Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Montag, 11. Oktober 1920 Nummer 429- Abend-Ausgabe inorsn» rat»««twUtea., eoraic, _______ rat t&ratsg« ms ._ S«pij.prrl» brträgl trt frtitt gofferiim# w» H-u» fB»®n)(|A5ftlhi 10,— ffll. to oSTonf»ahlbar, roB 6« f(Hbition selbst abaeholl 3,50 M. Flir Poft- b«»»« Ret««, slnttllch, Post anstauen BrftellunkeB ciueeaen. Umee Steetsband bezöge» für Ve,tschlc»b»nd Oefterrelch lS,!st> W., fle da» Sdriar Ä»»land 21,1,0 Dl. p-iö glich«alwa-Susschla», bei Brie» fü» Deutsch la»d od Oesterreich 30,— Dl. «jzzcbMIn«r» Die«cht�sPaUeu» «Dort lj» an., einschließlich Teuerungazuschla», Lausende«meigrn laut Tarts. ffamilien-AnzeiAeB und Stellen.» esuche 3,20 M. netta pro geile. Stellrne»esucho w Wort�wzeigeui da, settgedru-bte wort 1,50 M., lede, writrrr Wort 1,— Dt. Lata, 2880, SMS.«SU 460t, 46S8w 4648. UXL SerRiwr£rffon m VnofiMnsfffen SoßialöemoPmüe S>entfc6Ianöa Der Parteitag in Halle Fast auf den Tag find es jetzt btrifeto Jahre her. daß in Halle der erste Parteitag der deutschen Sozialdemokratie nach dem Fall des Sozialistengesetzes stattfand. Zwölf Jahre lang hatte die Partei ein unterirdisches Leben führen müssen. Nun konnte fie ihr Banner wieder frei entfalten und die Bliche Deutschlands, der ganzen Welt waren auf die Tagung von Halle gerichtet. Unter der Herrschast des Schandgesetzes war es zu scharfen Auseinandersetzungen in verschiedenen Orten, besonders w Berlin gekommen, die kurz vor dem Parteitag ihre« Höhepunkt erreicht hatten. Es handelte sich bei diesen Fragen wie gewöhnlich weniger um grundsätzliche Differen- S al» um Fragen der Taktik. Die Reichstagsstaktwn und Parteivorstand hatten wiederholt, ohne vorher fich mit der Masse der Parteigenossen in Verbindung setzen zu können, Handlungen unternehmen müssen, die später heftig kritifiert wurde«. Und nun glaubte das Bürgertum, der erste Partei» tag der deutschen Sozialdemokratie werde den offenen Kon» flikt herbeiführen, werde die scheinbare innere Spaltung der Partei zu einer offenen machen. Auf diese Vorgänge bezog sich Wilhelm Liebknecht, als er bei Eröffnung des Parteitages die Delegierten ermahnte, sich der Bedeutung des Moments und ihrer Verantwortlichkeit bewußt zu sein:„Sie werden die Hoffnungen des arbeitende« Volkes aller Länder «icht täuschen; auf der anderen Seite aber werden Sie auch die Hoffnungen derjenigen zuschanden machen, welche da wähnen, die Sozialdemokratie, die von ihren Feinden nicht befiegt werden konnte, werde sich selbst durch inneren Zwiespalt besiegen." Liebknechts Erwartungen haben fich erfüllt. Die Ausein» andersetzungen endeten mit der vollkommenen Niederlage der �Jungen", die Partei stand nach diesem Parteitag und dem folgenden von Erfurt stärker da denn je, bald war die Ver- wirrung jener Zeit völlig überwunden. Mit Webmut liest man heute diese Worte von Wilhelm Liebknecht. Das Holle von 1890 sah, wie die deutsche Sozialdemokratie fich nach den Jahren der Unterdrückung sammelte, wie fie ihre Reihen neu formierte, um fie geschlossen gegen die Feinde der Arbeiter- klasse zu führen. Nun soll Halle zum Zeugen dessen werden, wie die Erbin der alten Sozialdemokratie, die Unab- hängige Sozialdemokratie, zerschlagen »krdl Denn darüber darf man fich keinen Täuschungen mehr hingeben: die Minierarbeit der K. P. D. ist so weit ge- diehen, daß die verkappten Kommunisten in unseren Reihen offen die Zertrümmerung der Partei anstreben. Dem Partei- tag wird nichts anderes übrig bleiben als diese Tatsache an» zuerkennen und die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Die wichtigste Tatsache ist: wer die Bedingungen von Moskau anerkennt, der scheidet aus der Unabhängigen Sozialdemokratie aus und «ußbeiderKommunistischenParteiumAuf- «ahmenachsuchen. Darüber kann es gar keinen Zwei» stl geben. Dieser Tatsache trägt denn auch die von D ä u- m i g und S t ö ck e r für den Parteitag vorbereitete R e s o- l u t i o n Rechnung, indem sie die Zentralleitung beauftragen wrll.„den Anschluß unserer Partei bei der Exekutive zu voll- ziehen und sie um die Einleitung von VerHand- n g e n zur Schaffung einer einheitlichen deutschen Sektion ver Kommunistischen Internationale zu ersuchen". Diese �'"ul'erung bedeutet insofern eine Verschleierung, als sie n*?!» mit der Exekutive spricht. In Wirk- 8* es nach Annahme der Bedingungen keine Ver- Handlungen, sondern glatten Anschluß an die ieLl? m" n ist i s ch e Partei, die sich bereits als deutsche Sektion der dritten Internationale etabliert hat. Vielleicht wird die Unabhängige Sozialdemokratie durch JL�Le,„Remigung" eine vorübergehende zahlenmäßige Schwächung erfahren: innerlich wird sie aus diesem Prozeß T»» gestärkt hervorgehen und erst recht zur iJJ v n pa r t e i des deutschen, des revolutionären Prole» ®V*deT». Denn darin haben die Befürworter der �lngungen recht, daß die Unabhängige Sozial» »-»„1�» v-lsHr ni�t recht aktionsfähig war. Unsere Par- tei konnte die ihr von der Geschichte vorgeschriebenen Auf- gaben deshalb nicht erfüllen, weil sie bisher den Einflüssen der kommunistischen Elemente, mebr als es gut war, nachgab ÜÄ-. die ökonomische und historische Einsicht diktierte, nicht immer mit der nötigen Konsequenz und Energie verfolgte. Diesen Weg freizumachen und den Boden vorzubereiten, auf dem wir, gestützt auf das Leipziger Aktionsprogramm, unsere Arbeit fortführen können, das muß die Aufgabe des Halleschen Parteitages werden. Man muß sich an die Geschichte der Unabhängigen Sozial- demokratie erinnern, wenn man verstehen will, weshalb es zu den jetzigen Auseinandersetzungen kam. Unsere Partei ist entstanden aus der Opposition gegen die Kriegspolitik der alten sozialdemokratischen Instanzen: es schlössen sich ihr aber auch sehr viele Elemente an. die aus pazifistischen, anarchisti- schen oder syndikalistischen Neigungen nach einem Boden für ihre Bestrebungen suchten. In Massen kamen ferner jene Leute zu uns, die der organisatorifch-sozialistischen Schulung gänzlich entbehrten, die einfach mit den Verhältnissen unzu- den waren«nd die unter„Aktion" nur das Schreien auf Ae s« ni Die Kitte MMliM Ablehnung der Bedingungen durch das Zentralkomitee (Eigene Drahtmeldungen der„Freiheit".) «er«. 18. Oktober. 12 Uhr nachts. »« 3e«t,alko«itee de, Schweizer sozialistl» Ich«« Partei war Eonnabend und Sonntag in Ölten«ntrr de» vorfitze de» Genosse« Reinhard an» Bern versammelt. Räch drei Sitzungen«nd langen Diskosfione« lagen drei Resol». tionen Ober die 21 Moskauer Bedingungen vor. Di« erste vom Genossen Welti ans Basel forderte den Eintritt in die Most,»er Internationale»nd bedingnngslos« »««ahme der 21 Punkt«. Ei- wurde mit 47 gegen 12 Stiw» «en abgelehnt. Die»»«it« Resolution, vom Genosse« Schneide«, de« stShere» Redaktenr de» Laster„Vorwärts", fordert: den pr in« zipielle« veitritt pa dritten Moskaner International« zu erklären, dir 21 Bedingungen nicht aninnehme««nd dt« Wahl ei««» Komitee, pa Verhandlung mit Moskau wegen neuer Bedingungen. Ei« wurde mit 48 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Di« dritte Resolutton, die der„Wiederhersteller", vorgelegt von Robert«rtmm,»ertrete« durch Panl Grabe«, wurde mit 48 gegen 1» Stimmen angenommen. Di« Da» guag endet» mit«ine« Sieg de, Richtung Grimm» Grabe«. Bete, HL Oktober. Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei der Schwei, hat«it 48 gegen 18 Stimme« folgende« Antrag Grimm, z» S«e> den de» Parteitage» zugestimmt: Der Partei» or stand hebt fei«« vefchlust vom April 1921 betreffend de» veitritt zur dritten Zuteruatioual« auf. Der Parteioorstand beantragt für den außerordentlichen Parteitag: L Di« 21 Bedingungen für di« Aufnahme in die Kommunistt» sch« Zaternational« werden,«eil»«erfüllbar, abgelehnt. 2. Geschäftsleitnng»nd Parteivorstand werde, beanftragh mit jene» Parteien de» Ausland««, die fich de. Kommunistischen Internationale anzuschließen wüuschen, fich aber mit den 21 Be» dingungen»icht einverstanden erkläre« können, in Berbindung zu treten,»« gemeinsam mit diesen Parteien ein« Revision der Ausnahmededingungen ,n erstreben, die den internationalen Zusammenschluß der revolutionären Arbeit«» Parteien ermöglicht. Dies« Beschluß ist der Urabstlmmnng|»»nierbreite«. Di« Minderheit von 18 Stimmen teilt sich in zwei«eitere Auf» träge, wovon d« eine mit 47 gegen 12 Stimmen abgelehnt wurde, da de» Beitritt zur dritten Internationale ans Grund da 21 Be» dingungen vollziehen wollte» während ein Antrag Schneider-Basel mit 49 gegen 8 Stimmen verworfen wurde, da den Beitritt nur grundsätzlich bei gleich, ettiger Anbahnung neuer Bahandlunge» mit Moskau beschließe» wollt«. Da Parteitag findet am 12. D« zemba tu Bern statt. offenem Markte verstehen. Sie sahen, wie da» Elend, der Druck, die Rot, immer mehr wuchsen, wie der einzelne und die Gesamtheit unter den Folgen des Krieges fast zusammen- brechen, fie beobachteten, wie das Kapital seine Gewinne ins Angemessene steigerte, wogegen das Proletariat in eine immer größer werdende Verelendung hineingeriet. Und so konnten sie leicht dem Glauben anheimfallen, daß es die Schuld ein- zelner Führer fei, des„rechten Flügels, die den radikalen Bruch mit der Gegenwart und die Schaffung einer glück- licheren Zukunft verhinderten. Co erklärt es sich, daß unter sozialistischer und kommu- n istischer Verkleidung putsckistische Ideen in die Reihen dieser Kurzsichtigen und Kleingläubigen Eingang finden konnten. Die materialistische Geschichtsauffassung, die Grundlage jeder sozialistischen Arbeit, lehrt uns, daß die wirtschafUichen Ver- Hältnisse den Bau und die Entwicklung des Gesellschafts- körpers bestimmen, und daß auch die weitere Entwicklung der sozialen Revolution von ihnen abhängig ist. Die Aengstlicben und Unzufriedenen unter uns aber meinten, man könne die Revolution dadurch vorwärtstreiben, daß man die Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und die Tatfachen des politischen Lebens mißachtet, daß es genüge, täglich neue„Parolen" aus- zugeben, um den Kampf des Proletariats seinem siegreichen Ende zuzuführen. Sie glaubten, es käme nur auf die„rich- tigen" Führer und auf die„richtige" Taktik an, damit der Sozialismus schon morgen verwirklicht werden könne. Daß die Taktik von den jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen abhängt, daß die Kampfesformen einer fozia- listischen Partei nicht von ihren Führern, sondern von der Zusammensetzung des Parteikörpers und dem Stande des ge- sellfchaftlichen Lebens bestimmt werden, das hatten sie noch nicht begriffen. Je geringer aber die Aussichten wurden, die Moskauer Schablonen vom Terror und vom Bürgerkrieg und von der proletarischen Diktatur auf das politische Leben Deutschlands anzuwenden, desto eifriger horchten diese Schich- ten auf die„Losungen", die von kommunistischer Seite her erdröhnten. Es ging ihnen so, wie es der Dichter schilderte: „Wenn die Kinder sind im Dunkeln, singen sie ein lautes Lied". Oder auch, wie es zwar kein Dichter im Hauptberuf, aber immerhin unser FricdrichEngelsin einem Briefe an Karl Marx ausgedrückt hat:„Die S ch r e ck e ns h e r r- schaft ist die Herrschaft von Leuten, die selbst erschrocken sind". Die„Rote Fahne" hat vor einigen Tagen den Leuten vom „linken Flügel" zum Vorwurf gemacht, daß sie den Zer- störungskampf in der U. S. P. D. nicht in der richtigen Weise führten. Sie stritten sich zu sehr um die Organisationsform, während es doch darauf ankomme, den Unterschied zwischen den kommunistischen und sozialistischen Auffassungen darzu- stellen. Es sei nebensächlich, in welcher Form unsere Partei weiterexistiere: die Hauptsache sei, daß sie künftig an jedem Tage und zu jeder Stunde zeige, daß sie sich den 2 1 B e o i n- g u n g e n und 91 Thesen der Moskauer Diktatoren unter- warfen habe. Hernach erst könnte sie für würdig befunden werden, in die heilige kommunistische Kirche aufgenommen zu werden. Das Blatt bat nicht so unrecht. Es kommt in der Tat auf die Unterscheidung zwischen revolutionär-sozia- listischer und kommunistisch-anarchistischer Politik an. Es handelt fich um die Frage, ob wir unsere Aufgabe darin er- blicken sollen, tägN» zehn neue„Losungen" herauszuschmet» tern, von denen sich zur Zeit auch nicht eine erfüllen läßt, oder ob wir weniger an Losungsworte, als vielmehr daran denken sollen, wie wir unsere sozialistischen Grundsätze auf dem Boden der realen Verhaltnisse verwirke lichen können. Es handelt sich also heute wiederum um den Gegensatz zwischen � Anarchismus»nd Marxismus, den die deutsche Arbeiterklasse schon vor fünf Jahrzehnten überwunden zu haben glaubte. Was sich die Gläubigen von Moskau unter dem schönen Titel„Revo» lutionärer Marxismus" vorstellen, ist nichts anderes als der Rückfall in jene kleinbürgerlich-anarchistische Denkweise, die das Kindheitsalter der Arbeiterbewegung beeinflußt hat und heute noch das Kennzeichen des proletarischen Kampfes in de« wirtschaftlich rückständigen Ländern ist. Der erste Hallische Parteitag der alten Sozialdemokratie! hat die Loslösung von den„Jungen" eingeleitet, und damit konnte die Partei sich von den letzten Eierschalen befreien, diel ihr aus der bisherigen Entwicklung noch anhafteten. Dct erste Hallische Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie wird auch für uns eine neue Entwicklung einleiten. Jetzt kann es kein Vertuschen mehr geben. So sehr wir die Eine heit des Proletariats, die Wiederoereinigung der Arbeiterklasse in einer mächtigen revolutionären Partei here beisehnen, so kann sich dieser Prozeß erst vollziehen, wenn dct Zersetzung und Zerstörung der Partei durch die anarchistischen und syndikalistischen Elemente Einhalt getan ist. Die prolee tarische Einigung kann nur auf der Grundlage des reo o J lutionären Klassenkampfes, dem Mutterpoden der Arbeiterbewegung, erfolgen. Aber ebensowenig,' wie man sich eine organisatorische Vereinigung mit den