Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 4. November 1920 Nummer 470• Morgen-Ausgabe maum amtn*•«* WUlf». Csaataf*«rt n»*«#♦• ca> •hmat Tr> Sc)i:g«anO bmas»»«• Rapcttimi tue Hau» für®7iTt»S«Ih: SO,— Q n»»gros« inblboi»su lxi Sp-ditiou selb«»> o«b«0 Mir Pop» b»�o uebmn, iruuiich» Pl>ft»�a!t»v an�nni. Unm 6tn:;fbo*» bt.iogtn fflt Srun'chlr«» an» Offttirfid)»«.SO W., für da» Birtat Haslcn» 21,60 flt iUjSglnt eatn>s l,— Saan 2080. 2S«i.«st« zoss, tsJ«, iu% t>cr Vnafiljättglffen soialöemofcatie S>eut/Wtan6& Die taktische Situation der Gewerkschaften Die Vewerkschaftsbewegung befindet sich gegenwärtig in« folge der Revolution und der damit verbundenen Macht- Verschiebung der Klassen.aus verschiedenen Gründen in einer neuartigen Situation. Der revolutionäre Wille, der Arbeiterschaft drängt die Organisationen vorwärts und � die energischsten Gruppen unter den Mitgliedern erheben die Forderung, daß die Verbände aus der Zuspitzung der Klassengegensätze die Konsequenz ziehen, indem sie als Organe der Arbeiterklasfe den Kampf gegen den Kapitalismus und die Bourgeoisie klar und eindeutig auf- nehmen. In den Massen ist das Bewußtsein lebendig, daß nur die Zusammenfassung aller organisatorischen Kräfte und ihr Vorwärtsschreiten auf einer einheitlichen Link« die ungeheuren Widerstände zu überwinden vermag, die Machiaufgebot und Machtwille der bürgerlichen Gesellschaft dem Streben der Arbeiterklasse nach dem Besitz der politi- schen Macht entgegensetzen. Und diese einheitliche groß« Linie kann nur die des mit Entschlossenheit und Umsicht ge- führten Klassenkampfes sein. Auf der anderen Seite hat die Sozialpolitik der jüngsten Entwicklung die Gewerkschaften vor zahlreiche neue Aufgaben gestellt. Die sozialpolitische Hochflut. die wir gegenwärtig erleben, entspringt nicht dem Zufall. Wir geben uns keinerlei Illusioneir hin, fondern stich uns vollkommen bewußt, daß die Bourgeoisie nicht daran denkt, auch nur die bescheidenste chrer Machtpositionen ohne harten Kampf an die Ärbeiterschaft preiszugeben. Wer wir ver- kenne« auch nichr, daß sich die politisch führenden Kresse u«« serer Gegner klar varüber sind, daß keine Maßnahme der! regierenden Faktoren möglich ist, ohne daß sie zuvor auf ihr« Wirkung aus die Arbeiter, Angestellten und Peamte a e-. prüft worden wäre. Die Beachtung,' die das politische' Wollen der Arbeiterschaft findet, ist'. zweifellos gewachsen. Eine Regierung, die sich mit offener Brutalität gegen die Arbeiterschaft wendet, ist zur Zeit nicht nötig, es feb denn, daß sich, wie zur Zeit Noskes, ein Teil der Ar- beiterfchaft auf die Seite der Regierung stellt. So müssen die Regierungen den Anschein zu erwecken versuchen, als feien sie bestrebt, dem Verlangen der Arbeiterschaft Rech- nung zu tragen. Daher die Fülle der sozialpolitischen Ge- setze, die das Erstgeburtsrecht des Proletariats gegen dünne Linsensuppen eintauschen sollen, die man hinnehmen und be- nutzen soll, wie es die Sozialdemokratie in Deutschland stets getan hat,- die aber gefährlich werden können, wenn stA die führenden Znstanzen der Organisationen über ihren Wese�skern und den Zweck ihres Daseins einer Täuschung hingeben. Aber auch diese Gesetzgebung ist nicht möglich, ohne daß das Einverständnis maßgebender Kreise der organisierten Arbeiterschaft dazu vorhanden ist. Die sozialpolitischen Ee- setze wären vor �allem unfruchtbar und würden den gesetzten demagogischen Zweck nicht erreichen, wenn sie so gestattet tväten, daß sie von vornherein mit einem heftigen Wider- stand in der Arbeiterschaft zu rechnen hätten. Daher die Erscheinung, daß sozialpolitische Gesetze niemals an die —— iKjuiiüueice.qung veveulsam ist vor Kompler.von aesebgeberischen Maßnahmen. Möglichkeiten der Lohnpolitik er erinnern nur an die Möglichkeit an —..»i an ote wlogucyrert zur erklqrung von Tarifverträgen und z 1 durch Lohnstreititzkeiten. die den Kampf nicht lohnen. manente Echiedsinstanzen... Wir verkennen nicht, daß ein vor �I��zlen�Klassen- schuß erreichter Erfolg keine Tat des daß wir kampfes ist. Wir wollen aber auch nicht ub f bellen, b t e den Gewerkschaften noch immer die Aufgab Ast j U Lohnverhältniffe der Sinken verbessern oder doch wenigstens v � des Reallohnes entgeg enz uw�* v �e � der wohl auch hinzugefügt werden, daß hiest �'L- o.e.—- gegenwärtigen Zeit v-"" der n e ue erschließt. Wir Verhindlichkeits- von per- Lebens- «.r'ur.ung bedürfen. Die ungemein schwierige Kampfsttuatton der gegenwärtigen Zeit, hervorgerufen durch das Darntederliegen des Wirtschaftslebens. Zwingt die meisten Gewerkschgsten den Weg über den Schlich- tunasausschuß und der Umgehung der offenen Schlacht öfter als tI)ncn lieb ist. Es ist daher f i n n l o s. die B Am»e$l$a?tcn'** wiederholt geschieht, darum ver- £2* jj Ä»» machen, well sie diese Mittel der Tarif- und 5� 51."'�p°lit>k ausnutzen. Wir bekennen sogar, daß wir °'e äußerste Ausnutzung solcher Möglichkeiten. i n allen f"Wesenheiten der reinen Lohnpolitik ' dabei nicht Lebensrechte der Bewegung und IS* Forderungen der Arbeiterschaft vreisgegeben »erden. denn wir müssen ditzqktivsp Kräfte fpa�e-N Wrangel auf dem Rückzug Bor der Perekop-Linie Die Offenfiv« der Roten Truppen gegen den General Wränget scheint nach den bisherigen Meldungen von einem bedeutenden Erfolg gekrönt worden zu fein. Wrangel war von der Krim aus bis an das Dnj eprufer vorgestoßen und hatte eine Reihe wichtiger Etädt« besetzt. Die Roten Truppen haben ihn durch den Angriff, der Ende Oktober eingeleitet wurde, aus diesen Pofi- Honen verdrängt." Sie melden große Gefangenenzisfern und be- trächtlich« Beute an Geschützen, Munition und Bagagen. Di« Verluste scheinen Wrangel so schwer getroffen zu haben, daß er sich entschlossen hat, das ganze Gebiet nördlich und nordöstlich der Krim zu räumen..- Nach einer Meldung aus London, will sich Wrangel hinter die Perekop-Linie zurückziehen. Perekop liegt auf der s ch m a- lcn Landenge', die die Halbinsel Krim mit dem Festlande verbindet. An dieser Stelle haben die Bolschewisten schon bei der Verfolgung der Den i k int r Uppen, im Frühling 1920, Halt machen müssen. Die Linie sperrt den Zugang zur Krim sehr stark ab. Sie ist im Verlauf des Sommers festungsartig ausgebaut und durch französische Hilfe mit den modernsten Geschützen bestückt worden.> Im Frühjahr setzten die Bolschewisten ihren Vormarsch über die Landenge hinaus nicht fort, well die Gewinnung der Linie zu große Opfer eriordert hätte und weil anderseits durch die pol- nische Offensive die Roten Truppen ein anderes, weit wichtigeres Täligkeitsfell» crhixlten. Der Anariff auf die Landenge von Pe- rekop ist vor allem auch desbald schwierig, weil die Gegenrevol«- iionär« in der Absvehr des Angriffs durch das Mitwirken von Schi ff, g«'schützen von der Seeseit« her eine nennenswert« Unterstützung fiilden. die schlecht zu unterbinden njety» tragenden Schifisgeschi»»,» vom Lande aus schlecht niederzukämpfen find. Wrangel felbst steht nur eine kleine Flott« zur Verfügung. Aber die franzöflfch'en Kriegsschiffe stehen für ihn bereit. Sie haben bereits zugunsten Denikins eingegriffen, und sie werden es auch bei dem Angriff auf Wrangel tun. Für Rußland, ist aber die Vertreibung Wrangels aus der Krim eine Lebensfrage geworden. Durch den Hafen von Sebastopol kann sich Wran- gel dauernd mit Munition und Proviant versorgen lassen und nach jeder Niederlag« nördlich der Perekop-Linie den Kampf von neuem beginnen. Perekop besetzt! Der russisch« Heeresbödicht vom 31. Oktober meldet: Am Ufer des Schwarzen Meeres befetzten wir den Hafen Ska- d o w s k. Im Abschnitt Perekop überwanden unsere Abtei- lungen den Widerstand des Gegners, besetzten Perekop und kämpfe» hartnäckig südlich dieser Stadt. Zn einem späteren Bericht heißt es: Der Gegner, verstärkt durch zahlreich«, von der polnische» Front h«Lbergeworf«nt Infanterie- und Kavallenc-Disistonen» setzt seinen hartnäckige« Angrisf fort. London, 3. November.'> Wie Reuter meldet, hat General Harrington gestern London verlassen, um sich nach Konstantinopel zu begeben. Gr wird das Oberkommando der Streitkräfte ich Schwarzen Meer übernehmen. Außerdem ist er beauftragt, dse Ausführung des Friedensvertrages zu überwachen.> Der Korrespondent des ,T>aily Expreß" berichtet aus Konstant tinopel vom t. November, daß der Druck der Bolschewisten gegen die Arme« Wrangels in der Krim st ä r k e r sei, als man anfänglich geglaubt habe. Die Bolschewisten hätten bei ihrem Bormarsch drei Armeekorps, vier Kavalleriedivisionen und meh» rere Detachementa aus Turkestan in den Kampf geworse«. Die Abwehr des französischen Anschlags Paris, 8. November,'i Der Allgemeine Arbeiterverband fT. G. T.). die sozialistische Partei und die Liga für Menschen» rechte haben sich zu einer Propaganda zugunsten der Einftel« lung der Feindseligkeiten gegen Rußland und zur Wiederherstrf» lung des Friedens im Orient vereinigt. Je drei Delegierte d«e genannten Organ isalionen haben gestern die Beratungey darüber begonnen, in welcher Weis« st« vorzugehen gedenken. Trotzki über den Sieg 1 N HN. London, 3. November.'! Ei« Telegramm an» Sebastopol besagt: Di« Bolschewisten haben Wrangels Zentrum durchbrochen und offenbar feine FlLgeb vernichtet. Wrangel verteidigt sich tapfer und macht Anstalten sich über de« Siwafch-See nach der Krim zu» rückzuziehen. Trotzki gibt über die Niederlage folgendes be» kannt: „Der Feind ist bereits oonderLandznngeabgeschnita teu»nd der Ring um ihn wird zufammengezogen. Es ist rl« groß« Erfolg, wen« er bis zum End« fortgesetzt werden kann, so daß sp ir.