Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag» 21. Oktober 1920 Nummer 446* Morgen-AusgaSe •fe.ftttlfctt« mrten Mt uttaHttag*. emnn.M«nk nonfag« nt «maL D«•ig.imnt** k«t»a#« M Mn Zoftclliiiig w» H.n» flk»rrb-Vkilw w,—». t»«»»»,«»Hld-I.»o. tr Spedition(fibff»dgedoll 8, SO OB. Für-Jost. kcgiii nedmen iSniilich« Popanftolten Leftellxnge» entgegen. Umer Sireisband degoge» sllr Sentschlead»n» c'esteireich l«,« D!., für d»,«deige Laeland Zl.A Di. g»i»gli««aintaeAasschla� per Sei es it-«entschlan» an» veslerreich Dl. «e»«etteai«otU»» t,«ratt* Steatz, Otze.chegespatten« RonoaeeiAejeN,»de» deren Raum kostet 8,— Dl.»tnschNesillch Zeueenngeiasliilag. Kleine Lnjeigen: Sa« sellgedealkt« Wort i,~ 9B., sed», lorilerg UBdrt 1,M 31t., einschließlich Teuernngignschlag. Lausende Anzeigen laut Saels. gannlien-Anzeigen and Siellen-Dcsuch« 2,20 Di. netto pro Zeile. Siellea-Sesach» Wort-Anzeigen! da» settgedrllchie Wort l,S0 W., lebe» weiter» Wort l,— Dt. Fmi�ech«: Saw» Z0,0. Zkti. HU«603,«835, 4848,«SO» $erfiner Vif an ber VnabMttSlßpn StyialöemoFtatte Veutßüfanöa Swrm im Danziger Parlament erregte Szenen Danzig, 2V. Oktober. Zn der heutigen Sitzung der Lerfaflunggebende« Versammlung kam es zu erregten Szenen, die MieK- lich einen Abbruch derBeratungen herbeiführten. Anlag- lich der Debatte über das Richterwahlgefetz hatte der Ab- geordnete Müller lMehrheitsfozialift) Ausführungen gemacht, denen der Präsident des Landgericht» Danzig in einer Erklärung �»tgegentreten wollte. Als der Schriftführer dieses Schriftstück �Auftrag« des Präsidenten zur Verlesung brachte, erhob sich auf schlietzlich dem au —»—•». Schriftstück entrih und vernichtete. Der "usder rechten Seite de» Hauses einsetzende Protest dauerte längere Zeit, so daß der Präsident gezwungen wurde, die S i tz u n g V Stunde zu unterbrechen. In oteser Zeit gelang es jedoch nicht, ein- Einigung herbei- ifl?-.?".' n"!«ach Wiedereröffnunq der Sitzung eine aber- ? Kundige Vertagung eintreten mutzt«._ Nach ? s"S13** die Sitzung zu« dritten Male eröffnet. Zentrums gab im Auftrage der bürgerlichen Par- ab. in der das verhalte« der linksstehenden « f»«»h �BIt®0n St wurde. Zm Auftrage der Unabhäugi- . Mehrheitsso, ialisten erklärte ein Redner s»? e. x.°ai> die Ecschäftsardnung vonder rechte« folaedelle» d«-»»erst gebrochen fei und dak in- das Borgehe« des Abg. Mau m Interesse der Svah- dotd-» w* des Hauses gebilligt werden müsie. Nach diesen ha Jü'f�e ein neuer mehrere Minuten an- btiaJrt»" ait*~a?m.Xm ganzen Hause ein. der stchnock» i»•" Seite der Antrag auf Berta- guug des Haufe» bis Mitte nächster Woche eingebracht und durch H-mmelfprung angenommen wurde. Die Sozialiften ant. warteten in einem Antrage auf sofortig« Einberufung einer neuen Plenarsitzung, die der Präsident sodann auf Freitag dieser Woche ausetzte. Die englische Streiklage HE. London, 20. Oktober. Di« Morgenblätter berichten, datz noch kein Anlatz für eine Zufammcnberusung der Leitung des Bergarbciteroerbandes vor« liege. Räch ihrer Meinung ergibt sich aus Lloyd Georges Mittet- lungen nichts über eine Äenderung der Haltung der Regierung derartig, datz ein Schritt der Führer gerechtfertigt wäre. Die Frage der Bermittlumg durch ander« vrrant« «artliche Gewerkschaftsführer ist jetzt dringend ««worden. Die Vertreter der Bergleute sind tief«« t« tauscht darüber, datz die Vorschläge von B r a c e nicht ange- «ammeu wurde« und datz die Regierung offenkundig die Bedin» gnngen aufrecht erhält, nach denen die Lohnerhöhung von«kner erhöhten Produktion abhängig gemacht werden soll. Di« Einschränkung des Eisenbahnverkehr», welche verfügt wurde, wird auch auf die P a f s a g i e r s ch i f f e über den Aermel-Kanal ausgedehnt werde«. Der Dienst Rewhagcn— Dieppe ist ebenfalls eingeschränkt. Bon Sonntag an kann man«ur«in- mal täglich von Dover nach Calais reisen. Auf den anderen Strecken dürfte der Dienst ganz eingestellt werden. Etwa 3000 Arbeiter der Eisen- und Stahlfabrike» in York find arbeitslos geworden. Die Schijsewerften können noch ii Tage ohne neue Kohlenzusuhr aushalten. Die Nahrungsmittel- Versorgung ist gesichert. Die Gas- und Elektrizitätswerke können, wenn sehr sparsam zu Werke gegangen wird, durchhalten. In Porkshire hat man begonnen, die Hochöfen zu löschen nnd in den Eisenerzgruben werden die Pjerde ans Tageslicht ge- bracht. Dergrötzte Teil der Elfen- und S t a h l f ab r i- ken im ganzen Lande steht jetzt still. Etliche Werke behielten die Arbeiter noch zur Ausführung von Reparaturarbei- ten zurück. Der Verband der Eisenbahner in Aork hat eine Cnt- fch'ietzung angenommen, worin er erklärt, datz die Weigerung der Regierung, die redlichen Forderungen der Bergleute zu bewilli- gen. ei« direkter Angriff anf das gesamte Wirt- fchaftsleben fei, nnd datz der Verband feine Delegierten beausirage, für einen Streik zu stimmen. Hodge er- Härte, datz die Mitteilungen des Premierministers nicht zeigten, datz in den strittigen Punkten ein Fortschritt erzielt sei und datz seine Rede nicht zu einer Regelung beitrage. Auch ander« Arbei- terjührer Lutzerten sich in demselben Sinne. Einer..Dena"-Meldung aus London zufolge faßte die Exeku- tiv« der Dergarbeiterorganiiation von Südwales in einer Kon- feren» in Tardlff den Veschlutz, datz, wenn nicht der Streik am 30. Oktober deendet fei, der Bergarbeiterverband von Erotz- brilannien ersucht werden soll«, eine Nationalkonseren z einzuberufen zu dem Zweck, in Erwägungen darüber einzutreten, ob nicht alle Maschinen und Pumpenbedienungen sowie die Heizer aus den Gruben aller Kohlengebiete zurück- zuziehen feien. Sollten die Bergarbeiter diese, ihre Drohung wahrmachen, so mutzte das zu einer Katastrophe im Bergban führen, da die Bergwerke in kurzer Zeit überschwemmt sein würden. In der Unterhaussitzung am Dienstag forderte der Führer der Arbeiterpartei, A d a m f o n. Lloyd George auf, sobald als mög- lich eine KonferenzausBertreternderBergwerks- besitzer und der Bergardeiter einzuberufen, um die Pors'Häge von B r a c e zu beraten. Lloyd George erklärte, er fei bereit, eine solche Konferenz einzuberufen� er wcrde gern mit der Leitung des Bergarbeitervundes zusammentreffen, w?nn dieser bereit sei, die Unterhandlungen auf Grund folgender beiden Be- dtngungen zu führen: einerseits Lohnerhöhung und andererseits höhere Kohlenerzeugung. Das neue Wehrgesetz Di« Rechtlosmachung der Soldaten Der Reichstag soll m seiner jetzigen Tagungsperiode das neue Wehrgesetz annehmen. Wir haben über den Charakter des Gesetzes unsere Meinung schon wiederholt gesagt. Es ist das Werk des Generals von E e e ck t, der damit das letzte Nestchen eines neuen Geistes aus dem Heere verdrängen und dieses wieder zu einem vollkommenen Machtinstrument in den Händen der monarchistischen Führer machen will. Das Recht der politischen Betätigung ist dem Soldaten bereits geraubt worden. Das war ein glatter Berfassungs- bruch, zu dem der Reichstag willig seine Hand bot. Das neue Wehrgesetz geht aber noch weiter. Es nimmt den Sol- daten auch das Recht, sich zur Verfechtung ihrer w i r t- schaftlichen Interessen zusammenzuschließen. Nur wenn die Z u st i m m u n g der Vorgesetzten vorliegt, können sich die Soldaten zur Besprechung wirtschaftlicher Angelegen- Helten zusammentun. In der Praxis bedeutet das nichts weiter als die völlige Rechtlosmachung der Soldaten. Die H e e r e s k a m m e r. die vor einigen Wochen tagte, hat des- halb mit großer Mehrheit diesen Paragraphen niedergestimmt und beschlossen: »Di« Zugehörigkett zu nichtpolitischen Vereinigungen i« Sinne de» Artikels 159 der Reich, Verfassung darf de« Angehörige« der Wehrmacht«nter keinen Umstände« unterfagt werden.* Die Führer der Wehrmacht kümmerten sich um diese klare Willenskundgebung nicht. Die Heereskammer ist für sie nur ein Feigenblatt zur Verhüllung des reaktionären Charakters der Wehrmacht. Sobald die Kammer nicht nach der Pfeife des Herrn Seeckt tanzt, haben für ihn die Beschlüsse keine Gültigkeit. Sie wandern in den Papierkorb. Wohin der Weg führt, den Herr Seeckt beschreitet, das ist ganz klar. Der Kapp-Putfch'hat ihm gezeigt, daß ver- schiedene Reichswehrformationen eine selbständige Haltung gegenüber den reaktionären Führern einnahmen. Dadurch wurde die Aktion der Kappisten wesentlich gehemmt und Herr Seeckt, der das Heer vorbereiten will„auf den Tag". will diese Hemmungen für die Zukunft unmöglich machen, indem er den Soldaten jede Möglichkeit zu einer Per- ständigung nimmt. Sie sollen, wie zu Wilhelms Zeiten, willenlose Werkzeuge in den Händen der Führer werden. DerneuePutschsollgelingen. Deshalb das ganze Wehrgesetz. Bezeichnenderweise ist die gesamte bürgerliche Presse, mit Ausnahme der„Dolkszeitung", mit diesem Machwerk ein- verstanden. Die„Deutsche Tageszeitung" jubelt. Sie sieht in dem Wehrgesetz den Wiederaufbau zweier zerstörter Eck- pfeiler des alten Heeres.„Die unbedingte Autorität des Vorgesetzten und das völlige Fernhalten der Wehrmacht von der Politik." Begründend führt sie aus: „Die Ausschaltung jeder Politik aus dem Heere ist die Vor- bedingung für seinen inneren Halt, das lehrt die Geschichte aller Zeiten und Völker. Eine politisierende bewaffnete Macht bildet eine ständige Gefahr für die gesetzmäßige Entwicklung im Innern und wird, in sich selbst zersetzt. nach außen versagen. Durchgreifende Maßnahmen, bei denen Härten unvermeidlich sind, mußten daher als erforderlich angesehen werden, um den politischen Kamvf von dem neu zu bil- denden Reichsheer fernzuhalten, es unbeeinflußt über die Parteien zu stellen, damit es ein stets znverliisiiges Machtmittel der Staats- gewalt wird. Deshalb mußte noch über das Verbot nn- mittelbarer politischer Betätigung hinausgehend. dem Soldaten auch hinsichtlich seiner Zugehörigkeit zu nichtpolitischen Vereinen eine Beschränkung insofern auferlegt werden, als diese Zugehörigkeit von der Genehmigung seiner Vorgesetzten abhängig gemacht wird(§ 33).* Hier wird also ganz deutlich ausgesprochen, daß man auch hinter den wirtschaftlichen Verbindungen der Soldaten politische Einflüsse wittert. Herrn Seeckt kommt es dabei natürlich weder auf die politischen, noch auf die Wirtschaft- lichen Wünsche der Soldaten an. Er haßt die Vereint- g u n g der Soldaten an sich, er will den Zusammenschluß überhaupt verhindern, ganz gleich, zu welchen Zwecken er vorgenommen wird. Das Verbot der Vereinigung, gerichtet gegen Unteroffiziere und Mannschaften, soll nicht die Politik aus dem Heere vertreiben, es soll vielmehr die Wehrmacht zu einem politischen Instrument a l l e r e r st e n R a n g e s m a ch e n. Rur soll diese Politik nicht von den Mannschaften, sondern von„zuverlässigen" W lh�lms�ZeP� hineingetragen werden. Ganz wie zu Das ist der Sinn des neuen Wehrgesetzes, dessen«ahrer Geist im Reichstag hoffentlich eine enisprechende Würdigung erfährt. Unsere Stellung zur Ausweisungsfrage Die Gründe, die unsere Fraktion zur Einbringung des Antrags über die Ausweisung Sinowjews und Lofowskys veranlaßt haben, sind in der gestrigen Sitzung des Reichstags von verschiedenen Seiten verschleiert und ent- stellt worden. Es ist deshalb notwendig, noch einmal in kurzen Worten festzustellen, was uns zu unserm Schritt be- wogen hat. Wir vertreten die Auffassung, daß Ausländer so gut wie Einheimische das Recht besitzen, ihre politischen Ansichten, mögen sie sich mit den unseren und denen der jeweiligen Re- gierungen in llebereinstimmung befinden oder nicht, in Deutschland öffentlich zu verkünden. Wir wollen, daß aus der deutschen Republik eine Freistatt wird, in der alle politi- schen Ansichten ausgesprochen und zum Gegenstand der Dis« kussionen gebracht werden können. Zeder soll hier nicht nur sein Asyl, sondern auch seine Tribüne finden, von der aus er seine Ideen zu predigen vermag. Sind sie schlecht und