kkcim bürgerlich-demokratischen Elementen der Rechtssozialistetz vorstellen kann, ebensowenig ist eine gemeinsame Organs sation mit den kleinbürgerlich-anarchistischen Elementen mögt lich, die jetzt in kommunistischer Verkleidung auftreten. Dil Wiedervereinigung des Proletariats wird kommen, weil ohne sie die Eroberung und die Erhaltung der politüchetz Macht, die Verwirklichung des Sozialismus nicht möglich ist Sie m u ß kommen, weil unsere ganze wirtschaftliche und pclo tische Entwicklung, weil die Sehnsucht der ganzen Arbcitert klasse dahin drängt. Aber vorher wird es notwendig scny daß die Arbeiterbewegung sich von allen Krankhettsstostetz befreit, die sie in den vergangenen Jahren des Krieges, des wirtschaftlichen, des politischen und des kulturellen Verfall» in sich aufgenommen hat. Und so wird der Hallische Parteitag der Unabhängigetz Sozialdemokratie eine wichtige, eine ungeheuere Aufgave zv erfüllen haben. Die Klugredner von rechts wie die von links werden sich in der Annahme täuschen, daß vis Unabhängige Sozialdemokratie schon zerschmettert am Booetz liege, nicht durch einen äußeren Feind nieder�worfen. low dern durch inneren Zwiespalt besiegt. Unse«. Partei ha. di< Aufgabe, die ihr von der Geschichte zugeschrieben it. noch ztz erfüllen: Die Massen des Proletariats z u f am meln für den revolution ä r e n K a m P f u in dl< Verwirklichung des Sozialis tn u s. l.ud jis wir) diese Aufgabe erfüllen, nachdem sie dw Remlgung von bei kleinbürgerlich-anarchistischen Elementen, die sich der WS Flügel" nennen, vollzogen hat. Wir müssen durch das Eley» dieser Tage hindurch, wenn wir unsere Arme für unsere Knf- "gen Aktionen freibekommen wollen. Die Arbeiterbewegung hat unzählige Leidensstationen auf ihrem bisherigen Wege passieren müssen. Sie ist trotzdem auswartsgestiegen. So wird auch Halle und was ihm vor- ausgegangen ist, die weitere Entwicklung der Unabhängigen Sozialdemokratie zwar flüchtig aufhalten, aber nicht z a t u ck ha l te n können. Ud vielleicht wird man künftig auf diese Tage mit einer kleinen Aenderung das Goethesche �ort anwenden können: Von hier und heute geht eine neue Epoche der Geschichte der Arbeiterbewegung aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen! Kommunistische Sttmmungsmache Als neuesten Beitrag zur Zertrümmerung der ll. S. P. die„Rote Fahne" am Sonntag eine„Eonderausgabe zum Parteitage der Unabhängigen" herausgegeben, die in ihrem Ton wie in ihrer ganzen Aufmachung die skrupellosen und unehrlichen Methoden aufweist, mit deren Hilfe die Kommunistische Partei seit Jahr und Tag die deutsche revo- lutionäre Arbeiterbewegung vergiftet. Die Nummer der „Roten Fahne" enthält als besondere„Attraktion" Aufzeich- nungen über die Kommisstonsverhandlungen unserer Tele- gierten in Moskau. Diese Aufzeichnungen verfolgen den Zweck, einen angeblichen Widerspruch zwischen der Haltung der Genossen Crispien und Dittmann in Moskau und ihrer späteren Haltung in Deutschland zu konstruieren. In Wirk- lichkeit jedoch bilden sie eine glänzende Rechtferti- gung der Haltung, die Crispien und Dittmann vor und nach dem Moskauer Kongreh eingenommen haben. Zunächst ist zu sagen, datz die Veröffentlichung w der „Roten Fahne" auf Grund unvollkommener, tendenziöser Notizen vorgenommen worden ist. Trotzdem beweisen sie schlagend, daß unsere Genossen alles versucht haben, den Ach> schluß an die dritte Internationale herbeizuführen, daß aber alle ihre Bemühungen an der Unvernunft der russischen Kommunisten gescheitert find, die einerseits durch die Hetzereien der deutschen Kommunisten und andererseits durch die Rückgratlosigkeit und den Umfall D ä u m i g s und Stöckers in ihrer Absicht bestärkt worden find, der Un- abhängigen Sozialdemokratie unannehmbare Be» dingungen aufzuzwingen, um auf diese Weise die Spaltung der U. S. P. herbeizuführen und der Ä. P. D. die Massen in die Arme zu treiben. Das wesentlichste ist aber folgendes: Die Veröffentlichung in der„Roten Fahne" bezieht sich auf die o o r b e r e i t e n- den Kommissionsverhandlungen, in denen es unseren Genossen, die damals noch einheitlich und geschlossen austraten, gelang, eine Anzahl von Bedingungen, die allen unseren Delegierten als unannehmbar erschienen, abzuwehren und eine gemeinsam« Verhandlungsbasts zu schaffen. Ueber alle diese Dinge hat Genosse C r is p i e n in seinem Referat auf der Reichskonferenz in ausführlichster Weise berichtet ss. Protokoll der Reichskonferenz vom 1. bis 3. September 1920, Verlagsgenossenschaft„Freiheit") und der Bericht der „Roten Fahne" sagt hierzu nichts wesentlich neues. Das ent, scheidende ist aber, daß das ganze Ergebnis der Kommissions- Verhandlungen vor der elften Sitzung des Kongresses Plötz, lich um ge st oben wurde. Alles was bei den VerHand- lungen mit unseren Delegierten ausgemerzt worden war. kehrte in verschärfter Form in den Aus- nahmebedingungen wieder, die dann vom Kon- gresi auch angenommen und in der Gestalt der 2t Punkte der Westeuropäischen Arbeiterbewegung präsentiert wurden. Diese entscheidende Tatsache verschweigt die „Rote Fahne" ihre« Lesern. Sie macht sich damit desbewutztenBetruges schuldig und zeigt, wie schwach ihre grundsätzliche Position ist, wenn sie zur Vertretung ihres Standpunktes der Lüge und der Irreführung nicht entbehre» kann. Ueber die Ursachen der plötzliche« Verschärfung der Auf- nahmebedingungen, die die eigentliche Ursache unseres inneren Parteistreite» geworden ist, ist auf unserer Reichs- konferenz und später in der Presse ausführlich gesprochen worden. Es ist aber notwendig, an dieser Stelle noch einmal auf die Zusammenhänge hinzuweisen. Genosse Crispien hat in seinem Referat auf der Reichskonferenz darWer folgen- des gesagt: „Ich muh zusammenfassend folgendes sage«: Wenn die Dele- gierten einheitlich aufgetreten wären, so. wie es anfangs wenig- stens nach außen hin den Anschein hatte, dann wären wir nach meiner festen lleberzeugung mit einem Resultat nach Deutschland gekommen, das un» ermöglicht hätte, ernsthaft den Anschluß zu diskutieren und vorzubereiten. Aber dadurch, daß unsere eigenen Genossen offen von uns abrückten und im Gegensatz zu uns sagten, daß sich alle Bedingungen anerkennen, daß die Partei gereinigt werden müsse, daß alles erfüllt werden müsse, da mußten unsere Verhandlungen fruchtlos fein!" Diese Darstellung des Genossen Crispien ist weder auf der Reichskonferenz noch später in der Parteipresse auch nur im geringsten erschüttert worden. Sie läßt in Verbindung mit der strikten Forderung des Vertreters der K. P. D. in Mos- kau, Dr. Ernst Meyer, daß die 1l. S. P. g e s p a l t e n w e r- d e n m ü s s e. mit aller Deutlichkeit erkennen, w e m es zuzu- schreiben ist, daß unsere Partei in frivolster Weise in einen Selbstzerfleischungsprozeß hineingestoßen wurde. Ein Fwanzdiktator Das Reichskabinett hat Richtlinien aufgestellt, welche die formelle Stellung des Reichsfinanzministers und die