Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang •I»«•ttOdl*«f40M— nw»«at eomtUM m» nonft*«a eani*L Sei StjaRtm'» biträci bei frrtn Joflellnna Im Hm», ftr ftrofsÄrriia 10,-n.tm rat«» jaljtbat, osn bn estWrton silbft«bsebob§,50 OL Mir Post» mibb«baea sSmlllch« Poft-nstaltui BefteHunotn oögtonu Umet etntfbmife b<«i>«ta«t®«atf>fcha«»»ch CnunngttBfdilas fflrtne einidgtn; Sa* fettgtbratit« Oatt L— Ct., jrtr» wrireig ÜBott 1,50 JH., rfufchllrbllch Tnirraazazuschlag. Saafotbe Jlnirigrn laut Tarif. pamillnwOnjriBni anb Slrllrn-Grfuchr 3,20 JH. netto pro geile. 6letlen»®tfutb» w tBarteJlBieieen; ba* fttt«rbraduc JBact 1,50 JH., febes weite» Wort U— IS, SoBüK�n 8am zoi«, im, au asi, tui§ aa» 00. Der Schrei nach dem Krieg Auf der Suche nach den tton, di Verrätern" an der Weltrevoln» ie auf Anweisung der Moskauer Exekufive vorgenom- men werden muß. haben unsere Neukommunisten auch die Entdeckung gemacht, daß der sogenannte rechte Flügel der U. S. P. D. der Garant des VersaillerFrie» densvertrages geworden sei. Er schmiede durch sein schmähliches Verhalten die Arbeiterklasse in die Fesseln des Ententeimperialismus, mache sich zu desien Vasallen und hemme die Arbeiterklasse in ihrem Befreiungskampf. Das ist eine Entdeckung, die wie so vieles, was jetzt als neues Evangelium gepriesen wird, die Dinge ein- .---.• reaien Tat» war nicht Parteiflügels, sondern die U. S. P. D. hat sich in ihrer Gesamtheit nur deshalb für die lln» terzeichnung des Friedensvertrages eingesetzt, weil die Masie des Volkes den Frieden unbedingt wünschte und weil ein anderer Ausweg damals überhaupt nicht vorhanden war. Die deutsche Arbeiterklasie, die sich in jener bedeut- samen Aktion mit ganz geringen Ausnahmen geschlos- s e n hinter die U. S. P. D. stellte, hatte zwischen zwei Hebeln das kleinere zu wählen. Nichtunterzeichnung des Vertrages hätte bedeutet Wiederaufnahme des Krieges ohne ZUissicht auf den geringsten Erfolg. Neue Opfer wären gefallen, neue Milliarden verpulvert, die Wirtschaft dem volligen Nuin entgegengeführt und der Hunger ins Maß- lole gesteigert worden. Und das alles ausschließlich auf .�asteu der Arbeiterklasse. Denn nicht sie, sondern die nationalistischen Generäle hätten diesen Krieg geführt, wahrend die Arbeiterschaft die Leichen für das Abenteuer beigesteuert hätte. Daher war es in jenen historischen Stunden die gebiete- rische Pflicht unserer Partei, dem Verbrechen entgpgenzu- arbeiten und einen Krieg zu verhindern. Die Mobilmachung der Massen für dieses Werk war eine Großtat der lln- abhängigen Partei. Sie war sich dabei keinen Augenblick im Zweifel, daß der Friedensvertrag, unter dem Zwang besonderer Verhältnisse abgeschlossen, nicht von ehernem B e st a n d sein könne. Alle Stimmen, die sich damals für die Unterzeichnung des Friedensvertrages einsetzten, brach- ten klar zum Ausdruck, daß die Arbeiterschaft den Vertrag nur als ein zwingendes llebel betrachte und daß es ihre Aufgabe sein müsse, zur gegebenen Stunde in Verbin- dung mit den Bruderparteien der anderen Länder die Ver- tragsfesseln zu sprengen nnd aus dem imperialistischen Frieden den Frieden der Soziali st en, den wahren Weltfrieden, zu machen. So schrieb damals in einem Leit- auffatz der„Freiheit" Genosse Hilferding: „Wir erwarten nichts von der Gewalt und spekulieren nicht auf eine Revanche. Aber wir sehen vor unfern Augen den un- aufhaltsamen"*" v""' � in Italien, Aufgaben, die. Ententeimperlalismus erlebt heute seinen stolzesten Triumph aber in dem Eebälke des hohen Gebäudes, das er aufführt' knistert und kracht es____ Auch im Westen bereitet sich die ge- wältige Entscheidung zwischen Imperialismus und Sozialismus vor. Und es ist kein Zweifel, wem der Sie�----- Sieger werden dann der Welt den den Frieden des Rechts und der Freiheit, der Klassenherrschaft des Kapitals zugleich der Feindschaft der Staaten gegeneinander ein Ende machen wird." Diese Auffassung, aus der heraus wir für die Unterzeich, nung des Verfailler Friedensvertrages eingetreten sind, ist bestimmend und grundlegend geworden für die fernere poli- tische Haltung unserer Partei. Wie die Nüssen den Gewalt- frieden von Vrest-Litowsk unter dem Zwang der Verhältnisse und in der Hoffnung auf einen revolutionären Umschwung in Deutschland unterzeichneten, so trat die Un- abhängige Sozialdemokratie für die Unterzeichnung des Verfailler Vertrags in der Erwartung auf einen Umschwung in den Westländern ein. Die Situation ist für Deutschland freilich eine ganz andere als für Rußland. Daß der Frie- densvertrag von Brest-Litowsk wie ein Fetzen Papier zer- rissen werden konnte, verdankt Rußland nicht seiner eigenen Kraft. Die militärische Niederlage Deutschlands machte ihn von selbst null und nichtig. Hinaegen würde bei einem siegreichen Deutschland Sowjetrußland noch heute unter dem Brester Friedensvertrag schmachten. wenn es nicht schon längst daran zu Grunde gegangen wäre. Deutschland aber hat es nicht mit einem besiegten. sondern mit einem siegreichen Gegner P tun Der Sieg der Westmächte hat die revolutionären Möglichkeiten in diesen Ländern nicht �gesteigert sondern abgeschwächt 'Fn Frankreich vor allem, also in lenem Land, das als ÄS'Sr S äää/'' Z- in seinen entjcheid-nden Phasen auf franzosischem Boden Die Gärung in Italien Gewattsame Besetzung der Güter Italien befindet sich in einer doppelten revolutionären Spannung. Nach dem Vorbild der Arbeiter, die die Fabri» ken besetzt haben, gehen nun auch große Massen der Land- bevölkerung zur direkten Aktion, zur eigenmächtigen Güter- besetzung und Enteignung des Großgrundbesitzes über. Die Rot der italienischen Bauernschaft ist so groß, daß nicht nur das sozialistische Landproletariat, sondern auch die reak- tionaren Massen, die unter dem Einfluß der katho- tischen Voltspartei stehen, ferner di« organisierten ehemaligen Kriepsteilnehmer die Träger der Be- wegung find. Allein in der Provinz L a t i n m find schon 13 000 Hektar Boden auf diese Weise besetzt und in b ä u e r- liches Eigentum verwandelt worden. Die ursprüng- liche Absicht, auf Grund der staatlichen Verordnungen, jun- kerliches Oedland genossenschaftlich zu bearbeiten, ist durch die Aktion der Masse bereits überholt worden. Nach der„Frankfurter Zeitung" ist auch in Sizilien die Bewegung sehr stark. Von 2000 bewaffneten ehemaligen Kriegsteilnehmern, an deren Spitze ein Mönch mit einem Kreuz« ritt, wurden die Güter des Herzog« von Corialiani und der Familie di Stefano besetzt. In gleicher Weise be- mächtigte sich die Menge anderer großer Güter. In S q r a- c u s bot Baron Cameraw fein Gut f r e i w i l l i g an. In Eatenuova genehmigte der Präfekt die Besetzung in Sizilien etwa 200 r Güter der Hospitäler. Insgesamt wurden Güter besetzt. Inzwischen sammeln fich die Gutsbesitzer zu Pro- t est e n, die ihnen aber vermutlich nicht viel nützen werden. Die Regierung begünstigt offenbar di« Bewegung, deren Unterdrückung revolutionäre Explosionen zur Folge haben könnte. Die Landarbeiter beginnen so- fort mit der Arbeit auf den Gütern und schützen sie durch bewaffnete Posten. Während sich die Besetzung der Fabriken nicht aufrecht- erhalten ließ und nur zu einem Druck auf die Unternehmer verwendet werden könnte, dürfte die Besetzung der Güter vollendete Tatsachen und die Einleitung zu einer be- deutsamen agrarischen Revolution varstellen. Der „Avanti" hebt hervor, daß die Bewegung eine Fortsetzung ähnlicher Eigentumsbestrevungen der Bauern und Klein- Pächter früherer Jahre sei. Während die Bewegung aber früher vereinzelt blieb, trage sie jetzt den Charakter einer Aktiv», der es nicht an organisatorischem Halt fehlt. Die Nachrichten lassen erkennen, daß die Bewegung kein soziali- stisches Ziel hat, sondern die Verwandlung de« Großgrunv« besitze» und der Oedländer tu kleinbäuerliche» Eigentum erstrebt. Kundgebung der itaNenischen Sozialiste» Die italienisch« sozialistisch« Partei hat für heute, Donner»! eine allgemein« Kundgebung in allen Städten Italien» Die Kundgebung erfolgt zu de» Zweck«, die Vefreiuna a tischen Gefangenen und die Anerkennung d« russischen Republik zu erwirke». In allen Städten werden zwisc und drei Uhr Versammlungen stattfinden. Die Eisenbai Personal der Straßenbahnen und der Schis den aufgefordert, die Arbeit zwischen 2 und 5 s tag, lagt. poli- Der Krieg geht weiter TU.