Ewzelprels 30 Pfg.• 3. Jahrgang Mittwoch, 3. November 1920 Nummer 468• Morgen-Ausgabe .WUHiU*«MhIM■srcfl» mt««aailiwrt,«smue«, er» Monte», met ■et, Se» e>k«-g»ptrt» ttnasi brt frHr: ScftrSuu» tn» Heu, fSt(T-rcB�Scrlti! 10,— SB. t»„rauf zudldet. von tn 0p*bittcn frltft-bgtdoU(i,SO m 5fir Vost- ftr|EQ rrlinn(änulidjt Doftenftel!»» PffU Uunorn entgram. Untn Strnfben» »Mogtn Hl StatfAIc et an» Crhcrrttd) l«,SO SD-, f9t»et Ofeitet ae»;«nb 21.50 M. |B|IeIt4 Selata-SlBtfibles. Mt vn«t Hb vartldilaet rat Otfttmtdi 10,- SS. •BN�Waa BS*«n-u»! 0e*Ua• U, wnto««netze»»De Otr adHfrfpatlnt RerpettlNt�Ne rtn t«ren«ooti«oste« 5,— M.«tnschBegNch Xramingsiufdile». Äleink Lningrn! De» kttgtdnxlu« Wort?B., jrt», wtitn» Werl 1.50 M., rtnschlirkttch Truriung»,us»leg. Leufentr«nzrigrn leu, Tertf. Aemilirn-Anzeign, und Slellen-Drluchr Z,20 M. nttio pro Zrilr. S>«arn«»»Iu III.II1VII. X.,, braucht man. trotz des Finanzelends, in dem sich unser Volk befindet, um„Ruhe und Ordnung" in Deutschlands Gauen aufrecht zu erhalten. Welche Mittel stellt man demgegenüber von Reichswegen zur Verfügung, um die durch den Krieg so schwer heim- gesuchten proletarischen Massen vor weiterem Siechtum. weiterer Verelendung durch Krankheit und Tod zu schützen? , Unter den einmaligen Ausgaben des Reichsministeriums des Innern befindet sich auch ein Betrog von 2 Mll 000 M. zur Förderung der Erforschung und Bekämpfung der Tuber» kulose. In der Begründung heiht es:„Die Entstehungsweise und der Verlauf der Tuberkulose machen es in hohem Grade wahrscheinlich, dag der volle Umfang der Verschlimmerung der Krankheit sich erst nach einer Reihe von Jahren, ja viel- leicht erst in Jahrzehnten deutlich zeigen wird. Deshalb gilt es, mit Aufwendung aller Tatkraft und Einsetzung großer Mittel(?!), den Kampf gegen die Tuberkulose so zu führen, daß in möglichst kurzer Zeit(?!) der Schaden, den unsere Volksgesundheit erlitten hat, wieder gutgemacht und weitere schwere Schädigungen, die bei dem ansteckenden Charakter der Tuberkulose sonst unvermeidbar sind, ver- hütet werden. Hierfür erscheint die Aufwendung großer Geldmittel(?!) seitens des Reiches unerläßlich." Daß diese Mittel völlig unzureichend sind, bedarf keiner Begründung. Für das neue Reichsheer müsien immer noch über fünf Milliarden aus dem Volke heraus. gepreßt werden, für die Bekämpfung und Er- forfchung der Tuberkulose sollen insgesamt nur 2% Millionen ausreichen. Auch für das neue Deutsch- land trifft noch zu, was der Holländer Haentjens kurz vor dem Ausbruch des Krieges einmal gesagt:„Der Ver- gleich zwischen den von einem Volke votierten Ausgaben für Heer und Flotte und den erbärmlichen Staatsalmosen zur Verbesserung seiner sozialen und hygienischen Lage führt zu der Betrachtung: Jedes Volk hat die Tuberkulose, die es verdient." Man verschanzt sich im Reich hinter der Ausrede, daß es ja die Aufgave der Einzelstaaten sei, für die Volksgesund- Heu größere Summen im Etat auszuwerfen. In welchem Umfange dag z. B. in Preußen geschieht? Das Ministerium für V olk s w o h lfa h r t hat einen r*?* fa* 135 Millionen! Davon kommen 103 Millionen lediglich für Bauzwecke in Betracht— denn in Preußen ist auch das gesamte Bauwesen in das Ministerium für Volks- wohlfal,rt hineingezwängt worden. 25 Millionen kommen auf die eigentliche Wohlfahrtspflege, von denen 17!4 Millionen an die Kommunalverbände zur Durchführung des Gesetzes über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger abzu- fuhren sind, und nur 7 Millionen Mark entfallen m Preußen auf die eigentliche Gesundheitspflege. . Bi3 �m heutigen Tage für die Volksgefundheit rm Reiche und den Einzelstaaten ausgeworfen wurde. materiell und ideell, war so beschämend gering, daß man immer unter dem Eindruck stand' All das Reden und Tun geschieht ja doch nur. um das Gesicht zu wahren. Gewiß gab es Debatten im Reichstag beim Kapitel Reichsgesund- heitsamt�und bei paffender Gelegenheit wurde auch allerlei - v oT T tt—»-"intiioer—-■— 'n den Parlamenten über die Volksgesundheit verhandelt und abgehandelt aber wie tief die gesamte Materie die Er- wählten des Volkes berührte, geht aus der Tatsache hervor. bah die Verhandlungen über diese Dinge regelmäßig vor Sahnend leerem Hause vor sich gingen Und wenn die Ver- treter der Arbeiterschaft den Finger auf diese Wunde legten. dann wurden sie von der Regierung und den herrschenden Klassen als Stanker und als Hetzer hingestellt. Auch heute noch waltet m unseren Regierungen der Geist, der in dem * Ministeriums des Innern vom iL* J betr. Gewährung von Beihilfen zur Bekamp- lung der Tuberkulose zum Ausdruck gekommen rst. In t! MW« in net Winkl WM« Die Unternehmer sperren aus! Die industriellen Scharfmacher rüsten zum Kampf. Wenn sie bisher nur ihre Verbindungen mit den maßgebenden Stellen des Reiches benutzten, um für die Arbeiterschaft den Zu- stand der vorkriegszeitlichen Betriebssklaverci herbeizuführen, ihnen dieser Weg aber scheinbar zu langwierig ist, gehen sie jetzt zur direkten Aktion, und zwar zu systematischen BetrieSsschliehungen über.— Wie seit jeher, so auch diesmal wieder wird in Verliii der erste gewaltsame Vorstoß unternommen in der Er- Wartung, wenn man hier ein Exempel statuieren kann, die Ver- hältnisie ini ganzen Reiche sich ähnlich gestalten würoen. Maß- gebende industrielle Firmen Berlins, wie die Lokomotivfabrik Borsig. die Telephonsabrik Lorentz, die Automobilfavrik Aga und noch einzelne kleinere Betriebe sind infolge geringfügiger Differen- zen, die wegen der Entlohnung eines Teiles ihrer Belegschaft mit der Betriebsleitung ausgebrochen waren, dazu übergegangen, in brutalster Weife den gesamten Betrieb zu schließen, und damit die Arbeitslosigkeit und das wirtschaftliche Elend ins Ungemes- sene zu steigern. Wenn die Arbeiterschaft sich aus der wirtschaftlichen Notlage heraus veranlaßt sah. um überhaupt ihre Existenz bei den gegen- wältigen Preisen der Lebenshaltung fristen zu können, gering- fügige Lohnerhöhungen zu sordern, so geschieht das nicht aus dem Grunde, um die Wirtjchastlichleit de: Skuicbe zu ruinieren, sondern einzig und allein, um ihr« eigen« SxistenzmSglichk«it d«n Berhältnlsien aazupasien. Der typischste Fall dieser großzügigen Unternehmersabotag« ist die Schließung dt« Lokomotiomerkstatt Borsig. Weil 300 in Lohn arbeitende Facharbeiter die nur allzu sehr berechtigte Forderung ausstellten, ihre Löhne wenig- stens einigermaßen an die Verdienste gleichwertiger Akkord- xarbeitergruppen anzupassen und nachdem die Arbeiterschaft von dem Recht der Arbeitsverweigerung Gebrauch gemacht hat. hat die Firma die in Frage kommenden Arbeiter einfach entlasten. Aber durch die Anwendung dieses Zwangsmittels konnte die Arbeiterschaft von dem Beharren auf ihre Forderung nicht abge- bracht werden. Nachdem ein Teil dieser 300 Arbeiter 14 Tage vom Betrieb ferngehalten wurde, hat die Firma kurzerhand den gesamte« Betrieb geschlostcn, trotzdem es feststeht, daß wichtige und wesentliche Teile des Betriebes auch ohne die Arbeit der Ent- lastenen ihre Produktion hätten fortführen können. Die Firma Borsig hat unter bewußter Verletzung der Beftim- mungcn des Betrirbsrätegefetzes zu diesem brutalen Mittel ge- griffen, indem sie den Betriebsausschuß von der von ihr beabstch- tigten Maßnahm« überhaupt nicht in Kenntnis setzte, trotzdem diese Firma ausschließlich von Staatvaufträgen lebt, die von der All- diesem Erlaß heißt es. daß die Tuberkulosebekämpfung grundsätzlich f!) nach wie vor Aufgabe der Wohlfahrtspflege fein mäste, die Mittel durch Mit- aliederbeiträge, Inanspruchnahme der freien Liebestätig- keft und Erwirkung kommunaler Zuschüsse aufgebracht wer- den müßten:„Bei voller Würdigung der ernsten Bedeutung der Tuberkulose als Volkskrankheit muß voneinemEin- treten des Staates mit größeren Mitteln abgesehen werden, die zudem unter den gegenwärtigen Verhältnissen bei der schweren, zweifellos noch kange� Zeit nachwirkenden Belastung der Staatsfinanzen nicht verfügbar zu machen wä.ren. Nur vorübergehend und in mäßigem Umfange können Staatsmittel zu dem besonderen Zweck bereitgestellt werden." Wohlfahrtspflege, Wohltätigkeit der besstzenden Klassen: beides ist im Schwinden begriffen. Orden, Titel, Ehren- zeichen und kaiserliche Huld sind nicht mehr durch öffentliche Geldspenden zu erreichen. Wozu sich da noch in Unkosten stürzen? Und die Margueritentage und ähnlicher Firlefanz haben kaum die Unkosten der Reklame usw. zu decken ver- mocht. Ich stelle zwei Tatfachen gegenüber. Der letzte vom Generassekretär des deutschen Zentralkomitees zur Be- kämpfung der Tuberkulose erstattete Geschäftsbericht, der recht resigniert, in gedämpften Tönen gehalten ist, stellt fest. daß der Reichszufchutz von sage und schreibe 160 000 M a r k auch«m vergangenen Jahre trotz des ungeheuerlichen Anschwellens der Tuberkulose nicht höher gewesen ist. Ins- gesamt verfugte das Zentralkomitee über 500 000 Mark. Was damit geleistet werden konnte, braucht nicht erst gesagt zu werden. Der Bericht des Zentralkomitees ist ein Bekenntnis der Impotenz der bürgerlichen Gesellschaft, eine Bankrott- erklarung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, ein Denk- mal von unserer Zeiten Schande. 340 000 M. hat das über ganz Deutschland verbreitete Zentralkomitee für die Ve- kämpfung der Tuberkulose auf dem Umweg der Liebesgaben aufzubringen vermocht uich dabei stehen an der Spitze dieses Komitees Staatsministsr und Staatssekretäre und. gemeinheit, auch der Arbeiterschaft, bezahlt werden. Die Hinter» hältigkeit der Begründung, die die Firma Borsig bereits in die Presse lanciert hat, ergibt sich daraus, daß der Betriebsschließung folgende Bekanntmachung voraufging: „Bekanntmachung. Infolge der Vorgänge der letzte» Wochen ist eine ordnungsmäßige Fortführung des Betriebe» nicht mehr möglich, sodaß ich mich gezwungen sehe, auch die noch teilweise arbeitenden Betriebsabteilungen bis auf weiteres ettd« gültig zu schließen, und zwar erfolgt der Schluß für die erste Schicht um �3 Uhr, für die zweite Schicht um 11 Uhr abends, Mit dem heutigen Tage gilt die gesamte Arbeiterschaft de» Werkes als entlassen. Die Löhnung erfolgt am Mittwoch, den 3. November dieses Zahres im großen Kasinosaale durch die Meister, und zwar für den Betrieb 1 um 2 Uhr. für den Betrieb um 3� Uhr. Die Restlöhnung findet am Donnerstag, den 4. November dieses Jahres am gleichen Ort zu den gleichen Zeiten statt. Die Wiederaufnahme der Arbeit wird entsprechend den Ve» triebsverhältnissen jedem Einzelnen durch schriftliche Mittet- lung bekannt gegebe». Diese schriftliche Mitteilung dient als Ausweis für die Wiedereinfiellung, und ist am Werleingang vorzuzeigen. Für diejenigen Arbeiter, die feit dem 18. Oktober 1920 nicht injolge eigener Arbeitsverweigerung, sondern infolge Unniög- lichkeit der Weiterbeschöftigung entlassen wurden und bei Wie» dereröffnung des Betriebes neu eingestellt werden, bin ich de- reit, die Zeit der Entlassung nicht als Unterbrechung des Ar? beitsverhältnlsses zu betrachten. Diejenigen, die