frage: Soll die neue Internationale den Typus der Partei oder den Typus oesArbeiterrates repräsentieren? Jede Lösung hat ihre Vorteile, jede Lösung hat ihre Nachteile. Der Typus der x« Ermöglicht in viel weiteren Bereichen die Einheit d er A k t i o n. aber er begrenzt damit notwendig den U m- Ir1? stder Organisation in entscheidender Weise. Der Arbeiterratstypus beschränkt die Wirkungsmöglichkeiten der Internationale in erheblichem Maße, aber er ermöglicht es. die Proletariermassen aller Länder zu vereinigen. Eine Internationale, die nach dem Typus der Partei begründet ist, wird in den meisten Ländern auf eine kleine Sekte beschränkt ar V?er Arbeiterratstypus ermöglicht in jedem Lande die Augusderung der proletarischen Massenporteien, ermöglicht die Angliederung auch in Ländern, die das Unglück haben, eine gespaltene Arbeiterbewegung zu besitzen. Die dritte Internationale ist und will nichts anderes fein ».me organyatorische Zusammenfassung der kommunisti- schen Parteien aller Lander. Und daher rechtfertigt sich der Standpunkt, den ich gegenüber unklareren Parteigenossen stets vertreten habe: Wenn ich mich zur dritten Znternatio- nale bekennen wurde, dann würde ich mich vor allem zuerst zur kommunistischen Partei Deutsch-Oesterreichs bekennen Denn es erscheint mir als eine Unaufrichtigkeit. in meinem Lande die Taktik der kommunistischen Partei als ein Unglück für die Arbeiterklape zu bekämpfen, aber auf inter- nationalem Gebiet mich einer Zentralorganisation kommu- nistischer Parteien anzuschließen. Der Moskauer Kongreß hat erfreulicherweije die Möglichkeit solcher Zweideutigkeiten beseitigt. Die Frage heißt nun nicht mehr:„Wollt Ihr Euch der dritten Internationale anschließen?" sondern:„Wollt Ihr in die kommunistische Partei Eures Landes eintreten?" Nicht in der nebelhaften Form des Wunsches nach internatio- naler Solidarität ist das Problem gestellt, sondern in der konkreten Form nach der unmittelbar notwendigen Taktik des Proletariats in eigenem Lande. Und da ist es fffc die über- Von der Partei zur Sekte Eine Ohrfeige aus Moskau OE. Moskau, 9. Oktober. 3« eine« Artikel.Der Durchschnittskommunist", dessen Inhalt ausdrücklich als persönliche Meinung bezeichnet wird, schildert in der Moskauer„Prawda" der Sekretär des Zentralkomitees der Russischen Kommunistischen Partei Preobraschenski aus Anlaß der Parteikonferenz die Zustände in der Partei. Die Einigkeit und die kameradschaftlichen Bande von 1917 und lS18 find in der Partei nicht«ehr zu finden. Die Parteidisziplin ist zwar gewachsen, aber sie beruht mehr auf äußere« Zwang. Da» Parteiled«» erstirbt gerade in de» breiten Masse« der Par- teigenoffen. Früher wußte der Durchschnittskommunist, daß auch er an der Bildung des Parteiwillens mitwirke: jetzt hat er nur die Beschlüsse des Parteikomite«, auszuführe». Der Grund für eine derartige Zentralifation liegt zwar in dem Todeskampf. den die Sowjetrepublik zu führen hat, allein man hat dabei das notwendige und zulässige Maß doch überschritten. Die Parteiarbeit ist mit Bureaukratismus durchtränkt, und diesem llebel kann nicht von heute auf morgen abgeholfen wer- den. da es auf den Mangel von Kräften zur Bewältigung der ungeheuren Parteiarbeit zurückzuführen ist. Der Durchschnitts- kommunist steht den leitenden Parteimitgliedern auch seelisch fern. Das kommt daher, daß die leitenden Parteimitglieder wenig Interesse für die Schulung der Parteimassen an den Tag legen, aber auch der Unterschied in den Lebensbedingungen der beiden Gruppen, dem man zuerst wenig Bedeutung beimaß trägt sehr dazu bei, und bringt mit der Zeit auch einen Unter- schied in der geistigen Verfassung mit sich. Was die Massen am meisten der Partei entfremdet, ist, daß die Partei von streberischen und gewinnsüchtigen Elemente» durchsetzt wird, die ihr innerlich fernstehen. Wegen Mangels an Arbeitskräften mußte man sich mit derartigen Persönlichkeiten abfinden, aber wenn man nun zwischen ihnen und den Arbeitern zu wählen hat, so find uns die Arbeiter lieber. Aber selbst bei einer, glücklicherweise bisher geringen Anzahl alter Kommunisten A~«><-.; tz.>"!{ ist der proletarische Geist im Schwinde» begriffen. Wenn man bei seiner Tagesarbeit und in seinem Privatleben nicht mehr mit den Arbeitern, sondern nur mit dem Bürgertum und den bürger- lichen Intellektuellen verkehrt, so darf man, wenn man Marxist bleiben will, nicht bestreiten, daß dies aus die Dauer seine Fol- gen haben mnß. Die leitenden Parteimitglieder müssen einmal" im Jahr für einen bis anderthalb Monate der Handarbeit als gemeine Arbeiter zugeführt oder im Falle von körperlicher Schwäche mindestens in die Provinz geschickt werden. Die ge« schilderten Zustände haben dazu geführt, daß zahlreiche Arbeit«, die sich während der großen Werbewoche bereits zum Beitritt ge« meldet hntten, schließlich der allgemeinen Parteiregistratio» doch ferngeblieben find.' Diese Auslassungen aus berufenem Munde find eine- glänzende Rechtfertigung unserer Haltung. Sie. zeigen uns, daß die Kommunistische Partei Rußlande, durchs die straffe Zentralisation und den äußeren Zwang zur, Disziplin, bereits zu einer Sekte geworden ist. von der sicA die Massen abwenden, weil jeder proletarische Geist in» ihr erstickt wird durch den Bureaukratismus und die De- fehle von oben, an deren bedingungslosen Ausführung die Mitglieder gebunden find. Was sich in Rußland als schwerer Fehler herausgestellt hat. das will man jetzt- den westeuropäischen Ländern aufzwingen!' Die Pleite würde i hier aber viel schneller kommen, da das westeuropäische Pro«, letariat geistig viel zu beweglich und politisch viel zu selb-, ständig ist. als daß es sich auf die Dauer einer Führerdlktatur unterwerfen würde. Das Moskauer Bekenntnis kommt also gerade zur rechten Zeit. Wer die westeuropäische Arbeiter- schaft vor der geistigen Verflachung und dem Sektierer- tum bewahren will, der muß die Moskauer Bedingungen grundsätzlich ablehnen. Zum Experimentieren ist in Westeuropa keine Zeit! Das Proletariat muß feine Reihe» schließen und zur Mitverantwortung herangezogen werden� die es aber nur tragen kann, wenn es das Recht hat, mit- zubestimmen. v�«:,»-■< SS***-«»-•; A wältwende Mehrheit der Arberterklasse in Oesterreich klar, daß sie nicht den Weg gehen kann, den die kommunistische Partei Deutsch-Oesterreichs bisher gegangen ist und weiter gehen will. Die Kommunisten rn Oesterreich folgen Militär- automatisch dem Diktat von Moskau, ebenso wie sie durch viele verhängnisvolle Monate dem Diktat von Budapest ge- folgt sind. Die sozialdemokratisch geschulten Arbeiter glau- ben nicht, daß eine Diktatur innerhalbderInter- nationale aus die Dauer erfolgreich sein kann, so wün- schenswert eine Steigerung der Schlagkraft des Eefamtprole- tariats auch ist. Bei der Kompliziertheit der ökonomischen und politischen Bedingungen, die die Taktik der Arbeiterklasse bestimmen, gibt es niemanden— und fei er der genialste Kopf—, der die Möglichkeit besitzen würde, diese Bedingun- gen für ein anderes Land vollständig zu erfassen. Ich wenigstens muß bekennen, daß, wenn ich sehe, wie es mir nur mit Mühe und Rot gelingt, die Notwendigkeiten der Tak- tik in Oesterreich von Tag zu Tag zu erfassen, ich mir keinen Mann von wirklichem Verantwortlichkeitsgefühl vorstellen kann, der die Möglichkeit hätte, vom Ausland her unsere Be- wegung zu dirigieren. Jeder Beschluß, den die Internationale faßt, bedeutet eine Einschränkung der Autonomie der Parteien der einzelnen Länder. Denn soll die Internationale nicht bloß ein Wort, sondern Wirklichkeit sein, so darf die Autonomie der einzelnen Parteien nur innerhalb des Rahmens bestehen, der durch die Beschlüsse der Internationale offen bleibt. Und daher sind die Beschlüsse der Internationale eine Lebensfrage nicht nur für sie selbst, sondern für jede einzelne Partei, die ihr angeschlossen ist. Denn einer internationalen Organisation beitreten, ohne den ernsten Willen, ihre Be- fchlüsse anzuerkennen, ist bloß eine Farce. Und daher kommt alles darauf an, inwieweit es der Internationale gelingt, die Notwendigkeiten der Geschlossenheit der Inter- nationale mit den Notwendigkeiten der Aktions- fähigkeit der angeschlossenen Parteien in Einklang zu bringen. Für die mögliche Lösung dieses schweren Problems ist von entscheidender Wichtigkeit, wie die Beschlüsse der Internationale entstehen, ob sie darstellen das Arbeitsprodukt des klassenbewußten Weltproletariats oder aber bloß das Diktat einer Gruppe. Denn auch der Sozialist, der die Diktatur des Proletariats über die Bourgeoisie in der entscheidenden Phase der sozia- len Revolution für unausweichlich hält, muß anerkennen, daß es innerhalb des klassenbewußten Proleta- riats keine Diktatur, sondern nur demokratische Gleich» berechtigung geben kann. Wir sind der Meinung, daß der Reuaufbau der Znter- nationale nicht durch das Diktat einer einzelnen Gruppe— und noch dazu einer, die sich in einer ganz besonders fchwie- rigen taktischen Situation befindet— erfolgen kann, sonoern, daH die gemeinsame Aktion der Internationale hervorgehen muß aus der A n p a f f u n g d e r f o z i a l i st i f ch e n Pa r- teien aller Länder aneinander. Wir bewundern die Energie und den Opfermut der russischen Revolutionäre.' aber wir können nicht darauf verzichten, in die IrctermrtiiJ-; nale einzutreten als Gleiche unter Gleichen. Die neue Internationale kann nicht von einzelnen noch so her- vorragender Personen oder Gruppen oktroyiert, sie kann nur durch die Gesamtheit des klassenbewußten Proletariats erarbeitet werden. Wir wünschen die möglichste Steige-' rung der Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Organisation und Aktion des Weltproletariats, aber der Weg zu diesem' Ziele, den die dritte Internationale eingeschlagen hat, kön«- nen wir nicht akzeptieren, ohne gegen unser sozialistisches Gewissen zu handeln. Denn eine Zentralisation, wie sie der Moskauer Kongreß wünscht, kann nach unserer Meinung mrr das Ergebnis und nicht die Vorbedingung der in- ternationalen Organisation der Arbeiterklasse sein. Man stand in Moskau am Scheidewege. Die Aufnayme der- italienischen Partei, die bei weitem keine einheitlich kommtHs nistische ist, konnte bedeuten, daß sich die dritte Internatio� nale vom Parteitypus zum Arbeiterratstypus e'itwlckein werde, konnte bedeuten, daß sie zu einer Internationale des- Gesamtproletariats werde, das heißt auch Parteien aufney-; men wolle, di'" nicht die einzix hat anders enhu�i�»,>»-»>- ,»>, ,>--->•>-.■.> typusbekannt. Das bcoeutet beinahe»ur lebe Partei.� die sich anschließen will, die Sp a ltun g d e r P a rteo; Und konsequenterweise ist an das italienische Proletariat schon der Auftrag ergangen, die Partei zu„säubern. Um» s», ist die Möglichkeit beseitigt, daß die dritte Internationale d«: Ausgangspunkt für den Aufbau der Interncmonale werde" könnte, denn nach unserer festen lleberzeugung kann me In ternationale nur Wirklichkeit werden, wenn der Aufbau vom TypusdesArbciterrates ausgeht. Und so entsteht nun die Frage: Warum komfie die zweite Internationale nicht einfach weitergeführt werden, h 1 Kautsky stellt sich in seiner jüngsten Publikatt� aaf s Standpunkt, daß der einzig Zweckentsprechende Weg des Neuaufbaues auf dem Boden der zweiten Internationale fei. Er überfleht einige wesentliche historische und pM'�o gische Gesichtspunkte. Die zweite Internationale st, Kriege zugrunde gegangen. Nicht etwa deshalb, weil ss Arbeiterratstypus verÖrperte. sondern wegen der die die einzelnen Parteien im Kriege machten. Der Sozzal. Patriotismus hat im Kriege Schiffbruch erlitten. aber die durch den Krieg kömpromftierten Parteien hatten bei der. Berner Konferenz im März 1919 noch die volle Tuiaii xoj.u wu, v.v---- Mehrheit in d« International Mit dieser kompromittierten Mehrheit war an den unmittelbaren Neuaufbau nicht zu �denken, sie kompromittierten nicht nur sich, sondern auch die IUternatt-> nale, in der ste den To« angaben. Der Wandln, ig sproze« mußte in den einzelnen Lander« ftattfinden. Wäre die zweite Internationale erst wiederum in Mtion getreten, >,achdem Renaudel in Frankreich besiegt, die Unabhängigen in Deutschland die Hälfte des Proletariats erobert, vielleicht wäre dann der Neuaufbau im alten Rahmen gegluckt. Nun bleibt nichts anderes übrig, als die schwere Arbeit von neuem zu beginnen. Die zweite Internationale ist tot, die dritte Internationale auf die Dauer lebensunfähig. Die Parteien, wie die österreichische Sozialdemokratie, die weder der zwei- ten noch der dritten Internationale angehöre�, werden nicht eine vierte Internationale— oder wie man höhnt— eine Internationale Nr. 2%~ gründen, denn auch ein solches Gebilde wäre ebenso wie die zweite Internationale und die dritte Internationale in Wahrheit keineJnternatio- nale. Aber diese Parteien, die weder an Brüssel noch an Moskau angeschlossen