SerRner-Organ txr VnafiMna/ffen Sotial6miofmtie Seafftötanba Einzelpreis 20 Pfg.• 3. Jahrgang Oh» eWrtfbtit*«Whilui»»r»«»» r«% wOwUiBg». Vv»ma»»«rt n!otrt«g» wm fte*oL D«? Ve,«g,prei» brtröpt brt fwiet Zz»stellrnG w» Hau» für Gro�-Berli« 10,— W. tu»»ora»« znhlbar. von bn Speditton selbst abgeholt 8.S0M Für Post» befug nrhrnm sämtliche PostanftaUen Bestellungen entgegen. Unter Steeifband bezogen für Deutschlc ad und Oesterreich 16,50 W.. für bat übrig« Ausland 21,60 M. zuzüglich Dalnt«»-Aufschlag, per Brief für ventschlanb aab Oesterreich 50,— M. Nada«h»W. Gxvadttw»»»» VeelMG,•«*11» T», Dtracha«-». Mittwoch, 27. Oktober 1S20 Nummer 457• Adend-AnsgabO i Rmrartac�lt a*«»«**«»-» M»«*" 2S?2C2 »»leine«n.eiaen: Da» fettgedruckte Wort 2,- W», t«««»«« R jSSSlrlS!*"»«»»«m»»»oft«||,|,- K m �"s™;»«• frttgrttu*»««Dorf t-)A<« wSS �? Tkurnin,», Uschlag L-ufnid»«niram(onl trtL SrS2Srf?�ef.l7.®tfOfn.,- I geBfjrrtW: Sadnui 2030, 264t. itu 4603. 4636. 4641, 023. Bor einem neuen Putsch Der Aufmarsch in Sachsen TU. Dresden. 26. Oktober. Di«„Thmnttz« Botföfthtmc" verSsfentllcht einen sensatio- »elle» ArtUel, der zusammengesaht etwa folgendes bringt: Wir ,nd die Mehrheitsfozialdemokratisthe Parteileitung in Chemnitz haben schon lang« Kenntnis von der im tiefsten Dunkel sich vor« bereitenden U m st n r, b e w e g« n g. au der führend« Per« jonen des Bürgertum», hohe Offiziere und alle mSg« lichcn reaktioniiren Verbände beteiligt sind. Zug um Zog ver« »ollständigtrn wir unser Material, bis es gelang, aus den Reihen der Organisation Es cherisch. selbst von Personen an prominenter Stelle unwiderlegliche Beweise zu de« kommen, datz auch in Sachsen die Gegenrevolution or» »anifiert und beinah« fertig zum Ausmarsch ist. Weiter führt die.vottsstimme" an. dag die Finanzierung de, Organisation Escherich in Chemnitz vom Chemnitzer vürgerrat ausgeht. Der Finanzausfchufz des Bürgerrats fei gleichzeitig die Kasienverwallung der Organisation Efcherich. elrbeitrr, Angestellte und Beamte ruft sie aus. auf der Wacht zu sein. Zum Schlüsse heitzt es:„Von der Regierung aber ver« langen wir riüisichtsloses Zugreifen. Die Schuldigen müsie» sofort ver hastet werden, ohne Ansehen der Person; ob General oder Beamter. Jede Zaghaftigkeit ist«erbrechen am Volk« und macht mitschuldig an de» Zuständen, die offensichtlich ,um Bürgerkrieg treiben. Nicht um Kleinigkeiten geh« r». so». dern um das Leben taufender Volksgenossen.� Was die Chemnitzer„Volksstimme" berichtet, find keine Gerüchte, sondern eherne Tatsachen. Wir erinnern an die Vorgänge in Ostpreuhen, an die Rüstungen, die von Pfeffer, Roßbach und anderen Freikorps- führern in den letzten Wochen geradezu fieberhaft betrieben worden sind. Wir verweisen weiter auf die Kampfansagen, die die Monarchisten auf ihrem Partei- tag in Hannover in die Welt schleuderten und die Arbeiter- schaft wird wisien, was für sie auf dem Spiele steht. Eine wichtige Tatsache muß dabei hervorgehoben werden: Die Konterrevolution hat aus dem Kapp- Putsch gelernt. Sie wird diesmal nicht wieder den Angreifer machen, weil sie sonst von vornherein auf die geschlosiene Abwchrfront der Arbeiterklasie stoßen würde. Sie ist daher bemüht, durch ihre Agenten, die sich in die Reihen der Linksradikalen eingeschlichen haben, die durch die Moskauer Parolen hervorgerufene Putschstimmung in ihrem Sinne auszunützen. Die Arbeiterklasie soll den An- greiser machen, um sie und die ganze Republik dann um so sicherer erwürgen zu können. Deshalb muß die revolutionäre Arbeiterklasie, die durch den Streit um die Moskauer Bedingungen allzulange von ihrer Hauptaufgabe, den Kampf gegen die Reaktion, abge- lenkt wurde, ihre Reihen schnellstens fester schließen und alle versuche, sie zu Abenteuern zu verleiten, energisch von sich weisen. Sie muß die Vorgänge im feindlichen Lager mit scharfem Blick verfolgen und zu jeder Stunde bereit sein, der konterrevolutionären Front die geeinte Abwehrfront des revolutionären, von jeder Illusion befreiten Proletariats entgegenzustellen.' Ein Unschuldsengel Die„Oberleitung der Organisation Efcherich" gibt tu den heutigen Morgenblättern Münchens nochmals ihre Ziel« und Richtlinien bekannt, in denen hervorgehoben wird, daß sich die Organisation nicht mit militärischen Dingen befaßt. Sie sei eine private Einrichtung, die auf verfas- sungsmäßigem Wege die Versöhnung der VolksNasien und den Wiederaufbau Deutschlands fördern wolle. Wie schön das alles klingt, wenn es wahr wärel Aber Esche- rich ist bemüht, die Oeffenilichkeit absichtlich zu täuschen, damit er in aller Ruhe seine Rüstungen beenden kann. Wer sich von ihm übertölpeln läßt, dem werden eines Tages die Augen aufgehen. Neuer Krieg im Osten Deutsche Söldner verspritzen ihr Blnt In Litauen sind in den letzten Tagen neu« Kämpfe ent- brannt. Der von der polnischen Regierung vorgeschobene Gene- ral Z« l i g 0 w s k i hat versucht, von Wilna aus einen Vor- stoß auf K 0 w n 0 zu unternehmen. Dabei ist er auf litauischen Widerstand gestoßen, auf deren Seite auch deutsche Söldner fochten, jene Elemente, die in den letzten Wochen von monar- chistischen Offizieren über die ostpreußifche Grenze geleitet wurden, um den Grundstein für ein neues Baltikum« Abenteuer zu legen. Die Kosten dafür wird letzten Endes wieder der deutsche Steuerzahler zu tragen haben. Die Verbrecher aber, die dieses neue Abenteuer eingeleitet haben, sie werden ebenso wie die Ur-Baltikumer nach einer eventuellen Liquidation nach Deutschland zurückkehren, hier herumlungern und ihre fetten Offiziersgehälter weiter beanspruchen. Diesem politischen Eauklerspiel muß schnellstens eln Riegel vorgeschoben werden. Die Erklärungen der Regierung, daß der Uebertritt nach Litauen verboten sei, find leeres Gerede. Die ostpreußisch« Grenze muß durch zuverlässige Truppen evtl. unter Zuhilfenahme organisierter Arbeiter, scharf überwacht werden. Die bereits llebergetretenen müsien durch einen sofortigen Erlaß ihrer staatsbürgerlichen Rechte verlustig erklärt werden. Werbungen für das Abenteuer und auch die Versuche dazu sind Landesverrat und dementsprechend zu bestrafen. Der Reichstag muh die Regierung sofort z» die« sen Maßnahmen zwingen, sonst macht er sich ebenso an dem Verbrechen mitschuldig, wie die eigentlichen Organisatoren und deren Helfershelfer in der Regierung. Englands große Sorgen L 0 n d 0 n, 26. Oktober. lReuter.) Unter Hans. In Beantwortung der Anfraae über die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen Zwischen England und Rußland erNärte Bonar Law wiederum. daß die Freilassung aller britischer Staatsangehöriger in Rugland, welche heimzukehren wünschten, die Borbedingnna sür� eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Handels- bcziehungen sei. Bonar Law zögt« hinzu, die Regierung habe stets die Wiederanfnahin« des Handels für äußerst wünschenswert erachtet und stehe jetzt mehr denn je auf diesem Stand- Punkt. Man müsie den Umfang der Arbeitslosigkeit und die Tatsache berücksichtigen, baß der Handel mit Rußland von an- deren Ländern wieder aufgenommen wnrde. England müsse fein Beste» t»n, um feinen Anteil daran zu Vhaltrn. Krasfin russischer Vertreter w Berlin? HR. London, 27. Oktober. „Manchester Guardian" meldet: Krasfin soll aus England abberufen und zum ruffifchen Vertreter in V erlin ernannt werden. L i t w i n 0 w wird, wie bereits früher ver- lautete, iu besonderer Mission nach China gehen. Vor dem Abschluß des Streiks Die Grundlagen zu weiteren Verhandlungen HR. London, 27. Oktober. Tie Vefprechungen zwischen der englischen Rrgiernnz und d-n Grubenarbeitern sind auf eine Art Friedenskonferenz ausgelaufen. Der Vollzugsausschuß der Grubenarbeiter beriet Zwei Stunden über die neuen Regierungovorschläge und beschloß, diese anzunehmen, als«iu« Grundlag« für wei« tere Berhandlnugen. Der„Frlrdenskonferrnz" wohnten der Premier» und die anderen Minister bei, ebenso Vertreter der Grubenbesitzer. Die Anwesenheit der Grubenbesitzer er« regt die Hoffnung, daß man zum Verhandlungvfchlnß kommen wird. Die genauen Bedingungen der Regelung, die jetzt befpro- chen werden, werden noch geheim gehalten, aber vermutlich werden bei der Endregelung den Grudenarbeitern lll Schilling bewilligt werden. Dies« Erhöhung wird aber eine Erhöhung der Erzeugung zur Bedingung haben, wobei die Grubenbesitzer sich verpflichten, alle verbesierungen der Anlagen, die verlangt