Einzelpreis 30 Pfg.« 3. Jahrgang Mittwoch, 27. Oktober I.S2V Nummer 456- Morgen-Ausgabe »»Ich-«»!»»» Svina.« mit TBentan nt «famsr Dr« fft|Ba*pn*< btträet M frrtrr hu ftoat Hh Sto�Bctfla 18,— n. tu vorauf»oblbot. oon Cn Spo»(flbtl«bgiboh S,80 M Sfli Doft- bfjiiQ nctBen lZmlllch» Poftaastallen DtficOngn augtatm. Umrt ehtifbnnk bezogen fflt venhchie»d und Orftrieeich l»,» IB., fbt bat obrtse Bstlaab 21,50 ZK. tuzilglich DahHa-Auischl-g. pe Brief für Cxott(bland ab Otberrrfdi SO,- ZK. fj�tHHan Mb OarUf>•alte««.«aMt»träfet St». _______, �_____■.WWWI SS. elafchNetzN» Irtmmetjufdjla». Kleine Äneeigen; Bat sengeben 8»« Wort 2,— 90� lebet ro eilet. fBor« 1,50 M., ehischlieftlich renernngtzufchlag. Lausenbe Anzeigen wnl Tarif. St» t»e,>f»n»ln, SonpaeeillegeN, aber beten»an« bofte» 5,— 8A.. �~ fDor___ I_ gamilien-Anzeige» und SlellenelZiesuckl- Z.Z0 M. netto pro Zeile. Slellen-ibesuch. a Won-Anzeigen! bat fettgebruebl« Won 1,50 M., jebet weilen Wo« 1,— JS, ttnffmKc latam 2010, 2041, au OOS, tlU, UUi ilZL $erfinn X)rffon bpr UnoWätidlgen So}ialömißftatie SeutfcOfanöd Englisches Entgegenkommen Berlin. 2k. Ottober. Mit Bezug auf§ j« der Anlage 2 zu Artikel 244, Teil 8 de« Friedensvertrages, der lautet: .Die Mahnahmen, zu denen die alliierten und aflozUerten Regierungen, falls Deutschland oorfätzlich feinen Verpflichtungen nicht nachkommt, berechtigt sind und die Deutschland sich orrpflich- tet, nicht als feindselige Handlungen zu betrachten, kSnnen in wirtschastlichen und finanziellen Sperrt und Bergeltuugsmahnahme«, überhaupt in solchen Mah- nahmen bestehen, welche die genannten Regierungen als durch die Umstünde geboten erachten" hat die grohbritannische Regierung durch die hie« stge Botschaft dem Auswärtigen Amt am 1k. Oktober eine R- t« zugehen lassen, nach welcher sie für den Fall einer vsrt Jgfcllchen Nichterfüllung der deutschen Bert �Uichtumaen unter Teil 8 des Friedensvertr-ge- nicht ttm Teil de-, 9i Vn naä>§ 18 der Anlage 2 zu die. b« p;! f Bertrages zustehenden Rechte zur Beschlagnahme iuma bcM,Wct Staatsangehöriger in«rohbritannieu tveo rauch zu machen. - wird mitgetei t. d-h dieser Verzicht fich auf in«roh. � tannlen oder britischer Gewalt befindliche» deutsch«, gen tum bezieht, od dieses nun in Bankguthaben od« in auf br. tischen Schiffen befindlichen Maren,»der in nach Groh« britannien zum BerkaUs gesandten Waren besteht. Diese Entschliehung. der englischen Regierung ist deshalb von größter Wichtigkeit, da durch den Wegfall der obenge» nannten Friedensvertragsklausel das deutsche Privateigen- ium in England vor der Beschlagnahme sicher ist und infolge fieser Tatsache eine regelrechte Wiederaufnahm« der gegenseitigen Handelsbeziehungen überhaupt erst möglich ist. Die Wiederzusammenfassung der zerrissenen Fäden der Weltwirtschaft ist heute von so austerordentlicher Bedeutung, daß es wünschenswert erscheint, dast auch die übrigen alliierten und assoziierten Regierungen dem engli- schen Beispiel folgen. Der Streik in England Fortsetzung der Berhandluugeu HR. London, 28. Oktober. Di« Vorschläge, über welche jetzt die Minister mit den Kohlen. arbettern beraten, werden geheim gehalten, well es fich vorerst nur um ein« gegenseitige Annäherung handelt und keine der beiden Parteien fich binden will. Gestern abend war die Verwaltung des Bergarbeiteroerbandes noch nicht mit der Untersuchung der neuen Lerhandlnngsunterlagen fertig geworden. Ei« Beamter de««e«erksch-ft»oerbandes erklärte später, das, bis jetzt noch nichts geschehen ist, was eine« Abbruch der ver. Handlungen verursachen würde. Die Berichte der örtlichen Ab« teilnngen des Nationalverbandes der Eisenbahner beftSti. gen, datz unter den Mitglieder« eine park« Abneigung gegen de« Sympathiestreik herrscht. Das Ausnahmegesetz London, 28. Oktober. Unterhau». Bor der Annahme der Ausnahme- Bill stellt« Bonar Law nachdrücklich in Abrede, datz die Bill einen Angriff auf die««werkfchafteu bedeute, und fagt«, sie werde nur in Kraft treten, wenn eine Aktion erfolge oder droh«, die zum Ziele Hab«, den Staat der ihm notwendigen Lebensbedürf» nisse zu berauben. Bonar Law erklärte, die Bill würde stcher als Herausforderung empfunden werden, wenn fie später— sollten die Verhandlungen, die jetzt wieder aufge- nommen worden find, in ein kritisches Stadium treten— zur Verhandlung kommen sollte. Einberufung derWiedergutmachungs- Kommission DA. Pari», 28. Oktober. Das.Journal des Debatv" erfährt, datz die Wied er gut. machuugskcm Mission für den 80. Oktober eiub«. rufe« wurde, um fich mit den Anträgen zu befassen, die der Vorbereitung der alliierten Sachoerständigenbesprechung diene« sollen. Das Blatt schreibt dazu, datz der Borschlag, wonach die Deutschen an den»ertraulichen Besprechungen teilnehmen sollen, für Frankreich völlig unannehmbar sei. Das Ende des Bremer Streiks Ein Erfolg sEigener Drahtbericht der.F r e i h e i t".) Bremen, 2«. Oktober. Der Streik der Staatsarbeiter in Bremen endete mll einem E t• folg der Streikenden. Der Senat, der sich auf den Stand- Punkt gestellt hatte, nicht zu verhandeln und nichts zu gewähre«, wurde zu beidem gezwungen. Unter Hinzuziehung eines Reichs- beamten wurden nach langwierigen Verhandlungen folgend« Z o- geständniffe gemacht: Ss erhalten ledig« Staats» arbeiter über 21 Jahre 5 M. pro Woche Zulage, verheira» t e t e 12 M., das Kindergeld wird von K auf 0 M. erhöht. Selbst diese geringfügige Lohnerhöhung wollte der Senat, welcher eine Prestigefrage daraus gemacht hatte, vorerst nicht aner- kennen. Die Staatsarbeiter waren sich selbst darüber klar, datz diese Zngeftändnifie nur ein« klein« Abschlagszahlung / darstellten. Um jedoch die Rot der Bevölkerung nicht zu ver- gröhern und wettere Aussperrungen der Industriearbeiter zu vermeiden,«ahmen st« den Bergleichsvorfchlag an, dem nun auch der Senat zugestimmt hat. Die Arbeit wird Mittwoch früh ge- schloffen wieder ausgenommen. Mahregelungenerfolg«« nicht. Auch die Privatindustrie nimmt morgen den Be- trieb in vollem Umfange wieder aus. . Friedrich Adler über die Internationale Wie«. 26. Oktober. In einer sozialdemokratischen Parteiverfammlung führte Friedrich Adler unter lebhaftem Beifall ans, datz die So- zialdemokraten in den Nationalrat als Opposition»- Partei eintreten. Die Methode der Moskauer Kommunisten, innerhalb der So- zialdemokratie kommunistische Keimzellen zu errichten. werde sich die österreichische Sozialdemokratie nicht gefallen latsen. Die 3. Internationale sei nichts anderes als ein« Zen- tralorganijation kommunistischer Parteien aller Länder. Seines Trachtens werde der kommende Parteitag nur erklären können, datz die österreichische Sozialdemokratie der zweiten Znternatio- nale nicht mehr angehöre, es aber auch ablehnen müsse, der 3. Internationale beizutreten. Ich erwarte, fuhr der Redner fort, datz der Parteitag den Parteivorstand beauf- tragen wird, eine Konferenz zu organisieren, zu der fich jene Parteien einfinden, die, wie die österreichische, weder der zweiten noch der dritten Internationale angehören. Hierzu gehören vor allem die Franzosen, die Schweizer, die Unab- hängige Arbeiterpartei Englands,.die Sozial- demokratie in der Tschecho-Slowakei und die Unab- hängig« Sozialdemokratie Deutschlands. Die auf dieser Konferenz vertretenen Parteien werden keine vierte Internationale bilden, sondern die Mittel suchen, um den bisherigen Irrtümern auszuweichen. Nicht nach dem Typus der .Parteien, sondern nach dem Typus de» Arbeiterrates wird die künftige Internationale ausgebaut werden müssen. Generalstreik in Rumänien DA. Bukarest, 20. Oktober. Am 21. Ottober verkündigt« die Allgemein« Gewerk» ichastskommiflion in ganz Rumänien de» General- streik. Die Regternng antwortet« mit der B e r h ä n g n n g »ig Belagerungszustandes unter Einsetzung der Jen- Iur für die Presse. Gleichzeitig erließ der Äinifterprasident >e«eral Aoerescu den Befehl zur Militarisierung der Eisenbahner. Mehrere sozialistische Abgeordnet« und die hauptsächlichsten Sewerrschckftosüheer wurden verhaftet, da» Sitzunavlokal der«ewerkschastskommisfion geschlossen. Zn Bukarest und in der Provinz herrscht Ruhe. Der Bekehr wird im allgemeinen ausrecht erhalten. Die Zeitungen erscheine« in ver- Neinertem Format. Die rumänische Regierung und dir hinter ihr stehenden Bojaren haben seit je die sozialistische Arbeiterbewegung mit den brutal- sten Mitteln medergekämpit. Trotzdem wird man auch in Ru- manien auf die Dauer mit diesen Gewaltmatznahmen der Ar- beiterbewegung nicht Herr werden. An dieser Aufgabe haben sich schon ganz andere Kräfte nutzlos verzehrt. äs ke�B«« � ble ÄIOßc im®eteiRa3 � Jt°li-n. Bei den Gem'eindewahlen �' bisherigen Ergebnissen von 4.iK0 Gemeinden tft'x t lm�tliche und 1270 eine sozialistische Mehr- Ehina wünscht kein» Beziehangen mit Sowjetrntzland. Wie aus Peking gemewet wird, lehnt die chinesische Regierung die Ver- antwortung sur das Vorgehen de» Generals Tschang und des Konsuls Tschu, die stch nach Moskau zur Einleitung von ver- l,oi.dlungen mit der Sowjetregierung begeben haben, ab unb hat beiden Persönlichkeiten den Befehl erteilt, Rutzland zu ver- lassen und unverzüglich nach China zurückzukehren. Die Verewigung mit den Kommunisten Die„Rote Fahne" veröffentlicht heute einen Aufruf, in dem nach einer Zusammenstellung der üblichen kommunisti- schen Redensarten und Beschimpfungen zur Vereinia gung inder Kommuni st ischenParteiDeutsch- l a n d s aufgefordert wird. Der Aufruf wendet fich an„die Genossen der U. S. P. D" und behauptet von ihnen:„Ihr habt alle die. die sich zwischen Euch und den Kommunismus stellten, beiseite geschoben. Ihr habt das letzte Hindernis beseitigt. Genossen: Ihr seid jetzt dahin gekommen, was wir und Ihr längst mutzten, datz Ihr kommen würdet: zum Kommunismus." Dann werden die Genossen von der K. A. P. D. aufgefor- dert, ihren Standpunkt in der Frage des Parlamentarismus und der Gewerkschaften aufzugeben. Um sie dazu geneigter zu machen, wird Rühle als„Wirrkopf, der den Leuten der antibolschewistischen Liga zu Hilfe" komme, beschimpft. Der Aufruf behauptet, datz die revolutionären Arbeiter auf verschiedenen Wegen zu dem einen Ziele zugewandert sind: zum Kommunismus. Jetzt sei es notwendig, sie alle in der Kommunistischen Partei Deutschlands zufammenzu- schließen. Das bemerkenswerte an diesem Ausruf ist, datz er nicht nur von der Zentrale der K. P. D. und von Einowjew un- terschrieben ist. sondern auch von dem Zentralkomitee der Neukommunisten. von Daum,g. Adolf Hoff- mann. Koenen. Etoecker usw. Damit ist deren politische Vereinigung mit der Ä. P. in der Tat voll» zogen. Aber auch die organisatorische Veretnigung ist bereits durch Einsetzung eines gemeinsamen Ak- t i o n s k o m i t e e s in die Wege geleitet. Und die Kommu- nistische Zentrale tut alles, um die Verschmelzung zu be- schleunigen. Dies geht sehr Nor hervor aus dem Bericht der Sitzung des Zentralausschusses der K. P. D. Referent war Thal- h e i m e r. Er führte nach der„Roten Fahne" aus: lleber die Zusammenarbeit in den Zentralinstanzen war eine Einviuna nicht schwer herbeizusühren. Es soll«in« gemeinsame paritätisch zusammengesetzte provisorische Zentrale unter dem Vorsitz eines Vertreter» der Exekutive der Kommunisttschen Inter- national« gebildet werden. Einige Disf er enzpunkte er. gaben sich dagegen bei der Frage der Verschmelzung der Ortsoer. »ine. auf die wir das Hauptgewicht legen mutzen. Bei der linken ll S P. besteht das Bestreben, die beiderseitigen Ortsvereine und Mitgliedschaften voneinander fernzuhalten bis zu einem Eint- gungsparteitag, der dann erst die Verschmelzung beschließen soll. Wir fordern zunächst, daß eine gemeinsame Arbeit in den Mitgliedschaften sofort beginnt.