Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 28. Oktober 1920 Nummer 458• Morgen-Ausgabe •h.mHirtf«ifftftM mwttm ol««awlmf.«««»»»"l»*«!»"» •tarnt.»«•»nnitprrt» betritt b«t frttn In» Cün» st»»r-�Äerlta 10,- M m»otBiH jablbor.»an bei Sptdlll«»(flbb ,I>ttd»II«,WOl Fllt Psft« btisg Bfhmtti(imtlid)« P-ft-nstiilttn ecfltnungtti ntgtttm. Unter Btreifb«» belogen ffir»enKchle»l> Und Orfteirelch 1«.« W.. fit»a« idn««lttolnttd 21,50 SL IMfiilldi e«lBtta«Bfl4tai. per BHef Hu CmtMHnnb na» Oeftexrritb SO,- OL tat«ebttetantent«atepareillezeNe.»er»«et,«»-» MM J.—®- etafchHeMch Teaerungszuschlag. Stleint Anzeigen; Da» fettgedruckte Wott 2,�««. fedET w»N«»G Wort l.50 M.. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen l«tt r«N. »amilien-An�eigen und Stell c�-�esuche 3,20 M. netto pro Aerle. Steae»-Ges»ch> 8» Wort-Anjeigen? da» fettgedruckte Wott 1�,50 W.. jede» w-ttere Wott l.— IU» Sminecha: gav» 20Z0. tttt. UU USZ. tttS, tM» berliner£rgon ber Vnabbänolgen Sojialömiofnttte£>eutftf)fanöa Parteidemokratie und Parteispaltungen Die bürgerliche Presse hat die Spaltung der IL S. P. D. mit einem Zndianergeheul begrüht, an dessen Stärke man erst erkennen konnte, wie sehr die Bourgeoisie die Spaltung des revolutionären Proletariats herbeisehnte. Wir gönnen den Herrschaften die Atempause, die sie zum Schreien be- nutzen, denn wir sind überzeugt, daß sich das Proletariat sehr bald wieder um unsere Fahnen scharen wird, wie es schon jetzt an vielen Orten geschieht. Auf einem noch tieferen Niveau als die bürgerlichen Kri- tiken standen die Betrachtungen des„V o r w ä r t s". Vor Freude über die Spaltung bekam der„Vorwärts" plötzlich einen religiösen Klaps und behandelte die Politik im Geiste wahrer Gnade und Strafe, wie etwa Kaiser Wilhelm. In der drohenden Spaltung in Halle, in dem Gründen von Korrespondenzen, Mitteilungsblättern, Diskussionsvereinen sah er eine„Vergeltung" für das, was wir Ketzer der Kirche Scheidemanns angeblich angetan haben sollen. Und als die Spaltung Wirklichkeit geworden war. geriet die ganze Re- daktion. geradezu in eine Psalmstimmung. Jawohl, man mag es ihr glauben oder nicht, in Halle hatte es sich doch gezeigt, datz Gott die Missetat, die wir in Gotha begangen haben, bis ins vierte Geschlecht bestraft und das nicht die törichte, antiproletarische Politik Moskaus, sondern die ae» rechte Vergeltung unsere Partei zersplittert habe. Und was seitdem geschieot, bestärkt den„Vorwärts" in seiner Sonn- tagnachmittagsstlmmung.„Wiederkehr des Gleichen!" jubelt «u abend, weil u. a. die Neukommunistcn zum Boykott der. Freiheit" aujsordern. Gerührt umarmen sich Stampfer und Ben Akiba. Sehen wir von dem Blödsinn ab. die Politik vom Stand- punkt einer waltenden Gerechtigkeit und von der Wiederkehr der„Gleichen" zu betrachten, so müssen wir uns doch ener- gisch dagegen wenden, dah die Agitationskünste des„Vor- wärts" die erste Spaltung des deutschen Proletariats mit dieser jüngsten auf eine Stufe stellen oder gar einen logi- schen Zusammenhang fabrizieren. In Wirklichkeit haben die beiden Spaltungen nichts miteinander gemein. In ihren Ur- fachen finden sich wobl gewisse Gemeinsamkeiten, die aber so für uns sprechen, dag wir sie gerne näher untersuchen wollen. Betrachten wir zunächst die Spaltung in Hallo. Was dort von der Linken in Szene gesetzt wurde, entsprach weniger dem bcwutzten Willen der Massen, als den Plänen jener kommunistischen„Keimzellen" in der Partei, die seit Jahr und Tag darauf hinarbeitet«!, die U. S. P. zu spren- gen, und die nur dieses Ziel auf dem Umwege über Moskau mit Hilfe der 2l Punkte erreichten. Die Möglichkeit, der kommunistischen Partei beizutreten, bestand ja in unbeschränktem Matze. Auch jede Ortsgruppe konnte geschlossen zur K. P.D. übertrten. aber keiner dachte daran, und so manche von denen, die stürmisch den Anschlutz an Moskau forderten, stehen nun verdutzt vor der Perspektive der Ein- gliederung in die Kommunistische Partei. Für alle Partei- Mitglieder bestand unbeschränkte Sprech- und Schreibfreibeit. Alle Probleme der Revolution wurden ausgiebig diskutiert. Niemals vorher hat es in irgend einer Partei eine solche Freiheit für die Kritik an Personen, an den gewählten Ver- tretern der Masse gegeben. Um den Willen der Masse in elastischen Organisationen zum Ausdruck zu bringen, wurde vielerseits eine neue, dem Rätesystem angcpatzte Organi- sationsform geschaffen. Mit einem Wort: in unserer Partei herrschte eine fast vollkommene Demokratie für die Mit- glieder. Ist es in Halle trotzdem zur Spaltung gekommen, so lag das vor allem an den künstlich geschaffenen, von autzen her- eingetragenen, bewutzt verschärften neuen Gegensätzen in der Partei. Programmatisch war unsere Partei bis zur Abreise der Delegierten nach Moskau einig. Die letzte grundsätzliche Aeuherung der Partei: das Antwortschreiben des Zentral- komitees an die?. Internationale, wurde e i n st i m m i g angenommen. Gespalten hat sie sich dann nicht wegen eines Streites um die alten revolutionären Grundsätze, sondern wegen de: von Moskau geforderten neuen, die allerdings im schärfsten Widerspruch zum Leipziger Programm und selbst zum Programm des Spartakusbundes stehen. Aus diesem Grunde war für diejenigen, die dieses neue Pro- gramm akzeptierten, kein Platz mehr in unserer Partei. Das beginnt der linke Flügel selber einzusehen, denn die bereits eingeleitete Verschmelzung mit der K. P. D. bedeutet den freiwilligen Verzicht auf die Zugehörigkeit zur Unabhängigen Sozialdemokratie..... Wie anders lagen die Dinge beim Zusammenbruch der alten Sozialdemokratie. Wenn jemals eine Spaltung aus dem Innern einer Partei herausgebrochen ist. so war es damals der Fall. Aber nicht wir, die wir damals aus der Partei ausgetreten sind, haben diese Spaltung erzeugt, lon- dern gegen unfern Millen, gegen unfern klaren, oft bekun- deten E t n h e i t s w i l l e n ist es zur Spaltung gekommen. Es ist wahr auch wir haben mit Korrespondenzen, Mit» tcilungsblätter. Sondcroraanisationen gearbeitet. Rein äutzerlich hat daher der„Vorwärts" em Recht von der »Miederfehr des Gleichen" zu sprechen. Aber wir m u tz t e n Die Umsturzpläne der Rechtsparteien Orgesch organisiert den Putsch— Der Bürgerrat als Geldgeber— Reichs- wehr und Sipo im Bunde mit den Verschwörern— Ein General als Führer Wir haben in der gestrigen Wendausgabe die Tatsache sestgt: stellt, dah es in Sachsen gelungen ist. den Umsturzplan der Rechtsparteien auszukundschaften. Die Chemnitzer„Volks- � stimme" belegt in ihrer Dienstag-Ausgabe die Meldung mit un- widerlegbarem Beweismaterial. Es ist notwendig, dieses Material einer breiteren Oesfentlichkeit zugänglich zu machen, damit sie aufgerüttelt und von der Größe der Gefahr überzeugt wird. Die Umsturzbewegung geht von der Orgesch aus. deren Beteuerungen, auf dem Boden der Verfassung zu stehen, eitel Lug und T r u g sind. Die Orgesch unterhält feste Beziehungen zu den Regierungsstellen, zur Reichswehr, der Sipo und zu allen nationalistischen Verbänden und Parteien. Diese sind über den beabsichtigten Umsturz genau unterrichtet, in Sachsen wissen die Eehcimratsstuben der Regierung genau so gut Bescheid, wie in Preußen und anderwärts. In Chemnitz wurden die Umsturzpläne Mitte Mai ge- schmiedet. Der Bürgerrat übernahm die Führung, ihm schlössen sich folgende Vereinigungen an: Der Deutsche Ofsiziersbund, verein ehemaliger Einjähriger. verein nationalgesinnter Frontsoldaten. Deutschnationaler Handlungsgehilfcnverband und dir »lndemitensruppe der Deutschnattonale« BoUspartei. Die der Pulfchorganisation angeschlossenen Verbände sind militärisch formiert, Führer und Kommandeure genau be- stimmt. Am Tage des Aufstandes sollten die Orgeschmitglieder zunächst nach Zeithain marschieren. Es war ausdrücklich ver- boten, auf dem Marsche selbst Waffen mitzuführen, da das fach- fische Industriegebiet al» feindliches Gebiet zu betrachten sei und der Ausmarsch einzeln in Zeithain zu erfolgen habe. Dieser fehl wurde dahingehend abgeändert, dah der Sammelplatz nicht mehr Zeithain, sondern nunmehr Frankenberg sei. In beiden Sammellagern hatte die dort stationierte Reichs- wehrformation die Bewaffnung und Ausrüstung übernommen. Es wurde ausdrücklich bei Aenderung des Alarmbefchls ver» merkt, dah auch da» Reichswehrkommando in Franken» berg die Verpflichtung zur Ausnahme und Ausrüstung des Chemnitzer Bataillons übernommen habe.... Gleichzeitig Übermittelte der Bürgerrat der Orgeschleitung einen Betrag von ZMO M. zur Errichtung eines Werbebureaus, das brfehlsgemäh Oberleutnant von Scheel einrichtete und bis Ende Juli ein Bataillon in Stärk« von drei Kompagnien aufstellte. Die Finanzierung des Unternehmens besorgt der SB fl t f»--- rat, der zugleich«assenverwaltee der Orgesch ist. Die Deutschnational« Volkspartei bcgrühte die Gründung mit Freuden, mahnte aber zur Vorsicht, damit die Partei nicht belastet werde. Als Zioilberater wurde in die Leitung der Orgesch der erste Vorsitzende der Volkspartei, Baurat Bach, hineingewählt. Der Generalsekretär Spangenberg der Deut- schen. SBollspartei hat die militärisch« Leitung. Die Verbindung mit der Sipo wurde durch zwei Offiziere der Sicherheitspolizei, Hauptmann Conradi und Leut- n a n t Scholle, ausrecht erhalten. Diese beiden im Dienst der Regierung stehenden Offiziere versicherten, dah drei Fünftel der Mannschaften aus seitea der Orgrsch ständen. Oberleutnant damals so handeln, denn eine Redefreiheit gab es unter dem Regime des BelagerungsKistandes für uns auch in der eigenen Partei nicht mehr.. Schlimmer als die Zensur des Hauptquartiers kämpfte die Zensur des Parteivor stände? gegen die Kriegsgegner an. Die Verbreitung unserer Ansichten wurde von den siegesberausch- ten Instanzen mit allen Mitteln verhindert. Die Genossen hatten nicht nur keine Möglichkeit, innerhalb der Partei zu wirken, um durch den berühmten Kampf„mit geistigen Waffen" die Mehrheit und die Macht in der Partei zu er- obern, sie riskierten sogar dadurch oft ihre persönliche Eicher- beit und ihr Leben. Genossen, die die Petition an oen Partcivorstand wegen seiner Kriegspolitik unterschrieben hatten, wurden deswegen in Schuhhaft geworfen oder an die Front geschickt, Gewerkschafts- und Parteipresse lieferten den Kriegsgerichten direkt oder indirekt hunderte Streikende, Kriegsgegner, Revolutionäre ans Messer. Als C r i s p i e n wegen des Stuttgarter Streiks vor Gericht stand, verlas der Staatsanwalt Artikel aus der„Schwäbischen Tagwacht" und dem„Hamburger Echo", weil er, wie er sagte, seine Auf- fassung über den Streik auch nicht besser ausdrücken könnte! Hunderte Jahre Haft sind unter Berufung auf solche Zeugen- schast verhangt worden. Heine forderte im Reichstag ge- radezu„allerhand scharfe Mahregeln" gegen seine eigenen Genossen. War es auf die Dauer möglich, dah die Revo- lutionäre und ihr« Denunzianten in einer Partei blieben? Scholle entwickelte einen Plan, im Falle einer bewaffneten An»- einanderfetzung die andersdenkenden Angehörigen der Sipo zu entwaffnen und ihre sämtlichen Heeresgeräte in den Dienst der Konterrevolution zu stellen. Oberleutnant Scholle übergab auch die Berichte des Z i v i l k o m m t ss a r s, die für die sächsische Regierung bestimmt waren, zuerst dem Zentralbureau der Orgesch zur Kenntnis und Aeuherung. Die„ZZolksstimme" be« richtet dann weiter: „Die Organisation in Sachsen wurde durchweg durch die ver» trauensleute der Deutschnationalen Bolkspartoi ge- tragen. Wie in Chemnitz, so waren sie auch anderswo überall die Mitglieder der militärischen Organisationen. Nach der Ausjag« einwandfreier Zeugen, die selbst an der Sache beteiligt waren, war die ganze Organisation Nar darauf eingestellt, eine gewaltn same Auseinandersetzung herbeizuführen zum Sturz« der Berfas» suug und zur Aufrichtung einer reinen Rechtsregierung. Di« Fäden der Bewegung in Sachsen lausen militärisch zusammen in den Händen des Generals Senft von Pissach. Er ist Oberko«» mandierender der gesamten sächsischen Kadres der Konter» revolution. Di« Führung in Leipzig liegt militärisch in den Hän« den des Assessors H ä u b n e r, Zivilleiter ist dort der Staat», auwalt Mühle. Der Eeneralstabsofsizier und Oberlehrer Ebersbach-Chemnitz hat in allen Orten Anschluh an die deutsch- nationalen Vertrauensleute gesucht und gefunden. Die Verständigung mit den Reichsorganisationen ge» schieht in auherordentlich vorsichtiger Weise. Von Woche zu Woche wechselt die C h i f f r e- S ch r i f t. Die Eeheimbriese selbst werden nur von Etappe zu Etappe weitergebracht durch eine ständige Stafettenpost in München. Nachrichtenoffizier Kappanf brachte zunächst einmal die Stafettenpost nach Hof, wo sie von jungen Offizieren, die sehr oft gewechselt wurden, um ein Bekannt» werden zu vermeiden, nach München weitergeleitet wurde. In der Nähe von Zeithain ist eine Fähre über die Elb« im Besitze der Orgesch. Sie sollte bei irgendwelchen Bewegungen znm Ueber- setzen dienen. Ein allgemeines Waffenlager tränte man sich in Chemnitz zunächst nicht zu errichten, da man sich noch zu schwach fühlte und im Falle des Alarms die Ausrüstung in Frankenberg durchführen wollte." Soweit die Tatsachen, die bereits der sächsischen Regierung über» mittelt worden sind. Oberleutnant Schall« hat sofort sein« Entlassung erhalten, weitere Mahnahmen sollen bevorstehen. Die Vorbereitungen für die Konterrevolution sind natürlich nicht nur in Sachsen getroffen. Nach den gleichen Plänen ist viel- mehr das ganze Reich mit einem engmaschigen Netz Lberzogßn. Die nationalen Parteien stehen überall hinter dem Putsch. Um» sonst hat die Deutschnationale Volkspartei in Hau» nover nicht«ine baldige Entscheidung im Sinne der Monarchie angekündigt. Alle Vorbereitungen geschehen unter den Augen der Reichsregierung. Das Entwaffnungsgesetz, die Ebertsche« Ausnahmegesetze, sie werden nur gegen die Arbeiter ange» wendet. Angesichts dieser Tatsachen, angesichts der drohenden Ge» fahren, gibt es für die sozialistische Arbeiterschaft nnr einen Weg: Sie muh zusammenstehen wie ein Mann, sie mutz ihr« Front schlietzen. st« mutz es ausgeben, fernliegenden Phantomen nachzu» jagen, sie mutz ihr« Augen auf die real« Gegenwart richten, sie mutz jeden Augenblick bereit sein, den Streich der Gegenrevolution abzuwehren, sie endgültig zu Boden zu schlage». Kam es also so wie jetzt bei uns durch künstlich zugespitzte, von außen hineingetragene Forderungen zur Spaltung iir der alten Partei? Nicht im Geringsten! Kämpfte doch unsere Fraktion in der alten Partei nicht wie die Neukommunisten für irgend welche neuen, ungeheuerlichen Forderungen. denen man auf den ersten Blick die konterrevolutionäre Wir- kung ansieht— sondern für die Grundsätze des reo»- lutionären Sozialismus, wie sie dieselbe P?