wer« den, anzubringen. Di« Arbeiter werden durch erhöhte Leistungen und strikte Pflichterfüllung zur Erzengnissteigerung beitragen. Wenn die Regelung zustande kommt, wird der Bollzogsauo« schuh der Erabenarbeiter den Plan einer Versammlung von Abgeordneten unterbreiten, die dann ihr« Zustimmung geben müsien. Danach wird die Regelung einer Abstimmung der Grubenarbeiter unterworfen werden. Diese Hand- lnng, die vermutlich mehrere Tagr in Anspruch nehmen wird, wird aber abgelürzt werden, da der Streik den Erubenarbeiterorgani- fationeu wöchentlich ungefähr 16 Millionen Pfund Ausgaben ver» urfacht. Rationaltrauer in Irland. Eine Radiomeldung ans Dublin meldet: Auf den öffentlichen Gebäuden Dublins werden aus An- laß des Todes des Bürgermeisters von Tork republikanische Fahnen auf Halbmast gehißt. Eine nationale Trauerfeier ist in Vor- bereitung. In den Arbeitervierteln Belfasts waren republikanische Fahnen mit Trauerflor umhüllt in den meisten Fenstern erschienen. Die Orangisten hißten zur Gegenwirkung die englische Fahne. Darauf entstanden heftige Zusammen st äße. in deren Verlauf ein Mann getötet und mehrere verletzt wurden. Der Polizei war es nicht möglich, die Ordnung herzustellen; erst ein starkes Militärapfgebot konnte die Demonstranten zerstreuen. Die Sozialisterung des Srzttlchen Berufes von Dr. R. Knezqnski, Direktor des Statistischen Amt»,~ Berlin-Schöneberg. Die„Veröffentlichungen aus dem Gebiete der Medizinal« Verwaltung" wenden sich in der Regel an einen kleinen Leser- kreis. Es handelt sich da meist um Monographien, die nur den Fachmann interessieren. Die Auswahl der Mitarbeiter war unter dem alten Regime nicht immer glücklich. Es sei hier nur an die ganz unzulängliche Untersuchung Solbria» über„Geburtenrückgang und Säuglingssterblichkeit rn Deutschland" erinnert. Seitdem nun die Medizinalabteilm»» dem Ministerium für VolkswoHlfabrt untersteht, ist eine ent« schieden« Besserung eingetreten. Auch wenden sich die Ar» beiten immer häufiger an die Allgemeinheit. Das gilt ganz besonders für das neueste, von dem praktischen Arzt Dr- Roeder verfaßte Heft„Die Sozialisierung der ärztliche» Heiltätigkeit im Verbände der Gefundheitsverstcherung". Roeder beginnt mit einer Kritik des bestehenden Zustan» des.„Nicht der, der am schwersten krank ist, kann sich unte* allen Umständen die beste und ausgiebigste Hilfe verschaffen, sondern der, der am meisten für sie bezahlen kann' der be« güterte Nervöse findet mehr und bessere Aerzte, als der arme Schwerkranke". Das Schweigegebot des Arztes habe zur Folge, daß die Heilung einer Krankheit„in das vollkommen unkontrollierbare Belieben des einzelnen gestellt ist". Eine weitere Folge des Schweigegebots sei,„daß die Erfahrungen, die ein Arzt bei einem Kranken gemacht hat, beim Wechsel des Arztes vollkommen verloren gehen".„Die Vereinzelung des Arztes im freien Berufe bringt es mit sich, daß er wissen« schaftlich dauernd isoliert bleibt."„Eine gleichmäßige Ver» teiluna der Kranken auf die Aerzte kann heute zum Schaden der Allgemeinheit überhaupt nicht hergestellt werden; den Vielbeschäftigten, die deswegen nicht mehr Qualitätsarbeit leisten können, steht die große Zahl der mit Recht unzufriede» nen Unbeschäftigten gegenüber." Eine gleichmäßige Ver« teilung der Aerzte auf Stadt und Land ist ebenfalls ein un- lösbares, schmerzlich empfundenes Problem", unlösbar, denn des Rechte» der Behandlung von W>W�W D Beruf" hindere die >0 notwendige Vereinigung. Eine regelmäßige Unter« suchung der gesamten Bevölkerung sei eine dringende Forde» rung.„aber im freien Berufe und ohne Zentralisation un« durchführbar."„Sowohl in der Privat- wie in der Kassenpraxis hat der freie Beruf des Arztes abgewirtschaftet... Der Fehler liegt im freien Berufe, im ärztlichen Einzelbetriebe mit seinem voll« kommen berechtigten Streben nach mehr Patienten und mehr Einkommen. Nur eine vollkommene Umgestal« tunadesHeilwefens mit Sozialisierung des ärztlicben Berufes kann helfen und die Bedingungen schaffen, die nicht bloß die beste ärztliche Versorgung für jeden verbürgen, son« dern zugleich das gesamte Gesundheitswesen auf eine gegea heute bedeutend höhere Stufe heben." Die Durchführung der Sozialisierung denkt sich Roeder so: Für je CO 000 Menschen wird ein Eesundheitshau» mit 40 Aerzten geschaffen, das Räumlichkeiten zur Abhaltung der Sprechstunden, Apparate, Institute, Apotheke usw. eivt- �ält. Innerhalb des Hauses besteht freie Arztwahl. Für esuche wird den Aerzten Fuhrwerk zur Verfügung gestellt. „lieber jeden Bewohner des Bezirkes wird eine Gesund» heitskarte geführt. Sie gibt ein vollständiges Bild seines gesundheitlichen Lebenslaufs vom Säuglingsalter bis zum Tode; sie begleitet ihn in ein anderes Eesundheitshau», wenn er in einen anderen Bezirk oder in eine andere Stadt verzieht. Bei Krankenhausbehandlung wandert die Karte mit ins Krankenhaus, erhält dort die für die Zukunft not« wendigen Eintragungen und kommt mit dem Mitglied« an das Eefundheitshaus zurück." Rettungswachen können fort« fallen, ivenn die Bezirke nicht zu groß sind. Sämtliche Fürsorgestellen gehen auf das Eefundheitshaus über. Der Schul« arzt als Arzt der Gemeinde verschwindet, ebenso der Armen- arzt. Das Eefundheitshaus übernimmt auch die Ueber« wachung der Halte- und unehelichen Kinder. Die Aufgaben des Kreisarztes gehen zum Teil auf das Eesundheitshau» über, z. B. die Gutachten für Behörden. Das Gesundheits- Haus stellt den Fabrikarzt für dieseniaen Betriebe, die m seinein Bezirk liegen. Alle Zweige der sozialen Versicherung werden zusammengefaßt, und zwar zu einer Eesuno« h e: t s v e r s i ch e r u n g, die sich auf die Gesundheitshauser als Unterbau stützt. v_ Die tägliche Arbeitszeit der Aerzte soll 7 bis 8 Stunde» betragen. Das Gehalt staffelt sich nach dem Dienstalter. Der Arzt ist pensionsberechtigt, feine Angehörigen haben Anspruch auf Versorgung. Die Anstellung geschieht nach Meldung und Vakanz. Sämtliche Aerzte ohne Ausnahme haben auf dem Lande zu beginnen. Eine Versetzung oder eine Entlassung des Arztes gibt es im allgemeinen nicht. Versage ein Arzt dauernd, so werde er sich ohnehin nicht halten können, da die anderen Aerzte, die dann seine Arbeit mitmachen mußteq, sich das nicht gefallen lassen würden. Sehr eingehend beschäftigt sich Roeber mit den Ein» wänden gegen die Sozialisierung. Es werd» vor allem behauptet, der Kranke könne dann nicht m e h tz j tie* Vcftt«Betttonens wühlen. Das, meint Noeder, könne er aber tatsächlich heute nur in gerin- gern Mcch«.„Wer nichts oder wenig besitzt, kann den teueren Professor nicht konsultieren, und wenn er ihm noch soviel Vertrauen entgegenbrächte." Und in der 5»ssenprazi«? „Ich stell« einlach gegeMber: Heutige freie Arztwahl! der Kranke kann unter Hunwnen wählen, zu ihn ilvmmcn aber nur 5 oder 6, wenn er schwer krank ist. Sozialtsierung! der Kranke kann unter-ig wählen, zu ihm kommt seder, wenn er bettlägerig erkrankt, uild so oft, als es sachlich notwendig ist." Ein zweiter Einwand! der Arzt werde, wenn c? nicht mehr nach Einzelleistung bezahlt werde, die Kranken v e i- nachlässigen. Roeder meint, daß dies selfcst nicht für die heutigen Aerzie zutressen würbe. Die künftigen Äerzte aber würden überhaupt in einem neuen Geist aufwachsen. Der angehende Arzt werde wissen,„daß ihm sein Beruf nicht Reichtümer einbringen wird, daß er sich mit einem beschei- denen Einkommen begnügen mutz, dag nur die Liebe zu sei- nem Beruf« und die innere Lesriedigunz ihn für den etwaigen Ausfall an Einkommen entschädigen kann". lieber- dies werde die gegenseitige Kontrolle der Aerzte im Ee- jundheitshause dazu beitragen, pflichtwidrige Elemente aus- zuschalten. Ein dritter Einwand! Unter der Sozialisierung werde die wissenschaftliche Forschung leiden. Roeder erwidert, die wichtigsten Triebfedern hierfür seien ohnehin der Forlchungsdrang und der Ehrgeiz, die beide ebenso beim sozialisierten Arzt«orharkden fein würden. Die Hoffnulig«uf Gewinn sei auch jetzt nicht ausschlaggebend. „Wer heute als Arzt es zu Reichtum.bringen will, stellt es ganz anders an, als daß er sich hinsetzS und viel Zeit und viel Geld auswendet. um zu forschenl iÄ will darüber lieber schweigen, wie er es macht, �.m übrigen fordert Roeder keine plötzliche, sondern eine allmähliche Soziali- s i e r u n g. Die Aerzte, die sich sozialisieren lassen wollen, werden übernommen:, die anderen bleiben draußen. „Werden