unheilvoll, so soll nach unserer Meinung nicht der Polizei oder einem aus Polizeihirnen zusammengesetzten Kabinett die Aufgabe zufallen, die Debatte gewaltsam abzubrechen. wir versprechen uns in diesem Falle vielmebr gerade von der ungehinderten Aussprache die beste Wirkung. Das ist das Grundsätzliche. Danach mußten wir handeln. Wir hätten uns lächerlich gemacht, wenn wir gegenüber Sinowjew und Lofowsky von dieser Linie abaewichen wären. weil diese beiden Vertreter des russischen Bolschewismus uns und die Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft in Halle auf das unflätigste beschimpft haben. Es würde ein Zeichen von Schwäche gewesen sein und gleichzeitig von einer Gering- schätzung der Urteilskraft des deutschen Proletariats gezeugt haben, wenn wir deshalb mit dem Vorgehen der deutschen Regierunq sympathisiert oder zu ihm auch nur geschwiegen hätten. Es handelt sich hier nicht um eine Partei- anaelegenheit. sondern um ein Prinzip. Wenn aber wirklich das Interesse unserer Partei hier in Frage käme, so könnte ihm gar nicht schlechter gedientseinalsdadurch.daßunsereKritiker von einer bürgerlichen Regierung gewalt- sam am Reden gehindert werden. Wir haben Vertrauen zu unseren wissenschaftlichen Argumenten. Wir lehnen ihre Ersetzung durch Polizeimaßnahmen auf das aller- nachdrücklichste ab. Dazu kommt noch eins: Indem man aus Sinowjew un!» Lofowsky eine Art von Märtyrern macht, dient man weder uns noch selbst der Regierung, sondern ausschließlich dielen Propagandisten der russischen Methoden. Ihr ganzes Auf- treten in Deutschland war geeignet, bei den deutschen Ar- beitern im besten Sinne ausNärend zu wirken und sie selbst in Mißkredit zu bringen. Diese gute Wirkung wird beträcht. lich abgeschwächt, sobald ein kapitalistisches Kabinett das Auf» treten der Russen als lästig empfindet und dementsprechend gegen sie handelt. Unsere grundsätzliche Auffassung von der Redefreiheit der Ausländer kann ferner auch nicht im geringsten erschüttert werden durch'Betrachtungen über die Politik, die diese Alis» länder in ihrer eigenen Heimat treiben. Deshalb w�ren die Darlegungen Bernsteins gänzlich abwegig. Wenn Sinowjew und seine Freunde in Rußland dem Terror huldigen, und wenn es richtig ist, daß sie es sich nicht ge- fallen lassen würden, wenn ein Redner sie in ihrem eigenen Lande so kritisierte, wie sie die bürgerliche Regierung, die deutschen Gewerkschaften und die Unabhängige Sozial- demokratische Partei kritisiert haben, so ist das kein Grund, daß wir von unserem Prinzip abgehen. Wir haben dem. der an Terrorismus glaubt, genau so das Wort zu versto cten wie dem ausgesprochensten Pazifisten, und was die Regie- rung angeht, so wäre die einzige Grenze, deren Beachtung sie fordern könnte, die. daß die Fremden nicht gegen die straf- gesetze verstoßen. Daß das im vorliegenden Falle nicht ge- fchehen ist. hat niemand deutlicher zum Ausdruck gebracht als der Minister Simons, der es als sehr zweifelhaft hinstellte, ob ein Gerichtsverfahren gegen die beiden Russen mit einer Verurteilung hätte enden können. Damit glauben wir das Notwendige zur Erklärung unseres Standpunktes gesagt zu haben, und es liegt auf der Hand, wie unsinnig es war, wenn uns von der Rechten unwuro.ge Unterwürfigkeit nachgesagt wurde und wenn der Aeu- kommunist K o e n e n andeutete, wir hätten uns aus agitatorifchenGründen beeilt, mit seinen Freunden in einen Wettbewerb einzutreten. Wir haben unsere« Antrag nicht um der russischen Bolschewisten und der deut- schen Talmi-Bollchewisten willen gestellt, sondern einzig und allein um der Sache willen. Diese Wahrheit hat dann Regierung zu ihrem Verhalten ermuntert. Diese Unter- stellung ist von einer so unerhörten Niedertrach. t i g k e i t, daß wir es für unter unserer Wurde halten, un» mit dem. der sich ihrer bediente, ausführlich auseinander- zusetzen. Es war nicht.nur unser Recht, sondern unser« Pflicht, den Russen, die uns beschimpften, mit aller Deutlich, seit zu dienen. Wir haben in der Verteidigung scharfe Worte gebraucht, jawohl! Aber auf einen groben Klotz ge- hört ein grober Keil, und die deutsche Arbeiterschaft würde es nicht verstanden haben, wenn wir als ihre Wortführer in hündischer Demut geschwiegen oder auf die Angriffe, die man gegen sie richtete, in sanften und versöhnlichen Tönen ge- antwortet hätten. Wenn jetzt die Debatte im Reichstag in einer heftigen Auseinandersetzung zwischen denen ausklang, die vor kurzem noch in einer Partei zufamiNensahen. und wenn so den Bürgerlichen ein Schauspiel geboten wurde, das sie ergötzt«, so tragen daran diejenigen die Schuld, die sich nicht darauf deschränkten, uns des Mangels an revolutionärem Erkennen und revolutionärem Wollen zu bezichtigen, sondern uns innerhalb wie außerhalb de- Parlaments auch noch als AgentenderBourgeoisie hinstellten. Es war nicht unser Wunsch, daß die Auseinandersetzungen, die wir bisher gewissermaßen als innere Angelegenheiten betrachtet hatten. in den Reichstag getragen werden. Aber so wenig, wie wir gestern ausgewichen sind, werden wir es in Zukunft tun. Wir werden, wenn es von der andern Seite verlangt wird, über unsere Methoden und die der anderen so offen und rücfsichts- los reden, wie es der Genosse Ledebour gestern getan hat. Wenn die Neukommunisten ein Tänzlein wagen wollen: wir find bereit! Lb das freilich den Interessen des Proletariats und der Revolution dient, ist eine Frage, die vielleicht auch diejenigen nicht ohne Umschweife mit einem Ja beantworten werden. die die Spaltung des Proletariats zum revolutionären Prinzip erheben. Aber vielleicht werden solche Kämpfe, so unerfreulich sie sein mögen, mit der Zeit doch manchem Jünger Möslaus die Augen über die Gefahren öffnen, in die man die Arbeiterbewegung treibt. Die Zeit wird kommen, wo diejenigen, die heute leichtfertig Wind säen, mit Entsetzen des Sturms gewahr werden, den sie ernten. Gin schnelles Dementi Zu der von uns in der gestrigen Morgenousgabe veröffent- lichten Anfrage Ludwigs und Genossen in der preußischen Landesversammlung über die beabsichtigte Strafverfolgung gegen die Mitglieder der dritten In ternati«- nal« wird von amtlicher Seit« mitgeteilt, daß ein derartiges Lorgehen im preußischen Justizministerium oder einer anderen preußischen Regierungsstelle nicht beabsichtigt ist, und daß keinerlei ähnliche Bestrebungen im Gange find. Dieses Dementi war bitter notwendig, wollte man sich an re- gierender Stelle nicht dem Fluch der Lächerlichkeit aussetzen. Aber es ist mit diesem Dementi der preußischen Regierung noch keine»- wegs gesagt, wieweit man sich in den Kreisen der Reiche- reglerung mit ähnlichen Gedanken beschäftigt. Al» in der gestrigen Sitzung de» Reichstag» unser Genosse Rofenfeld diese löblichen Absichten zur Sprach« bracht«, schwiegen die Regierungsvrrtreter. Hoffentlich bequemt sich auch die Reickmregierung zu einem ebenso schleunigen Dementi wie die preußische. Ihrem Ansehen könnte es nichts schaden. Die Fraktionsbildung im preußischen Landtag Der Aeltestenrat der Preußischen Landesversamm- lung wurde sich darüber einig, daß am Donnerstag die zweite Lesung der Verfassung beginnen soll. Zunächst wurden für diese Arbeit noch der Freitag und Sonn- abend in Aussicht genommen. In der nächsten Woche sollen der Sonnabend und der darauffolgende Montag und Diens- tag frei sein.' Ferner beschäftiate man sich mit der Fraktionsbildung auf der äußersten Linken. Die Abgg. Ludwig und A d a l p h H o f f m a n n machten Mitteilung davon, daß auf der eine» Seite- 14. auf der anderen Seite neun Mitglieder ausae- schieden seien. Der Aeltestenrat entschied darauf, daß die Fraktion der Unabhängigen sozialdemokraiischen Partei a l s aufgelöst zu betrachten sei. Es wurde ihren bisherigen Mitgliedern anheim gegeben, eine Liste mit mindestens 15 Unterschriften und ein Programm«inzu- reichen. Diele 15 Mitglieder würden dann als selb- ständige Fraktion anerkannt werden und dürften sich ihren Namen selbst wählen. U. T. P.-Fraktlon im württembergischen Lindtag «lim wlirttembergifchen Landtag hat sich ein« neue ll. E. P.-Frak- «on unter Vorsitz des Abgeordneten Schreck gebildet. Der Kampf um die Presse Einer Telunlon Meldung zufolg« geben die Reuko mm»- nilten in Frankfurt«. M. ein selbständiges Organ. den Südwestdeutschen Arbeiter" heraus, der vorläufig d r e l m a l in der Woche«rfckicint. Die Anteilscheine am„Volks- re-bt" dl« sich im Besitz von Mitgliedern de» linken Flügel» be- finden, sind gekündigt worden. Das Geld wurde zurück- verlangt.# Die Redaktion der„Reuen Zeitung" rn Jena hat erklart, daß pe sachlich auf dem Boden der Anhänger der alten Unabhängigen L-'tel steht und die Zeitung in diesem Sinne leiten wird, bis der besitz der Zeitung endgültig entschieden ist. Da aber auch dt« N e u k o m m u n i st e n die Veröffentlichung der Aufrufe ihrer Richtung beansprucht, hat sich die Redaktion bereit erklärt, dieser Forderung einstweilen zu entsprechen. • Das nunmehr neukommunistisch«„Hallesch« Volksblatt" wendet sidT in einem Aufruf mit besonderer Schärfe gegen die„Leipziger Volkszeitung". Nachdem das Volksblatt erklärt, daß sich die Minderheit fälschlich noch als U. S. P bezeichnet, fordert das Blatt die Leipziger Genossen zum Abonnement des H ci ll e s ch e n Volksblattes" auf, das von jetzt ab einen Teil seines Raumes für Leipziger Meldungen zur Verfügung ft-llen wird. Der Aufruf schließt:„Die„Leipziger Volkszeitung" hat schon während des Ringens um Klarheit mit den niedrigsten Mitteln der Verleumdung und Lüge gekämpft. Sie hat über die Beratungen in Halle in schamlosester Weise entstellte und lügen- hafte Berichte gebracht und ist offen in das Lager der Partei- feinde übergegangen." Man sieht, der Ton nähert sich mct anerkennenswerter Beschleunigung der kommunistischen Terminologie. De» frnnzlsfi'che Parteitag. Der Parteitag der ftanzösifchen So- zialistkn ist auf den 85. Dezember v-rschoben worden. «hin» und Sowjeteuhlan». In Moskau ist»in« chinesisch« Mist sion eingetroffen. Aus der deutschen AepubftK Das neue Handbuch des deutschen Reichstages ist erschienen. Darin befindet sich auch die Geschäftsordnung des Reichstages, übernommen vom letzten Reichstag, geändert von der Nationalsersammlung in der Sitzung vom 27. Februar 1019, vom jetzigen Reichstag übernommen in seine: ersten Sitzung am 8-l. Juni 1929. Seile 126 steht der§ 12 der Geschäftsordnung, der lautet-..Di« Konstituierung de, Reichstages und das Ergeb- »is der Wahle» wird d»cch den Präsidenten de« Kaiser äuge» Ob Herr Gäbe dieser Pflicht nachgekommen ist, oder ob nur ein Witzbold von Setzer de» Scherz angestiftet hat? Vor dem Ende Der von uns bereits erwähnte Aufruf der Neukommunisten an die deutschen Arbeiter wird jetzt im Wortlaut in der kommunisti- schen Press« abgedruckt. Er enthält eigentlich nichts, was irgendwie bemerkenswert ist. Es verrät aber recht deutlich den jugendlichen Verfasser, den mehr der Eifer als Kenntnisse und Fähigkeiten auszeichnen. Von diesem Aufruf wird deshalb wohl kaum eine Wirkung auf die deutschen Arbeiter ausgehen. Bemerkenswert ist nur die folgende Stelle:„Die Bahn ist ftei zu einer großen, von einem Geiste, einem Wollen, einem Handeln erfüllten revolutionären Massenpartei in Deutschland. Der Zu- jammen'chluß der reooluiiouäre« Käm-ser des Proletariat» i» eine gewaltig«, kommunistisch« Massenpartei in Deutschland steht unmittelvar bevor." Diese Hoffnung dürfte kaum in Erfüllung gehen. Die Un- abhängige Sozialdemokratische Partei war bisher die revolutionäre Massenpartei des deutschen Proletariat» und wird es auch sicher bleiben. Die Kommunistische Partei wird an dem Zuwachs, mit dem sie jetzt eine einzige Kommunistische Partei herstellen will, nicht gesunden. Im übrigen ver- zeichne« wir mit Interesse, daß der Zusammenschluß des abge- splitterten Teils der ll.S. P. mit der Kommunistischen Partei unmittelbar bevorsteht. Auch das ist ein Beweis da- für. daß wir allein, die wir auf dem Boden de» Leipziger Akt!"