Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Streibetterfcheint morgenstedwitego, Conniegs und Montess w emmel Der Bezugsprets beträgt bet freler Buftellung ins Bens für Groß- Berlin 10,-. im prane gablbaz, von ber Spebition felb etgeholt 8,50 M. Für Bofte bezug nehmen sämtliche Bostanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschle ad and Defterreich 16,50 m., far bas übrige Ausland 21,50 m ugliglich Belute- Aufschlag, pe Brief fhe Dentfchland und Defterreich 30,- 9. Redaktion, Cypebition and Serlag Berlin& Greite Straße 8- S teien. Mittwoch, 20. Oktober 1920 Nummer 445 Abend- Ausgabe She edge/ pettene RomperefTegelle aber beren Raum hoftet 8,-. etichet Reverungsrichleg Rleine Anzeigen; Das fettgebruckte Wort 2-9., febes weiters Bart 1,50 M., einfchließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif Familien Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20. netto pro Beile. Stellen- Befuche Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50 m., jebes weitere Wort 1, Berniprecher: Bentrum 2030, 2645, 4510 4603, 4635, 4648, 4921 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Eine bürgerliche Regierung in Desterreich Ablehnung der Koalition TU. Wien, 20. Oftober. Abg. Dr. Bauer erklärte gestern abend, es sei ausgeschloffen, daß sich ein Sozialdemokrat an irgendeiner Kommission eder an einer Regierung beteiligen werde. Die Sozialdemokraten übers laffen alle Verantwortung ben bürgerligen Par Wie weiter aus Wien gemeldet wird, hat die Arbeiterzeitung" bereits Montag erflärt, die Partei sei einmütig der Auffassung, daß die Sozialdemokraten nach Zusammentritt des Rationalrates ihre Aemter der Regierung niederlegen werden. Nach dem Aus fall der Wahl ist es natürlich selbstverständlich, daß die Sozial demokraten alle Verantwortung ben bürgerlichen Parteien überLassen. Der Bergarbeiterstreik im Unterhause London, 20. Oftober. In der geftrigen Gigung des Unterhauses erklärte Bonar Lew, daß sich die Durchführung der Friedensverträge in sufrier denstellender Weise vollziehe und daß sich die britische Regierung mit der Aburteilung des ehemaligen deutschen Kaisers in London nicht beschäftigen werde. Chamberlain bemerkte, bah Desterreich bis jetzt feine Schiffe ausgeliefert habe und das Deutschland in weitgehendstem Maße bent Bestimmungen von Spa über das Kohlenabtommen nachgekommen Jei. Weiterhin teilte er mit, daß die von allen Ländern Deutsch land gemachten Vorschüsse ungefähr das dreifache sämtlicher von Großbritannien gemachten Vorschüsse betrügen. Der Abgeordnete Brace erklärte, daß die Grubenarbeiter den Vorschlag der Regierung, den Lohnstreit einem Schiedsgericht zu unterbreiten, nicht annehmen tönnten, da die Erfüllung der Lohnforderungen von einer Produktionssteigerung abhängig gemacht werde und die Bergarbeiter eine Ueberproduition befürch ten. Wenn die Grubenarbeiter eine Niederlage erleiden sollten, dann würde das nicht dazu beitragen, die Kohlenförderung zu steigern. Den Bergleuten müsse die von ihnen geforderte Lohn erhöhung zu gebilligt werden. Nach Anhören der Vorschläge von Brace hielt der Kabinettsrat eine längere Sigung ab, worauf Lloyd George erklärte, die von Brace gemachten Vorschläge feien in mehreren Bunttén un flat. Eine Erhöhung der Kohlenproduktion sei notwendig, wenn aber von der Regierung die volle Zustimmung zu den Forderungen der Bergleute gefordert werden, so bedeute das nichts anderes, als daß die Regierung ihre bisher eingenommene Haltung aufgebe. Sie verkenne allerdings nicht, daß das jetzige Syſtem der Entlohnungen verbessert werden müsse. Er sei aber weiterhin bereit, alle Vorschläge zu prüfen, die geeig net seien, den Wünschen der Bergarbeiter gerecht zu werden und die Kohlenforderung zu steigern. Nach den neuesten Meldungen dauert der BergarbeiterStreit in England unverändert fort. Es werden fortwährend neue Betriebe stillgelet. Jn London ist es in der Nähe des Parlaments wiederholt zu Kundgebungen gekommen. Im Korruption in Regierungsämter: Auf eine Anfrage ber demokratischen Abgeordneten teilt der Unterstaatsjetretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Hirsch folgende hochinteressanten Tatsachen mit, die zeigen, welche ungeheuerliche Korruption in den Dienststellen des Reichskommissars für die Ein- und Ausfuhr herrscht. Es heißt in dem Schriftstüd unter anderem: Die Ermittlungen über bie in der Bresse erörterten Fälschungen von Ein- und Ausfuhrbewilligungen haben bis jetzt zu folgendem Ergebnis geführt: L. Der Außenhandelsnebenstelle Chemie in Samburg war befannt geworden, daß der Firma Paul Hoff am 10. Juni 1920 an der Börse von einem Matler Butzbach eine Ausfuhrbewilligung über 10 000 Kilogramm Faulbaumrinde zum Preise von 9000 Mart angeboten worden sei. Die Bewilligung trug einen Stempel, der sich seit dem 15. März dieses Jahres nicht mehr im Gebrauch befindet. Rachforschungen haben ergeben, daß mit diesem Stempel noch zablreiche weitere Fälschungen verübt worden sind. Die Schwindler haben sich dadurch in den Beth großer Summen gebracht. Ein Teil der Waren ist auf diese Ausfuhrbewilligungen hin bereits verladen worden. Die beschlagnahmten Bewilligungen find der Kriminalpolizei übergeben worden. Weitere Ermittlungen sind noch im Gange. II. Ausfuhr bewilligungen für Solz im Fatturenwerte von 35 Millionen Mart, welches von Königsberg nach England gehen sollte, und die Ausfuhrbewilligung über 500 Tonnen Benzin im Werte pon etwa 12% Millionen Mark für das städtische Rohlenamt in Elberfeld stellen sich als plumpe Fälschung mit einem nachgemachten Stempel heraus. Zwei der an den Fälschungen beteiligten Personen find festgenommen, ein dritter ist flüchtig. Ermittlungen find eingeleitet. Die Ausfuhr des Holzes ist verhütet, das Benzin beschlagnahmt worden. IIL In Karlsruhe find ebenfalls zahlreiche Fälschungen vorgetommen. Ein Angestellter des Delegierten des Reichstommissars für die Ein- und Ausfuhr in Karlsruhe hat Blantoformulare mit bem erforderlichen Stempel versehen. Der betreffende Beamte ift Alarmschrei gegen den Beginn der Sozialisierung F. P. Als die schreienden Plakate die Sozialisierung fommt!" in der ersten Rhase der Revolution vom Regen zer waschen und vom Winde zerzaust waren, war für die bürger liche deutsche Republik dieser Gedanke von der Tagesordnung zunächst abgesetzt. Auf die Dauer aber war nicht zu ver tennen, daß die Sozialisierung der Produktion der Drehs punkt geworden ist, um das sich alle politische und wirtschaft liche Dinge in der finanziell bankerotten und ökonomisch fast lebensunfähig gewordenen Republik bewegen. Mit dem bisher beliebten steuertechnischen Handwertszeug kann dem Grubenbezirk von Südmales sollen die streifenden Bergs leute große Demonstrationsversammlungen abgehalten haben, wobei Polizei und Militär gegen die Demonstranten vorgingen und von der Waffe Gebrauch machten. Es soll Tote und Verwundete gegeben haben. Weitere Nachrichten aus London sprechen davon, daß infolge der großen Auss dehnung des Streits das Kriegsministerium die Beurs laubungen der Armee und der Marine aufgehoben habe. Die Truppen würden in Alarmbereitschaft gehalten. habe. Die Truppen würden in Alarmbereitschaft gehalten. Ob alle Einzelheiten dieser Meldung zutreffen, ist zweifel- Riefenproblem der deutschen Finanzwirtschaft nicht mehr haft. Nicht zweifelhaft ist indes, wie wir schon gestern schrieben, daß die englische Regierung rüstet, um durch das Eins sehen der Machtmittel des Staates das Gewicht des Widerstandes der Unternehmer zu erhöhen. Das Schicksal Danzigs Paris, 19. Oktober.( Savas.) Der Botschafterrat genehmigte den Entwurf des Abkommens, welches zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig abgeschlossen werden soll. Wahrscheinlich wird am nächsten Sonnabend die Uebers einfunft gleichzeitig mit dem Beschlusse der Mächte, wonach die Stadt Danzig unter dem Schutze des Böllerbundes zur Freien Stadt erhoben werden soll, unterzeichnet werden. Der russische Außenhandel DE. Helsingfors, 19. Oftober. Der Oberste Wirtschaftsrat veröffentlicht eine Mitteilung, aus der die Mißerfolge der russischen Lokomotivenbestellungen im Auslande hervorgehen. Von den 5000 benötigten Lokomotiven übernahm ein schwedischer Konzern 900, wobei 200 Lokomotiven jährlich abgeliefert werden sollten. Deutschland sei unter Beteiligung der Krupp- Werke bereit, 2000 Lokomotiven zu liefern. Der Preis lei noch nicht vereinbart. Mit dem Lokomotivenbau fann derzeit nicht sofort begonnen werden, weil die Werte überlastet sind. nicht sofort begonnen werden, weil die Werte überlastet sind. Amerita verweigert wegen der Regierungskontrolle die An nahme von Bestellungen aus Sowjetrußland. Es sei möglich, daß in Zukunft durch Vermittlung anderer Länder boch Lieferungen aus Amerika zustande kommen. Die von England geforderten Preise feien sehr hoch, auch tönnte England die Bestellungen erst in einem Jahre in Angriff nehmen. Ueberall bringt man den russischen Bestellungen geringes Interesse entgegen. Nach einer amtlichen Feststellung der Roten Zeitung" find bis her zwei Millionen Bud verschiebener Waren aus dem Auslande nach Sowjetrußland eingeführt worden. Ausgeführt dagegen wurden nur 170 Waggons Flachs und 84 Waggons Fournierbretter nach England. Die Lage ist schwierig, da Rußland genötigt ist, in Gold