dann die tüchtigsten diejenigen sein, die im freien Berufe bleiben, und werden so die ReicBen wieder Vorteils haben? Ich glaube nicht: es werde» eaer die Geschäfts- tii-fftigsten sein. Zn der Sozialisterung aher werden sich die- jeitiaen finden, die aus Liebe zum Berufe Aerzte werden, die wertvollsten, die nrn meisten Esmeinfinn haben." Vor dem Kriege haben Millionen von Besitzlosen für den Sozialismus geschwärmt, ohne den Leistungen des Kapitalis- mus gerecht zu werden. Heute, wo di« kapitalistisch« Wirt- chaftsform einer sozialistischen weichen mutz, lehnen die Be- itzenden und diezcniaen. die mit ihnen fühlen, jede Soziali- ierung blindlings ab. Und da sie nichts von Sozialismus wissen wollen und auch nichts wissen, können sie leicht den Uebergang zum Sozialismus einen Sprung ins Dunkle nennen. Zbre Unwissenheit macht f« zu U to p i ste n. Uto- Pisten sind sie, wenn sie eins Rettung ans unserer Finanznot durch ein Wunder erwarten. Utopisten sind sie. wenn sie eine Rettung aus unserer wirtschaftllchcn und sogial-n Slot durch die— den Untergang geweihte— kapitalistische Wirtschaft erhoffen. Es wäre sehr zn bedauern, wenn die Vor- ichläge von Dr. Roeder das gleiche Schicksal erlitten, das alle Sozialisierungspläne bei uns haben, nämlich von drei Vier- teln unserer Intellektuellen ungeprüft abgelehnt zu werden, we.l ihnen„die ganze Richrung nicht paßt". HU Das neue Blatt Das von der neukommunistischen Presse feit elmgeu Tagen nngekundizie Blatt hat hcute das Licht der Welt erblickt. Es heißt„Die Internationale, Zentralorgan der Unabhängigen Sozialdemokratisch-n Partei Deutschlands". Da das Aufgehen der Reukommunisten in die Kommunistische Partei unmittelbar beoorsteht, so wird das Blatt sehr bald seine Firma ändern müssen. Das wird auch im einleiten- den Artikel von Ernst Täumig ausgesprochen. Er erklärt offen, dag„Die Internationale" kein« nach Zähren zählende Zukunft vor sich habe. ,.W i r w ii n s ch e n— so schreibt er — den Augenblick herbei, wo sie zusammen- gelegt werden kann mit dem Blatte, das, gleichfalls auf dem Boden der dritten In- ternationale stehend, die Sache de» Kommunismus verf ich t.". „Die Internationale" ist also nichts weiter als eine Rebenausgabe der„Roten F a h n e". Wenn Däumig ferner meint, daß auch wir dem Erscheinen seines Blattes mit„Hatzgeslihlen" gegenüberstehen, so irrt er. Das Gegenteil ist richtig. Bereits im vergangenen Jahre, als er in Gemeinschaft mit Herrn Herzog die„Republik" als das „Organ der Arbeiterräte" gründete, hat die Revaktion der „Frelheil" offen erklärt, daß sie dieser Gründung sympathisch gegenüberstehe. Ihre Annahme ist damals gerechtfertigt worden: Die„Republik" hat es zu keiner Bedeutung ge- bracht, während die„Freiheit" gerade während der Zeit des Bestehens der„Republik" ungemein schnell gewachsen ist. Wir halten das Erscheinen der„Internationale" aber auch deswegen für sehr nützlich, weil es der Arbeiterschaft die Haltlosigkeit der von den Neukommunisten betriebenen Politik aufweisen wird. Der bequeme Ausweg Der Vorstand der rechtssozialistischen Partei hat einen Aufruf erlassen, der die sachliche Arbeit des Part-iiags von Tasscl lobt. Aus dem Aufruf ist nur eine Spelle bemerkenswert. und zwar die, die von den Mitteln spricht, mit denen der Widerstand der Zechenkapitalisten gegen die Sozialisierung der Bergwerk: ge- brachen werden kann. Es heißt da: „Unsere Ausgebe wird es sein, durch den Druck der öfsentttch-n Meinung den Widerstand der Crubrnherren und des ganzen mit ihm verwandten Privaikapitals tu brechen." Das ist, diplomatisch ausgedrückt, die Wiederholung des Beschlusses des Casseler Parteitages, der die En scheidung über die Sozialisscrung der Bergwerke dem V o l k s? n t- scheid überlassen will. Das heißt also, die rechtssozialistisch' Partei denkt nicht daran, in dem großen Machtkampf, d:r durch das Verlangen nach der Sozialisierung de? Bergwerke im Entstehen begriffen ist, alle, insbesondere die ökonomi- schen Machtmittel des Proletariats in Anwendung zu brin- gen. Sie sucht vielmehr ängstlich nach einem Ausweg, der das Aufeinanderprallen de: starken Gegensätze der Klas- scn verhindert. Der Ausruf bestätigt also erneut, daß die rechtssozialistische Partei nicht daran denkt, die Sozialisierung der Bergwerke ernsthaft durchzusetzen. Verschämte Kommunisten Sie können sich nicht trennen Einer der stärksten Trümpfe, den die Ncukommunisten vor dem Parteitag in den Versammlungen ausspielten, war der, daß sie behaupteten, der Name Sozialdemokratie sei nicht mehr zeitgemäß. Cr habe überhaupt noch nie den klaren Anschauungen der sozialistischen Gedankenwelt ent- sprachen, es sei deshalb an der Zeit, ihn zu ändern, denn der wahre, reine, überzeugte revolutionäre Sozialist, der könne sich nur K o m m u n i st nennen, und auch für die Partei, die den Kampf gegen den Kapitalismus zielbewußt führe, könne kein anderer Name in Betracht kommen als Kommu» nistische Partei. Mit diesen Argumenten hat vor allein Däumig gearbeitet. Nicht nur in den Versammlungen, auch auf dem Parteitag in Halle setzte er die Rotwendiglcit der Namensveränderung breit auseinander und et betonte dabei ausdrücklich, daß d a m j t auch ein neues Prin- z i p seinen klaren Ausdruck finden müsse. Jetzt, wo die Spaltung'iver Partei vollzogen ist. jetzt, wo die Ncukommunisten niemand mehr hindert, ihr„neues Prinzip" unter der entsprechenden Firma erscheinen zu lassen, jetzt klammern sich die Neukommunisten auf einmal an den gerade von ihnen so viel geschmähten Namen der U. S. P. D.. jetzt wollen allein s i e berufen sein, diesen Namen in Ehren führen zu dürfen, jetzt können sie sich von dem nicht trennen, was sie bis vor kurzem in den Abgrund schleudern wollten. Das Hallesche..Volksblatt" glaubt nun, für die merkwürdige Hinneigung der Neukommunzsten zur 1l. S. P. D. eine Begründung gefunden zu haben: es schreibt: .Gewiß paßt der Name einer sozialdemokratischen Partei nicht mehr zu dem kommunistischen Geist, der nun nach Ausscheidung der Reformisten unsere Partei beseelt: aber eben auf diesen Seist kommt t« in erster Linie an nttb nicht aus drn Nomen. Mit Recht konnte AlnooZew auf dem tssrnneSW sag:«, da'z et auch V. S. P. itt, wenn die lt. S. P. die gunoen annimmt. Der Name hat sicherlich keine gerino« Bedeu- tung. deshalb wollen wir ihn auch nicht lange behalten, abe« erst muß die Auseinandersetzung mit denen beendet sein, die ihn sich fälschlich anmaßen. Schon deshalb allein, von allen ande- ren Gründen abgesehen, damit er nicht gestohlen und miß« braucht werde, muß er uns noch bleiben." Ganz richtig! Gerade weil es in erster Linie nicht asf den Namen, sondern auf den G e i st ankommt, gerade desfalb sind die Neukommunisten nicht befugt, als U. S. P. D. aufzutreten. S i e sind es. die den Namen stehle» wollen, um fälschlich damit Mißbrauch zu treiben. So sehr wir es auch menschlich begreifen können, daß sich jemand an Liebgewordenes klammert, so sehr wünschen wir im In« teresse der politischen Klarheit eine reinliche E ch e i« düng. Politik ist kein süßliches Schäferspiel. Wer nicht Geist von unserem Geiste ist. der soll gehen und seinen Ce« sinnungswechsel auch öffentlich zum Ausdruck bringen. In der Falle Der Versuch der Getreuen des Ernährungsministers Dr. Hermes, aus dem Fall Herwes, Augustin einen Fall Ramm/ Braun:u machen, ist mißglückt. Man hat Herrn Hermes in die Falle gesteckt, die seinen Gegnern zugedacht war. Aus den Darlegungen des Staatssekretärs Dr. Ramm ergibt sich, daß Mi« nistet, Dr. Hermes bereits am 8. oder 9. Mai mit Ramm eine Besprechung in der Bestechungsangelegenheit Augustin hatte. An« dererseits wurde von Hermes in der Oeffentlichkeit bereits wieder» holt ausgeführt, daß die Mitteilung. Dr. A u g u st i n sei trotz der Kenntnis des Ministers Hermes von dessen Verfehlungen mit der Leitung einer Abteilung im Reichsernährungsmimsterium betraut und für den Posten eines Ministerialdirettors in Ausficht ge- nommen, frei erfunden ist. Das ist eine ganz merlwürdige Behauptung. Am 8. oder ö. Mai hatte Hermes bereits Kenntnis van der Vcstechung und am LO. Mai ist der Eefchäftsoerteilungs» plan des Reichsernährungsministeriums unterschrieben, und zwar von Dr. Hermes persönlich, in dem man auf Seite 11 folgendes liest:..Abteilung 5. Leiter: Geheimer Regierungsrat Dr. A u g u st i n, M i n i st e r i a l r a t." Diese hier angegebenen