Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Sonnabend, 23. Sktober 1920 Nummer 4SI. Abendausgabe MHM Mt MtbaHMa». Borndta*«» Olmtfac» ms W»••Idifbrtmi MsnpxeNlqiU»»SM tmm fttam b»b»t 8.— UU.«mschUebNM .&Ä OTr-Ä � ÄTÄ ----- m«Mfb 7� Sa-Wcha- Sattn ssia, Mit.«tu«ut,«««,«Ii*«ttl» U M. Brflif 2ttfts<>BM» mSmm � verßner-Orgon bpr VnaWättcfffen SopnlömioFmtte Sxnttßdfanöa Eine Ehrenerklärung Das Reichskabinett hat sich mtt außergewöhnlicher Schnel« ligkeit veranlaßt gesehen, in einer Erklärung zum Fall Hermes zu versichern, daß„die persönliche Ehrenhaftigkeit des Ministers außer allem Zweifel steht". Wenn die Erklärung sagen soll daß das Kabinett den Reichsernährungsminister Hermes nicht für bestechlich hält und keine Beweise dafür vorliegen, daß seine Handlungen von materiellen Motiven geleitet waren, so haben wir gegen diese Erklärung nichts einzuwenden.> Aber das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die bis- her von niemanden in Zweifel gezogen worden ist. Nicht um die persönliche Bestechlichkeit des Ministers handelte es sich bei den Vorwürfen, von denen wir die meisten unseren Lesern mitgeteilt haben, sondern um seine außergewöhnliche Weit- Herzigkeit gegenüber bestechlichen Beamten, um seme eigen- artige Geschäftsführung im Amte und die dadurch im Er- nährungsminifterium geschaffenen�ustände. um die Art seiner Ernennung zum Minister und nicht zuletzt um die von ihm bettiebene Ernährungspolitik. An all diesen Vorwürfen geht die Erklärung des Reichs- kablnetts vorbei. Sie bleiben deshalb als sachlich erhobene vorwürfe bestehen und das> Reichskabinett würde sich einer Tauschung hingeben, wenn es annimmt, daß mtt seiner Er- klärung die Angelegenheit für die Oeffentlichkeit und das Parlament aus der Welt geschafft ist. W i,r sind nach wie vor der Meinung, daß die Gesamtheit der Anklagen i m Z u- sammenhange untersucht werden muß. und zwar nicht von einer behördlichen Körperschaft, sondern von einer vom Parlament eingesetzten Untersuchungekommission. Nur sie erfüllt die Voraussetzungen für eilt unparteiisches Unter- suchungsverfahren, sie hat die Unabhängigkeit gegenüber dem Ministerium und muß die Möglichkeit erhalten. Zeugen rechts- verbindlich zu vernehmen. Wie notwendig ein solches Untersuchungsverfahren ist, zeigt die Tatsache, daß nicht ein einziger Tag vergeht, ohne daß neue Anklagen gegen den Minister Hermes erhoben werden. Anklagen, von denen er sich nur außerordentlich schlecht zu rechtfertigen versteht. Die sozialistische Korrespondenz teilt folgenden fast unglaublichen Fall mit. der ein eigentümliches Licht wirft auf den..Eifer", mit dem bürgerliche Minister der Korruption zu Leibe gehen. Der Ernährungsminister Dr. Hermes ist zugleich preußischer Staatskommissar für Volksernährung. Als solcher untersteht ihm das Landespolizeiamt Berlin. Diesen Umstand bc nutzt Herr Hermes, um eine eigene Art von Rechtspflege zu eta- blieren. Da» Landespolizeiamt hatte in Erfahrung gebracht, daß ein Angestellter des Reichsschatzminlsteriums namens Kroll hohle HSnde mache. Der Leiter des Landespolizeiamtes Staatsanwalt Falk veranlaßte infolgedessen eine Haussuchung in der Wohnung und den Amtsräumen des Kroll. Das notwendige lleberführungsmaterial wurde dabei gefunden, aber das Reichs- schatzmiuisteriu»(Raumer-Kautzlj fühlte sich durch das Borgeheu beschwert. Infolgedessen ließ Herr Minister Hermes Herrn Falk kommen und macht« ihm Vorhaltungen nicht etwa über sein Bor- gehen gegen de« bestechlichen Beamten, sondern natürlich nur über den„schlechten To«-, de» Herr Fall dabei angeschlagen hatte. Fall erwiderte, ein bestechlicher Beamter sei in seinen Augen«in Lump, und er werde sich das Recht nicht nehmen lassen, einen solchen Lumpen auch Lumpen zu nennen. Worauf Herr Minister Hermes kurzerhand den Leiter des Landespolizeiamtes aus feine« Ministerzimmer hinauswarf. Wir können die Befürchtung nicht unterdrücken, daß diefer Kampf des Ministers Hermes gegen den groben Ton des Landespolizei- amtes den Kampf diefer Behörde gegen bestechliche Beamte nicht fördern wird. Wir denken dabei besonders an den Fall Augustin und an einen anderen gleichliegenden Fall im Ministenum des Herrn Hermes—„verlasse Dich auf Fürsten nie". In dieser wohlwollenden Behandlung der Korruption und an der sachlichen llebereinstimmuna scheinen die Ursachen für die auffällige Tatsache zu liegen, daß fast alle bürg er- lichen Parteien eine starke Solidarität mit Hermes an den Tag legen. Es ist geradezu erstaunlich, wie sehr die agrarische Presse, die gegen den Zentrums- mann Etzberger monatelang Tag für Tag die stärksten Re- gister gezogen hat. den Zentrumsmann Hermes mit allen Kräften zu stützen sucht. Erzbergers Finanzpolitik er- weckte den Haß und den Zorn aller bürgerlichen Parteien,' Hermes Ernährungspolitik findet ihre ungeteilte Zu- stimmung. Der Kampf um Hermes ist deshalb kein per- f ö n l i ch e r K a m p f. Er ist der Kampf gegen die Korrup- tion und der Kampf gegen eine Ernährungspolitlk. die die Not der Massen ungeheuer vergrößert. Wenn irgend etwas diesen sachlichen Kern des Streites um Hermes zu erhellen imstande ist. dann die Tatsache, daß die bürgerlichen Par- teien die schlimmsten Korruptionserscheinungen willig in den Kauf zu nehmen geneigt find, wenn die materiellen Jnter- essen ihrer Klasse ausreichend gefördert werden. Gerade deshalb aber darf die Arbeiterklasse in dem Kampf gegen Hermes nicht erlahmen. DieferMannmußver- schwinden, nicht wegen seiner persönlichen Verfehlungen. sondern gls der Träger eines Spstems, das den Wie- deraufbau des Kavitalismus auf dem Rücken der Massen zu bewerkstelligen sucht. Der Streik in Bremen Verhandlungen der Bürgerschaft— Glockenlünten Bremen, 23. Oktober. Die bremisch« Bürgerschaft beschäftigte sich gestern nach- mittag mit der Angelegenheit des Staatsarbeitersteeik». Ein Antrag der Kommunisten und Mehrheitssozialisten, die Forde» rungen der Staataarbetter zu bewillige«, wurde a b g e, lehnt, ebenso ein Bermtttelungsanttag der Demokraten, die Sireikfntg« de» Reichsarbeitvministerium zur Eni- scheidung zu überweisen. Um die Angelegenheit zu erledigen, ist für Sonnabend Nachmittag eine besondere Sitzung dei Bürgerschaft einberufen worden. Da» Wasserwerk und da» Wasserkraftwerk werden mit Hisse der Technischen Nothilfe in beschränktem Maße in Betrieb gehallen. Man hofft sogar, daß heute der Etraßenbahubetrieb zeitweise wieder ausgenom- werden kann. Gestern nachmittag, nachdem der Senat beschlösse« hatte, die Technische Nothisse einzusetzen, wurde zum Schutz der» selben die Stadt durch Sirenen und Slockengeläute alar- «irrt. Mit Elockengeläuten zieht die Bourgeoisie in den Krieg gegen die Arbeiterschaft. Die Arbeiterschaft von Bremen, unterstützt von der gesamten deutschen Arbeiterklasse, wird dafür sorgen, daß dies kein Viktorialäuten werde. Schließung der Eisenbahnwerkstätte Schneidemüht Die Eisenbahnhaupiwersstätte Schneidemühl ist gestern von der Eisenbahnverwaltung g e s ch l o s s e n und der gesamten �iZeleg. fchaft fristlos gekündigt worden. Die Ursache zu dieser Maßregel liegt nach einer Meldung der Telegraphen-Unton in Verhandlungen zwischen der Arbeiterschaft und dem Amtsvor- stand über die Durchführung des von diesem angeordneten Rauchverbots, wobei der Amtsvochand tätlich a«g«. griffen und an der Ausübung seiner Dienstgeschäste verhindett worden war. Ts ist geradezu unerhört, daß wegen der Ausschreitung«in- zelner Arbeiter, die noch zu beweisen ist. die ganze Eisenbahn- wersstätte geschlossen und hundert« von Arbeiter einfach heraus- geschmissen werden. Den Leuten, die das angeordnet haben, fehlt jedes Verständnis zur Lösung von Konflikten. Mit militärischer Schneidigkeit ist da nichts zu erreichen. Wir verlangen die fchärsste Nachprüfung dieses Falles durch die vorgesetzten Be- Hörden und Entfernung der Beamten, die so unocrantworllich handeln. Solidaritätserkläruug der franzöfifchen Hafenarbeiter L« Haare, 23. Oktober. Da» Kriegsgericht»erutteilte die Meuterer von de» Dampfer„Mcnes�zu Gefängnisstrafen von drei Tagen bis zu einem Jahr. Al» Protest ordneten die Delegierten der Ge« «rrsschastrn von L« Havre und Marseille einen 24stSn. big«» Streik an. der in allen Häsen Frankreichs durchgefllhtt werden soll und»it dem heutige« Sonnabendnachmtttag beginnt. Abreise der russischen Sowjetvertreter Slnowfew und Losowsky stnd heute vormittag zunächst nach Stettin abgereist. Heut« nachmittag werden die Russe« ««t dem Postdampfer von Stettin nach Reoal Weiterreisen. Di« italienische Regierung hatte die Einreiseerlaubnis für Sinowfew und Losowsky verweigert mit der Begründung, daß sich beide in Deutichland entgegen den