zu zahlen, welches nicht mehr genügend vorhanden fel. Es sei notwendig, die Solzbeschaffung energisch zu organi: fieren, da Holz als Gegenwert beim Warenaustausch das fehlende Gold ersetzen könne. verhaftet. Er hat bisher zugegeben, in etwa 10 Fällen Mißbrauch mit dem Stempel getrieben zu haben. Er hat für jedes gefälschte Eremplar 2000 Mart erhalten. Es sind Borsichtsmaßregeln getroffen worden, um weitere gefälschte Aus fuhrbewilligungen anzuhalten. IV. Bei den in Köln vorgekommenen Fälschungen find ebenfalls eine Reihe von Blanto- Formularen mit dem Stempel versehen worden. In welchem Umfange Fälschungen vorgekommen sind und von den gefälschten Bewilligungen Gebrauch gemacht worden ist, ist noch Gegenstand eingehender Erhebungen. Nach unserer Meinung aber genügt es durchaus nicht, daß die Ermittelungen sich nur darauf erstrecken, in welchem Umfange Fälschungen vorgekommen sind. Ebensowenig genügt es, die Angestellten, die diese Fälschungen vor genommen haben, zur Verantwortung zu ziehen. Es erscheint uns als eine viel wichtigere Aufgabe, die Hintermänner aller dieser Fälschungen zu entlarven. Wir fordern deshalb vom Reichswirtschaftsministerium, daß es feine Ermittelungen insbesondere nach dieser Richtung hin anstellt. Denn es unterliegt feinem Zweifel, daß die gefälschten Ausfuhrbewil ligungen Großkapitalisten die Möglichkeit bieten zuz Einheimsung von Riesengewinnen. Wo bleibt der Staatsanwalt? Ueber einen geradezu unglaublichen Vorgang, der sich in der Ein- und Ausfuhrstelle für Leber abgespielt hat, erfahren wir folgendes: Mit der Leitung dieser Stelle wurde ein Herr Görig beauftragt. Als etwa im Juli ein anderer Herr diese Stelle übernehmen sollte, erklärte Serr Görig, daß die eingegangenen Gebühren etwa 300 000 fein persönliches Eigentum darstellen. Ez weigerte sich nicht nur, die eingegangenen Gebühren abs zuliefern, sondern er nahm auch no chdie Atten, darunter Geheimaften, an sich, die er ebenfalls als sein Eigentum er. flärte. Mart beigekommen werden. Und die fiebernden Exzesse in denen die Privatwirtschaft bei dem Auf- und Niedertanzen der Baluta die Lebensmöglichkeit breitester Massen droselt, zerstören alle Illusionen auf Gesundung der Wirtschaft im Rahmen des fapitalistischen Produktionsrechtes. Der Schrei nach der sozialistischen Anwendung von Produktionsmitteln und Produktionskraft schallt heute mit zunehmender Dringlichkeit über die politische Bühne. Mit wachsender Ungeduld fordern die Arbeiter die Sozialisierung der entscheidenden Produktionszweige. Die Angestellten schließen sich dieser Forderung an. In den Kohlendi. stritten zieht sich immer düsterer das Gewölf zusammen: der nächste deutsche Bergarbeiterkampf wird nicht mehr aus schließlich Lohntampf sein. Er wird mit um die Ent eignung der Grubenkönige geführt werden. J ber Sozialisierungskommission find unter dem Drud von innen und außen zwei Entwürfe für die Formen der Sozialisierung der Kohlengruben gegossen. Mit einem Wort: die Frage fann nicht mehr von der Tagesordnung abgesetzt werden. Sie muß entschieden werden. Sie mug rasch entschieden werden. Sie muß im sozialistischen Sinne entschieden werden. Der Angriff auf die Privatwirtschaft in der Kohlen. produktion ist ein Schlag gegen einen Edpfeiler der Sozialistischen Produktion. Da ist es denn ganz erklärlich, wenn sich die Beklemmungen des Grubenkapitals in lauten Silferufen an die gesamte Kapitalistentlasse Luft machen. In der gestrigen Abendausgabe der Deuts schen Allgemeinen Zeitung" stößt ein gewisser Otto König alarmierend ins Horn. Er läßt in einem Artifel alle Gründe, die seit Eugen Richter gegen die sozialistische Wirtschaftsform erdacht worden sind, zur Abwehr der dem Grubenkapital drohenden Gefahr aufmarschieren. Er sieht in der Sozialisierung„ eine unerhörte Gefahr für des Bes stand unserer ganzen Wirtschaft", und meint natürlich die tapitalistische Profitwirtschaft. Er fommt mit dem im Zeitalter der Aktiengesellschaften, Trusts und Synbifate recht staubig gewordenen Argument von dem„ Bes fizer", der aus persönlichem Interesse im Betriebe hinten und vorne nach dem Rechten sieht und so erst die Triebkraft für eine nugbringende Art der Gütererzeugung abgibt. Und was dergleichen Späße mehr sind, die weder neu sind noch eine Widerlegung erfordern. Der Haupttrumpf, der das gesamte Unternehmertum zur Solidarität aufrufen soll aber find folgende Säge über das drohende Weitergreifen der ersten sozialisierten In dustrie zu den nächsten: „ Wer verbürgt uns, wenn wir uns nur von politischen Gesichts. puntten leiten lassen, daß nicht eines Tages, bevor man die Wirkung der ersten Sozialisierungsetappe übersehen kann, beis spielsweise die Arbeiter in den elektrischen Fabriken eps flären: Was den Kohlenarbeitern recht ist, ist uns nur billig, unsere Betriebe find reif, folglich sind sie zu sozialisieren. Diese Bewegung würde bann von einer Arbeiterkategorie zur anderen fortschreiten. Ein Gremium von sogenannten Sachverständigen fierung reif erflärt." findet sich wohl stets, das eine Gewerbegruppe für die Soziali sind durchaus begründet. Indem die Unabhängige Die Ahnungen dieses Preisfechters der Privatwirtschaft Sozialdemokratie die Forderung auf Vergesellschaftung vor allem der Kohlengruben in den Vordergrund stellt, erhofft und erwartet dabei unsere Partei, daß im Kampfe um dieses Objeft die Kräfte des Proletariats sich bereits so konzentrieren, daß der 3 weite Schritt ihm wesentlich leich ter werden wird. Fällt das Vorrecht des Grubenkapitals dem Gesamtinteresse der Arbeitenden zum Opfer, dann wer den rasch weitere Positionen der tapitalistischen Wirtschaft folgen. Hat der Hilferuf des Grubenkapitals an das Ras pital in den anderen großen Produktionszweigen Erfolg, so wird der Kampf um die Sozialisierung des Bergbaues not wendigerweise sich zu großen Entscheidungskämpfen ause wachsen, die wir nicht zu scheuen haben und denen wir bes wußt und planmäßig zusteuern. Darum enthüllen sich die oibinürcrt kommunistischen Deklamationen von der„kon- � terrevolutionären Hil�erdingschen Teilsozialisterung" als armseliges Eesasel. Der Wortführer des Erubenkapitals erkennt klarer als die„revolutionären" Kommunisten die eminente E e f a h r, die ihm aus der Taktik unserer Partei erwächst. Das internationale Arbeitsamt Thomas, der T'�ektor des internationalen � befindet sich in Berlin, um mir den sozial» polltischen Behörden des Reiches und mit der deutschen Ee» � werkschaftsbewegung in Fühlung zu treten. Die Tätigkeit � des Arbeitsamts ist soweit fortgeschritten, dah dieses Jnver» ! �.'"bungtreten mit den einzelnen Ländern zur weiteren Forderung der internationalen sozialpolitischen Arbeit not- wendig ist. Doppelt notwendig ist die Fühlungnahme mit i der deutschen Arbeiterbewegung und mit Deutschland � überhaupt. Nicht deswegen, weil, wie die Legende berichtet, Deutschland sozialpolitisch in der Welt voranschreitet, son- bfrn weil in den deutschsprechenden Ländern auch heute noch die Massen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter am dichtesten beieinander sind. Aus dem Vortrag, den Thomas gestern in einer Versammlung von deutschen Eewerk- schaftsfunktionären im Herrenhause hielt, geht diese hohe Bedeutung der deutschen Arbeiterbewegung für die inter- nationale sozialpolitische Arbeit hervor. Thomas berichtete, daß von LS Millionen organisierter Arbeiter, auf die sich i das internationale Arbeitsamt erstreikt, allein 10 M i l l i o> n e n in solchen Ländern ansässig sind, die die deutsche Sprache verwenden. Es sind das vorwiegend die 8� Millionen Mitglieder des Allgemeinen Deutscheg Eewerkschcftsbundes und die Mitglieder der Eewerkschaften in Deutsch-Oesterreich, in Deutsch-Böhmen und in der Schweiz. Albert Thomas' Erscheinen in Deutschland und sein Vor. trag vor den deutschen Gewerkschaftlern interessiert uns aber vor allem darum, weil er wieder einmal in knapper Zu- sammenfassung das Maß von Bedeutung— oder wenn man will Bedeutungslosigkeit— des itnernationaleu Arbeitsamts darstellt. In einem Bericht des �„Vorwärts" heißt es darüber: „Thomas hob dann hervor, daß die international« Organisation für den Arbeiterschilt, aus zwei Organisationen besteht, der Hauptversammlung und dem Internationalen Arbeltsamt. Di« Hauptversammlung tritt zweimal im Jahr« zusammen. Jeder Mitgliedstaat entsendet außer den Rcgierungsvcrtretern j e einen Vertreter der Arbeitaeber und Arbeit- nehmer. Dies» beiden Vertreter müssen aus den maßgebenden Vcrufsverbänden der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ent« nommen werden. Welch« Organisationen dafür maßgebend sind, ist in einigen Ländern mitunter sehr schwierig zu bestimmen. .Dir Hauptversammlungen können Beschlüsse fassen von zweierlei <1«: Erstens Entwürfe zu einem Uebereinkommen, zweitens Vorschläge. Die Ueberelnkommen werden bindend, wenn si« van den Staaten ratiftziert sind. Sie wirken dann wie früher die S t a a t s v e r t r ä g e. Die Vorschläge lassen den ein- z-lnen Staaten Freiheit, ob sie den Vorschlägen nachkommen wollen. Als auf der Friedenskonferenz über den Teil 13 beraten wurde, haben die Arbeitervsrtreter in der Kommission vielfach be- antragt, daß die Besckilüss« der Hauptversammlung gesetzgebende Kraft erhalten sollten. Dir» ist aber nicht durch- gedrungen, weil zu viele der Staaten