Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Dienstag» IS. Oktober 192S Nummer 443« Abend-Ausgabe X» ,BuN>«U'«fXM mmgnt» nrt—«twUHo., etnnuej» trat QBeBtae« raa (taaiüL®e»»ejiiQiptrt« fettrSgt b*» fr»)n �afteHuno I I w» Hau»(Br®iDS»®trIln 10,— SB. w>.Drau» inblbat. von bn Tp-diiwu frlbft»bgttlbU MO 00. Für Poft» btiag»tbmrn(Bnulidit Popanftallru Brftrfluagm rmgror*. UniR errnibcnb brrogt» fflt Dror�chlc»d ob DrftciTTfd) 10,50 30., ffli da» öbrlgf fluslanb 21,50 30. «XlBgll««awia-Auffchla» tptt Britf für BcstfAUni» ob Ötfteimdi SO,- M. Mb OSnl*. i(StrUa%% Bttol« G»0> x,>tlnM»mrparrNIqtNe«bn bat« Km« boftR B,—®-«wschOatzllch Soimino»|ufd»lfft' ftleine Anzrigen: Da» fRrgrbrutbtr Wort 2,— BO.,|fbf» meiteto «Don 1.50 50., ewschlirbNch Trurnn,g»,us»lag. Laufrnb««uing'n laut I-rts. goml»rn<«n,ri,n> unb Stcllrn�vrsu»« 3,20 M. nrtto?r» Z-ilr. Sd-llrn.»�uchO Worr-2lntrigru: ba» fctt.rbtsck» Wort 1,80 äO.,)«be» onttm Wort l,— 30» zmiM-r: Ststna 2030. 2645, üll«603,«63».«646.«633. berliner■Orfftm Dpr Vnofiljätißlgeti SWtäömwfntfie S>eat/Wfanb8 Zusammenstöße mit der Polizei HN. London, 16. Oktober. Wie bereits kurz gemeldet, find gestern in London die»r> bett-losen von den verschiedenen Ufer« der Themse nnter Fiihrnng von IS Bürgermeistern der Londoner Bor- stiidt««ach Dowaing Street marschiert. Es waren im ganzen 7 De. monstrationsziige. Ein grostes Polizeiaufgebot hielt die gewaltig- Menge in Schach. Die Polizei muhte aber noch verstärkt werden. Zu den Zügen wurden rote Fahren entrollt und es kam zu einem Kampfe, wischen de rPolizei um d der Menge. Die Fenster der umliegenden Regierungsgebäud« wurden zer. trnmmert. Die»leinen Mauern zu beiden Seiten der Wohnung des Premierministers stürzten ein. Ein Mann wurde ge» t 0 t e t und einig« so verletzt. Inzwischen hatte Lloyd George die Bürgermeister empfangen. vor denen er eine Rede hielt, die aber keinen Eindruck machte. Es wurde die Frage der Uebertragung öffentlicher Arbeiten für Rech. nung des Magistrats an die Arbeitslosen erörtert. Die Menge abhielt � Trafalgar Square, wo fie noch eine Versammlung Die Wahlen in Oesterreich Wien, 17. Ottober. von insgesamt 151 ,u besetzenden Mandaten für de« Rational. ._________________________________ itglied Bürgerlichen Arbeitspartei. Es fehlen«och die Ergebnisse aus dem Wahlkreis Krems fS Mandatej. Zu diesen 151 Mandaten kommen noch S Mandate aus K S r n t d e n, die bis zur Durch- führung der dortigen Wahlen von den diesjährigen Abgeordneten (4 Sozialdemokraten, 3 Ehriftlichsozialen und 2 Grohdeutschen) vertreten bleiben, ausserdem«och die auf Grund der Reststimmen zu verteilenden 18 Manoate. Nach diesen bisher festgestellten Eraebnifien verlieren die Sozialdemokraten und die Grohdeutschen je 6 Sitze, davon die Grohdeutschen Z an die von ihnen abgesplitterte Bauern. partei: die Iiidisch-Rationalen und die Tschechoslowaken verlieren ie ein Mandat: die Ehriftlichsozialen gewinnen 12 Mandate. Bon den gewählten Sozialdemokaten find' zu nennen die Staatsseke» täre Dr. Renner und H a n u s ch. sowie Friedrich Adler; von den Ehriftlichsozialen Staatssekretär Mayr, Präsident Hauser und Fink und von den Grohdcutschen Präsident Dinghoser. In den steiermärkischen Landtag wurden 30 Christlich-Soziale, 22 Sozialdemokraten, 8 Grotzdeutsche und 6 Bauernbünd- ler gewählt. 4 Mandate für den Landtag werden im zweiten Ermittelungsverfahren besetzt. Eine Rede Lenins TU. London, 16, Ottober. Ein Radiotelegramm aus Moskau meldet, datz Lenin auf der Konferenz der Präsidenten der Sowjets, die am IS. Ottober in Moskau eröffnet wurde, eine wichtig« Rede über die allge- meine Politik Rutzlands gehalten habe. Er führte aus, datz angesichts der militärischen Lage der Roten Armee der Frieden mit Polen wenigeroortellhaftfür Ruhland sei, als wenn er vor dem Marsche auf Warschau abgeschlofien worden wäre. Unsere Sache bleibt ang«sichts de««irtschastliche» Lage der ganzen Welt fest und unumftötzlich. Als fich die Rote Armee der polnischen Grenze näherte, schlug«n» Lord Eurzon im Namen de» Völkerbundes vor, dem Krieg« ein Ende zu machen. Wir habe« ihm geantwortet, datz wir uns um de« Völkerbund nicht kümmern. Zum Schlufie sprach Lenin in längeren Ausführungen über die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Ruhland», die er durch verschiedene statistische Darftellungen be- kräftigte. Josef Seliger Schmerzlich überraschend kommt die Nachricht vom Tode dieses pflichttreuen, begabten und unermüdlichen Führers der deutsch-böhmischen Sozialdemokratie. Seliger repräsen- �lerte in glücklichster Weise alle guten Eigenschaften des nordböhmischen Proletariats, aus dem er hervorgegangen war. Er wurde im Reichenberger Lande im Aalire 1863 geboren. Als Sohn eines Webers wurde er fewst Weber- geselle und kam sehr früh in die sozialistische Bewegung. -mit unermüdlichem Eifer arbeitete er an seiner Ausbildung und schon in jungen Jahren gehörte er zu den führenden Genossen. Bald nach der Einigung der österreichischen Partei sah er in ihrer Parteileitung. Seliger gehörte zu jenen pro- letarischen Führern, die durch unermüdliche Arbeit an sich selbst mit ihren höheren Aufgaben immer mehr wuchsen. Die Abtrennung von dem übrigen Deutsch-Oesterreich zwang die deutsche Arveiterbewegung in Böhmen vollständig selb- ständig in den schwierigsten Situationen zu handeln. Seliger wurde ihr einsluhreichster Führer. Tatkraft. Besonnenheit und ein tiefes Vcrantwortlichkeits- gefühl zeichneten ihn aus. Seine Hauptsor�e galt der Er- Haltung der Einheit der Partei gegenüber den kommunistischen Umtrieben. Noch auf dem letzten Karlsbader Parteitag setzte er sich in einer großen Rede, obwohl er bereits todkrank wo/., mit hinrcihender Leidenschaft für die Erhaltung der Einheit der Partei ein. Er hatte Erfolg und dieser Sieg der proletarischen Vernunft verschönte ihm die letzten Tage. Ein hochbegabter Arbeiter. ein unermüdlicher Kämpfer ist mit ihm geschieden. Für das deutsch-böhmische Proletariat ist fein Tod in diesen schweren Zeiten ein kaum zu ersetzender Verlust. Auch diejenigen. die nicht in allen Fragen mit der Taktik Seligers einver- standen waren, stehen trauernd an der Bahre dieses Mannes, der viel zu früh seinem hingebungsvollen Wirken entrissen worden ist. Die bayerische Konterrevolution Aus München wird uns geschrieben: Die bayerische Konterrevolution rüstet zu einem neuen entschei- denden Schlag. Ueberall hat sie die Machtpositionen in Händen und die Einwohnerwehr gibt ihrer Stellung die nötige„staats- erhaltende" Festigkeit. Nur einen kleinen Schönheitsfehler hat dos weih-blaue Bild: Die großen Gemeinden parieren noch nicht dem Kommando der Herren Escherich, Pöhner und K a h r. Dort gibt es noch Mehrheiten aus Sozialdemottaten�ind Unabhängigen und diesem unerhörten Zustand muß auf rasche- stem Wege abgeholfen werden, vor allem in München. Dar- über sind sich alle Orgeschleut« in Bayern einig, vom Landes- Hauptmann Escherich herab bis zum letzten Wchrmann. Allein mit der Einwohnerwehr läßt sich die gewünschte Korrektur im reaktionären Schönheitsbild Bayerns nicht so ohne weiteres vor- nehmen, wenn sie gleich stark und mannhaft ist in bayerischen Gauen. In Sonthofen hat der Orgesch-Häuptling aufs neue ver- sichert, daß die bayerischen Einwohnerwehren ihre Massen nie und nimmer ablieser« werden und das Bayern im Kampf gegen den Bolschewismus der ruhende Pol, der„Äristallisations- punkt" sei, um den herum sich alles gruppiert. Zum Glück für die Orgeschleute existieren in Bayern noch B L r- gerräte. In ihnen, sehen sie die Rettung. Gemeinsam mit den Mächti- gen der klerikalen Bayerischen Lolkspartei spannten sie den Mün- chener Bürgerst vor ihren Wagen, der dann prompt einen Auf- ruf an die Münchener erlieh, in dem die Münchener Spießer ge- fragt werden, ob dieser„allen Ervvdsätzen der Demokratie höhn- sprechende Zustand"(die sozialdevu-unabhängige Rathausmehr- heit) auf Kosten der Stadt noch jahrelang dauern soll. Es wer- den dann Neuwahlen verlangt und die Bürgerschaft aufge- fordert, schriftlich entsprechende Erklärungen