Abmachungen politisch betätigt haben. Ebenso hat Schweden die Durchrciseerlaubnis für Smowjew und Losowsky verweigert. Man muß schon ganz vom Bolschewiftenkoller besessen sei«, um lediglich von der Durchreise zweier Sowjetvertreter«ine In- fektio» zu befürchte», Spieß i der Lo! Der große Streik w England Da» Ziel der BewegKng— Eisenbahnerstreik schoq am Montag Hodge hat die Forderungen der streikenden Berge arbeiter von neuem formuliert. Er erklärt, die Regierung müsse die Bedingungen der Bergarbeiter anerkennen. unter denen diese einehöhereProduktionermög- lichen wollen. Ferner müsse die Lohnerhöhung von zwei Schi l'ling sofort und bedingungslos an« erkannt werden. Der Bergarbeiterführer dreht also den um und erklärt: erst Anerkennung und Bewilligung dann das Eintreten der Bergarbeiter für eine höhere Produktion. Die Regierung fordert auch fetzt noch die umgekehrte Reihenfolge. Die Bedingungen, unter denen'die Bergardeiter bereit sind, für eine P rod u k« tionssteigerung zu wirken, laufen einfach hinaus auf eine Produktionsko'n trolle durch die Belegschaften. Hodge erklärte, daß die Bergarbeiter bereit seien, eine Pro- duknonserhöhung möglich zu machen, falls sie zusammen«it den Bergwerksbesitzern eine Kontrolle überdie Ur, fachen ausüben können, die die Kohlener- eugung so niedrig halten. Das ist. mit etwa« 'ärferer Betonung, die gleiche Forderung, die schon S m i l l i e aufgestellt hat. Auch er wollte eine Untersuchung der Produktion im Bergbau, um davon später um so wirk, samer die Forderung der Arbeiter auf Lohnerhöhung ab- leiten zu können. Run ist diese Parole im Kampfe schärfer formuliert worden und damit hat die Bewegung ein k o n» kretes Ziel erhalten, das sich nicht ausschließlich auf dt« Lohnerhöhung beschränkt, obwohl diese im Bordergrunde de» Interesses der Bergarbeiter bleibt. Die vorliegenden Meldungen klingen insofern wider- spruchsvoll, als sie zum Teil auf scharfen Kampf und eine weitere Ausdehnung der Bewegung, zum anderen Teil auf V e t} ob n u ng gestimmt find. Lloyd George erklärt dau-> ernd in Reden oder anderen Kundgebungen, daß man sich auf dem besten Wege zur Lösung des Konfliktes befinde. Der Widerspruch in diesen Meldungen ist nur ein scheinbarer. Es ist erkennbar, daß inoffiziell an der friedlichen Losung des Konflikts gearbeitet wird, während, unbeirrt davon, die Arbeiterschaft sich für alle Fälle auch zur Durchführung de» Kampfes bereit hält. Auch die Eisenbahner scheinen noch mit der Möglichkeit eines woraus über das wir gestern berichteten, mit der außerordentq lichlangenFristbisMittwoch läuft. Räch neuereir Meldungen gedenken die Eisenbahner allerdings schon am Montag in den Streik zu treten, falls bis Somuag nicht aussichtsreiche Verhandlungen angebahnt find.. Konferenz der Eisenbahner«nd Berglente London. 22. Ottober. Die Konferenz der Eisenbahner hat den vollzugsauofchnh der Bergarbeiter onfgefordert, Sonnabend mit ihnen zisialmuen« zutreffen. Der Vollzugvirnsschuß der Bergarbeiter ist nach London zu einer Sitzung einberufen worden, um die Einladung de» Eisenbahner«nd die allgemeine Lage zu erwögen» Dieser Berufung de» vollzugsaoeschusse» der Bergarbeiter«ach London wird große Bedeutung beigemessen. Man ist der Anficht, daß groß« Aussicht besteht� daß die Berhandlungen mtt der Regie» rung und den BergwertsVefitzern vor der verhängnisvolle» Sonntag-Mitternacht wieder ausgcnommen werden. Die Wendung von der verhängnisvollen Sonntag-Mitter- nacht deutet auf die Absicht der Eisenbahner, den Streik am> Montag zu heginnen. Der heutige Tag ist somit entschmoeno für den weiteren Verlauf der Bewegung. Auch die Eisen« babner verbinden nach dieser Meldung die Abkürzung ihre» schnell herbeigeführten friedlichen Ausgleichs zu rechnen, is sich erklärt, daß ihr erstes Streikultimatum, Streikultimatums mit neuen Bemühungen um Verhandlung gen, allerdings umVerhandlungenmitderWaffe i n d e r H a n d. Gingreifen des Parlamentsansfchnsses SN. L-ado«. 2Z. Oktober. De« Parlameutsauofchuß de» S ew erlsch aftck« k o n« r e s s,, beschloß gestern, am Mittwoch et«- auherordentssche Koafereuz in London abzuhalten, um zu beraten, wie de» Bergarbeitern am bestea bei ihren Bemühungen zur Beilegung de« Konflitte, geholfen«erden kann. Der Ausschuß steht es«» wichtig an. daß dl« Gesamtheit der Gewerkschafter dies««»gelegenhett iohaudett«nd nicht einzeln«»oa chnen.« sprach die Hoffnung aus. daß stch die einzelnen 6iew-rss»asteap» l-nge jeder«tion enthalte», da ihr stkbstSndtge« nur zu einem Mtßliuaen der veeeiuigte««emüha«, ge« für«in, ftiheen kSaut«. Do. Maschinisten hesthloß. die vusscho»«« üb« ou Sftam Otm Smnpathiestertt« bis zum Montag austafch»«»™. daß-nf der heutigen gemeinsame» Konferenz der Bergarbeit« und Eisenbahner der Vorschlag gemacht«erden mn». den Eisen. bahnerstreik Vi« nach der Sewerkfchaftskonfcreiiz a» Mittt »och z» oerschteben. Gester» wurde im Unterhauo eiue Gesetze-v-rlas««nzto reicht. Me die Regimmg i»«est««Me«»Schttzt. ordentliche Mab«»Hmen z«« Schntz« der Allge- « e i n h e i t im Notsalle z» treffe«. Ein Ausnahmegesetz Die Mitteilung de» letzten Satzes der obigen Meldung wird ergänzt durch eine Reuter Meldung, wonach die im Unterhause eingereicht« Bill, die für die Dauer de» gegen- wärtigen Zustande» Auonahmematznahmen vorsieht, einer Wiedereinsetzung de» Kriegszustandes ziemlich gleichlommt. Die Abstimmung über diese Bill, die nächsten Dienstag zur zweiten Lesung lammen wird, soll de- schleunigt werden. Das wäre die offtne Kriegserklärung der Staatsgewalt an die Arbeiterklasse, ausgesprochen mitten in den angeblichen Bemühungen der Regierung um den Frieden. Wir glauben, daß diese Maßnahme die Arbeiter nur zu neuemWider- stände aufpeitschen wird. Und kein Führer der eng- lischen Arbeiterbewegung wird diesem Einhalt gebieten wollen. Lohnbewegung der französischen Bergarbeiter P.a ei«, 22. Oktober. Der Nationolrat der französischen Bergarveiter ist zu- sammengetrete», um die Krage der Erhöhung der Arbeitslöhne zu bespreche«. Späte Erkenntnis Die Brüsseler Finanzkonferenz hat eine erfreuliche Wir- kuno gehabt: die Neichsregierung und ihre Berater haben endlich begriffen, daß unsere leichtsinnige Finanz- Politik die Hauptschuld an der Entwertung der Mark trägt, und daß die Entwertung der Mark die Hauptschuld an der Zerrüttung unserer Volkswirtschaft hat. Dazu bedurfte es natürlich erst der Reden fremder „Autoritäten". Wer bei uns erklärte, die Anpassung der Reichseinnahmen an die Reichsausgaben und die Tilgung der schwebendes Schulden fei die Vorbedingung für die Besse- rung unserer Valuta und für die Gesundung unserer Volks- Wirtschaft, der galt als weltfremder Theoretiker. Denn unsere Sachverständigen(lies Devisenhändler und ihre" Nachbeter) wußten es ja besser: erst müsse die Volkswirtschaft durch . fN-W—---«— ____.**1* mune oie �ou&iDirijajaft durch größere Leistung� der Arbeiter in Ordnung kommen, dann werde unsere Mark auch wieder mehr wert sein, und schließ- lich würden unsere Finanzen durch die mit dem Ausschwung der Volkswirtschaft und der Besserung der Valuta auto- matisch steigenden Einnahmen und sinke ndelk Ausgaben ge« funden. Dementsprechend wurde die Zunahme unseres Notenumlaufs in den offiziösen Kommentaren zu den Reichsbankausweisen regelmäßig mit„der weiteren Erhöhung des Preis- und Lohnniveaus", statt mit der weiteren Erhöhung unserer schwebenden Schulden begründet. Dem- entsprechend erklärte z. B. auch Präsident Häven st ei« in der Generalversammlung der Reichsbank vom 30. März: „Die Gründe für die ungünstige Gestaltung der deutschen Valuta liegen in der. ungünstigen Handels- und Zahlung»- bilanz, der unwirksamen Grenzkontrolle, der großen illegi- innen Einfuhr, in dem Rückgang der Produktion und der Ausfuhr, daneben auch in der Kapitalflucht und in dem wach- senden Angebot von Markzahlungsmitteln im Ausland." Den Hauptgrund aber— die Zunahme unsererReichsschulden— verschwieg er. Zetzt hat sich das Blatt gewendet. Im wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrats verkündete der frisch aus Brüssel zurückgekehrte Vizepräsident des Reichsbankdirektoriums von Elafenapp:„Die Inflation ist die Grundursache des wirtschaftlichen Leidens, unter dem wir stehen. Die Zahl der umlaufenden Zahlungsmittel hat sich außerordentlich erhöht. Das Land ist mit fiktivem Geld erfüllt. DasführtzueinerEr- höhung der Vreise.aus derfich wieder Lohn- erhshungen ergeben." Und in einem Bericht der Gesänge der Zell Von Brun» SchSnlant. «aÄÄ«r.Ä.»«?