«ipen Zugang zur Krim bekommen. Es kann nicht daran gezweifelt werden, daß»nser entscheidender L o r m a r s ch nach de» Süden die Pforten der Krim für uns öffnen wird. Unsere K a« »allrri« muß dem geschlagenen Feind nicht Zeit lasse«, sich etwa aus französische« Schiffen einzuschissen." im Interesse größerer Aufgaben, die tagluh, sofortige Erfüllung heifchend. vor uns hintreten können. Stets haben wir uns dagegen gewandt, daß die Revolution zu einer Lohnbewegung gemacht werde. Darum müssen wir aber auch eine Taktik ablehnen, die jede Lohn- bewegung künstlich zu einer grundfäJlich ---- � � 1 1 o n revolutionären Aktion aufpumpen wibl. Die Benutzung der öffentlichen Schlichtungsorgane, die Möglichkeit. Tarife zu rechtsverbindlichen Verträgen stempeln zu lassen, sowie die Mitwirkung auf anderen Arbeitsgebieten der Sozialpolitik, hat aber zur Voraussetzung, daß die Organisationen, die die Vertretung der Arbeiter und An- gestellten führen, von den Behörden als Eewerk- fchaften anerkannt werden. Das führt soweit, daß die freien Gewerkschafton gezwungen sind, die Auer- kennung etwa der„Gelben" als Gewerkschaften zu b e- kämpfen, während diese Schmarotzergesellschaft großen Wert auf die Anerkennung legt, weil ihre Position damit erheblich verbessert wird. Kurz: Die Gewerkschaften bedürfen heute, um alle Möglichkeiten zur Erfüllung der ihnen von ihren Mitgliedern gestellten Aufgabe ausnutzen zu können, der Anerkennung durch die Staatsgewalt des Klassenstaates. Und es ist immerhin ein Merkmal der Zeit. daß die Staatsgewalt es nicht wagen darf, ihnen diese An- erkennung vorzuenthalten. Dadurch bildet sich allmählich ein Zustand heraus, in dem Gewerkschaften nicht mehr ausschließlich Kampforgani- sationen der Arbeiterschaft find, sondern gleichzeitig ö f f e n t- lich anerkannte Organe des aefellschaft- lichen Lebens, Autoritäten, deren Wille nicht allein mäßgebend ist für die Mitgliedschaft. So entsteht für sie eine schwierige taktische Situation. Wollen wir den Gewerk- fchaften den Weg durch dieses Dickicht bahnen, so müssen wir diese Umwandlung ihrer Stellung, der sie sich gar nicht ent- ziehen können, beobachten und ihre Konsequenzen zu b e- greisen suchen. Es hilft gar nichts, sich mit revolutio- nären Reden um diese Tatsachen und ihre Anerkennung herumzudrücken,-f Die Aufgabe der Eewerkschaftstaktik scheint uns jetzt darin u liegen, dies« Umwandlung, die noch nicht abge- hlassen ist, sondern sicher fortschreitet, zu überstehen, ohne dabei den Boden des Klassenkampfes auch nurum Haaresbreite zuverlaffen. Es ist ganz gewiß, daß den reformistischen Neigungen der Nurgewerk- ichaftsbiireaukratie aus dieser neu erwoxbenen Stellung der Gewerkschaften im Rahmen der Gesellschaft frische Nah- r u n g zufließt. Der reformistische Sozialpolitiker wird durch ein ertragliches Verhältnis zu den Organen des Staates leicht zu der Auffassung kommen, diese gute Nachbarschaft sei ei» natürlich gegebener Zustand, der den Weg eines bedächtigen Vorwärtsschleichens bis zur letzten Höhe wirklicher Macht oder auch nur der Teilnahme an der Macht erschließt. Solche Gesinnung und Auffassung der Dinge führt notwendig zu ein- seitig reformistischen Methoden auf a l l e n Gebieten und bei allen Gelegenheiten, führt zum permanen- ten Kompromiß mit den politischen und wirtschaftlichen Gewalten der Bourgeoisie in Koalitionsregierungen und Arbeitsgemeinschaften. Es ist ganz selbst- verständlich, daß die Bewegung vor solcher Gefahr politischer Versimpelung bewahrt werden muß. Die revolutionäre Arbeiterschaft folgt nur ihrer gesunden Einsicht in ihre K l a s s e n l a g e. die durch alle diese Vorgänge im Prinzip nicht im mindesten verändert wird, wenn sie solche Politik unter der Fiih- rung unserer Partei bekämpft, aber es ist verfehlt, und es heißt das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn die Gewerkschaften mit Hohn übergössen werden, weil sie ihre ver» änderte Positiv« für die Zwecke des L o h n t a m p f e s aus- nutzen. Wir können bedenkenlos alle Möglichkeiten der neueren Sozialpolitik benutzen, aber wir müssen weder sie, noch die Anerkennung der Gewerkschaften, noch andere dem personlichen Gefühl des Bureautraten schmeichelhafte Dmge betrachten als großmütige Gnadengeschenke, die wir devot hinzunehmen haben, und die uns zum W o h l o er- halten verpflichten, sondern wir müssen sie auffasse« a l s e i n e n unzweifelhaften A n f p r n ch de r A r» bettet klaffe, a l s selbstverständliche Forde- ru n gen. als kleineVorteile.diewlr, soweit sie dazu tauglich sind, benutzen, um un« festerlndenSattelzusetzen.undumunsere» Kampf, um die letzte Machtergreifung ums» besfer, aber umso energischer führen z» fßnneu.____ Können uns diese Dinge dazu dienen, dann mögen sie uns recht fein. Sie werden uns aber dazu nur dienen, wenn wir uns und unsere Organisationen innerlich vorbereiten und bereithalten für die e n t s H e i d e n d e n K ä m p f e. Alle diese neuen Dinge werden uns ferner nur dann zum Vorteil gereichen, wenn wir dort die Grenze ziehen, wo die Idee derEemeinsamsett der Interessen ihren ver- hikngnisvollen Spuk beginnt. Bei allen Fragen der rcinen Lohnpolitik besteht eine solche �Gefahr nicht oder nur in sehr geringem Maße. Denn der Streit um den Arbeitsvertrag wird stets den Stachel des unversöhnlichen Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit fühlbar werden lassen, mag er auch in milderer Form geführt werden. Die Gefahr wird jedoch sofort bren- ncnd, wenn das Gebiet der Wirtfchastspolitik bc- treten wird. Hier i st heute schärf st c Trennung beider Lager mehr denn je dringendes Ge- bot. In dieser Sphäre ist durch die Gewerkschaften die Grenze des taktisch Zulässigen überschritten worden durch die Politik der Arbeitsgemeinschaft. Darum gilt diesen immer wieder unsere schärfste Kampfansage. Diese Politik wäre der Gewerkschaftsbewegung längst Verhängnis- voll geworden, wenn die Arbeiterschaft an rie"eglaubt, und wenn sie Gelegenheit aebabt hätte, sich voll zu entfalten, denn das hätte in der Arbeiterschaft Illusionen geweckt, die für die sozialistische Ueberzeugung der Massen Verderb. lich gewesen wäre und die nie hätten erfüllt werden können. zum Schaden für die Bewegung, die die Massen bitter enttäuscht hätte. Darum hören wir nicht auf. zur Preisgabe dieses zerstörenden Wahnes zumahnen. Die Stützen des Herrn Hermes Handel, Industrie und Landwirtschaft an der Arbeit Der Reichsernährungsminister Hermes hat am Dienstag im Haushaltsausschusi die Mitteilung bestritten, daß in seinem Ministerium Besprechungen stattgefunden hätten, in denen beschlossen worden sei. die Angriffe gegen ihn durch Angriffe auf andere Beamten auszugleichen. Der Abgeord- nete Pachnicke hat daraufhin sofort festgestellt, daß eine solche Besprechung tatsächlich stattgefunden hat, nur nicht in den Räumen des Ernährungsministeriums, sondern in den Räumen einer Privatgesellschaft. Hieran anknüpfend schreibt die„Marge npo st": Wirklichkeit haben sogar zwei Besprechungen statt- gefunden. Die eine Besprechung hat unter der Leitung des Vor- sitzenden des Sticksiofssqnditates Caio und in Anwesenheit von Mitgliedern des Zürgensschen Margarine-Konzerns in der in po- litischen Kreisen wohlbekannten Mittwochsgesellschaft stattgesun- den. Diese Kreise treten für Hermes ein, weil sie in ihm den schärfsten Gegner der geplante« Sozial isierung der Stickstofj- Erzengung sehen. Aus diesem recht materielle« Grunde entschloß man sich deshalb, die Aufmerksamkeit von Hermes durch Angriffe auf andere Personen abzulenken. Die zweite Besprcchung hat«n den Räumen des Ernährungsministeriums selbst unter dem Vorsitz eines Geheimrats aus dem Ministerium stattgesonden. Wir helfen dem offenbar sehr schwachen Gedächtnis des Ministers gern nach und»erraten ihm. daß der Syndikus der Hamburger Handelskammer und andere Herren aus Hamburg an dieser Sitzung teilgenommen haben. Man beriet.jrne Minister Hermes gegen die vielen Angriffe geschützt werden könne. Die Vertreter der Handelskreise wollten mit der Festigung der Stellung des Ministers zugleich der von sozialdemokratischer Seite erstrebten Wiedereinführung der Zwangswirlschast entgegenwirken und beschlossen daher, gegen andere hohe Beamte einen persönlichen Kampf zu eröffnen und so das Interesse von Hermes abzulenken. Wir glauben, daß diese Feststellungen genügen, um die Zuver- lässigkeit der Angaben des Ministers im Reichstagsausschnß zu illustrieren." Damit durften wohl die inneren Triebkräfte, die die bürgerlichen Partei?» zur Verteidigung des Herrn Her» mes veranlassen, genügend klargestellt sein. Die„Deutsche Tageszeitung" sucht aber bereits den unangenehmen Eindruck zu verwischen, den d»s begeisterte Eintreten ihres Führers Dr. Rösicke im Haushaltsausschuß des Reichstags für Hermes auf die Oeffentlichkeit hervorgerufen hat. Wir wollen dazu für heute nur bemerken, daß die Tat- fache doch außerordentlich auffallend ist. daß alle diejenigen schwerindustriellen und agrarischen Organe—..Post" ..Kreuzzeitung'.'.„Deutsche Tageszeitung".