�" als ganzes hundertmale aufgestellt hatte, gegen das Volker- morden, gegen die Politik des Patteivorstandes, die sich in nichts von der Politik Bethmanns unterschied. Infolgedessen haben wir nie für die Spaltung, sondern immer nur für den Sieg der revolutionären Grundsätze»n der Partei gekämpft. Damals, wie heute, wußten wir. was die Einheit der Partei, besonders im Falle der von uns angestrebten Revolution bedeuten würde. So konnte we- nosse H a a s e unter dem stürmischen Beifall der Opposition seine unvergeßliche Anklage gegen die Parteimehrhelt auj der Reichskonferenz im Jahre 1916 mit einem Appell zur Einheit beschließen, in dem es heißt: „Wir wollen die Einheit der Partei, aber nicht einer Partei, in der dem Imperialismus offen oder v"steckt Konzessionen gemacht werden. Wir wollen die Einheit der Partei ans dem festen granitenen Boden des soziafdemokratische« Pro» gramms: wir wollen sie als internationale Sozialisten. m cme solche Einheit dar Partei >.cht wollte, ist es schl'.eglich zur Spaltung gekommen, aber Ä � Indern durch die Unterdrückung iller Demokratie in der Partei. Dieselbe Mehr- zeit die sich heute als Hüter der Demokratie in Staat und n Partciloben aufspielt, hat auf diese Weise durch die Unterdrückung der Demokratie die erst« große Spaltung vsr- schuldet, aus vor alle späteren herporgegangcn sind. Als eine Partei, die dem Perbrechen der Rcchtssozialisten an der Parteidcmokratie ihr Entstehen verdankt, haben wir die größtmöglichste Parteidemokratie geschaffen, fortentwickelt und seloft den dümmsten Krakehlern gegenüber gewahrt. Wir bedauern das nicht— im Gegenteil, wir sehen darin unsere Starke und einen Teil unserer Aufgabe. Denn nicht die ubergroße Freiheit hat sich an uns gerächt, sondern das noch zu geringe Freiheitcbediirfnis eines Teiles der Massen, die Lenins„eisernen, proletarischen Zentralismus" unserer De- mokratie vorgezogen haben. Co groß auch der Unterschied in den prinzipiellen Fragen 'st. die beiden Spaltungen zugrunde liegen, so findet sich doch, in der letzten Ursache der Spaltungen etwas Gemein- fames. In beiden Fällen wurde die Spaltung erzwungen durch eine Mißachtung der Parteidcmokratie. Zuerst in der S. P. D., wo uns die Demokratie entiogen wurde. Jetzt in der U. S. P. D.. wo die Partei auf Befehl der kommunistischen Großfürsten neben zahlreichen anderen gegenrevolutionären Leitsätzen das Mitbestimmungsrecht der Massen aufgeben sollte. Bringt man schon, wie der„Vorwärts", die beiden Spal- tungen in einen Zusammenhang, so findet sich wohl eine „Wiederkehr des Gleichen", aber eine, auf die wir als Partei nich: wenig stolz sein können. Wie wir bei der Gründung der II. 6. P die Grundsätzedes revolutionären Marzsismus gegenüber der unsozialistischen. konterrevo- lutionären Politik der Nechtssozialisten, die die Arbeiterschaft nur immer tiefer in den Sumpf des bürgerlichen Reform- lozialismus trieb, zu verwirklichen trachteten, so suchen wir jetzt die Arbeiterbewegung frei zu halten von der putschisti- schen Katastrophenpolitik der kommunistischen Rcvolutions- romantiker. Wie wir den B e t h m a n n k u r s der Rechts- sozialisten bekämpften, so bekämpfen wir heute die P o l i t i k D a k u n i n s, die von den Kommunisten auf deutschen Boden ubertragen wird. Sieg der englischen Bergarbeiter Die sofortige Zulage bewilligt Der große Streik der englischen Bergarbeiter ist V e- endet. Die Arbeit wird am Montag wieder aufge- nommen. Die schon vor einigen Tagen aus weniger sicherer Quelle kommende Nachricht über die Fr i e d c n sb e d i n- ß u n g e n, die einen Sieg der Streikenden be- beuten, bestätigt sich. Aus London wird jetzt gemeldet: Der„Manchester Guardian" meldet: Der Streit der Bergleute >st beigelgt. Die verglent« werde» die Arbeit am 1. Ro- vembrr wieder aufnehmen. Di« R'gierung gewährte eine so- fortige Lohnerhöhung von S Schilling. Da» Cxr- lutiotoikite« der Bergleute»riliirte sich bereit, die Verantwortung fiir die Steigerung der Kohlenförderung aus sich zu nehmen. Damit ist auch in England ein allgemeiner großer An- stürm der gesamten bürgerlichen Gesellschast gegen die Ar- bei terbewegnng abgeschlagen durch den spontan entfesselten Widerstand der Aroeiterschoft. Die Haltung der Regierung und der Erubenherren vor dem Streik bildete eine Her- ausforderung an die Bergarbeiter, deren versöhnliche und vorsichtige Taktik den Weg zu Verhandlungen stets offen ließ und die ihre Forderung nach Herabsetzung der Preise für Hausbrandkohlc sogar zurück- stellte, um den Konflikt zu mildern. Als indes die Bourgeoisie bei ihrem Verlangen beharrte, daß zunächst die Produktionssteigerung garantiert und durchgefmirt werden müßte, bevor über Lohnzulagen auch nur verhandelt werden könne, da setzte sich der Unwille der Arbeiterschaft selbst gegen den zur Mäßigung mahnenden Rat einiger Führer durch. Der Streik der Bergarbeiter wurdeunvermeidlich. Die Eisenbahner traten sofort an die Seite der Streikenden unk» auch die übrigen Transportarbeiter rüsteten. Uebe: alle Berufs- und Lraanisationsgrenzen hinweg betätigte sich mit elemen- tarer Wucht die proletarische K l ass e n so l id a r i- tät der englischen Gewerlschastsmassen. die den Kern der nach russischer Lesart„gelben" A'.Hierdamer Internationale bilden. Jetzt mußte die noch vor einer Woche hartnäckig ver- weigerte sofortige Zulage bewilligt werden. Die Friedensbedingungen verpflichten die Bergarbeiter- organssationen dazu, die Verantwortung für die Steige- rung der Produktion zu übernehmen. Wie das ge- macht werden soll, ist noch nicht bekannt. Weitere Nach- richten werden abgewartet werden müssen, bevor die durch die Beendigung des Streiks entstandene Situation klar über- sehen werden kann. Aber es bleibt dabei, daß der Ausgang der Bewegung einen großen Erfolg der englischen Gewerk- schafteg darstellt, denn der Widerstand der gesamten bürgerlichen Gesellschaft, der den Arbeitern entgegenstand� kann nicht ernst genug beurteilt werden. JmNamender revolutionären deutschen Arbeiterschaft grüßen wir die englischen Kämpferscharen. Sie haben uns das areße Beispiel einer klugen, energi- schen und elastischen Taktik gegeben, die im rechten Augenblick alle Kräfte anspannt, um ste einzusetzen fiir ein bestimmtes Ziel. So ist der Erfolg erkämpft worden, der Ansporn und Kraftsteigerung zur Gewinnung weiterer Siege sein wird. Die Kommunisten haben Pech. Gestern riefen„Rote Fahne" und.Internationale die deutsche Arbeiterschaft zur Wnsienbrüdsrichaft mit den englichen Arbeitern auf. Sie soll sich bereithalten, um die englische Bourgeoistc',u boykoltieren und kein» Kohle an England zu liefern. Da» ist gan, nett und k.'inat gewaltig revolutionär. Es ist nur schlimm, dag das Drechseln er Parolen so lanasam geht, daß dt« wuchtigen Aufnfe immer aerade dann ans Licht kommen, wenn der Kampf— vorüber und gewonnen iit. Aber so haut man daneben, wenn man «ine Politik nach konstruierten Vorstellungen betreibt, ahne genau ,u wissen, was eigentlich oespielt wird. Und so klappt die..ilrni'e militärische Zentralisation" der Kommunistischen Intervanonale der Tot._ Streik auf der Bismarckhütte. Dienstag abend find die A?' beiter der elektrischen und Malchinenbetrieb«. ungefähr 2b Oll IR n n n, auf der Lismarckbütte in den Streik getreten, infolge- delien lieg-n seit gestern ebend alle Betriebe der Vismarckhiitie still Die Streikenden fordern Erhöhuna des Tonnage- aelde» und allgemeine Lohnerhöhung. Sofort auf- »kommen« Verhandlungen hoben bisher zu keinem Ergebnis g«. fcihrt. Die Mactinsstahl- und ElektroLfen sind gelöscht, und ts wich geraume Zeit dauern, st« wieder in Bettich zu setzen. Die Internationale der Konterrevolution Sw neues Aufmarschgebiet Die internationale Diplomatie arbeitet immer mehr daran, eine geschlossene Front der russischen Konterreoolutionür« herzustellen. Sic steht in engster Verbindung mit deren Agenten und«st bemüht, überall Soldaten für das Wrangelabenteuer anzuwerben. Aus Li bau wird berichtet, dag am 26. September der nicht un- bekannte Agent des Vermonts. Graf Pahlen, die deutsche Grenze überschriten hat. Es wurden bei ihm Briefe vor- gesunden und konfisziert, die die Adresse der politischen Wrangelschcn Kommission in Warschau an S a w i n k o w trugen. Das Schreiben ist von einem gewissen Derental gezeichnet, es be- stätigt, daß er als geheimer Agent von Sawinkow bei der Lettlandregicrung figuriert. Unter anderem erzählt Derental. daß in Lettland Koldate» für die Wrangelfche Armee gewsrden und auf Dampfschiffen aus Lettland nach M e m c l beföv- dert werden unter dem Scheine von polnischen Zivilslüchtlingeit. Weiter erzählt Derental in seinem Schreiben, daß der Vertreter von Sawinkow mit den Vertretern der Lettlandregierung und dem Oberkommando der lettischen Arme« eine geheim« Sitzung in Riga hatte, an der die Minister lllmanis, Meye- rowttsch und der Stabschef Radsin teilnahmen. In dem Briese ist auch erwähnt, daß es den Sawinkowschen Agenten gelungen ist, in einen engen Kontakt mit der Lettenregierung zu treten, um mit Wrangel oereinigt gegen die Sewjetregierong den Kemps zu sithre». Für die Dienstleistung verspricht Wrangel die Aneb- hängigkett Lettlands und deren Anerkennung. Estland, L i t- tauen und die Ukraine dagegen erhalten nur Autonomie. In der Nacht zum IS. Oktober überschritt die deutsche Grenze Falkowsk», ein früherer Zarenbeamter für Gegenavskunst. der versiegelte Pakete bei sich trug. Dies« Pakete waren an Sawinkow adressiert, mit einem gleichzeitigen Schreiben an Sawinkow. unterzeichnet vom Ministerium des Auswärtigen und dem Grenzwachkommando, um einer Grenzkontrolle der Paket« vorzubeugen. Diese Ereignisse riefen in der Lettischen N a- tionalversammlung großes Aufsehen hervor und verdich- toten sich zu folgender Anfrage: .Sind jedem einzelnen der Regierungsmitglieder die eben an« gegebenen Tatsachen bekannt«ud nimmt das gesamte Minister- kabinett die Verantwortlichkeit auf sich für eine solche Politik? Wir bestehen aus Veröfscntllchung der geheimen Klirrespoudenz, die dem Grasen Pahlen abgenommen wurde. Ebenso verlangen wir von der Negierung eine genaue und eingehende Antwort vor der Nationalversammlung." Diese Anfrage ist von den Mitgliedern der lettischen National- Versammlung: Rudewitz, Elias Kallinsky und Tel- leny unterschrieben. Nur nichts verschleiern! Die preußische Regierung hat heute über das neue B a l t i- kumunternehmen Mitteilungen gemacht, die offenbar den Zweck haben sollen, die ganze Angelegenheit als harmlos hin- zustellen. Nach diesen Mitteilungen sollen einmal 120 Mann unter Führung von zwei Offizieren, die der aufgelösten FreiwiMgen Polizeitruppe in Ostpreußen angehörten, ein zweites Mal S0l> Mann mit drei Offizieren und im übrigen etwa noch 150 ein- zrlne Personen die Grenze Uberschritten haben. Die Leichtgläubig- keit, mit der die preußische Regierung diese Mitteilungen ihrer amtlichen Gewährsmänner entgegennimmt, ist angesichts der schweren Gefahren, die aus diesem neuen Abenteuer ent- stehen könnci:, geradezu frevelhaft Es ist eigenartig, daß die preußische Regierung sich nicht ent- schließen konnte, einen eigenen Kommissar zur Beobach- tung nach Ostpreußen zu entsenden, daß sie sich vielmehr aus Mitteilungen der schlecht informierten Regiervngopräfi- Polens schwierige Finanzlage Das Fehlschlage» der Auleiheversuche DA. Warschau, 27. Oktober. In der Finauzkommission erstattet« Finanzminister Grabski kürcklch Bericht über seinen Aufenthalt In Frankreich und Belgien und über seine Bemühungen um Erlangung einer Auslands- anleihe. Der Bericht Grabskis war in sehr p-ssimistischem Tone gehalten. Eo gelang ihm keine Transaktion hinsichtlich einer Anleihe. Außerdem wollte Erabski in Frankreich die ganze ver- fügbare Zuckermenge, d. i. S0 000 Toimen. verkaufen. Es gelang ihm jedoch nur der Verkauf der Pnlfte, wobei die polnische Negierung die Bürgschaft für die Lieferung des Zuckers übet- nehmen muhte. Die geplante Petroleumtransaktion ist vollständig mißlungen. Grabski bot die 20 jährig- Petrolrumerzeu- gung für 1 Milliarde Franks an. Die französische Regierung nahm diesen Lorschlag an und beauftrage ihren Finanzminister. weiter« Verhandlungen zu führen. Er holte das Gutachten der französischen Besitzer von Petroleumquellen in Boryslaw und Drohobycz ein. drese aber widerjetzten sich einer solchen Trans- aktion. und das Projekt schlug fehl. Grabski drückte in der Fi- nanztommisiion fein Bedauern über die äußerst schwierig« Finanzlage Polens aus. Die für den Bedarf des Heeres aufgenommenen Anleihen hätten um viele» die Cum- rnen übe ist legen, die fiir diesen Zweck oorgcsehen worden seien, Juris sei von den maßgebenden stellen erklärt morden, daß in Polen in�Finanzangelegenheite» kein Maß- halten vorhanden sei. Auch in Brüssel habe Grabski den Boden für eine polnische Anleihe geprüft. Es habe sich gezeiot, daß d« Auf nah m« einer Anleihe in Belgien u n m ö g- r*. m � kelflisthen Flnanzleut« hätten erklärt, daß, so lange sich Polen im Kriege befinde, von einer Anleihe für Polen kelge Rede lern könne, nach dem Kriege müsse sich Polen aber durch mn normales Budget ausweisen. Viz zu einem solchen Budget sei es doch noch weit. deuten verlleß. Wenn sie ernstlich gewollt hätte, so hätte ste durch einfache Nachprüfung schon in Ostpreußen diese Mit« teilungen als völlig falsch feststelle» können. Wir erfahren bei- spielsweise aus einer amtlichen ostpreußischen Quelle, die sich bisher stets als weit besser orientiert zeigte, als die Regierungs« Präsidenten, daß mindesten» II SSV Mann bisher die oft preußische Grenze ütsrschritte» heben. E« handelt sich dabei nicht nur un» Abenteurer aus der Provinz Ostpreußen, sondern um Leute, di« aus allen Teilen des Reiches zusammenströmen. Daß es sich um eine militärische Organisation bei diesem neuen Abenteuer handelt, geht schon daraus hervor, daß fett langen Monaten ehemalig« deutsch« Offiziere als In« strukieure der litauischen Arme- tätig sind. Diese Offiziere haben nun ihre Verbindungen noch Deutschland wieder aufgenommen und sind dabei, in Litauen«ine neue bentsche Armee aufzustellen. Abgesehen von den schweren außenpolirischen Verwicklungen, die durch dieses neue Abenteuer entstehen können, droht hier die Ge- fahr der Bildung einer konterrevolutionären Truppe, die nach dem alien Valtikumplan eines Tages nach Ostpreußen einrücken wird. Die Arbeiterschaft muß deshalb die konterrevolu- tionären Pläne rechtzeitig durchkreuzen und dem Treiben der neuen Ballikumabenteurer ein Ende bereiten. Der Kompromistsrieden Nach einer Meldung ans Moskau hat die außerordentliche Sitzung des Großen Russischen Zentralexekuiivkomitces am LS. ds. Mts. begonnen. Auf der Tagesordnung stand di« Ratifizierung des Vor'riedencveriroges mit Polen und des Friedensvertra- ges mit Finnland. Au» dem von Tfchitscherin über den Vorfriedensvertrag mit Polen erstatteten Bericht ist folgendes hervorzuheben: �Der Friedensvertrag ist für uns zweifellos sehr hart, aber Polen verzichtet darauf, Wrangel zu unter- stützen l??) und der russischen Reaktion Beihilfe zu leihen. Um den Preis territorialer Konzessionen, di« Polen ge- macht werden mußten, ist man zu einem Kompromiß gelangt. Zwar lassen gewisse polnisch« Parteien noch eine kriegerische Hal« tung erkennen, doch werden die polnischen Arbeitermassen die lei« tenden Kreise Polens zur Annahme des Friedensoertrages bewe- gen. Für Sowjrtrußland würde die Fortsetzung des Krieges neue Opfer bedeuten, di- schließlich Rußland daran verhindern könnten. mit dem Wiederaufbau de» Wirtschasstlebens zu beginnen."— Der Bericht Tfchitscherin» rief eine lebhafte Erörterung hervor. In der polnischen Nationalversammlung, in der die Ratisika- tion der Borsriedensverhandlungen beschlossen wurde, erklär� Landtagsmarschall Trampozyuski, daß der Krieg. Partei auch in Nußland ans Nuder kommen möge, zu««»•''' da niemand in Rußland einen vernünftigen Gm« neuen Krieg vom Zaune zu brechen. Bei dar G'-Mstst S g habe sich die polnische Regierung von l-»� Parteien leiten lassen und ln keiner versucht, die ungun ge militärisch« Lag« der Bolschewisien sür sich auszubeuten. Wites erklärte, es sei der dringend- Wunsw der polnischen Regierung. in gute Beziehungen zum msslschen Boll zu treten, und von diesem Wunsch geleitet, habe die polnische Regierung auch dl« Friedensbedingungen festgesetzt. Der Friede von Riga stell« ten Frieden in Suropa wieder her, nachdem das Phantom der bolfche« wistischen Revolution, die ganz Europa bedroht Hab«, dank der Anstrengungen Polens aus der Welt geschafft sei. Kowno, 27. Oktober. Der franzöfi'che Ministerpräsident Leygue» hat dem litaui- schen Minister des Aeuhern Purickis erklärt, daß die kran'ösische Regierung die polnische Politik tadele ueid alle Mittel zur Hintanhallunq imperialistischer polnischer Bestrebungen an- wenden würde. Die französische Regierung spreche sich iur ein unabhängiges Litauen mit Wilna und Memel aus. mmammmammmmmmmmmm Wrangels wahre Absichten In c'nem Erlaß und einem Armeebefehl verspricht Wrangel. daß nach Niederwerfung de» Bolschewismus ein« Allrussisch« Nationalversammlung einberufen werden soll, um über die Staatssorm zu entscheiden. Presseoertretern gegenüber hat Wrangel sich dahin geäußert, daß er sich die Wahlen indt. rett, und zwar vierstufig, denkt. Di« Landgemeinden sollen Vertreter in die Kreisversammlungen, tzirsr in die Be- 1 ,i k. Versammlungen entsenden, di- wiederum Abgeordnet« in dif i rr ebi-tsoersammlungen der größeren Teile Rußlands, wie bei i llkroine. des Don- und Kubangebiets usw. schicken, und erst di« i k-bieisversammlungen sollen die Mitglieder der Rationalver- j jammluag wählen. Nach der kürzlich eingeführten Gemeindever- »fassung ist das Wahlrecht gleich und geheim, aber nicht allgemein. Das Wahlrecht steht nur Personen zu» Vi« Sand besitzen, od« F-millicnhäuptcr find, außerdem nur noch Priestern, subfttfndigtn Sodenpächtern«der Smowchetreidende«. Das geplante, auf dem Grundbesitz aufgebaute Wahlrecht er« fährt in breiten russischen Kreisen scharse Kritik. Auch die Anti« bolschewisien wenden sich deshalb gegen Wrangel. der mit seinem Erlaß nun dokumentarisch gezeigt hat. daß er derselbe Reaktionär ist wie Koltschak, Denekin und Iudenitsch, obwohl er sich biah«r als demokratischer" Volk-Held feiern lieh. Gegen die Koalitionspolittk Brüssel, 27. Oktober. Entgegen anderwetiigen Mitteilungen hat sich die soziali« pisch« Föderatiou von Brüssel mit ungeheurer Mehr- hett, 41137 Stimmen gegen 4073, gegen die»etetlignng der Sozialisten an eine« K o all t t» n»reg ie r» ng ausgesprochen. Tie Sozialisten von N am u r haben sich dafür anogesprechen, dir Sozialisten von Lütt ich ebeasall» und auch die Sozialisten von H u y. Die Sozialisten von Charleroi habe» bestimmt« Forderungen gestellt, die die sozialifti- > schen Minister alsGrundhediagungfürdieTetlnahme an der R-gierunz stelle» sollen. Die Sozialisten der Provinz Luxemburg sprachen sich eiensall» für di« vrtelliguug aas- Französischer Militarismus lHovas.) Pari», 27. Oktober- Kriegsminister Lefevr« erklärte, daß di« Gesetzesvorlgge über die Armeeorganisation einen Gesetzentwurf au» Verschiß denen Dorfchlägen bilde, dt« im Laufe der Verhandlungen noch«*' »eitert werden könnten. Der Minister wünscht ein« Anzahl langfristiger Dien st Verpflichtungen, für die tt 100 bt» lijg OOO Mann für notwendig erachtet. Dann würde Frank- reich in Wahrheit eine bewaffnet« Macht darstellen, und die zwei- jährig, Dienstzelt könnte herabgesetzt werden. Kohlenkrisis in Frankreich? Pari», 37. Ortobtt- Wie„Matiti" aus Marseille meldet, haben di« Delegier» ten der Beegarbeitergemeinschaften der dortige« gend beschlossen, am k. tl. in den Streik za treten, wen« b" zu« 3. lt. die Erhöhung de« Tagelohnr» nicht bewilligt sei. Di« deutsche« Kohlenlieferungrn an die Entent« beliefen in der« r st« n D« k a d e d i e s e s M o n a t s auf si2fl OVO Tonnen« die fiib solgenbermeßen verteilen. An Frankreich ltrscrten Rhein' >and>W und Freitag, den 2g. Ok- tober 1920 die Wahl der Arbeitslosenräte statt. Jeder Arbeitslose hat die Pflicht, sich an dieser Wahl zu be- teiligen, da durch die Arbcitslosenräte die Interessen der Arbeits- losen vertreten werden. Die Wahl erfolgt in den unten angeführten Wahllokalen ln der Zeit von vormittags 3 bis nachmittags 8 Uhr. Bei der Wahl ist folgendes zu beachten: Jeder Wähler hat eine Stimme. Die Wahl erfolgt nach dem Listensystezn. Folgende Listen sind eingereicht: Liste 1 aller freiaewerkschafUich organisierten Arbeiter und Angesrellten Grosi-Berlins. beginnend mit: Paul Nenendorf. Dreher, Hubrechtstr. 