beim Bürgerrat ab- zugeben. In Berlin will sich die Bourgeoisie der neuen sozialistischen Mehrheit nicht fügen und in München schreit sie nach„Demokratie". Die„Münchener Neuesten Nachrichten" sind noch deutlicher und zeigen, daß es sich nicht um die Demokratie handelt, sondern lediglich um Erfüllung nacktester Klassen- interessen. Sie erklären einen Volksentscheid für viel zu umständlich und verlangen vom Landtag ein Spezialgesetz — aus deutsch Ausnahmegesetz—, durch das einfach für München Neuwahlen bestimmt werden. Das bayerische Selbstverwaltungsgesetz sieht einen Volks- entscheid vor. Wenn ein Viertel der Anzahl der bei der letzten Eemeindewahl in die Wählerlisten eingetragenen Wahl- berechtigten Neuwahl beantragt, ist den Wahlberechtigten Gele- genheit zu geben, darüber abzustimmen, ob der Stadtrat sich einer Neuwahl zu unterziehen hat. Der Vllrgerrat hat die nötige Zahl der Unterschriften gesammelt, und beim Stadtrat den formellen Antrag auf Abstimmung über Neuwah- len vorgelegt. Nun werden zwar die Unterschriften des Bürger- rats nicht anerkannt werden können, aber in den vom Stadtrat aufzulegenden offiziellen Listen wird die verlangte Stimmenzahl wohl ohne weitereg zustande kommen, um den Volksentscheid herbeizuführen. Nachdem bei der letzten Eemeindewahl rund 300 000 Wahlberechtigte in München waren, müßten über 180 000 Stimmen für die Neuwahl abgegeben werden. Gelingt es dem Bürgerrat nicht, diese Zahl aufzubringen, dann bleibt der gegen- wärtige Stadtrat bis 31. Dezember 1024 im Amt, wenn nicht der Landtag das von den„Münchener Neuesten Nachrichten" verlangte„Spezialgesetz" beschließt. Bei den Mehrheitsverhält- nisien im bayerischen Layjitag ist aber ohne weiteres damit zu rechnen, daß er«in Ausnahmegesetz gegen die Münchener sozia- listische Rathausmehrheit beschließt, so daß es in München im Januar 1921, gleichviel wie der Volksentscheid ausfällt, zu Ge- meindewahlen kommen wird. Die Münchener Arbeiterschaft hat die Neuwahlen nicht zu scheuen. Aber sie muß alle Kräfte einsetzen, um den konterrevo- lutionären Angriff auf das Münchener Rathaus in einen Sieg des Proletariats umzumünzen. Der Streik in England Der Kampf der englischen Bergarbeiter ist ein einfacher Lohnkampf, insofern als das Streitobjekt eine Lohnforderung ist. Trohe Bewegungen so außerordentlich wichtiger Arbeiter« gruppen sind indes niemals ausschließlich Angelegenheit der um die Lohnhöhe streitenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sie müsien stets von starker Wirkung und Rückwirkung auf die Oeffentlichkeit, auf Eesellschast, Staat und Wirtschaft und — nicht zuletzt— auf die Arbeiterbewegung selbst sein. In einem Jndustrielande wie England gilt alles das doppelt von einem Streik der Kohlenarbeiter. Sieg oder Niederlage wer« den von großer Bedeutung sein für die Zukunft der Arbeiter» bewegung. vorausgesetzt, daß der Streik von größerer Dauer ist und sein Ausgang eine Entscheidung in dem einen oder anderen Sinne bringt. Andere Arbeitergruppen und ihre Organisationen werden hineingezogen werden und alle Fol» gen der Bewegung werden auch sie zu spüren bekommen. Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen der Berg» arbeiterorganisation, den Unternehmern und der Regierung ist der Streik unvermeidlich geworden. Um es von vornherein zu sagen: die Situation ist für die kämpfenden Bergarbeiter n i ch t g ü n st i g. In der verflossenen Zeit der Verhandlungen hat sich gezeigt, daß die gesamte Oeffentlichkeit sich gegen den Streik wendet, nicht nur die sogenannte bürgerliche Oeffentlichkeit, sondern auch große Teile der Arbeiterschaft. Als reine Lohnbewegung interessiert der Kampf nur die Bergarbeiter und es ist keine Möglichkeit vorhanden, dem Streik eine Parole zu geben, die das Interesse der Arbeiterklasse hervorzurufen vermag. Im Gegenteil mußte die ursprünglich mit den Lohnforderungen der Bergleute verknüpfte Forderung auf Herabsetzung des Preises für Hausbrandkohle zurückgestellt werden.. In dieser Situation warnte Robert S m i l l i e vor dem Streik. Gegen seinen Willen und feinen Einfluß wurde der Streik beschlossen. Worin wir jedoch keinen„Verrat" des alten Bergarbeiterführers sehen dürfen, was die Eng» länder selbst am wenigsten tun, sondern nur ein Zeichen da- für, daß die Bergarbeiter eine Lohnerhöhung für so brennend notwendig halten, daß sie selbst gegen den Rat des bewährten Taktikers in den Ausstand traten, nachdem das Ergebnis der Verhandlungen sie enttäuscht hatte. Die Unternehmer haben die Zahlung höherer Löhne ab- hängig gemacht von einem Steigen der Produk- t i 0 n s z i f f e r. Das war ihr„Zugeständnis" bei den Ver» Handlungen. Wie die Berechnung erfolgen soll, ist bis» her unklar. Es ist nicht anders möglich, als daß der Vor» schlag der Unternehmer hinausliefe auf ein Prämien» s y st e m, bei dem für eine Mehrleistung ein Mehrlohn an den einzelnen Arbeitern gezahlt wird. Da die Grubenbesitzer — genau wie bei uns— nicht daran denken. Mittel zur Stei- gerung der Fördermengen zur Verfügung zu stellen in Form von technischen Verbesserungen, so ist die Vermehrung der Produftion nach dem Ansinnen der Unternehmer nur möglich durch schärfere Anspannung der einzelnen Ar- beits kraft. Dazu kommt, daß ein solches System dem Solidaritätsbewußtfein der geschulten englischen Gewerkschaftsmitglieder widerstrebt, denn es würde eine Konkurrenz unter den Arbeitern herbeiführen, die von nach- teiligster Wirkung auf die Gewerkschaftsbewegung sein müßte. Darum lehnen die englischen Bergarbeiter den Vor- schlag der Unternehmer aus grundsätzlichen Be» denken ab. Das bedeutet, daß sie vor dem Nichts stehen. In den langen Verhandlungen haben.die Unternehmer nicht das min» deste Entgegenkommen gezeigt. Darum ist die Er- regung begreiflich, die zu dem Streikbeschluß geführt hat. Di« Bergarbeiter halten an ihrer Forderung einer bedingungs- losen Lohnerhöhung von zwei Schilling fest. Diese Forderung ist durch die auch in England wachsende Teuerung voll- kommen begründet. Smillie wollte eine unparteiische Untersuchung über den Stand der Erubenindustrie in England herbeiführen, eine Untersuchung, wie sie in England gewöhnlich unter stärkster Anteilnahme der gesamten Oeffentlichkeit statt- findet. Smillie hoffte— nicht ohne Grund— die Stimmung der Oeffentlichkeit, die in England für den Ausgang größerer Bewegungen noch weit wichtiger ist, als anderwärts, auf solche Art fürdie Forderungen der Bergarbei- ter günstig zustimmen. Die Führer der Transport- arbeiter und Eisenbahner waren mit Smillie einig. Diese beiden Organisationen, die mit den Bergarbeitern im..'Drei- bund" kartelliert sind, beteiligen sich auch zunächst nicht an der Bewegung, aber es ist wahrscheinlich, daß sie bei längerer Dauer des Streiks hineingezogen werden, wenn sie, wie zu erwarten ist, nicht bald vermittelnd auftreten. Tie Bergarbeiter haben das> Eingreifen anderer Organisationen bisher auch nicht gewünscht... Alle Bedenken der Führer werden indes nicht htnoern, dag der Kampf nun, nachdem er ausgebrochen ist, mit der ganzen Kraft der englischen Gewerlschafts- bewegung geführt wird. Und besonders Smill« wird alles aufbieten, um den Streik zu einem für die Ar, heiter günstigen Ende zu führen,> Di« Regierung, die«mfangs Einigungsversuche machte, läs-t nun der Vcwegung ihren Lauf, auch ein Zeichen dafür, ddfj sie glaubt, sie kann ihrer Sache sicher sein. Sie hofft wohl sogar, daß die Organisationen der Arbeiter durch einen un- günstigen Verlauf des Streiks, den die Regierung erwartet. größeren und dauernden Schaden nehmen können. Schon ein- mal, kurz vor der letzten Streikabstimmung, wurde das Ee- rächt verbreitet, die Bergarbeiterorganisation sei von einer Spaltung bedroht. Darin aber dürften sich die Herren täuschen. Die englische Arbeiterbewegung hat schlimmere K ris e n glücklich überstanden und der Wunsch der Bour- geoisie wird sie nicht zerstören. Einstweilen beginnen ein- zelne bürgerliche Presseorgane eine Hetze gegen die Streiken- den. Sie malen die Revolution an die Wand, ein demagogischer