Tatsachen stehen in direkten» Widerspruch zu der vom Ernchrungsministerium oeröffent» lichten Darstellung in dem Fall Augusiin. Die Grube asso. die man ander» zugedacht hatte, ist Herrn Hermes zum Verhängnis geworden. Alle feine Rettungsversuche find vergeblich. Es bleibt die Tatsache bestehen, daß er trotz der Kenntnis der Verfehlungen von Augustin mit diesem nicht gebrochen, sondern ihn sogar noch befördert hat. Die Nngst des Herrn Rsesicke Der deutschnationale Abgeordnete Dr. Roesicke bat I-ch lvwcit erniedrigt, sich durch irgendeinen russischen Juden ttn jnpalt einer Nummer der„Jstwestija" üljersetzen � lassew Aus dies» seiner Kenntnis richtet er folgende Anfrage an du öuichsregle» tung: bolschewistische Agitator S ach- aus Deutschland wieder m Nuß« land angekommen- Nach den Mittellungen der russischen Zei« tung ba� dieser Agitator Sachs anderthalb Jahre in der k o m« munistischen Bewegung Norddeutschlands ge- arbeitet, nachdem er von der Sowjetregierung zum Eh es der bolschewistischen Propaganda in Deutschland ernannt worden war. Sachs wurde von den deutschen Be« Hörden verhaftet, bald darauf aber wieder f r e i g e» lassen. Sind der Neichsregierung diese Tatsachen bekannt, und ist sie bereit, in Zukunft Vorsorge dagegen zu treffen, daß notorischen Kolschewistenagitatoreu die Einreiserlaubuis nach Deutschland erteilt wird." Herr Roesicke hätte eigentlich aus dem Parteitag in Halls lernen können, auf welche Weife und mit welchen Mitteln man politische Gegner erfolgreich bekämpft. Da er aber zu seinen geistigen Waffen nur geringes Zutrauen hat, so z i t t e r t er bereits für sein kostbares Leven. Da er selbst dem zuverlässigsten preußischen Schutzmann nicht mehr traut, hat er, wie wir weiter erfahren, ein Preisausschreiben erlassen, für das beste und zuver« lässigste Selbstschutzmittel. Vor allem aber bat er seinen, im November 1918 so wohl bewahrten Kellerschlupswinkel wieder in Ordnung bringen lassen. Baustelle Ich sage: es ist eine Freude zu leben! Dieser Ottobertag ist beller Glanz und bunte Farbe: Licht, Sonne. Wind und wolkig- Himmelsbäume wirken glückbringend onf unser Gemüt. Wir sind fröhliche Menschen. Denn wir arbeiten. An freier Luft. Wir sind die Erbauer der neuen Wohnvngskolonie. Sir liegt in gesunder Lage auf dem Berge. Bus der Kuppe eines stadtnahen Berges. Unieu in der Talmulde liegt die alte Stadt, mit ihrem gelb- roten Dom. der wie ein uralter Eyilopenbau anmutet. Und durch di« alte Stadt trällert der gelbgrüne Fluß, den be- rehs hundert Dichter besungen haben. Nn die alte Stadt stößt die Neustadl. Sie ist schwarz und lärmend. Hochöfen stehen bössinnig beieinander. Zementfabriken trommeln mit den zermalmten Gesteinsmassen. Stahlwerke rauchen tintendlistcr. Das Walzwerk grollt. Eisenbahnzüge krampten über aufschreiende Brücken und laufen schnell über turmhohe Viadukt« davon. Dann sehen wir noch Drahtseilbahnen, die a«z fernen blauen Gebirgen den roten kostbaren Eisenstein herbeitragen. Er ist wert. »oller als Gold. Mas wäre unsere Technik ohne Eisen! Und über uns hallt ein mutiger beller Ruf. wir suchen mit dem Aug«,— und dann haben wir es. ein Habichtspaar schwebt über un». stolz und krastüewußi.„ v«/ Auch wir sind lraftbewußt und stolz. Wir Arbeiter find stolz «ms unser Werk. Es gehen zwanzig Wohnhäuser ihrer Vollendung entgegen. Unser« neuerbaute Wohnungskolonie kann bis auf Weihnachten bezogen werden. Wir sind eine Einebnungs-Kolonne von dreißig Mann. Wir bauen die Straßen und Wege der jungen Kolonie aus. Schwarzbraune Rosse sind unser« Helfer. Auf große Kasten- wagen laden wir Gesteins- und Erdbodenmassen. Unsere Schau- feln glänzen in der schönen Oktobersonne. Picken hacken mit kleinem hellen Ianchzer. stählern klingt es. aber dennoch heiter und froh. Gute Arbeit nst immer heiter und froh. denn sie ist Erfüllung de» Menschen. Weiße Neubauten. Einige sonnendlumengelbe. Ander« morgenrotfarücn. Welche nixrnblau. Und Schieferdächer fangen den Sonnenglanz aus. Trinken sich »all daaan— und geben auch der Umwelt von ihrem Reichtum, blank■?-- blank, sennenblank sind diese neuen Schieferdächer. Dvrt hängen noch Gerüste, die Dachdecke» klopfen und singen. Maler streichen Fenster- und Türrahmen an. Schlosser find vor Kellerfenstern tätig, starke Gitter werden eingelassen, Geländer «erden bei kleine, Türtrexxeu angesetzt. Und die schwindelfreien Spengler arbeiten auf hohen Leiter- gelüsten und befestigen die glitzernden verzinnten Regentraufen. Vor jenem großen Dreifamilienhause stehen zwei Hobelbänke, Schreiner arbeiten heute draußen, heute sind sie Freiluftschreiner. Maurer mischen in großen viereckigen Trögen Kolk und hell- blauen Schlackensand von den Hochöfen: ein guter fester Mörtel. Wie stark jene Männer sind!— Auf kurze Traggestelle schichten sie dreißig Ziegelsteine hoch. Dann spannen sich die Gesichts- muskeln, ein kurzer Ruck und die Schulter trägt. Nun krachen ganz leise die Laufgänge, die als schiefe Ebenen zu jenen Bau- ten aussteigen, die noch nicht ganz unter Dach sind. Wasserhähne laufen. Blauweiß springt der flatternde Strahl in große Halbfässcr, die mit alabasterweißem Kalk verspritzt sind. Lehrbuben sind an der Wasserstelle tätig, oder vielmehr, sie sind untätig, sie halten den Daumen unter den Wasserhahn— und dann schreien einig« Taugenichtse aus-- und die Eimer bleiben dabei ungefüllt. Jetzt flnchcn die Betonterer. Sie haben kein Wasser für die Mischung. Und dann lachen die Buben— und dann lachen auch di« Mischer, denn die gute Mutter Sonne lacht— und welcher arbeitende Mensch sollte da nicht mitlachen! Die Baustelle ist fleißig. Hämmer, Sägen, Hobel. Meißel. Picken. Schaufeln. Hebewerkzeugo. Transportwagcn und Kipp- wogen, alles arbeitet, und jedes gibt einen Klang, und der Klang ist ein Vielklang, ein Zusammenklang, eine Symphonie. � das ist eine heilig« Symphonie der Arbeit! Und sie macht glücklich und herzreich. Wir alle fegen: es ist eine Freude zu leben! Nur eines ist verstimmend. Die Poliere halten nicht zu uns, sie sind die Schergen de« Unternehmertums. Und die Unter- nchnur laufen mit dicken Zigarren und noch dickeren Bäuchen Hemm. Das wird einmal anders. Sie werden alle ausscheiden, alle Schmaroger werden sich neben uns zur Arbeit ausstellen müssen. rite~ wollen dann bauen, für unser« Brüder wollen wir schassen, nicht acht— nein! zehn, zwölf und fünfzehn Stunden! Max Dortu. Musik Prof. Gustav Havemann. der als Nachfolger Adolf Büschs an die Berliner Mu»lhochschuls berufen wurde, wußte in seinem ersten Konzert unter Begleitung der Pbllharmoniler nur wenig Klangt nnerlichkeit seiner Teige lu entlocken. Der Aufbau des Brahmsschen Violinkonzerte« entbehrte einer mitreißenden per« schilichen Mt-Ituna. Saubere Technik(die an die plastisch« Chromat» Adolf Busch? nicht heranreicht) und ein« äußerlich ein- wandfreie Bogenfübrung tragen über seelische Leere nicht hinweg. Der moderne Liederabend Paul Bender, war eine Kurio- JUät durch sein gajfclltnfe uumoderue? Programm. Po» der Auswahl, die ich anhört«, trug nur ein zahmes Lied Heinz Tiessens„Und durch den Wald kam leis die Nacht" schöpferische Werte in sich. Vollströmcnde Melod» breitet sich über durchsich- tige Begleitharmonien. Harllebens Gedicht„Die Schönheit leuchtet mir", wurde entstellt durch die Tonleitergowandung von Bodo Wolf. Seine Effekt- und Kokettericlieder sind cbenfalche publilumsfüchtiae Dutzendware wie die Massenprodukte des er- grauten Heinrich Roren. Emil Mottiesen steuerte eine imitierende Groteske über die selige Fuge bei. Durch Heldcnpatbos ver- äußerlichtc Paul Bender sein edles Organ, schleifte Töne und quält« sich über gelegentlich« Dissonanzen. Alexander Arsenieff packt Listt mit erstaunlicher Technik an. ohne Stellen voll tieferen Gehalts geistig zu erschöpfen. — Erwin Bodky, ein jugendlicher Pianist, erfüllt als Bach- fpezialist mit reifer Größe.— Die vollblütige Ungarin Ilona K a b o s gestaltet aus innerem Temperament. Beethovens „Lebewobl-Sonate" war eine pianiflische Leistung voll mitreißen- der Eeistigkeit.*'•?."