* ÄsLrsÄ-ssa« vus durch di« Verl« ba Slul:.Macht Mt ii: IV «-««-cht aus, di, ihr t» Schmerz«« ittfjl". Hier ei», Prob«: In unsrer Herzen Schlagen Ist keiner Schwerter Schein. O Zwiespalt, Waffen tragen Und doch ihr Feind zO sein. Was hilft's! Wir müssen sprenge« Ein Tor in alte Macht, Und ihr entgegendrängen Trotz grauenvoller Nacht, * Im Osten flammt der Schein. Der Sonne treuer Hüter. Sie opfern für die Brüder Ihr Blut wie roten Wein. Du Sturmsang unsrer Reih'«, O Opfer ohnegleichen. Du starkes Händereichem Im Osteu flammt der Schein. Ja, diese Zelt ist Opferbring««. Millionenfache rote Saat. Ist immer leuchtendes Beschwingen, In nahen Sommers starke» Klingen Zn unerhörter Erntetat. Goethe»»Urfavst* wurde gestern w.Deutsche» Thea- t s r" in einer Aufführung gegeben, die»nter Spielleitung Max Reinhardts alle« Soldglan, der SretchentragSdi«(Helene Thimig) strahlen ließ. Ueber diese» Herzstück, dieser erste Traum des Kaustdrama». das Professor Erich Schmidt vor Iah»- Ahnten in der Abschrist der Weimarischen Hofdame«öschhausen aussand, zog gestern auf der Buhn« des.Deutsche» Theater«", ohne «inen rechten Faust, aber«st«ine« sprungberett jungen Mephisto (Ernst Deutsch) und andere« bemettenswerten Leistungen, in «inen hohe« gothischen Spitzbogen gespannt, halb expressionistisch. Holl) prärassaelitisches Heiligenbild, wundersam an»n» vorüber. Der Abend, statt nachNingend, bleibt noch zu würdige«. E. B. Reue» volkstheater.(örff mannsthalabend�)-D« Tor und der Tod": Eine wehmütig« Spielerei aus der Hoch-Zeit de» Kapitalismus. Die Abrechnung vor dem Tod«. Diese erste und einzige Erkenntnis eines nutzlosen Lebens. Aber man zweifelt an de» Borwürfen. die diesem �austulu» gemacht werden. Habt ihr ihm»«iL« nicht» zu sage»? Trotz alle« et» neu« Schnitt nach offiziösen.Industrie- und Handelszeitung" heißt es in naiver Freude über die neuentdeckte Wahrheit:„Als zweiter Redner ergriff der Vizepräsident der Reichsvank, Erzellenz von Glase- napp, das Wort zu äußerst interessanten Darlegungen über das in Brüssel behandelte Valutaproblem. Der Redner ver- breitet sich ausführlich über das Problem der Inflation. Er schildert, wie durch das Mißverhältnis der Einnahmen und Ausgaben im Haushalt des Reiches immer wieder zu dem Auskunftsmittel, der Gewährung von Schatzanwifungen ge- griffen werden müsse, ein Umstand, dem die ungeheure Noteninflation auf dem Fuße folge. Mit eindringlichen Worten wies er nach, und darin ist der Brüsseler Kommission unbedingt Recht zu geben, daß diesem Zustand unbedingt ein Ende gemacht werden müsse, wenn wir nicht einem traurigen Schicksal entegegengehen wollen. Die hierfür kn Betracht kommenden Mittel find: 1. Die Balan zierung des Staatsbudgets und 2. die Abbürdung und Konsolidierung der schwebenden Schulde n." Wieviel besser ständen wir heute da. wenn unser Reichsbank- Präsidium und unser Reichsfinanzministerium diese Binsen- Wahrheiten schon vor ein> paar Monaten eingesehen hätten? Erhöhung der Kohlenpreife Mio Vorstoß des Zechenkapltals Im Anschluß an die Lohnerhöhung von 2 M. pro Schicht ver- langt das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat eine Erhöhung des Kohlenpreises. Die Herren wünschen nichts weniger als eine Erhöhung um 2b Mark pro Tonne. Nach einer sehr bequemen Formel, die sich die Zechenherren zurechtgelegt haben, wird folgende Rechnung aufgemacht: 2 M. pro Schicht, 3 M. Hausstandsgeld und l M. sonstige Er- höhungen pro Schicht machen, da sich pro Mann und Schicyt eine Förderung von ungefähr Tonne ergibt, 12 Mark pro Tonne aus. Hierzu kommen 60 Prozent für Erhöhung der Kosten für Materialien und gesamte Unkosten des Werks. da erfahrungsgemäß bei einer Lohnerhöhung eine Preissteigerung für Materialien usw. eintritt, die ungefähr 60 Prozent der Lohn- erhöhung pro Tonne ausmacht. Aus die sich hieraus ergevenden 19,20 Mark kommen Noch 20 Prozent für Kohlensteuer gleich 24,04 Mark plus 1J4 Prozent Umsahsteuer gleich 24.4 oder rund 2b Mark. Diese Formel hat noch stets das Resultat gezeitigt, daß der Profit viel rascher gestiegen ist als der Lohn. Zu- nächst werden in diese Rechnung die drei Mark Hausstandsgeld, die oerheiratete Arbeiter und alleinige Ernährer ihrer Familie erhalten, ebenso die Kindergelder durchweg eingesetzt, obwohl nur ein Teil der Arbeiter fit erhält. Ferner wird„übersehen", daß Arbeiter unter 20 Jahren nur die Hälfte der Lohnzulage von 2 M. bekommen. Weiter: Die Förderung pro Mann und Schicht wird uur mit einer halben Tonne berechnet, während fie bei einer ganzen Anzahl von Zechen höher ist. Dadurch würden gerade die am günstigsten arbeitenden Zechen einen besonderen Extraprofit erhalten. Der unkontrollierbarste Pdsten ist aber der Zuschlag von 60 Prozent für Preissteigerung der Materialien. Di« Zechen- Herren stellen die kühne Behauptung aus, daß jede Erhöhung der Kohlenarbeiterlöhne eine Erhöhung der Kohlenpreise und diese eine Verteuerung ihrer Rohmaterialien zur Folge haben müsse. Da aber di« Erhöhung der Materialien wesentlich vermindert wer- den kann, wenn eben die Kohlenpreiserhöhung nicht einttttt, so ist auch die Aussetzung einer Svprozentigen Materialsteigerung ganz willkürlich. In der gegenwärtigen Situation kommt noch hinzu, daß«ine Eisenpreiserhöhung, aus di« e» vor allem ankäme, gar nicht t« Aussicht steht. Aus all den Gründen muh gefordert wer- den. daß die Regierung der Preiserhöhung ihre Zu st im- mung verweigert. Was wir brauchen, ist die Sozi all- sie rung de» Bergbaues und nicht Profitwirtschaftl Herabsetzung der Eisenpreife Der Eisenwirtschaftsbund hat in einer Sitzung am 22. Oktober nach ausgedehnten Erörterungen die E i s e n p r« i s e durchschnittlich um 14 Prozent herabgesetzt. Darnach stellt sich ab 1. November der Stabeisenprei» aus 2440 M. gegen bisher 2840 M. Bei Fein- und mittleren Blechen wird von dem bis- herigen Eisenoreis erst ein Abzug von 160 bis 200 M. und davon ein weiterer Abzug von 14 Prozent gemacht. Da diese Produkte bei der letzten Preisherabsetzung nicht genügend berii-��izt t worden find, find sie jetzt schärfer herangezogen worden. Die Be- schlüsse find nur mit ganz knapper Majorität angenom»� men worden. Weitergehende Preisnachlässe, die von den Ar»' beitervertretern beantragt worden find, tonnteu noch nicht durchgesetzt werden. Kommunistische Zellen Die Ierstörung der Gewerkschaften beginnt Nachdem die Neukommunisten in Halle die„Reinigung� begonnen haben, indem sie die Genossen, die zum Leipziger Aktionsprogramm halten,„ausgeschlossen" haben, beginnt der Kampf gegen die Gewerkschaften. Im„Volks« blatt" für Halle, das die Neukommunisten„erobert" haben, lesen wir: Die Mitgliederversammlung de» Sozialdemokratischen Verein, für Hallc-Saalekreis(U. S. P. D 1 verpflichtet ihre Mitglieder, in den Gewerkschaften für«in.'lares Bekenntnis zur 3. Internationale von allen Vorstandsmitgliedern der einzelnen Gewerkschaften sowie der Kartellvertreter sofort Sorg« zu tragen, diejenigen Gewerkschaftssunklionäre, welche uns polio tisch bekämpfen, aber sofort zu veean'assen, ihre Posten nie- derzulegeu. Der kommende Entschcidungskampf erlaubt uns auch in den Gewerkschaften und im Kartell nicht, Kon terrevolutionaren di« Interessen der Arbeiterschaft aus» zuliefern. Zur Durchführung der sozialen Skevolntiou braucht die ArSeiterfchaft nur entschiedene Klassenkämpfer und kein« kleinliche« Aureaukraten. Die Mitglieder der Gewerkschaften aber werden verpflichtet, in ihrer Gewerkschaft al» tätige Träger der 3. Internationale kommunistische Zellen zu bilden mit dem Zie'e die Gewerkschaften zu erobern nach den Thesen der 3. In: er- nationale. In Halle asso beginnt der kommunistische Zellenbetrieb in den Gewerkschaften. Welche Gefahren für die Einheit der Bewegung darin liegen, haben wir in der Diskussion über die Moskauer Bedingungen und Gewerkschaftsthesen nachge» wiesen. Wir haben ferner zu verstehen gegeben, daß wir mit dieser Eewerkschaftsoppofition, die einem Phantom nachjagt und ihm die Stärke und Geschlossenheit der Be- wegung gewissenlos opfert, nichts zu tun haben und nie etwas zu tun haben werden, es sei denn i m Kampfe gegen sie, zu dem wir alle unsere Genossen in den Gewerkschaften auffordern. Dies« Leute, gegen die wir uns hier wenden müssen, find Schädlinge der Arbei« terbewegung, die rücksichtslos bekämpft werden müssen, Falsche Gerüchte In der von den Reukommunifte« inspiriette» Press» P"*** sich Mittevungen über angebliche Verhandlungen zwischen de« Renkomwnaisten»nd der Unabhängige» Sozialdem-krnti«, wegen' einer Berständignag über«-sie. Organis-tio»°«» D i«]• «erücht« sind solsch. Sie entsprechen lediglich dem WuuIcha, der Nenkommunifte«. die zuerst überall dort, wo dl« roh««ewatt ausgereicht hat. sich in den«est»»»» K°ss«. Orgauifatwu»nd Presse gesetzt haben nud»»»«in« Verständigung dort wünsche«� wo fie ihr Ziel mit'«eatflt nicht zu erreichen vermSge». Daß die Rentommvnisteu die Anoeluanderfetznage» über Kasse, Orga- nisation»nd Presse wesentlich ,» beschleunigen versuchen, ist ver«: ftändlich. Sie könne» ihr« jetzig« Zwitterstellung politisch Nif möglich lang,«»»halten. Und da ihr« juristisch» Position voll« ständig zusammenbricht, wen» sie stch in«inigen Monate« mit den Leoi-Kommunistcn verschmolzen haben, wollen fie vorher»nte» allen Umstände« Faustpfänder in die Hand bekommen. Sie«erden bei diese« Bestrebe» selbst von den echte, Koin» ««nisten im Stiche gelassen, die, wie die»Rote Fahne" am Freitag«arge» schrieb, fordern„.daß die organisatorische Verschmelzung der gesamten kommnnlstische» Arbeite r«, schalt so rasch al» möglich»ollzogen wird." Zweikammersystem i« Polen. Bei der Abstimmung über Mej drei ersten Kapitel de» Verfassungsentwurfes Hai der polniscqe Reichstag mit 195 gegen 189 Stimmen der Bildung«ine» E e-i nat» zugestimmt. fitem, alten Vorbild. Bielleicht wollte die Aufführung(Sold- e r g) mit„Dies irae"-Tönen an das Spiel von Ledermann er» inner«. Aber Ezempiu« Tor bleibt konventionell. Twar- dowskis Tod im Ansetzen großartig, versinkt in Nonchalance, bleibt nur der uralt«, vergilbt« Kalmückenkopf einer Mutter, von Fränze Roloff gemacht.