Bedenken dagegen hatten. Di« Veschlüsie der Hauptversammlung müssen innerhalb Fahresfrtst den P a r I a m e n t« n vorgelegt werden. D i« S te l- lungnahm« dazu steht den Parlamenten frei" aüs dieser Darstellung des Direktors des internationalen "'Arbeitsamtes geht hervor, daß das Amt nichts anderes ist, als eine internationale sozialpolitische Studienver- einiaung ohnebindenoesRecht. Das Amt hat in jeder Beziehung, sowohl den Regierungen wie den Parka- menten der Länder gegenüber nur das Recht der An- jkegung. Soweit es sich also mit seiner Arbeit an diese , wendet, wird das Amt sehr viel zur Füllung der amtlichen > und parlamentarischen Papierkörbe beitragen. Das be- ! deutet, daß das internationale Arbeiteamt, wenn es sich durchsetzen will, sich stützen muß auf die A r b e i t e r b e w e- igung in den einzelnen Ländern, damit die Stoßkraft der > organisierten Arbeiterschaft den Anregungen des Amtes Geltung verschafft. Das bedeutet aber roeiter, daß auch die mit dem Arbeitsamt arbeitenden Arbeiterbewegungen der einzelnen Länder ebensowenig an die Anre- Jungen und Vorschläge des Arbeitsamt sge- unden sein können, wie die Regierungen und Par- lamente. Sie sind jederzeit in der Lage, die allgemeinen Vorschläge des internationalen Amtes den Bedürfnissen der einzelnen Länder anzupassen, in dem es je nach Zweckmäßig- keit und politisch-taktifcher Möglichkeit darüber hinaus- geht. Das ist eigentlich eine Selbstrsrständlichkeit. Aber wir nehmen dennoch diese Gelegenheit wahr, um es be» sonders zu unterstreichen, weil Lofowski in Halle die deutschen Gewerkschaften auch deswegen als gelb be- schimpft hat, weil sie mit dem Internationalen Arbeits- amt, an dessen Spitze ein ehemaliger französischer Munittons- minister steht, zusammenarbeiten. Aus den Darstellungen de» Direktors selbst geht aber nun deutlich hervor, daß die Taktik der dem Arbeitsamt angeschlossenen Arbciterbewegun- Jen in keiner Weise durch diese internationale sozialpolitische studienarbeit gebunden wird. Die Eewerkschaften bleiben frei und unabhängig in ihrem Kampfe. Lohnerhöhung im Ruhr-Bergbau Vom Reichsarbeitsminist:rium wird mitgeteilt: Im Reichs- arbeitsminssterium tagte am Dienstag, den IL. Oktober, unter Lei- tung de» Ministerialrats Dr. S i tz l c r der zur Regelung von Lohnstreitigkeiten tm Ruhrbergbou etnaefetzte Schlichtnngsausschuß. Als Beisitzer nahmen der preußif-te Miniltn des Innern 2 e v e- ring und der Vorsitzende des Reichskohlenverbandes Kmcral- direktor K ö n g« t e r teil. Der Schlichtungsausschuß fällte nach- stehenden Schiedsspruch, zu dem die Parteien bis zum 30. d. M. endgültig Stellung nehmen werden. Die Löhne werden mit Wirkung vom t. Oktober 1820 ab um 2 Mar! für jede Schicht für die unterirdisch Beschäftigten und um 25 Pfennig für die Stunde für die Arbeiter übe: Tage erhöht. Für die Arbeiter unter 2o Iahren beträgt die Erhöhung d i« Hälfte dieser Sätze. Verheiratete Arbeiter und alleinige Ernährer ihrer Familie im Sinne des§ 8 Absatz 3 des Tarifvertrages erhalten vom 1. Oktober ab ein H a u s st a n o s g e l d van je 3 Mark pro Schicht, das nach den Grundsätzen des Kindergeldes behandelt wird. Das Kindergeld wird um 1 Mark je Schicht und Kind erhöht. Einzelheiten der Durchführung sind in der Arbeitsgemeinschaft zu regeln. Obgleich der Schlichtunqsausschuß davon überzeugt ist, daß der Bergbau an der Grenze feiner finanziellen Leistungsfähigkeit an- gelangt ist, hat er es trotzdem für notwendig gehalten, den Berg- lcuten noch einmal eine Lohnerhöhung zuzusprechen. Er ist sich der arohen Tragweite dieser Erhöhung für das gesamte Wirt» schaftslebcn voll bewußt, das damit eine neue schwere Be- l a st u n g zu tragen haben wird. Von den Bergleuten erwartet der Schltchtungscmsfchuß, daß sie ihrerseits an der Verringerung dieser Last mithelfen, indem'ie in eine produktivere Gestaltung der Ueberschichtcn einwilligen. Die vorteilhafteste und für den Berg- bau gesundheitlich zuträglichste Gestaltung der Ueberschichten er- blickt der Schlichtunasausschuß darin, daß die jetzt verfahrenen beiden halben Ueberschichten in der Woche durch Änhängung an die tägliche normale Arbeitszeit auf die ganze Woche verteilt werden, oder daß unter Freilassung des Sonnabend von llebcrarbeit sich die Ueoerorbeit an den andern Tagen der Woche entsprechend verlängert. Der Schlichtungsau»- fchuß empfiehlt der Regierung, die Bedenken der Bergarbeiter gegen eine derartige Regelung durch gesetzliche Festlegung einer Höchst». arbeitszeit zu beieitigen. Soweit nicht auf vtefem oder einem anderen Wege ein« Verringerung der Selbstkosten de» Bergbaues zu erziele» ist, wird«ine Erhöhung der Kohlenpreis« die unvcrmeid« liche Folge der Lohnerhöhung sein müssen. * Diese Mischung von Gönnerhaftigkeit und Drohung in der Per- lautbarung des Schiedsgerichts muß zurückgewiesen werden. Das Schiedsgericht hat nicht die geringste Veranlassung, derartige rührende Tiraden in die Welt zu senden. Ein Schiedsgericht hat einfach sachlich über den Streitfall zu entscheiden und die Kommentare dazu sind vollkommen überflüssig. Ader dies« Art tntspricht der protzigen Anmaßung, mit der die gegenwärtig regierenden Kreise der Arbeiterschaft entgegenzutreten pflegen. Obwohl das einzige, womit diese Kreise zu protzen vielleicht da» Recht hätten, ihr« eigene Dummheit ist. Und wir plädieren schon für mildernde Umstände, wenn wir in diesem Zusammenhange auf Dummheit schließen. Denn in Wirklichkeit ist es eine be- Die Entwurzelten Don Erich K. Schmidt. Der herbstliche Sonntag steht in feierlicher Stille über der Neinen holden Haoesstadt. Dl« Honoratioren schlendern gemach ! Über Katzenkopsstein«, indeß ihr- Frauen in den engen Küchen stiedfertig den Feiertagsbraten bereiten. Aber weit hinter den Toren der Stadt, hoch oben auf de» Hügeln, die das wuchtige Dommafsio tragen, zwischen mächtigen Palissaden voll stachligen Drahtes, ich reges Leben. Auch in dem weitverzweigten Lager der internierten Russen wird schon, in riesigen Kesseln, von schwitzenden Männern das Mittagsmahl ge- kocht, und die Schar der Heimatlosen streift ungeduldig über den weiten Plan, witternd nach Cuppenduft. O dies: Typenfülle! Da wandeln sie auf und ab, die Zungen, die'Ilten, die Völker des ungeheuren Reichs. Vom Süden, vom Norden des Landes: aus Sibirien, Kaukasien und aus dem Baltikum. Entwurzelte, der Muttererde Entrissene, durch das alte töricht« blutig« Kriegsfpiel Dertrieben«, grauhaarig die Einen, knabenhaft die Anderen, sie umdrängen uns Fremde mit fragenden Augen:„Könnt Ihr uns helfen?" Wir können es nicht. Was sind die paar Zigaretten, die wir verteilen, für all die Taufende, die hier tatenlos sich im Kreise drehen, kräftig« Männer, so nötig gebraucht zum Aufbau einer wildzerstörtrn Welt und nun im Nichtstun die Tags zerschlendernd. Männer mit kl ßzen klaren Augen und andere mit trägen tieri- schen Blicken; in blanken hohen Stieseln und barfuß oder einen Fuß nur von Lumpen umwickelt: Wir sind der Zielpunkt all dieser Augen, sie kreisen um uns, als könnten wir Befreiung bringen. Sie alle, Söhne der großen gütigen Mutter Erde, sind getrennt und zerspalten: Zaristen. Bolschewisten, Schwankende und fana- tisch Feste, es gibt kejne Einigkeit auf dieser WeR Wer weiß, ob >Zwei. die hier vorllberstreifen, einander nicht blutig hassen um kalter Dogmen willen: wer kann in iV« Herzen sehen, die unter lehmgrauen Jacken schlagen? Und alles nur, weil das eine Ur- wort, von allen Weisen, Propheten und Gelehrten, von Dichtern und Religionsstistern aller Zeiten und Zonen hinauvgeschrien, un- erfüllbar ist auf Erden:„Ihr Menschen liebet einander!" Ach. Trauer schnürt einem die Kehle zu. Ihr Frauen, die Ihr uns Gefährten seid, auch Ihr habt keine Macht, auch Ihr habt den geilen Wahnsinn des Krieges umjubelt, Ausziehenden zugewinkt, Opferftisre umkränzt. Wann kommt die Stund«, da Ihr erwacht. Euch Macht nehmt zum Guten, die Söhne erweckt, daß si« bewußt« Menschen werden, wann bricht da» neue Zeitalter der Lieb« an? Seht, es sind den Russen ein paar Frauen gefolgt, sie esse» und schlafen mit ihnen, sie ziehen nachts im Dunkeln die Kleider aus, wenn der Atem von de« Gatten Kameraden ihr« Haut berührt. Sie haben kein Heim, wo sind ihr« Kinder, wann werden sie am Herd» ihres Stexpendorf» stehen? Di« Offiziere aber leben gesondert in ihren Baracken, von vielen gehaßt— e« soll kein Mensch des anderen Herrscher sein. Alles Knechttum birgt den Keim des Hasses in ssch und die Herren stür- zen in großen Stürmen jämmerlich von tönernen Podesten. Wie- viel Glend entwiche aus der Welt, wenn keiner mehr den Mund zu brutalen Befehlen öffnet«, sondern menschlich zu Menschen spräche? Wenn keiner mehr die Geißel über EklavcnrLcken schwänge? Seht, wie sie in den dumpfen Baracken liege», unwirsch, zu nich- tigen Bündeln gewunden, aller Ziele enthoben, aller Hoffnungen bar. Sie strecken uns Hausen von Scheinen entgegen, Fünftausend- rubelnoten, die uns bunt« Papierfetzen sind, kaum, daß si« dafür «rn paar Brote bekommen. Sie halten uns Ringe und Juwelen hin, die wir nicht brauchen, weil wir kein Geld für irdische Schätz« besitzen und, letzten Endes, Dergängliche» auch nicht genügend achten. Ein Junge, siebenjährig, bietet un« aus pechschwarzem Taschentuch fragwürdige Zuckerstllcke an. Für Zigaretten gäben sie hin. was immer sie besitzen. Wir verteilen alles, was wir haben, - Tropfen auf glühende Plauen. Die Frauen haben Tränen in den Augen. Ohnmächtig sind wir, die wir Paradiese au» kahler Erde schassen möchten. Hilflos«, die sehr bewußt den ganzen Erden- jaminer sehen. Kinder, die keine Felsen heben können. Am glücklichsten jedoch erscheint die Schar der Musikanten. Sie putzen ihre Instrumente, si» schreiben emsig Roten auf Fetzen von Papier. In ihrer Brust sind immer Klänge, die» sie aus Enge und in der in einem schmierigen Hotel Falschspieler Li«©iisi®' und sich gegenseitig rupfen, ist in satirisch lustiger Weise ei» Weltbild der Betrügerei mit gallebitterer llntermalung gegebe»- Hier feiert« di« anschauliche Komik Max Gülstorfs» wahr� Triumphe. Und M otsfi konnte in einet ihm von Natur we»� � ger angepaßten Roll««ine hochstaplerisch« Gewandtheit und a»3f* räucherte Perquertheit virtuos hervorkehren. Hugo D ö b l i n ci* Kellner, Hermann Thi mtg als funger Etrudelkops, Friedri« Kühne als Greis fügten stch prächtig ins Bühnenbild, das � beiden Stücken von Julius Hahlo al« Maler entworfen von Bernhard Reich als Spielleiter, sinnvoll belebt war. L.