sind, sollten sich möglichst bald zu einer Konferenz zusammenfinden, um im Einvernehmen miteinander an der schweren Aufgabe zu arbeiten, den Weg zu suchen, wie, ja leider nicht sofort, aber schließlich doch eine Internationale zustande komme« kann, in der die Massen der klassenbewußten Arbeiter aller Länder vereinigt find. M WfMW IM ZtilmWemaie Föderalisten und Alldeutsche in Bayern Aus Bayern wird uns geschrieben: Der Führer der Bayerischen Volksoartei, Abg. Held. hat im„Bayerischen Kurier" eine Interpretation des föde- ralistischen Programms seiner Partei veröffentlicht, in der er zu beweisen versucht, daß die Bayerische Volkspartei nicht auf Reichszertrümmerung hinarbeite. Das Programm, das auf dem Bamberger Parteitag der Bayerischen Bolkspartci angenommen wurde, verlangt:„Das Recht der einzelnen Staaten, ihre Staatsform und Staatsverwaltung s e l b st z u bestimmen. Die beschleunigte ErmöglichuNg der Bildung von Einzelstaaten auf verfassungsmäßigem Wege." Dazu führt Herr Held aus:„Selbstverständlich wollte und sollte durch diesen Satz für keinen Einzelstaat des deutschen Reiches etwa das Recht in Anspruch genommen werden, ohne jede Rücksicht auf die Grundlagen der Reichsform und Reichs- Verfassung feine eigene Form und Verfassung willkürlich zu bestimmen." Unter Bezugnahme auf Artikel 18 der Reichs- Verfassung versucht Held dann die föderalistischen Be- strebungen der Bayerischen Bolkspartci als völlig harmlos darzustellen. Die Bayerische Mittelpartei sDeutschnationale und Deutsche Volkspartei in Bayern)— die guten Freunde der Bayerischen Volkspartei— halten aber die Definitionen des Klerikalen Held nicht für genügend. Diese» deut- liche Abrücken der alldeutschen Mittelparteiler von den kleri- kalen Föderalisten ist recht auffällig, ebenso der dadurch aus- gelöste Versuch Helds, durch seine Interpretation das Bam- bsrger Programm als reichserhaltend darzustellen. Die All- deutschen und Föderalisten waren sich ja nie recht einig über die Frage des Föderalrsmus, aber der Gegensatz trat äußer- lich nicht in Erscheinung und wurde immer wieder verkleistert durch den gemeinsamen Kampf gegen den„Bolschewismus". Jetztfühlt sichdie bayerische Konterrevolution aber so stark, daß sie im„Bolschewismus" äugen- blicklich keine akute Gefahr sieht. Sie glauben also ihre Differenzen in aller Oeffeirtlichkeit austragen zu können. Der �Kleister hätte noch länger gekittet, wenn nicht außenpolitische Ereignisse eingetreten wären, deren letzte Folgen heute noch »icht in ihrer ganzen Wirksamkeit beurteilt werden können. Der Generalsekretär des franzöfifchen Außenministers, 3err Paleologue, ist zurückgetreten und der französische Gesandte in München. Baron l e D a r d, ist nach Paris ab- gereist. Wenn auch der Anstoß zu Paleologues Demission die von ihm hinter Millerands Rücken besorgte A n e r- kennung des Generals Wrangel gegeben haben wird, so scheinen doch die bayerisch-franzöfischen Beziehungen nicht ohne Einfluß auf dieses Ereignis gewesen zu sein, und im engsten Zusammenhang damit steht natürlich die Abreise des Gesandten le Dard aus München. In Paris scheint sich die Ueberzeugung durchgerungen zu haben, daß die Unter- stützung der bayerischen Konterrevolution durch Paleologue und Dard, vermittelt durch den Klerikalen Dr. Heim, doch nicht ganz den kapitalistischen Interessen der französischen Bourgeoisie entsprechen dürfte. Die stillschweigende Billigung der föderallstischen Bestrebungen der Bayerischen Volkspartei durch die alldeutschen Mittelparteiler hat in Paris doch stutzig gemacht. Der französische Botschafter in Berlin. Herr L a u r e n t. ist nach der„Humanitö mit der Politik des Herrn Dard nicht einverstanden, und es soll Differenzen gegeben haben, die Herrn Dards Relsc mit veranlaßt haben. Der Pariser Re S-erung ist doch nicht ganz wohl bei dem Erstarlcn der mrlrtar ii chen Konterrevolution ,n Bayern, und Herr Dard. der ein Freund der bayerischen Einwohnerwehren ist be- findet sich gerade in dieser Frage im E e g e n s a tz zu Laureiit der auch in Bayern die Einwohnerwehren aufaelöst wissen will. In Paris hat man sich jetzt davon überzeugt da« die bayerische Konterrevolution eine vorwiegend alldeuticke Bewegung ist, und vor der Machterweiterung der Militärs hat man doch einige Angst. Der neue französische Minister- Präsident Leygues will sich angeblich in die inneren Verhält uisse Deutschlands nicht einmischen, und die Beziehungen zwischen der französischen und deutschen Schwerindustrie 'tehen der weiteren Unterstützung der bayerischen Separa- tisten ebenfalls im Wege., Die bayerische Konterrevolution sieht die französische Stütze schwinden und nun beginnen die Föderalisten und Alldeutschen sich gegenseitig ihre politischen Fehler vorzuwerfen. Die bayerischen Alldeutschen haben den Föderalismus bis- her als Vorspann benutzt, um unter Anlehnung an Frankreich ihren konterrevolutionären Zielen näherzukom- men. Frankreich hat den Föderalismus uuter Paleologue gestützt, um Deurschland zu schwächen und seine Politik gegen den„bolschewistischen" Norden zu stärken. Der neue franzö- äsche Ministerpräsident scheint diese Politik nicht mehr mit- zumachen und die bayerischen Alldeutschen würden dadurch ein Argument mehr gewinnen, den föderalistischen Klerikalen ;u beweisen, daß die nationalistische Politik auch in Bayern sich durchsetzen müsse. Das kann gewissermaßen als ein Erfolg der Alldeutschen gewertet werden, während die Klerikalen sich im Augenblick in Abwehrstellung befinden. Machtkampf der Unternehmer Der Kampf im Zeitungsgewerbe verschärft sich immer mehr. Ohne jede Rückficht auf die schwere Echäoigung, die durch das Nichterscheinen der Zeitungen auch für zahlreiche andere Gewerbe eintritt, verfolgen die Unternehmer die Ab- ficht, diesen Kampf zu einem großen Machtkampf zwischen Kapital und Arbeit zu gestalten. Eine Korrespondenz meldet: Auf Grund ihrer SympathieerMrung für die Zeitungsoerleger seitens der BuchdrockereiSefttzer habe» sich 130 Firmen dereit erklärt, die Herstellung der Zeitungen und der sonstigen Arbeiten der Zeitungsdetrieve zu ndernehme«. Bei Ablehnung der Ausführung dieser Arbeiten durch das Personal werden die Druckereifirmen ebenfalls zu Entlassungen ihrer Arbeiter schreiten. Di« Buch- druck« und Kilfsarbeit« der„Reue» Zeit" in Charlottenburg haben sich geweigert, die Herstellung d« von den Verlegern ge- planten Einheitszeitung auszuführen. Daraufhin find diese Ar- beiter fristlos entlassen worden. Zur Zeit findet eine Sitzung der Zeitungsverleger statt, in der über«eitere Ratznahmen beraten wird. Das ist eine B e st ä t i g u n g der von uns in der gestrigen Morgenausgabe dargelegten Absichten der Unternehmer. Es ist außerordentlich beAeichnend, daß die Regierung sich der Macht der Unternehmen willig beugt. Wahrend sie bei Streiks von Arbeitern dauernd zum Schutze des bedrängten Unternehmertums eingetreten ist, läßt sie jetzt die schwerste Schädigung des Wirtschaftslebens ungehindert zu. W i r wundern uns darüber nicht, und wir sind weit davon entfernt, von der Regierung eine andere Haltung zu erwarten. Wir konstatieren diese Tatsache nur, weil sie zeigt, daß in dem Machtkampf zwischen Kapital und Arbeit die Rc- gierungsgewalt stets zugunsten des Unternehmer- t u IN s eingesetzt wird. Es ist selbstverständlich, daß das Bürgertum auch bei diesem Streik wiederum versucht, ihm politische Motive unterzuschieben. Wie unwahr das iii, erhellt die nachfolgende Darstellung, die zeigt, daß die überaus schlechte Ent- l o h n u n g der Zeitungsangeitellten die U r s a ch e für diesen Kampf abgibt. Nach wie vor ist deshalb die tatkräftige Solidarität aller Arbeiter, insbesondere jede Verweigerung von Streikarbeit, dringende Pflicht. Ueber die gescheiterte« Verhandlungen wird uns«och berichtet: Am Freitag waren Arbeitgeb« und Arbeitnehmer vom Zei� tungsgewerbe durch das Reichsarbeitsministerium zu einer Be- sprechung eingeladen, die vom Seit« der Sitzung als unverbind- lich bezeichnet wurde. Erschiene« waren der Arbeitgeberverband, Vertreter der Afa und der von der Aussperrung betroffenen freien Arbeitergewerkschaften. Die Arbeitgeber erklärten, daß ihre Be- triebe schon seit langem nicht mehr rentabel seien und lehnten mit dieser Begründung jede Lohnerhöhung der Angestellten ab. Als Beweis für die Unrentabilität glaubten sie anführen zu sollen, daß der Staat ihnen zur Senkung der Papierpreis« ja S0 Millionen bewilligt Hab«. Di« Unrentabilität könnte ja wohl am besten dadurch nachgewiesen werden, dah den Betriebsräten das ihnen nach dem Gesetz gewährleistete Recht auf Einsichtnahme in die Bilanz und die Lohnbücher gewährt würde, was bisher ja strllt verweigert wurde. Es mutz also wohl in diesen Bklanze» etwas stehen, was die große Notlage der Arbeitgeber nicht ohne weiteres erweift. Die Afa-Bertreter begründeten ihren Stand- punkt und erklärten, von diesem nicht abgehen zu können. Räch Sonderverhandlungen beider Parteien mutzten die Besprechungen abgebrochen werden, nachdem der Vertreter des Reichsarbeits- Ministeriums, Regierungsrat Dr. Bühle r, erklärt hatte, datz die Arbeitgeber nicht geneigt feien, irgend«, ic Lohnerhöhung zu bewilligen. Interessant ist es, die Löhne der Angestellten im Zeitungs- gewerde zu betrachten. Die meiste« Angestellten haben Monats- löhne von SM bis 7S0 Mark. Die Afa forderte, datz auf die niedrigsten Lohnsätze, also die der Jugendlichen, in Höhe von � 150 bis 350 Mark monatlich ein 2Sprozentiger Zuschlag käme ' und auf die übrigen Löhne ein solcher von 20 Prozent. Die so« ! genannten Diätare, die für 16 bis 20 Mark täglich arbeiten, sollten nach der Forderung der Afa 21 bis 30 Mark bekommen. Jeder gerecht urteilende Mensch wird schon aus dieser Ausstellung er- kennen können,, datz die Forderungen der Angestellten durchaus bescheiden zu nennen find, wobei hervorgehoben werden muh. datz die Löhne der Angestellten des Zeitungsgewerbes rund 50 Prozent niedriger find als die anderer Vran- ch e n und auch solcher Branchen, in denen tatsächlich ein gewisser Produttionsstillstand zu verzeichnen ist. Es wird immer klarer, datz nicht die finanzielle Unmöglichkeit, diese Löhne zu erhöhen, zur Haltung der Arbeitgeber geführt hat. sondern vielmehr die bewußte Absicht, den von allen Arbeitgebern beschlossenen Kampf nun zu be- ginnen. Man glaubte dies gerade bei den Angestellten des Zeitungsgewerbes riskieren zu können, weil diese bisher leider stets bereit gewesen waren, sich mit weniger zufrieden zu geben. als sie ursprünglich forderten. Die arbeitend« Bevölkerung und die gesamte Arbeitnehmerschaft wird es begreifen, wieviel vom Kampf im Zeitungsgewerbe auch für sie abhängt. Den Unter- nehmern mutz die Solidarität der gesamten Arbeitnehmerschaft in einer Weise gezeigt werden, die ähnliche Provokationen für die Zukunft unmöglich macht. Ohne weiteres ist zuzugeben, daß niemals mit grötzerem Recht«in Lohnkampf ge- führt wurde, datz aber auch niemals die An« matzung der Unternehmer größer war als bei dieser Bewegung. In den nächsten Tagen wird der arbeit» nehmenden Bevölkerung gezeigt werden, in welcher Weise sie ihre Solidarität für die Kämpfenden auch praktisch betätigen kann. Die Unternehmer beabsichtigen nach Pariser Muster ein sogenanntes Einheitsblatt herauszugeben und werden vielleicht. wenn die Berliner den Druck ablehnen, dieses Blatt in der Pro- vinz herstellen lassen. Sie werden aber dabei erfahren müssen. datz in diesem aufgezwungenen Kampf Provinz und Berlin völlig eins darin find, datz der Bernichtungswille der Unternehmer ge- brachen werden mutz. *' i In der Streitlag« hat sich bisher nichts verändert. Montag früh findet eine gemeinsame Sitzung der Betriebsräte und Funktionäre sowie der Vertreter der freien Angestellten- und Arbeitergewerkschaften statt. ck Von der„Welt am Montag"«ick uns mitgeteilt, datz die Forderungen der Angestellten von ihr bewilligt worden find. Di» Zeitung kann am Montag nur deshalb nicht erscheinen, weil di« Lindendruckerei das gesamte Personal ausgesperrt hat. verbot deutscher Zeitungen in Polen. In Polen siild folgende deutsche Zeitungen veckoten:„Die Brücke"„Deutscher Volksrat" ind„Deutsche Weichselzeitung", sämtlich in Danzig: ferner der Ulk"-Berlin, die„Wiener Arbeiterzeitung" und das„Reue Liener Journal". Berbilligung des Kartosfeltransports. Aus München wird geneidet, datz vom 1. November an, die Kartoffeln in die niedrigste frachtklasse eingereiht werden. Dadurch wird der Karfofieltrans- ort verbilligt. Die polnischen Friedensbedingungen HR. W a r f ch a«, 8. Oktober. Ueier die Zriedensbedingungen oerlautet folgende«: 1. Di« beide« Parteien find sich darüber einig, datz dl« Unad- hängigkeit der Ukraine and von Weihrothenien, soweit dies« Länder aus der russischen Seite der Wafsenstillstandslinie liegen, anerkannt werden müsse«. 