Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag» 24. Oktober 192V Nummer 452' Morgen-Ausgabe «>» tBrattt. rat k«»8f N» frrtft SofUBn*««n» 10,—« hf>»crtrut aablboi.... tn 6erMHo* frftft«»,«> tora. nrhmn(Smitidx VOanftalt» OrfttOamaa«.!.<. ru- t Oop�en'S: Scatfdilc.0 a.t> Ctflmtid) 10.» M, fii... ßfcrt« BiulnO 21,» 3S. isic�htt««!.i»Au'schIa» Ks PriH ffii tVrrtdllanB«s» Oftlcrrridi- M. •(VMMm n>«wUs«»•rat» etr.*«».» «t �»tfraWra» ÄrasatHHuen» rast ttm Knm keftrt S,— W. �nschN>Zl>H CntfnmgxiriAtag. Äldru Knisiom; D». ftttodmiiu Won J;-®- SBon I.M M.. rtntAIifftltd)'Äeunr.nBJiutcUlofl. Linskn»'«ludst" SamiNtn-«"zdon> nnd 8trIT«n>(Ma«t»,2» M."ttto pr« Zdlt. ettürwAcf"«» SB.rKMnitigt« t».»(mathraAtt Won t,M 311.. irtt»»dltit Won U—-ML jmfnedn: Seatna 2030. Mil. 4it» 4003, 40,5 404». 00». berliner Drgm bpr VnabdStißlgen SoßnlömioFratle£>ettißf)fanö& <■:■"•■.,■.'tztzx, Die Streikbewegung in England Am kritischen Wendepunkt Der Eiseubahnerftreik verschöbe«.— Neue Ver« Handlunge« wahrscheinlich Die gewaltige StreWewegung in England steht in diesen Tagen in ihrem kritischen Wendepunkt. Das Etreilultimatum der Eisenbahner sollte am Sonntag abend ablaufen.- Damit bestand die Möglichkeit, dah nicht nur die Eisenbahner am Montag, sondern in schneller Auf. einanderfolge auch andere Berufsgruppen, vor allein die übrigen Transportarbeiter, in den Streik eintreten würden. Diese Krisis hat dazu geführt, daß man auf allen Seiten bemuht war. Spielraum zu gewinnen. Auf der gemeinsamen Konferenz der Elsenbahner und Berg- arbeiter am Sonnabend ist vorgeschlagen worden, daß dle Eisenbahner den Streik bis auf Mittwoch vertagen Ferner wurde gemeldet, daß zwischen den Ministern__ den Führern der Bergarbeiter informierende Be- sprechungen stattgefunden haben. Die Folge dieses Borschlags an die Konferenz und dieser Beratungen der Minister mit den Bergarbeiterführern dürste es sein, daß nach einer gestern am späten Abend eingehenden Meldung der Eiseudabnerstrest für die Dauer der Verhandlungen zwrschen Regierung und Bergarbeitern ans unbestimmte Zeit »erschoben worden ist. Damit ist indes zunächst nur Zeit gewonnen. Was bei den Verhandlungen herauskommt,, bleibt abzuwarten. Die Erregung in der Arbeiterschaft steigert sich, und die Zahl der Beteiligten am Streik wächst mit jeder Stunde. In Bradford sind gestern wiedetum 13 000 Transportarbeiter in den Ausstand getreten, und der Drbcitsminifter teilt mit, daß außer den Bergarbeitern noch über 30 0 000 Arbeiter gezwungen feiern. In einzelnen Berg- werksdiftrikten soll es zu Plünderungen und Zusammen- stoßen mit der Polizei gekomm.en sein, in anderen Bezirken sollen die Bergarbeiter mit der sofortigen Zurückziehung aller noch in den Gruben Arbeitenden einschließlich der Pumpenbedienungen gedroht haben. Diese Alarmnachrichten sind jedoch auf ihre Richtigkeit nicht nachzuprüfen. Sicker ist indes, daß die gesamte Oeffentlichkeit in stärkst« Erregung versetzt ist, wozu die Maßnahmen der Regierung nicht zum wenigsten beitragen. So ist in allen Straßen Londons ein neuer Aufruf Lloyd Georges an die Bevölkerung angeschlagen. In diesem Aufruf fordert der englische Ministerpräsident das enc"" Volk auf, in den kritischen Tagen des großen Streiks zur Selbsthilfe zu greifen. Marschall Ha iah hat gleich- falls einen Aufruf erlassen und fordert die ehemaligen Soldaten auf. derRegierunagegendieStrei- k e n d e n behilflich zu sein und sich an'den Unruhen nicht zu beteiligen. Thomas A f h t o n. Führer der Bergarbeiter von Lancashire. erklärte in einem Interview, daß er der Ansicht sei. der Streik wäre gar nicht ausgebrochen, wenn es von Lloyd George abhängig gewesen wäre, aber die ein- «einen Mitglieder des Kabinetts bätten sich den Wünscken der Bergarbeiter entgegengesetzt. Falls nicht noch im Laufe dieser Woche die Berhandlungen mit den Arbeitern beginnen, wird es in der nächsten Woche bedeutend schwieriger sei«, den Streik aufzuhalten, denn die Lage würde von Tag zu Tag schwieriger. Ashton versicherte noch, daß die Unterstiitzungsfonds der Arbeiter aufMonateausreichen. So ist die Situation trotz der Verschiebung des Eisen- bahnerstreiks auf a l l e r s ch ä r f st e n K a m p f gestellt. Es hat ganz den �Anschein, als wollten die beiden Gegner ein- ander nicht ausweichen. Der Arbeiterschaft in England gehört die wärm st e Sympathie der gesamten deutschen Arbeiterklasse. Je schärfer sich der Konflikt zuspitzt zu einem Kampfe zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Arbeiterschaft und Staatsgewalt, um so stärker werden im Falle eines Sieges der Arbeiter die politischen Auswirkungen des Streiks fein. Ein Erfolg der Bew'eaung wird auch den politischen Einflußderenglischen Arbeiter- klaffe vermehren, und nicht zuletzt darauf dürfte dar heftige Widerstand der bürgerlichen Eese-llschast zurück- zuführen sein, denn in England stehen die P a r l a m e n t s- wählen bevor, von denen man ohnehin einen starken Machtzowachs der Arbeiterbewegung beben- den Herzens erwartet. Ein Sieg der englischen Arbeiterklasse wäre somit ein Sieg des Weltprolctariats, wenn es auch eine von völliger Unkenntnis der englischen Verhältnisse zeugende politisch naive Borstellung ist, wenn kommunistische Organe in dieser Bewegung den Anbruch einer unmittelbar wirkenden sozialistischen Revolution sehen wollen. Lloyd George über die Lage Rotterdam, 23. Oktober. Laut„Nieuwe Rotterdamsche Courant" erklärte Lloyd George mit Bezug auf den Beigarbeiterstreik einer Abordnung gegenüber, es könne innerhalb weniger Stunden Frieden sein. Die Lage könne sich jedoch auch zum gröhten Kampf entwickeln. den England je durchgemacht habe...Evemng News" meldet über die bisherige Wirkung des Streiks: die Verluste an Steinkohlen für das Land betragen 2 300 000 Tonnen. Dl» Zahl der Arbeitslosen beläuft sich aus insgesamt 1 030 00«. der Ge- samtvertust an Löhnen aus 3 253 005 Pfund Sterling. I«ternationale Solidarität Amsterdam, 23. Oktober. „Algemeen Handelsblad" meldet, daß die Leitung des I n t e r- nationalen Tr an sportarbeiteroerbandes in ihrer diese Woche in Amsterdam abgehaltenen Versammlung beschlossen hat, unter Mitwirkung der Transpartarbeiterorganisationen von England. Frankreich. Deütschland, Belgien und Holland, die für eine eventuell« internationale Unterstützung der streikenden britischen Bergarbeiter notwendigen Matznahmen zu treffen. Das Echo Der Aufruf zum Kampfe für die S v z t a ki s i e r u« g des Bergbaues hat in der bürgerlichen Presse ein lautes Echo erweckt. Das ist natürlich. In dieser Frage steht die ganze Bourgeoisie geschlossen zusammen, Sie weiß, daß es um eine entscheidende Stellung im Klassenkampf gebr. Es ist deshalb selbstverständlich, daß die bürgerliche Presse sofort Lärm schlägt. Auch das ist nichts Besonderes, daß gerade„demokratische" Zeitungen die lautesten Rufer im Streit sind. Ist doch gerade die demokratische Partei die- jenige. die ununterbrochen gegen jede Einschränkung der kapitalistischen Wirtschaft ankämpft und am liebsten die alte Herrlichkeit kapitalistischer llngebundenheit wiederherstellen möchte. Nach den bisherigen Erfahrungen ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß der„V o r w ä r t s" über die Auffor- derung unserer Partei, im Kampf um die Sozialisierung des Bergbaues die gesamten Kräfte der Arbeiterklasse zu sammeln und sie geschlossen in den Klassenkampf um die proletarische Machterweiterung zu führen, sehr ungehalten ist. Der„Borwärto" hat zur Frage der Sozialisierung eine sehr zweifelbafte Stellung eingenommen, er hat das Stecken- Pferd der ZBissellschen Planwirtschaft geritten und schien nicht übel Lust zu haben, in der berüchtigten Teilsozialisierung die richtige Lösung zu sehen. Run hat der Kasseler Partei- tag sich zwar für die Bollsozialisierung erklärt, der„Bor- wärts" benutzt aber die erste Gelegenheit, um den Kampf zu sabotieren und unseren Aufruf zur Aktion als eine Art Konkurrenzmanöver zu verdächtigen. Diese Verleumdung ist zunächst damit zu widerlegen, daß wir bereits seit Monaten entschlossen waren, in dem Moment, wo die Frage der Partei folgen werden, wissen wird. Die Lage im Osten Moskau, 23. Oktober. Operationsbericht der russischen Sowjet-Nepublik vom 21. Ok- tober. An der Beresina, in den Abschnitten Minsk und Skuzk vollziehen unsere Truppen Umgruppierungen zwecks Besetzung der laut � Friedensvertrag bestimmten Linie. Nordöstlich Sluzk unternahm der Feind am 19. Oktober, 0 Uhr abends, einen Ausfall gegen unsere Truppen und zwang sie zum Rückzüge. Südsront: Im Abschnitt der Eisenbahnstation Sinelnikowo führte der Feind unter Deckung von vier Panzerzügen einen An- griff aus die Station Sinelnikowo aus. Der Angriff wurde zu» i rückgeschlagen und der Feind zum Rückzüge gezwungen. der Kohlenwirtschaft vor die Gesetzgebung kommen würde. eine Massenaktion einzuleiten. Natürlich besteht diese Aktion nicht in der Einbringung des Gesetzentwurfs. Wir haben vielmehr deutlich erNärt, daß dies nur das Signal fei, um al l e Arbeiterorganisationen aufzufordern, in� den Kampf ernzutreten. Die großen Vertretungen der organisierten Ar- beiter, zuletzt noch der Vetriebsrätekonqreß. haben sich für die Bollsozialisierung des Bergbaus erklärt. Jetzt gilt es zu zeigen, daß hinter dieser Erklärung der entschlossene Wille der Arbeiterklasse steht, das Ziel durchzusetzen. Scheuen die Rechtsfozialisten den Kampf, so werden sie erleben müssen, daß die Massen, die endlich einen Anfang sehen wollen. die diesen Kampf zu führen Die Wahlen in Dentschösterreich Von Julius Braunthal, Wien. Der Wahlkampf, der mit ungeheurer Erbitterung geführt wurde, endete mit einer Behauptung des Besitzstandes der Sozialdemokratie. Tie vorhergehenden Mahlen im Jahre 1019, dreieinhalb Monate nach dem Zusammenbruch der Monarchie, trieben die ungeheuren Massen der über den Krieg, die Kriegeleiden und das alte System Empörten in das Lager der Sozialdemokratie. Die Bourgeoisie war»er- ängstet und überließ der Sozialdemokratie widerspruchslos die Führung der Republik. Die Wahlbedingungen waren damals für die Sozialdemokratie die allergünstigsten: sie ging als die stärkste Partei aus dem Wahlkampfe hervor. Eineinhalb Jahre lagen in den Händen der Sozialdemokratie die Geschicke der Republik. Ein ausgeblutetes, vev» stümmeltes Land, eine zerstörte Volkswirtschaft, völlig zer- rüttete Finanzen, ein Riesenheer von Arbeitslosen, ein wirt« schaftliches und soziales Chaos sondergleichen— das war die Erbschaft, die die Sozialdemokratie übernahm. In rast« loser Arbeit, mit übermenschlicher Hingabe versuchte die Sozialdemokratie den wirtschaftlichen und sozialen Zw- sammenbruch der Republik zu erwehren und sie gegen die innere und äußere Konterrevolution zu schützen. Öies ge- lang ihr. Aber ibr Handeln war nicht frei. Denn mit ihr saßen die Cbristlichsozialen in der Regierung, die gebeime« Feinde der Republik, die den Aufbau der Republik zu hindern suchten und sich der Verantwortung für die Re- gierung zu entziehen wußten. Die ungeheure Wirtschafts« not, ein Erbteil des Krieges und des Zerfalls eines große« Wirtschaftsgebietes lastet« vor allem auf der sozialdsmvinr« tischen Partei. Die Reaktion glaubte nun. die Sozialdemokratie wieder« werfen zu können. Die Millionen Horthys. die Millionen aus Prangins, die Millionen des Finanzkapitals rollten» um die Sozialdemokratie zu diskreditieren. Die ganze bürgerliche Presse stand in dem Dienst der Reaktion. Der Nachweis der„Arbeiterzeitung", daß die Christlich« sozialen bezahlte Agenten Horthys seien. wurde von der bürgerlichen Journalistik einfach tot- geschwiegen. Ein Verleumdungsfeldzug, der bestenfalls an die amerikanische Pinkertonpresse heranreicht, wurde gegen die Sozialdemokratie geführt. Zu dem Bestreben, sie zu zerschmettern, gesellten sich die K o m m u n i'st e n. die dj« sozialdemokratischen Führer als Verräter an dem Pr«o letariat brandmarkten. So hatte die Sozialdemokratie einem ungeheuren Ansturm von rechts und links stand- zuhalten,"llnd sie hielt ihm stand. Bis auf sieben Üüandat« behauptete sie alle ihre Parlamentssitze: als zweitgrößte Partei zi�ht sie in die Nationalversammlung ein. Die Be, deutung der Wahlen für die Sozialdemokratie wird durch den Ilmstand erst klar, daß die Million Wähler, die am 17. Oktober für die Sozialdemokratie ihre Stimme abge« geben hat, treue und überzeugte Kämpfer ihrer Sache sind. Sieger im Wablkampf ist die ch r i st l i ch s o z i a l e P a r« t e i. Diese Partei, belastet mit der Schuld an dem Kriege, belastet mit dem Verrat an der Republik, belastet mit der Anklage, im Solde Horthy-Ungarns zu wirken, vereinte alle Massen um sich, die wider den Sozialismus kämpfen. Alle kulturellen und sozialen Gegensätze innerhalb des Bürger» tums versanken in der unterschiedslosen Masse der Reaktion, die in der christlichsozialen Partei ihren Ausdruck findet. Die Sozialdemokratie verlor ay die Cbristlichsozialen sieben Par- lamentssitze, das sogenannte freisinnige, deutsch-, lüdtzch- und tschechicknationale Bürgertum nicht weniger als acht Mandate. Die Christlichsozialsn werden mit 80 Abgeord- neten, die Sozialdemokraten mit 00 und das gefamie übrige Bürgertum einschließlich der Bauernpartei mit 10 Aogeord« neten in das Parlament einziehen. Schon haben die Christ« licksozialen alle Schichten der Bevötterung, die reaktionär gesinnt sind, in sich aufgesogen. Es gibt— von einer dünnen Schicht abgeseben— kein demokratisches Bürgertum m Oesterreich. Alles, was nicht s o'z i a l i st i s ch i st. l st reaktionär und findet in der christlich« sozialen Partei seine Vertretung. � Hat der Wablkampf die Arbeiterklasse von der ZÜusioN eines demokratischen Bürnertum? befreit, so bat das Erged» nis der kommunistischen Wablzifsern den Nachweis erbracht, daß das Proletariat geschloffen im La g er der Sozialdemokratie steht. Das Wahlergebnis ist für die Kommunisten niederfdimetternd. In Wien, bei einer Wählerzahl von einer Million Wählern, haben sie niiyr mehr als 14 000 Stimmen auf ihre Liste vereinigt. IN ganz Deutschösterreich nicht mebr als 30 000 Stimmen. In den Industriebezirken Wiener Neustadt und Floridsdorf, in oene« sie zumindest ein Mandat zu holen hofften, haben sie auf ihre Liste kaum eine ansehnliche Mi«oritat vereinigt. Der Schleier der Illusion von der machr-"llen Große der kam- munistischen Bewegung ist zerrissen Die.ommunlsti,che Partei vereint nur ein kleines b'-deu.ungslofes und durch- aus unmaßgebliches Häufchen von Andängern. Die Ginreit der Arbeiterklasse, die in der Sozialdemokratie ihre Der» tretung hat. ist ungebrochen und macht alle die Hoffnunge« de- Kommunisten und ihrer impulsiven Ableger in d« dzkaldemskratischen Parter, den fogerrarmten„HinferT, zv» jchaaden. Die Xtiv# der feteuen Massen des Proletariats jur alten lozmldemokraLssch?» Partei, die fie durch drei Zahrzehnte von Sieß zu Tieg gesiihrt, ist uner'ichüttert und jcs Wahw,Mat bürgt baffe, dich es dabei bleibt. Die Mehrheit der Wählerfchast hat den bürgerlichen Par. teien die Mehrheit der Parlamentssitze gegeben. Es liegt aun an dem Vürgertum, die Berantwortung für die Ztaatsgeschicke zu tragen. Die Sozialdsmolratte muß es ablehnen, mit den Christlichsozialen in eine �oalltwn zu gehen, die im Bunde mit Korthy stehen und' vre Wzederaufrichtung der M an a r ch ie er- � streben. Die Sozialdemokratie ist mächtig genug aus dvn Wahlen hervorgega-zgen, um jedem Reaktionsverfuch kraft- voll zu begegnen. Die Bouraesifie stellt eine tragfähige Ne- zrerungsmehrheit dar, sie allein soll auch die Sorgen um diesen Staat tragen. Wir aber Möllen die Hunderttausende, die uns feit der Revolution zugeströmt sind, die unsere Ee- werkschaftskadres füllen, die sich unseren Parteiorgani- sationen eingegliedert haben, auch na« erst gewinnen. Un- sere besten Kräfte«aren während der letzten zwei Jahre lahmgelegt; sie waren vor den Staatskarren gespannt, de- drückt von der Last der Staatsgeschäste. Sic werden nun frei und tonnen sich der oeisiigon Gewinnung der Masse« zuwenden. Ein bchreties Aufatmen geht durch die Partei. Endlich nfei» sie sich ausrichten können und Kraft gewinnen zu den großen Kämpfen, die ihrer noch harren. Dos weite Gewisse« U«ßenSgK«de Aufklärung über die Bestechungen im EruührNngsmtnistmmu 3« dem Au gustin-S!a n da l im Reichommifierium für Er- «ubruug und LanoVirtsthast«üb durch Wvliis Bureau ei»« aln- tlchen Eharexte: tteyeWe Mitteilung«erdreitet. Da Heidt«s Mächst: Mai 1930 wurden dem Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirt.chast von zuverläMger Seite folgere Ritteilun- gen gemacht: Ein Geichäfjsttihr« der Ackerbaugesellschvst itafa dem Dr. Augusti« anlukllch der Taufe von dessen jüngstem Kinde ein Geschenk von 1090 Mark