„Tägliche Rund- schau"— in deren Spalten die Verfehlungen des Herrn Hermes zuerst scharf kritisiert wurden, jetzt, nachdem er der Befürworter ihrer Politik geworden ist. d l e e i f r i g st e n Perteidiger seiner Handlungen sind. Eine Erklärung von Ramm Der Staatssekretär im Preuß. Landwirtschaftsministerium, Dr. Ramm, versendet eine Erklärung an die Press«, in der er feststellt, daß die bekannten«00» M. Herrn Dr. Augustin am 8� Oktober 1919 aus dem Privatkonto des Dr. Glock überwiesen wurden. Die Erstattung der Summe durch die Ackerbaugeiell- jchast geschah am ä. November l9l9. Die Beschaffung des Spar- kasicnbuches in Höhe von 1000 M. erfolgte am 15. September 1910. Er lönne aho in dem gerichtlichen Verfahren unschwer nachweisen, daß vor diesen geldlichen Transaktionen zwischen dem ersten E-- schästssühr-r der Ackerbaugesellschaft und ihm kein Wort über die Beamtenbestechung gefallen ist, Es sei ihm. Ramm, also ein leichtes zu beweisen, daß er Dr. Auguftin keine Falle gelegt habe. und daß er selbst durch die Mai-Btitteilung über die fraglichen Borgänge auss äußerste überrascht und betroffen war. Den Preußischen Landwirtschaftsminister und Mini st erpräsidenten habe er selbstverständlich über alle Vorgänge auf dem Laufenden gehalten. Daß Braun die Sache auf dem Parteitag in Cassel zur Sprache bringen wollte, war mir nicht bekannt. Ebenso wußte der Ministerpräsident, als er die Rede hielt, noch nicht, daß die Entlassung des Dr. Auguftin aus dem Staatsdienst bereits erfolgt sei. Damit erweisen sich die Vorwürfe gegen den Staatssekretär Ramm als hinfällig, die darauf hinausliefen, ihn der Mit- wisserichaft an der Bestechung von Dr. Augustin zu bezichtigen. Im übrigen aber zeigt piese Darstellung, was von der Behauptung zu halten ist. von der Zuwendung von 0000 M. habe Augustin nichts gewußt, da seine F r a u sie erhalten habe. Sechs Monate waren bereits seit Empfang des Geldes verflossen! Beendigung des Magiftratshilfsbeamtenstreiks in Halle. Die Verhandlüngen zwischen den Hiifsangestellten, den Arbeitern und dem Magistrat haben zu einer Einigung aeführr. Den Mogi- stiats-Hilssangestelllen und den städtischen Arbeitern sind Tcue- rungszulagen und Kinderbeihilfen bewilligt worden. Die Mehr- nnsgaben für die Stadt betragen etwa l'A Million Mark. Die Hilfsangestellten haben die Arbeit wieder aufgenommen. Was geht in Bayern vor? Sind die monarchistischen Früchte schon reis? Bemerkenswert ist. daß auch bei den aus» ischen Staaten gan'z bestimmt lautend« länd �. Nachrichten über einen, in den nächsten Tagen geplanten Putsch der bayrischen Monarchisten vorliegen. Wir geben diese Nachrichten, die durch den Warnungsruf Severings erhöhte Bedeutung erhalten, wieder, ohne uns daraus festzulegen, daß der Putsch tatsächlich schon in den nächsten Tagen erfolgt. Die politische Situation spricht durchaus nicht für den Erfolg.des geplanten Unter- nehmens. Rein militärisch betrachtet, mag die Situation allerdings für das Losschlagen reif sein, wobei jedoch be- merkt werden muß, daß alle Erfahrungen dagegen sprechen, daß die Rechtsputschisten auch diesmal wieder den Angreifer machen. Viel eher ist damit zu rechnen, daß sie die Ar- bejterklasse zum Losschlagen drängen, um dann als rettende Engel den Segen der Monarchie über Deutschland zu breiten. Das„Hamburger Echo" schreibt im Anschluß an seine schon erwähnte Nachricht:»~ „Die Arbeiterschaft»ird die Verbrecher am Volk nicht wieder den bürgerlichen Behörden und Gerichten zur Aburteilung über» lassen, fondern sie wird selbst urteilen und die Urtei.'e selbst»oll» ziehen.", Wir wollen hoffen, daß die Rechtssozialisten flch an diese Sätze auch dann halten, wenn die Reaktion tatsächlich ihren Plan durchführen sollte. Die Arbeiterschaft ist heute klüger als vor dem l3. März. Sie kennt das Komödlenspiel, wel- ches sich an das Kappverbrechen anschloß und sie wird, ge- zwungen durch ihr Lebensinteresse, den Kampf gründlicher führen müssen, wenn die Reaktion es wiederum wagen sollte, dem Proletariat eine verhaßte Hcrrschaftsform aufzuzwingen. Die Ausführung des Friedens- Vertrages Wir gaben in der gestrigen Abendausgabe eine Nachricht des...Hamburger Echo" wieder, in der mit aller Bestimmt- heit behauptet wurde, daß die Rechtsparteien in Perbindung mit der O r g e sch in den nächsten Tagen einen neuen Putsch unternehmen würden. Dag Hamburger Blatt will für seine Angaben detaillierte Unterlagen baben. Der ,.Bor- wärts" behauptet im Anschluß an diese Meldung, ebenfalls umfangreiches Material über den Plan eines Rechts- Umsturzes zu besitzen. Auch uns sind ähnliche Nachrichten, zugegangen. In Pommern. Schlesien, Ostpreußen, in der Mark Brandenburg: überall ist die Reaktion fieberhaft am: Werke, die gegenrcoolutionären Militärorganisationen aus- zubauen, sie schlagfertig zu machen. Ueberall arbeiten die Männer des 13. März an der Schaffung eines Apparates, der das deutsch nationale Parteiprogramm— die Herstellung des monarchistischen„Ordnungsstaates"— verwirtlichen soll. Dabei verdichten sich die Gerüchte, daß da» Signal.zum Losschlagen von Bayern aus gegeben werden soll, in den letzten Tagen immer mehr. Sie liegen durchaus im Bereich der politischen Möglichkeit, denn in Bayern herrscht heute schon im geheimen die Monarchie. Wenn diese durch einen Putsch jetzt auch äußerlich wieder zur herrschenden Staats- form erhaben werden würde, so würde das, den bayerischen Machtverhältnissen entsprechend, nur eine rein formell« Angelegenh e'it sein, so groß natürlich die politischen Auswirkungen eines solchen Unternehmens auch werden würden. Denkt nun Bayern tatsächlich schon jetzt ans Los- schlagen? Sind auch für das übrige Reich die Früchte der Monarchie schon so reis, daß sie ohne Nachteil für die Pächter gepflückt werden können? Die..Vossische Zeitung" berichtete gestern aus München von Vorbereitungen über den Ein- zug des neuen Königs. Sie betonte dabei ausdrücklich, daß für jeden, der die Entwicklung der bayerischen Verhältnisse beobachtet habe, die Gerüchte über das große Königsmachen nichtganzausderL'uftgegrif jener schienen. Der Haushalts-Ausschuh des Reichstags verhandelte gestern den Haushalt für die Ausführung des Friedensver- träges. Die einzelnen Positionen, die zu den Etats von ver- schiedenen Ministerien gehören, sind zum ersten Mal in einem be- sonderen Abschnitt zusamniengefaßt. Referent sür diesen Ab- schnitt ist der Genosse Breitscheid. Selbstverständlich ist dieser Etat, der mit einer Ausgabe von 11.4 Milliarden abschließt und keinerlei'Einnahmen aufweist, kein vollständiges Bild von den durch den Vcrsailler Frieden dem deutschen Volke erwachsenden Lasten. Zu den 41 Milliarden ist vor allen die noch nicht festgesetzte Wiedergutmachungssumme zu- zuzählen, und es gehören dazu auch noch die unendlichen Aus- gaben, die uns sonst der unglückliche Ausgang des Krieges auf- erlegt. Eind klare Abgrenzung dieses Haushaltsabschnitts ist nicht wohl möglich, da man auch andere Positionen aus den übrigen Etats ebenso hätte hinzunehmen können, wie es beispielsweise mit dem für die Unterstützung der aus Essaß-Lothringen Ausgewan- derten und Ausgewiesenen geschehen ist. Am Mittwoch wurden zunächst die Positionen besprochen, die' aus dem' Etat des Reichsschatzministeriums übernommen sind. In der Vorlage belaufen sich diese Ausgaben auf 15,5 Milliarden Att. Sie setzen sich solgendermaßen zusammen: für den Hohen Ausschuß der alliierten und assozierten Mächte 20 Millionen. Unterhaltung der alliierten und assozierten Besatzungstruppen in den Rhein- landen 15 Milliarden, Erundstitckserwerbungen usw. für Unter- bringung der Besatzung 440 Millionen. Znstandhaltung der Grundstücke und Beschaffung und Erhaltung der Einrichtungg- gegenständ« cklL Millionen. Betriebskosten 1« Millionen.— In der Sitzung teilten die Vertreter der Regierung mit, daß diese Summe noch beträchtlich zu erhöhen sei, und zwar die Kosten für den Hohen Ausschuß von 20 auf 40 Millionen, die für Grund- stuckserwerbungen auf 011 Millionen und die Betriebskosten auf 30 Millionen. Die Diskussion erstreckt« sich insbesondere auf die Aus- legung und Handhabung der der Entente durch den Friedens- vertrag gegebenen Rechte. Es wurde erneut festgestellt, daß Deutschland gar keine Möglichkeit besitzt, eine Erhöhung der Kopfslärke der Besatzungstruppen abzuwehren. Diese Be- jatzungstruppe beläuft sich zur Zeit auf 150000 Mann. Ein von der demokratischen Fraktion gestellter Antrag, daß die Regierung in neue Verhandlungen über die Herabsetzung der Besatzungs- armee eintreten soll, wurde von den Vertretern aller Parteien be- sürwortei. Von feiten der Unabhängigen wurde dabei be- tont, daß man diese Verhandlungen nicht nur aus die finanzielle Belastung Deutschlands stützen solle, sondern auch die politischen Gründe betonen müsse. Dr. Helfferich regte an. daß der Reichstag, um seinen Protest gegen vi« ungeheuerliche Belastung zum Ausdruck zu bringen, die angeforderte Summe nicht voll be- willigen sollte. Es müsse dann der Regierung überlassen bleiben, die Bejrcige unter dem Druck der Verhältnisse doch zu entrichten. Genosse Breitscheid wies auf die Unmöyl ichkeil eines solchen Verfahrens hin. das«in« leere Demonstration debent«, wenn man von vornherein entschlossen sei, die Regierung nicht für die Mehrausgabe zur Verantwortung zu ziehen. Im großen und ganzen sei man nicht einmal durch den Friedensvertrag genötigt. diesen Positionen zuzustimmen,..freilich habe man sich gegen jede Ausgabe, die über die Verpflichtung des Friedensvertrages und de? Rheinland-Abkommens hinausging, energisch zu