Trick, wenn er von bürgerlicher Seite ausgeht, und eine falsche Einschätzung der Situation, wenn etwa die Arbeiterschaft anderer Länder an einen solchen Charakter der Bewegung glauben sollte. Die Bewegung ist eine Lohnbewegung und die Berg- arbeiter selbst werden alles daran seüen, um dieses Wesen ihres Kampfes nicht verwischen zu lassen. Das hindert uns indes nicht, den Streik, der heute allgemein ist, mit dem stärksten Interesse zu verfolgen. Das schließt auch nicht aus. daß die Bewegung unversehens andere Formen und größeren Ilmfang annimmt, denn auch England ist erfüllt von K r i s e n l u f t. Es ist sogar wahrscheinlich, daß die Er- regung der Bergarbeitermassen auf andere Arbeiterschzchten übergreift. Schon jetzt wird in einigen Eisenbahnerversamm- lungen der sofortige Sympathiestreik gefordert und in Cleveland sind die Arbeiter der Eisenerz- gruben gleichzeitig mit den Kohlenarbeitern in den Aus- stand getreten. Die englische Regierung aber rüstet eben- falls. Sie hat die Ausfuhr von Kohle verboten und die Per- teilung der Kohle strenger geregelt. Unsere volle Sympathie gehört den englischen Kämpfern. wie unsere Reichstagsfraktion schon zum Ausdruck gebracht hat. Der Mohr kann gehe« Zur Ausweisung Sinojews und Losowskys Wir haben schon gestern abend unser Urteil über die Ausweisung von Sinowjew und Losowsky abgegeben. Es ist ein sinnloser Gewaltakt, der Einowjew mehr nützen dürfte, als die wenigen Reden, die er noch in Deutschland ge- halten hätte. Co plump das Mittel der Ausweisung auch in der Politik ist, so planmäßig und berechnet ist es diesmal angewendet worden. Einowjew wurde in Deutsch- land eingelassen, weil nicht nur die russische kommunistische Regierung, sondern auch die deutsche reaktionäre das höchste Interesse an der Erfüllung seiner Mission hatte: an der Spaltung unserer revolutionären Massenpartei. Sinow» jew wurde nach Halle geschickt, um den Schnitt möglichst weit rechts durch unseren Parteikörper zu ziehen, und die deutsche . Regierung konnte das nur billigen, da sie die überlegten planmäßigen Aktionen unserer Massenpartei viel mehr zu fürchten hatte als die Putschereien der Kommu- nisten, die auch nach der Aufnahme der Neukommunisten nur einen Bruchteil unserer früheren Stärke vorstellen werden. Hätte Sinowjew in Halle sein Ziel nicht erreicht,— die Regierung hätte ihn noch zehn Wochen in unseren Bersamm- -MJen wühlen lassen, bis er die Spaltung— sein Ziel und '■ink-Ziel— erreicht hätte, das, wie so viele andere Moskauer Taten, in der Wirkung konterrevolutionär ist. Die reaktionäre Presse tobte gegen die Regierung, daß sie Sinowjew überhaupt hereingelassen hatte, und strahlt nun vor Freude über die Ausweisung. Diese plumpen Säbel- Politiker verstanden die raffinierte Absicht der Regierung u'ch� oder sie stellten sich noch dümmer als sie find, um Durchfuhrung zu sichern. Offen bekennt dagegen das Berliner Tageblatt", was die Regierung mit der Einreise- erlaubnis bezweckt hatte. Es schreibt: .Di« Reichsregierang hatte keine Veranlassung, Sinawje» zu mhiiidcrn, 3ers«tzungsp«zeh innerhalb der radikale« Linken ,o wirksam zu beschleunigen, wie er da« in Hall« getan hatte. Keine Regierung kann e« sich aber gefallcn lassen, daß ein Au«- land« den offene« Bürgerkrieg in ihren Lande predigt." Das ist eine geradezu amtliche Bestätigung unserer Auf- fassung. Sinowjew war in Deutschland das Spielzeug von Stinne». In seiner Wirkung hat er hier als „Agent der Bourgeoisie" gearbeitet. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Das große Verbrechen Wie Sinowjew zitiert Auf dem Parteitag in Halle zitierte Sinowjew den Brief eines in Deutschland lebenden russischen Genossen zum Beweise für die Notwendigkeit der 21 Bedingungen. Dieser Brief war einem Delegierten der Rechten zur Uebermitte- lung an Sinowjew zugegangen. Wir sind daher in der Lage, den Brief wortgetreu wiederzugeben. Der Brief lautet: Borna, 12. Oktober 1820. Liebe Genossen Sinowjew und Bucharin. � Nachdem ich erfahren habe, daß Sie am Parteitag der U. S. P. in Halle teilnehmen werden, erlaube ich mir einige Worte an Sie zu richten. Ich stehe in den Reihen der 1l.S. P. natürlich auf dem linken Flügel und habe Ihre 21 Punkte gelesen, die die Genossen Lenin und Trotzki den deutschen 1l.S. P. vor- gelegt haben für den Anschluß an die dritte Internationale. Ich weiß sehr gut. und mutz die Wahrhell sagen, datz die ll.S.P. vom erste« Revolntionstage an den Weg nach Moskau gesucht hat und recht gut in ihren Organen geschrieben, das Proletariat organisiert und zum Kampfe, zur Verteidigung und Unterstützung der russischen Genossen aufgefordert hat. Sie hat auch ein« scharfe Kontrolle von der Regierung verlangt und die Kontrolle der Entente-Transporte gegen Sowjetrußland selbst in die Hand ge- nommen. Aber jetzt, nachdem die deutschen Genossen aus Ruß- land zurückgekehrt sind, begann eine Verwirrung und Zerrüttung der Partei. Natürlich sind auch die Führer ein wenig daran schuld. Sie begannen gegen die Punkte zu agitieren, die Massen dachten aber, daß es dabei gegen Moskau geh«. Und vergessen Sie auch nicht, Genossen, daß es in der ll.S.P. viele Genossen vom rechten Flügel gibt, die gegen das Moskauer Diktat sind. Ich habe genug für Moskau gesprochen, und ich bin selbst gegenallePunkte. Wir können nicht Ruhland mit Deutsch- lnnd, weder in ökonomischer noch in politischer Hinficht vergleichen. Wir stehen als Sozialrevolutionäre Schulter an Schulter im Kampfe für die Befreiung des internationalen Proletariat» und für die Beseitigung der Reaktion Wir kämpsen ulle für ei« und dasselbe Ziel. Teure Genossrn, latzt den deutschen Kapitalisten nicht die Freude und gestattet nicht die Zerrüttung und die Spaltung der Partei, die ihre Autonomie haben motz. Ihr solltet erwägen, daß, wenn es nicht zu einA Einigung kommt, viele Genossen der Partei aus- scheiden werden und wohin sie aber gehen werden, ist uns unde- kannt. Für das Bürgertum jedoch ist die Schwächung der Partei eine Freude. Ich kann Ihnen nicht viel schreiben, ich wäre froh, wenn ich mit Ihnen persönlich spreche» könnte. Mit genossenschastlichem und brüderlichem Gruß.... Ich selbst bin in Wilna geboren, lebte in Rußland, war Soldat und lebe jetzt das fünfte Jahr in Deutschland. Daraus geht hervor, daß der Brief einen ganz ande- ren Inhalt hat, als Sinowjew auf dem Parteitag be- hauptete. Sachlich aber ist von großer Bedeutung, daß auch dieser Genosse die Unmöglichkeit der Durchführung der 21 Bedingungen betonte, und daß seine flehentlichen Bitten, die russischen Genossen möchten von ihren verbrecherischen Plan absehen, die deutsche U.S.P. zu spalten, einfach in den Wind geschlagen wurden. Zurückweisung Die Bremer„Arbeiterzeitung" schreibt:„Sinowjew hol es auf dem Parteitag i» Halle für notwendig gehalten, zur An- »reisung der S. Internationale die deutschen freien Gewerkschaften m der gemeinsten, schmutzigsten Weise zu be- schimpfen und zu besudeln. U. a. bezeichnete Sinowjew die Gewerkschaften für reaktionärer al» die O r g e s ch! Di« B e r» trauensleute der U. S.P. im Metallarbeiter- Verband Bremen erklären, datz sie durch diese Anwürfe de» Verbündeten von Enver Pascha, dem Armenierschlächter und' Intimus Wilhelms des Zweiten, nicht getroffen werden können. Sie protestieren energisch gegen diese Beschimpfungen und weisen es weit von sich, mit derartigen Elementen in eine international« Kampfgemeinschaft zu treten." Die Diktatur in der Praxis In Hannover, einem Eldorado des Neukommunisnms, wa man schon während der Diskussion so weit ging, die Gegner der Moskauer Bedingungen einfach aus der Partei auszuschlietzen. hat man sich bereits am Montag mit Gewalt in den Besitz der Genassenschaftsdruckerei„Volksrecht" gesetzt und die Ausgab» der bereits gedruckten Zeitung, die das Manifest der Unabhäns gigen Sozialdemokratie und den Organisationsentwurf enthielten, verhindert. V Dieser Gewaltstreich ist natürlich rechtlich unhaltbar. Ueber den Besitzwechsel kann nur die ordnungsgemäß einberufen« Generaloersammlung der Verlagsgenossenschaft