gemacht,«cherdem sei aus Mitteln der ASerdaugesellschast an Dr. Dugustin ein Betrag von SöHo Mk. überwiesen worden. Diese Zuwendungen seien im Hinblick barattf erfolgt, daß Dr. Äugustiu sich in seiner amtlichen Stellung zugunsten»er Werbauyesevjchaft für die Bewilligung eines von dieser gestellten Antrages auf Einfuhr vo« Bindegarn für die Landwirt, chaft eingeietst und da- durch die Erteilung der Einmhrerlaubnis herbeigeführt habe. Zur Zeit dieser Mitteilungen an das Ministerium befand sich Dr. Auguttin ans Urlaub, so daß ei» Perher erst nach feiner Aückkchr stattfand. Den Gmp'ang des Geschenkes von ISOO Mk. 9 ob er ohne weiteres zu, bezeichnete die Angelegenheit aber als völlig harmlos, da es sich nur um ein familiäres Geschenk des alten Freundes feiner Familie Dr. Glock handelte. Po» der Zuwendung von«00V Mk. wollte er nichts wissen. Die Begünstigung der Einsuhr von Bindegarn gab er eben- falls zu, aber sei« Verhalten sei in diesem Fall« lediglich durch sachliche Erwägungen bestimmt gewesen,«m folgende» Marge» machte jedoch Augusti« anaasgcfordert dt« dienstliche Mitteilang, n hebe jetzt von seiner Frau erfahren, daß dieser ohne fei» Wis> je» auf ihr Ko»to bei ihrer Bank tatfachlich ei» Netrag von SWS Mark ans Mittel« der Uckerbar Gesellichast stite«s de» Dr. Stock überwiesen worden ist. Dazu wird nun bemerkt, daß, falls die Angaben Augustin» richtig waren, der Tatbestand einer Beamt ende siechung überhaupt nicht vorlag. Wörtlich Hecht es in d« offiziösen Erklärung: ,E» blieb nur ei« mit der Stellung eines«eamren kaum z» vereinbarende Annahme größerer Geschenke vo« ein« Seite übrig, mit der de« Beamte auch im dienstliche» Berkehe stand." Das ist K a u t f ch u t allerxrster Güte. Wenn sich die Ansprüche «n die Rechtschaffcichett der Bsamte« in so weitherzigen Bahnen bewegen, dann wird es jedem möglich fein, Brfrechun- gen in einer Form in Empfang zu nehmen, die es Verständnis- sollen Porgesetzte» jederzeit gestatten wird, den Tatbestand der Beamtendestechnng als nicht vorliegend anzusehen. Die DeHandlung eine? der Bestechung»«rdächtigen Beamten hängt dann stet» ab von dem größeren oder geringeren Wob! wollen de? Porgesetzte«, womit der willkürsichen Ve- Handlung der Beamten ebe.ch, wie der indirekten Teilnahme und Mitfchuld der zur Bcauffichtiguz berufenen höheren Beamten Tür und Tor geöffnet ist. Zu allem Uebersluß aber wird in der offi- -tosen Erklärung nicht gesagt,»b man die»on Augustin gegebene Darstellung auf ihre Richt.glert««- prüft hat. Es hat de« Anschein, als habe«an sich mit der Aussage des Angeschuldigte» Wasach zusriesen gegeben und sie auf sein ehrliches Gesicht hin als richtig anerkannt. immerhin gelangt- man zu der Auffassu««. daß auch in dmsem Falle die Rücksicht auf das Anjehen der Behörde das Aus- f ch e i d« n des Beamten«forderlich mache. Fn der Erklärung des Wolksschen Bureaus folgt dann eine lange furittiiche Auseinandersetzung über die für diesen Fall passende Form des»«slcheidens des Herrn mit der hoble« Ha-w hieraus gÄht hervor, daH man SKiI�e wenen lie� � � �_ Di« gegen Kermes erhobene Anschuldigung, er Sabe Augusttn trotz des Bekanntwerdens sein« Berfehlungen gevaucn, wtrd n der Erklärung abgestritten. SSensi» soll«s..tt« erfunden stin. saß der Staet-ickretS- Dr. Kub-r bereits vor dem Antritt des Erholungsurlaubes Augustins»m Mai 1920 von»er.te- fem zur Last gelegten Berfehlnng Äennmis«halten hat. Ddzu werden sich noch diejenigen zu äußern haben, die die An- klage gegen das Ernährungsministuium zuerst erhoben habe« Aber die felbst«ach dieser ofsiziöfen Erklärung sehr merkwürdig anmutende, außerordentlich rücksichtsvolle, vm es gelinde aaszadrücken, Art du Beha�ll-lung des Falles erweckt schon den Eindruck, als wenn Herr Dr. Augustin nicht mit jener rück- l i ch iv! ose« Streng« behandelt«ooden ist, die ein der Un treue überführter Beamter»erdient hätte, wenn nH- wie wir feboti' andeutete«, die gesamt« Keamtenschast durch ein solches Per- halten d«»orgsfetzten Stelle« geradezu ermuntert werden soll, ihren Einiltch zu ihr« persönlichen Bereicherung aus- «unutzc«. Wir haben nicht den Eindruck, als wenn durch diese Mitteilung des Wolffschen Bureaus das letzte Wort zum Fall Auqustin od«,«as richtiger fein dürft«, zu« Fall des Sleichsernährllngsministertume gesprochen wsrden ist. Drohend« Mei-llarSeiterst«» im Saaraebirt. L�«rh°iG- kungen in der Glasindustrie sind gescheitert. Da sich We«rbeikt des' Wetallgewttdes mit Oilasardeltern si,llda:!�ch fcbtn. droht nunmehr auch«i* Assstand»m Mrtall- gewfrfe, !- I ResKtionArer Vorstoß gegen die Sozialisierung Im bayerischen Staatshauehalisausschuß er-. klärten bei der Beratung des Etats der Berg-, Hütten- und Sa- linenverwaltAng der HinanzminiPer Krauuineck und Bencraldirekttnc Kleiber, daß eine S o z ialtjeer u n g der Bergwerks im gegenwärtigen Augenblick z»-in« Sa- t.« st r o p h-e des dayrrschsn Mrtichajjslsbens führ« würde. Die Erfahrungen, die bisher mit den zentralisierten Bsttieb» des Mchches gemächt wurden, feien nicht günstig. Das Ziel der Per- billlgung würde durch den benötchlsn Riesenapparat nicht er- reicht. Es sei zwar richtig,.wenn der Staat einen gewisien Tcil� der Kaiurichätz«-selbst aobaue, aber alle Bodenchätze selbst zu be- wirtschaften, würde zu weil rühren. Das Privatkawital rollte man nicht ganz ausichalten, den» seine Mitwirkung bedeute Wettbewerb und damit Fortschritt. Daß man bei der bayerischen Regierung, diefer Vorhut der deutschen Reaktion, keine Vorliebe für die ssziatisterung z» er- warten hat. äst klar. Daß man sich aber mit von platten.» Gemeinplätzen um die e wich, igst« Frage der Wiiticha-' zprlttik her- -rmdruckt. beweist nur, daß man einmch nicht gewistt ist, nn dem bestehenden Zustand wirtlich vinschneidende Veränderungen vor- zmiehmsa. Val.iti.che Reuttio« bedeutet ebeuj«»irticharrttchc Roattion. Darars erhellt, daß eine neue WirltchaktspolitS-nur i« schärfsten valitifchen Kampf der Arbeiter a.-ge» die bescheudes Klanen geschaffen werden kann. Die Rcattionäre in Bayern werden ebenso wie ihre Eesinnungsfreunds.in de» übrigen Reichs-: gebiete« hchr bald diefea Kasips 6ts Arbeiter um die Ssziatt«»- rnng zu spüren bslonimen. Die Aermste» der Arme» 4S060 Schwerverletzte i« de» Lazarett?« Die Ossiziersvereinigung der Deutschen Republik erläßt sckl- gendeu Ausruf: �Ssit beinahe zwei Jahre» ruhen die Waffen und«och immer liegen orngef ähr 45 090 Schwerverletzte in den Lazarette». Manche »sn ihnen sind bereits seil 1911 Soldaten. Recht wenige wurde» schon im September 1914 auf ihr Schmerzen» lag et geworfen. Viele habe« 28 bi» 38 Operationen Himer sich. An- deren wird»och auf Jahre hinaus das Lazarett die Heimat sei«. Allen diesen Männern geht es, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, materiell sehr schlecht. Ihre Sedührnisse sind u«- zureichend. Ihre Sachen sind heruntergewirtickaftei. Ihre Angehörigen trotz'staatlicher Unterstützung oft in bitterer Be- drängnis. Zu den körperlichen Schmerzen dieser feldgrauen Dulder gesellt sich die Sorge um die Zukuvfi. Pr alle, die wir -uns der Gesundheit erfreuen dürfen, sollten ohne Ausnahme mit oazu beitragen, daß die unsagbar schwere Bürde, die aas den Schultern dies« frühere« Feldzugsteilnehmer ruht, so erträglich wie möglich gemacht werde. Dos Weihnachtsfest Nckht- Helfen wir diesen Männern den Weihnachtstisch decken. Zu diesem Zweck schlägt die Ofsiziersvmeimgung d» deutschen Republik sämtliche« Organisationen, Verbünden. Bereinigungen, Parteien. Truopenkörpern und Redakttonen sowie alle« Einzel- Persönlichkeiten, die ein Herz für die Schmerze« and Sorgen dieser »«glücklichen Kriegsopfer haben, vor, Eammlange» in ihrem Be- reich zu organisieren»ad zu veranstalten und deren Betrag noch vor Wefinachten an die Lazweett« abzuführen." Wir haben an diesem Ausruf nichts �auszusetzen«ad wünschen, daß recht viele Tebeluvige sich an der Sammlung beteiligen mögen. Für den Staat ist der Avfrvf freilich eine unerhörte Blamage. Ttnn nicht der Privaten Wohl- tätigkeit, sondern ihm liegt es ob, für die Opfer des Krieges zu sorgen. Es brauchte nur mit den sielen Pfrüvdnerstellen in der Reichswehr aufgeräumt zu werden und es wären sofort Millionen frei für die Versorgung der Kriegsopfer. 640 MMotien Mark für Kriegs- unterMtzungen Für Krüppel rntd Hinterbliebene...? Ani« den vielen Milliarden, die d« Rrieg verffchlang, befinden sich auch«39 12« 828 Mark, die für«riegsunt-rftützungen aufgewendet werden mutzten, obwohl dies« llnterstützur ze« im Einzckl- fall« durchaus unzulänglich axirrn. Ausgezahlt wurde die vmae- »anute Summe tiu die Zert vom August IL 14 bis Zu Ii 1928. Los Reichsmitteln wurden geleistet 232WKL39 Mark, aus städtifchen Mitteln 221 589 143 Mark. Der Gemeindezufchlag�ruf Grund d« Bnndesratsverardnungen vom 2. Raaembcr 1817 und vom 28. September 1918 betrug 8VZ2S 413 Mark. Er wird zur Hälfte vom Reich erstattet. Eine besondere Beihilfe sind 2 850 026 Mark aus städtischen Mitteln und 1839 616 Mark au» Samnttunqs- mittelv i» der Sefamisunlme enthalteu. Fern« 8 288 315 Mark Zuschuß für stadtische Arbeiter, 91697 104 Mark Mietsbeihilfe. wwie 948 972 Mark Ausgleichsuntcrsiiitzungen. Dazu kommen die tlniummen, die an Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene Ke- sallener gezahlt werden müssen. Zu allen diesen Zahlen offenbart sich wieder einmal die SkrupÄlosigkeit der Kriegsverbrecher, die weder durch die Rot der striegerangehörigen noch durch das Elend der Kriegskrüppel und Kriegerhinterbliebene»»on ibrer Ba> banouepolitik sich abhalten ließen. Auch ewe Folgeerscheinung des Swhlbades Der Reichsminister der Finanzen legt dem Reichstag« eine Denkschrift vor, die unfreiwillig einmal mehr dt« Wirkungen des großen Stahlbades auf breite Bolksteile beleuchtet. Diese Denk- schrist, deren materieller Teil wohl noch im Reichstage durch »pfere Fraktion behandelt werden wird, weist auf die großen Sc- fahren hm, die heute mir dem Beruf der Grenzwächter verbunden find, und versucht, die besonderen Zuwendnngen, die de« Grenz- Wächtern heute durch die Regierung gemacht werde», zu rechtfetti- ge«. Die amtliche Darstellung des heutige« Schmugglerbetriebes in den Ersnzbezirken liest sich geradezu wie eine Phantastedurch- tränkte Schilderung echt merilanifchen Bandenlebens. Es heißt darin wörtlich: „In neuester Zeit find die Anforderungen an manchen Grenz- strecken, insbesondere an der Seeküste und an der holländischen Grenze, i» einer Weise verschärft worden, wie früher kaum je- mals gedacht werde» konnte. Die Schmuggler, kriegs- qeübt und Zvm Teil bewaffnet, trete« in Massen von Taufenden von Personen auf und unter Bildung von Banden von 100 Mann und mehr. Aus der militärischen Durchbildung des Lölkes ergibt sich von selbst ohne besonder- B«abr-d»ng dieser auftretenden Massen häufig das Bild einer kriegsmäßig marschierenden Truppe mit Vorhut. Seitendeckung und Rachhut. Rabfahrerpatrouillen kläre» aus.'Spürhunde durchstöbern das Gelände und sichern die Transporte: das Signal- und Nach- richtenwefen funktioniert musterhaft."\ Bisher find ja über dieses Schmugglerwesen in de« Erenzbezir- ken allerhand Berichte in die Oefsentlichkeit gelangt, aber man war versucht, sie immer für die llebertteibungen eines phantasiebegab- tcn;>urnanjten zu holten. All diese Dorlezungey werden aber durch de« amtlichen Bericht weit ÜSertrofken, wobei als besonders wertvolles Eingsftändnis zu beachte« ist, daß diese Erscheinung i« der Hauptsache aus die»militärische Durchoikd»ng" zurückgeführt wird. Dielleichi denkt die«Deursche Tageszeitung", die eben erst anläßlich des Geburtstages der Exlmferin behauptet, erst die Hohen, zoller» hätten das deutsche Volk zu seiner Blüte emporge- führt, über diesen amtlich festgestellten ursächliche« Zusammen� j etwas nach. Der harmlose Escherich Herr E'cheriS, der ob-rft« Kriegsherr der Orgeich und kommen« der ASembsrrscher in Denttchland, hat sich interviewen lassen. Um das„mehrfach gegen ihn und fein« Mitarbeiter verbreitete Miß- trau««' zu zerstreuen, hat er sich als einen überaus friedlich ge- sinnten Mann hingestellt, der einsähe, daß es weder seine noch seine? Organisation Sluszab- wäre, in verfassungsrechtlichen Fragen eine richtunggebende Stellung einzunehmen. Wir sind allerdings der lleberzeugung, daß Herr Escherich selbstverständlich keine richtunggebenden Ideen besitzt und sie deshalb durch eine möglichst große Zahl möglicksi gut bewaffneter Söldner ersetzt. Aber wir könvvu uns von se-ncr Harmlosigkeit nicht so ganz über- zeuge«, auch wich:, obwohl S i nvwj zd ihm das Zeugnis aus- gesteltt hak, daß et and feine Schntzengurden der Arbeiterbewegung «eniger neLöhMch feien nie die Gemerstchaften. Eine Null Das Reichswehrnunist-rinm erklärt« wiederholt kaiegorifch. daß die Ratter-Efaiztide Ehrhardt aufgelöst worden fei. Zetzi vev- öff-mSicht die« Brigade in der„Kreuzzeitung" einen Ab- sihiedsgruß an den verdienten Korvettenkapitän Ehrhardt. Das heißt also: Die Marinebrigade ll existiert noch, nur Herr Ehrhardt ist gegangen, oder vielmehr: in Gnaden entlostev worden, denn in dem Nbfcknedsgrckß heißt es ausdrücklich, daß Ehrhardt.Mutet Toibehatt der ge'etzliche» Penfivnsan»- spräche" verabschiedet worden sei. Ehrhardt, der soviel Elend über sein Land gebracht hat, bekommt also zum Dank dafür noch ein Nrchegehakt aus de« Tasche« der Stenemahler. Dieses KomSdienfpi� ist nur möglich, weil an der Spitze des Reichswebrminisieriums eine potitiiche Rull steht und weil das deutsche Parlament nicht den Mut aufbringt, diese Rull wieder a«k se-mm BLrgermeMervosten zurückzuschicken. Was geht au der Ostgrenze vor? Aus S tallup ö»e««ick, ans gerieben: Seit einigen Tw aen wird die logenaunte. grsine Grenz«. toienet Stelle uon zählreichen Sd«eMute«. die sich in Litau-a gegen Pslen arrotritn lass.n. Ant dem Bahnhof Ki 6 Bit»statten sich z.». bis zum 18. Oktober mehrere hundert lolcher UederlLnfer«»sesammelt. die mittel» Eitra myes in der Richtung nach Ko«»» abttansportie-t war« den sind. Ob es«ie viestach beoaupter wird, zutäfst. daß gs- fchlosiene deutsch« F-rmat.on-n mtt voller Ausrüstung. S-ichütze«. Werde« usm die Grenze nach Lttaue« ub-rschrttten haden, konnte bischer nicht einBjaafcftet issigÄtellt werde«. Es ist aber Nachweis- da« Tat usch«, daß größere Trupps i« Zi«ll linier Führung von Peffonen, dir mit„Herr Leutnant" angeredet morde« sind, auf dem Brckinwege zur seutsch-fitmiischen Grenze gelangen. Weiitrhi» ist es Tatsache, daß Hierselbst Aiaterial- wie Kolonnenwage«, Träicke-mer». a. Heeresgeräi per Eiskmbahn anlangt. Es liegt die Vermutung nabc. d«lß dieses Gerät ebenfall» über die Grenze oeichobrn wird. Es ist ebenfalls auffällig, daß dst vorerwähnten Trupps in Zivil Pakete Bei sich richten, die ihrer Schwere nach als Msnittonspakete anzuspreche« find. Im übrigen sollen Eisenbah«mun,tivnstiansporte unter- wegs fern, die«orausstchilich am Dienstag, den 19.». WtS-, stier eintreffen werden.