«»- Programms stehen und in der jetzigen Organisation der U. S. P. verblieben sind, die Unabhängige Sozialdemokratie darstellen. Die Front der Kopf- und H andarbeiter Für die Sozialijieruug gegen die Spaltung In Erfurt tagte am Sonntag der Eautag de» Bundes der technischen Angesteckten und Beamten, föau Mitteldeutschland. In einer großen Mitgliederversammlung des Bundes sprach aus diesem Anlaß Architekt Kaufmann. Mitglied der Eozialijieruugs- kommifston, über die Stellung der Gewerkschaften zur Soziali- sierung. Die Eewerischaften seien heute eine Großmacht ge- worden, die weit über den Rahme» der Beeinflussung der Lohn- und Arbeitsbedingungen hinaus berufen fei. durch ihre inter- nationale Organisation bei der Neuordnung der Welt und den wirtschaftlichen Wiederau'bau entscheidend mitzuwirken. Der Redner fordert« die Angestelltenschaft auf, die Reihen der gewerkschaftlichen Angestelltenverbände zu schließen, d« sich in Erkenntnis der Klasseniag« der Kopfarbeiter mit den freien G«- werkschaften der Handarbeiter in enger, oroanis-tori- scher Verbindung zusammenfinden, um den Endlamps zwischen Kapital und Arbeit erfolgreich z« besteben. Den Bestrebungen der S. lommunlstiichen International« in Mos- ka«. die die Gen«"/ nUrn von innen berau» t» svrengen versucht, wie die Zersplitterungsarbeit der„christlichen"«der „liberalen" Aumgewerkschaftler. die noch in den alten normo- nieoerbänden vereinigt find, muß der ernste Wille zum einigen Zusammenwirken aller Hand- and Kopfarbeiter gegen- iibergestellt werden, wie er auf dem Betriebsrätekongreß in Berlin zum Ausdruck kam. Der Bankrott der österreichischen Kommunisten Wft enväbnten schon gestern, lm Zusammenhang mit den Ergebnissen der österreichischen Wahlen, da« Eingeständnis der Wiener„Roten Fahne", daß die Kommunisten bei den Wahlen eine eklatante Niederlage erlitten baben. Eine Drabtmeldung der«Boss. Ztg." gibt dieses Eingeständnis ausführlich wieder. Es heißt darin: „Die österreichssche«rbelterNasse lehnt de» Kommunismus ab— da» ist der Sin» der Wahle«. Un, erscheint nötig, unsere Nieder- läge nicht zu beschönigen, sondern sie in ihrer ganzen Größe zu erkennen, und es muß festgestellt werden, daß die Wa K l z i f f e r n doch nicht alles sagen. Daß wir in ganz Oesterreich nur 27 009 Stimmen bekommen haben, ist schlimm. Aber viel schlimmer ist da» Stimmenverhältnis zwischen unserer Wählerzahl und un- serer Mitgliederzahl, da weniger kommunistische Stimmen abgegeben worden sind, als unsere Betriebsgruppen Mitglieder haben. Ein nicht»n- beträchtlicher Teil unserer Mitglieder hat sozialdemokratisch ge- «ählt. Der Ausgang der Wahlen beweift, daß die österreichische Arbeiterschaft ein ungeheures Ruhebedürfni« hat. Die ungeheure Mehrheit des Sstcrrelchische« Proletariat« ist im Innersten reformistisch gestnnt." Diese Aeußerungen des Zentraloraan« der österreichifchsn kommunistischen Partei bedeuten das Eingeständnis des völligen Bankrotts der Partei, zu dessen Be« fchönigung zum Schluß die Pbrafe über die„reformistische Gesinnung" der österreichischen Arbeiterklasse Herbalten muß. Die große Mehrheit des österreichischen Proletariats ist eben- sowenig wie das deutsche Proletariat..reformistisch" gesinnt. Sie hat aber—- früher als in Deutschland— die Hohlheit und Schädlichkeit der kommunistischen Pbrasenbelden und Katastrophenvolitiker erkannt, und deshalb laben selbst Mit- glie'-er der Kommunistischen Partei in beträchtlicher Anzahl sozialdemokratisch gewählt. Der Bankrott der österreichischen Kommunisten wirft ein bezeichnendes Licht auch auf ihren früheren Beschluß, an den Wahlen kelnenAnteilzu nehmen. Der Bonkotthelchluß sollte ibnen die Möglichkeit oeben. ihre völlige Schwäche zu verhüllen und ihre Wurzellofiokeit und Unfähiakeit mit tönenden Phrasen zunide-ken. Aber der Moskauer B e f e h l. unbedingt an den Wablen teilzunebmen. bat diese Komödie vereitelt und die Bedentungslosiokeit der österreichischen Kom- mnnisten vor aller Welt festgestellt. Ob diese Lebr« frucbten wird, ist zweifelhaft. Nach wie vor wenden auch die österreichischen Kommunisten mit revo- lutionaren Redensarten hinter der Weltgeschichte herlaufen und'eden Tag neue Parolen an das Proletariat ausgeben, das sie beute— im Aerger über ibre Wahlniederlage— als „im Innersten reformistisch" beschimpft. Die Velgssche Eefamtbevölkerung. Dem Brüsseler Amtsblatt zufolge betrug die Gesamtbevöllerung de« Königreichs End« De- zember 1919 7S75 027 Seelen. Für das Jahr 1919 ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs von 23 880 Seelen. Stimmen der Parteipresse �Volkszeitung", Plaue«(Vogtld.) Moskau hat seinen Triumph. Die deutsche ll. S.P. ist zer- sprunaen. Die LI Bedingungen für den Eintritt in die lommu- nisii.chc Internationale haben den Zweck erreicht, für den sie be- stimmt waren. Die K. P.D., trotz ihres Lärmens und Spek- takelns, trotz ihrer pomphaften und ordinärsten Methoden der Agitation m« mehr als eine Sekte, wird jetzt mit einem Teil der U.S. P.-Maflen aufgefüllt werden können. Dr. Levi und feine Hintermänner können in tiefer Danköarkeit zu ihren Herren in Moskau ausblicken. Di« Fahnen der deutschen Revo- lution aber wehen auf Halbmast. Und doch liegt in der Tragik dieser Stunden auch etwas erhebendes und zukunftsfrohe«. Denn daß die ll.S.P. sich nicht willenlos dem Machtbegehren und den Phantasieforderungen der ru fischen Kommunisten beugt«, daß sie lieber in zwei Teile auf- schlitzte, als sich Grundsätzen zu unterwerfen, die der deutschen Arbeiterbewegung wesensfremd und für Deutschland unmöglich sind, das ist das Große, worauf die Hoffnung baut. Die Spaltung zeigt, daß unsere Massenpartei durchaus nicht nur sin Haufen zusammengelaufener nnllarer Manschen war. die ihrer Not und ihrer Erbitterung über die Zustände im fauligen kapi- talistischen Staat möglichst lauten Ausdruck geben wollen. In der ll. S V. hat sich auch eine nach Hunderttausenden zählende Armee geschulter Sozialisten zusammengefunden, die revolutionäre Energie und revolutionären Wifen mit sozialistischer Erkenntnis der ö'oROjni'chen und politi chen Kampsbedinnungen und Kampfes- aucsichten gleichmäßig verSinde». Dieser Teil der Partei hat sich mit Kraft and Elastizität dem seit Jahren betriebenen Bervch entgegengeworfen, das Steuer der deutschen Revolution fremden, der Kontrolle der deutschen Arbeiter nahezu völlig entzogenen Händen anzuvertrauen. Dieser Teil hat nickt geduldet, daß die Dinge in der deutschen Revolution mit der russijch-bolschewistiichen Elle gemessen und die Formen der Umwälzung im agrarischen Rußland apodiktisch auf das völlig anders geartete Mittel- ucka Westeuropa übertragen werden. Dieser Teil hat oer�'odert, daß in Deutschland die Arbeiterbewegung in jene Scha� 0 e gepreßt wird, die vor fünfzig Jahren wohl von wirren Sch....rmcrn ge- priesen, von de: Arbeiterklasse aber, die ein halbes Jahrhundert an der Hand von Marx und Engels durch die Geschichte geganaen ist, als für Deutschland unmöglich abgelehnt werden muß. Mit einem Wort: dieser Teil der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschland» bat die Grundsätze de» marxistisch orientier- ten revolutionären Sozialismus verteidigt gegen die heran- rollende Flut politischer Modetorheiten, in denen ungcschult«, leidende und verzweifelnde Massen zu ertrinken drohen. Die Lage des deutschen Proletariats wäre auf Jahre hinaus hoffnungslos, wenn die politische Ideologie de» Moskauer Exe- kutiokomitees über die ge amte U. S. P. gesiegt hätte. Damit wäre die deutsche svsialistijche Revolution unweigerlich schwersten Racker, schlagen und der Kampf der deutschen Arbeiterklasse katastrophalen Niederlagen entgegengegangen. Die e Gefahr ist ab- gewehrt. Es ist der rasfinieuen Stimmungsmache des Exetutio« komitee, nur gelungen,«inen Teil der U. S.P. der kommunti«- schen Politik dienstbar zu machen. Und zwar ist das vorwiegen» Teil, der aus Gemütwallungen und Eefühlsstromungen yer- aus, angepeitscht durch die Not und aufgerüttelt durch Ue Aeoa» lution zur U. S.P. gekommen war. Di« Arbeiter aber, die nicht nur aus Gefühl, sondern auch au» Erlenntni» Sozialisten sind, sie haben in ihrer erdrückenden Mehrheit die Unterwerfuug ab- �D�ese' Tatsache ist eine mächtige Säule unserer Zukunflshofl. nungen. Stimm unae» rominen und gehen wie wanoelnoe Schatten. Aber Wissen und Erkenntnis sind eherne Grundlagen de» proletarischen Kampfes. Und auf diese Grund- lag« hat sich die U.S. P.D. gestellt, nachdem der andere Teil die Heilslehcen der bolschewistischen Taktik angenommen hatte. So grauenhaft, so qualvoll und entsetzlich der Kamps in der U.S. P. D. auch war, er ist nicht mit dem Tode der U.S.P.D. beendet worden. Aus dem quirlenden sihaos ist die U. S. P.D. herausgestiegen, äußerlich kleiner, zahlenmäßig schwächer. Over endlich im Besitze innerer Eejchlojsenheit und damit im Be- st>je geläuierter Kraft. Es hat teinen Sinn, jetzt noch viel zu klagen über die Tatjache der Spaltung, keinen S.nn mehr, sich die Haar« zu raufen über die damit oeroundene Stauung der Reaktion. Es ist nun einmal so. daß dem dem, chen Proletariat nichts geschenkt wird auf seinem Eolgaihawcg zum Licht. Es ist Ironie des Schicksals, daß da» deutsche Proletariat in seinen Fieoer- zuständen»eloer bald hier, bald dort in die Irre geht uns dann erst durch vergrößerte Leiden und verstärktes Haqnlachen seiner Gegner auf den Irrtum aufmerksam wird. Durch die Politik der Däumige und der anderen Feldweael» der Moskauer Generale werden sehr bald die Arbeiter jener Richtung ernüchtert weraen. Die Däumige, die nicht rasch genug zur K. P. D. lammen konnten. nicht laut genug die den Anschluß an die K.P.D. vefehlenaen Be- dingungen sinden konnten uns letzt zu ganz materiellen Z w e ck e n und zur J r r e f ü h r u n g«in paar Tage oder Wochen noch den ihnen oeihaßlen Namen suhre» möchten.— sie werden der übernommenen Rolle nicht froh weroen. Sie werden an den Wegen ihrer Politik leichtsinnig zerbrochene proletarisch« Kraft und zwecklos vergossenes Proletarierblut sehen, vergeudet bei der Aussuhnmg von Aktionen, die von fremder Stelle befohlen wird. Sie werden aus der von ftemder Stelle befohlenen Parteizerrei- ßung, dieser Tat de» Wahnwitze» und des Verbrechens, leine Triumphe ihrer Richtung erwach>en sehen. Sie werden den Nieder- bruch ihrer Politik erleben. Dieser Niederbruch wird sie seläer erschlagen. Aus ihrem politischen Grade aber wird— trotz allem und allem, was wir heute an Tieftraurigem fthcn— die Einheit der revolutionären Bewegung erwachsen. Und diese Einheit wi.'d stehen auf dem Fundament des wissenschaftlichen revolutionären Sozialismus. Die Partei, die dieses Fundamint darstellt, ist und bleibt die Unabhängige Sozialdemokratische Parte». Di« Roll« der LetricVsrStezcntral«. Zu un'erer Notiz„Die Roll- der Betriebsrätezentrale in Nr. ii2 un,ere» Blattes teilt uns Genosse Hildesheim mit, daß Nicht die Bureauräume der Betriebsrätezentrale Münzstraße für die Zwecke der neukommunistischen Partei hergegeben worden stnd, sondern im gleichen Haus« gel.