— Tiefer packt„Elektra", weil hier jemand bis ans Ende geht, jahrelang verachtet, gebaßt. geschmäht. getreten, bespuckt im Dreck vor dem Tore liegt und fich endlich doch erhebt, endlich doch den Täter, den Befreier selig preisen darf, wenn es auch gegen das eigene Blut geht. DasWert schreit nach der Mufik, fie ist da(Richard Strauß), man sollte Musik und Werk nicht trennen. Oder man muß dem Worte einen hinreißenden Rhythmus aeben, der aber der Aufführung fehlte. Wer stachelt auch den Ehrgeiz einer klugen, entschlossenen Frau(Rose Liechtenstein) mit aller Gewalt immer aus. fich als Tragödien zu versuchen. Sie ist nicht unzulänalich. aber auch nicht ausreichend. Eher eine Fledermaus al» eine Erinny«. Zuweilen allerdings er- Schreckend im Geficht: hingekauert vor dem Brunnen mit stier- »ünvzchem Blick und herabgezogene» Wangen.— Starker Beifall des Publikum». Kn. Im Großen Schanfpirkhau« findet Anfang Rooember di« Urauf- führung von Georg Kaiser»„Europa" statt, zu der Werner Richard Heu mann ein«»msangreiche Begleitmusik für Orchester komponiert hat. Im Rose-Theater wird für Anfang nächsten Monat» wieder ein« Uraufführung»orbereitet: Helmuth Unger» Kammerspiel „Der verloren« Sohn". Else Lehmann und Ida Or- loff spiele« die weiblichen Hauptrollen, die Inszenierung hat Emil Lessjng übernommen. Im dentschen KünfUetthrater hat di« lustige„Scheidung,- reise" mit Max Adalbert und Trude Hesterberg in den Haupt- rollen, da» Jubiläum der SV. Aufführung zur heitere» Zufrieden» heit der Direktion und des Publikums gefeiert. Im Theater am Nollrndorfplatz wurde gestern di« Operette Wenn Lieb« erwacht". Musik von Eduard Kllnnecke, der dirigierte, zum 50. Male in der Premierenbefctzung mtt )r tteu gebliebenen Erfolg gegeben. »Der Weg zur Macht". Heinrich Mann» drelakti«, Drama. halle bei der Uraufführung in München lebhasten Erfolg. Ge- teilte Aufnahme foib Reinhard Goering»„Der Erste" im Hamburger Thalia-Theater. In der Hanptvrrfammkuna der Boflsbühne E. v.(verefnfgte Freie und Neue fteie Bolksduhn«), zu der die Bi den Mitgliederversammlungen des Vereins gewählten 300 Delegierten am 21. Ot- tober 1920 im Mufikervrreinshaus zllsammentraten. erstattete Herr Springer den Geschäftsbericht. Die Zahl der Mitglieder wuchs auf 139 200. Außer in dem ihm giHarigen Theater am Bülowplatz veranstaltete der Verein noch in 9 weiteren Theatern Vorstellungen für feine Mitglieder, außerdem zahlreiche Konzerte. Lescabende und Vortragszyklen. Neu eingerichtet wurde eine „Iugcnd-Vollsbühne", d«« bereits in zahlreichen Nachmittagsvor- stellungen. Lichtbilder- und Märchennachmittagen und dergleichen. vi« durchweg ausvettauft waren, ihre Bedeutung erwies. Be- schlössen wurde ferner die Ausnahm« von Sonderaulfuhcungen lite- rarisch wertvoller Werke, die aus irgend einem Grunde für die Dartellung im Rahmen der planmäßigen Vereinsvorstellungen nicht i» Frag« komme». Mtt der Pachtung du ehe mal ige» Kroll« Oper legte der Derein den Grund zu einer 2. von ihm selbst-be» wirtschafteten großen Volksbühne. Zum Umbau de» Hauses wur« den ihm von den Mitgliedern durch Entnahm« von Teilschuld vev- schreibungen bereit» weit mehr als 2 Millionen M. zur Verfügung! Scstcllt: ein größere» Darlehen der Stadt Berlin ist z» erwarten� n der.Polksbuhne", Zeitschrift für soziale Kunstpfleae. schuf sich der Verein neben seinem allen Mitgliedern unentgeltlich zugeben- den Nachrichtenblatt eine eigene Zeitschrift. Zusammen mit den Bildungsausschüssen der Arbeiterorganisationen, der Vollshoch- schule usw. rief der Verein den„Eroß-Berliner Ausschuß für volkstümliche Kunstpflege" ins Leben. In Angriff genommen wurde� ferner di« Schaffung eines Verbandes der deutschen Volksbühnen- vereine. Nach anregender Aussprache wurde die neue Verwaltung ge- wählt. Vorslüende find die Herren Georg Springer. Kurt Vaake und Anton Wagner. „Bolksbühnenbewegpng and Sozialissernng de« Theaters" lautet das Thema einer großen öffentlichen Kundgebung, zu der die Volksbühne E. B. in Berlin für Montag, abends 7% Uhr. nach dem Lehrervereinshaus am Alexanderplatz einladet. E« sprechen: Kultusminister Conrad Harnisch, Direktor Friedrich K a q ß l e r n. a. m. Die Kundgebung findet statt im Anschluß an den ersten Pertretertag der deutschen Volksbühnenoerelne. Sowjetrußland in Plakat and Bild. Eine Ausstellung, die ein anschauliche» Bild der offiziellen Sowjetpropaganda(Plakate. Photographie, Filmvorführungen) bieten soll, findet vom 24. bis 31. Oktober im"5ewerlschaflshaus, Saal 1. statt und ist täglich von vormittags 10 Uhr vis abends 9 Uhr geöffnet. In der»Freie« Welt" erscheinen jetzt«ine Reihe von Erzählun- gen. Eine Liebesgeschichte„In Fabians Garten" von Ja- Hannes Buchholz, deutsch von Julia Koppel, kommt in der neuen Nummer zum Abschluß. Zugleich beginnt eine neue Erzählung „Die Heimkehr der Schnitter" von Stijn Ctreuvel». aus dem Flämischen übersetzt von Anton Kippenberg. Die Er- jählung, die das Leb-n des ruhelos von Ort Zu Ort gehetzten Ar» veiters darstellt, wird auf di« Leser ihre Wirkung nicht verfehle»- Der Taschenkalender der U.S.P.D. für da» Jahr 1921 ist. ooi» Perlag der„Freiheit" herausgegeben, foeben erschienen. Da» handliche und praktische Büchlein kostet, gut gebunden, 4 M. utzj enthält außer dem Notizkalender und nützlichen Hinweisen, unser Leipziger Aktionsprogramm, eine Einkommensteuertabelles Partei- und Gewettschaftsverzeichnisse u. a. m. Der Inselalwanach auf da, Jahr 1921 ist erschienen und bringt wieder allerhand wertvolle Beiträge der Autoren de» Inselver- läge». Bei den literarischen„Ausgrabungen" sei Stifters füw? lerisches Glaubensbekenntnis, Börne» Denkred« auf Jean Pau» hervorgehoben. Jacob Grimm, Aussatz über„Die Elsässer� m jedoch mit seiner durchaus nicht einwandfreien sprachlichen aründung heut», nur geeignet, nationalistische Tendenzen zu ver stärken. Er wäre besser weggeblieben. Den Almanach schmücke» einige alte'Holzschnitte. «Da» politische Kabarett", von Walter Mehrin», fünf Zeichnungen und einer Umschlagzcichnung de» Autörs(S� heftet Preis 7.50 M.). Das Buch enthält die auf Brettl n"' Ueberbrett! erfolgreich vorgetragenen Programmstücke, die tu Jß* Fmk»euartta. 9ofe»U4 jatttijch und jchmisslg find. Kapitalistischer Zusammenbruch Rede de» veiusse» Kleinspchn in der prenbischen Landesversammlung. In der Sitzung der Veußischen Landesversammlung vom Donnerstag führte bei der Beratung des preußischen Etats unser Eenosse Kleinspehn folgendes aus:___ Unsere furchtbare Finanzlage ist eine der schwersten Anklagen fegen das alte System, das uns zum Krieg brachte und gegen die Sarteten, die diesen Krieg stützen und verlängern halsen. Hinter dem Finanzproblem und seine Wichtigkeit treten natürlich alle anderen Fragen zuriüt. Dem AbgeordnetenDr. Köhler möchte ich erwidern, nicht da» Einkammersystem hat bei der Finanzwirt- schast versagt, sondern von Tag zu Tag zeigt sich mehr, daß die bürgerliche Politik überhaupt versagt.