___ v ,,,_. Das Geschilderte entspricht a»f keine« Fall der deutschen Neutra- Tttät. Soll etwa der Konflikt zwischen Litauen und Polen sich «ewisfe Kreise z»m Lorwand dienen, in Litauen«ine weiße me« auizustellcn. die über kurz oder lang zu reaktionäre« Mochensckas» ton mißbraucht wird? Geheimnistuerei im Reichs- wirtzchastsrat Im Nachrichtenblart des„Deuischen Gemerkschaftsbund»� fchrifilich-natimtale Richtung) regt sich ei« Herr Thisse« üb« den Sitzungsbericht auf, den„Der freie AnaesteSte" von den Septemberverhandlungen des Sozialpolitischen Ausschusses im Reichswirtschaftsrai veröffentlicht hatte. Wir finden es durchaus richtig, dag die Verbandsorgane der Afa endlich die Geheimnistuerei der Ausschüsse dnrchbrochcn und mit einem kritisch gehaltenen Bericht in die B er Handlungen des sozial- politischen Ausschusses hineingeleuchtet laben. Wenn dabei einige A-uchgewerkschtftler über Leichtfertigkeit in der Bericht« erstwitang zetern und selbst getroffen aufschreien, so wird das hoffentlich die fttigewerkschaftlichen Arbeitnebmervertreter «icht abhalten, auch fernerhin über ihre Tätigkeit im Reiche wirtschastsrat in der Eewerkschaftspresse Aufschluß zu gebe». Darüber hinaus muß verlangt werden, daß die Ausschüsse des Reichswirtschaftsrates die T a g e s p r e s s e zu ihren Verhandlungen zuziehen. Wir haben diese Handlung bisher «ermißt und ermatten, daß der Vorstand des Reichswirt« fchaftsrats oder die nächste Plenarsitzung da« beschließt. Der Kleinhandel für die Wucher- sreiheit Um die einzelnen Käufer vor willkürlicher Auswucherung dur� gewissenlose Kaufleute zu schütze«, ist während des Krieges dal» Berottmung bestimmt worden, daß die Preist für die feilgebvt� nen Waren an sichtbarer Stelle ausgehängt werden müssen. Diese Bestimmung besteht auch jetzt noch. Ihr« Aast rechte rhoUung ist tringcnd uottvendig, nett»» außerardentli« viele Kaufleute zu geben sbeint. die trotz der Ikottage der ZKasse« die AWcht habe«, wvcherssche Preist zu erheben. Um diesen ft-lli« das Handwerk m erschweren, toll« die Borschritten»'>? ve" Preisaushang verschärft»nd den Preisprüsiwgsstelken Befugnisse gegeben werde«. Obwohl gegen diese Bestimmung diejenigen Kaufleute. nicht zu wuchern beabsichtigen, eigentlich keinerlei SrnwenduNS� erheben könnten, hat der Sleinhandelsausschuß** deutschen Industrie- und Haudelstages jetzt eine Erklärung örsentlicht, in der er gegen die Bestrebungen, den PreisprüstMS� stellen«wetterte Bejugnissc zu geben und die Borkchriste» den Prttsausgang zu verschärfen, Enispruch erhebt. Diese offiziell« Körperschaft des Kleinhandels breitet als» ksi'J schützende Hand Sber die Wucherer. Das darf nicht hindern tig die Schutzbestimmunge» für die Konsum- mit aller Schärfe durchgeführt werden. Die Betriebsstillegungen Ausschußsitzl des Reichswirtschaftsrats Der wirtlchastzpolitische»nd der sozialpolitische Aus »orlällsige« Reichswirtschaftsrates behandelten in gerne« Sitzung die bereits von einem Unterausschuh beratene Berordnnug »ber Mahnahmen gegenüber Betriebsabbrüche»»nd Betriebs- ftillegunge«. Die Verordnung bestimmt für gewerbliche und Verkehrs- betriebe mit mindestens 20 Arbeitern die Anzeigepflicht der beabsichtigten Betnebsfiillegung oder den Abbruch von Be- trieben, wenn dadurch die gewerbliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens verringert wird oder Detriebsanlagen ganz oder teilnjeife nicht benutzt werden fallen, falls dadurch bei weniger als SiZll Arbeiter« 10 Arbeiter, bei mindestens 200 Arbeitern 5 Prozent, Zeven falls aber mehr als 50 Arbeiter zur Entlassung kommen. Eine BetriebsSnderung darf ohne Genehmigung der zufl findigen Demobilmachungkbehörd«, die aegedeneinalls zur Beschlagnahme und Enteignung gegen Entschädigung beftgt ist, nicht vorgenommen»eedcn. Die Verordnung bedroht rs u- Widerhandlungen mit Gellstrafen lu« z» 100 000 Marl und Gefängnis bis zu einem Jahr. Prof. Dr. Herl« er. Berlin, teilt« mit dah der Unierausschuh mit allen gegen ein« Stimme Befürwortung von Matznahmen gegen die Betriebsstillegungen empfohlen hat. Der Vertreter des Grohhandsls. Herr Keinath, der sich im Reichswirtfchaftsrat mehrfach als Scharfmacher bemoridar ge- macht hat, fuhr auch hier schwerstes Geschütz auf, indem er damit drohte, die Industrie werde zu Aussperrungen swretten, wenn sie durch die beabsichtigte Verordnung beunruhigt wer- den sollte. Ali sfell und Reichsarbeitsmuiister Brauns such- ten den Mann zu beruhigen. Der erste meint, die Verordnung sei schon zur Beruhigung der Arbeiterschaft notig. wo- mit er wohl nicht gesagt haben will, dah zur Beruhigung der A«» beiterschakt eine auf dem Papier stehende Verordnung genagt. Mir erwarten, d-'h die Verordnung, wenn sie im Plenum und im Reichstag beschlossen werden sollte, sogar in schärfster Weise Anwendung findet, etwa so, wie man gegen Arbeiter gerichtete Verordnungen anzuwenden pflegt. Abg. SSweiizer(Bund der technischen Angestellten) erkennt die Verordnung als ein Mitiel für die gröhere Rationalisierung der Trchni! an. Der Demobilmachungskommissar müsse st� ja bei seinen Entscheidungen der Sachverständigen bedienen. Di« Mansfeldsr Kuvferschieser Sauende EeseMaft habe mit einer Betriebsstillegung gedroht, weil sie ein Sinke« der KupZervrrise verhüten wolle. Der Redner wendet sich gegen die Drohung mit Aussyeirungen und weist darauf hin. dnh beim Kampf um das Betriedsrätegefetz ein Äusichutz des Neichsver- bandes der Industrie sogar die Stillegung»er gesamten Industrie «wogen hat.. � � Nach einer weiteren Debatte. ,« der v. B o r l i g den Darstellun- gen Schweitzers widerspricht, ohne sie indes widerlegen zu iSnnen. und in der StaatssekretSr Hirsch vom Reichswirts baftsminisie- rium empfiehlt, zunächst der Verordnung zuzustimmen und ihre Wirkung abmwarten. den von Keinath vorgeschlagenen län- geren Weg der Gesetzgebung aber jetzt nicht zu gehe«, erklärt der Abg.. v. Siemen; im Namen der Ar eitgeber die Zu- ftimmung zu der Verordnung unter der Voraussetzung, dah folnende Aenderungen vorgenommen werde«:.Dem 5 5 nach dem die Verordnung keine Anwendung findet, wenn die Mahnahmen in den Betrieben auf Anordnung oder mit Zu- stimmung einer zuständigen Behörde erfolgen, soll hinzugefügt werden„oder wenn nachweislich Mangelan Kohle Betriebsstoffen und Rohstoffen trotz rechtzeiti-' £er-lS/,�Öri,e be3 Betriebes v o r l i e g i." Ferner wird der Zusatz verlangt:..Wirtschaftlich- Mahnahmen im «.fu w I von Kämpfen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gelten nicht als Mahnah. Verordnung.- Abg.-chwcitzer stimmt diesen Vorschlägen im Namen der«r. veltneyme? zu. Darauf e-folgt die Annahme der Verordnung mit den vorge- schlagenen A:nd-'-.zeu i« einer Gesamtabstimmung ein- stimmig. Diktatsrische„Vertagung" der Danziger Kammer Der englische Oberst Etrutt hat die verfassunggebende Lersamm- lung in Danzig kurzerhand diktatorisch vertagt. Er begründet diese Eewaltmehnahme mit Vorkommnissen am 20. Oltober. An diesem Tage wurde aus Anlah eines Zusammenstohes der Rechten mit einem rechtssozialistischen Abgeordneten bei der Beratung des Richterwahlgesetzcs vom Präsidenten des Dauziger Landgerichts dem Schriftführer«ine schriftlich formulierte Erklärung übergeben, die der Genosse Mau diesem, bevor er sie verlesen konnre, entriß und zerfetzte. Strutt erklärte, dem Präsidenten der Verfassung- gebenden Versammlung bleibe es überlassen, im Einverständnis mit ihm die Versammlung wieder einzuberufen, wenn e» nötig sein werde. Ucber die Notwendigkeit entscheidet natürlich Strutt. der persönlich auf dem Standpunkt steht, die uerfassunggebend« Versammlung habe die ihr zugewiesenen Obliegenheiten erledigt. Es kommt also ganz darauf an. was er für Weifungen aus Paris oder London erhält. Bemerkenswert ist, dah die Rechte von den Deutschnationalen bis zu den Deutschdemokraten demonstrativ und fichtlich erleichtert den Saal verliehen, während unsere Genossen zu protestlerifchem Verbleiben und Weitertagen aufforderten. Di« Berliner natio- nalistische Presse sucht natürlich de« Eindruck des stillen Einoer- standnisses oder gar der Urheberschaft des Eingreifens Strutts zu verwischen, wagt es jedoch nicht, gegen die in dieser Beziehung er- hobenen Vorwürfe energisch Stellung zu nehmen, obwohl Genosse Mau die Recht« in aller Form beschuldigt hatte, sich mit der alliierten Verwaltung in Verbindung gesetzt und mit Hilfe des Vertreters des Oberkommiflars versucht zu habe«, das Haus ar- bcitsunjähig zu mache«. Die Danziger Konventton Danzig, 23. Oktober. Durch Beschluß der Botschafterkonferenz vom 20. Ottober ist die Unterzeichnung der Konvention zwischen dem Frei- staat Danzig und Polen auf Sonnabend nachmittag 4 Uhr angesetzt. Zugleich soll zur Unterzeichnung der Bestimmung ge- schritten werden, welche die Stadt Danzig als freien Staat kon- ftituiert. Aus der Konvention zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig. deren endgültiger Text am 10. Oktober festgelegt worden ist, seien folgende Einzelheiten entnommen: Die polnische Regierung, die einen diplomatischen Ver- treter mit dem Sitz in Danzig bestimmt, erhält die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten der Freien Stadt Danzig, sowie den Schutz der Staatsangehörige« Danzigs in den Fremden Ländern. Polen darf keinen internationalen Vertrag, er die Freie Stadt Danzig interessiert, schliehen. ohne vorherige Beratung mit der Freien Stadt Danzig. Der vom Böllerbund einzusetzende Oberlommissar kann jedem internationalen Vertrag sein Veto entgegensetzen, soweit er die Freie Stadt Danzig be- trifft, wenn der Völkerbundsrat glaubt, dah er dem Statut der Freien Stadt widerspricht. Danzig darf nur nach vorheriger Be- ratung mit der polnischen Regierung ausländisch« Anleihen auf- nehmen Die Freie Stadt Danzig wird in da» Gebiet der Zoll- grenze Polens aufgenommen und bildet mit Polen«in einzi- g e s Z o l i g e b i e t, das der polnischen Zollgesetzgebung und dem hne« und den Schienenwegen, die HauvtsSchllch WatNUNa VN die »1- rorcio» ffinh; hie»»» Di- lkreie Stadt Dan- r �, de« Straß._________________....._.. den Bedürfnissen der Freien Stadt dienen. Die Freie Stadt Dan- zig gewährt Polen dieselben Bestimmungen zum Schutz der Min- derheite« in bezug auf Religion und Sprache, die von Polen auf polnischem Gebiet angewandt werden. Weitere Abkomme« sollen über Raturalifation sowie Ausfüh- rung der Gerichtsurteil« folgen, die von den beiderseitigen Ee- rickte« gefällt sind. Danzig behält deutsch« Währung. So- bald es die Umstände erlauben, soll in Verhandlungen eingetreten werden, die dir Vereinheitlichung des Münz'yftems zum Ziele haben. Polen übernimmt die Versorgung Danzigs mit Lebens- mittel« und Brennmaterial. Streitigkeiten zwischen Polen und der Freien Stadt Dan-ig, die die Beziehungen der beiden Par- teien berühren, unterliegen der Entscheidung des Oberkommissars, der die Angelegenbeit an den Rat des Pöllerbundes verweise« wird, wenn er es für notwendig erachtet. Danzig, 23. Oktober. Die Danziger Delegation telegraphiert aus Paris: Die Delegation hat sich nach reiflicher Ueberlegung unter Wür- diaung der gesamten Eocklaae und Berücksichtigung der ihr durch besondere Delegierte rechtzeitig übermittelten Auffassung der Ver- fassunggebenden Versammlung einstimmig entschlossen, die Kon- vention und die Urkunde über Begründung der Freien Stadt mit der in ihr enthaltenen Erklärung wegen Uebcrnahme der Koste» für Verwaltung und Besatzung am Sonnabend zu unter- schreiben. Die Delegation hat der Botschafterkonfeeenz gegenüber als Bor- aussetzung� für die llntersckrift zum Ausdruck gebracht, dah der Völlerbund und der vom Völlerbund«inersetzte Oderkommissar der Freien Stadt den zugesicherten Schutz gewähren und bei Durckfuhrung der Konvention sowie bei Regelung der noch offen st-henoen Fragen dr Sebeoswterrssen der Freien Stadt und ihrer Bewohner ,« gewohnter Weife berücksichtigen«erde. Paris, 23. Oktober. Die Botschafterkonferenz hielt heute vormittag unter dem Vor- sitz v�n Jules Somhon e'ne Sitzung ah. in der mitgeteilt wi'�de, bog die polnische R e g i« r u» g sich' weigere, dem Ver- trag zuzustimmen, der zwi chen dem Freistaat Damig und Pal'r auf Grund des Artikels 104 des Friedensvertrages abgeschlossen werben sollte und der die Genehmigung de« Botsckafterrates ge- fanden hatte. Infolgedessen hat die Botschafterkonferenz de- schlösse«, noch heute Vormittag eine interalliiert« Kommission-u- sammen-uberufen. die unter dem Borsitz von Minister Laroche steht, und der je drei Vertreter von Danzig und Polen angehören sollen. Man will versuchen, ein« Lösung übe? das zukünftig« Statut von Danzig z« finden. Autonomie für Oberschlesien Der Ausschuh für auswärtige Angelegenheiten setzt« am Sonnabend vormittag die sckon seit mehreren Tagen ge- pflogenen Beratungen über die Gewährung der bundeeftaa�lichen Autöuomie für Obcrschlesieu fort. Das Ergebnis der VerHand- lunge« ist folgendes: Die Reichsregierung wird demnächst ein Gesetz einbringen, das in Oberschlesien nach dessen Entscheidung für Deutschland d i e voll« gliedstaatlich« Autonomie cr führt, wen» die oberschlestsche Bevölkerung sich für diese Autonomie erklärt. Die Annahme des Gesetzes im Reichstag ist nach den Verband- langen des Ausschusses und den dort von den Vertretern sämtlicher Parteien abgegebene« Erklärungen gesichert. Zu dem Gesetz wird Stellung zu nehmen sein, wenn der Wort« laut de» Entwurfs belannt ist. Aus dem Osten polnischen Tarif unterworfen ssr. Der Danziger Frei. Hafen wird aufrechterhalten. Es sollen, soweit mög- lich. die aeaenwärtiaen Beamten weiter beschäftigt«erden.. Alle Schienenwege de» Freistaates werden von Polen verwaltet, anhor Frankreich greift wieder aktiv in den Kampf gegen Sowfet- Ruhland«in. Nachdem Polen nun endlich sich zum Frieden mit Ruhland bequemt hat. gilt Frankreich» militärische Hilfe dem Grafen Wrangel, mit dessen Anerkennung sich die französische Regierung so sehr beeilt. Räch einer Meldung der„Zsvestta" wurde Odessa zum ersten Male durch französisch« Schlachtschiffe beschossen. Es geht doch nicht« über die Heuchelei der bürgerlichen Diplo- mati«. Da schreibt und redet man täglich und stündlich vom Frieden, gründet einen Völkerbund zu: Verhinderung künftiger Kriege, beteuert fein Bestreben, mit Rußland wieder in ein frird- liche, Verhältnis zu kommen, und knüpft zur gleiche» Zeit eifrig die Fäden» um immer neue militärische Gegner der russischen Sowjet-Republik entgegenzustellen. Der Staatsstreich des polnischen«enerals Z-ligowskl scheint konsolidiert. Es bestätigt sich, wie wir sofort aussprachen, daß man von polnischer Seit« den General gewähren ließ, um die Welt vor vollendete Tatsachen zu stelle«. Offiziell konnte man wegen der Rücksichten auf die Entente nicht tun. so griff man einfach inoffiziell zu einem kleinen Staatsstreich. Denn wenn Polen wirklich diesem Unternehmen so fern stünde, was sollen denn da alle Beteuerungen, daß nun Polen es sich nicht nehmen lasse, das Schicksal Wilna» zu regeln. Das ist ein« höchst verdächtig« Liebe. General Zeligowski hat bereits eine mittellitauische Regierung aufgemacht und ge- äußert, diese Regierung werde ihr Selbstbestimmungsrecht mit Es stört sich niemand an dem Bölkerbund. und dl« Dinge voll- gen für die Einberufung einer Volksvertretung feien bereits im Gange, und er hoff«, dah die Wahlen Anfang Januar nächsten Jahres erfolgen könnten. Die Volksvertretung werde auf vollkommen demokratischer Grundlag« gewählt, und bei dieser Wahl werde es sich zeigen, dah der über- au» gröhte Teil der Bevölkerung fest zu seinem polnischen Vaterland hall«. Zeligowski erklärt« weiter, die mittel. litauisch« Regierung Hab« eine Rot« an den Völkerbund abgr- sandt. in dem dieser zur Entsendung einer unparteiischen Plebiszitkommissio« für die Bollsabftlmmung aufgefor- dert werde. E» ist allerdings anzunehmen, dah unter dem Drucke einer Mi. l i t ä r d i k t a t u r sich ein für Polen annehmbares Wahlresultat ergeben wird. Wie es mit der vollkommen demokratische« Grund- lag« beschaffen sein wird, bleibt abzuwarte». Di« ganze Ent- Wicklung dieses polnifch-litauischen Konflikt» gewinnt aber auch besondere Bedeutung dadurch, dah er die ganze Bedeu- iungslosigkeit des Völkerbundes aufs neue enMllt. Es stört sich niemand an dem Völkerbund und die Dinge voll- ziehen sich ganz ohne seine Einwirkung. Imperialistische Raub- züge, Vergewaltigungen von Völkern and Ländern sind heute genau so an der Tagesordnung wie früher. Im kapitalistischen Zeitalter ist der VoUerbund ein Popanz. Weiterer Bormarsch der Polen Kowna, 2t. Ottober. Hier herrscht außerordentliche Bestürzung»«ge«»«ttere« Bor- Marsche» der Pole«, die jetzt|chLnglg« Zellansadienst scheeidt: Bus Grund festgestellter Tntsach-n hat sich ergebe«, dah von liulsradtkaler Seite verjuckt wird, durch Putsthserfuch« und UeVerrumpelungen dir Arbeiterschaft in eine Al i-n zu treiben. Wir warne« die Arbeiterschaft, sich an solche« törichte« Unter- «ehmunqe« zu beteilig««. Kauz besonder» ergeht di-se Warnung an die A r b e i t s l o s e n. die von den Putschisten als Stoßtrupps oosersehe« sind. Die Arbeiterschest kann nicht durch solche, au» dem Arsenal stiehbürgerlicher Revolutiensromantik stammenden Putschversuch«, sondern nur durch zlelbewuhte» Klasse«. kämpf Zvw Siege kommen. Solche, von unflaren nnTc-iah,its scheu Elementen unternommene Putsche dienen nicht der Sech« des Proletariats, sonder« nutzt« nur der Konterrevolution. Auf der Suche nach ewem Sündenbock Di« K.P.D. und die sich ihr au de« Hals geworfenen Reu« kontmunistcn scheinen schon jetzt von einigen Bedenken geplagt zu werde«, die von ihnen in der Debatte über die Moskau«: An- schlußbedingunge« geflissentlich erweckten Erwa tun »ahme in die dritte Internationale zuficherte. „Partei bureaus, Zeitungen usw.". schreibt sie.„sind nicht um wichtig, aber wichtig« als alles dos ist, dotz die Gefahrenzone. di« die kommunistische Bewegung in Deutschland augenblicklich durchläuft, möglichst abgekürzt wird, dah die orgauijatorisch« Verschmelzung der gesamten kommunt�ischen Arbeiterschaft sa rasch als möglich vollzogen wird." Hiermit wird ungewollt zugegeben, dah die iosortiae Auftncha.« zu dem Zwecke geschah, zuvor die Palteiiustftutlonen l�uuMDi« die Presse der ll. S. P. D. an sich zu reih:«, um diese Beut« de» K.P. D. zuschanze« zu könne«. Ebenso bezeichnend ist aber auch d« kaum»erhaltene Groll, der aus diesen Zeilen üb« die v?