-gene Räume, beten Mieter Däumig und Geyer sind. Wir gebe» dieser Erklärung gern Raum, bemerken indes, daß da» Bureau der Neukommunisten von Potsdam i durch Zirkular ihren Anhängern mitteilt«, daß Zuschriften für den stell- vertretenden Sekretär Kosollek an die Betrrebsräte« zentral« zu richten seien. Unsere Schuld ist es also nicht, wen» der Irrtum aufkommen konnte. Französisches Kriegsgerichtsurteil. Das Kriegsgericht der fron» zosifchen Rheinarmee verurteilte die beiden Sojdaten der Be- satzungsarmee T r o m o i n d und S o i n. die laut„Echo du Rhin" wahrend 6 Monat« den Schrecken von Wiesbaden und Umgebung bildeten, zur Degradation und lebenslänglichen Zwangsarbeit. Sie hatte» in der Dunkelheit eine Anzahl von Passanten mit vorgehaltenen Revolvern und Seitengewehren bedroht und ausgeraubt. Das Gericht hob hervor, daß solch« Apachen ein« Schande für die französische Armee seien und mit aller Sireng« de» Gesetze» bestraft werden müssen. . Di« Opfer de» Bürgerkrieg« in Irland. Im englischen Unter« nause saate Hamar Greenwood in Erwiderung auf eine An- frage, feit dem l. Januar seien 100 Polizisten und 18 Mi' litärpersonen in Irland getötet. 160 Polizisten und 60 Militärpers-'nen verwundet worden. Er könne nicht mitteilen. welche Schritt« die Reaierunq gegen diesen Mordfeldzug zu unter- nehmen gedenk«,«r könne dem Haust lediglich die Versicherung geben, daß die Regierung die zum Schutz der Staatsdiener Z«r Verfügung stehenden Mittel ständig oerbesser«. Sylvia Pankhurst»erhastet.„Telegraaf" meldet aus London: Die englische Volschewistin Miß Pankhurst wurde gester« wegen Veröffentlichung und Verbreitung aufreizender Schrift«« in London»erhaftet. Ei« war vor einigen Wochen aus War» schau zurückaetehrt. Lenin nennt sie in einem Schreiben an dt» englischen Arbeiter die einzig»trllich« Vertreterin de« englisch«« Proletariat«. I Deutscher Reichstag Mittwoch, d«n 20. Oktober 1820. Di« Ausweisung Sinowjews und LosowsKys Auf der Tagesordnung steht ein schleuniger Antrag des Abg. Aderhold sll. Coz.) betr. die Ausweisung Sinowjews und L o- s o w s k y s. Der Antrag fordert den Rclchstag auf, gegen die Aus- Weisung der beiden Russen Protest zu erheben und die Reichsregierung zu ersuchen, fSr sofortige Aushebung dieser Aus- weisuugsaersügung und für die Besei iaunr, der Ecl-Hesbeiti«» münzen Sorge zu tragen, auf Eruud deren Ausländer als„lastig* ausgtwiesea werden können. Geuosse Roseufeld begründet den Antrag. Wieder find zwei Ausländer aus IScher- lichen Gründen ausgewiesen worden. Das erinnert an die Aus- Weisungen unter Bismarck in den achtziger Jahren, an die Ausweisungen der„Schnorrer und Verschwörer* unter B ü l o w. an die Ausweisung des Franzosen I a u r ö s. Wenn einem Polizisten die Nase eines Ausländers nicht gefällt, so kann er den Mann ohne weiteres als lästig ausweisen. Di« Aus« weifung des russischen Botschafters Josse hat bewiesen, dag diese Praxis" schwerwiegende Folgen haben kann. Ohne sie würden wir jetzt mit Rugland in den besten Beziehungen leben. Schon im Jahre 1906 wurde im Reichstage verlangt, datz Ausweisungen nur aus Grund von Gerichtsurteilen zuläMg fein sollen. Diesen An- trag haben sogar fjeinze und Nooke unterschrieben. 1918 war die ganze Sozialdemokratie in dieser Frage einig. Leider scheiterte die Sache am Widerstand der bürgerlichen Par- teien. Ausländer find nach wie vor der Willkür der Polizei aus- geliefert. Wir werden uns bemühen, das abzuschaffen(Lachen rechts). England verdankt einer gerechten Behandlung der Auslander den Ruf eines Kulturstaates. Ich wüns�te, datz Deutschland den gleichen Ruf genösse. Aber bet uns haben nur Reaktionäre da» Asylrecht i politische Spitzel dürfen sich ungehindert hier aufhalten. Veranlassung zu unserem Antrage war die empörende Behandlung Sinowjews und Lofowslys. Sinowjew st ohne jede Bedin- g u n g gestattet worden, an unserm Pnrtoitag teilzunehmen. Sein Verholten war doch so. wie es jeder Politiker voraussehen konnte. Nun ist es doch eigentlich eine vreutzische Angelegenheit, aber die Reichsregierung bleibt allein verantwortlich.� Losowsky iat seine Verpflichtungen gehalten, aber die Regierung hat ihr IZort nicht gehalten. Auch datz die Rco-erung keine Gründe für die Ausweisung angegeben hat, entspricht dem alten Polizeigeist. Sie(nach rechts) haben nichts eingewandt, als deutschnationale Agitatoren von hier in den österreichischen Wahl�ampf eingriffen. Auch die Art der Durchführung des Wahlkampfes fordert zum Pro- ttst heraus. Sinowjew und Losowsky find jeden Augenblick von «»Iii» amtett umgeben. Man höre doch endlich auf, eine geistige Eewaltmatznahmen bekämpfen zu wollen,(Ee- «eist muh endlich seinen Einzug»n Deutsch- ?~,(Sturmische ironische Zustimmung rechts.) Die deutschen Arbeiter werden sich aber nicht, beirren lassen, ihren fall" b ci b en"u" Soz �ntlD'<�Un8 vorschreibt, weiterzugehen.(Bei- Minister des Aeutzern Simons: Am 39. August kam eine An» ��una von die» russischen G-werksck>aftsführern Diesen dreien erlaubt und ein Aosenthalt von vier Wochen ffrN.Al* f,nim uneimaitetettDcise von Christian ia aus das Ersuchen weitere 11 Personen zur Einreise in Deutschland.züzu- dann deutscher Gewerkschastsvertreter wurden aelallenen n™ in jucielasten. Dann erschienen die Zu- zeitia« r nÄ�bec in Hamburg, brachten aber gleich- erlauöt �ß�� Gesellschafl mit, auch die. denen die Einreise nicht lckloll-n TA lSort! Hort!) Vom Kabinett war ausdrücklich be- X!* cn' I,a6 t,ne politi che Betätigung und Teilnahme an tJier*en' namentlich Losowsky. nicht gehalten. ,U �»«schiebenen Orten politisch» Reben gehalten, so 0Üa�, �e,rn Losowsky ein« Warnung zu- kommen zu lassen. Eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis wurde zugestanden, bis die italienisch« Regierung geantwortet hatte, �tmowsey sollte in Berlin den Bescheid abwarten. Statt dessen ist er nach Halle gegangen und hat die ihm auferlegte Bedingung rücksichtslos auher Acht gelassen. Desgleichen haben beide hochpolitische Reden gehalten. Als dann die Nachricht der italienischen Regierung kam. datz die Einreise nach Italien nicht gestattet würde, lag kein Grund mehr vor. der Heimkehr Losowsky» Hindernisse zu bereiten.(Heiterkeit.) Nach Kenntnisnahme der Rede Sinowjews in Halle veschloh das Kabinett, sein weiteres Austreten zu verhindern und einen entsprechenden Antrag an den preutzischcn Minister des Innern zu richten. Die Ausweisung soll daher am 23. Oktober erfolgen. Es ist nicht richtig, datz di: beiden Herren ohnehin schon an diesem Tage abreisen wollten. Sie haben beantragt, die Aufenthaltserlaubnis bis zum 1. November b.uszndebnen, weil sie noch lange nicht fertig wären.(Hört, hört! und Heiterkeit.) t„ft Angelegenheit ist zweifellos eine stark« Be- ungsorobefürunserBerhältniszuRutzland. Ts"8 darf aber nicht matzgebend sein. Der Minister verliest Aus- Wge aus der Rede E> n o w j e w s in Halle, in der er die Anwendung des Terrorismus verteidigt. Sol�e Aufhetzungen ourften nicht fortgesetzt werden. Das russische Volk ist in Deutsch- «nli autzerordentlich populär. Es steht auch fclt. datz wir nur wieder hochkommen können nicht gegen das russische Volk, sondern mit dem russischen Volke. Dieser Glaube wird durch diese letzten wreigniss« nicht aus den Angeln gehoben. Es wird dahm führen was auch für eine Regierung in Rutzland sein mag. datz das beut, che Volk und das russische Volk sich finden werden.(Verein- Zelter Beifall links.) Bernstein(Soz.)' Für uns handelt es sich um den zweiten -«-eil des Antrages, der die Beseitigung der Esse esbestimmung »erlangt, auf Grund deren Ausländer als„lästg* ausgewissen Beeden können. Wir brauchen einen genauen E ntwurf, der eine präzise Fassung erhält. Das hat die Sossaldemorratie, wie Abg. Rosenfeld bereits betont hat. schon immer verlangt. Di« neue ssassung muh aber- destimmte Garantien für die Sicherheit der Aus- kbvder enthalten. Deutschland mutz nach unserer Meinung ein «Irl für Verfolgte und Unterdrückte werden, ähnlich, wie die Ver- «Nigten Staaten. Das trifft aber b?er nicht zu, denn die hier ge- nannten Personen sind selbst Verfolger und llrt'rdrücker.(Bei- fall b. d. Sozialdemokraten.— Unruhe b. d. llnabbärgigen.) Da» ändert für die Frage umsomehr, als eipe eigentliche Ausweisung gar nicht vorliegt, denn die Regierung hat die nahuwsuibte Ver- mngerung. die für die Arbeiten der russischen Delegation not- wendig war, obne weiteres gewährt. Jetzt ist die Au/entfnltsfrist einfach abgelaufen l Zuruf der Unabhängigen: aber festgesetzt tzt er geworden). Das filmmt, aber nicht ausgewiesen. Die «oz. Fraktion kann dem Unabhöngigen-Antrog n cht zustimmen. .Wulle(D. N.): Die erdrückende Mebrheit des deutschen Volke» halt die Ausweisung dieler beiden russischen Vabremer für ein« lelbstverständliche Pssicht der Regierung. Die gan'e Handhabung der Ausweisung wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere jetzigen .Zustände. Tausende von russischen Agenten treiben sich in Deutsch. kand umher und hetzen die Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten auf. Wir oerlangen, datz mit aller Energie vorgegangen wird. Wir brauchen keine russischen Juden bei uns. Abg. Dr. Bell(Zentr.): Wir müssen die ganze Angelegenheit kuhig und sachlich behandeln. Die deutsche Regierung hat klug Und weise gehandelt, als sie nach Rücksvrach: mit deutschen Ar- b«itervertretern die Einreiseerlaubnis erteilte. Di« Bedin» vungen waren genau abgegrenzt. Die Russen haben ober die ihnen erteilte Erlaubnis mitzbraucht. Zur Annahme des Antrages liegtgarkeinBediirfnisoar. Abg. Dr. Maretzky(D. V. P.): Wir verlangen, datz die Regie- rung das Auftreten Sinowjews auffatzt als das. was es tatsäch- «ch ist: eine Kampfansage an die bürgerliche Weltausfassunq, an Unfern Staat, und als die Drobung. die kommunist ssche Revolution >n allernSchster Zeit durchzuführen. Wir verlangen von der Re- Vierung datz fi' dle bestehenden Gesetze. w!e sie nach Ansicht aller Zuristeif auszulegen sind, auch anwendet aegen die Agitatoren ktuer künftige« Revolution.(Lebhafter Beifall.) Abg. Koenen(U. Soz. links): Wir begrutze» den Präsidenten des Exekutivkomitees als den Führer der Weltrevolution heute und weiterhin(Heiterkeit). Wir wissen, datz der Mann, der als Führer der russischen Revolutionsarbeiten auch auf unserem Parteitag die richtigen Worte zur Kennzeichnung der Lag« ae- fanden hat, ungcn e.nes geleistet hat zur Durchführung de--'-o- zialismus. Sie und Ihre Generale haben noch viel mehr Tote auf dem Gewissen(Fortdauernoe Zurufe: Schuft! Schu-k«!-- Glocke des PräjidcutenV Den Kapaistsn war(die weiteren Aus- führungen des Rediiers g-hen im Tumult unter. Die Abgeord- neien der Rechten verlassen teilweise den Saal. Der Präsident bitte un» Ruhe) Das förmliche Recht kommt für uns im Gegen- fatz zu Rosenfeld wenig in Betrocht. Für ups ist das Ganze eine politische Machtsraqe. Aber auch die Rechtslage gibt uns recht. Bon der„Freiheit" bis zu Herrn Wulle hat eine Hetze gegen unseren Genossen Sinowjew«ingesetzt, die hat es der Regierung leicht gemacht, diese Ausweisung zu verfügen.(Heiterkeit.) Wenn Herr Bernstein gegen Sinowjew Stellung nimmt, dann frage ich ihn, haben Sie während Ihrer Negierung den Arbeitern Wohnun- gen besorgt, ihnen freie Krankenbebandlung gewährt, ihnen Etz- waren umsonst gegeben,— unfähig waren sie und nennen fetzt die Leute, die es fertig gebracht haben, Bluthunde. Wenn die wirkliche Revolution kommt, dann wird sie kein Kaffee« k r ä n z ch e n sein. Sie(zu den Mehräenssozialisten) haben unter dem Namen Noske im Bündnis mit Wcitzgardisien von rechts den Kampf gegen die Arbeiterschaft geführt.(Daurnde Unruh«— Zuruf: Sie tragen die Schuld!) Die Rcg'erung hat durchaus un- recht, der Antrag ist eine Selbstverständlichkeit.(Beifall bei den Kommunisten.) Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird gegen die Stimmen der bürgerNchcn Parteien abgelehnt. Genosse Le.ebour Wir verlangen freies Recht für jedermann, auch für die Ausländer- Die propagandistische Kraft Stnow'ew» wird durch die Ausweisun». gen nur gestärkt. Mit G:waltmatzregeln kann man keine Bewe- gung täten.(Zuruf: Siehe Rußland') Zaw-Hl, auch der Bolschewismus frönt diesem falschen Glauben, er ist Geist von ihrem Geist.(Heiterkeit) Wenn Herr Koenen mit Herrn Maretzky ein- mal abwechseln würde in der Anwendung terroristischer Methoden. dann würde er das gleiche Fiasko erleben wie dieser. Koenen hat es dargestellt, als ob Sinowjew gar lein rtbtiger Terrorist wäre, sondern nur Gelegenheitsterrorist.