wehren. Ein- stimmig wurde ein Antrag angenommen, an dem die Regierung zur Vorlegung einer Denkschrift über die au? dem Frieden-- vertrag erwachsenden Lasten und die zu ihrer Verminderung g-- führten Verhandlungen auffordert. Im übrigen wurde die De- batte ans Donnerstag oertagt. Ein politisches Geschäft Aus einer Anfrage des Abg. Gothein im Reichstage wird bekannt, daß der Landbund— eine monarchistifch-politische Or- ganisation— sogenannte Wirtschaftsoerbände ins Leben gerufen hat. hie er in die Zwangswirtschaft einzuschalten sich bemüht, um dadurch Mittel für seine parteipolitischen Zwecke zu gewinnen. Diese Bestrebungen werden durch das Reichsernährungsmini- sterium und die Reichsgetreidestelle gefördert. Die Wirtschafts- verbände des Landbundes werden in die Erfassung des Brot- getreides eingeschaltet und erhalten dabei Kommissionsgebühren. die sie, ohne daß von ihnen irgendwelche Arbeit geleistet wird, ihren politischen Zwecken nutzbar machen. Das geschieht. obwohl die Zulassung des Landbnndes mit den Bestimmungen der Reichsgetreideordnung im Widerspruch steht, wonach als Kommissionäre nur solche Personen oder Genossenschaften zuzu- lassen sind, die bereits im Jahre 1914 im Getreidegeschäft tätig waren. Auch haben die Landbund-Organisationen gegen ihnen unbequeme Anordnungen der Behörden mehrfach dadurch oppo- niert, daß sie den L i e f« r st r e i k für die landwirtschaftlichen Produkte ihrer Mitglieder erklärten. In der Anfrage wird auf«inen besonders krassen Fall ver- wiesen, der sich im Kreise Prenzlau zugetragen hat. Dort hat der Wirtschaftsverband die Kommissionäre unter er». pres serischem Druck gezwungen, von den Kommissionsge- bühren 6 Mark für die Tonne an den Landbund abzuliefern. Das bedeutet, daß der Landbund allein im Kreise Prenzlau 240000 M. einstreicht, ohne für die Erfassung des Getreide» auch nur die ge» ringste Arbeit zu leisten. Die Unterstützung dieser Bestrebungen durch das Ernährungs- Ministerium ist eine Förderung der gegenrevolutionären Bestre- bungen der Agrarier, die sich des Landbunds als«ine» Organs zur Sammlung aller reaktionären Element« auf dem Lande be- dienen. Ablehnung des Ueberewkommens ln» englischen Bergbau L o n d o u. Z. Roaember. sRcuter.) »« Abstimmung der Bergarbeiter hat ein- Mehrheit o-n 8459 Stimmen gegen die Annahme des getroffene» Uebereintommen» ergeben. Di« Delegiertenkonferenz in Londeu hat jedoch beschlossen, den Bergarbeitern anzuraten, die Arbeit sofortwieder-nszu'xhmen. Ein Protest der Auslandsgruppe der ukrainischen Kommunisten (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Wien» 3. November. Die Auslandsgruppe der ukrainischen Komma' nisten nahm in ihrer letzten Sitzung nach längerer Diskussioll über den Bericht des aus der Sowjet-Ukraine zurückgekehrten Genossen Winnttschenko folgend« Resolution an: 1. In Anbetracht des bisher beobachteten prinzipiellen Stand' punkte», der in keiner Weise einer Aenderung unterliegt, steht di( Auslandsgrupp« der ukrainischen Kommunisten auch fürderhin aus der Plattform der Diktatur des Proletariats in de' Uedergangszeit vom Kapitalismus zum Sozialismus, wie auch auf der Plattform der R ä t e o r g a n i s a t i o n der Gesellschaft- 2. Die Auslandsgruppe betrachtet die gegenwärtige Politik de/ russischen sozialistischen föderativen Sowjet-Republik und der tu!' fischen Kommunistischen Partei als unvereinbar uft» gegensätzlich mit den Grundsatzprinzipien de� Kommunismus. Ihre Politik ist keine Polilik der Diktatur des Proletariats, sondern eine Politik der Diktatur der Kastr von Kommisfaren und Bureaukraten, die sich au� schließlich auf die Macht der Bajonette stützen. Es ist eine Politik die die Idee des Sozialismus unter den arbeitenden Massen del � Volkes zu diskreditieren und zu vernichten geeignet ist. D� R ä t e s y st e m existiert im Grunde nicht, es ist vet' nichtet und an seiner Stell« herrscht der Despotismus"fll Kommissaren und Bureaukraten. 3..Diese Politik, konsequent durchgeführt durch ein aU� Moskau herbeigeströmtes bureaukratisches russifikatorisch� Element, das der Ukraine im lllamen des einigen und unS�' teilten Ruhlqnds aufgezwungen wird, ergibt in der Ilkrai� ein Verhältnis, das den Stempel einer faktischen Okkupatio" trägt. Gegen diese Politik, für die wir die russische komin»' niftische Partei und ihre territoriale Organisation, die komwU' nistische Partei der�Bolschewisten in der Ukraine, verantwortli� machen, protestieren wir vor der ganzen kommunistisch� Welt auf das Energischste und ziehen daraus entsprechende KouP yuenzen. 4. Nach genauer Betrachtung der gegenwärtig in der Ukra'U ! ih< i s ch st ischen P< s e i,n kann. Sie tritt in sie als organischer Bestandteil, indem si« sich in gewissen Programmfragen freie Hand vorbehält. Die Au* landsgruppe ruft die gesamten Ukrainer in Europa und Ainer' auf, sich nur der ukrainischen kommunistischen Partei anzusckjlieB 5. Die Auslandsgrupp« heißt vollständig die Haltung des � nassen Winnttschenko gut, die er in den Besprechungen mit p? Vertretern der russischen sozialistischen söderativen Sow' Republik und der russischen Kommunistischen Partei in Angeles heit ihrer Politik in der Ukraine eingenommen hat. Die Präsidentschaftswahl Patts. 8. NovemS� Mail" folgende Ergebnisse der Um 2 Uhr nachts waren nach der Pariser Ausgabe der y Präsidentschaftswahl in J-Dt« 3m S--(„ noi« in .W... mmmmmmmum New Jersey 14, in Pennsylvania 38, in Indiana IS und>n� t>e- Amerika bekannt: für Harding wurden gewählt: Im j« New Port 43 Delegierte, in Massachusetts 18, in Jllino«« in Vermont 4, in Michigan 16, in Connecticut 7, in Ohio consin 13, l mg anzen also 222 Delegierte. Für den. mokrati,chen Präsidentschastskandidaten Cox wurden d*"" 1, Staate Michigan 20 Delegiert«, in Texas 20, in efj c* «n Kentucky 8 und In Tennesse« 12, im ganzen a l! o 0 l logierte. Da» Ergebnis kann aber noch wesentlich flutzt werden, da 531 Delegierte zu wählen sind. Parteitag der Kommunisten Auch der gestrige zweite Tag des kommunistischen Parteitages verlief in gleicher Anspruchslosigkeit wie der erste. Der eintönige Verlauf der Verhandlungen wurde nur einmal lebhaft unterbrochen, als Pieck die Siege der Roten Armee über Wrangel bekanntgab. Man fang die Internationale und schickte ein Sympathietelegramm an die Rote Arme«. Brandlers Referat erhob sich immerhin nicht nur retho- lisch, sondern auch sachlich über die am ersten Tage gehörten Reden. Das brachten auch die Diskussionsredner zum Ausdruck. Zu dem in unserer gestrigen Abendausgabe bereits Mitgeteiltem ist noch hinzuzufügen, daß Brandler die Betriebsräte als die Organe zur Uebcrwindung der brennenden Arbeitslosenfroge be- zeichnete. Gegenüber der"verlogenen Sozialistcrungsp.irole" müsse die revolutionäre Forderung der Produktionskon-' tr o l l e erhoben werden. Womit die Kommunisten wlcder eine neue Parole gefunden haben, um einige Pferdelängen den„Rechts- unabhängigen" voran zu sein. Sie werden auch hier die Partei der Parolen bleiben, als die sie ein Diskussionsredner gestern bezeich- nete. Die„Rcchtsunabhängigen" und die Gewerkschaften werden geschmackvoll als Büttel der Konterrevolution de- zeichnet. Es wird ihnen unterschoben, dag sie die Bslrich, ,te zu Organen des kapitalistischen Wiederaufbaus machen wollen. Das sagt derselbe Brandler, dessen ganze Ausführungen ihrem geistigen Gehalt und ihren praktischen Erfordernisien nach dem Rüstzeug der Rechtsunabhängigen e n t st a m ine n. Brandler zieht dann noch gegen den freigewerkschaftlich m Zusammen, ckilu'g der Betriebsröte gar grimmig vom Leder. Man werde sich aber in einen Streit um die Form nicht einlassen, sondern un Geist und Znbalt kämpfefi. Bezeichnend für die Verwirrung in den kommuni'tlschen Reil.cn ist das, was Brandler über die politischen Arbeitcrräte sagte. Er stellte ausdrücklich fest, dah die politischen Arbeitende niemals existieren könnten innerhalb der bestehenden Ordnung. Besser kann der Schwindel, der mit der Wahl politischer Arbeiter- rate getrieben wurde, nicht illustriert werden. Auch das war seit je der Standpunkt der sogenannten„Rechtsunabhängigen". Es bedurfte aber erst eines Nasenstübers von Moskau. um dieser fundamentalen Erkenntnis teilhaftig zu werden. So jagt man die Masie von einer Parole zur anderen, ohne sich über deren Tragweite oder Berechtigung im klaren zu fein. Die Diskussion brachte keine neuen Gesichtspunkte. Sie er- schöpfte sich in der Hauptsache in den Angriffen auf die alte Es- werkschaftsbureaukratie. Positive Borschläge für die Ueberwin- dung der Arbeitslosenfrage blieben aus. Das ist ja auch nicht nötig, denn diese Frage wird ebensalls bei der kommunistischen „grossen Aktion" mit erledigt. Lediglich Duncker wies auf die große Bedeutung der theoretischen Durchbildung der Betriebsräte hin. D ü w e l l will nunmehr auch die Arbeiterunionen nach ihrem Anschluß an die dritte Internationale im Kampf gegen die Eewerlschaftsbureaukratie mitführen. Rück- Stuttgart ist nicht der Ansicht, daß in der Partei keine Gegensätze bestehen. Er warnt davor, den Betriebsräten die Leitung der Aktionen anzuoer- trauen. Beim Württenrberger Generalstreik zeigte sich, daß die Betriebsräte dieser Aufgabe nicht gewachsen seien. H« ck« r t, von der Zentrale, will eine Verbindung der kommunisti- schenZellenindenEewerkschaftenüberdasganze Reich organisieren als Abwehr gegen den Allgemeinen Deutsche» Eewcrkschaftsbund