7; Heinrich K u n z� Tischler. Wienerstr. 59; mit: Paul N« n e n d o r a z, Dtschler, W Ellstav Schneidereit, Stukkateur, Dunckerstr. 5. Liste 2 der nicht organisierten Arbeitslosen Berlins Gormann- ftrahe, beginnend mit: Fritz Schmidt, Arbeiter. Waisenstr. 20; Ferdinand K r e t sch m e r, Arbeiter. Vorsigstr. 82. Liste 8 der unoMNisierten Eastwirtsgehilfen Berlins, beginnend mit: Oskar Dudeck. Gipsstr. 0; Hermann Böttcher, Genter Str. 58. L i st e 4 der Kommunistischen Partei Deutschlands fSektion der 3. Internationale), b�inneno mit: Ferdinand Schlüter. Glas« malet, Eoltzstr. 45; Franz Fischer, Kaufmann. Neue Winter- feldtstr. 3. Liste 5 der unorganisierten Arbeitslosen des Gemeindebezirks Oberschöneweide, beginnend mit: August Kretz. Stimmzettel, die auf andere als die vorerwähnten Listen tauten, sind ungültig. Di« Stimmzettel, auf denen die Listen verzeichnet sind, sind am Eingang des Wahllokals zu entnehmen. Der Wähle: iiherreicht seine Arbeitskosen-Siemgelkorte und Invalidenkarte oder Angestelltcnvcrstcherungskarte mit dem Stimmzettel dem Wahlvorstand. Der Mahlvorstand prüft die Legitimation des Wählers und trägt den Namen, Beruf und die auf der Stempelkarte vermerkte Arbeitsnachweisnummer in die Wahlliste ein. Sodann wird der Stimmzettel durch den Wahl- vorstand im Beisein des Wählers in die Urne gelegt. Die Stempelkarte wird mit dem Vermerk„gewählt" versehen. Nach Schluß des ersten sowie des zweiten Wahltages bat der Wahlvsrstand die Stimmen auszuzählen, in das Wablprotokoll «inzutragen und dasselbe mit den Stimmzetteln in ges-blosienem Briefumschlag an den Wahlausschutz. Engeluser 14/is, Zimmer 13 abzugeben. Bon denjenigen Wählern, deren Kontrollstelle oder Arbeitsnach- weis nicht als Wahllokal benannt ist, müssen die ihnen am be- guemstcn liegenden Wahllokale benutzt werden. Bezirks-Äontrollstellen: 1. Belle-Alliance-Blaü 5 2. Turmstr. 75. 3. Müllerstr. 48. 4. Puttbuser Str. 22. 5. Kastanien- All«« 81. 3. Greifswolder Str. 221-223. 7. Memeler Str S4-s-z 8. Engelufer 15. 9. Charlottenburg. Berliner Str. 81. lg' ftSve- nuk. Schloiistr. 27/28. 11. Lichtenberg. Marklstr. 10/11. 12. Lickien Uzq. Gitrtelstr. 21. 18. Neukölln. Reuterstr. 34. Hof 1 14 Neu kölln. Berliner Str. 98(Städt. Nachweis). 15 Neukölln' W Pratze 12 lStwt Nachweis). 18. Oberfchönewe de Luisenstr. 8? 17. Lankow, Stistwea. 18. Reinickendorf. Graf-Röd«n.All« 1 kRatb-?Ä � s Wittenau. Charlottenburger Str. ?2. Steglitz. Schlotzstr. 38. Z Weitzensee ZreVÄ SC l Easieiner Ctr. 11. 25. Tempelhof. Dorfstr. 18' Krua �ltower Etr. g-10. 27. Treptow. Neu- «M i mteemtaat&&. W Lerkan Platz �dlershos. Radickestr. 44. ZS. Schmargendorf, Städtisch« Arbeitsnachweise: 34. Go-mannstr. 13. 85. Gormannstr. 80. 88. Morinebaus. Brandenburger- Ufer. 37. Rückertstr. 9. 38. Friedrichstr. 110/11S. 89. Linienstr. 88/85. 40. Wusterhausener Straße. 41. Charlottenburg, Siemensstadt. Nonnendamm-Allee. 42. Christlicher Nachweis, Blumenstr. 75. 43. KriegsbesckKdigten. Postftr. 5. Der Wahlausschutz. Neuendorf. Wangerin. Piatowski. Bollmerhau». Aus Horthy-Ungaru Neue Werke der christliche« Liebe In der ungarischen Nationalversammlung vmtd« durch die Interpellation des Abgeordneten Ruppert wieder eine gräßliche Mordtat der Horthyoffizier« aufgedeckt. Offiziere der Pronan-Gruppe verhafteten vor einten Wochen«inen Wein- grotzhändler Landau und feinen Sohn, überführten ihn in eine Kaserne, mißhandelten, schlugen ihn entsetzlich, um ihn dazu zu zwingen, an seine Familie einen Brief zu richten, in welchem er die Familie auffordert, sein ganzes, mehrere Millto- neu betragende« vermögen den Offizieren«l» Lösegeld zu über- geben. Der diesbezügliche Akt wurde von dem im Gefängnis sitzenden Landau, seinem ebenfalls verhafteten Sohne und von einem Detektiv der Staatspolizei, von einem Oberleutnant D a n s k i und von einem Leutnant unterzeichnet. Auf die Anzeige der Familie wurde einer der Erpresser von der Polizei in Haft genommen; daraufhin erschien bei der Staatspolizei ein Offizier der Pronaygruppe und erklärt«, daß, wenn der Erpresser nicht sofort freigelassen wird, er A r t i l l e r i« herbeiholen werde und das Gebäude der Staatspolizei in Trüm- mer schießen lassen werde. Darauf wurde der Erpresser f r« t g e- lassen. Landau wurde unterdessen im Gefängnis weiter g e, quält, es wurde ihm ein heißes Eisen in de« Darm gesteckt— das sind alles die Angaben des Abgeordneten Ruppert in der ungarischen Nationalversammlung— und in kurzer Zeit«lag« seinen Wunden im Gefängnis. So wurde dann ein amtliches Kommunique ausgegeben, daß er einen Selbstmord begangen habe und der ungarische Ministor- Präsident antwortet« dem Abgeordneten Ruppert, daß dir Offiziere „suspendiert" wurden. Von Strafverfahren gegen die Mörder und Erpresser ist aber gar kein« Red«. Dies ist aber kein isolierter Fall, sondern die Verhaftung und Quälen von reichen Leuten, hauptsächlich Juden, ist die regelmäßige Beschäftigung der. Offizier« der christlichen ungarischen Armee, die sich auf dies« Weise bereichern. Di« meisten zahle» aber, ohne etwas darüber bekannt zu geben und so dringt nur hie und da ein« Nachricht in das Ausland. Es ist bezeichnend, daß dl« Wiener„Arbetter-Zeitung" kurz nach dem vorfalle die ganz« Mordgeschichte in die Oesfentlichkeit brachte, aber in Ungarn durf. ten die Zeitungen bis zu dem heutigen Tag« nichts darüber veröffentlichew Es ist eine reine Räuber- und Mörder- Wirtschaft, die aber von den E n t e n t e- V t p l» m a t« n, beson- der? von den französischen, gestützt wird. An demselben Tage, wo der Familie Landau zwei Millionen Ktonen von den Offizieren abgenommen wurden und Landau im Gefängnis ermordet wurde, erklärte der französisch« diplomatische wtrwe-- in Budapest, daß w Ungarn«na bewunderung«» «ürdige Zivilisation hnrrsch, und die öffentliche OQnung Mustergültig sei. Und cw4 die deutschen Rottonolisten pmisw» Ungarn, das Land des staatlich sanktionierten Mordes, als das Musterland der christlichen Kultur und ihr Ziel ist darauf einge- stellt. Deutschland nach dem gleichen Muster zu regieren. Die Regierungsbildung in Oesterreich In W i e n fand am Dienstag eine Parteiberatuna der Cd r i st- lich-Sozialen über die neue politische Lage statt. Obzwar sie die grotzk- Lartei des Hauses ist. fehlen den Christlich-So- zialen 5 Mandate an der einfachen Mehrheit im Nanonalrat. Da der Beschluß der Sozialdemokraten jede Zusammenarbeit mit dieser Gruppe ausschließt, bleibt den Christlich-Sozialen nur eine Verbindung mit der großdeutschen Gruppe und man erwartet von dieser Seite auch allgemein eine Arbeitsgemeinschaft, wenn auch keine formelle Koalition. In diesem Falle würde ein B e a m t e n k a b t n e t t mit parlamentarischem Einschlag gewählt werden, das diejenigen Gesetze zu vertreten hätte, die von der Arbeitsgemeinschaft beschlossen werden. Sin Knltnrdoknment Wertbemessmtg menschlicher Glieder nach Prozente« Im Reichsgesetzblatt Nr. 18. Seite 1683 und 163-1. ist fol- gendes zu lesen: Zu§ 25 Absatz 3. Wer in seiner körperlichen Unversehrtheit schwer beeinträchtigt ist. erhält ohne Rücksicht auf den Grad der Minderung seiner Erwerbsfähigkeit eine Rente nach den nächste- henden Sätzen. Begründet die Minderung der Erwerbsfähiakeit eine höberc Rente, la erhält er diese höhere Rente. Beim Zusam- mentreffen von Schädigungen der körperlichen Unversehrtbeit und Minderung der Erwerbsfähigkeit wird die für den Beschädigten günstigere Rente gewährt. Verlusi eine? BeineS oder eine? Arme«..... 50 vom Hundert Verlust eiueS Unterschenkels oder Unterarme»... 40., Verlust eines Fuße?............. 30». Verlust von drei oder mehr Fingern einer Hand einschließlich des Taumeni........ 30,. Verlust von drei oder mehr Fing«»«in« Hand auSschlic-ilich de« Daumens........ 20„» Verlust de» Daumen» allein.......... 90»» Verllist der ganzen Kopfhaut sSkalpierung)... SO». Verlust eines Auge»............. 20»» falls ein künstlich«» Aug« nicht getragen werden kann................. 30»■ Halbfeitenblindbeit«'Hemianopsie)....... 40,„ Verlirst eines Kiefer« oder d«S größeren Teiles eines KieferS(mehr als ein Drittel).... 30, Verlust de? Gaumen»............. 20».. Verlust aller Zähne.............. 20,, Verlust beider Ohrmuscheln.......... 20,, Erheblicher Geweseverlust der Zuvge mit schwerer Sprachstörung.............. 80,» Verlust des Kehlkopfes............ 50»» völlig« V«Iust der Nase........... 50 m» Ctinknase(Ozaena)..............30»» Abstoßend wirkende Entstellungen deS Gesicht», dl« den Umgang mit Menschen erschweren-.. 20 bt» 50 t). H. Verlust beider Hoden, des männlichen Gliedes od« d« Gedärmuttcr............. 30 vom Hundert v«lust d« Mi>z oder ein« N'ere....... 20., Widernatürlicher After; Urin» oder Darmfistel.. 20,, Verlust deS Afterfchließ muskels; starker Mastdarm- Vorfall.................. 80,» Andere Körperschäden. die den hier aufgezählten gleichzuachten ssnd. sind entsprechend zu berücksichtigen. Die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit allein wird nicht höher bewertet als ein« Minderung der Erwecbsfähtgkeit um SO vom Hundert, auch wenn mehrer« Schäden zusammentreffen. Die Aufzählung der Gliedcrverlust« und die dafür ausge- setzten Entschädigungen, nach Prozenten berechnet: sie bilden«ine erschütternde Illustration zu den Segnungen, die das Etahlbad des Krieges der Menschheit gebracht hat. Die Bettmchermtg des Staates Gute-Hoffnunghütte Eine Anzahl Zeitungen, die der Schwerindustrie nahe stehen, darunter di«„Post", haben in einem Artikel dem Reichs- abwicklungsamt„befremdliche Geschäftspraktiken" vorgeworfen, weil das Amt gegenüber der„Gute-Hoffnunghütte" ein unlauteresVerhaltenanden Tag gelegt haben soll. Da» Reicheabwicklungsamt wehrt sich in einer Zuschrift an Wolffs Bureau gegen diesen Vorwurf, wobei allerlei beachtenswerte Tat- fachen über die Vewucherung des Staates durch die Schwerindustrie während des Krieges und in späterer Zeit ans Tageslicht kommen. Das Reichsabwicklungsamt hat Ange- stellte der Eute-Hoffnungshütte als Prüfer engagiert und da- durch ist ein gewaltiger Betrug des großen westfälischen Werkes aufgedeckt worden. In ihrem Zeitungskampf« bezeichnen die Schreiber de« Schwerindustrie dieses Vorgehen de» Angestellten als einen Treubruch, was das Reichsabwtcklungsamt, unsere» Er- achtens mit Recht, zurückweist. Sachlich wird in der Verlautbarung des Reichsabwirflungsamtes als endgültig feststehend bestätigt, daß di« Dute-Hosfnungshütte dem Kriegsamt schlechte und unbrauchbar« Werkzeng« in Rechnung »«pellt hat. Die Zujchrift des Amtes besagt weiter: „Da» Wesentliche bei der die durchaus oi Reichsabwicklun« Wucherung des Reichs durch die Sutil-Hoffnungshütt« und di, Ausbeutung der Notlag« während de» Kriege» und der Neo»lu- tioustag». Alle die bisherigen Behauptungen, daß die Gute- Hoffnungshütte dem Reichsflekus unSrauchvate Seichclse ange- dreht hat.««rden ausrecht erhalten. Trotz aller Abnabmeve- scheinigungen bat die Gute-Horniungshittte minderwertige und unbrauchbare Seschoss« zur Ablieferung gebracht. Inwieweit die Abnahmekommandos fahrlässig gehandelt haben oder durch die Gute-Hoffnungshütte selbst irregeführt worden sind, wird dt« Untersuchung ergeben."' Zu einer ordnungsmäßigen strafrechtlichen Untersu- chung ich e» bisher noch nicht gekommen. Der Versuch des Reichsabwickelungsamte«, eine Untersuchung durch I«,ne eigenen Prüf« aus Grund der Verordnungen über di« Auskunftspfltcht vorzunehmen, ist durch die Eute-Hoffnungshütte vereitelt worden. Die Gute-Hoffnungshütte hat die Vorlage des Prüsungsmaterials verweigert, nachdem sie zuerst die Vorlegung zugesagt hatte. Aber, schreibt das Abwicklungsamt wetter. bereits di« erste Stichporb« ergab, daß die Eute-Hoff- nungshütts ca. 80(1 000 Mark»Ar Granatherftcllung erhaltene KupferbLnber bt»h« kein« Zahlung geleistet hatte. Als die Gute- Soffnunashütt- merkte, daß der Braten b r e n, 1 i ch für si« 5at st« die Untersuchung, di« gerade«st begonnen hatt«, in schroffer Form unterbrochen. Unwahr ist dt« Behaup- tun«, daß di« Eute.Hoffnung»HLtt« dem Beauftragten des Reichs- abwickelungsamte» sämtliche« verlangte Material vorgelegt hat. Die V�«-S«l?n»ngahütte> hat im«Segenteil mündlich und schritt- lich dt« Fortfühlung d« erst eingeleitete» Prüfung»erbot«». Da- hme«st auch dko Bohaupwng d« autfcf-cOmjngrchütt«, dt« Nach. Prüfung durch da» RetchsaSwickelungoamt habe nicht» Bolastenve» «rg«b«n, unwahr. Im Gegenmil, all« Pehauptungen t>««�ian Artikels de»„Vorwärts" über den schwerindustriellen Wucher mu den sachlich aufrecht erhalten. Wenn die Gute-Hoffnungshütte in dem Gefühle der Unschuld sich mit Händen und Füßen gegen ein« Untersuchung gesträubt hat, so werden objektiv Denkend« darin das schlechte Gewisien erblicken. Das alles, was das Reichsabwicklunasamt hier sagt, ist schön und gut. Aber mit alledem ist die Frage nicht beantwortet, warum eine ordnungsmäßig« strafrechtliche Untersuchung bisher unterblieben ist. Wir«warten sie auf dem schleunigsten Wege. Oder will sich die Reichsbehürde noch länger von der Wucher« gescllschaft an der Ras« hcrumsühren lassen? Vermehrter Raubbau Der sächsische Landeskohlenkommisiar teilt mit. daß di« Kohle»Versorgung Sachsens nach wie vor ungiinstig sei. Die sächsisch« Industrie könne die vorliegenden großen Aus- landsanfträge nicht«ledigen und infolgedesien könne auch keine Besserung in der Erwerbslofenfürsorge eintreten. Trotz dringen- der Vorstellungen in Berlin sei eine Hilfe von dort nicht zu«-> warten. Sachsen habe daher nur die einzige Möglichkeit sich selbst z« helfen. Nur durch die achtstündige Arbeitszeit könne die Kohlenförderung erhöht werden. Der Landeskohlen- kommisiar werde sich daher in den nächsten Togen in Begleitung von Vertretern der Ministerien nochmals in das Zwickau« und Lugau-Oelsnitzer Revier begeben und trotz der für die sächsischen Bergarbeiter schwierigen Gruben- und Abba'uv«hältnisie auf eine Verlängerung der Arbeitsdauer hinzuwirken suchen. Die Arbeiter des Zwickauer und Lugav-Oelsnitzer Reviers wer- den dem Landeslohlenkommisiar hoffentlich die richtige Ant- wort aeben. Sie werden ihm deutlich zu verstehen geben, daß eine Erhöhung der Produktion allein durch den vermehrten Raub- bau an der menschlichen Arbeitslraft auf den entschiedensten Widerstand der Arbeiter stoßen wird. Wenn der Herr Landes« kohlenkommisiar von den Produttionsmözlichkeiten im Bergbau keine Ahnung hat. wenn ihm insbesondere die Sozia lii ie- rung des Bergbaues und die Verbesserung der technischen Hilfsmittel zur Hebung der Produktion unbekannte Dinge sind, dann soll er seinen Posten verlassen. Man muß von einem Beamten in leitender Stellung heute erwarten, daß er die Schwierigkeiten des Wirtschaftslebens nicht mit albernen Gemeinplätzen zu er- lcdigen sucht. Gin neuer MlNlardenKredtt Ein dem Reichstage zugegangener Gesetzentwurf soll dem Reichs- stnanzministerium die Ermächtigung erteilen, zur Bestreitung ein- maliger außerordentlicher Ausgaben 12 Milliarden, außerdem 4,7 Milliarden zur Deckung des Eiscnbahndefizits und 8 Milliarden zur Ausführung des Friedensvertrages flüssig zu machen. Gin Wucherergesetz Die bayerische Regierung veröffentlicht einen Ausruf, in dem sie bekannt gibt, daß sie sich gezwungen seh«, die-trafen geg-n Schieber und Wucherer bis zum Erlaß entsprechender reichs- gesetzlicher Vorschriften dnrch einstweilige Anordnung beträchtlich zu erhöhen. Nach der gleichzeiiiq erschienenen Verordnung wird derjenige, der sich schnöder Gewinnsucht schuldig macht od« aus diesen Straftaten ein Gewerbe macht oder die Versorgung der Bevölkerung mit Gegenständen des täglichen Ve- dads erheblich gefährdet, mit Zuchthaus von 1—15 Iahren und zugleich mit Geldstrafe von 100 VOV M. bis j» ein« Million bestraft. Neben der Strafe ist aus Einziehung des gesamten Je* mögens. auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Stekk), ng unter Polizeiaufsicht zu erkennen. Dem Täler'st der Betried feines Handels oder Gewerbes und je werbedetried zu untersagen. jeder andere Handel oder Ee- Berleumdongen gegen irannschwcigisch« Minlp«. Das Presseamt des braunfchweigischen Etaatsministeriums schreibt:„Das Etaatsministerium ist nicht gewillt. Veschimpsungen seiner Mit- glied« zu dulden. Gegen einen- Beamten der Ortskohlenst'lle namens Ott«, welcher di« Behauptung verbreitet haben soll, Minister Iunke mache Kohlenschiebungen, ist die Strafanzeige bei der Ctaatsanwaltschast erstattet worden. Ebenso wird gegen einen Fritz Krapusta verfahren werden, der gest.'rn in ein« öffentlichen Volksversammlung dem braunschweigischen Mini- sterium Schiebungen und Korruption vorgeworfen hat. Auch gegen die Urheber und Verbreiter des Gerüchtes, Minister Sepp Oert« verkehre in einem gewissen Weinlokal in Magdeburg, soll' in entsprechender Weise eingeschritten w«d«n. Aus der Wirtschast Aus dir Dividendenmühle Der Abschluß der C a p r i t o u n d K l e i n A. G. in Benrath. die der Friedrich Krupp A. G. nahestehen, zeigt«ine außerordent- lich große Gewinnsteigerung. Dem Unternehmen verbleibt— neben den gewobnten Verschleierungen— ein Reingewinn von 8 712 848 gegen 284 070 Mark im Vorjahre. Das entspricht nicht weniger als einer Vervierzehnsachung des Gewinnes. Die Dividende wird auf 25 Prozent festgesetzt. Ferner beantragen Dividenden: Westfälische Kupfer- und Messingwerke A.