«oeichan. 14. Oktober. Der amtlich« polnisch« Heeresberich« vom Ib. Oktober meldet? Unsere Abteilungen, die den Widerstand zweier bosschewsstifcher völkerung und terrorisieren st«, f?!) Im Südabschnitt kehrte unsere Reiterei nach einem tiefen Vorstoß gegen Korostyn ya zurück. Nach Zerstörung der Stadt und der Brücken haben unsere Abteilungen di« 17. Reservebrigad« und di« 7. Sowjetdivision vernichtet, über 2000 Gefangene ge» macht. 12 Geschütz« und 40 Maschinengewehr« erbeutet. i »«penhagen, 14. Ottobe». Wie de».Verllngsk« Tldenbe" an» Stockhol» telegraphiert wird, haben»ach eine» Moskau«» Meldung die volfchewisten de» Kampf ans der ganzen polnischen Front wieder ans»«- Rommon, Sie berichten ein« Reih« oou Erfolgen,». a. melden sie, daß st« die Stadt Malodotschn, znrücka «tobet« habe». Die russischen Handelsbeziehungen DA.»«»da». 12. Oktober. Lord Eurzp»«klärt tu seiner Antwortnot« an Tschltschert». daß England angeficht« der unehrlichendiplomatischen und militärisch«» Methode» de« Sowjetregierung sich ge» zwunge»««seh«» Hab«, die gegenüber den Alliierten überuomme- ueu Verpflichtung«» zu verteidige». England find« fich aber trotz» dem berett. die Wirtschastooerhaadlungeu mit Nnß» laad mied«« ans,»nehme», fall» die englische» Kriegs» gefangene» zurückgeschickt und all« Übrige» schwebend«« Fragen in besriedigendem Sin», van der Sowjetregierung einer Lös»»» zugeführt würde«. rung. Erst wen» sich die ftanzösische Arbeiterschaft vo« die- ser chauvinistischen Umklammerung befreit hat, erst wenn das französtsche Proletariat so erstarkt ist. daß es aus der Devensive zur Offenfive übergehen kann, erst dann wird das deutsche Proletariat in der Lage sein» das ihm in Ver» sailles auferlegte Joch abzuschütteln. Vor diesen Tatsachen kann sich selbst ein Lenin nicht ver- schließen. In seiner Broschüre„Der Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus", hebt er ausdrücklich her- vor, daß selbst ein Sowjet deutschland den Bertrag von Versailles einzuhalten gezwungen wäre, da die augenblick- lichen Machtverhältnisse eine andere Möglichkeit gar nicht offen lassen. Die ganze Hetze der alten und neuen Kommunisten findet somit durch Lenin selbst ihre schärfste Geißelung. Sie entlarvt stch als ein propa» gandistisches Zugmittel, bestimmt, die Massen von den realen Erwägungen abzulenken, um fie desto leichter als Werkzeug einer frivolen Katastrophen- Politik gebrauchen zu können. Denn di« Kom- munisten alter und neuer Färbung begnügen sich nicht allein damit, die Friedenspolitik der U. S. P. D. verleum- derisch zu entstellen, sondern fie schreien heute als neues Evangelium durch alle Gassen, daß nur durch den Bruch 1 1 c{r® e 1 � a 0i'• nut durch die unverzügliche Wiederaufrollung des Krieges der Weg zur Be- freiung des Proletariats geöffnet werden könne. Dieser Krieg der dem deutschen Proletariat als einziger Ausweg aus wirtschaftlicher und politischer Knechtung ge- p?e'e" w-rd. soll zugleich die Abtragung einer revolutio- » �enuber Sowjet-Rußland sein. Der F r i e d e LifArt..m ssch Rußland infolge seiner Mißerfolge JL0® durch das deutsche Proletariat aus- gclo cht werden, �a, dem deutschen Proletariat, und ins- besondere dem„rechten Flügel" der U. S. P. D.. wird sogar Fri�en bemn'�i � daß sie diesen für Rußland ungünstigen b«w ußt herbeigeführt hätten. Also nicht erst tariöi � hätte das deutsche Prole- kneiÄ 1"£ t schreiten müssen. Mit voller Klarheit spricht die Hamburger„Volkszcitung" endlich aus, was die Neukommunlsten in unserer Partei bisher nur in ver- �'Ä��°�..°''Slldeuten wagten. In«wem Ar- tikel über de« Rigaer Friede« heißt es dort«örtlich; � »Die Stund« bekeuntnis. E muh«inet Tat. pocht« die Welt . e» blieb bei eine» Sippe«» trevolutton an Deutschland« Tore, das deutsch« Proletariat brauchte nur di« Türhüter z» vertreiben, um die Tür zu öffnen. Dt« Situation war günstig. Die Bourgeoisie selbst war stck» n e i n i g. Sie begann fich schon mit den veränderten Verhältnissen abzufinden. Sie war bereit, sich wieder einmal auf den Boden der gegebenen Tatsachen zu stellen. Deutschland konnte damals zur nächsten Etappe der Weltreoolution werde». Aber warum geschah nichts? Warum verharrte das deutsche Proletariat in Untätigkeit? Warum tat e» uichts, Sowjet-Rußland praktisch zu unterstützen? Weil ihm keinerlei Bedingungen gegeben waren für eine revolutionäre Slkiiansfnhigkeit, weil ihm die klare zielbewußte Führung fehlte, weil es sich nicht in eine aktton»- bereite revolutionäre Massenpattei sammeln konnte, vergeblich drängten die Masse» zur Tat. Die opportunistische» Führer münzte» revolutionäre Forderungen in kontemvolu- nanäre Parolen um. Ja, die opportunistischen Verrater gingen noch weiter. Sie verführten die Arbeiter durch ihr« hinterhältig« Demagogie sogar zur tätige« MithUse an der Niederknüppelnng Sowjet-Rußland«.- Leichtfinniger und verantwortungsloser kst selbst von bell alldeutschen Nationalisten nie zu einem Kriege gedrängt nicht, wo Deutschland noch ein I. rfügung stand. Die realen politischen Tatsachen, die'militärischen Unter- lagen für die Durchführung und das Gelingen eines Krieges, sie werden von den Neukommunisten einfach achtlos� beiseite geschoben. Während die R e i ch s w e h r- G e n e r a l e. die das gesamte Heer und das geschlossen« reaktionäre Bup» gertum auf ihrer Seite haben, in der gegenwärtigen Strucu tion einen Krieg rein militärisch für undurchführbar haltest, soll das waffenlose Proletariat, von Gegen- revolution umbrandet, geschwächt durch die vergiftende dpac- tungsarbeit, die auf Moskauer Kommando betrieben wiro, das große Wunder vollbringen, einen Krieg zu führen gegen die inneren Feinde und gegen das übermächtig gerüstete Ententekapital, und es soll diesen Krieg auch gewinnen, ob- wohl alle Tatsachen dafür sprechen, daß das deutsche Prole» tariat schon nach acht Tagen zerschlagen am Boden läge und als siegender Triumphator die Weltrea ktro n aus den Trümmern emporsteigen würde. ist das große Verdienst der llnadhängigen Partei, Ehaos bisher von dar Arbeiterklasse ferngehalten z«! einer Zeit worden, selbst zu starkes Heer und eine gewaltige Flotte zur *£ haben. Sie»isfc fich auch in Zukunft mit all»«rast gegen das Bestreben politischer Gaukler wenden, die, wie ihre alldeutschsn Vorbilder, im warmen Hintergrund fttjen und Theorien ausbrüten, die— ander« mit ihrem Leben de- zahle« müssen. Nicht durch Katastropben, nicht über«inen Berg bvn Proletarierleichen wird der Weg