2. Man verpflichtet sich gegenseitig, sich nicht in die internen politischen Frage« der beiden Länder zu uiischen. Z. Polen braucht einen Teil der russischen Schuld nicht zu bezahlen. 4. Ruhland zahlt an polnische Staatsangehörige«ine Per- gütang für die durch den Krieg veraalatzten Schulde«. S. Rutzland gibt die polnischen Archiv« und historischen Wert- sache« zurück, ferner auch die«ach Rutzland»erschleppte« Maschinen und Mobilien. Die PrSliminarien von Riga DA. Riga, S. Ottoder. Auf der Rigaer Konferenz finden jetzt die Schlutzfitzungen statt. J» der Nacht vom Donnerstag zum Freitag berieten die anwesenden Kommissionen, um die für gestern vereinbarte Frist des Vertragsabschlusses gemäß den Waffenstilsstandspräliminarien einzuhalten. Wenn auch die Russen angesichts der Frontlage und unter der Unsicherheit im Inneren kapitulierten und die pol- Nischen Bedingungen en dloc angenommen haben, so ist die Frist. setzung ein diplomatischer Positionsgewinn für Joffe. Ein Teil der polnischen Delegierten wirft D o m b s k i vor, einen schweren Fehler degangen zu haben, datz er den Russen diese Frist eingeräumt habe, da nunmehr eine Verlängerung der Frist von der Einwilligung der Russe« abhängig sei. Gegen 2 Uhr nachts herrschte der Eindruck vor. datz sich dieses Zugeständnis kaum ver- meiden lassen wick. Auch sonst find die Erwartungen für einen schnellen Abschlutz sehr gedrückt. Vielmehr ist damit zu rechnen, datz noch Abschlutz der PrSliminarien noch weitere Einzel- Verhandlungen stattfinden. Roch vor Abschlutz des Bor- ftiedens sind Protest« seitens des Nationalrates von Ost- galizie« und der weitzrussischen Republik eingegon- *11 benen betont wird, datz man ohne sie vorher zu fragen, über Gr« Territorien selbständig verfügt habe. Vormarsch auf WUna Polen bricht den Vertrag Wilna, V. Oktober. Die Litauische Telegraphen-Agentur meldet: Am 7. d. Mts. llmerzeichneten die Polen in Gegenwart der interalliierten ch> edsger ichtskomimssio» den Waffenstillstandsoertrag mit Li tauen und erkannten die Demarkationslinie als rechtsgültig an. Roch an demselben Abend griffen die Polen trotz der dringenden Warnung der interalliierten Kommission die lftaui- scheu Stellungen unerwartet an, durchbrachen die Demar- kationslinie und setzten mit ungewöhnlich starken Kräften den Vormarsch gegen Wilna fort. Die interalliierte Kommission steht dem neuen polnischen Waffenstillstandsbruch machtlos gegenüber. Es haben sich erbitterte Kämpfe in der Gegend von Zosly entsponnen, auf beiden Seiten sind große Verluste zu oerzeichnen. Die litanische Heeresleitung hat Matznahmen getroffen, um die litauisch» Hauptstadt Wilna bis zum letzten Mann zu vert-ldigen. Stadt und Land hoben sich Bürgerwehren gebildet. Dis polnische Uebermachl ist so groh datz es ihr gelungen ist, bis auf 15 Kilometer südlich von Wilna vorzudringen. D« man damit rechnen mutz, datz die Polen auch ihr Versprechen. Wilna unberührt zu lassen, treulos brechen werden, hat die litauische Regierung sich entschlossen, die Ministerien und die Aemter nach Kowna zurückzuverlegen. Die interalliierterr Kommissionen haben sich bereit erklärt, den Schutz der litauischen Interessen in Wilna zu übernehmen, falls es den Polen gelinge« sollt«, sich der Stadt zu bemächtigen. Sie haben einen neuen Versuch unternommen, dem polnischen Vormarsch Einhalt zu ge» bieten. i Eine neue Front im Osten OE. Helfingfvr», S. Oktober. I Der Ehefredatteur der Moskauer„Jswestija", Steklow, schreibt: Rutzland müsse im Osten auf der Hut sein, da sich dort eine neue Front bilde: England habe beschlossen, Rutzland vom Orient her anzugreifen. Vor der bolschewistischen Niederlage bei Warschau, wollte Lloyd George in der Annahme, datz diel Sowjetregierung und die Rote Armee stark dastehen, durch ei« Uebereinkommen mit den Bolschcwisten die englischen Kalo» nie« retten. Jetzt ist man in England der Ansicht, datz man Sowjetruhland leicht zerschmettern könne und droht ihm mit einer Zertrümmerung im Osten. Der Ueberfall soll von Geor« gien.Aserbeidschan. Persien und Buchara her statt« finden: dort wecken bereits Heereskräfte konzentriert. Die englische öffentlich« Meinung, die über die Verhältnisse im Orient schlecht unterrichtet ist, wick schon auf die bevorstehenden Ereignisse vorbereitet. Sowjetrutzland mutz sich zur Abweh« bereithalten. Phantastische Forderungen TU. Genf, 9. Oktober.' Da» französische Finanzministerium teilt mit, datz nunmehr all« übrigen Ministerien ihre Ausgabenrechnungen für 1920 etng" reicht haben und datz das Kriegsministerium allein sein« Ausi gaben derart erhöht, datz der Budgetentwurf für 1921 25 Milli arden regelmätzige Ausgaben beanspruchen wird, gegen 22 Milli arden im Jahre 1920. Dazu kommt«in'Budget der auherordent lichen Ausgaben in Höhe von 2t Milliarden für den Wieder aufbau der vom Kriege betroffenen Provinzen und die Unter Haltung der Truppen in den besetzten Gebieten. Diese Riesen ausgaben sollen einfach als Kriegsentfchädigun Deutschlands gutgeschrieben werden. An der Pariser Börse wurden vorgestern 100 Mk. mit 24 Fra» ken notiert, so datz nach der Ausstellung des Budgetentwurf� Deutschland allein im Jahre 1921 nahezu 100 Milliarde� Mark an Frankreich zu zahlen hätte. Räch dem&r' sailler Friedensvertrag soll Frankreich sechs Monate nach vor- herigem Einvernehmen mit seinen Bundesgenossen die Gesamt' summe seiner Entschadigungsforderungen bekanntgeben. Ma» kann sich vorstellen, welche fabelhafte Summe sich auf der Grund» läge dieses Budgetentwurfes von 1921 aufbauen ließe, wenn di< Bundesgenossen Frankreichs derartige Ansprüche unbesehen a erkennen wollte«..... ) I Genossen besucht die heutigen Versammlungen Die Kündigung der„Freiheit". Redaktion abgelehnt Die am Sonnabend, de« S. Ottober, stattgefundene kombinierte »itzung des Vorstandes, des Aufsichtsrats nebst Betriebsrats der Verlagsgenossenschaft„Freiheit" nahm Stellung zu der vom Vor. sitzenden der Pregkommisfion beantragten Kündigung sämtlicher Redakteure der„Freiheit" mit Ausnahme des Redakteurs Baron. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Vorsitzende den Wortlaut des in seinen Händen befindlichen Originalantrages der Revisionskommission, der in der Generalversammlung der Ver- lagsgenossenschaft„Freiheit" am 7. Juni angenommen worden ist, wonach bei Streitigkeiten über Einstellung und Entlassung von Redakteuren eine gemeinsame Sitzung von Vorstand, Aussichts. rat und Pregkommission durch einfachen Mehrheitsbefchluh die Entscheidung treffen. Einige Mitglieder der Pretz- k o nr m i s s i o n erklärten demgegenüber, dag der Antrag des Ee- nassen Stolt in der Generalversammlung anders gelautet habe. Der Leiter der kombinierten Versammlung konnte feststellen, daß sechs Genossen von der siebengliedrigen Revisionskommission die Darstellung, wie sie vom Vorsitzenden der Generalversammlung ge- geben worden ist, bestätigen. Genosse Döring als Vorsitzender der Generalversammlung erklärte ausdrücklich, datz er den im Original vorliegenden Antrag der Revisionskommission, unter- schrieben vom Genossen Stolt, in der Generalversammlung zur Ab- stimmung gebracht habe. Nachdem inzwischen zur Geschästsord- nung beantragt worden war, die Diskussion über diese Frage zu schließen und endlich in die sachliche Behandlung des Beschlusses der Pregkommisston, betr. Entlassung der Redaktion, einzutreten, und dieser Antrag mit 19 gegen IS Stimmen angenommen war� «erließ auf Aufforderung des Genosse» Eichhorn ein Teil der Mitglieder der Pregkommisston die Sitzung. Nachdem das der Geschäftsleitnng zugegangene Schreiben des Vorsitzenden der Pregkommission sowie die Antwort der Geschäfts- leitung darauf verlesen worden war, kam noch folgendes Schrei- ben der Presikommiffion für das Havelland zur Verlesung: Spandau, den 7. Oktober ISA». Pichelswerder Etr. 2. An die Geschäfisleitung der Berlagsgenossenfchoft Freiheit". Bezugnehmend auf Artikel„Die Zerstörung beginnt" teile i wie folgt mit: In dem Schreiben der Pregkommission wird». a. auch die i Kündigung des Redakteurs Dahlke verlangt. Als Vorfitzen- der der Preßkommission der„Freiheit für das Havelland und i Kreis Ruppin" erhebe ich Einspruch gegen die verlangte Kündigung des Genossen Dahlke aus folgenden Gründen: Wir und der Ansicht, dag die Pregkommisston der Berliner„Freiheit'! kein Recht dazu hat. über unsere Angelegenheit zu entscheiden.' lieber die Echriftleitung unseres Blatte« mutz man uns schon scttsi urteilen lassen. Bis jetzt ist mir als Vorsitzender der Preß-! wmmission von keiner Ortsgruppe unseres Verbreitungsgebietes■ mitgeteilt worden, daß man mit der Schreibweise des Genossen' Daytke unzufrieden wäre. Es wäre zu mindesten« Pflicht des Vorsitzenden der Berliner Preßkommission gewesen, uns zu der' Schung, wo dieser schwerwiegende Beschluß gefaßt wurde, ein- '.uladen. Es schein- aber bei einigen Genossen die Ansicht zu bestehen, daß nur Berlin in Parteiangelegenheiten Worfführer! -st oder sein kann. Wir müssen unser Blatt selbst aufbauen, folglich können auch wir selbst nur. wenn wir so gewissenlos mären, dasselbe niederreißen. Wir sind also nicht gewillt, uns beiseite schieben zu lassen. sondern fordern das uns zustehende Mit- und Einspruchsrecht. das nach unserer Ansicht nicht gewahrt worden ist. Im übrigen sind auck wir außer anderen naheliegenden rechtlichen Gründen der Ansicht, daß nur in einer gemeinsamen Sitzung de? Auf- »chtsrats als Beurerer der Genossenschaftler, des Bofftandes und der Vreßkommiinon, auch unserer, die Angelegenheit zu regeln Beschluß erhoben hat. Da« geht auch deutlich aus dem am S. Juni in der„Freiheit" erschienenen Bersammlungebericht hervor. Dort heigt es: Außerdem wurde ein Antrag der Revisionskommission einstimmig angenommen, in dem gesagt wird, daß die Kontrolle der pollffschen Haltung der„Freiheit" durch die von der poli- tischen Organisation Grog-Berlin gewählte Preßkommission ausgeuot werden mutz. Diese haue auch über Einstellung und Entlassung der Redaktion zu entscheiden. Auf Ein- spruch des Vorstandes wird in einer kombinier- ten Sitzung der Preßkommission und des Bor- stände» durch einfachen Mehrheitsbeschluß entschieden." Nicht wie Antrage ursprünglich gelautet haben— hier verwechseln die anderen Genossen, Redaktion wie Geschäftsleitung. den alten Antrag vom 20. April cr., der von mir in einer Mit- teilung an die Geschäftsleitung unteffchrieben ist, mit dem von mir in der Generalversammlung gestellten— sondern« n t s ch e i- dend ist der Wortlaut eines Antrages bei der Beschlußfassung. Ich bin sowohl im Besitze der Protokoll« der Revifionskommis- sions-Sitzungen wie der dort bebandelten Anträge und habe in der Generalversammlung den abgeänderten Wortlaut dem Pro- tokoll angefügt. Wäre das Protokoll über die Generalversamm- lung vom 7. Juni cr. einwandsfrei geführt, dann müßte der ge- naue Wortlaut ersichtlich sein. Ebenso ergeben die Genossen- schaftsakten des Amtsgerichts darüber keinen Aufschluß, weil die Anmeldung dieses Beschlusses seitens des Vorstandes unterlassen worden ist. Die Unterzeichner der obenstehenden Erklärung gehen ebenso wie der Genosse Stolt von der falschen Voraussetzung aus, daß der Aufsichtsrat kein Mitbestimnmngsrecht bei der Einstellung und Entlassung der Redakteure habe. Diese An- ficht ist durch die Erklärungen sämtlicher Mitglieder der Re- vistonskommlssion(mit Ausnahme von Stolt) und durch den Wortlaut wiedergegeben worden ist. Auch die 16 llmcrzeichner der obensteSenden Erklärung klammern fich an diese irrige Anffassung, um den Aufsichts- rat des ihm von der Generalversammlung zugestandenen Mitbestimmungsrechts zu berauben. Angesichts dieser klaren Absicht der 16 Vreßkommisfions- Mitglieder mutz ihre Insinuation, daß Vorstand und Auf- sichtsrat in Gemeinschaft mit der Minderheit der Preß- kommisfion die Absicht hatten, die Mehrheit zu„vergewal- tigen". mitbesondererEchärfe zurückgewiesen werden: Dieselben Genossen, die jetzt diese ungeheuerliche Anschuldi gung erheben, haben fich nicht gescheut, von ihrem„nume rischen Uebergewicht" in der Pretzkommisfion den brutalsten Um baldig« Antwort wird ersucht. Mit Parteigruß .» a-. v v Siegfried Leo, Vorfitzender der Preßkommission für das Havelland. . �Vorsitzende wies darauf hin daß daraus hervorgehe, daß ein£ t i i bet 33cfürxD0ttct b6t bedingungen mit der Entlassung der Redakteure nicht ein ver standen fei. Nunmehr wurde in die Beratung des Antrages der Preßkommission«ingetreten, deren Ergebnis die Annahme nochstehen der Entschließung mit alle« gegen eine Stimme bei 25 Anwesenden war: -Die gemeinsame Sitzung de» Lorstandes, de««nffichtsrates nehst Betriebsrates der B/3 Uhr: 1. Lieder-Abend uiu M YSZ-CMEINER „Das Kind im Lieds und in der Ballade*4 Am Klavier; Prof. Ed. Behn».| Karten 10—3 M. u. Steuer. BlüthnersaaL Dienstag, 12. Okiober, 7,/s Uhr; Konzert au! 2 Klarieren Lotte Groll mü».: Prot. Walter Bachmann. Clement!: Sonate Kr. 2, B-dur; Mozart: Sonate D-dur; Schumann, Liszi.