künf- tige Finanzgebarung und Wirtschaftsführung des Reiches fest- legen. Zur Durchführung der Beschlüsse ist ein Reichskom- missar ernannt worden, der dem Reichsfinanzminister bei- geordnet ist und unter deren Verantwortung und unter Mit- arbeit der Ministerien seine Mitarbeit auszuüben hat. Dieser Posten ist dem Präsidenten des Handelsfinanzämts Unter- Wesen/ Dr. Carl, übertragen worden. Daß dieser Finanzdiktator an den schlechten Zuständen der deutschen Finanzen irgend etwas ändern würde, ist nicht an- zunehmen. Die SteuerscheuderBesitzendenistdie Ursache des Finanzelends, sie kann nicht mit derartigen Palliativmittelchen geändert werden, sondern nur durch die Beseitigung der politischen Machtstellung des Kapitals. ErnShrungsdebatten Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich am Eonnabend mit landwirtschaftlichen und Er- nährungssrage«, die von einem Unterausschuß bereits eingehend verhandelt wurden. In der Debatte spielte die Frage der Ee- staltung des Brotpreises eine große Rolle. Die Unter- nehmer, vor allen Dingen E t i n n e s, wandten sich dagegen, daß der Brotpreis weiterhin auf Kosten der Reichskasse verbil- ligt wird. Schließlich wurde aber doch beschlossen, daß der Mehrpreis für ausländisches Getreide aus der Reichskass« ge- deckt werden soll. Die Debatte zeigte die völlig« Sackgasse, in die die Ernährungswirtschaft durch die Aufhebung der Zwangswirtschaft und den freien Handel gekommen ist. Schon jetzt zeigt sich, daß der gegenwärtige Zustand unhaltbar ist, weil er die Notlage der Massen gewaltig steigert und die Möglichkeit ihrer aus- reichenden Ernährung verhindert. Geschlossene Scharfmacherfront Die Aussperrung im Zcitungsgewerbe Die Absichten des Zeitungskapitals werden immer deut- llcher. Der Bund zwischen ihm und dem gesamten Buchdruck- Unternehmertum tritt immer offener zutage. Die„Kreuz- zeitung" plaudert aus, was bei genauer Beobachtung der Vor- gänge längst erkennbar war. Sie gab am Sonnabend ein Flugblatt an ihre Leser heraus, in dem sie das Ausbleiben des Blatte» motiviert. In dem Flugblatt heißt es: „Die Streikbewegung begann mit Gchaltsforderungen der kaufmännischen Angestellten, mit denen in unserem Betriebe in- dessen eine Einigung zustand« kam. Da jedoch die im Arbeitgeberverband für das Berliner Zei- tungsgewerbe zusammengeschlossene« Zet- tungsoerleger. darunter auch die„Kreuzzei- tung", darin übereingekommen waren, den Be- streduage« der Arbeitnehmer, die inzwischen auch auf da, technische Personal übergegriffen hatten, eine geschlossen« Front der Arbeitgeber gegenüber- zustellen, so muß auch der Verlag der.�kreuzzeitnng" sich diesen, B e s ch l u tz, der bereits im Mai lSIS für derartige Fäll« gefaßt worden war, fügen, und einstweilen auf das Erscheine» de» Blattes verzichten." Das ist eine neue Bestätigung unserer Auffassung von de* Triebkräften, die zu einer so großen Verschärfung de» Kampfes geführt haben, und seine weitere Ausdehe n u n g mehr als wahrscheinlich machen. Das Geständnis der „Kreuzzeitung" bestätigt ferner, daß die Aussperrung« taktik des Unternehmertums längst vorbe. reitet war. die Beschlüsse dazu waren bereitsimMas 1919 gefaßt. Im November treten die Buchdrucker in Tarifver� Handlungen ein. Der Tarif ist vom Unters nehmertum gekündigt worden. Das Vorgehen der Buchdrucker Seite an Seite mit den Zeitungsverlegern ist also nichts anderes als ein Präventivkrieg gegen den Deutschen Buchdruckerverband. Gelingt es, eine General- aussperrung der Buchdrucker herbeizuführen und den Buch- druckerverband dabei nachhaltig zu treffen, so ist für den November und für die Tarifberatungen eine für die Unter- nehmer außerordentlich günstige Position geschaffen. Man kalkuliert, daß eine Gewerkschaft, die soeben eine ausgedehnte Bewegung durchgemacht hat, den Tarif annehmen muß, den das Unternehmertum diktiert. Hat man aber dieser auch heute noch am besten organisierten und gewerkschaftlich ge- schulten Berufsgruppe einen Streich versetzt, dann muß das von niederdrückender Wirkung auf die gesamte Ee, werkschaftsbewegung sein. Das ist die Berechnung der Scharfmacher im Zeitung« gewerbe, nach deren Diktat anscheinend die gesamten Buch- druckereibesitzer zu handeln bereit sind. Aber die Rechnung der Herren wird sich als falsch herausstellen. Es gibt noch Mittel gegen ihre Absichten. Die Rechnung muh falsch sein und das Proletariat muß die Mittel finden, um diesen gegen die gesamte Arbeiter- und Angestelltenschaft Deutsch« lands gerichteten Plan zunichte zu machen. Die Stellung der Eewerkklbaftsbewegung im öffentlichen Leben und die Kraft ihres Einflusses sind diesen Herren längst ein Dorn i« Auge. Es gilt, ihre Pläne zu durchkreuzen, es gilt, das Ansehen und die Stärke der Eewerkschaftsdewegung zu er, halten. Vereinigt sich das Unternehmertum zur..geschlossene« Front des Angriffes", wie die..Kreuzzeitung" sich ausdrückt, so hat sich das Proletariat bereitzuhalten zur g e s ch l o � s eo nen Front der Abwehr., Von der Reichsregierung aber ist zu fordern, dag sie sofort energische Schritte unternimmt, um das Unter« nehmertum zu Verstand zu bringen. Die Zeitungsverleger erhalten seit geraumer Zeit Millionenzuwendun, gen ausReichsmitteln. Daraus ergibt sich für die Reichsregierung das Recht, ja sogar die bindend« Pflicht« auf das A r b e i t s v e r h S l t n i s in den Zeitungsbetrieb«» bestimmend einzuwirken. Angesichts der außer, ordentlich bescheidenen Forderungen der Angestellten, die den Anstoß zu diesem Kampfe gaben, kann kein Zweifel dar, über bestehen, daß die Reichsregierung ihren Einfluß nur zugunsten der Arbeiter- und Angestelltenschast einsetze« darf. Das durfte selbst dieser Regierung begreiflich sein. Sogar die„Deutsche Allgemeine Zeitung" gesteht in eine« Leitartikel ihrer Sonntagsausgabe, daß der Kampf sein« Ver- schärfung erbalten hat durch da» Vorgehen der Unternehmer. Die wirtschaftliche Lage der Angestellten im Zeitungsaewerbe sei tatsächlich eine drückende. Di«.Gehälter ya««a nicht mit der zunehmenden Teuerung Schritt gehalten. Es sei ein N o t st a n d vorhanden, zu dem der Steuerabzug erheblich beigetragen habe. Die Lage der Bewegung ist unverändert. Die Angestellte« und die ausgesperrten Buchdrucker stehen aufrecht im Kampfe. In der Berliner Arbeiterschaft ist die Bereite schaft zur tätigen Solidarität lebendig. *| Die Charlottenburger..Reue Zeit" t-M un, mit. dab die A«»» sperrung in ihrem Betriebe nickt erfolgt ist, weil die Buch- drucker die Herstellung der Einheitszeitung verwelgert haben, wie eine Korrespondenz berichtete. Der Grund für die Aussperrung sei erkolgt. weil sich da» Druckerpersonal geweigert habe, die im Betriebe herzustellende« Zeitungen mit Jujerate» fertigzustellen.