zum Sozialismus führen, sonder« der Will« de« geeinten Weltproletariats, umgesetzt in Massenaktionen, wird den Kapitalismus stürzen und die Arbeiterklasse aus den Fesseln der Lohnsklaverei be- freien. Der Weg aber, den die neukommunistischea Kata- strophenpolitiker preisen, jener methodisch angewandte W a h n s i n n, der bewußt auf einen neuen Krieg hintreibt: er wird die Arbeiterklasse nicht aktionsfähig machen, er wird ihre Front zerfleischen und sie. völlig wehrlos gemacht, nur noch fester an die Kette« de» Weltkapitalismus schmieden. Die Spaltung am Niederrhein Wie haben am Dienstag über die auf dem«iederrhemi- schen Parteitag bereits vollzogen« Spaltung der U. S. P. be- richtet, llebsr die schweren Auseinandersetzungen über die Grundanschauungen der Partei, die hier geführt wurden, unterrichtet des näheren«in Aufruf, den die Partei- genossen de» Niederrhein», die de, bisherigen Taktik der A. S. P. treu geblieben stnd, in der Düsseldorfer„Volks» Zeitung" veröffentlichen. Bon besonderer Wichtigkeit aber ist. was in diesem Aufruf über die Haltung der Reu» kommuniste« zu den ZI Bedingungen gesagt tft. El heißt i« diesem Aufruf: Die Anhänger der Moskauer Bedingung«« habe« de« Loden des Leipziger Aktionsprogramm,»erlasse«. Sie habe« die 21 Bedingungen vorbehaltlos angenommen. Di«««terzeich» neten Delegierte« und Teilnehmer de« Parteitag«, haben ein« Erklärung verlangt von de« Befürworter« der Bedingungen: t Ob dies« Bedingungen mit all«« Folge» für die Partei durchgeführt»erden sollen. 1 Ob insbesondere gemäß Punkt 7 der Bedingungen der Bruch mit der bisherige« Politik der ll. S. P. durchgeführt werben soll. a. Ob insbesondere gemäß Punkt ll fEntferaeng aller„««zu» verlässigen" Elemente au» de» Parlamente«) vorgegangen »erden soll. i OS die gemäß Punkt 17«erlangt« Ramensnnuvandlung in ., Kommunistische Partei" vorgenommen werden .oll. wie der Referent Ralzahn c* erläutert hat. wo««in« oöllig««nsgado der Eeldständigleit de, Partei bedeutet. S. Ob die gemäß Punkt 2t verlangte Ansschließung von Parteigenosse, ,«d»»enossi,««»«folge« soll. Diese» Frage« sind die Anhänger der Be» dingnnge« ausgewichen, und»war trotz wiederholter Aufforderung und Betonung, daß die Stellungnahme M de« Fragen«ine Voraussetzung für die weite« gemeinsame Partei- arbeit ist. Das kennzeichnet die Feigheit eines Teils der Mos« kauanhänger, der nicht emmal das bißchen Mut aufbringt, de? dazu gehört, um seinen eigene« Anhänger« die Wahr- heii zu sagen und den Weg aufzuzeigen, der künftig ge- gangen werden soll. Das PoNzelpreutzen Protest gexe« die AusweZsrmg Lssomsbi's Hestern abend fanden zwei Protestversammlungen statt, in denen gegen die Ausweisung der russischen Sewerkschast-delegalioa. die von der deutschen Regierung veranlaßt werde» sollte, Protest erhoben wurde. Zm EcWerischehshau» referierte Eeschke von der Betriebsrätezentrale. Er hob besonder» hervor, daß die rusfi» sche Delegation gemeinsam mit de« Allgemeinen deutschen Eewerk- �chaftsbund über die Wiederherstell»«» der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Slußland be- raten wollte. Es fei nicht nur ei» Schlag gegen die deutsche Ar» beiterschaft. sondern gegen da, gtnize deutsche Wirtschaftsleben. wenn diese Berhandlunge« durch die Ausweisung der russischen che»ossen verhindert werden. Aach lebhaft« Debatte wurde so!- gende Resolution oagenomme«: «Die heute, am IX Oktober 192«.»ersammelt«« Arbeit«-«nd Acb-iternven Berlin» erhebe« schSrsste» Protest gegen die»«0« ■Weisung der.ussische» v-wertschaitsdetegati-n. A« Um Augen» KW, m rnWche«Nd deutsche»ewerkschestler}« pofltlver Arbeit zusammentraten, n» durch Aafträge für die russische Industrie, besonder» für da» Berkehrswesen. Arbeits» Möglichkeit zu schassen für die Millionen Arbeitsloser und mit oerlürzter Zeit arbeitende, dentfchen Proletarier,«acht die dentsche Regiernng dies« Bestrebungen»«möglich Der Schlag gegen die rnsstschen Ssnosse, ist zugleich ei» Schlag, gerichtet gegen die dentsche« Arbeiter»nd Angestellten. Die dent» sche Regiernng will»erhindern, daß die deutschen Arbeit« und Angestellte» die Wahrheit über Sowjet-Ruhland»nd üb« die revolutionSre Rolle der rnsstschen Gewerkschaften erfahre«. Bor alle« Dingen liegt dek deutsche« Regierung daran, z« verhindern, daß durch da» Zusammenwirken russischer und deutscher Arbeiter praktisch da» geschieht, worüber dir deatsche Regierung bisher nur Wort« gemacht hat: nämlich die Aufnahme wirtschaftlich« Be- ziehangen zwischen Roßland und Deutschland. Im Interesse de« deutschen und russischen Proletariats forder« die Lerfammeltea die Zurücknahm« der Ausweisung und die»olle Bewegungsfreiheit für die allrussische Gewerkschaft»- delegatw«." Auf Luvend orsis Spuren HR. Paris. 1Z. Oktober. Der Außenminister der Rsgiervng Wrangel, Struve, ist in Paris eingetroffen,»m dort Unterstützung für sein Land zu erbitten. Zn einer Presseunterredung teilt er mit, daß Polens Hnltnng ihm im Lugenblick großeSorge mach«. Er glaub» nicht, daß die Wrangesschen Truppen das Gebiet de» mittleren Donetz dauernd besetzt halten, aber daß sie alle» fortnehmen wür- den, was st« branchtrn, insbesondere Brennstoffe und Eisenbahn- Material. Fall» sie bis zum Frühjahr durchhalten könnten, sei ihnen der Sieg sicher. Jetzt befänden sie sich in einer schwierigen Läge, aber den Bosschewisten ginge es genau so. Der.Rebellengeneral Wrangel kündigt also an. bei einem «vöntnellen Rückzug alles zu stehlen, zn vernichten oder fortzuschleppen. Er erweist sich damit nicht nur al»«in gelehriger Schüler Ludendorff», sondern auch als ein Schüler der Kvltfchaks, Denikin», Iudenitfchs und dergleichen. Alle Rettungsaktionen, die von diesen Verschwörern bisher zur Wiederherstellung des zaristischen Regimes unter- nommen wurden, endeten damit, daß sie die eroberten Ge- biete in ei« Trummerfeld verwandelten. Womit sie fich selbst als das charakterisierten, was sie in Wirklichkeit sind: räubernde Danditenföhrer, die nicht den Aufbau, sondern die völlige Zerstörung Rußland» anstreben. Der Kampf um WUna Tll. London, 1< Oktober. Di«„Times" meldet an, K o«» o: Ehe die polnischen Truppen in Wilna einrückten, knüpft« eine Delegation, der die britischen «nd franzSflschen MUitärattache, angehörten. Verhandlungen an, »m den Litaner» einen geeigneten Rückzug zn ermöglichen und Straßenkämpf« in der Stadt zn oerhindern. Die Polen behandelten dies« Delegation sehr wenig zuvorkommend und setzten sie 21 Stunden gefangen. Die Stragenkämpfe blieben Wilna allerding» erspart,«eil die litauisch«» Truppen fich recht- zeitig zurückzuziehen vermochten. Di« Polen erliehen einen flammenden Aufruf, in welchem st« erklären, daß st« gekommen seien, nm da» Vaterland vom Erbfeind zu defreie», der»er» incht», ei« bosschewistische» vlutregiment dmrchzuführe«. Dr. Soloveitschik, der Führer der litauischen Delegation in London, hat erklärt, daß. wenn der Völkerbund Litauen nicht zur Hilfe kämmen, Litauen seine Angelegenheit selbst aledigen und fich de« polnische» Einsall widersetze» werde. Der Streik in Sachsen I»gespttzte Situativ» Dia Streiklage hat in den letzte« Tage« eine deutlich erkenn- bar« Verschärfung erfahren. Di« verhältnismäßig lange Daner des Streits läßt ihren rein lohnpolitische» Ur- sprang im Bewußtsein der Oessentlichkeit etwas in den Hinter- grund treten, und die organifiert« Bourgeoisie benutzt dies« Stimmung. um«in« Hetze