— Karten 10—3 M- und Steuer. BcchsteinsaaL Donnerstag, 14« Oktober, 8 Uhr: Lieder-Abend Martin Wilhelm Arien aus Jcphla(HfindeD: Lieder von Schubert, Lisst, Brahma, StrauB. Am Klavier: Otto Bake. Karten 10— 3 M. und Steuer. BeethoreneaaL Donnerstag, 14. Oktober, l1!* Uhr: L Konzert mit dem Pbilharm. Orch. Philharmonie« Donnerstag, 14. Oktober, 71/* Uhr: Arien- und Walzer-Abend IVOGÜN Rossini, Verdi, Ardiii, Thomas« Masssnet, Job. Strauß Am Klav,: Michael Rauchelsen. Kart. 20—4 M. u. St. Klindw.-Scharvr.-Saal Donnerstag. 14. Okt., 7Vz Dhr: Kammermusik-Abend öriicterPost-Qiisrtett Mozart: D-durj Beethoven: Cis-moll; Brahma: G-dur. Karten 10, 8. 5, 3 M. und Steuer. BechsieinsaaL Freitag, 15. Oktober, Tj�Uhn ' L Klavier-Abend Stefan Askenase Each-Stradal; Schurcenn; Szymanowski: Wagncr-Liszt Karten 8—2 M. und Steuer. Eeethovensaal Freitag. 15. Oktober, T1/* Uhr: KÄWUatMritliiaiii Am Klav.: Pro!. Ed. Behm.— Karten; 12—3 M. u. St. Philharmonie. Freitag, 15. Oktober, 7 /« Uhr; I. Konzert m. d. Philh. Orchester GUSTAV BRECHER Webers Ouv. Oheron; StrauB: Don Quijoie; Mai'! er: I. Sinfonie. SoL: A. Krophollcr(Cello).— Karlen: 15— 3 M. u. St. Beethovensaal. Sonnabend, 16. Oktober, 8 Uhr: Konzert Andreas Weissgerber TarUni: Tcufclstrlllersonate; Bach: Sonate G-moll' Salnt-SaScs, Tschallcowsky, Wicaiawsky, Peganici. Karten; 15—3 Mark und Steuer. Philharmonie. S nnsbend, 16. Oktober, 7V, Uhr; Einziger Klavier- Abend BACKHAUS Schumann: Fantasie, op. 17; Beethoven: Appassionaia; J. S. Bach: I alienisches Konzert; Chopin; Lied, Karlen 12— 3 M. und Steuer. Prof, Gustav BlüthnersaaL R havemann| iSACCHETTO Dvorak, Bleyle, Brahma. Dir.: R. Hagel Karten 15—3 M. und Steuer. Sonntag, 17. Oktober, 4 Uhr: (verl. vom 5 Oktober) II H|% Pt**1 Sonntag, 17. Okt. Boekateiaaaa HAnUT Froher Abend mit bitteren Einschlügen und obligaten„Schacfpieler- Porträts." Karten 12— 3 Mark und Steuer. Philharmonie. Montag, 18. Oktober, T1/» Uhr. II. Meisterkonzert Dr"K.r. MUCK B.chsieiaM.L Solist; xrajy BURMESTER Mozart: Symph. g-moll.— Spobrs Vioi.-Konr Kr. 7.— Tschnikovfski: Romeo und Julia.— BcrUoz: Ouvertüre «Benvecuto OsUini.*' Karten 4—20 Mark und Steuer. Oefientl. Hauptprobe; Sonntag, 17. Oktober, II1 � Uhr. BechsieinsaaL Montag, 18. Oktober« 8 Uhr. I Klavier Abend. Kläre Köhnlein Bach, Mozart, Schumann, Chopin, Schubert-Liszt, Liest. Karlen 8, 6, 4, 2 M. und Steuer. Beethovenaaal. Dienetag, 19. Oktober, 7 V« Uhr S chum an n-PÜlzner- Abend TIN Y DEBUSER Am Klavier; Prof. Dr. HANS PFITZNER Karten 15—0 M- und Steuer. Singakademie. Dienstag, 19. Oktober« TVj Uhr: Lieder-Abend Maria Ekeblad Foltis, Mtmcorgski, RsngclrSm. Am Klavier: Arpad Sandor.| Kart 10—3 M. n. Steuer. Klindvr.-Scharw.-Saal. Dienstag, 19. Okt. TV» Uhr; Konzert Hermann Silzer letttot, B.ck, KroiaUr-Francoear, Br.hms-JoacUm Am Klavier: En» Balogh./ Karten 8—3 M. o. Sleoer. Beehrt elauU. Kita Raeiiaüslt• HeBssPfBjr. Mittwoch, 20, Oktober, 8 Uhr: Kammermusik-Abend Albert Fritz Becker (Violine)(Cello) Karten 10— 4 M. und Sieoer. Kajes Jacubeit (Klarier) MeMenul Mittwock, 28. Olcioker, T1?, Ukr: Vertrage Abend Hilda Wegner Karten 8, 5, 3 M. und Steuer. BechsieinsaaL Donnerstag, 21. Oktober, T1/» Uhr; Lieder-Abend Emmy Heim Karten 10—-5 M. und Steuer. BeethovensanL Donnerstag. 21. Oktober, T1/» Uhr: BURMESTER Brahms: Sonate 7, Violine und Kla.ser A-dur Mendelssohn: VioHn-Kouzert.— Beethoven: Mondschein- sonate.— Paganini. Mitw.; W. Bardae. Karten 15—3 M- und Steuer. Singakademie. Donnerstag. 21. Oktober, 7>/z Uhr: Konzert m- d. Phüha'monischen Orchester tHru SoL: Holser Prehn Erna Olsen Karten" 12—3 M. und Steuer. Beethovens? al Freitag. 22. Oktober, 7*/, Uhr. Moderner Lieder- Abend— Paul BENDER Am Klavier; Miekael Rauchefarn.> Karten 15—3 M. o. St. Klindu-Sckanv-Saal. Sonn cb™ 33. Okt., TV, Ukr, E o a x e r t Lidus Klein Am Klavier: W. Scholz. (Violine) Karlen 10—3 M. und Steuer. BlüthnersaaL Soanabcnd, 23. Oktober, 71/» Uhr; Klavier-Abend Max Jaffa Karten 10. 8. 5. 3 M. und Steuer. Sonntag, 34. Oktober, Tt/z Uhr: Zur Laute Beethovens aal ROBERT KOTHE Die 17. Folge. Karten 8—3 M- und Steuer, Beethoveneaal. Frritag. 29. Oktober, 71/;Uhr; Lieder- Abend— Emmi LEISNER Am Klavier: Dr. V. Evnet WolH i Karten 12—4 M. tL St IB5;; Starten für obige Veranstaltungen bei Bo'.e u. Bock, w«rW»eiiw m. G. tt. Ab«wdkB»»e�_ • i WW. SfWCTW>r/.U.: Der lebend. Leichnam 7 Uhr: Einsame Menschen MWerspiele 2»/, llhri Der Wctb-tenf-1 8 t!hr Brandsttttte Großes Schauspielhavs Kstrlftrakr 2>?, U.: Danton tZlug.Abonn.) «Uhr: Jcderntann(Aug. Ab., Theater i. d. Königgrätzer Str. 3 Uhr;©eftHnbni«. T»!, Uhr:________ ■montos 7'/: Uhr«tnfch M-nst-g 7-, Uhr Erdgeist sWertaOr»!!a,A>brrt Str nrhch) Mittwoch 7>/, Uhr:«ansch Donr.eroig. 7!/, U.: Hlramtolln« m.kIseHrtnis,Salsnei,Zliemann, Brandt. PrSckl, Dehrner Kreit-, 7V, Uhr:«ansch Sonnabrnd 71/3 Uhr:«ansch Sonntag 7>/, Uhr:«ansch Nachm. 3 Uhr:©esfänbni» Montag 7'/, Uhr: Erdgeist auscli 5ioinöäHcnhcms 3 Uhr: Der Bib-rpel, iijs Uhr Whkll HiinifiEi „u ki iX Faslenberg Berlwer Theater SU.:«He einst t» Mai s Uhr: Der Klfte Walzer mit FriS« Massarh. -vietae�--- m- Theater suMorrenoGezverbe inl> Montag 7'/, Uhr: s Gelübde :!», toa-, Nttigker, UnöZ , 7>/, Uhr: Ll-b- .s«n.!>->!-. 1-°°-) Donuc-otag!, Uhr: AeSÄMMHSMje Trete?s»rt,rder7> � Neues vperettellhlms Direktion Jen« Kren 7 Uhr: W rimmW Operette in drei Akten nach einem Motto Petüfi« von Fritz Grünbaum. Rose- Theater Nachm.: Di. Weder 7>I, Uhr: Der Anti-Christ AMn-Theltter Bhf. Friedrichftr. Heut. 2 BarsteUungen: Nachm. 4 Uhr halbe Preise: Der Kenten einer Breii Abend»> � Uhr und täglich: Der Roman einer Frau (FSa Wüst, Burg, Limburg, P-lrltt, Falkrnstein) Mitn». nachm. 4 Uhr kt Preise: Rotkäppchen Donner»!, nachm. 4U.kI.Pr Ise: Max und Moritz Nesidenz-Ajeater Bhs. Iannomltzbrüeke Untergr.-Dahnst. Kwfterstr. Heute 2 Vorstellungen: Nachm. 4 Uhr halbe Preise: Die Freundin Abend» 3i,8 Uhr und täglich: Die Freundin iTilla Durieur, Toelle, Bilkt Albcr», Bienofeldt, Valleniin> Mittm. nachm. 4 Uhr kl. Preise: Stiuxreipeter Donnerst, nachm. t U. kl. Preise: Schnceurittchaai Mfiilii'Kieaiei; Tagt 7i/„ Srg. aachtn. 3'/» unb abend» 7'/. Uhr: Gastspiel Wilhelm Hartstein in »Der Stolz der 3. Äompagnic'. Kammer-Tanzspiele Düwmstr. 6, am Nollendorfplatz Tagt 7»/, Uhr; Orientalisches Ballett Hiki Hiami Dep. Königstadt- Theater fIannowitzbrüche» DSgl. Leinallnger 7 41 Sonntags 750«, dll.2 Barstellnngen I U. äut Nachmitlagsoorstellnng 1«ind frei Im Ballsaal; Tan». Tbeatcr a KottbcsTor Tel Moritrplat» 1481«. Tälll:?V, o. Ronntaa nsebm. 8(Jbri UteSänger Blttthscn-Keiuert brvk. 11— Ith b.4— 8U. v,8 Folies Saprice � Versicherung gegen Ehebruch mit©er». Grlln.cher. »/48 Was-Theater>.8 Qsrv's se!. mm g. 31;, u.: De» Hanodrache Gig. TipoLo- Tljeaier Friedrichstr. 21« VI2 aßaPenDIid) 7Vz Harems-Nächte Somdags 3«/, U. I llink ft«. u. d. gr. Okiober-Programm DI« 5 Karlfy's Marga u. F. Onre Charl. Montrell K. Edler u. Nicki Die 4 Eimer'« Mewu????? öfütesoanlafl 31/» unö FVj W Veranstaltet v. d. Großen Volksoper Berlin■MSl BlüthnersaaL Mittwoch, 13. Oktober, 8 Uhr: I. Sinfonie-Konzert mit dem Blflthncr Orchester Paul SCHEINPFLUG IX. SINFONIE- Beethoven mit dem Sek inpilugschea Chor. Soloquart: Clewlng, Raatz-Brcokmann, Roamer« Dekmlow. Violinkonzert Beethoven: Mloola Lamblnon. Karten 15— 3 M u. Steuer bri Bote»Bock, Wertheim, für Ante! zrichner der großen Volkaoper ermiQtgte Preise. heute SonÄ;ä2Uhr: iöffentl. Hauptprobe Karten 3,20 und 1,10 M und Steuer en der Mittagskasse. g as McistersaaL C 0 n o B Freitag, 15. Oktober, 7V- Uhr; 5 Klavierabend Immi KNOCHE ist Beetho\-en, ansorje, Brehms. � C Karlen 10—3 M. and Steuer bei Bote i Bock, Wertheim. S � Sisgakademle. Richard Oswald- Lichtspiele Kantstrasse 163 CoihI Oeilt veaMlgüerMe Montag, 18. Oktober, 8 Uhr: c Llat*erab«nd Elly RECKE n Am Klavier: Max LturUohkoj. X Obligate Vi Üne: Edm. Reis«!. C ® Karten 10—4 M. und Steuer bei Bote Sc Bock, Werlhetm � ht Manoleseu's Memoiren g« b. weiteren Hann trollen: (vtnaSIorena.ttiieSBaM, Meie Si!»l!roö,LiN Lohr«. HkddaBmi°!r.H?m. Willi!, Aegie: Richard Oswald Wochentags: Einlast «.40, S.S0 Uhr Sonntags: Einlast 3.40, 5.20, 6.45, 8.30 Uhr. Oktober, 7V» Ukr: IZERT »uikcla Michael ZADORA »WUU»»a»a»»aad ÖlMllDt'l ZlkSlkl- Bad-Stratze 19» UUIXUllUlltlUIMlUiUlutfill p SoMtog Erb 9Boirtflß i Zm Mal WennMenschen■ reis zur Liebe» sind.• W SSKckll- KLliSbE Mb Kiebitz° se.aer der volista: dioi � , euk-dar eleiei., Kasseneiöff.. 6 M,r' Sonntags 8 Uhr. m ,.Barieteteil6"Uhr. I 2. v 8M-■ >WMW,WWHWWWMWF Tannpalest Köniosta�t-Kasino HolzmarktstreBe 72 am Bhs. Aannowitzdrü-üe TSgiich Sali Voobdntsg, 7'\„ Sonntiga 5 U. linp n, Johannisstr. 4. i 10681._ SchoneTeppiche kauft Groflmann, Johannisstr. 4. Norden NiSSl. ZttWSMkk von Leo Dolstoi 1«4 Seiten Mk. l.SO BaihhM>lE«g.Freiheit" Breite Str. 8-9_ lojimoi- sulmm vornehm parfümiert, nicht fettend,«acht die Hant zart und weitz. Eleg. Porze�an- dose 7,20 OH., Tube 8 M. Zu haben in Drogerien und Parfümerien, reo nicht, vom Hersteller: SctL�Obcrfcaoneactbe Fernspr.: Olierschiiurm. Züü 400 M. an. Dr. An»m., alle Prriit., ferner Bttittlrn, Brtt- oorl., Diwendrdlrn, Eemäldr. Strlnmetzftr«, Slst. sBülow. dahnhos). Auch Sonnt, norm. Bekanntmachung Alle Monneuten der„Freiheit" erhalten gegen Wgabe der letzten Abonnementsquittung an der Kasse des Wall»er» Theaters eine Bergüustigung von Z3>/z Proz. des Kassenpreises zu der Gilbertschen Operette S« Ml M AM in der Premierenbesetzung: M kSmlini. M bm». GW» Mm. Mftiinmt. SM SM. Sm WMM. ES ist dieS eine einmalige Zuwendung, welche lediglich den Abonnenten der„Freiheit" zuteil wird. „Der Geiger von Lugano" ist ein Welterfolg, welcher mit geradezu rauschendem Beifall allabendlich 7- Uhr in Szene geht. Diese Vergünstigung wird nur an Wochen- tagen gewährt. Die Direktion. l'. Lakrerratoineheo#, Cr. Sui, Dienetal 12. Oktober, abend» S Uhr; Vortrag I Dr. lavy-lons, ier, J Vortrag Ppezialarzt la Berlin a hbot Prof. Steinachs nt n imiiiHi Mi MJtlliiltfrtrtis. Karton 8, 6, 4« 2 Mk. and Steuer Bot« A Bock. A. Wertheim, Leipziger-, Koni f.- and Roeeathalcr Str., Wadiszewskl, Konigstr. 20/21. Lr I Zigaretten I Engli�cheMaikm von W.W-a Deutsch» Warken von VL 120 a« Etzeve Zigmei-febrill fccqct�igarr. bllliger wie üb««" Hanawaeker, Stumpen, Zigarillos -|iM5!(a.Betfl(tt.52 53 1 1 ttrke Jona, fernste Setlln, Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater Allabendlich 7V Uhr Berlins größter Operettenschlager Jubelnder Beifall!— Täglich ausverkauft! Ire Hoheit die lüeiin mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Operette in 3 Akten von Walter W. Goetze mit Elisabeth Balzer, Betty Feiner, Enstav Iahrbeck, Kurt Mikulski, Fritz Schulz Des großen Nasseuandranges wegen find die Sassen den ganzen Tag geöffnet Nr. 428 1. Beilage zur„Freiheit" Sonntag, 10. Oktober 1920 Wirtschastspolitische Spintisierereien Z» di«s«l Wach« Hilten dl« Z!echtss«zl-list,n ihren HZar- teiiag in Caflel ab. Den Hau,tpankt der VerHand- lange» wird die Zleoifia» de, Partoiaiegrammes bilde». Welcher Leih in der rechissozialiftische» Partei herrscht, dafür find Me Laefil drangen kennzeichnend, die Rudolf W> f- fall über die Planwirtschaft in einer rem �Dorwärt-o'- Verlag herau�egebenen Zammelfchrift macht, und mit denen sich der nachstehende Artikel beschäftigt. Die gegenwärtigen sozialen Kämpfe, die Rüstungen des Unternehmertums, die nur das eine Ziel haben, jeden Ein- fluß der Arbeiterschaft— sei es ein unmittelbarer Einfluß auf die Wirtschaftsführung oder lediglich sozialpolitischer Einfluß, der stch auf die Lohnpolitik bezieht— vollends zu b« seit i gen, zeigt deutlich, daß das Unternehmertum die Praktiken der Scharfmacherei keineswegs aufgegeben hat, daß der Steigerung des Machtbewußtseins der Unternehmer auch ihre Brutalität wieder wächst. Zwei Jahre lang ist das Proletariat in der Illusion erhalten worden, daß das Unternehmertum bereit sei, auf dem Wege der Verständigung mit den Arbeiterorganisationen die wirtschaftlichen Kriegs- folgen in gemeinsamer Arbeit zum Wohle der Gesamtheit zu überwinden. Die Propheten dieser Idee erblickten in der Not der Wirtschaft und in ihrer Beseitigung das gemeinsame Interesse aller Schichten des Volkes, das die Basts bilden könnte für eine Politik der Harmonie der Klassen. Heute zeigt das Unternehmertum taglich durch sein Ver- halten— der Kampf im Zeitungsgewerbe ist nur ein drastisches Beispiel dafür, dem sich viele andere an die Seite stellen ließen—, daß es keinerlei Gemeinsamkeit mit dem Proletariat, sondern nur das eine Ziel kennt, jede Gelegenheit zu benutzen, um auf dem Rücken des Proletariats feine soziale und wirtschaftliche Machtstellung neu zu b e- festigen, seinen Profit weiter zu erhalten durch rück- sichtslose