-» läufige Anerkennung ohne Verschmelzung mit der K. P D. stricht. Und es entspricht nicht mind« den kommunistischen Eepslogen- hellen, sich so zeitig als möglich nach Sündenböcken für die miß« lungenen„Aktionen" der K.P.D. umzusehen. AengsMche Bemühungen Di«„Rote Fahne" macht in ihr« gestrigen Ausgabe E'osstN über eine im Landtag von d« sogenannten rechten ll. S. P. ein» gebrachten Anfrage an den Iustizminister, od Etraso-rfolzungen gegen Kommunisten geplant seien. Die.Rot« Fahne" schreibt: „wir sind üb« soGiel Teilnahme der Rechten der ll. 3. P. gegen* über ihren kommunistischen Feinden aufs höchste gerührt." Die Rührung der„Roten Fahne" wird vielleicht noch größer Werden, wenn wir ihr verraten, dah auch die sogenannte Linie d« ll. E. P. die Anfrage hat einbringen helfen. Aber welche Tat von uns hätte der.Rote« Fahne" noch nicht zur Herabwürdigung d« Unabhängigen Sozialdemokratie gedient? Cachin für Borbehalte Marcel Eachin hat auf seiner Durchreise durch Frankfuri a. M. ein Redaktionsmitglied unseres dortigen Parteiorgans zu sich ge- bete» und mit ihm über die Frage der Jnternatiorale gesprochen. Wie das„Bolksrecht" berichtet, soll Cachin von dem vollzogenen Bruch unser« Partei mit Moskau sehr nachdenklich gestimmt sei«. Auch habe er zu verstehe« gegeben, dah er nur. mit Vor- behalte« de« Anschluß an die drllte Internationale befür «orten könne. Ganz unmöglich sei d« geforderte Nrshluh des Genossen Longuet und die Umbenennung der französischen Par- tei. Außerdem würden die französischen Eewerkschaften auf Wahrung ihr« absoluten Selbständigkeit bestehen. Der russische Sonderzug Genosse Otto Jensen schreibt sehr hübsch in der„Leipziger VoÄszestung" „Glückliche Reise üb« Leipzig nach Kassel" rief höhnend Adolph Hofsmaun. Dies Schlagwort für den näcksten Groß-Berliner Zadlabend ist nur ein irreführender Weißbier« itz. Wir denken gar nicht daran. Herrn Oberbürgermeister Scheidemann zu besuchen. Nein, unfte Reise geht im internationalen Ezoreßnig über Paris nach London, und hoffentlich um die ganze Welt. Wir trauen nicht dem Sonderzng nach Moskau, d« leicht ontgie>sen kann, wegen anormaler Spurweite und schlechtreparierter Loko- motioe." „Der Parteitag du»omnmnipischen Partei Denllchlanbs. Set« ttan der Kommunistischen Internationale, beginnt Dienstag, den t November, vormittags 9 Uhr. in den Sophienfalcn zn Berllm Sophienstraße 17/10. Es referieren über„Die politisch« Lage, Thalheimer, über„Die Stellung zu den politischen Parteken L« v i. über„Bericht vom Z. Kongreß der Kommunistfichen Jnter- nationale" Meyer, über„Betriebsräte, pollliich« Arbeiterrate und Arbeitslosenfrage Brandler, über„Unsere Tati�eit in den Eemeindeparlamenten" Handle. Z flhne 4 u. 7 M. mit Frfedenshoutsdruli 5 Satire«chrN'ftck« S-nootl». Wnwfeben mit BeMobnng bei BesfetJur» von eeblssen gratis. Krenen v. SO Illfe. au Spez.; Zähne ohne Säumen. 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JtSßSOgSO Zuckerschalen............... 4" Kuchenteller.......... 1575 1980 Honigdosen.............. 590775 Butterdosen................... 375 Fruchtschalen................. S28 Zitronenpressen............ 295 Traubenspüler................ 290 Teebecher.................... I98 Teebecher m» s-rdo.--......... 375 Weingläser............ 4" 478 Sektkelche................... S25 Likörgläser buni 775 878 gi«» 378 Teller 1250 Äbendbrottellep weiss, nofd, PorzelloTi..... 785 Waschgarnitur �52°» �92» Küchengarnituren � 14500 Salatieren«�45, 85 Ptl 28bh45" Sa!aiiereni>un.55.95i>il98bu488 Satz Salatieren web», 7i.iiig 1978 Obertassen................. 43?«. 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Norden 106 iL Theater am Rollendorfplatz lmmmfflimilmmiiillllillmlummiulMimlimmnlmgmmllgigmimmmliingiimlilmiiiiluiiiiiiililnilliimiMmlimKili Täglich abends 7 Uhr Der große Operetten-Erfolg JmWeeimW. «immsn der Presse: 12 US» Mittagsblatt! Ed wird wohl heute in Berlin in keinem Theater aus dem Gebiet» bee Operette Aehnliche» geleistet. Tageblatt: Das war wieder«in Schritt oorwSrte— ein daucra» der Erfolg wlrd es sicher tiber viele Bühnen führen. jttrine» Journal: Man mutz da- Werk gesehmi habe», wenn 981 MM man von der heutigen Operette sprechen will. ILM ÄW Ausschneiden! gültig vom 25. Oft bis IS. Nov. für 1 di? 6 Personen. Nor Wochentag« Wie der M-l!! 5.— M. M. 7.- M. iL Rangbalkon. Die Lustbarkrileslruer ist in dlrsrn Preisen einbegriffen Dorverbaus»Sgl. v. 10".— 1 Uhr u. am Tag« der Dorste llg.». 0 Uhr ab I. Rang... lb.. gn. I Rangdalkon 12.— M. Parkett-Fam.. lb__ M. IIWWr-WW nur für Damen über 18 Jahre von Minna Kube Frsuenhelikundige Dlrf ktorln d*s Frauenhell• Institut», W, Potsdamer Str. 86. »anlag, 28. Olri.. 7", Uhr, Brsuore! Patzenborer, Turraatr. 20 DionstüC], 20. Okt., 7", Uhr. Borussla-Braueral, Ackerstr. BT Mittwoch, 27. Okt., 7", Uhr, Sophien-SHIe, Bophlenatr. 17,10 Donneratan, SB. Okt., yi/, Uhr, V»rgnUgong»pala»t„GroB. Bartin", Hasanhaida IS IB Freitag, 29. Okt., 7", Uhr,„Att-Berlln", Blumanstr. 10 Montag, 1. 2 evember, 71/, Uhr,„NaMona'hoC", UBlowstr. 87 Dlanstag, 2. tlovcmbnr, Tj, Uhr,„Bleuer Saal", Kommon- dontanatraae 6 IIS» Mittwoch, 3. November, 7", Uhr,„Realdans-FastsSla", Landsbargar StraOe 31. Donnaratag, A.Movemb., 7'l, Uhr,„Hohanaollara-PastaSlaul Cluirlottenburg, Barrtner StraBa 108 FraKag, S. koveinbar, 7'!, Uhr,„Alt-Barlln", Blumanstr. IQ Montag, 8. Novatnbar, 7', Uhr,„Prachtabla das Oatsna", Frankfurt ar Alisa 47,48 Frauenleiden Bon den ersten RnfSngrn di» ,n den fchnierften Erbranbnnge». Können nicht viele Operationen bei Frauenleiden durch rechtjeitige Ausklarung und ärztliche Behandlung vermieden werden? SNSdchen» kranNheiten wie: unrcgelmätzige, schmerzhafte und ailzureiche Mrnstruae tionen. Tntzünbnngen, liatarrhe, Senkungen, Rnichungen, Verwachsung-». Die Kranbheurn der Fronen in der Ehe. Die Krankheilen der Wechsel« jähre: Eeschwstifte, Myome, Blutungen, Rreb», Htzstcric, tvemülsleiden. N. Da» Die 30 Schönheiten des Weibes Die Pfleg« und Erhaltung wahrer Frauensch Lnhelto Sichere wissenschastlichcMethoden werden angegeben und praktisch vorgeführt. Was die Frauen häßlich macht?? III. Teil WaslstderFrau erlaubt, wenn sie liebtl Daa QlUck dar Lleba In der Eha, arta as gewonnen, gewahrt und erhalten wird, Wlo Uabe und Ehe wniergrahon und sarstart werden Welche Charaklero stuBan eich In der Eha ab? Walchs Charaktere stehen sich an? Soll man den Schönsten heiraten? Dia Kunst, einen gesunden Mann su hakommon. Warum bleiben so viele MOdchon sitzen? Wia kann die Frau den Mann In dar Ehe fesseln? Wie man MBnnar behandelt. Rotten i» 2.S0. 3X0, 4.50, 5.50 M!>, mit Steuer an der Adendkaffe. Raffenöffnung l Stunde vor Beginn. Erschsiirt nur einmal Nr. 452 1. Beilage zur„Freiheit" Sonntag, 24. Oktober 1920 Die Krise in der italienischen Partei E. W. Bekanntlich ist die italienische sozialistische Partei die einzige nennenswerte politische Arbeiterorganisation, die ihren Anschlug an die dritte Internationale bisher vollzogen hatte. Seitdem aber die Berichte der nach Sowjet-Rugland entsandten Kommission vorliegen, insbesondere aber, seitdem durch den zweiten Kongreg der dritten Internationale offenbar geworden ist, dag die dritte Internationale nur Organisationen gebrauchen kann, die ihr in allem gefügig und willig sind, hat sich in der italienischen Partei ein äugerst charakteristischer Umschwung voll- zogen, der um so bemerkenswerter ist, als ihm sowohl die Ver- waltung der Partei wie die führende Presse entgegensteht. Den ersten, auch nach äugen deutlichen Ausdruck hat dieser Um- schwung auf der am iO. und 11. Oktober in Regg io de E m i l i a stattgefundenen Konferenz erhalten. Dort sind über 300 Vertreter sozialistischer Sektionen zusammengekommen, um zu dem oevorstehcnden Kongreg der italienischen Partei Stellung zu nehmen/ An dieser Konferenz nahmen nicht nur Mitglieder des rechten Flügels teil, wie der von S e r r a t i geleitete „Avanti" irreführend berichtet, sondern auf ihr waren auch solche C enossen vertre.en, die bisher zu den wärmsten Befürwortern des Anschlusses an Moskau gehörten und die auch heute noch gegen einen Abbruch mit der dritten Internationale eintreten. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Antrag Baldesi, dessen Erundzüge im folgenden wiedergegeben seien: Die Krise der Partei ist entfacht, nicht weil einzelne Mitglieder gegen die sozialistischen Grundsätze verstogen haben, sondern weil die Beurteilung der augenblicklichen geschichtlichen Periode eine verschiedene ist. Eine solche Verschiedenheit kann kein hinreichen- der Grund zu einer Spaltung und Zersplitterung der Kräfte sein. Die Konzentrationsszruppe— so nennt sich der auf der Tagung vertretene Teil— bat keinerlei Vorurteile über das geschichtliche Werden des Sozialismus und die zu seiner Verwirklichung not- wendign Mittel. Sie verneint die Diktatur des Proletariats nicht. In der Welt gab es immer eine Diktatur. Aber es wäre falsch, wallte man demokratisch entwickelten Völkern Gesetze und Cizteme hierfür auferlegen, die in andern Ländern nützlich und noiwendig sein können. Die Konzentrationsgruppe verwirst auch den Gebrauch von Gewalt und der illegalen Organisation nicht, aber die Gewalt kann nur die spontane Explosion proletarischen Zorns sein, und ihr Matz wird bestimmt von dem jeweiligen Verhalten der bur- gcrlichcn Klasse, im Kampfe um die Macht. Seitdem sich das Kapital als unfähig erwiesen hat. die ihm durch den Krieg aufgedrungenen fürchterlichen Probleme zu losen. ist die ganze Welt in die Periode der Revolution eingetreten, die durch den Sturz des Zaren und den Frieden von Versailles izoch eine Zuspitzung erfahren hat. Es wäre aber kindisch anzu- nehmen, datz die revolutionäre Periode in der ganzen Welt schon ihre schärfste Zuspitzung erfahren habe und datz eine Umwälzung in den reichsten Länder» schon in kurzer Frist vorauszusehen sei. Ohne die gleichzeitige Mitunterstutzung des Proletariats anderer, reicherer Länder wäre die von den Extremisten durch unverzügliche Errichtung eines Sowiet-Srstems geplante Revolution von vornherein zum Untergang verurteilt. Daher erachtet die Konzentra. lionsgruppe heute alle Versuche zur Annäherung an das sozia- listilche Regime für notwendig und zieht hierfür selbst«in« ökono- misch-politische Teilrevolution in Erwägung, welche eine intensivere und erfolgreicher« revolutionär« Periode einleiten könnte. Die Konzentrationsgruppe ist darum der Auffassung, datz die Partei, falls sich eine Möglich- keit zur Uebcrnahme der politischen Macht auch in den durch den Augenblick und die internationale Lage bedingten Formen bieten sollte, diese nicht ausschlägt, sondern sich dabei die Kraft aller politischen und gewerkschaftlichen Organisationen zunutzen macht, welche sich in voller Uebereinstimmung mit der Partei und in gän'licher Unabhängigkeit von jeder bürgerlichen Partei befinden. Dieser Antrgg hatte schon in Bologna Zustimmung gefunden. und auf der Konferenz in Reggio unterstützten ihn sogar bisher weit nach links gerichtete Genossen. Der Antrag soll nun dem italienischen Parteitag vorgelegt werden, und man wird seinem Schicksal mit um so gröherem Interesse entgegensehen müssen, als damit auch das Schicksal der italienischen Partei und des italienischen, in gewissem Matze sogar des internationalen Proleta- riats verbunden ist. Der„Avanti" ist mit der Konferenz in Reggio leicht fertig. Er meint, datz sich alle, welche den in Reggio gewiesenen Weg be- treten, auherhalb der Partei stellen, denn nur zwei Wege ständen heute zur Wahl: entweder mit der Bourgeoisie für die Erhaltung b<£ Kapitals oder mit der Revolution. Das sei das Dilemma. dem die Konferenz in Reggio ausgewichen fei. ** • t Auf diesem Kongretz fand natürlich auch das Thema Moskau eine ständige Wederrehr. Dugoni.«elcher als begeisterter Fremrd der Bolschewiki mit de: italienischen Delegation nach Rutz- land gereist war. gab hierbei zu, daff die Mitzstände in Rutzland in einem hohen Matze nicht nur durch die Blockade, sondern auch durch das russische Regime verursacht seien. Dieses könne nicht auf andere Länder übertragen werden. Man müsse dem Proletariat die ganze Wahrheit sagen oder man begehe an ihm Verrat. Diese selbe Wahrheit müsse auch über die italienische Wirtschaftslage beachtet werten.„W a r u m sagt ihr nicht", ruft Dugoni de,r extremiftsschen Partei- leltung zu,„datz uns Rutzland nur eine kleine Menge Getreide geben könnte und datz wir diese nochselbst holenmlltzten? Wiestellt jichdieVer- waltung vor. datz Italien bei einer Blockade leben könnte?" Man hoste auf die Revolution In andern Landern und bedenke nicht, datz uns selbst Deutschland nicht zn hellen imstande wäre. Die Direktion der Partei habe kein Recht. was andere durch stete und harte Arbeit verrichtet haben, mit einem Schlag zu zerstören. Sie habe gegenüber Moskau Verpflichtungen übernommen und müsse diese nun e nh alten. Das Proletariat müsse in den kommenden Wochen mit allen Mitteln über die wahre Lage aufgeklärt werden, vamit es nicht blind ins Verderben gezogen werde. Zum Antrag Baldesi führte Dugoni aus:„Entweder wir erklären offen, datz wir bereit sind, die Macht mit aller Verant- wortung zu übernehmen, oder wir gehen auf die Plätze und treiben antibolschewistische Propaganda, um den Massen die unheilvollen Illusionen zu zerreihen. Halbe Matznohmen haben keine Geltung mehr. Ich für meine Person trete für das erste ein, überzeugt,' bah. wenn man nur will, nach den ersten unvermeidlichen Schwierigkeiten in der Regierung nütz- liche Arbeit für die Arbeiterklasse zu verrichten ist. Im selben Sinne sprachen sich auch andere als links gerichtet bekannte Führer der italienischen Partei aus. Targetti und Mazzoni traten für Aufrechterhaltung des Anschlusses an Mos- kau ein, forderten aber, datz die Autonomie der Partei gewahrt bleib« und datz Moskau von Land zu Land Unter- schied« mache. Wenn schon Parteigenossen wegen ihrer Hal- tung In der Vergangenheit ausgeschlossen werden sollen, dann mutzt« man auch mit Graziadei, einem der leidenschaftlichsten Befürworter der Moskauer Thesen, aufräumen, denn er sei für die Beteiligung Italiens am Weltkrieg eingetreten. lDiesen Typus der Kommunisten kennt man anscheinend überall!) Auch M.atteotti will den Anschluß an Moskau nicht abgebrochen wissen, aber die italienische Partei dürfe in der Freiheit der Taktik nicht beschränkt werden. Die Ausführungen des Genossen Treves verdienen ebenfalls gröhte Beachtung. Er entwarf einen grotzen historischen Rückblick. Rutzland. sagte er. habe geglaubt, die Entwicklung zweier Jahr- hunderte überspringen zu können, und sei zum kleinbäuerlichen Privateigentum und zur Zwangsarbeit in Formen zurückgekehrt, dl« an die vorkapitalistische Periode gemahnen.„Moskau, das uns verdammt", fuhr Treves fort,„hat nicht gemutzt, wer wir find. Di« Schuld hieran entfällt auf jene der anderen Seite. deren Informationen nicht immer edel und aufrichtig waren. Ich bestreit« Rutzland das Recht, uns die revolutionären Methoden vorzuschreiben, und glaub«, datz, indem ich dieses Recht zur AZahl der Methoden für die italienische Revolution verteidige, wir auch zugleich die russische Revolution unterstützen. Ruh- land bedarf nicht vorreifer Ungarne, sondern einer machtvollen Solidarität, die sich auf möglichst leiten Einstutz des italienischen Proletariats auf die Regierungsorgane gründet." Dieser Möglichkeit des Einflusses ist freilich das italienische Proletariat im Augenblick mehr denn je beraubt, denn der Pfeil Moskaus hat auch die italienische Partei in empfindlichster Weise getroffen. Sie windet sich im Augenblick in denselben Krämvfen wie das deutsche Proletariat und mutz ihren Blick abwenden vom äutzeren Feind auf die Befreiung der Massen von demselben falschen, verhängnisvollen Wahn, dem sich auch unsere Partei«nt- gegenstemmt. Auslandsstimmen über die Spaltung der ASPD Die„W i e n e r A r b e i t e r z e i t u n g" schreibt'nach einer Da,r- stcllung des gesamten Entwicklungsganges der Unabhängigen Sozialoemokratre: „Die Kommunisten forderten die bedingungslose Unterwerfung unter die Beschlüsse des Moskauer''(EpäUickomuecs,, also die völlige Preisgabe der ta! tischen Autonomie de: Partei. Sie fc.r- derten die Ersetzung der demokratischen Organisation der Partei durch eine Diliatur des Parteivorstandes nach russischem Muster. Sie verlangten die„Reinigung" der Partei von alten den Kommunisten nicht genehmen Elementen, die Ausschlietzung von Man- nern.vie Kautsky und Hilserding, den bedeutendsten Theoretikern, von Erispien und Dittmaun, den bedeutendsten Führern der Partei. Sie forderten, datz die Partei den Kämpf gegen die ge- werkfchaftliche Internationale aumchmen und damit die Spaltung in die deutschen Gewerkschaften tragen solle. Sie forderten, dsg di« Partei, die in einer geschichtl/.