gegen die Streikenden zu betreibe« und von de« Behörde« Maßnahmen zu forder«, die scharfe Ausbrüche de» Gegensatzes»wischen Bourgeoisie.und Proletariat herbei- führen müßten. So hat in Leipzig der Bärgerausschuß st» Gemeinschaft mit den Aerzten vom Rat der Stadt die Sin- setz««, der Technischen Rothils«»erlangt. Der Rat hat die Ei«, setzung der Technischen Rothilfe, von der er bisher Abstand ge- nommen hatte, auch jetzt wieder«tgelehnt, weil er davon ein« Aufreizung de? Streikenden and ernst« Unruhe» be- fürchtet. Diese Haltung des Rates der Stadt Leipzig ist selbstverständlich zu dilligen, und es ist zu f o r d« r n, daß er bei dieser Haltung be- harrt, und daß auch die Reichsbehörden darauf hinwirke� daß die Hetze des organisterten Bürgertums ohne Erfolg bleibt. Alles was geschieht, darf»ur im Einverständnis mit den Gewerkschaften vorgenommen werden, die jederzeit bereit sind, mit dafür einzutreten, daß unzweckmäßige Formen de» Streiks vermieden und Folgen der Bewegung unter» banden werden, die Leben»nd Gesundheit Nichtbeteiligter go- fährden könnten. Die Behaglichkeit der befitzenden Bourgeoifie fällt allerdings nicht in dieses Gebiet. Die Streikenden verrichte« überall die Notstandsarbeiten, soweit die technische» Möglichkeiten dazu vorhanden sind. Bei den am Mittwoch nachmittag in Dresden stattgehabte« Verhandlungen macht« der Vorstand des Arbeitgeberver- bandes sächsischer Gemeinden den Vorschlag, die Erledigung der Streitigkeit einem paritätisch zusammengesetzten Schiedsgericht»nter einem unparteiischen Borfitzenden zu Lbertragsn, dessen Spruch für beide Parteien bindend sein soll. Die Vertrete: der Arbeitnehmer erklärten, diesen Vorschlag von sich au» nicht annehmen zu können, st« seien aber bereit, ihn ihre« Auftraggebern zur Entscheidung vorzulege«. Der Zeitungsstreik beendet Ein Erfolg der Angestellte« Dl» streikende« und ansgespenten Angestellten des Zeitvags, gewetbeo nahmen hente vo-mittag in einer ungewöhnlich stark dr, uchten veesawmlnng den Bericht der Streik- leitnng über den Verlans und da, Ergebnis der verHand- lnngen der Parteien voe dem Reichsarbeitsminifterin» entgegen. Zn langwierige« Verhandlungen ist es den Arbeitnehmer»««- tretern gelungen, die Zeitungsgewaltize» zn« Nachgeben zu zwingen. Di« Unternehmer hatten den Schiedssprnch des Schliche tnngsansschnsses der eine Erhöhung der Tarifsätze am IS Prs». vor« sah, nicht nnr abgelehnt, sodderu einen Abb« n de« Tarifsätze n» 20 Prozent angekündigt. Die jetzig« Einigung ist auf folgend« Grundlage«zielt»ordra: Di« Tarissätz« d« Zngead» kiche« werden um IS Prozent«höht. An d« Lohngrupe A um» B werden die Tarifsätze fär Ledige n» 12 H, für verheiratet«»» 15 Prozent, in C»nd D für Ledig«»m 1« Probat, für v«- heiratete am 12 54 Prozent erhöht. Die«rhShnn« d« Tarif» säße mnh r»«wirke,» o.» IS. S-Pte«»«» gezahlt «erdea. Di« Aumntung d« llnteraehm«. daß aar«S Pro« »eat der Streike«»«» aa» Aasgespeerteu wieder«iagestellt»erdea soll««.««»« zarück- gewiesen. Räch d«»«einbarnng müssen sämtlich« Streikenden«nd«usgespereten wird« an ihre alten Arbeitsplätze eingestellt werden. Das Arbeitsverhältnis gilt al»»lcht»ater- brache». Für den Lohnanasall müssen 7S Prozent gezahlt werde«. Der Schlichtnngsanoschnß wird darwrt entscheiden, od die restirrend«» SS Prozent ebenfalls gezahlt werde« müssen. Räch längerer Dioknsstan. in der fich ein Teil der«ednee gage« die Annahme der Abmachungen»nd für Fortsetzung de« Streiks aussprach, wnrde ein« Resolution der Streik- leitnng. die sich säe Annahm«««»sprach, mit Rbermältlgender Majorität angenommen. Gleich» falls wurde«in« Rrfolntion angenommen, in der die streikende» Angestellte» der Arbeiterschaft, die i» herrlicher Solidarität die Angestellte» t» ihrem Kampsr nnterstützt haben, den Dank au- sprechen, Eine Bersannnlnng der au»g«sperrten Buchdruck««, Transport» arbeit« sowie de, gesamte« übrigen Personals stimmte be» Abmachnngen ebenjall» zn. Di, Arbeft«ftd in alle» Betriebe» heute mittag mied« aufgenommen. Bossche« kst enkoll« in Paria. Ans dem Lyongr Bahnhof in Parts, wurden am Mittwoch zwei Moslau-Bolschewisten oerhastet. ihrem Besitz fand man russische Essekte« im Werte von 2 Millionen Rudel, sowie«in« Anzahl bolschewistischer Broschüre». -X ?! Die rote Fahne im Wandel d« Jett Wie die Büch«, so habe» auch die Fahnen ihr« Schickialo Besonders reich an Wechsclfällen ist die Geschichte der heute überall als Revolutionssymbol geltenden roten Fahne. Ursprünglich war die rote Fahne die Flagge der Seeräuber, also von Elementen, die sich jenseits oo« Recht und Gesetz gestellt haben. Aber ihr««taent- «che historische Bedentung gewau» sie erst in den Tagen»er großen Revolution. Es find jetzt genau 12S Iah« uerflosse«. fett st« zum ersten Mal« in de» Straße» von Pari« ausg«, sucht ist. Damals wurde sie als Banner des kSnigstreae». durch den Steuerzensus allein wahlberechttgie!? Bürgertums in seinem Kampf gegen du republi. Isnisch gesinnte Soll entfaltet. Sie war die Fahne, unter der vu erste Blutbad unter dem Volle angerichtet wurde, die Fahne des Kriogsrechts. unter dem im Jahre 17S1 die berüchtigt««Füp- lado" des Marsseide» geschah. Damals hatte» die Truppen auf der Esplanade de» Felde» da, Feuer gegen die republikanischen Bittsteller eröffnet, deren Leicho« bald in großer Zahl den Platz bedeckten. Doch das Blut, da» unter ihr vergossen wnrde, heiligte die rote Fahne»nter der Lorstellong des Volles. Au» dem Em- Ol«m des Kampfes der monarchistische« Bürger gegen die Re- publilaner wurde ein Jahr später da» Sturmzeichen der Rrpubli- kaner gegen den Verrat der Monarchisten. Schon im Jahre 17S2 bildet sie den Gegensatz zu der Trikolore de» Bürgertum», und sie wurde von dem bekannten reoslutionäre« Journal, dem Pbre Duchsne, gegen die Trikolore augespielt..Der Pöre Duchbne wird die rot« Fahne der öffentlichen Meinung entfalten", schrieb das Kampfolatt der französische« Revolution in seinem wütenden Fanfarenion.»Der Fluch treffe eure ausgedörrte» langohrigen Schädel, ihr Herren mit da» dreifarbigen Schärpe! Hütet euch mt der rote» Fahne de» P�e« Dnch«n«!' Diese rote Fahne des Pitt Dnchbne sollte, so«zählt die Pa- riser.Hvmanite" in einer historischen Darlegung, in der Tat bald zum zweiten Male auf de« Pariser Straßen erscheinen. Zn den AligvstteM» bereitete man sich ia Pari, aus den Sturm vor. de» die Monarchie hinwegfegt«: Lollsfcharen aus Brest und Mar- feille reichten den republikanischen Abteilnnge« die Hand. E» wurde beschlossen, daß die vier«ngrissskolonnen. die die Tnilerien stür- wen sollten, sich um eine rote Fahne zu sammeln hatten. Die not- wendigen Fahnen wurden nachl, in aller Eile angefertigt. Einig« Tage später erfolgte de? Tuileriensturm. der dem Hof und der monarchistischs« Versammlung den Garaus machte. In den beiden nächsten Iahren der Schreckenszeit behielt die rote Fahne ihre Bedeulung als Banner der republikanischen Revolution. Und als ixch dem Fall Robespierre» die psiudv-republikanisch« Lou- zis'fle wiedes zar K--cht zslsnzt� de SS- be» WeÄ JW te den politische« Sprachschatz übergegangen. E» kennzeichnet« na- terschiedslos den Jakobiner, de» Parteigänger der Schreckensherr- schalt Lo» Stund an behielt die rot« Fahne die Bedeutung des Sturmzeichen»«nd du Sinnbildes der Volksaufstände. Al» im SN t882 die republikanischen Arbeiter und die Angehörigen der lytechnsschen Schule zusammen mit den