Ausbeutung. Die Wirtschaftskrise ist so eine Gelegenheit für die Unter- nehmer. Ware es anders, gäbe es eine Gemeinsamkeit der Interessen, wäre das Unternehmertum geneigt, nach den Gesichtspunkten einer aemeinwirtschaftlichen, vag Wohl des Volksganzen wahrenden Ordnung zu handeln, dann müßte die gegenwärtige Rot der Volksgenossen ihnen eins Gelegen- heit sein, diesen milden Sinn zu betätigen. Statt dessen ge- schieht, wie gesagt, das Gegenteil. Wir sind davon nicht überrascht. Wir haben das nicht nur kommen sehen, sondern oft genug vorausgesagt. Die Politik der rechtssozialistischen Gewerkschaftsführer und ihrer wirt- schaftspolitischen Ratgeber, die jahrelang von der dürren Idee der Arbeitsgemeinschaften und den oft er- wähnten planwirtschaftlichen Basteleien lebte ist durch die Wirtschaftskrise und ihre Begleiterscheinungen ebenso abgeführt worden, wie einst ihre Kriegspolitik durch den Ausgang des Massenmordens. Der Zeitpunkt ist da. es den Arbeitern, die diesen Methoden Gefolgschaft gelelstet haben wie Schuppen von den Augen fallen sollte. d?f. geschehen wird, bleibt abzuwarten. Wir werden . unermüdlich nachzuhelfen versuchen. Die führenden ' ,e5 dieses Gedankens aber zeigen bis jetzt noch �$*1 londern bereiten sich sogar darauf ai wf«n du"«1 Soden �Programm aufzubauen. So Rudolf Wisse ll, der in den Vorschlägen zum Pro- gramm der Sozialdemokratischen Partei, das in diesen Tagen m C a s s e l neu zurechtgemacht werden soll, allen Ernstes die arbeitsgemeinschastliche Regelung der Wirtschaft als die zu- nachft zu erstrebende, weil gegenwärtig allein erreichbare ..Vorstufe zum Sozialismus" hinstellt. Wissel! behauptet, die Novemberrevolution sei nicht der Zdsch'Uß der kapitalistischen Epoche überhaupt, sondern der Abschluß der..frühkapitalistischen Periode" in Deutschland. Wozu schon zu bemerken wäre, daß die einer solchen Beweis- fuhrung anscheinend zugrundeliegende Vorstellung scharf er« kennbarer abgeschlossener Perioden völlig verkehrt ist. Aber das mag hingehen. Wissell folgert weiter, durch diesen Ab- schluß der frühkapitalistischen Periode sei ein Zustand der sozialen Machtverteilung entstanden, den er als eine Art Gleichgewichtsvsrhältnis zwischen den entscheide,!- den Klassen der Gesellschaft darstellt. Für diesen Zustand sei dos„Zusammenarbeiten zwischen Bourgeoisie und Pro- letariat" nur ein Symbol. Es sei eine„Zeit des Waffenstillstandes" angs- brochsn, die das Proletariat benutzen müßte, um„so viele politische und soziale Sicherungen zu schaffen", daß ein Rück- fall iil einen früheren roheren Zustand unmöglich werde. Die Arbeitsgemeinschaft aber, die nach Wissell den heutigen Machtpositionen der bürgerlichen und proletarischen Klassen entspricht, sei nicht nur eine provisorische Form, sondern eine Vorstufe der sozialistischen Wirts chaftsver- f a s s u n g, denn auch diese werde„gleichkam eine Arbeits- gemeinschaft der Personen benötigen, die auf der einen Seite die Arbeitsfunktionen der heutigen Unternehmer, auf der anderen Seite die Arbeitsfunktionen der' heutigen Arbeiter ausüben". Womit Wissell zwei Dinge miteinander verwischt, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Denn in den entscheidenden Industrien, in denen die Sozialisierung. wie wir sie verstehen, zunächst durchzusetzen wäre, bestehen die Arbeitsfunktionen des Kapitalisten vornebmlich im Ein- st reichen des Profits. Jene Arbeitsfunktionen aber. die Wissell den Kreisen zuschreibt, die allerdings auch im Sozialismus die leitende Rolle in der Industrie spielen werden, werden dort auch heute schon von A n g e st e l l t e n ausgeübt. Mit ihnen hat die Masse der Hand- arbeiter allerdings gemeinsame Jnter- essen und zu ihnen muß sie das engste Verhältnis der Gemeinsamkeit herstellen, ober nicht zu den Kapitalisten. Wissell setzt weiter auseinander, wie durch das Beschneiden der Krallen des Kapitalismus die deutsche Wirtschaft zum Vorteil aller in Ordnung gebracht werden kann. Er schreibt: ,Da wir auf diesem, für das Proletariat selbstmörderischen Weg der kapitalistischen Marktwirtschaft der Bourgeoifie nicht folgen können, und den entgegengesetzten Weg der Machtergreifung und Vollsozialisierung noch nicht gehen können, so bleibt uns gegenwärtig nur ein M i t t e l w e g. der heißt: P l a n w i r t- schaft, d. h. nicht die fälschlich so bezeichnete Kriegswirtschaft. sondern die sich selbst verwaltend« organisierte Wirtschaft." Das ist aus vielerlei Gründen eine Illusion. Zunächst deswegen, weil es, wie wir mehrfach dargelegt haben, un- möglich ist, dem Kapitalismus ein System der Planwirtschaft aufzupfropfen, die die„mörderischen Folgen" der Markt- Wirtschaft beseitigen könnte. Sie sind untrennbar vom kapitalistischen System überhaupt, dessen unumstößliche Ee- setze sich allen planwirtschaftlichen Fesseln zum Trotz durch- setzen werden, solange der Kapitalismus an seiner Basis un- berührt bleibt. Aber die Arbeitsgemeinschaften find gar nicht das Symbol desgegenwärtigenZustandes, wenn man beachtet, daß bei der Beurteilung des Zustandes auch der Macht- Wille der Klassen als wesentlich entscheidender Faktor in Rechnung gesetzt werden muß. Das vergißt Wissell aller- dings. Die Arbeitsgemeinschaften und die ihnen verwandten gemeinwirtschastlichen Körperschaften, die von Staats wegen eingesetzt worden find, sind bestenfalls ein Symbol eines sehr vorübergehenden und schon vergangenen Zu- standes, denn das Unternehmertum hat die Arbeitsgemein- schaften ja nur eingerichtet, am über den Zeitpunkt der größten Schwäch« mit Hilfe eines Bunde» mit den Arbeiterorganisationen hinwegzukommen. Heute ist jede Handlung des Un- ternehmertums eine Herausforderung an die Kon- trahenten der Arbeitsgemeinschaften. Das allein muß zu ihrer Sprengung führen, wenn sich die beteiligten Gewerk- sihaften nicht noch weiter ducken wollen. Das aber würde wiederum nur zu einer weiterenMachteinbußedes Proletariats führen. Planwirtschaftliche Organisationen nach den Vorstellungen Wissells können nur auf dem System der Parität oder, wie es die größten Illusionäre auch zu nennen pflegen, de: Fabrikdemokratie beruhen. Diese„Demokratie" aber ist von der Art, daß die Massen der Arbeitenden das gleiche Recht haben, wie die verschwindende Zahl der Unternehmer. Und es ist eine Utopie, zu glauben, paritätische Körper- schaften seien Machtpofitionen des Proletariats und dur> paritätische Arbeit sei ein Einfluß der Arbeiter und An- gestellten gesichert. Davon konnte nicht einmal in den letzten zwei Jahren, also in der Zeit der relativ größten Schwächo und Nachgiebigkeit der Kapitalistenklasse, die Rede sein. W a der Augenschein lehrt, der hier nicht trügt, ist das Un- ternehmerium bestrebt, selbst diese milden Fesseln abz::- streifen. Parität bedeutet immer das Uebergewichtdes Stärkeren, und der Stärkere bleibt der Unter- n eh m e r, solange die Machtpofition des Unternehmers, der Besitz an den Produktionsmitteln unberührt bleibt.' Wissell gibt denn auch zu, daß nach den Erfahrungen der Vergangenheit damit gerechnet werden müsse, daß das Unternehmertum„bei Wiederkehr einer gewissen Stufe de: Akkumulation von Produktionsmitteln den Versuch machen wird, das Verhältnis der Parität wieder durch ein einseitige. Machtverhältnis zu ersetzen". Wir behaupten, daß das ei,- feitige Machtverhältnis durch die Parität gar nicht a: gehoben werden kann. Und glaubt etwa Wissell, daß fr: Arbeitsgemeinschaften imstande wären, das Unternehmertu n von seinem Machtstreben abzuhalten? Das vermag nur d: Klassenkampf des Proletariats, um kon- krete, wirklich sozialistische Ziele. Von ifr: aber wird die Arbeiterklasse abgelenkt durch den Fimm i der Parität und durch unfruchtbare Reformversuche am u tauglichsten Objekt. Die lleberwindung dieses Fimmels ist die Voraussetzung für eine energische sozialistische Politik. W r müssen das Proletariat davon befreien. Darum unser Kampf gegen die Arbeitsgemeinschaften, darum unsere Forderung, daß di» Gewerkschaften zurückkehre r auf den Boden des Klassenkampfes. Wir könnt: i uns darüber lustig machen, daß Robert Schmidt in de»:- selben Buch die Planwirtschaft als ein Gebilde orgamsatoi- scher Spintisierereien bezeichnet und ablehnt. Aber ein solcher Vergleich zwischen den beiden wirtschaftspolitischen Kapaz- täten der Rechtssozialisten lohnt deshalb nicht, weil Wisse l immer noch die Logik auf seiner Seite hat. Er führt fr n Gedanken der Arbeitsgemeinschaften, wie er sich- in den. Köpfen seiner Vertreter darstellt, logisch zu Ende, und c- wirbt damit das Verdienst, der Arbeiterschaft zu zeigen. wohin diese Logik führt: zur Preisgabe der Wirt- fchaftspolitik des Proletariats überhaup:. Robert Schmidt aber will die Arbeitsgemeinschaften erhalte, ohne ihren Konsequenzen zuzustimmen, womit diese G.- bilde harmonieduseliger Spintistererei vollends in nichts zer- fallen. Wir verwerfen auch s i e und fordern die Arbeite:- klasse auf. den ganzen faulen Zauber zunichte zu mache. indem sie die E e w e r k s ch a f t e n zwingt, diese Abwege zu verlassen. Sie sind beim heutigen Zustande der Arbeite:- beweoung in Deutschland entscheidend für die Wirtschafte- Politik des Proletariats. Auf ihnen ruht mithin eine Verantwortung. der sich die meisten Eewerkschaftsjllhrc: gar nicht bewußt zu sein scheinen. verftaatNchAn« der SlektrizitStswirtschast in Danzig. Die B er- fassunggebende Versammlung verabschiedete heute, nach dreitägiger Beratung, ein Gesetz betreffend die Elektri- zitätswirtschaft in der künstlgen Freien Stadt Danzig. Das Gesetz sieht die Ueberführung aller im Gebiete der Freien Stadt Danzig befindlichen privaten Kraftwerke in die H a n d d e s Freistaates vor. um so in Anbetracht der großen Kohlennot die größte wirtschaftliche Ausnützung der Wasserkräfte zu erreichen. Das Gesetz tritt sofort in Kraft. Der Ausstand in Barcelona. Dem Ausstand der Transport- und Metallarbeiter haben sich auch die Arbeiter in den Brot bäckereien angeschlossen, die die Arbeit am Freitag morgen nieder- legten. Es fehlt in der Stadt bereits an Brot. Hunger S) � Roman von Knut Hamsun. Sie bogen ab und blieben dann vor Eislers Mustkalien- Handlung stehen, wo sie miteinander sprachen. Auch ich blieb stehen. Dann kamen sie zurück, gingen denselben Weg. den sie gekommen waren, kamen an mir vorüber und ainaen direkt hmauf nach dem St. Olafs-Platz. Ich blieb ihnen währet 3eit so dicht auf den Färsen, wie ich nur konnte. Einmal drehten sie sich um und warfen mir einen halb Sngst- L neugierigen Blick zu: ich entdeckte weder Zorn "M�en Mienen noch gerunzelte Brauen. Diese Geduld mit meiner Plackerei machte mich ganz beschämt und ich schluo au« Ich wollte sie nicht länger belästigen, sie »mu„. v Dankbarkeit nur mit den Blicken verfolgen, sie wurd«�' �ugen verlieren, bis sie irgendwo verschwinden öwei, einem großen, vierstöckigen Hause. wandten sie sich noch einmal um und traten dann in die T�r. Ich lehnte mich an eine Elaslaterne neben der Fon- wne und lauschte dann auf ihre Schritte auf der Treppe; in der zweiten Etage verhallten sie.