entscheiden. Po- lllisch bedeutet er nichts weiter, als die praktische Anwendung der Moskauer Methoden, nach denen nicht Recht und Ueberzeugung entscheidet, sondern die brutale Gewalt. In Frankfurt a. Main haben ebenfalls in der Nacht zum Montag die Neukommunisten versucht, das Parteiorgan„Volks- recht" gewaltsam in ihren Besitz zu klingen. Sie haben aber ihren Mann gefunden. Der Handstreich wurde vereitelt und die Eindringlinge mußten wieder abziehen. Ein Aufruf der Frankfurter Genosien Aue Frankfurt wird uns berichtet: Die Parteileitung der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei in Frankfurt a. M.. die Stadtverordnetenfraktion der Unabhängigen fozialdemokratischen Partei, der Borstand der Frankfurter Genassenschaftsdruckerei und der Verlag des„Volks- rechts" erlassen an die Parteigenossen und-genosstnnen einen Auf- ruf, in dem es heißt: Leichtsinnig wurde das Werk zerstört, das mit so viel Mühe, Arbeit und Opfer aufgebaut war. In blinder Leidenschaft zerstört««an die Einhell der Partei, die der Kom» munistischen Partei geopfert werden soll. Gerade die entschieden revolutionär« Politik der U. S. P. D. hat ihr das weitgehendste Vertrauen der deutschen Arbeiterschaft eingebracht, so datz sie in kurzer Zeit von einem kleinen Häuflein zur Massenpartei wurde. Diese Massenpartei soll jetzt Werlzeug einer Führercliqne werden. Moskaus Will« soll bindendes Gesetz sür das Weltproletariat sein! Eine Führerdiktatnr ohnegleichen soll aufgerichtet werden! Verwerflicher Putfchismus anstatt erfolgver- heißender Klassenkampf wird die Folge sein. Diese Taktik muß das deutsch« Proletariat ins Verderben stürzen. Wer Kam- munist ist, mag zur Kommunistischen Partei Deutschlands über- treten und deren Wahnsinnstaktik mitmachen. Die selbständig« unabhängig« Sozialdemokratie aber mutz erhalten bleibenl � sind jederzeit zu einer Verständigung und zum Anschluß an die dritte Internationale unter Wahrnno unserer Autonomie bereit. Wir müssen aber im wohlverstandenen Interesse des deutschen Proletariat« selbst entscheiden, was und wie der entscheidende Kamps mit den Mächten der Bergangenhert aufzunehmen ist.___ Der Wiederzufammentritt des Reichstages Am heutigen Dienstag nimmt der Reichstag feine Arbeit wie- der auf. Die heutige Tagesordnung weist nur kleine Vorlagen auf. Die Hauptarbeit des Reichstages wird erst in den nächsten Tagen beginnen. Reichskanzler Fehrenbach empfing, wie gemeldet wird, am Man- tag vormittag die Führer der Reichstagsftaktionen mit Ausnahme der Unabhängigen Fraktion. Vorbehaltlich der endgültigen Stel- lungnahme des Aeltestenausschusses, der am Dienstag vor der Bollversammlung zusammentreten wird, ist man dahin überein- gekommen, datz in dieser Woche nur kleinere Vorlagen erledigt werden sollen. Ein Tag soll für die Fraktionensttzung ftei bleiben. An größeren Vorlagen gelangt nur der Haus- haltsplan in die erst« Lesung, und zwar wird sich daran keine größere Aussprache knüpfen. Mit Rücksicht auf den von Sonntag bis Mittwoch nächster Woche stattfindenden deutschnationalen Parteitag soll die allgemeine politische Aussprach« am Mittwoch oder Donoervtag nächster Woche beginnen. Sie wird eingeleitet werden durch Rede» des Reichskanzlers Fehrenbach und des Reichsfimrnzministers Dr. Wirth. Aus Waldeyers Erinnerungen Wilbelm von Waldener. der berühmte Berliner Anatom, der mit der medizinischen Wissenschaft de» letzten halben Jahrhunderts aufs engste verknüpft ist. hat— im Verlag von Friedrich Cohen- Bonn— seine Lebenscrinnerungen veröffentlicht. Der greif« Ge- lehrte, der jetzt im LS. Lebensjahr- steht, hat auch weite Reisen in beiden Hemisphähren gemacht, und er weiß aus dem Sckatz semer Erlebnisse vielerlei-u er- zählen. Aus den Aushängebogen des Buches, das demnächst aus- gegeben werden wird, können wir dank dem Erngegentornmen der Verlagsbuchhandlung schon heute Proben geben. Die Gasthöfe und die Verkehrsmittel ließen derzeit in Spa- n i e n noch vieles zu wünschen übrig, namentlich in Bezug auf -gewisse Oertlichleiten. die als Gegenstücke zu den Speisewagen _ bezeichnen find. Soll der körperliche Haushalt des Menschen .n Ordnung bleiben, so müssen Einnahmen und Ausgaben m ein von der Natur vorgesehenes und eingerichtetes Gleichgewicht ge- bracht werden, wobei man viel leichter mit den Einnahmen ein- mal im Rückstände bleiben kann als mit den Ausgaben. Man kann also leichter den Speisewagen in einem Zuge entbehren, als die Ausgaberäume. Diese aber waren damals in Spanien nirgends in den Zützen vorgesehen, und die Ersatzräume auf den Halte- platzen waren meist in einem entsetzlichen Zustand, so datz man er- schreckt zurückfuhr, wenn man es gewagt hatte, die Tür zu öffnen. Aber die Eingeborenen wußten Rat. Als ich von Caditz nach Granada fuhr, kam ich in einem Abteil mit einer spanischen Familie zusammen: Vater. Mutter und drei Kinder. Die Mutter hatte sorglich eine Flasche Wasser sowie ein gewisses Deschirr mit, das als ein wahrhaft internationales Objekt zu bezeichnen ist, da es, soweit meine nicht geringe Erfahrung reicht, in allen Län- dorn dieselbe charakteristische Form befitzt. Mit Hilft dieses Ge- Ich irres konnte denn auch den Kindern die nötige Erleichterung geboten werden, wovon sie öfters Gebrauch machten. Die Flasche Wasser und die Möglichkeit, die Fenster zu öffnen, erwiesen sich dabei als höchst nützlich. Ich dachte an den Spruch:..n»tur»Ii» non sunt turpia" und belästigte mein« Reisegesellschaft nicht durch übel angebrachte Neugier.sondern wendete, sobald ich die Vor- bereitungen merkte, meine völlige Aufmerksamkeit der zu durch- lob-enden Gegend zu. Ein Glück nur, daß wir Erwachsenen unsere Ausaaben vorher in Ordnung gebracht hatten. Auf der Reise in die Vereinigten Staaten hatte ich Ge- leaenbeit die guten E i g e n s ch a s t e n der nordamerikanischen N e a e r'kennen zu lernen. Ich»erniißft emes Morgens beim Anficibcn den Mann, der mir bis dahin die kleinen Morgen- dienkm aeleistel hatte. Sein Ersatzmann ,agte mir auf Befragen. daß Tommn erkrankt>ei. Ich ging sofort zu ihm, kümmerte mich um ihn und konnte ihm einen guten Rat geben durch dessen Befolgung er bis zum anderen Morgen wieder zu Wohlbefinden - kam Seit biefe, Zeit waren alle. Nell«.n un erem Zuge wicht, mir ihre DanUarkelt zu fetPtiJcn, wo 6e mir einen Wunsch XDUl* ei« WWfttCi«y.---- Reger zu mir»nd dankten mir to Bhrendev zu einem ihrer Kameraden gBMKN sbi: dieftr fettft wußte gar nicht, was er tun sollte,»m»tr fttue Daulbarieit zu beweisen. Proletarisches Theater Run mehr h«t atn.Proletarisches Theater" mit der Aufführung van Z Eftiattern seine Tätigkeit in der Hasenheid« begonnen. E, ist nur ein Anfang, sogar ein dürftiger Anfang. Viele unter uns haben mehr erwartet. Die Stück« und Spieler stnd nicht hervorragend, das Beste de» Abends mai vielleicht noch das Programm, ihr werdet euch über bürgerliche Beleuchtung»- mätzchen geärgert haben, aber endlich hört man nun von der Dthne herab, von den Leiden der russischen Brüder, ihr hört von der Bühne herab da» Bekenntnis zur 8. Internationale. Das Theater ist auch«in Mittel im Kampf mit der Bourgeoisie. Ihr geht in die Kinos und bürgerlichen Theater, dort durchtränkt man euch mit bürgerlichen Ideen, stachelt eure kleinbürgerlichen Triebe, macht euch mürbe. Deshalb müßt ihr ein eigene» Theater haben, wo nur von euren Dingen geredet, von euren Spielern g«. sprachen wird, wo ganz au» proletarischem Empfinden heraus ein proletarisches Weltbild im Rahmen einer dramatischen Hand- lung geschaffen wird. Heute haben wir kein« Zeit zum Kunst- genutz. Ein proletarisches Theater ergänzt die Rednertribüne. Är braucht nicht zu fürchten, daß man eure Sensationslust stillen möchte, um euch deshalb das Geld aus der Tasche zu locken. Dies Theater ist nur ein Anfang, aber es weist doch einen Weg. ülv. Revolutionshochzeit (Erstaufllhrung im Deutschen Opernhans.) Das Souper ist in den D'Albert-Opern ein typischer Handlungs- faktor Wenn man eben noch denkt, dem gabelnden Jakobiner- leutnänt fliegt ein Stück Kalosbraten beim Singen aus dem voll- gestopften Maul, so ist man sich im nächsten Äugenblick darüber klar daß etwas Dramatisches geschehen mutz(denn wo sollte DAl- bert' die melodischen Einfälle hernehmen, um ein Rokokosouper bis zum Dessert mit Musik zu dekorieren). Und richtig! Die Re- volutionärei dringen in» Schlotz. der Königsleutnant Ernest wird zum Tode verurteilt und der exekutierend« Revolutionsossizier Marc-Arron nach einem Liebeskauf und Revolutionsverrat an seiner Stelle erschossen.