(Sehr richtig bei den Unäb. Coz.),_„,. Die Finanzpolitik sowohl der Staaten wie de» Reiche» unter- scheidet sich nur graduell von der Finanzpolitik der Vorkriegszeit. Das Verhältnis zwischen Staat und Privatwirtschaft ist nicht mehr das Gleiche, wie vor dem Kriege. Denn der Staat, der telnen Auslandskredit mehr hat. wie heute das Deutsche Reich, dessen Schulden viele 5�'idert Milliarden betragen ist nicht nur setner Verfassung nach, sondern vor allem auch wirtschaftlich ein anderer geworden. Der Beweis ergibt sich ja schon durch eine auch nur oberflächliche handelspolitische Betrachtung. Wir brauchen nur zu bedenken, wenn wir Waren in demselben Umfang wie vor dem Kriege einführen wollten, so mutzten wir weit über vierhundert Milltarde» Papiermarl aufwenden. Da» ist unmöglich, zeigt uns aber auch, daß es auf dem bisherigen Weg nicht weitergeht. Die Tatsachen schreien es uns alle Tage entgegen, datz die bisherige Form der Wirtschast, die«ntrietskrast de, Voltswirtschast, nicht richtig sein kann. Wir kommen auf diesem Weg nicht aus dem Elend heraus. Die Wirtschaftspolitik, wie die Steuerpolitik legt wie vor dem Kriege, den Massen die größten schalst ihm die größten Entbehrungen. Wir dürfen binsehen. wo an den Genfer Kongreß für Kinderhilse haben wir heute in Deutschland unter Z 383 900 Kinder in Großstädten 200 ö33 tuber- kulose, 85-3 973 unterernährt« und mit anderen Krankheiten be- haftete Kinder, 1 038 800 Kinder müssen als krank angesehen wer- den. Die Sterblichkeit ist auf äv Prozent gestiegen.(Hört, hört links.) Gegenüber diesem fürchterlichen Elend frage ich besonders den Herrn Abg. Dr. Frentzel wie weit soll nun noch die Po- litik des Entsagens, von der er gestern gesprochen hat. betrieben werden.(Sehr richtig bei den U. Sozi) Da müssen Sie sich doch vor allen Dingen an jene Kretse wenden— aber das ist bei seiner Parteistellung nicht anzunehmen, daß er das hm wird— die während des Krieges Millionen verdient haben. Man braucht nur an die Daimler-Motoren A�G. zu erinnern, dl« in den Iahren 1913-17 bei einem Attienkapital von» Millionen Mark iiber 95 Millionen Mar» Gewinn einstreichen konnte, bei «inemLohnkonto für Tausende. Arbeiter und Angestellte von nur 53 Millionen Mark. Aber auch heute noch steigt die Prositrate ins Ungemessene. Man braucht hier nur an die Montan-Abschlusse der letzten Zeit zu erinnern, z. B. an die Phönix A.-G., die ihren Gewinn in dem letzten Geschäftsjahr von 2,50 Millionen Mark aus 47,5 Millionen Mark steigern konnte. Oder an die Per- einigten Stahlwerte von Eeppen. deren Gewinn von 4.78 Millio- nen aus 21 Millionen hinaufkletterte. Das ist noch mehr als in der Zeit der lukrativsten Kriegsjahre für die Ereoßkapitalisten wo dieses Werk für 17 Millionen Ueberschuß machen konnte. Das alles geschieht in der Zeit der härtesten Not. Da braucht man Tich doch wahrlich nicht zu wundern, wenn der Unmut der Arbeitenden sich dagegen aufbäumt, denn sie haben ja gelernt, zu sehen, daß die Dividende nicht der ganze Ertrag ihrer Arbeit ist, sondern, daß die Erotzkapitalisten noch andere Wege wissen, wie z. B. die Bonuszahlungen, die Gratisleistungen von Aktien, die Vorzugsrechte für billige Aktien usw., um ihren Gewinn zu verstecken. Dazu kommt die in letzter Zeit im weitesten Umfang« getriebene Gewinnversteckungspolitik durch stille Reserven. Es ist nicht selten, daß in den großkapitalistischen Betrieben Millionenwerte mit einer Mark zu Buche stehen. Ich möchte da in der Finanzverwckltung auf folgendes hinweilen: Es ist in jenen Kreisen Gebrauch geworden, für künftige Abschreibungen für eventuelle Neuanschafsunqen Fond, zu schassen(Hört, hört bei den U. Soz.). also nur Verstecke für die Millionengewinne. Warum greift hier die Steuerbehörde nicht ein? Warum wird nichts getan, um die Leere der Staatskassen dadurch etwas zu beseitigen? Es handelt sich doch um das Entziehen von Gewinnen zur Be- steucrung. Von den Valutagewinnen will ich gar nicht erst reden. Trotzdem es vieellicht interessant ist. darauf hinzu- «eisen, daß es der Außenhandelsstelle für Eisen und Kohle mag- lich war. allein in der Zeit vom November 1919 bis Mai 1920 aus Ihrem auswärtigen Handel einen Mehrerlös von 700 bis 800 Millionen Mark extra herauszuschlagen.(Hört, hört bei den U. Soz.) Diese Uebergcwinne sind naturlich infolge der Unter- Wertung der deutschen Mark gemacht worden. Also die Herr- schaften profitieren von der großen Not des Vaterlandes, aber es ist nirgends etwas zu bemerken, datz sie davon etwas an das Vaterland abgeführt hätten. Auch die Steuerbehörden haben es nicht verstanden, sich diese Vorteile zu sichern. In der Zwischenzeit find natürlich diese Riesengewinn« verschoben und für die Steuerbehörde wird nichts mehr übrig bleiben.(Sehr wahr bei den U. Soz.) In dieser Kewinnpolitit der Kapitalisten und der Hnltnnq de» Regierung dazu, sehen die breiten Masse» ein« Provvkation sondergleichen. Sie empfinden diese Wirtschast al» nnertrüglich. Ich will in diesem Zusammenhange ausdrücklich betonen, datz ich dem einzelnen Unternehmer keinen Vorwurf mache, sondern ich führe das alles nur an. um auf die Mängel unserer Wirtschaft- lichen Organisation und unsere volkswirtschaftlichen Einrichtungen hin-uweisen. Wie der Krieg, der eindreiviertel Millionen Men» scheu das Leben gekostet hat, der Hunderttausende zu Krüppel» machte, für dies« Kreise eine glänzende veschästskonjunltur«nrd«. wie das Blut, das. draußen in Strömen vergossen worden ist, ssch in gleihendes Gold verwandelte, das in die Taschen der Kapiia- listen klotz, so ist auch das beutige Elend immer von neuem eine Quelle des Profits.(Lebhafte Zustimmung bei den U. Soz.) Die bisherigen Grundsätze in der Wirtschaft sind also ganz autzerstande, an der Rot unseres Lebens etwas zu ändern. Sie predigten bis- her immer freie Wirtschaft als einzige Möglichkeit, um aus diesem Kreislauf des Elends herauszukommen. Run ist die freie Wirtschaft für die wichtigsten Lebensmittel eingeführt. Trotzdem sehen wir eine weitere wahnsinnig« Erhöhung aller Preis«. Das unter diesen Umständen die Erregung der arbeitenden Kreis« auf das Höchste steigt, werden Sie vielleicht nun auch begreiflich finden. Aus solchen Verhältnissen heraus, mutzte es eigentlich dem Naivsten endlich klar werden, was es mit dem Grundsatz bürgerliche Wirtschaft aus sich hat. mit jenem Grundsatz, der das An�emeinwohl am besten gewahrt sieht, wenn dem Einzelnen mög- lichst viel Freiheit gegeben wird, um im Konkurrenzkamps seine Tüchsigkeit zu erweisen. Dieser Grundsatz der freien Kon- » ii r r c n z ist aber der Ausgangsvunk« der Preissteigerungen. Er ist die Grundlage des rücksichtslosesten Speku- l a n t e n t u m s, für das taufende und abertausend« von Kindern in den Tod gehen müssen(sehr richtig bei den U. Soz.), und das die Erwachsenen immer mehr zu Ruinen macht._ Auf Einzelheiten will ich mich hier nicht einlassen. Ich mochte aber doch die Frage aufwerfen: Wie wollen Sie für die Inlands- Verpflichtungen des Tages, für die Wiedergutmachungskosten. für die Entfchädiaungen an die Auslandsdeutschen, und wie dies« Konten alle heißen, über diese«ingeschlagene Politik Deckung finden� Ich bin der festen Ueberzeugung, diese Schuld des Staates wird noK zum Fatum für alle werden, denn diese Bedürftigkeit des Staates ist maßgebend für alle seine Aevtzerungen und ins- besondere auch für sein Verhalten den Arbeitenden gegenüber. Di« Schuldenlast de» Reiches und de» Staate» ist«in große» Teil de» Unglück« der breitesten Masse» des Volks». Und für st« gibt es lein« andere Rettung nl, ein« revolntionäre Umwälzung. die den Staat auf vollständig neue wirtschaftliche Grundlage stellt. Wir fordern einen weiteren Ausbau der Belitzsteuer. 8«setze, trotzdem wir uns darüber klar stnd, daß die Besitz- euern auch ihre Grenzen haben an den volkswirtschaftlichen Not- wendigkeiten.(Sehr wahr links.) Denn wir sind uns klar, daß der Privatbesitz unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr Träger des Staatshaushalts fein kann, auch nicht die Einkommen- steuer. Insbesondere,— das möchte ich dem Herrn Finanz- minister sagen— werden auch nicht die Zölle. Gebühren unh die sonstigen indirekten Steuern die Möglichleit schassen, den Staats- Haushaltsplan bilanzieren zu können. Es giot nur eine Rettun g. den Kapitalisten als Nutznießer der Volkswirtschaft zu be- seitigen, ihm das Anrecht, über den Ueberschuß der Produktion zu verfügen, zu entreißen. Das ist aber keine fteucricchni�ch« Frage, xondern eine Frage der Erfellschastsversassung. Es ist das heutige Broblem des Klassenkampies, das nur durch die Arbeitenden im Sinne und zum Nutzen der Allgemeinheit gelöst werden kann. (Sehr wahr bei den U. Soz.) Wir fordern aus allen diesen Grün- den eine völlige andere Organika' ion der Wirtschaft, eine Wirt- schastsManisation, durch die es möglich ist, de» Bedarf der All- MMMkdttZezM-VllSMtsSerli«' LMMrg HS]}!).