- Ich trete von der Laterne lort um» sehe an dem Hause hinauf. Da geschieht etwas sich h-ch-b-n, W--«-Z-i-i Ii- nlch, um 8ilf.? V«i? einen Blumentopf herunter, mit auf den Kopf, oder schickte lemmtd herab, um mich fortzujagen? Wir sehen einander tn die Augen, ohne uns zu rühren; das dauert eine Minute; Gedanken fflegen zwischen Straße und Fenster hin und her, aber kem Wort wird gesprochen. Sie wendet sich ab. ich zucke zusammen, ein leiser Ruck geht durch meine Sinne; ich sehe eine Schulter, einen Rucken, der im Zimmer verschwindet. Dieses langsame Sichentfernen vom Fenster, die Betonung, die in dieser Bewegung mit der Schulter lag, es war wie ein Herabnicken zu mir; mein Blut empfand diesen zarten Gruß, und im selben Auaenbuck wurde ich wundersam froh. Dann ging ich die Straße hinab. Ich wagte nicht, mich umzusehen, und wußte nicht, ob sie noch einmal ans Fenster getreten war; je mehr ich diese Frage erwog, desto unruhiger und nervöser wurde ich. Ver- mutlich staud sie in diesem Augeilblick da oben und verfolgte Senau alle meine Bewegungen, und es ward ganz unerträg- lich, sich auf diese Weise von hinten beobachtet zu wissen. Ich nahm mich zusammen, so gut ich es vermochte, und ging weiter; meine Beine begannen zu zittern, mein Gang wurde schwankend, weil ich ihn absichtlich schön machen wollte. Um ruhig und gleichgültig zu erscheinen, schlenkerte ich mit den Armen, spuckte aus und warf den Kopf zurück, aber es half alles nichts. Ich fühlte beständig die verfolgenden Lugen im Nacken, und es überlief mich eiskalt. Endlich floh ich durch eine Seitengasse in die Pilestraede, um meinen Bleistift zu holen. Es machte mir keine Schwierigkeit, ihn wieder zu be- kommen. Der Mann brachte mir die Weste selbst und bat mich, alle Taschen zu untersuchen; ich fand auch ein paar Pfandzettel, die ich zu mir steckte, und dankte dem freundlichen Manne für sein Entgegenkommen. Er gefiel mir mebr und mehr, und plötzlich lag mir viel daran, einen guten Eindruck auf ihn zu machen. Ich tat einen Schritt nach der Tür zu und wandte mich dann wieder gegen den Ladentisch, als ob ich etwas vergessen hätte; ich glaubte, ihm eine Erflärung st., oig zu lein und begann leise zu trällern, um ihn auf- merksam zu machen. Dann nahm ich den Bleistift in die Hand und hielt ihn empor. Es wäre mir ja nicht eingefallen, einen langen Weg wegen irgend eines beliebigen Bleistifts zu machen, sagte ich; aber mit diesem sei es was anderes, eine ganz eigene Sache. Wie unscheinbar er auch aussah— dieser Stumpf hatte mich ein- fach zu dem gemacht, was ich war. hatte mich sozusagen auf meinen Platz im Leben gestellt... Mehr sagte ich nicht. Der Mann trat dicht an den Laden- tisch. „So?" sagte er und blickte mich neugierig an. Mit diesem Bleistift habe ich meine Abhandlung über die philosophische Erkenntnis m drei Bänden geschrieben, fuhr ich kaltblütig fort. Ob er nicht davon reden gehört habe? Der Mann glaubte, er habe den Namen gehört, den Titel. Ja, die sei von mir! Es dürfe ihn also eigentlich nicht wundern, daß ich den Bleistift wiederhaben wollte; er hatte einen zu großen Wert für mich, er war fast wie ein kleiner Mensch! Ich sei ihm übrigens aufrichtig dankbar für sein Wohlwollen und würde ihm das nicht vergessen— gewiß, gewiß, ich würde es ihm nicht vergessen; ein Mann, ein Wort; so sei ich nun einmal, und er verdiene es. Adieu. Ich ging an die Tür mit einer Haltung, als ob ich dem Manne eine hohe Stellung bei der Feuerwehr verschaffen könne. Der freundliche Pfandleiher verbeugte sich zweimal, ehe ich zur Tür hinaus war. und ich drehte mich noch einmal um und sagte Adieu. Auf der Treppe begegnet« nur eine Frau, die eine Reife- tasche in der Hand trug. Sie drückte stch ängstlich auf dir Seite, um mir Platz zu machen, und ich griff unwillkürlich in die Tasche, um ihr etwas zu geben; da ich nichts fand. wurde ich verlegen und ging mit gefenftem Kopf an ihr vor- über. Kurz darauf hörte ich, daß auch sie an die Bude klopfte: es war ein Eisendrahtgitter davor und ich erkannte sofor: den klirrenden Laut wieder, wenn jemand es mit den Finger« berührte. Die Sonne stand im Süden, es war ungeMr zwölf Uhr. Die Stadt fing an. auf die Füße zu kommen, die Promenaden zeit rückte heran, und grüßende, lachende Menschen begannen in der Karl-Johann-Straße auf und ab zu wogen. Ich druckte die Ellbogen an mich, machte mich ganz klein und schlupft: unbemerkt an einigen Bekannten vorüber, die an einer Ecke der Universität Posta gefaßt hatten, um die Passanten zu mustern. So ging ich in Gedanken versunken den Schloßberg hinauf. All diese Menschen, denen ich begegnete, wie leicht und lustig wiegten sie die Köpfe und schlenderten durch das Leben wie durch einen Ballsaal! In keinem einzigen Äuge Kummer, auf keiner Schulter eine Bürde: vielleicht nich einmal ein trüber Gedanke, nicht einmal eine helmlich: Qual in einer dieser fröhlichen Seelen. Und ich ging dich neben diesen Menschen, jung und kaum erschlossen, und»c» hatte bereits vergessen, wie oas Glück aussah! Ich koste im diesem Gedanken und fand, daß mir ein grausames llnrech- geschehen sei. Weshalb waren die letzten Monate so furchtba, hart mit mir verfahren? Ich kannte meinen Srnnrnch wieder, und von allen Seiten kamen mir die wunderlichst� Plagen. Ich konnte mich nicht allein auf eme Bank fr«-" oder irgendwo hingehen, ohne daß ich von kleinen, oc deutungslosen Zufälligkeiten, jämmerlichen Klemtgrelie» überfallen wurde, die sich in meine Vorstellungen drang- und meine Kräfte in alle Winde zerstreuten. Ein Hmrv, v an mir vorüberstreifte, eine gelbe Rose im Knopfloch ein. Herrn konnten meine Gedanken vibrieren machen und m lange beschäftigen. Was fehlte mir denn? Hatte der Fing � des Herrn auf mich gedeutet? Aber weshalb gerade> mich? Weshalb nicht ebensogut auf einen Mann m Sufr amerika? Wenn ich mir's überlegte, wurde es mir immer unbegreiflicher, wesbalb gerade ich zum Probierstem für ote Launen des Schicksals auserf�en worden. Es war doch ern ziemlich eigentümliches Verfahren, eme ganze Welt zu ube� Ivrinaen um aerade mich zu erreichen, der amfrua. Pascha und der Dampfs-hiffsexpediteur Hennechen waren ooch' auch noch da.... --(Fortfetzuns lolgt.Z Zur Aussperrung in der Viktoria Wie uns der Betriebsrat der..Biktoria" mitteilt, haben gestern mit der Direktion der„Viktoria" Verhandlungen wegen Aufhebung der Aussperrung stattgefunden. Die Direktion verlangte die Zu- stimmung des Betriebsrate» zu folgender Erklärung: Betriebsrat erklärt ausdrücklich, datz er seinerseits jede ?orm der Passiven Resistenz, Teilnahme an Demonstrationen oder Arbeitsoerweigerung in anderer Form verurteilt. Was m seinen Kräften steht, wird er tun, um passive Resistenz, De- monstranonen oder Arbeitsverweigerungen in anderer Forin zu verhindern. Falls es der Betriebsvertretung nicht möglich sein «ollt«, entgegenstehende Handlungen rechtzeitig vorzubeugen, wird sie die Direktion bei der Durchführung der gesetzlichen Be- itimmungen unterstüqen" mit der Bedingung, dag auch die beteiligten Organisationen der Erklärung unterschriftlich beitreten. Die Vertreter der Direktion verlangten weiter, dag der Be- triebsrat ausdrücklich anerkennt, dag eine Bezahlung der Aus- iverrungstag« nicht zu erfolgen hat. Diesem Verlangen konnte der Betriebsrat selbstverständlich nicht zustimmen. Die Direk- tisn gab darauf nachstehende Erklärung: „Die Tage der Stillegung des Betriebes werden nicht be- .zahlt. Einen Dusgleich dafür in anderer Weise bietet die Direk- tion nicht. Wer für die Zeit der Stillegung des Betriebes einen Anspruch zu haben glaubt, hat dies auf dem Rechtswege auszutragen. Demonstrationen aus Anlag dieser ausdrücklich der Beamten- ichatt mitgeteilten Erklärung der Direktion dürfen nicht statt- finden. Da sich der Betriebsrat der weitgehenden Bedeutung dieser Erklärung bewugt war. konnte er seine Zustimmung nicht ohne die Einwilligung der von ihm vertretenen Kollegen geben. Zu diesem Zweck fand gestern in den Kammersälen eine V«r- sammlun� der Angestellten statt, die die vorgelegten Erklärungen «instimmig ablehnten. Der Betriebsrat hat diesen Beschlusi der Direktion mitgeteilt. Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen den beiderseittgen Organisationen. Di« Technische Nothilfe«nd die Berkner Mühlenbefitzer ..Bmn Verband der Brauerei, und Mühlenarbeiter wird uns ge. schrieben: Seit Mittwoch, den 6. d. Mts. hat die Technische Rot- bnfe in einigen Berliner Mühlen ihren Einzug gehalten. Nach unserer Auffassung lag kein Grund vor, diese in Anspruch zu neh- men. Bei dieser Gelegenheit müssen wir leider feststellen, dah es immer noch Angestellte gibt, die da glauben, wenn die Hand- atoctter um ihre Existenz kämpfen, sie es nicht notwendig haben. Solidarität zu üben. Diejenigen, die es angeht, möchten wir von dieser stelle aus auf das Unwürdige ihrer Handlungsweise auf- merksam machen. Bielleicht genügt dieser Hinwei«, dah sie von ihrem Tun Abstand nehmen und stch darauf zurückerinnern, das; auch sie zu guter Letzt nur Arbeiter sind. Zur Sache selbst hätten wir noch folgendes zu bemerken: Zn etnern Schreiben an den Demobilmachungskommisiar kommen die luiternehmer zu der Auffassung, datz das Reichsaroeitsministerium zur Berbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches nur dann zu- lastig ist, wenn die Durckfühenng im Interess« der Allgemeinheit forderlich wäre. gemeinheit stellung zu einem stellen, fernhält?.... «tr halten Euch fa garnicht von der Arbeit ab. tig an der Her- so wichtigen Produkt, wie die MLblen her- DU Mühlenbefitzer werden darauf erwidern, garnicht von der Arbeit ab. Würdet Ihr mit weniger zufrieden sein als wie die Reichsgetreidestelle in ihren Mahllöhnen einkalkuliert hat und auch mit weniger wie der Schlichtungsausschufj entschiesen, wären wir schon längst einig. Auf so was konnten sich die Mühleaarbeiter Eroß-Berlins nicht ein- lassen. In einer ganzen Reih« von Städten Deutschlands wird schon mehr bezahlt als wie in Berlin durch Schiedsspruch entschic den wurde und bei denselben Mahllöhnen der Reichsgetreidesielle. Wenn die Mühlsnarbeiter es mm abgelehnt haben, jegliche Not- standsarbeit auszuführen, so wurden sie durch das Vorgehen der Unternehmer unterstützt. Wir wollen der Allgemeinheit nicht vorenthalten, worin die!ln- terstützung, man kann auch ruhig von Sabotage sprechen, besteht. In ihrem weiteren Schreiben an den Demobilmachungskommis- far bringen sie zum Ausdruck, datz im Interesse der Allgemeinheit eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches nicht erforder- lich ist. Zur Begründung geben sie weiter an, daß die Mehlver- sorgung der Allgemeinheit oder auch nur der Berliner Beoölke- rung durch die Nichtannahme des Schiedsspruches durch die Arbeit- geber und den daraufhin ausgebrochenen Miihlenarbeiterstreik nicht gefährdet ist. mn nun schon die Mühlenbefitzer selbst der Anficht sind, dag die Allgemeinheit durch den Streik nicht gefährdet ist, so verstehen es die Mühlenarbeiter nicht, warum man dann die Teckmische Not- Hilfe in die Betriebe hineinläßt. Vielleicht aus dem Grunde, um dem Schaden zu entgehen, der den Unternehmern entstehen könnte, wenn die Kähne nicht entladet und das Mahlgut nach auswärts dirigiert würde. Um die Streikenden zur Arbeit zu zwingen, hat dieses als Schreckmittel seine Wirkung verfehlt. Nach Auffassung der Streikleitung kann unter den vorher ge- schilderten Umständen sich niemand verschließen, dah nicht aus der Not heraus die Technische Nothllf« in die Betriebe hineingezogen wurde. Alle, die sich in diesem Falle der Technischen Nothilfe zur Verfügung stellen, machen sich demnach eines glatten Streikbruchs schuldig. Stuck« und Gipsbaubranche Um unserem Vermittler die Arbeit zu erleichtern, findet die Ab- stempelung für die Arbeitslosen in der Zeit von 8— 10 Uhr. und die Eintragung der stch neu meldenden Arbeitslosen in der Zeit von 10—11 Uhr statt. Ferner wird darauf hingewiesen, damit bei der großen Arbeits- lostgkeit ein jeder Kollege ein paar Tage in Arbeit kommt, jeder Arbeitslose nur eine Aushilfsarbeit annehmen darf. Die in Arbeit siehenden Kollegen möchten wir an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, bei ihren Arbeitgebern dahin zu wir- ken, dah, wo die Möglichkeit besteht Arbeitskräfte einzustellen, dies mit allem Nachdruck zu verlangen. Die Hälfte unserer Kollegen ist schon lange ohne Arbeit, täglich nimmt die Zahl der Arbeits- losen zu, darum übt praktische Solidarität, die darin besteht, dah Ihr die Arbeitszeit auf ein Minimum beschränkt. Also helft den arbeitslosen Kollegen: keiner darf ohne Arbeitsnachweis in Ar- Bell treten. Die Sektionsleitung. Steine statt Brot! Die Tarifvsrhandlungen für die kaufmännischen Angestellten der Ehirurgie-Mechanik vor dem Schlichtungsausschutz Groh-Berlin konnten am Donnerstag, den 7. Oktober, nicht durchgeführt wer- den. Durch einen Fehler de« Schlichtunosausschusses Groh-Berlrn waren die vereinbarten Schiedsrichter der Arbeitgeber nicht ge- laden. Die Unternehmer haben einen Tarifoertragsentwurf eingereicht. welcher folgende Gehaltskürzungen vorsieht: für Lehrlinge 2S bis 40%, für alle kaufmännischen Angestellten 10— 2ö%. Allen Fernstehenden wird es klar sein, dah ein derartiges Vor- gehen einen gewerkschaftlichen Kampf auslösen muh. Die Unter- nehmer dieser Branche scheinen die Frechheit aus die Spitze treiben zu wollen. Die Erbitterung hauptsächlich bei den langjährigen Angestellten der Firmen dieser Branche ist ungeheuer. Die Unter- nehmer wissen, dah ihr ganzes Geschäft gerade von diesen lang- jäinigen. qualifizierten Angestellten abhängt, dennoch scheuen sie keine Mittel, um die Angestellten ihrer Branche noch mehr der Verelendung preiszugeben. Die von den Arbeitgebern aufgemachte Rechnung dürfte eine falsch« sein. Bei ihnen wird es liegen, derartig unsinnige An- träge schnellstens zurückzuziehen.. �_ Die �Arbeiterschaft, welche fast ausschließlich im Deutschen Me- tallarheiterverband organisiert ist, hat bereits ihre vollste Soli- daritä�' bei einem evtl. Kampf« erklärt. Skandalös Jedem Einsichtigen dürfte klar sein, dah in gegenwärtiger Zeit in allen Bernfen, also auch in dem der Krankenpflege,«in lieber. angebot an Arbeitskräften vorhanden ist. Um der großen Ar- beitslosigkeit zu steuern, hat der Demobilmachungskommisiar viele schone Verfügungen erlassen. In einer von denen wird den Zlröeitgebern im Bezirk Eroh-Berlin zur Pflicht gemacht, alle die- jenigen, die am 1. August 1914 nicht in Grog- Berlin Beschäftigung hatten,.zu entlassen, damit sie in ihre Heimat bzw. an den Ort zurückkehren, wo sie bei Ausbruch des Krieges waren. Viele Ar- beitgeber versuchen nun, die