• Neue Nomane „Die Fckamme" heißt«in nachgelassener RoMN des jüngst verstorbenen Willi Handl(Bcrlag Erich Reiß. Berlin). Der Verfasser war ein allgemein geschätzter Theaterkritiker, der in diesem abgeklärten Buche«in Fazit seines Lebens zog. Es sucht über die schwälend« Glut der Leidenschaften hinaus die läuternd« Flamme, den Einklang von Reinheit und Besonnenheit. An- knüpfend an da» inmitten eines Theaterbrandes jäh aufflaM' mend« erotische Erlebnis eines jungen Mannes erzählt un* Handl von den blind umherirrenden Trieben, die ihr Ziel vor- fehlen, den gewaltsamen Abenteuern, sexuellen Verirrungen und i schmerzlichen Diskrepanzen aus lodernder Sehnsucht und uner« fiillter Sinnlichkeit bis zum Wahnsinn. Aber alles ist in eine» kühlenden Abstand gerückt, der den bestllrzenden Gefühlen ihr« unmittelbare Wirkung raubt.— In die Schützengrabcnzeit zurück führt Julias Levins Erzählung„Wehrmann Is' m t r".(Verlag Rowohlt, Berlin). Das Kriegsmäßige darin ist blaß durchschnittlich, aber die psychologische Veranschaulichnng der Hcrzensregungen und die allmählich zur Katastrophe treibend« Ehezerrüttung eines Berliner Handwerkers sind de>a Erzählt meisterlich gelungen. Di« einfache Geschichte hastet im Gedächt- nis, denn sie birgt mit ihrem„unmodernen" Naturalismus mehk künstlerische Wahrheit als mancher künstlich ausgedonnert« Roman« _ E. v« In der Volksbühne wird in Abänderung des Spielplans an» Sonnabend, den 39. Oktober, nicht„Nach Damaskus" 2. ui'd 3. Teil, sondern um 7 m; Uhr„Paul Lange und Tora Parsberg und am Sonntag, den LI. Oktober, ebenfalls nicht„Nach Dawa? kus". sondern um 7 Uhr„KätHchen von Heilbronn" zur Auss führung gelanaci,- I Der Kampf gegen die Tuberkulose De? Staat verweigert die Hilfe Der Verband der Lungen- und Tuberkulose-Er- krankten hatte zum 25. Oktober eine öffentlidje Versammlung einberufen, die von Lungen- und Tuberkulose-Trkranklen sehr stark beZucht war. Der Referent, dirigierender Arzt der Klinik für Lungenkranke In Berlin, Herr Dr. A r t u r Mayer, sprach über den Tuberkulosckonarch. sowie das Reichs-TubertuloZegesctz und die lungenkranken Proletarier. Daß die Vestrebungen des Ver- bandes auch von den Männern der ärztlichen Wissenschaft gut- gehcihen werden, bewies die Tatsache, daß eine Anzadl von her- vorragenden Aerzten, die sich der Bekämpfung der Tuberkulose widmen, anwesend war. Herr Dr. Mayer führte ans: „Ich spreche zu Ihnen nur als Arzt, der von tiekem Mitgefühl für Ihr Leiden und von dem dringenden Wunsche beseelt ist, alles zu tun. Ihnen helfen zu wollen, um so als Kämpfer für Ihre aute Tacke zu wirken. Wenn die Bemühungen der ärztlichen Wihen- fchcft von einem kleinen Erfolg gekrönt waren, so sind diese Erfolge von dem schrecklichen Kriege zunichte gemacht worden. Gegen- wärtig hat die Zahl der Tuberkulose-Ertrankten eine Höhe ange- nommen. die zu einer Katastrophe des Volksganzen führen muß. wenn nicht sofort helfend eingegriffen wird. Der Staat hat bis- he? zur Bekämpfung diese? Gefahr so gut wie nichts getan. Die H.iupthilfe bleibt der P r i v a t f ü r I o r g e überlassen. Durch die schwachen zur Verfügung stehenoen Rkittel ist die Tätigkeit der Prioatfürsorge eine engdegrenzte, so daß die Hauptarbeit in An- legung von Kartotheken und Statistiken über die Zahl der Er- krankten besteht. Die Träger des kapitalistischen AvsSeutungs- fnstems, die Hauptschuldigen dieler Krankheit, hatten schon vor dem Kriege kein Interesse zur Hilfeleistung, jetzt aber noch viel den zur Bcrsügung stellen kann, hat für die Bekämpfung der Tuberkulose, der jährlich hunderttausend Menschen in Deutschlaad zum Ojfer sollen, ganze 150 000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Tuberkulös e-Kongrest hat sich eingehend mit dieser ? frage befaßt. Das Zentralkomitee hat beschlossen, einer Dclega- ion des Verbandes der Lungen- und Tuberkulofen-Erkranktkn Sitz und Stimm« im Zentralkomitee zu gewähren. Es soll dann vereint an die Behörden herangetreten werden, um die Schaffung eines Neichstuberkulofegesetzes und des dazugehörigen ausführenden Arbeitsressorts zu erzwingen. Die vom Zentral- komitee an den Staat gerichteten Anträge find bis jetzt noch nicht beantwortet worden, woraus das geringe Ver- fländnis und Interesse der betreffenden Instanzen für das Leiden des Volkes zu ersehen ist. Es ist deshalb wünschenswert, daß uns die gesamte Presse in unserem Kampfe unterstützt. In erstcr Linie muß für eine talkräsiige materielle Unterstützung für die Er- krankten und deren Familien gesorgt werden. Die bestehenden H e i l st ä t t e n können bei weitem den Ansprüchen nicht genügen. In den meisten Fällen bekommen die Patienten nickt einmal satt zu essen, so daß von einer Kur gar nicht gesprochen werden kann Dazu kommt die Sorge um die schlechtuntcrstützte Familie. Wenn dieses anders werden soll, dann müssen die Tubertulose-ErkranAen im Kampfe fest zusammenzuhalten. In diesem Kampfe werden fie irnrch die Aerzteschast nach besten Kräften unterstützt.�(Lebhafter Der nächste Redner, der langsährlge Kämpfer gegen die Tuber. ulose. Professor Kayserling begrüßt?-Unfalls d-ll T ammenschlug der Kranken zur Selbsthilfe und sagte eine tat- traklla? Zliiterchiikiino-,< fConnfr.«u» l°nd- bereits einige Vereinigungen g« hätte? auch fu- Deutschland einberufen würde! Aber " wir im November dieses Jahres in d-r ». wetz mit den Vertretern der anderen Länder ein Mt?q *'ip aV Meetings wcilertämpsen. lTir-m*!"!; �5 Diskusstonsredner in ergreifenden Worten ti U einL Ä6 s? Vorsitzende des Verbandes ■ äl Appell an die Anwesenden, im Kampfe der Ee.bsthilfe, im Kampfe gegen die Tuberkulose, auszuharren. Im nächsten Monat sollen wiederum neue Versammlungen statt- finden, rur welche rege agitiert werden soll. Nach Schluß der Ver- sammlung ließ sich eine große Anzahl der Versammlungsteilnehmer als Mitglieder des Verbandes aufnehmen. Arbeiter und SoZialisierung Die schlechten Gründe der Unternehmer Der gemeinsame Unterausschuß des Reichswirtschafis- r a t e s und Reichskohlenrates setzte am Dienstag die Ve- ratungen über die Sozialisierung des Kohlenbergbaus fort. Der Steiger Werner erklärte, dah er den Vorjchlogen der Herren Stinnss und �lmberg kein Vertrauen abgewinnen könne, hazu soll die Csjiiallsterung der erste Schritt sein. Die Belihch- tung, dag die leitenden Beamten bei einer«ozialisternna nicht irn �N7i>fT>km miirnem Co-i r»-.«■,/ die Unternehmer. Der Vorschlag des Herrn Silverberg wegen der Vertrustung laufe nur auf eine Beramerung des alte« Systems hinaus. L ö f f l e r(Kaufmännischer AngesteMer), sieht in der Schaffung von Wirtschmtsvrovinzen den ersten Schritt zur Zertrümmerung der Reichseinheit. Das würden die Arbeiter nie zulassen. Di« Massen streben nach der Umformung, treffen wir daher die Ent» fcheidung, ob wir in den nächsten Tagen uns auf bestimmten Richt- linien im Ginne der Sozialisierung zusammenfinden können. einzig mögliche. Der Redner verNest sodann folgende Erklärung: „Die Arbeitnehmerrcrtreter haben von den Ausführungen der Herren Arbeitgeberuertreter des Kohlenbergbaues Ken.niUs ge- nommen. Sie erkennen in den Ausführungen des Herrn Eilner- berg, der die Bergarbeiter am Gewinn des deutschen Kohlen- tergbaues beteiligen will. dasBe streben, die Arbeiterjchaft von der Forderung der Eozialiiierung, die doch eine Forderung zugunsten der Eemeinwirtjchaft ist. durch verheißnag perfö». licher Borteile abzulenken. Die Pläne des Herrn E t i n n e s sind gerichtet auf eine bezirksweise Vertrustung der Kohlenmirtfchast, für die die Arbeiter durch Zulassung ihm entwicklungsfähigsten Köpfe zur Führerschaft gewonnen werden sollen. Die Eesamtinterelien der deutschen VolksmtrlschofL aber, und zwar sowohl der Kohlenverbraucherindustrien und der Laichwirtschaft, als auch der öffenrlichen und prloaron Per- braucker würden der Herrschaft einiger weniger Trustkönige geopfert werden. Di, Ardeitnehmerfchast hakt d-nigcgenllder an der Zentralorganisation der K"hlenwir!schaft fest, da die Kohlen Gemeingut der ganzen Volkswirtschaft sein und bleiben müssen und sie erkennt nach wie vor nur in der sozialistischen Wirtschast die Gewähr, daß alle Privatinteressen dem Gemeinwohl in jeder Beziehung untergeordnet werden. Sie lehnen deshalb diese Lorschläge ai." Der Aröeiteroertreter Wagner betonte, aus den Reden der Herren Silverbcrg und Stinnes spreche noch immer der(Bei st der Verneinung. Der Arbeite: wolle nicht mehr Ar- beitsobjekt sein. Die Auffassung des Herrn Stinnes, oaß er nur mitmachen wolle, wenn er bleibe, was er sei. könne uns nicht weiter bringen. Den Gedanken der Eemeinwmschaft preiszugeben für Gewährung von Privat vorteilen, dazu geben sich die Ardeiter nicht her. Der Interessenverfechter der Schwerindustrie, Generaldirektor