— Obgleich er es einem in allem so leicht macht, der gefällige Eugen DAlbcrt— er ist doch ein Kreuz. Je mehr Opern er heckt, desto weniger läßt sich von Abstieg zu Abstieg darüber sagen, wenn man nicht in D Albert» eigene Schwäche ver- sollen will, sich ständig zu wiederholen und selbst p plagiiere». Immer wieder ei« paar neue Instrumentatwnsgeistreichigkeiten lbi--sv'.al sogar eine starke Nuance in» dissonante Klangbereichl, das ewigfttbe schlammige Gewühl im Orchester, die totgehetzten Interwalle in der Melodik, da» rasselnde Pathos anstelle dramatl- scher Wucht und die Rezitativ«, die Rezitativ«.... Bon den Schauspielsängern war nur Rudolf Hofbauer als Revo- lutionsofiizier feiner Doppelrolle gewachsen: er gestaltete Leiden- schaft und Entschlossenheit mit innerlicher Dynamik: Hertha Stolzenberg(Alain d'Estoil«) krampst sich immer kecker an ihr System fest, zwei Akte lang fad« zu singen, um im Schlußakt mit«in paar dramatischen Brusttönen siegreich die Situation z» retten. W i a d t s ch. » Maria Ioogrün al,„Martha" in der Staatsoper. Wie Skitzer- kugeln, die auf Wasserstrahlen tänzeln, löst sich kristallklar ihr« Stimme auf höchsten Gipfeln. Co gesund, so lichtrein ist ihr Klang. al» käme er von einem Bögelchen. da» in de« Morgen aufsteigt — auch so zart. So zerbrechlich kostbar wie«in Rippe», so fein vibrierend wie vlamisches Seklöppel, daß nur beherrschtester Dr chesteratem ihre Töne tragt.— Lange wäre die Uebergangsoper Flotows versunken, wenn nicht noch manchmal aus ihrer Melodie' quelle ein Rotkehlchen feine Singfreude tränke. In der Staatsoper ist die Erstaufführung von C. R. von Reznlcek» „R i t t« r B l a u b a r t". ein Märchenstück in drei Aufzügen. Text von Herbert Eulenberg, am 31. Oktober unter musikalischer Leitung des General-Mufikdireltors Leo Blech. «äsar Flaifchlen. einer der längst überlebten aus der Reih«** neatren Dichter, ist in seiner schwäbischen Heimat. ftchsundfünfzW jährig nach kurzer Krankheit einem Gehirnschlag« erlegen. langem eigentlich war Flaischlens Entwicklung schon abgeschlossen Friedlich und idyllisch sind seine Gedichte in Prosa gestimmt, t» . Alltag und Sonne" heißen. Mit vollen Segeln Flaischlen vor mehr als dreißig Iahren ins wsgende Leben t)'1!' ausgeschifft. Ursprünglich Buchhändler, kam er schon in den<"*>!' iiget Iahren au» Stuttgart nach Berlin, und im Friedrichshagen- Kreis« der naturalistischen Literaturrevolutionäre fand er Anschluß an die Strömungen jener Tage. Er trieb Literaturgeschichte schrieb selbst Literatur, naturalistische Dramen wie Stürmer" oder„Martin Lehnhardt", worin er innerliche Freiheu und dogmatischen Gottesbegriff in hartem Kampf widereinand� streiten ließ. Aber der Bühnenerfolg blieb ihm versagt. L-nE Zeit hatte er den„Pan" redigiert, die Zeitschrift, die seinem fchmack ihr anspruchsvolles Gewand verdankt«. Am meisten lesen wurde sein Roman.Jost Seyfried". Aber auch er wird W Sturm künftiger Tage verwehen. Di« Uraufführung von Ernst Toller- neuem Werk..WfiL' Mensch", ein Stück au» der sozialen Revolution de» 20. hundert», hat der Intendant de» Nürnberger Etadrtheater» Organisations-Grundlinien (SJefdjlafJen auf dem Parteitag der Unabhängigen Sozialdemo- kratie in Halle am 17. Oktober 1S20.) Ergänzung der auf den Parteitagen zu Gotha. Berlin und Leipzig beschlossenen Bestimmungen für die Organisationen der U. S. P. D. hat der Parteitag zu Halle 1320 folgendes beschlossen: Mitglied der Partei ist, wer das Aktionsprogramm der U. S. P. D.. beschlossen auf dem Parteitag zu Leipzig am 5. Dezember 1919 sowie die Beschlüsse der Pamitag« anerkennt und tu Beitrage der Partei entrichtet, lleber die Ausnahme ent- scheidet der örtliche Vorstand, endgültig die Bezirksleitung. Die Mitgliedschaft erlischt, wenn das Mitglied den Beschlüssen der Parteiorganisation nicht nachkommt, für eine aichere politische Organisation Propaganda treibt, aus der Par- tei austritt, oder länger als 13 Wochen mit den Mitgliedsbeiträ- gen im Rückstand bleibt. Gegen die Aberkennung der Mitglied- fchaft ist Einspruch bei der Bezirksleitung und im weiteren Per- folg an den Parteitag zulässtg. Kein Mitglied der ll. S. P. D. darf einer anderen politischen Organisation angehören. Mitglieder, welche die 21 Anschlußbedingungen der Kommuni- ftischcn Moskauer Internationale anerkannt haben, haben(ich damit verpflichtet, ihre Mitgliedschaft in der U. S. P. D. auszugeben und sich der Kommunistischen Partei Deutschlands fSettion der dritten Internationale) anzuschliegen, sie haben mit An« erkennung der Bedingungen aufgehört. Mit- glieder der U. S. P. D. zusein. Alle diese Mitglieder sind aus den Mitglie- derlifte» zu streichen, sie können öffentliche Aemter oder politische Vertretungen im Ramen der Partei nicht mehr ans» üben. Trete« Orts-, Kreis- oder vezirlsorganisationen geschlossen der Kommunistischen Partei bei, oder suchen sie unter dem Deckmantel der U. S. P. D. die Geschäfte der Kommunisten zu besorgen, so sind neu« Organisatronen in» Leben zu rufen. Da nach den Anweisungen Lenins die Kommunisten sich selbst mit List oder Betrug oder Verschmelzung ihrer Mitgliedschaft in anderen Organisationen einschleichen wollen, so ist bei Aus- nähme neuer Mitglieder sorgfältig zu ver- fahren. Parteiämter kann nur derjenige bekleiden, dessen Zu ver- lässigleit nachgewiesen ist, oder der mindestens ein Jahr der U. S. P. D. ongcchort. Zu Kandidaten für öffentliche Aemter, zu den Gemeinde-, Bezirks». Kreis- und Provinzialkörperschaften, Landtage und Reichstag kann nur vorgeschlagen werden, der mindestens drei Jahre der ll. 6. P. D. angehört. Das Gleiche gilt für die Delegarionen zum Parteitag. Ausnahmen können nur mit Zustimmung der Xe.>*—? Uhr* Lutzow- stiatzc 84 d ans eigenen Werken. U. a. kommen Zum Vortrag: Das Warenhaus Die Austreibung der Menschheit. Eoldl Hymae an den Tod Welt du kannst muh nicht überwinden. Zwie- >»»spräch im Bett. Der Triumps de, Mutter usw. Tony-Sender-Frankfurt. Fl« iß wer. Dresden. Lndwis- Hagen, Li pinski- Leipzig. D i tz m a n n- Frankfurt, Blum- witt- Hof. Sauerbrey--Barmen. Die Kommission hat unverzüglich neue Satzungen für die Partei auszuarbeiten, den Genossen zu unter- breiten und dein nächsten Parteitag zur Beschlutzsassung»orzu- legen. Ueberfall auf das Neuköllner Parteibureau In den Morgenstunden, etwa um 7 Uhr. als unser Reu- köllner Parteibureau schon geöffnet war,«n durch eine anwesende Scheuerfrau gereinigt zu wAden.erschienen 40 Mann, an bekannteren Persönlichkeiten darunter Maz Sievers, um das Bureau zu besetzen. Angeblich war ihr Bestreben, das Ma- tcrial des Bureaus zu schützen. Ein Tei! der Truppe entfernte sich nach einiger Zeit, etwa 20 Mann aber blicbrn als Besetzung des Bureaus und der Zngänge. des Hauses zurück. Dieses gewaltsame Eindringen in das Parteibureau geschah, obwohl aus der gestern in Neukölln abgehaltenen General- Achtung! Parteigenossen l Bezirk Potsdam 4 Das Bureau de, Beztrkssekretariat« befiudet sich jetzt Berlin C2, Breite Strutze 8-9 Alle Zuschriften find zu richten an»en Genossen Otto Meyer Das Bureau Berlin O112, Naue/Bahnhofftr. ZI, ist g«1chl»1se» Die Bezirksleitung. versammlnug die Anregung gegeben worden war, man möge von beiden Seiten Kommissionen einsetzen, die gemeinsam die Auseinandersetzung zwischen der Mehrheit und der Minderheit herbeiführen sollen, eine AnNgu/z, die bei ruhigem Verhalten der Neukommunisten wohl Aussicht gehabt hätte, die Zustimmung der Neuköllner Arbeiterschaft zu finden, und die ge- eignet gewesen wäre, eine schiedlich« Reaelung zwischen beiden Gruppen möglich zu machen. Die Nczlrammunisten aber scheinen des Glaubens zu sein, sie könnten iZftem Prinzip, zu dem sie sich soeben bekannt haben.