__— Womit an der ganze« Sachlage nicht» Wesentliche» geändert ist. Kindertragödie (Klein«« Schauspielhaus.) „Kindertragödie". Karl Schöuherr, jüngst« Bühnen- arbeit, hat bei ihrer Verpflanzung von Wien nach Berlin nicht viel gewonnen. Die drei Szenen, die eine« Theaterabend zeit- lich kaum zu füllen vermögen, wurden bei ihrer Aufführung im Kleine« Schauspielhaus« ziemlich kühl aufgenommen. Die allzu unbekümmert österreichisch« Mundart, der die drei Dar- steller huldigten, blieb meistenteils unverständlich und erschwerte die Einführung in die redselige« Elemente der szenischen Bor- gänge. Drei halbwüchsig« Geschwister, die in einer Dachkammer Hausen, find während der Abwesenheit de» Vater» durch«ine ver- räterische Milchglastllr Zeugen de, Ehebruch» der Mutter. Die hierdurch bewirkt« seelisch« und sittliche Erschütterung läßt die Tochter, die ohnedies vom Blute der Mutter geplagt scheint, zur Dirne werden, während der jüngste Bruder zum Mörder de, Liebhaber» wird, als dieser mit Gesang zum Stelldichein in die elterliche Schlaflammer schleicht. Wie Schopenhauer(gegen LeUmizj vom Iuchhe-Optimismus spricht, so konnte»m« bei Schönherr von einer Zuhu-Tragik reden. Bei allen psycholo« gischen Etufungsversuche« bricht auch hier Schönherr» Neigung zur theatralischen Gemütskulisse mit jener unliebsamen Kraft hindurch, die ihn abseits von Anzengruber etwa a« die Eeit« von Eanghaser stellt. Freilich auf literarisch gehobener Bast», die sich aber beim Schuß auf der Bühne, bei Spannung vor dem Mord, bei Gesang unter Wipfeln vor de« Tod« und anderen Requisite» bedenklich senkt. Gemütsregungeu«erden hier nicht künstlerisch frei entfaltet, sondern in Darlegungen„gebracht", gewaltsam, wie man es in Schönherrs„SKeibsteufel" gewohnt ist. In der Aufführung, die bei starker Betonung de» grob Stoffliche« intimere Stimmungsreize völlig entbehrt«, gab Herr Kampers dem älteren Bruder nur die schauspielerischen Umrisse, während der jüngere Bruder in Han» Thimig die kindlich« Erreg- samkeit(wenn auch mit einige« einstudierten Zügen de» Räch- wl'chses) lebendig veranschaulichte. Di« frühliugserwachend« Sinulichkeit und magdliches Gelüst waren in der Gestaltung der halbwüchsigen Tochter durch Frl. Keller triebhaft spürbar. Orchesterkonzerte Franz Echreker.— Hugo Retchenberge». Franz Schreker verkündet« sich in seinem«ntrittskonzert mü den Berliner Philharmonikern nicht als der Ueberragende an Seist und dirigentischer Größe, als den ihn sein« jnnggeistige An. hänguschaft in Berlin erwartet hat. Daß Schreker als Orchester- leitet versagte, kann in zeitlichen Umständen seine Ursache haben, und zwingt abzuwarte«. Aber verhängnisvoll ist es, daß er kein kritische» WerturteU befitzt, und daß sein Wesen zu Konzessio» nen neigt. Wie ist e» sonst zu erklären, daß sich Schreker mit der Effekthascheriu Elly Req auf«in Podium stellte und unter ihrer ge- fühlloseu, unmusikalischen Führung da, erst« Klavierkonzert von Brahm» zu einem ermüdenden Zerrgebilde verschandelt? Wo gibt es«in« Entschuldiung für die Verbeugung, die Schreker offen» sichtlich mit seiner mottenzerfessenen„Orchestcrsuite" von Anno dazumal vor den Perücken und Zöpfen machte? Die ganze Zu- sammenstellung des Programms verriet nicht den geringsten Zug von Eigenart und Geschmack. Leider kann auch nicht Schreker» genial« Kammersymphoni« durch«in zu dick besetzte, Orchester und durch zu wenig Differenziertheit der feininstrumentalen Wert« zur vollen Auswirtnng des blühend melodischen und klanglichen Gehalte», Als erprobter Routinier ist der Mener Opernkapellmeister Hugo Reichenberger in Berlin bereit» bekannt. Ueber da» Sachlich- Korrekte der Wiedergab« fuhrt seine nachschöpferische Befähigung nicht hinan» Er ist kein Einzeltyp a« Persönlichkeit, sondern mehr ei» indifferenter Könner, der sein Handwerk meistert. Di« E»-dur-Eymphonie seine, österreichischen Landsmannes Franz Schmidt stellt auch keine höhere» Anforderungen an den Diri- genten. Sie entlarvt fich nach den ersten Takten als ein gut aka- demisch«, Gebräu, wo jede» Instrument mit einer gewichtigen Gegenbeweguug beschäftigt ist. um die Armseligkeit an melodi- scher Energie durch Fachkenntnisse zu übertünche«. Di« Jnstru- mentattou klingt oft mißlungen experimentell und die dorfschul- meisterlich« Orgelmodolatiou de» Finale-Satzes wächst sich zur Unerttäglichkeit au» Dramatische Effekte verleugnen nicht den Bühnenkomponiste«. dessen romantisch« Oper �lotre-Dame" seinerzeit unter Hüssen-Häseler über Gebühr lange den Spielplan beherrscht»— Schillings„Glockenlieder" läutete« nach diesem zer» quälte» Wollen wie Erlösung. Stimmung, Glut, quellend« Me- lodie, Färb» Der unbeschreiblich« Kontrast verleitet zur Ueber- schätzung. Barbara Kemp überleuchtete de« üppigen Kern de, Orchester» mit der Pracht ihr«, unbegrenzten Ausdrucks, ob- wohl da, Metall ihrer Stimme in der Höhe ungleich gelöster und beseelende» tönte als i« der Mittellag» � Fritz Fridoli« Wndssch. „Rausch" Schauspiel von August Etrindverg.(Erstaufsühruna im Theater in der Königgrätzer Straße.) Ein« Nuge. deshalb realistische, aber auch berNnisch rationalistische Aufführung dieses seelenzerruttenden, seelenzerfasernden Werkes, in dem fich Feinde über alle Abgründe hinweg die Hände reichen, weil jeder lein« Last zu tragen hat. Da« Tilde de» Werkes ist um so ungläubiger hirusxjthrszo. i* 1*1** BeisÜ'cr"'fiw&iaal spielten am Abend die Schauspieler ohne Regisseur, einige Mal» bezwang er sie, die„Terzette" gelangen am besten, aber vielmatt düsterte der unheimlich« Spuk eine, qualvollen Rausche», und erst recht fehlte das Marionettenhaft-Spielerifch« diese» in Pari» ent» standen«» Werke». Abel gelingt fast der angefressene, vesturzte Triumphator, für den festgenagelten, unschuldig überführte« Schuldbewußten bürgt ein einziger abgewandter, seib/psungender Blick, den siegreichen Elücksbezwinger. den Frauen fanger dekl«. miert er unecht, er kann stürzen aber nicht steigen Die O r» k a entlarvt ihre ehrgeizig« Art tu ihrer ganzen geistigen Ohnmacht. wenn sie die becühmie Eartenszene als Paradestückchen hinzulegen versucht, aber gar nicht in Kontakt kommt, weil Abel» Wesen nach Auftichtigkeit drängt: fie keift und züngelt, zischt und pickt, sie kommt halbnackt, schlaat vor den Kopf und scheint e, nicht tu fühlen. Riemann mutz geben, was ihm nicht gegeben ist. Dernburg, Abb« wirkt talaia. Aber im Hintergrund« wirt» schastet die Richard: natürlich bigott, beschränkt«, weise Alls mutier ohne Kind. Die Andern wäre» unmöglich. Da» Publi, kam benahm sich unerträglich. Kn. Di«.«roß« Bolksoper" veranstaltet im Blüthner-Saal einen Zyklus von S Symphoniekonzerten des Blüthuerorchestera unter Leitung von Paul Scheinpflua. Di« Konzert«, die u. a. die JX. Symphonie", Mahler»„Lied von der Erde" und den„Man« fred" bringen unter Mitwirkung von Emmy Leisner, Adolf Busch, Waldemar Henke, Karl Tlewing, Ludwig Wüllner u. a, beginnen am 13. Oktober mit der JX. Symphonie". Für deu Zyklus, wie für alle Konzertreihen der Großen Bolksoper, erhalten die Anteil- zeichnet Karten zu billigen Pressen im Bureau bei Kroll.