Vogler, warn:: vor„Experimenten", der Vertreter der chemischen Industrie» Echeimrat Duisberg, trat für eine indivldnali- I i e r t e G e m e i n w i r t s ch a f t ein und behauchet«, daß die Versuch- der Arbeiter in der Richtung der Sozialisierung bisher schief gegangen seien, während die Unternehmer für ihren Glaubenssatz die Erfahrung hätten. Cr lehnte beide Vorschläge der Sozialistcrungskommissioz ab. Für die Behauptung, daß bxe bisherigen Sozialisierungsversuche der Arbeiter schief gegangen seien, brachte er keinen Beweis. Er konnte ihn nicht erbringen, weil in Deutschland derartig«„Versuche" noch gar nicht gemacht toozbcit{inb, Jmbusch(Ehristl. Bergarbeiterverband) meinte, eine Ver. stiindiguna werde leichter sein, wenn sich alle auf den Standpunkt ssrluen daß die Sozialisierung komm«. Di« Arbeiter hätten den gleichen Drang nach Freiheit und Selbstbetätigung wie Die Knebelung der Presse Ein unerhörtes Attentat auf die Presssfreiheit hat sich soeben das Landgericht III in Berlin geleistet. In Nummer<2 der „Weltbühne" erschien ein Artikel von Siegfried Jacobsohn über den Jobber der Republik und der„Hamburger Volks- zeitung", Herrn Wilhelm Herzog und über seinen Krön- zeugen, den Rechtsanwalt Fritz Erünfpach. Dieser Artikel enthielt eine Charakteristik von Erünfpach, die dem Porträtierten allerdings keine Freude machen konnie. Aber abgesehen davon, ob das Bild echt ist oder nicht— was war dagegen zu tun? Nichts anderes, als was tauiendmal geschieht: entweder ein« preßgesetzlichx Berichtigung oder eine Beleidigung?- klage. Fiel der Prozeß schließlich zu Grllnspachs Eunsten aus, so konnte das Gericht auf E i n z i e h u n g der betreffenden Rum- wer der„Weltbühne" erkennen. Was aber geschieht? Herr Erünfpach läuft zu Gericht. Und er. der die Mörder Marloh. Runge. Vogel. Pflugk- Härtung und Konsorten als wahre Engel darzustellen wußte. er erreicht beim Gericht eine einstweilige Verfügung, daß die Nummer 42 der„Weltbühne" nicht weiter oerbreitet, nicht mehr in Berlin verkauft werden darf, bei Vermeidung von drei Tagen Hast für den U-bertretungsfallÜ Wir wissen nicht, worüber wir uns mehr wundern sollen. Uebe: die Keckheit des Herrn Erünfpach der diesen Weg wühlt, eine ihm unangenehme Charakteristik aus der Welt zu schaffen, oder über die Vergewaltigung der Pressefreiheit durch dieses Land- gericht. Die Verfügung des Landgerichts stellt eine unerhörte Vergewaltigung der Pressefreiheit dar. Nach Recht und Brauch hätte das Gericht den Antrag von Erünfpach sofort ablehnen und ihn auf den Weg der Prioatklage verweisen müssen. Wohin soll dieser neue Brauch führen? Jeder, der in der Zeitung als Falschspieler, Dieb, Mörder enthüllt wird, erreicht aus diesem Wege, ohne daß die Wahrheit überhaupt geprüft wird, die Unterdrückung einer Nachricht oder eines Artikels! Diese Verfügung ist ein Nechtsbruchschlimmster Art und reiht sich würdig der Rechtsprechung an, die in der bürgerlichen Republik Mode geworden ist. Die belgischen Sozialisten zur Koalitionszegierung Der sozialistische Kongreß, der die Entscheidung über die Frage treffen soll, ob die Partei noch ferner an einer Koaliiionsregie- rung teilnehmen will, wirst bereits fein« Schatten voraus. In den verschiedensten Regionen finden Delegi-rtenverfammlungen statt, die die Frage erörtern und die Bedingungen diskutieren, die man für«inen eventuellen Eintritt in ein neues Ministerium stellen will. In B r L f f e l wurde der Grundsatz der Teilnahme an einem Ministerium nur mit venigen Stimmen angenommen. Die Provinzorganisationen dagegen haben sich meistens unter gewissen Kautelen für die Beteiligung ausgesprochen. Banderoelde hat in Tour, rat über die Frag« gesprocken und sich auf dt« Seile der Sozialisten gestellt, die eine Volks- arme« wollen. Er trat für die Aktion der Arbeiter ein und rief ihnen zu:«Folgt dem Beispiel der Arbeiter von England. Geht geradenweges auf euer Ziel los und sucht die Macht zu erobern." Jeder Bürger müsse eine Flinte bereit haben. um das Land zu verteidigen. Die Aufgab« aber, die die Sozia- listen zu erfüllen hätten, sei, die Vorherrschaft der Arbeit über das Kapital zu proklamieren und zur Sozialisierung zu schreiten. Urteil im Hölzprozeß. Im ersten Prozeß gegen die Hölzgardisten wurde nach siebentägiger Verhandlung um Mitternacht das Ur- teil gegen die Mitglieder des Falkenstciner Brandkomitees ge- sprachen. Nach dem Mahrspruch der Geschworenen wurden die An- geklagten teilweise der vorsätzlichen Brandstiftung, teilweis« d«r Beihilfe zur Brandstiftung für schuldig befunden. Der Haupt- angeklagte, der 30 Jahre alte Bergarbeiter Seidel aus Schede- witz, wurde zu vier Iahren Zuchthaus, sieben weitere An- geklagte zu Zuchthausstrafen von einem Jahre sechs Monaten bis zu zwei Iahren neun Monaten verurteilt. Harte Strafe. Vom französischen Kriegsgericht in Mainz wurde ein Angehöriger des dritten algerischen Schützenregiment». der wahrend dcr Besetzung Frankfurts eine Frau zu vergewaltigen versuchte, zu 10 Iahren Zwangsarbeit und Ausstoßung au» dem Heere verurteilt.— Die deutsche Hetzpresse, die die Ver- gehen der Bejatzungstruppen weidlich im chauvinistischen Sinne ausschlachtere. wird trotz dieser und ähnlicher Urteile von ihren Methoden nicht ablassen, für die Tat eines Einzelnen ein ganzes Volk verantwortlich zu machen. funden, daß endlich die Möglichkeit gegeben ist. anstelle persön« lichen Zank? sachliche Arbeit verrichten zu können. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: Vor- sitzende: Faas. Blafchziki Kassierer: Vahle. Kroll? Schriftführer: Sternberg, Müller! Preßkommission: a p p, R o g a n: Revisoren: Ianke, Wenzlaff, bRichaelis: Frauenkommission: Genossin Metzner! Kindcrschlltzkominljsion: Genossin Krümer: Abteilungsführer: 1. Abt. Fühl, 2. Abt. Henkel, ll. Abt. Lechner. m,.-.i v« Der 17. Distrikt u»'faßte vor der Spaltung 4000 Mitglied«: E» wird uns gelingen, mindestens zwei Drittel bei der U.S. P.D. festzuhalten. Bemerkt muß nech werden, daß die Neukommunisten, obwohl sie in starker Minderheit find, Kasse, Bibliothek und fämw liche anderen Einrichtungen sich kurzerhand„angeeignet" habe«. Wittenau Am 25. Oktober tagte eine schwach besuchte Eeneralversamm- lang der ll. C P. D.. die auch für unseren Ort die Entscheid»nz brachte. Genosse Entheit gab vor Beginn der Tagesordnung di« Erklärung ab, daß der alle Vorstand nicht mehr berechtigt sei, im Namen der U. S. P. D. Versammlungen einzuberufen. Dann betont« er, daß wir uns nicht in Haß und Beschimpfungen trennen wollen� sondern um Klarheit zu schassen. Gegen rechts werden wir kümp-en mit aller Schärfe, und auch gegen links würden wir verstehen, uns Gllbogenfrekheit zu verschaffen, wenn wir angegriffen werden. Daraus wurden alle Genossen, die auf dem Boden der U. 6. P. D. stehen, emfaerordert, de» Saal zu ver- lasten. Ein großer Teil der Besucher leistete dem Ruf Folge. Es wurde in einem anderen Lokal weitcraetagt und folgender Bor- stand gewählt: 1. Vorsitzender Genosse Max Eutheit, 2. Vor» sitzender Genosse Hermann Trapp: Kassierer Fritz Fleiß- mann: Schriftführer Max Oöerlack. Die Genossen gelobten, mit Eifer und verstärkter Kraft für die U. S. P. D. zu werbest. Ziackdem Klarheit geschaffen ist, kann auch in unserem Orte an die Lösung der praktischen Aufgaben herangegangen werden. Der reinlichen Scheidung wird die schnelle Gesundung folgen, wenn alle treuen Genossen ihre Pflicht«füllen. Aus den Organisationen 17. Distrikt D« 17. Distrikt gast bis vor kurzem als eine Hochburg d« Reukommunisten. Sie hatten es dort verstanden, die Leitung an sich zu reißen, um den ganzen Distrikt geschlossen in die K.P.D. zu überfuhren. Aber die neuen, an die Spitze de, Distrikts ge- stellten Männer zeigten aar bald, daß sie auger radikal klingenden Redensarten andere positive Leistungen nicht vollbringen konn- ten. Das ganze Parteileben verflachte, geistig« Aufklärung»ourde überhaupt nicht mehr getrieben, persönlicher Stank, eine gewisseu- lose Hetze gegen die Führ« und die Organ« der Parte, füllten die Versammlungen au». Die anständigen Genossen kühlten sich dadurch abgestoßen, sie besuchten immer seltener die Persamm- lungen. Als dann die Moskau« Bedingungen kamen, rafften sich die treuen Genossen schnell zu entschlossener Arbeit auf. Sie wußten, daß nicht die Partei, fondern das Schicklal der deut- Ichcn Arbeiterbewegung auf dem Spiele