üen Stünde die Entscheidung für die Annahme des Vrrsailler Friedens gefällt, sich seither immer für die loyale Durchführuua des Friedensvertrages eingesetzt hat, um Deutschland den Frieden zu erhalten und die Versöhnung zwischen Deutschland und. Frankreich voruchereiicii, ihre friedliche auswärtige Politik au'aebsn. Arm in Arm mit den deutschen Nationalisten eine feindliche Haltung gegen die Entente, die Rutz- land bekriegt, einnehmen solle. Sie sollte sich s.hlietzlich mit der kommunistischen Partei v?"i-!>melmn unv'ihrsn Namen abnehmen. Nur unter diesen Bedingungen sollte, so wurde es auf dem Mos- lauer Kommunijtenrvngretz beschlossen, die U. S.P. in die Mos- kauer Internationale aufgenommen mernn. Und diese Bedingungen wurden eben deshalb so schroff formuliert, weil man in Moskau sehr wohl mutzte, datz sie für einen grotzen Teil der Partei unannehmbar fein werden. Das Ziel, das damit erreicht werden sollte, ist erreicht: der Streit darum, ob die Partei unter diesen Bedingungen den Anschluß an Moskau vollziehen solle, hat die Partei gespalten. Während die Sozialdemokraten, von Hilser- ding und Erispien geführt, die Bedingungen ablehnen, haben die „Neukommunisten" um Zjaumig. Stvelter, Koenen sie angenommen. Vorläufig bestehen also zwei Parteien die sich beide noch U.S. P. nennen und im leidenschaftlichsten Kamp' gegeneinander stehen; aber die Verschmelzung des rämmunist' scheu Flügels mit der K. P. D. ist wohl nur eine Frage kurzer Zeit. So zerfällt das deutsche klassenbewußte Proletariat nun in nicht weniger als f ü n s P a r t e i c n. die rmander heftig befehden. So zerfleischt sich die deutsche Arbeiterklasse selbst, während die Vour» geoist« fester denn je wieder im Sattel sitzt, die Reaktion zum ent» scheidenden Streiche rüstet. Der praktisch, ach, so bedeutungslose Streit um die Diktatur des Proletariats droht mit der praktisch leider viel eher möglichen DiktaturdcrReaktionzu enden. Es ist die Z n tr i g e des Kommunismus, die die mächtigste revolutionäre Partei Dzutfchlands gespalten hat und damit die deurschc Revolution selbst bedroht; nicht zun: erstenmal in der Ge- schichte dient extremer Radikalismus unbewußt der Reaktion. Für die deu'sche Revolution und damit sür die internationale Revolution überhaupt kann die Spaltung der U. S.P. zum furchtbarsten Verhängnis werden; für alle Arbeiter- Parteien der Welt aber ist sie Warnung unk» Lehre." Die„B e r n e r Tagwacht" schreibt in ihrer Ausgabe vom 20. d. M. unter der Ueberschrist„Die S e l b st z e r f l e i s ch u n g inDeutschland" über die Ergebnisse des Parteitages in Halle folgendes: „Die erste große Auseinandersetzung außerhalb Ruhlauds zwischen der russischen und der westeuropäischen Taktik— diö, grof« Auseinandersetzung zwischen dem Bolschewismus und dem wisseii- schaftlichen Marxismus, bezeichnet es Hilferding— brachte den einwandfreien Beweis, datz Moskau nicht die freie Vereinigung der revolutionären Parteien, sondern die bedingungslose Unter- werfung unter sein Regime will. Klar zeigt es sich, datz die 21 Bedingungen auf bewußte Säuberung der altfn Parteien voi? allen zenen Elementen abzielen, die sich nicht restlos auf di, russische Taktik und die Moskauer Machtgebote einstellen, auf die Herabwürdigung der westeuropäischen Arbeiterorganisationen zum gefügigen, willenlosen Werkzeug in der Hand des Moskauer Exekutivkomitees." Nachdem weiter dargelegt ist. datz Sinowjew den Hallcr Moskougängern die Bedingung des Anschlusses an die K. P. D. wenigstens vorläufig erließ, heißt es weiter in dem genannten Blatte: „Aber das sind AeutzerNchkciten. Der Austritt aus der U. S. P. verpflichtet. Er verpflichtet zum völligen Bruch mit der Politik der Ledebour, Erispien, Dittmann, verpflichtet zum schärssten terroristischen revolutionären Kampf im Sinne Mos- Der luewe Getzlerund der große Grotz Bon Zgnaz wrobel. 3t 3 f{ c I m a n n; Da, dürft Ihr nicht, da, darf der ftatser nicht Das widerstreiiet unier» FreIhett,bri«f»»I E e hl e r: Wo sind sie? Hat der Kaiser sie bestätiat? Er hat sie nicht beftättat! Diese Sims« Mus, erst erworben werden durch Dehorso« RebeNen seid Ihr alle gegen Kailer, Gericht und nährt verwcacne EmpSrung. Ich kenn euch all«. Ich durchschau euch aauz, Den nehm Ich>ct,t heraus au» eurer Milte, Doch all« seid ihr teilhast seiner Schuld. Wer ftlug ist, l-rue schweigen und gehorche». Schiller, WIlhel» Dell. Im Malikoerlag zu Berlin-Halensee ist von George Groh eine Bildermappe„Gott mit uns" erschienen, die wohl die witzigste und künstlerisch beste Abfertigung des alt- und neupreutzischen Militarismus bedeutet. Die Leser der„Freien Welt" kennen die Blätter zum Teil und werden sich entsinnen, wie schlagend der Hieb ist, der da geführt wurde. Er fitzt. Wie der Mehrheitssozialist Echöpflin auf seinem Parteitag« an- gegeben hat, bittet der demokratische Reichswehrminister Dr. Eetz- ler den Ehef des Stabes. Herrn von Eeeckt, häufig telephonisch, ihn doch einmal sprechen zu dürfen. Herr von Eeeckt hat ebenso häufig keine Zeit und macht mit Herrn Dr. Eetzler etwas, was der Soldat im Felde„hinten runterfallen lassen" nannte. Bei einem dieser witzigen Telephongcspräche scheint Herr von Seeckt dem P. Eetzler die Weisung erteilt zu haben, die Bilder von George Erotz beschlagnahmen zu lassen. Oder vielleicht hat er ihm auch einen Wisch zur Unterschrift vorgelegt. Oder vielleicht hat er e» ihm auch gar nicht gesagt. Jedenfalls erschienen am 9. September dieses Jahres im Mallk- »erlag ein paar Männer und nahmen die Erotz-Mappen fort. Wie sie angaben, taten sie das auf Befehl des Polizeiprästdiums und auf Antrag des Reichswehrministeriums. Das Polizeipräsi- dium drückte sich pflaumenweich, und in der Bendlerstratze wurde gekniffen. Wie immer. Am 15. Oktober erschienen wieder ein paar Männer im Malikoerlag. legitimierten stch als Abgesandte der Abteilung 1» des Polizeiprästdiums und beschlagnahmten auf Ersuchen des Oberstaatsanwalts beim Landgericht ll Berlin di« Grotz-Mappen. Sie beschlagnahmten ferner in widerrechtlicher Weise sieben Originalzeichnungen von Groß, wozu sie keinen schriftlicben Auftrag hatten, erklärten, diesen Rechtsbruch persön- lich verantworten zu wollen(das ist eine preutzische Redensart) .... und hinterließen eine handschriftliche Quittung mit der Zahl 1797. Ein ordentlich«! Richter in einem ordentlichen Verfahren hat v o r dieser Verlagsschädigung noch nicht gesprochen. Obgleich ich weiß, datz Eetzler in der Bendlerstratze ungefähr so viel zu sagen hat wie ich, muh ich mich an ihn und nicht an die dahinter steckenden monarchistischen Offiziere halten, die von der Republik Gehalt.beziehen. Die Zeichnungen von Groß stellen den deutschen Militarismus von Wilhelm bis zu seinem gröheren Nachfolger, dem Arbeiter- Verräter Noske, nackt dar. Feldwebel, Unterärzte. Oberstabs- pflasterkasten, kommandierende �ssotweingenerale, Puffleutnants und jener grauenhafte Typ der Freiwilligenkorpshäuptlinge— ste find alle noch nie so gut getroffen worden wie in diesen Bil- dern. Wenn sich die Reichswehr beleidig! fühlt, kann sie einem leid tun. Entweder sie ist gar nicht getroffen: dann liegt kein Grund vor, einen Staatsanwalt, der im Felde Offizier gewesen, also befangen ist, in Bewegung zu setzen. Oder sie ist getroffen: dann hat Trotz recht. Die Beschlagnahme der Mappe ist für uns politisch belanglos. Sie war ziemlich teuer, und die Leute, die es aufzuklären gilt. konnten sie sich kaum kaufen. Es gibt andere Mittel, dieselben Bilder desselben Zeichners in die Menge zu werfen. Das wird geschehen. Die Zensur sei gefallen, sagt man. Hier wird wiederum vor dein Abschluß eines ordentlichen Verfahrens beschlagnahmt, wie in des Zaren bester Zeit. Herr Eetzler täusch« stch nicht: hinter der Gesinnung dieser Blätter steht das gesamte bessere Deutsch- land. Gegen ihn. Herr Seeckt hat neulich in einem seiuer Erlasse als feine Auf- gäbe bezeichnet,„den Geist, der einst nach Sedan uns über bun- dert Schlachtfelder des Westens und Ostens führte, in der Reichswehr und im Volk lebendig zu erhalten." Wir halten das nicht für feine Aufgabe. Wir besinnen uns nicht, daß die Feuerwehr oder das Rettungswesen befugt sei, irgend einen Geist zu er- halten. Sie erfüllen ihre sachliche Aufgabe. Weiter nichts. Das Militär steht auf keiner andern Stufe. Höben sich die Herrschaften verletzt gefühlt? Der Spiegel kann nicht» dafür, wenn er der Jungfrau anzeigt, datz fie schwanger ist. Wir andern aber sehen erfreut in di« Blätter, vergleichen ste schmunzelnd mit einer gewissen Sorte von Soldaten und sagen freundlich und bestimmt:„So siehst Du au»!" Neuer scheiinmaen H. Iefimow: Die Soziologie des Bolschewismus. FVerlags- genossenschaft„Freiheit", Berlin), 32 Seiten, Preis 3 M. Die kleine aber gehaltvolle Schrift behandelt das Problem des Bosschewismus von einem in unserer Literainr völlig neuen Gesicbtspunkt. Sie bietet eine sonoleessche Analnfe, die. außerordentlich präzise und konsequent durchgeführt, zu folgen- dem Ergebnis gelangt: Der Bolsibewismus ist die psvcfiische Art der mssiWen In- tellektuellenschiibt und als sol-d« eine durchaus national spe-.insche Ersck'einuna. Die ionolvolitüche Unreike oller forischrW�en Gesellschaftsklassen Nutzlands brachten �rüb�raebend die Bolfche- wistenpartei»ur Macht, deren nSiektiv ntstoNlfic Aufaade es war, durch das Schäften eines unabbä"aigen bessftenden Bauerntums die ländlichen Wirtschaftsverhältnisse des großen Aararrutzlands zu revolutionieren. Die sich„Drifte"internationale"nennende Weltinternationale des Be?!-w!?mus weist dieselben angeführten Momente auf, die ihren Urheber kennzeichnen. Kart«orchlmNnl: Gin SNan*tir So-losweu-na der Pendwirt!»-». Mit elftem Sctmott non Lni'e Zielt, Vr.I- 2 fflt SZetlaa der l-eld-le-r Uddpfterej A G. «nn-ifln Kernan: Der E«zie'i-mue in Frankreich von 1914—1920. Preis 10 Kr. verlanenenoiien'cheft„Neue Erde", Wien.. m• a cn tm«... 3nll.i,«•««nlVI: Kommunisten und Sozialdemokraten. Preis 7,50 M.«er- leo Wiener Boll-buchlmndiuna. Wien.>____... «nt»»«»nnelSI: Peltrevolutinn und kommum'Uiche Taktik. Preis 0 Kr. Parka» Ardetter-Puchdandluna, Wien.- ttt„iti,t 3. Karsli: Die Siarnriripc und die Weltrevaliition. Verlan A.-eftoi.'�erun. ■3- Marchlews«: Was ist Bolschewismus? Preis 1,50 kr. Perloll der Arb-rle.1 Buchdandluna Wien...oan Karl 9tebcl: Proaramm des s-,ia,istilchen Wirtschostsausbau-». Wien Ul-U. Perlall der«rbeitor-Puchdandlunn. Preis Z Kr.. reutova Norman Ana-ll: Der Iriedea-aeriraa»nd das mirUchaMiche Gstaos>n Europa. Deutlche Perk-asn«seNlchaft für PoMN'mld Ge'chichte. Fdr-Wkn.tttG. Vettri SchläNer: Der Konsument im Rötesystom. Preis 0,50 J)i.~e 9 felllchnft und tttjiefmna, Berlin-Fichtenau.... m.tra;., Cito SiMn»: POlschew Ismus contra Bolschewismus. Die Führer d-- wlsmus über die Lage in Rußland. Preis 1,10 M. Fentralvcrlag®. m. o. v- Bcrtstold Brandt: Der Saziakfcamw als AMan'chauunn.''K � lags- und Dru�crel-Genollenra, i,..Republik", Klet.Knoopei sueapi. m.»nchari. und«Brwdralchems'v- Da, AB C des K°wm W'°n 1920. Prei, 20 Kr(17 Kr siir o-nanlsierte Arbeiter.) Arbeiter.uchyano, PerlaNunn� und' Reden der Abaeordneten Dr. Nabelt berq und Karl Lautster in der konstituierende« Patwnalnersammkuna am.und «"September 1«. feien 1920 Perlag der Wiener Volkobuchstondlung. Preis de. freien Soi.armuchen Jugend. Verlag 6g?.,nBÄ>Ä �«.ztestung. Ernst Robold'Vers�a. Neriin. Preis faro'tfj.* � rr-««7 siaasÄary. ä' a Rauhsiages. Berlin, Juli 1020. jaus, verpflichtet zur Aktion, da angeblich die alte ll. 6. P. K'ttonslos war... Wäre das Resultat wirklich eine Ver- ärfung des Kampfes gegen die Bourgeoisie und nicht »loh eine Fortsetzung der schon bis zur Erschöpfung gediehenen selbstzerfleischung, des sinnlosen Bruderzwistes am Prinzipien- leinheit, der gegenseitigen Verleumdung. Verfolgung und Ver- »ichtung zur jubelnden Freude des Bürgertums, dann könnte man Spaltung schließlich als eine Operation betrachten, die not- vendig wurde, um das über Theorien streitende Proletariat i m stampf gegen den alten gemeinsamen Feind wieder zu einigen: sines Kampfes freilich, dessen siegreicher Ausgang allein »en in Halle unternommenen Schritt zu rechtfertigen vermag. Eur sind terroristische Siegesmögl'chleiten im heutigen Deutsch- nd so außer dem Bereich der Wahrscheinlichkeit und die kom- nunistische Taktik so viel mehr auf die Schwächung der Arbeiter- chast als auf den Sturz der Bourgeoisie eingestellt, daß leider ast mit Sicherheit vorausgesagt werden muh, auch die neue �ommunistenpartei werde den„revolutionären Kamvf" wie die ibrigen kommunistischen Gruppen auf die gegenseitige und S' ezielle Verunglimpfung der bisherigen Kampfgenossen be- >ränkev. Diese Gefahr wächst in dem Maße, in dem die kam- nunistische Taktik gegenüber dem Bürgertum versagt! Denn wohin führt letzten Endes die blödsinnige kommunistische Zer- setzung und Zersplitterung der proletarischen Kampffront? Doch Mir dazu, daß sich die Arbeiter unter sich selber verprügeln zum frohen Eaudmm der lachenden Bourgeoisie." Die Hetze gegen den Konsum Uns wird geschrieben: Hnti der Stichmarke„Neuaufbau im Konsum" bringt der �Vorwärts" in Nr. 520 eine längere Notiz, die sich mit dem Er- febnis des 21. Geschäftsjahres der Konsum-Genossenschaft Berlin »nd Umgegend beschäftigt. Der Zweck dieser Notiz soll scheinbar sein, zunächst die derzeitige Leitung der Konsum-Genossenschaft herunterzureigen, um damit die notwendige Grundlage für ein« ffeu c Vorschlagsliste zum Aufsichtsrat zu begründen. Dem„Bor- värts" ist darauf eine Berichtigung zugegangen, die die Angriffe prückweist. Der„Vorwärts" schrieb u. a.: „An die Stelle der ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden «usnahmslos Personen berufen, die mit dem U. S. P.-Mit- »kiedsbuch ihren Befähigungsnachweis er- »rächten. Wie der neue Geist sich bewährt, welche Wirkung er auf die Entwicklung der Genossenschaft ausübt, das zeigt ein Plick in den Geschäftsbericht." Weiter verwies das Blatt auf den Rückgang des Brotumsatzes und darauf, daß der Prozentsatz der kaufenden Mitglieder dauernd gesunken sei. Um in der Oeffentlichkeit keine falschen Gerüchte über die Kon- süm-lsienossenschaft entstehen zu lassen, ist zunächst zu bemerken, daß „hei der Anstellung von Vorstandsmitgliedern nicht Rücksicht auf die partei-politische Zugehörigkeit genommen wurde, vielmehr gab »ie Befähigung den Ausschlag. Unter den neu eingestellten Vor- standsmitgliedern befinden sich zwei, die sich in der Berliner Konsum-Genossenschaftsbewegung durch langjährige Mit- arbeit bewährt haben. Das dritte neu eingestellte Vorstands- Mitglied war 27 Zahre in einem Bruderverein tätig. Daß auch dieses seinen Posten voll und ganz ausfüllen kann, ist daraus zu ersehen, dah das Vorstandsmitglied des Zentralverbandes deut- scher Konsumvereine, Herr Heinrich Kaufmann, Hamburg, die Konsum-Eenossenschaft Berlin und Umgegend zu diesem En- gagement beglückwünscht«. Die Notiz im„Vorwärts" erweckt den Anschein, als ob der Rückgang in her Bäckerei und die geringer« Zahl der kaufenden Mitglieder auf die Unfähigkeit des derzeitigen Vorstandes zurückzuführen wäre. Demgegenüber möchten wir bemerken, dah fln ersten Viertel des Geschäftsjahres alle fünf Borftandsmitglie- W der Könsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend politisch de r S. P. D. angehörten. Zn diese Zeit fällt der größte Rückgang der Bäckerei. Wenn also die Parteizugehörigkeit aus- schlaggebend wäre, so wurde die gegenteilige Schluhfolgerung rich- tig sein. Zm zweiten Viertel des abgelaufenen Geschäftsjahres zahlten von den fünf besoldeten Vorstandsmitgliedern vier zur E. P. D., und erst ab 1. April, also im letzten Piertel des abgc- laufenen Geschäftsjahres, sind von den fünf Vorstandsmitgliedern vier bei der ll. S. P. D. und eins bei der S. P. D. organisiert. Der geringere Prozentsatz der kaufenden Mitglieder ist nur scheinbar. Die Konsum-Eenossenschaft hat in früheren Jahren alljährlich jene Mitglieder ausgeschlossen, die seit einigen Jahren »in Markenblatt nicht mehr ablieferten. Mit Rücksicht daraus. dah durch den Krieg die Familienbande zerrissen wurden und in- folgedessen manches Mitglied seinen Einkauf nicht mehr tätigen konnte, ist von der damaligen Verwaltung(die zum weitaus gröh- ten Teil in der S. P. D. organisiert war) beschlossen worden, bis auf weiteres von Ausschlüssen solcher Mitglieder Abstand zu neh- men. Mit diesem zweifellos sehr berechtigten Beschluh sollte er- reicht werden, dah man jenen Mitgliedern, die infolge der Kriegs- Verhältnisse nicht kaufen können, die Möglichkeit bietet, nach Be- endigung des Krieges in der Genossenschaft kaufen zu können, ohne daß sie erst wieder neu eintreten müssen. Infolge dieses Beschlus- Ks wurde im Geschäftsjahr 1918-17 nur noch ein Teil der in Be- tracht kommenden Mitglieder ausgeschlossen und in den darauf folaenden Jahren von weiteren Ausschlüssen Abstand genommen. Die Zahl der auszuschließenden Mitglieder betrug in den drei vorhergehenden Jahren durchschnittlich über K Prozent. Es, st anzunehmen, dah durch die Kriegsoerhältmsse der Prozentsatz kei- «Mwcfls geringer, sondern-her noch größer geworden wäre. Be- halten wir aber den alten Prozentsatz bei. so würden nicht 134 000 Mitglieder, fondern 113000 zu Buch stehen und die Zahl der laufenden Mitglieder würde dann nicht 81, SS Prozent, sondern 73,4 Prozent betragen. Der Angriff, den der„Vorwärts" gegen die ll. S. P. richtet, ist also gänzlich unangebracht. Der geringe Rückgang von 208 000 Broten hat mit der politischen Parteizugehörigkeit des Vorstandes gar nichts zu tun. Ueber den Rückgang selbst schreibt der Vor- stand auf Seite 17 seines Berichtes:„Die Produktion ging aber nicht nur bei uns zurück: sie zeigt sich in allen Berliner BäckeMiea und erklärt sich daraus, dah viele Frauen das ihnen auf dir Brot- karten zustehende Mehl kaufen und mit dem sonst zur Berteilung gelangenden Mehl selbst«in Gebäck herstellen. Wenn dieser selbst- gebacken« Kuchen auch weit hinter dem früheren zurückbleibt, so schmeckt er in der Regel doch immer noch besser, als das mit den verschiedensten Streckmitteln hergestellte Brot." Der Rückgang der Brotproduktion in Berlin ist danach durchaus keine Einzel- , erscheinung bei der Konsum-Eenossenschaft: im Gegenteil l muß festgestellt werden, dah Brotfabriken und Bäckermeister heil- froh wären, wenn in ihrem Betrieb der Rückgang nicht mehr zu merken wäre, als in der Konsum-Genossenschaft. Selbstverständlich ist eine Umsatzsteigerung angenehmer als ein Umsatzrückgang, und es muh zweifellos alles getan werden, um die Produktion der Konsum-Genossenschaft ständig zu heben, aber man soll allgemeine Erscheinungen nicht auf die politische Parteizugehörigkeit zurück- führen. Der„Vorwärts" hat dazu um so weniger Veranlassung, als tatsächlich während der ersten 3 Monate des abgeschlossenen Geschäftsjahres der Vorstand der Konsum-Genossenschaft restlos bzw. seine überwiegende Mehrheit zur S. P. D. zählte. Wenn man boshaft wäre, könnte man also annehmen, dah die Anhän- ger der S. P. D.