« ein einsam« V-rsamm- lungen abgeholten werden, den Mitgliedern beider Parteien Zu- tritt zu den beiderseitigen Versammlungen gewahrt wird. Die E-notzen von der U. S. P. haben uns den Vorschlag gemacht daß überall die kleinere in die größere Gruppe eintreten soll. Dem- gegenüber schlägt das Erekutivkomitee der Kommunistischen In- ternationale die Verschmelzung beider Parteien zu einer Ver- einigten Kommunistischen Partei vor.__,, In der Diskussion wenden fich die Eenotzen einheit- lich gegen den Vorschlag eines Uebertrittes der kleineren Or- ganisationen in die größeren, der einen Uebertritt zur U.S.P. bedeuten würde. Nicht die Kommunisten sind Unabhängige ge- worden, sondern Matzen der Unabhängigen Partei haben sich zu« Kommunismus bekannt. Der Vertreter Schlesiens fordert den Eintritt der U. S. P.-Genotzen in die K. P. D. Der Vertreter Württembergs betont demgegenüber die Rotwendigteit des Zu- sammenschlutzes der kommunistischen Arbeiter und verlangt die sofortig« Inangriffnahme und Durchführung der Verschmei- zung in den Ortsvereinen. Er wendet sich dagegen, daß die Zen- trale eigenmächtig den Namen der Partei mit der Fort- latzung der Klammer„Spartakusbund und der Hinzufügung der Klammer..Sektion der Kommunistischen Internationale abge- ändert habe. Au» hat er Bedenken gegen einen Satz im Rund- schreiben 21 der Zentrale, nach dem politisch« Dnettiven allein von der Zentrale ausgegeben werden sollen.„. Genotze Wagner fordert der linken U.S.P. gegenüber so- fortige Verschmelzung ohne jeden Hinterhalt, ohne ted- organisatorische Kleinlichkeit. Die organisatorischen Scheidewand« mutzen eingerissen werden. Organisation sfragen mutzen zurückstehen hinter der politischen Frag«, k«r Leb frage der deutschen Revolution, der Schaffung einer starken, ar- tionsfähigen Kommunistischen Partei. ,.a. 1 1;«» Genosse La na- hält die 21 Bedingungen für kein« glückliche G udlage der Spaltung der U.S. Große Matzen ir..cden für die Bedingungen emtre en. ohn- den Willen, sie tatsächlich durchzuführen. Moskau sei eine Mode ge- worden und viele derer, die dies« Mode mitmachen, und Heine der der linken U.S. P. D. ständen, seien keine ernsten und zuoerlasst- � Kenotz/zva gner erklärt für die dringendste Ausoabe den Kampf, den wir gemeinsam mit der linken gegen die rech» U�. P. führen mutzen. Gegenüber Lange glaubt er. daß dt« Elemente enthält, die, wenn auch nicht üve-r ansteichende Klarheit. so doch über einen starken revolutionären Elan verfuaen. Vor der Mochtergreifung aber sei das ZerHörnnq»««" am Kamt «alismu» die Kauvtarbett. Hierin ist nicht so seh« prinzipielle Klarliett als ÄttivitSt erforderlich..,. Im Schlußwort forderte Thalheimer nochmals die f o f o ra tige Durchführung der Verschmelzung: alle organisatorischen Bedenken müssen zurückgestellt werden. j l Unsere Boraussage Hat fich trotz aller Beten ernnzen. Hie vor dem Parteitag gegeben worden sind, sehr rasch erfüllt. Die Ardeiter, die sich von der U. 6/ P. getrennt haben. müssen in der Kommunistischen Partei aufge- h e n. Die Kommunistische Zentrale nimmt keine Rücksicht auf die Organisationsschmerzen der Reukommunisten. Sie wünscht gar nicht, dah diese sich erst organisatorisch festigen, denn sie fürchtet, daß sie dann größere Rücksichten nehmen müßte. Sie will aber die bedingungslose Einrei- hung des abgespaltenen Teils in ihre Organisation und sie denkt gar nicht daran, die Herrschaft sich schmälern zu lassen. Die Kommunistische Zentrale besteht auf ihren Schein, aber wir denken, daß sehr viele Ar» beiter jetzt, wo sie Klarheit haben, sich weigern werden, diesen Schein einzulösen. Der Abschledsbrlef Sinowjervs In der„Roten Fahne" veröffentlicht Einowse« einen„Ab- schiedsbrief", der sich mit seinen Verleumdungen und Be- schimpfungen der deutschen Arbeiterschaft und der U. S. P. D. würdig dem Schreiben anreiht, dag Sinowjew namens des Exekutiv-Komitees der 8. Internationale dem Hallenser Partei« tag überbracht hatte. Immer dieselben Lügen, die wir längst widerlegt haben, werden wiederholt. Sinowsew verleumdet frisch drauflos und immer weiter, offenbar in der Hoffnung, daß nicht alle, die seine Angriffe gegen die ll. S. P. D. lese«, von deren Widerlegung Kenntnis erhalten. Sinowjew weist darauf hin, daß er die rechte« Führer der ll. S. P. D. im Auftrage des Exekutiv-Komitees direkt aufge- fordert habe, die Bedingungen zu formulieren, nnter denen für sie der Anschluß an die dritte International« annehmbar wäre, und er behauptet, daß diese Aufforderung abgelehnt worden sei. Diese Behauptung stellt Sinowjew wider bessere» Wissen auf, ha in seiner Gegenwart die Beantwortung seiner Aufforderung erfolgt ist. Wer die Parteitagsberichte gelesen hat— und wer sie nicht gelesen hat. mag es in ihnen nachlese» — der weiß, daß Genosse Hilferding in seiner großen Red«, in der er Sinowjew auf dem Parteitag entgegentrat, am Schluß seiner Ausführungen namens der Unterzeichner des Antrag» Ledebour-Rosenfeld eine formulierte Erklärung abgab, in welcher bis in einzelne festgestellt wurde, welch« Bedingungen für uns unannehmbar waren. Wen« Sinowjew schreibt, daß die U. S. P.-Führer sich dadurch bloßgestellt hätte«, daß sie seine» Aufforderung ausgewichen seien, so ergibt sich au» der Dar. stellung des wirklichen Sachverhalts, daß lediglich Sinowsew bloßgestellt ist, der durch seine lügnerische Behauptung ge- zeigt hat. wie unbequem ihm die Antwort gewesen ist, die er aus dem Parteitag erhielt. Besonder» verdient an» dem Abfchiedsbrief Sinowsew»«in Saß hervorgehoben zu werde«, den wir schon deshalb unsere« Lesern zur Kenntnis bringen müssen, damit sie sehen, wer die Spaltung wollt«, und wer setzt durch den Eintritt der Spaltung b- friedigt ist. Sinowsew schreibt wörtlich: Der neue Baltikum-Skandal .Die Scheidung ist gekommen, und»i« gm ist es. daß st. end. lich gekommen ist.- Mit diesen Worten entlarvt Sinowsew sich selbst al« eine« Mann, der die Spaltung wollt« und von ihrem Eintritt befriedigt ist. Er hat mit diesen Worten ausgesprochen, was Döumig und . Genosse» nicht auszusprechen wagen, und«» ist gut, daß durch solch offenes Aussprechen seiner Wünsch« Sinowjew de« deutsche« Arbeitern Nor gemacht hat. wo die Leute sitzen, auf deren Konto die Spaltung zu schreiben ist. Sinowsew ist, wie er schreibt, schon die Zusammensetzung d«s rechte» und linken Flügel» de» Parteitag» aufgefallen. „Auf der linken Seite saßen im großen und ganze« Arbeiter, Proletarier, auf der rechten saß zwar auch ein Teil von Arbeitern, aber der bedeutendste Teil de» rechten Flügels de» Parteitag» äestani) aus Literaten, au» Parlamentariern, au» Advokaten usw." Es verrät wirklich wenig Geschmack, wen« ausgerechnet Sinowjew. der selbst, wie die meisten einflußreichen Kommunisten- fiihrer, zu den Akademiker« und Literaten gehört, mit snlchen Ausführungen an die„schwielige Faust" appelliert. Außer- dem zeigt diese Erklärung Sinowjew». daß er von den deutsche» Verhältnissen kein« Ahnung hat. So blindwütig kämpft er gegen den rechten Flügel der Partei, daß er die Literaten Däumig. Stöcker. Dr. Geyer, die Parlamentarier Eichhorn. Adolph Koffmann, den Advokaten Kerzfeld und viele ander« Parlamentarier und Literaten auf dem linken Flügel gar nicht steht. Den Gipfel der Frechheit ersteigt Sinowjew, wenn er schreibt: „Die Debatte« im Reichstag Iber dies« Od»« Auewessungl zeigen eine geschl-sstn« Front von den rechten U. S. P�Lenten bis iu den Orgesch-weißgardistische» Abgeordneten." Das schreibt Sinowjew. obgleich er ganz genau weiß, daß es lediglich ein Verdienst unserer Fraktion ist. daß die Ausweisung Sinowjew? und Losowskq» im Reichstag zur Verhandlung ge- langte. Seine engeren Freund«. AdolphHoffmannundGe- Nossen, haben nicht den Finger krumm gemacht, um im Reichstag gegen die Polizeiwillkür der Regierung Front zu machen.* Sie haben sich damit begnügt, in der Debatte das Wort zu ergreifen. Unser« Genossen waren es. die die E i n r e l s«- «rlaubni« Sinowjews erwirkt haben, während Koenen wenig Eifer zeigt«, bei der Regierung die Genehmigung der Einreise Sinowjew» durchzusetzen. Unser« Genossen haben im Reichstag gegen die Ausweisung Sinowjew» Protest erhoben. Und an wen wandt« sich Sinowjew. al» er na chden ReichstagsoerhandlungenamMorgendesZa-Ok' tober plötzlich nach Stettin abgeschoben»erde« sollte? An den Genossen Dr. Rosenfeld, der doch«ach der erwähnten Aeußerung Sinowjew» in der Frage seiner Au»- Weisung in geschlossener Front mit den Orgejch weiggardiitischen Abgeordneten gestanden haben soll. Armer Sinowjew! Was soll man von ihm und von seinen alten und neuen Anhängern halten, wenn er keinen besseren Vertreter zu finden weiß, al» einen . unserer Genossen, der zu den..Agenten des Kapital»" gehört. Dankbar nahm Sinowjew die erfolgreichen ve- mühungen des Genofsen�Dr. Rosenfeld an. Er war froh infolg« de» Eingreifens eine, Orgesch-weißgardistischen Ab- geordneten die Hlnausfchirbung der Abreise um einig« Tage erwirkt zu habe«. So zeigt der Abschiedsbrief Sinowse«« nur von neuem, wa» Ickon das Schreiben des Exelutivlomitee« an den Hallenser Partei- taa zeigt«, daß die russischen Kommunisten nur mit Berleumdunge« den Kampf g-g-n unser« Partei iübren können. Da» mag ein« Zeitlang gehen, so lang« die Arbeiterfchafr alle Erklärungen, die von russischen Kommunisten kommen, blindlings glaubt. Jeder Tag aber beweist d« d--tfch-n Arbeiterschaft, wie unzulänglich alle d,« Behauptung«» find. die zur Diskreditierung unserer Partei aufgestellt .nd sicher, an dem gefunden Sinn der deutschen Arbeiterschaft , cheitern alle Verleumdungen und Lerdrebungen. mit denen man die U. S. P- D. jetzt bekämpft. f. Die Reichswehr liefert Waffen und Mannschaften Die Reichsregierung hat in ihren Warnrufen, die sie in der Angelegenheit der Vorgänge an der Ostgrenze erließ, zu- Seben müssen, daß zahlreich« Bewaffnete über die »renze nach Litauen wandern. Sie ist aber bemüht, die ganze Angelegenheit möglich st harmlos darzustellen. Sie scheint nicht zu bemerken, daß es sehr auffällig ist, daß so plötzlich eine wahre Völkerwanderung aus Ostpreußen nach Litauen einsetzt. Niemand wird glauben, daß das unvorbereitet und unorganisiert geschieht: im Gegenteil. es sprechen alle Anzeichen dafür, dag es sich nicht um ein zufälliges Abenteuer, sondern um ein durchaus plan- mäßiges Unternehmen handelt. Ernste Ab- wehrmaßnahmen hat die Regierung gegen diesen verbäng- nisvollen Unfug noch nicht getroffen. Wieder einmal steht sie in völliger Hilfloilgkeit den Dingen gegenüber, oh- wohl bereits morgen eine Rote der Entente von Pr Rechenschast fordern kann. batalllone neu ausgestellt haben. Der Eitz des Organssatlons» bureau» der Neuwerbungen ist T h o r n. Nebenstellen find außer» dem in Dirschau und Graudenz. Ferner sammeln die Pole« alle Flüchtling« au» den Abstimmungsgebieten und bilden au» ihnen besonder« Verbände. . WaffenschfebvngeH Das„Berliner Tageblatt" erfährt von gut untcrrich.eter i«Ue, daß dauernd Abenteurer, teilweise zu größere« Trupp» vereint, die Grenze passieren. Die unsichere Lage der Regierung in Litauen lasse befürchten, daß man dem Bordringen der Polen gegenüber zum Mittel des Marodeurkrieges greifen könnte,»nd daß, hierbei die Abenteurertruppen eine Roll« fvie- len würden. Das Reichswehrministerium behauptet, daß die Reichswehr an diesem gefährlichen Treiben nicht beteiligt sei. Bon anderer Seit« werde jedoch behauptet, die Bewachung der vom Reichskommissar Borowsti der ostpreuß'schen Reichswehr zur Kontrolle Lbertra--'''-'' �offcnlager werde so nachlässig au»- geübt, daß ein« starke Vermindernng der Wafsenbe, stände bereit« eingetreten sei. Außerdem sei von der Reichs» treuhandgesellschaft dem litauischen Staat eine Anzahl von 15 000 Gewehren durch eine dritte Firma angeboten worden. Im Zusammenhang damit erwähnt das„Berliner Tageblatt". daß die P o l e n in der Wojewodschaft Pomerellen sder ehemoli- gen Provinz Westpreußen) bereits Ermlöndrr-»nd Masuren» PlanmLbige Werbungen Daß die Dinge in Wirklichkeit viel weniger harmlos find. als die Regierung es darzustellen ve'fncht. geht aus den Meldungen l ervor, die täglich aus Ostpreußen kommen. Ein« Zuschrift von informierter Seite, die uns zur Ver» fügung gestellt wird, bestätigt und e r w e i t e r t die Mitteilungen des.Berliner Tageblattes". Wir entnehmen dieser Zuschrift folgendes: Rl�t einzelne Abenteurer überschreiten dle Grenze, sondern wohlgeordnete Trupps, die in Litauen sich sofort unter ihren Führern zu gefch"sscncn Formationen sammeln. In Paketen auf Wagen, ja. in Eifenbahnwaggons. werden Muni- tion, Gewehre und Maschinengewehre über die deutsche Grenze gesch-ift. Daß es sich ni�t um lufällige Gremüberjchreitungen handelt beweist die Tatsache, daß aus der litauischen Gewndischast in Berlin ein danrrn''r« Kommen und Gehen von Reich-wehr- •-•-'utlacn und ehemaligen Baltikumern zn beobachten ist. Da die großen Wasfci lager in Ostpreußen unter der Aufsicht der Reichswehrbrigade stchen. so können Waffenverschiebungen nur im Einverständnis mit der Reichswebr vorgenom- men we'den. wodurch bcwi-sen ist; daß sich auch die Reichsw-Hr an diesem Urternchmen bet-il gt. Das Unternehmen zeigt aber weit größer« Formen. Die Reichstreuhandgesellschast bat bereit, vor mebre'-n Wochen der litauischen Regierung durch eine Decksirma 50 000 Gewehr« zum Preis« von Mk. 225.