ihre Entlassungspapiere wünschen, sollen dies schriftlich dem Lohnbureau mitteilen: die Zustellung erfolgt nach Maßgabe der Arbeitsordnung. Diejenigen Arbeiter, die wahrend des Werkstillstandes zn dringenden Notstandsarbeiten gebraucht werden, werden durch die einzelnen Abteilungsleiter bestimmt. Berlin, den 1. November 1920. A. Borsig." Es zeigt sich also hier, daß es der Firma nicht darum zu tun lst, die um ihre Existenz ringende Arbeiterschaft in den Betrieb zu bekommen, sondern einen Teil der Arbeiterschaft, der sich in der Interessenvertretung seiner Mitarbeiter ganz besonders hervor« getan hat, zu maßregeln. Wenn der Streik bisher als ein untergeordneter Lohnstreik zn betrachten war, so wird er jetzt durch diese Absicht der Firma Borsig auf ein anderes Gebiet geschoben, und es wird in den Kampf eine Schärfe hineingetragen, die nur von der Absicht dik- tiert fei» kann, durch den versuch, ein Exempel zu statuieren, deArbeiterschaft die Macht und dos Herrn-im-Hanfe-sein der Zn» dustricmagnaten fühlen zu lassen. i Exzellenzen und Geheimräte und Professoren. Der Erfolg ihrer Liebeswerbung ganze 340 000 Mark. Die andere Tatsache: Die„Schlesssche Gebirgszeitung" vom 28. August 1920 berichtet: „Ein bedeutsamer Beschluß wurde von den Betriebsräten de» Waldenburger Bezirks in einer Versammlung, an der mehrere hundert Personen teilnahmen, gefaßt. Der Kampf gegen die Tuberkulose ist dort in vorbildlicher Weise durch Gründung von Waldheilstatten für tuberkulosekranke und-verdächtige Kinder aufgenommen worden. Der Betrieb dieser Waldhcilstätten ist aber so teuer, daß die großen Kosten die Fürsorgeanstalten in Frage stellen. Run haben die Betriebsräte einstimmig be- schlössen, den Belegschaften vorzuscklagen, ein Jahr lang j« Mann eine Stunde im Monat Wohlfabrtsüberfchicht zu fahren. Welch ungeheure Summe auf diese Weise zusammenkommt, geht daraus hervor, daß man bestimmt damit rechnet, drei Millionen Mark für dos soziale Fürsorgewcrk der Waldheilstätten zu be- kommen. Diese drei Millionen Marl sollen einen Grundstock bilden, von dem nur die Zinsen verwendet werden sollen." So handelt das Proletariat in einem einzigen kleinen Bezirk Deutschlands. Die hohen Herrschaften des Zentral- komitces bringen ganze 340 000 Mark auf, von denen wahr- scheinlich noch die Hälfte zur Bestreitung der Bureaus unß Organisation usw. verwandt werden. Run hat dieses Zentralkomitee auf seiner letzten General» Versammlung folgende Entschließung angenommen:»Di« Generalversammlung der deutschen Zentrale zur Bekämpfung der Tuberkulose befürwortet dringend, angesichts der Zu- nähme der Tuberkulose und der schweren Notlage der von der Tuberkulose heimgesuchten Familien, die Herbeiführung einer veichsgesetzUckjen Regelung der Tuben kulosebekämpfung, durch die endlich die Rechts- arundlage und Geldmittel für eine umfassende Tuberkulose« fürsorge beschafft werden sollen." In der Tat. die Tatsache, daß die Tuberkulose infolge de, Kriegselends eine geradezu grauenerregende Zunahme er, fahren hat. wirft ein entsetzliches Schlaglicht auf unsere Zeit und sollte nicht nur die Fachleute aus ihrem Schlummer auß xüttsln. Wenn in früheren Jahren. Gleichgültigkeit unh Teilnahmslosigkeit selbst in den Kreisen der Wissenden vor- herrschte, so ist das nur ein weiterer Beweis dafür, dah die zum Werke Berufenen ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren, daf, Staat und bürgerliche Eesellschaft. weil sie eben bürger- lich-kapitalistisch waren, ihre Aufgabe aus diesem Grunde nicht erfüllen konnten. Die Tuberkulosen selbst, insbesondere die aus den Heilstätten Entlassenen, haben es nun cnd- lich satt, sich noch weiter von solchen Staatsmännern großen Stils an der Nase herumführen zu lassen. Sie wollen auch nicht mehr von den Erzellenzen und Gebeim- raten abhängig sein, die bis jetzt allein das große Wort in den Komitees zur Bekämpfung der Tuberkulose geführt haben. Die bisher nur die unangenehmen Seiten des alten Spstems kennengelernt haben, trauen sich selber die Fähig- keit zu, das eigene Leid und desien Grundursachen bester zu verstehen als die Hochgeborenen und bis dato im alleinigen Besitz der Macht Befindlichen. Direkt aus dem Volke heraus, aus dem Kreise der Jntercstenten heraus, wenn in diesem Falle der Ausdruck gestattet ist, hat sich der„Verband der Lungen- und Tuberkulose-Erkrankten" gebildet. Der Kranke, insbesondere der Tuberkulose, will nicht mehr nur Objekt, sondern auch Subjekt im Kampfe gegen die Tuberkulose sein. Gerade dieser Teil des Volkes, auf besten Schultern der größte Teil des Elends von heute lastet, ver- Anteil>~—-- M--- langt seinen am Werke der Gesundung des Volkes. Die Tuberkulosen selbst sind bereit, an ihrem Teile mit- zuarbeiten an der Niederringung des Hebel». Der Niederschlag dieser Bereitwilligkeit ist eben der Verband der Li' eungen- und Tuberkulose-Erkrankten, sind die F o r d e r u n- gen. die er erhebt. Das gesamte Volk ruft er zur Mit- arbeit auf, nicht länger darf die Bekämpfung der Seuche einzig und allein in den Händen eines kleinen Teiles Aus- erwählter liegen. Die Männer und Frauen, die in den Heilstätten ihre Erfahrungen gemacht haben, sie sollen vor allem in dieser Frage ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Der Verband hat nun bestimmte' Forderungen aufgestellt. Dazu gehört die Vergesellschaftung aller der Bekämpfung der Tuberkulose dienenden Organisationen, Heilstätten, Für- - Z Zentralisation aller gen in einem Reichs- Bekämpfung der Tuberkulose Matznahmen, die aber nicht zu Polizei- " it urch reichs! Ilchen Beschränkungen der en ...—... Freiheit führen dürfen. Weiterer Ausbau und Vermehrung der Heilstätten, die eine längere Vehandlungsdauer, eine sehr viel kürzere Wartezeit und eine individuellere Behandlung des Einzelnen ermöglichen. Für Lungenkranke, die nicht für ein Heil- stättenverfahren geeignet sind oder auf die Aufnahme in eine Heilstätte warten, sollen Krankenhäuser errichtet werden, in denen auch ansteckend Tuberkulöse, sofern sie es wünschen, jederzeit Aufnahme finden können: nach Entlastung aus der Heilstätte: staatlich organisierte Arbeitegelegenheit, in denen dem Charakter der Krankheit entsprechende Arbeitsmöglich- keit gegeben wird, unter ständiger Beobachtung des Gesund- heitszustandes der Arbeitenden. Der Verband hat vor allsm auch das Erundproblem richtig erkannt. Das ist die Woh- nungsfrage und die Ernährungsfrage, denen man endlich von Grund aus auf den Leib rücken mutz, soll nicht alle Ar- beit auf dem Gebiet der Tuberkulosebekämpfung von vorn- herein mit dem Fluche der Unfruchtbarkeit geschlagen sein. Da darf der Eeldpunki keine ausschlaggebende oder gar allein entscheidende Nolle spielen. Heraus mit der Kultur- Milliarde, von der jetzt soviel gesprochen wird! Bei dem heutigen Stande der Dinge gibt es keine dringlichere Auf- gäbe als den Wiederaufbau der Gesundung unseres Volkes. Darf eine Regierung, eine Volksvertretung, wenn sie überhaupt ernst genommen werden will, bei aller Not der Zeit auch nur einen Augenblick veraesten, daß das grötzte, das einzige Kapital eines Staates die Menschen sind, die den Staat bilden? Wenn man sich diese Tatsache nicht un- ausgesetzt vor Augen hält, wenn man nicht seine höchste Auf- gäbe darin erblickt, die große Mäste am Leben und in leid- lichen Gesundheitsverhaltnissen zu erhalten, wozu dann alles Sorgen und Mühen und Parlamenteln und Regieren. In der Gesundung und Gesunderhaltung der breiten Masten des Volkes liegt die Frage aller Fragen, da» Problem aller Probleme. Die Reichsewnahmen im Juli 1S20 Nach einer Aufstellung betrugen die Einnahmen aus dlrek- ten Steuern und Lerkehrssteuern, sowie aus Zöllen und Verbrauchssteuern im Monat Juli d. Z. 1 SS.'- 048 44ö M., von Beginn des Rechnungsiahres bis Ende Juli 5 530 SSI 928 M., da- ist ein M e h r von 3 398 010 109 M. gegen das Borjahr. Di- Einnahmen der Reichspost- und Telcgraphenver- waltung belicfen sich im Juli auf 423 182 983 M., von Beginn des Rechnungsiahres bis Ende Juli auf 1118 899 959 M-(mehr 643 746 497 M.) Die Reichseijenb�tnverwaltung konnte im Juli 1 320 S4S ovo M., von Anfang des Rechnungsjahres bis Ende Juli somit»001920 000 M.(mehr 3 489 073 000 Mark) vereinnahmen. Es mutz gefordert werden, daß die Einnahmen einzeln an- «geben, namentlich die Besitzsteuern astrennt von den in- direkten Steuern aufgeführt werden. Die Einnahmen zeigen «ine beträchtliche Sieigeruna. Namentlich fällt die Zunahme bei den Eisenbahnen auf. Das beweist, wie töricht oder per« fid es gewesen ist, das Defizit als Argument gegen die So- zialisierung und zur Hetze gegen die Arbeiterschaft zu ver- wenden, während es in erster Linie auf die Zerrüttung im Verkehrswesen zurückzuführen ist. Der Termin der Landtagswahlen. Wie«in« hiesig« Korrelpon- dcnz mitteilt, ist anzunehmen, dah die Arbeiten der Verfa»ung- gebenden prcilhischen Landcsversammluna spätestens am 12. De- zember abgeschlossen sein werden. Die Landesversammlung wird sich dann selbst für aufgelöst erklären. Der Termin für die preußischen Wahlen wird von der preußischen Regierung im Ein- vernehmen mit der Reichsregierung und dem Aeltestenaus- schütz der Landesversammlung festgesetzt werden. Wahrscheinlich werden die Neuwahlen Anfang Februar stattfinden. Di« Reichstagswahl in Thüringen für gültig erklärt. DaS Wahlprüfungsgericht beim Reichstage hielt am Dienstag eine Sitzung ab, die zu dem Protest des Genosten Dr. Oskar Cohn gegen«eine Streichung aus dem Wahlvorschlag der Unabhängigen Partei Stellung nahm. Nach Feststellung des Sachverhalts zog sich das Wahlprüfungsgericht zu einer längeren geheimen Be- ratung zurück, als deren Ergebnis die Gültigkeitserklärung der Wahl in Thüringen verkündet wurde. Nech immer Ausnahmezustand i» Pemmereklen. Die seinerzeit «rlastene Verfügung über de Anordnung des zivilen Ausnahme- zustandss für 8 Monate ist nunmehr vom Minister des ehematt- gen preußischen Teilgebiete» um weitere 3 Monat», und zwar bis zum IS. Januar 1821, verlängert worden. Sie MW MW W AWUWWer Wies Keine Reinwaschung Die gestern zu Ende geführte Beratung im Haushalts- ausschutz des Reichstags über die Vorwürfe gegen den Er- näbrungsminister Hermes haben nicht mit einem Siege von Hermes geendet. Mit Ausnahme der Zentrumspartei haben alle Parteien sich gezwungen gesehen, an seinem Verhalten scharfe Kritik zu üben. Und wenn auch in dieser Sitzung wegen der von ihm betriebenen agrarischen Politik sämtliche bürgerliche Parteien erklärten, es läge kein Anlaß zu einem Rücktritt vor, so bleibt doch der Eindruck bestehen, daß er von ihnen gehalten wird nur wegen seiner agrarischen Politik und trotz der begangenen Verfehlungen. Die bürgerlichen Parteien m nicht gewagt, die Erklärung, die die Hermes abgegeben hat, auck dem vorzulegen. Herr Hermes zieht oeshalb von bannen mit arg ramponiertem Gefieder und belastet mit der Erklärung der sozialistischen Parteien, daß er nicht mehr das moralische Gewicht habe, um im Amte zu bleiben. Zwei Borgänge aus der Verhandlung aber