(Lachen.) So dumm, dies zu glauben, ist kein Mensch auher Ihrer Fraktion. (Schallende Heiterkeit.) Sinowjew ist nicht nur theoretischer Ter- rorist, sondern auch in der Praria. Er gibt dies auch offen zu. nur die Neukommunisten fühlen sich in der ter oristischen Löwenhaut noch nicht ganz sicher und blöken noch immer i— a. i— a. (Schallende Heiterkeit.) Je länger Sinowjew spricht und je länger wir Gelegenheit haben, diesem Terrorismus entgegenzu- treten, um jo eher wird die revolutionäre deutsche Arbeiterschaft erkennen, wie gefährlich die Politik ist, der Sinowjew sein Empor- kommen verdankt. Sinowjew verfolgte auf unlerem Parteitag die Taktik. 4*4 Stunden zu sprechen, um uns die Gelegenheit zu neh- men, darauf zu antworten.(Zuruf M a l z a h n: Er hat aber vieles gesagt!) Cr hat vieles gesagt, was Sie in Ihrer Naivität als unendlich wertvoll betrachten.(Stürmische' Heiterkeit.) Gerade die Frage des Terror» ist es. die uns g r u n d i ä tz l i ch schei- det von den Leuten, die unser« Partei verlassen haben.(Zuruf: umgekehrt!) Es ist fauler Zauber, wenn Sinowjew die Rot- wendigkeit des Terrors mit der gutmütigen Freilassung einiger Generale beweisen will und auf eine solche Beweisführung sind die naiven Neukommunisten hereingefallen.(Heiterkeit und Widerspruch.) Wir sind Sinowjew und Losowsky entgegen- getreten, wo wir konnten, und folge« nur unseren Grundsätzen, wenn wir sie bitten, unserem Antrag zuzustimmen.(Beifall bei den Unabhängigen) In einer persönlichen Bemerkansi stellt der Kommunist Dr. Levi fest, datz Ledebour nicht die Geschäfte feiner Partei, son- dern die der antibolschewistischen Liga besorgt habe, wogegen Ledebour aufs schärfste protestiert. Der Antrag wird daraus gegen di« Stimmen de» Kommunisten und Unabhängigen abgelohnt. Der Gesetzentwurf gegen die Kapitalflucht wird dem Ausschutz überwiesen. Das Haus oertagt sich. Nächste Sitzung: Mittwoch, de« 27. Ottobe«, 1 Ilhr: Jnterpella- tionen über die Tsseselmotoren und über die Ergebnisse des Ent- waffnungsgejetze«. Die Extrawurst Das Kartell der Verbände leitender Angestellter hat dem Reichsarbeiisministerium in einer ausführlichen Denk- schrift zum neuen Angestelltenvertragsrecht die grundlegenden Wunsche und Forderungen der leitenden Angestell- ten dargelegt. Grundsätzlich wird in der Denischrift gesordert, dag die tatsächlich bestehende Dreiteilung der Arbeitnehmer in Arbeiter, Angestellte und leitende Angestellte gesetzlich anzuerkennen und festzulegen ist. und datz demzufolge bei der Zu- sammensetzung all derjenigen Znstan'en. die ausführend schlichtend und richtend bei der praktischen Verw rklichung des Eozlalrechtes beteiligt sind, auch die leitenden Angestellten so berücksichtigt werden milssem datz ihr Mitbestimmung?- und Selbstbestimmungs- recht gegenüberdenanderenGruppenvonArbeit- nehmern gewahrt wird. G Es folgen Einzelforderungen betreffend Tarifrecht. Be- triebsräte, Echlichtungsordnung und Arbeitsgericht, mit denen wir angesichts der Belanglosigkeit der E-uppe, die diese Ansprüche erhebt, unseren Raum nicht füllen wollen. Uns interessieren nur die„Prinzipien" dieser Herren, die treffend gekennzeichnet werden durch den Satz, datz sie ein Mitbestimmungsrecht und Selbstbestim- mungsrecht„gegenüber den anderen Gruppen von Arbeit- nebmern"— nicht m i t ihnen fordern. Sie müssen also noch m-br StockprLgel auf den Magen bekommen, um zu erkennen, wohin ste gehören. Wir möchten den Herren aber sagen, datz sie sich auch nicht wundern dürfen, wenn bei Gelegenheit die anderen gewerk- schaftlich organisierten Angestellten Stellung„gegenüber" den lei- tenden Herren nehmen. Segen ohne Ende Das Eisen- und Stahlwerk Hoesch A. G. in Dort- mund erzielt« na» der vorgelegten Bilanz in dem eben abge- schlosserten Berichts, ahre einen B e t r i e b s ii b e rsch u tz von 31% gegen 8 Millionen Mark im Vorjabrr. Der demnächst stalt- findenden Generalversammlung werden 21 Proz. Dividende für lw5.,0,Lei"1eV�It tzewesene Aktienkapital voross�ligen. ei?. E. Eolzern. Grimma schlägt 5.. e ron 20 Proz. und eine Sondervergütung von 10 P'oz. vor. Zusammen also 80 Pro,. Die Osnabrücker 5""'« r- und Drabtwerke verzeichnen für das abaelaufene N�ltsiahr eine Steigerung des Betriebsüberschusse» von 900 000 Mark, im Vorjahre aus Millionen Mark. Als Divi- jab« m'"geschlagen 15 Proz. gegen 10 Proz. im Vor- Ferner liegen folgende Dividendenvorschläge vor- Maschs» jL6"/" 6 1! k K a p p e I in Chemnitz 80 Pro,, si. P. 6 Proz.). otom- Sorftei und Erllneberg A. E. Parteitag der sozialdemokratischen Partei DeutschSsterreich», Di« ..Aroeiterzeitung veröffentlicht eine Einladung zu dem am 5. November in Wien stattfindenden Parteitag der sozial- demokratischen Partei Deutschösterreich».... Kampfansage der Betriebsräte- zentrale an die Gewerkschaften Die Kommunistische Partei möchte gegenwältig ohne Prüfung der Machtverhältnisse und der Zweckmäßigkeit, unter allen Um» ständen Aktionen unternehmen, um der Arbeilerschaft einzureden, als ob von ihr allein Hilfe für das Proletariat erwartet werde« könne. Für diese beabsichtigte Aktion ist deshalb durchaus nicht bestimmend der Mlle. die Lage der Arbeiterschaft zu verbessern, sondern nur der Wunsch nach zugkräftigen Parolen". Sie ist deshalb vor kurzem gemeinschaftlich mit der Betriedsrütezentrale an di« gewerkschaftlichen Organisationen und die politischen Par« teien zur Einleitung einer Aktion in der Arbeitslosen« frag« herangetreten. In einer Vorsitznng. an der zunächst nur die örtliche« Vertretungen der Gewertschaften und Parteien teilnahmen, wurde von den Vertretern dc I Berliner Eewerlschaftslommisston die An- schaumig geäußert, es sei zweckmäßig, auch die zentralen Körper- schaften hinzuzuziehen, da doch die Arbeitslosenflage kein« lokale Angelegenheit sei, sondern einheitlich über da» gesamte Reich geregelt werden müsse. Es kam daraufhin»ine neue Sitzung zustande, in der aber mit Ausnahme der Zentrale der K.P.D. sämtliche Spitzenverbänd« fehlten. Trotzdem erklärt« der Vertreter der Berliner Gewerkschaftskommission seine Bereitwilligkeit, an einer Aktion für die Ar- beitslofen teilzunehmen. Es fei aber notwendig, konkret» For» derungen aufzustellen, um der großen Verelendung der Arbeits- losen entgegenzuwirken. Die Arbeitslosen könnten nicht warten, bi» das Proletariat di« politische Macht erobert habe. Man müsse deshalb zunächst die Forderung stellen, datz den Arbeitslosen Lebensmittel und Kleidung zur Verfügung gestellt werden mutzten. Eine jetzt nach dem Wunsch« der K.P.D.«ingeleitete Aktion würde zu einer furchtbaren Niederlage für di« Arbeiterschaft süh- ren. Denn selbst ein 21 stündiger Demonstrationsstreik könne bei der jetzigen wirtschaftlichen Situation leicht unabsehbare Folge« haben. Die Vertreter der ll.S.P. äußerten dieselbe Ansicht. Hierauf schlug B r a n d l e r von der K. P. D. vor, die Berliner Eewerkschaftslommisston und die ll. S. P. D. hätten sich a u s d e r Sitzung zu entfe/nen(l). Von dem Vorsitzende« der Be- triebsrätezentrale, Paul Neumann, wurde dieses Verlange« unterstützt, worauf die Vertreter der Eewerlschaftskommission und der U.S.P.D. di« Sitzung verlassen muhten. In holder Eintracht blieben zusammen die K.P.D.. die Zentrale der Be- triebsräte. die K.A.P.D.. sowie die Bertreter der»etriebs- organisationen. Diese Vorgänge sind bezeichnend für dle Auffassung der Be- triebsrätezentrale. Sie arbeiten lieber mit den svndikalistiscken Bctriebsorganisationen zusammen als mit den Vertretern der freien Gewerkschaften. Diese wollen selostverständlich alles tun, was in ihrer Macht liegt, um di« trostlose Lage der Arbeiter zu verbessern. Aber sie haben zugleich die Pflicht. Handlungen zu vermeiden, die notwendigerweise zu Niederlagen der Arbefter« schaft führen müssen. Auf solche Handlungen wartet ja die Re- aktion nur, und es ist deshalb unverantwortlich, wenn ihr in die Hände gearbeitet wird, wie das durch die Spaltung der Arbeiter- schaft bereits geschehen ist. Deshalb darf sich die Arbeiterschaft nicht zu unüberlegten Schritten verleiten lassen. Schon agitieren unverantwortliche Elemente für einen Generalstreik, der am Montag zu beginnen hätte. Das dürfte ja auch der Betriebsrätezentrale aus Nach- richten. I i ste cf. letzten Sonnabend erhalten hat, nicht unbekannt sein. Deshalb fordern wir die Arbeiterschaft nochmals auf, nur solchen Weisungen zu folgen, die von den vemntworllichen Partei- und Eewerkschastsorgamsationen herausgegeben werden. Aus der Partei Schweinfurt Eine merkliche Abkühlung scheint sich bei den Genassen im Lande in bezug auf die kritiklose llnterwer,ung unter die Mos- kauer Diktatur zu vollziehen. �,,.. Die Reden Sinowjews und Losowskis bewirken da» gerade Gegenteil von dem, was sich unsre unbedingten Moskauanhanger verbrechen. Selbst aus Parteiorten, in denen ror dem Partei- tag die Stimmung stark für bedingungslosen Anschlutz war. kommen jetzt Nachrichten, datz die Zahl der ich offen zur Resolution Dau- mig-Stoecker Belennenden. stark zusammengeschrumpft i,t. So wird uns aus Schweinfurt geschrieben, da» in einer stark de- suchten Mitgliederversammlung sich nur ein knappes Dutzend für die 21 Bedingungen entschied. Dem Genossen Sold mann. der auf dem Parteitag gegen die Resolution Daumig-Stoecker gestimmt hat, wurde gegen neun Stimmen wegen seines Verhal- tens das Vertrauen ausgesprochen, und selbst der Delegierte der Gegenseite, der Korreferent Baumgärtner, erklarte, m« möge doch diese Resolution zurückziehen, denn niemand denke daran, dem Genossen Soldmann das Vertrauen zu entziehen. Trotzdem konnten diese wenigen Stimmen nur um deswillen erreicht werden, weil von den Anhängern der Resolution Dau- mig-Stoecker immer wieder erklärt ward, daß dies noch lange nicht bedeute. Kommunist zu werden, ja ein Teil erklärt« ganz offen, daß ste mit den bisherigen Kommunisten nichts gemein hoben wollen. Das läßt auch begreiflich erscheinen, wesbalb man noch immer als ll.S.P. D. gelten will. Ein offenes Farbebekennen würde noch gröhere Genossenkreise kopfscheu machen. Sonderbare Zumutungen Im Bezirk Halle- Merseburg machen die Reukamnm- nisten„ganze Arbeit*. Sie haben sich nicht damit begnügt, die Genossen He nn ig und Bock au, d-r Redaktion des..Volte Blatt" zu vertreiben und die Parteisekretariat« gewaltsam an sich zu reißen, sondern sie wollen jetzt auch die Reichs- und Landtagsabgeordneten. die nicht nach der Moslauer Pfeif« tamen. von ihren Mandaten entbinden. Die Genossen Kunert, Reube, Sauve. Kürbs. Anna Hübler haben auf dem Bezirks- Parteitag der Reukommunisten in Holl««in..Mißtrauensvotum erhalten. Einige neukommunistische Parteianhänger sind für wllr- dig befunden worden, ihre Nachfolger zu werden. Mir wünschen diesen Auerkorcnen«ine lange Geduld. Denn unsere Genossen im Halleschen Bezirk haben keine Veranlassung, auf Befehl einer anderen Partei ihre Mandate niederzulegen. Sie sind als Anhänger der Unabhänaigen Sozialdemokratischen Partei und aus da» Promamm diejer Partei gewählt worden, besitzen nach wie vor dos Vertrauen ihrer Parteigenossen und können desyaio ihre Mandate einer anderen Partei nicht zur Verfügung stellen. Der Spruch de««otschasterrate«. Der Präsident der Kommis. fion zur Festsetzung der deutsch-polni.chen Grenzen. General Du- p o n t. hat in einer an die deutsche Delegation gerichteten Note darauf hingewiesen, daß entgegen den Weisungen der Boichafter- konferenz vom 15. August und 1. Oktober d. I. die drei Gem�nden Klein-Lobenstein. Klein-Rappern und Ar» schien des Ostoderkreises der polnischen Regierung bisher nicht über- geben worden seien. Die Räumung durch die deutsche P-rwaltung ist nunmehr auf den 81. O k to b« r d. I.. 11 Uhr vormittags, fest- S�etzt.