<5. vorm. Casp. Roell. Lüdenscheidt 18(i. v. 12) Proz.; Dr. Kassierer«, Co. Kabelwer. I A. D. in Berlin 10 Prozent; Eisenhüttenwerk Keula bei Muskau A. G. 10 Prozent(in den letzten zehn Jahren 0 Prozent)- Archi- medes A. G. für Stahl- und Eisenindustrie in Berlin 25(15) Pro- � zent, sowie eine Sondervergütung von 180 Mark für jede Akne, i zusammen also 35 Prozent; Werkzeugmajchlnenfabrik Gildemeister ' 4 Co. A. G. in Bielefeld?2 Prozent; Mühle Rüningen A. K. in Braunfchweig 22z« Prozent.„ Was aus dem Trümmerfeld der deutschen Wirtschaft nicht alles h«au»zuholen ist? Gute �citcu für Aktionäre Die rheinischen Stahlwerk« A.-G- in Duisburg-Meiderich haben für da» soeben abgelaufene Geschäst»jahr 1919-20, in dem fast das gesamt« Wirtschaftsleben in Deutschland aufs schwerste daniederlag. in dem die Arbeitslosigkeit«inen geradezu katastrophalen Charaner annahm, den seit 25 Jahren höchsten Gewinn gemacht. Der Bt- triebsgcwinn hat sich gegen das Vorjahr mehr als versechsfacht, er Ist von 8L Millionen auf 50 Millionen Mark gestiegen. Das Al- tienkapital beträgt 05 Millionen Mark. Im vorigen Jahre wurde eine Dividende von 8 Prozent ausgeschüttet, di« sich für das legt- verflossene Geschäftsjahr auf 20 Prozent erhöhte. 12 Millioneil wurde» abgeschrieben und 23 Millionen für später««erwendung zurückgestellt. Im vorigen Jahr« mußten von dem zur«u-schüttuno de: 8 Prozent Dividend««forderlichen Betrage von reichlich 3� Millionen Mark 2 � Millionen au, den Rücklagen herangezogen werden, in diesem Jahre wurden 13 Millionen Mark oerteilt, 25 Millionen zurückgestellt, dem Aufsichtsrat statt 22 000 M. im Bor- jähre 600 000 M. ausgehändigt. Krasser kann wohl kaum IN<.r- scheinung treten, wie sehr kapitalistische Produktionsw-ii- und ge- sellschaftlich-» Wohlergehan in Md« sprach gueinanb« stehen. Wo-' rss» sich kür d»n Beolowriee z«ing»nd« Schlußfolz««»»«-s Llöi. den Kampf gegen den Kapkrakismu» mit«a»n fu 9meit stehend,» Kräften za«inem schl«nig>m Snde«u Mren. HERMANN UETZ •cerecÄDe-ÄMaeröeMroearDeemeGerasceDeearDeaÄnecerrsae» | Leipziger Strasse» Aiexanderplatz| d 1 Aliein-VorverkauffDr Zirkus Sarrasani Billige Lebensmittel *««*38 filsiter Käse............ Piund 8*® Schweizer Käse....... PiUnd17ao Holländer Käse........ pfundl 750 Edamer Käse.......... Piund1900 Landkäse............... Pfund 6T0 Wurstwaren Prima Landleberwurs!pfd.210Ä Prima feineLeberwursfpid.2100 Prima Fleischwurst...p(Und2200 Mettwurst nach Teewurst................. piund26S0 PrimaKnoblauchwurstpid.2600 Obst— Gemüse Rotkohl Holländer........ Plund 35 PJ. Weisskohl.............. Ptund 35 pi. Sellerie................. Pfund 65 Pt Rübdien Märkisch«.,.... Pfund 25 Pf. Grünkohl.............. Pfund 45 Pf. Mohrrüben........... pfund 25 pj. Tafeläpfel.............. PNd I45 Kodibirnen........... Pfund 12s Neue Feigen.......... Pfund 5*° Kolonialwaren BackfertigesKudienmehl gso mit Siem und Gewurzcn............I-Plund-Pekel Erbsen hoib«. g«chaiic..... Pfund 2*® Hajerbackmehl....... pjund 350 Prima Tafel-Vollreis Pfund 5*5 Götterspeise........- pakeie35pi. Erbsenmehl............. Pfund 3®® Maisgriess............. Pfu..d 37® Braune Bohnen....... piund 2'° Backpflaumen.......... Pfund 5®° Geflügel junge Gänse........... P(und13®0 junge Enten............ Pfund127® Hühner junge und alte...... Pfund127® Gänsekeulen.......... pfundlB00 Qänse-Stückenfleisdi pfundl 2®° «QOStilOBig'pS 7 10 Haoisdiea 8 00 BückliDge 560 Cocosieil 1700 Pfund I/ GäDse-HsatSetlpfd 21 00 Flonflern PBoomenns 3" Gi�oliesendd 34 oo Splteö...Phdd?20 Fische Frischer Goldbars....Pfund 2#0 Frische Bratflundern pfundSOpt Grüne Heringe........ Piund 3*° Lebende Karpfen....Piund12®0 Frischer Zander....... Pfund 480 Frischer Schellfisch....Piund I9® Riaflerfluerrispen...... � 10°° Rinflerbrast............. � 12°° ScMeiscb i ohneKnochen.Pfd. 15°° KaibssciiBitzel......... p, 20 oo ■MMW•"M«« Donnerstag und Freitag Reste•Tage u. a. 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Mstl.-TheM KUnbtnblicb?>!, Übt; Sie SSetdoegsM IU* ArfettNirt, Truce Hetterberg lö. m WnftocM -Übt- Voiuehent»)!!... eit. S'l, Übt: Der Juxbeee» Tf." t»re*ot!«i>»Tot ifl ilonttpUti MHII. TSgl VI, o. Honntac osebw. S übe SliU'SSnger Blttthgea• Ksumi Orr»■! tu. n< f.D. Huüse. Z10I8&8CK flkMiMlM rrBtsei&8i offeriert versendet Jim Spezialbehandiung JL* ffj für Haut- und Geseblechtsleide« L bei Männer u. Frauen, Dluluntetsuchungen, nerv. Schwäche. Be- Hfcnes OpereMhavs Direktian Jea» Kre» 7 ttdr: Iii Mi« Operette in drei Akten nach etnem Motiv Pttofi» von Fritz Drilnbaum._ ■/.fi loficü Mice- j�eute zum legten Wale- Vereions? oeg i�sen Ltz-di eok Morgen Erstaufführung: tarn«toriuMt Gteiuach Fritdri»Vtlhtllllstöd!isHtt - Thttttt- VI, m,: Hoheit die Tänzerin Komödienhaus 7>l, Übt: Die S-aje mit Sola mit Max Callenberg .tos, fixe Cot»«.®.>/, Uhr? Sonntags Z'/, n, 7*/f Uhr: Frauen, Dluluntnsuchungen, nerv. Schwäche. Ve- > hsndlg. schnell, sicher, mögl. ohne Verufsstör. �u»Luoft kastsnio». 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Rote»tb«l»r Plitt. Spezial-Ärzt fQr Haut Harn und alla QaschlachUlelden, und Biutunlersuchungen Dr. med. Karl Reinhardt Berliner Theater Ubr De, legt» Oval,,. VMllll-IheM r«,i.?>;, UNO Sl». nach». .tn Mite BiifflH Rose- Thealer Vi, Ub-; Der Anti-Christ Sainhol Arirdrichjirabe Ub, M n« an»«»»«il . uke anb iügiich'Iß Übt: e S w» Fl« tbü->ih, dura, fimbaifl, üalttlt. Ke!'!!> r>a) Wm'Zhem (Bobnbof Jannotr IbtiAt, intergiunddahahot JtUiitriltr.) pfute und täglich'/«8 Uhr: Die Freundin Ma Durieui, Toelle, Bildl AldttS. Ballentln) Potsdamer Str. 117 üt 8 abends. Sonntag», 11— 1 Uhr. »usklareitd» Broschüre«U Beschreibung samtl. Heilverfahren tm oerscy wssenen«uven geg. Einsendung von M. 2.— portofrei. Spezialarzt 0» Cr. med. Karben fllt Saphlll», Haut», Ham», Ftaueultideu. netnöl» Schwäche, Bein. I>tanke,debanbl. schnell. sicher anb schmerjlod abne»etuftftdnmg in Dr. Monteyer S Co. kongefl.daborae. sllr Bin,. nnieriuch.Fäden.Harn eir. ---------- Panvpt. RflRijSlr. 56-57. 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UMMUUM MMMMdiMM Soeben erKhienen ii Dr. Rudolf Hilferding Die Sozialisierung und die Machtverhältnisse der Klassen preis 3.— Hark An gekürzte Ausgabe für Organisationen 1.— Mk. Bestellungen richte man an die Buchhandlung„Freiheit", Breite Straße 8-9 So«bon Erschienen ii MMNWNWMWmnUMaaamiMWnntdaiiliiiiiiiiiilliiitiiliiiiiililiii'r Nr. 458 Beilage zur„Freiheit" Donnerstag, 28. Oktober 1S20 Ministerreden im Reichstag Stille vor dem Sturm Der Reichstag hat gestern die Behandlung des E t a t s für das Jahr 1920 begonnen. Wohlgcmerlt für das Jahr 1920. Das Rechnungsjahr beginnt am 1. April, und es sind also in dem Moment, wo der Volksvertretung der Haushaltsplan vorgelegt wird, bereits sieben Monate abgelaufen. Man hat sich mit Notetats über die Schwierigkeiten hinweggeholfen, und was jetzt noch kommt, ist im Grunde nur eine Nachlese. Gestern kamen der Reichskanzler und der Reichsfinanz- minister zum Wort. Was sie vortrugen oder vielmehr vor- lasen, erregte kaum die Aufmerksamkeit des Hauses. Der Minister Wirth bemühte sich immer wieder, das Interesse auf unser Finanzelend hinzulenken. Er wandte sich an die Abgeordneten mit Bitten und Beschwörungen. Aver über der Versammlung lagerte ejne Gleichgültigkeit, die �.�ss.h. durch einen Zuruf unterbrochen wurde. Selbst die fürchterlichen Ziffern, mit denen Herr Wirth die Verschuldung der Republik illustrierte, übten kaum eine Wirkung aus. Die Schuldenlast beträgt am heutigen Tage 288 Mil- narden. und es ist sicher damit zu rechnen, daß diese unge- heuerliche Summe bis zum Ablauf des Finanzjahres min- oestens auf IJ0 Milliarden angewachsen sein wird. Aber das Volk und der Reichstag ist gegen solche Ziffern abge- stumpft. Eine Handvoll Milliarden spielen keine Rolle mehr. D�ese Empfindung ist begreiflich, denn so lange sich die Re- «>erung lediglich auf die billige Mahnung zur Sparsamkeit beschränkt, die ja zuletzt doch von denen, die es angeht, am �uigsten beachtet wird, kann sie nicht erwarten, daß ihre Wiederholungen das Volk und feine Vertreter der Lethargie, Jstc fte verfügen sind, entreißen. Weit eintöniger noch und weit einschläfernder als die juedc des Finanzministers wirkte die des R e i ch s k a n z- ��rs. Ex bot uns einen unendlich trockenen Vortrag. pPj* Monotonie seiner Darlegungen wurde an einer Stelle ein wenig unterbrochen. Das war, als er auf den Russischen Bolschewismus und die deutschen £ o m m u n i st e n zu sprechen kam. Der Verlauf des Parteitages von Halle, insbesondere die Spaltung der r. v i Schwächung der Kampfkraft des Proletariats der Regierung Mut gemacht, zunächst in ihren Worten entschiedener� aufzutreten, und dem Bolschewismus den Rampf anzusagen. Fehrenbach berief sich auf die Aussagen iserer aus Rußland zurückgekehrten Genossen, auf die Rede toSt"! die Beschlüsse der Mehrheit von Halle. An- nnler-?«lehrenbach in seiner Naivität geglaubt, erhaltet 8U feincr Kritik des Bolschewismus zu sckierUrte mm„VT*# nur von. einem Mangel an politi- darüber Uiukck�n 5!,� H* könnte er sich nicht schewismn°' dab unsere Kritik an dem Bol- 0cn QUr„ph? n,0o.nJanbcrcn25otausfctzun» Voten hr-r m irr A*0 Lf-i1 1 C i n e. Wir stehen auf dem der biiMertTA mljl<�rCn Sozialismus, et auf dem Boden ieW iWm As �ktanschauung, die den Sozialismus in Vot m o!rst,et�am!nk uud die russischen Methoden nur zum s„„, Nimmt, um sich den Emanzipationsbestrebun- gen des Proletariats überhaupt zu widersetzen. Die Regie- rung und die bürgerlichen Parteien scheinen vergessen zu wollen, daß wir den Bolschewismus als unzweckmäßige Me- thode ablehnen, weil wir gerade in dem Bürgertum den Hauptfeind sehen. Mit dem größten Mißtrauen und dem Willen zur ent- schiedenen Abweisung erfüllt uns deshalb auch die Ankündi- gung eines energischen Vorgehens gegen diejenigen, die nach Fehrenbachs Versicherung den Bürgerkrieg predigen. Der Reichskanzler erklärte, daß die Schaffung von Aus- nahmegesetzen nicht beabsichtigt sei. Will man sich aber im Rahmen der bestehenden Gesetze halten,' was sollen dann diese ganzen Tiraden? Sie können dann höchstens den Sinn haben, daß die Gerichte zu einem besonders scharfen Vorgehen gegen die Verkündet kommunistischer Lebren an- gestachelt werden sollen. Ausnahmegesetze sind für den bürgerlichen Staat nicht notwendig, wenn die durch solche Darlegungen vom Regierungstisch ermunterte und gedeckte Rechtsprechung die Schärfe der bestehenden Gesetze in erster Linie gegen die Revolutionäre von links kehrt. Wir wollen aber Herrn Fehrenbach keinen Zweifel daran lassen, daß er uns in der schärfsten Opposition finden wird, wenn er die Kommunisten als„außerhalb der Rechtsordnung stehend" zu behandeln gedenkt. Eine bürgerliche Regierung, die stets den Terror angewendet hat. die mit Noskemethoden gegen die revolutionäre Arbeiterschaft vorgegangen ist, be- sitzt überhaupt nicht das moralische Recht, gegen den angeblichen Terror anderer vorzugehen. Nur wir, die wir den Terror von rechts stets mit aller Entschiedenheit ab- gelehnt haben, haben auch jetzt das Recht, den Terror von links zu verurteilen. Es wäre im übrigen auch eine un- glaubliche Dummheit, wenn die Regierung sich auf diese schiefe Ebene— die Verfolgung kommunistischer Bestrebun- gen durch Polizeimaßnahmen— begeben würde. Erreichen würde sie damit gar nichts. Wir wenden uns deshalb mit aller Schärfe gegen jedeAbsicht, politische Meinungen mit anderen als geistigen Argumenten zu bekämpfen. So langweilig deshalb die gestrigen Reden waren, so lassen sie doch die Erregung ahnen, die uns bevorsteht. Es herrscht die Stille vor dem Sturm. Wenn das Parlament die Mit- teilung über unsere wirtschaftliche Lage stillschweigend und gleichmütig hinnimmt, so wird das leidende Volk feine Stimme erheben, und die Minister werden bald erfahren, daß man zwar gegen ihre Worte abgestumpft ist, daß aber die Tatsachen, von denen sie sprechen, die aufreizendste Wir- kung ausüben. Und wenn die Regierung dann versuchen sollte, ihre staatserhaltenden Absichten, so wie es Fehren- bach andeutet, in die Wirklichkeit umzusetzen, dann wird sich nicht im Parlament, aber draußen vor seinen Toren ein Widerstand erheben, von dem sie heute wahrscheinlich noch nicht träumt. Greift das Proletariat unmittelbar in die Debatte ein, dann ist es mit der Veschaulichielt zu Ende, und weder die weinerliche Beredsamkeit des Reichskanzlers noch die ernsten Mahnungen eines Finanzministers, der die Dinge darzustellen, aber nicht zu meistern versteht, werden die heranbrausenden Wogen dann beschwören. Der Sitzungsbericht Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Jnterpellatio- ne« über die Eüimassnnng der Bevölkerung und über die Ber- nichtung der Diesel-Motcren. Sie werden mit dem nächsten Punkt« der Tagesordnung der ersten Lesung des Haushaltsplanes, verbunden. Reichskanzler Fehrenbach: Als wir im Sommer auseinander- gingen, hatten wir die Aussprache über Span hinter uns. Unheimlich lastete auf uns allen der Druck des neuen Abkommens. Unser e L a g e ist die: Wir sind militärisch gebrochen, politisch stillgelegt und ringen wirtschaftlich nach dem kärgsten Leben. Ein Volk in dieser Lag« darf keinem Abenteuer ausgesetzt werden. Jeder kleine Fehler kann die schwersten Konsequenzen zur Folge haben. Daraus ergibt sich die Mahnung zuruhigerundwachsamer Besonnenheit. Der Friede von Versailles bringt es mit sich, daß zahllole Kommissionen in deutschen Landen tätig sind. men find Ausgaben gestellt. deren Durchführung viel Pein- I i ch e s für uns hat. Am Ertragen dieser Dinge können wir wür- dia sein. Wir dürfen niemand gegenüber diese Würde auger Acht lassen. Verstöße gegen dies« Forderung, insbesondere gegen die international gewährleisteten Rechte von Vertretern fremder Staa- ten müssen wir bitter büßen. Ein Fehler, der uns in den politischen Abgrund gestürzt hätte, wäre es gewesen, wenn wir uns hätten verleiten lassen, in den rusfisch-polnischen Krieg einzutreten. Es gab nur eine Parole für uns. die Parole der strengsten Neutralität. An Versuchen hat es nicht ge- fehlt, Deutschland von den Wegen abzuführen, die es im eigenen nationalen Interesse gehen inußte. Heute werden auch diejenigen Schichten der Bevölkerung, die mit fieberhaftem Anteil dem Vor- marsch der Sowjettruppen gefolgt sind, es der deutschen Regierung danken, daß sie, unbeirrt durch Phantastmagocien ihren geraden Weg verfolgte.(Sehr richtig!) Vielleicht haben sich auch diejeni- gen nicht ganz klar gemacht, die sehnsüchtig danach verlangten. daß wir dem Gewaltakt der Polen in Oberschlesien mit lpe- walt begegnen sollen. Unsere Abrüstungsmaßnahmen geben ihren geordneten Dang, so schwierig dieses Problem auch ist. Wir haben uns genau an das halten müssen, was uns auferlegt ist. Einen deutschen Militarismus gibt es nicht mehr. (Lachen bei den Unabhängigen.) Wenn draußen in der Welt noch immer gelegentlich versucht wird, den blutlosen Schatten des deutschen Militarismus zu beschwören(Zuruf bei den Unabhangi- cn: Er i st sehr blutig!), so ist es nur, um eigene militari- .tische Pläne zu decken.(Sehr gut!) Dagegen besteht wohl ein An- spruch Frankreichs auf sie Hegemonie auf den Kontin- g e n t. Sie haben die Ziffern gelesen, die neulich über ssfrohk« reich» Heeresftärke mitgeteilt sind. Es ist eine gewaltige Militär- macht, verstärkt durch die Rechte aus der Militärkonvention mit Belgien und aus dem engen Verhältnis zu Polen. Von deutscher Seite ist kein Hindernis mehr, um dem großen Gedanken der Abrüstung überall zum Siege zu verheilen.