— pro Stück angeboten. Wenn da» Geschäft nicht sofort abgeschlossen wi'.rde� so lag das lediglich an der chronischen Finanzkala» mität der litauischen Regieruna. Das Reichsschatzmini- stcrlum hat die Stirn, diese Talsach«, die in Litauen jedem Leutnant bekannt Ist und jedem jüdischen Händler, zu leugnen. Da» erhöbt nur die Schuld der Reichsre gierung. Un- sere Genossen werden deshalb die Aufgabe haben, im Reichstage für schleunige Aufklärung diese» neuen Balt'kumunter« nehmen? zu sorgen und von der Regierung die nötige» Abwehr- maßnahmen»erlangcn. Selbstentlarvung An» der Sitzung de» Zentralausschusses der K. P. D. fei noch folgend« kurze, aber recht interessante Diskussion über die politischen Arbeiterrät« wiedergegeben. Der Vertreter Bremens scheint schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Er berichtete: In Bremen hätten sich Konflikt« zwischen Arbeiter- rat und Betriebsrat und zwischen Arbeiterrat und Partei ergebe«, da die gegenwartige Situation die politi- scheu Räte nicht vor akute Aufgaben stell«. Manch« Arbeiterräte beständen nur au» Kommunisten und erfüllten daher nicht die Ausgaben eine» politische» Ardeiterrates. Man müsse dies« Röte liquidiere». Dazu sagte nun T h a l h e i m e r im Schlußwort: Di« Vorbedingung für die Neuwahl van Arveiterräte», ein« akute politisch« Zuspitzung, besteht heilt« nicht. Die Propaganda sür den Gedanken der Arbeitmäte muß fortgesetzt werden. Ihre Wahl kann jederzeit bei einer Verschärfung der Lage, etwa au» wirtschaftlichen Kämpfe« heraus, wieder auf die Tagesordnung aesetzt werden. Wo Rät« bestehen. die man nicht in Wahrheit al« politische Arbeiterräte an- sprechen kann, müssen sie liquidiert werden. B«- stehende Arbeiterrät«, die tatsächlich Pertreter de» Pro» letariats find, müssen bestehen bleiben. v Man erinnert sich, wie die„Rote Fahne" vor kurzem Tag für Tag dle Wahl politischer Arbeiterräte forderte, sie als wichtigste revolutionär« Aktion anpries und jede« als kon- temvalutionären Verräter beschimpft«, der erklärt«, daß dl« Wahl politischer Arbeiterräte nur im Verlauf eine» aku- ten revolutionären Kampfe» Sinn hätte. Als wir das schrieben, markierte die„Rate Fahne" den bei ihr üblichen revolutionären Wutanfall. Heut« verkünden die Kommu- nisten kaltlächelnd da» gleiche. Es gehört wirNich ein« unglaubliche Unverfro- r e n h e i t dazu, wenn solche Leute sich als Führer des Pro- letariats ausspielen wollen! Wir haben unser« Stellung solchen hilftosen Palliativmittelche» gegenüber dem wahnsinnigen Ftnanzelend bei der Ernennuno d-» Finanzdiktators für das Reich dargelegt. RücktrUt Dr. Ludo Hartmanns Die Parteien im sSchstschen Wahlkampf Wie die„Telegraphen-Union" erfährt, sind dem Wahllommissar für den Wahlkreis Dresden-Bautzen neun Wahloorschläge vor- gelegt worden. Außer den bisher schon in der Sächsischen Boll»- kammer vertretenen Parteien, aho Deutschnationale, Deuibhe Bolkspartei. Deutschdemokraten. Rechtssozialisten und Unat- hängigen haben auch dt« Reukommnnisten. die an ihrer Spitze Fritz Geyer präsentiert, sowie die Kommunisten, Zen- trum und eine Wirtschaftlich« Bereinigung Kandidaten aufge- stellt. Die Kommunistische Arbeiterpartei hat auch für die sächsische« Landtagswahlen für ihr« Anhänger die Parole Stimmenhaltnng ausgegeben. Die Berfasstmg für de» Freistaat Sachse» Dl« sächsische Bolk»ta«m«r hat in ihrer heutigen Sitzung die endgültige Verfassung für de« Frei- ftaat Sachsen in Schlußabstimmung angenommen. Ferner wurde«in« Entschließung angenommen, betreffend die Gewährung von Freikarte« für die Landtagsmttglieder im Bereich« der Reichseisenbahnen, sowie ein« Entschließung, betreffend die Bil- dung eine» Landwirtschaftsrate« in Sachsen, der in Sachen der Sozial- und Wirtschaftspolitik gutachtlich und beratend gehört werden soll. Finanzdil titur auch in Preutze« Der Kauptausschuß der Preußisch«« Landeaver- sa mm lang hat zum Haushalt des Finanzministerium» für da» Rechnungsjahr 1920 einen Antrag angenommen:„die Staat»- regierung zu ersuchen. dem Finanzmintster in erhöhtem Maße da» Recht und die Möglichleit zu gebe«, die von anderen Minister« angemeldeten Geldforderunge» soweit dies« nicht auf Beschlüssen der Landesversammlung oder auf rechtlichen verpssich- tungen beruhen, mit Erfolg zurückzuweisen, wie die» entsprechend für den Reichsfinanzminister durch die vom Reichs- labinett am 9. Ottober 1920 beschlossenen Grundsätze geregelt ist." Prof Dr. Ludo Haetmann. der österreichische Ge« sandte in Berlin, hat im Zusammenhang mit dem Rücktritt Dr. Renner» al» Staatssekretär für Aeußerc«. sein im August 1919 eingereichte»?tücktritt»gesuch erneuert und den Staatssekre- tär Mayr. der provisorisch da, Staatsamt für Aeußeres in Wien leitet, um möglichst rasche Ernennung seine, Nachfolger» gebeten. Deutschnationale Parade Der Parteitag der Deutschnationalen in Hannover bringt einer« seit» in seine« Reden die Politik zum Ausdruck, die in den ver» ichiedenen pöbelhaften Exzessen gegen pazisiftische Gelehrte und Nnksradtkal« Elemente ihren Niederschlag findet, unterläßt es aber auch nicht, die tief« Sittlichkeit de« deutchen Volkstums für sich in Anspruch z» nehmen. Räch Herrn He rgt sprach der Schriftleiter der„Deutschen Tageszeitung" Baecker. der eben- fall, eine Fanfare für die Hohen, ollern blies und al» politische» Ziel der Deutschnationalen die Rückkehr zum Föderalismus ausstellt«. Dann ritt der bekannt« Junker von Gräfe«ine Attacke gegen den Versailler Vertrag, in der er alle» Möglich« und Unmöglich« durcheinanderwarf, und bei der er von hübsche« Zwischenrufen, wie.Das ist kein« deutsche Regierung, sondern«ine Iudenregierung",„Warum sprechen Sie hier nicht von der Zudenfrage" begleitet wurde. Am zweiten Sitzungstage beschäftigte sich der Parteitag mit einem Antrag, der die tunlichste Beschleunigung der Wahl de» Reichspräsidenten verlangt. Hergt wies darauf hin. daß der Reichspräsident E b e r t während des Kavp- Putsche» den Anhängern der Kapp-Regierung durch seinen ver- treter. den Gesandten Dr. R i etz l e r hat erklären lassen, daß er der Auffassung sei, daß sein Amt mit Inkrafttreten de» neuen Reichstags sich automatisch erledigt. Inzwischen ist auf diese Behauptung schon ein Dementi gefolgt, in dem erklärt wird, daß der Gesandte Dr. Riefcler sich?ur Zeit auf Reisen be- findet, daß er aber, wenn er wirtlich diese Aeußeruna getan haben sollt«, die» ohne Auftrag de» Reichspräsidenten ge- schehen sei. Der Landtagsabgeordnet« Dr. Ritter hielt ein Referat über „Volkstum und deutsche Zukunft", in dem ve su�t wurde, der nationalistischen Ideologie eine sittliche und kulturelle Vertiefung Ji geben, da» aber über die plattesten Gemeinplätze nicht inauskam. Reichstagsabgeordneter Lambach gab dann Richtlinien über deutschnationale Sozialpolitik. Diese Richtlinien gehen in nicht» über die bekannten Ha-m-m'eduleleien der christlichen Sozialpolitik Stoeckersifie« Angedenkens hinaus. Höchsten» könnte man die Kapitalbeteiligung der Arbeit- nehm er. die in diese» Ni''tlinien gefordert wird, als billiges Lockmittel für diejenigen, die nicht alle werden, bezeichnen. Wo alle deutschnationalen Größen auftraten, du'fte naturlich Herr Helfferich nicht fehlen. Er hielt in einer Versammlung in Hannover eine große Rede, deren Hauptinhalt die Forde- rung auf Wiederherstellung der Monarchie war. Er trat für loyale und verständige Zusammenarbeit der Deutsch- nationalen und der Deutschen Polkspartet ein. wodurch er sich in Widerspruch setzte mlt einem seiner Kollegen, der aussvrach, daß die Deutsche Bolkspartei überhaupt kein« Eristenz- berechtigung habe. Herr Helflerich. der um große Worte nicht verlegen ist. rief großmäulig aus: Wir ringen um vi« Seele der Arbeiterschaft. Der Parole des Klasfenka nunfes stellen wir entgegen die Parole der Bereinigung der Arbeiter- schast. Wer lacht da nicht? Diskussionen beliebt man ans solchen Parteitagen nicht. Nachdem die großen Kanonen ihr« Erleuchtunaen vom Stapel elassen haben, ist der Zauber zu Ende. Also nicht mehr als ein« arade. Hlff« f>, Oesterreich. Räch einer Havasmeldung hat da» inter« nationale Komitee für Lcbensmittelkredite Maßnahmen getrofffe«. um die wirtschaftliche Lage in Oesterreich-u verbesse-n. Die hollandische Regierung habe eine Summ« von zwei Million«* Gulden für den Ankauf von Zucker. drei Millionen fot den Ankauf von K a r t o s f e l n und l 5 0 0 0 0 G u l d e n für de* Ankauf von Zink bewilligt. Da» dänisch« Komitee habe 330 000 danisch« Kronen sür den Ankauf von Saatkartojfeln»u» Verfügung gestellt. .2 Nr. 456 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 27. Oktober 1920 Gegen Neu-Berlin Di« bürgerlich« Presse ist auf da» neue Berlin schlecht zu sprechen. Die Grunde dafür liegen auf der Hand. Weil das neue Berlin in seiner Verwaltung eine sozialistische Mehrheit besitzt und diese Mehrheit gewillt ist. ihren Einfluß auch im Magistrat zur Geltung zu bringen, sucht die bürgerliche Presse alles daran zu setzen, um Berlin auf allen Gebieten zu dis- kreditieren und immer neue Schwierigkeiten zu bereiten. Die Tat- fache, daß alle Gemeinden durch die Kriegsfolgen in ein« große Schuldenlast geraten find, benutzt der„Berliner Lokalanzeiger" dazu, in einem in Fettdruck erschienenen Artikel Berlin als kreditunfähig hinzustellen. Das Blatt behauptet in sensationeller Aufmachung, daß eine Nachprüfung der Kreditfähigkeit die Stadt Berlin im Zusammenhang mit einem für heutige Ver- Hältnisse objektiv nicht allzu hohen Millionendarlehn dessen De- «illigung die Stadt bei einem besonders leistungsfähigen Finanz- konzern nachgesucht hatte, durch den damit beauftragten hervor- ragenden Sachverständigen ergeben hätte, die Kreditfähigkeit wäre in Rückficht aus die neuerliche Verwaltungspraxis überhaupt und grundsätzlich in Abrede zu stellen. Dieser Angriff stellt ein Attentat auf die Stadt Berlin dar und ist nur zu erklären aus rein politischen Gründen. Zn der Sache erklärt der Stadtkämmerer von Verlin folgendes: 1. Die Stadt Berlin hat keine Bewilligung eines Darlehens bei irgend einem Finanzkonzern nachgesucht. Kein Finanzkonzern und auch sonst niemand hat darum ersucht, daß ein Sachoer- ständiger die Kreditfähigkeit der Stadt Berlin nachprüf«. Nie- mand hat daher auch irgendwelche für die Kreditfähigkeit der Stadt Berlin nachteilige Erklärungen abgegeben oder abgeben können. 