und die Afa. Dann kann die Spaltungsarbeit ja beginnen, die man so verzweifelt abstreitet. In seinem Schlußwort fordert Vrandler für die Arbeitslosen llnterstützüng in der vollen Höhe des Lohnes, die aber nicht von den Arbeitern, sondern von dem Unternehmer ausgebracht werden soll. Das ist gleichfalls die Aufnahm« einer Forderung, die zu erst von„rechtsunabhängiger" Seite erhoben wurde, und zwar vom Genossen H i l fe r d i n g. Brandler will zur Hilfe- leistung sür die Arbeiter der Borsigwerk« auch die Eisenbahner und Bergleute heranholen. Der neue Burgfriedenss hwindel der Gewerkschaftsbureaukratie sei die Parole: Svzialisierung.n,t den Unternehmern. Ein kommunistischer Redakteur, der das Kapitalverbrechen be- ging, daß er der These vom Zerfall des Kap'.lalismus cntzep n- trat mit der Behauptung, daß der Kapitalismus noch durchaus gefestigt fei und der verlangte, daß mon die Massen darüber autllären solle, wurde mit allen gcgcn eine Stimme ausge- schlössen. Sonst käme doch auch das ganze lhcocetis h« Gebäude des Kommunismus ins Wanten, das doch nur von der Hoffnung auf den in kürzester Zukunft»it erwartenden gänzlichen Zusammenbruch des Kapitalismus geteage.» wird., Pieck schloß daraus den Parteitag, d. h. er vertagte ihn eigentlich bis zum Vereinigungsparteitag mir den Reukommunisten, der in Dezember stattfinden soll. Wir haben nach den Ergebnissen dieses Parteitages erneut festzustellen, daß man in der Kommunistischen Partei Nur lebt von der Hoffnung auf die endgültige Aktion. Daraus ist alles eingestellt. Diesem Ziele werden all- theoretischen und praktischen Fragen der Politik der Wirtschast und des Sozia- lismus angepaßt, sie werden umgebogen, schematisiert. Man hat nch eine künstliche Plattform geschaffen, von der aus man alle Ding« in ganz einfachem Nebeneinander sieht. Keine Unterjchei- düngen, keine Absckzützung der verschiedenen Krästeveehältntjse und deshalb auch keine Maß« und festen Umrisse in den konkreten »orderungen. Was in den Referaten und Debatten sachlich von !™.tut"n0 war, klang echt„rechtsunabhängig". Der er- .". � �weis dafür, daß die Existenz der Kommunistischen Partei t. V w e n d i g k ei t für das revolutionäre Proletariat ... t' Ziele und Forderungen des revolutionären Prole- t- �° aus leiner Klassenlage und der politischen Eestal- .- j"Sei ,siud enthalten im programmatischen Bekennt- "'i® s? ,et praktischen Politik der Unabhängigen So- zialdeniokratie Deutschlands. Neukommunisten und Syndikalisten hielten die syndikalistischen Arbeiter- traten i?" D-t-rn! etnen Reichskongreß ab. Angeblich ver- imnani-»nn7 130 000 Mitglieder, eine gewiß nicht sehr oc du n oe n fi rn?et Kongreß beschloh in mehreren Kund- n»???>»7, i»"behaltlo. der dritten Inte/- nationale anzuschließen. Sd' urteUt�?a��..°°'1 bet..I'U-rnationale" freudig begrüßt. »»»m 8 Ueberschätzung des Einflusses dieser Organisationen:„Mit dieser grundsätzNchen Stellung des Kon- gresses ist für die allgemeine Klärung im Ruhrrevier ein großer Schritt vorwärtsgetan", und sagt dann weiter:„Es bestehen hier eine ganze Reihe verschiedenartiger Unionen, unter denen die mehr oder weniger syndikalistisch geleiteten stark überwogen. Diese Gebilde erhalten nunmehr de» Todeestoß." Es ist natür- lich vollkommen falsch, wenn die„Internationale" durch diesen Satz den Eindruck zu erwecken sucht, als ob die freien Ar- beiter-Unionen mit dem Anschluß an die dritte Internationale ihren syndikalistischen Eharaktcr verloren hätte». Aus der Stellung- nähme Lenins zu den italienischen Anarchisten und aus der von Sinowjew zu der deutschen K. A. P. D. geht klar hervor, daß die dritte Internationale auch das Sammelbecken darstellt für anarchistische und syndikalistische Elemente, wenn sie geneigt sind, die Fllhrerdiktatur der Moskauer Kommunisten anzuerkennen. Das Entscheidende an dieser Meldung aber ist die Tatsache, daß die Reukommunisten hier offen bezeugen, daß sie die Zer- splitterung der deutschen Gewerkschafts- Betriebsvertrauensleute. Generalversammlungs- delegierte und Betriebsräte des Metallarbeiter» Verbandes Am Sonntag, den 7. November, vorm. stz« Uhr, findet in den German ia-Sälcn, Chausseestr. 110, eine Versammlung sämtlicher Funktionäre des Metallarbeiter-Berbandes statt, die auf dem Boden der U. S. P. D.(C r i s p i e n- Ledebour) stehen. Tagesordnung: 1. Dürfen Partei und Gewerkschaften zer- trümmert werden? Referent: Genosse Joseph Ernst-Hagen. S. Diskusston. Genossen? Die Erhaltung starker und geeinter Wirtschaft- licher Organisationen ist eine Lebensfrage des reoolutio- nären Proletariats. Beweist durch einmütiges Zusammen, stehen, dah ihr nicht gewillt seid,.die Einheitsfront auf gewerkschaftlichem Gebiete zerreißen zu lassen. Funktionärausweis des Verbandes sowie Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Bezirksverband Berlin-Brandenburg Der geschäftsführende Ausschuß bewegung unterstützen. Denn nichts anderes ist die Wir- lung der Tätigkeit der freien Unionen. Sie erschweren den früher auch von den Neukommunisten für richtig gehaltenen Kampf von innen heraus um die Revolutionierung der Gewerkschaften und verhindern, daß sie aus Instrumenten des bloßen Lohnkampfes zu Mochtfaktoren für die Erringung des Sozialismus werde». Ausschreitungen gegen Wucherer Erünberg i. Schlesien, 3. November. Den Blättern zufolge versammelten sich gestern während einer Sitzung des Kreiswirtschaftsoerbluides Arbeiter vor dem Lokal. Nachdem«ine Abordnung den Bauern über die hohen Preise Vor- würfe gemacht hatte, drang die Menge in den Saal ein und schleppte die Landwirte aus«inen Wagen, der mit Schildern, die Ausschriften trugen:„Hier sind die Wucherer" und dergleichen. umhängt war. Auf dem Ring wurden die Pferd« aus- gespannt und die Bauern unter Mißhandlungen gezwungen, den Wagen, auf den sich Arbeiter gesetzt hatten, zu ziehen. Schließ- lich wurden die Landwirte wieder freigelassen. Polizei schritt nicht ein. Die Unternehmer rüsten! Duch Wolfss Bureau wirb die folgende Meldung verbreitet: Die Vereinigung der Deutsche» Arbeitgeberver- bände wählt« in ihrer Ausschußsitzung. die unter Leitung des Ersten Vorsitzenden Dr. Sorge am 2. November in Berlin statt- fand, folgende Herren in den Vorstand: Werftbesitzer Blohin- Hamburg, Dr. Zapf-Zweibrücken, Kommerzienrat Ephraim-Eott- bus, Fabrikant El. Dietel-Greiz. Der Bericht, den der Geschäfts- führer Dr. Tänzler dem Ausschuß erstattete, gab ein Bild von dem außerordentlichen Anwachsen der Tätigkeit der Spitzenorganisa- tionen de: deutschen Arbeitgeber während des Sommerhalbjahres 1gSl>. Der Ausschuß stimmte den Vorschlägen einer kleinen Kom- Mission über die Stellungnahme zu den Regicrungsentwürfen be- treffend Bildung der Bezirkswirtschaftsräte und des Reichswirt- fchaftsrats zu. Der gegenwärtige Stand der Lohnbewegungen wurde eingehend erörtert. Während die Unternehmer ihre Organisationen aus- bauen und zu neuen Kämpfen gegen die Ar- beiter rüsten, bekämpfen sich die Arbeiter in ihren Organisationen aufs heftigste, spalten sich fortwährend und lüh- men dadurch ihre Aktionsfähigkeit. Unter diesen Umständen wirkt es geradezu wie ein Verbrechen an der Arbeiterbewegung, daß nach dem Willen von Moskau nunmehr auch die einzigen Orga- nisationen, die bisher noch einigermaßen intaÄ geblieben sind, zertrümmert werden sollen. Gegen dieses Vorhaben mutz sich die ganze Arbeiter, chaft zur Wehr setzen! Die Arbeitslosigkeit Geringfügiger Rückgang der Zahl der Erwerbslofel Wie uns aus dem Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird. ist die Gesamtzahl der unter st ützten Erwerbslosen im Reiche nach den amtlichen Feststellungen in der Zeit vom 1. bis l5. Oktober 1920 weiter zurückgegangen. Während sie am 1. Oktober nach den endgültigen Feststellungen 330151 betrug. belief sie sich am IS. Oktober auf 374»83, es ist also ein Rück- ! gang um?1 138, und zwar IIIS? männliche und 6 711 weib« liche Erwerbslose zu verzeichnen. Die Zahl der Familienange- hörigen, die als Zuschlagsempsänger unterstützt werden, ist von 300238 auf 348 637 yerabgegangen. Die Aufwendungen an Er» w e r b s l o s e n u n t e r st ü tz u n g. die in der zweiten Hälfte des Monats September für Reich, Länder und Gemeindeil zusammen 45,7 Millionen Mari betragen hatte, verminderte sich in der erste» Hälfte des Oktober auf 4l,2 Millionen Mark. Diese Zahlen zeigen, wie lächerlich gering die Aufwendungen des Reiches für die Arbeitslosen sind im Vergleich zu den gcwalti- gen Summen für den Militarismus und den unnötigen Aufwen- düngen bei den sonstigen Staaisaufgaben. Die Angestellten und dieSoziaiifierung Der Gau tag des Bundes der technischen Beamten und Ange- �stellten für Rheinland und Westfalen nahm zur Sozialisierung des Bergbaues nachstehende Entschließung einstimmig an: „Der am 31. Ottober 1320 stattfindend« Gautag des Bundes der technischen Angestellten für Rheinland und Westfalen erwar- tet von der Reichsregierung die beschleunigt« Vor- legung eines Gesetzentwurfs über die Soziali- jierung des Bergbaues und steht im Vorschlag 1 der So- zialisierungskommission die gegebene Grundlage, um ein« Boll- sozialisierung dieses Produktionszweiges herbeizuführen." Gleichzeitig werden Bundes- und Afa-Borstand aufgefordert, alle Vorbereitungen zu treffen, um im Falle einer ablehnen- den Haltung der Regierung und des Reichstages die Bollf-zia- listerung des Bergbaues in Gemeinschaft