müsten noch besonders erwähnt werden. Es ist Tatsache— der Sil); g-'crdnete Pachnicke hat die Bestätigung geliefert—, daß einflußreiche Kreise am Werk sind, den Fall Hermes dadura? zu vertuschen, daß die Front gegen seine Angreifer gerichtet wird. Das zeigt, daß es sich nicht um die Person Hermes handelt, sondern um ven Einfluß der Agrarier, des Handels und einiger Düngemittelindustrien, der allen bürgerlichen Parteien, solange Hermes im Amte ist, als durchaus gesichert gilt. Im Laufe der Verhandlungen wurde ferner durch die Ant- wort des Finanzministers Wirth auf die Anfrage des Ab- geordneten Hoch festgestellt, daß die S ch w e r i n d u st r i e an Wirth ein Ultimatum gerichtet habe, den ihnen un« bequemen Vergastcstor H o r t e n. der im Finanzministerium die Kontrolle der Kriegsgesellschaften ausübt, fallen zu lassen. Auch hier also ein Fall, in dem ein Mann, der den Großindustriellen unangenehm ist. durch konzentrierte An- griffe unmöglich gemacht werden soll. Wirth erklärte, daß er sich diesem Ultimatum selbstverständlich nicht füge. Aber wie lange wird es dauern, bis auch er mürbe gemacht worden ist? Aber trotzdem gibt es nach den Versicherungen der bürger- lichen Parteien in Deutschland keine Korruption. Sie fürchten das Wort, sie lieben aber die Sache, das ist der Eindruck, den auch die Verhandlungen des Haus- haltsausfchustes erneut hervorgerufen haben. Dieser Ein- druck wurde noch verstärkt durch die Ablehnung des Un- abhängigen Antrages. Denn nach ihren Worten hatte man annehmen müssen, daß sie nichts freudiger begrüßen würden als die vollständige Klarstellung des Falles Hermes. Aber die Abstimmung zeigte das Gegenteil. Der Hauptailsichuh des Ncichstage» letzte gestern die Be» lprechnng der Angelegenheit Herme, fort. Staatssekretär Hnber derichtete zunächst über den Fall Augustin. Man müsse in solchen Fällen menschliche Rücksicht walten lassen. Eine Be- stechung sei nicht erwiestn. Auch lasse sich nicht der Nachweis führen, daß Augustin von der Eeschenkannahme seiner Frau etwas gewußt habe(l) Ob man einen solchen Fall mit den strengsten Mitteln ahnde, müsse man von verschiedenen Voraussetzungen abhängig machen. Das Ansehen der Eesamtbehörd« und die Autorität des Staate« seien wichtige Gesichtspunkte. Ausschlaggebend müsse sein, ob der Fall bereits in die Oeffentlichkeit gedrungen fei. Als Staatssekretär Ramm erklärte, er wolle den Fall Augustin in die Oeffont- lichkeit bringen, habe deshalb auch für ihn festge- standen, daß Augustin nicht gehaltc:: werden könne. Trotzdem fei es richtig gcweien. von einem Straf- und einem Disziplinar- verfahren abzusehen, ebenfalls von sofortiger Entlastung. Er sei der Ansicht, das nun eingeleitete Verfahren werde mit Frei- fprechung enden. Auf die vom Abgeordneten Hoch in der vergangenen Sitzung gestellte Anfrage teilt Minister Hermes mit. daß die Nctchzsielle für Gemüse(Oberregierungsrat von Till?) zwei Autos unter- halten habe, und zwar ohne Vorwisscn des Neichsjchatzminlsters. Die V-rmittlungsprooisson bei dem Kauf seines zweiten Autos fei der Preisausglcichsstelle zugute gekommen. Abg. Burlag«(Z-ntr.) gab der Ucberzeugung Ausdruck, doß mit zu schwerem Geschütz geschossen worden sei. Immerhin sc! die Sache etatrechtlich nicht in Ordnung. Auch sei die An- schaffung eines so kostbaren Autos peinlich. Entlassung ohne Anzeige sei, wenn Milderungsgründe vorliegen, üblich. Von Ko r r u p t i o n hinsichtlich des Ministers könne man nicht reden. Dr. Böhm,(Dem.) gab auch die Verletzung etatrechtlicher Grundsätze zu, betonte den guten Glauben des Ministers, es sei kein Anlaß anzunhmen. doß eine Vegiinsiigung vorliege. Er«r- hob im übrigen Angriffe gegen die„Freiheit", weil sie die bür- gerlichen Parteien verdächtige, daß st« Korruptionserfcheinnngcn billige. Abg. Dr. Helfserich(Deutschn.) wandte sich scharf gegen die von Hermes begangenen Verstöße gegen die Sparsamkeit. Man hätte gegen Augustin ein Disziplinarverfahren einleiten müssen. Die wahre Absicht mit seiner scharfen Kritik aber kam zum Ausdruck, als er erklärte: Der Fall Ramm unterliege der gerichtlichen Klä» rung, der F a l l R a man feiberettsklar: ein Skandal und ein geradezu unerhörter Zustand. Abg. Hoch(Soz.) unterstützte einen großen Teil der Ausfährun- ge» Helf'erichs. Auch dem Haushalts-'usschuß gegenüber seien bei Beratung des Notetats die Anschaffungen verschwiegen wor- den. In fast allen Ministerien werde leichtfertig mit dem Geld« verfahren. Gegenüber Hermes könne er nur auf seinem in der vergangenen Sitzung ausge'prochenen Standpunkt verharren. Hermes habe nicht mehr die moralijche Autorität, um fernerhin im Amt verbleiben zu können. Abg. Mumm(Deutschn.) begründet den nichtssagenden und mit den Vorwürsen gegen Hermes nicht im Zusammenhang stehenden deutschnationalen Antrag, der ein« Einschränkung der Dienstkraft- wagen bezweckt. Es handle sich nicht nur um den Fall Ramm, sondern auch um den Fall Braun. Abg. Roeficke(Deutschn.) lehnte es ab, aus den Vorwürfen gegen H-rmes die Folgerung zu ziehen, daß Hermes für fein Amt un- geeignet fei. Die Landwirtschast habe volles Vertrauen zu Her- mes, er habe feine Befähigung und sein« Eignung für dieses Amt vielfach erwiesen. Abg. Hoch(Eoz.) hält die von Mumm angeschnittene leihweise Abgabe der Möbel aus dem Kasseler Schloß an Oberbürger- meister Scheidemann für bedenkenfrei. Die Mietgebühr sei niedrig bemessen, weil die Pflicht guter Instandhaltung von der Stadt übeknommen sei. Die Gebrauchsmöbel feien nach Taxe verkauft worden. Abg. Dr. Hertz(llnabh.) wendet sich gegen die milde Beur- teilung der Verfehlungen Hermes durch den Abgeordneten Burlage. Vurlage fei an der rutscheidrndrn Frage mit völlige» Stillschwelgen vorbeigegangen. Wenn Burlage sich auf das Zeug- nis des Eeheimrats Earo beziehe, so sei doch festzustellen, daß Caro die Sitzung geleitet habe, die vor einigen Tagen den Be- schluß gefaßt hat. die Verteidigung des Srnährungsmiuifter» durch persönliche Angriffe auf die veamteil zu führen, die gegen Her- meo stehen. Weder der Fall Augustin noch die Angelegenheit der Provision sei geklärt. Da dlcse Beschuldigten selbst eine Unter- suchung wünschen, könne sich niemand der Einsetzung des Unter- suchungsausschusses widersetzen. Di« Tatsache, daß die Politi e? Ernährungsmtnisters von den Landwirten gebilligt wer, zer sehr verständlich, genüge doch aber nicht, ihn im Amte zu erhalten. Hertz begründet sodann den folgenden Antrag der Unabhängigen: „Die Reichsregierung zu ersuchen, sofort den Wortlaut de« Ergebnisses der Untersuchung zu veröffentttchen. die von dem Reichsjustizmi nister und dem Reichsfinanzminister im Auftrage des Reichskabinetts wegen der Vorwürfe gegen den Reichsernährungsminister Hermes angestellt worden ist." Minister Her«-» erklärt, ihm fei von einer solchen Sitzung nichts bekannt. Di«„Berliner Morgenpost" habe dies« Meldung er» funde n. Aus der Erklärung von Dr. Pachnicke geht Lb:r hervor. daß eine Besprechung mit Coro und Vertretern der DeuHchen Van! und anderen Interessenten stattgefunden habe. Merdtngs nicht im Ernährungsministerium, sondern in einer Privat- g e s e l l s ch a f t. Das von Hertz angegebene Ergebnis der Sitzung pellt er nicht iu Abrede. Pachnicke und Burlage erklären, dem unabhängigen Antrag nicht zustimmen zu können, weil die Regierungserklärungen ja ohnihin in das gedruckte Protokoll des R«tch-tags russchustes kommen. Beide gehen aber an der Tatsach« norbei, doß ler Antrag der Unobhangigen sowohl die sofortige V-röstentlichung in der gesamten Presse als auch die wörtliche Wiedergab« der Erklärungen bezweckt. De» Antra-» der Unabbängiaeu wird gogea die Stimme» der beiden sozialiftifchen Parteien abgelehnt. Der Vertreter der Reukommunisten war bei d-r Abstimmung nicht mehr anwesend. Der deutschnationale Antrag wird angenommen. Im Hauptausschuß der Vreußis�en Landesversammlung Staatssekretär Ramm gelegentlich der Besprechung des Domänen- Etats, daß er von den Unregelmäßigkeiten Augustin« erst knapp vor Äbsendung de» viel besprochenen Briefes im erklärte lomäncn- ? ___________________.,T_____ m Mai dieses Jahres Kenntnis erhalten habe. Als er vorher aus den Kreisen der Ackerbaugcsellschafr auf ein« ge- wisse Korruption innerhalb der Beamtenschaft aukmerks�m gemacht worden sei. habe er mit berechtigtem Stolz erilärt, dah dies doch auf Beamte keine Anwendung fmden könne und habe dabei beim tinweis auf ihm nahestehende Beamte auch Augastins erv äh"t. ls er jedoch von den Verfehlungen Kenntnis erhalten Hobe. Hab« er zu feinem eigenen Schutz sofort jenen Brief ge- schrieben. Es ging ihm darum, mit aller Schärfe zu betv"«::, daß die Ebre der Beamtenschaft erhalten bleiben miiss». Die Parteien selbst verzichteten vor Absbluß der Erhebungen über diesen Fall auf eine Aeuß-runa. Es scheint im allgemeinen das En.pstnden vorzuherrfchen, daß oas Vorgehen Ramme durchaus korrekt gewesen seu Die NLUftsreftie�Mla salviert fkll? Tie Reichsregierung hütet sich wohl, offen gegen dsi! � jmji oT„„rrfl Slelluna-w iietimen. Keleim bat sie es erst reckt Amtlich wird mitgeteilt: In dem heute veröffentlichten Er- lag des preußischen Ministers des Innern S e v e r i n g über ue Betätigung dr Organisation Escherich heißt es. die Reichsregierung Hab« in einer Kabinettssitzung vom 23. August 1920 anerkannt,„daß die Orgesch als eine Umgehung de: Ein- wchnerwehren anzusehen sei, so daß ihr Fortbestehen mit dem Ver- sailler Friedensvertrag nicht in Einllang zu bringen sei." Zur Klarstellung der Angelegenheit gibt die Reicksregie- rung den Bcschluß, den sie am 23. August 1920 gesaßt und damals in der Presse veröffentlicht hat, noch einmal bekannt. Dieser Beschluß lautet:„Das Reichskabinett hat sich n>u der Behandlung der Organisation Ejckcr'.ch befaßt. Die Reichsregie» rung war einmütig der Ansicht, daß dt flr Organisation keine Ausnahmebehandlung zu gewähren sei und daß der Reichskommissar für die Entwaffnung dte Angehörigen dieser Organisation bei Durchführung der Entwaffnung schon mit Rücksicht aus den Friedensvertrag und die Abmachung m von Spaa nicht anders zu behandeln habe als andere Staatsbügrer. Zu dem Verbot der Organisation Escherich durch die preußische Re- gierung Stellung zu nehmen, lag bei dem söderalisti.ch-n Eya- rakter de» Reiches für die Reicksregirung kein Anlaß vor, da die Handhabung des Vereins- und Verfammlungsreckts in den Händen de: Länder liegt und es den Beteiligten frei steht, über dte Slechtmagigkeit des Verbots«in« gerichtlich«-der ver- waltungsgerichtlich« Entscheidung herbeizuführen." Fleisch ihrem Fleisch aber in dem vorliegenden Zitat die Klarstellung liegt, das bleibt Geheimnis. Klar ist nur. daß die Reichsregierung es n i ch t wagt, gegen die Bewaffnung der Reaktion vor- zugehen. Das hieße speziell dem bayrischen Brandherd zu nahe kommen, während man doch mit innerlichem Behauen die„Ordnungspokitik" in Bayern k'cwun�c''t un>- kür Preußen möglichst rasch dieselbe Situation ersehnt. So sal- viert man sich, da man eben nicht alle Kar.en