— Am 12. Oktober 1920, findet, ebenfalls von der Groben Bolksoper ver- anstaltet, eine Aufführung der„IX. Symphonie* von L. von Beet- Hoven statt, und zwar unter musikalischer Leitung de» Intens danten der Staatsoper, Max von Schillings, und unter Mitiotr» kung der Damen Hansa, Branzell und der Herre» Ärmster und Heicke. Proletarische» Theater. Di« Eröffnungsvorstellung ist am IS. Oktober Hafenheide 18(siehe"Änz-ige)«icht am 13. oder 14. Oktober. Karten für den 14. Oktober deHalte» Gültigkeit für all« Oktobervorstellungen. Das 2. Konzert der Volksbühne S. v„ da» am Sonntag, de» 17. Ottober, mittag» 11% Uhr. im Theater am Bülowplatz statt- findet, ist den Werken Franz Schuberts gewidmet. Kammersange» rin Lula Myß Gmeiner wird Lieder(Goethes Mädchengestalten) und Balladen zum Bortrag bringen. Professor Waldemar Lütschg wird u. a. die Wanderer-Phantast« spielen. Maria Ivogün tritt am Sonnabend, den KL d. Mt»., ihr, diesjährige Verpflichtung bei der Staatsoper an, und zwar att Martha" in Flotows gleichnamiger Oper. Dr. Adolf Behn« beginnt am 12. Oktober, abends 6K Uhr, in der Elisabethftr. S7/S8, eine Vortragsreihe mit Lichtbilder» „EinführungindieKunst" und am 14. Oktober ein« Bor-j tragsreihe„Die neue Kunst", gleichfalls mit Li�rMldettv Wichst. SM j» M Geo�entzratze MW, �*>...■- Die Berliner Arbeiter gegen die preußische Reaktion nern Severins wurde die Möglichkeit geschaffen, daß die B gerliche» vor Inkrafttreten des Gesetzes Eroh-Berlin im Pres- hifchen Landtag eine Novelle zu diesem Gesetz annahmen, die da» ganz« Gesetz aus den Ko?� stellte. Wenn Seccrina den Magistrat bis zum t. Oktober bestätigt hätte, wäre den Bürgerlichen die Möglichkeit»u einem Eingreifen genommen worden. Genosse W e y l bemängelte dann da» Lerhalte« der Rechtssozialift-« im Preutzischen Landtage, die es abgelehnt hatten, durch Obstruktion im Plenum des Landtages das Zustandekommen der Vesetzesnovelle zu verhindern. Aber auch von unserer Partei sei nicht alle, geschehen, um mit außerparlamentarischen Mitteln den Willen der Groß-Berliner Bevölkerung durchzusetzen. Genosse Weyl schloß sein etwa ändert- halbstündige» Referat mit der Aufforderung, in Zukunft durch geeintes Sandeln de, Proletariats den Machenschaften der bür- '* cvt«- 1____ a______ z.. cm. i r n v mck Brendel einige Aeuherunaen eines kommunistischen Red- ners richtig� Räch einem Schlußwort de» Genossen Dr. Wehl wurde die Versammlung geschlossen. Z»«oaditer«esellschastshau, referiert« Genosse Ei itausendköpfigen Menge. Auch er erntet« stür- vor einer etwa zwe mischen Beifall. Die Urwahlen im Reiche Ostpreuße» Z« Lsipreutzen wurden zum Parteitag« S Delegierte gegen und g Delegierte für die Bedingungen gewählt. 'ame'»NttiUll r' Heeee�ericht enthält folgend« bedeut, &IV. 5". vesttmmongoreqr««ein« Heimat felbst�»n schützen und Hab« da, Kommando Ster die au» jenen Geduten stammenden Truppen übernommen. Da ich nicht£0« mc« Gc» wissen handeln tonnt«, mußt« ich«m mein« Entlassung bitten. Die mir unterstrllten Truppen gehorchen meinen B«> lehle». gez. Szelegorsli, General und Gruppenlommandeur. vesgleichen t�-geaphie-t- de. S.absche, des Stabe« BxeirnnrUi an das S«tt«*!ommonbo:»General Szelegorst, hat i!>ao Gruppenlo.mando nitdergelegt.«uch ich stelle mlch unter den Beie'l des Generals und bltte um meine Cntlas,ung. Ueder die �aae der Troppen des Generals Szelegorsk» trisst sol. Syd. Meldung ein: Di« Abteilungen de, Seneral Szelegorsli den Wilna ein g e n- m m t«. Szel�orfli wurde in WNna lw« d-m i-an, öl' ßhen Gouverneur»mpsangen. der ihm vorschlug, ftchm-«-. Srnn,l SzUkgorsti C Zu 18 Massenversammlungen protestierte gestern das Berliner Proletariat gegen den Gewaltstreich, den die bürgerlich-kapita- llstisch« Reaktion in Preußen gegen die Mehrheit der Groß-Ber- liner Bevölkerung verübt hat. Soweit uns die Berichte bisher vorliegen, nahmen die Versammlungen überall einen würdigen Verlauf. Im Nachstehenden geben wir die einzelnen Berichte: Im BZalhalla- Theater referleri« Genoff« Dr. Weyl. In ausführlicher Weife schilderte er eingangs seiner Rede die Schwierigkeiten, die sich bei der Magislratsbildung durch die Haltung der Bürgerlichen und auch der Rechtssozialisten ergeben hatten. Die Unabhängige Part« war sich darüber klar, daß sie(ich an der Magistratsbildung be- tclligen müsse, jedoch nur. wenn eine sozialistische Magistrats- Mehrheit zustande kommt. Weiter stellte sie die Forderung auf. daß sämtliche Stadträte besoldet werden müssen. Ein besonderer Kampf entbrannt« um den Stadt schul rat. Nach längeren Berhandlunaen war man bereit, unfern Genossen Dr. Löwen- stein al» Stadtschulrat vorzuschlagen. So kam ein dreißigköp- figer Magistrat zustand«, und zwar waren davon 21 Sozialisten und v bürgerliche Stadträte. auf diese« Vorschlag nicht eingegangen. Das alles bedeutete einen Militärausstaud von seiten des General» Szelegorsli und seiner Abteilungen. Ich bitte die Oberste Heeresleitung um möglichst ! baldige En-stcheidr.ng, wie ich mich in dieser Angelegenheit zu»er» ' halten habe." Aus dieser amtlichen Mitteilung geht hervor, daß die polnischen Nationalisien den polnischen Diplomaten und den hinter Polen stehenden Ententemächten keine guten Stunden bereiten. Oder sollte etwa die ganze Geschichte in dieser Form aufgesogen werden, um sich später hinter vollzogene Tatsachen stellen zu können? Jedenfalls ist gegenüber dem machtlüsternen Polen äußerste Vorsicht geboten. Durch da» Verhalten des rechtssozialistischen Ministers des In- MM Zur- gerlichen Reaktion entgegenzuarbeiten. fLebhafter Beifall.) In der Diskussion stellten unsere Genossen M a a ß. Herbst *1* KN-m» Sestsälen. Hasenheid«. referleri« Radtke. Seine A�sührunae» fanden stürmischen Beifall. Nachdem noch sechs «edner tn der Diskussion ge prochen hatten, fand eine Resolution, die sich g«g«m die �taWisch-reaktionar« Mehrheit der preußi. ri Landesversammlung wendet, vom Parteivorstand der ll. S. D. forde«! mit denValiftischen und kommunistischen Parteien sowie mit den«ewertschaste» t» Verbindung zu treten, um gemeinsam den Genernlftretk tz» proklamieren, einstimmige«»nah»». Z» de» Andreas-Festsälen referiert« der Stadtverordnete Ge. -wste ll r i ch. Der groß« Saal war vor Beginn der versamm- K tts mlde, le/eu Platz überfüllt, so daß eine Parallel» »erlammlnna stattfinde« mutzt». Di««usfunrungen Urichs sowie de» Genossen«och. de, l» der Parallelversammlung referierte, wurden mit große« Betfall aufgenommen. In den PharnssSle, mußt« ebenfall», nachdem der groß« Saal cho« long« vor Beginn der Versammlung überfüllt war. eine Parallelverfammlnna im Garten abgehalten werden. Im Saal referiert« Genosse S chneider-Reukölln, im Garten Genosse L-Npold. Auch dies« Referenten fanden den unge- teilte» Beifall der Masse. Va»l voffmann referiert« tM vohmischeM Branhause. Genoss« Hofsmann gab eine ausführ- llch« Darstellung übe, da» Zustandekommen de» vergewal- tiaungsgcsetz«, und ermahnte zum Schluß die nach Tausenden zahlenden versammelten, für die gefchlosiene aktionsfähige Front einzutreten. Seine Ausführungen ernteten retchltcheu Betfall. imont» Genosi, Matz Peter» referiert« im Lokal.SD>»Ost�. Am Schluß setner vorzüglichen Ausführungen forderte er unter stur- mische« Beifall de, Versammlung die geschlossene Front des Pro- letartat».»nr so könne der Sozialismus verwirklicht werden. Gharlottentnr«. Im überfüllten Volkshaussaale sprach Genosse Stolt unter großem Beisall. Er schilderte eingehend die Dil- düng»nd Zusammensetzung de» Magistrats, die Haltung de» preußischen Innenministers Eevering und der preußischen Reaktion in dieser Frage. Einem Diskussionsredner der St. A. P. D. gegenüber, der forderte, daß die U. E. P. D. aus allen Parlamenten herausgehen solle, betont« Genosse Stolt, daß gerade an solchen Beispielen, wie setz« in Groß-Berlin. man den Massen vor Augen führe« müsse, wo eigentlich die Reaktion sitzt. Frankfurt a. O. HnS?