mit den freien Arbeiter- gewerkschasten unter Anwendung aller verfügbaren gewerkschaft- lichrn Mittel aus eigener Kraft zu erringen. Dieser Beschluß der technischen Angestellten Rheinland-West- falena ist sehr erfreulich. Zeigt er doch, dah sie nicht nur erkannt haben, daß der Kampf um die Sozialtsierung des Bergbaues gc- führt werden muh, sondern daß sie auch gewillt sind, sie zu erkämpfen. Aus der Wirtschast Industrielle Zusammenschlüsse Hugo Stinnes beginnt seinen Rohstoffproduzenten und Verbraucher.......... listijcher Grundlage zusammenzuschweißen, aus eigene Faust z« verwirklichen. Nachdem ihm der Zusammenschluß einiger der größten Unternehmungen der Schwerindustrie gelungen ist, streckt er setzt, gestützt auf die in diesen Gesellschaften zusammengeballt» Kapitalmacht, seine Hand nach den Verbraucherinoustrien aus. Wir berichteten sckion von den Verhandlungen über den Abschluß einer Interessengemeinschaft mit dem Siemens-Konzern. Gleich. zeitig suchte Etinnes Einfluß auf die Masch inenfabrit Augsbura-Rürnberg, die mit einem Kapital von 100 Millionen Mark arbeitet, zu gewinnen. Das ist ihm aber vorbeigelungen, vielmehr hat die Maschinenfabrik mit der Guten H o f fn u n g s hüt t e eine Interessengemeinschaft abgeschlossen. Die Gute Hofsnungshütte übernimmt einen bedeutenden Aktien- Posten der Maschinenfabrik und wird sie mit Rohstoffen versorgen. Zum Ersatz hat der Stinnes-Konzern einen großen Aktienpoiien der E e b r. B ö h l e r A.-E. erworben. Diesen Posten hatte seiner-' .gemeinwirtschaftlichen" Plast, r in Ricsentrusts auf kapita zeit der Bankier Herzfeld, ein Spekulant größten Stils, aufaekauft, und einer französischen Gruppe angeboten, dt« ihn aber ab- lehnte, da er ihr nicht die Aktienmehrheit sicherte. Die Arbeiterschaft hat das zentrationsvorgänge zu beobachten. Wir müssen den Gegner größte Interesse daran. innerhalb der Industrie m Gegner und stine M i daran, die Kon- ■~ aufmerksam acht kennen lernen, wenn wir ihn wirksam bekämpfen wolle«. Der Außenhandel Italiens Im ersten Halbjahr 1020 wurden nach Italien Waren im Wer!« von 8 418457 Million Lire eingeführt und Waren im Werte von 3 SMM'Milliön Lire ausgeführt. Im ersten Halbjahre 1319 hatte die Einsuhr 8 530,44 Million Lire, die Ausfuhr 2113,22 Million Lire betragen. Wenn sich demnach die Handelsbilanz schon gebessert hat, ist sie doch immer noch sehr ungünstig— ein Zeichen der trostlosen Wirtschaftslage Italiens und der starken w i r tf ch as tl i ch e n Ab- hängigkeit vom Ausland, vor allem von seinen„Per- kündeten" Amerika und England. So J�nt) e inet Einfuhr aus den Bereinigten Staaten im Werte von 2020,03 Million Lire eine Ausfuhr dorthin von nur 386.66 Million Lire aegeimber.. emer Einfuhr aus England von 13k5,o3 Million, eine Ausfuhr von Nl Million Von Deutschland wurden für.'18,95 Millon Lire Waren eingeführt, nach Deutschland für 113.30 Million Lire ausgeführt. t Dem italienischen„Temps" entnehmen wir«ine �teress�i« Notiz, die treffend illustriert, daß die w irisch as t Ii ch en A hängigkeitsverhältnisse und Kampf« auch»nter d i . Verbündeten" die Rolle spielen, die durch die kapitalistM'. a Wirtschaitsinteressen diktiert ist. Wahrend der ichweren ozlü.r Kämpfe der Metallarbeiter w Obentalien und der Schlfser. Genua begann sich der schweizerische Ueberseehan� von Genua nach Marseille zu verziehen Daraus in ma.> t die französischen Kapitalisten die größten Anstrengungen den E � porthandel dauernd nach Marseille zu perl-g-n. Mit we M' Erfolg, zeigt eine Aeußerung des schweizerischen Bundesprd,'�' den Motta. Er erllärte. daß Genua allerdings der Zweck iiiäh'gste Hafen für den schweizerischen Ueberseehandel war«.°. iökarseill« und die französischen Bahnen bemühen sich ersolgre,>. den Handel nach Marseille abzulenken. Der Stativ der Mark Die Mark hat sich gestern von ihrem Tiefstand etwas erb ck'. ES kosleien am S. l>. am 8.>! 100 holländische Gulden...... 24NS 55 Mk. 2377 00'.. 100 stnn.sche Mark........ l7°98, 17.0.. 100 de.pis' e Frank«....... 681.95. 618 95„ I englisches Mund Merl...... 374 45. 369 07 1 am r la». Dollar....... 7992„ 100 Tisch, Sperre ch Kro-en.... 23 52. S».»,„ 100 tschechisch-slowakische Kronen... S« 65, v5,vo Steigen der-berschlestschen Eij-npr-duktien. Zn Obersck''-- s i e n wurden im 3. Vierteljahr 1920 182,073 Toniien Ro (gegenüber 131.390 Tonnen im 2. Vierteljahr 1920),.■ (2(52.214) Tonnen Fluß- und Schweißetjen. 91.302» , Halbzeugsabritate und 202.804(191.415) Tonnen Fertigsabn>'. i erzeugt. .ck i 2U billiaen Preisen miltelmarkt soweil Vorrat Fleisch .«»d Ii« 6eliacUes8inMi)iPM.i2" ....Plund1400 1Ä, Pld.1400 .sin3.Pld.1900 P|und2300 Cocosletl.......... PfundiT00 Wild-Geflügel Kaninchen....Piund 800 Tauben......... sioa 700 Hühner........ �12°° Enten........... Piund13s0 Qänsekeulen P|Und16'0 osnseSfückenfleifchPid-l 250 QänseKIein....sioAl7ao Äsm. Marmeiade ca. 50% Zucker*h9S Pfund<9 Speise-OelpfundlS00 3®° 69u 900 Flasche SO Kuchenmehl baddeniges.« Inn Eicm und Of würzen. I-Pfund-Pekel Ä Maisgriess......... Piund 378 Erbsen halbe, gesehene, Pfd. Salz.............. Pfund 28 Pf. Kolonialwaren Prima Ta|el-Reis PfundS95 Braune Bohnen.. Pfund 2S0 Cracker Jack...... Paket 398 Erbsenmehl....... Pfund Z98 Wurstwaren 8IUtWUrSt......... Pfund 9°° Zwiebelleberwurstpid 1600 Sülzwurst......... Piund 18°° Land eberwurst pw 21 00 Fleisch wurst... Pfund 22°° Mettwui st��Äd 2650 F.. sc.« SockwürstePid 1 450 Knobiauchwurstptd 26°° Feme Leberwurst Pfd. 21 00 Zungenwurst... P�d 24°° 1918 Bockenheimer™95cofL97& 1918 Montagner 75 RT50 Kl roter Tischwein ,5 Pbsdicn �9 m Flojdie S I 1918 OberhardferMaikammerer 5 Flaxhen m oo 'Ii Flasche IT 50 Div.DesserfwcineF,67*0Kl400 Fische Cabtlau......... Pfund 2°° Leb. Hechte..p{und8a0 FrlscherZander pjd. 4°° Fri$»» j Suppen-Erbsen......... 6 8 Junge Erbsen......... 7®® Erbsen mmeifein......... 9 8 Gemischtes Gemüse. 9°° Slangenspargel"""Ä* 1378 Brechspargel muteistark 13°° Birnen weiss,>/, Frucht... 6°° Apfelmus.............. 540 r>T nfjusr)«ojwt-nir aojpr aeara memm icmr: acJWP aegrr»SZUS DSMVVVSZUV>cju~•cJWOtQaroGcarrt&WRutcav&a Leipziger Sfraste» Alexanderptatz l Allein-Vorverkauf für Zirkus Sarrasani 1 iaaraasvs« jbo» jb. c»=«e»o«B«a»a*8«o*o«c*!)» varncootuKstomz» �«r.» cj«»»* i; Unentbehrlich fOr jeden Haushalt Ist H(t freiem Schiasseiabonnemenl achter Hcost-Dreibohnenkaffee M. Hoest, Berlin€25, Prenzlauer Str. 4« Kelbel'StraOe 11•• Alexander 1470 .f AM iml Betpäpp\ •» ooo�- j>o �■ Volksbühne 7 Uhl! Kabale u. Liebe � Theater" OTDürtf�rofit 142 in. OTontmbrr, 7'/. llfir: 0'' Fe('iieu.it!f Kjraeortl Sie« s WWeltter Köpenicker Err. ''-uhr. lsifflor LfifbM LeWg-?Wn Direkr.: Vdar Baeaaa,»», -'/.--hr- Flamme tDorlch, Sriinini!.(höh. PröiklZ �eitag 7 Uhr- Peer Sqat Eounabeud dls Wonlag 7>/, U, flamme Devisch. MU-Theater Allabendlich 7>!, Uhri Die Slheiömtgsreise tSax Assldvrt, Truoo»oslordvr LiaalstZjenter O v e.r n b a u s Uhr: Llllkl LlMctt Schaiilpielhau» 7 Uhr: Filkmi!« HmsA Vncduon � Sltax Aelnhardt. DeyMes Theater 7 Uhr! Ur-aast Kaniniersplele S Uhr: Er ist a»» allem sehulb Hierauf: Die Spieler Ervsfes Cilianspielhauz Karlstrane 7 Uhr D««to»tetdtkirck. Dernburg. Nömei) Freitaa: ivaumeister Solneß lSteinrück. Gläßner) Sonnabend: Rausch Komödienhaus -yi u.; Tic Sache mit Lola mit IHax Pallenberg tTvolfFint Sota a.<0.,(Emmi) Sturm, Picha, Hasdel, Scherzt r, Kipcri Berliner Theater ij-S Uhr r Ter letjte Walzer WWN'MM Ziigi. Tin S>g. 3'ivu. VI, Uhr je tnl er.] besser! 10. ßtn noDendotlDlBB 31/, Uhr: Hoffmunn, trtBli. jnje» 'Uhr: Weng UHeifflitM... gtg. y. Uhr: Terßonberee 72. 1 3000»mrirerierle Sifiolti« oo« 3 March Ott■ - TZglich 7.15 Uhr- I."zönötag!» Z>/�'iib'r.''ticm�ö"k''"ei"s eoll� prog'-mt,- f Ukrainisches Nation(•Ballett S. GLAZERÜFF |l.e Hesse u-d Joachim v. Scewllsj in n eocti lanzlchöpsunzen Paul Uorgans Sdrtch.Slachtbetr-cd» [mit Rosa ValetU und Max Adalbert] Kammersinger Lussmann | Helena Baliot u Scala-airUf und da« grob« STAki-F'fiOQFtANiM | Orchester-Diriflent: lu!us EJnSdshofer j ®oro~rkAttf an der Kasse von lv 2 Uhr. A. Wertheim. Thea» rkasten— Involidendant Friedrilh-WilhMWIisches - Thealer— VI, Uhr: Hoheit die Tänzerin >/,« Soli« Cavrice> Sonotori»«, Gteinach Ter gehör»«« Siegseieh mit fferd.«rSneck er. Wno-Theater- Änorp» srl. Witwe Freitag zum t. Male: Dar Fehltritt eine» Fra». Apollo- Theater Mriedrichstr. 2t» VI2 Mdeildltlh Vit Harems'Nächte Sonntags S>li U, I Kind trrt. Aose- Theater Vi, Uhr: Mutter«. S ohu Tcknva-Mäter Ba. nhof Friednchstrahe> Heule und täglich l/28 Uhr: Dti Esn ir Fi Ada Wört. Bura. Limburg, Daleui, Falkcnrtein) 4: V�r kle-rnsn ein»r ssrBv. Ae!!l.ellz-Tljel!ter (Bahnhof �annowitzbrücke) Untergrundbuhnhof Klosterstr. Heute und täglich fyH Uhr: Die Freundin Dilla Durieur, Toellc. Bildt, Aldno. Ballennn» u Die Freundin. Wfltüö' Mckl iiox£:Ri2eroir.2i Bhf. ianno�iteb. Gala-länger csenrcü» l atte o4. 7',4 Uhr: Rervis z Heenes senta töneia d ad sielniz Lola Oray B Onlroio Yo txrl«* Ray Albor ySoolus uchweitere Attralctionen «0(cslempcit ISO Mk. in �.<"S... " � w mkl. Euxussteuer. Jeder Ring ibit'ufrnlos svs masstv-'r-(iolde hergestellt bei voller Qm-anfie tür re.ncehalil Jede u ößc am Laecr. G. Alb. Thal erstes Barllnar Special. geschStt fOr Trauringe. C19, SeydelstraBe 5 Op'ltelmerk». eiysns Ftbrikatloo. Gänsefedern ItilHerlifc, ivan on(eri3»en, aus «»ter Hand. PdUtPueg. ayt WrjeuNt50drkr. Täglich VI. Udr t j iSountags 3'/, u. Vi, Uht Tie neu«, grohe AvssFai-ulilisburleske Je toller. je besser! - e»Hb«— oon Tvtlh. 