2. Die Aufwendungen der Stadt Berlin für Beamte. Angestellt« und Arbeiter find vergleichsweise nicht höher als bei irgendeiner anderen Stadt in Preußen oder Deutschland, deren Finanzen solide verwaltet werden. Z. Die Aufwendungen für die Erwerbslosenfürsorge ruhen auf gesetzlicher Grundlage. 4. Es kann keine Rede davon sein, daß in Berlin für„Theater. Musik und sonstige angebliche Volksbildung"„ungeheure Summen" verausgabt worden feien. Der Stadt Berlin sind im Gegenteil häufig Vorwürfe in entgegengesetzter Hinficht gemacht worden und besonder» von bürgerlicher und rechtsstehender Seite. 5. Der Haushalt der Stadt Berlin für 1320 wird vorausficht- lich in einigen Wochen fertiggestellt fein. Um ihn ins Gleich- gewicht zu bringen, werden Erihöhungen der Steuern und der Werkstarife und Einführung neuer Steuern notwendig sein. Wird dieser Notwendigkeit entsprochen, und es liegt kein Grund vor, daran zu zweifeln, so wird das Gleichgewicht in Einnahm« und Ausgabe hergestellt werden können. Die Behauptung des „Berliner Lokal-Anzeigers", die Stadt Berlin habe vor kurzem zum Kurse von 88 eine 4prozentige Anleihe aus den Markt ge- bracht, ist unwahr. DI« weitere Behauptung diese Anleihe habe eine sehr kühle Aufnahme gefunden, entbehrt deshalb jeder Unterlage. K. Es ist unwahr, daß der Geldbedarf der Stadt Berlin hoch verzinst werden muß. Im Gegenteil ist richtig, daß die Verzinsung im allgemeinen normal and teilweise sehr magig ist. 7. Der fllr Berlin nachteilige Vergleich der Kurse der 4 prozen- tigen Anleihen der Städte Köln, Karlsruh« und München geht von unrichtigen Voraussetzungen au». Die 4 prozentlgen Anleihen dieser Städte sind nur in sehr geringen Beträgen am Markte und werden deshalb durch die in einigem Umfang noch vorhandene amerikanische Nachfrage auf einen hohen Kurs gehalten. Im Gegensatz hierzu befinden sich naturgemäß größere Beträge von Berliner Stadtanleihen an der Börse im Umlauf, die zurzeit in Amerika weniger gefragt werden. 8. Hiernach ist nicht die geringste tatsächliche Unterlage dafür vorhanden, an der Kreditwürdigkeit der Stadt Berlin zu zweifeln." Diese Erklärungen hätte der„Lokalanzeiger" leicht haben können, wenn er sich an den Stadtkämmerer gewandt, hätte. Aber ihm kommt es nicht auf die Sache an. es geht darum, dem neuen Berlin und seiner sozialistischen Mehrheit ein» anzuhängen und die Verwaltung zu erschweren. Und da find alle Mittel recht, auch die niedrigsten. Die Betriebsräte in Deutschland Im Rahmen der Volkshochschule Groß-Berlin eröffnet der Ge- nosse Richard Seidel in der Arbeitsstätte des Südostens, Treptow, Realgymnasium, Neue Krugallee 8, einen Kursus über„D i e Betriebsräte in Deutschlan d". Dem Arbeitsplan der Volkshochschule entnehmen wir die folgende Di s p o s i t i o n des Kurses: D i e doppelte Wurzel der Räteidee: die Arbeiter- und Soldatenräte,' das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte als gewerkschaftliche Forderung. Die Kämpfe um die Arbeiterrät«. Forderungen und Erfolge; der Rätegedanke in der Reichsoerfassung: das Betriebs- rategesetz. Die Doopelaufaaben der Betriebsräte: Mit- bestimmung bei der Festsetzung der Arbeitebedingungen: der kol- lektioe Arbeitsvertrag als Prinzip der Lohnpolitik der Betriebsrat als Glied eines Organismus der Eemeinwirtschaft.— Konsumentenpolitik. .Die Organisation der Arbeit: der Betriebsrat und die Betriebsräteorganisation der Arbeiter, Angestellten und Be- amten sNateoraanisation und Eewerljchaften).— Bezirks- arbeiterrat. Reichswirtschaftsrat. Der Kursus umfaßt 8 Abende und findet an jedem Don- nerstag von 7 bis 8>§ Uhr abends statt. Die Hörgebühr betragt für den ganzen Kursus S Marl. Karten find vor Be- ginn des ersten Vortrags beim Pförtner des Gymnasi- u m s zu haben. Der Kursus ist bestimmt auch für die b e n a ch- b arten Vororte Niederschöneweide. Johannisthal, Ober- schoneweide usw. sowie für den s ii d ö st l t ch e n O r t s t e i l v o n Berlin.� Wir betonen, daß wir auf den Kursus nicht nur die Betriebsräte aufmerksam machen wollen, sondern die ge» s a m t e A r b e i t e r s ch a f t. Die Extrawurst Vom Zentraloerband der Angestellten. Sektion der l e i t« n d e n Angestellten, wird uns geschrieben: . Unter obiger Ueberschrift berichtet die„Freiheit" vom 21. Ok- tober über eine Denkschrift zum neuen Angestellten-Vertragsrecht, in der das Kartell der VerbändeleitenderAnge stell- ten feine grundlegenden Wünsch« zum neuen Angestellt en-Ver- tragsrecht darlegt. Herr Dr. Koch, der Syndikus dieser Vereint- gung. hat sich bereits am IS. Oktober genötigt gefühlt, in der ..Vossischen Zeitung" ein Klagelied darüber anzustimmen, daß die leitenden Angestellten bei der Beratung des Entwurfs über die neue Schlichtungsordnung nicht hinzugezogen find. Was fordern denn die„leitenden Angestellten"? Herr Dr. Koch spricht es klar und deutlich aus. Bisher kannte man Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Herr Dr. Koch schafft einen nepen dritten Begriff: den Begriff des leitenden Angestellten, den er als Mittelding zwischen Arbeitnehmer und Aroeitgeber anzuwenden wünscht. Die leitenden Angestellten in ihrer großen Mehrheit denken gar nicht daran, sich als Keil zwischen Arbeitnehmer und Ar- btliaeber»injchl-i»en zu tasten. Sie sind sich ihrer Vrveutnng für das arsaint« AZtritchaftsleben voll bewußt, aber au« diesem Be- wußtsein ihrer Bedeutung heraus wissen sie ganz genau, wo sie ihren Platz zu suchen haben. Sie wollen nicht als Extragrupp« behandelt werden: das haben die in großer Anzahl im Zentral- oerband der Angestellten organlsterten leitenden Ang«. stellten oft genug betont. Sie sind und wollen bleiben Arbeit- nehmer. die gerade auf Grund ihrer wichtigen Funktion im Wirtschaftsleben das Zusammengehörigkeitsgefühl mit ihrer Klasse niemals leugnen werden. Die Vertretung der leitenden Angestellten steht auf dem Stand- Punkt, daß es in Schlichtungsinstanzen eine paritätische Zusammen- setzung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geben soll, bei der eine sachliche Gliederung der Kammern zur besseren Ve- urt-ilung der Branchen zweckmäßig ist. wie es auch in Groß- Berlin in ausgeprägtem Maße der Fall ist. Die g e r i n g e Z a h l der von Herrn Dr. K o ch vertretenen leitenden Angestellten wird in den«chlichtungskammern auf der Seite der Arbeitgeber Platz zu nehmen haben, da es sich bei diesen ausschließlich um direkte Unternehmervertreter handelt. Die vom Syndikus Dr. Koch in der„Vosflschen Zeltung" geforderten besonderen Kammern für leitende Ange- stellte beim Cchlichtungsausschuß sind für die Allgemeinheit kein Bedürfnis, sondern find von der egoistischen Wahrnehmung von Unternehmerinteressen dUtiert. Am 27. Oktober, abends 7% Uhr, veranstaltet der Zentralver» band der Angestellten in Haverlands-Festsälen eine öffentliche Versammlung der leitenden Angestellten mit dem Thema: Di« Ausgaben der leitenden Angestellten im Wirtschaftsleben iu Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft. Es wird in dieser Versammlung Velegenheit geboten sein, zu allen Fragen, die die leitenden Angestellten berühren. Stellung zu nehmen. Arbeiter. Arbeiterinnen, Angestellte! Wahl der Arbcitslosenräte iür Groß-Berlin Am Donnerstag, den 28. Oktober, und Freitag, den 23. Okto« ber 1320. in der Zeit von 3 Uhr vormittags bis Z Uhr nachmittags. finden in den Wahllokalen, die noch an anderer Stelle be- kanntgemacht werden, die Wahlen für die Arbeitslosenräte Groß- Berlins statt. Um eine geordnete Vertretung der Arbeitslosen zur Wahrneh» mung ihrer Interessen, zum Beispiel einer schnellen und gerechten Erledigung ihrer Anträge und Beschwerden zu schassen, hat die Berliner Gewerkschaftskommisston die Wahl der Arbeitslosenräte selbst in die Hand genommen. Es wird nun Ausgabe der frei» gewerkschaftlich organisierten Arbeitslosen sein, jetzt auch dafür eine rege Propaganda zu entfalten, doß die von den Eewerk- schaften aufgestell!« Liste der Arbeitslosenrät« gewählt wird. Die Liste der organisierten Arbeitslosen ist aus Vorschlag der für diese in Betracht kommenden Organisationen zusammengestellt und beginnt mit den Namen: Paul N.e u e n d o r f, Metallarbeiter, Heinrich Kunz, Tischler, Gustav Schneidereit., Stuckateur. In dieser Liste find alle Berufe je nach dem Umfange der in ihnen vorhandenen Arbeitslosigkeit vertreten. Kein Arbeits- loser darf eine andere Liste wählen, als die, die mit den vorgenannten Namen beginnt. Vertreter der Kriegsbe- schädigten befinden sich auch aus dieser Liste. Als Legitimation für die Wahl gilt die Stempelkart« und die Jnvalidenkarte oder die Angestellten-Versicherungskarte. Versäume kein organisterier Arbeitsloser, sich rechtzeitig an der Wahl zu beteiligen, damit die Liste der organisierten Arbeiter erfolgreich aus dieser Wahl hervorgeht. Eewerlschaftskommission Berlin und Umgegend. J. A.: E. Eabath. Der Groß-Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels und sein Syndikus Dr. Engel Zu denjenigen Arbeitgeberverbänden, die den Lohnabbau für Arbeiter- und Angestellte nicht früh genug herbeisehnen können, gehört zweifellos die obengenannte Arbeitgeberorgamsation. Ihr Dr. Engel und Genossen haben diesem Sehnen wiederholt be- redten Ausdruck verliehen, doch alle aufgewandte Redseligkeit hat die entgegenstehenden, tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht zu ändern vermocht. In einer Sitzung de» Schlichtungsaus- schusses Eroh-Berlin. den die gewerblichen Arbeitnehmer im Samenhandel zur Vermittlung in ihrer Lohnstreitigkeit angerufen hatten, beantragte und begründete Dr. Engel einen Idpro» zentigen Lohnabbau und bat allen Ernstes, den Transportarbeiter-Verband, der nach seiner Mei- nung durch nicht genügend« Ausklärung der Arbeitnehmer über die wirtschaftlichen Verhältnisse seine Pflicht verletzt habe, dahin zu belehren, daß jetzt die Zeit oes Lohnabbaues gekommen fei. Die Kammer kam nach eingehender Beratung zu einem Schieds» sprach, der den Antrag des Antraggegners auf 10prozentigen Lohn- abbau zurückwies, dafür aber eine, wenn auch nur 10 prozentig« Lohnerhöhung ab 1. September ds. Js. festsetzte, da die geltenden Lohnsätze als für die fetzig« Zeit zu niedrig bemessen selbst von allen Arbeitgeberbeisttzern angesehen und demgemäß mit ihren Stimmen eine Aufbesserung in dieser Höhe beschlossen wurde. Die Arbeiter nahmen den Schiedsspruch an. obgleich derselbe weit hinter den Wünschen und Erwartungen zuruckblieb. Die Arbeitgeber hingegen lehnten ab. Sie waren schlecht be- raten. Nun hat der Demobilmachungskommissar das Wort. Hoffentlich prüft und spricht er bald. In völliger Verkennung der Lage sät der Groß-Berliner Arbeitgeber-Verband des Großhandels Wind, feine Mitglieder werden Sturm ernten. Die Zeit arbeitet für uns. Berichtigung. In dem Bericht über die Generalverfanimlung der Gemeinde- und Staatsarbeiter muß es in der 17. Zeile von oben heißen 31. Oktober 1920(nicht 31. Dezember). Hunger Roman von Knut Hamsun. lSs Ich hörte bl& Pferde im Stalle stampfen und konnte mein Fenster sehen: aber den Torweakonnte ich nicht öffnen, und hinein konnte ich auch nicht. Müde und erbittert beschloß zu suchen drucke zurückzugehen und meine Schlüssel Es fing wieder an zu regnen und ich spürte schon, wie das Wasser mir auf den Schultern bis auf die Haut durch drang. Am Rathaus kam mir plötzlich ein lichter Gedanke: ich wollte die Polizei ersuchen, mir den Torweg zu öffnen. Sofort wandte ich mich an einen Konstabler und bat ihn inständig. mitzukommen und mich hinein zu lassen, wenn er könne. ..2°' wenn er könne, ja! aber er konnte nicht; er hatte keine Schlüssel. Die Polizeischlüssel waren nicht hier, die waren in der Detektivabteilung. Was nun tun? Ja. nach einxm Hotel gehen und sich schlafen legen. Ins Hotel konnte ich nicht gehen; ich hatte kein Geld. Hatte lange gebummelt... in einem Kaffee... verstehen wohl!... Wir standen einen Augenblick auf den Rathausstufen. Er überlegte und bedachte sich und besah sich meine Person. Der Regen strömte herab. „Gehen Sie hinein zum Wachthabenden und melden Sie sich als obdachlos." sagte er. Obdachlos? Das war mir noch nicht eingefallen. Ja, Tod und Teufel, das war eine gute Idee! Und ich dankte dem Konstabler sofort für diesen vorzüglichen Einfall. Ob ich nur ganz einfach hinein zu gehen und zu sagen brauche, ich sei obdachlos? Ganz einfach!... � Ihr Name? fragte der Wachihabende. "Tangen— Andreas Tangen." weiß nicht, weshalb ich log. Meine Gedanken flatter- lose umher und brachten mir mehr Einfälle, als ich ge- t JZn tonnte- dieser fernliegende Name fiel mir im »«Anblick ein und ich schleuderte ihn ohne irgend welche «Ä-S R--- Notwendigkeit. Stuhl--- dl- Tlii I-h-ii. Km! schäftigung! Welches war denn meine Beschäftigung? Zu- erst wollte ich mich zum Klempner machen, aber das wagte ich nicht; ich hatte mir einen Namen beigelegt, den nicht jeder Klempner hat; außerdem trug ich eine Brille. Da fiel mir ein, frech zu fem; ich trat einen Schritt vor und sagte fest und feierlich: „Journalist." Der Wachthabende fuhr zusammen, bevor er schrieb, und groß wie ein obdachloser Staatsrat stand ich vor den Schranken. Es weckte keinen Argwohn, daß ich mit meiner Antwort gezögert hatte. Wie sah es denn auch aus— ein Journalist auf dem Rathause, ohne Dach überm Kopfe! „Bei welcher Zeitung— Herr Tangen?" „Beim..Morgenblatt"," sagte ich.