aufdecken will. Das Zentrum und Grzberger Der Reichsaus fchuß des Zentrums war in den letzte» Tagen in Berlin versammelt und verbandelt« auch wieder die Angelegenheit Erzberger. Nach einem parteiamtliche» Bericht führten die Verhandlungen zu einem„allseitig be- friedigcndcn" Ergebnis. Erzberger gab„aus freiem E»� schluß" die Erklärung ab, daß er sich bis auf weiteres an de« Reichstagsverhandlungen und an den Verhandlungen der Fraktion nicht beteiligen werde. Nach dieser Erledigung des Falles Erzberger wird bo* Zentrum auf größte» Wohlwollen bei den reaktwj närett Parteien rechnen können.' i Parteitag der Kommunisten Die abgeleierte Walze Der Parteitag der Kommunisten, der gestern vormittag begann, lieh im ganzen Verlaufe des ersten Tage nichts verspüren von irgendwelchem revolutionären Impuls. So matt und kraftlos ist sicher nicht einmal der Parteitag der Rechtssozialisten in Kassel verlaufen. Wer wirklich im Ernste noch daran glaubte, daß es sich in der Kommunistischen Partei um das Ringen mit den weltbewegenden Problemen. um die Erfassung der weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Ergebnisse der Gegenwart in sozialistischer Gedankenarbeit handele, der wird nach diesem ersten Tag. der doch den archen politischen Fragen gewidmet war. bitter e n t, täuscht sein. Gewih, man versuchte stellenweise große politische Problemstellungen anzuschneiden, sie wurden aber gewaltsam in dem Prokrustesbett der kommunistischen'-Dok- trin in verwirrender Einseitigkeit zurechtgeschustert. Co kam in keiner Frage ein klares Bild zustande. Und in dieser Un- klarheit, in diesem Zwielicht der ungelösten Probleme reift die Saat der Kommunisten, die den Massen grohs Worte und Begriffe gelassen hinwerfen, ohne deren Inhalt zu er- schöpfen. Eigentümlich ist die Z u r L ck h a l t u n g der Kommunisten hinsichtlich der Mitglieder- und Kassenverbältnisse. Man hat darüber in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt. Warum diese Vorsicht? Man ist doch eine legale Partei geworden. Sind etwa die Mitgliederziffern so blamabel, dah man lieber die Veröffentlichung hinaus- schieben will, bis die neulommunistifchen Schäfchen einge- bracht sind? Thalheimers Referat brachte es nicht über den Charakter einer trockenen akademischen Vorlesung, in der in ermüdender Breite die allgemein bekannten Krisen» «rscheinungen des Kapitalismus dargetan wurden. Inter- essantcr wurden seine Ausführungen erst, als er auf die Rückwirkung dieses Prozesses auf die internationale Politik zu sprechen kam. Für ihn ist die kommunistische Inter- nationale das aktive Element, das in die Geschichte eingreift. Er preist den Kongreß von Baku und hofft, daß bald auch Afrika eine Domäne der kommunistischen Inter- nationale werde. Dem Vorwurf gegen die Aufnahme E n v e r Paschas in die kommunistische Internationale begegnet er mit der Feststellung, daß man Liebknecht seiner- zeit im Reichstag nicht einmal sprechen ließ gegen die Armenierschlächter. Eine famose Entschuldigung und ein glänzender Beweis für die echt kommunistische Logik. Riga wird als Fehlschlag und Mißerfolg Sowjet-Ruß- lands bezeichnet, hervorgerufen nicht aber durch das Mos- kauer Direktorium, sondern durch die Schuld des mittel- und we st europäischen Proletariats. Damit wird erneut der Beweis erbracht, daß es den Kom- munisten darauf ankam, die deutsche Arbeiterschaft i n d e n Krieg mit der Entente zu Hetzen. Di« Beschulet« gung des westeuropäischen Proletariats ist mehr als leicht- sinn lg. Die französische und die englische Regierungspolitik ist doch wahrlich nicht die Politik der englischen und französt« schen Arbeiter. Aber was tut's? Die Moskauer Staats- leiter müssen fehlerlos dastehe«! da aber nun einmal un- bestreitbar Fehler gemacht wurden, sind eben die mittel- und westeuropäischen Arbeiter der Sündenbo.ck. Daß 1 ro 1 c w in Halle den englischen, den französischen, den deutschen Arbeitern seinen Dank für ihre Hilfe für Sowjet-Rußland aussvrach. das stört die akademische Ruhe Thalheimers nicht. Das ist ja schon fast drei Wochen her und braucht schon langst nicht mehr wahr zu sein. Daß Thalheimer auch die Sozialisierungsfrage, wie sie von unserer Partei gestellt ist. ablehnend be- handelt, nimmt nicht Wunder. Wozu sich mit konkreten Gegenwartsfragen- befassen, wenn man kurz vor der ent- scheidenden Aktion steht? Nach Thalheimer ist in Deutsch- land alles reif— außer einigen kleinen Widerständen. So etwa die mangelnde Energie und Reife der Arbeiter. Aber das wird durch das Vorwärtsstürmen der Kommunisten überwunden. Das Referat, das jedes Eingehen auf prak« tische nationale und internationale proletarische Politik ver» Jessen ließ, wurde mit schwachem Beifall aufgenommen. Wenn Thalheimer mit dem Ausspruch des gewaltigen schloß:„Kühnheit! Kühnheit? und nochmals Kühn- um. so»st das in mehr als einer Beziehung symbolisch. Ter machtvoll vorwärtsstürmende Danton, der in seinem revolutionären Eifer alle Schattierungen der Revolution zusammenpeitschte, ist himmelweit unterschieden von �n sektenhaften Politikern, die in arroganter Ueber- hebllchkett d,e revolutionäre Kraft und den geistigen Kern der Revolution für sich gepachtet zu haben glauben und alle andersdenkenden Kräfte des Proletariats von sich abstoßen. wesentlich schlauere Le o i umschloß mit brüderlicher M* rc*® neukommunistischen Jünger. Alles soll vergessen ''n~ Er warf die Fangarme auch nach den Arbeitern unse- Partei und wiederholte das Satyrspiel, mit dem Sinow- i«»,?. volle so glänzend abgefallen ist. Er meinte, die mülle>IIl8u2Pen keten kein kaudinisches Joch, man t Jlrn„5, Arbeitern der rechten U.E. P.D. weitgehendste Levi Im Anschluß daran propagierte dem er NN. � deraufnabmederFLhrerhctze.in. Er verluckt- n menschewistischenFührerclique in Halle sprach. erneut eine Wiederholung der alten Vor. unserer Parte? in mütigkeit herrscht. schewlsmus, hie' der internationalen Levi formuliert die rage völlige Ein- age so: Hie Men- Welt«m' u!!L Bolschewismus I Dazwischen eine ganze tun* mehr"�.�bartigen Deklamation lockt Levi keinen dem Ofen Scheidungen hinweg. Ofen hervor. schreitet über Die diese revolutionär« schemalischen, ktion des Proletariats willkürlich getroffenen w leb c r fall 6 1 üfp r 1 w0®lrrb von D ä u m i g' als Gegenpartner rAStT IPV« teefite u � V D J«1 e' � s- Täumig prophezeit, daß die Lager Si w6™«!* kurzem im fozialverrStertfcken w�de Er un Internationale angelangt fein daß in diekpm Dotter, und zwar nicht das erste Mal, Da Daum lÄL•ber Entscheidungskamps bevorstehe. h« t mut0. bisher immer eine recht weiter nickt> r gefunden haben, sind sie den ftieSrVrf� l$J"ehmen. Däumig huldigt ebenfalls der güns?io« Aiin�nÄ�' bedauert lebhaft, daß im Juli gew�en wäre i™°�aßt worden sei. wo es möglich Wenbto" AÄ äußere Situation zu ent. Aktionen zu verknüpfen. Däumig mt damals in Moskau: er Jann wenigstens diesmal für sich in Anspruch nehmen, daß er nicht da war. Aber es ist sehr z u b e- zweifeln, ob er gewußt hätte, was zu machen fei, wenn er dagewesen wäre. Eine entschiedene, eindeu- tige Stellung in Konfliktsmomenten ist nicht Däpmigs Sache. Seine Ausführungen wurden von den Kommunisten ziemlich kühl aufgenommen. Die Diskussion verlief ganz inhaltlos, und zwar der- art, daß selbst Levi bedauerte, daß keine entgegenstehenden Meinungen laut wurden, die die Aussprache hätten beleben und bereichern können. So steht-es also nrit„fortge- schrittensten Teil" des deutschen Proletariais, das durch feine hervorragendsten Vertreter nichts zu sagen hat außer organl- satorischen Kleinkram. Der Bericht Meyers vom 2. Kongreß der Kommu- nistischen Internationale ging ebenfalls in einförmiger Darstellung ohne jeden geistigen und rethorischen Reiz an den Zuhörern vorüber. Eine Wiederholung des ganzen Rüstzeugs der Kommunistischen In- t e r n a t i o n a l e. Die Aufgaben dos internationalen Pro- letariats, gesehen unter dem engen Gesichtswinkel des kom- munistifchen Dogmas, das die reichen, guelhenden Kräfte der nationalen Parteien mit Gewalt umxressen will in eine mili- tärifch organisierte Kampftruppe des Kommunismus. Der Internationale Gewerkschafts- bund und das Rutzrrevier Der International« Gewerkfchaftsbund hat vor einiger Zeit beschlossen, eine Kommission nach dem Ruhrgebict zu ent. senden, um Sie wirtfchaftNchen und politischen Verhältnisse des Industriegebiet» Rheinland-Westfalen zu studiere«. Die Kom- Mission, die von Fimmen geführt wird, und der Zollhaus, Merr- Betriebsvertrauensleute, Generalversammlungsdelegierte und Betriebsräte des Metall» arbeiter-Berbandes Am Sonntag, den 7. November, vorm. SX Uhr, findet Germania-SSlen. Chauffeestr. 110, eine Versammlung sämtlicher Funktionäre de« Metallarbeiter-Verbandeg statt, die auf dem Boden der U. S. P. D.(E r i s p i e n- Ledebour) stehen. Tagesordnung: 1. Dürfen Partei und Gewerkschaften zer- trümmert werden? Referent: Genosse Joseph Crnst-Hagen. 2. Diokusston. Genossen! Die Erhaltung starker und geeinter Wirtschaft- licher Organisationen ist eine Lebensfrage des revolutio- nären Proletariats. Beweist durch einmütiges Zusammen- stehen, daß ihr nicht gewillt seid, die Einheitsfront auf gewerkschaftlichem Gebiete zerreißen zu lassen. Funkttonäraueweis des Verbandes sowie Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. heim u. a. angehören, weilt gegenwärtig im Ruhrgebiet. Nach der Studienreise wird der Internationale Gewerk, chastsbunv zu der Frage der Besetzung de» Ruhrgebiet» Stellung nehmen. Am 22, November findet in London ein internationaler Ee» werkschaftskongretz statt, zu dem jede» Land 10 Dele- gierte entsenden wird. Auf der Tagesordnung steht: Inter- nationale Bekämpfung der Reaktion, Sozialisierung, Inter- nationale Verteilung der Rohstoffe und Valutasrägen. Die Forderungen der französischen Bergleute Pari», 2. November. Der Nationalrat der französischen Bergarb-it« ist heute vor, «ittag hier zusammengetrete«, um über die Lohnfrage zu verhandeln. Di« französischen Bergardeiter verlaagen für alle Ardeiter» gruppen eiae« fünffach höheren. Lohn al» der, der im Jahre 1913 bezahlt wurde. Die treibende Kraft bei der Bewe- gung bilde» die Bergarbeiter der Bezirke von St. Etienne und Calais. Sie verlangen, dah die Frage bis zum 12. November geregelt werde. Die Antwort, die die Grubenbesitzer ans da» ver- langen der Bergarbeiter gegeben haben, ist im grohen und ganzen ablehnend. Gemeindewahlen in England Pari», 2. November. Wie die Blätter au» London melden, fanden gester» i» England mit Ausnahme von London die Gemeinderatswahlen statt, von de« zahlreiche» durch die Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten ist nur eiu kleiner Teil gewählt worden. Große Industriezentren wie Mauchefter, Liverpool, Nor- thumberlaird, Portsmouth. Wolverhampto« und vlackburu ginge« der Arbefterpartei verloren. Frankreich und Sowjetrutzland Die Sehnsucht nach einer neue« Operationsbasts DA. Pari», 2. November. Major de Ciorienz schlägt im„Matin" vor. der Iranzöfifcheu MUUärabordnung in Georgien die Mittel zu gewähren, um den von ihr vorbereiteten Aufstand der aordkaukastfch. n Bergbevölke- rung und der Kudankosakea gegen den Bolschewismus in» Werk fetzen zu können. Hierdurch würde Aserbeidschan mit feinem Pe- teokeum von der rote« Herrfchast befreit«erden. Armenien» Be> drohung wäre mit einem Schlage beendet, und General Wrangel erhielte eine zweite Operationsbasi» im Kaukasus. Außerdem würde auch England durch Bcseiiigung de» Druckes aus Mesopolamieu, Persien und Indien ein Dienst erwiesen. Seit langer Zeit liefen hier wieder einmal die sranzöstsch-englifchen Interesse» zusammen. Maschinengewehre, Patronen und Gell» reichten für de» Zweck völlig au». ♦ 3« der Krim versucht General W ra n g e 1, nachdem er glaubt, festen Boden gefaßt zu haben, durch reaktionäre Maßnah- men feine Herrschaft noch mehr zu befestigen. In Sewastopol und S i m f e r o p c 1 wurden gleichzeitig von der Polizei Durch- suchungen In samtlichen Niederlassungen de» Krimer Genossen- schaftsverbande» vorgenommen. Alle Akten wurden be- schlognahmt und der Vorsitzende de» Verbandes, ein angesehenes Mitglied der Partei der rechten Sozialrevolutionäre, D i k a n» k 1, in Haft genommen. Die Durchsuchungen wurden durch Nach- richten über angeblich, Verbindungen der Genossenschaften in der Krim mit tm SUmIomc Genoss—schaften veranlaßt. Aus der Wirtschast Das Eindringe» des ausländischen Kapitals Der drohenden Ueberfr-mdung derOrensteinundKoppel A.