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November 1V20 Die Streiksammlung für die Angestellten Vom Vorstand der Afa wird uns gifirrden: Gelegentlich des groken Angestellten streik? in der Berliner Metallindustrie vom März 1919 hatte die Arbeiterschakt von Groh-Berlin eine allgemeine E e l d j a m m- lung zur Unterstützung dieser Streikbewegung b schlosien. Die Angestellten kämpften damals für das M i t b c st i m m u n g s- recht und konnten sich in diesem gewaltigen Zlingen der vouen Synipaihie und Solidarität der Handavbeiie si'ast erfreuen. D-'e Durchführung der Sammlung war dem damaligen Vollzugs- rat der Arbeiterräte übertragen worden und es dürften mindestens 50 099 M. an Spenden eingegangen sein. Die freien Angestelltengewerkschaften haben immer darauf gedrängt, das; über die eingegangenen Gelder Rechnung gelegt und Grundsätze für eine gerechte Verteilung der gesammelten Gelder aufgestellt werden. Entweder mutzt'n die eingegangenen Betröge den am Streik beteiligten Angestelllenverbänden an- teilig überwiesen werden, die ihrerseits wiederum'tre-k- unterstlltzung ausbe- ihlt hatten, oder aber sie mutzten den einzel- neu am Streik beteiligten Angestellten direkt ausbezalilr werden. In jedem Falle hätte es nur den Grundsätzen der Billigkeit und Gerechtigkeit entsurochen, zunächst den Betrog der eingeg/'n- amen G lder festzustellen, auf der anderen Seite die An- spräche der st eikenden Angestellten und ibre Zahl'u e-m'ttein. um dann nach einem Schlüssel zu verteilen. Der Vollmgsrat und seine Nachfolgerin, die jetzige Betrtebsrätezentrale in der Münzst ratze, rotten indes allen derartigen Vorschlä- gen und Mahnungen der„Afa" u"ugä"glich und stellten sich oriisk auf den Standpunkt, dag nur sie über die Ver�e"�� der Gelder zu entscheiden hätten. Es ist bis beute nach nicht be- kannt, in wc'cham llmfang und an welche Angestellten Aasz-H- lunoen erlolot sind, wobl aber ist be'annt, daft dir grosie Blasse der damals streikenden?ndiistrieanagsiellken nichts erhalten hat. Auf eine letzte An'rage bar Richard Müller der Afa u. a. mit- geteilt, datz die Generalversammlung ferner Bctriebsräteoraani- fari�n über die Verwendung der restlichen Gelder ent.chciden wü-de. Wir sind der Auffassung, datz die damals von der Grotz-Berlinsr Ardeiterschaft für die Ange- stellten gesammelten Streikgelder ausschlteh- lich dem Zweck zugeführt werden dürfen, für den sie bestimmt waren: es mutz f-r-er endlich ein« Abrechnung über das Ergebnis der damaligen Listensammlung und die bis- her vcrgen-mmcne willkür'iche Verwendung der Gelder verlangt werden. M't der Verwendung des restlichen Betag s kann unter keinen Umständen d'e Betriebs-ätezentrale in der Mün'stratze be- irnut werden. Nachdem unsere bchberigen Versuche, in direkter Verhandlung mit?r�n Richard Miill-t die nötige Aufklärung und eine geerNnete �rled'gung der Sacke berbeimfübne», vergeh- l'ch waren, s hen mir uns nunmehr genötigt, d'esen Vorgang der Berliner Arbeiterschaft öffentlich zu unterbreiten. ?um SkrciK im Textisgroftstandel Eine Versammlung der streikenden Angestellten am 3 d M bot eti! glänzendes Stimmu! gsbild. Tie Angestellten werden sich van.unde zu Stunde mehr bewuht. datz es jetzt ums Gan'e geht D.etS""e" iü dem einmütigen.unabänderlichen VcfchluK. nicht r jüllt�sind zurückzugehen, bis ihre Forderungen restlos Gründen bat bis jetzt, einmal aus taktischen n,- d�.> n-r NU die Konfektion in Berlin, welche ' ex. ilgrotzh �de l ahlzewiesen ist. nicht gän-iich brach zu �ch'die WArucher Betriebe adg-jehen. Aber -!5er �rlegschasten dieser Hauser kommen täglich, um ihren L ,,�VU Sekunden und ihre Berciuchafl erkennen zu geben. / den ersten Wink der Zeimalsireikleitung den kämpfen- den Verufsgcnosscn an die Seite treten. «* ne«i Mnzenden Solsdaritätsbeweis geben auch die gewerb- lt.hen Arbeiter im Tertilgrotzhandel. Die im Temilarbeiter-Ver- band organisierten A-hriter fetzen von heute ab ihre Arbeit aus. um nicht in die Gefahr au kommen, die geringste indirekte Streik- arbeit zu leisten. Desgleichen stehen die H'ndelshilfsarbeiter nach wie vor in ausgesprochener Solidarität zu den kaufmänniichen An- gestellten. Am Donnerstag, d-n 4, d. M., finden vor dem De mobil- machungskommifsar die ersten Einigungsner- SS Hunger Handlungen statt. Die Angestellten sind, wie stets, zum Frie- den bereit, zum Kampf gerüstet. Sollte aber die Einigung auf Kosten der Angcstcllten-Forderungen beabsichtigt fein, so dürfen wir schon heute sagen, datz die Angestellten garnicht an ein faules Kompromitz denken. Zu erwähnen ist ferner, datz am Freitag in einer ande'en Branche des Textil, zweige? die Verhandlungen deginnen, nämlich in dem Baumwoll-, Leinen- und Kleiderstoffgrotzhandel. Man wird das Ergebnis abzuwarten haben, ehe man davon sprechen kann, datz auch di ie Ängestellten bei mangelnden Zugeständnissen Hand in Hand mit den bereits im Streit befindlichen Masten zu gehen eilts'Hosten sind. Die streikenden Angestellten treffen nch täglich in Häver- lands Festsälen, Reue Friedrichstr. 35. Die Zentral-Streiklcitung. Beschlüsse des Tarifausschtis'es der Buchdrucker An. neuer wöchentlicher Teuerungszulage find den Gehilfen zu zahlen an ollen Orten in Lohnklaste A 10 M., B 15 M., C 20 M. Diese Beträge find auf die heutigen Löhne zu zahlen, und zwar mit Wirkung ab 1. November. Diese neue Teuerungszulgge Hot Gültigkeit bis?um II. März 1921. kündbar mit vierwöchiger Frist. Seit.dem 15. September betricbsweise oder örtlich gewährte Sonderzulagen können mit der neuen Teuerungszulage vit- rechner werden. Bezüglich einer etwaigen Verrechnung im besetzten Gebiet und so weit es sich um bereits bisher gezahlte höhere Teuerungszulagen handelt, sind die Kreisämter bzw. das Tarif- amt als letzte Znstanz zuständig. .... ab 1. April bis 30. Juni 1921 mir 15 Prozent, vorbehaltlich etwa noch ergehender gesetzlicher Bcsi'mmungen. Entiorcchend der Staffelung der Gehtlfen-Teuerungszulage nach Alterstlessen ist die Teuerungszulage für Hilfsarbeiterin- neu und Hilfsarbeiter wie folgt beschlosten worden: Weibliche Hilfsarbeiter im Alter bis-u 21 Jahren 6 M. männliche Hllfsarbeiter im Alter bis zu 21 Zabren 8 M.. weibliche Hilfsarbeiter im Alter über 21 bis 24 Jahre 9 M.. män'-liche Hilfsarbeiter im Alter über 21 bis 24 Zaj£e 13 M.. weibliche H.lfsarbeiter im Alter über 24 Zahre 12 M.. mämlliche Hilfs- arbeyer im Alter über 24 Jahre 17 M. Zur Bewegung der städtischen Arbeiter Die Vertreter der städtischen Arbeiter haben die sogenannte Erotze Deputation angerufen, die in dem Tarifverträge als Schlich- tungsausschutz vorgesehen ist. Dieser Ausfchug trat gestern im Bürgerfaal des Rathauses zusammen. Es war eine stattliche Leriemmlung, die hier aus den verschiedensten Verwaltungen der Stadt zusammengekommen war. Die gestellten Forderungen wur- den eingehend mit der Not der Zeit begründet. Vertreter des Mag strats schilderten die schwierig� Lage der Gemeinde, die es nicht ermögliche, den Wünschen nacheukommen. Die gestellten Forderungen beliefen sich allein für die Arbeiter und Hilfskräfte auf nahezu 300 Millionen Mark. Es fei dafür nicht ein Pfennig Deckung vorhanden und auch kaum Aussicht, Deckung zu finden. Roch mehrjtündigen Verhandlung«« zog sich der Schlichtungsaus- schütz zur Beratung, zurück. 'Räch eingebender Besprechung kam er dazu, sich zu vertagen. Es soll heute etne autzerordentliche Magstkratssitzung erwägen, ob auch nur für einen kleineren Teil der Forderungen Deckung gefunden werden kann, insbesondere, ob der Ma" istrat es ver- anrwonen will, in heuliger Zeit eine wettere Erhöhung der Gas- und Elcktrizitätspreise der Bevölkerung aufzuhalsen und ob für die Lebensmittelverwaltungen Die Kosten für höhere Löhne der Hilfskröfle durch Erhöhung der Preise für Lebensmittel zum Aus- druck komme» soll. Man verhehlt sich nicht, datz diese Art der Deckung die Allgemeinheit schwer, vielleicht schwerer treffen wird als eine eventuelle Ablehnung der Forderungen der Arbeiter. Andererseits drohen die Arbeiter bei Ablehnung ihrer Forderun- gen mit dem Streik. Es wurde auch damuf hingewiesen, datz die städlischen Arbeiter vor allen anderen Arbeitern bevorzugt seien, da sie immer noch ständigere Beschäftigung hätten als die übrigen Arbeiter. Man müste auch an die Taufende von Er- �ornan von Knut Hamsun. CIJ3 fe* star nichts geschehen, breitete die Te�e " x: Bett, glättete sie aus, wie ich sonst zu tun sisiegte. und rersuchte jede«pur meiner letzten Tat zu ver- lÄ, n? � Augenbli- wo ich beschlost, diesen Buben- streich zu begehen, konnte ich unmöglich bei klarem Ve-stand gewesen sein; je mehr ich darüber nachdachte, desto unae- i°ucrslcher kam es mir vor. Ein Anfall von Schwäche. irgend eine E'.schlaffung in meinem Innern mutzte mich uoerrumpelt baden. Kaum war ich in diese Schlinge ae- ra.en, als ich schon ahnte, dast es ein schlimmes Ende nehmen urde. und daher battc ich es ausdru�lich zuerst mit der f,»!, versucht. Und es freute mich, datz ich nicht Gelegen- -�nden. dies Verbrechen zu vollenden, das meine n �ebensstuhden befleckt haben würde. «J Wieder wanderte ich in die Stadt tinaus. niode. X» auf einer Bank neben der Erlöserkirche durch' di/ f5nI mir auf die Brust, ich war erschlafft Himapr c s e Aufregung, krank und verkommen vor A»ckz>.!"