(Beifall.) Wir warten darauf, dah die großen Militärmächte von heute dem Bei- spiel folgen, das wir nach ihrem Willen kundgegeben haben. Mit Befriedigung möchte ich immerhin feststellen, daß gerade der Fortgang der Entwaflnungsaktion als ein Zeichen innerer Beruhigung unseres Volkes zu unseren Gunsten gebucht werden kann. Sodann die Kohlenfrag«: Wir sind bisher nicht hinter dem zurückgeblieben, was oerlangt wird. Unablässig ist im Kohlenberg- bau gearbeitet worden, die deutschen Wirtschaftsinleressen haben zurückstehen müssen und jetzt ist ganz Frankreich überreichlich mit Kohlen versorgt.(Lebhaste Rufe: Hört. hört!). Am handgreiflichsten zeigt sich immer wieder In der O k k u p a- t i o n unsere Bedrängnis. Sie kennen. die geradezu trostlosen Zahlen. In Spaa wurde uns zugesagt, daß auf einer neuen Konferenz die Frage der Reparation behandelt werden sollte. Noch heute warten wir auf Erfüllung dieser Zusage.(Hört, hört!) Inzwischen sind Verhandlun- gen eingeleitet worden, deren Gang und Ergebnis uns darüber aufklären wird, ob diese wichtige Frage, die entscheidend sür das Wirtschaftsleben ganz Europas ist, im Sinne einer V e r st ä nd i- gung einer Lösung nähergebracht werden soll. Noch heute wissen wir nicht, welche Grenzen das Deutsch« Reich nun endgüllig haben wird. Das Schicksal Oberschlesiens harrt noch der Entscheidung. Der polnische Bergrößerungswahn. der nach allen Seiten aggressiv vorgeht, macht sich mit den brutalsten Mitteln an diesem alten deutschen Besitz bemüht. Unsere Landsleute in Ober- lchlesien aber weroen fest sein, so hoffen wir zuversichtlich, in der -treue zum Reich.(Bravo!) Den besonderen Verhält- nissen Oberschlesiens werden wir Rechnung tra- gen. Dem Reichstag wird demnächst ein Gesetzentwurf zugehen, der der oberschlesischen Bevölkerung das Recht einräumt, in unbe- «influßter Abstimmung über ihre bundesstaatlichr Selbstän- digkeit zu beschließen. Wir stehen mitten in einer Ernährungokrisie, und es wird vieler Mühen bedürfen,»m unserer Bevölkerung über die Schwierigkeiten des Winters hinüberzuhel- fen. Die Angrisfe. als trage das gegenwärtig« Kabinett die Schuld daran, greisen völlig lehl. In der Rcichspolitik hat dieses Kabinett lediglich die Erbschaft seiner Vorgänger übernommen. Der Abbau der Zwangswirtschaft ist, soweit er beschlossen wurde. doch nur der Ausdruck für die Tatsachen gewesen, daß die Zwangswirtschaft längst zusammengebrochen war.(Sehr wahr!) Die sehr interessanten Auseinandersetzungen zwischen den Herren Schmidt und W i s?« l l in Kassel entheben mich weite- rer Ausführungen. Lassen Sie mich in dieser Stunde an alle Landwirte den Appell richten, das Ihre zu tun, daß unser Volk auch diesen Winter glücklich übersteht. Es gibt keine Regie- rung, kein Parlament, das heute dem deutschen Volke ein Dasein des Auskommens, der Behaglichkeit, der Fülle Ichaffen kann.(Sehr richtig.) Ein Teil unserer Bevölkerung hat leider den Lehren der russischen Terroristen das Ohr geöffnet. Die kommunistisch« Partei tritt handelnd auf, bekennt sich zu Moskauer Gewaltgrundsätzen, geht nur durch den Bür- gerkricg.(Sehr richtig.) Wer zu Moskau schwört, muß sich Mir sein, daß er damit die Verpflichtung auf sich nimmt, den Umsturz des Reiches durch blutige Gewalt und Bürgerkrieg herbeizusiihren. (Sehr richtig.) Er stellt sich damit außerhalb der Rechtsordnung, die wir mit den gesetzlichen Mitteln zu schützen verpiliq- tet sind.(Bravo! Lebhafte Zurufe links. Rufe rechts: Ruhe.) Sparsamkeit ist ein Gebot für eine pflichtbewußte Negierung. Unser Programm gebt dahin, in Industrie und Landwirtschaft alle Kräfte zur Wiederherstellung der deutschen Arbeitsfähig- k e i t mobil zu machen und den höchsten Nutzeffekt zu erzielen, Hunger Roman von Knut Hamsun. 17, Ich legte mich wieder, um zu versuchen, ob ich nicht schlafen könne, in Wirklichkeit aber, um mit der Dunkelheit zu kämp- fen. Der Regen hatte aufgehört, und ich vernahm keinen Laut mehr. Eine Zeitlang horchte ich noch auf Fußtritte in der Straße, und gab mich nicht eher zufrieden, als bis ich einen Fußgänger vorübergehen hörte, nach dem Ton zu ur- teilen, ein Konstabler. Plötzlich knipste ich wiederholt mit den Fingern und lachte. Den Teufel auch! Ha!— Ich bildete mit ein, ein neues Wort gefunden zu haben. Ich richte mich im Bette auf und sage:„Das gibt es nicht in der Sprache, ich habe es erfunden, Kuboaa. Es hat Buchstaben wie ein Wort, beim süßesten Gott, Mensch, du hast ein Wort erfun- den... Kuboaa... von großer Bedeutung... Mit offenen Augen, erstaunt über meinen Fund, sitze ich da und lache vor Freude. Dann fange ich an zu flüstern; man könnte mich belauern, und ich gedachte meine Erfindung ge- heim zu halten. Jetzt war ich in den fröhlichen Wahnwitz des Hungers geraten; ich fühlte mich leer und schmerzfrei, und meine Gedanken waren zügellos. Ich gehe still mit mir zu Rate. Mit den sonderbarsten Ecdankensprüngen versuche ich die Be- deutung meines neuen Wortes zu erforschen. Es brauchte weder Gott noch Tivoli zu bedeuten, und wer hatte gesagt, daß es Tierschau bedeuten solle? Wenn ichs recht bedachte, war es nicht einmal absolut notwendig, daß es Vorlegeschloß oder Sonnenaufgang bedeutete. Für solch ein Wort einen Sinn zu finden, wa- nicht schwer. Ich würde warten und es darauf ankommen lassen. Inzwischen konnte ich ja noch darüber schlafen. Ich liege auf der Pritsche und lache, sage aber nichts, weder dafür noch dawider. Es vergehen ein paar Minuten und ich werde nervös, das neue Wort plagt mich unaufhörlich, kommt immer wieder, bemächtigt sich zuletzt meines ganzen Denkens Und macht mich ernst. Ich war einig über das, was es nicht dedeuten sollte, hatte aber noch nicht beschlossen, was es be- deuten solle. Das ist eine Nebenfrage! sage ich laut zu mir �ud fasse meinen Arm und wiederhole, das sei eine Neben- Jsuge. Tan Wort war Gott sei Dank gefunden, und das war d'e Hauptsache Der Gedanke aber plagt mich endlos und hindert mich am Einschlafen; nichts war mir gut genug für si dies außergewöhnlich seltene Wort. Endlich richte ich mich wieder im Bette auf, umklammere meinen Kopf mit beiden Händen und sage: Nein, das ist ja gerade das Unmögliche, Auswanderung oder Tabakfabrik kann man nicht damit de- zeichnen! Hätte es etwa Derartiges bedeuten können, so hätte ich mich ja längst dazu entschlossen und die Folgen getragen. Nein, eigentlich war das Wort geeignet, etwas Seelisches zu bedeuten, ein Gefühl, einen Zustand— konnte ich das denn nicht einsehen? Und ich besinne mich, um etwas Seelisches ju finden. Plötzlich kommt es mir vor, als ob jemand spräche, 'ich in mein Gespräch mischt, und ich entgegne wütend: Wie beliebt? Nein, solch einen Idioten gibt es auf der ganzen Welt nicht mehr! Strickgarn! Scher dich zur Hölle. Jetzt muß ich aber wirklich lachen! Wenn ich fragen darf: Weshalb bin ich verpflichtet, es Strickgarn bedeuten zu lassen, wenn ich speziell etwas dagegen habe, daß es Strickgarn heiße? Ich selbst hatte das Wort erfunden, und ich hatte das gute Recht es bedeuten zu lassen, was ich wollte, woviel ich wußte, hatte ich mich noch nicht endgültig ausgesprochen... Aber mein Gehirn geriet immer mehr in Verwirrung. Zu- letzt sprang ich aus dem Bett, um die Wasserleitung zu suchen. Ich war nicht durstig, aber mein Kopf brannte im Fieber, und ich spürte ein instinktmäßiges Verlangen nach Wasser. Als ichgetrunken hatte, ging ich wieder zu Bett und versuchte mit Macht und Gewalt einzuschlafen. Ich schloß die Augen und zwang mich ruhig zu sein. So lag ich mehrere Minuten ohne eine Bewegung zu machen, ich geriet in Schweiß und fühlte, wie mir oas Blut stoßweise heftig durch die Adern fuhr. Nein, es war doch zu kostbar, daß er das Geld in der Tüte suchte! Er hustete auch nur einmal. Ob er wohl noch dort unten ging? Auf meiner Bank saß... Der blaue Perlmutter... die Schiffe... Ich öffnete die Augen. Wie konnte ich sie denn auch ge- schlössen halten, wenn ich nicht einzuschlafen vermochte? Und dasselbe Dunkel brütete um mich her, dieselbe unergründliche, schwarze Ewigkeit, gegen die meine Gedanken stch aufbäumten und die sie nicht zu fassen vermochten. A?omit sollte ich sie vergleichen? Ich machte die verzweifeltsten Anstrengungen. um em Wort zu finden, das schwarz genug war, um dieses Dunkel zu bezeichnen, ein Wort, so grausam schwarz, daß es meinen Mund schwärzte, wenn ich es aussprach. Herr Gott, wie dunkel es war! Und das machte, daß ich ibied'er an den Hafen und an die Schiffe denken mußte, diese schwarzen Un- geheuer, die draußen lagen und aus mich warteten. Sie woll- ten mich an sich ziehen und mich festhalten und mit mir über Land und Meer segeln, durch dunkle Reiche, die noch kein Mensch geschaut. Ich glaube an Bord zu sein, fühle mich ins Wasser hinabgezogen, in den Wolken schwebend, sinkend, sin- kend... Ich stoße einen heiseren Angstschrei aus und klam- mere mich an das Bett fest: ich hatte eine gesährliche Reise gemacht, war durch die Luft gesaust wie ein Bündel Zeug. Wie erlöst kam ich mir vor, als ich mit der Hand auf die harte Pritsche schlug! So ist das Sterben, sagte ich zu mir, jetzt wirst du sterben! Und ich lag eine kurze Weile und dächte, daß ich jetzt sterben müsse. Endlich richte ich mich«u Bette aus und frage strenge: Wer sagt, daß ich sterben muß. Wenn icy das Wort erfand, habe ich auch das gute Recht, selbst zu bestimmen, was es bedeuten soll... Ich hörte, daß ich phantastette, hörte es noch, während ich sprach. Mein Wahnsinn war ein Delirium aus Schwäche und Ermattung, aber ich war nicht besinnungslos. Und plötzlich fuhr mir der Gedanke durchs Hirn, daß ich wahnsinnig geworden sei. Von Angst gepackt, springe ich aus dem Bette. Ich taumele nach der Tür, die ich zu öffnen versuche, werfe mich ein paarmal dagegen, um sie zu sprengen, renne mit dem Kopf gegen die Wand, jammere laut, beiß- mich in die Finger, weine und fluche... Alles war still: die Mauern warfen nur meine eigene Stimme zurück. Ich war zu Boden gesunken, außerstande� noch länger in der Zelle umherzurasen. Da gewahre ich hoch oben, mitten vor meinem Blick ein graues Quadrat in der Mauer, einen weißen Ton, eine Ahnung— das Tageslicht. Ich fühlte, daß es das Tageslicht sei, fühlte es mit jeder Pore meines Körpers. Ah! wie köstlich ich aufatmetete! Ict, warf mich flach zu Boden und weinte vor Freude über diesen barmherzigen Lichtschimmer, schluchzte vor Dankbarkeit, wars dem Fenster Kußhände zu und betrug mich wie em Wahn- sinniger. Auch in diesem Augenblick war ich mir dessen ve- wüßt, was ich tat. Aller Mißmut war mit einem Male ver- schwunden. Schmerz und Verzweiflung hatten aufgebort, und in diesem Augenblick hatte ich keinen unerfüllten Wunsly, so weit meine Gedanken reichten. Ich richtete mich auf dem Boden empor, faltete die Hände und wartete geduldig auf den Anbruch des Tages. (Fortsetzung folgt.) unsere Verkehrspolititzu sanieren, unsere Finanzen p» ordnen und ein« Arbeit erpolitik nach modernen und so�a- len Grundsätzen zu treiben. Die Frage der Sozialisterung ve» Kohlenbergbaues ih Gegenstand eingehender Erörterung im Reichskohlenrat und im Rcichswirtschaftsrat geworden. Eine Vorlage wird Ihnen nächstens zugehen. Die noch ausstehen» den Ergänzvngszablen zum Reichstage sollen qe- meinsam mit den vreuhischen Landtogswahlen stattfinden.(Zu. ruf« rechts: Wann?) Sollten die pmchischen Wahlen sich verzS» gern, so würde» in den Absiimmungsaedieten die Reichstagswah- len früher stattfinden müssen. Wir müssen alle Kräfte zu passiver Arbeit zusammenfassen. Wir brauchen die Treue und einmütige Mitarbeit aller Parteien. Dann werden wir erreichen, was wir all« wollen, das Wohl von Volk und Reich.(Lebhafter Beifall.) ReichssinanMinifter Dr. Wirth: Es ist unerhört, dah«roch solange nach Unterzeichnung des Friodcnsoertrages unser« Lasten noch nicht bestimmt sind. Kein Wunder, wenn niS?t nur die deutsch« Finanzlage sich von Monat zu Monat schwerer gestaltet, sondern auch die inter- national« Finanzlage und das ganze Getriebe der W e l t w i r t, fcha ft, die> nicht in Gang kommen kann, so- lange die Unsicherheit hier besteht. Auf der Kon» ferenz von Brüssel wurde wenigsten» emicht. dag die Finanztragen vnd ihre Zusammen» M.HB groben_ hange mit der Wirtschast im allgemeinen eine inter- nationale Lussvrache«rsolgt ist. Eine Gesundung ist erst möglich, wenn eine klare Festsetzung der deutschen Leistungen und der deutschen Leistungsfähigkeit gegeben ist. Sehr richtig!) Leider fehlen in dem Etat noch die Auswirkungen des Besoldungsgesetzes. und ich mächte an die Mitglieder aller Parteien die dringende Bitte riäiten. die Beratungen im Besoldungsausschuh zu fördern, damit wir unser« Beamtenschaft aus dem Zustand einer sehr bedauerlichen nervösen Unruh« herausbringen. Ich vermag heut« noch nicht abzusehen, welche Aufwendunaen dem Reich für die Ernährung unserer Beoölkuuiig noch z» Lasten fallen«erden. Grundsätzlich mug mit der Bereitstellung von Reichsmitteln hier möglichsl bald gebrochen werden. Es ist nicht möglich, von der Geldseite her und zwar durch Neudruck von Noten die ök»» nomische Lage Deutschlands zu verbessern.(Sehr richtig!) Wie kommen um zwei Grundprovleme nicht herum: wir müssen für unser Volk das nötige Brot schaffen. Ausjerdem müssen wir dafür sargen, dah das g e i st i g e Leben Deutschlands, seine Wissen- schuft und seine Forschungen nicht ganz zum Stillstand kommen. Die Schuld Deutschlands setzt sich heut« aus folgenden Beträgen zusammen: Fundiert« Schuld!»1 Milliarden, schwebende Schuld 157,3 Milliarden, darunter diskontierte Schatzanweisungen 135 Milliarden, Zahlungs« Verpflichtungen mit Schatzanweisungen 11,3 Milliarden, Sicher- behsleistungen mit Schatzanweisungen 7J Milliarden. Dazu kommen die Aufwendungen des Reiche, gemäss§ 69 des Steuer- gesetzes mit 14,6 Milliarden, da» sind zusammen 262,9 Milliarden. binzuzurechnen ist noch der zu verzinsende Restbetrag der Eisen- be.chijchuld mit LS Milliarden: also alles zusammen abgerundet 255 Milliarden beträgt heute die Schuld de» Reiches. Zu den 67 .Rilliarden Fehlbeträgen, die teilweise heut« schon in die schwe» dende Schuld übergegangen(tnd.«erden mindestens bis Ende die« les wahres noch 39 Milliarden hinzukommen. Roch nicht genannt ssnd die für die Erhöhung der Beaintengehälter, Ruhegehalter usw. benötigten Milliarden. Bis Ende des Rech- nungsiahres wird sich die Schuld um etwa 40 Milliarden Mark erhöhen. �Entsprechend der Entwertung des Geldes war der Be- Varl des Reiches inzwischen gestiegen. Abzüglich der Ueberweisun- ssn die Lander stellt sich der Bedarf des Reist)«? auf 30.5 H Ä Lasten des Krieges sind im ganzen 19,7 «cultarden anzusetzen. Da« uns allfaezwungeste Söldner- beer wirkt der so notwendigen Cparlemkeit direkt entgegen. Ein Bollsh-er ist sparsamer als«in Söldnerheer. In der Bor- •kriegszeit betrügest die Gefamtkiisten für ei»«« Soldaten 1290 91., gegenwärtig 21 609 M. (Lebhaftes hört, hört?) Schon diese wenigen Beispiele zeigen. wie der Rcichsbedarf durch die Kriegswirkungen emporgclchräubt ist.— Di« ausserordentlichen Ausgaben des engeren paus- Haltes zeigen einen Bedarf von IlL Milliarden Mark. Dt« Ausgaben für ausserordentliche fteereskosten 1,7 Milliarden, für Wohnunasbauten. Bergarveiterernährung usw.(drei Milliarden) werden im nächste» Etat sich wesentlich verringerit. Die Ausgaben für Erwerbslosensiirsorge. Wohnungsbau» n usw. werden erheblich steigen.— An fortlaufende» Steuern und Ad« gaScu sollen 32,6 Äkilliarden«uflommen, an einmaligen 4.5 Mit- liarden, insgesanlt SSL Milliarden, so daß sich ein Ausgleich de; ordentlichen Einnahmen und Ausgaben— auf dem Papier er- gibt. Das Aufkommen der Einkommensteuer ist auf l2L Milliarden oeranschlagt. Bon der Entwicklung der Einnahmen im nächsten halben Jahre hängt die Frage der Beschliessuns neuer Steuer» wesentlich ab. Äussert) rdentlich erschwert wird die Lag« des Ret. ches durch die Forderungen des Friedensvertrages. 41 Milliarden stnd au, der DurSlührung de» Friedensvertrages und an Kosten der Okkupation erforderlich.(Leohaftes hört, hörtl)— Di« Fertigstellung des dritten Etats des Haushalts d« Betriebs»««. waltungen hat sich immer wieder hinausgezögert. Di« Post rechtret mit einem Fehlbetrag von 2 Milliarden, vie Eisen- bahn mit einem solchen von 1V Milliarden.,„. Dc« Betriebsverwaltungen müssen ferner vielfach Aufgaben auf sozial politischem Gebiete erfüllen. Ei« leiden ausserordentlich an der schematischen DurchfShrunz des Acht-Stonden-Tagea. Rotwendig ist die Bekämpfung de, Schmugglerwesens und der Korruption. Seien Sie versichert, dass ich ohne Ansehen der Partei und der Person diesen Kampf fuhren werde. t- Die grossen Anzeichen einer Weliwirtscha'tskrisc sind nicht mehr zu verkennen. Auf irgendein« Weis« muh da, Reich auf die Hauvterwerbszweig« und Raturgllter. soweit sie zur Erfüllung des Friedensvertrages in Frag« kommen. Cinfluss gewinnen. An erster Stelle steht da dt« Kohl«. Ernster Erwägung bedarf die Frage eines allgemeine» Dtenstjahr«»:«in solches wird infolge des Diktats vcn Versailles auf die Dauer nickt umgangen wer- den können. Als Volk werden wir viele Jahre Fronarbeit leisten müssen. Auf dem Gebiete der Wirtschaft müssen wir zu Taten schreiten, vorwärts, dem Lichte und der Freiheit entgegen. (Betfall.)! Da» Hau« vertagt sich.— Donnerstag 1 Uhr: Wetterberatung. Preußische Landesversammlung 162. Sitzung. 