-©., von der wir im Dienstag-Abendblatt berichteten und gegen die sich auch die Beamtenschaft mit Recht zur Wehr setzte, ist die Gesellschaft vorläufig mit Erfolg entgegengetreten. E» gelang ihr, nachdem sie mit Geschick ein kleines vressegeplänkel Inszeniert hatte, in der Aufsichtsratssitzung einen Antrag durchzubringen, der die Busgabe von 8 Millionen Mark neuen 7prozentigen Vorzugs- aktien mit Sfachcm Stimmrecht beschließt. Das bedeutet, daß diesen Aktien, die der Direktion zur Verfügung gestellt werden. nicht nur eine 7prozentige Dividende garantiert wird, sondern dah sie denselben Einfluß aus die Geschäftsführung haben wie 48 Mil- lionen Mark der übrigen Aktien. Da das gesamte Aktienkapital rur 80 Millionen Mark beträgt, ist die Gefahr, daß eine fremde — ausländische— Gruppe die Geschäftsführung in ihre Hände be- kommt, befeitigt. Es muß aber an dieser Stell« doch darauf hingewiefen werden, daß mit der Ausgabe solcher Vorzugsaktie« mit mehrfachem Stimmrecht häufig Mißbrauch getrieben wird. Ist sie doch ein sehr bequemes Mittel den Einfluß der Gruppe, die die Aktien- mehrheit der Gesellschaft besitzt, auf die Dauer'zu sichern, auch für den Fall, vaß die Ätlienmehrheit in andere Hände übergeht. So wird die Tendenz zur Konzentration der Macht und Verfügung-!- aewalt über die Wirtschaft in den Händen weniger, die vermöge der Technik des Aktienwesen» mit verhältnismäßig geringem Eigenkapital gewaltige Kapitalsmassen beherrschen, ungeheuer ge- steigert. Was wir sonst über die Firma Otto Wolfs berichtet haben. wird durch den Bericht der Generalversammlung der„P h ö n i x" bestätigt. Demnach hat Wolfs 10 Millionen Mark Aktien der PHLnir" erworben und die mit ihr verbündeten Nieder- ländischen Hochofen« und Stahlfabriten wettere 80 Millionen Mark Damit hat diese Gruppe den entscheidenden Einfluß auf die Gesellickast gewonnen und er wurde gleich dazu ausgenutzt, den„Phönix" in den Dienst des niederlän- >1$ t ü"ler nehmen» zu stellen. Es wurde nämlich zwischen dem„Phönix" und der niederländischen Gesellschaft ein A"? t" u s ch v e r t r a g geschlossen, wonack das von der nieder- ländlichen Firma erzeugte Roheisen dem„Phönix" geliefert wird, der es hier verarbeitet und die Fertigfabrikate zurückliefert. Wie volkswirtschaftlich nachteilig ein derartiger Vertrag ist. wird schon daraus ersichtlich, daß Deutschland im Frieden die erste Stelle unter den Roheisen produzierenden Ländern Europas ein- nahm. Und jetzt muß es Roheisen au» dem Ausland einführen lassen, nicht etwa mc!f es leinen Bedarf nicht durch die inländische Produltion decken könnte, sondern um einer holländischen Schwer- eisengefellsckaft den Absatz zu sichern. Der Wahnsinn der kapita« listischen Wirtschaftsordnung hat zweifellos Methode. Eine weitere Transaktion, die in dasselbe Kapitel gehört: Die A.- G für ch e m t s ck e Produktion, vormals Scheide- mandel, hat mit einer internationalen Gruvpe unter Führung der American Glue Company in Doston eine Interessen- gemeinfchaft gefcklossen. Die Scheidemandel Eesellschaft stellt der amerikanischen Gruvpe 8 Mill. M. neue Aktien zu einem sehr hohen Kurse s77b Prozent) nu Verfügung, während sie den ölten Aktionären 7 Mill. M. Aktien zu einem Kurse von nur 120 P-o- zent anbietet! Außer der finanziellen Transaktion bestebt die Interessengemeinschaft darin, daß gegenseitig die Arbeitsmethoden und Erfahrungen ausgetoufcht werden— wobei stckerlick die Amerikaner das bessere Geschäft ma�en denn es wenden ihnen sie Erfahrungen der höchstentwickelten chemischen Industrie der Welt aurgeliefert—. daß Ein- und V-rkauf in bestimmten Ge- bieten gemeinsam geregelt wird und beide Gruvpen sich im glei- chen Verhältnis an der Errichtung einer Fabrik„im fernen O st e n" beteiligen Die Welt atmet auf der Frieden Ist wiederherg st'llt: Deuts und amerikanische Kavitalssten verbinden sich wrder zur Ausbeu- tung der ganzen Welt und zu kolonialen Kapitalsanlagen„im fernen Osten"! Kapitalserhöhung bei der Deutschen Bank Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat beschlossen, einer zum 29. November einzuberuftnden außerordentlichen Generolver- fammlung die Erhöhung des Grundkapitals um 128 Millionen auf 400 Millionen Marl vorzuschlagen. Die neuen Aktien sollen bereits für das Geschäftsjahr 1920 voll dioidendenbrrechtigt fein und den bisherigen Aktionären der Deutschen Bank zu einem Kurse von ho-i-stens 220 Prozent zum Be-ug angeboten werden. Von den übrigen neuen Aktien ist ein Teil zur fusionsweisen Uebernahme der Hannoverschen Bant, der Vraunschweigtschen Privatbank und der Privatbank zu Gotha bestimmt. Auch besteht die Absicht, durch Austauf» von Mtien mit der Württembergischen Voreinsbank engere Ve-iebungen ber?ustess-n. Durch die fetzt vorgeschlagene Kapitalserhöhung tritt die Deutsche Bank wieder auk dem 9ltt�n-�pUalmarkt an die � v i n e der deutschen Großbanken. Die Konzentration der Banken ev- fährt durch die Aussaugung mehrerer Prooinztnstltute eine neue gewaltige Verschärfung. Berichtiounq. In unserer gestrigen D-vismnotiz ist ein sinnstörender Fehler unterlaufen. Nicht 100 Pfund Sterling, sondern ein Pfund Sterling kostete am 28. 10. 208 bezw. am 29. 10. 255 Mark. Die deutsche Einfuhr«ach England. Handelsminister Hörne ee- klärte, die Einfuhr deutscher Maren habe im Monat September den Betrag von 17 190 798 P f u n d S t e r 1 i n g erreicht. Ausschneiden 1 c « 1 8 1 O » 8 I I v» £ £ £ O S £ 5 N k C £ 3 JS t .sc n » B o p %.22 S* s o o vO CJ § "S fSO I-» o p M CJ & i � DRAGOL Eau de Colope-SEIFE Erttkla tilge, toc- orxugtc Qliallt ätsmn rlf e von, die Gcslchlihaul verjüngender, die Kopfnerven belebender, wohltn ender WIrinmg. Zur Pflege von Haar, Haut, Mund und Zahnen»ind ferner hervorragend bewahrt die weiteren Dragol-Sperialltaten: Dragol- Goid, Dr go�-Smarogd, Dragol-Teershampoon» Dragol-Hatttoreme, Dragol�Altlavendelwasscr, Dragol-Nagellaok, Dragol-Mundwasser und-Zahnpasta.- Erhäflidi in eilen einschlägigen GesdiÄften. Dragol-Gcs. Goctzc& Co., Dresden- A. 24. IWet»od Snpäpnst�J) Lessim-TWer Volksbühne T1/» Ubr: ff Int£anfc?ftrt.l.M>h.> Theclcr b. 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Walter Kollo Dirigent: Kurl Härder Unze: Bert de Brun In Szene gesetzt: Fram Arnold In den Hauptrollen; Alice Hechy Ferry Sikla ÖtorcnhtraÖ«. 7 1,4 Uhr: Rems& Reeves senia Ffineiai o raui steinliZ Lo|a Cray 8 Onlrotn Yo Larta& Ray Albar�f-Sanlua ■.(•.Dar. AtlrUllMM Tbaitcx a n. Ott am. Tai Tri Montipliti I4SI«. tThxl 7�«. Monntag naehm. S l'hr: SliteSSnger Heote n«»«« PROGRAMM! Hervorraf. S' lot'jll Zifii» �chluO der lurige Einektrr; „EU AbBBtBBBr I. Witwen v» poUa Vorvc ka fs 1!— tV»o. 4— blÜr. v,« Folies Cllvrice» ,8 Sanatori»« Steinach' Der aehornte«iealriek mit Ferd. ffrünemee. Nefideuz- Theater (Bohahol Sanne mifebrBtfcr) Antcrgiundbahndol»eslrrftr. Hrutr und täglich J/,8 Uhr: Die Freundin (Tills Durieux, Toelle, Bildt. Albers, Vallentin» Sonntag 4 U.: Die Fre««di». Neues Heretteutiaus Sirehiien Iran Slrea W WMIIW vprrriir in drei BAMn nach einem Matio PerSfi» man Fri»»rünbmtm. 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Zilfgreükll-. Tgbabhöildltt! Jeder Handel mit Tabak, Tadakhalberzeugvissen, fertige« Tadadwaren und Aigarettenvapier muß nach§ 20 des Tab als- struergesehis vom 12. September 1919 be' dem orilich zustchidiqe« Zollamt oder Haup�ollamt angemelb-t fein. Über die An-- Meldung wird gebiihrenfrei eine Dcscheinigung ausgestellr. Die llnierlassung de? Anmeldung ist strafbar. Tabaksteuerpflichtiqe Waren, die nicht mit den nach de« TadaksteueigeseZ erforderlichen Steuerzeichen ver ehen sind, dä.fen Händler nicht in Besitz oder Gewahrsam haben. Vo« 1. Dezember d. Ao. ib»erben BcrstSsie gegen diese Vor» schrift mit den ganze» Folgen der Hß KV, Ziffer 9, SS» 60, 62 dev bezeichneten Gesetzes geahndet kk den. Händlern, die nicht mi: Sleuerzeichen versehene tabaksteuer» pslicktige Waren- im Besitz haben, deren Herkunft und Ber» steucrunH nicht mehr festgrsiellt werden bann, kann vom Haupd» zollamt auf Antrag während des Monats November d. Is. ge� fluttet w,rdcn, dasi sie gegen Entrichtung der ermäßigten Tabak- leuer Steuerzeichen erwerben, entwerten und anbringen. Vcrttn, den 26. Oktober 1920. Laudcsfin anzamt Grest-Vortt» ,. Abteilung für Zölle und D.'rbraticbssteuern.. Am 2l. Oktober, mor- gens 7 Uhr, verstarb un- erwartet mein geliebter» herzensgute? Wann P3'J lleinem na im 33. Leden»>adee._ Im Slomen der Hin»» bliedenen Aeied» Hetnemann, Aüoenich. Luisenlle. 7 Sinifcheeung: 3. Ms» oembee, nachm. Z'l, Uhe, im JTremütorium Baum- Ichulenmeg. r Phorosan-Heilinstitut' für Haut- und Geschlechtskranke OroObeemtstr. 67 BfrttMumU IIS, muß* Dimtlof. Scmmtmf 70—75, eamerrktt-BriiamMmemaek d*m mium tJmmaim»otom«. r«r SßflHhtkmr. Blr—g mtumckaftluk. Bpn.-ir,!L Ltlumg. Bf. Ztmmtr. kurde—r md* Hruchiri. Du Bomorr. tmd t*r» Zmdlftogtkm", Jf.. frtf. -J»< B* f4fm Porta. 700 •85 US 1 DaüafeD-Iraiiriiii gestempelt Mk, ZirTZ Ischias in Hüft., Gefatz u. Dein. Da fchw. Fälle in KÄ Tagen be- fetl. w., hierüber unantastb. 