& Die proletarische Einheitsfront Aus Prag wird uns geschrieben: Der Parteivorstand der deutschen sozialdemokratischen Arbeiter. partei in der tschechoslowakischen Republit schlägt vor, zur Ver einigung des gesamten flassenbewußten Proletariats der Tschecho. flomatei ohne Unterschied der Nationalität eine ständige Instituiton zu schaffen, die er als ständigen Kongreß des Proleta riates aller Nationalitäten bezeichnet. Die Vertreter sollen durch Urwahlen in den Gewerkschaften und Parteiorganisationen nach dem Berhältniswahlrecht gewählt werden. Dem Kongres obliegt die Aufgabe, zu den wichtigen Ereignissen im politischen Tagestampje Stellung zu nehmen, die jeweiligen Forderungen des Proletariates zu formulieren und über große und entscheidende Attionen des Proletariates zu beschließen, für welche die gesamte proletarische Macht in Anspruch genommen wird. Der Kongreß wählt sich einen Vollzugsrat, der dann fallweise das Plenum einberuft. Die Einberufung muß erfolgen, wenn das Verlangen hierzu von zwei Gewerkschaftskommissionen oder zwei Parteivertretungen oder je einer dieser Institutionen zusammen gestellt wird. Dem Kongreß wird die Beschlußfassung über den Aufbau jener organisato rischen Einrichtungen obliegen, deren das Proletariat zur Mobilisierung seiner Kräfte und zum Vollzug der vom Kongreß gefaßten Beschlüsse bedarf. Gleichzeitig schlägt die Parteivertretung eine Reihe von Maßnahmen vor, die in erster Linie den ständigen Kongreß zu beschäftigen hätten. Es wäre dies die Beseitigung des Wohnungselends, bie Enteignung des Großgrundbesizes, die Sozialisierung des Kohlenbergbaus, die Ordnung des nationalen Eigenlebens der Böller, ein Ernährungsprogramm. Es würde sich bei dieser neuen Institution zweifellos um einen geeigneten Versuch zur Anbahnung einer gemeinsamen Rampffront des gesamten Proletariats handeln. Die prat tische Bedeutung der Auslösung von Kämpfen dürfte zwar vorläu fig nicht überschäht werden, da erfahrungsgemäß die großen Ges bilde der Gewerkschaften wohl faum zugunsten einer dritten Macht ihre selbständige Entschlußfreiheit aufgeben dürften. Stimmen der Parteipresse „ Volksrecht", Frankfurt a. M. Laut jubelt die Reaktion! Was sie niemals vermocht hätte, das haben in finnloser Verblendung pseudorevolutionäre Mauthelden vollbracht! Die Realtion hat allen Anlaß zum Jubeln, denn von der brüdendsten Gorge ist sie befreit! Gie braucht tros des Busammenbruchs der tapitalistischen Wirtschaft porerst noch feine faziale Revolution zu fürchten, die ihre Macht für immer ein Ziel fegt. Ein uneiniges Proletariat gewinnt nicht die Schlacht am Birkenbaum! Wir trauern in dieser Stunde nicht um die Partei, der unsere Mühe und Arbeit bisher gegolten. Die Form mag zerbrechen, wenn nur die bee lebt, der sie Gestalt gab. Aber es ist nicht nur die Partei sertrümmert, es ist auch die sie belebende bee geschändet worden. Was ein neutommunistischer Jdiot türz lich zur Begründung seiner Wostauschnsucht in der Freiheit" chrieb:& ort mit dem realtionären wissenschaftlichen Sozialis. nus", das ist das Leitmotiv der Hallenser Barteitagsmehrheit gewesen. Alle Lehren des wissenschaftlichen Sozialismus, alle ernsten Erfahrungen der Arbeiterbewegung mizashtete ihr Fana fismus! Wäre damit die Partei allein zertrümmert worden, so wäre das der Uebel größtes nicht. Eine Bartet ist wieder aufzub.t.n, zumal wir feineswegs befürchten, daß der größte Teil ihrer Mits glieder ins tommunistische Lager abmarschiert. Die Massen unfe zer Genossen hat viel zu oft die verächtliche Berlogenheit der Kommunisten durchschaut, die sich von jeher darauf verlegten, bie Führer der U. G. B. zu verleumben und ihren Mitgliedern an Schmeicheln, um die Partei zu zersprengen. Sie wird auch bald genug erkennen, daß diese Gantlerpolitit jegt ihr Ziel nur erreichen tonnte, weil einige Herostraten in der eigenen Bartet sie mitmachen, um zur Befriedigung ihres persönlichen Ehrgeizes eine Rolle spielen zu lönnen, zu der sie weder Fäbigfit nos Charakter berufen machen. Wir brauchen nur an jenen Maul revolutionär Kurt Gener zu erinnern, der sich während der Rapptage in einen Frankfurter Borort verzoch und Romane las, während das Leipziger Broletariat, in beffen Reihen er fechten mußte, im heißen Kampf sein Blut vergoß. Waffilt Kandinsky " Der russische Maler Wassili Kandinsky, geboren 1866 in Moss lau, gehört zu den seltenen Malern von wirklich epochaler Bedens tung. Niemand hat tühner, entschlossenez und sieghafter als Kan dinstn die unfruchtbar geworbene, aber noch immer ungeheuer mächtige Tradition der europäischen Malerei zerbrochen durch Jeine Bilder etwa vom Jahre 1910 ab. Kandinskys Schriften sind von bleibender Bedeutung, als die Klarsten Darstellungen des et pressionistischen Willens. Der blaue Reiter", den Kandinsky ge meinsam mit Franz Marc 1912 in München herausgab( jeit 1896 lebte Kandinsky bis zum Ausbruch des Krieges in Deutschland), ist heute nicht mehr zu haben. Das Geistige in der Kunst er Ichien in mehreren Auflagen im Berlage R. Piper in München, und im Berlage des Sturm" erfchien 1918 das KandinskyMbum, das in vielen Abbildungen den Weg zeigt, den Kandinsky feit 1901 ging und eine schöne Selbstbiographie enthält. Der Sturm" hat das Verdienst, von seiner ersten Ausstellung 1912 an Kandinskys Bilder allen Angriffen und Verhöhnungen zum Trok immer wieder ausgestellt zu haben. Wichtige Werte Kan dinstys find von Zeit zu Zeit auch neuerdings im Sturm" zu fehen. Bon besonderem Interesse für jene, die die neue Kunjt fennen lernen wollen, sich aber durch die Taten der Epigonen mit Recht nicht überzeugt fühlen, ist wohl die Mitteilung, daß in dem Buch und Kunstheim K. und E. Twardy, Potsdamer Straße 12, einige Aquarelle und Zeichnungen Kandinskys aus den legten Jahren( bei freiem Eintritt) ausgestellt sind. Es ist das seit 1914 die erste Gelegenheit, neue Arbeiten Kandinstys zu sehen. Sie find Schöne Zeugnisse feiner Kunst, aus Form und Farbe allein unter Bermeibung alles Gegenständlichen bas Bild zu gestalten. Gewiß ist die Leistung Kandinsins fein Dogma, das allein felig machte, aber alle danten ihm, der das Gefeß der inneren Notwendigkeit" aufstellte und an Stelle der Tradition setzte, die Befreiung. Manche Besucher werden vielleicht die Blätter zunächst leerfinden, weil sie den Gegenstand vermissen. Aber wenn sie sich nur vet. tiefen wollen in die Ausdrudswerte ihrer reinen, d. h. durch keine Rücksicht auf Rachahmung der äußeren Natur getrübten Farben, lo merden fie erfennen, daß gerabe bie Fille fünstlerischer, nicht imitativer Werte Kandinskys Schöpfungen auszeichnet. Daß Kandinsky dem Vorstand des Kollegiums der bildenden Künfte des russischen Kommissariats für Boltsaufklärung" angehört, ist seit längerem bekannt. Nähere Mitteilungen über seine Tätigkeit in diesem Kollegium enthält leiber auch nicht das sonst interessante Buch von Konstantin manstij„ Die neue Kunst in Rußland"( Verlag Kiepenheuer- Golz, Berlin- München), dessen zweite Auflage hoffentlich ein besseres Abbildungsmaterial bringen wird. Adolf Behne. Das Walhalla Theater brachte in einem pierwö hentlichen Gast Spiel im 3irtus Busch in Breslau, Die Internationale" Don Emil Hallup, zur Aufführung. Das allabenblich start bes fegte Saus banfte mit stürmischem Beifall. Bom 1. November ab mirb Die Internationale" in Leipzig zum Besten bes Wieder aufbaues des Boltshaules zur Darstellung gelangen. In Salle wurde ein Verbrechen an der deutschen Revolution rerübt. Die Parteitags majorität wurde Wegbereis terin der Konterrevolution! Die Massen, die von ihr geführt, zur Kommunistischen Partet stoßen, verlangen von dieser revolutionäre Taten bevor die Zeit zum legten Entscheidungss ringen reif ist Man hat ihnen ja juggeriert, daß man mit einer Revolution nicht zu warten branche, bis die Masse des Profeta riats sich auf diese geistig eingestellt habe. Es wurde als oppor tunistisch", ja als„ fonterrevolutionär" erilärt, zunächst die Massen des Proletariats mit revolutionäremen zu erfüllen und für ihre Aufgabe im Befreiungsfampf zu fchufen. Es genüge ein militärisch straff organisierter Bortrupp, um den Kampf zu wagen und