(WM-MMl). A« Sonntag, den 24. Oktobtt, vorniittag» Uhr, in den„Germania-Sälen«, Ehaufseestraße 110, wichtige Versammlung T a geZordnung: ..Unsere nächsten Aufgaben". Referent: Genosse Hilferding. Wtt«l>t»s»iich ml FuMMr-lliismiz tratti"� olwe Mete»ei» Zutritt. Semeinheit zn sichern und vorteilhaft zv»efeiedigen. Dazu ist naturlich eine vollständige wirtschaftliche Syftemände- rung notwendig, und nicht nur eine poluische. Eine solche wirt- schastliche und politische Systemerneuerung ist natürlich nicht allein durch Parlamentsbeschlutz herbeizuführen— darüber find wir uns klar— und so mächte ich auch von dieser Stelle aus den Ar- beitern weit ins Land zurufen: Wollt Ihr Rettung aus dem heuti- gen Elend, wollt Ihr Rettung vor der Gefahr, durch den Kavita- lismus langsam gelotet zu werden, dann müßt Ihr den allerschilrs- Pen Kamps gegen den Kapitalismus aufnehmen, weil die System- erneuerung, die an Stelle des Kapitalismus den Sozialismus fetzen soll, ein« Machtsrage ist, »ad nur durch Macht gelöst werden kann. (Sehr wahr bei den II. Soz.) Die Arbeiter müssen also nnt dies« wirtschaftliche Systemerneuerung kämpfen, aber sie müssen auch einig sein, denn nur dadurch, daß fie einig sind aus der Grund- läge de» revolutionären sozialistischen Klassenbewußtseins wird es ihnen möglich sein, die wichtigen Machtpositionen zu erringen. (Sehr richtig bei den U. Soz.) In dem heutigen Staat« und in der heutigen Wirtschaftsordnung werden die Arbeitenden keine Rettung aus der Not finden. Erlösung bringt ihnen allein die sozialistische Gemeinwirtschast, die sie natürlich nur erreiche» können, durch Kamps in geschlossener revolutionärer Einheitsfront. Dann wird endlich das Dichterwort wahr werden von dem letzten Wurf im alten Spiel und auch von der Knechtschaft letztem V«r- enden!(Lebhafter Beifall bei de» U. Soz.) Aus der Partei Die Redaktionsverhältniffe in Jena Bon unseren Jenaer Genossen wird uns geschrieben: Die in der Nummer 448(Morgenausgabe) der„Freiheit� nnier der Rubrik: Der Kamps um die Presse angesührte Notiz über Jena, entspricht nicht den Tatsachen. Rtcyt wir haben die Redaktion in Händen, sondern dt« Neulommuniste». Durch Vereinbarung wurde von uns erreicht, daß wir bis zum 31. Oktober täglicheineSpaltezur Verfügung haben. Die- fes Zugeständnis ist aber nicht aus einer moralischen Anwandlung ?«kommen, sondern um die geschäftliche Äuseinandar- e tz u n g mit uns zu erlelchtern. • Die„Dena" meldet aus Erfurt: Auf Befehl der Geschäfts- inhaber der„Tribüne«(des U. E. P. D.-Blaites) wurde wegen der Spaltung der U. E- P D. die Zeitung geschlossen, die Kassen- geschäfte wurden abgewickelt und die K. P. D.-Leitung entlasse«. Gestern gegen 6 Uhr abends forderte die„Tribüne" Schutz an, weil die K. P. D-Redakteure versuchten, von der Zeitung Besitz zu ergreifen. Sie wurden durch Beamte der Sicherheitspolizei abgewiesen. Zu Gewalttätigkeiten ist es vorläufig nicht gekom- men. Es schweben noch Verhandlungen zwischen dem rechte» und linken Flügel der U.E. P.D. Aus den Berliner Organisationen Wilmersdorf— Schmargendorf— Grunewald In der am 20. d. Mts. stattgefnndenen Ecneralversammlu»g vollzog sich auch in unserer Ortsgruppe die Trennung. Durch eine»rreführend« Notiz unter der Rubrik„Organisation", die von unverantwortlicher Seite aufgegeben war, waren viele unserer Genossen nicht erschienen. Bor Eintritt in die Tagesordnung nahm der Genosse Rostig das Wort. In kurzen Worten schilderte er die Situation, oie sich au» dem Parteitag ergeben hat. Da die Trennung» der Zentrale, den Fraktionen usw. erfolg» ist, kann ein auch nur vor- läufiges Zusammenarbeiten au chhier am Orte nicht mehr in Frage kommen. So schmerzlich es auch ist, von vielen braven Genossen, mit denen wir bisher in Reih und Glied für unser Endziel, für den Sozialismus gearbeitet haben, zu scheiden, die Trennung mußte erfolgen. Sie«folgt nicht, wie Sinowjew in Halle sagte, um zur Bourgeoisie zu gehen, sondern u m d n» Banner de» reoolntionären Sozialismus auf« Neue zu entfalten. Nunmehr forderte Genosse Rostig die Genossen, die auf dem Boden des Manifestes stehen, auf, den Saal zu verlassen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die II.«.P.D. verließen unsere Genossen den Saal, um in ernem anderen Lokal sofort den organisatorische» Neuaufbau unserer Ortsgruppe vorzunehmen. Viele alte, bewährte Gr- Nossen stehen zn uns, und das gibt uns die freudige Gewißheit, daß es tattrastig vorwärt» geht. Als Lorsitzend« wurden die Genossen Rost lg und.Fuhrmann gewählt. SU�ineberg-Friedena» Am letzten MittwM tagte in der Ehamisso Schule, eine von den Neutommunisten einberufene Mitgliederversammlung, die den Bericht vom Parteitag entgegennehmen sollte. Von un» war ein« Kommission gewählt worden, in derem Auftrag« der Genosse Wcmdt folgende Erklärung abgab: ..Im Namen der Genossinnen und Genossen von Schönebera- Friedenau, dt« die Bedingungen der Z. International« ablehnen, habe ich folgende» zn erklären: Nach einem in der Geschichte der politischen Parteien beispielslösen Aufschwung, ist die ITC. P.D. infolge der 21 Punkte und der Leitsätze der 3. Internationale durch einen Teil der Delegierten in Halle zerrissen worden. Im Interesse des revolutionären Proletariats bedauern wie dies, sind aber überzeugt, daß trotz der Spaltung die Difserenzen zwi- schen uns und den Befürwortern der Bedingungen sachlich be- handelt werden müssen. Wir stnd daher der Auffassung, daß die Auseinandersetzung über die Kassenangelegenheit aus dem Wege der Vereinbarung erfolgen mutz und schlagen zu diesem Zweck vor. eine Kommission zu wählen, deren Namen dem Genossen Dörwald mitzuteilen sind. Unsere Wege haben sich ge- schiedeii. aber wir find der festen Ueberzeugung, datz die U. S. P. die Masscnpartei des revolutionären sozialistischen Proletariats bleiben wird. Alle Genossinnen und Genossen, die auf unserem Boden stehen, werden ausgesordert, mit uns den Saal zu ver- lassen." Die Versammlung war sehr mäßig besucht und obwohl wir unsere Anhänger nicht eingeladen hatten, verließ die Hälfte der Besucher mit uns den Saal. Wir tagten in einem anderen Lokal. das sich als zu klein erwies, weiter. Eine Generalvcr- s o m m l u n g, die in der kommenden Woche stattfinden soll, hat die neue Geschäftsleitung zu wählen und soll den Bericht vom Parteitag entgegenenhmen. Miteinem begeistert aufgenommenen Hoch auf die U. S. P. fand die Versammlung ihr Ende. Alle Mitgileder. die auf unserem Boden stehen, müssen ibre Bücher iimgehend beim Genossen Dörwald. Belziger Str. 27, abgeben. 6. Distrikt Eine Mitgliederversammlung fand Mittwoch abend für den 8. Distrikt in den Residenzfcstiälen statt. Unsere Genossinnen und Genossen waren zahlreich erschienen und gaben kund, daß sie dem ekelhaften Treiben der letzten Zeit abhold sind. Es zeigte sich, daß die Mitglieder im Distrikt es satt haben, die Anpübelungen sich länger gefallen zu lassen, denen sie ausgesetzt waren, und eine ganze Anzahl Mitglieder erllärten, daß sie bei der Abstimmung wohl für die Annahme der Bedingungen gestimmt hätten, datz sie aber damit keineswegs zur Kommunistische« Partei übertreten. wellten. Die Vorgänge auf dem Parteitag haben in weilen Krei» sen das Gegenteil von dem erzeug� was beabsichtigt war. Nach einem Referat de» Genossen Weise wurde einstimmig eine Reso- lution angenommen, in der die Versammlung ihre begeisterte Zu- stimmung zu dem Manifest des Parteitages in Halle ausspricht, das im Saale des Zoologischen Gartens deichlossen worden ist. Die Versammlung brandmarkt das zweideutig« Verhalten unserer früheren Kampfgenossen, das durch die Beibehaltung des Namens der U.S. P.D. in die Erscheinung trete. Es müsse die erste dnnfldndste Pjlicht der jetzt gereinigten Partei sein, mit allem Nachdruck an die Verwirklichung der im Manifest nieder- gelegten praktischen Aufgaben, wie Betämpsung der Arbeitslosig« keit heranzugehen und Fühlung zu suchen mit den Bruderparteietr der westeuropäischen Länder. Das Borbereitungskomitee, bestehend aus den Genossen Metzner. Müller und Weise wurde hierauf bestätigt. Genosse Weise außer- dem vorläufig als Vertretung in die Prcßlommijston gewählt. Zum Streik der Schildermaler i« de« Schilderfabriken Zu dem vom verein Berliner Schilderfabrikanten an etlichs Blatter eingesandten Bericht über den„Streik der Schriftmalerin den Cchildersabriken" erachten wir es als unerläßlich, folgende Austlärung bzw. Richtigstellung der Oesfentlichleit zu unterbreiten: Die Berliner Schildersabrikanten haben bereits im Juni d. I. bei einer Zusammenkunft sämtlicher Schildersabrikanten Deittsch- lands in Leipzig zum Zwecke eines allgemeinen Zu.ammen- schlusse» erklärt, datz die Löhne auf jeden Fall abgebaut werden mutzten, und datz sie es im Hinblick aus den zu erwartende» Lohn- kämpf aus«in« Machtprobe ankommen lassen würden.