«Leider habe ich heute abend ein bißchen lange gebummelt..." „Ach, davon ist ja gar keine Rede!" unterbrach er mich und fügte lächelnd hinzu:„Wenn die Jugend mal bummelt... ganz begreiflich.. Zu einem Konstabler gewandt, sagte er dann, indem er aufstand und sich höflich vor mir ver- beugte:„Führen Sie den Herrn in die reservierte Abteilung hinauf. Gute Nacht!" Es tief mir kalt über den Rücken bei meiner eigenen Frech- hett. und ich ballte die Fäuste, um mich zu steifen. Wenn ich £?$ nicht das„Moraenblatt" mit in die Sache gemengt hatte. Ich wußte, daß Redatteur Friele die Zähne fletschen konnte, und als der Schlüssel im Schlosse knirschte, erinnerte mich dieser Laut daran. noch in beiXül'� � amnttten" lagt« der Konstabler „Und dann wird es ausgelöscht?" „Dann wird es auggelöscht." „ �letzte mich aufs Bett und hörte, wie der Schlüssel um- s° freundlF au-; ick suhlte mich so heimisch und horchte mit Wohlbehagen au au STÄ6en- A*?u"schte mir gar nicht- Besseres So S/w i?® tägliche Zelle! Meine Zufriedenheit fromm? in kI nr» l1 H°nd und den Blick auf die Gas- ü Wand gerrchtet, fitze ich auf der Bettkante; m?».� �/hledenen Moment« dieser meiner Be- �nng mit der Polizei denken. Die erste! Und wie hatte w �na«n. wie? Und dann da» Morgcnblatt Wie hatte ich den Akann mitten in» Herz getroffen m,t dem»Morgenblatt"! Davon ist gar keine Rede, wie? Bis zwei Uhr in voller Gala in„Stifsgaar- den" gewesen, den Hausschlüssel und die Brieftasche mit einigen tausend Kronen zu Hause vergessen! Führen Sie den Herrn in die reservierte Abteilung hinauf... Da plötzlich verlischt das Gas, so sonoerbar plötzlich, ohne abzunehmen, ohne hinzuschwinden: ich sitze in tiefer Dunkel- heit, kann nicht meine Hand, nicht die weißen Wände um mich her sehen, nichts! Es bleibt nichts anderes übrig, als schlafen zu gehen. Und ich kleidete mich aus. Aber ich war nicht schlafmüde und konnte nicht schlafen. Eine Zeitlang lag ich da und starrte ins Dunkel, dieses dicke Massendunkel, das keinenBoden hat, und das ich nicht begrei- fen konnte. Mein Gedanke vermochte es nicht zu fassen. Es war über alle Maßen dunkel, und es bedrückte mich, �jch schloß die Augen, begann halblaut zu fingen, warf mich auf der Pritsche hin und her, um mich zu zerstreuen: aber ohne Erfolg. Das Dunkel hatte meine Gedanken gefangen und ließ mich nicht einen Augenblick in Frieden. Wie. wenn ich selbst mich in Dunkel aufgelöst hätte, eins damit geworden wäre? Ich richte mich im Bette auf und schlage mit den Armen aus. Mein nervöser Zustand hatte überhand genommen, und wie sehr ich auch dagegen anarbeitete— es nützte mir nichts. Ich war eine Deute der eigentümlichsten Phantasien, wollte mich selbst beruhigen, summte Wiegenlieder und schwitzte vor Anstrengung, mich zur Ruhe zu bringen. Ich starrte ins Dunkel und hatte wirklich in meinem Leben nicht ein solches Dunkel gesehen. Gar kein Zweifel, daß ich mich hier einer besonderen Art von Dunkelheit gegenüber befand, emem desperaten Element, aus das bis jetzt niemmid aufmerksam geworden war. Die lächerlichsten Gedanken beschäftigten mich, und alles machte mir angst. Das kleine Loch m der Wand gab mir zu denken, ein Nagelloch, das ich finde, elrt Zeichen an der Mauer. Ich befühle es. blase hinein und versuche, seine Tiefe zu erraten. Das war absolut kem«n- schuldiges Loch, durchaus nicht: das war ein ganz geheimnis- volles Loch, vor dem ich mich hüten mußte. Und von dem Gedanken an. dieses Loch besessen, ganz außer mir vor Furcht und Neugieroe, mußte ich zuletzt au» dem Bette ausstehen. und mein halbe» Federmesser hervorsuchen, um die Tiefe zu messen und mich zu vergewissern, daß es nicht bis hinüber in die Nebenzelle reichte. (Fortfetzuns folgt.) Propaganda gegen die„Freiheit" Die Neutommunisten setzen ihre Hetze gegen die„Freiheit", getreu ihrem früheren Verhalten, konsequent fort. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn diejenigen, die sich zur tommunisti- fchen Partei bekennen, ein Blatt lesen wollen, das ihren kommu- nistischen Auffaffungen entspricht. Bemerkenswert ist nur, daß die Wandlung bei manchen erst heute eintritt, während andere schon seit Zahr und Tag Kommunisten waren, aber nicht offen u,id ehrlich ihre Meinung zum Ausdruck brachten. Es gibt aber viele Mitglieder unserer Partei, die eine solche Wandlung nicht mitmachen können und auch nicht wollen. Ihre Abstimmung, die für Annahme der Bedingungen ging, sollte nicht ohne weiteres den Uebertritt in die Kommunistische Partei zur Folge haben und es zeigt sich heute, datz sehr viele dieser Genossen es ab- lehnen, den Abmarsch ins kommunistische Lager mitzumachen. Diese Genossen geben vielmehr den Neukommunisten den Lauf- pa'g, weil sie immer mehr die Kampfesweise verschiedener Häupt- linge mit Entschiedenheit verurteilen und auch sonst stch mit der neuen Methode nicht einverstanden erklären können. Es soll nun in Kürze ein neues Blatt erschienen, das den Neukopcmunisten Rechnung tragen soll. Unsere Genossen aber bitten wir, uns die Treue zu halten, wie wir das ihnen gegenüber tun werden, Der Raubmord an der Krankenpflegerin Steinweg vor Gericht Der an der SLjährigen Krankenpflegerin Agnes Steinwcg aus Potsdam verübte Raubmord am 8. September d. I. war gestern angeklagt. Den Voriltz fuhrt uanvgeruytsolreltor sravetmann. Die Anlage vertritt Staatsanwaltschaflsrat Junge. Vor der An- klagebank steht als Beweismaterial ein grosses rotes Plüschsofa, auf dem die Angeklagte ermordet aufgefunden wurde. Auf dem Ti.ch liegen die Brillanten der Ermordeteten. Die Krankenpflegerin hatte den Angeklagten in einem Lazarett in Potsdam kennen gelernt und war zu dem nabezu 30 Jahre jüngeren Mann in nähere Beziehungen getreten. Fräulein Stein- weg besag viele Brillanten, und auf diesen Brillanlenjchmuck hatte es L. abgesehen. Schon im Juli dieses Jahres versuchte der An- geklagte die Steinwea in seine angebliche Villa nach dem Krune- wald zu locken und sie dort zu berauben. Mit allen Brillanten geschmückt, sollte sie dort aus seinem Wunsch erscheinen. Dieser Plan mißlang und infolgedessen führte Ludwig seinen Vorsatz am 8. September aus. Am fraglichen Tage wurde Fräulein Eteinweg, die mit ihrer hochbetagtcn Mutter in der Berliner Strohs 5 in Potsdam wohnte, erschlagen und erdrosselt auf dem Hofe aufgefunden. Sämtliche Scbmucksachen waren geraubt. Um den Hals der Toten war eine Eardinenschnur geschlungen. Als Täter wurde später der Ancjeklagte in Tharlottenburg vom Berliner Polizeikommissar Lehnert verhaftet, als er im Begriff stand, die geraubten Schmuckgegenstände zu verkaufen. Zum Ter- min sind 14 Zeugen und vier Sachverständige geladen. Mitglieder der Konsumgenossenschaft Die Generalversammlung der berliner Konsumgenossenschaft findet Mittwoch, den 27. d. M., abends'/jß Uhr, in der „Dsseueu Welt", Hafenheide, statt. Genau wie im ver- nan-ien-u Iahe« flitt, tnirfjtlnc tcn jb erledigen. SCcr..Norwitrts" hat bereits Zrtnc Leser modtt gcninrtjt. Mr alle Parteigenossen, die Konfumqcnossenfchaftler sZ»0. ist es Pflicht, pünktlich zur Generalversammlung zu erschei- neu. Die Teilnahme wird nur gegen Vorzeigung der braunen Legitimationskarte gestattet. Mr die Neuwahl des Aufsichtsrates gilt die vom Ee- nossenschastsrat aufgestellte Liste, welche mit den Namen Franz W a l t h e r, Paul Lange beginnt. Iugzusammenstoft ans dem Fernbahnhof Zehlendors Drei Tote, drei Verletzte. Gestern morgen hatte ein in der Richtung Wildpark fahrender Personenzug Bremsschaocn und mutzte infolgedessen am Fern- bahnhof Zehlendorf verweilen, um den Schaden wieder auszu- bessern. Ein zu gleicher Zeit herannahender Arbeiterzug bemerlte im Nebel den haltenden Zug nicht nnd fuhr auf ihn auf. Der Gepäckwagen ist vollständig zertrümmert worden. Drei Tote und drei Verletzt« sind bei dem Eijenbahnunfall zu beklagen: Karl Heune aus Düsseldorf(und anscheinend dessen Ehefrau) sowie Karl Weidenberger, Berlin, Naunynstt. 40. Schwerverletzt ist Max Mark wald, Potsdam. Arbeiter-Bildungsschule ASP. Der nächste Vortrag für kommunale Kommissionen, Bezirks- und Stadtverordnete findet am Mittwoch, den 3. N o- v e m b e r, im Köllnischen Gymnasium, Inselstratze, statt. Ge- nasse Leid spricht über Jngendrnrsorge. Betriebsunfall auf dem Stettiuer Bahnhof. Montag abend kurz nach 10 Uhr verunglückien auf dem Siettiner Fernbahnhof beim Zufammenstotz zweier Lokomotiven der Hilfsrangierführer Otto Wattersdorf und der Rangierer Hermann Karsten. Wolters- darf wurde tot unter den Maschinen hervorgeholt, während Karsten eine Brustquetschung und einen Ärmbruch erlitt. llebersahreu. Gestern früh wurde in der Memeler Strasse vor dem Haufe Nr. 52 die 15 jährige Schülerin Gertrud Barhcine von einem Lastwagen überfahren. Das Mädchen wurde in be- wutztlofem Zustande nach der Unfallstation Am Holzmarkt ge- bracht. Als man die Schwerverlegte wieder zum Bewutztsein gebracht hatte, stellte es sich heraus, datz es Rch um eine Taubst u m m e handelte, die das Geräusch des Wagens nicht gehört hatte.— In gleicher Weife wurde der neunjährige Schüler Herbert Albrecht aus der Schönliaufer Allee 1K9 vor seinem elterlichen Hause beim Ueberschreiten � des Dammes von einem Straßenbahnwagen der Linie 47 E überfahren und getötet. In Untersuchungshaft genommen wurde vor einigen Tagen der Dramatiker Georg Kaiser, dem verschiedene Eigentumsvergehen zur Last gelegt werden. Freunde von ihm sind der Meinung. datz Kaiser in ein Sanatorium übersührt werden mühte, weil die Vergehen in einem Zustande geistiger Unzurechnungsfähigkeit begangen seien.__ Georg Kaiser hat große Erfolge mit seinen Dramen„Der Brand im Opernhaus.„Gas" und„Von morgens bis Mitter- nacht" erzielt. Am IS. November soll das Bühnenwerk„Europa" im Grogen Schauspielhause zur Erstaufführung gelangen. Verhaftet wurde ein Hoteldieb Leonhard Wirtz, der im Hotel Exzelsior in die Zimmer von Hotelgästen eindrang und mitnahm, was er gerade fand. Am Sonntag hatte er die dort eingekehrte frühere Königin von Württemberg bestohlen und am Montag drang er in das Zimmer eines anderen Hotelgastes ein. Dabei wurde er erwischt und verhaftet. vollvhochfchnle Grotz-Berlin. Am Donnerstag beginnen nach- stehende Vortragsreihen: Prof. d e T h i e r r v: Kanäle und Häfen. Georgenstr. 