„.. Die bulgarischen„weitherzig»«*«»zialiften gegen Moskau. Der in Sofia tagend« Kongreß der kmlganlchen Sozialisten hat mit 100 gegen Li Stimmen die 21 Moskauer Thesen abgelehnt.-, .J Ji;-'»T KB r Soweit Vorrat ,aJJ Frisches Fleisch Suppen-Fleisch............. pmi 11,00 Schmorfleisch»« Knodi«n..,.pfum) 12,00 Roastbeef«n kmxhck.......... piund 11,00 Gehacktes Rindfleisch.. pm 12,00 Wurstwaren Prima Landleberwurst, pnj 19.60 Prima Fleischwurst....... Pfund 22,00 Mettwurst 26.80 Prima feine Leberwurst Piund 19.80 Prima Jagdwurst.......... Pfund 19.60 Kise Schweizerkäse............. pf«N ganz. Fhchen, Piund �,80 Lebende Karpfen......... piund 12.�0 Grosse Voll-Heringe...... stock 65 pi Neue Konserven Suppen-Erbsen.................. 6.75 junge Erbsen.................... 7.95 Junge Erbsen mtKeiMi........... 9.75 Gemischtes Gemüse........ 9.00 Brech- u. Schnittbohnen wnz. 6.25 Stangenspargel txir« �....... 17.00 In Wel.sbloch.Oaa.n 2-P4unjet-?>iiHa»d. Der Stflppel— Bor dem Tore- Stufiland, T»,__ Staatstheater Opernha.» 7»/, Uhr- Salome Seh.ufpielh.li» »>/. Uhr; Peer Gynt virekrton;»Rat Steinhardt. Destsches Theater V/, Uhr- Clafamc»Rraldten AMNttWe 8 Uhr: Er ist an allem schnl» Hierahl- Di, Spi-i-r Srohes SchlwspitlhM Xarlftraij- 7 Uhr- Da» ton jzo.Rbt.I.Abd.) Thealer>. d. ätzer Str. ',,8 Uhr-«anfch zrritng- ZUirandolin» Soanabe-d- IRansch Komödienhaus •!,» Uh,!»er Herr Minister mit»Hat Pallendera Sonnabend: JJu« ersten Malt Ae ssche m toia Schwank oo.»lnd.ls»er. nanrr a. RnSoiph SrhanHrr mit»Rat P-»U nder,, fZosesw« Dora a. lbmmq Sturm, Pichll, Harket, Stieda, «>»»-> Berliner Theater '/jS Uhr:»er letzte Walter Malto'XMt SäflL 7>I, und Stg. nachm. 3't, .in WM Biimer Nose- Theater vi, Uhr- Der Anti-Christ TMM'TM?? t.«. CTZ—l, � f4\1i v r,&* Bahnhos Frirbrichstrahe Heue und täglich Vi» Uhr Ulf IlBU . tiltf Ril ßd« WSst, Bur», Limdur,. B-letti, F-lkrustein» AttUc nachtn. 1 Uhr,»leinrPreise Max nn» MmeiH_ Ä"rÄ".'rc&.) 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Auf der Tagesordnung steht zunächst die Besprechung der gro- hen Anfrag« der Deutschnationalen über die Wahl Dr. Löwenfteins zum Stadtschulrat»o« Groh-Bcrlin. Abg. Ritter tD.-Nat.): Wir können es nicht billigen, daß einem Juden die Erziehung deutscher Kinder anvertraut wird. Wir wehren uns dagegen, daß eine Million deutscher Kinder einem Manne ausgeliefert wird, der seelisch ganz anders gebaut ist. lLärm bei den ll.-Soz.) Läßt es die Regierung auf eine Macht- probe ankommen— aber sie drückt sich ja, wie die leeren Bänke zeigen!— so wird sie auf eine geschlossene Front tref- fen.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Brückner(Soz.): Man sollte nicht in ein schwebendes Ver- fahren eingreifen.(Stürmisches Gelächter.) Daß Löwenstein Jude ist, sollte für die Konservativen kein Anlaß zum Einspruch fein. Der Jude Stahl war der Begründer der Konservativen Partei. Eomenicus. Pestalozzi und S a l z m a n n waren keine Fachleute und sind doch hervorragende Pädagogen ge- wesen, wenn ich auch Löwcnstein mit ihnen nicht in einem Atem nennen will. Abg. Heß(Ztr.): Uns stört an Löwenstein, daß er ein i ü d i- scher Laie ist.(Unruhe bei den U.-Soz.1 Glauben Ele. daß beispielsweise an die Spitze de» Bildungswesens in einem zioni- stischen Staate ein Ehrist gestellt werden könnte?(Große Heiter- keit.) Die Unabhängigen machen nicht freie Bahn dem Tüchtigen, sondern dem Unabhängigen.(Große Heiterkeit.) Abg. Dominica»(Dem.): Dr. Lowensteins Schulideal läßt sich nicht verwirklichen. Durch seine Wahl kann dur der Antisemitis- mus neue Nahrung erhalten. Daß die Regierung bei einer so wichtigen Angelegenheit nicht erscheint, entspricht nicht der Würde der Landesoersammlung.(Lebhafte Zustimmung bei den Dem.) Wir hoffen, daß die Stadtverordnetenversammlung, nachdem jetzt die Novelle in Kraft getreten ist, die Sache noch einmal ruhig und sachlich überlegt. Vielleicht kommt sie dann zu einer Aenderung. (Beifall.! Abg. Hollmann(D. Vp.): Daß den Lehrern ein Mitbestim- mungsrecht bki der Lösung de» Falles Löwenstein eingeräumt werden muß. ist wohl völlig klar. Die Eroß-Berliner Lehrerschaft ist aber gegen Löwenstein. Die Staatsregierung solle das wohl beachten. Genosse Leid Äanwf um Löwenstein sind schon alle Register gezogen ?..? Sä.?!I5 Q sthe gar keine Möglichkeit, daß jetzt noch eine nfrlfm il w werden kann. Charak.eristisch ist. daß i,,£ � i eine Anfrage die gleiche Sache behandelte, �.Haas« ist es wiederum ein Abgeordneter der- aaU.» deuischnationalen Partei, die sich um die Be- statigung Löwenstein» den Kopf zerbricht, der einen Vorstoß verhindern. In beiden Fällen sind «bgeordneten. Herr Mumm und Herr R i t t e r. christliche itL D?!,atle.?llein kennzeichnet schon von vornherein anderes' dieser Hetze gegen Löwenstein: Es ist nichts als der Kampf des Muckertums gegen eine frei« Weltanschauung. Nn beiden«Ä Ul6' Widerspruch recht».) Der Vorstoß in Weien nnf/,l�?r,lnenten"igt uns auch, wie weit es mit dem Selbstverwaltung her ist. Wir sprechen soviel von <5?% u5i �ean in dem einen oder anderen Fall der >!»»» Aloise die Ausübung der Selbstverwaltung nickt in uf Aram paßt, dann läuft sie Sturm dagegen, dann will sie fofort am liebsten neue Ausnahmegesetze haben. Wir haben heute gehört, daß zunächst Löwenstein persönlich angegriffen wurde. Es wurde von dem Abgeordneten Dr. Heß, und auch von dem Abgeordneten Dr. Ritter, gesagt, daß Herr Löwenstein nicht genug Takt gehabt hätte, sonst wurde er schon langst freiwillig von diesem Posten zurückgetreten sein. Solange Löwenstein von seiner Partei ans einen bestimmten Posten gestillt ist, hat er diesen Posten auszulüllen und kann ihn erst dann ver- lassen, wenn seine Partei ihm das Recht gibt.(Sehr richtig! bei den U.-Soz.) Es ist ganz unerhört und geradezu unverschämt. Lö- wenstcin Mangel an Takt und Feingefühl vorzuwerfen.(Große Unruhe rechts.) Umgekehrt ist es eher richtig, daß diefenigen, die Löwenstein zu kennen behaupten, einen Mangel an Takt und Feingefühl haben. Dieser Angriff fällt auf die Herren Angreifer zurück. Ihr Haupiargument richtet sich gegen den sogenannten Fach- mann Löwenstein. Sie sprechen ihm jedes pädagogische Können ab. und das tun oesonders diejenigen Herren, die selber sagen. sie kennen den Herrn Löwenstein gar nicht.(Unruhe rechts.) Herr Hollmann, mein Vorredner, hat wie ein �Schulmeister auf Kollegen Brückner von oben herabgesehen, weil er die Drelst.akeit gehabt habe, in dieser Frage, in der er nicht Fach- mann sei, zu sprechen. Er«hat allerdings nichts über die Herren gcsagt die vor ihm gesprochen haben. Jedenfalls sind ihm die E-.stlichen in erster Linie Autorität auf dem Gebiet der Pädago- gik. Wir können ja die Seelenverwanoschaft dieser Herrschaften, die jeden anderen, der nicht gerade geborener Schulmeister ist, am liebsten schulmeistern möchten. Wir werden uns nicht abhal- ten lasten, ihnen das zu sagen, was wir für notwendig halten, auch wenn wir gerade nicht Schulmeister sind. Ich will nicht auf die Ausfuhrungen des Herrn Pfarrer Ritter eingehen. Wir haben allerdings eine andere Auffassung, und diese trennt sich sehr weit von der die er vorgebracht bat.(Sehr richtig! rechis.) Ich bin davon uberzeugt, daß unsere Weltanschauung von der Ihrigen so- weit verjchieden ist, daß wir nach keiner Richtung zusammenkam- men werden.(Ruf rechts: Eottfeidank!) Von der Sittlichlcit, wie pe heute in �Ssr bürgerlichen Gesellschaft vorhanden ist. ist die Siltlichkcit, die wir anstreben, allerdings weit entfernt.(Sehr n«chr! bei den U.-Soz. Sehr richtig! rechts.). Es ijt hier davon gesprochen worden, daß der Wille der Lehrers ch a f t durch die W-Hl Löwenstcins nicht die genügende Beachtung fände. Sie scheinen ganz vergessen zu haben, daß auger den Lehrern auch noch andere Leute da sind, die ein Jnter- esie an der Erziehung der Kinder haben. Das sind die Eltern. (Große Unruhe und Zurufe rechts.) Die große Masie der Berliner Bevölkerung hat bei den Wahlen klar zum Ausdruck gebracht, wie sie politisch steht, und diesen Willcnsausdruck der Bevölkerung können Sie durch noch soviel hämische Angrisse auf Löwenstein nicht hinwegwischen.(Lebhafte Zustimmung bei den ll.-Coz. Zurufe rechts.) Sie haben nun Löwenstein auf allen Gebieten zu Leibe zu gehen versucht, und Herr Abgeordneter Heß hat sich oesonders ge- gen den Juden Löwenstein gewandt. Er ist gar kein Jude. (Lachen rechts und im Zentrum.) Aber darum ist es Ihnen ja auch gar nicht zu tun. wenn Sie sich gegen den Juden Löwenstein oder gegen den Dissidenten Löwenstein wenden, in Wirklichleit wollen Sie sich gegen den Sozialiften Löwenstein wenden. Ich weiß nicht, wie Sie sich die weitere Entwicklung, der Dinge vor- stellen. Glauben Sie denn, wenn Ihnen heute die Siaatsreaie- rung Ihren Willen tut und in das Selbstverwalmngsrecht der Gemeinden eingreift, uns zu zwingen, morgen oder übermorgen etwa einen Schulrat zu wählen, der den beiden Geistlichen, die setzt die Interpellation eingebracht, oder der den Herren Heitmann oder Heß genehm ist. Sie müsse» sich a.so darauf gesaßt machen, daß dieser Kampf um den Berliner Siadtscholrat nicht nur ein Kamps um Löwcnstein bleibt, sondern ein Kamps um eine freie Weltanschavnng. Und darum möchte ich jetzt auch der Staatsregierung ganz ernstlich zu bedenken geben, zu überlegen, was sie tut, wenn sie jetzt der Wahl des Herrn Dr. Löwenstein ihre Bestätigung versagt. Uns werden Sie keinen Posten damit spielen. Wir werden immer wei- teren Kreisen zeigen, wcs Geistes Kind diese Landesoersammlung ist. Die Berliner Bevöllerung wird immer mehr erkennen, daß wir heute noch in einem Klastenstaate leben und daß dieser Klastenstaat mit allen Mitteln jeden freiheitlichen Geist ersticken will. Fahren Sie auf diesem Wege fort, Sie werden durch diese Art der Propaganda nur'Waster auf unsere Mühlen liefern. Abg. Koch-Oeynhausen(D.-Nat.): Wir beantragen Ueberwei- sung der großen Anfrage an den Eemeindcausschuß. Wir«war- ten. daß wir dann wenigstens im Ausschuß einen Kommistar sehen werden. Wir bedauern, daß hier weder der Minister des Innern noch der Kultusminister erschienen ist.(Zustimmung.) Damit schließt die Besprechung, die große Anfrage geht an den Eemeindeausschuß. Dagegen stimmten die drei soztaldgmokratiscken Gruppen. Das Forstdlelstahlgcsetz wird an den Ausschuh zurückverwiesen. Nach der Erledigung kleinerer Vorlagen ohne Aussprache tritt das Haus in die zweite Beratung des Staatshaushaltsplanes beim Titel Allgemeine Finanzverwaltung ein. Abg. Cunow(Soz): Durch das Versagen der Steuereinziehung im Reich sind auch die Finanzen der Gliedstaaten zerrüttet. Ohne neue Ktuern ist die Neuordnung der Beamtenbesoldung unmög- lich. Der Großgrundbesitz konnte noch am ehesten eine Mehrbe- lostung vertragen. Die gegenwärtige Ausgabenwirtschaft kann nicht fortgesetzt werden, sonst wird der Staat dem Bankrott ent» gegengetrieben. Dr.-Frentzel(Dem.): Dem Herren Abgeordneten Cunow kann ich in vielen Punkten zustimmen: aber wenn er gegen Erzber- ge r polemisiert, dann ist doch nicht zu vergessen, daß gerade sein« Freunde Erzberger» Stützen waren. Der Steuerabzug kann auf die Dauer nicht durchgeführt werden, weil er nur einen TeU der Bevölkerung trifft. Vor das Wiederhineingeraten in den Defizit- galopp bewahrt uns nur die Einschränkung aller Ausgaben. Danach vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donners- tag 1 Uhr. Der Schuß von der MiMonenbrücke Die Beweisaufnahme gegen die des Mordes an dem Lolonrotiv- führer R e i ch in ü h l s Angeklagten Kornatz, Rohloff und S ch i l s k i wurde am Mittwoch zu Ende geführt. Mehrere Zeugen werden über die Behauptung des Angeklagteir Kornatz vernommoen, daß an dem Tage der T'* auf der Straße von der Sicherheitspolizei geschosten worden sei und er sich darüber sehr erregt habe. Eine Zeugin he- kündet, daß am 23. März die Sicherheitspolizei in die Menge hineingeschossen und ihre kleine Tochter durch einen Bauchschuß schwer verletzt habe.