polnischen, italienischen und spanischen Flüchtlingen gegen da« Königtum Ludwig Pht- llpp» revoltierten, vereinigten sich die Angreifer unter der roten Fahne, die diesmal die Ausschrist trug: Freiheit oder Tod! Auch im Iah« 1648 war sie das Symbol der Revolution in Paris, und sie hat ihr« Bedentung beibehalte« bis in. unsere Tage. Die großen llmmälzunge» der letzten Jahre in Rußland, in Oeftor- «ich-Aagar». in Deutschland standen im Zeichen der roten Fahne, die sich«u den oeränderre» Zeitverhältnissen angepaßt hatte: statt groß«, wehend« Bann«, wie ste früher dem Volkshaufen »orangetragen wurden, flatterten jetzt in Petersburg, in Wien wie i»«erlin kleine rot« Fähnchen neden den Führerfitzen der Automobile, mit denen die revolutionären Soldaten durch die Straßen der HanptstSdte jagten, um hier den letzten Widerstand der alten Gewalten zn brechen, dort durch ihr Erscheinen zu doku» mentieren. daß du all« Regime gestürzt sei. Musik Zn der Singakademie gab die a-eapella-Bereinigung de« Der. liner Lolkschor» ein Abschiedskonzert. Die Leistungen, denen ein« dick/g-dröngte Hörerschaft andächtig lauschte, erhoben sich auf kein lünstlcrilche» Riveau. Du Stimmaterial bat Volkschoristen erscheint entwicklungsfähig, verklingt aber vorläufig »och oh« jede fruchtbare Schulung und innere Eingebung. Die milwiseiche Cellistin Gisela Tran befreit« für Lugenblicke von dem provinzielle« Beigeschmack. Züschs Epiwakowsky. de» ich al, Chopin-»nd Beet- houen-Pianisten zur Höhe reifend werte, hafte in seinem die». sährigen. einzige« Klavierabend den»weiten Teil seine» Pro- gramm» ausschließlich ans» Virtuos« aeftimmt nnd leere Gebilde wie da, Chopin-Bolero a moll und vi« 6. ungarische Rhapsodie ua Liszt an die Oberfläche gezogen. Mehr al»«in« temp«. romentgewacksene Technik läßt fich au derartige» Ealonproben �Wie ein'�er�ngni, schwebt e» Über dem Genius Liszt',. daß et in der Anschauung der breiten Oessentlichkeit durch seine schwächsten Gelcaenheitsschvpfungcn charafterisiert ist. Mit der Ueberlegenheit tiesinilerttcher Größe ließ Joseph Pembanr im ersten Nikisch-Xonzert Liszt» A-dur-Klavierschöiu fang— um Orchester vermähleu getragen— zeituberragend -usersieh«. LH« die Renschen, denen die ttchten Feierstund»« solch« tow-de bereit« fefe s-Äten. fei nicht Geste in diese» Räumen.— Nikisch dirigiert« mit fngendliche» Zmpul» et» neue» Werk„Phantastische Erscheinungen" von Walter Lraunsel» zum ersten Male in Berlin. Eine Schöpfung, j aufgebaut über einem Thema von Beriloz, voll dämonischer instrumentaler Klanogewalt. ohne hervortretend« Prägung melo- discher Linien, abfallend in einzelnen Stimmungsmomente» durch nnsruchtbare» Suchen nach getragener Lchlich�eil.�� Vortragstheater„Dee Morgen". Wir haben«och nicht gen«A Varlragsabende, die Gründung eine»„V o r l r a g s t d e a t« r» lag als« in der Luft. Gegen oft Organisation der Abend« war« an fich nichts zn sagen, aber wen» man nur ein Ziel sähe: wenn ihp euch kurz entschließeii würdet auf dem Podium politisch zu werden. Selbst wenn ihr reaktionär wäret, hätte es doch wenig- sten» eine» Sinn, sollte euer Denken auch schon sinnlos sein. Aber Kunst pflegen wie gestern nnd vorgestern, bürncrüch.astht; i410 llhr und teilt «it. baj) das Auswärtig« Amt die ftrift für den Aufenthalt der ruMIchen Gewerkschaftsdelegation in Deutschland bis zum Ein- treffea der Einreiseerlaubnis nach Italien verlängert hat. Das ist dem Parteitag telegraphilch mitgeteilt worden.(Bravo.) Daraus erhall zum Punkt»Internationale- Eeuosfe Dittmanu das Wort. Di» ersten Redner sollten die Auffassungen der beiden Richtungen zum Ausdruck bringen, die beiden anderen hatten Nach der Vereinbarung zwischen den Referenten nur gewisfermahen die Nachlese zu halten. D S u m i g und seine Freunde bilden das Eegenstück zu Lenfch und Konsorten, die während des Krieges neue temporäre Theorien für die Arbeiterbewegung aufaestellt haben. Für uns kann nur die wissenschaftlich: Erkenntnis die Grundlage für unsere Arbeit und für unsere Taktik sein. Wir müssen uns über die ökonomischen Vorbedingungen für die Verwirklichung des Sozialismus klar werden, wir dürfen uns nicht utopische» Vorstellungen hingeben, die schon seit Jahr- zehnten überwunden sind. Als Marxisten wissen wir, dah die Verwirklichung des Sozialismus nur möglich ist auf der ökono- mischen Grundlage, die vom Kapitalismus geschaffen worden ist. Aber es müssen auch Menschen vorhanden sein, die fähig und bereit zur Erreichung unseres Zieles sind. Der Besitz der poliii- schen Macht ist die Borbedingung zur Umgestaltung der Wirt- schaftsverhällnisse. Daher müssen wir als politische Partei die Eroberung der politischen Macht anstreben. Aber der Besitz der politischen Macht reicht allein noch nicht aus, um die Wirt- schaftsumge staltung vorzunehmen.. Durch die Folgendes Krieges ist die Verwirttichnng de« Sozialismus erschwert worden, auch wenn wir�n den Besitz der politischen Mackt gelangen würden. Des wird von den Moskauer Freunden übersehen. Wir wissen, daß. je schneller der Kapitaliz. mus zugrunde geht, desto eher die Verwirklichung des Sozialismus möglich ist. Sollen wir uns aber deshalb für den Krieg gegen die kapitalistischen Staaten begeistern? Auf Grund unserer sozialistischen Auffassungen müsse« wir vn» gegen den Krieg wen- «en. Die politische Umwälzung kann nur dann von Dauer sein, wenn die ökonomischen Bedingungen dafür reif find. Genosse Dittmann verliest ein Zitat aus einer Schrift von Karski, worin dargestellt wird, daß eine Revolution al» Folge eines Krie- ge» zurzeit nicht die Verwirklichung, de» Sozialismus herbei- führen kann,«in Krieg würde nur einen Rückfall i« die Bar- darei zur Folge haben. Karski hat das schon vor dem Krieg« geschrieben, aber es treffe heute noch zu. Die blinde«ewaltaubetnn« kann dem Weltproletariat geradezu zum Verhängnis werden. Däu m ig hat nur zwei Möglichkeiten ins Auge gefabt, entweder die sofortige vollständige Niederwerfung de» Kapitalismus oder die oallftändige Verelendung de« Proletariat». Ich sage, unsere Partei muh sich auf alle Vioglichkeiten einstellen. In der Wirk- lichkeit geht es nicht so wie im Schundroman, wo man nur Gut«nd Böse kennt, sondern die Dinge sind viel komplizierter. Wir halten fest an dem Grundsatz von Losiale, alle Kraft zu konzen- trirre» auf eine» Punkt, auf den nächsten Punkt, darüber himru« aber auch nicht die großen Gesichtspunkte zu vergessen. Däumig, Freunde ignorieren alle Zwischenstufen � zu unserem Ziele. Genosse Dittmann verliest hierauf ein Zitat au» Der Smrist von Lenin übe» dt»»Kinderlrankhetten de» Kam- mnnismu,, in der die von Daum Ig und seinen Freunden ge- wünscht« Taktik in da» richtige Licht gestellt wird. Ader da», was Oekln hier tritistert, wird uns von jenen Leuten empfohlen. Unsere Ausgab» muh sein, schon vor der Eroberung der politischen Macht alle proletarischen Geister für un» zu ge- Winnen. Mit Gewalt könne« wir nimand zum Sozialisien machen, wir müsien die Arbeiter zu bemühten Mitkämp- fern für die Erobernng der politischen Macht und zur verwirk- lichuna des Sozialismus heranbilden. Wir wisien aber, daß das kein Rechenexempel ist. sondern daß Situationen kommen können, wo wir die politische Macht übernehmen und mit allen Mitteln behalten müsien. Wir lehnen es aber ab. diese eine Möa- lichkeit als einzige Möglichkeit hinzustellen.