�untreu.»werden, wenn sie auf die Anwendung von Gewalt o e r z i chl würden. Völkerbund uxd Sozialismus Tittonis%»trag in Brüssel Wie„Daily Telegraph- meldet, wird sich der Rat des Völler- bundes in seiner näck/ftn Sitzung in Brüssel mit einem Antrag Tittonis beschäftigen, dessen Ziel es ist, die formale Gleich- heit der Völl-'/bundsmitglieder in eine wirtschaftliche Gleichheit �.-verwandeln. Tittoni fordert eine internationale Kontrolle Monopolisierung der Rohstoffe der ganzen Welt. Nach Anfiel des englischen Blattes wird Tittoni» Vorschlag von den kleineren und verarmten Staaten, die zum Völkerbund ge- hören�. Unterstützt werden. !eöir haben uns mit dem Antrag Tittoni« bereit» beschäftigt. Ohne Zweifel ist es von groherBedeutung, daß auch bürgerliche Staatsmänner durch die Praxis belehrt werden, was eine for- male Gleichheit wert ist, die nicht durch die witsch aftli che Gleichheit ergänzt und dadurch erst real geiWcht wird. Viel- leicht lernen Tittoni und seine Freunde im Völkerbund daraus, warum den Arbeitern die formale Gleichheit ohne die wirk- schaftliche so wenig bedeutet. Vorläufig werden die Tittonis von den Verhältnissen belehrt, daß auch zwischen den Völkern die ökonomischen Gesetze herrschen, wonach die Rohstoff besitzenden Staaten die Kapitalisten, die rohstoffarmen Staaten die Proletarier im Völkerbund sind. Dementsprechend verteilt sich dann in diesem angeblichen Bund der Gleichen Macht und Macht- losigkeit. Tittonis Antrag wird, selbst wenn er eine Abstimmungsmehr- heit findet, an den tatsächlichen Verhältnissen nicht das geringste ändern können. Jedenfalls deginnt aber mit seiner Erkenntnis eine neue Periode des politischen Denkens, die nur durch den Sieg des Sozialismus ihren Abschluß finden kann. Hungerkonserenz in London In London findet, wie wir schon berichtet haben, eine Kon- serenz zur Bekämpfung der Welthungersnot statt, die von privaten Persönlichleiten und Verbänden eingerufen worden ist. Bezeichnend für den Fortschritt der Arbeiterklasse aus der ganzen Welt im politischen Kampf ist die Rolle, die Arbeiterführer und sozialistische Ideen auf der Konferenz einnehmen. Hu« und Fimmen wandten sich gegen die dauernde Okkupation»- drohung.„Gebt den Arbeitern", sagte Hu�,„gerechte Bedingungen, sowohl innerpolitisch, wie auch autzenpolitisch, dann wird ihr Arbeitseifer unanfechtbar sein. Wendet der Arbeiterfrage euer Interesse zu. Die Geistesverfassung der Arbeiter ist durch den Krieg von Grund auf geändert worden. Die p r i- vatkapitali(tische Kohlenwirtschaft ist nicht der Weisheit letzter Schlutz." Hu� forderte eine interna- tionalr Wirtschaftsgemeinschaft. Fimmen die Au»- Nutzung der Wasserkräfte. Hugo Simon forderte die Stei- gerung der landwirtschaftlichen Produktion und kündigt« einen linkssozialistischen Antrag ans ein Referendum über die Soziali- sierung der Kohle an. Die Konferenz, die in England große Beachtung findet, wird selbswerständlich zur Lösung>cr Fragen wenig beitragen kön- nen. Aber sie ist sowohl als Symptom für die Beginnend« inter- nationale Zusammenarbeit beachtenswert a>? iut die Rolle, die der Sozialismus auch in bür�crlicke» Konferenzen zu spielen HssAlNk_.■_.. Spaltung der sozialistischen Proletarierjugend| Wir erhalten folgende Zuschrift: In den Reihen der„Soziall« stischen Proletarierjugend", die von denjenigen aufgebaut wurde,' die aus der„Freien soz. Jugend"(jetzigen kommunistischen Ju- gend) vor einem Jahr« ausgeschlossen wurden, weil sie nicht Partüijugend sein wollten, sind in letzter Zeit, in ähnlicher Form wie in der ll. S. P., Meinungsverschie- denheiten aufgetaucht, die sich hauptsächlich um die Fragen: Offene oder mit Vorbehalten abgegebene Erklärung für dl« kommunistische Jugendinternationale, und damit zusammenhängend für Weiterbestehen der S. P. I. oder llebertritt zur Kommunistischen Jugend, drehen. Während noch vor einem Monat volle Einmütigkeit herrschte, daß für uns als S. P. I. ein'Anschluß an die komm. Jugendinternationale nur unter Vorbehalten möglich fei, treten in den letzten Wochen Genossen auf, die ganz plötzlich ihre grundsätzliche Auffassung über Jugendbewegung gewechselt haben, wir man ein Hemd austauscht, und propagieren den llebertritt zur K. Z., Sie erklären ganz offen, daß sie nicht mehr auf dem Boden des Programms der S. P. Z. stehen, und daß sie nur versuchen, mög- lichst viel Jugendlich« mit sich zu ziehen. Sie sprechen der S. P. I. jede Existenzberechtigung ab. nur tun sie das eine nicht, daß sie zu einer„existenzberechtigten" Jugendbewegung gehen. Von der Generalversammlung hofften diese Genossen, datz sie Beschlüsse in dieser Hinsicht annehmen werde. Da» ist auch geschehen. Aus der Fortsetzung der Generalversammlung wurde eine neue Zentrale gewählt, die durchweg aus solchen Personen besteht, die für«in Ausgebe« der S. P. I. eintreten. Dies alles war nux möglich, weil an diesen Versammlungen nicht alle Mitglieder teilnehmen konnten. Eine Umfrage bei den Ortsgruppen, eine Urabstimmung, ergibt«in ganz anderes Bild. Die Genossen der alten Zentrale, die' nach wie vor auf dem Boden der S. P. I. stehen, haben natürlich! verweigert, irgendwelches Material denjenigen zu übergeben, die tagtäglich durch ihre Taten beweisen, datz sie mit der S. P. I. nichts mehr gemeinsam haben. Genossen: Genossinnen: Wir machen Euch darauf aufmerksam. datz die Genossen Freye», Bartolein. Seidel, jedes Recht verwirkt haben, im Namen der S. P. I. Aufforderungen zu er- lassen; diese geschehen nur durch den gefchästsfiihrenden Ausschuß der Soz. Proletarierjugend Grotz-Berlin. Sämtliche Anfragen. Nachrichten, Referentenanforderungen sind' zu richten an die Adresse: Willi Schwarz,'Berlin O. Hl.' Bromberger Stratze 5. Der geschästssiihrende Ausschuß der Soz. Proletarierjugend Grotz-Berlin. WUli Schwarz. Walter Reinsberg. Hans SchleiTnanttJ Erklärung. Von den Mitgliedern der„neuen Zentrale" wird gegen ! die Genossen Schwarz und Reinsberg der Vorwurf er- hoben, datz sie die Bücher nicht richtig geführt haben und daß sie beim Verlauf von Broschüren den Ueberfchutz der- selben in ihre Tasche gesteckt haben. Demgegenüber mutz fest- gestellt werden, daß der Genosse Müller, der letzt auch der „neuen Zentrale" angebört, Kasse und Spedition mit rev,. d i e r t und durch seine Unterschrift dl« Richtigkeit der Geschäftsführung bestätigt hat. Gleichzeitig hat die Generalversammlung Entlastung erteilt. Nun mögen die Mitglieder entscheiden, wer bei den augenblicklichen Differenzen sich von sachlichen oder persönlichen Motiven leiten läßt. Hans Schleimann, Revisor. Aussichten der Zuckerernte. Nach Mitteilungen aus Fachkreisen! wird der erste Reinzucker neuer Ernte in der Gegend von Halle schon Ende dieser Woche verladen. Man rechnet für das Deutsche Reich nach neuerer Feststellung mit einem Ertrag von 22 Mil- lionen Zentner gegenüber einem vorjährigen Ertrag von 17 Millionen Zentner. Hierzu treten noch 4 Millionen Zentner Vorräte. Die Zuckerration, die im Oktober pro Kops ein Pfund betrug, soll um ein halbes Pfund erhöht werden. Keine Schließung von Schulen. Die Behauptung der Provinz- presse, datz die berühmte Landesschule Pforta, in der einige vmerer größten Dichter erzogen worden find, geschlossen witt., trifft nicht zu. Auch das derühmte Dom-Gymnastum in Raum- bnrg wird nicht aufgelöst, sondern aus Ersparnisgründen nur mit einer anderen höheren Schule des Ortes räumlich zusammen- gelegt.— Das Kultusministerium beabsichtigt aus Gründen plan- mäßiger Sparsamkeit wohl die Zusammenlegung von Schulen aber keineswegs einen Abbau. i Die Papiernot in Sowjet- Nntzland. In Anbetracht der steigenden Papiernot sollen ab 15. Oktober in Sowjet- Rußland die Privat- Abonnements und der Einzelverkauf der Zeltungen aufhören. Die Zeitungen werden nur an öffentliche Institutionen geliefert.