— Der Vater des Angeklagten Rohloff bekundet, daß fein Sohn von Jugend auf nicht normal gewesen sei er sei stets vergeßlich ge- wejen und habe alle möglichen Torheiten begangen. Ueber den Geisteszustand der Angeklagten Kor» natzund Rohloff wurde hierauf der Eerichtsarzt Sanitätsrat Dr. L e h n I e n vernommen. Wie der Sachverständige erklärte, sei Korn atz ein erblich belasteter Mensch mit Degenerationszeichen und stark neurasthenifchen Erscheinungen. Die Voraussetzungen des 8 51 feien aber bei ihm nicht gegeben. Was feine Ueber- lsgungssällinkeit anbetrifft, so könnte man eventuell annehmen, daß eine gewiste Affekthandlung vorliegen könnte, da er unmittelbar vor der Tat durch den Anblick des angeschossenen Kindes in eine besonders starke Erregung versetzt worden sein will.— Was Rohloff anoetrifft, so ist auch er ein minderwrrbger Mensch, der aber stark üvertreibe, was vielleicht auch als Zeichen seiner 1 Minderwertig.eit anzusehen ist. weil er glaubt, auf diese Weise hier bester fortzukommen. Der 8 51 sei bei ihm ebenfalls nicht anwendbar. ! Auch Sanitätsrat Dr. Friedrich Seppmann kam in seinem Gutachten über Rohloff zu dem Schluß, daß dieser stark übertreibe. Nach der Mittagspause ergriff' Staatsanwaltschaftsrat Get» l a ch das Wort zur Begründung der Aullage und führt dabei u. a. aus: In dem bekannten Zolafchen Roman: „Die Bestie im Menschen" werde ein« Szene geschildert, wie auf einem fahrenden Eiscnbahnzug Lokomotivführer und Heizer in Streit gerieten, dabei von der Lokomotive herabfielen der führer- lose Zug weiterraste, aus einen änderen Zug auffuhr und viele Menschen durch dieses Unglück vernichtet wurden. Wenn wir in Berlin am 23. März Aehnliches erlebt hätten, so würden die drei Angeklagten die Verantwortung dafür zu tragen gehabt haben. Für die unter Anklage stehende Tat sind alle drei Angeklagten verantwortlich. Kornatz gibt zu. auf der Brücke gewesen zu sein und geschosten zu haben, ebenso hat Rohloff in der Vorunter- suchung zugegeben, bei der Tat beteiligt gewesen zu fein. S ch i l s k i hat feine Beteiligung bestritten, sein Alibibeweis ist aber nicht schlüssig. K o r n a tz ist gew Permaßen der geistige Führer der ganzen Altion gewesen. Er woiDe vielleicht in erster Linie schrecken, aber seine große Wut aus die Gegenpartei und die Leute, die den Streik abgebrochen hatten, bat ihn über die ursprüngliche Absicht hinausgetrieben. Die Anklage wegen Mordes soll nicht aufrechterballen werden, weil Kornatz und Rohloff geistlg etwa, minderwertige Menschen sind, denen die volle Ueberlegungsfäbig- ! keit nicht zuzusprechen ist, und weil damals eine kolostale Gereizt- hcit und Erregtheit sich weiter Kreise bemächtigt hatte. Die An- geklagten sind wegen Totschlages zu verurteilen und mildernde Umstände können ihnen nicht zugebilligt werden. Würden die Angeklagten mit einer kleinen Gefängnis- strafe davonkommen, so würde man damit einen Freibrief für alle die Leute schaffen, die zu solchen Gewalttaten neigen, dann würde es allmählich ein Sport werden, wirtschaftliche Gegner nieder- zuknallen. Reckisanw. Liebknecht destritt entschieden, daß K o r n a tz und Rohloff eine Tötungsabsicht gehabt haben: man wollte die Ruhelegung des Eisenbahnbetriebes«reichen, da» Schießen "I Hunger Roman von Knut Hamsun. Irgendwo am Haessdehangen blieb ich vor einem Eßwaren- magazin stehen, wo einige Speisen im Fenster standen. Neben einem runden Franzbrot lag eine Katze und schlief: dicht hinter ihr standen eine Krule mit Schmalz und mehrere Eläser mit Grütze. Ich stand einen Augenblick und sah mir diese Eßwaren an: da ich aber nicht» zum Kaufen hatte, wandte ich mich rasch wieder ab und setzte meinen Marsch fort. Ich ging langsam, immer weiter und weiter, Stunde auf Stunde, bis ich endlick, in den Stadtbuchenwold gelangte. Hier verließ ich den Weg und setzte mich hin. um au?- zuruhen. Dann fing ich an, mir einen paffenden Platz zu suchen, trug ein wenig Heidekraut und Wachholder zusammen und bereitete mir auf einer kleinen Halde, wo es einiger- maßen trocken war. ein Lager, öffnete dann mein Paket und Kahm meilze Decke heraus. Ich war ganz müde und zer- schlagen von dem weiten Weg und legte mich sofort schlafen. Lange warf und wandte ich mich hin und her, bevor ich die richtige Lage gefunden hatte, mein Ähr schmerzte ein wenig. es war angeschwollen durch den Hieb, und ich konnte nicht darauf liegen. Meine Schuhe zog ich aus und legte sie mir unter den Kopf und oben darauf das Papier von Semb. Die erhabene Stimmung der Dunkelheit ruhte rund um- her: alles war still, alles. Aber oben auf der Höhe rauschte ver ewige Sang, das Windeswehen, das ferne, tonlose Summen, dag niemals schweigt. Ich lauschte so lange auf mes endlose, kranke Sausen, daß es anfing, mich zu verwirren. Das waren gewiß t>ie Symphonien der rollenden Welten über mir, die Sterne, die einen Gesang intonierten.... „Zum Teufel auch!" sagte ich und lachte laut, um mir Mut zu machen,„die Nachteulen sind'» drüben in Kanaan!" Und ich stand auf und legte mich wieder, zog die Stiefel in und ging im Dunkeln umher und legte mich auf's neue, kämpfte und litt unter Angst und Zorn bis zum Morgen- grauen, und fiel dann endlich in Schlaf. » Es war heller Tag. als ich die Augen aufschlug, und ich hatte das Gefühl, als muffe es bald Mittag sein. Ich zog die Stiesel an, packte meine Decke wieder ein und ging� nach der Stadt zurück. Auch'heute war keine Sonne zu sehen, und mich fror wie einen Hund: meine Beine waren wie ab- gestorben, und meine Augen begannen zu tränen, als ob sie da» Tageslicht nicht vertrügen. I Es war 3 Uhr. Der Hunger begann sich schlimm bemerkbar zu machen, ich wurde matt, und dann und wann wurde mir übel. Ich schwenkte ab nach der Dampfküche, las die aus- gehängte Tafel und zuckte auffallend mit den Schultern, als ob Pökelfleisch kein Effen für mich sei; von dort ging ich hinunter nach dem Eisenbahnplatz. Plötzlich fuhr mir ein eigentümlicher Schwindel durch den. Kopf: ich ging weiter und wollte es nicht beachten, aber es wurde immer schlimmer, und zuletzt mußte ich mich auf eine Treppe setzen. Mein ganzer Sinn erlitt eine Veränderung, wie wenn in meinem Innern etwas zur Seite glitte oder ein Vorhang, ein Gewebe in meinem Gehirn zerrisse. Ich schnappte ein paarmal nach Luft und blieb verwundert sitzen. Ich war nicht bewußtlos, denn ich fühlte deutlich den Schmerz am Ohr, und als ein Bekannter vorüber kam, erkannt« ich ihn sofort und grüßte ihn. Was war das für ein qualvolles Gefühl, das jetzt zu dem übrigen kam? War es die Folge davon, daß ich auf dem kahlen Erdboden geschlafen hatte? Oder lag es daran, daß ich noch kein Frühstück gegessen hatte? Im ganzen genommen war es einfach sinnlos, so zu leben: bei Christi heiligen Wunden! Ich begriff nicht, durch was ich diese Verfolgung vom Schi-sal verdient hatte! Und plötzlich fiel es mir ein, daß ich lieber gleich zum Gauner werden und mit der Bett- decke nach„Onkels" Keller gehen könne. Ich konnte sie für eine Krone versetzen, drei reichliche Mahlzeiten dafür be- kommen und mich über Waffer halten, bis sich etwas fand. Hans Pauli mußte ich dann etwas vorschwindeln. Ich war schon auf dem Wege nach dem Keller, blieb aber vor dem Eingang stehen, schüttelte unentschlossen den Kopf und kehrte wieder um. Je weiter ich mich entfernte, desto frober wurde ich darüber, daß ich in dieser schweren Versuchung Sieger geblieben war. Das Bewußlsein. daß ich noch rein und ehrlich sei. stieg mir zu Kopfe, erfüllte mich mit dem herrlichen Gefühl, ein Charakter zu sein, ein weißer Leuchtturm inmitten eines trüben Menschenmeeres, auf dem nichts als Wracks umher- trieben. Das Eigentum eines anderen für eine Mahlzeit versetzen, sich selbst das Urteil essen und trinken, seine Seele durch den ersten,.kleinen Strich brandmarken, den ersten >chwarzen ,!>'le c aus seine Ehrenhaftiokeit setzen, sich Gauner nennen und den Blick vor sich selbst zu Boden senken müssen — nimmermehr! Nimmermehr! Es war nicht im Ernst meine Absicht gewesen ,es war mir eigentlich nicht einmal eingesaUen: für lose, jagende Gedanken war man nicht ver- antwortlich, besonders wenn man fürchterliche Kopfschmerzen hatte und sich beinahe tot trug an einer Bettdecke, die einem anderen geborte. Mit der Zeit würde sich ganz gewiß ein Ausweg finden? Da war ja noch der Kaufmann auf Erönlandsleret. Hatte ich ihn etwa jede Stunde des Tages überlaufen, seitdem ich ihm mein Gesuch geschickt hatte? Etwa früh und spc.t an seiner Türglocke gerissen, um endlich abgewiesen zu werdeust Ich hatte mich nicht einmal persönlich bei ihm gemeldet. Es brauchte ja kein ganz vergeblicher Versuch gewesen zu sein, das Glück war mir diesmal vielleicht günstig: es harte oft so seltsam verschlungene Wege. Ich machte mich also aus den Weg nach Erönlandsleret. Der letzte Ruck, der mir durch den Kopf ging, hatte mich ein ivurig matt gemacht; ich ging äußerst langsam und über- legte, was ich dem Kaufmann sagen wolle. Vielletcht war er eine gute Seele: kam die Laune über ihn, so et wohl eine Krone Borschuß auf meine Arbeit, ahn« dag«y ihn darum bat; solche Leute hatten oft ganz vnrtrcffrcho � Jch�schlich mich in einen Torweg und schwärzt« m-ine Hoscnknie mit Speichel, um ein bißchen o�entlich auszusehen, legte meine Decke in einem dunklen Winkel hinter eine 5Uste. ging schräg üöer die Sirahe und trat in den uelnen üaden " Ein Mann ist drinnen und kleistert Düte» au» alten Zeitungen.. „Ich möchte mit Herrn Christie sprechen", sagte ich. „Der bin ich selbst", entgegnete der Mann. Nun, mein Name sei der und der* ich Hütte mir erlaubt, ihm mein Gesuch zuzuschicken; ich wisse nun nicht, ob es von Erfolg gewesen.. � � Er wiederholte meinen Namen ein paarmal und sing zu lachen...Jetzt sollen Sie mal was sehen! sagte er uno zog meinen Brief aus der Brusttasche.„Wollen Sie gefWigir sehen, wie Sie mit Zahlen umgehen, mein Herr. Sie yaven Ihren Brief mit der Jahreszahl 1848 datiert. Mann lachte qus vollem Halse.,. Das sei allerdings nicht ganz richtig, sagte ich verzagt, eme Gedankenlosigkeit, eine Zerstreuung,— das muff«>ch iu �.Sehen Sie. ich muh einen Menschen haben, der sich bet Zahlen nicht irlt", sagte er.„Es tut wir leid. Ihre Sand- schritt ist so deutlich. Ihr Brief gefällt mir auch sonst-.. Ich wartete einen Augenblick. Das konnte unmöglich feilt letztes Wort fein. Dann fing er wieder niit seinen Dulen an, (Fortjegung folgt.), Tonte ein Mittel der Äbfchreckung fein, den SokomotivfiZHrern sollte warnend gezeigt werden, welchen Gefahren sie sich aussetzten, wenn sie nicht beim Streik verblieben. Weder Mord noch Tötungg- abstcht fei bei einem der Angeklagten festg stellt, fondern es könne nur der Z 227 des St.-E.-B. in Anwendung kommen, der vom Raufhandel handelt, ebenfo die Gefährdung eines Eisenbahntransports. Der Verteidiger empfahl drin- gend die Zubilligung mildernder Umstände unter Hinweis aus die kolossale Erregung, die sich infolge des Kapp- Putsche? weiter Vollskreise bemächtigt hatte. R.-A. B ö n h e i m verlangte die volle ffsreifprechung des Angekl. S ch i l s ki. dessen Alibi erwiesen fei. Schilski fei in keiner Weife an den Vorgängen beteiligt. Das Urteil. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten Kornatz im Widerspruch mit dem nur aus Totschlag hinzielenden Antrag des Staatsanwalts des Mordes schuldig, den Angeklagten Nohlasj dez Raufhanoeks und der Transportgefährdung mit Todeserfolg schuldig, den Angeklagten Schilski für nicht- schuldig.