siegreich zu bestehen, so schrieen die Scharlatane, bis thre Kehlen heißer wurden. Nun wird von der R. P. D. Einlösung dieses Versprechens gefordert werden! Weigert fie fich, einen felben Wahnsinnsstreich zu begehen, so wenden sich enttäuschte Maffen von ihr ab und verfallen wieder bem völligen Jn. differentismus! Wagt sie den Kampf vor der 3eit,[ o verzettelt sie die Kraft des Proletariats in einem finnlosen Putsch, auf den die bewaffnete Reaktion nur lauert, um ihn blutig zu unterdrücken und dann mit neuen Ausnahmegelegen bas gesamte sozialistische Profetariat zu tnebeln! Auf alle Fälle ist bie Folge des Hallenser Beschlusses eine Schwächung der proleta rish revolutionären Kraft und Stärtung der Gegentepafutian! Dem denfenden Teil des revolutionären Proletariats obliegt es jezt, dafür zu forgen, daß die verderblichen Folgen des Vers brechens von Halle eingedämmt werden. Noch ist der Schaden nicht allu groß. In Halle trennter in rur die ihrer von dem Berführern der Partei. Bei der Masse der Parteigenollen Tient die Entscheidung! Eie müssen dafür sorgen, deh das kommunisti he Benennesawür aus dem Leibe der U. S. 3. herausgebrannt wird, müffen der alten U. S. P. und ihren Führern treu bleiben und durch rührige Werbearbeit die eingeriffenen Lüden schließen. Dann wird die Ü. S. P. groß und start bleiben und auch weiterhin von ihren Gegnern gefürchtet werden, die sie mögen te von rechts oder links anftürmen mit scharfen Schwertstreichen in ihre Schranken verweisen wird. Geschieht bas, dann hat die Reaktion au früh gejubelt. ** Rundschreiben Nr. 30 Vor der Verschmelzung mit den Kommunisten Unter der Firma„ Otto Gäbel, zur Belt Betriebsräte gentrale, Berlin C., Münzstr. 24", wird als Rundschreiben Nr. 30" an die Genofsinnen und Genossen im Beaizt 4 Bots. bam ein längeres Schriftstüd verschickt. Es heißt barin zuerst, daß die rechtmäßige U. S. P. D. diejenige sei, beren Vorsitzende Ernst Däumig und Adolph Hoffmann feien. Danach wird folgendes mitgeteilt: gl Genossen, ich bitte Euch, in allen größeren Ortsgruppen Mitliederversammlungen einzuberufen, und auf die Tagesordnung Berichterstattung vom Barteitag" zu sehen. Refe. renten werden von mir vermittelt. Außerdem müssen sich alle fionäre, welche es nicht tun, find fofort zur Neuwahl zu stellen. Funktionäre auf die Beschlüsse des Parteitages verpflichten. Funt Nur wer auf dem Boden der 3. Internationale steht, tann Funktionär der U. S. P. D. sein. Genossen! Geldfendungen sind nicht mehr an Richard Herbst zu adressieren, da die ganze Berliner Parteibuzeaus fratie gegen die Beschlüsse des Parteitages ist. Ich bitte also, das Geld vorläufig am Orte zu behalten, bis weitere Nachrichten folgen. Funktionäre, die das rechtmäßige Eigentum an Geld und Material der rechtmäßigen Bartei, ber Mehrheit des Parteitages, vorenthalten, werden zur Verantwortung gezogen. In allernächster Zeit folgen Richtlinien über das weitere Verhalten, die von einem Ausschuß unter dem Borsitz eines Mitgliedes des Erefutivkomitees und Mitgliedern der U.S. P. D. und K. B. D. ausgearbeitet werden. Eine Verschmelzung der L S. P. D. und K. P. D. wird auf einem Parteitag in zwei bis brei Monaten vorgenommen, bis bahin haben die einzelnen oder geschlossenen Uebertritte zu unters bleiben. Berhaltungsmaßregeln bei gemeinsamen Attionen ber U. S. P. D. und K. P. D. folgen gleichfalls in aller nächster Zeit. Die Genossen müssen aufmerksam gemacht werden, daß sie aus Verärgerung nic die Freiheit" so miserabel dieselbe auch ist abbestellen, ebenso bürfen die Mitglieder der Genossenschaft ihre Mitgliedschaft in dieser nicht aufgeben, die Freiheit ist das Organ der Berlin- Brandenburger Genossen, diese müssen und werden dafür sorgen, daß die Freiheit" ein revolutionäres Organ wird. Nun Genossen, frisch an die Arbeit, schwere Kämpfe stehen uns bevor, schon hegt die ganze bürgerliche Presse auf die Befürwortet der 3. Internationale, schon wird Regierung und Staatsanwalt mobil gemacht, das ist der beste Beweis, das wir auf dem rechten Wege find. Genossen! Darum trotzdem und trozzallebem: „ Hört die Signale, auf zum legten Gefecht, bie Internationale ertämpft bas. Menschenrecht!" Mit bestem Gruß Otto Gäbel" Es macht sich gut, daß der Parteibureaufrat" Otto Gäbel sich gegen die Berliner„ Parteibureautratie" wendet und dabei den Schutz der Betriebsrätezentrale findet, die sich doch auch nur aus ,, Bureaufraten" zusammensetzt. Offenbar muß man aber kommunistischer Parteibureaulrat" fein, um seine revolutionäre Ge finnung erweisen zu können. Daß die Bezschmelzung mit den kommunisten erst in zwei bis brei Monaten vor: genommen werden soll, ist lediglich ein taktisches Manöver; in Wirklichkeit haben die Befürworter der Mostauer Bedingungen sich der Kommunistischen Internationale bereits angeschlossen, lediglich der Wunsch, möglichst viel von dem Eigentum der U.S. B. D. mitzunehmen, hindert sie an der Erfüllung ihrer Pflicht, sofort in die deutsche Settion der Kommunistischen Internationale einzutreten. 99\ Auch wir erwarten, daß die Parteigenossen treu zu ihrem Blatte, zur Freiheit" stehen; wir sind alle davon überzeugt, daß auch diejenigen, die nicht unsere Meinung teilen, noch manches aus ihr lernen tönnen. Im übrigen hoffen wir, die neutommunistischen Parteibureaufraten" an erster Stelle zu sehen, wenn es zum letzten Gefecht" geht. Bisher hat man für ben Kampf gegen Regierung und Staatsgewalt vornehmlich jene Ge noffen in Anspruch genommen, die man jekt als Advokaten, als Agenten der Bourgeoiste beschimpft; und unter den neutommunisti. früheren„ Gefechten" nicht gesehen hat! schen Revolutionsberoen ficht man jetzt gar manchen, den man bei Aus der Partei Ein guter Anfang Die zum Dienstag Abend einberufene Generalversammlung des 11. Diftritts hatte einen sehr guten Besuch aufzuweisen. Die Reutommunisten, unter Führung Rosenbergs, hatten verab rebungsgemäß die Pläge auf dem Podium, zu beiden Seiten bes Rednerpultes belegt. Šie tamen nicht auf ihre Kosten. Bor Eintritt in die Tagesordnung verlas Genosse 3iete. mann eine Erklärung dahingehend, daß diejenigen, die sich den 21 Bedingungen unterwerfen, den Kommunisten angehören und bamit feine unabhängigen Eo talbemotraten mehr fein fönnten. Cr forderte dann alle Mitglieder der U. G. B., bas heißt die Genoffen, die auf dem Boben des Leipziger Aftionsprogramms stehen, auf. mit ihm ben Saal zu verlassen und anderweitig zu tagen. Die Neutommunisten samt ihren Keimzellen hatten bei der Ber Tefung der Erklärung die Sprache verloren. Erst als bie Cr flärung des Borthenden mit lebhaftem Beifall einer starten Dreis viertelmajorität begrüßt wurde, tam Leben in die Reimzellen", das fich in Schreien und Brüllen äußerte. Unsere Mitglieder ließen Rosenberg famt seinem Anhang allein. Ein leines Säuf lein blieb zurüd. Die Neufommunisten im 11. Distritt werden nun gesehen haben, wo sich die erbrüdende Mehrheit befindet. Die Generalversammlung unserer Genossen fand dann bek brüdender Enge in Rellers& etsälen tatt. Genosse Schneider schilderte die gegenwärtige politische Situation, während Genosse Brager Stimmungsbilder vom Parteitag zum besten gab, die ihre Wirtung nicht verfehlten. Nachdem Genosse Bollmerhaus die Gewertschaftsfrage erörtert hatte, wurden provisorische Erfahwahlen zum Distrittsvorstand vorgenommen. Harmonisch wurde die Versammlung zu Ende geführt. Für die ernsten und wahrhaften Genossen bedeutet die Trennung von den Neukommunisten im besten Sinne des Worte eine Erlösung. Mit neuem Mut und dem festen Willen, das Don wildgeworbenen Epießbürgern 3erschlagene durch intensivste Arbeit micder aufzu bauen, trennten sich in später Nachtstunde die Genossen. Die Neukommunisten in Erfurt Die Redaktion der Erfurter„ Tribüne" hat, wie uns berichtet wird, beschlossen, auf die Mitarbeit des Redaktionsmitgliedes und Reichstagsabgeordneten Mehrhof zu verzichten. Genosse Mehrhof hat die Annahme der Moskauer Bedingungen befämpft und in Bersammlungen der Erfurter Arbeiterschaft eine zielflare revolu tionär sozialistische Bolitit empfohlen. Damit hatte er den Unwillen seiner neutommunistischen Redaktionsfollegen erregt. Im Lager der Erfurter Parteifommunisten( Spartakusbund) bes obachtet man die Vorgänge in der Eektion der dortigen Neufommunisten mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn es naht nun die feierliche Stunde, wo beide Richtungen ihre Brubertüsse austauschen wollen. Die Spartatusleute sind sehr miß trauisch geworden. Sie erinnern sich, daß die Erfurter neutommus nistischen Führer von jeher mit einem politischen Lafter behaftet waren. Dieses Lafter heißt: Schaufelpolitit. Wenn wichtige poli. tische Fragen auftauchten, dann waren die Neufommunisten in der„ Tribüne" stets ein bißchen dafür" und„ ein bißchen dagegen". Sie paßten dann schließlich die Einstellung der Segel dem stärksten Windzuge an. Wir wünschen den Parteitommunisten viel Glüd zu ihrem Bunde mit den Reukommunisten. Und heute schon be wundern wir bie zukünftige Einheit des revolutionären" Geistes. Gewerkschaftliches Die Aussperrung bei der Biktoria beendet Die Einigungsverhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß haben zu einem Bergleich geführt. Der Betrieb wird am Don nerstag wieder eröffnet, dje Ausgesperrten nehmen die Ar beiten auf. Aus der Lohnbewegung