— Für die Herstellung von Papiergeld werden täglich 800 Pud Papier oerbraucht. Di« Sow- jet-Regierung hat Maßnahmen zum Ankauf von Papier bester Qualität im Auslande ergriffen. E» wird die Gründung eilt« großen staatlichen Papierfabrik geplant. Rußland zahlt 15 Millionen Soldrubel an Polen. Wie War» schauer Blätter berichten, wird die russische Regierung Polen einen Anteil von 15 Millionen Rubel Gold an der Russischen' Staatsbank zuerkennen. Diese Forderung du polnischen Rqft«»j rung soll durch llederlassung von RohstoW« und durch Gewäh- tung von HölzausbeUtungsrechten an Polen ausgeglichen werden. Gegen die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rutz»l land. Wie au» London gemeldet wird, hat da» Komitee der Londoner Börse an Lloyd George eine neue« Schreiben gerichtet, in dem es wiederum gegen den Abschluß eines Handelsabkommens mit Rußland protestiert, da Rußland nicht die von früheren Regierungen gemachten Schulden anerkennt.! Die belgischen Sozialisten zur Regierungskoalition. Die Ver- «inigung der Brüsseler Sozialdemokraten hat in einer Persamm»! lung Stellung genommen zu der Frage, ob die Sozialisten auchs fernerhin an der Reaieruna teilnehmen sollen. Vanderoelde! TeuerungsdemonstrationO: in Prag Prag. 18. Ottober.(Tschechoflowakisches Pretzbureav.) Heute nachmittag hielten die beiden Flügel der Tschcchi» (che,, Sozialdemokratischen Partei zwei ge» trennte Volksversammlung gegen die Teuerung de» Zuckers ab. Die Teilnehmer der rechtssozialistischen Versamm» lung ging r uh i g auseinander, nach der Versammlung der Linken kam es• dcch zu Demonstrationen, wobei einig- Kaffee- Hausscheiben zertrümmert nnd Sie Polizei mit Steinen beworfen wurde. Fünf Poliziste,! wurden verwundet, nenn Demonstran- teu»««hastet. Genen 8 Uhr abend» war die Ruhe wieder hergo- stellt. Bon»er Waffe wurde kein Gebrauch gewacht.._ sernerhin an der Regierung teilnehmen sollen. �.--„ hat erklärt, die Frage sei n i ch t m e h r d l s k u t a b e l. wenn diez Militärdienstzeit nicht aus 6 Monate herabgesetzt, und wenn oo» Clreikrecht nicht in vollem Umfange gewährleistet werde. Die belgische Eisenindustrie. Von 51 bestehenden Hochöfen Belgien- sind zur Zeit 21 im Betrieb.»0 außer Bett, ed. � Seit dem 1. Juli sind 4 Hochöfen angeblasen worden. Am 1. Okto___■ 1913 zählte man 58 Hochösen, wovon damals unter ö«u« standen. Japan nimmt die Insel Sachalin. Ein Funksvruch aus Moskau meldet, datz Japan stch der Insel Sachalin bemächtigt habe. uention der Randstnatea. In Riga bat«ine Kon- mr* rlifc l%n den militärischen Vertretern von Finnland,! *». ktJl.-Lettland und der Ukraine begonnen, um über! die Frage einer Militärtonoentian zu beraten. Die Unabhängigkeit Weißrußlands. Die nissisch-polnische Frie. denskonferenz in Riga hat durch den Obmann der russischen De» legation und durch den Obmann der politischen Delegation.! tlZJ?' Jä Unabhängigkeit Weißrußland« offiziell aner» könnt. Die Frage, welche von den bestehe üben weitzrussischen Re»! gietungen als rechtsmäßige betrachtet werden soll, wird vorläusja »Ustt erörtert werben,■■*' I Gewerkschaftliches Die Aussperrung der Viktoria-Angestellten gesunde tunas-Z ..Der a lder Vergleich vorgeschlc� Der Betriebsrat tritt dafür lagen: -Ausschusses Betriebsrat erklärt: ein, dah die Angestellten ihre Dienstpflicht ordnungsgemäss erfül- len und wird die Direktion bei Durchführung einer ordnungsge- mässen Geschäftsführung unterstützen. Die Direktion erklärt sich dagegen bereit, den Betrieb zahlung der Aussperrtage im übrigen offen. Die Direktion erklärt sich ferner bereit, den am 15. S. 20 aus- gezahlten Vorschutz ihren Angestellten weiter bis zum Abschluss der Reichstarifvcrhandlungen zu stunden, also mit der Winterbei- Hilfe ein halbes Septembergehalt auszubezahlen. Ferner erklärt die Direktion, wegen der Vorkommnisse Mass- regelungen nicht vorzunehmen. Nachdem von dem Vorsitzenden des Betriebsrates erklärt war- den war, dah der Betriebsrat einstimmig zur An nähme dieses Vorschlages bereit ist, erklärte der Direktor Tledke im Austrage der Direktion diesen Vergleich für unannehm- bar. Weil infolge uorgeschrittener Zeit eine Erledigung nicht mög- lich war, erfolgte Vertagung aus Dienstag? Uhr. Es erweckt den Anschein, als wenn die Direktion kein Inter- esse daran hat. den Betrieb wieder zu eröffnen. Groß-Berlin BezirKspevband Berlin-Brandenburg ■äit Kassierer der Distrikte und Orte für die Bezirke Teltow- veeskow, Potsdam 4, Berlin-Stadt und Frank» fürt a. Oder werden ersucht, nach wie vor an den Kassierer des Bezirksverbandes, Genossen Richard Herbst, Berlin, Breit« Strasse 8/9, abzurechnen. Die Seschiiftsleitung. Stadtverordnetenfraktion der ASP. Groh-Berli« Heute Dienstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, findet im Berliner Rathaus, Zrmmcr 109, eine Fraktionssitzung statt. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. FunKtionärinnen-IusammenKunft Alle Funktionärinnen, die bisher in �inderschutzkommission gearbeit S.P.(Gegner der Bedingungen) stehe Donnerstag, abends 7 Uhr, nach dem Reichstag, Zimmer 23, ein- der Kinderschu! den der U. S .rauenkommissionen und on gearbeitet haben und auf dem Bo- en, werden zu geladen. Die Bürger sollen aufwachen! Die Neugestaltung Groß Berlins ist dem Bürgertum zuwider. Im„Lokalanzeiger" beschäftigt sich der Bürgermeister Riaretzky mit dem neuen Berlin und gibt seinen Unmut über die Dinge kund. Er wettert gegen die rote Parteiherrschaft. Ihn schmerzt, dass die Befugnisse der zentralen. Körperschaft deshalb so gross seien, ip«ff sie die besitzt, mit der sie alles machen könne. Das Bürgertum solle aber den Mut nicht sinken lassen und dafür sorgen, daß die Bezirke immer mehr Macht sich aneignen und sei es auch im harten Kampf. In diesem Sinne schreibt Maretzky: .Die durch das Gesetz selbst aber geschaffene Einschränkung der, Selbstverwaltung kann in ih1:er Wirkung durch die Bezirksämter| und Bezirksversammlungen nur dadurch abgeschwächt werden, daß sorgfältig und zielbewusst von den geringen selbständigen Beiug- nissen, die den Verwaltungsbezirken geblieben sind, Gebrauch ge-! macht wird. Die Bezirke müssen die Bedeutung ihrer Verwal-! tungsmahnahmen und das Gewicht ihrer Vorschläge durch sachliche,, umsichtige und pflichttreue Fürsorge für das Gemeinwohl und durch die Heranziehung hervorragender Mitarbeiter so verstärken. dah Eingriffe des zentralen Stadtregiments im Roten Hause. nach Möglichkeit vermieden werden und, wenn sie erfolgen, in der Oefsentlichkeit nur als Störungen empfunden werden können. Nach der ganzen Gestaltung des neuen Eroh-Verlin wird befürchtet werden müssen, daß die Konflikte zwischen den Verwaltungsbezirken und der Stadt an der Tagesordnung sein werden." Unsere Genossen in den Bezirksversammlungen müssen auf dem Posten sein und die Absichten der Leute um Maretzky durchkreuzen. Händler rufe« die Konsumenten z» Hilfe Wenn Händler Hilfe brauchen, suchen sie den Konsumenten einzureden, dah sie eigentlich geschädigt werden und daß sie deshalb sich gegen neue Massnahmen wenden müssen. So lassen sie jetzt folgende Pretznotiz los: .Die Wiedereinführung der Vutterpolonäsen dürfte eine von dem Organisations- und Prüfungsausschutz des Lebensmittel- Verbandes Erotz-Berlin beschlossene starke Beschränkung der Zahl der zur Butterverteilung zugelassenen Kleinhändler im Gefolge haben. Nach diesem Beschluß soll in Zukunft die Butter nur noch durch 1200 Verkaufsstellen für ganz Erotz-Berlin verteilt werden, das bedeutet auf bald 1000 Verbraucher nur eine einzige Verkaufsstelle! Berücksichtigt werden sollen in erster Linie städtische Verkaufsstellen, von denen es in Erotz-Berlin bis jetzt 54 gibt, die Konsumvereinsläden u. dgl., sowie noch einige so- genannte Butter-Spezialgeschäfte. Wäre diese Ausschaltung Tausenden von Kleinhändlern vom Vutterverkauf nicht von der kommunalisierungsfreudigen Mehrheit allen sachverständigen Einwendungen zum Trotz diktiert, so würde sie einfach unver- ständlich sein: denn den Verbrauchern werden wieder einmal Zeitverluste und Unbequemlichkeiten ohne hinreichenden Grund aufgebürdet. Die in dem Verein Berliner Kaufleute der Kalo- nialwarenbranche organisierten bisherigen Butterverkäufer