$ ium Parteitag wurden abgegeben: Gegen Moskauer Bedingungen 19 9. Für die Moskauer Bedinwiu- 9«». Di- Wahlbeteiligung betrüg<9 Prozent. Gin aufsässiger polnischer General Wilua von polnische» Rationalisten eingenommen m» wiureunna: Die F f•■ t l«!• hat kein,«ende,»»« erfahre«. Dt« »»berste He«e»l«itu»g' hat»on dem Armeesührer General S» kor in folgend. Meldung erhalte«: Ave Bemüh»»«», mit de, lltaulja�russi chcn Divisto« de» Generals Szelegorski ver» brndvng}» belommen. sind gescheitert. Am». d. M. erhielt an» ser« Armeegruppe von de« Stabschef de, Gruppe de» Generals Szelegorsli'olgenden Funkspruch: .An da» Armeekommando z« eigene« Hände« d« Arm«. Die polnische Rechtfertigung Im Heeresbericht vom 19. Oktober heißt es: Die unverzüglich aufgenommene Untersuchung in der An- aelegenheit der eigenmächtigen Aktion des Generals Szelegorsli ergab, daß der Grund des Vorgehens seiner Ab- teilungen in der Erbitterung lag. welche unter zieren und Soldaten, die sich ans diesen Gebieten rekrutieren, auf Grund aus Wilna kommender Nachrichten üb�s® e w a I t- taten und Repressalien gegenüber ihren Fammen und der gesamten polnischen Bevölkerung hervorgerufen wurde. Das steht einer Unterstützung des Nationalistenstreichs verflucht ähnlich und rechtfertigt das Mißtrauen, das wir diesem neuesten polnischen Echachzug entgegenbringen. Der sozialdemokratische Parteitag Till Kassel. 11- Oktober. Der sozialdemokratische Parteitag in Kassel wurde gestern abend mit einer Ansprache Scheidemanns eröffnet. Scheidemann fichrte aus: Die Aufgabe der Sozialdemokratie liegt darin, durch die deutsche Arbeiterpolitik der Welt«in Beispiel zu geben, zu welchen physischen und moralischen Leistungen ein so tief ge- sunkenes und gestürztes Volk noch fähig ist, durch die Anwendung der deutschen Arbeitermethoden. Scheideinann erklärte ferner: Was die Innenpolitik anbelangt, so besteht das Ziel in der Gewinnung eines stärkeren Einflusses, als wie er in der früheren Koalition ausgeübt wurde und die Masten in dieser Richtung aufzuklären, sei Aufgabe des Kasteler Parteitages. Scheidemann verwies dann darauf, daß genau vor 39 Jahren, am 11. Oktober 1899. in H a l l e der erste fozialistifche Parteitag nach dem Fall des Sozialistengesetzes stattgefunden hat. Dort werde jetzt der Unabhängige Parteitag beginnen. Scheidemann stellte dann die ostene Frage an die Arbeiter Deutschlands und der ganzen Welt wo der wahre Sozialismus zu finden fei, dort, wo man sich selbst z e r fleische, oder hier. Der Kasteler Parteitag wird neue Wege weisen, die vorwärtssübren, ab» ohne �ompromlsse. Nachdem Wilhelm Pfannkuch den Parteitag für eröffnet erklärt hatte wurden Hermann Müller und Scheidemann zu Vor- fitzenden mit gleichen Rechten gewählt. Hermann Müller hielt »a v«. e! Äf" feststellte: Von einzelnen Fällen abgesehen. ist die sozialistisch geschulte Arbeiterklasse bereit, das zu mildern und zu beseitigen, was im Vertrag von Versailles als unerfüllbar und unerträglich bezeichnet werden müste und daß die deutsche Arbclterschas!. um jeden- Zweifel zu beheben, alles >un must«, um wiedergutzumachen, was früher gesündigt worden � vermögen es aber nur, wenn man uns dazu die Mög- ItchfcÜ und die Gelegenheit gibt. Zum Schlüsse wies Müller den Gedanken einer gewalttätigen Revanche weit von sich, man wolle nur den Appell an das Recht. Die eigentlichen Ver- Handlungen beginnen morgen früh. Eine Abfuhr Park», 19. Oktober. Die Botjchaftcrkonferenz beschloß tn ihrer Sitzung vom 9. Ok- tober, dem deutschen Ansuchen aus Verlängerung der am 19. Ok- tober ablaufenden Frist für die Entlassung der Miliz in Ost» preußen nicht stattzugeben. WTB. bemerkt dazu:„Die Meldung ist augenscheinlich un- richtig. Die deutsch« Negierung hat einen Antrag auf Verläng«- rung der Frist zur Entlastung der einberufenen Mannschaften der Orts- und Erenzwehren nicht gestellt. Vielmehr find die aufge- botenen Ortswehrleute fzirla 1999 Mann) vor dem 1. Oktober, Mannschaften der Grenzwehr fetwa L999 Mann) am 8. Oktober e nt l a s s e n worden. Die deutsche Regierung hatte dagegen den Antrag gestellt, keine Einwendung gegen die Aufrechterhaltung der letzten Organisationen der Orts- und Erenzwehr zu erheben, solange zwischen Rußland und Polen der Friede nicht ge- schlössen ist. Bei dieser Organisation handelt es stch lediglich um die listenmäßige Feststellung derjenigen Männer, die im Falle äußerer Bedrohung bereit sind, sich zur Verfügung der Re» gierung zu stellen." Die Regierung treibt hier ein Spiel mit Worten. Es ist Jana klar, daß sich die ablehnende Antwort der Botschafter» onferenz auch aus die Organisationen der Orts- und Grenz- wehr bezieht, die„listeninähig" geführt werden und sich im Falle„äußerer Bedrohung der Regierung zur Verfügung stellen sollen. Dieser Fall liegt nicht mehr vor,' er hat über- Haupt nie bestanden, denn die in Ostpreußen aufgestellten Bürgergarden sind lediglich Werkzeuge tn den Händen der reaktionären und militärischen Führer, dazu bestimmt, im gegebenen Augenblick die Republik zu erdolchen. ___ r.,...___»x, wi» xvw«u»-fjywieu wivtaut))» Der Wert der Ausfuhr betrug 117«5» 913 Pfund Sterling. gleich einer Vermehrung von 59 985 288 Pfund Sterling. Der Wert der Wiederausfuhr betrug 13 859 928 Pfund Sterling; die» stellt eine Verminderung um 2 398 979 Pfund Eterling dar. Elektrizitätsarbciterausstand in Mailand. Infolge Bruchs des römischen Abkommens brach in den Elektrizitätswerken plötzlich ein Ausstand aus. Die Arbeiter besetzten die Werke. Zugverrehr, Beleuchtung und Wasterbelieferung sind unterbunden. Getreidebeschlagnahme in Rumänien. Durch Verordnung wer- den die Getreidevorrüte de» Landes vom IS. Oktober an al» de« Ichlagnahmt erklärt. Drohender Streik im Einzelhandel Zu den Gruppen von Angestellten, bei denen die Unternehme« versuchten, die Löhne„abzubauen", gehören auch die Angestellten im Berliner Einzelhandel. Nach Verhandlungen vor dem Schlich- tungsausschuß. der einen unannehmbaren Schiedsspruch fallt«,! ist die Eehaltsbewegung der Angestellten der Waren- und Ka«� Häuser in das Stadium der Krise getreten. Mit dem Stande der Bewegung befaßte stch am Sonntag ein» vom Zentralverband der Angestellten einberufen« Versammlung der Angestellten in Warenhäusern und Detailgeschäften im Lust- garten, die von etwa 8999 Angestellten besucht war. Genost« B u b l i tz gab den Bericht über die Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß und kam zu dem Schluß, daß der Schiedsspruch abgelehnt werden müsse. Bis zum 19. d. MtsJ sollen sich die Angestellten in Betriebsversammlungen mit dem - Annahme oder Ablehnung ent»l Schiedsspruch befassen und über......