> Unsere Behauptung in den betreffenden Artikeln im„Bor- wärt»" und in der„Freiheit",„datz die Schilderfabrikanten sich ver- anlaßt gefühlt haben, die Löhne ganz empfindlich abzubauen", ist Wort für Wort richtig; oder ist Streichung der Zulagen(auch de» Urlaubs mit Lohnvcrgütung), Klassifizierung der Löhne von einem Einheitslohn von 5,75 Mr. auf 3 Klassen(Klasse 1 5.75 Mk., Klasse 2 5.— Mk.. Klasse 3 4,25 Ml.— letzte Stufe auch für ge- lernte Schildermaler—) kein Lohnabbau? Von diesem Dittur?. da» den Malern von ihren Arbeitgebern am 15. 7. 20, dem Ab- laufstage des alten Tarifs, zur Unterschrist vorgelegt wurde, er- wähnen die Herren in ihrem Bericht, der weiter nichts als eine glatte Verdrehung der Tatsachen ist. keine Silbe. Eine Lohnerhöhung von 30 Prozent wurde vor dem Schlich» tungsausschuß von uns erst gefordert, nachdem die Unternehmer unsere erst« Forderung von 10 Prozent auf die bestehenden Löhne mit oben erwähntem Diktum(Loynabbau!) beantwortet hatten. Aus die Forderung von 30 Prozent hin fällt« eine Kammer des Schlichtungsausschusses Groß-Berltn einen Spruch, der uns 8,50 zuerkannte: eine Klassifizierung der Löhne wurde der Zeit entsprechend nicht für angemessen erachtet. Diesem Spruch, der von dem paritätisch zusammengesetzten Schlichtungsausjchutz einstimmig gefällt wurde, erkannten die Unternehmer nicht an: sie lehnten auch eine Einigung vor dem Dcmobilmachungslommissar, wo die Kommission der Schildermaler im Interesse der Aufrechte erhaltung des Wirtschaftsfriedens auf 8,25 Mk. herabging. strikte ab. so datz von einer„freiwillig in Aussicht gestellten Lohn- erhöhung" keine Rede sein kann. Diese Verhandlung vor dem Demobilmachungskommissar unter Vorsitz des Herrn Dr. Kluck- Holm, hat den Charakter der Unparteilichkeit nicht getragen, wie denn auch die Art und Weise, in der dem Spruch des Schlich- iungsausjchusse».die Lerbindlichteit versagt wurde, der Oeffent- lichkeit zur Kritit vorgelegt zu werden verdient. E» ist«ine Unverfrorenheit ohnegleichen, wenn der Verein Berliner Schildersabrikanten behauptet, die Organisation der Schriftmaler hohe e» vorgezogen, einen Machtkampf heraufzube- schworen und ihr« Mitglieder in Streik zu Hetzen. Es ist viel- mehr richtig, daß die Schildermaler mit gewalliger Stimmen- Mehrheit beschlossen haben, in den Abwehrstreik zu treten, um di« Provokation der Unternehmer zurückzuweisen. Die Schildermaler Droß-Berlins ersuchen nunmehr die Ge- schäftswelt und die werktätige Bevölkerung, auf Gnmd dieser Aufklärung festzustellen, wer den gegenwärtigen Streik provoziert hat. Streik bei de« Wach- und Schließesellschaften Di« Angestellten von vier Groß-Berliner Nachtwachbetrieben stnd am Donnerstag abend in den Streik a-lrcten. Es handelt sich um die Berliner Wach- und Schlictzgesetischast, Inspektion Pols- dam. die Nachtwachgesellschaft, die Schöneberger Wach- und Schließgesellschaft und um die Brandenburger Wachgeiellschast. «schon vor längerer Zeit haben die Bewachungsmannschaften, mit- geteilt, daß sie in den Streik treten müßten, wenn ihre Wunsch« nicht erfüllt würden. Durch den Streik werden die Abonnenten der Gesellschaften empfindlich geschädigt, da einige Tausend Grund-, stucke und Läden ohne jede Bewachung bleiben. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß den Abonnenten das Recht zusteht, vre GeI«!If lchosten für Einbruchsschäden haftbar zu machen, die sich geifvi™ wwm Aransporiaiccuei�tüuriü Uli. V' stützen sich auf einen seinerzeit gefällten Schiedsspruch, der dem Wächter im Durchschnitt 907 Mark im Monat zuspricht.. Die Ge- sellsckaften erklären, diese Beträge nicht bezahlen zu tonnen, da die Abonncmentspreise zu gering sind. Der Streit umsaßt etwa 400 Köpfe. Etwa 8000 fmuscr bleiben unbewacht. Bezahlung und Behandlung der Anoestellten war immer schon sehr schlecht und es ist den Angestellten nur zu wünschen, daß sie durch Geschlosselm heit zum Ziele kommen.' Versammlung der arbeitslosen Metallarbeiter. Sonntag, den 17. Oktober 1920 fand eine Versammlung der arbeitslosen Metall- irbeiter des Deutschen Metall�rbeiter-Verbandes im Pa�enhofer, Fidicinstrahe 2/3. statt, um iu: Wahl der Arbeitslosenrät« Stel- luna zu nehmen. Der Versammlungsleiter,?krbeit�lose"dele-'i»r- ter Jones, wies bei Eröffnung auf die unglaubliche Interesse» lostgkeit der arbeitslosen Kollegen hin. Kollege Salzmann schildert« nun in kurzen Zügen die Eni- stehung und Folgen der heutigen zur Katastrophe führenden Ar- beitslostgkeit. die er lediglich der Mißwlrtfchaff der heutigen kavi- talistischen Wirtschast und der Machtlostgkeit der Regierung gegen- über den Kapitalisten zuschrieb. Um dieses Elend zu beseitigen, müssen die Erwerbslosen im verein mit den in Arbeit stehenden Proletariern alles einsetzen, um in einheitlicher Kampffront gegen Kapital und Reaktion den Sozialismus zu verwirklichen.— In der darauf folgenden lebhaften Diskusston wurde folgender Antrag angenommen:„1. Die Auslese der Arbeitslosenrätckandidaten den Branchen zu überlasten, um dann erneut in einer neu einzu- berufenden Vollversammlung die Aufstellung der Kandidaten zum Arbeitslosenrat vorzunehmen. 2. Der immer mehr um sich grei- senden verhetzenden Kampfmethode unverant- wortlicher Elemente mehr denn je mit aufklärenden arganisatorischen Maßnahmen entgegenzutreten." Konsumgenofsenschafts-Mitgtteder Der„vorwärts" fordert seine Leser auf, recht zahlreich in der am Mittwoch, den 27. Oktober, abends 6 Uhr. stattfindenden Ee- ueralverfammlung der Konsum-Genostenschaft zu erscheinen und bei der bevorstehenden Wahl der Aufsichtsratsmitglieder Schein- sozialisten zu wählen. Es ist demgegenüber notwendig, dah die II. S. P. D.-Anhänger. soweit sie Mitglieder der Konsum-Eenossenschaft sind, die General- Versammlung nicht versäumen. Der Eintritt ist nur gegen die braune Legltimationskarte gestattet. Die vom Eenostenschaftsrat aufgestellte Liste der neuen Auf- fichtsratsmitglieder beginnt mit dem Namen FranzWalther. Ei« lukratives Geschäft Die Lotterieeinnehmer haben es gut. Wie es ihnen geht, dafür liefert folgende Zuschrift«inen Belag: „Ab Januar 1921 erhält jeder Einnehmer al«»Schreibgebühr" Klasse k M. fjetzt 5 M.). Eineanittlere Ein- pro ganzes Los und nähme hat 1200 ganze Lose zu verwalten, so dah solch ein Ein- nehmer pro Jahr lalso 2 b Klassens 10.6,1200 M. an Cchreibgebühr— 72 000 M. verdient. Die Frage ist nun die, was er für diese Bezahlung leistet? Man kann ruhig sagen:„Nichts", denn die zu leistende Verwaltungsarbeit macht nicht der Ein- «ehnler, sondern die Buchhalterin, die bei 1200 M. Lohn noch eine 2. Buchhalterin bzw. ein Lehrfräulein zur Hilfe hat. Mir ist ein gall bekannt, wo der Einnehmer, ein Rittmeister a. D. und iillionär, um nicht den„hohen Tarif" für seine erste Buchhalterin zu zahlen„mitarbeitet", so quaste den 1. Buchholter markiert, tat- sächlich aber nur Arbeiten macht, wie sie fein Lehrfräulein als An- fängerin leistet. Abgesehen von dem ihm zustehenden Gewinn- antcil„verdient" dieser Mann mit seiner 1200 Lose umfassenden Einnahme jährlich 72 000 M. Rechnet man davon ab: Gehalt für die 2. Buchhalterin(er ist der 1. Buchhalter) und das Lehrfräulein und Miete und kleine Ausgaben für Formulare usw., alles in allem rund 1t 000 M.— mehr find es bestimmt nicht— so bleiben diesem Mann, der noch viele Mietshäuser usw. besitzt, aus seiner Einnahme«in Verdienst von 58 000 M. Wie wärs, wenn der Staat statt solcher reichen Leute(das ist kein herausgesuchter Aus- nahmefall, es gibt Einnahmen von mehr al» 2000 Losen) solch« hohen Beträge in den Hals zu werfen, Kriegsbeschädigte oder sonst Leute, die«inen Anspruch auf Versorgung haben, in solchen Stellen unterbringt. Wo bleibt der Demobtlmachungskommissar. der doch sonst jeden armen Teufel, der ein paar Groschen nebenbei verdient. auf die Strahe wirft? Der Schreiber obiger Zeilen frSgt zuviel. Der Lotteriekollekteur ist eine Persönlichleit, die nur durch gute Protektion zu seiner Mo- nopolstellung gekommen ist. Und daran hält er eifrig fest. Wie kann man auch verlangen, daß ein Kriegsbeschädigter diese Stel- lung einnehmen kann. Kriegsbeschädigter vielleicht, aber nur einer aus den Kreisen der Rittmeister und abgedankten Offiziere. Aber ein armes Luder bekommt solche Stellungen nicht. Unterrichtskurse für Arbeiter Wir weisen nochmals darauf hin, daß das Wintersemester An- fang November beginnt. Unterrichtet wird hauptsächlich in Deutsch und Rechnen. Der Unterricht findet einmal wöchent- lich, abends von%8 bis>*10 in folgenden Lokalen statt: Zen- trum: Niederwallftr. 12, nahe Spittelmarkt, und Eipsstr. 23a. nahe Bahnhof Börse: Norden: Eleimstr. 19, nahe Schönhauser Allee: Neukölln: Kaiser Friedrich-Str. 208-210' Lichten- berg: Parkaue, Marktstr. 2-3 und Rathausstr. 