Bestimmung aus allerlei Gründen zu umgehen. Zu diesen Arbeitgebern gehört auch der Berliner Magistrat. In den städtischen Krankenanstalten Berlins werden neben den sogenannten ständigen Schwestern auch Hilfsschwestern beschäftigt. Dies« unterscheiden sich von elfteren durch nichts als durch den Ramen, sind oft lange Jahre im Beruf, haben fast ausnahmslos die staatlich« Anerkennung, leisteten dem Vaterlande 4 und 1 den ent- > einge- stellt. Diese Lehrlinge, die für ein geringes Taschengeld tätig sind, werden in fast allen Fällen aus der Provinz nach Berlin ge- holt, Kotzdem genügend Pflegerinnen und Privatschwestern be- schäftigungslos in Berlin herumirren. Wenn schon der Magistrat dem Wunsche der Oberinnen auf Einstellung von Lehrschwestern nachkommen zu müssen glaubt, so sollte er veranlassen, dah vor allem auf die Obengenannten zurückgegriffen wird. Jedoch mühte von vornherein ausgeschlossen sein, dah auch diese Kräfte mit einem Taschengeld abgespeist werden. Im Rudolf-Virchow-Kran- kenhaus ist es dem Betriebsrat gelungen, die Spitzfindigkeit der Frau Oberin, die an Stelle der„Hilfsschwestern" gleichfalls Lehr- linge einstellen wollte, zunichte zu machen. Den Betriebsräten aller übrigen Krankenansialten kann nur empfohlen werden, das Beispiel vom Rudolf-Birchow-Krankenhaus nachzuahmen. Den Demobilmachungskommisiar ersuchen wir, dem Berliner Magistrat zu bedeuten, daß auch er den geltenden Bestimmungen Rech- nung zu tragen hat und sie nicht durch irgendwelche fein ausge- klügelte Finessen der Oberinnen zu umgehen versucht. Angestellte der Lederwirtschaft Sa der Lederwirtschaft haben die Arbeitgeber das Verlangen der männischen Angestellten, eine Lohnerhöhung zu bewilligen, rundweg abgelehnt. Als ein gewisses Entgegenkommen wurde es von den Arbeitgebern bezeichnet, dah sie nicht offiziell einen Lohn- abbau beantragen. Die tariflichen Gehälter der kaufmänniscfien Angestellten dieser Gruppe sind als miserabel zu bezeichnen. Die Angestellten haben den Arbeitgebern bis zum Sonntag, den gestellten in öffentlichen Versammlungen in der Neuen Phil- barmonie die Frage zu entscheiden haben, ob am Montag, den XL Oktober, die Arbeit eingestellt werden soll. Angestellte des Einzelhandels Heute vormittag 11 Ilhr versammeln sich sämtlich« Angestellte des Berliner Einzelhandels im Lustgarten. Es gilt Stelmng zu nehmen, ob der Schiedsspruch angenommen oder ob e» zum Kampf kommen soll. Alle Angestellten sind verpflichtet, zu erscheinen, vor allem die im Zentralverband der Angestellten. Deutschen Werkmeisterverband und Bund der technischen Angestellten und Beamten organisierten Kolleginnen und Kollegen. Afa, Ortskartell Groh-Berlin, Verband der Fabrikarbeiter Betriebsräte! Dienstag, den IL. Oktober, abends« im„Dresdener Casino", Dresdener Straße 96, Versammlung aller im Fabrikarbeiteroerband organisierten Betriebsräte. Berichterstattung vom Betriebsrätekongretz. Mitgliedsbuch und Vetriebsrats-Ausweis legitimiert. Die Ortsverwaltuug. _ Einsetzer! Unter Bezugnahme die SiedÜingsbauten Luisenhof, Schöneb- die S irma über -• �..noch darauf aufmerksam zu machen, daß dieselbe Firma in Birkenstein bei Hoppegatten auch Siedlungsbauten beginnen will. Auch di«sa Bauten sind gespertt. Arbeitnehmer im Zeituugsgewerb«! Montag, den 11. Oktober, vormittags 11 Uhr. findet im„Alexandriner", Alexandrinenstr. S7a, ein« Sitzung aller Betriebsräte und Funktionäre des Zeitungs- Sewerbes statt. Es sollen also Vertreter der Angestellten und Ar- eiter erscheinen. Vertretungen der Gewerkschaften find auch«in» geladen. Afa. Ortskartell Groh-Berlin. Die Zentralftteikleitung. W«rkmeister-verband, Abteilung Paritätischer Stellen-Rachwei-! Oranienburger Strahe 54/57. Sämtliche stellenlose Werkmeister haben von Montag, den 11. Oktober ab zur Eintragung in die, Listen zum Bezüge von Kartoffeln und Extraunterftützung auf d«nr Nachweis zu erscheinen. Arbettslofe Buchdruck«! Dienstag, de« Borussia-Säle. 12. Oktober, Ackerstr. 6-7. 10 Ahr. Tages- Arbeitslosenverlammlung. ordnung: Das Programm des politischen Arbeiterrats. Deutscher Bauarbeiteroerband. Verein Berlin, Seftian der Putz«. Wir weisen unsere Mitglieder darauf hin, dah nach de« gesetzlichen Bestimmungen das Arbeiten bei offenen— nicht ver» glasten— Fenstern im Winter verboten ist. Als Beginn der Winterzeit ist der 1. Oktober festgesetzt. Wir fordern unsere Kol- legen auf, überall auf den Bauten den gcseii icklen gctnäh zu handeln. Die Sekt Anordnungen Sektionsleitung. SpandaüQfslf. 16 jßJpQlj /TV* O //-/£ Faglwmd©i Im Rnmpi...... QQ f ettiekt, wie eb«f« Abbildunf..,...... ülf«* X agtcmd wwekäu. mH Stwketeä-Aawts 39,- Tagkcmoi mit Stick«aci-Em-«ad-AaMte 42,— X agilem«! m. Stickerei. Ansatz n. HoKWara 43— /~i- Tacbemd«ad Beinkleid mit t'jft Lrarnitur Stidcem gerniert........... LID»— - Jaghemd u. Beinkleid mit Va. Oamxtur Ünciennee-Ein. n. Stiek.-An».—DU,— Nacktlieia J« 5tick.-An«. u. HeUsavm 78.— l.i j heizi&rmig, Ceiehalerm m. qq JN acht JlClIld Stickerei- Eineatt...,...... 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IvO.— Tagkcmd�1H-*Ddr53� NacktkemJ bL�.89.- Strickkrawatten Q 7- in groß« AnawahL...SlOck-*45 Taschentücher Dwnentuckcr weiß Batist m» Buchatabca in Medaillon,* TK Grfißo 56x36 cm.....StOck 5»5 Herrentüeker weiß mit sin. gesticktem Buchstaben, r QA 2 cm hoch, Gr. 42x42 om.St v.UW Kxndertücker weiß 0 Linon mit Im biger Kante.St— 35 Herbst' Preisliste Wird auf Wunsch kostenfrei zugesandt! Nr. 428 2. Beilage zur„Freiheit" Sonntag. 10. Oktober 1S20 Zur Wohnungsnot Berlins Die Wohnungsnot nimmt Formen an, die immer drückender sich gestalten, ohne dah ein Ende dieses Zustandes abzusehen wäre. Nach dem Kriege 1870/71 sah Berlin bereits eine außerordentliche Wohnungenot, die damals zu schweren Barrikadenkämpfen im Osten Berlins führte und ihren Ausklang in einer Eerichtsver- Handlung im Februar 1873 fand, in der 37 Angeklagte zu 145 H Jahren Freiheitsentziehung, darunter 8S Jahren Zuchthaus- strafen verurteilt wurden. Ganz so überraschend dürfte also für die Behörden die Wohnungsnot nicht in die Erscheinung treten, wie es nach den bisherigen Erfahrungen anscheinend der Fall ist. Während des Krieges wurde alles Material, sogar jeder Nagel Kriegszwecken dienstbar gemacht. An Wohnungsbau wurde nicht gedacht. Nur Fabrikbauten für Munitionserzeugung wurden auf- vielen Abteilungen. 10 Inspektionen und 10 Mieteinigungsämtern usw., beschäftigt zur Zeit zirka 1000 Angestellte, zu denen noch ein großer Teil von ehrenamtlich. Tätigen kommt, wie stellvertretende "ltzende und Beisitzer der Mieteinigungsämter usw., die auch eisttz... vom Magistrat entschädigt werden. Die hohen Kosten dieser Der- waltung stehen in keinem Vergleich zu den Leistungen des Woh- nungsamtes, unter denen in erster Linie die Erfassung und Nutz- barmachung von Wohnräumen verstanden werden muß. Und wie sieht es sonst aus! Hat man doch trotz ganz geringer Personenzahl bei großen Wohnungen nicht einmal die über 0 Zimmer hinaus- gehenden Räume beschlagnahmt. Im Wohnungsamt Berlin be- steht anscheinend eine ängstliche Scheu vor jeder Beschlagnahme, erklärte doch der Direktor des Wohnungsamtes. Dr. de Laporte, in einem Artikel des„Berliner Tageblattes" vom 19. September 1920:„bolschewistische Methoden" bei Beschlagnahmen nicht ver- wenden zu wollen. Abgesehen davon, daß der Ausdruck„bolsche- wistische Methoden" selbst unverständlich ist, so beweist er damit, wie zaghaft überhaupt an eine Beschlagnahme herangegangen wird. lleber das Berliner Wohnungsamt dürfte noch ein kräftiges und ehr klares Wort zu reden sein. Im Aufbau und in der Organi- ation hat die Leitung vollständig versagt. Auch die Einweisungen Wohnungen erfolgen, abgesehen von den aufgedeckten Woh- nungsschiebungen in den einzelnen Inspektionen, auch von selten der Wohnungsleituna vielfach nicht nach der Dringlichkeit, sondern nach dem Grade der Bekanntschaft der jeweilig Wohnungssuchen- den. Hier ist eine schleunige Reorganisation an Haupt und Glie- dern notwendig. Die weltliche Schule in Neukölln Mit Schulbeginn eröffnet Neukölln sechs weltliche Schulen. Die Stadt ist in drei Bezrrke geteilt. Die Schulen befinden sich 31. Knaben- und 32. Mädchenschule Nütlistrane, 15. Knaben- und 10. Mädchenschule Lessingstraße, 5. Knabenschule Knesebeckstraße und 0, Mädchenschule Mariendorfer Weg. Am Dienstag besucht jedes Kind noch seine alte Schule und wird von dort der neuen zu- geführt. Einzelne Kinder haben leider durch die Drittelung längere Schulwege zurückzulegen. Im Interesse der Sache werden unsere Kinder diese kleinen Unbequemlichkeiten willig auf kurze Zelt ertragen,«rr__ n\.... ch» � Stadtteil vom zum 1. April dadur neue weltliche Schulen sich bilden. Es sei wiesen, daß auch jetzt noch Anmeldungen für die weltliche Schule angenommen werden. Auskunft erteilt jederzeit Lehrer Steinicke, Neukölln, Elbestraße 32, eine Treppe. Auch in den Wintermonaten können die Uebertritte erfolgen. Man vergesse nur nicht den Zusatz„Ich trage Gewissensbedenken...." Die neue Schule bietet mancherlei Vorteile. So werden für die Religionsstunden vorläufig 1 Stunde Deutsch, 1 Stunde Rechnen und 2 Stunden Turnen eingesetzt. Wer Elternrat zu werden wünscht, wende sich an obige Adresse. Die Elternräte dieser Schulen müssen wachsam sein, da sich auch Lehrer gemeldet haben, die nach ihrenr bisherigen Auftreten nicht geeignet sind, an unseren Schulen zu unterrichten. Genossen, Eure Kinder sind von einem großen Druck befreit. Agitiert weiter für unsere Schule! Arbeiter-Bildungsschule USPD. Der Vortrag für Stadtverordnete, Bezirksverordnete usw. muß am Mittwoch wegen des Zahlabends ausfallen. Der nächste Vor- trag findet am Dienstag, den 19. statt. Arbeitsstätte Schönhauser Borstadt. Distrikte 10. 11. 12. und 13 am Montag, abends 0 Uhr. Zions- kirchplätz 0 bei Kurzrock. Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden. Uebungsstunde am Montag, abends 7Z4 Uhr, in der Aula des Sophien-Realgymnasiums. Steinstraße. Neue Teilnehmer, Man- ner, Frauen und Jugendliche sind willkommen. Die Sprechstünde für Elternbeiräte muß vorläufig ausfallen. Bibliothek. Die ausgeliehenen Bücher sind sofort an unser Bureau, Breite Straße 8/9, Hof rechts 1 Treppe, zurückzugeben. Bezug städtischer Fleischwaren. Vom 18. Oktober 1920 ab kommen die Flerschkundenlisten in Fortfall. Städtisches Fleisch wird dann lediglich gegen Abschnitte der Lebensmittelkarte nach vorher er- folgter Anmeldung abgegeben. Wer daher von genanntem Zeit- punkte ab städtisches Fleisch und städtische Fleischwaren beziehen! will, hat den Bezug bei einem zugelassenen Fleischverkäufer in der Zeit vom 11. bis 13. Oktober 1920 unter Vorlegung der Lebens- l mittelkarte anzumelden. Die Anmeldung erfolgt erstmalig für die fünf Wochen vom 18. Oktober«bis 21. November 1920 auf die Abschnitte 00. 01. 02, 04 und 05. Die Geschäfte der zugelassenen Fleischverkäufer sind durch Plakate kenntlich gemacht. Verteilung von Lebensmitteln an Erwerbslos«. Für die Zeit vom 20.— 20. Oktober cr. gelangen an die unterstützten ver- heirateten Erwerbslosen X Pfund Fett zum Preise von 4,30 M.. an die unverheirateten Erwerbslosen yt Pfund Fett zum Preise von 2,15 M. in den bekannten Konsum-Eenossenschaften gegen Vor- läge des von der Erwerbslosenfürsorge aestempelten Bezugsscheines zur Abgabe. Die Mitglieder der Verbände erhalten ihre Bezugs- Heine nur bei den zuständigen Geschäftsstellen. zum 10. d. M. abzugeben. Der Acbeiter-Radsahrer-Vuud„Solidarität", bei dem neben dem Wanderfahren auch der Saalsport eine gute Pflegstätte ge- funden hat, tritt zum ersten Male mit einer größeren Veranstal- tung an die Oesfentlichkeit. Der Gau 9, umfassend die gesamte Provinz Brandenburg mit etwa 325 Vereinen, hat nach dem Kriege«ine rührige Agitation entfaltet und heute bereits seinen Friedenszustand an Mitgliedern überschritten: er übertrifft mit seinen über 14 000 Mitgliedern alle Radfahrerorganisationen. Am 23. Oktober 1920 veranstaltet er in den prächtigen Räumen der „Philharmonie" in Berlin, Bernbrrrger Str. 22, ein großes Eau- Saalfportfest mit Wertungsfahren, zu dem die besten Saasmann- schaften des Gaues gemeldet haben: Adlershof, Berlin, Branden« bürg, Caputh. Finsterwalde, Lichterfelde. Luckenwalde. Marien- darf, Er.