— Bezüglich des Kornatz waren die Geschworenen nach kurzer Beratung einstimmig der Meinung, dahfichdieEefchwore- nsn ju d es s e n Nachteil geirrt haben, und verweisen deshalb bezüglich dieses Angeklagten die Sache zur Verhandlung an die nächste Schwu'gerichtsbehörde. Schilski wurde frei- gesprochen. Rohloff zu 10 Iahren Zuchthaus, unter Anrechnung von ä Monaten Untersuchung s- Haft verurteilt. SchUchtAugsausschußdeisitzer Am Donnerstag, den 26. Oktober 1920. nachmittags 6 U h r. findet im Sitzungssaal des Metallarbeiter- Verbandes, Linien st ratze 83-8Z. eine Sitzung samt- licher freigewerkschaftlicher Schlichtungsaus- fchutzbeifitzer Erotz-Berlin statt. Der Wichtigkeit der Angelegenheit wegen ersuchen wir um rege Beteiligung. Der Ausschutz der Eewerkschaftskommission Berlins u. Umgegend. Arbeiter, Parteigenosse«! Die Arbeiterbildungsschule der U.S.P. Grotz-Berlin Hai durch die Gründung des Sprechchors für die proletarischen Feierstunden ein Werk in Angriff genommen, das dem Proleiariat neue Wege in der Kulturbewegung, sowie im proletarischen Kunstschaffen bietet. Unsere Teilnahme an den Werken zeitgenössischen Kunst- sch-rnens hat-um Ziele, d�e Proletariern«! ssen rar tnnaen Anteil- nähme anzuregen. Die Gründung des Svrechchors ist ein wich- tiger Schritt auf diesem Wege. Blänner. Frauen und Zugendliche kommt und helft mit beim Aufbau dieses Wertes, zu dem die Arbei- terbildunasschule das Fundament gelcat hat. Die Teilnehmer an diesem Chor brauchen nicht Sänger zu sein, w'e vielfach angenam- men wird, nur muh die Tcil.tchmerzahl noch erheblich grötzer werden, um der' neuen Schöpfung Leben einzuhauchen. Zm No- vember findet bereits die Erstaufführung eines Werkes von Ernst Toller statt und ersuchen wir alle Chor-, sowie neue Teilnehmer am Donnerstag, den 21. Oktober, aberdz 7 Uhr. in der Aula des Sophiengymnasiums. Steinstratze. pünktlich zu erscheinen. Samt- lichen Chorteilnehmern nta-dcn wir besonders zur P'lickt.-u der Probe am Sonntag, den 24. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Eingang Schiffbauerdamm, bestimmt zu erscheinen. Der Ausschuh des Sprechchors: Gillert. Anklam, Beck, Neumann, Müller, Büngel. Nur 2(to Wohnhäuser Die Pressemeldung über einen Bcschluh des Stadtverordneten- Ausschusses zur Vorbereitung der Magishalsvoilagen, nach der es den Anschein hat, als ob seitens der Stadtgcmeinde sechs- hundert Wohnhäuser erbaut werden sollen, beruht aus einem Mitzverständnis. Der Ausschutz der Stadtverordneten Versamm- lung bat vielmehr in seiner Sitzug am 13. d. Ai. beschlossen, zweihundert Wohnhäuschen auf dem Gelände der Jungfern- Heide an der Afrikanischen- und Transvaalstratze nach zwei Typen mit einer Bausläche von 50 und 53 Quadratmeter zu erbauen und sie als Doppelhäuschcn aufzuführen. Die Häuschen werden Stube, Kammer und Wohnküche und in einem Anbau eine Waschküche sowie einen Stall mit Klosett enthalten. Sie werden massiv in Betonschlacke innen ausgeführt werden. Zu jedem Häuschen ge- bort ein Garten von /00— 450 Quadratmeter Grütze. Mit der Aufschlictzung des Geländes ist bereits begonnen worden. Die Verpachtung der Wohnhäuser erfolgt bis zur Dauer von sechs Jahren für einen Pachtpreis von 720 bzw. 730 Mk. durch das Kleingarten- und Siedlungsamt der Stadt Berlin, im Rathaus. Zimmer 117. Die gutzer dcn Kostoen für die Errichtung dieser Häuschen und die Auf chlichung des Geländes seitens des Aus- schusses der Stadtverordneten-Vers�mmlung bewilligten 3 900 000 Mark dienen dazu, einen Zuschuß bis zur Höhe von 5000 Mk. im Ein-elfalle an solche Besitzer von Sommerlauben zu gewähren, welche beabsichtigen, diese zu Dauerlauben auszubauen und ibre Stadtwohnung aufzugeben. Die Gewährung der Zuschüsse erfolgt durch das Wohnungsamt, Oranienburger Str. 16. Bildungslursus für Frauen. Wegen der heutigen Funktionärin- nen-Versammlung im Reichstage mutz unser Vortrag heute abend im Abgeordnetenhaus ausfallen. Da wir Gelegenheit nehmen werden, unseren Antrag vom vorigen Donnerstag zur Diskussion zu stellen, werden die Genossinnen gebeten, recht zahlreich im Reichstag, Zimmer 23, um 7 Uhr abends, zu erscheinen. Unser Kursus wird am nächsten Donnerstag, pünktlich um Uhr. im Abgeordnetenhaus weitergeführt. Die laufenden Lorträge werden am Sonntag in der„Freiheit" noch einmal bekanntgegeben. Volkshochschule Grotz-Berlin. Am Donnerstag, dcn 21. d. Mts., beginnen folgende Vortragsreihen: Prof. Maischie: Bau und Leben der«äugetiere. Zoologisches Institut, Znvalidenstr. 43, abends 7 Uhr.— Dr. L a m l a: Pom Bau der Stcrnenwelten. Gymnasium Eleimstr. 40,� abends 7 Uhr.— Studicnrat Schacht: Mathematik I, Weitzensee, Realgymnasium, Wölckpromenade, abends 7 Uhr.— Prof. Thiel: Harmonie- und Formenlehre. Ebenda, abends 7 Uhr.— Dr. Sternberg: Die philosophischen Staatstheorien. Pasteurstr. 44/46, abends 8� Uhr.— N. Seidel: Die Betriebsräte. Treptow, Neue Krugallee 6, abends 7 Uhr.— Dr. Eisfeld: Die moderne dell:sche Unternehmung. Mittenwalder Str. 34/37, abends 7'� Uhr.— Dr. Bloch: Elel- tromagnetismus l. Neukölln. Boddinstr. 34/38, abends 7 Uhr.— Dr. Grau: Probleme des Denkens. Neukölln, Berliner Str. 10. abends 8 Uhr.— Dr. H e i n i tz: Mathematik IV. Wilmersdorf. Uhlandstr. 91/92, abends 7U Uhr.— Dr. Oppermann: Die Kleinlebewelt unserer Gewässer. Wilmersdorf. Oberrealschuls am Seepark, abends 8 Uhr.— Dr. M i e t h e: Werkzeuge der timmelsforschung. Technische Hochschule Charlottenburg, Berliner trotze 172, abends 6� Uhr.— Karten in den bekannten Ber- kaufsstellen und an den Abendkassen. Wieder ein Attentat aus einen Lokomotivführer. Am Dienstag nachmittag wurden in der Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen auz eine vom Stettiner Bahnhof nach Buch fahrende Borortlokomo- tive, von der Humboldtbrücke herab, einige Schüsse abgegeben. Eine Kugel traf den Lokomotivführer Busse aus der Beller- mannstr. 93 und verletzte ihn am Auge. Die sofort angestellten Ermittlungen nach dem Urheber dieses Attentates sind.bisher ohne Erfolg geblieben. Äus den Organisationen 14..».»ftrl« mk«aft.Hertwg. Somwfrf«#. W Zt. Cfto&et, beginnt der a«mein|ame Kursus Über„Satisnotolnmaoi« r» btt »Uta. Medeltr., Et>»is?>»». Die Kinder zur Merchenudung melde» sich am Denncr-taa. den 31. Lki-ber, um 5 Ilhr bei Schulz.«wmmnjenBi. 47. Elle Scharnweberstrast«. � v■ Seltien Pest und Telegrephi«. SSmtlich« Mitglieder, die aus de,» Beda» btt U. S. V. T. stehen, also G-an-i der Bedingungen stnd. werden-rluchi, a» alle» Beranstaliungen in ihrem BZednhilirlkt ieilzunehmen. Di« Mitgliedernersamm» lung der Sektion findet in der Nächsten Woche statt. Vereinskalender rransueetaebeiter-Beehand fleztilbranche!. Zlm Donnerstag nach«, Zllhr bei Witte, Poltstr, 3v, Grupiienuerlemmluna wrupp» l iTuche, Filze, Kleiderstoffez. -«m Freiiga nalim. 5 Uhr bei Wiii-, Peststr.». Sru�enoersammlun, Gruppe S fDamenwäsch«, Schürten, lapisterien, Kanfeliian, Weißwaren). ?entealo«rdaud der Nnaeitellien. Zchtungs Arbeitslel«! Wahl der kaudt» Aleianderstr, 17 c. sfachgruppe 12 a fHochbananaeftelliej: LefTtnuich««trfatnm» lung cm 21. Olteber, 7% Uhr, fianetlonds FeftsSl«. Reue Zriedrichstr, Fach- gruppe lad fUnlergruppe fttofteijtndiinal: Miialiederpersammlung am 21. Dl- reber, abend 7 Uhr. Berbcadnielal. Belle Allianee-Str, 7-w. Zugendarnppe sZugendliche Berirauenslrute): Bellsersammlung um!l. tliaber. abends 7 Uhr, Bi-ral-cke. Belle-Alliance-Str, 10«. Fachgruppe 11 b(Rnorfindagric): Mitglied er» oersämmlung am 33. Oltebar, 7% Ilhr, Verband- lala!, Belle-Alliance-str. 7-10. .lacharupp« ll c, 2 fPianpierte und Pianomechaillk!: Miigliedersammlung a»! 33. Lkiaber, 7sch Uhr Verbandslekal. Belle-illliance-Str. 7-10. Fachgruppe ll c, 3 lR-nchartikel)' Milaliedernerfammlung am 33. Oktober. 7>F Ilhr, Berband-lolal. D-ire-Allianee-Str. 7.li>, Fachgruppe ll h lhal,�>!,nd-!1� Mitgli-b-roerfammluRz am 33. Oktober, 7-� Ilbr, Be.ibandsloral. Belle-Alliance-Sir. 7-10. B-roand Brllsxesundheit. Heu!-«8 Uhr. ZÜcderwallstr. 12, Vortrag des Gen. Zhl: Das Waid, eine Menschheitswerdune.___ illhtung! Buihbindeeoerband! vchtuna. Am Freitag, den 22. Oktober, nachm. Ilhr, findet im Saal l des Gewerkschafishauses Enaelufer Ist,«ine Siiiung der in Buchbindereien. Buchdruckereien und Geichästsbücheifabiireii� belchäfilaten Betriebsräte und Bertrauenspersonen statt. Daga.ordnuna: l, Stellungnahme zu vem neu abzu>chllcs,«nhen Lohnablammen'. 2. die durch die oorleut» General» Versammlung beschlosten» Ertrast-u-r- 8. die Durchsührung de, Beschlufles der lehieu Branchenoersammlung über das Zlusjepcn der Frauen: 4. Branchen- anccleaenbciitn. Um beiiimmlas und pünktliches Erscheinen aller Biteillgle» wirb in Anbetracht»er wichtigen lagsserdnnm dringend gebeten. Di« Branchenleitung der Buchbinder. Feeireliglls« Gemeinde, O-isge-pp« Buch. Donnerstag, dcn 2l. Oktaler, i« Lokal non Schulprich Mitgliederoersammlung. Gesaan-eeein Feauencher Norden. Mitgl. d. D. A. S. B.. Gau Berlin, hält va» s-ut ab ieden Freitag, abends 8—10 Uhr, fein« Uebungesrunden im Nestauraur Ptachtsäle des Nordens, Gerichtstr. Zl, pei 1, mittlerer«aal. ab.—.Zur weiteren Ausgestaltung eines gemischten Ghore« sind Damen»nd Herren herzlich willkommen. Lebensmittelkalender Zehlendars. Für die Berieilungsperiode oom 18. bis Zl. Oktober 1020 ge» langen vom 21. bis 32. Oltober 103» in Zehlendorf zur Ausgab« i auf die blau- grüue Lebensmitlclkari«: Abschnitt Z4 125 Gramm«ago zu 40 Pf., 250 Gramm Zcrealmehl zu 70 Pf.: auf hie blau« Zehlenbors� L-bensmiitelkarter Abschnitt>» 1 Pfund Frnchtmarmelade zu 8.Z0 Mk., 1 Buchse Bohnen in Schwei«?!!: mr« 4410 Mk.: auf dl- Zuckerkart«: Abschnitt 97 028 Gramm Auslandszvcker ja 1»� Ziachanmeldung-n nehmen folgende Händler entgegen: für Zucker:»9«.- Bahnhof Mitte. Paersch, Birtoriastr.: für Gemeiud ewareu: Schulze. ynup>- m, «»miedcck« Machnower Ztr., K-ricgarn..«ieideftr. 17, Sämann. Bett„st' Nduickenda-s. Auf Abschnitt 253 der grünen Lebensmittelkarte der wem., ad« tag. den S. d ZK, bis w oormi.Ä/ im Wi�s�ftsamt FloiKnsti 48, Zimmer 85. abzuliefern haben. Di- Ausgab« kür die Handltt ch» westlichen v�> teils erfolg! am Dienstag, de» 2«. d. M.,>ur den ostlichen Ortsteil am Mittwoch, den 27. d. M., Im Wirtschailsamt. Fl-ttenftr. 4S. Geschäftliches »k«»«Misch« Isilette-Seife hat ihren früheren Rang zu aller Freude»an neuem «ingenemmen. Eine grage Auswahl steht zur Berfstgung. Für welche Marke man sich«ntschliestt, ist ahne weiteres klar, wenn man bedenkt, dah die Dragel- E a>> de Gel ogne-Eeif« neben oarzüzlicher Neinigungskrast auf Gruab ihres starken Gehalts an erstklassiger Eau de Gelegne auch«ine erfil'chende, versüngende Wirkung anf die Haut ausübt, sowie belebet uiid£ (Sefääften zum Kauf nur bestens empfohlen werden. Verantwortlich für die Redaktion: Emil Na b»ld, antworilich für dcn Znleralenteil: Ludwig K-meriner. Karlsboi Berlagsgencstenschoil.Freiheit" ,. G m b. H.. Berlin.— Druck der.F» Drucker-i 9. m. i. G.. Berlin T f, Br-ii» Stehst» Berlin, vew Karlshorst.-- .Frriheif über die Preis« -eiche die Merall-Ankaufsftell, eharlott-ribur-a, Wallstr. zz, Verlt», Slubbrnstammer Sir. 8 für AeWes. 3liiii, AM. WM. Mm, Alml- ÄW.W.ZI»k...° Ich«hl.' kür Vvmisgoi' Zttnn Nupfsr t?sr»Ing Biel die höchsten Tagespreise Sllllttl. mS.. Kupfer MWg. 3inn m. LveWer. Z-Mebisse Plll'ill-.Hold-, Silbers >Vi.It tidsr Isgesppois Brunnenstr. 11 Beusselstr. 29 Fennstr. 48 -Weidenweg 72 Kupfer Wetting Blei, Zinn, Zink alle«ltmeraUe baus«»» Veenzlaneu St»«»« S« .vaUistuaste 3 (finbencr Strafe« 59 Bahnstrafee 46, SehSnabe», Sbali ster Str.«Sa.««che a ßauflferr Plafe st Ranrlersteafee 10 Sömll. Altmetalle kaust stet»«! Tagespreisen Bremer 91 e. 65 nah» Turmstr. Pistolen und Aagdwaffen kaufen A. V. VanOrmz, ch Co. (Seioehrfabrik g«»n«, Llndenstrafee»0. Kupfer Messing, Blei, Zink Zahle die HSchsten Dagespreife l ljslerdei'gki' 8tr.! Ecke Schönboufer Allee. llb. tOO SN. 3 SN. 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