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Norember. in Baumschulenweg, Kies-> ! holzstretze. Die tranerade» Hinterbttebeaen i Hand-vage«, 4 rädig. bl 4{ to X Brrmtstiste, Koniakte nsw- -$7 l U» l II �»U lesaan. pro«eam- Beuch nnd Hegenstünde 42 Wt. pro f Silber- OSrUtanten, lose 1,40 _______, und gefaßt, kauft I. Herz, Fehrbellmer Str. 52 Rühe Brunnenftrote/ Äernfpeechtt: Humboldt t"' Parteigenossinnen 9 Bolenftonen stellt sofort ein Speetltlon DOrlng Starnme(z-SlraBe23 Spedl'.lon Treptow Kierhoiastrafte 18b Spedition KrOgar Neu D>b. Em-rr Mr. 32 Spedition Loronz Chariottt Iburg, Walls tr.68 WeifleMflW� stellt ein SpediWol1 WutzkVr Johannisstr* n Nr. 468 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch. 3. November 1920 Tagung der Brandenburger Krankenkassen Sfm Sonntag unb Montag tagte im Berliner Gewerkschaft»- bans die 15. Aonferen, der Freien Vereinigung der Krankenkassen der Provinz Brandenburg. Der Vorsitzende A h r e n s-Charlottenburg begrügte die anwesenden Delegierten und Gäste. ?vm ersten Punkt der Tagesordnung erstattet« der Geschäfts- fiibrer des Verbandes der Krankenkassen Grog-Berlins, Herr Eimanowskt. den Kassenbericht. Der Vorsttzende teilte dazu mit. dag die Revisoren die Bücher und Belege geprüft und in Ordnung gefunden haben. Den Bericht des Gefchäftsführenden Aus- fchufses erstattet« der Geschäftsführer der Allgemeinen Orts- krankenkasfe Rathenow. Herr Riedel. Die Tätigkeit der Freien Vereinigung wäre eine reiche und endlose gewesen, beson- ders habe sich die Verbandsleitung mit organisatorischen Fragen beschäftigt. Durch das Erstarken der Aerzte-Organi- sationen habe der Verband fortgesetzte Kämpfe mit den N e r z t e n zu führen gehabt. Die Aerzteorgan>'ationen seien an die Kassen mit Forderungen getreten, die nicht zu erfüllen wa�en. Di- Kassen seien setzt g-zwunaen, s i ch v o n d e n G e s e tz- � g e b e r n Mittel in die Hand geben zu lassen, um den Einfluß der Aerzte-Oraan' sationen auf die Kranl-nkassen auf; das erträgliche Maß zurückzuführen. Die Bezirlsverhandlungen konnten nicht zum Zlhschluß gebracht werden, so daß örtlich ver-! handelt werden mußte. So habe ein großer Teil der Kassen. fetzt örtlich« Verträge abgeschlossen, die bis zum Ialre 1921 Gel-! tung hoben. Neuerdings liege auch eme neue Gebühren-] Ordnung vor. Der Verbandsvorstand empfiehlt den Kassen, i die Gsbllhrenordming genau zu prüfen und vor Anwendung mit> den Aerzte-Organisationen zu verhandeln. Der Redner schildert« dann die Art der besonderen Abmachungen, die mit den Zahn- ärzten getroffen worden sind. Bei der Höh« der Arzneipreise seien die Kassen verpflichtet, streng darauf� zu achten, daß die Arzneiverschreibungen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben. Es müssen deshalb ständig Nachprüfungen der Rezepte vorgenommen werden. Zwischen den Versicherungsanstalten und Kassen- verbänd en ist eine Arb e i t s g c m e i n sch aft geschaffen worden, die auf verschiedenen Gebieten, besonders des Heilver- fahrens. Zahnersatz usw.. einheitlich wirken können. Auf diese Weise werden auch die Interessen der Versicherten gefördert. Zum Schluß seiner Ausführungen teilt« der Beri-bterstatter mit. daß dem Verband jetzt 178> Krankenkassen mit 1 524 9(51 Mitgliedern angeschlossen seien. Die Verbandsleitung hofft, ohne Er- höbung der Veiträae auszukommen. Wenn der Verband seine hohen Aufgaben erfüllen fall, dann müsse dafür Sorge getragen we-den. daß sich ihm alle Krankenkassen anschließen.(Lebhafter Beifall.)' Im Anschluß daran hielt Herr Prof. Dr. Grotfahn eine« Vortrag über die hvglenlschen Aufgaben der Krankenbesuch«? bei Ausübung ihrer Tätigkeit. In eingehender Weife legte Prof Grotfahn dar. welche Maßnahmen zur Verhütung eines weiteren Umsichgreifens der Lungentuber- kulole getroffen werden können. Die Krankenkassen, besonders auch die Krankenbesuch«?, müssen Wert darauf legen, daß die Er- w hn g i e n i sch er Beziehung nichts zu tun ver- Z�d von Lichtbildern gab Prof. Grotfahn die notwendigen Erläuterungen. Kongreß die Neuwahl des Vor- n» Eeichärtsfuhrenden Ausschusses vor. Den ge- machten Borschlägen wurde zugestimmt. «®fie Montagstaguna begann mit einem Vortrag de» Herrn ttl•* �Je ,nR U'et"Wohnungen und Tuberkulose". , mjffhr interessanten und aktuell gehaltenen Vortrag schloß sich yein Reserat des Negierungsrats Eretzschel über..De- hasfenheit und Benutzung der Wohnung" an. us der sich an die Vorträge knüpfenden Diskussion konnte man ersehen, daß die Delegierten gute Anregungen erhalten haben. Der Geschäftsführer der Allg. Ortskrankcnkass« Berlin, Julius Eohn, sprach dann über die...ileber nähme des v e> l Verfahrens für Kriegsbeschädigte". Er zer- psluckte das am 12. August geschaffene Reicksversorgungs- g e j« tz und die dazu herausgegebenen Ausführungsbestimmungen. leßten Punkt: Verschiedenes, wurde eine Entschließung an- genommen, die dem von der Regierung vorgelegten Gesetz- entwurs über die Arbeitslosenversicherung, gutheißt. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Tagung durch den Vorsitzenden Ährens geschlossen. Aussperrung der Transportarberter bei C. Lorenz. Tempelhof Infolge der niedrigen Entlohnung, der»de Transportarbeiter größtenteils in der Berliner Meialltndustie ausgesetzt sind, hatten die bei der Firma C. Lorenz besckiäftigten Transportarbeiter vor einigen Tagen Veranlassung genommen, um bcj der Firma vor- stellig zu werden, damit ihre Löhne eine Ausbesserung finden. Verhandlungen hierüber sind mit dem Betriebsrat und der Firma in mehrmaligen Sitzungen gepflogen worden. Trotzdem der Geschäftsgang bei der Firma ein vcrbältnismäßig guter ist. weigerte sie sich, irgendwelche Lohnaufbesserungen eintreten zu lassen. Die Erregung der Transportarbeiter steigerte sich daher mit jedem Tag und am Freitag vergangener Woche wurde daher nochmals ein Versuch unternommen, die Firma zu einer Lohnauf- besserung zu bewege«. Da auch bei dieser Gelegenheit der Aus- schuß ohne Erfolg von der Verhandlung zurückkehrte, steig:rte die Erregung sich derartig, so daß ein großer Teil der bei der Bewegung in Frage kommenden Arbeiter felbst die Direktion aufsuchte. Diesen Vorgang benutzte die Betriebsleitung dazu, indem sie den Arbeltern eine Arbeitsverweigerung vorwarf und dag fofor- tige Verlassen des Betriebsgrundstücks verlangte. Daß die Firma einen gewaltsamen Akt mit den Transportarbeitern her- beizuführen iuchte, geht daraus hervor, daß noch am selben Ab-nd sämtlichen Arbeitern die fertigen Papiere angeboten wurden. Di« Arbeiter haben die Annahme der Entlassungspapiere� verweigert und betrachten sich feit Sonnabend früh als von der Firma ausgesperrt. Alle Arbeitsnachweise und Arbeitslose werden hiermit auf die Vorgänge der Firma C. Lorenz aufmerksam gemacht und jede Arbeitsannahme ist bis auf weiteres abzuweisen. Streik im Textilgroyhandel Der Streik im Textilgroßhandel steht fest! Raumlich gewinnt er von Stunde zu Stunde noch an Ausdehnung. Jeder.'lngestillte weiß genau, mit welcher beispiellosen Geduld von Arbeitnehmer- feite seit Wochen um Anerkennung der so geringen Forderungen gekämpft wird und jeder Angestellte kennt auch die Hartnäckigkeit und Vcrständnislostgkeit der Unternehmer im Textilgroßhandel. Einige Firmen haben bereits� restlos anerkannt, mehrere andere haben ibre Bereitwilligkeit dazu geäußert. Wenn nur die hohe Konventionalstrafe nicht wärek Die Angestellten versammeln sich täglich in Havellands Fest- fälen. Reue Friedrichstr. 33. um die neuen Parolen in Empfang zu nehmen. Die Zentralstreikleitung. Betriebsräte des Deutschen Eisenbahner-Berbemdes Die Ortsverwaltung Groß-Berlin hat beschlossen, denjenigen Betriebsräten, welche an dem Betriebsrätekursus teilnehmen wollen, Lll M. Echulbeihilf« im voraus zu gewähren. In Be- tracht kommen Kollegen, welche sich bis zum 8. November im Askanifchen Gymnasium, Hallesche Etr. nahe Anhalt. Bahnhof, zur Teilnahme an den Kursus gemeldet und die Gebühren von ins- gesamt 41 M. daselbst entrichtet haben. Die Kollege» haben sich dann mit ihrer Teilnehmerkarte und ordnungsgemäßem Mit- gliedsbuch nebst Betriebsräteauswei» im Bureau der Ortsoer- waltung, Bethanien-Ufer 101, zum Empfang der Beihilfe zu mel- den. In Betracht kommen nur Betriebsräte, welche schon vor dem 1. Oktober Mitglied des D. E. V. waren. Aäitung! Am Freitag, den 5. November, abend» S Uhr. findet im Neuen Gcfellfchaftshaus. direkt am Ringbahnhof Treptow, die Fortsetzung der vortagten Betriebsrätekonferenz statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission: 2. Wahl der ört- lichen Betricbsrätcleitung: S. Verschiedenes. Zutritt nur mit ordnungsgemäßem Mitgliedsbuch und Betriebsräteausweis. ohne dies« Lyitimation unter keinen Umständen Zutritt. Aufnahme- schein für D. E. V. gilt nicht als Ausweis. Kollegen, welche länger als 8 Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstand sind, habe» linen Zutritt. Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Rohrleger und Helfer! Der Verband der Zentral- heizungsindustri« hat einen Entwurf einer Arbeitsordnung für Hunger Woman von Knut Hamsun. AwJ™! i" �aschöfl Suchhandluttg, suchte Pastor Levions auf und begab mich hinaus. Jetzt J00� Atzt keine dummen Streiche! Eewiffen, sagst du? Keinen solchen Unsinn: du bist zu arm, um aufs zu halten. Du bist ausgehungert, kommst mit einem w» en. �liegen, das erste, was not tut. Aber du mußt auf die Seite legen und deine Worte in Melodie Wie? Dann gehe ich nicht dub � weiter, daß du's nur weißt. Also: du befindest mit de» wJjWtond der Anfechtung, kämpfst in der Nacht n-heuern�. � Finsternis und großen, lautlosen Un- Wein"»n'b«»-55"w Grauen ist. hungerst und durstest nach di- ch�.""� bekommst nichts. Soweit ist es mit auf UinM- o1, �tzt stehst du da und hast kein Oel mebr fei' Gott du �er du glaubst an die Gnade, gelobt dann müht d» � Elauben noch nicht verloren! Und crsldnL nl« �anbe zusammenlegen und ganz verteufelt Mammon betritt?'?" auf Gnade hofftest. Was den etwas ande'-es ist*0 du ihn in jeglicher Gestalt: für ein ronr s? einem Gebetbuch, einer Erinnerung «»to-rÄN.---«-*' So3- den�A?p?L.n?"' l°gt- ich: jetzt machen wir Ernst! -T-°n-° b°nn Mädchen�aber es Pastor sprechen«, sagt- ich zum hinzuzufügen. m{x"icht möglich, den Namen Gottes „Er ist ausgegangen", entgegnete st-. gan?�?an°zunickt?�V"0�"l Das machte meinen sichtiat Was nütz?- � �as ick zu sagen beab- ich T* 1 nun dieser lange Weg? Jetzt stand «Ist es was Dringendes?« fragt« das Mädchen. nür fo ich...durchaus nicht! Es war °"� um ihn zu Nuche?'