34/36, abends 6* Uhr.— Dr. Buchenau: Brennende Fragen aus der Pädagogik der Gegenwatt. Rerchs- tagsufer 6. abends 8 Uhr— Ä. Lütge; Lied- und Chorgewng. Gletmttr. 4V. ahenba 8'A Uhr.— M. Grnnroald Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Pasteurstr. 44/46, abends 6 U Uhr. — Dr.£ e w i n; Die psychologischen©rundlaczcn für die Wahrnehmung der äußeren Welt. Treptow, Neue Krugallee 6, abends 7 Uhr.— Dr. E u t t m a n n: Beethovens Werke für Gesang. Mittenwalder Str. 34/37, abends 6 H Uhr.— Dr.Guttmann: Lied- und Ehorgesang als Hausmusik. Ebenda, abends 8 Uhr. — H Müller: Die Gewerkschaften. Neukölln, Boddinstr. 34/38, abends 7 Uhr.— Karten an den bekannten Verkaufs- stellen und an den Abendkassen. 16. Verwaltungsbezirk. Unsere Genossen nehmen an der zu Mittwoch. 27. Oktober, von dem Genossen Nawrock, nach dem Kope- nicker Rathaus einberufenen Funttionärkonferenz nicht teil. Da« gegen findet am Sonntag. 31. Oktober,- vorm. y310 Uhr, ,n Köpenick, Restaurant Bayernhof, eine Funktionär- und Bezirksver» ordneten-Zusammenkunft des 16. Bezirks statt. Wegen der Wich. tigkeit der Tagesordnung ist das Erscheine« aller Genossen Pflicht. Aus den Organisationen «. rifiriu. 6. aiictluns. Tonnerstag. 28. c Label, abends 7 tlhr. bei SaSas» Bfitniin.';:. 2;, findet eine Zulammentnnft der Abteiltina statt. Alle E-nallen, dl» in der U. S. P.-.9 S.°1Z.?. Vlt-Nlienlcke-Zall«nb«g. Mittwach. 27. LL-ber. abends Zz» UhlT Mltaliedeloerfammlung bei Hab-recht. Friedrio,>r-ste._ Äilinrrsda-I. Schmerzendori. Kranewold. Dannerstag, 28. Lbtaber. 7 Uhr. Ke- neralnerlamml.na der U. S. P. D. sCrispien�iedebaurf in der �la der Brkloila- Lulie-Echnl«. Uhiand. Ecke stlasteinerstraste. T-aerardnuna: t. Borstandsneuwab� 2. Berichtertzatlung vom Parteitag, Ken. Breitscheid. Mitgltedsbüch« unbedingt mitbringen, ohne diese erfalgt kein Zutritt....,.... Aetnickendars.Lst. granenleseabeud lTrrspten-Ledebaurl Mittwoch. V8 Uhr. Schul« Panlower»Nee. Erscheinen all« au, unserem Boden stehenden Ee- nossinnen ist dringend erforderlich. Narlshorst. M:inl!ed-I.?«rsammlung am Donnerstag.-L, Uhr. in vuths einshaus. Treslow-Astee b«. Ecke Niauleftrast«. Tagesordnung: Berrchtersta, vom Parteitag. Ref.: 0ieno!stn Frieda AZuli., Niederbamiim»»«'». Dlsrilkt-kanfer-uz am Sonnabend, 30. Oktober, rn Pankow, .....—--- gtef.t Genosse Dahtrl� B«« lttUNg Aul- Nrunosstrag«. Berichterstattung vom Parterteg. «!' Oktober, 7 Uhr, bei h. Schb� K-Her Hat"-. Alt. St-olnu, Ecke Krach! loste,««lchterstattung vom Parteitag. Wahlen. D„ CiV* ti �<.W. ck: � tt-V, MitgUeLolulcher stnd mitzubringen......... »IZutgenibnl. Montag, l. Ziovcmber. abends 7>.- Uhr. bei Pohl«, Siemen-- lraste. Berichterstattung vom Parteitag. Res.: Gen. D-jlka. �rlral»sw-hl. e-?-n>ck. Mittwoch, abends tlst Uhr. Ertraza�labend für die Kölln •"---'__».4 m— x r /»•?I 17 III«17 107 -IZntgent ''Z»-«i«!''ÄMch"W stnd! bei Pflugbeil /früher Lustiat. Grünauer Sir. 73! Altstadt her Sentschel. Friedrichstr. b! Äienvorsi.idt bei Rettig. Mngae�eimcr«tr. 33 und Dammoar- st-d! bet Schulz. Bahnhosstr. 3t. Mltglledsbuch legitimier«. Pünktliches und '°Acht«seld�.' �Don?er?to.g?'-b-nds 7 Uhr. Mitglieder.�rfammlung aller»«. hang« d« Richtung ErlSkien-Ledeboui. bei Fleischer, Bak-sta 7. Mi.glleds- bücher stnd zum Zweck der Einziehung m,t-ubrino°n.� DI- Mitgfled« werdon aufgefordert, nur an diejenigen Bezirlskasfierer Beitrage za entrichten, dre im Beftt: des neuen Funktionkirausweises ftnd. Vereinskalender W8s«Ak5«umr.v$iigsg%s %SsJSSSi ma SY-MkUK Dresdener Str. 9k. Fachgrupve 141«Auto. Karossene-, Luf:- und Wasier-k ahr- »euabau und-Handel): Mitgliedervers'-'mmlung am 27. Oktober, abends 7 lldr, 7—- �' tat,--— Mi—------ MMMia Böhmischen Braubans. Land? der cer AUee Il-lk. �clygruppe i?o fvzeio�rani- fabriken und Grohstblo�erelen'): Mitglieder-Persammlnng am 28. Oktober, abends 7 Uhr. in Havmlanbo JcstsZten, Neu« Friedrtchstr. 33. «--lwetltee.ve.dan». Fachgrilope Eisenkonltruklim. Bnuschlafferei, Geldschrank- febrtrntia». Versommluna»In Donner, tag. nachm. 7 Uhr. im Schulthclst, Reue Iakobstr. 2l-25. Buantwartlich für dl« RedaLian: Emil Rabold, Berlin. Aw- antwortlich für den Znleratenieil: Ludwin Komeriner. Karlsbarst.— Berlagsgenoslenichast.Freiheit" e. G m b st. Berlin.— Druck d« �fireicheit"« D-u7»-«i G m. b. st.. Berkin fr» B-.tte o« Fcitdrichftr 183» I Site Sewzig« Sir. Leipzig« Str.llZ Ecke Mauerftr. Lintftr. l Ecke Polr dam« � i; taste SO Ocanieiiflr. 44 wt che« Moiltz->i Sranlenplast .friedtichstr. 103 '.Sit Ztegelftr. .z»v«l!t»i>str. 164 Ecke BrrnmtjtÜt .Indalibenflr. 117 [ am Stetttn« Bh! Ihausieeflr. 7S nahe MültorNr schönliauicr cktllee Sl am Bhf. Storoil, � l ottbuter Dmiini 16 atie Waienhaab .zanborf Fliednchfll. lÜ0 Ecke D-roihesnftr Dlc�t Rneifer aus Gold vouble nur M. tO� Mit Gläsern M. mtt Menisken 29�, dazu eia Jahr Garantie für Sie Jassunz. SM« A hnle sagt: Zch wende mich an den aesunben Menschenverstand! Ich spi-eche hier von preisen! Diese hatte ich heutzutage für die größte Wichtigkeit bei Zmschaffung von Augengläsern sowohl wie bei jedem anderen Einkaufs Alles andere, obgleich auch wichtig genug, tritt in den Siiilergniiid gegenüber dem Sesenwcrt, den Sie jür Ihr Sei» eihalte». Sie weiden sicher gute Berweiidung haben tllr die 2# 10. 20.— oder 40. die Sie sparen, indem Sie Ihre Aligenglälel bei uns lausen. SS gibt kein Falnikai, wie»S auch heißen oder wie teuer es auch immer lein möge, das.Ihnen ahtlid) mehr leisten kann alt unlere Zluzengiöser, ganz zu Ichweigen von den•Sora i ieti unierer vateiitiertc» Saiioikop-istlü'er, die, solange daS Prlint besteht, nicht nachgemacht werden dürfen. »t o tt e» l o s dtüfen wir Aug'-n»nd Jehklaft mit Jorgfatt und»aian- tiercn lür paijen�a Kläier iowie ür Haltbarteit aller Met ill- lissiilige» ein biS die, Iahte,». h. ,i» lange e> halten Sie alle Siep iraturen um' omi', selbst wenn die Fassung durch ilbre Schul» zerbrochen wnd. Nur>Lr tzornteile, Schild- palt»nd tüi zerbrochene K älcr haben Sie zu zahlen. Für die Wichtigkeit deS gute» Passeni der Atigenaläfer. des lorickten Sitzes vor den Au en und de« kleidsame» «»Sirh-i« baden wir i» de» min mehr bald 25 Oiahrett stläser vcradiaigen können, die Sic nicht volllommcn bcsriedigcn würden. Aber täten wir es deiinoch, io würde imiere große Garantie un» bald mehr kosten, al» wir üdeihaubt einnehmen. Denn sie lautet einfach aus.Zniriedenheit-. Und trotz alieb-m wissen wir: die Frag« nach gutem aoch und glit.m Paffen der Augengläser muß heute flr dj, allermeisten zurücktreten hinter der Frage, für möglichst wen g Weld gute Ware zu erhalten. Darum haben wir uns enl'chiossen, ahne Minderung mumerdinrf- «er tSarn»,!.„„n.i>n..s,-F,t.,n„i«..__? Wlimerorvtl. imsiier Garantie, alfa unter voller Ausrechterhaltung aller 'vorteile, die wir bisher slbnen zu bieten bermögen, nachsteheiiden billigen Preisen zu v«kauien. 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Als Grund H«s« Maguahme wurde angegeben, da» der Amtsoorstand von einigen Arbeitern tätlich a na« griffen und an der Ausubung seiner Dienstgejchäste verhindert worden war. Wir knapsten an diese Meldung gleich die Bemerkung, dah es unerhört sei, wegen des Verhaltens einiger Arbeiter eine Belegschaft von mehreren hundert Per.onen ams Pslaster zu werfen. Der Wertstättenhauptbetriebsrat im Relchsverlehrsmmistenuin, Zweigstelle Preuhen, übersendet uns nun ein« ausführliche Dar- itellung des Sachverhalts, die vollauf unsere Auffassung bestätigt. dah den mahgebenden leitenden Beamten jedes Verständnis zur Lomng von Konflikten gefehlt hat. Darüber hinaus ist aber auch aus der Zuschrift zu ersehen, daß bei einigem Taktgefühl des be» treffenden Amtsvorstandes der Eisenbahnwerkftätte Schneidemühl. Inspektor Heydemann, es überhaupt nicht zu einem Kon- ftikt gekommen wäre. Das Reichsoerkehrsmintsterium hatte ein« Verfügung erlassen, in der das Rauchverbot in den Eisen- � bahnoetriebswertstätten ausgesprochen wurde. Von dieser Ver- fügung erhielt weder der Werkstättenhauptbetricbsrat noch der Werkstättcnbezirksbetriebsrat Osten Kenntnis. Am IS. Oktober 'ich Inspektor Heydemann einen Aushang zum Anschlag bringen. ir dem kategorisch das Rauchen in den Werkstätten verboten urde. Der ortlich« Betriebsrat verlangte nunmehr die Vor- age der Verfügung des Reichsverkehrsministeriums, jedoch urde dieser berechtigt« Wunsch von Herrn H-ydemann bgelehnt. Auf Rückfrage bei dem Werkstättenhauptberiebs- at wurde dem örtlichen Betriebsrat mitgeteilt, dah auch dort oon einer solchen Verfügung nichts bekannt fei. Daraufbin mpfahl der Betriebsrat der Belegschaft, den Anschlag des Amts- Vorstandes unbeachtet zu lassen. Erst jetzt bequemte(ich der In- spektor Hevdemann. dem Betrlebsrat von der Verfügung des Reichsverkehrsministeriums Kenntnis zu geben. Der Betriebsrat gab diese Tatsache der Belegschaft bekannt, wodurch naturgemäh die Arbeiterschaft o e r> i r r t wurde. Die Belegschaft trat sofort zu einer Betriebsversammlung zusammen.in der verlangt wurde. dah Inspektor Heqdemann der Belegschaft seinen Standpunkt klar machen solle. Nach dem Erscheinen des Herrn Hevdemann ver- suchten einig« unverantwortliche Personen zu randalieren, jedoch wurde Herr« Inspektor Hevdemann»icht ei» Haar gekrümmt. wie e» bei einer Aussprache im Minis eriom vom Werkstätten- hauptbrtriebsrat ausdrücklich festgestellt werde, konnte, da der Inspektor von dem Betriebsrat geschützt wurde. Nach Klarstellung dieses Sachverhalt»«st es Pflicht der maß- gebenden Behörde, die ergangen« fristlose Entlassung de, Personals der Eisenbahnbetriebswerkstatte Schneidemühl rückgängig zu machne. Wenn««M Beamter infolge persön- licher Unfäbigkeit zu Konfkikten mit der Belegschaft komme» lägt. bei denen sich einig« Mitglieder zu Unbesonnenheiten hinreihen lassen, dann darf auf keinen Fall die gesamte Belegschaft entlasien und ein lebensnotwendiger Betrieb geschlossen werden.