stand, und ihrem zähen Eifer war es zu danken, daß die Neukommunisten Sri « H.1 S V-' ln. glänzende Niederlage erlitten. Die U. s. P. D. blieb in der Mehrheit. Nach der Spaltung der Partei vollzog sich im 17. Distrikt die Klärung sehr rasch weiter zu unseren Gunsten. Die gestrige Mit- gliederversammlung, die den Bericht vom Parteitag ent- gegenna.nn, war besser besucht, als je eine Generalversammlung vor der Spaltung Berichterstatter gab ein geschlossenes Bild ven den Verhandlungen in Halle, wies nach, daß di« Spaltung siicht öu vermeiden war und hob zum Schlüsse scharf hervor, dag jeder Versuch, sich den Rechtssozialisten irgenbivie zu «ehern, ionstqu-nt zurückgewiesen werden müßt«. Diese hätten den schimpflicksten Verrat an der Revolution verübt, im Zntceess« 1 Bourgeoisie �beiterblut»«»gössen, st« nären für aN« Zeiten g«brandmarkt. Diese Ausführungen wurden von allen Diskus» sionsrednrrn unterstriche». Die sachliche», vom besten Geist« ge- tragen«» Ausführungen der Redner fanden ein lebhafte« Echo bei der Versammlung, Wie eine Befrei»«« wurde es«mp- Lohilbeivegung im Einzelhtindel 8000 Handelshilfsarbeiter und-arbeitcrinncn waren in der Vollversammlung am 25. Oktober in der Unions-Brauerei erschienen. um den Bericht der Verbandsleitung über die mit den Arbeitgebern gepflogenen Verhandlungen enlgegsn- zunehmen. Genosse Pollmcier gab bekannt, daß der christl. Fa- brit- und Transportarbeiter-Verband auch hier wieder einmal versucht hat, als gleichberechtigter Kontral?ent an den VerHand- lungen teilzunehmen, um sich den Unternehmern damit in emp- fehlende Erinnerung zu bringen. Selbstverständlich mußte der Deutsche Tranoportarbeiler-Lerband das freundliche Anerbieten ablehnen. Die Unternehmer erklärten sich aber trotzdem bereit, mit dem Transportarbeiter-Verband allein zu verhandeln. Orth- mann� referierte über den Manteltarif, der in der Urlaubsfrage gegenüber dem alten Tarifvertrag günstige Ergebnisse gezeitigt hat. Die UrlauSszeit beträgt: nach �jähriger Tätigkeit 6 Tage. nach dreijähriger Tätigkeit 0 Tag«, nach fünfjähriger Tätgleit 12 Tage und nach zehnjähriger Tür.gkeir 15 Tage. Nachdem Orth mann die von den Uniernehmern gemachten Lohnvorschlagi der Versammlung unterbreitet hatte, wurde nach einer lebhaften Aussvrache die Annahme mit übergroßer Mehrheit beschlossen. Es werden aü 1. Oktober folgende Löhne gezahlt: I Gruppe A(Geschäfte, mit mehr als drei Handelshilfsarbeitern) ») fvr männl. Personal nach dem vollendeten 20. Jahre 220 M„ h) für Reinmache- und Toiletiefrauen 135 M., 0 für Fahrstuhl- führerinnen und Packmunen 145 M. wöchentlich, außerdem wird für verheiratet« Hilfsarbeiter dz«,-arbeiterinnca mit unter- haltsvflichtigen Kinder» ein Betrag von 45 Sil. gezahlt. Inider Gruppe It(Geschäfte bis zu drei Ailfsarbeitern) sind die Sätze um 16— 20 M. geringer, die Kinderzulag« wird auch hier gezahlt. SVagen-.und KarpfserZebrnnche! Zwischen dem ArbcitgeVerverband Graß-Berliner Wagen- und Karossericfabriken T. V. und der Arbeitsgemeinschaft freier An- gestelltcnverbände, Ortskamll Groß Berlin, ist am Oktober ein neuer Tarifvertrag für die Angestellten der genannten Branche abgeschlossen worden. Die Lohnsätze sind im Vergleich zu den bis- berigen erhöht worden. Der Vertrag ist am 1. August 1920 in Kraft getreten. Lfa, OrtskarteZ Groß Berlin. Relchokouserenz d« Gemeinde- und Gemeindeverbandcange» pellte«. In Magdeburg tagle die erste Reichalonserenz der im Zentraloerband der Angestellten organisierien Angestellten der Gemeinden und Gemeindeverbände, öl Bertret« aus allen�Teilen des Reiches waren anwesend. Die Konferenz nahm entschieden Stellung gegen die Absätze 4 und 5 des Preußischen Gesetzes vom K Juli 1920 betreffend vorläufige Regelung des Gemeinde- beamtenrechts und die Aueführungsbestimmungen des Ministers des Innern vom 2. August 1920. Sie verlangte Klärung des Be- griffs„Dauerangestellter unmittelbar durch das Älkinistertum unter Hinzuziehung des Zentralverbandes.� A« der Regelung der Anstellungsbedingungen vurch Tarifverträge wurde festgehalten und gegen die Unterstellung der Angestellten unter die Beamten- rät« entschieden protestiert. Der Abschluß eines Reichstarijs (Vianteltarifs) mit dem Arbeitgeberverband Deutscher Gemeinden und Kommnnalverl'ände wurde zwar nicht grundsätzlich abaelchnt. seine Annahme aber von dem Verhandlungsergebnis abbängig gemacht. Besonder« Wert wird dabei auf ein verbessertes Miive- stimmungsrecht gelegt. Die Konferenz hielt die baldige Schaffung einer freigewerkschaftlichen Beamtenorganisation für dringend not- wendig. Eine Zufammenfassung In Zadustrieverbände wurde ab- gelehnt, dagegen wird ein enges Zusammenarbeiten mit den Es meindearbeitern für unbedingt notwendig gehalten. Protestiert wurde gegen die Versuche der Aufsichtsbehörden, den Gemeinden und Gemeindeverbän'oen Ven Teiltarif für die Angestellten ve Reichs- und Preußischen Staatsverwaltungen aufzudrängen, um dadurch den Abschluß günstigerer Ortstarife unmöglich zu mamen. Ein Antrag auf die Schaffung von Derwallunasfchulci, iiir Angestellte fand Annahme. In den Reichsfachsusschuß wurden ge- wählt' Klenke-Seelow. Duldhandt-Wolmirstedt, Schwartze-Koln. Klofat-Ehemnitz. Hadeler-Rüstringen. Menge-Kolberg und Haas- Nürnberg. Der Streik Lei der Handelsgefellfckaft Raiffeifenicher Genossen« fchaften wurde nack 39 Tagen mit Erfolg ffir die Angestellten be- endet. Die Arbeit wurde am 25. Oktober wieder aufgenommen. Durch die bewilndernnaswürdig« Geschlossenheit der Streitenden und di« Ooferfreudigkeit der Angestellten und Arbeiter wurde nicht nur eine 35—<5ö prozentig« Erhöhung der Gehält««zteit. sondern ganz besonders d« Widerstand des Arbeitgeber-Verbande» und d« Direktion gegen Abschluß eines Tarifes gebrsmen. 2 e. hierfür in Betm-cht kommende Arbeitgeber-Derband tragt nnoioe seiner Hetzvolitik allein die Schuld an der langen Dauer diells Kammes. Auch die Giftvfeile gegen den Zentralverband der �n- gestellten in d-r..Deufchen Zeitimg" vermochten die �-ff-keeden nicht ,u zersplittern. Es lv'mt sich nicht, auf all« Dreckftrltzer der Arbeitgeber in der bürgerlichen Prelle einzugehen. D,e Anoe- stellten haben sich nicht"llcin höbe« Löbne. fondern auch die.'N- erkennung ihw Organisation und die Gleichberechtigung gegen» über dem Ardeitgeber-Verbaftd erkämpft. Gewehrfsbrik Spandau! All« Kollegen, di« ibr Geld noch nicht erbosten hoben, müllen sofort bei Thiel« mann. Waldenscrstr. i$Te Enfossunoimamere ölchn'en zwecks Reu» eintraaung in der neuen Pulverfabrik. Henne, vc Mllz. In dem W«?chenerlein-«ich1st Emonsio Job. Marwitz, straße 34. haben die Ksllegoi, di« Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten.« v Deutscher Transpvrtarbelt« Vetdanv, Branche: Wjjchev-rleil.Lefchaste. - Der Mord im Hotel ein Raubmord Der Kaufmann Enstav Lange, der den Kaufmann Kulenkampff erichlug leugnete bisher hartnäaia. einen Raub beabsichtigt oder ausgeführt zu haben Es fehlte jedoch das Cield, von dem fest- stano, dag Kulenkampff es besessen hatte. Obwohl ihm das wieder- malt von den Kriminalkommissaren Kunze und Wcrnsburg vor- gcha. teil wurde, blieb Lange bis gestern bei seinem Leugnen. l*-'0* Cr �nen Ausweg mehr und gestand, zunächst mündlich, dag er Geld geraubt habe. Dann wiederholte er das Ecjiandnis schriftlich und erklärte jetzt, ein Mittäter habe es von ihm erhalten. Wieviel es sei, wisse er nicht. Der angebliche Mit- tatcr. degcn Wohnung Lange nicht wissen wollte, wurde von der Kriminalpolizei noch gestern ermittelt. Die Beschuldigung gegen ihn, die Lange bei der Gegenüberstellung aufrecht erhielt, erwies sich als vollständig unbegründet und haltlos. Der Mann hat mit dem Verbrechen nicht das geringste zu tun. Nach dieser Fest- stcllung bekannte Lange endlich, daß er das geraubte Geld in einer großen Halle versteckt habe. Die Beschuldigung gegen den anderen habe er nur erhoben, um auf der Suche nach diesem aus- gesührt zu werden. Dabei hatte er, wie er sagte, die Absicht, zu enifliehen und hoffte, entweder zu entkommen, oder auf der Flucht erschossen zu werden. Einen Fluchtversuch hatte er aber auch auf der Suche nach der„Halle" gemacht. Lange wurde heute srnh von den Kriminalwachtmeistern Klemp, Schild und Schmidt vom Tatort aus durch die Straßen geführt, und so kam man nach der„Halle", dem Vorraum eines großen Hotels in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße. Hier fand man in der Tat das ge- raubte Geld. Lange hatte es in einer Telephonzelle in der Brief- tasche an der Rückwand des Schrcibpultes unter den Stoffbe- schlag der Zelle gesteckt, um es ans diesem Gewahrsam bei Gelegen� Wie geschwindelt wird. Die„Rote Fahne" berichtet in ihrer gestrigen Nummer von einer Versammlung der Neukommunisten im 18. Distrikt, die am 19. Oktober stattgefunden hat und die sich auf den Standpunkt der russischen Internationale stellte. Es wird behauptet, daß die Versammlung von über 1999 Genossen besucht gewesen sei. Diese Behauptung ist unwahr. Wer den Saal von Voigt in der Badstraße kennt und weiß, wie die Ver- sammlung besucht war, weiß auch, daß die Behauptung von den mehr als 1999 eine von denen ist, die den übrigen Aufschneidereien sich würdig anreiht. Zwei tödliche Unfälle. Auf dem Stettiner Güterbahnhof geriet gestern abend um 19<4 Uhr beim Verschieben von Güterwagen der L6 Jahre alte Rangierfllhrer Olto Woltersdorf aus der Schönwalderstraße 11 zwischen zwei Magen und erlitt so schwere Brustquetschungcn, daß er schon auf dem Wege nach dem Kran- kenhäuse verstarb.