8. Die Hörge- bühr beträgt für den Kursus(12 Abende umfassend) 1 Mk; Er- wcrbslofe erhalten Freikarten. Anmeldungen für sämt- l i ch e Kurse, mit Ausnahme der Lichtenberger. an folgenden Abenden von �8 bis y,10 Uhr. Am Montag, den 2ö. Oktober, und Freitag, den 29. Oktober, in Neukölln. Kaiser Friedrich-Str. 208-210, am Dienstag, den 26. Oktober, in der Eleimstr. 19, am Donnerstag, den 28. Oktober, in der Gipsstr. 23a, und am Sonn- abend, den 30. Oktober, in der Hörerversammlung, Niederwall- straße 12. Für die Lichtenderger Kurse in der Geschäftsstelle der Volkshochschule, Rathausstr. 10, Baracke 2, und beim Haus- meister des Kant-Realgymnasiums, Karlshorst. Treskow-Allee, werltäglich von 9—3 Uhr(bis zum 1. November). Arbeiter-Sport-Frevnde finde« fast in jeder Nummer der „Freien Welt interessante Bilder und Artikel. Die neue Nummer bringt einen besonders hübsch illustrierten Artikel über den Herbstwaldlaus des 1. Kreises des Aröeiterturn- und Sport- bundes am 10. Oktober in der Iungfernheide bei Berlin. Der Artikel behandelt den Caisonschluß der Leicht-Athletiker. Die rege Arbeit der„Freien Welt" für den Arbeitersport wird hofsentlich viele Ardeiter für den Sport Uberhaupt gewinnen oder sie aus den bürgerlichen Sportvereinen herausholen, vom prole- tarischen Standpunkt ans ist die Propaganda der„Freien Welt" sehr zu begrüßen. Wir hoffen aber auch, daß die Arbeiter die „Freie Welt" durch rege Propaganda bei ihrer Arbeit un>r- stutzen werden. - Der Männerchor Reinickendorf-Ost veranstaltet am morgigen Sonntag, den LI. Oktober, in der Aula des Realgnmnastums, Reinickendorf-Ost, Berner Straße,«in Konzert unter Leitung seines Chormeisters Hermann Schulken. Mitwirken werden: Frl. Steffi Koschat«, Violine: Herr Meyersberg. Flügel.— Der Männerchor Reinickendorf-Ost hat sich dem revolutionären Prole- tariat Reinickendorfs bei allen Anlässen in uneigennützigster Weife zur Verfügung gestellt. Es ist zu wünschen, daß die Partei- genossen dieses Konzert zahlreich besuchen. Der Eintrittspreis be- trägt inkl. Steuer 3 M. Anfana 7 y, Uhr. Kinder unter 12 Iahren haben keinen Zutritt. Einlaßkarte« find am Eingang der Aula zu haben. Mit Kokain nnd Morphin« vergiftete sich gestern die 20 Jahre alte Kontoristin Else Czerwiewiez aus der Rathenower Str. 20. Sie wurde, als man stch nach ihr umsah, weil sie sich nicht sehen ließ, tot im Bette liegend aufgefunden. Auf dem Nachttisch lagen zwei Hüllen, die. wie die Aufschrift erkennen läßt. Kokain und Morphium enthalten habe«. Es liegt zweifellos Selbstmord vor, wie die Feststellungen ergaben, aus Liebesgram. Druckfehler. Aus der heutigen Morgenausgabe ist zu berichti» gen, daß nicht die Stadtverordnete Hern, sondern die Genossin Zern. Stadtverornete, nach wie vor zur Partei steht und nichts mit den N-«tomn unrsten zu tun haben will. vornnssichtliche» Sl-etter für Beel,» und Umgebung am Sonn- tag. Zeitweise etwas neblig, sonst trocken und vielfach heiter, nacht» leichter Frost, auch am Tag« ziemlich kühl bei mäßigen östlichen Winden. Aus den Organisationen 1. Ugettt. SfltflflebtrtetfcnmlBug, vk-nt-a, 18. Cflobtt,«Senke T TCbt.*ttf« Site Iakodftr. 127. lageeorbnung: Seilchteritottung cor pattcitoo. Xefeztnt: Genosse ftatl Selb. Neuwahl de» Vorstande».— Dienstag, 23. DftoSct, morgen? 1H Uhr, Z-hlmaegen Sei Sehitm,«hMtottenste.«. Tagesoxbramg: Das«tgeSSt» von Halle. Sieserent: Genosse Nnstbaum. fflt die Segne« der«nschlnstbedinaunge». —"«niwbefr. 12;&. BSteUung S. Sstsrlft, Heute GittawSInbenb fflt bfe Se 1, Ufteilang ßanbebetget»Lea 47; 2. Ubtetlnng 7"— Greifeioalbetsttake Ecke Rosten!, arger Strohe bei«-ISet; i.«tetlung Winz- steche 17; 5. Abteilung tonjiger Stt, 46 Sei Schlachtet, r-ge-orbnang: tu 85£ä"si|t«l,e"»." ÄSUilung.(SrUpitn-ßebcboutZ. ExirazahIaSenb Sei vSstowstt. 8. 1». Distrikt. stnb, tretsen st> Hensch. Die JfnnttUnSte, Sit noch nicht Im«est» bor ßegitwationekatte» ch Sonntag, vorm. W llhr. bei Klinge, Eellerftr. Ii. Deogleiche» »ie Norftondsmltglieder.____ Riebe.bornim.Lst. Am SonnaSenb, den 28. CäoSet, T llhr. findet tat. Cafe «ellemie, Lichtenberg, eine Distrittslonseren, statt. I-geeotimuag: t«ettcht nom Parteitag. Referent: venoste Brühl. 2. D.zkulsto». 8. Renwahl der Distriktoleitung. 4. Verschicbenes. Jede Ottsgruppe muh wegen bei-nheist _.•»mtfä f" wÄti'ge» lagüaoibn-ng vertreten, sei». Z-trit! habe» nur Eenosfe». bbe det durch Lri-pien-ßebebout vertretenen ll. S. P. D. angehöreil. vberlchöneweide. sCrispien-ßebebanr). Montag, 28. Ctobet, 7 Cht Schnlanla, Chvrlotteadnrg. Ter heutige Zahlabend der 8.«rupve fflt die«egnet det Bobinaunge» sindrt in den. Lokal von Kollkomsf», Evothrstt. 86, stall._ U, 8.«. Schöneterg.Ariebenan. Heute, abend» 7 ilijt, Zahlabend. 1.«nd 2. Sejirf tagt bei Jürgens. Ball,aro!lasll. 8a. i«ezirk bei«tedow. Sakststt. 88. 8. Sejitl bei Palm, Rohdas. Ecke Cberuskeistrahe. s.»eptk gemeinsam bei Schul,, Sebanstr. 88. 12. Beilek und Iftiedenau Sei ftlaSe, Handierustr. 61.»lle anderen Bezirke in den Selonnlen Lokalen. Mir bitten alle Cenosstnnea nnd Ge» nassen, die in der ll. S. P. D."—- »penlck. Montag. 8 Uhr, 8H Uhr, Abfahrt vom Cöpenick Eermoniasälen.._. «etile* Post, nnd Telearaphie. Sömtliche MiigNedet. die auf dem Bode» det ll. a P. D.' stehen, elTo Kegner bei Bedingungen stnd, teerten eilvcht. an alle» Boianstaliungen in ihrem Zvohndistrtkt teilzunehmeu.• lang der Seition findet In det nächsten Woche statt. Die Mitglied errrrsamm- Vereinskalender Deatscher rraaaportortelterchZerba»». Sektion 1. Blanche: K-lz!»bustrte.»m Montag, d-n 28. Oktober, abend» 7 llhr, bei Kranh.«b-lbellstt. A. Branchen. Versammlung samUtche: Hanrtienet, Packer, Kutscher asm. au, der Soldleitte»-. Kisten-, Piano, sowie de: gesamten Hol-fnlmstrie und dem Mobelhandel. Denticher Soliurbeiter-kZeriaab.»erwalt-kti, Berlin. Sonntag, den 24. Lk- tober, vormiiiags 1» Uhr, in den Ptachstiilen.All-Berlin", Blumenstr. 1»; Branchenversemmlung ullet w den Gowleiüen- nnd Rahmonsabrike« beschöstigie» ""''""-' r. Glaset und Iransporiatbeiier. 1. An» Vergolder. Rabmenmacher, Buchbinder._ nähme oder«blehnuna de» SRonleltorif». 2. Branchencngeleaenbeiie». Zeniroluerbrnb der Glaser, Bildertrenche. Sonntag, den 24. Oktober,«otm. 10 llhr. in den PrachtsZlen„Dlt-Berlin", Blumenstr. 10, Branchenversammlung. Taer?or»nung: Annahme oder Ablehnung de» Manteltaris». Pünkll. Erscheinen ist Pflicht. Die Oitsvermaltung. Der Zent-aloerbart de? Nnaestellie», Bezirk Groh-Barlin, ladet sekne Funk» tior.flre zu einer Funitioa�roetlawmluiig am Millwoch, den 27. Oktober, abend» 7 Uhr. IM Deutschen Hof, ßöftuei Str. 15, ein lstehe Auzeigeatech. 1. llnfera Kämpfe und der Zusammentchillst der«rteitgeber. 2. Der Detriebsrätekongrest. Portier. Berbanb» Sektion 7. Sonntag, den 24. Oktober, vormittag» 9 llhr. tm Lehtercereinshau», Alezandrrstr. 4l. Pr»testverlammlnng aller in Wahn», Ge- schisi». und Znbastriedüntern deschästigten Baitter». lagesotbruing: Bericht über da» verhandlung-etgebni? unserer T-rissordeiunzen nnd unsere Stelltnignahwe; 8. Diskussion: 3. Beschlustfassung. Mitgliedsbuch vor'eigen. Marieudors, Dienstag, den 16. Oltober, abend» 8 llhr, öffentliche Berfamm. lang im Restenrant Kaiser, Thansieeste. 866. Band der Internat. Krieg»- beschädigten und Hinterbliebenen. Ref.! Karl Tiedt. ro*rlf»en>Beret»»Die K-t-r'-e-iibe". Mstenschafiliche Abteilung. Sonntag, den 14. Oktober. Borirog und siührung de» Pros. Dr. Eckstein In Eber»Wälde. Teilnehmer treffen stch am Btcknbof Eberewasto« um 9H Ubr früh. Abfahrt vo» Berlin Sieiiinet Babnbos um 8.03 Uhr bi, ESerssalde. Teilnebmerkirte 1�6 Mk. Gchubpe-ditttostSenoiicnscho-t. Montag 7 llhr ZMtgliederversammlnng, Häver- land» Festsäle, Neue Zriebrichstr. 33. Lebensmittelkalender ClchfenSerg. Auf Ablchniti 519 6.3.8.!-------...—---------.... mitlellme WO Er. Marmrlodr zum Preise von 4.1» M.?n den stad.-schon . K. und S. der Lichtende"er Leb«»- frische YIuh- und Seelische zu den billigsten T-ge-vreilen:«llu » städiischen PeiIans:fteNen Margarine, Käse, Kunfthoala. � labe, Kakao, Seite usw. Redaktion: PerantworUich antwortlich für*--- Vetlagegenessentchail„streißett" e. E m b Druckerei S m. b.->. Berlin !N sinieräienteil""L n» w i N K 0« e e t N.« r.«arledor».— ° ve'«»"� Drück b'-t'"sirei'belt»- , S!>. Pr-ite g e> Soeben erschienen: Gesänge der Zeit Gedichte von Bruno Schönlank Preis 1.50 Mark Buchhandlung„Freiheit", Berlin LI, Breite Str. 8 9 Al» Drrlobtr empfehlen stch ««rkrueck UunNA Ernst Rieck« Berlin, d. 22. 10. 20. ZpirnZkbSkrnr�V Ertim>rnn»«In»n I kauft hstchl, zahlend S MSsr. ImMMpN J -�.Aleranderplati mes�r Rotzhaare o. StaeHenfteln®. IN. b.». khariortendurg, Windschertstr 8. 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