wer- den sich gegen diese handelsfeindliche Mahnahme mit allen Mit- teln wehren und hoffen, dabei auf die Unterstützung der gleich- falls geschädigten Verbraucher." Tatsächlich ist beabsichtigt, die 50 Gramm Butter, die in Zukunft monatlich zur Verteilung vorhanden sind, nicht mehr durch 9000 Geschäfte gehen zu lassen, sondern auf 1200 zu beschränken. Es ist nicht zu verantworten, bei 50 Gramm Butter pro Monat einen grossen kostspieligen Monatsapparat aufreckt zu erhalten. Den Interessen der Händler gehen die Interessen der Verbraucher voran, da ihnen im Preise die geringeren Verwaltungskosten zu- gute kommen sollen. Elementarunterricht an Arlriter Die„Unterrichtskurse für Arbeiter" geben Männern und Frauen, die sich weiterbilden wollen. Gelegenheit, die Grundlage hierzu in systematischem Unterricht zu erwerben. Sie sind zugleich Vorbereitungskurse für den späteren Besuch einer Volkshochschule. In erster Linie wird Deutsch und Rechnen gelehrt. Der Unterricht im Deutschen umfatzt 4 Stufen, und zwar Deutsch I; Rechtschreibung, Diktate: Deutsch ll und III: Satzbau, Diktate, Stilllbungen: Deutsch IV: Zeichensetzung, Aufsätze, Grund- lagen der Literatur. Rechnen wird in drei Stufen gegeben, und zwar Rechnen l: Erundrechnung: Rechnen U: Bruchrechnung: Rechnen M: Zinsrechnung und Regeldetri.— Außerdem werden einzelne Kurse in Erdkunde und Naturkunde gegeben. Der Verein, der diese Kurse veranstaltet, ist politisch und religiös st renaneutral. Hörer und Lehrer haben in ihm gleichen Einfluh. Der Unterricht wird von Studenten der Ber- liner Hochschulen in Form von Arbeitsgemeinschaften erteilt. Er beginnt Anfang November, dauert bis Ende Februar und findet einmal wöchentlich in den Abendstunden von bis J410 Uhr in folgenden Arbeitsstätten statt: Zentrum: Niederwallstrahe 12. nahe Spittelmarkt, und Eipsstratze 23a, nahe Bahnhof Börse: Norden: Eleimstratze 49, nahe Schönhauser Allee: Neukölln: Kaffer-Friedrich-Stratze 208/210: Lichtenberg: Parkaue, Marktstratze 2/3 und Rathaus- stratze 8. Die Hörgebühr beträgt für den Kursus(12 Abende um- fassend) 4 Mark: Erwerbslose erhalten gegen Ausweis Freikarten. Auskunft und Anmeldungen für sämtliche Kurse, Verfall von Kohlenkartenabschnitten. Die Kohlendeputation de, Magistrats Berlin teilt folgendes mit: Am 1. November d. Z. verfallen die Abschnitte 4, 14. 24 und 34 der Kochkarten, und die Abschnitte 4, 14. 24. 34. 44. 54 und 64 der Ofenkarten. Wer auf diese Abschnitte Kohlen noch nicht bezogen hat, wird gut tun, diese schleunigst nachzuholen. Die Kohlenhändler sind verpflichtet, die fraglichen Abschnitte bevorzugt zu beliefern. Das Wohnungsamt und die Zentrale der Mieteinigungsämter werden am 23. Oktober 1920 von Oranienburger Stratze 16 nach Neue Friedrichstratze 80 verlegt. Für das Publikum bleiben diese Bureaus am 23. und 25. Oktober 1920 geschlossen. Holzabgabe in Treptow-Baumschulenweg. Die Eemeindever» trctung hat beschlossen, datz allen bedürftigen Treptower Haus- Haltungen einmalig% Raummeter Brennholz, dreimal ge» schnitten, ab Lagerplatz für die Hälfte des allgemeinen Verkaufs« preise? Raummeter zur Zeit 69 M.), jedoch mit dem Verbot des Weiterverkaufs, gewährt werden kann. Auf Wunsch wird statt � Raummeter Holz iyt Zentner heizkräftiger Brenntorf ausgegeben. In Fällen besonderer Bedürftigkeit kann der Gemeindcvorstand Holz bzw. Torf unentgeltlich bewilligen. Bei der Beurteilung der Bedürftigleit sind folgende Grundsätze matz» gebend: Als bedürftig werden in der Regel diejenigen Gemeinde- angehörigen angesehen, die als Verheiratete, einschliesslich aller Renten und aller Einkünfte der Familienangehörigen, ein Ein- kommen von nicht mehr als 400 M. monatlich zuzüglich 50 M. für jedes Kind, als ledige cinschlietzlich aller Renten, ein Ein- kommen von nicht mehr als 300 M. monatlich haben. Als b e- sonders bedürftig werden diejenigen Eemeindeangehörigen folgenden Abenden von J410 Uhr: Am Montag, den 25. Oktober, und Freitag, mit Ausnahme der Lichtenberger, an �8 bis H10 Uhr: Am Montag, den l den 29. Oktober, in Neukölln. Kaiser-Friedrich-Stratze 208/219, am Dienstatchen 26. Oktober, in der Eleimstratze 49, am Don- nerstag, den z8. Oktober, in der Eipsstratze 23a, und am Sonn- abend, den 30. Oktober, in der Hörerversammlung. Niederwall- stratze 12. Für die Lichtenberger Kurse in der Eesckästsstelle der Volkshochschule, Rathausstrahe 10, Baracke 2'. und beim Haus- meister des Kant-Realgnmnasiums, Karlshorst, Treskow-Allee, 9 bis 3 Uhr(vis angesehen, deren Jahreseinkommen einschließlich aller Renten zu- sammcn mit den Einkünften der Familienangehörigen unter den Beträgen der Erwerbslosennnterstützuna eines männlicken Erwerbslosen bei gleichem Familienstande bleibt. Die Vertei- lung des Holzes erfolgt im Rahmen der jeweils zur Verteilung freigegebenen Menge. Anträge auf Zuweisung von Brennholz oder Torf sind im Rathiuse und zwar für Bezieher von Armen- Unterstützung, Zimmer 11. Erwerbslose Zimmer 18, Krieg�besbä- digte und Kriegshinterbliebene Zimmer 14, alle übrigen Zimmer Nr. 43, zu stellen. Dabei sind die erforderlichen Angaben über die Einkommensverhältnisse sämtlicher Hnushaltungsangekörigcn unter Vorlegung von Lohnbesckeinigungen der Arbeitgeber zu machen. Ferner ist die grüne Au'-weiskarte über die� erfolgte Eintragung in die Brikettkundenliste für 1920 und die Haus- Haltungskarte, die beim Kauf des Brennholzes zur Abstempelung vor'uleqen sind, mit-ubringen. Proletarilches Theater. Die nächsten Vorstellungen mit dem Spielplan:„Gegenden weißen Schrecken — Für Sowjet-Rußland" sind am 20. Oktober Müller- stratze 142, am 21. Oktober Hasenbeide 13. am 22. Oktober Wiclest stratze 24. Karten zu 3 M., Arbeitslose 1 M. an dei Kasse. Legitimationskarte der Gewerkschaft mitbringen. Eine Kindesleiche wurde gestern aus dem Engclbccken gelandet und zur Feststellung der Todesursache nach dem Sckauhause ge- brackt. Es handelt sich um die Leicke eines neugeborenen Kim- ben. der mutmaßlich gleich nach der Geburt getötet worden Voraussichtlickes Metter für Berlin und Umaebnna o« woch. Nachts kalt und etwas neblig, am Taae iiberwtcgenv yeiier, trocken und ein wenig milder bei mätzigen östlichen Winoen. ?lns den Organisatianen Mittwoch. 20. DfioO«, ob.nd, 7H zu eticheintn. y_______, Verantwortlich für die Sledakti-n: ffiml l Ra bold, Berlin. Vetz antwoitlich für den Inserntenteil: Ludwin 1 n**i«arlyborft H VeNaava?noNenf»nst.�teiheif© W J.©erUil.- b« J?rK«Mn J« den nächsten Tage« erscheint von Dr. Rudolf Hilferding Die Sozialifierung und die Machtverhältnisse der Klassen Preis S.— Mark / Ungekürzte Ausgabe für Organisationen 1.— Mark Bestellungen schon jetzt erbeten: Buchhandlung„Freiheit", Breite Stratze 8«t werktäglich von zum 1. November). Im»» Iftnlcke im Altcr von 63 Zahrrn. Dir» Minus Andenken I Dte Brerdignng findet am Mittwoch, de» 20. Oktober, nachm. Vit Uhr. von der LeichrnliaOr de» Elisabeth-Urrchliose», Acherstrabe, au» statt. Futftersfoffe Slithgnrue und Seiden Koii/e jede» Posten für eioenrn Bednrs. Zadl. höchste Preise. Allwelsn. Schnetdermelstrr. Aaftanienancc 52, Unten, Telephon- Humboldt 246. Am Sonnabend, de» 16. Oktober, add».»>/,Uhr verschied plötzlich mid nn. crwartrtinsoloeHrrilchlog mcin l-cdrr Mann, unser lieber ivater, Schwieger. roter und lSrosioater nann Korüacii im 57. Lcdinojahrc. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den SO. 10., nachmittags VI, Uhr, von der Halle de» Neuen Sofianni,- Friedhofes In Plötzensee aus statt. Die? zeigen tiesbetrübt an Vrvu Anna Horbach Hei mann Horbsob, Uite Horbaoli, erbo'rne Parwilikl, Edith Horbsoh, Eeite Horbach, Chaelstto Horbach, rebmenc Rathbauar, Q-rhard Horbach. Brlefinrüsn, Kflnzen kuft Grossmann, iohannisstr. 4 Noedon 10621. Tttgllch frische Seefische u. Räucherwaren Oeestemd nder FischhaileStoglitz Albrcrheatr. IUI. Krk« Itannrlnf. Haben lie Kopfschmerzen ober Drücken über den Augen, so warten Sie nicht, dl» sich dte Beschwerden steigern, sondern lassen Sie rechtzeitig ♦ 4 555251 ihre Augen nntersuche». 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