— In der Schönhauser Allee geriet der 8 Jahre alte Sohn Herbert des Dachdeckermeisters Albrecht aus der Schönhauser Allee 191, unweit de: elterlichen Wohnung, unter die Räder eines Straßenbahnwagens der Linie 47 E und wurde auf der Stelle getötet. Verschobenes Bahngut. Eine Sendung Stoffe aller Art im Werte von etwa Million Mark, die ein Bochumer Geschäfts- haus an eine Berliner Firma abgesandt hatte, erreichte den Empfänger nicht. Wie sich später herausstellte, waren die Kisten mit den Stoffen von ungetreuen Bahnangestellten des Lehrter Güterbahnhofes verschoben worden. Der Kriminialpolizei ist es gelungen, einen großen Teil der Ware zu beschlagnahmen. Der noch fehlende Posten soll, wie festgestellt worden ist, noch bei einem Berliner Speditionshaus lagern, wahrscheinlich auf den Namen Bouvier. Der Mord an der Krankenpflegerin. Nach dem Spruch der Ee- schworencn wurde vom Potsdamer Schwurgeriwt der Angeklagte Ludwig des Mordes und des Diebstahles für schuldig befun- den und der Angeklagte zum Tode, lebenslänglichem Ehrverlust und einem Jahre Gefängnis verurteilt, sllach dem Urteil sprach der Angeklagte folgende Worte I„Das Urteil läßt mich vollständig kalt. Durch dieses Todesurteil wird Gleiches mit Gleichem ver- gölten. Zuibthaus Hütte ich entschieden abgelehnt." Die Kappisicn in den Gemeinden gehen genau so frei aus der Sache, heraus, wie die großen Arrangeure des Kapp-Putsches. Die Wilmersdorfer Stadtverordneten-Versammlung hatte zur Untersuchung der Wilmersdorfer Vorgänge in der Kappwoche einen Ausschuß eingesetzt, der nicht weniger als 74 Zeugen zu vernehmen hatte. Dieser Ausschuß hat seine Arbeiten gar nicht abgeschlossen, sie vielmehr eingestellt, weil nunmehr ein neuer Magistrat in Eroß-Berlin bestehe. Der soll die weitere Arbeit machen. Jedenfalls hofft man, daß auch er so viel Arbeit anderer, Art vorfindet, daß er gar nicht mehr an die Kappisten denkt, die heute überall vogelfrei sind. Ohnehin hoffen die Deutsch- nationalen, daß ihre Zeit bald wieder gekommen sein wird, dann blüht dieser Gesellschaft noch Belohnung. So geht es vorwärts. Achtung! Genossinnen und Genossen de» 12. Dkfirkki«. Co« Leuten, die ihre Fähigkeit bisher nur beim Zerstören, aber noch nicht beim Aufbau bewiesen haben, wird versucht, euch von, unserer am Donnerstag, den 28. d M., abends 9 � Uhr. in der Dunckerstr. 64 (neue Schule an der Nordseite der Bahn) stattfindenden General» Versammlung fernzuhalten. Wer treu zum Banner der U. S. P., Richtung Crispien-Ledebour, halten will, der muß unbedingt er- sibeinen. Es lebe die Unabhängige Sonaldemokratifche Partei, allen Reaktionären und ihren unfreiwilligen Helfershelfern, den Neukommunisten, zum Trotz! Genossinnen und Genossen, die noch nickt von ihren Bezirksführern registriert wurden, können, wenn sie bei uns bleiben wollen, sich in folgenden Lokalen melden: 1. Abteil.: Kluge. Danziger Str. 71. 2. Abteil.: Hofimann» Lncbener Str. 8, Z. Abteil.: Klimel. Dunckerstr. 83, 4. Abteil.: Mahnkopf, Carmen-Snlva- Ecke Ereifenhagener Straße. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung an» Donnerstag. Vorwiegend bewölkt und vielfach neblig mit ein» zelnen leichten Regenfällen bei wenig veränderter Temperatur und mäßigen nördlichen Winden. Aus den Organisationen ». Distrikt. Ti« arbeitslosen Genossen, die weiter die Freiheit geliefert wün'chen, melden sich in der Spedition Sinner.— Donnerstag 7 Uhr Eltern- beträte der U. S. P.»Fraltion bei Laaser, Lausiger Str. ZS, Sitzung.— Kamm»» Freitag 7 Uhr bei Laaser.— Zeitungskammisstoa» Uhr bei nal« llammission Laaler.— Politische tkommisnon Freitag>47 Uhr bei Eonnrlend 7 Uhr Borstandsntzung bei Lier, Tiaimgnstr. 9. Distrltt. Donnerstag 7 Uhr Eeneraloersammlung. P siu II. S. P. sErispien-Ledebour). >47 Uhr bei Lier, Nanngnstr. I.—. "i. 9. Pasteurstr. 8, Aula. Kar 11., 15. Tisiritt und llharlottenbarg. Aildungslommisston. Dannersiaa abend 7 Uhr«ula. Kaiserin-Angns-a-Alle«, Eile Sieucs User, Kursus über National- ökonomis. Ref.:(Ben. Ranch. Hörerbeitrag 5 Ml. Neukölln, 1R. Bezirk. Versammlung heute abend 7 Uhr bei Wolfs, Prinz» Handserr,!». KS-L7. Steglitz, Laaiaiitz, Lichterselde. Freitag, den 29. Oktober, abend» 714 Uhr, im Saal Lliceum, Rothenburger Str., Steglitz, türundungsuersammluna de» Eltern- Hundes für weltliche Schule. All« Senosstnnen und Genossen müssen erscheine» und beitreten. Tegel. Di« für heute abend einberufen« Generaloersammlung hat mit der ll. S. P. D. I Ertspicn-Ledebourl nichts gemein, s-ndern ist von der»eukomma. nistischcn Leituna einberusen worden. Eine Versammlung unserer Partei findet erst in den nächsten Tagen statt. »Idlershos. Donnerstag abend 7 Uhr Mitgliederverlaiumlung. verich! vor* Parteitag. Res.i Pen. Ludwig, Hagen, M. d. R.»lllt Mitglieder, dt« pa U. S. P.(Crispien-Ledebour) stehen, find«ingelade». Verantwortlich für die Redaktion: Emil Rabold, verlt». Per» antwortlich i.ir den Fnseratentetl: Ludwig Komertner Karlshorst. Verlagsgenossenichait...-rriheit"«.Grab. H.. Berlin.— Druck der„Fceihett"» Druier-i G m. b.>5.. Berlin C?. Br-It? St-ab- o n Kleine Schachteln Gichtosint umsonst. Wir möchten gerne s'dem, de? nn Rheumatismus odcr Gicht leidlt, ein gevössimdeS Quantum Gichtesivt zn cliiem ausreichenden Versuch umsonst zukomme» lassen. Die Sckmcrzen lassen in den misten Fällen baio»ach. die Gelenke und Muekeln werden wieder jHctimeidi«. wie sie eS von Nalur ans sein scllicn.(Zjchlosint hat schon alle Anschwellungen und Gichtknoten, d!e seit Jahren bestanden, zuruckgeb idet. Im eigenen Interesse eines jeden Leidenden, der dies liest, ivü.ischen wir, daß er Gichtosint auf unsere Kosten ver- suchen möge, wahrscheinlich kenn er dann bald sagen, wie so mancher vor ihm: Gichtosint wiikl geradezu Wnrder. Gicbtosiut ist kein Ge- hsimniittcl. sondern eine Tiir.kkur in Tablettenform. Es enthält nur wirksame Salze. Es ist angenehm zu nehmen. Seitie Wirkung besteht in der Beseitigung der Schmerzen und der Anschwellung so- wie in dem Geichmeidigwerde» der Gelenke. Gichtosint ist nnschäd- sich und wird von Männern, Francu und Kindern gnt vertragen. Das Alter hat dabei Vichts z» tun. Gichtosint ist jedem zu empfehlen, der an Reißeu in dm Muskeln oder Gelenken obet an Gicht leidet. Sobald Sie sehen, daß die Probekur Ihnen gut tut, werden Sie gerne eine Monatskur ans der nächsten Apotheke beliehen. W'gcu der Grattsprobe aber müssen direkt schreiben an das Geüeral-Depot Biktoria-Apolhcke, Berlin K Lvk. Friedrichstroße IL. Gichtosint ist auch m andern Apetheke» zu Hab«». Deüislher MMarSeiter-PeröM Bern>al»unq»s,rIIe Berlin. Nachruf, Dm Kollege» jut Nachricht, d-tz folgende Mitglieder 1 g-starben find: 1 Der Maschinenschlosser Rfchard MUnch Neukölln, Müi'.chcner L trabe 22, am 7�). d. Mts. Der Werb�engmacher Willy Howakowsky | Neukölln, A-cisestraße 8, am 22. d. Mts. Ehre ihrem Andenken! Die Ortevermnttung. USP. Neukölln ___ 4. Bezirk_ Am 23. Oktober ver-| 1 starb unser Genosse» der| | Gastwirt Paul Voll Weichselplatz 6. Beerdigung Donners- 1 ! tafl, den 28. d. Mls,»| nachm. 2 Uhr, Gemeinde ! f iedhof, MarieRdorfer j | Weg. Um rege BeteiNg. bittet j Der Vorstand. im. mW I vIlMN-IlMUS 800 restcmpell 150 Mk. an *3„ 105„.. 333„ 05„ n inkl. Laxuss teuer. 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