27. Oktober 1929. Vizepräsident K r t«, eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Min. Da» Haus ist ,ehr schwach besetzt. Das Gesetz über weitere Beihilfen für die Kriegsvohkfahrts- ausgaben der Gemeinden wird dem Hauptaus chuss, die Mitteilung des Justizministeriums über die Dienstverhältnisse der Justiz- sekretare dem Rechtsausschuss überwiesen. Darauf wird die zweite Beratung des Handels« u»d Geweebe- � Abg. � Wlqlow(Dem.): Das Handwerk leidet sehr unter den hohen Gewervesteuern. Deshalb treten wir für den Zentrums- »ntrag ein. wonach die Zuschläge für Kewerb steuern eine bestimmte Höhe nicht überschreiten dürfen. Der Borichlaa eines Arbeits« dienstiahres ist zu erwägen. Die Löhne und Eebälter sollten auch bei uns nach Inderzistern festgesetzt werden. damU die Wut- si�aftsk' mvse endlich aufhören.„,. Ab«. Esser(Ztr.): Mir stehe» auf dem Bode» d« Reich». oersassun«. die«ine Sozraltfiorung mir für geeizneie Privatbetriebe vorsteht. Der Zusammenschluss des Hand» werk» zu einem Reichsverbond ist zu begrüßen. Abg. Hamm«(Din.): Diejenigen, die nichts haben, sind in der Cteuerbewilligung aus dem Einkommen und Vermögen anderer immer sehr rasch bei der Hand.(Unruhe bei den Soz.) Z:rr Finanzminister will iein DreimMardeudcsizit durch eine neu« Belastung des Haus- und Grundbesitzes ausgleichen. E gen dies« ungerechte Verteilung von Steuern erheben wir nachdrücklich Ein- svruch. Man sollte im Reiche und in Preußen sofort e i n e R: i h e Ministerien zusammenlegen. In der Steuer- gesetzgebung sollte man endlich die Hondwerk«: und Ge- werbetreibenden mehr berücksichtigen: wie verlangen ein'>«ns- wrekskammergeletz in der Art des Handelsio.mmeigesctzes. Danach vertngt sich da» Haus aus Donnerstag 1 Uhr. Ber- fassung, Weiterberatung. Die AttgestellLenverstcheruug Schlimme Z«stSn�e vom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Di« Reichsversicherungsan st altfür An gestellte hat insofern einen zweifelhaften Ruf, als ste es trotz ihres nun- mehr siebenjährigen Bestehen» nicht zu einer geordneten Verwaltung gebracht hat. Nach§ 183 des Versicherungsgrletzes für AngesteNte soll über die eingezahlten Versicherungsbeiträge durch Merken quittiert werden. Diese Bestimmung ist jedoch niemals durchgeführt wor- den, die Reichsversichencngsansialt für Angestellte hat vielmehr die Beiträge durch die vetrieboinhaber gegen da» Versprechen entgegengenommen, den Versicherten alljährlich K o n t o a u s- züge über die geleisteten Beiträge zu Loersenden. Dieses Jer- sprechen ist nickt eingelöst worden. Dieser Tage haben nun..die beamteten Mitglieder des Direk- toriums der Reichsveificherunasanstalt für Angestellte" Abänderungsvorschläge zudem bestehenden Gesetz ge- macht, indem ste auf den ursprünglichen Tert de» Gesetzes zurück- greife» vnd die Veitreig« durck Marken quittieren«ollen, lieber die Art und Weife wie da» Tohuwabohu der bisherigen Verwal- tung aeordnet werden soll, enthalten die Abäiiderungsvorschläge keinerlei Andeutungen. Bisher w«rde» die versicherten in die folgenden Se- halt, klaffen Eingeteilt: Klasse A bii« 550 Alk, Klasse B von niehr als 569 Mk. bi? zu 860 9it., », C„ ,,„ 850 M ,,« l• 60 ,, » N....- 1150» 1S00- »„ 1600„„ h 2900 » B i, �.i 2000 ,,„ 2500 ,, »• O»„ n 2500 M„ m SCiOO H H„„„ 3000 4000„ »» J., h 4000„ h„ 6000 ,, Räch den erwähnten Vorschlägen soll die Versicherung«)- grenze»auf 30 000 M. erhöht und gleichzeitig folgende Beitrags- llassen neu eingeführt«erden: Klasse K von mehr als 6 000 Mk. bis zu 6000 Mb --„„ 6 Oi O„ /##- 5 OX) M „ M �„„ 8000„„„ 10 000.. w N ,,---- 10 000 M„„ 12 000„ „ O 0.„ 12000„ �„ 15 000„ „ P„„„ Iß 000„„„ 10000.. .. Q„„»0000„„„ 30000.. Hinsichtlich der Beitröge ist ein« wesentliche Erhöhung geplant. Der wichtigste Teil der Abänderungsvorschläge besteht für ferne Urheber wohl darin, daß die beamteten Mitglieder des Direkto- rium» zunächst die im bii' stellt« vorgeschrieben« A u f ichrSnkrn und fooann mit------------.—.„__ Mitb-stuntzuingSrecht der Versicherten aufräumen wollen. Da? Beamtentum im Sisherigen Direktorium der Retchsversicherungs- anstatt will sich den entscheidenden Einfluß völlig sichern. Mit wel- che:— man möchte beinahe sagen— Unverfrorenheit dies bemerk- ftelligt werden soll, geht au, den llebergangsvorschriften hervor, in denen es u. a. heißt: ..Der Präsident, der Vizepräsident, die übrigen beamteten Mitglieder de» Direktorium» und dt« sonstigen höheren plan- mässigen Beamten, die beim Inkrafttreten dieses Gesetze« im Amte stnd. gelten als auf Lebenszeit gewählt rni bestätigt: ihre erworbenen Reckte bleiben unoerüyrt. Sofern sie inner- halb dreier Monat« nach dem Inkrafttreten des Gesetzes das Verbleiben im Amte ablehnen, beziehen sie auf die Dauer von fünf Iahren ihr letztSe,«genes gesamte, Dienjteink-mmqn einschließlich der Teuerungszulagen als Wertepeld, von da ad drei Viertel diese, Gesomieinkommens als Pension. Als Teue- rungsznlaaen für diese Beamten gelten jeweils die im Verlaufe de, Wartegeldbezuoes, sMtestens im Zeitpunkte de? Beginns der Pension, an gleichartige Klassen der Reicksbeamten gewahr» tan Zulagen. Die Vorlchriften der FS 57 b'»«6 de» Reichs» beonitengeletzes gelten entsprechend, ebenso finden dessen Vor- schriflen über die Hinterbliebenenversorgung entsprechende An» Wendung. Höhere Beamte, denen Anwartschaften auf Stel- len eröffnet find, insbesondere durch Ernennung zum Regie- ru»gz«ll«lsor von Reichs»egen. find bei der Veftfcuttg der ple.nmaßigen Stelle» zu berückückligen. Mit erfolgter Wahl rtte» ste als«uf Le»e«»zeit gewühlt und Sestätlat. te Herren Direktoren und diejenigen, die in ahnlicher Rang- stuf« stehen, wollen also auch materielNür sich sorgen, um im übri- gen ein beinahe unbeschränktes Regiment über die mitt- leren und unteren Beamten in ihrem Betrieb- auszuüben. Dieser Plan, ans der Versicherung für Angestellt« eine Institution zu mache», die statt dessen furdi« Mitglieder des Direk. toriums existiert, wird von den freigewerkfchafilichen Ange- stellten entschieden bekämpft, und zwar um so mehr, als gerade dieses Direktorium, da-, nach grösserer Macht strebt, sich bis- her als u n f S h t g erwiesen hat. die Reichsversicherungsanstalt in einer den Wünschen der Angestellten genügenden Weis« zu»er- walten. * Von anderer Seite wird uns noch mitgeteilt: Wie aus dem vorstehenden zu ersehen ist, hat die Reichs- Versicherungsanstalt für Angestellte die Bedingun- gen des K 183 des Bersicherunasgesetzes für Angestellt« nicht er- füllt. Die Anqestellten stnd ohne jede Kontrolle darüber, ob der Unternehmer den auf stjn«ntscillenden Teil der Versiche- rungsbeiträge gezahlt hat. Wenn ursprünglich im Gesetz vor- gesehe» war. dah über die«ingezahlten Beiträg« durch Bei- tragsmarken quittiert werden soll, so hatte da» Direktorium der Reichsversicherungsanstalt den Plan, den Versicherten durch Üeberlendung von Kontenauszügen Rechnung zu legen. Es ist dies in den Iahren lS14 und 1915 auch geschehen, jedoch dann unterblieben. In dem Geschäftsbiericht für 1916 der Reichsversicherungsanstalt wird begründend kurz und bündig gesagt:»Mit Rücklicht auf die Kriegsverhältnisse muss im Berichtsjahr von einer allgemeinen Versendung von Kontoaus- zügen Abstand genommen werden." Im Geschäftsiahr 1917 wird gesagt, daß die Versendung von Konisauszügen noch nickt geschehen sei.„es werde jedoch mit der Versendung für Ende 1917 in den einzelnen Buchungsstellen be- gönnen werden, sobald die im Jahr« lgiy«ingegangenen Lei- träge verbucht sind und das Beitragsiahr 1917 abgeschlossen ist." Auch für die Jahre 1918 und 1919 wurde der Beginn der all- gemeinen Versendung von Kontoauszügen angekündigt, jedoch uch nicht durchgeführt. In dem Gelchäftsbertcht für 1919 »-.rspricht das Direktorium nunmehr, daß für da» Jahr 1929 jämilichen versicherten ei« Konloauszug zugest-llt werden soll. Räch den bishengen Erfahrung»,! wird man n'cht glauben tön- »e«, daß da» Direktem« de» tmmxr wiederhekte. aber«temal, eingelöst« verspreche» erfülle« wird. Das Direktorin«»ersucht unter dem Vorgeben, daß für dl« Versicherten dle Selbstver« w a l t u n g eingeführt werden müsse, um ein« Verstärkung ihres Einflusses zu sichern, die völlige Vureaukratisterun« durchzuführen. Es ist deshalb Pflicht der versicherten A«qestell» te«, dies zu verhinder«. damit die Verwaltung der Angestellten« veesichcrung durch die versicherte» ausgeübt wird. Der bisherige Zustand in dem Geschäftsgebaren des Direktoriums der Reichs« Versicherungsanstalt ist unhaltbar geworden, den sich di» Versicherten nicht mehr bieten lassen können. Aus der Partei Bezirk Plaue« i. B. Am Sonntag tagte in Zwickau der Parteitag der U. S. P. D. für den Bezirk Plauen. Die 11069 Mitglieder zählende Organ!« fation war durch 149 Delegierte vertreten. Di« Reichstags« abgeordneten Z S ck r l und Puchta nahmen daran teil. Genosse Hertz- Verlin sprach über die gegenwärtigen politischen Auf- gaben. Räch einer sachliche» Debatte wurde eine Resolution an« genommen, in der zum Ausdruck gebracht wird, de-ss die durch die Moskauer Bedingungen herbeigeführte Spaltung der Parier einen Schlag gegen die Kampffront der Arbeiter- k l a 1 f« da'stellt. Die Delegierten erklären, sich mit allen Kräften für die Erhaltung der Partei einzusetzen. Sie lehnen all« Ver- suche, die Partei in das Lager der Kommunisten Lberzufiihren und die Taktik den Befehlen einer fremden Exekutive zu unter« ordnen, entschieden«b. verpflichten sich aber,.die kämpfende» russischen Proletarier mit allen Kräften zu unterstützen. Von der Parteileitung wird gefordert, den veschluss des Leipziger Partei- tags durck'ufllbren und Verhandlungen zur Schaffung einer kampffähigen Internationale einzuleiten. Das auf dem Partei« tag in Halle beschlossene Manisest wurde guigeheißen und die Aktion zur S o z i a l i s i« r u n g de? Kohlenbergbaues begrüßt. Weiter wird gefordert, sofort Verbindungen mit de» Gewerks ch asten herzustellen, um auck deren Mitglieder bei dem Kampf für die Eozialisiening mobil zu machen. Ab» svlitterungen sind im ganze« Bezirk Plauen nur in kleinem Umfang« erfolgt, s« daß die Organisation in ungeschwächter Kraf» den neuen Kämofen entgegengehen kann. Am Sonnebend vorher sprach in einer Mitgliederversammlung in Plauen Genosse Puchta über den Parteitatz. Die Reu« kommunisten hatten eine» Korreferenten au» Leipzig bestellt, der aber von der Versammlung abgelehnt wurde mit dem IMn« «eis darauf, daß die Lage genügend geklSrt fei. Tie Reu» kommunisten verließen darauf den Saal: von den 450 Anwesen« den schlössen sich 80 dieser Aufsorderuntz an. Eine Resolution, die sich für die Grundsätze unserer Parte« aussprach, wurde hierauf einstimmig angenommen. Esse««. d. R«fjt Am letzten Sonntag fand in Essen eine Funktionärsitzuna statt. die Stellung zum Parteitag nahm. Di« Reukommunisten Pan- z e r und W e r n« r priesen die Spaltung und feierten durch radi« kale Reden d!« neu« Situation. Genosse Steinhauer trat d«« Ausführungen sachlich entaegen. Di« Funktionärsitzung JPr°~: darauf den Reichs- ano Laadtagsabgeordneten, die«uf dem der IL S. P. stehen, das Mißtrauen aus. Di« alle» �ntandz- Mitglieder, die Gegner der Moskauer Bedingungen st«,«»wen für abgesetzt erklärt. Unsere Genossen darauf unte„ Führung des Parteivorsitzenden Stein�uer dt« reukammum�llcke Tagung und versammelten sich in«inem�der-n Lokal. Trotz de. ungünstigen Verhältnisse in Essen erklärten sich übe? CO Micke in'd weiblich« Funktionär« für uns«» Die«forderlichen Maßnahmen zur Reoegenisation der U.S. P.D. im Kreise Essen wurden sofort getroffen. Don der Stadtverordnete»« feaktio» sind sieben Mitglieder gegen die Bedingungen und zwei das ür. Die kommunistisch« Leitung de»..Ruhr« Echo" lehnte die Verösfentlichung einer entsprechenden Erklärung. den sich auch die örtliche Parteileitung angeschlossen hatte, ab. In der am Sonntag tagenden Generalversammlung der Verlagsoenessenschast des„Ruhr-Ecko" ergab sich eine'Mehr- � e i t für die Reukommunisten, so daß unser bislieriges Organ ür die U. S.P.D. verloren ist. Das Blatt hat im Oerlauf der letzten Wochen durch fein« demagogisch« Schreibweise über 5000 Leser vertrieben. Trotz der«eheolichen Schwierigkeiten sehen unftre Genossen der Zukunft hofsnungsfroh«ntgegeu. Bezirk?i»rdh««seii Am Sonntag, den 24. Oktober, fand in Rordhaulen ein« Be« zirkskonferenz der früheren Reichstagsmhlkreise Rordhaulen, Ilfeld und Rorbis statt. Di« Organisationsvcrtreter waren seh? zahlreich erschienen. Genosse K l e i« s p« h n gab den Bericht übe: den Parteitag in Halle. Räch einer sehr regen Aussprache wurde gegen 2 Stimmen etne Entschließung angenommen, die sich rückhaltlos- aus den Boden unserer Partei stellt. Aus den Organisationen 4 4. Distrikt Am 27. Oktober tagte In der Schakaula Mankeuffekstraße d'e eiste Generalversammlung der Gegner orr Bedingungen. Sick war,«te die vorhergegangene Funkttonärsitzunz. von durchweg knmpferproSten Genossen besucht. Genosse Krause gab den Be- eicht über den Parteitag und die augrnblicklich« Lage. Der Vorstand wurde»cu gewählt' dt« Paste» sind wie folgt besetzt: l. Versitzender: Werk: 1 votsitzender: vackhetser: Kassierer: Lier und Lang» er: Schrlftsührer: Heinrich und Thieml Revisoren: Siewert, Schlosser und Geilo"i« K a tz k«: Preßlommission: Schner und Lenck: Frauen- lciterin: Genossin Simon: Kinoerschutzlommtjslo»: Genossinneck Dälz und Weizer. OSerschVneweide Eine gutbesuchte Generalversammlung der A. S. P.. Bezirk Oberschöneweid«, nahm am Montag den Bericht vom Parteitag entgegen. Die Ergänzungswahlea zum Vorstand zeitigten fol« gendes Ergebnis: Zum Kassierer wurde der bisherige Schrift« führer. Genosse Besse», als Schriftführer Genosse Gronau gewöhlu Bezirksführer find: Genosse Friedrick für den 1. Bezirk, Genchft Kersten für den 2. Bezirk, Genosse Zahn für den 3. Bezirk, Ke» nosse Wottrtck für den 4. Bezirk, Genosse Seidler für den 5. Bezirk. Da der Referent Genasse Berger nicht erschienen, sprang Genosse Pessier«in und hielt einen t tzj stündigen Vortrag über den Partei« tag in Hall«. Eingehend auf hie ganzen Ursachen, die zuletzt zur Spaltung führten, sprach er zum Schluß die Ueberzeugung aus. das durch die Spaltung die Partei endlich durch Ausschaltung vo» Srnossen. die überhaupt keine sozialistischen Grundsätze mehr per« treten haben, nur«Winnen könne. Redner orrwies darauf, da» wir jetzt schon in Berlin-Brandenburg die ziffernmäßige Majv"' tät haben, und daß. wenn jede Genossin und jeder Genosse strebt ist, tatkräftig mitzuarbeiten, es in verhältnismäßig kurz«» Zeit gelingen müsse, die Partei der U.S. P. D. zu ihrer alte* Macht zu bringen. Der Verlauf der Versammlung zeigt«, daß auch die organisier� Arbeiterschaft von Oberschöneweid« in der alten ll. S.P.D. di» wahre Führerin der Arbeiterklasse erblickt. Rüstiges Arbeiteck wird die Schäden der Spaltung bald wieder ausgleichen. Berlin«Hei«ersd»rf In der e« Sonnabend, den 23. Oktober, stattgefunden�� Generalversammlung»ollzog sich auch in unserer Ortsgru-"-« dt- Trennung. Die Anhänger oer Moskauer Bedingungen, die am Orte bei der llnvahl 82 Stimme» erhielte»(die Geoo«- nur 5). waren ihrer Sache fo sicher, daß sie auch noch dien 5 Stimmen für sich erobern wollten. Räch einer lebhaften Wi»« einandeifetzung verließen jedoch 17 Anhänger der U. S. P-?! den?aal und legten t» einem andere« Raum den Gruzdlttw zum Neuaufbau der Organiiatteu. 19 Gen-'sse« U!b Geivfsitlckcke stehen auf«»fvrer Veite. Wir»sdmi«uch m untrem Ort dck» Danner der u. s. P. hochhalte». Gewerkschaftliches SSSSA£ UiS Die Gewerkschaftsbewegung in Gefahr N« Ztts?litt«n>ng dtt Arieitersrgaatsation«« hat fich bisher «»f die politische» Partei«» beschränkt. Di« starte Macht der sreie» deutschen Gewerkschaste» hat all«« snadikaltflksche» a»d sonstige» Lestreta»s«» zu». Trotz ihr« Veschlosl«»heit b«»ahrt. Aeuerdiag« sind jedoch ftrüK« a« Wert, dt« die tlrt a, dt« Wurzel» dieser Keschlossenheit lege« wolle». Wir habe, bereit, mitgeteilt, dag die St eu t,«« a» i st«« in Hall« mit de, ZerftSrungs- und ZersetzungsarSeit i» de« Eewerkschaste» Se- gönne» habe». Dies« Methode soll»«» a» alle» vrte»,«o die Moata«« Fuß gesaht habe», t-nsequent fortgesetzt werde». Zu verlt» hojst «a» de««iichsten Erfolg dieser planmäßige» ZerstZruagearVeit z» «rzirle». S» hat scho» Mitte September Stichard Müller in einer Kenereloersommlang der Berlin«» Metallarbeiter die Wahl von Angestellten verhindert mit»er vezrlindaag. daß sich„weltpolitische Probleme� vorbereite», die erst geklärt werden mähte». Damit war gemeint, dah die Slrawahl de, Aazesteklte» io lang« hlaaaageschobe»»erde» sollt«, vis ma»«sie» mit der Parole heroastrete» konnte, dah nur Anhänger der kkom» «aaistische» International« besagt find, Srnmrk» schaftosanltionör« z» werde». Bewerlschastogenosse»! Di« ZerfiZrung der««»erkschaste», »och Moskauer Muster durchgeführt, bedeutet die völlig« Lahmlegung der Stohlrast des deutsche» Proletariats Der die Gr- werkschasten zerstSrt, vernichtet«i» Fa«d«me«t de» ntietschaftliche» Kampfe«. Wir svrder» euch aus, dieser Wahosi«»stat der Spal» tu»g,f«»atiker mit aller Kraft«utgegenzntreteu. Durch die Fest- leguug aus u«erfüllbare Forderungen de« Lzelutivkomitre» der dritte» Moskauer International« ist der stolz« Bau der Unab- hengigen Sozialdemokratischen Partei gesprengt worden, dieselbe Erfahr droht jetzt den Sewerkschaften, wen» hier nicht rechtzeitig «atgegengearb-itet wird. Eewerlschaftsgenosse«! Wollt ihr die Keschlossenheit der freie» deutschen Kewrrkschasten wahren, dann bekämpst die bösartige �uat. bevor die ersten Keime ausgehen. Tretet»lle» Spaltung*« »ersuche» fest und entschlossen entgegen. Zeigt Slückgrat. S« geht u« das Schicksal der deutsche» Arbeiterbewegung. f Endgültige Regelung im Berliner Ieitungswefe» Ein vom Sleichsarbeitsministerium eingesetzte» Schiedsgericht yatie darüber zu entscheiden, ob den im Zeitunasstreik entlassenen S i�etn dar Lohn voll zu zahlen sei. Es wurde vom Referenten 2r. D r a b n als Vorsitzenden geleitet. In einem Streik, so lau- tet der Schiedsspruch, liegt in der totsächlichen Verweigerung der wdirrkten Ctrcikarbeit ein« Arbeitsverweigerung, die zu fristloser Entladung berechtigt. Di« bloße Erklärung aber, dah«In Ar« «iter indirekt« Srreikarbeit nickt leisten werde, derechtiat zur <.ntlasiung nicht. In dem vorliegenden Falle werden die Ar- »ettaebcr Irotzdem zu voller Bezahlung der Stniktage verurteilt, f*. n tE®m. Buchdruckertarif oorgeschriebenen Schlichtung?