-Partei das Unternehmen sabotieren wollten. Es wird natürlich keinem ruhig Denkenden einfallen, derartiges zu behaupten und es liegt dazu um so weniger Veranlassung vor. als Herr S ch u l tz e. der im Dezember 1010 ausschied, in durch- aus friedlicher Weise auf eigenen Wunsch von der Konsum- Genossenschaft ging und. soweit wir wissen, heute noch ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den ihm bekannten Berwaltungs- Mitgliedern unterhält. Der langjährige erste Geschäftsführer der Konsum-Eenossenschaft Berlin und Umgegend war bis zum 31. März in den Diensten der Konsum genossenschaft. Er ist ebenfalls auf eigenen Wunsch aus- geschieden und bekleidet heute einen Vorstandsposten in der ,, Volks- fürsorge". Ein weiteres Vorstandsmitglied war bis zum März 1020 Mitglied der S. P. D.: es ist allerdings dann aus innerer Ueberzeugung zur U. S. P. D. übergetreten. Da dieser Genosse aber seit langen Jahren zur vollen Zufriedenheit der Aufsichts- ratsmitglieder, die der S. P. D. sowohl als auch der U. S. P. D. angehörten, gearbeitet hat, ist wohl nicht anzunehmen, dah er nunmehr, weil er Mitglied der U. S. P. D. geworden ist. weniger befähigt wäre, den Posten auszufüllen, als früher. Unsere Ee- nassen ersehen aber daraus, mit welchen Mitteln gearbeitet wer- den soll. Es muh das sür sie ein besonderer Ansporn sein, dem- nächst in der Generalversammlung anzutreten, um die«nverech» tigten Vorwürfe gegen die Verwaltung durch Massenbesuch zu entkräften und im übrige» in sozialistischem Sinne für die Au»- breitung der konsumgenossenschastlichen Organisation zu arbeiten. • Mittwoch, den 27. Oktober, abend» 8 Uhr, findet die General» Versammlung der Konsumgenossenschaft in der „Neuen Welt", Hasenhetde, statt. Kritik Ein Parteigenosse, der ein Menscbenalter in der Bewegung steht, äußert sich in einer Zuschrift Über die Verhältnisse in der Partei wie folgt: „Wir sind sehr kritisch oeranlrgte Leute. Und das ist gut so. Man soll nicht alles kritik- und gedankenlos hinnehmen. Es gibt aber verschiedene Arten der Kritik. Die«inen kritisieren, um ab- zuhelfen, zu ändern, zu bessern. Das ist die schöpferische Kritik. Die ist notwendig, wie das liebe Brat. Die anderen kritisieren, um zu kritisieren. Die reihen alles herunter, unterstellen dem Gegner ständig die niedrigsten Motive, verdächtigen ihn in der unglaub- lichsten Weise. Als ist die zerreihende Kritik. Es gibt Leute, die nur von dieser Kritik leben, sie leben vom Schimpfen und vom Verdächtigen. Wer unser Parteileb«» in der letzten Zeit beobach- tete, hörte bestimmte Redner, die immer dieselbe Melodie pfiffen. Hervorragendes leisteten die Leute, die von der Betriebsräte- Zentrale in der Münzftrahe stammten. Was nicht von hier kam. taugte nichts. Im Vorjahr« drauf und dran, em neues Blatt zu gründen, das angeblich nur dem Rätegedanken dienen sollte, rissen diese Leute die„Freiheit" herunter, um den Boden für ihr Konkurrenzunter- nehmen zu bereiten. Das neue Werk konnte aber das Licht der Welt nicht erblicken. Das einzige praktische Ergebnis war. dah viele Arbeiter ihr Geld verloren. Das Serunterreihen ging weiter. Die Münzstragenleute arbei- teten systematisch. Ihre Parole war die von Rädel empfohlene. die Führer der Partei zu dislreditieren und sie zu verdächtigen. Ein anderes Register war die Bekämpfung'des Parlamentaris- mus, den sie in Lausch und Bogen grundsätzlich verurteilten. Als der Wahltermin herannaht«, stellten stch diese„Grundsatztreuen" schnell um. Sie fanden stch urplötzlich mit dem Parlamentarismus ab und bewarben sich überall eiligst um Mandat«: sie setzten ihre Leute ein, um unter allen Umständen an aussichtsreiche Stellen zu gelangen. Nicht viel anders war es mit den von der Münzstraße-Zentrale protegierten Kommunalen Arbeiterräten. Was da alles für Blödsinn verzapft wurde, ist kaum zu sagen. Eine Ueberhebung hub-an, die im umgekehrten Verhältnis zum Können stand. Diese Gesellschaft schimpft« in allen Versammlungen auf alle. die ihr nicht ohne weiteres zu Willen waren. Sie geizten nach dem Beifall der großen durch den Krieg leicht erregbaren Massen. Die„Bonzen" hatten alles verschuldet. Reben den Parteibonzen muhten vor allem die Gewerkschaftsbonzen herhalten. Eine Zeit» lang hört« man in Versammlungen nichts anderes als von dem Bonzentum reden. Die Münzstratzenleute haben dieses Register zum Erbrechen gezogen, um schliehlich selber Bonze zu sein. Und Nachbeter gab es genug. Es wurde Mode, dah die Redner ihres Schlages ihr revolutiv» näres Empfinden dadurch betätigten, dah sie in jedem Satze ein halbes Dutzenmal das Wort revolutionär anwendeten. Jedermann weih, dah die häufige Anwendung dieses Wortes noch niemanden zum Revolutionär macht. Und wer sich diese Worthelden genauer und bei Lichte besah, fand in den meisten Fällen, daß nichts, auch gar nichts hinter den großen Worten steckte. Bielsach muhte man feststellen, dah diejenigen, die den Mund am weitesten aufrissen, nicht zu finden waren, wenn es ernst wurde. Den Höhepunkt erreichten die Wortradikalen vor dem Partei. tage. In den Versammlungen, die zum Parteitag Stellung nah- men. muhte geschickte Regie nachhelfen. Run sind wir von diesen Leuten geschieden. Sie können ihr Spiel ungestörter weiter trei- den. Wie lange? Bis ihre Leute mehr verlangen als dieses ständige Herunterreihen. Und wenn diese an den neuen Bonzen die Kritik ansetzen, die man ihnen gelehrt hat' wird es den neuen Führern noch sehr schlecht gehen Im Interesse der proletarischen Bewegung liegt es, dah wir endlich wieder zur Aktionsfähigkeit kommen, die die bisherige zerreihende Kritik verhindert hat. Aus den Berliner Organisationen Treptow-Baumschnlenweg Unter Umgehung des Vorstandes, dem aber von der Mehrheit der Genossen und Genossinnen in einer Generalversammlung kurz vor der Urwahl erneut das Vertrauen ausgesprochen wurde, be- rief zum Donnerstag abend ein Aktions�usscbuh. nicht Aktions- rat. der sich nur aus den Freunden der Befürworter der Moskauer Bedingungen zusammensetzte, eine außerordentliche Generaloer- sammlung des U. S. P. D.-Wahlvereins ein, in der Eichhorn den Bericht vom Parteitag erstatten und die Neuwahl des Borstandes vorgenommen werden sollte. Die gut besuchte Versammlung pro- testierte lebhaft gegen die Handhabung der Geschäftsordnung. Vor Eröffnung der Versammlung gab man der Versammlungs- leitung Erklärungen über den rechtmäßigen Vorstand ab und über die Haltung der„Freiheit", während dem Vorfitzenden des Wahl- vereine, Genossen Lempert, das Wort zur Geschäftsordnung verweigert worden war. Nach Eröffnung und Bekanntgabe der Tagesordming gab der Vorfitzende Genosse Lempert folgende Erklärung ab:*»*» trage des Vorstandes und der Funktionäre erkläre jcki; D»« guö ordentliche Generalversammlung ist rechtsungültig, da Ü von Unberufenen und von zwei verschiedenen Parteien e'nde- rufen. Ich forder« alle Anbänger der U. S. P. D. tTrispicu- Ledebourfl welche auf dem Boden des Leipziaer Aktionspro aramms stehen, auf. mit mir den Saal zu verlassen,»m im Ge- sellfchaftsbaus von Brauns den Bricht oom PatUitag eiU» gegenzunehmen." Nach Abgabe dieser E�larung setzten sturmisch« Hochrufe auf die U.S.P.D. ein. Die Masoritat der Verfamm» lung«rk>ob sich wie«in Mann. und verlief unter Hochrufen auf unsere Partei und die Internationale den Saal. In ausführlicher Weise referierte dann Genosse Emil Barth über de« Parteitag in Holle, um am Schlüsse stürmisch« Zustim-' mung zu erhalten. Die Genossen vestätigren dann erneut durchs Unterschrift ihr Bekenntnis zur ll.S.P. Crisvien» Ledebour. Mit einem Hoch auf das Gedeihen und Wachse« der Partei und des Ortswahlvereins Treptow-Baumschulenweg gingen die Genossinnen und Genossen auseinander. Töpenick Die Generalversammlung am Freitag brachte auch für unser« Genossen am Ort die Klarung. Nach einer kurzen Geschäfts- ordnungsdebatte verlieh nach Abgabe einer Erklärung durch de« Genossen Lampe der gröhte Teil der Bersammlungsbefucher de» Saal., begleitet von einem dem Ernst der Stunde nicht angepahte« Schreien und Toben der Zurückbleibenden. Man harte auf det anderen Seite wohl nicht angenommen, dah sich ein so groher Teil der Genossen auf den Boden der ll.S. P. D. stellen würden. Di« Genossen fanden sich später im Saal des Bavernhofes zusamme«, Die Reorganisation des Ortsvereins wurde sofort in Angriff g» nommen. Als Vorsitzende wurden gewäMt die Genossen Paul Küster und Emil Lampe, als Schriftführer Genosse Tolks- darf, als Kassierer Genosse Otto Heidrich, als Beisitzer di« Genossinnen Frau Dürre, Pohl« und Frl. Schuhre. alk Bezirksleiter die Genossen Matz. Erohmann, Morgen-. stern, Seidel und Max Lorenz. Nach Bestätigung de« N Zeitungskommission wurden die noch zu erledigenden organisat»-> rischen Fragen an die am nächsten Mittwoch statt'indenden Bc- zirkszahlabende verwiesen. In einer vom besten Geiste getragene« Aussprache behandelte man unsere nächsten dringenden Aufgabe« und brachte unsere prinzipielle Auffassung klar zum Ausdruck. M» dem Gelöbnis, für den revolutionären Sozialismus alle Kraft ei«' zusetzen, schloh mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf d>' U. S. P. D. und die soziale Revolution unter den Klänaen de« Sozialistenmarsches die von über 200 Genossen besuchte Vet' anstaltung. Wir rufen allen Genossen, die auf unserem Bode« stehen zu. sich an ihre Funktionäre zu wenden und mitzuarbeite« gegen die Zersplitterung, für den revolutionären Sozialismus! i jvriJS&i/i&L, BERLIN C SfianJauir Str. 16 Gegründet 18 IS BERLIN C Konigstr, 11~I4 Damenkleiüung pelzwaren Wäschestoffe Wirtwaren ititmimttimiMtttiueMiiiieMiitmHmeimiiiiiiir e> fStockwcrkt (3JZoebef 1 it• n i m»«ti ntim• m« ii ii i ei i• t ii i t»i m« n 1 1 meteft*'* aus geatrciftera gj QQ üluse Flane.1........ � Morgenrock aus Flauscbatoff mit, no fZA gesteppter Blende..* Morrfenrock aus ten nf\ TOKÖgl. Woliflauach 40U.UU Mantel aus stark-.-e evz griffigem Winteratoff- iOJ.W Mantel aus einfarbigem od. nn kariert Flauachatoff. Mantel ZiutliÄrf 725.00 )tlll|MI|ie»|ltttiM>ll|l|*,«*"*,*'***»M»l<«IMI|«l|lll Tanskleid auawet CemTüll 275. Kleid aus remaaid. China-Krepp hell tU 465.- Filz Pantoffel 21.501 utFiUsohle,»ehr haltbar. 36-42... Pelzkragen aus patagonischem. 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Als Grund dafür wurde das Ergeb- nis des Parteitage« in Halle angegeben, das Lenin in einem Manifest als Ausdruck des Anschlusses ,ches deutschen Prole- tariats an Sowjetrußland" bezeichnete. Gegen Mittag fand eine ParadederrotenTr Uppen statt. Der Sowjet von Mos- kau beschloß, die Aufnahme der diplomatischen Be- Ziehungen zu der neuen Sowjet-Organisation in Deutschland. Die Feier verlief also programmäßig, wie das in Sowjet-Ruß- land üblich geworden ist: ein großspuriges Manifest, rotbeflaggte Etragenzüge, Parade der roten Truppen, feierliche Sitzung des Sowjets usw. Uns tun nur die russischen Ar b e i t e r leid, die durch derartige Veranstaltungen systematisch irregeführt wer- den. Wüßten sie, daß die von Sinowjew gewollte und geförderte Spaltung der U. S. P. D. ein Verbrechen an der deutschen Arbeiterbewegung und damit auch an der russischen Revolution bedeutet: wüßten sie. daß die vom Moskauer Sowjet gefeierte „neue Sowjetorganisation" in Deutschland nicht eine Stärkung. sondern eine Schwächung der revolutionären Bewegung bedeutet, so würden sie vielleicht die Entschlußkraft aufbringen, ihre Führer von ihrer verhängnisvollen Katastrophenpolitik abzubringen. Die rpsstschen Arbeiter dürfen aber nicht wissen, wie es tat- sächlich in der Welt aussieht. Sie müssen glauben, was ihnen tag- ein tagaus von offiziösen Schreibern vorgesetzt wird. Sie müssen jeden, der eine andere Ansicht hat, wie die offiziell abgestempelte, als„konterrevolutionär" bekämpfen und die Freiheit der Presse, der sozialistischen Presse, für die sich Generationen russischer Revolutionäre geopfert, als„bürgerliches Hirngespinst" be- trachten. Die Folge ist natürlich, daß das russische Proletariat ein völlig falsches Bild von den inneren und äußeren Verhält- mssen erhält, dem revolutionären Prozeß in den anderen Län- dern verständnislos gegenübersteht und es deshalb nicht zu ver- hindern vermag, daß die kommunistischen Diktatoren im Moskauer Kreml durch ihre sektiererische Spaltungsarbeit die internationale Arbeiterbewegung auf das schwerste schädigen. Moskau flaggt. Doch die Fahnen der deutschen, der internatio- Halen Arbeiterbewegung wehen auf Halbmast! Tarifkündigung in den Dampswäschereien Berlins durch die Arbeitgeber Eine am Dienstag, den lS. Oktober 1S2V, gut besuchte Mitglie- dcr-Versammlung der in den Dampfwäschereien beschäftigten Ar- briier und Arbeiterinnen, die bei Boeker, Weberstr. 17. stattfand befaßte sich mit obigem Thema. Nachdem eine Neuwahl der Bran- chen-Kommission und des Branchenleiters vorgenommen über- nahm letzterer, der Kollege Fritz Schumacher, das Referat und machte folgende Ausführungen: 11 Zum zweiten Male versuchen die Mäschereibesitzer einen Borstoß um den Tarif, welcher durch Kampf im vorigen-lahre«ustand- kam, endgültig zu beseitigen. Das erstemal, im Zuni. versuchten v'l v o1?