(Zwischenruf: Richtig unabhängig!) Ich quittiere diesen Zwischenruf und stelle fest, daß auf dem Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie schon Genosien da find, die nicht mehr ,» un» gehören,»le aber nicht den Mut aufdringen, um auch nach außen hin die khonsequen,«« zu ziehe».— Dt« Verhandlungen gehen weiter. Der Easieler Parteitag (Eigene Drahtmeldung der..Freiheit".) Cusiel. 14. Oktober. Di« Debatte über die allgemeine Wittschafupolltik wird begonnen. Weatig-Halle: Di« Eozialifierung ist heute bereit» mSali» da die kapitalistisch« Wirtschaft eine R e n t e n i n st t t u t i o n geworden ist und wir die Anpasiung an den Markt nicht mehr verfolgen. Eozialisieruna der Kohle hängt davon ab ob diese Bedingungen erfüllt sind. Die erste«st erfüllt. Urb« dt« zweite herrscht keine Einigkeit. Persönlich bin ich der An- ficht, daß die volle Eozialisierung de» Kohle möglich ist. Einheit- »Ich« Durchoraanisterung der Wittschaft ist die Zulunstssorm nach dem Muster des englischen Eildensoziakismus. Wisislts an sich richtige» Prinzip ist nicht durchzuführen, weil wir nicht frei sind, aber wir müsien dem vorarbeiten. Die Arbeiter müsi», an der Durchorgonisierung teilnehmen. Otto Braun, Landwirlschaftsminister. will auf da» Duell Wilsell-Schmidt nicht eingehen, aber Wissel! war nicht be- rrchtigt, solch« Kritik zu üben. Broun will eine Tat zeigen. Er bearündet einen Antrag aus Sozialisierung der Fabrikeu künst- lichcr Düngemittel, damit der Ertrag der Landwirtschaft, der stark gesunlen ist. durch starten Verbrauch der verbilligten Düngemittel wieder gehoben werden kann. So könnte der Ertrag an G«. treibe so weit gesteigert werden, datz wir anstatt kür über zwölf Milliarden fremdes Getreide einzusührrn. nur für rund 380 Millionen Marl Phosphordiinger einzuführen hätten. Sehr unangenehm ist der Gedanke, daß in einer Reichoftclle. die Preise für künstliche Düngemittel sestsetzt. ein Beamter sitzt, der bestechlich ilt. Dag muh gründlich geändert werden.(Starler Beifall.) Restriepk« erilärt. daß Wisiell und Schmidt beid« gehler Sema-dr haben. So war bc anders die Aufhebung der Lederzwangswirtsch« t ein großer� Rehker. Die 8tbitt Wüllen einaestanden werden, damit wir daraus lernen nn" Mekl B die Möglichtelten. ron der Kriegswirtschaft ZA» Plan wir tfcha st zu kommen, nicht genügend au-z-Ltzt. Soeben beginnt der Ex-R-tch-lunzl« Bauer mit einer Pole. Dil gegen Wissell. Wo fitzen die Steuersaboteure? Dt« Beweise, wo die eigentlichen ,°/'nden sind, lpährend man dem Proletariat durch die p-ompte E n, Eichung des ly-prozentigen Eteuerabzugs das un�" **n Fingernägeln wegkratzt, mehren sich°°n T°S zu Tag. So «urd« vor einigen Tagen«ine Anzeig« ge� �n G vorstand von Woldklrch.n der �»tthaupt. wannschaft Zwicka»«ins«eicht. w der Felgend« s-tt�.s.ellr „In unserer Gemeinde Waldkirchen, Amtshauptmannschaft Auerbach ist man weit entfernt, die Steuerlasten gerecht zu ver- teilen. So sind z. D. kriegsbeschädigte Arbeiter in der g. bis 14. Eteuerflasie. während Landwirte mit zirka L0 Ackern in der 4., 5.. sogar solche mit über 20 bis 80 Ackern in der K. bis S. Klasse siitd! und ein Gasthofbesitzer ist ebenfall» nach Klasse 6 eingeschätzt. Das gleiche Unrecht' besteht darin, daß auch der Gemeindevorstand bei einem Einkommen von über 4000 M. in der S. Steuerklasse ist und wissentlich in frivolster Weise Steuer- Hinterziehung treibt. Sein« Schwiegersöhne mit ea. 80 Ackern sind in der ti. bis 8. Klasse. So zahlt ein TeU der Landwirt« über- Haupt keine Einkommensteuer. Gleichzeitig mit diesem Dokument au» dem neuen Deutschland wird folgende Kultururkund«, nämlich eine Steuerliste aus Bürgerwtesen bei Danzig bekannt. Räch ihr sind zur Staatseinkommensteuer veranlagt: Engl«. Kriegsinvaltde, Bote...... 02 M. Philipp, Hofbesitzer. 4 Pferd«, IS Kühe 70 M. Philipp, Acheiter.......... 118 M. Brück, Landwirt, 6 Pferde, 18 Kühe... 70 Stepansky, Pächter, 4 Pferde, 12 Kühe. 16 Dan. Hofbesitzer, 2 Pferde. 6 Kühe... 21 M. Herzog, Gastwirt. 1 Pferd, 1 Kuh.... 21 M. Flifsikowski. Arbeiter........ 92®L v. Dackeisen, Fabrikbesitzer....... 50 M. Man könnte dieses Kapitel über die zielbewußte Steuersabo- tage der besitzenden Kreise ins Endlose fortsetzen. Aber da» hin- dert diese Leute nicht, die Phrasen der Partei des Wiederaus- boues wiederzukäuen und für den' patentierten Patriotismus aller„Gutgesinnten" zu schwärmen. Konjunkturgewinne der Laurahütte Die A.-G. für Bergbau und Hüttenbetried„Laurahütte", welche im vergangenen Jahre mit einem Rohverlust von 0)4 Millionen Marl abschloß, wirft für dieses Jahr einen Reingewinn von nicht weniger als 50 Millionen Mark aus. Dah es sich hierbei nicht um Betnebsgewinne. sondern ausschließlich um Konjunktur- gewinne handelt, zeigt die in dem vorliegenden Geschäftsbericht enthaltene Erzeugungs-llsbersicht. Danach hat sich die Erzeugung gegenüber dem Vorjahre in keiner Weise vermehrt. Sie ist in allen Zweigen vielmehr vollkommen gleich geblieben und hebt sich nur wenig über die Holste der Produktion im letzten Friedensjahre. Auch die„Deutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnet diese Gewinne ausdrücklich als.Konjunkturgewinne" und fühtt sie hauptsächlich auf'„V a l u t a g e w i n n e"'zurück. Was bei der Masse des Volkes die Ursache gesteigerten Elends und vermehrten Hungers ist, bedeutet für die deutschen Kapitalisten also nur Steigerung der Gewinne. Es läuft darum auf eine unerhörte Verhöhnung aller wirtfchaftltch Leidenden hinaus, wenn der Be- richt der Direktion der Laurahütte mit dem Appell abschließt. Ar- bciter und Angestellte mögen erkennen, dah ihre Interessen mit denen des Werkes„untrennbar verbunden" feien und„nur durch reg« gemeinsame Arbeit am besten gewahrt bleiben". Bezeichnenderweise mündet auch der Bericht der„Phönix A.-G.", in einen ganz ähnlichen Ausklang. Entsprechend dem Höberen Glanz des Abschlusses dieses Unternehmens, ist dieser Appell nur noch überschwenglicher gehalten. Es heiht da:„So ernst der Aus- blick in die Zukbnft ist. so ist er doch nicht hoffnungslos, wenn sich unser Volk darauf besinnt, dah wir unser« einstige Größe nur angesttengtester Arbeit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit»u danken hatten, und sich nicht von den Sirenenklängen ideologischer Theoretiker betören läßt, die ihm «ine neue Wirtschaftsordnung vorgaukeln, welch« jeder praktischen Erfahrung widerspricht, wen» an Stelle der Lust zum Reden und Plänemachen wieder der Wille zur Tat tritt, der allein de« Erfolg verbürgt." Welcher„Erfolg" den Herren vorschwebt, das zeige» klar und deutlich die vorliegenden Abschlüsse der Laurahütte und der PHS- nix A.-G. Ob aber die Arbeiterschaft weiter für solch«„Erfolgs" schwitzen und hungern will, wird sich entscheide». Neue Neichstagsvorlagen Dem Reichstag werden in der nächsten Zeit eine Reih« von Vorlagen zugehen, die nach dem Wunsch« der Reicheregieruna möglichst bald verabschiedet werden sollen. Hierz» gehören fol- gende Borlagen: Novelle zum Besoldungsgesetz. Entwurf über Ortsklasseneinteilung. Ge lu» l t s s p« r rg« s etz für die Gliedstaaten Wehrgesetz. M ili t S rd i« z i pl in a r gese tz. Novellen über das Reichsnotopfer(Fristenverkürzung). Novellen über Entlassung Kriegsbeschädigter, Konsulatsgebllhrengesetz, Eni- würfe über die Reichspräsidentenwahl, über Volksentscheid, de» Wittscha'isabkom- ichechien, Ungarn und Etatsberatungen fort- führen und an der Hand von Weihbüchern über Oberschlesien. Euven und Malmedq innerpolitifche Fragen besprechen, vor allem werben Sreuerfragen und di: Lösung des Arbeitslosen- Problems(Notstandsarbeiten) im Vordergrund des Interesses stehen. Gewerkschaftliches OiSi iiUUi 'MUm Arbeitnehmer des Buchhandel»! Freltag, den 15. Oktober 1020. abend» 7�llhr, lm Schullhrik. Hasenheide 22-31, Lollversammlung aller Angestellten und Markthelfer des Groß-Berliner Buchhandels. Tagesordnung: 1. Mitteilung des Schiedsspruches. 