�'�"' U"d dah« kam ich her- W?Lan[i0 W lch. und dort stand sie. Ich warf mich mit SU machen die meinen"« �°?l die Stecknadel aufmerksam dat ick sie ZU susammenhielt: mit oen Augen Arm« begriff nichts ich gekommen sei: aber die die Betriebe der Zentralheizungsindustrie heraus�gehen. Wir ersuchen alle Betriebsräte, Betriebsshleute und Vertrauensleute, die als Vertreter der in den Betrieben besifiästigten Kollegen zu Verhandlungen resp. zum Abjch-nß einer Arbeitsordnung van ihren Firmen geladen werden, bei diesen Verhandlungen keinerlei Unterschrift unter diese vom Verband der Fentralhcizungsindu- strie herausgegebene Arbeitsordnung zu leisten, sondern darauf hinmwirken, daß die Verhandlungen über die Schaffung erner Arbeitsordnung in der Zentralhenunas'ndusirie durch die ein» gesetzte Schlichtunaskommission vorgenommen wird Ueberall da, wo Streitfälle entstehen, ist umgehend der Oraanisationsleitung Mitteilung zu machen. Die Ortsverwaltung. Grotz-Werlw Revolutionäre Arbeit der$lcuftosmimtnfte« Die Neukommunisten hoben nach dem Parteitag in Halle ihre„revolutionäre" Arbeit fortgesetzt. Nachdem ste ein- sehen mußten, daß sie die Zeitung der U. S. P. D., die „Freiheit", für ihre kommunistische Agitation nicht erhalten konnten, suchen sie die Axt an die Wur?el unserer„Frei- heit" zu legen. Es genügt ihnen nicht, daß diejenigen, die zur Fahne des Neukommuniemus schwören, sich selbst einem Blatt ihrer Auffassung zuwenden— dagegen könnte nicht das mindeste eingewendet werden—. sondern sie organisieren Massenabbestellungcn auf die„Freiheit". Zu diesem Zwecke fertigen sie Listen an. welche angeblillz die Abonnenten der „Freiheit" enthalten und die unser Blatt abbestellt haben sollen. Diese Listen entpuppen sich zum erheblichen Teile unrichtig, zum Teil als gefälscht. Sie enthalten Namen von Personen, die gar keine Abonnenten der„Freiheit" sind. Ferner sind Namen drei- und viermal verzeichnet. An- dere wieder, die in den Listen als Abbestellter eingetragen sind, haben niemals ihre Zustimmung gegeben, unser Blatt abzubestellen. Man hat sich vielfach gar nicht die Mühe ge- nommen, die sogenannten Abbcsteller überhaupt zu fragen. So ungefähr haben früher manche Leute„revolutionäre" Arbeit geleistet, indem sie die ihnen zur Verbreitung über- gebenen Flugblätter in einer verschwiegenen Ecke ver- steckten, um sie nur los zu fein. Bei uns laufen fortgesetzt Proteste ein von Leuten, deren Namen zwar in den Listen stehen, die aber niemals ibre Zustimmung zur Abbestellung gegeben haben und die sich nun beschweren, daß die Zeitung ausbleibt. Die leichtfertige unverantwortliche Tätigkeit der Neukommunisten wird auf das Konto unserer Eeschäftsleitung geschrieben. Es ist not- wendig, daß jeder Abonnent, der in diesen Tagen nicht pünktlich bedient wird, sich sofort beschwerdeführend an die Expedition unseres Blattes wendet, damit eins pünktliche Zustellung ermöglicht wird. Von Interesse ist der Ersatz, den die Noukommunlsten ihren Leuten bieten. Die„Note Itahne", das Organ der Kommunisten, sollonoch nicht offiziell empfohlen werden. Deshalb wird als Zwischenersatz auf die„Internationale" hingewiesen. Wir sind fest überzeugt, daß alle Leser diesen Ersatz sehr bald über haben werden, denn über die wich, tigsten Ereignisse in politischer und wirtschaftlicher Beziehung bringt dieses Blatt der Neukommunisten so gut wie gar nichts, und di« inneren Parteiauseinandersetzungen wirken auf die Dauer ermüdend. Wann das revolutionär fein soll, dann sollen sich die Neukommunisten heute schon begraben lassen. Aber eines ist eingetreten: Manche dieser Ab- trünnigen werden sich der bürgerlichen Presse zuwenden. Dieser Tage sagte uns ein solcher Revolutionär, daß er nun die„Morgenpost" bestellen werde. Möge er es tun. Niemand wird ihm eine Träne nachweinen. Unsere Freunde und Genossen aber müssen wir nach wie vor bitten, mit allem Eifer und mit aller Energie für unser Blatt zu wirken. Wir werden fortfahren, den Weg zu gehen, den wir im Interesse des Proletariats für den rich, tigen halten. Und wenn Treue mit Treue vergolten wird. werden wir allen Anfeindungen zum Trotz, mögen sie von rechts oder links kommen, vorwärtsschreiten. Ein prächtiges Cnadenwetter. ja. ja. Ob die Frau Pastorin denn auch nicht zu Hause sei? Ja, aber sie hatte Eicht, lag auf dem Sofa und konnte sich nicht rühren... Ob ich irgend einen Bescheid hinterlassen wolle? Nein. Ich machte nur zuweilen solche Spaziergänge, der Bewegung halber. Es sei so gesund nach dem Essen. Ich macht« mich auf den Rückweg. Wozu noch länger schwatzen? Außerdem wurde mir schwindlig: es fehlt« nicht viel, und ich wäre allen Ernstes zusammengebrochen. Bureau- stunden von 12— 4 Uhr: ich hatte eine Stunde zu spät an« geklopft,— die Zeit der Gnade war um!— Auf dem Stortorv setzte ich mich auf eine der Bänke an der Kirche."""..... war ausgehungert. Meine Brust war gewiß entzündet, es brannte so seltsam schmerzhaft da drinnen. Das Span- kauen wollte auch nicht mehr helfen: meine Kinnladen »varen der fruchtlosen Arbeit müde, und ich ließ ihnen Ruhe. Ich ergab mich. Ueberdies batte ein Stück brauner Apfel- sinenschale. dag ich auf der Straße fand und sofort zu be, nagen anfing, mir Uebelkeit verursacht. Ich war krank: die Pulsadern lagen blau geschwollen auf meinen Handgelenken. Auf was wartete ich denn eigentlich noch? Den ganzen Tag war ich wegen einer Krone umhergelaufen, um mein Leben noch eine Stunde länget fristen zu können. War es denn im Grunde nicht gleichgültig, ob das Unvermeidliche einen Tag früher oder späier eintraf? Hätte ich mich be- tragen wie ein ordentlicher Mensch, so wäre ich längst nach Hause gegangen, hätte mich zur Ruhe gelegt und mich dem Schicksal überlassen. Meine Gedanken waren in diesem Augenblick ganz klar. Jetzt möchte ich sterben, es war Herbst und alles sank in Scylunlmer. Ich hatte jedes Mittel ver- sucht, jede erdenkliche Hilfsauelle erschöpft. Ich vertiefte mich sentimental in diesen Gedanken, und jedesmal, wenn ich wieder auf die Möglichkeit einer Rettung hoffte, flüsterte ich abweisend, du Narr, du' hast ja schon angefangen, zu sterben! Ick mußte noch zuvor«in paar Briefe schreiben, alles fertig baben, mich selbst bereit halten. Ich wollte mich sorgsam waschen und mein Bett sauber ordnen: den K�pf wollte ich auf die weißen Papierbogen legen, das reinste, wag ich besaß, und di« grüne Decke konnte ich... Die grüne Decke! Plötzlich war ich wieder wach, das Blut stieg mir zu Kopf, und ich bekam starkes Herzklopfen. Ich erbebe mich von der Bank und gehe weiter: das Leben rührt sich von neuem in allen Fibern, und unaushörlich wiederhole ich die abgerissenen Wort«: Die grüne Deckel Die grüne Decke! Ich gehe immer schneller, als gelte es. irgend etwas einzuholen und stehe nach wenig Augenblicken wieder zu Hau�e in meiner Klempnerwerkstatt. �, Ohne innezuhalten oder in meinem Entschluß wankend zu werden, gehe ich ans Bett und rolle Hans Paulis Decke zusammen. Es wäre doch seltsam, wenn mein guter Ein- fall mich nicht retten sollte! Ueber die dummen Bedenken. die in mir wach wurden, die halblaute innere Stimme, die von einem gewissen Brandmal, dem ersten schwarzen F�eck auf meine Ehre sprach, war ich weit erhaben: das war imr durchaus gleitligültig. Ich war kein Heiliger, lein äugend- idiot, ich hatte meinen Verstand noch... Und ich nahm die Decke unter den Arm und ging nach der Stenersgade Nr. 5... Dort klopfte ich an und trat in den großen, fremden Saal, zum erstenmal: die Glocke an der Tür schlug eine Menge rerzweifelter Schläge über meinem Kops--�5! einem Nebenzimmer tritt ein Mann, der den.0. und voll Essen hat und kaut: er tritt an den Ladentisch. „Bitte, geben Sir mir eine halbe Krone auf meine Brille! sag'e ich,„nach ein paar Tagen lose ich sie bestimmt wieder °".Wie? Nein, das ist ja eins Stahlbrille." „Ja." "Darauf kann ich nichts geben.". „Ack nein, das können Sie wohl nicht! Eigentlich war es auch nur Scherz. Hier babe ich eine Decke, für dtc ict) keine recht« Verwendung habe, und ich meinte, Sw wuroen sie mir am Ende abnehmen."' �:irL...„. ..Leider habe ich ein ganzes Lager von Bettstn en. en. gegnetc cr, und als ich sie aufgerollt hatte, warf er ctni.n einzigen Blick darauf und rief: „Nein.entschuldigen Sie, die kann ich auck nicht, brauchen! „Ich wollte Ihnen die schlechte Seite zuerst zeigen. sagte ich.„auf der andern Seite ist sie viel hesser. ..Ja. ia. aber das hilft Ibncn nichts, ich will sie nicht. und es gibt Ihnen kein Mensch auch nur zehn Oere da,nr- „Das ist allerdings klar, viel ist sie nicht wert aber iH dachte, sie könnte vielleicht zusammen Mit einer anderen a.ren De'e auf die Auktion kommen." „Möglich, aber es nützt Ihnen mchts. Mensch, I«»1° II- nw mal Im b-K fa»m mein. Decke Mieder unter«en Arm und ging nach Hause..... (Fortsetzung folgt.Z Groß-Berlw und die Nekchselektrizitatswirtschaft Im Laus« bes Sommers ist es leider nicht möglich gewesen, die Berliner Elektrizitätswerke ausreichend mit Kohlen zu bevorraten. Ebenso find auch die geplanten Arbeiten am Ausbau des Kraft- Werkes Eolpa-Tichornewih nicht in dem Umfange gefördert wor- den. daß der Bedarf an elektrischer Kraft in Berlin aus den Zu- schiissen der Golpa-Tfchornewitzer Kraftfcrnleitung gedeckt werden kann. Mehrere von diesem Kraftwerk mit verschiedenen Ge- meinden. u. a. Erogoerbraucher wie Leipzig, abgeschlossene Verträge.die bereits am lb. v. M. in Kraft treten sollten, konnten allerdings noch in letzter Stunde vom Reichskohlenkominissar vor- läufig rückgängig gemacht werden. Trotzdem weiden die Eolpa- stromzuschüsse für den Berliner Bedarf auf die Dauer nicht aus- reichen. Hier greift die Gesellschaft für Kraftübertragung tNeichs- elektrizitatswirtschafts ein, um einen Zusammenbruch der Berliner Kraftversoraung im kommenden Jahre zu verhindern. Sie plant den Bau einer neuen Kraftfcrnleitung zwischen Trattendors bei Spremberg und. Berlin-Friedrichsfelde, mit deren Bau als?eot- standsarbett bereits begonnen ist. Da die Anlage in Trattendorf, die ähnlich wie die riesigen Anlagen in Eolpa-Ischornewitz direkt von der Grube aus mit Braunkohlen versorgt werden und eines weiteren Ausbaues bedürfen, so hat man zunächst mit diesem Ausbau begonnen. Gleichzeitig ist aber auch schon im Abschnitt bei Lübben mit der Aufstellung der Masten begonnen worden. Die Leitung selbst wird durch die Kreise Spremberg. Kalau. Luckau und Teltow geführt. Sie ist mit einer Länge von 131, Kilometern bisher dl: längste in Deutschland erbaute Kraft- fernleitung. Sie besteht aus Aluminiumscilen und ist für eure Spannung von 110 000 Volt eingerichtet. Die Leitung, die im Laufe des kommenden Jahres fertiggestellt werden soll, endet in eine Schaltstation in Friedrtchsfelde und erhält Verbindung mit der Kraflstation Rummelsburg, wo zur Zeit der Golpastrom ver- teilt wird. Nach der Vollendung der neuen Anlage wird dann der gesamte Strom der beiden Fernleitungen nicht mehr in Rummelsburg, sondern in der Zentralstation Friedrichsfelde ver- teilt.— Wenn auch die neue Stromquelle den Berlinern in diesem Winter nicht zugutekommen kann, so ist doch damit zu rechnen. daß bei dem Fortbestand des Kohlcnmangels die Kraftversorgung der Berliner Industrie im nächsten Jahre gesichert ist, da die Fernleitungen völlig unabhängig von der Versorgung der Per- Imer Kraftwerke mit Steinkohlen wird. Zum Mieterschutz Der Magistrat hat gemäst 8 öa der Mieterschutzserordnung in der Fasiung des Reichsgesetzes vom 11. Mai 1920 auf Grund des Erlasses des Ministers für Volkswohlfahrt vom 28. Juni 1920 mit Ermächtigung des Oberpräsidenten von Berlin vorläufig mit Wirkung bis zum SO. September 1921 angeordnet: Die Vollstreckung von Räumungsurteilen, einstweiligen Verfügungen und Vergleichen ist von der vorherigen Zustimmung des SJUetseini- gungsamtes abhängig. Die Zustimmung muh erteilt werden, falls Schuldner mit der Mietzinszahlung schuldhafterweife in Verzug ist oder für ihn anderweitiges Unterkommen beschafft ist. Die Rohrpost im neuen Berlin Mit der Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin sollte auch die Postverwaltung für Einheitlichkeit ihres Betriebes sorgen. Eine Reibe von Vorortgemeinden besitzt z. B. noch keine Rohr- postvcrbindung, ander« sind schon seit Jahren mit dieser Einrich- tung versehen. Daraus entstehen im Rohrpostverkehr dieser Ge- meinden untereinander und insbesondere mit Berlin die jv.