« weg«cht erschöpft hatten, ehe sie Entlassungen vornahmen. Die Lohitbewegtuig bcv Portiers in alle« Grotz-Berliner Häuser« punk' Nack.���geberoerbänden. die den Kerrn-im-Saufestand- die'«�"5k«ltur züchtigen wollen, gehören in erster Stelle Leute, die bis zur Zeit des Zu- und.dwrschen Regierungssystemes. in Stc-vt' auf Srund der o-r»lteten Stödte- Lerfoijung, ihren ganzen Sinfluh zur l�eltuna brack» stand sie"iea" tpnaiicn'«elck notleidender Berufs. Der Deutsche Porti«-verband, Sektion 7(dea Deutsche» Transportarbeiter-Verbandes) hat nun mit dieser Hausbesitzer. Organisation zur wirtschaftlichen Regelung am 17. Juni«19 Tarifverträge abgefchlollen, in dem Lohne für vollportiers. als« Mann und Frau in verschlossenen Häufern, von?!sh> Ml. monatlich vnd für Einzelpersonen von IsiO— l50 Mk. in solchen Häusern, für offene Wohnhäuser sogenannte Hausreinigungen von öst— 70 Mt. monatlich vorgesehen, von diesen Löhne» gehen noch Wohnung und tn Häusern mit Heizung oder Warmwaster die sehr hoben Hei- zungslosten ab.' Di« Hausbesitzer behaupten aber notleidend zu sein und nicht mehr zahlen zu können. Verhandlungen vom Frei- tag, den 22. Oltober, vor dem Reich-ministerium haben nun«nd- gültig den Beweis erbracht, daß wir vo» kriner Seite, weder von unseren Hauswirten noch Beherdcn etwas erwarten lönnen, uns bleibt nur noch die Selbsthilfe, also der Streik, In einer am 2L Oktober im Lehrer-Vereinshaus abgehaltene» Versammlung wurde beschlossen, die vorgelegten Forderungen des Tarife?, die doch die allerbcjcherdensten Bedingungen des Ezistenz» Minimums darstellen, unter allen Umständen zur Voerkennun« ri bringen und mit allen zu Eebote stehenden Mitteln zu er- ä m p s e n. Dt« Versammlung ersucht die Lohnkommission nochmals, in ei« Berhandlong mit de« Re'chsarbeitsmintsierinm zo trete» und umgehend Bericht zu eistatt«». Verf««mlnAg des Dentfche« Be««tenbm»des Am ZK. Oktober fand im großen Saal de, Lehrervereinshaufe, «tn« gut besucht« Versammlung statt, in welcher Albert Falkenberg über ,.D te deutsche veamtenbewegun« in Politik und Presse" referierte. Er führte aus, dah die Beamtenpvlttit sich nicht gegen Personen, sondern gegen da» be� stehende System richten müsse. Zn der Besoldungsfraae dürfe nicht halt gemacht werden vor der Finanzlage des Reiches. Di« Regierung appelliere stet» an den Ivealismu». vergesse aber, die Leamtensäiaft so zu stellen, dah sie diesen auch von sich aus be- weisen könnten. Rndikalistische Strömungen sollten nicht ver. 'olgt, sondern die veamtenbewegung mühte von Etappe zu Etappe »orwärts getrieben weiden. Der Deutsche Beamtenbund müsse ein Faktor werden, der von der Regierung unbedingt gehört werden müsse. In welcher Richtung die Beamtenbewegung sich in Z«. kunft bewegen würde, dürste einzig und allein von der i n n e'r- politischen Entwicklung abhängen. Referent be. streitet entschieden, dah da» Berufsbeamtentum Schaden leide, wenn es in Zukunft mit den feeie» Sewerksthnften marschier«, d», Beamtentum müsse vielmehr heraus aus den Fesseln, frei denken und Handel». Der Referent schloh mit der Ermahnung »» die Versammlung, sich der gewerkschaftliche» Organis«, iomdem Deutsche« Beamtenbund, anzuschliehen. um auf legalem Weg« die Forderungen der Beamtenschaft vurchzusetzen! Einheit fei un- bedingt notwendig, wenn sich da» Berufsbeamtentum erhalten soll«. Lehrer W. Flügel, der vorsitzend« des Deutschen.Beamten« bundes. gab ein Bilo über die Entwicklung der englischen und französischen Gewerkschaftsbewegung und schildert die Organisa- tianseinrichtungen des Deutschen Beamtenbunde», den er als politisch neutral bezetchnet. Bei Einsetzen etnes neue« Putsche«, ganz gleich, ob er von rechts oder link« komme, müsse die Beamtenschaft zur Arbeits» Verweigerung schreiten. Der aleiche Fall mLfs« eintreten, wen» eine Regierung oder Bolksoertretuna die Existenimögllchkeit de, Beamten untergraben,»der die durch die Verfassung verbrteften Grundrecht»»»e«»awtenschaft antast»»«ürdo •8 Mark monatlich« Ruhogehtlto« und<3 Mark monatliche Witwenpenfionen gezahlt werden; er schiok mit einem Appell an den Deutschen Beamtenbund, auch für die Altpensionär« einzutreten. veffentlich« Versammlung der Privatbank-Angestellten. Der „Allgemein« Verband der Deutschen Bankangestellten" beruft zum Donnerstag, den S«. d. Mis.. abends 3 Uhr. nach den. Sophien- fälen, Sophienstr.!7/lg. ein« öffentliche Versammlung der Privat- dknk-flngcftellten ein. in der zu dem neuen Reichstarifvertrag« Stellung genommen werden soll. Wir allgemein bekannt, ist von der Organisation die Allg-mein-Berbinblichkeits-Erklärung des kürzlich abgeschlossenen Tarises beantragt worden. Es gilt nun- mehr, zu beweisen, dah die Prioatbank-Angestellten hinter der Forderung der Organisation auf y-rallaemeinernnz des Tarifs stehen. Räch der in den Privatbank-ktzefckäften herrsckenden Stimmung muh man annehmen, dah sich eine überwältigende Mehrheit der Angestellten für den Tarif aussprechen wird. Jeden- falls sollte es kein Angestellter einer Prisatbank versäumen,»n dieser äußerst wichtigen Versammlung teilzunehmen. Gummi- und Asdestorbeite». Der Streik tn den Berliner As bestwerken Wilhelm Reiphold ist aufgehoben. Es haben Verhand- lungen vor dem Schlichtungsausschuh Groh-Berlin stattzefundeii. die zu einem Vergleich geiiihrt haben. Verband der Fabrikarbeiter. Oppofltienelle Buchdrucker. Achtet auf die Roliz am Freitag früh. Grotz- Berlin z •..................................«->■««« IN den yoaistrn«emtern der Parter sowie der wewerlsawft sein« Freiheitsideal« wirke«. Daneben erkannt« er auch fr zeitig die grohe und hohe Bedeutung de, Zusammenschlüsse« Arbeiter al, Konsumenten und auch hier ist er Miibegrür Die neue Mngisteatsnrnhl Der Wahlausschuh zur Bildung d«? Magistrats trat gestern zu einer Sitzung zusammen, um die besoldeten Magistratsmitglieder vorzuschlagen. Die bürgerlichen Parteien erklärte«, daß es not- wendig sei. routinierte Verwaltungsbeamte zu wählen. Dt« Auf- aabeu seien ungeheuer grob und schwierig. Sie schlugen ein« Anzahl Personen vor, die länger« Zeit in der kommunalen Ber- «altuna EtadtratsSmter bekleidete». Bon sozialistischer Seit- wurde dargelegt, daß wir zwar mit Verwaltungsbeamten nicht gesegnet seien, dafür aber würde» Männer vorgeschlagen, die durch ihr« Ersahrongen aus der Präzis des Lebens das reichlich«r- setzten, was den Berumltungsbeamte» fehle. Die Abstimmung ergab die Wahl von f-lgende» Miigliedern: Stadtrat Hintz� Brühl W«il«. Koblenzer, Wutzky, Redakieur Cchünina und Geschäftsführer Stolt. Ein Mitglied soll noch von den Rechtsiozialisten benannt werde». Die Wahl soll heut« tn der Stadtverordnetenversammlung erfolgen, ebenso die Wehl der nn- besoldeten Stadträte, weshalb die Anwesenheit jedes einzelne» Mitgliedes notwendig ist. Keiner darf heut« fehlen! Ein Jubilar der Partei Oskar Witzke, unser alter Parteiveteran, vollendet heute am 28. Oktober sein KS. Lebensjahr. Als blutjungen Zigarren- mach« finden wir bereits unfern Freund Oskar im Vordertreffen der gewerlschastlichen und politischen Kämpfe in den achtziger Jahren, der Zeit des Sozialistengesetzes. Stellten doch besonder« in der damalige» Zeit die Tabakarbeiter dt« Elitetruppe der Ar- beiterbewegung trotz der geradezu miserablen wirtichaftliche» Lag« derselben, welche übrigens von„Otto Ernst" tn seinem „Ssmus Sempers Zugendland" in künstlerischer Vollendung dar- gestellt wird. Mit 2Z Jahren ist unser heutiger Jubilar bereit» Leiter der sozialdemokratischen Partei für Fürstenwalde«nd den Kreis Beeskow. Mit 27, Jahren muhte derselbe infolge Mah- regelung Fürstenwald« oerlassen und siedelte nach Berlin über. Auch hier stand unser Freund sosort im Mittelpunkt der Arbeiter- bewegun«. Bei Gründung des Wahlvereins für den 4. Berliner Wahnreis mit tn den Vorstand berufen, ist er auch für feine Eltwerttchajt als Delegierter au der Gründung der Ltreilloutroll- rommisston. der jetzigen Berliner Geiverkschaftskommiision, mit tätig. Längere Zeit leitete er dieselb« al» Obmann. 1890 wurde er al» Delegierter zum 1. Internationalen Tabaka rbetterkongreh »ach Antwerpen entsandt, und nunmehr finden wir un««rn Parteifreund ununterbrochen als Vertrauensmann unermüdlich in den höchsten Aemtern der Partei sowie der Gewerkschaft für "".....—•-~'" Mh- ,, hier ist er Mitbegründer und b»s zum heutigen Tage tötiger Funkttonär der Berliner Konsumgenossenschaft, jedoch nicht als Geringstes fei besonder? für un.ere jüngeren Barteigenossen trwähnt, dah unser„Oskar" «och zu teilen Alten gehört, welch« nicht nur wiederholt durch ihr« Tätigkeit m der Arbeiterbewegung ihre Existenz verloren und völlig neu aufbauen muhten, sondrrn durch dieselbe insge- samt lu Jahr Hinte, Kerkermauern zugebracht hat. Der Be- zirksverbanv der ll.S.B.D.. Berlin-Brandenburg entbietet nu» diesem unennLdliche» Kämpfer zum beutigen Tage seine her,,- iichsten Glückwünsche und ist stolz darauf, solchen Streiter zu den weinen zu zahlen. Hoffen wir, dah es nnferm alten Freund»nd Kämpf""löS«."och recht lang« die schwere» Pr»let«rifche Feierstuntze« d«! 7. R-z�wber,»ormAtng, II Ahr, im Großen Schauspielhaus«. Karlftratze,«rstaaMihrn»,»»» Ernst ToNers DichtvnJi-Tag de» Proletariats". Mitwirkende: Till» Durieux, Alexander Moissi, der au» der Arbeiterschaft gebildete Sprechchor unter Leitung von Margarete Wellhoener. Berlin. Schubertchor. Orchesterleitung: Klaus Pringsheim. Ansprach«: Engelbert Graf. Eintrittskarten i ifiO 5JL find zu haben tn unferm Bureau Breite Stroh« 8-9, Buchhandlung„Freiheit", in den„Frethelt"-Er- pedttionen: Wutzki, Iohannisstr. S. Lorenz. Charlottenburg, Wall- strahe und bei den Funktionären. Die Distriktska sierer oder Ob- leut« der Bildungsrommissionen«erden gebeten, die Karten für die Distrikt« von unserem Bureau von 10— s Ahr abzuholen. Die EnserbslesenfKeseege in Schnlzebknden Die Elternbeiräte verlangen mit aller Entschiedenheit, daß die Bureaus der Erwerbslosenfursor« au» den Schulen entfernt wer- den. Die Eltern der Schüler der 1.1S. und l49. Gemetndeschul« in der Bergmannstiahe»erlangen mit allem Rachdruck, dah ihren Wünschen stattgegeben werde. Sie legen die Gefährdung der Kinder in einer Eingab« an da» Provinzialschulkollegium wie folgt dar:„Die Arbeitslose»(Männer und Frauen) benutzen die Abort« ber Kinder und verunreinigen dieselben. Di« Schüler «erde», wenn sie austreten wollen, gewaltsam zurückgestohen und müssen sich ihrer Bedürfnisse enthalten. Auf dem Schulhof«, den auch die Kinder in den Pausen benützen müssen, haben Zigaretten- Händler Aufstellung genommen. Den Anordnungen der von der Schulverwaltung gestellten Aufstchtsversonen wird seitens ber Ar- Seitslosen und Händler nicht Folg« geleistet. Der Turnunter- richt wirb fortwährend gestört durch Zurufe und Gebärden der Arbeitslosen.. In den Pausen reicht der Hos nicht au».' so dah die Kinder auf dem Flur bleiben müssen. In«benso übler Sag« befindet sich die 140. Schule, die aus ihrem Eckulgebande hinausgedrängt wurde und in dem Schul- gebäud« vergmannstrahe 60 untergebracht ist. Obwohl der Schul- leitnng ein« genügende Anzahl von Räumen versvrochen wor- ncht bis 2 Uhr nachmittags ausgedehnt werben muh. Ein Kon- �erenzzimmer für das Lehrerkollegium ist nicht vorhanden. Die Turnhalle reicht nicht an» für all« Kinder, ebenso die»borre. ££*S teSlSÄ ____... mit Eine ganz besondere Gefahr droht den Kindern bei Ausbruch eine« Feuer». Es wird gefordert: i. Di« Arbeitslosenfürsorge ist In einer angea messencn Frist aus dem Echulaebäude zu entserncn und da» Schulgebäude für seine Zweck« freizugeben: 2. Di« Elternschaft erwartet innerhalb 8 Tagen«ine an die sie vertretenden El« ternbeiräte gerichtete Erklärung, ob und zu weichem Zeitpunkt di, Räumung des Schulgebäudes erfolge» wird." Hoffentlich wird den Wünschen der Eltern baldigst RechnunL getragen. Arb?it«riwlctmd«ng Der„Lichtenberger Anzeiger" bringt in seiner Rummer 24t vom 20. Oktober uiiter der Ueberschrift„llebergrisf eines Lichten« berge, Betriebsrates" ein« Mitteilung, wonach der LetrieSsrat der Städtischen Elektrizitätswerk« bej dem dort beschäftigt«« Obermaschinenmeister Miethkr und seinen Verwandten nnberech» tigterweise eine Hauefuchunq vorgenommen habe. Dies« Räch- richt ist«ine Verdrehugg der Talsachen, da der Gewährsmann des„Lichtenberg«« Anzeigers" wissen mugte, dah der Betriebsrat zu seiner Handlung, die kein« Haussuchung darstellt«, von d«r Direktion der ElekmzUätswerke veranlaßt und beauftragt war. Sie hatte nur den Zweck, die seit langer Zeit gegen den Ober» Maschinisten umlaufenden Verdächtigungen zu zerstören. Der.Lichtenberger Anzeiger" macht aus dieser Angelegenheit� ein« grohe Aktion und. weicht dabei so erheblich von der Wahrheit«b. dah die Annahme berechtigt erscheint, dah es ihm. wie icho» in früheren Fällen, überhaupt nur darauf ankommt, die Ar- heiter und Angrstelltrn anzupöbeln. Im vorliegenden Falle wird er von dem Betriebsrat z« einer Berichtigung gezwungen werden und auf diese Weis, auch den Abonnenten des„Lichtenberger An- zeigers" den Beweis erbringen, in welch gewissenloser Weis« seitens der dortig«« Redaktion Rachrichten gegen die Arbeiter- tlasse in die W«li gesetzt«erden. Dem„Lichtrnberger Anzeiger" ist erst kürzlich durch städtisch, Angestellte eine Beschwerde über« mitielt worden wegen seiner Empfeblnna an diese, al, Kohlen- schipper ins Ruhrgebiet zu gehen. Auch wir glauben, dah der Schreiber der fraglichen Zeilen im„Lichtenbergrr Anzeiger im Ruhrgebiet als Kohlenschipper für di« Allgemeinheit bessere ver- »endung fände, wie«ls Tintenkuli des„Lichtenbergir Anzeigers". Siadt- und Bezirksverordnete von Reukölln. Britz. Buckow»«Z» Rudow. Montag, den l. November, 7 Uhr, Froktionssitzung im Rathaus, Neukölln. Zimmer 100. In der Prriopriffangostell« Groh-BerN«. deren Varste in Vertretung des Oberbürgermeisters nnser Genosse Hin«« führt, sind eine Anzahl ehrenamtlicher Revisoren aus unseren Reihen tätig. E, ist Aufgabe dieser Revisoren, durch Preiskontrolle nach Mög- lichkeit dem Wucher ju steuern. Die Arbeit der Revisoren wirb häufig seitens des Publikums dadurch erschwert, dah in den meisten Fällen für den Händler gegen den Revisor Partei ge- nommen wird. Wir«eisen daher daraus hin, dah die Kontrolls der Revisoren im Interesse de» kaufenden Publikum» geschieht und bitten unsere Genossinnen und Genossen, die Preisprüfer in ihrer Tätigkeit nicht zu behindern, sondern sie vielmehr dabei zu unterstütze». Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrnnk- hetten hielt am Sonnabend, den 28. d. Mt». in den Rcnunen der alten Kaiser-Wikhelms-Akademie ihre diesjährige Iahresver- iommlung ab, di«»o» zahlreichen Vertretern der staatlichen Be- Hörden,»ahlreichen Staotgemeinden, verstcherungsanftalten und Krankenkassen beschickt war. Der Vorsitzende. Geheimrat Vlafchko. sprach über den voraussichtlich in nächster Zeit dem Reichstag zu- gehenden Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Eeichlechtskranlheiten. Er betonte besonderv den Fortschritt, der darin besteht, dah an die Stelle der bisherigen Reglementisirning weniger«ingeschrie- bener Prostiiuierter ein Snstem rein ärztlicher lleberwachung aller gemeingefährlicher Geschlechtskranker beiderlei Geschlechts gc- jetzt«erden soll. Eine allgemeine Meldepflicht, wie s:« von mancher Seite gefordert wird, ist in dem neuen Gesetz nicht vor- gesehen— nach Blafchko mit Recht, da eine solche nicht nur nutzlos sein, sondern direkt schädlich wirken, insbesondere die Kranken minderwertigen Elementen in di« Arm« tretben würde. In Ame- rika. wo man vielfach die Anzrigepflicht eingeführt hat. hat sie völlig»ersagt. Hingegen ist es zu begrüben, dag ein« beschränkt« Meldepflicht füe diejenigen Kranken«ingefuhr:«erden soll, die ihre Behandluna in leichtfertiger oder sträflicher Weise vernach- lässigen,«nd daß auch da die Meldung nicht sofort an die»«-. sundheitobehörde, sondern zunächst au eine Beratungsstelle er- folgen soll. Blaschlo ist der Meinung, dah. um all« Härten zu»er« meiden, vorher»och dem Arzt das Recht zustehen soll«, säumige Patienten zu»whnen. Wünschenswert wäre auch«ine Anzeig« d«r Infektionsquellen, wie sie sich in Schweden und in der Schweiz sehr bewährt hat. Der Vortragend«, der in dem Ersetz nur eine» in Zukunft noch auszufüllenden Rohmen für ein wirksames Zu- fammennrbeite» von Staat. Gemeinden, vetficherungsträger» und Aerztefchaft sieht, glaubt, dah ans diesem Weg« viele» erreicht werden könnte. vi« Anslandsbentsthen au« allen Ländern, organisiert in einer Interessengemeinschaft� oertreten durch de» Aklioiisaueschuh. haben sich an den Reichsminister bzw. de» Reicksfinanzminisier mit fol- gcnden Forderungen gewandt: 1. Befchleuniguim des vorent- lchädigungsverfahrens durch Einsetzen von«ehr Spruch- und Be- ickweniekommissioiien. Die Beisitzer sollen au» der Mttl« der Auslandsdeutschen von ihnen selbst gewählt werden. 