2. Bekanntgab« der Entschet- dung der Arbeitgeber. 3. Beschlußfassung über die zu treffenden Maßnahmen. Jeder Arbeitnehmer des Groß-Berliner Buchhandel» ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Afa. Ottskartell Groh-Berlin. Deutscher Transportarüeiler-Lerband. Die Bussperrnng der Biktoria-Angestellte« Die am 2. Oktober durch Aussperrung von ca. 4000 Angestellten ersvlgte Stillegung des Direklionsdetriebes der Bers.-Akt.-Grs. Bictoria, ist ein Akt brutalster Unternebmerwillkllr und so U'l«rhort in der«ngestelltenbrwrgnng, dah sich die breiteste Oes- srntltchkett immer wieder mit diesen Vorgängen eingehend de- «chaftigen muß. Wiederholt haben wir uns über die Entstehung dieses Konfliktes "Ii w 8L,btS einzelnen Verhandlungsphafci! de« Betriebsrates i Direktion der vi-toria oerbreitet. Immer wieder haben m* 1' m'~ l"*! die Dtveutvn besonders durch v ja» Ttedtke. sowie de» Pro- rT"'v." tv„tm Betriebsrat gegenüber In nicht zu fo Un,b dikla-or.schcr Art aufzutreten beliebte, „i*. Cül Vnir b«id,n Teilen zusagenden Grund- � bi-her nicht zu ermöglichen war. und wenn seitens de» Di- rertion in diesem Tone weiter verhandelt wird,«ine Einiauna in absehbarer Zeit Überhaupt nicht zustande kommen kann. fcrt""schlössen, sich keinem Machtspruch der �""f�üiner zu beugen, verlangen, daß der von ihnen gewählt« u'", Sl"ich« länger obdachslo» feine Amt». sozusagen Im Umherziehen ausüben mufi, Der Betr.eosrat hat auch kerner das Interesse der durch die Aussperrung geschädigten Aerstcherten. insbesondere de, Witwen und Waisen, zu vertreten. Wo bleiben die Äufstchtsinstanzen? Würde es sich um Willkür- akt» d« Arbeitnehmer handeln, wären sicher die jultändfge» Bs- HSiden längst zinzeschrUten. Hier, wo« sich um da» Wohl und Weh« von«ausendeu Arbet� nehmet« und Äe.sichcrten handelt, versagen die Behörde» voll. Mr� fordern im Interesse der Allgemeinheit sofortige» El». schreiten der Möi'digsn Behörden. Streik der Schildermaler Seit dem l. Oktober d. I. stehen die Schildermaler Groß. Berlin» im Streik und haben Verhandlungen noch nicht statt» �Dt?Unternehmer benutzen jetzt einzelne Kleinmeister, die ihrem Verbände angeschlossen sind, zur Fertigstellung ihrer Arbeit und leisten die Letzteren somit Vorspanndienste. Die Stimmung der Streikenden ist ausgezeichnet» zumal scho« 98 Kollegen In 33 bewilligten Firmen zu den neuen Bedingungen arbeiten. Die arbeitenden Kollegen sind im Besitze von Berecht». gungsscheine«..__. Bestreikt werden noch nachstehende Firmen: Otto Gr»»»». En» Wassergass« S: I. Häuser, Kommandantenstr. M; Otto Haußner, Lnnenstr. 25: Mutthes u. Rahn. Reuloll«. Echonstedlstr. 13. Grast Schmidt, Neukölln. Zietenstr. 78; Heimann u. Co.. Lausitzer Sttaße 2; Anton Weißmann. Prinzenstr. 73: Alfred Bunsow u. Co.. Belforier Str. 4: I. Klug u. Co.. Stallschreiberstt. 58; Hugo Teichert, Langestr. 52: Otto Sentz. Anklamer Str. 47: Fucher u. Lang. Anhaltstr. 5; Prüfer u. Roth. Prinzenstr. 18; R. P Oetzsch, Alte Iakobstrahei Otto Nüterbusch. Königgrätzer Str. 40: Koch u. Bein. Rttterstr. 49; Alsons Pitzner. Adalbertftr. 3; Wilhelm Bartel, Molkenmartt 1; Wilhelm Rumpf. Linkenstt. 154a; Schmiedel. Linkste. 20; I. Kaufmann. Rungestt. 18: Gebr. Flicher. Simeonstr. 11: R. Donner. Badstr. 8a: W. Ladewig u. Co.. Lange- fttaßc 109; Methte, Friedrickstr. 242: Köther u. Sohn. Schilling- ftraß- 38; Zweibarth. Alte Iakobstraße: H. Kießling? Eitschiner- straße 75; M. Borstendorff. Schöncberg. Hauptstt. 9; Ewald Handwttn. Grüner Weg 42: Max Handwein. Frankfutter Allee Nr. 320: Schramm. Neukölln. Berliner Straße: C. Dutti. Lands- berger Str. 88: Segall Söhne. Alexanderstr. 21a: Kistner. Zim» merstr. 86: Max Fechner.?sdalbertstr. 47; Claus, Leipziger Straße; Dittmener, Reue Friedrichstr. 11; Dewitt Nachflg., Stra, lauer Str. 36; Bich. Teltower Str. 47; Ecke. Frankfurter Allee 69; Brillant Letter». Sebastianstt. 13. Hiermit fordern wir die werktätige Bevölkerung sowie die Ge» schäftsinhaber auf. un» in dem uns aufgezwungenen Kampf tat- kräftig zu unterstützen. Das Streitlokal befindet sich: Adalbertftr. Nr. 21, Restaurant Wollschläger, Tel. Mpl. 10 507. Die Streikleitung.> . Die Rohrleger un» Helfer Groß-BerNu« beschlossen in ihrer letzten Branchenversammlung, dah alle Kollegen verpflichtet sind, jede Uederstuude zu verweigern. Von allen Rohrlegern und Hel- fern Groß-Berlins wird erwartet, daß sie sich unbedingt an diesen Beschluß halten und keinerlei Ueberstunden machen. Verstöße gegen den Beschluß sind umgehend der Branchenleitung schriftlich mitzuteilen. Die AgitationskommMon. ...... 4................... JU...............i...... Groß-Berlin uu •Tf........*'**TT Neuwahlen zum Magistrat Am SS. d. M soll eine außerordentliche Sitzung der neue« Berliner Stadtverordnetenversammlung stattflnden. behuf»«nd- gültiger Wahl von 20 Stadträten— 8 oesoldeten und 12 unbesoldeten— für den neuen Magistrat, nachdem am Donnerstag, den 21. d. M. der 25er Wahlausschuß der neuen Berliner Stadt- verordnetenvrrsammlung zu den Vorschlägen der einzelnen Frak- tione« Stellung genommen hat. verläuft dies« Ordnung pr». grammähig, kann unter der Voraussetzung baldiger Bestäti- Sing der Gewählten, die Einführung schon Ende Oktober oder nsang November stattfinden. Die geschäftige Sicherheitspolizei Die Grünen find auherordentlich geschäftig, das Lob nmß ihnen auch der Gegner einräumen. Zeigt sich z. B. ein Straßenhändle«. in großen Schritten kommt gleich ein« mindesten» zwei Mann stark« Patrouille, um den Verbrecher.chochgehen zu lassen. Wird er gefaßt wehe ihm— wir warnen Neugierige! Während des Kapp-Putfches wurden die Grünen dahingehend instruiert, Atrestanten zu verprügeln und an dies löbliche Tun hat ein großer Teil der Beamten sich derart gewöhnt, daß sie es heute noch nicht lassen können. Sitzt ein Kriegsbeschädigter oder ein Krüppel aus dem Bürge» steig und bettelt, weil der Dank des Vaterlandes nicht den Magen füllt, die geschäftige Sipo ist zur Stellt und verjagt die Be» vauernswerten. Damit ist die Geschäftigkeit noch nicht erschSvft. Die Herr» schasten haben sich nunmehr ein neues Objekt ausgesucht— Plakatankleber unserer Partei! Genossen, die de« Auftrag hatten, durch Plakate zu den Versammlungen am ver- gangenen Sonntag aufzurufen und der Aufsossunz waren, daß. wa» dem einen Recht, dem andern billig ist. wollten an den Bretter- zäunen am Bahnhos Friedrichstrohe, neben den Plakaten de» Waffenablieferungskommtssat», der Antibolschewistischen Liga. d»n verschiedensten Kientöppen, auch unsere Piakate affichieren ohne mit der geschäftigen Sipo zu rechnen. Sie wurden festgestellt, denn die Grünen wollen doch ihr« Unentbehrlichkeit nachmesse«. Es ist dringend z» fordern, daß Plakotankleber gleichmäßig de» handelt werden Entweder wird das Plakatankleben an Zäunen keiner Partei, auch ni»t dem Waffenablieferungskommissar gestattet. oder alle haben da» Recht dazu. Ein Zwischending gibt«» nicht. Verschiedenen Sipo-Beamien möchten wir dringend empfehlen. ihrer Gesämitigkeit am tt-hiigen Platze»n fröhnen, z. B, in Nacht» lokalen nicht kostenfrei mitzuschlemmen, sondern deren Befltzer zur Anzeige zu dringen, nicht selbst Eckileiibhandel zu treiben, sondern ihn zu bekämpfen usw.. nicht aber besonder» dii ärmere Bevölk«. rung und Vertreter linksstehender Pattei.n zu chikanieren, auch sie find, soviel»n» bekannt ist, Steuerzahler und damit Arbeit- gebe» der Herren Sicherheitspolizisten. Der Herbflwakdlauf de« Aebeiiee-Turn- nnd Sportbund««, 1. Kreis, ging am Sonntag beim prächtigsten Herbstwetter in der Iungfernheide vor sich. Tausend« von Zuschauern hatten sich ein- gefunden und auch die Zahl der Teilnehmer konnte befriedige». Nachstehend die Resultate: «,« NI l,» e«»«; t M«Um 13,8 Sek.; t.