®""y Abzüge vorzunehmen, und zwar dergestalt daß der Lohn um 33� Proz., die Ferien um 50 Proz. geküni und �ner"ei? w�etrHfvr'6.Mrichen werden sollte. In J'"0 Kartoffeln und Gemüse 2 Mk. das Pfund und mehr tM9\u'r> Haushalts beitrug, gehörte r>«n> Pi«>>!'0n~m*üt adcr— sagen wir schon Frechheit 5W' 5'? bo I J&0 Anerbieten zu stellen. Aber unter dieser Pa° roie. daß..Lohnkurzungen" vorgenommen werden sollten, waren die Kollegen sofort bereit, den hingeworfenen Fehdehandschuh auf- zunehmen, und dank dieser Einmütigkeit war es der Kommission e>n Leichtes, die Arbeitgeber in die Schranken zu weisen. Auf unsere Gegenmaßnahmen, welche wir getroffen, beteuern die einzelnen Arbeitgeber, keine Lohnkürzungen vornehmen zu wollen, aber die ihnen von uns zugesandten Vereinbarungen, worin sie sich verpflichten sollen, den alten Tarif anzuerkennen. erklären sie nickt unterschreiben zu können. Kollegen, wir haben np gezwungen, Farbe zu bekennen und nun dreht und windet sich diese Gesellschaft unter der heuchlerischen Maske eines unschuldigen Schafes, unter der sich der Wolf verbirgt, um Euch, Kollegen, im gegebenen Moment zu verschlingen. Die Arbeitgeber haben versucht, schon im Sommer den Boden für sich zu beackern, sie haben den Moment erfaßt, wo wir ae» zwungen waren, unsere Beiträge zu erhöhen. Da bcgan« he Werk. Durch süße Reden, daß die Kollegen den Verbandsbeitrag sparen könnten, da sie. die Arbeitgeber, ja doch ihren taptfacho» Verpflichtungen nachkommen, folgten einige Kollegen diöfe« M» flüsterunaen wie die Ratten dem Rattensänger von Samtu. Diesen Kollegen möchte ich zurufen:„Kchrt um. und«« � schnell wie möglich, bevor sich die Falle schließt." Denn det�ÜbeO» gebör fragt wenig danach, ob Ihr spart, er will an Euch spar«,. um seine Profitrate zu vergrößern. Die Arbeitgeber versuchten etappenweise, den Tarif zu beseiti- gen, und, Kollegen, dieses wäre der erste Streich, der zweite würde dem sehr bald folgen. Was wir zu verteidigen haben, ist nicht nur der ideelle, sondern auch der materielle Teil des Tarifvertrages. Das Referat wurde mit großem Beifall aufgenommen. In der Diskussion, an der sich die Kollegen zahlreich beteiligten, sprachen sich sämtliche Redner dahin aus, daß sie mit den Maßnahmen der Branchen-Kommission voll und ganz einverstanden und gewillt sind, in den Kampf zu treten, falls es die Arbeitgeber darauf an- kommen lassen, um ihrer gerechten Forderung Nachdruck zu verleihen. Auch von feiten der Transportarbeiter, deren Kommission anwesend war, wurde angeregt, ein Kartell zu gründen, um den Kampf geschlossener führen zu können. Der Streik der Hausa«gestellte« im Oskar- Helene-Heim Berlis-Bahlem Der Streik der Hausangestellten geht trotz aller Schikanen der Direktion weiter. Aerzte, Schwestern. Krüppel und Schulkinder werden als Streik- brecher verwendet. Lehrlinge und Backfische führen die Arbeiten in der Küche zur vollsten Zufriedenheit der Direktion aus. Die Aerzte der Anstalt sind dazu übergegangen, sich im Nebenberuf als Heizer auszubilden, indem sie die Arbeiten der streikenden tcizer verrichten. Die Schwestern machen die Arbeiten auf den tationen, welche bisher ,on den streikenden weiblichen Auge- stellten ausgefübrt wurden. Die Schulkinde>! müssen Kartoffeln schälen und werden auch noch zu anderen Arbeiten herangezogen. Aus dem Krüppelheim und der Erziehungsanstalt ist eine An- stalt gemacht worden, welche Schulkinder und Zugendliche zu Streitbrechern ausbildet. Di« Direktion droht de« streikenden Angestellten, die Wohnun- gen sofort zu verlassen, andernfalls sie mit der Polizei hinaus- geworfen werden. Der Direktion sollte es natürlich bekannt sein, daß Wohnungen nicht ohne Zustimmung des zuständigen Woh- nungsamtes gekündigt werden können. Da in Berlin und Um- gcgend Wohnungen aber überhaupt nicht zu bekommen sind, sind folglicherweise die Angestellten gezwungen, in ihren jetzigen Woh- nungen zu bleiben. Am Freitag abend Hai die Direktion die Liebenswürdigkeit besessen, die Sicherungen aus den elektrischen Leitungen herauszunehmen und müssen nunmehr die Angestellten in dunklen Zimmern fitzen. Mit all diesen Maßnahmen versucht die Direktion natürlich «inen Keil zwischen die streikenden Angestellten zu treiben. Wir können aber seststellen, daß die Angestellten durch derartige Maß- nahmen der Direktion nur noch fester zusammengekittet werden. Kartell der freie« Gewerkschafte» im Efatzelhaudel Groß-Berlins Am Donnerstag, den 21. Oktober 1020, abends 7 � Uhr, fand im Sitzungssaal des Zentralverbandes der Angestellten eine Sitzung des Kartells im Einzelhandel Groß-Berlins, statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. Lohnbewegungen im Einzelhandel und die Frage des 0-Uhr-Ladenfchlusses. An diesem Kartell find alle diejenigen freien Gewerkschaften beteiligt, welche Mitglieder im Einzelhandel Groß-Verlins haben, fadenscheinigen Gründe der Arbeitgeber des Einzelhandels gegen den S-Uhr-Ladenschluh sind in keiner Weise stichhaltig und der alten Rumpelkammer entnommen, in der sie seit Erledigung der Frage des 7-, 8- und 9-Uhr-Ladenschlusses lagerten. Geradezu komisch muß es auf die Konsumenten aus Arbeiterlreisen wirken. wenn Arbeitgeber erkläen. sie ließen ihre Geschäfte mit Rücksicht und aus Entgegenkommen auf die Arbeiterkundschast solang« offen, trotzdem man doch sehr gut weiß, daß sich die Berliner Ee« wcrkschaftskommisfion für den K-Uhr-Ladenschluß ausgesprochen hat. Die Tagung lieferte den Beweis, daß es mit äußerster Ga- schlossenheit möglich sein muh, auch im Einzelhandel vernünftig« Verhältnisse für Arbeiter und Angestellte zu schaffen. so daß auch der letzte Arbeiter und Angestellte erfaßt ist. Der Besuch dieser Veranstaltung legte Zeugnis davon die beteiligte» Arbeiter und Angestellten die Bedeutung Wichtigkeit dieser Kartellbildung Zeugnis davon ab, daß _ und voll erfaßt haben. Dl« Berichte, die über die jetzt im Einzelhandel stattfindenden Lohnbewegungen von den verschiedensten Gewerkschaftsvertreter E geben wurden, beweisen, daß auch die Arbeitgeber des Einzel- ndels nach einem ganz bestimmten Plane und genau festge- iten Richtlinien der Arbeitgeberspitzenorganisationen vorgehen. Die Gründung des Kartells kam also gerade zur rechten Zeit, um diesem Treiben die Spitze bieten zu können. Bezüglich der Frage des 6-Uhr-Ladenschiusses war man einig darin, nicht eher zu ruhen, als bis er durchgesetzt ist. Um 50 Gramm Butte«. Großhändler. Kleinhändler, Milchhändler u. a. erhitzen sich gegen die Fettstelle Eroß-Berlin. Sie rufen ihre Anhänger auf zu Protestversammlungen. Was ist der Grund? Die Fettstelle hat in Zukunft monatlich nur 50 Gramm Butter auszuteilen. Sie glaubt, es nicht verantworten zu können, 42 Großhändler und 9000 Kleinhändler mit diesen winzigen Men- gen weiter betrauen zu sollen. Sie wollte vier Firmen, die aus den Buttergebieten Butter nach Berlin schaffen, kommissionsweise die Verteilung übertragen und diesen vorichreiben. die Butter an etwa 1200 Geschäfte abzugeben. Unter diesen Geschäften sollten in erster Linie die Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft, die der Beamten-Wirtfchaftsgenossenschaft, sowie die Läden der städtischen Milchverkaufsstellen, sowie alle Eemcindeverkaufsstellen sich be- inden. Die Übrigen Verkaufsstellen sollten solche sein, die früher chon Butter verkauft haben. Großhändler und Kleinhändler lau- en gegen diese Absichten Sturm. Ihre Interessen sollten maß- gebend fein, die Konsumenten gelten nichts. Es ist klar, daß es keine rationelle Wirtschaft ist, wenn 9000 Geschäfte mit der Aus- gäbe der paar Gramm Butter betraut werden. Es geht bei einer derartigen Butterverteilung zuviel verloren, und auch eine Kon- trolle ist nicht mehr möglich, wodurch übrigbleibende Reste im Schleichhandel verschwinden. Die Großhändler steckten sich binter die in Aussicht genommenen Firmen und hintertrieben den Plan. Um sich wirksam durchzusetzen, kündigten sie zablreichen Anaestell- ten und Arbeitern und redeten ihnen vor, daß sie zur Kündigung schreiten müßten durch die Maßnahme der Fettstelle. Die Ar- beiter wandten sich sofort an die zuständlae Stelle und überzeugten sich durch ihre Vertretungen, daß die Kündigungen nach keiner Richtung hin eine Unterlage hatten. Eine Aussprache, die gestern mit den Händlervertretungen und den Organisationsvertretungen unter Vorfitz des Stadtrats Leid von der Fettstelle stattfand, hatte das Ergebnis, daß nach Lage der Dinge die nächste Buttervertel- lung nach dem alten Verfahren stattfinden soll. Die Kündigungen fallen zurückgezogen werden. Eine Kommission soll die neu- gemachten Vorschläge einer Prüfung unterziehen. Stadtverordnetenfraktio« Groß-Berli» U. S.P.D. (Lcdcbour-Criepien) Am Dienstag, den 29., abends K Uhr, findet im Berliner Rat« haus, Zimmer 109, eine Frattionssttzung statt. Um vollzählig» Erscheinen wird gebeten. Eisenbahnerfreude» Uns wird geschrieben:„Ich gehöre zu jenen, die verurteilt sind, täglich die Tortur auf der Strecke Gesundbrunnen— Hennigsdorf, (genannt Elfenbahnfahrt) mitmachen zu müssen. Was es heißt. faßt eine volle Stunde und darüber hinaus in solch einem voll- gevftopsien Zuge(verschiedene zieben es vor. lieber zwischen dKz � einzelnen Wagen auf den Trittbrettern, im Bremsechäuschen che? sonstwo sich zu verkriechen), zweimal täglich solche Fahrt machen, der wird zustimmen, wenn ich sage: ein Vergnügen selte» ner Art ist solch ein« Eiscndahnfahrt. Ich möchte hiermit den Herrn Eiscnbahiiminister oder einen seiner Herren Eeheimräte einladen, oes morgens 5,49 Uhr ab Eestindbrunnen mit dem Einsetzer solche Fahrt mitzumachen, damit die Herren einen Ein- druck gewinnen, welchen Strapazen der Arbeiter vorher ausgesetzt ist. ehe sein eigentliches mühevolles Tagewerk beginnt. Wenn schon die Eisenbahndirektion glaubt, uns mit angeblichem Kohlenmangel über NichtHeizung und Beleuchtung des Zuges vertrösten zu kon- nen, so mag sie wenigstens dafür sorgen, daß die einzelnen Wagen mit Scheiben versehen find, so daß man nicht nach beendiater Fahrt an allen Gliedern steisaefroren den Zug verläßt. Die größte « Mehrzahl der im Norden Wohnenden zieht es sogar vor, eine U] Hunger Nomon von Knut Hamsun. Zweiter Abschnitt. Ein paar Wochen später war ich eines Abends draußen. Zch> war wieder auf einem der Friedhöfe gewesen und hatte einen Artikel für eine Zeitung geschrieben: während ich damit beschäftigt war. wurde es zehn Uhr, die Dunkel- beit kam, und die Pforte sollte geschlossen werden. Ich war hpngrig. sehr hungrig: die zehn Kronen hatten nur allzu kurze Zeit vorgehalten: jetzt hatte ich seit zwei, drei Tagen nichts gegessen und fühlte mich matt, angegriffen vom Schreiben mit dem Bleistift. In der Tasche hatte ich ein halbes Federmesser und ein Schlüsselbund, aber keinen Heller. Als die Fricdhofspforte geschlossen wurde, hätte ich ja �eigentlich nach Hause gehen müssen, aber aus instinktiver Scheu vor meinem Zimmer, in dem es leer und dunkel war, eine verlassene Klempnerwerkstatt, in der ich mich bis auf weiteres aufhalten durfte, bummelte ich welter, ging aufs Geratewohl am Rathaus vorüber, hinunter an die See bis an eine Bank auf der Eisenbahnbrücke, wo ich mich setzte. In diesem Augenblick kam mir kein ttauriger Gedanke, ich vergaß meine Not und fühlte mich beruhigt beim An- blick des Meeres, das friedlich und schön im Halbdunkel dalag. Aus alter Gewohnheit wollte ich mich am Durch- lesen des Stücks erfreuen, das ich soeben geschrieben und das meinem leidenden Hirn als das beste erschien, was ich bis jetzt gearbeitet. Ich zog mein Manuskript aus der Tasche, hielt es mir dicht vor die Augen, um sehen zu können und durchflog eine Seite nach der anderen. Endlich wurde ich müde und legte die Papiere wieder zusammen. Rings umher ?luhe: das Meer lag da wie blauer Perlmutter, und die Aeinen Vögel flogen lautlos an mir vorüber. Weiter fort patrouilliert ein Konstabler. sonst ist kein Mensch zu sehen, und der ganze Hafen liegt in tiefer Stille. Ich zähle noch einmal mein Geld: ein halbes Federmesser, ein Schlüsselbund, aber keinen Heller. Plötzlich fasse ich wieder in die Tasche und ziehe die Papiere hervor. Es war «ine mechanische Handlung, eine unbewußte Nervenzuckung. Ich suchte ein weißes, unbeschriebenes Blatt heraus und— Gott mag wissen, woher mir dieser Gedanke kam— machte eine Rolle davon, schloß sie vorsichtig, so daß sie aussah wie gefüllt und warf sie weit fort aufs Pflaster; der Wind ttug sie noch«eiter. dann blieb sie liegen Der Hunger fing jetzt an, auf mich zu wirken. Ich sah die weiße Papierrolle an, die gleichsam von blankem Silber- geld strotzte, und hetzte mich selbst in den Glauben hinein, daß sie wirklich etwas enthalte. Ich spornte mich an. die Summe zu erraten— wenn ich richtig riet, gehörte sie mir? Ich stellte mir die kleinen niedlichen Zehnörestückchen auf dem Grunde vor und die fetten Kronenstücke obendrauf— eine ganze Düte voll Geld! Ich starrte sie mit weit auf- gerissenen Augen an und redete mir zu.'hinzugehen und sie zu stehlen. Da höre ich den Konstabler husten— wie konnte es mir nur einfallen, ganz dasselbe zu tun? Ich erhebe mich von der Bank und huste, wiederhole das dreimal, damit er es hört. Wie er über die Papierrolle herfallen würde, wenn er herankam! Ich freute mich über diesen Streich, rieb mir vergnügt die Hände und fluchte, daß es nur so Art hatte. Wenn er mit langer Rase abziehen mußte, der Hund! Ob er nicht in den heißesten Höllenpfuhl sinken würde über diesen Bubenstreich! Ich war trunken vor Hunger, er hatte mich berauscht! Nach ein paar Minuten kam der Konstabler: er spähte nach allen Seiten und klirrte mit den eisenbeschlagenen Ab- sähen über das Pflaster. Er läßt sich Zeit, er hat ja noch die ganze Nacht vor sich: die Düte sieht er nicht.— nicht eber, als bis er dicht davor steht. Dann hält er in seinem Marsche ein und betrachtet sie. Sie sieht so weiß und wert- voll aus, wie sie daliegt: vielleicht'ne kleine Summe drin. wie? eine kleine Summe Sitbergeld?... Er nimmt sie auf. Hm! leicht, sehr leicht? Vielleicht eine kostbare Feder. -Hutschmuck... Und er öffnet sie vorsichtig mit seinen großen Fäusten und guckt hinein. Ich lachte, lachte und schlug mich auf die Knie, lachte wie ein Rasender. Kein Laut kam aus meiner Kehle: mein Lachen war still und hektisch, innig wie Tränen... Da klappert es wieder über das Pflaster, und der Kon- stabler geht über die Brücke. Ich faß da mit Tränen in den Augen und schnappte nach Luft, ganz außer mir vor fieber- hafter Lustigkeit. Ich fing an. laut zu sprechen, erzählte Mir etwas von der Papierrolle, ahmte die Bewegungen des armen Konftablers nach, guckte in die hohle Hand und wiederholte mir unaufhörlich:„Er hustete, als er sie weg- warf! Er hustete, als er sie wegwarf! Diesen Worten fügte ich neue hinzu, hängte ihnen aufreizende Dinge an, drebte den ganzen Satz um und spitzte ihn endlich dahin zu: Er hustete einmal— kböhö!" Ich erschöpfte mich in Variationen über diese Worte, und es wurde spater Abend, bis meine Lustigkeit ibr Ende fand. Dann überkam mich«ine träumerische Ruhe, eine behagliche Mattigkeit,' der ich keinen Widerstand leistete. Es war dunkler geworden, eine leichte Brise durchfurchte den Perl« mutier der See: die Schiffe, deren Masten ich gegen de« Himmel sah, waren mit ihren schwarzen Rümpfen wie laut« lose Ungeheuer anzusehen, die mit gesträubten Borsten auf mich warteten. Ich empfand keinen Schmerz mehr, mein Hunger hatte ihn abgestumpft, statt dessen fühlte ich mich so behaglich leer, unberührt von allem um mich her und froh, von allen ungesehen zu sein. Ich legte die Beine auf die Bank und lehnte mich zurück: auf diese Weise empfand ich das Wohlbehagen der Abgesondertheit am besten. Keine Wolke in meiner Seele, kein Gefühl des Unbehagens, so weit ich denken konnte, keine Lust, keitt Perlangen unerfüllt. Ich lag mit offenen Augen in einem Zustand des Selbstentrückt« seins— ich fühlte mich so wohlig fern. � Noch immer kein Laut, der mich gestört hätte: die milde Dunkelheit verbarg mir das Weltall und begrub mich hier in eitel Ruhe— nur das öde Rauschen der Stille klingt mir monoton in den ObreP Und die dunklen Ungebeuer da draußen werden mich an sich ziehen, wenn die Nacht kommt und mich weit übers Meer in fremde Länder tragen, wo keine Menschen wohnen. Und sie werden mich zu Prinzessin Plajalis Schloß tragen, wo ungeahnte Herrlich- leiten meiner harren, größer als alle Herrlichkeit der Men- fchen. Und sie selbst wird in einem prachtsttahlenden Saal sitzen, wo alles Ametyst ist, auf einem Thron von gelbe« Rosen, und sie wird mir die Hand entgegenstrecken, wenn ich eintrete, und mich grüßen und Willkommen heißen, wenn ich mich ihr nähere und niederknie:„Sei mir und meinem Lande willkommen. Ritterl Seit zwanzig Sommern harre ich deiner und rufe dich in allen sternhellen Nächten, und wen» du trauertest, weinte ich hier drinnen, und wenn du schliefst. habe ich dir die herrlichsten Träume eingehaucht!..- und die Schöne nimmt meine Hand und folgt mir, und fuhr? mich durch lange Hallen, wo große Menschenfcharen Hurra rufen, durch lichte Gärten, wo dreihundert junge Madchen spielen und scherzen, hinein in einen zweiten Saal, wo alle» aus strahlendem Smaragd ist. Da drinnen scheint die Sonne, durch Galerien und Hallen ziehen liebliche Sanges- chöre. berauschender Dust schlägt mir entgegen. Ich halte ibre Hand in der meinen, und fühle, wie des Zaubers wilde Wonne in mein Blut dringt: ich lege meinen Arm um ihre Hüften, und sie flüstert: Nicht hier, folge mir noch weiter! Und wir treten in den roten Saal, wo alles aus Rubin ist, eine schäumende Pracht, in der ich zu Boden sinke. Da suhle ich. wie ihre Arme mich umschlingen, der Hauch ihres Atem» streift mein Antlitz und sie flüstert: Willkommen. Geliebter! Küsse mich!... Küsse mich! Mehr... mehr.