# Ueber den Stand der Angelegenheit wird uns geschrieben- In der Angelegenheit betreffend Echllehung der Schneide. mühler Eisenbahn- Hauptwerkstätt« ist(eine »«nderung eingetreten. Die Organisatlonsvertreter hatten am » Zweigstelle Preuhen-Hessen den Vorschlag ge- mochl eine Kommission, bestehend aus Vertretern de, Mi- msteriums. des Hauptbetriebsrats und der Organisationen, nach Schneidemuhl zu entsenden, um die Vorgänge an Ort u n d S t e II e zu untersuchen. Zu einer Sussprache mit dem StaatsserretSr B o d e n st e i n ist es noch«icht gekommen. weil angeblrch Feststellungen,«elche die Zweigstelle Preuhen- Hessen machen läht. noch nicht abgeschlossen sind. Man will an- scheinend keine einwandfreie Untersuchung und verschleppt die Angelegenheit. Inzwischen wird die notwendig« Produktion unterbunden auf Kosten der Steuerzahler, denn die Herren im Ministerium leiden keinen finanziellen Schaden dabei, den hat die Allgemeinheit zu tragen. Eine solche Hand- lungsweise ist unverantwortlich und verdient da» stärkste Interesse der Oeffentlichkeit, die wieder einmal mit Still- schweigen über diese Dinge hinweggeht und sich beschränkt ans Verleumdungen der Arbeiterschaft. Arbeltskonflikt in Hamburg Schlic ung der Werfte«? Auf de« Hamburger Werften streiken seit einigen Tagen die Nieter. Di« Zahl der Ansständlschen hat fich auf etwa WOO erhöht. die von den übrigen Werftarbeitern durch freiwillige Lohnabzüge unterstützt werden. Die Arbeiter auf den Werften erleiden durch den Ausstand«ine empfindliche Störung und es muh mit der Möglichkeit einer Echliehnng der Werften ---rechnet»erden. Aus der Internationale Eine Guillotine gegen die Idee« Einer der bisher am weitesten links gerichtete« Führer der .alienischen Partei ist der Genosse G. A l» s s a n d r i. Aber auch 'r wendet stch in einem Artikel des Turiner„Avanti" scharf gegen n« Moskauer Bedingungen, die er im einzelnen zerpflückt. Zu 'er Forderung, wonach die gesamte Press« und der gröhte Teil 'er verantwortlichen Posten von Kommunisten zu besetzen seien. neint Alessandri ironisch, dah. wen» Lenin die notwendigen Leute .icht serienweise nach Italien importier«, er nicht wisse, wo >lt Kräfte herzunehmen feien. Die Bedingungen würden praktisch arauf hinauslaufen, jeden«»» der Partei z» stoßen, der«»«« icht Kommunist fei. Berdienstooll« Parteigenossen wie Filiberto ü o n o r t i und Elia M u s a t t l, die schon zu einer Zeit für den Sozialismus kämpften, als es noch mit grohen Opfern und Ee- ahren verbunden war, mühten ebenso wie Modigliani die Partei verlassen, während andere für würdig befunden werden, nur weil fie vielleicht ebenso blind auf das Evangelium von Moskau schwöre», wie st« früher vielleicht auf da» Evangelium der En- t« n t« geschworen haben. All« jenen, welche. bisher Ehre und Ruhm der sozialistischen Bewegung in Italien verkörperten, sollten auf Weisung Moskaus unbarmherzig den Eselstritt bekommen...Werfen wir sie au» unseren Reihen als Verräter und Hindernisse des proletarischen Marsche» hinaus und lehren wir die Massen, dah Dankbarkeit und ehrliche Anerkennung von Verdiensten nur verächtlich« bürgerliche Vorurteile sind... Statt all« erprobten und erfahrenen Element« in gemein- lame« Aktion für unfere Ziele zu verwenden, sollen wir sie zurückstohen, entferne», erbittern. Aber man wird mit dem Hinauswurf der Führer auch de» Hinauswurf der Ideen au» den Massen erreiche«! Ist e» nicht vielmehr die Arbeit, welche die Massen von der Güte der Ideen überzeugt?" Alessandri weist dann darauf hin. dah die reformistische Mehrheit die Radikalen auch nicht ausgestohen habe, als sie noch di« unversöhnliche Minderheit bildeten. Es fei lächerlich„„i(|n(r verschimmelten Bourgeoisie würdig, aus«ine» Platze ei« GuUlotine gegen Zdeea zu«rrü-te«. Angesicht- der heutigen Lage des Landes würde eine Spaltung der Bourgeoisie nur den Käse zu den Makaroni liefern. „Die dritte Internationale", so schließt Alessandri,„hat nur da» Recht, von den ihr angehörenden Partelen eine offen- herzige kommunistische Richtung zu verlange». Nicht« andere,. Ueber diese Verpflichtung hinaus muh jede angeschlossene Partei frei und autonom in der Erllärung des kommunistischen Pro- gramms sein. Diktatur des Proletariats? Ja! Aber Diktatur des sozialistischen Mockaus über sozialistische Länder— nein!"— Dah Serrati eine wenig entschlossene Haltung einnimmt. ist hinreichend bekannt. Die italienische kommunistisch- Presse. vor allem der in Neapel erscheinende„Sowjet", dreist ihn daher auch in wenig sanfter Weise an. Spanien und die 21 Punkte „El Socialiste". das Hauptorgan der spanischen sozialistischen Partei, ichreibt zu den Moskauer Bedingungen: „Die Arbeiterbewegung der ganzen Welt würde in di« Hände einigee Weniger in Moskau gelangen und damit die Diktatur des Proletariats praktisch die Diktatur de» Exe.utivkomitce» der ___ if...... v__ ICmS«mrtv reriima, war. ,»a, einem solchen aufiaugenoen �eurra- lismus widersetzt. Die Haltung der Russen ist erklärlich t e» treibt sie der Ehrgeiz ihres Wertes und die Notwendigkeit. die Weltrevolution zu beschleunigen, um die eigene zu retien. Aber mit dem Augenblick, da sie die freiwilltge Mit- arbeitdnrch einen zwingenden Auftrag zu ersetzen suchen, lst es zweifelhaft, ob st« den q-Iuchten Anschluß finden werden. Die Menschen— und die Mi glieder aller sozialistische« Parteien sind Menschen— arbeite« nicht gern mit großem Eifer für«ine Sache, wenn sie ihre Freiheit unter gerichtlichen Zwang stelle« müssen. Außerdem geht eine dualistische Taktik daraus hervor. Die bolschewistiscbe Regierung ist'o p p o r t« n i st i s ch genug, um mit den kapitalistischen Regierungen zu verhandeln und es ist unnütz, wenn Trotz ky sagt. Vorbereitung und Erb-ltung einer Revolution seien nicht dasselbe. Im Falle eines Krieges gegru Frankreich, der in Uedereinstimmung mit Deutschland, England oder Italien erfolgte, würde also kein Anstoß an einem militari- scheu BLuduls mit dem Kapitalismus genommen weide». Von den Sozialisten derselben Länder wird sedoch eine unver- s ö h n l i ch e. eiserne Haltung verlangt. Diese doppelt« Praxis— zusammen mit dem erwähnten föderativen und un- abhängigen Geist— wird das größte Hemmnis für die Annahme der 21 Bedingungen bilden, die man einesteils als über flüssig, anderenteils fdie siebente und die zwanzigstes als widersprechend und die übrigen antiopportunistischen als uu» begründet qualifizieren kann." Spaltung der portugiefische« Partei Die Moskauer Bedingungen scheinen ihre Wirkung auch auf die sozialistische Partei Portugals auszuüben und eine Spal» tuna unvermeidlich zu machen. Znm S. d. Mts. hatten die Anschluhverfechter bereits einen außerordentlichen Kongreß nach Lissabon einberufen und dort eine den Anschluß for- dernde Resolution zur Abstimmung bringen lassen. Viele alt« Vorkämpfer, die mit der Organisation diese» Kongresse» nicht einverstanden waren, sind ihm fern geblieben. Aus einem demnächst stattfindenden ordentlichen Parteitag soll endgültig Stellung zu der Resolution und den anderen aufgeworfenen Fragen genommen werden. Nach dem gan'en Verlauf des außer- ordentlichen Kongresses dürste eine Spaltung nicht aufzuhalten sejn. �-y � Aus der Partei Die Parteipresse nach der Spaltung Soweit fich die Lage nach der Spaltung bisher überblicken läßt. stehen auf dem Boden der ll.S, P. D. folgend« Tageszeitungen: „Freiheit"-Berlin:„Leipziger Volkszeitung"- Leipzig; llnab- hänaige Volkszeituna"-Dresden:„Volkszettung iür Südwest- Sachsen", Plauen:„Volkszeitung für das Muldental":..Chem- nitzer Volkszeitung"-Ehcmnitz:„Volrsbote"-3«itz:„Unahhängige Volks, zeitunss"-Magdeburg! �Freiheit"- Braun, chweig:„Bremer «rbeiter-Zeltung"-Bremen:„Die Tat"-Wilhelmshaven: Volts- stimme für das östliche Wcstfalen"-Haaen:..Boltstiibüne�-Elber- ftld;„SJollszeitung-Düsseldorf:„Osithllringer Tribüne"- Gera: „Tubüne"-Erfurt:„Eifenacher Volkszeituna"-Eisenach:„Hefsi- ich« Arbeiterzeitung"-Cassel:..vottszeitung".Nordhausen:„Polls- stimm«"-Schmalkaldtn:..Volrsrecht".Frankfurt a.M.:„Die Tri- büne'Mannheim:„Der Kampf"- München:„Oberfränkischo '�»i- P-:„Der KSmpfer"-Stettin:„Die Re- publik-Kiel:„Volksw>lle"-Eottbus:„Bolksstimme"-Elbing:„Das Freie Volk"-Danng. Insgesamt also 28 Tageszeitungen. , Unentschieden find die Verhältnisse noch in Königsberg(„Frei- hcit) und IN Nürnberg(„Sozialdemokrat"). In Hamburg er- scheint seit 14 Tagen die„Hamburger Tribüne. in Gotba wird ab I. November der„Volksfrcund" neu«rfcheitten. Auch diele beiden Blatter werden die Politik der ll. S.P D. verfechten, so daß die U.S. P.D. am 1. November insgesamt Z0 Zeitungen in ihrem Besitz haben wird. Für die Neukommunisten haben sich entschiede«:„Volksblatt"- Halle:„Arbelter-Zestung"-Merseburg:..Volk?zcitung"-Eisleben: „Hamburger Volks, eitung"-Hamburg:..Ruhr-Echo"-Tssen:..Ber- 6 i ch« Arbeiterstimme"-Solinge»:..Belgische Vollsstimme"-Rem- Heid:..Volksrecht"-Hannover:„Reue Z«itung"-Iena:„Bolls- blatt"-Gotha:..Die Republik"- Karlsruh«:„Sozialdemokrat". Stuttgart:..Volkswille"-Augsburg:..Schlesisifie Arbeiterzeitung"' Breslau:„Republik"-TSln:„vollswacht-Rostock. Insgesamt 16 Tageszeitungen. Die U. S. P. D. lebt! 3« Halle haben die Reukommunisten die Genossen Hepnig. Bock, Reiwand, Peters u. a. nicht nur gewalt am von ihrem Posten vertrieben, sondern sie haben fie auch, neben Fritz K u h n«et kurzerhand aus der Partei ausgeschlossen. Ein lächer- liches Beginnen! Die Neukommunisten, die wochenlang behaupte- ten, der Name Sozialdemokrat sei ein« Schändung für den wahren Sozialismus. Kommunismus sei das wahre Losungswort, dieselben Leute klammern sich heute wie verzweifelt an den Namen der U. S. P. D. und mähen sich an. Genossen, die sich ihrem Diktat nicht fügen wollen, au» einer Partei auszufchlichen. de, sie selber den Rücken gekehrt haben. Und nicht nur das, auch in den Gewerkschaften beginnt bereits die..Säuberungsarbeit". lln ere Genossen sind mundtot gemacht. Sic wenden sich deshalb in einem Flugblatt an die Getreuen der U, S, P. D. im Be- zirk Halle. Wir entnehmen diesem Aufruf die folgende, für die Parteioerhaltniss« im Bezirk Halle besonders charakteristische feteat: „Genossen, besinnt Euch mal einen Augenblick auf die ans Herz Nossen politisch« oder persönliche Differenzen hatte, den sie von dem selbst die tommu- letzt schreiben muh,„daß ihn h» 1 1*'«x«htt alseinendergerechtest ktann!« tn?«'«-5 iemals im pol tischen Leben ge- standen haben. ssieh« Rr, 244 vom 18. Oktober) dieser Paul Hennia wird von einem proletarischen Klassengeiwssen snatllrlich im Auftrage) mit Gewalt von der Stätte seiner Wirksamkeit ver. lagt, damit der rc htgläubig« Kommunist Werner Scholem drinnen in der Redaktionsstuke sicher und ungehemmt fein« geistig« Führerschaft über den Bezirk Halle-Merseburg ausüben kann! Paul Hennig und Karl Bock(aus dem Proletariat emporgestiegene bewährte Kämpfer) draußen auf der Trrpp«— Werner Scholem und Viktor Stern(aus bürgerlichem Lager hrrllberJckomnren« In« tellektuellr) drinnen auf de« Redaktionssrsseln. Em llgrreicheck Bild kommunistischen Triumphes! Hier werden m Personen treffend und schlagend die beiden Eeistesrichtungen oerkorp�t, die das deutsche sozialistische Proletariat in der U. S. P. S. führe« wolle«. Einstweilen entschieden sich die sozialistischen Proletarier unseres Dez ins in großer Zahl leider noch für Scholem-Stern— der kommunistische Rausch soll anscheinend erst zurRaserei und dann zum Unglück des deutschen Proletariats ausarten, dann wird man sich wohl auch wieder auf das Vertrauen zu bewährten und prole- tarischen Wortführern besinnen(man denke vor allem auch an Fritz Kunert!) Der Aufruf schlicht mit der Ausforderung zur rastlosen Arbeit. Die besten Genossen, die vor allem durch ihre praktische Arbeit ge- zeigt haben, dah sie für die Arbeiterbewegung etwas leisten können, stehen auch in Halle auf dem Boden der U. S. P. D. Das gibt uns die sichere Gewähr dafür, daß die U. S. P. D. auch im Bezirk Halle, wo die kommunistischen Keimzellen die größten Verwüstungen, angerichtet haben, bald wieder zu neuem Lebe» erstarkt sein wird. Die badische Eneyeliea Die in Karlsruhe erscheinende„Republik" enthält die köfl» liche Aufforderung zu einem so'iallommunistijch zu leistenden Modernisteneid. Sie lautet wörtlich: „An die Ortsvereine! Wir fordern alle Ortsv-reine auf. soweit Mitglieder von ihnen als Gemeinderüte, Bürgermeister. Stadt» verordnete und Stadträte tätig sind, diesen einen Schein vorzulegen, worin sie erklären, daß sie fest aus dem Boden der Hallischen Parteitogsbesthlüsse stehen und den Parteioorstand Däumig-Hoffmann sowie den badischen Parteioorstand Bauer anerkennen. Weigern sie sich, eine solbe Erklärung zu unterschreiben» so soll die Mitgliedschaft diese Genossen aufsordern ihre Man- date niederzulegen, da sie nicht mehr«ürdin sind, als Vertreter der U. E. P. Badens in irgend einer parlamentarische» Körrerfchokt täkio zv l-in. Ebenso fordern wir die Reichstags« abgeordneten Geck und Schwarz auf, öffentlich eine Er- klärung abzugeben, daß sie die Beschlüsse des Parteitags in Halle sowie den Vo-st�nd Däumig-H-'tfmann sowie den Fraltümsvor« stand Hoffmann anerkennen." Es versammelten sich am Donnerstag zu Offen bürg di« Vorstandsmitglieder der ll. S. P. sowie die"tndlräie und Stadt« verordneten, darunter der Rejchstaosabgeordnete Adolf Geck, und gaben die Erklärung ab. doh sie es ablehnen, fich der Partei Däumig-Hofsmann zu verschreiben oder die Mandate als U.S.P.'Vertretcr. niederzulegen. Nur zwei Gerossen in amtlich« Stellung schwenkten nach der kommunistischen Flanke ab. Aus den Organisationen Nauen b i Fürstenwald« Eine am Sonntag stattgefundene Mitglieder-Versammlung d« U. S. P. D. beschloß nach einem Referat des Genossen Klaus- »er- Storkow über den Parteitag in Halle einstimmig bei der alten ll.S. P. D. lCrispien-Ledebour) zu bleibe». Die Gewinn« der Schwerindustrie Auch die Schwerindustriellen ziehen schwere Gewinn« aus d» Not des Volkes, aus der schweren Krise unserer Vollswirtschaft. So wird an einem Tage gemeldet, daß der Bochumer Ver- «in für Bergbau- und Guhstahl-Industri«. der übrigen» vor kurzem vom Stinnes-Konzern aufgesogen wurde, seine Dividend« trotz«ine» Rückganges der Erzeugung attr dreifacht: den Aktionären werden 15(L V. 5) Pro,. Dividend« in den Schoß geworfen. Die Geisweid«« Eiienwerko schütten 25 Prozent Dividende gegenüber 16 Prozent im Vorjaye au,»ud die Walzengieherei vorm. Hölsch». Tie,, Siegen, aus 4.21 Millionen Reingewinn(0,5 i. V.). 