«( tZifmann.2oitb.bet8 S, U MI».«,«£«1.; 8. Jahn, gich'e T, 14 Min 57 4 Set._ » Sil»«-»« r-» tzZ«ich. f«» 1» nt; t. glchie-m-«»« t, l» Mi», « Set-?, Wild,*, W Min W Set-». sslfti« I. fC SRI«. 41 Btl TH tz i i, in e 1 e r, E i n»« 1 1 a« s: 1. Siiliilcr �nno fiOtt» M oe«fle«H»s. *3 Mi«, M ed.; 8. Li»m-mn-L,nd,btt, a. SB., K«in. M Sek.; i. �aaiaetut- vn«m'ch>ite«>i>cz,■_.___ �, Fr-»,»— 500 Meter: I. SlSitm»«».Land,5ers«. SB.. 1 Snn.»r g*-, �P«°be».A«te»ter».»nShelle j»iM;«. 6tb«i�tt4atli)tleitSi«ä, 1»'»- �«»e»»t,che- t«iIo»iei,e: 1. S-tn»»I.SlMmee'»«tt.» L!?- ».< s«t.: Pichl« t, 10 Wie. 84 Set.; ö«->-nn.ZchSneb«s. 10 MI». '"VI' t.■««, e. W 0»« I«»It» I<■ f: U 9'BtU' 1 nicht* i»Ich steutsn«!e O Vxntl*; I|H(Ä»kC8& i Nichte- LA SB alk lalelte f«t«nebe»- 8 Sl I»»et«t! 1- t SRI«, VI Set; t. Steu'ölin— ytl» 8 Win. SS0 Stf._...____ ,» jrjt Mäiich«»: 1, StcuiaaB-SSrl» v Ml». 47.8 Set.; I. S-mutchttenweS e"1- W EU., VoraussichtNche, Wette« für Berlin und Umaebung am»eeStag. Vielfach heiter und, rocken, etwas tübl. nachts teitweifs Nebel und Frost bei schwachen südwestlichen Winden._■ flhne4 u. 7 Mk. mit fsjellen5kclut8ckuk 5 Zobte»Mrlt'IIcki« Sanmtte. Zatmrleden Mit ketSuduag bei Lestsllun, v»n Sedieren gratis, lltoaen». SO lllk. au Sp«.; Zfllme ohne Säumen. Kein» Kurv-preKe. üstv�vtl» ssnzttg«- z»-»s« 2 Aus den Organisationen 4. StJlTttt eitfmBeliät«. Freita», 7 Uhr, Sitam« her Obleute»It de» neu- gewählten Kommisslonsiuttgliedern bei Kehner, Eörlitzer Str. IS. IS. Slftrikt. Silbange- und Kontrollkoinmisslon. Besprechung Frettug, nbend» 7 Uhr, bei Barleben, Wildenowstrahe. lg. Distrikt. Freitag«Zlb Uhr, Vollversammlung aller Elternbeiräte und deren Ersatzleute in der Aula der lg?. Eemeindeschule, Müller- Ecke Trtstiiratze. vor- tragi Geschichtsunterricht. Veotölln. 6. Bezirk. Freitag, 7 Uhr, Versammlung bei Schwengel. Elbeftr. 8. Distrikt Rd-derbarnim-Voed. Sonnabend, den lg., abend, 6 Uhr, Distrittl- lonferenz, Echulaula, Pankow, Grnnowstratze. Vereinskalender Beamten S--»»»«technischen Angestellte»»nd B-amt- Jf'-dend° Ge?As!sstelle. �Versammlung des«ernfsauss. Verme�ungstechniker im Berliner Clubh-us,"''''. Jnvalidenstr. 32C.>W J Möbelhandelz abends 7Vj Uhr Am Freitag, den 15. Oktober Uhr in der Eleschäftsstelle, ung des BeruKaurlchusses der Lhmjir. Z, abends IV* Uhr. Fach- im Blauen Saal Nordischer Hoi, rsammlung der Bertranensleute der Holzindustrie und >m Blauen Saal des Zentraloerbandes, Belle- llllianeeftr. 7/l». Mitgliederveif-mmlung Tegel abend, Vfi Uhr im Cafe Sahen- ----- mr-------- Tienbä 8 Uhr Im angekündigte Ber- MM» onnerstag, sondern am Freikag, den 15. d. M., statt. «,«» der technischen Angestellten mid Beamte». Am Freitag, den 15. Oktober, abends 7lü Uhr, wird der Eisenbahn-Znaenieur Karl Herm. Müller aus Ein- laduna des Bundes der technischen Angestellten und Beamten üder da» Thema .Einrichtung einer Zentralbehörde für Fortschritt und technische Neuerungen im NeichsverleHtsministerium sowie Einrichtung von Hilssdezernaten zum gleichen eck in allen Baubehörden" sprechen.— Ott Bottrog,»» dem die A-gehön�sen Zweck in allen Banbehörden" sprechen.— Der Vortrag, zn!. aller technischen Strafe und die Behörden eingeladen lind, findet statt trn Ober- lichtsaal der Philharmonie, Berlin. Bernburger Str. 22-23. SozioN Gubener Jugend i Bolkssgrsorge. Thema: Die Neuorganisation in Erotz-Berlin. Abteilung Südliche Bororte fBc- zirke 71, 73, 7B und 78) bei Richard Suse, Teinoelbos, Kaiser-Wilhelm-Str. 74. Res: Genosse Bläfing. Abteilung Spandau bei Wind, Spandau, Pichelsdorse: Straße 5. Nest: Genosse Lohmopei. Hotz,Znd»ftrie. Aköbel-Hondel. Freitag, 15, Oktober, abends TU Uhr, findet im Blauen Saal des Zeutraloerbandes der Angestellten, SW Kl, Belle-Alliancc Straße 7-13, 5 Tl., eine Zusammenkunft aller tn Afa-Verbänden organisterten Obleute und Bertranensleute der Hokz�ndnMe imd de, Söbd-Sei** lett Es ist Pflicht aller Bertranensleute und Obleute der Ufa der bezeichnete» Branche bei dieser Besprechung anwesend zs sein, in der weitrre Maßnahme» beschlossen werben sollen. Äfa, Ortskartell Groß-Berltn. Arbelter-Wonberbnnd.Ratnrsrennde".»git-ti-nsbeztrk Teltow. Sonntag, de» 17. Oktober. V-lksliederabend im Gewerkschast-hans, Engeluser. Rezrtationen. Lieder zur Laute. Volkstänze unter Mitwirkung der Musikalischen Abteilung. Anschließend Tan,. Einlaß 4.Zg Billetts sind zu haben Buchbandli� Gebr. Doerwalb& Drews. Schöneberg, Belziger Str. 27 und B-Hnstr. 48. Zintel. Neu- k-lln, Bergstr. 112. Zbeal-Kasin», Neukölln. Weichselstr 8 ,awie an der Abendkasse. Arbeiter- Hoch schule. Beginn der Vorlesungen. Philosophie. Llt�at«. Natur. wissenschast, Eiperanto-Lehrgnng usw.. am 18. Oktober. 7�.�. Sihnle«wdeo. wallst!. 12. Anmeldnngen und Allskunst daselbst am Sonnabend, lt. Otto bar, 7—9 Uhr abends.__. Turnoeretn Flchte.1. M�nm-Ab�Uin».«ll�MN����drt�m» .AbteUuvg. Sonnabend, Krüger, Putlitzjwche. _____ Cllj jjhij-tj i. zvduiuM&k'wubsoMeou.«•••«---- iticfcec*»»» gebeten, wegen hochwichtiger Angelegenheiten am �eitag, den 15� auf hem facl zv erscheinen. Turnen von 7—9 Uhr.— 4. Manner-Lo den 16. Oltcber. abends 7 Uhr. Generalversammlung bei Ki Verantwortlich für die Redaktion: Gmil Na bold» B e r II». Ltt» antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig K.o m t r i n�er, Karlshorn. Berlagsgenofsenickaft..Freiheit" e. G Dencker-i E m. b � »»»»«« US». b. F.. Berlin.— Druck der �frethett", x.-kiit ff' V'-If" plrih.»« «naetfyaröt IM» MMMi!»>BaßM Verroaltungsstelle Berlin, R-chricht, daß »aser«ollege, der De» Kollegen . Metallardetter Aldvri Lng«! ! Nene Hochstraße 9, am>0. d. Wt». gestorben ist. «hr« seinen, Andenken I Die 0»t«»,e»»lt»«g. 20 sesSkksssigs Personen- und Lastaueos sehr billig verkäuflich Vermittler erhalten hohe Provision Berliner �utobau Berlin N 4., Chausseestrasse 3« Farn sprechen Amt Norde« Nr. 1B20 W Beriir W Fernsp iiiiiNiiiiniiiminniiuiuiiiiiioiiiiniinniiiaiiinniiiiDiifliiiiiniiinim �Wr-BroBilioli� hochwertige» Material, ab Niederlausitzer Station, heben obzagebon 2 NORBERT BEHR& Co. ► Bau- und Brennmaterialien» Großhandlung � �«lnoSehSnebe»», Innsbrucker Str. 57/ Ferne. Steph. 8254 T 44444AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAJ ö- Damenhüte seiet Art, garniert nnd uugarnterr, direkt tn MM MW. Znoalldenftr.«, Gdw «haufferstr. Damenhüte werk«» «mgepretzt Rauchtabak Pfund 18— flBK. Rund, tarrrc fltmefpme ia aSk« Vpt-dMs«r« des Vrrfagre Kleine Anzeigen ioooo Ooe tUberfchrlfteieert AtSu, foke» mHtm Wmr* km««f» 1 J50 ZA», netto. 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