der Angestellten der Lederwirtschaft Die Arbeitgeber der Lederwirtschaft hatten ursprünglich die Wünsche und Forderungen der Angestellten wegen Lohnerhöhung rundweg abgelehnt. Daraufhin bemächtigte sich der Angestellten fchaft begreiflicherweise eine erhebliche Unruhe. In verschiedenen Betrieben wurden Urabstimmungen wegen eines Streits vorges nommen. Daraufhin gaben die Arbettoeber nach und machten einen allerdings unzulänglichen- Borschlag, die Löhne um 10 Prozent zu erhöhen. Der Vorschlag wurde von den Angestellten abgelehnt und der Schlichtungsausschuß angerufen. Das Entgegenkommen der Arbeitgeber war zweifellos nur auf bie in verschiedenen Betrieben vorgenommenen Urabstimmungen zurückzuführen. Mit anerkennenswerter Offenheit gab Herr Dr. Engel in den letzten Tarifverhandlungen zu, daß die Arbeitgeber ihr Bugeständnis gemacht haben, um die in den Betrieben herr fchende Unruhe zu beseitigen. Demgegenüber haben die gesamten gelben Angestelltenverbände dem Zentralverband der Angestellten in einem Rundschreiben den Vorwurf gemacht, daß er durch seine angekündigte Aktion und die Urabstimmungen in verschiebenen Be trieben Unruhe geftiftet habe. Die genannten gelben Verbände hatten zu Montag, den 18. Oftober 1920, im Restaurant Echultheiß eine Berjammlung einberufen, um die Angestelltenschaft voll und ganz aufzuklären. Gleich zu Beginn der Versammlung wurde fast einstimmig bes schlossen, daß ein Vertreter des Zentralverbandes der Angestellten bas Korreferat zu übernehmen habe, um die gegen den Zentral längeren Ausführungen beider Parteien wurde eine vom Kollegen verband der Angestellten erhobenen Vorwürfe zurückzuweisen. Rach Wendland eingebrachte Resolution mit überwältigender Mehrheit angenommen, nach der den gelben Verbänden wegen ihrer Der räterischen Haltung im Streit im Zeitungsgewerbe das schwerste Mißtrauen ausgesprochen wurde und die Angestellten sich verpflich teten, die Einheitsfront im Zentralverband der Angestellten durch Austritt aus den gelben Verbänden zu schaffen. Ausschluß der Oppositionsführer beim Friseurs gehilfenverband In einer am 7. Oftober im Gewerkschaftshaus stattgefundenen Generalversammlung wurden die Sprecher der Opposition, die Koll. Retter, Meyer und Gerling mit 95 gegen 73 Stim men ausgefchloffen. Dazu wird uns von dem ausgeschlossenen Retter geschrieben: Ich befinde mich seit ziemlich zwei Jahren in der Opposition, obwohl ich selber% Jeht 2. Borfizzender des Zweigvereins Berlin war, aber auch als solcher nicht mit dem was ich wollte, durch bringen fonnte, da ich im Vorstand immer allein stand. Nach meinem Rüdtritt schloß ich mich mit den Kollegen Meyer und Gerling zusammen, um mit ihnen gemeinsam unsere Bewegung etwas Ihneller vorwärts zu bringen. Aus diesem Grunde haben wir drei Bersammlungen einberufen, um zu sehen, wieweit bie Kollegen Hinter uns stehen. Um die hierdurch entstandenen Kosten zu deden. nahmen wir freiwillige Sammlungen vor. Ferner haben wir bestimmte Richtlinien festgelegt, die innerhalb der Organi lation durchgeführt werden sollten. Ich habe in jeber biefer Ber fimmlungen erflärt, daß wir nicht baran benten, bie Organisation zu fprengen, sondern wir wollen sie nur vorwärts treiben. Wir haben sogar Borstandsmitglieder Hinzugelassen, obwohl wir wußten, daß diefe alles von uns gehörte versuchen würden, gegen uns auszunuzen. Das Urteil hierüber, ob dies Gründe find, uns auszuschließen, überlasse ich der Berliner Arbeitershaft. Was nun die Beschuldigung Estorns betrifft, wegen Bildung fommunistischer Bellen, bazu habe ich zu erflären, daß ich als Funktionär bet. S.$. D. Im 13. Distritt als Gegner ber 21 Bedingungen bekannt bin, und hieraus mein Standpunti wohl erfichilim ist. Tros des an mir begangenen Unrechts, erkläre ich doch noch, bag bie Ginheit der Gewerkschaftsbewegung im Interesse der beutschen Arbeiterhaft erhalten werden muß. Wir haben schon beim Ausschluß der Oppositionsführer aus dem Rentralverband der Angeftelten betont, dok der Versuch, die möglich zu machen, die schärfte Berurteilung verdient. Oppofition in den Gewerkschaften durch Ausschlußverfahren un Bergleich mit den Mühlenbesigern Cine am 19. 20. stattgefundene Bersammlung loß bem tags zuvor zwifchen der Lohntommission und den Bertretern ber Organisation zustande gelommenen Besgleich an. Es with der folgende Bergleich geftioffen: Der Tarifvertrag zur Regelung der Arbeitsbedingungen in den Berliner Mühlen vom 7. Mai 1920, der von ben beteiligten Ar beitnehmerverbänden am 15. August 1920 gekündigt worden war, und mit diesem Tage außer Straft getreten ist, tritt rüdwirtenb ab 16. August 1920 mit bez Maßgabe wieber in Kraft, baß bie Lohnläge in§ 9 wie folgt erhöht werden: 1. ab 16. August 1920 bis 25. September 1920 für Gruppe A. Don 210 M. auf 260 M.; für Gruppe B. von 205 auf 250 M.; für Gruppe C. von 150 M. auf 175 M. 2. ab 19. Oftober 1920 für Gruppe A. von 260 m. auf 270 M.; für Gruppe B von 250 M. auf 260 M.; für Gruppe O. von 180 m. auf 185 M. Sämtliche Streifende werben wieder eingestellt. Irgendwelche Maßregelungen sowie persönliche Angriffe einzelner find beiders feitig zu unterlassen. Der Arbeitsfriede ist vollständig wieder hergestellt. Hiermit ist dem Standpunkt der Arbeitnehmer zu dem Grade Rechnung getragen, daß der Schiedsspruch in der Form gefällt ist, daß seitens der Arbeitgeber die Mindestlöhne gezahlt werden. Groß- Berlin Geh deine Bahn! Geh Deine Bahn und laß die Leute schwägen, Die Bahn ist langbie Leute schwägen viel Mag Unverstand von Ort zu Ort Dich hezen Geh Deine Bahn! Dent an Dein hohes Ziel! Eine Unwahrheit 99 H. Greulich. In der heutigen Morgenausgabe des Vorwärts" wird in einem Bericht über die gestrige Sigung der unabhängigen Stadt verordnetenfraktion im Rathaus die Behauptung aufgestellt, bak Genosse Leid mit großer Wärme für ein weiteres Zusammen arbeiten mit den Neukommunisten eingetreten sei, aber nur geringes Entgegenkommen gefunden habe. Da dieser Bericht nur von einem Außenstehenden stammen tann, ist es nicht verwunderlich, daß diese Angabe vollkommen falsch ist. Bei der Ilaren und unzweideutigen Stellungnahme, die der Genosse Leid in dem gegenwärtigen Parteistreit stets eingenommen hat, bedarf es eigentlich gar feiner besonderen Zurüdweisung dieser Behaup rung. Um aber einer Legendenbildung von vornherein vorzubeugen, sei bemerkt, daß Leid nur der selbstverständlichen Anschauung Ausdrud gab, daß die Unabhängige Frattion nicht die Absicht habe, die Neufommunisten von der Magistratsbildung auszuschließen, sofern sie selbst ihre Beteiligung am Magistrat unter den früher gemeinsam festgelegten Grundsägen wünschen. Nach der Trennung haben denn auch die Neutommunisten ihre Bereitwilligkeit erklärt, an der Magistratsbildung teilzunehmen. Wegen Mordes an den Lokomotivführer Reichmuth angeklagt In Moabit wurde dieser Tage gegen den Schneider Mar Kornat, den Tischler Georg Rohloff und den Maschinenarbeiter Franz Schütte verhandelt. Alle drei find angeklagt, den Lokomo tipführer Reichmuth, der auf einer Lokomotive stand, von der Milfionenbrüde am Gesundbrunnen aus erschossen zu haben, und zwar in den Mittagstunden des 23. April in den Tagen des KappButsches, nachdem der Streif beendet war. Die Antlage stellt die Sache so dar, als handele es sich um die Tat von Kommunisten, die verhindern wollten, daß der Streif abgebrochen wurde. Die Lokomotivführer sollten abgeschrefft werden, die Züge in Bewegung zu bringen. Die Angeklagten Kornaz und Rohloff hatten im Borverfahren ein teilweises Geständnis abgelegt, mährend Schütte jede Beteiligung an der Tat bestritten und durch Rechtsanwalt Dr. önheim einen Alibibeweis hatte antreten lassen. In der Vernehmung der Angeklagten ergibt es sich, daß der Angeklagte Kornaz in seinen bisherigen Vernehmungen vor der Kriminalpolizei, vor dem Untersuchungsrichter stets seine recht erheblichen Borstrafen bestritten hat. Er ist u. a. vorbestraft wegen Einbruchdiebstahls, Meuterei und anderer Verbrechen mit 1 Jahr Gefängnis, 2 Jahren Gefängnis, sodann folgen 3Zuchthausstrafen von 2 Jahren, 3 Jahren, 6 Jahren und 3 Jahren, so daß Kornazz allein 14 Jahre seines Lebens hinter Zuchthausmauern zugebracht hat. Seine letzte Straje hat er im Jahre 1915 verbüßt. Die Angeklagten Rohlof und Schütte sind unbestraft. Der Angeklagte Rohloff, der auf die Fragen des Vorsitzenden ausweichende oder verneinenbe Antworten gibt, bestätigt auf Befragen des San.Spezialität: ohne. Gaumenplatte Rats Dr. Lehnsen, baß er zwei Jahre in Amerifa in Ariegs gefangenschaft geme en fei In seiner Vernehmung behauptet der Angeklagte Kornah, baß ez an jenem Tage durch das Gerücht, die Soldaten und Sicherheitsbeamten schöfen in die Menge hinein, und es feien schon mehrere Frauen und Kinder getötet worden, furchtbar erregt geworden sei. Er selbst habe in der Wriezener Straße eine solche Schießerei mit erlebt und deshalb habe er aus seiner Laube sein bort verstecktes Gewehr geholt, um den Kampf gegen die Kapp- Leute". aufzu nehmen. Ein Mann lei an ihn herangeireten und habe ihm gelagt, wenn er nicht bis zum Abend irgendeine Tat begehe, Schies nen aufreißen oder ähnliches, werde er, Kornag, mit seiner Fa milie auffliegen". An der Ramferstraße hätten sich ihm etwa zehn Leute angeschlossen, von denen erzählt wurde, daß die Eisenbahner mit den