öhteil Umständlichkeiten und Unannehmlichkeiten. Fast täglich erlebrn es die Gcschäitsinhaber und Privatpersonen der rohrpostlosen Gemeinden, dah ihnen in Berlin als„Rohrpostbrief" aufgegebene Sendungen mit dem Nachporto von 80 Pf. bestellt werden, deren Annahme natürlich in den meisten Fällen verweigert wird. Di« Sendung geht zurück, macht der Post neu« Arbeit, und der Ab- jender hat da? hohe Porto zum Fenster hinausgeworfen. Der Zweck der eiligen Sendung ist obendrein völlig verfehlt. Und warum das alles? Weil für die rohrpostlofen Gemeinden, zu denen z. B. auch das in enger Verbindung mit Berlin stehende Tempel- Hof gehört, nur„Eilbriefe" zulässig sind. Das wissen natürlich die Berliner Postämter am besten. Es erhebt sich nun die Frage: Warum nehmen diese Aemter dann überhaupt noch derartige, fälschlich als Rohrpostbriefe aufgegebene Eilbriefe als Rohrpost- sendungen an und befördern sie als solche, wenn ihnen bekannt ist. daß die Rohrpostbeförberung nur teilweise, d. h. innerhalb Berlins möglich ist? Warum befördern sie derartige Sendungen nicht von selbst als Eilbriefe und ersparen dadurch dem Emm'än- ger, sich selbst und dem Absender nachher unnötige cochemcien? Die Annahmepostämtcr sollten die Befugnis erhalten, derartige ..Rohrpostbriefe" amtlich als Eilbrief zu bezeichnen und tu be- fördern. Darüber hinaus aber ist die dringende Forderung an die Postverwaltung zu erheben, datz sie nun endlich auch die grotzen Vorortgcmeinden mit Rohrpostvcrbindung oersieht, denen sie bis jetzt fehlt und die denselben Ansvruch daraus erheben können, nie die westlichen Gemeinden, die diese Einrichtung seit Iahren besitzen. Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden. Donnerstag abends Uhr. in der Aula des Sophien-Rsalgymnasiums, Stetnsiratze, Musikprsbe. Alle Mitglieder müsien pünktlich er- scheinen und ihre Mitgliedskarte abstempeln lassen. Nur die Inhaber dieser abgestempelten Karten haben am Sonntag zur Aufführung Zutritt. Der Raubmord an der Hausbesitzerin Belitz. Die Leiche des Fräulein Lude Belitz aus der Kottvuser Strche lö wurde gestern nachmittag im Leichenschauhause von den Gerichtsärzren Geh. Medizinalrai Prof. Dr. Straßmann und Prof. Dr. Strauch obdu- ziert. Die Leichenöffnung ergab, daß Fräulein Belitz eines ge- waltsamcn Todes gestorben ist. Die Annahme, daß sie einem Herzschlage erlegen sei. trifft nicht zu. Die Todesursache ist Er- stickung. Der?l>örder hat seinem Opfer das Gebitz bis zum Kehl- köpf in den Hals gestoßen. Dazu scheint er das Ende des um den Hals g-lchlungenen Tuches benutzt zu haben. Außerdem weist die Leiche eine jjanze Anzahl von blutunterlaufenen Stellen am Kopfe, am Rücken, an den Armen und den Beinen auf. Die inne- reu Organe der Toten waren, wie sich ergab, ganz gesund. Ans den Organisationen ?. Zgflrtt!.(llrisrien-LefüSoiirf. Miitwock, de, ,. d. M.. eüenbj T llkr. MCffliederveefemmlung in Schulau!,! PaUasstt. 15. Seritag dei ßenoisen Boll- leershaus, Wahl des Vorstandes. TistriUsanzelexenhsit. MUzllrdsluch legi- timieri. 4. Dili-IN. Sniltmoch. de,*. ziouemder. tziiVt fein Zahladeud statt. «. Dtftriit. Am J6,«iooemder adenbs findet(m Rase-Iheater bte Aussiist» mna»on„Kater Lampe" statt. Tie Abteilung-sührer werde, geeckten, die iklnlasttarte, dein, Kassierer Gallas. Barnimstr.?».»bznhote,. Ii. Zlü-itt. Siitiainch. bm 3. lllaremdcx, abends 7 Uhr. bei(Ätsstmonn W»- derstr. Uta: graurnleseadend. Donnerstag, den 4. lil-ipmoe:, abends 7 Uhr, bei Gallas, Darnimstr. 14, VarftandssiNnna. S. Sistrilt.(EI!ctn.35eitä(e sowie für all« EAullnterelflerten: Vortrag vom Arbeitcr-EItern-Lund iiber, Die sozialistische ffirjttiung beg.«. d. werdenden Mutier die zum S. Lebensjahre des Kinde«. Aiitlwoch abend st Uhr bei Zlätsch.-friedebergerstr. I. Zieserent: Gen. Menz. l». Dijmit. 4. Ubtlg. Freitag 7 Uhr eihung[Imllihet Funktionäre bei Hahns, Wstrihei Str. 15. 13. Dist'lfl, 3. Ubtlg. Freitag, de, st. d. M., abends 7 Uhr,' bei Kranke. Swinemünder?lr. M. Mreilunaskonserenz. Dtejenig«, Mitglieder, die eschi der ft. P. D. beitreten wollen, iondern nach wie oor zur alten Partes(Trispieu- Ledebaur) stehen, wellen ihre Adresfe, dort abgeben. Ist. Verwaltengsbezirl. Mittwoch, de, z. November, abend» 7ZZ Uhr, Ettzrmg der BezUksveraumaea im GSuenirfer Nathans. 18. Distrttt. Sllbungskoministio,, Gemeinfama Sitzung beider Nicht ungrn Miitwoch, den 3. November, abends 7 Uhr, b«t Haller, vonlftr. 65. Nenlill,. 73. Dezirl, heule Miltwoch, 7 Uhr, Versammlung bei Dagel, Biebrich Elte Mainzer Strotzt. lempelhas. Am Freitag, de, 5. November, Vi Uhr, Funllionärsttzunst bei Es-mann, Ningbahnlrr. Eck« Germaniastr. Stralau. Die Genoiseil, welche durch Nachtschicht verhindert sind, de, Zahl- abend zu besuchen, kstnuen stch bei solgende, Genossen melden: Job. Walter, «lt-Ltralau 4«, Feld. As-bend-if. Martgrasendamm 3. Ott» Kröger, Kra-Htstr. l». Panlow. D.-nner?raa, den'"---- v'" nerinlnmtunfl in der Aula zinlillerung de, Berstdaue»,-----...-iPU-.-.—,.MZ Friedrtchsfelde. tLedebour-Eitspien.) Alle Parteigenossen und Freiüeit'.eiir werde, gebeten, zwecks Eriasiung der Parteigenosse, ihre Abreise an Genossen Mlliz Kurl, Friedrichrsclde, Walderseeftr. 77, zu richte,. Orfsgruw« Wiilena«. lBrispien-LedehonrF Donnerstag, den st- sttovemste«- 7>z Uhr. Im Lokal von Albert Schulze, Hacptstr. 56 tan der Kirche) Mit- gleedernerlammlung. Bericht vom Parteitag. Sämtliche Parteigauolfen und -genolsinnr, werden ersucht, bestimmt zu erscheine, und jür rege Propaganda zu sargen. Siitglied-taile Ist milzubrlnge,. Vereinskalender Denticher««rtmeister-Berb-n». BerNn Lichtenberg. Nächste Monatsversam»» lung Freitag, den 5. November 1376. abends 7 Uhr, im Lereinslokal Knorr- �'.ZeutralueKand»er M-ichlntste» und S-tzer sowie Berussgenvsieu i Geschäfts« steile Eratz-Berlin). Am Mittwoch, de, 3. November, abends 6 Uhr im Eng- In che, ftef. Aleranderstr. 27c, Bersammlung aller DertrauenslmUe und Be« triedsrät'e der Brauereien. Es ist unbedingt« Pflicht punklitch zu erscheinen, anderenfalls Bertretung gesandt werben mutz. Tic Drisoerwaltnng. Ba-band»er Fabrilarbeiter. Funktionäre der chemischen Fndulnie. Domierv- tag. den 4. November 1S26, abends S Uhr, in der Schutaula des Luije»ftadli>u>e« Nealgvmnafiums. Sebastianstr. 2«. Versammlung. �aristragen. Erlcheine, �eden Iu:ifiionärs vitbedingt erforderlich. Zutritt haben nur Stfitgll-jder der freien«s>eweilick>->s«kn. Mitgliedsbuch und Funllionärtarle legitimiert. Deutsche? P-'tteroeiband, Seltion 7 de» Deutschen Transporiarbetteeoerbail»«,. Abstimmung über Annahme aber Ablehnung des Schiedsspruchs vom 36. Dt- tober ISA) ersolgt In deu belannten Bezirtsversammlungen am Mittwoch, de, 3. November, Auzlunlt durch die Bezirksührer.. A-bettnehmerverdand de, Friseur- und Haurgewerbe» Zwelgueeein Grotz-Berli, st. biovember. abends 8 Uhr, Engel-llsr: 13. lenerungsiulnge Zuteenattonele, Sand der kriegsopser lSüdwest). Mittwoch. 7 in Uhr, im „P-rgenhoier". Wtcinstr. Z. Forisehung der Eeneralveriammlung Interna ltonater»und der Krteg-opier. Donnerstag, de, 4. o.ovember. Mit« alied?Tn«famm!nng der �rieasaefangenen»Sek4ion des Int. Land, oet Benthtv» Boddin- Er?e Revterstrah« abends 7 Uhr.„.. � � Scl„», Post A d lelezraohie(U. S. P. D. Erisvien-Ledebaur,. Tonneisla, 8 llh� bei P-wele». Zojchftr. 7. Fortsetzung der Mitglleder-Bersammlung-u, �tlcktüng!� Post und Detegropkle! Sämtitch- Genossen, dle� In den Post, und Delegraphenaetrieben tätig stnd und aus dem Boden der u. S. T. Lededourj stehen, werde, gebeten, at, Donnerstag, den 4. d. M., bei Powrlelt, Fokastr. 7, in dar Nabe de» Prenzlauer Tors, um s Uhr abends zu erscheinen. Miigliedsbücher stnd mitzubringen..._,_,„_ Da» Kartell siir Spart und Körperpflege lArbeiter-Sport-Kartell) halt a» Freitag, den 5. d. M.. abends 7Vj Uhr. im„Turnerheim" aus dem Turnplatz der.., ,reien Turnerschast WUmerodarj"(llhland SI6.1,.n der ZÜurtlemberg.sche, Siran« leine Generalversammlung ab. Der erste Museumsbesuch de, Kartell, findet am l-mmenden Sonntag, den 7. d. St., von Ulf)— 12 Uhr, unter e'nbrung des Herrn Prot. Siablderg im Museum für Meereolunde, Georgensrr 21-36. statt. Abwarich vom Turnplatz 6>.z Uhr. dann mit der Stadtbalm b>» Dihnbo, Friebrichstratze. Teilnebmerkarien ans dem Turnplatz sür Siltglieser 0,50 M., für Nichimttglieder l�bO M. Kinder, nur über 12 Jahre, die Halste. „Freie Schwimmer Gharlattenburg." Mittwach, den 3. November d. 3., im Bolkohaus, Stehbierhalle, sindet unsere Monatssitzung statt. Engels als Denker Bon Max Adler. Umfaog ca. 80 Seiten.— Preis ca. 6.— Mark. Hm 23. November wird die Arbeiterklafs« d« ganzen ffirtt de« 100. Wcburtslag«res qroZcn'w t s s e u s ck, a< t l i ch« n«° kämpfersFriedrichEngels feiern. In dem uniene'«�-'-» Verlag ertckelnl deshalb tn den nächsten Tagen au» der»-v-r re, Genossen Mar Adler Wien eine Würdtguog se-n-S W-rie- uno eine Tarstcllu.'g seines LebenS. Sie zeigt, d'b G««- l Z- den.gr ö stte Vescheidcnh. il immer hat hinter Marx zurücklr. tkn las«u� ein dui chauZ s e l d st ä u d t a e r D« u k« r g-w-se«'st. ohne den Marx fein W rk nie kitte vollenden tönnen. urd deren Verdienst vor allem die weite Brrbr itung marxistischer Gedauken unter dem deutschen Proletariat ist. Bestellnugen auf die Schrift sind möglichst umgehend aufzugebe». Verlagsgeaossenschaft„Freiheit" e.G. m.b.H. Abteilnng Buchhandlung Berlin T. 2 Breite Strafte 8»S. Mll?8tr. 24 Erste Etage BERLOWITZ Boxcalf- Herrenstiefel«/« Grösse 47 bis 49 Rindbox 149.- Mfmzstr. 24 Erste Etage 159.- Zahl« h-nte 2Nittm-o«l) W««»l MS m prv— ab morg.» Einbeits- Arbeitsschule/ W. Posner: Bericht Ober die Tätigkeit der Abteilung Einheit,-* J Arbeitsfdiule im Kommiffariat fflr Volksaufklärung/ W. Laf.irew: Die Arbeitsleistung s» der Kohlen- und Torfindi st!e/ Das Füchereigewerbe im Gouvernement Astrachan/ Karl Radek; Kongreß der Oft Völker/ W. Miljutin: Über Parteiarbeit/ O. Sinowjew: Ober die Sanierung der Partei/ Karl Radek: Die Orgauisationsideen der Kommu- ristUchcn Partei Rußlands A. Prafalow: Die Lage der Gold- nnd Platingewinnungs- induftrie im Ural/ Prof. iL Gredeskul: Die Krise in der Intelligenz/ IHu-.ira ionen:| Acht Mehrfarbendrucke nach den Originalplakaten au, Sowjetiußland; fünf Zeichnungen 180 Serien nach den niffifchen Publikationen Pre's 8.— M. Bestellungen find zu richten an die Auiliefeningsftelle für Deutschland: A. Seehof& Co., Verlag, Berlin C54 •••• lünBpieluoafßsaliÄiirfll v ia der „Freien Weit". Heft 41 ferner KarikaturiB von Gtorge Grosz nnd Karl Hoitz» und der Arbrltarromaa„Die HtlmKshr d«r Schnliter" Preis 60 Pf. Preis 60 Pf. ? 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