2» Pro« zent gegenüber 12 Prozent im Vorjahr. Das Eisenhütten- werk Thal« bietet feinen Aktionären 13 Millionen Merk neu« Aktie« zu pari an. während der Kurs augenblicklich auf 1075 Pro- zent steht. Die Aktionär« erhalten also die Aktien um den zehnten Teil ihres Kurswertes— es ist nur ein«»«r,'chlet«rt« Form der Gewinnausschüttung. Riesengewinne der Kohlenmagnate» Di« H a r p e n e r V e r g b a u- A.- G.. die größte deutsche Stein» koblenzeche, veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für da» Geschäfts- jähr 1919/20. Es geht aus ihm hervor, daß der Bruttogewinn von 27.6 auf 53 Millionen M.. also fast auf da» Doppelte, und der Reingewinn nach Abzug reichlicher Rückstellungen und Ab- schreibungen von 5.5 auf 12,4 Millionen M.. also auf weit meh» ak» das Doppelte g'genüber dem Borjahr, gestiegen ist. Dement- sprechend werden 12 Prozent Dividende gegenüber 5 Prozent im Borjahr vorgeschlagen. In Anbetracht dieser Riesengewinn« muh e» auf di» Berg- arbeiter wie ein Peitschenhieo wirken, wenn die Gesellschaft ihnen vorwirft, dah trotz Vermehrung der Belegschaft um 15.6 Prozent die Förderung nur um 4.3 Prozent gestiegen sei. llm wieviel un- günstiger die Produktionsbedingungen geworden find, da» verrät der Bericht nicht. Aber dah bei einer Vermehrung der Produktion um nur 4,3 Prozent derReingewinnunddieDioidende um nahezu 140 Prozent gestiegen find, da» kann« nicht verhüllen. Der Bericht leistet sich übrigen» noch einen Nein«« Seitenhieb auf das gemeinwirtschaftliche Prinzip, der nicht unpariert bleiben darf. Er führt nämlich Klage darüber, dah der Bau der Berg- arbeiterwohnungen so langsam fortschreite und macht dafür— die Gcmeinwirtschaft verantwortlich. Wenn der Bau dem Privat- kapital überlassen bliebe, würde er viel schneller von statten gehen. Wie schnell, dafür ist die fieberhafte Bautätigkeit in den Städten der best« Beweis! Das Prioatkapital hat eben auf diesem Ge- biet endgültig abgewirtschaftet und das einzig« Hemmnis für«ine Entfaltung der Bautätigkeit auf gemeinwirtschaftlicher Grundlage ist. daß die Erzeugung der Baumaterialien«och t» den Händen des Privatkapitals ist. Gin« zeitgemäß« Reminiszenz Zur Ausfuhr von Zeitungsdruckpapier soll bekanntlich ein Nto- nopol geschaffen werden, in dem der Hartmann-Konzer« die führende Nolle spielen und entsprechende„Proviftonen" er- halten soll. Bei dieser Gelegenheit erinnert die„Frankfurter Zeitung" daran, wie Herr Hofrat Wilhelm Hart man«im Jahre 191« auf ganz ähnliche Weife ein Monopol erwarb, da» ihm Hunderte von Millionen einbracht«. Er war damals Generaldirer- tci der Textil-Union©. m. b, H. und legte der Reichsbe.leidunas- stelle nahe, die Gardinen und Vorhänge autzerhalb der Haushaltungen zu beschlagnahmen. Die Behörde ging wohlwollend darauf ein und beauftragte— Herrn Hartmann mit der �urq- ' Wie�man siehl?°hat Herr Hartman« bereit» eine sewisse Nou» «in« in der Kunst des Monopolmachen». Das Ende de« Preisabbaues in der Textilbranch« Der Abbau der Preise für Textilwaren, der km Frilhling dies« Jahres eingesetzt hatte, ist endgültig zum Stillstand g-kommen. 'W„Berliner Tageblatt" erzählt ein Baumwoltfabrikant. daß die Zinse auf dem Baumwollmartl überwunden, die.Spinnerei« und v Webereien mit Aufträgen für lange Zeit überhäuft s�en. Aber die Kehrs-it- ist. dah die Preis- wieder anzreheu— und das trotz des gewaltigen Preissturzes der Daumwolle, der in der letzte« Zeit in Amerika eingetreten ist. Innerhalb ku�er Zeit fielen dort die Preis« um mehr als 40 Prozent, zugleich aber siel die deutsche Valuta, der Dollar stieg von 40 aus 70 M.. so daß dm Wirkungen des Preissturzes aufgehoben werden.\ Volksbühne «Zu von Mm «MtllW., * Theater MSllerftraße l« Heate 27. Olttobee, 7>/. Uhr Wsn SsnvsW�IiUiien Neses PWtheater Aöpenw'ter Str. 68. vi, uht: Nora Staatstheater Opcrnbous 7'f, Uhe: Sinfonie-Konzert Dcha n spielhaus 7 Uhr: M 3önnialiften 8G»z-?HM Direkt.: Dtctor BorttoVsKy Heute und Donnerstag 7*/*: Flamme (Dorsch, Brüning,®Bft, Prö-ül) yreilag 7 Uhr: Peer Gy»t II.««», Lrüning, l.o„,i>Z Delltsch. KijOl.-Theater Allabendlich 7->, Uhr: Sie SlSeivWgsreise (Htx Adalbert, Trufle Hesterberg) v.8 Soli« Capnce>/.« Versicherung gegen Ehebruch mit Ferd. Briinectier Friedrich-Wilhelmstiidlisches Theater— Direktion: iMax Reinhardt. Devtslhes Theater ?u.! vor Ksiihnsns von Venodlg KaMerWe 8 Uhr: Er ist an allem schuld Hinauf: Die Spieler Großes SlhlNisxielhW KarlstraHe 7 Uhr: Dant on(ZiMbt.l.&bb.) Theater i. d. Königgrätzer Str. Uhr: Siausch sOrska.Abele Rinnann, Richard, Beldtkirch, Dernburg, Römer) Donnerstag:«ausch Freitag: Alirandolina Keime, Saliner, Riemann» Brandt. Behmer. Prückl.) Komödienhaus Täglich Uhr. Tie Sache mit Lsic mit Max Pallenborg Berliner Theater 'Ml Uhr: Der legt« A!ai,»r WWa-AeM Dagl. 7l,, und Stg. nacbm. 3V, .Ser luftige Mwel" 7'/. Uhr: »oksi» die Tänzerin •/.s CM-Theater-.8 Nur noch bis 4. November Knorps sel. Witwe Stg.3:j, u.: Der Hausdrache Königstadt- Theater (Iannowitzdriicke) Täglich?2o G o l a- S S n g e r Im Ballsaal: Tun» Apollo- Theater Friedrichs»». 218 VI2 allabeadlich?'/- Harems-Nächte Sonnlog» 3'/j U. 1 Älnb frei. l'ho.tcra B.otiDn« Ter i» Morltiplitj 14814. Tag) 7H, 11. Honntag nachm. 8 L'br: SiiUSSnser Biathgen• Kssiirt orrk i)- IV, n 4— HIT. Rose- Theater 7-,, Uhr: Kater Lampe Trimn- Theater Bahnhof Fri-brichstraße 4 Uhr: RoihSppchen Zettle und täglich V,8 Uhr: Mft» tZda Wüst, Borg, Limburg, Baletti, Falhcnstetn, C o g 11 a c deutsche erftklasflgc Marke, so- wie sämtliche Sorten in Org. Fr,. Tognaeo, Jamaika Auin, Liköre, gar. mit Zucker her. gestellt, Poritoein, Malaga, Tatagoua, Bordeau,»ieine empfiehlt zu billigsten Preisen Beruhard Brauer Weingrohhandlg. u. Likörfabrik Berlin ZW. Sb, Friedrichs, I. 207 Tenir. 840. Filiale: Inoaliden. s tröste lll, Eekc Chausseestraste. 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Den Kollegen zur Nachricht, dost folgende Mitglieder gestorben sind: Der Dreher Otts Recht Berlin, Pappel-All« 18, am 23. b. Mts. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 27. Oktober, nachmittag» 1 Uhr, im«rematorium, Berichtsir., statt. Der BandaM vustav kvhrmann Berlin, Nykestroste 81, am 24. d. Wt». Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. Oktober, mittag» 12 lihr, von der Leichenhalle des Stöbt. Friedhofes in Buch an» statt. Der Mechaniker Richard lltrunx Berlin, Dlasgower Straße 5, am 24. b. Mts. Die Einafchrrung findet am Freitag, den 29. Oktober. nachm. o Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße, statt. Stege Beteiligung rvird erwartet. Nachruf. Den Aollegen jwr Nachricht, dost folgende Mitglieder perstordrn find: Der Aevolverdrehrr Uillhelm Mein Friedrich, Hagen. Scharnweberstr. 5, am 17, d. Mt». Der Klempner Aihcrt KeSier Berlin, Erettzstr. 4, am 22. b. Mtz. Der Schleifer Heinrich Faßhauer Brist, I-Hnstr. 49, am 23. d. Mt». Der Drrhrr Raul Rlnxel Neukölln, Worthestr. 8, am 19. d. Mt». Ehr» ihr»« Bnkmrkml Dia OrtoomuaUnng. «xa Ueberau käuflibii ♦ Heft 60 Pffg. ynamodrShte, Spulendrähte, Fassungen, Glühlampen:: A. MEIGNERS, ALEXANDER-STRASSK 30 Telaphon Alaxandar*174 kauft lad« PollMn Gold-, Silber-, Platin-Bruch kauft täglich von 9 M» 8 zu bnt denkbar höchsten Preisen. Sendungen von austerhalb werden schnei und gm nnisenhast erledigt. SnEAEM L I n I• n a t ra B« TT a i# K mj Elm, am Nosenihaler Tor. Gebisse Sielige Steife hli stet» fllr alte, axck zerbräche Gebisse Gold, Silber, Platinbruch m cm uii, Mnm-sinsst zu l8of«s,2 an«. BJl«rt(it>Ifltepillttoartrt«.Döichohlttz Absatzgebiet für Händler«.Dentisten i DeuWr MMMM-MW» BemalMgsslelie Perlm N. glnienftt. 83=35 SellWszeN»«Ii vom. s Uhr bis michm. i Uhr. Zeltpd«,:«nt Nord«« lSS, 12�3, tg»7. Sil«. Am Donnerstag, de» 28. Oktober 1820, 4>/, Uhr tu de» Mustleisäirn«all r-WlitK m slr St Branchenversammlung der Iigarettenmaschincn-Führer»ad Betriebshandwerker Tagesordnung:„ � 1. Bericht 2. Berdandsangelea-nheiten utck Beeschiedene,. wrrta,- Wtzati.d.buck—i» Di. Bertram.-t.lrnt. hat"» e n. Scknd. früher zu«scheine». Achtung, Bauanschläger Achtung Am Donnerstag, den 28. Oktober 1920, as.-nkt? 7 Urir im Loiai vou Hummel, Gophienstratze S «MI». Mm!« der Vauanfchläger Tagesordnung: l. Berich» über die Aussprache mit den Arbeitgeber». 2. Derdanb»» und Branchenongelegenheiien. ». Verschiedene». DI» Crtoacrtuaitong. DM» MdtoingsaMct'Mari ffiiiaU Berlin tt SeSastlanstrastr 37.38 Persmmlmg der VetriebsrSte md Pettrueosleute aller brachen ftrtHmft, rtint«»nd i I den 29. Oktober 1920, abend» 8'/, Uhr. In l� Berein».»nd Konzertsälen sArnimhallen), Kommandantenftr. ö�.an Tagesordnung: i. Bsricht ua« Beiried»rätekongtest. Neferrnt Kollege Wolf, Z. Zusammeufasinng d.Betiiebsiaie innerhalb unserer Organis: 8. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Togesotduung ist«ahlreil Eriw.inen aller Betriebsräte und Bertrauensleule eripünlcht. Mitglied»duch oder-Karte, sowie Behiebsrats- oderVertrau: leutekarte legitimieet. Ohne diese oder mit mehr al» 8 W»t rückständiger Verdand»d»Itiäge toi» Zutritt. Dir vrtsuermaltuug. Z. A.: W. SebtnlNtS lststid „*» Ewnitml- ütmuräraocti- SMiM Botenfrauen stellt sofort«in Zpsilitlon llöring 8te!nmvtz-8tr. 23 MzzeiiiizMs. Mm, Glänzender Haushaltsartikel T)nrth. Pölsborarrftr. 122 c Hof rechts, 12 b's 4 Uhr. Botenfrauen verlangt Spedition Treptow Kiefholzstrasse i8b Donnerstag, de« 28. ds. Mts. um 7 Uhr Generalversammlung der Ii. 0. P. (Crispltn— Seöebour) i» der Aula der Vtltsria-Lniie Schule, Uhiand-, Sasteiner Straße Tagesorduuug: i.?orstand»neu»ahl. 2. Berichihl wag vom Parteitag[ Der Qari.badcr Parteitag von Ernst Tzuezla l Di» 4 Vericklv-irnna riugarn. gegen di« mittel«»»»- � päische Demokratie o. Zuliu, Draunthol; Di» er-. starkuug»er antireligiösen Urkeitrrbruteguug t PPII Hugo Ssscrold: Dcutschlaiid im Haag oo» k �9. a.»Iimbel; Hu» der Internationale. f. »Orr Saziaiisf erscheint wöchentlich einmal und w vn durch alle Buchhandlungen, durch die Paft od. durch den f Verlag T. Brrstscheid, Verlw Vi«, zum Preise oo« a »irrte«. M. IS.—, Etnzeluumuter Zv. l�so zu beziehe«' I »a»»aa»»»»oÄ mt Memil i rnmim (C stempelt ISO Mk. u 800 gestempelt ISO S85, Ii» Laxunteuer.'*" j.4ef Ring ist lagenla» so, msoslrem ciolöe beegesiellt bei !».Ilee OntrUf(Br f einzeln Ii! j>d« OrBÜe am Liger. G. Atb. Thal ■rata« Barllaar Spaaiel- oaaehiR fllr Traarlnga. Clt, SeydeislraBe S iSpittelmarktK rr»t9 FOHUPrs, Korpulenz| Fettieibigllett beseitigen>, De. Kotfd«,r', ges.«ei I Vollkommen unscha°!!Ä I und erfolgreichste« M\ ohne«iuhaltrn Di«,«eine Schilddr-l Leicht bekömmlich Broschüre aus W-«!« '•ärr&r-X