Kapp- Leuten unter einer Dede steden. Um noch mehr Leute zusammenzubekommen, habe er dann auf der Millionenbrüde brei Alarmichülle abgegeben. Als eine einzelne Lotomotive die Brüde unterfuhr, habe er auf eine Entfernung von 400 Metern zwei Schüsse auf die Maschine abgegeben, um die Eisenbahnbeamten zu warnen und zur Einstellung des Dienstes zu zwingen. Als dann der von Reichmuth geführte Ringbahnzug fam, habe er, um den Lokomotivführer zu schreden, einen Schuß abgegeben, aber in den Sand gezielt. Als er später hörte, bag Reichmuth getötet worden sei, habe er sich das Leben nehmen wollen, seine Frau habe ihm abgeraten. Er sei deshalb nach Remscheid geflüchtet und habe dort von einem Genossen gehört, daß eine Frau verhaftet worden sei. Deshalb habe er sich freimillig stellen wollen, und als er auf der Reise nach Berlin in Hannover ausstieg, um sich zu erfrischen, sei er erkannt und verhaftet worden. Auf Vorhalt des Borsigenden, qb er an jenem Tage geäußert habe Heute muß noch etwas fließen", bestreitet der Angeklagte dies. Dagegen gibt er zu, daß er geäußert habe, wenn nicht ein Wunder geschieht, bin ich meinen Kopf los!" wedelung fei. Der dritte Angeklagte Rohloff will von der Shite bleibt dabei, daß er das Opfer einer Personenvers Game fein Erinnerungsvermögen haben. Eine ganze Reihe Zeugen befunden, genau gesehen zu haben, wie Kornag geschossen habe, auch Rohloff und Schüßte werden als die Personen festge= stellt, die dabei waren. Der Zeuge, Monteur Jahn, hai ebenfalls Kornak beobachtet, wie er auf eine einzelne Lokomotive schoß. Als er ihn frante: Mensch, auf was schießt du denn? habe Kornaz geantwortet: Auf bie Streifbrecher! Der Zeuge erklärte darauf: Der Streit ist beendet". Der Angeflagte rief ihm barauf zu:„ Ach Ihr von der S. B. D. traut Euch ja nicht!" Als ein junger Bengel mit einer Pistole in der Hand rief: Straße frei! habe er, Reuge, einem des Weges tommenden Kutcher zugerufen: hau doch dem Lausejungen eins mit der Peitsche um die Ohren. Ein Zeuge tam in dem Zuge zum Gesundbrunnen angefahren. Er war empört, daß man auf den dichtbefehten Zug schieße und ging zu den Schießenden auf die Millionenbrüde. Auf des Zeugen Borhaltungen wurde von einem Mann erwidert: Das ist egal, die Leute brauchen ja nicht fahren. Es wurde über die Gemein heit geschimpft, daß die Eisenbahnez schon fahren, obwohl die Streitvazole noch nicht aufgehoben sei. Die Beweisaufnahme wird heute fortgesetzt. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Donnerstag, abends 7% Uhr, Uebung in der Aula des Sophien- Realgymnasiums, Steinstraße. Jugendweihe Neukölln. Alle Neu- Anmeldungen zur Frühjahrsjugendweihe find von jetzt ab nur noch beim Genossen Karl Schnei der, Weisestr. 64, zu bewirken. Billige Seife für Neuköllner Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Kriegsbeschädigte ohne Rüdsicht auf ihre Erwerbs. beschränkung und Kriegshinterbliebene erhalten je 1 Stüd Feinleife zu 100 Gramm und 1 Stüd Kernseife zu 150 Gramm zum Preise von 2,95 Mt. pro Stüd. Außerdem fönnen noch folgende Waren abgegeben werden: ru. Tee zum Preise von 9,60 m. für % Pfund, Rognat( Marte Goldstüd) zu 47,45 Mt. pro Flasche und Zigarren pro Stüd 0,60 mt. Der Verkauf findet wochentags von 9-12 Uhr im Rathaus, Zimmer 249 A, statt. Der Neuköllner Magistrat hat die Angelegenheit der Erhöhung scheidung in Groß- Berlin vertagt. des Schulgeldes an den höheren Schulen Neuköllns bis zur EntArbeiter- Kinderchor Neukölln. Alle Knaben und Mädchen im Miter von 10-14 Jahren, welche sich an obigem Chor beteiligen wollen, treffen sich am Freitag, 4 Uhr nachmittags, in der Kindl Brauerei, Hermannstraße. Schule für Kopfschußverlegte. Durch Kopfschuß verlegte Krieger, bie noch unter den Folgen ihrer Berwundung zu leiden haben Zahn- Praxis Endter Nflg. Alvenslebenstraße 21, Hochbahnhof Bülowstraße Nur 2 feste Preise Zähne 5 M. und 7,50 M. Schöne natürliche Farben und Formen mit echtem Kautschuk und schriftlicher Garantie. Annahme in allen Speditionen des Verlages Geschäftsstelle: Berlin C2, Breite Straße 8-9 Verkäufe Genoffen! Raglans, Ulster, Schlüpfer, Analge, Cuteways, gestreifte Hofen, Wintermodelle, find eingetroffen in unilbere troffener großer Aswahl von 500 Mk. an. Burgher, Briger Straße 20, vorn 11. Fahrvers bindung Rottoufer Brücke. Achtung! Gardinen. Ab Sonnabend, ben 16. bis 26. Dke Goldkronen: Brüchen:: Stiftzähne. Gaumentofer Zahnersatz. Mundantersuchung gratis. Reine Luruspreise. Sprechstunden wochentags 9-12, 2-8 libr. und durch unterrichtliche Behandlung eine Besserung und För derung im Beruf oder bei Berufswechsel erhoffen, werden auf die Schule für Kopfverlegte der Kriegsbeschädigtenfürsorge der Stadt Berlin aufmerfiam gemacht. In dieser Schule erteilen Fachpädagogen Einzelunterricht, der sich den Bedürfnissen jedes Falles fireng anpaßt. Anmeldungen werden Montags und Freis fags von 1-2 Uhr im Amtszimmer der 289. Gemeindeschule, Senefelder Str. 6, angenommen. Im Kinderhaus findet wieder Unterricht in Säuglingspflege tott, mit praktischen Uebungen, wöchentlich einmal. Meldungen Montag, Dienstag und Freitag, vorm. 10-1 Uhr, nachm. täglich von 2-6 Uhr im Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 97. Das Opfer eines Boglampfes ist der 19 Jahre alte Friseur Ostar Gehihaar aus der Neanderstraße 38, geworden. Gehlhaar nahm im Langenbedhaus in der Ziegelstraße an einem Kampfe teil, verlor gleich darauf die Besinnung und lam nicht wieder zu fich. Er wurde nach der benachbarten Klinit gebracht, wo er trotz aller Bemühungen, ihn ins Leben zurüdzurufen, noch im Laufe, berselben Nacht starb. Die Leiche wurde zur genauen Feststellung der Todesursache beschlagnahmt. Kindesmord. Aus dem Luisenstädtischen Kanal gelandet wurde gestern die Leiche eines neugeborenen Kindes. Sie ist schon so start in Verwefung übergegangen, daß das Geschlecht vorläufig nicht mehr festgestellt werden konnte. Erschoffener Einbrecher. Noch nicht festgestellt ist die Person eines Laubeneinbrechers, der auf dem Gelände am Sachsendamm mit zwei Spießgefellen von dem Arbeiter Johann Mergenthaler aus Tempelhof, auf frischer Tat überrascht und nach einem ers folglofen Schreckschuß bei einem tätlichen Angriff erschossen wurde. Der unbekannte Tote ist 1,63 Meter groß und schmächtig, hat dunfelblondes Haar, blaue Augen und einen turzgeschnittenen Schnurrbart und trug ein dunkles Jadett, eine graue Militärhose und Militärstiefel. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Dons nerstag. Troden und überwiegend heiter, nachts wieder falt, in den Mittagsstunden ziemlich mild, bei mäßigen östlichen Winden. Aus den Organisationen 8. Diftrift. Die für heute Abend angekündigte Distrittsversammlung ist nicht von der 1. 8. B. einberufen und bitten wir unsere Mitglieder, ihr fern zu bleiben und nur bie anfangs der nächsten Woche von uns einberufene Versamms lung zu besuchen. Steglig. Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, abends 8 Uhr, in der Aula Realschule, Stubentauchplay. Tagesordnung: 1. Der Verlauf des Parteitages. 2. Der Ausbau unserer Organisation am Orte. Diejenigen Gengifinnen und Ge nofen, bie auf dem Boben des Leipziger Aftionsprogramms stehen, find vers pflichtet, an biefer Versammlung teilzunehmen. Wilmersdorf, Emargenborf, Grunewald. Die Mitglieder der U. S. P.( Cris pien- Ledebour) werden aufgefordert, in der heute abend im Bismard- Gymnafium, Pfalzburger Straße stattfindenben Versammlung zahlreich zu erscheinen. Max Roftig, Vorsitzender. Reinidendorf- West. Die zu heute Mittwoch in einzelnen Gruppen durch Hands zettel einberufenen Extrazahlabende finden heute nicht statt. Dieselben finden in allen Gruppen am Sonnabend, ben 23. Oftober, abends 8 Uhr, statt. Der 1. Vorsitzende Böhmert. Distrit Niederbarnim- Oft. Wir erfuchen alle Funktionäre der U. S. P. D., bie Ablehner der 21 Bebingungen find, thre Adressen sofort an den Genossen Wilhelm Schüning, Berlin- Karlshort( Waldsiedelung), Drosseltieg 18, einzusenden. Der prov. Distriktsvorstand. Distrift Niederbarnim- Nors. Wir ersuchen alle Funktionäre der II. S. B. D. be Ablehner der 21 Bedingungen find, ihre Adressen sofort an den Genoffen Cruft Fisch, Weißensee, Bartstr. 28, einzusenden. Der prov. Distriktsvorstand. Am Vereinskalender Bunb ber technischen Angestellten und Beamten. Heute Versammlung affer Fachgruppenausfülle abends 6% Uhr, im Blauen Saal, Nordischer Hof, Ins Balibenstr. 126. Donnerstag faggruppenversammlung( Ratasterwesen), abends 7 Uhr, im Berliner Clubhaus, Ohmstr. 3. Obleuteversammlung( Braue des Zentralverbandes, Belle reten), abends 7 Uhr, im Abfertigungsraum Alliance- Straße, außerordentliche Mitglieder- Versammlung, Norden 1, abends 7 Uhr, im Restaurant Schwart, felbftr. 3. Internationaler Band aller Kriegsopfer, Ortsgruppe Lichtenberg. Generalver fammlung am 22. Oftober, abenbs 7 Uhr, im Cäcilien- Luzeum, Rathausstraße. Turnverein Fichte. Die für heute Abend angelegte Generalversammlung( Sta tutenberatung), finbet nicht statt. Verantwortlich für die Rebattion: Emil Ra bold, Berlin. Bers antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig kometiner, Karlshorit. Berlagsgenoffenschaft Freiheit" e. 6 m 6. S. Berlin.. Drud der Freiheit" Truter i 6. m. b. 5., Berlin 2. Breite Stroke 9-9. Soeben erschienen! Soeben erschienen! Die Soziologie des Bolschewismus Mitt Bezugnahme anf des Problem ber Internationale. Von M. Jefimow. Preis 3 Mark Ungekürzte Ausgabe für Organisationen 1 Mark. Bestellungen richte man sofort an die Buchhandlung ,, FREIHEIT" Berlin C. 2, Breite Str. 8-9. Münzen Briefmarken Futterstoffe kauft Großmann, Johannisstr. 