«» (Fortsetzung folgt.) i Halbe Stund« und noch mehr vor Abgang des Zuges sich einzu- finden, um wenigstens noch einen Sitzplatz erhaschen zu können während dieser Höllenfohrt, denn eine geliirdm Bezeichnung gibt es nicht dafür. Nun wird die Sifenbahndirekiion darauf antwor- ten, zerschlagt ihr doch nicht so viele Scheiben. Dem möchte ich dies« Streck« benutzen. Sie schleppen sich stundenweit mit dem mühselig gesammelten Holze, um ihre Stube erwärmen zu lön- nen. Naturlich soll darauf geachtet werden, daß jeder die größte ZZorsicht gebraucht.- Sin anderer Arbeiter klagt: Der sVribzug von Kremwfn soll kahrvlanmäßig Gesundbrunnen(5.52 Min.eintrefie«. So lange fck, diese Strecke mit diesem Zug fa�re, sind VeWu�Hnoen v�n 10 bis 15 Min. fast täglich zu verzeichnen: pünktlich fährt dieser -ne cm. Da wir Arbeiter um 7 Uhr zur Stelle sein müssen und 9ie Zugfolge balbstündlich ist. müßt« verlangt werden, daß diese Bummelei endlich aufbort.— Wenn die Eifenbahnverwoltung nicht ganz schwerhörig ist, muß ste diese Klagen baldigst beseitigen können. Nur ein klein wenig guten Willen. Offener Konflikt im Mieteinignngsamt Ebarlottenbnrg Die Mieterbeisttzervereinioung und die Wirter'rganisationen «vn(lharlottenburg haben schon wred rholt Beran! ssung nelimen müssen, den Standpunkt der Einigun�samtsvorsttzenden. die Wprozeniige Mietzinserhöhung auch auf laufend« Beiträge anzuwenden, als gesetzwidrig zu bekämpfen. Die Mieter stützen sich hierbei auf den völlig klaren Wortlaut der Preußischen Höchst- Mietenanordnung und der Bekanntmaibung des Wohnungsoer- bnndes Eroß-Berlin, sowie ans eine Reih« von authentiscken Aeußcrungeu des Preutz'schen Wohlfahrtsministeriums, de» Ober- fäsioenten und der Regierungspräsidenten. Trotzdem balten mtliche Einigungsamts-Borfitzenden von Charlottenburg an rem in geheimer Sitzung beschlossenen gegenteiligen Staadpnnkt fest, obwohl gerade dem llstieteiniiungsamt Cha-lottenburq gegen- SB er der Wohlfahrtsminister in besonderer Zuslv'ift auf das UN- haltbare dieser Auffassung hingewesen bat. Infolgedessen find in einer ganzen Reihe von Fällen die Mieten auch bei laufenden Verträgen vom 1. Aufruft bezw. 1. Oktober 1920 ab auf die Frie- densmiete zuzüglich Sv Prozent Zuschlag erhöht wo den. während nach dem Gesetz der alte Zuschlag von 20 Prozent b's zum Ablauf des bestehenden Vertrages du-ch Kündigung hätte i» Geltung bleiben müssen. Di-ser unbaltbar« Zustand hat feüt zu einem aktiven Protest der Mieterbeifitzcr geführt die in einer Reihe von Kammern ihre M't'v'rkunq bei solchen gesetzwidriaen Beschlüssen ablehnten, indem sie durch N'chtteilnahm« an d"! Abstimmung die Kammer beschlußunfähig machten, um sich nicht überstimme« lasse« zu müssen. Infolgedessen verfiel ein« Anzahl von Streitfachen der Vertagung, da sich bei der Solidantöt der Mieterbeifitzer Ersatzmänner zum Einspringen nicht bereit fanden. Ein« Gefror für die Mieter entsteht daraus nicht, da bekanntlich Kündigungen, Räumungsklagen und Exmissionen ohne Mitwirkung des Miet- rinigungsamtes nicht durchgeführt werden kö"nen. Es fft dringend zu wünschen, daß nunmehr endlich Wohffahrtsmintster und Aufsichtsbehörden dem Sinn und Wortlaut des Gesetzes auch in �harlottenburg Geltung verschaffe«, wie dies in allen ander«» smigungsämtern Eroß-Berlins bereits der Fall ist. Nur nicht so schnell! Ein Arbeitsloser klagt uns:„Ich batte am 19. Sept-mbe» 1929 ans dem Polizeirevier Lichtenberg, Krossener Straße Eck« Knorr- Promenade einen Antrag zwecks Ausstellung eines Wander- gewerbescheines eingereicht. Am 24. September, also nach drei Wochen, erkundigte ich mich auf dem Eewerb-steuerbureau Frank- zurter Allee(Lichtenberg), wie weit der Antrag wäre. Der be- treffende Beamte, der im dortigen Bureau beschäft'gt ist. erklärt« mir. daß die Ausstellung«ines Gewerbescheines längere Zeit in Anspruch nehme und ich noch ein-ge Zeit va-ten müßte. Am Mo»- tag. den 27. Cevtemb« 1920 reicht« mein Bruder ans«ine« Po- kizeibureau in Berlin einen Antrag zweck« Ausstellung«ine« Ge- «verbeschein»«in und erhielt denselben am 8. OAober auf der Steuerbehörde, also in 12 Togen, ausgehändigt. Ich boschied mich ln'wschen in Geduld. Da einige Behörden e'nerfeits sehr fleißig arbeiten, andererseits diejenigen aber, die infolge der Wirtschaft- lichen Verhältnisse gezwungen sind Ardcitsloscnnnterstützung ,zu empfangen, drängen, eine Beschäftigung anzunehmen, bequemte ich mich dazu, am 29. Oktober bei der Hauotkasse in Lichtenberg, Zimmer 22. nochmals anzufragen, oh der Gewerbeschein in nun- mehr sechs W�en ausgestellt sei. Der die Wondersbeine bearbeitende Herr blätterte sein Buch durch und erklärte mir freundlichst. bis jetzt wäre noch nichts eingetroffen. Ich ging daraus zum Polizeirevier, wo ick den Antrag eingereiht batt«. Auch dort er- klärt« mir der dicnstbabende Beamte, er wüßte nicht, wo sich der Schein gegenwärtig befinden konnt«.- Wenn in diesem Tempo bei manchen Behörden gearbeitet wird, wundert mo« sich nicht, daß der Beamtenapparat imnxer weiter an- "willt. Man sollte aber daran denken, daß die Behörden de» f* «Ü ublikums wegen da stnd und nicht umgeke Mieterschutz und Räumungsklagen. Nach der Bekanntmachung des Magistrats Neukökln vom 47. September 1929 ist die vorherig« Zustimmung des Mieteini- gungsamtes zur Erhebung von Klagen auf Räumung von Woh- nungen sowie von Geschäf.sräumen, Bureaus. Läden und Werk- stätten erforderlich. Ebenso bedarf es nach einer entsprechenden Bekanntmachung vom gleichen Tage der vorherigen Zustimmung 23crnIcidf)£Ti.____„ gungsamt erst, nachdem es mit beiden Parteien mündlich verhan- delt hat. Wird daher jemand beim ordentlichen(Nmts-)Sericht auf Räumung verllagt. ohne daß dies vorher vom Eimgungs-ml gestattet ist. so liegt es im Interesse des M r e t e r s, o o r � in tr l r in die Verhandlung die Einrede geltend zu machen, üoß die Anru- fung de» ordentlichen Gerichts nur mit Zustimmung des Miet- einigungsamtes erfolgen kann. Ebenso ist beim zustandigen Amts- gMchi als dem Volkstreckungsgericht Beschwerde einzulegen, wenn der Gerichtsvollzieher eine Räumung erzwingen will, ohne daß du» Vermieter zuvor die Erlaubnis des Einigungsamtes er- kaUFt hat. $cr Genosse Willy Rowakowski, Stadtrat in Neukölln, ist ge- sbdjpi. In ihm verlieren die Neuköllner Genossen einen un- MWÄlichen Kämpfer. Obwohl seit länaerer Zeit arbeitslos, ließ «»«» tcke an Kampfesmut und Opferwilligkeit fehlen: stets war ii» de« ersten Reihen zu finden and allezeit be-crt. feine ganze efl«» zum Wohle der Arbeiterschaft zu opfern. S? S»t»n.»ad wduftrie.«ontaz d»». Ckt.b.7»? ühr, Wi r�Vnix 6ch"k«i Stt» «ersammlmi« der feelfietciate. Bericht»a»«elriebsrälelongrch Ziel: AaiU-.' Run ist er. wie oeworden.— Die zziele, ein Opfer der„großen Zeit' «g findet am Dienstag, den 29. d. M nabm. 2 Uhr. oh/er Weg, statt. Um recht zahlreiche Betciligung wird gebeten. Die ireir Kxnograpbische Be«inigu«g Stolre-Schrey will allen reien Arbeitern und Arbciicrinnen, ganz aleich welcher politischer ichtung. Aufnahme gemäkmen. Das war der G-mnd, wie nns sein« Gründer schreiben, in Eegemsatz zu kommen zu dem Arbeiter- stenographenoerein Stol�-Schreo, we'l sie alauvten. d-ß diese Grundsätze dort nicht mehr zu Hause sind. Die gegen die Vereini- gung gerichteten Angriffe werden deshalb von den Leitern ent- schieden turückgewi-s?" Sprechstunden für ElternbeirZte finden regelmäß'g wieder statt- Montags und Mittwochs von 5� bis OK Uhr in der Redaktion der„Freiheit-, Breite Straße 8,<9, Hof links, parterre. Die Gemeinde Neinfcfendors beabsi�tiot An üge für Knaben bis zu 14 Jahren aus gutzm blaurn und b'aunen St�ff anferti-zen .zu lassen, und es wollen sich Interesseuten dafür bis zum MIti- woch, den 27. d. M., im Klleiderverkauf melde«: dortfelbst liegen auch Stoffmuster aus. Schöneberg« ftemmnalimn«. E« stehen zurzeit an Kommunal- wäre zur V«rkügnng: Hetzrsni>nt?''bas-'n. Her'«wnn.�rjatlen. Fut- "" Hemdensla- in'ugstoff, Hosrn- stoff. Damenbeinlleider. Knaben, und Mädcheuhemden. Erstling?- jäckchen. Erstlingohembchkn. Fußlanpen, Frauen- und Kind«- strumpf«, Kakihosen, Anzüge. Joppen, Damenmäntel. Damenröcke. Herren-«nd Damensttefel. Nähere? am schwarzen Brett und Zim- mer 217 des Neuen Ratbauses. Sehr preiswert« fertige Kleid« und Schübe sind in der Kleideroerwemtng'ncs'llschast, Komm-rn- dantenstraßs 89-81, ohne Auswels werktäglich von 9—5 Uhr er hältttch. Beklekdunasprlle Berlin-Trepto«. Am Trentower Park 92(zwt- schen Ringbabnhof Treptow und Karpfenteich), geöffnet 8—9 Uhr. Sechs Ausnghmetnge vom 25— TO. Oktober in �errsn-Koniekttm. Herreu-Anzüge: 259 Mk.. 975 Mk.. 475 Mk.: Herren-Ulster: 195 Mark. 175 Mk. SS« Mk.: f)«ren-fHen: 85 Mk.. 155 Mk. 175 Mk. — Fahrverbindungen: Stadt», Ring-«nd Vorortbahn Siemens- bahn, Straßenbahnen: 19. 88. 86. 87. 88. 89, 99. Verloren wurde am Freit"« abend gegen 8 Uhr auf dem Wege vom Bahnhof Schönhauset Allee nach Ereifenhngener Str.«ine Brieftasche mit Mitgliedskarten. Kranker schein.?brechnung"bogen und 1107,00 Mk. bar. Der evtl. Finder wird gebeten, an Below, Ebertqstr. 51. 4. Nachricht zu geben. Ans den Organisationen t, BWrifl StHüßekenMflennnfnn« M-ntaq. den 35. CfUft«, ahrn'm T Uhr. *ala. Alte tlclootx. 127. lafleaatbaina: BerichterUattano»»« Parteitag. Ref.: «en. Karl Leid. Rem-ahl de» B-rdaad«.- Dien tag. den«. Otlober. Morgens 4% Uhr. Zahweraen bei Schirm Chailattenstr.» tagesarlbnung; Des Ctirb-is nra Kalle. Ref.:«enaffe Rahbrnm. 3. riilrit«, 3 onfag abend 7 Uhr in der Schalanla, PaNasstr 15, Mitglieder- aeilcmmluRa fCrisptcn-Stbtboui). BerichierSailang wm Parteitag. Ohne Mi, �t?«Rrl». den 85. CfMet, abend, 7 Uhr, in der SchnfaMa, «ittenn-aio«- Straße, initgliedtioaiioiemlont der Gegner der Äaskaaer La. dingunae«. Zleserentw: See. Lall« Zietz. 7.»pi-eu. Alle Abjeilenaen chaben nemeinlamen Seleadend am«antng. den 85. Oktober, abend, 7 Uhr, Schnlaula, Liraner Str. 15. Bei. der TenaKn per, 7. rUtJuL D!«..-a, Äemd 7 Uhr in den Andrra-feWl«.. Andrea,»,,»t. Dkßriki�enerabWeriannnlnnt. Xagesnbnnnr. t. Bericht nnni»axMiat; t. Bm» �Aa?'D?n-iag. den 85. Oltaber. findet im Lokal LSttner, Schwebrer Str. 35. die in«neral«rla»inlnn,«att. Tag«»rdnNnA: 1. Barichr oam Parteitag: 2. Ueno» hl«: 9, Berschiedene,. Zutritt haben nnr dieienigen, welche die 31. B-ding-ngen abgelehnt haben nnd auf de« Laden der U.S. P D. iCri-pien-Ledebanri stehen. 11. Diiiettt. gindar'chnß. und straoenardeit-kamMllN-n: Montag abend 7 Uhr, ßclanalael de, chumboldi-Srmnahn«,. Senkonrmcntfte,. haben keinen Zntril-, 18, TkilflH. Titnöeg, den 85. Oktober, abend, 5 Uhr. Hlnla. Slrt»br. 49, der Richtnng Orispien.LÄebaol. Lageserdnnn,: L Bor. Parleitan. Ref. ikntil Barth. 85. Oktober, abend, 7 Uhr,«. Phornsiaak, «ällerftraße 148: 5. ipero-rktonr�bezirk grf-drichecholn. Stadt, nnd Lezirkmmrordn««» Schnng am Montag 7 Uhr»ei galt. Rüder odorier Str. 18. Lenk»». lerispien-S-debouiz. Di» Seneraloersannelmtg findet MiUwoch 7 Uhr, Schnl-nl«. Srnnowffraße� Natt. MitgNtd-boch legttimiert. N«>»»N. Die«enopen on» SenoMnnen de»». Bezirk,, dte aof de» Baden der U.S. P.D. ITriopteo�edebonr)»eh«,,»den ihre«drellen>»i Wnko. Zieteniir. 4g. ab. Santo,, gnane niehabend am«onta». den 8». Oktober, abend, 7 Uhe. in der Ln.Lilhlin>'erg: Mlialederoersamml!»,« am T-ntag, den b, O-k- tober, abend» 7 Üb«, bei Pietenbagen. Schtrrenmeber'tr. 50.-®b£tunz awae'fi«: Sehro'ead om Donner; tag, den 28. Oktober, abends 7 Uhr. Schul«, �AfWanal'nl'-apiur.0 Tie' am Mittwoch, den 27 d. M.. hattftn�nd« glempn««' oetsommluna findet nicht bei Böker. sondern im Englischen Hof. Alernnde» �EidVnnV SitzanrlcttenafScüe». Mont-g, den 25. Oktober nachmitta« S Tpt, im.Btälai«-. Delbenr»«. Lehdeisir. 18,(Stapptnrmtantmlung?>rdnr.b-,.a« zur Abftemnelung mitbringen. PMch«». der KnbtMar�eUer. Lolr,« rsorre. Di« Beriranen'kute nno fämtsiche FKnl..oa5r. det gon am» grnaNrn'ch 9 der 7.. 5.. und ,8. Abteilung nmrden p- den nntenüehendeR Ei-ungen ein-eladen. Dbema: Der gamps aeaen da» orivat» 2 ersschrrnira»- l-riial durch die"»ntlionZr« der gon'umgeno cn ckirit. Re'etenlen: N>eno>i,n Lobm- er nnd B'äüng. 7. Bbi-IliiN� am Sb. Oktober, abend, 8 Uhr. bei gtzni,. SnnqeNr. 58.«. Sbiellnn« r. 25. Oktober.»b«d,« Mr bot Min-er. Cbri-bnrorr Str. g. 18 Abteilung am 25. Oktober, elend, S U r. doi«ühne. JUulö"«. Sieinmes'r. 7.- S'm 23. Okiober findet im fewerfTchaftäSaas, o-end, 7 Uhr.«ine Lüenteoersammlung d«, Bezirk, Süd«,«att. Ref.: köe». Hirsch. LeKeNsmittelflalenKer In de: B'oche oom 8. Oktober di, 81. Oltobrr!»rs«rot n«»A«« Drotsarle Gtrtozttn und«ninommen werden, Abschnitte sas �tkchwort � SvütuZa�'het Woche vom 25. 61* St. Cfteber 1020 gelanzz» den Ab» s 8'. Okte et. Eh-nlolren'-org« rote Rahtungnnttte.- � karte:, P.'iefchen Süßt-f» kH-Po�ungl ans Ul chnUt 8,5 vom lb. bi» R. Li- tobet: 250«ramm Rer,«ich Ab'chnitt 8!8 vom 8. bi, 80. Oktober: 250 Sram» choserHo'en ans Abschnitt SW oom 8. bi« 30. Oktober._ Reu?In. Ja der iommeaten M och« anf Abschnitt 77 der Reuköllnm SBorete» i bc-ua karte 150 Etamm NunVonig. L i». Durch die«leinbluNer: Ero» Berliner Lebensmittelkarte Bbschnitt 57, j braun, 5(10«ramm ftafetfl»-n. 2.10 SM.: 500 Cramm Sirup. 3,60 Mk. Durch> die Icrlaui'.eki-: Uar,« für Nrlcga'e'chüdiat«: Moche 44 500 Gramm Sogo,! 1.50 Mk.: Äarte für me dülde Mütter und Kinder: SSoche 44 850 Gramm Sag»,? bZ Pf. Brutto r>e �«uei......„ 1 >-ch»ne»«-n. Bis-um 25. Oktober Loranme-dung für 150«ramm Liktorra» _____ t a.'«.-j3_!4x"7A mwS ovsfrnern ftferirtchfi»*«« V�zna"uTtt. hleusleischl ■ DD____________________________._______„ der Rer»» t eilung ooa ISO 5it>inn> üünst'onig aus Lbichnttt 00 der rote» und grüuon Schöne'«rger Bezug karte. Di,»littrist»'« der roten und grüne»«chone erze« Be'ngattrre sind ouimbeo chrrn zwei, safteten Auf'us,«on L« en mittelu. Zich ,»«> llnl Uu-aaf« non Le'euamitteln«m Kretiaq, den 20. d. M. a»< iJS Ml.. Ab'chnltt Kr. 702 3 Stiif S»vpenw"rsel, Pr_..._ 9b. 708 500 Gramm Bei'.{S,Ti. Brei, 5,40 Mk.. Zlklchnitt Kr 704 S«nd«- ou aa'ie. In bei E emeiu�ee« kanssstel!» auf Iusatzkari« s"r Krieg be-chrdrate. «»'chnitt Nt. 11 2 Pfund h-lerlla �en. Prei, 4,50. 2!b>chniti Zr. u 2 PfnM Teigwaren 1, Prei, 4 P k.: gas ün'anlarl« für all« Leute: Abschnttt Kr. v 250 Gramm Haserilo'en."re,�-,15 Mk.___ Ml-TNeof?,. Mggemein'e'rfetoin; 850 Gram« Kei,. 500 Gramm ha«A flor-en, 500 Gramm M»i<-fl».'e», 500 Gramm Mcrmelgd«. Aus An/er-'l NB! karten: 250 Gramm«inberger'-nme»!. 1 D-'e Mal'« ttokl. Ntlearbelch'd tt-.-o 250 Gramm küch-nmehl, SOV Gramm baserslo'en M-tdende M.ner. 25" Gramm Hasera-ütz«. t Do'e M tze tta« Mea-u der Brei-e und WntKJ« wird ans die Wmhenzetl-! verwiesen. Brolkartenltichwott für die 44. Wochb Detter-. Berliner Wochensp'clplan vom 24. Oktober ki, 1. Roeember.> L-kk�lchne. 24. Paul Lange»nd Tora Parsberg. 25. Ge-chiGte. 25. Gig. k7„ 20. Kätb-ben v. Seil tonn. 80.. 81. K'ch r«ck 2. und 8. Teil. 1.«ubcle und Liebe. Kachm.: Kichter von üniamea Rene- Pott» Ib�igr. 24.. 85.. tl.. 2«. r« lor n. d Tod. l Jl%\ 81, Mas« Barbara,- einr L-'-ngtin.� ,a Nie, Aj""ürei'ch� 27 �'(«nou.'25.' Meisier�nger. 28. Zievosntion'bach'iit- 80. Klebe rrnon». 81. fflalkrirn. 1. Aosfm'NN,«rgZblungen.— De-isch.» The ttt. 27. Kanfmait* von Penedig. 28 Gimame Menschen. 1. QthcTo. So? Uttaukt.—«amme-lPitte. 24. Büch e d. Pandora. 28. ÄcNa. 80. Dlsch Ulelnbödter. Sonst: Gr ist an allem schuld. Spieler.— Lesstng-Tb.-r.lG 25. Da« Gelübde. 25. Peer Goni. Sonst: Klamme.— Gr«»«, S- 1. ttinderttaoödie. Sonst: Di» Bich'« der Pandora.— K«rdea> — Tb« ter dt« We'eu». Der ersten Lieb« goldene Zeit. Koch«.: Krau>5 detrneltn.— LuftMelheu». Zwangt i-ouariierung. Kachm.: Kamiii« sraGVI m-nn.— Komische Cptr. Liebe im Schnee. Kachm.: Liebe im Schnee. «Tledttth�WObeTmstüblitft«, Theater. 5>°beir di, Täu'eriu Kachm: VvGebeiu.—««t-i»»ol.Tbrater. Da, Poramdmeibche».— zentral, Thoater. Irtt Bstrbel.— Reue, Uontrrl Tho-ter. Ge'chlossen. Ab 20. Der neriünqte Adolti - ThaNa-Tbeater. Täglich: Der dumm» Kran«. Kachm.: Köriisch« Lir a./' Ken«, Oveaetteu-lheaier. Tstk»?dar»netz. Kachm.: Obersteiger.— Ros.-'r-iecieu Kater Lampe. 1. Berloiooer Sohn.—«albosto-Theater.' Der lustige Witmm BerantworUIch für die Kedaltion: Smil Kobold, Berlin, f anlmortlich int den Inirrateuteil: L n» m i o Komerioer. Karl»b«rst..� Perlag�senostenichait.Kteibrif e G m b ch Berlin— D',k dn..Kreibem T-rtif«»-«? m � T �«ri-nif» �4-�.• t Soeben erschienen: Gesänge der Jett Gedichte von Truno Schönlank Preis 1.S0 Mark Buchhtmdlnng„Frcileit", Berlin" 2, Breite Str. � Billige Ii cli u Si e Bcsie moili�c Wlnferwarc Schwarz Hutfilz-Schnallenstie'el"Ä � q oo aais SlO00 OtovJP 38-30«CO 91-35 Zßij 39-42%J*7 25-27 Schwarz Fifz-Schnallensticfel mit guier BI». und Ledersehle,»evie Udarrpllikoppe ""150 0**0 an50 Kamclhaarsfoff- Schlöpfer <>Q50 ÖÄSO 36-42«CZ? 43-47%ß%ß Tuch- Stepp- Schlüpfer 1750-tO50 »1-95 IX 34-42 Xmf Filz-Schnallensiicfcl 39-42 Bit- und Le�enohle. Udcrkappe.«ehr dauerhaft