1 Errichtung einer Instanz seitens der Regierung zwecks Herdeischaffung von vewetsmitteln für Vi« Ansprüche der Auslandsdentschen falls dies« solch« nickt selbst herbeischaffe, können. S. Zahlung der Vor- Mb Gndenffch5d>»n»a zu« l««t»nd«, Tagestnrse»ab nicht»um ffTiedfuokutfe(mit Ausnahm« mt Rußland, wo kein Tageskurs besieht). 4. lraguna der Koste» de« ganzen verfahr«»» vo» der Regierung. 5. Regelung der Frage der Staatenlosigkeit und Richt- erfullung ver Mikitärpflichj. 6. Erlös von früherem Besitztum und Entschädigungssumme» solle» sienerfrei sei». 7. Entschädigung soll auch einschliche«:«) persönlich« Hab«, b) Znternierungs- und Fkuchtkosten. e) Zerstörung der Existenz refp. Finnenwert. Der Aktionsausichuh hat für Montag, ven 1. Rooember 1920, abends 7«4 Uhr.«ine öffentlich« Bersommlan« in der Reuen Stodthall«. Klosterftraß« sllntergrundbahn) einberufe«, in welcher über die Verhandlungen mit den Reichsministerien Bericht erstattet wird und mit bezua auf die Förderung oorbesagter Forderungen ent« sprechende Beschlüsse gefaßt«erden sollen. Aklionsoiwschuh der Aus landsdeu tsche». Bit städtische Leseha»«, Renkölln, vanghoferstr. 8/0. erfreut sich mit der beginnende« Winterzeit wieder einer zunehmenden Be- Nutzung. Es liegen in der Lesehalle zahlreich« Zeitschriften unterhaltende«, wissenschaftlichen und politischen Inhalt» au». »näerdem befindet sich t» der Lesehalle ein« grohere Stand- bibiiothek, die alle Wissensgebiete umsaht uisd von den Lesern za ihrer Fortbildung rege in Anspruch genommen wird. Die Be- Nutzung der Lesehau« kostet halbjährlich 1,— Mark. Kommunaler Vollsbikdungv-Anoschvh Reinickendorf. Am kommenden Sonntag, vormittag? 0 Uhr, findet di« erst« der vier »o» nno veranstaltete» Museumsführungen statt, die mit de« Kunstschätzen de» Kaifer-Friedrich-Museums, der Nationalgalerie. des ehemaligen Kronprinzenpalaie»nd de» Atelier»«ine« ex- Malers bekanntmachen sollen. Di« Teilnehmer zur ersten Führung um y,0 Uhr vor dem Kaiser- -.Museum. Letter: Dr. Bollback Die Beteiligung o* allen vier Führungen kostet 8 M. Für Erwerbslos« frei. Karten■ ssno im Rathaus, Zimmer Rr. 18, zu haben. Am kommende« Eonnabend findet«n Reinickendorf.West. 0.«emeindeschule.«in Heiterer Abend" statt. Zum«ortraa gelangen Dichtungen von Thoma. Roseager. Schönherr, Schnitzler, Kinskev n.«. vor- tragender: Ftit, Richard. Mitglied de» Deutschen Theaters.«Im lahkarten zu 1,53 Mark sind bei Schmidt, Scharnweberstr. 61. bm Hahn«. Zchtllingstr, 20, und im Konsum, Wachbolderstrag« z« haben. Für Erwerbslal« frei. Kinder unter 14 Jahren werde» zur Vermeidung von Störungen und wegen Platznuingel» in« Lehrerzimmer gebracht,»oseldst SUdw nn» stattsinden. Beteiligung frei Znm fUnfkttt st» MRteknstpmyooWr«ZneloKeMM Mg?. Aanpt vorstand und die Bezirks»» rständ« des Mietervereins Ehor-z z\ fichtlich der Anwendung der erhöhten Zuschläge auf laufende Vev träjte ausgesprochen. Der Beschluß dxr Mieterbeisitzer, bei der- artigen Entscheidungen nicht mehr mitzuwirken, hat übrigens be- reits dazu geführt, daß einige Kammcrvorsitzende nur noch die ffriedensmiete zuzüglich des„gesetzlichen" Zuschlages festsetzen und die erhöhten Zuschläge in der Entscheidung nicht mehr er- wähnen. Dieses Verfahren führt natürlich zu Prozessen zwischen den Beteiligten und bedeutet deshalb keine befriedigende Lösung. Täglich werden mehrere Kammern beschlußunfähig. Arbeiter-Kinderchor Neukölln. Sonntag, den 31. Oktober, vor- mittags Ill—IZ Uhr. findet die erste Uebungsstunde im Gesangs- wal der Knaben-Mittelschule, Donaustraße 120, statt. Knaben und Mädchen im Alter von 10—11 Jahren, welche sich noch daran beteiligen wollen, wollen sich unter Zahlung des Beitrags von itö Pf. in der„Freiheit", Neckarstraße 3, Emser Straße 32 und berm Genossen Schneider, Weisestraße 61, oder Sonntag in der Uebungsstunde melden.— Am Freitag, den 20. Oktober, Uhr. findet im großen Saal der„Neuen Welt" ein Konzert des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Arthur N i- � isch statt. Solisten' Melanie Kurt, Ernestine Färber-Strasser. Karten zum ermäßigten Preise von 3,10 M. sind in der„Frei- heU'-Spedition. Ncckarftraße 3, bei Eichstädt, Berliner Str. 21 und bei Schneider, Wcisestraßc 61. zu haben. Jfcer Gau 9 fBrandendurg) des Arbeiter-Radfahrer-Bundes „Solidarität" hatte zum Sonnabend, den 23. Oktober, die Reigen- Mannschaften und Kunstfahrer der Provinz Brandenburg nach der Philharmonie gerufen, um dort den Berliner und auswärtigen Sportlern zu zeigen, wie wir„unfern Sport" betreiben. Mehrere Taufende waren nach dort geeilt und folgten den Schul-, Farben- und Kunstreigen, Kunstfahren sowie Radballspielen mit regem Interesse. Luckenwalde I und ll zeigten Hochwertiges auf dem Gebiete der Kunstreigen. Verlin ll hatte einen schonen Farben 4. leset 11,0. 5. ßToJ-Cminfftbe 9,9. 8.«zschen 7,8. 7. FInst-rw-ld- 7,1.— 8er Fa i b e n r« i g« n: 1. Berlin 2 14,1. 2. Brandenburg 113.— 8er Künste r e i g e n i Luckenwald» 20,7. Der Berliner Schwimmoerein„Welle" veranstaltet am 31. dies. Mts.. nachmittags 3 Uhr, in der Städtischen Volksbadeanstalt an der Schillingsbrücke sein 25. Jubiläums-Schwimmfest. Aus den Organisationen 5. Distrilt. Freitag, 7 Uhr, bei Echweilardt, Bersammlung der ElternbeirZt« und deren Ersatzleute. 8. Tlstrilt. g. Udteilung. Heute abend 7 Uhr, findet eine Zusammenkunft aller Ecnolsen der S. Abteilung bei Tallas, Barnimsir. 2l, statt, die tn der U. F. P. X. lCrispien-Ledebourl bleiben wollen. 9. Bifteikt. Heute abend 7 Uhr, Ceneral-Bersammlung(II. S. P. Trluxien- Ledebourl in der Aula Pasieurstr. 8. 11. ZNslrikt, l. Abt., Bezirt flll) sBrunnenftr. SSs-IOM. Alle Tenosfen und Sie- nossinnen, die nicht zu den Kommunisten übertreten wollen, nehmen an dem durch Heitel einberufenen Zahladend cm_ Freitag(bei?ietz! nicht teil, fondern geben Ramc und Adrelle an Tenoffen Kohler. Brunnensir,!>4, 3 Ir. rechts. 11. Distrikt. Freitag, 29, Oktober, abends 7 Uhr. Diftrikls-Seneralverjamm- lung in der Aula de- Humboldt-Ermncliums Gartenstr. 2b. Tagesoidnungl l. Berlchl vom Parteitag.'Zkef.i Genosse Lededour. 2. Sieuwahl de, Bor- stände». Mitgliedsbuch ma unteischriebeaer Erklärung legillmiert. Zteulommu» nisten baden keinen Zutritt. >4. DIsirilt. Freilag, 2». Oktober abends 7 Ahr, Bachumer Str.«b, Mit- glieder-Bersammlung. Grgänzunaswahl?,um Borftond»nd Berichterstattuug vom Parteitag. Mitgliedsbuch mit llnterlchrift legitimiert. Ib. Distrikt. Freitag, 29. Oktaler, abend» 7 ubr, Schulaula lurmftr. 88. Tagesordnung: Berichterstattung vom Parteitag, bieferent: Genosse Barth. Lorstandswahl. 1«., 17., IS. Distrikt. Der für heut« feftgeletzte letzt« Vortrag de» Genossen Stein über die„Diktatur de, Proietariats" kann wegen anderer Parteiveran- paltungcn nicht stattfinden. Besondere Ankündigung erfolgt in der nächsten Ä'ocha. 17. Distrikt, ll. S. P. D.-Eltcrnbeirüte. Freitag. 29. Oktober, abends 7 Uhr, 14.-c f-.-*-■ /........ Fraktton�fitzung im Lokal von Ällnfle, Utrechtcr Stt. 24. 17. Distrikt. Donnerstag, abends 7 Uhr. finden Abteilungssitzungen statt. 1 Abteilung bei Kroll, Mrcchter Str. 21. 2. Abteilung bei Abraham, Nord- «igen zusammengestellt. Dagegen wurde Berlin I, die allbekannte Zentralriege, geradezu vom Unglück versolgt, sie hat bereits besseres geleistet. Zwei Damenmannschaften zeugten davon, daß sie bei uns nicht stiefmütterlich behandelt werden. Die Kunst- fahrer gefielen allgemein. Auch der Radballjport hat bei uns eine bleibende Stätte gefunden. Die Spiele waren sehr inter- essant. Das 1. Zwischenspiel zwischen Berlin und Brandenburg brachte den Berlinern nach zweimaliger Spielzeilverlängerung den Sieg, trotzdem Brandenburg überlegen spielte. A« s« l t a t«. Baddallfgiel: 1. Vorspiel: Finfterwalde 1— Tegel 4:0. 2. Vorspiel: verlin— Mariendors 3:0. S. Vorspiel: Schänederg 1— Brandenlurq l: 2. 4. vorlpiel: Finstorw-lde 2— Schöneberg 2 0:2(Protest gegen Cchönebergl. I. Zwischrnlplel: Berlin— Brandenburg 2:1. 2. Zwischenlpiel: Ftnsterwatd« 1 gegen Martendorf 3; 0. Entscheidungsspiel: Berlin— Finsterwalde 1 4:2.— ler Kunstfahren: 1. 0. Knopfnatel, Neukölln 12,8 Punkte. 2. Lernbrecher, -iäschen 9,9. 3. Brenntck«, Brandenburg 9,3.— 2er Kunstfahren:>. Gedr. Knopfnatel, Neukölln>4,8. 2. Lernbrecher u. Trognla, Röschen>8.7.— G r» p- pen-Kunstsahren: 1. Köniaswusterdansen 12,6. 2. Knopfnatel, Neukölln 0,9. 3, Röschen 9,7, 4, Cchllebner, Lankwitz 8.8,.— ler K» n st r« i g e n: 1. Ad. kershof 11,9. 2. Eapvid 7 3.— 8«r S ch u l r e i g e n: i. Mariendorf 2 1>,7. 2. Tegel(Damenmonnsch.s C,9. S. Finsterwalde(Dainenmannlch.) 4,4.— Oer Kunst- i e 1 8• n: 1. Luckenioalde 2 16,9. 2. Brandenburg 16,0. S. Berlin 1 13,8. 1 »fer 10, 3. Abteilung bei Fächer, Ltaviftraste Eck« Mülleistraii«. 18. Distrikt. Freitag, abend» 7 Uhr, Abieilungaverfammlung. 1. Adtetkung Schule Ecke Pank- und Böllcherstratze, Eesangsfaa!. 2. Abteilung Schule Ehriliia- ntastr. 36 39. 3. Abteilung Schulaula Christianiastr. 4-8, nur für Adlehner der Bedingungen. Sektion Post ,nd leleg-aphie»ee ll. S. P. D.(Erispien-Ledebour). Freitag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, Generalversammlung im Sophien-Lnzeum, Welu- meisterstr. 10-17. 1. Bericht vom Parteitog. Referrntin Genossin Zieh. 2. Aus- bau der Sektion. ll, S. P.-Lchrerfrattion(Erispien-Ledebourf. Freitag, 29. Oktober, im Reichs- tag. Zimmer Ida, Sitz Uhr, wichtige Sitzung. Ch-rlottenbur«. d. Gruppe. Die Parteigenolsen welche Gegner der 2l Be- dingungcn sind, werden«rlucht. ihre Mitgliedsbücher beim Genossen Zarius, Volkshaus oder beim Genossen Pierow, Wallftr. 94, Baracke 9, abzugeben. Chn-Iottenbnrg. Freitag, 29. Lklober, abends 7 Uhr, Miiglieder-Verjamm- lung im Bolkshaus, Rofinenstr. 4, für alle, die auf dem Boden der u. S. P. (Richtung Grispien-Ledebonr) stehen. Reukölln. Genosten, die nicht zur K. P. D. übertreten wollen, melden stch im 22. Bezirk bei lüenosten Gehrke, Schillerpromenad« 40. Quergebäud« 3 lt., IM 15. Bezirk bei Genossen Echlenkcr Rogaistr. 15. Reinickendorf Test. Frnuenleieadend am Freilag, den 29. Oktober, 7 Uhr, im volkshaus. Reierentin: Genossin Frieda Wulff. Tempelhof. Der von der ll. s. P. D. sestoesetzte Kunftabend findet ungeachtet ander-lgutender Meldungen wie»rlprünglich vereinbart, am Sonnabend, den 30. Oktober, 7'4 Uhr, im Realgymnasium Kaiserin-Augusta-Stratze statt. Um rege Beteiligung wird gebeten, Lritz-Bnckow. Mitglieder-Bersammlung am Freitag, 29. Oktober, abends 7 Uhr, tm Lokal von Maier, Ghanssee- Ecke Zahnstrotze. Bericht über den Partetiaa. Referent: Genosse Schneider, Neukölln. Alle Genosten, welche Mit» giieder der U. S. P. D.(Crispien-Ledebour) bleiben wollen, find«ingeladen. Lichtenberg. Uns-re viertelrsilhrer wollen da» Material am Frekka» ifienS von Ltimmjng. Weichselstr. 28. abholen. E-nnabend findet Handzetlelverbrettung statt. Sonntag, den 31. Oktober, vorm. 10 Uhr, in der Parkaue autzerordentlich» Generalversammlung der ll. S. P. D. Thema: Bericht vom Parteitag. Ref.» Genosse Thurm. Stralau. Freitag. 29. Oktober, aiend, 7 Uhr, Mltgliederoeilammlung im Lokal von Heinrich Schötz, früher Kant», Alk-Str-lau, Eck« Krachlstr. 59. Be» licht vom Parteitag. Mitgliedsbücher find mitzubringen. Riederlchönha-Ien.' Dienstag, 2. November, findet die Mitglieder-Berst lung der ll. S.?. D.(Tri-pien-Ledebour) im Restourant Wilhelmshof amm» statt. Ohne grüne Erklärung kein Eintritt. Mitglieder, welche dieselbe noch nicht unterschrieben baden, wollen sich beim vorsttzenden Genosten Seeger(„Freiheit'- Spedition) melden.,______ Eöpenlck. Bildungsausschutz. Freitag, 29. Oktober, abends 7), llhr, im Stadt» idealer„Biberpelz''. BlUetts flnd noch in den Laden der K-nsumgciiostenschafh und der„Zrcihell"-Spedition erhältlich. Vereinskalender Deutscher Transportarbeiter-Derdund, Apothekenarbeiter-Vranche. Laboranten. Apothekenardetter und-arbeiterinnen, Lousburschen usw. Freitag, 29. Oktober. abends 7'i Uhr pünktlich, in Wilkes Festsäle, Sebastianftr. 39, glotze Bersammlung. Tagesordnung: l, Bericht über die Berhondlungen vor dem Demobil- machungskoministar. 2. Berich! der Distriktsleiter._.._ Deutscher Teen-vorta'belt-r.P'-bon», Bezirk Grotz-verlin. Rollkutscher, Sve» dittonsardelter usw. Freitag. 29. Oktober, abend» 8 llhr, bei Böcker. Weberstr. Nr. 17, Branchen-Bersammsung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Betriebsräte- longretz. 2, Tisrnsston und Br-nckanongelegendeiten. Mitgliedsbuch legitimiert. verband»er S-Hntzma»-?. FriedrichsiödUsch« Matzschllhmacher. Versammlung heute 8 Uhr, im Englischen Hof, Alezanderstr. 27c. kV-ttkee, Tspezieeee und Porirseniller. Donnerstag. 28. Oktober, 7 llhr, der Boeker, Weberstr. 17, ordentlich« Generalversammlung, Ausstellung der Kandi- daien zum Berbandubeiiat. Eintritt nur gegen Legitimation. Dentschee ISertmeistee-verband. Fachgruppe Auto-, Wagenbau- and Karosserie- brauche. Freitag. 29. Oktober, nochm, 7 Uhr, Schultheitz. Neue Iakodstr. 24-25. Verb,«» V-Ikegesunddett. Heute 7!d llhr, Niederwallstr. 12. Bortrag de, Genossen Fiedrandt über„Heine",......„,,.,.. Feiedensiund der Kriegsteilnehmer. Oeffentkiche Bersammlung heut« abend 3 ildr, in Lichterfelde, Ober reo lschule. Ringstratze. Relerent: Kam. Psarer Bleier. Thema: Krieg oder Friede! Bezirksgruppe Lichtenberg, Friedrichs- fclbc, K-rt-horst. Heute abend 8 Uhr. ösentliche Bersamlung tn Frledrichsseld-, Wilhelmstr,?,S(Haberlands Festsäle). Referent: Kam. Zgnatz Wrodet. Thema: llnler Militär. �...„ Rötelchnk« der Grotz-Verltner»ideiterschast. Der Kurlu,., Sozial, sterung-nd Technisterung der Landwirtschaft" für Landagitatoren. Siedlnngslufttge, sowt» sSr Ardeiter, politische und Betriebsräte der Landgüter und derjenigen Ee- werde und Industrien, weiche die Landwirtschaft mit Motoren, Maschinen, Bau- s.'osscn. Dünge- und Futtermittel beliefern oder lelbst Landprodukte verarbeiten oder bandeln, beginnt nunmehr endgüttig am-.onneretog,'28. Oktober, um 5 Uhr in der 24. Gemeindeschule. Hinter der E-rnisonkirche 2, im Zimmer 28. Lehrer ist Genosse Eberhard Fink. Sazislistisch« Broletarierj&gcnd Grotz-Berltn. Hellte abend 7sh llhr. tn de» Schute Weinmeistcrstr. l5, witbilge Besprechung der einzelnen Gruppenvertreter, die auf dem Boden des Hallenser Programms stehen. Ruckständige Beiträge ssn» d-s-ldsi abzurechnen. Der geschästssührende Ausschutz. R-better-SIperantisten. Montag, den 1. November, Monatsversammlung tu» Sophien-Lnzeum, Weinmeilterstr. 18. Schwimm.Derein„Welle". Sonntag, 3l. Oktober, nachmittags 3 Uhr. In deck Badeanstalt SchtNtnasbrücke 25, Schwimmfest. Nachfeier im Böhmljchen Brau« Haus. Landsberger Agee ll'Hohenftaufen»Feftfalen,KoltbuserTamm7S Branche der GeschSftshansportiers in der Äula des Sophien-Gymnasiums, Weinmeistorfnabe IS Tagesordnung: 1. Stellunonabme zum Slr ik. 2. Diskulflon. 8 Beschlußfassung. Pünftlictt« nnd bollsSkiliges Erschcinen ilt uot- wendig. Ohne MilglüdSbuch oder-Karle kvin Eintritt. Die Sektionstleitung. GemMtzig? BettieDs- nnd SongmosfMllst Verlin-RleSMSnhsusen, MM. Gm. ö. S. Um Freitag, den 5. Sloaember 1920, ebenda 7>/, Wh« AnSerMenkWe GemalveMMWg im Bereiuasaal des Gastwirts G. F. Slrohue, Charlottenstr.ll. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes übe? Gnta Wicklung. Gen. Alien. 2. Bericht des Auffichtsrats. Gen. Buchweig. 3. Abänderungen Übe? die Firma des Unternehmens. Gen. Alten. 4. Gründung eines Finanz«, dezw. Bandunternehmens, ifcen. Alten, Herr Berg. a. Wahl des Vorstandes der Betriebs« und Baugenoffenschast, des Aufsichtsrates und der Revisoren. K. Wahl des pro». Vorstande» der BanKgenoffenschaft. 7. Verschiedenes. Der Vorstand: _ Georg Alten. Fritz Heinzelmann. Perbasd d. Woler, LoSieker, Austreicher vss. _ Filiale Berlin_ ftreltaa, den 20. Oktober 1020, abendo 0'/, Uhr» indes MnsidersSlen, Alaiser-Wilhelrn-Ttraste 21 Mitgliederversammlung. TagesOrdaany? 1. Bortrag: Berufs- oder Industrie« verbLnde, Referent Gen. Richard Seidel. 2. Diskussion» 3. Derbandsange'.egcnheiten und Verschiedenes. De? wichtigen Tagesordnung wegen darf dein Kollege in des Bcrsammlung fehlen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die OrisoerwaUnnHa