4. abgarne und Seiden kaufe Norden 106 21. 437er ZAHN STATION 350er Berlin, Choriner Straße 46 Kleine Anzeigen Rheinftrage 47. Weg 91. jeden Bosten für eigenen Bedarf. Zable höchfte Preife. Allwrins. Schneidermeister, Raftanienallee 52, Laden, Telephon: Humboldt 246. Berichtigung. bes Die Beerdigung Genossen nicke findet nicht Mittwoch, sondern erst am Donnerstag, den 21. Oktober statt. Das Überschriftswort 2.- M., jedes weitere Wort im Tert 1.50 m. netto; Stellengesuche: Überschriftss wort 1.50 2., jedes weitere Wort im Tegt 1.-. Belzgarnitur 350,-, Seal Cardinen, Bettbezüge, Gardinenverkauf zu fans Bistolen, grohe, kauft, tauscht, Firnis, Schellach, Paraffin, mantel, Kreuzfüchse, Sonel Inlettstoffe in nur erstklassigen neub billigen Breifen. Lang gegen Taschenbrowning, Be Leim kauft Bottraß, Grüner füchse, Alastafüchse, Blaus Leinenwaren. Großer Inventurftores, Halbstores, Schal, Kinnekendorff, füdic, 50 Prozent herebgef.gt. verkauf finbet im Spezial ters, Mabras Gardinen, Tu Rheingau 91.30. Tiptop. Turmstraße 38. gefchäft für Gelegenheitskäufe bettdecken, Divandecken, fowie Fahrradankauf, Schwandile, Gehrorkanzüge, Friedens Berlin, Drebener Str. 124 I, am Gardinenstoffe in vielen Breiten Linienstraße 19. von und Qualitäten. Magasinftr. 1. ware, perkauft Schnapek, Skas Rottbufer Tor, täglich ligerstr. 128. Nabe RotbuferTor 9-7 Uhr tatt. Abgepakte Schals Rehe Meranderplag. schmal, Fenfter 35. an; Moderne rack anzüge ner ein großer Poften Refte in allen kauft Schnapek, Skaliger Längen, auch für 2 Fenster Straße 128. passend, fehr preiswert. Meters ware, einfache Breite, 8 Mark an, boppeltbreit von Meter. Elegante, faft neue Jackette anzüge verkauft Schnapek, Skaliger Straße 128. Smokinganzüge, auf Seide gearbeitet, verkauft Schnapek, Skaliper Straße 128. 22 Mark an рто jeden Boften Rothe, Rheins Installationsmaterial kauft berger Straße 52. Rokoski, Goldschmied, kauft Silberschmelze Henduck, Gelb, Silberbruch, Unmodernen Morigpias 12280, kauft höchft zu annehmbaren Breifen: Blatin, Röpenicker Str.157, Fernsprecher Schmuck. Zahngebiffe, Brenne zahlenb Blatinabfälle, Golds Gebiegene Magulfter, son ftifte. Eigene Verwertung. bruch, Silberbruch, falpetere 150 m. an, verkauft Schnapek, Golbwaren- Fabrik Brunnen jaures Son Silber, Zahngebiffe, Skaliger Straße 128. fraße 168, fowie alle Metalle. Riefenlager in Bettdecken, awels bettig, von 68 Mark an. Halb uno Langftores, Madrass gardinen, Zuggardinen, Schei bengardinen taunend billig. Räufer erhalten Fahrgeldvers Für Wiedervers tober erhält Borzeiger diefes Inferates 3% Rabatt auf jeben Einkauf. Wir offerierex breis teilige Gardi en in nur guten Catawenanzüge verkauft Qualitäten gu 75.-, 100.- Schnapek, Skalizer Straße 128. 125.- Mark. Stückware, schmal Meinwollene Winters gütung. Brautieute ein passendes 7.50, boppelbreit 15.- Mark paletots, magrerarbeitung, Geschenk. aufwärts. Reidjes Lager in verkauft Schnapck, Skaliger käufer Sonderabteilung. Bettdecken, 75.- an, Stores Straße 128. Bettwäsche, fiaunend billig. 75.-. Hochelegante Leinens Gehrockanzüge, Frackan Wäschefabrik Gräfestraße neur gardinen 150.- Echte, bestickte suge, Smokingangige werden unddreißig( Hafenheide). Madrasgardinen in perichte verliehen, Schnapek. Skalizer benen Breislagen. Spezialität: Str. 128. Nähe kottbuser Tor. Gelegenheitspriten!!! Belzgarnituren! Alaska binenhaus Bimet, Köpenicker Straße Hunderteins. Breite füchse 110. Rotfüchfe 123, Bobel Etage. Stadtbahn Jannowthe fiche 150 Mark, elegante Kreuz brücke, Untergrundbahn Jnsel füchse, Silberfüchse, sowie alle brücke( kein Laden). Räderweiblich. Gare Gardinenverkauf. 8 billige Reklametage vom 12. bis 20. Oktober. Abgepakte Schals 35, 45, Gardinen vom Stück 5, 8, 12 Ma., boppelbreit 22, 25 aufs anberen Belzarten, alles neue, wärts, breiteilige Klinfil. Garb. keine Berjagware, au ftaunens 45, 65, 100 2k.aufwärts, Stores, Leiters erregend spottbilligen Sommers Bettdecken, tiche und Diman wagen, Kastenwagen und alle preifen! Leihbaus! Warschauer becken, bedeutend herabgefeßt. Bardinenfpesialgeschäft Herzig, Kinders Straße 7. Sorten Erfagräber. Rene Königstraße 91, 1. wagen, Puppenwagen. Weidlich, Kreuzfülfe! 250.-, Alaskas Brunnenstr. 96( Humboldt 874). füchfe.150,-, 3obelfüchfe! Silber Rotife! Täglicher Belzwarenwegner. Bois- füchie! bamer Str. 43. Gipfel der Billig Riefenverkauf neuer Gelegen keit: Nagelneue Damenpelz heitskäufe zu ftaunenerregenden Pfanbleibhaus waren, Herrenpelswaren,& ins Sportpreisen, Derpelzwaren, Damenpelgmuffen Schönhauser Allee 115( Ring 9,75, Damenpelkragen- Fuchsbahnhof, Hochbahnhof). failon 3,00, Kinderpelzgarnis Sarkettanstige, Uter, nur turen 38,00, Bnckfilchgarn. 6,00, Damenpelsgein. 95,00, Alaska prima Stoffe, Maßarbeit, haus fuchskragen 16,00, Kreuzfuchse fen Sie am billigsten Lethhaus, kragen 295,00, Silberfüchse, Pringenstraße 105. Boisbamer Fels& Co., Batagonierfuchs, Seidenkreuze fuchs, Skunkskragen, Skunks Str. 56t, Beleuchtung, Kronen, muffen, Herrengehpelge, vieles Gas, elektrisch billig. Kein Laber. Zahlungserleichterung. andere. Landsberger Straße 13. Gardinenverkauf Deutsch FREIE WELT Jahrg.1919 Gebunden 20. Mark Buchhandl. Freiheir Breite Straße 8-9 Kaufgesuche Möbel Möbet, gebraucht und neu. Stube und Küche, gut erhalten, 1800.-. Rebfeld, Badftraße 34. Hausnummer achten. leinen Spiralbohrer, Schmirgel kauft 2-7. Berger, Prenzlauer Str. 56( Alexander plat). Spiralbohrer, Schmirgel leinen, jeden Poften, Henning, Landsberger Straße 85. Manbohrer S. 6. kauft höchfts Spiralbohrer, neu, fowie zahlend Lennig, Alt Moabit 16. Hanja 193. Spiralbohrer, Kupfer, Meffing, Blei zu höchften Breifen Tiermarkt Hundeverkauf Kupiranstalt Hundefutterok., Palisadenstr.25 Verschiedenes kauft Wagenbau, Beuffelftr. 66, Reichenberger Strake 7. 2. Hot. Dauerwäsche repariertBorz Spiralbohrer kauft jeben Elternbeiräte! Richtlinien Boften gegen fofortige Raffe für eure Tätigkeit findet ihr in Wolske, Charlottenburg, Kirche der Schrift von Dr. Kurt Kulow ftraße 15, of rechts. Löwenstern, Der Elternbeirat feinen hauft Thiel, Urbanftr. 83, Spiralbohrer, Schmirgel( 2,25 k.) Buchhandlung Frei Oldenburger Straße 17. Spiralbohrer aus Schnella heit, Bre te Straße 8-9. Briefwechsel zwischen Gut ges Metallbetten, Auflegema Schiller und Lotte. tragen, Batentmatragen, 100.- Werkzeugftahl kauft laufend 3.- Mark, Borto extra. bunden, 352 Seiten stark, nu Zu Walter, Stargarder Straße 18. Paul Schmidt, Naunynftr. 31, beziehen burch Buchhandlung Morigplas 9501. Chaiselongues 150,- bis 600,-, metallbetten 250,- bis 2000,-, weiße Schlafzimmer Meicke, Auguftftr. 32a. Dugb. Modernes Wohnzimmer, Kleiderschrank, Spiegelsertikom, Freiheit, Breite Straße 8-9. Spulendrähte, Dynamos Faft erblindeter Genoffe drähte, Kupferdrähte, Ligen empfiehlt sich als klavierstimmer kauft Schumann, Andreasftr. 7, Hasselbach, Neukölln, Nieme v. il, Schlesischer Bahnhof. ftraße 10. Spiralbohrer kauft jeden Interessante Beschäftigung 2 Bettstellen mit Auflegematr., Poften Lange Str. 13, Eingang finden Knaben v. 12-15 Jahren, 4 Stilhle, Spiegel, infammen Krautftr., Laden. 2500.-, elegante Riche 675.-. Spiralbohrer, wenn sie das Buch„ Mein Hands Werkstatt, zu beziehen gegen 2.40 m. 1. werkszeug zu Hilfe nehmen Biele Gelegenheitskäufe. Hafe. Edhemel, gebr., kauft Müller, Borto von der Buchhandlung mann, Möbelspeicher, Loth Tiffiter Str. 35. ringer Straße 25. Moderne Schlafzimmer, Ans bleibeschränke, einzelnes Büfett, Spiralbohrer kauft Lebigki, Rommandantenfte. 65. " Freiheit, Breiteftr. 8-9. Brockhaus- Konverfations legikon, 14.( legte) Auflage i Anrichteküche, Sofa, Umban, Spiralbohrer, neue, Schmir 17 Halblederbänden verkauft Bleiweiß, Terpentin kft. Hanbl. Teig, Köpenicker Straße 154, IV. Raiser, Greifswalder Str. 201. Breite Straße 8/9. Firnis, Schellack, Leim, Velzwaren, jest gang be deutend billiger, mir Gelegen beitskäufe, Kreusflichfe, Zobel filchle jegt 78, Poften Belskragen, Belgmuffen, jest 88, Herren Belakragen, jett 68, Riefenaus wahl in allen anderen Belzs waren, jent fabelhaft billig, Damenpeigmantel, Belzbefäße, Belghute, Reparaturen, Ume arbeitungen allerschnellstens Spezial Belgwarenhaus Charlottenburg, Wilmerss Majdjinengarn, Stoffe, kauft Dorfer Str. 113/114, s Sadke, Plane, Backleinen, Dorn, Elifabethfir. 7. parterre. Ununterbrochen ges Barne kauft Engel, Woldens Säcke konftFlelfher, Bafieure affnet von 9-7 Uhr. berger Str. 7L Praße 7. chem. Produkte, Landsberger. Allee 139( Fernfpr. Aler. 2993). Leinenband, Röperband, Chaiselongue, Preis ans Garn kauft Fleischer, Pasteurs geben, fucht Güldner, Pappelstraße 7. allee 12-13, 1-3. Werkzeuge u. Maschinen Boshmagnete kauft Schwandtke, Lixienstraße 19. Alte Boschkerzen bringend gu kaufen gefucht Schönhauser Allee 163( Fahrradladen). Spiralbohrer kauft laufend, höchfte Breife, bar Raffe. Verloren Bredow, Choriner Straße 52. traße entlaufen. Hals, Bru Spiralbohrer, kauft Machek, Reukölln, Emser Str. 74. 4-5. 35 21% Schäferhund, Gegend Seet weift. Steuermarke Neureiter, Torfftt. 9.