_, scheiden. Entsprechend der Entscheidung wird dann der Zentral verband im gunstigsten Zeitpunkt die Parole ausgeben. Sämtliche Diskussionsredner schlössen sich den Ausführungen des Referenten an und forderten schon aus Gründen der Selbst» achtung einmütige Ablehnung des Schiedsspruches. Die Wahl des nenea Magistrats Wahlen für den Magistrat der Stadtgemelnd« da? ttoQ Krel. trage ,m«uiiipuiw-«---»," � jj_ fi Hermannstr. 69, Z. Z.. Necknrstr. 7. und Siegfriedstr. 28/29.„Freb- heit" Nc-karstr. 3 und Eniser Straße 32.„Neuköllner Tageblatt"»! Ö UilJJ Vlsllilt-v W«(.U.pv—_ Bergstr. 35/38,..Neuköllnische Zeitung", Berliner Straße"Ol Voraussichtliches Wetter für Berlin«ick Umgebuug am Dienstag. Zeitweise etwas neblig, sonst trocken und llbcewiegend heiter bei mäßigen östlichen Winden. Nacht» sehr kühl, tn den Mittagsstunden mild. Ans den Organisationen t.»Iftrllt. vtt.il»,» Moni,!- 7 Uhr g-nkli-nlirfltz»»». Swrt. CeofMi.■. I.«tt.tt»--» Äblab-Nd« MUlwoch 7 Uhr. 1,6.-117.«e,k» iei SCtlntr, Svitcattfrt., Eck. Wilmstr„ 118— 120. B.-I.l 6.1 Ri»»», Sckrw-ld» 4. Spitt». Steno ia 3 pJ.nb 7 Uhr Sitzina der Udl-ilnngooblu». d«r bnam» »alen ftomtnllTlenn bei fteftn.t, ESrliticr Sir. ,0. S. Slltrilt. Sienotaa 7 Uhr Sihu»- der lorimonale» N-aalgw» M Schaeilardi. vlte Ialobstr. U. Vortreg.. (. Sijtriri. SJiitiinoÄ, den 18. C, tobet, ctenb» 7 Uhr, Pudel tat Ootel»»» Bocl« ffiedeilh. 17, dl. SettetafrerlarnniluTtfl ftnlt. 1.'Cetil d.« iraxlttitaa i SI|lrlll?t>«iftanbeo; 2. Sit»rganllalorllche Lag« im Dlftrkkt. Littgliai-duth tbt» ftnite liglllmlerl. 7.»IHiirt. Sente 7 Uhr SI»rM»to»se»n, M Krumm bat). Mars«-«, 6h.«L T, Diittt». Sthulfornmifllan(Kommunal. Kammlgia»), daz, aitnnbtträh�! Sienolag, de» 12. Oktoter, 1» der ech»la»Ia, Bromberger Str., Znlammeilbuckl mit vorlra».«»«Inn 7 Uhr., 17. DIPrtN. H.ule 7 Uhr Distr IN«kontere«, 6«! Abraham, Rorbnfor. Tr«t>to»>va»«sinktlon6rsth>wa. TOlllraoth, abend« 78t llh», aem.inlamer Zahlabend In Sihrilders Festlalr. Sazu ßnb ble AillaNod« d»rch �itel olaiulode». Mittwoch. 0 Uhr, pünktllih gnnilloi>ärsth»»g In der Si»»er» TZimv«. Jnna dri«»»>,--,0— � t_ FnnttionSrs der D<�mvorftadt. _____ zu niBjcincn.____. «ichtendeek. 6. v i< r i e l/ Dienstag Slfctrn« oll«*« «JütoMmItglleti«* bei Haß. SllllrudorNlr. 1«.------- Vereinskalender Bot»«»»et«tri»«»rt tag. lt. 0, tobet, abend? 7 IIh rt'�Sef RoO.»rtn m»«nnotat.«ttch-inm. der«rb.lt«»H-P ilolwmidiq. Der Erupoenoorstaud.. n nHnfirr na#»iWbmtttam »«"cher eo«r».ltn..e»o»». I �om.l°�4»o,w DeuUche. 6o-orlrtl.m-.lo»>. mmnroB.' 4 Uhr. t««er»«rkIchast,b»US »-uarselt-rri-rd-nd»tgonUUrttn Skttie�ita*«b«t«. snSi.""" j-JiÄWSSLte JfJi�kLCtSgiiSZTi «»Hai, OB der tochiuiiigentiiK« narr, o"''-- ,7-_-;■ ,!; 7—8 Uhr reserviert und L-ettug, BON 6-7 llht. Weibliche Mttgltedrr Siendtvg»nd SraUag«0» b—? Uhr. Lebensmittelkalender �'A.M? ........... lenk« Waren«»»gab« i�UUC WH KU*»»» lh»bind Soflo ja«»telf« oo« 0,81 ________________ «arte J»ofet« Z-hda«. J;« ff» 2S l ■"—■ pro»funk, I Pakt« vitchllldip«»..»" "«Nock.«'o. P-. jS' fenschältl'— AuI�t��Okt�d�bl�»l"d."KIndrrk�<���E6t�� !. Vi. de. amtlichen»eilani-stellw m» dm. Km,tu-z.n°!l?'Ich?."� »«re«,-0, 8»afei. Milch- JJalrt;»ort« S: 1 Sole MalzerlruN ,»m°o» j- �Pw�'Holitttochta T»al. zam»reli« W» 1,16 SO-,» MU»"*"-" luifpetf« bretfi van 4A ___ 5 Abf,� JlnÄ- ü*k Secfiich« Fischtarbonade als_ i-lch-an. Slatfmhef i jiuullhonlg, tongo SrvbÄeillner Lebensmtttolkart«-uolindilch»«.srter|i«>,°i. « dm Rtttaktt..: 80« SJ f» Ifi*. -------- Sc» »arlohorlt. LZRSA'-.V.'s.'�-..in...- Unentbehrlich fQr Jeden Haushalt Ist Mit freiem SchlBsselabonnemenl Volksbühne Rälcüsii yoii imm 9leae$ Bolkstlzeater fl5))fnlÄtr Str. 63. t/.uht: Biberpelz «MM/G,. ▼ Wtottr* Hasenhtide 13 ®* 18. Ohtobct, abts. 7 Uhr: ©tgen de» mißt» Schreck! eu— Fir Sowlet-Noßlimd. Staatstheater Opernbau« ?»hr- Tiefland Schaufplelhau» 7 Uhr: M sm« Tkektion: Max Sleinhärdt. DeWes Theater ? Uhr!(Zittsatne Menschen Klmmerspiele ?>i,U.:T,0htt«g, S ewachen «row lZchauspielhass Aarlftraß« 7 Uhr i banto«(ib.Zlbt., I.«b.) Theater i. d. Königqrätzer Str. 7./. Uhr. kDuzxk Dia»«»« Uhr: Erdgeist «Maria Oiste, Albert Stewrii-ki Mittwoch?>/, Uhr:«»nsch Donner»!«.?>/, u.:»ieaailalla, »»•Elf» Heima,TaIfner, Riemann, Vrandt, Drvchl. Bchmer «reit»« VI, Uhr: iRoujci, Sonnabend?>/, Uhr: Äausch Sonntag 7'/, Uhr: Ransch Nachm. 3 Uhr:«SestSe.dni» Montag VI, Uhr: Erdgeist Komödienhaus �-h-DersmMMel «u blax pallsndsi'g Berliner Theater '/,8 Uhr: Der lehte Wal, er niit Fritzi Masfarp. Direkt.: Victor Barnowohg Wllg-Theater 7>/, Uhr: Das Gelübde Nc«»,t»ntln, hoot,»llptdr, l.I»«z Dienstag 7>/, Uhr: Liebe (Losten, Bäte, Looi) Mittw. u. Donnerstag TU Uhr: Da»«Seltibde. Freitag 7 Uhr: Peer«vynt «Loa», oellnlag, Lossen) Deotslh. MU-TWer Allabendlich 7>J, Uhr: Die SSMvgsrelse illsl lltaldort, reuo»«e�oedoeg) Neses SperetteOW Diredtion Jean«ren 7 Uhr: Bit Csikism Operette in drei Akten nach einem Motiv PetSfi» von Fritz Grünbaum. Rose-Theater 7fs Uhr: Der Anti-Christ Triam«- Theater Täglich'/J Uhr: Roman einer Frau tIda Evüft, Burg, Limburg, Valetti, Falkenstein) Mittwoch nachm. 4 Uhr: Wdenz- Theater Täglich ff Uhr: Die Freundin Don Hermann Sudermann (Till» Lnrien,, Toelle. Blldt, Alber», Ballentin) DienstagiU.: Schneewittchen Mittwoch 4 ll.: Strnwetpeter mmu-mtn ZltgL 71/,, Stg. nachm. Z>/, nnd -bcnbs 7»/, Uhr: Gastspiel Willielm Hartstein in »Der Stolz der Z. Kompagnie'. Kammer-Tanzspiele Dlllowftr. 6, aiu Rollendorfplah Tägl.T-l.Uhr: orientalische, Dalle« Kilii Kiami Beq. Königstadt- Theater «Jannowlhbriiche) Täglich 7« Dala-Säng»» Im Ballsaal: Tan» TUoager»«v«dna.Tor ToL Aorlrrplate z«,«. Tägi;?>h n. Sonntag nachm. S dir: lit»5Lngse Binthgcn» Konzen orrk.ll— l«h 0.4-« D. v,8 Foltes ssaprice w Varsldierung gegen Ehebruch Mit Frrd. Grllneckcr. '/.s W«v-Theater'/.s Kam's sel. Mtwe Stg. 3>I, lt.: Der Hansdrache Apollo- Theater Friedrichstr. SIS 7V- otlabeadlilh?V- iisroms-�sebts Sonntags y/j U. 1 Kind frei. I» eoonfhelue I Täglich 7»/. Uhr- Dtrshd'nnii. u. d. gr. Oktober-Programm vi« 5 Knrley's Marga n. F. Onri Chart Montrell K. Edler o. Nicki Dia 4 Eltner's Mewa????? Söii!!(2Ss 2 OorsteiH Nachmittagsvorftllg. ungekürzt wieadds. Erm. Preise. 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