-Räfchen, Schöneberg, Tegel werden der Sportswelt ihre Leistungen vom einfachen Schulreigen bis zum schwierigsten Kunst« reinen vorführen. In mehreren geschickt ins Programm einge« flochtenen Radballspielen messen die besten Spieler ihre Kräfte und die Kunstfahrer des Gaues sorgen für weitere Abwechslung. Da» Interesse der Mitglieder an dieser sportlichen Veranstaltung ist äußerst groß, wie die zahlreichen Anmeldungen aus der ganzen Provinz beweisen. Gegen die Reaktion in Preußen wendete fich eine Protestver- sammlung, die in Buch tagte und von mehr als 400 Personen de« sucht war. Die Redner geißelten die Entrechtung der Berliner Arbeiterschaft durch die Mehrheitsparteien in der preußisch«« Landesversammlung. Eine Entschließung wurde angenommen, in der es heißt: „Die am 4. Oktober 1920 im Lokale des Herrn Lange versammel- ten Arbeiter und Angestellten der städtischen Betriebe, sowie die Bevölkerung von Buch verlangen, daß dem Gesetz„Eroß-Berlin", wie es am 20. April 1920 angenommen wurde, volle Geltung ver« schafft wird. Die Versammelten erwarten von den sozialistischen Parteien im Esmeindeparlament, daß sie mit allen ihnen zu Ge- böte stehenden Mitteln versuchen werden, dem Sabotageakt der bürgerlichen Parteien entgegenzutreten, und geloben, wenn die sozialistischen Parteien zum Kampf aufrufen, geschlossen dafür ein- zutreten. Sprachschnle für Proletarier. Bei genügender Beteiligung wird noch ein Änfängerkursus in Englisch(Abendunterrichtl für Ee« Nossen ohne Vorkenntnisse eingerichtet. Anmeldungen am kommen- den Dienstag. Mittwoch und Donnerstag abends 7—8 llhr in der 24. Esmeindeschule, Hinter der Garnisonkirche, nahe Bahnhof Börse und Neue Friedrichstraße, Zimmer 7, Hof, rechter Seitenflügel. Volkshochschule Lichtenberg.(Verwaltungsbezirk 17.) Es wiiv nochmals darauf hingewiesen, daß die Teilnehmerkarten für die Volkshochfchulkurse möglichst bald(werktags 9—7 Uhr, Sonn- tags 9—1 Uhr) in Lichtenberg, Ratbausstraße 10, Baracke 2, Zimmer 21, in Karlshorst beim Hausmeister des Kant-Real- gymnasiums, Treskow-Allee, bestellt bezw. bezogen werden müssen. Falls sich für eine Vorlesungsreihe oder einen Kursus weniger als 10 Teilnehmer melden, kann die betreffende Veranstaltung nicht stattfinden. Ei« wandernder SpieMub wurde in der vergangenen Rächt ausgehoben. Eine größere Spiekergesellschaft hatte sich in der Wormser Str. 5 eingefunden. Als die Beamten überraschend er- schienen, saß sie gerade beim Spiel. Das Spielgeld, 2000 3JL, und dte Spielgerate konnteii beschlagnahmt werden. falsche 50 Markscheine versuchte ein Offizier der Eicher» i t s p o l i z e i wiederholt auf der Rennbahn Ruhleben am otalisator umzusetzen, wobei er verhaftet wurde. Aus den Organisationen h! T> ilcfl-n. 6 ta ch Vortrag 1 ffioal von Wrlll. Montag 7 Uhr vez>rk-fWr-M»ag 5d tmerna, vili-wstr. Eiltrift, z.«bteNnng. Montag, abend, 7 Uhr. vrzirl-fiihrerRttua« Wgergminnstrahe. ti«. Heute 7 Uhr In der Echulanla, Dr. Felix Günther: Di« Oper 1. Progra «. M .. Mttemoalder Stt. 1,. Felix Günther: Di« Oper 1. Programm und Itrt am Eingang. S. DiftriN, 4. Abteilnng. Montag 7 Uhr bei A«n, SASnieinstr.«, Vesttf» führerützung.— Mittwoch, den 13. Oktober, 7 llhr, gemeinschaftlicher Zahlabimd, Echulaaia. Di«fs-nbachstr. 51. (. SiftriCt, 8. Abteilung. Montag abend 7 llhr gemeinschafiNcher A-chfobmd i» den„Subi-Sälen", Reu« Königur. 26, Ecke Wadzeckltr. 6. Distrikt, I. Abteilung. Äisniaa. den 11. Okiober, abend, 7 Uhr, tu dar Friedenstr. 17, Schulaula, gemeinschafilicher Zahlabend. 6. Disirtn. Dienstag, den 12. Oktober, abend- 7 llhr, findet du Lokal Boeker, Weberstr. 17, eine Distriktskouserenj statt. Estmtuche, auch~ gunftlonit«, iUmmifiionsot'tulc, haben zu erscheinen.— Handzeitel zur General- Versammlung find vom Montag 4 Uhr ab von der Spedition Lobe, Markuoftr. ZZ, abzuholen. Ii. ihllliitt U.S. P.S.. Z. Abteilung. M-nI-g. den ll. Oltober, abends 7 Uhr. "»«t'tpilll iA»-w. a�a,£,«Otkltuni}».VuV.llU�, DClh 1 J. i�UUUVL, UUCfUJ Abtcilungsversanmluna im Lolal von Erohmann, Weberstr. 24 a. Tagesordnung: i. vtellungnaljme ZU den Leschliissen der veneraloersammlung vom SO. --------....___________...___________..........„— Üb. Septem! ber: 2. Neuwahl der Abteilungssührer: z. Abteilungsaugelezenheiten und Bei' schiedcnev. Mitgliedsbuch oder.-Uli- l«gitit»i«t.»>WW>W�W�W»W������M «. Tistrilt. Montag. 7 Uhr, Distrilt-ikonferenz aller Aommisflonen und Funktio- ... gjfafii;-, iß. näre in der 8. Tistritt. Montag/ abends 7 Uhr, in der Schulaula. Ekcrtstr. Ig, Tiftriltz. konlercnz aller Kur.lüonäre, aller Kommissionsmitglicder. 9. Dislrilt. Montag abend 7 Uhr erweiterte ZZorstandssitzung. Böhowstr. I. IC. Distrilt. Distriktslonferenz der Funktionäre Montag 7 Uhr, Büttner, Schwedter Str. ZZ. U. Tiftrilt. Am Montag, den 1l. Oltober, abends 7 Uhr. findet bei Mover, A-kernr. l2Z die Dinriktslonferenz statt. �12. Distrilt, Montag 7 Uhr erweiterte Borstandssitzung bei Hoffmann, Lychener Strohe 8. 13. Disirilt. Sihung der AzitationskommiMon bei Walsleben, ltopenhagencr Str. 4g. Dienstag g Uhr. 8 13. Distrilt. l.»bt-ilung. Montag 7� Uhr im Lokal Stolzische Ztr. 44, W- letlungskankerenz für sämtliche Äbteilungofunttionäre. 44., lö. Sistrikt und Arbeiterelternbund Moabit. Heute nachmittag 3 Uhr Mär- chenvorlesung, Schulaula, Turmstr. 86, vix-a-vis Bandelstr. Eintritt für Kinder R Pfennige. l<. Distrilt. Montag, 7?4 Uhr. Distriltskonfcrenz bei Kaiser, Gohlawskgstrahe. 18. Distrilt. Montag abend 7 Uhr Sitzung der Fraucnarbeits- und Kinderschutz- rommiigon bei Bicrbaum, Äastianstr. 2. Neukölln. Billetts zum neunten Symphonickonzert sind unbedingt beim Genossen Eichstädt abzurechnen.— Dienstag: den 12., abends 7 Uhr, Sihung der Schieds- kommizsion hei Etaamann. Mllnchener Str. 42. Sharlottenburg. Montag, 7 Uhr. Sihung aller Funktionäre im Bolkshaus, groges Zimmer. Schönederg-Friedenau. Montag, abends 7>z Uhr. bei Wernicke, Ebertstr. IS, Frnucnscseaoend. Zahlreichen Besuch erwartet die Frouenkommission. Steglih. Montags den� U. Okteder. abends 8 Uhr, bei Nangk, gichtestr. 4, Funktianärsihung. Es wirb vollzähliges Erscheinen erwartet. Weiheujec. Lloniaa 7s4 Uhr Sitzung des Eeschästsführcnden Ausschuffes mit Eruppeneührern bei Masche. Rasche ch- ein- Am Stralau. Bezirksleitersitzung nicht am Montag, sondern am Dienstag. Mittwach in den bekannten Lokalen Zahlabend. Tegel. Die Eenossen treffen sich beule früh um MO Uhr am Bahnhof zur Brotcstversammlnng in Panlow. Lrtegrappe Britz. Montag, ahends 7>i Uhr. bei Ziaddatz, Ehausfeestr., Sffent- liche Versammlung. Tagesordnung: l. Die Borgänge im neuen lörog- Berlin, Zicf.: Stadtvcrordneier Rosenkranz- 2. Kehraus im Britzer Rathause, Ref.: Be- le vr-u r,-om � o->»' Ivo» /4o-..i ho»» a- rTlv-»»-» Csf,,-, jlrizoerordneler Ährüder. Freie Äussprache. Bildungslammijsion, 14. und 13. Distriti. Montag, 7 Uhr, findet bei Marx, Lldenburger Stratze, eine kurze, dringend- L-lprechung ftatt. Vereinskaleilder Deutscher Transpartarbelter-Brrband. Betriebsräte, Dbmänner und Vertrauensleute der Kriegsorganisatione-.i, RciS'sdetriobc und Ber- waltungsbehorden. Einkassierer und Kaisenbotcn. DiensiagMMWWWWW> Lrtskartell Ob-rschSneioeide und Umgegend. Montag 7 Uhr in der Aula in der Frischenstrasie zu Oberschöneweide Versammlung aller Kolleginnen und Kalle- gen der freien E-werkjckz'ft-n. Tagesordnung: Die Umstellung der Gewerk- schaflcn zu Znduftrie-Organisalianen. Ref.: Kols. M. Urich..__ ittrbelter-Samariter-Kolonne Berlin e. B. Abteilung Charlottenburg-Wilmers- dors: ÄÄnlag. den ll. Oktober, abends 7 Uhr, Lelbniz-Ober-Realschule, Ehar- lottenburg, Schillersir.! 28-127, Mitgliederversammlung und Vortrag übe: die Tätigkeit der Drüsen im menslblichen Körper und die Erfindung Profei'or Steinachs.— Reue Lehrkurse in der„ersten Hilfe" beginnen in.- folgenden Ab- teilungrn: Tiergarte«, ÄZaldenfer Str. 28-2l. am Donnerstag, den 44. Okteber, Wcdding. Bernauer»tr. gg-M. am 14. Oktober, abends 7 Uhr, Friedrichshain. Lichienderg, Kronprinzenstr. 10, am 14. Okteber. abend? 7 Uhr, Tcmpelhof- Mariendorf, Kurfurpcnstr.. am i4. Oktober, abends 7 Uhr. Adlershos-Alt-Elienickc, Bismarckstr.. am lZ. Lktaöcr. abends 7 Uhr, Pankow, Schulpr., am lä. Okiober, abends 7 Uhr, Neukölln. Thomasstr., am 15. Oktober, abends 7 Uhr, Cäpenick. Dorothecnschule, in der Freiheit, am 14. Oktober, abends 7 Uhr. Kurfusbeitrag 18 Mk. Der Bestich des ersten Abends ist jedermann frei. Bollssüriorgc. Bertrauensmänner-Versammlungen am Moniag, den ll. Oktober, abend, 7 Uhr. Thema: Die Neuorganisation in SroK-Berlin. Abteilung Nord- weit-Chorlaüenburg lBezirke 8, 25. 48 54. 82) bei Güntber, Berlin Rastacker Str. Nr. 42. Ref.:(oenesse Lohmeacr. Abteilung östliche Vororte(Bezirke 85. 88 und 80) bei Domke, Köpenick, Mahlsdorfer wir. l. Ref.: Genosse Biäsing. Mieterserband, Ortsgruppe Treptow. Am?Rontag, den 11. d. M., abends shS Uhr, Fnnktionärversammluug bei Banse, Krüllsstr. l. vam 10 Oktober bis 18. Oktober. Nachin..Vorst. vom 17. Oktober. Bollsbühn«. 10.. 17. Nach Damaskus, 1. Teil. 11.»äthchen oon s-'lbr-n« 12. Richter von Zalamea. 13.. 14., 18. Kabale und Liebe. 15. Paul Lang« und Thor« Parsbetg. Nachm.: Richter»°n Zalamea.- Nene, vollsth-at-r. � 12.. ,3.. U Nora, sonfi Biberpelz.— Staatsoper. 10. Walküre. 11. �.lesland. 12. Buitcrflt) 13, Siegfried. 14. Figaro- Hochzeil. 15. Götterdämmerung. 16. Martha. 17. P» lestrina. 18. B-i-zzi, Ballet.- Sch-aipirlh-u». 18.. l?.. 18. Eodiva. 11., 14 Kronprinz. 12. Peer Gpnl. 15. Fuhrmann Hcnschel. Id. Räuber. 17. Zoi-rnw listen, i�achm.: Fuhrmann Henschel.— De-tiches Opernhaus lEharlottenburgj >.: Waffenschmied.- Deutsche? Theater. 10., 14. Oeoender Leichnam ii.,.... J.U., 17. Einsame Menschen. 15. Romeo und Zul'a. �18 Kaufmann vo, Venedig.—«ammerspiele. 10.. 13., 17. Brandstätt«. 11.,10. Fruhllnas Erwachcw 12., 14., 18. Stella. 15. Deutsche Kleinstädter.— Grosses Schou tiwlhcus. 10 i<5 17 s?>»,ick» Ot«htrmck: fonft utth Nockm.i Danton.— Leskina-Theatee U., 12., 16, >iau Warrcns Gewerbe.— Lyearer in oer«oniggra-zer»"fo-z-. 18 17 Rausch. 12. Erdgeilt. 14. Mirandolina. Nachm.: Geständnis.— Tag l I ch: Kleines xchcnspiclhau». Kindertragödie.— Komodienhaus. Der Kerl Minister. Nachm.: Biberpci,.— Berliner Theater. Letzte Walzer. Rackm.: WI« einit Im Mai.— Künstler-Theater. Sch-idungsreise. Residenz-Theat-r. Li« Thalio-Theater. Dummer Franzl. Verantwortlich tür die Redaktion: Lea Liebschütz. B«rlin-Fri-d-nau. Vev __ i___ irix. c;;«•»—• OuXintA ÄarlsbOril. der„Freih-it"- ->>> Verantwortlich rur die diedarnon: Lea u>r°su, un.«e---»--!"" antwortlich sür den Znieralenteil: Ludwig K o m e r> n e r. K< Verlagsgenosienschafi.Freiheit" e. ��ot b. H.. �sso.— Druck dei Drucker-i G. m. lt. B-rltN G?. Breite Strab««!>. Lebensmittelkalender In der Woche vom ll. bis 17. Okiober 1920 darf Brot und M-Hl nur auf dl« Brotkarte abgegeben und entnommen weiden, deren Abschnitt« da» Slichwort „Ponte-' tragend Eharlotteuvurg. Gz gelangen zur Ausgabe: Charlottenburger rote Rahrungs- mittelknrte: Reis, 250 Gramm, auf Abschniit 342 vom 8. bis kb. Oktober: Hafer- flocken, 250 Gramm, aus Abschnitt 343 vom 8. Si- 10. Oltober: Rot« Grütze. Päckchen, auf Abschniti 3t4 vom 8. di» 18. Oktober: Haferflocken, 250 Gramm, auf Abschnitt 345 vom 15. bis 23. Oktober. Ren.ölli!. Abgabe von Restbeständen an Gerftensabrikaten oder Sago au. Ab- schnitte 59 und 40 der Grost-Bcrliner Lebensmittelkarte je 125 Gramm. Aus Ab- schnitt 74 der Neuköllner Waienöezugstarte 3 Brieschcn Sühstosf. Ausgabe von Bezugsscheinen über 2 Pfund Zwieback oder Keks gegen Borlegung der Ballinilch- karten A.1 und A 2 für den Monat Oktober und Rückgabe einer lOOO-Gramm- Brotkarte in den Brotlommissionen.»». Schöneberg. Bi» zum 12. Ottober Boranmeldung für 250 Gramm Kunsthonig auf Abschnitt 89 der roten und grünen Schöneherger Bezugskarte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche neben 1900 örain in Brot, 65 Gramm Kekossett, 200 Gramm ausländ. Lüchlenfleisch(Corned bees) oder Wurstkonserren auf Ab- MemW SVMMg WS WlleMe S!im« zugleich bilden die Hauptmomcute im neuen Oktoberprogramm vo, „Iielka's AcUeren Spielen"(Friedrichstraße 59.60. Ecke L-Iviige, Sirake). Die stärkste Spannung wird erzeugt durch cht R«o- rennen auf dem Homotrainer. dem interesianteu Apparat, auf den, im engsten Räume die größten Strecken zurückgelegt werden« Dtt besten Rennfahrer, wie Lorenz, Stell brink, Bauer un? Packebusch nehmen daran teil.— Das Svauarettprogröntw des Abends wlrd von ausgewählt vorzüglichen Klinstlern getragen Eine Koloratursängerin ersten Ranges Manytt< Kabarettvirtuosen wie Trade Berliner, Anni Trautner, Bobby Walter und alle die Anderen unterhalten das Publlkuw mit ihren mannigfachen Künsten und sorgen für beste, rosigste Lanne E Kinder drahtbett, Kinde» wagen, elega»:, verkaust Klei», Lizchever Tlrafs« 128. Dingerbobbtn, Adler, ve» ka�ift Daunert, Schwedenstr. 11. Leinenportirren, 1 Fcnsirr E�kstüllstor., Walchtisch, kompl. verhallst Krüger, Wailenstr. 1». DrAltgrflechte, Stacheldraht lletcrt ad Lager Frank,<9 roste Frank)»trter Strätze Kvvigstt�dt 829. 135, Hos: W l:>t-e.kartosfel sür Privat» Wiitterbedaxf.8a,(gröfttro derartige» Speztal- haus Berlins.)_ .Krenzfiichfo! üinttüchfe 120,— Alaska», Blaufüchse 150,-, irntt. SkunkSkragen 175,—, Silbe» füchst, Weiftfüchfe, alle Lelzarten aufterordenllich billig- somme» preise. Keine Lambardwarc, Leihhaus, KLpcnickcr Str. 124. 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