�'ng die Zeit. war beller vi- �kuni'e wollte ich noch brausten bleiben: es es in der reit»"a Hause: außerdem kam es mir vor. als ob arbeite- ich kam«"1* snicf)t 3""-' lo schlimm in meiner Brust Und ick, ni uoch immer früh genug beim. einen reinen e/l Unb dachte und litt fürchterlich. Ich hatte abgeputzt und x genommen, den ich mit den Rockärmeln baben worauf iüz � Mund gesteht' hatte, um etwas zu bewegte nicht eimna�d" konnte� sonst rührte ich mich nicht, gingen Waoenn�n � Augen. Die Menschen kamen und füllten' die'Luft Pferdegetrampel und Stimmen er- Natürlich"w?'d� es" � 69 a6ci-0tl"erfuchen? reckst krank W--n„ � � nützen, und außerdem war ich Nachhausewege ja durckt x�� überlegte, muhte ich auf dem tt'rnnntl m"1*■ milfl'önß!Qm durch sich zum Fieber zus/mw"�er den Augenbrauen, es zog konnte. Wieder kam ich"' beeilte mich, fo Sjut ich das Brot lag. So j-tz?.7' /em Bä'erladen vorüber, wo sagte ich mir affektiv., �'ben wir hier aber nicht stehen werbslosen denken, die eher als Arbeitende Berücksichtigung und nicht noch weitere Belastungen verdienten, die aber durch die jetzige Lage eintreten würde. Nach der außerordentlichen Mag'stratsfltzung wird der Ausschuß nochmals unter Hinzuziehung von Organisationsvertretern zu« sammentreten. Preßkommisston. Alle Zuschriften sind an den Obmann» Gen. B. M a a st, Berlin N. 37. Weistenburger Straße 4, zu Organisationen stehen zu wollen." Zur Beachtung! Der zweite Abend der Vortragsreihe des Ee« nossen Richard Seidel über„Die Betriebsräte" im Rahmen der Volkshochschule findet heute Donnerstag Abend in Treptow, Realgymnasium, Neue Krugallee 6. statt. Neue Hörer können nock hinzukommen. Berwaltnngsbe-irt Prenzlauer Tor. Freitag, den 5. Zlovember, abends 7 Uhr. Sitzung der Stadt- und Bezirksverordneten bei 5offmannt Lychener Straße 8. Bürgerlicher Zusammenschluß im 5. Verwaltungsbezirk. Samt- liche bürgerlichen Parteien der Bezirksversammlung in Berlin ä sFriedrichshain). von den Deutschnationalen bis zu den Demo- kraten. haben sich zu einer Fraklions- und Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Vorsitzender ist Bezirksverordneter Dr. Falkenberg HD. V P.). Die bürgerliche Fraktion zählt.18 Mit» glieder. denen 34 Unabhängige und IL Sozialdemokraten, zu- sammen etne sozialistische Mehrheit von 46, gegenübersteht. Au der staatlichen Baugewerkfchule in Neukölln werden auch in diesem Winter Halbjahr wieder Fortbildungskurse für Bauhand- werker, Vermessungstechniker, Eisenbetontechniker und für alle, die in den schmückenden Berufen tätig sind, abgehalten. Der Un- terribt findet an den Wochentagen abends und an den Sonntagen vormittags statt. Die rege Teilnahme daran ist ein Beweis, dost ein großes Bedürfnis hierfür vorhanden ist. Die Kosten sind so niedrig, dotz auch den Unbemittelten die Teilnahme ermöglimt wird. Der Unterricht be'weckt die Fortbildung der im Berufe stchessden Techniker und Handwerker und wird den persönlichen Wünschen der Teiln-bmer in jedem Einzelfalle angevatzt. Neuordnung der Verwaltung für das gewerbliche Schulw feu Berlins. Durch das Gesetz über die neue Sradtgemcinde Berlin ist die Zersplitterung, die in der Verwaltung des gewerblichen Sckul- wesens Groß Berlins bestand, beseitigt worden. Wäbrend bisber der Oberprästdent in Eharlottenburg. der Polizei Präsident in Berlin und der Reoierunasvräsidenl in Potsdam für einzelne Es- biete des gewerblichen Schulwesens zuständig waren, ist jetzt eine einheitliche Verwaltung geschaffen, die mit der gesamten Sckul- Verwaltung im P'-ovin-ialschulkollegium vereiniot st d. Die neu- geschafsene Abtestung III des Provinziol Schullollegiums für das Fach, und Fortbildungsschplwesen untersteht, wie das gewerbliche Fach- und Fortbildungswefen überhaupt, dem Minister für Han- del und Gewerbe und soll demnächst n dem f-üheren Wilhelms« E"innasium. Bellevuestratze, untergebracht werden. Zur Frage der Heizung der Eifinhahn-llge wird von der Eisen- bahndirettion Berlin folgendes mitgete'lt: Nach ei'.er Verfügung des Reichsverkehrsministers sollen die Züge auch in diese- �eiz- Periode, die bis zum 31. März k. Z. reichen soll, nur im Umfang wie im Vorjahr geheizt werden. Neben dem Mangel an Vre!:»- stojfen ist auch die noch immer geringe Anzahl de«- verfügboeea Hei-stAauche ousschloogebend für den geringen Umfang der Hei- zung in den Zügen. Da die Fernperson:nzüge und die Schnell'�e nicht ganz so stark geheizt werden können wie vor dem Krieoe und eine ausreichende Heizung nichr geranttert werden kann, j, werden die Reifenden unter allen Umständen gut tun."-enn sie sich mit ausreich: nder Wörmejchutzkleidung versehen.— Die Berliner Stadt- und Ringbahn zöge werden unter k e i- nen Umständen beheizt werden können. Die Fra"« der Heizung, der B o r o r t z ü g e ist zur Zeit noch Gegenstand ein- gehender Prüfung. Zunächst soll versucht werden, die �ern- der Eisenbohndirektion Berlin, vor allem die Züge der Strecke Pots- dam— Nauen— Oranienburg und Berl n. �tett. B<-hn8af— bürg,, zu hei-en. Weiterhin w'rd geprüft, ob diejenigen Vorort- züge beheizt merbcn können, die eine Fa�-dauer von länger als eine Stunde haben. Zu diesen gebären d e Züge der vom Stet- tiner Bahnhos ausgehenden Vorortestrecke», der Str-cke Not-zrw"-—. Erkner, der Strecke Spmdau—-tronoäcrg und Berlin— Zossen. Zur Zeit wird festaestellt, in welchem Umfange brauchbare Heiz- kupplungen im Bezirk der Eisenbahndirektion Berlin vorhanden sind und wieviel angefordert werden können. Von dem �usfall viefer Zähluna hängt es ab. ob und!» welkem Umfonae sich eine Heizung der Berliner Züge durchführen läßt.— Die Warte- räume auf den Bahnsteigen werden vorerst noch nickt"x, hei't werden können. Die einzelnen Stationen sind von der Eisen- babndirektion aber erneut angewiesen worden, für die Jn'tond- Haltung des Raumes, ganze Fensterscheiben, gutschlietzcnde Türen gar nichi ein. Pfui! flüsterte ich und schüttelte den Kopf. Dann ging ich weiter. Im Rebslagergang stand ein Liebesraar in einer Haus- tür und flüsterte: weiter hin ste le ein Mädchen den Kopf zum Fenster hinaus. Ich ging langsam und bedächtig, es sah aus. als grüble ich über irgend etwas— das Mädchen kam auf die Strohe hinaus.— ..Wie steht's mit dir, Alter? Was? Bist du k"ank? Gott steh mir bei, was für ein Gesicht!" Und damit lief das Mädcken schnell wieder fort. Aber' ich blieb plötzlich stehen. Ich Mußte"nglrmblich mager sein. Und die Augen waren auf dem Wege in den Kopf zurück. Wie mutzte ich eigentlich aussetzen? Es war doch aber auch zum Teufel holen, daß man sich bei lebendigem Leibe so vom Hunger zurichten lassen mußte? Ich füllte die Raserei noch einmal in mir auflodern, das letzte Auf- flaV-n, eine Muskelzuckung. Helf einem Gott, solch ein Eestcht, wie? Da tzattc ich nun einen Kopf auf den Schul- tern, der im ganzen Lande nicht seinesgleichen tzatie. ein paar Fäuste, die— Bai er, verzeih mir's—. einen Dienstmann zu Siebmehl hätten mahlen können— und dabei hungerie ich mitten in Kristiania zuschanden! Lag da Sinn. und Verstand drin? Ich battc Tag und Nacht wie ein Roß gearbeitet, ich hatte mir die Augen aus dem Hirnschädel studiert und den Verstand aus dem Kopf gehungert— und was zum Teufel hatte ich dafür? Sogar die Strahendirnen wollten von meinem Anblick befreit fein. Jetzt hieß es aber Stop!— rerstetzft du?— stop, hol mich der Satan... Mit stetig zunehmender Raserei, Zähneknirschen und im Gefühl meiner Mattigkeit, unter Tränen und Flüchen, tobte ich weiter, ohne mich an die Vorübergehenden zu kehren. Ich begann wieder, mich zu martern, rannte mit dem Kopf gegen Laternenpfähle, grub mir die Nägel tief in die Hand- flächen, biß mich im Watznsinn auf die Zunge, wenn sie nicht den lich sprach, und lachte wie rasend jedesmal, wenn es recht weh tat. ..Ja, aber was soll ich anfangen?" fragte ich mich zuletzt. Dabei stampfte ich ein paarmal mit dem Fuß und wieder- hole: Was soll ich anfangen? In diesem Augenblick geht ein Herr vorüber und bemerkt lächelnd: „Gehen Sic und lassen Sie sich einsperren." Ich sah ihm nach. Er war einer unserer bekannten Damenärzle. der. Herzog" genannt. Wcht einmal der verstand sich auf meinen Zustand, ein Mann, den ich kannle, dessen Hand ich gedrückt hatte. Ich wurde rubig. Ja, ich war verrückt, er hatte recht. Ich fühlte den Wahnsinn im t B'ut, fühlte, wie er mir durchs Hirn jagte. So sollte es also mit mir enden! Ja, ja? Ick begann wieder meinen lanosamen, traurigen Gang! Da sollte ich also stranden! Mit einemmal stehe ich wieder still. Aber nicht einsperren! sage ich. das nicht! llnd ich war beinahe tzeiler vor Angst. Ich bat. flehte.ins Blaue hinein, um nicht eiipg�irerrt zu werden. Dann würde ich wieder aufs Ratbaus kommen, in eine dunkle Zelle eingesperrt werden, in der nicht der leiseste Lichtschimmer war. Nur das nicht! Es gab ja doch noch andere Auswege, die ick nicht versucht hatte. Ich wollte sie versuchen: ich wollte so fleißig sein, mir Zeit dazu gönnen u"d unverdrossen von Haus zu Hans gehen. Da war zum Beispiel noch Musikolientzändler Cisler, bei dem ich noch gar nicht gewesen. Es würde sich schon Rat finden... So sprach ich zu mir und weinte beinahe vor Rübrung. Nur nicht eingesperrt wenden! Eislcr? War das vielleicht ein Fingerzeig von oben? Sein Name war mir otznc Grund einpcfa"cn. und er wobnte soweit fort: aber aufsuchen wollte ich ihn doch: ich konn'e ia langsam oehen und mich zwischendurch ausruhen. Ich kannte den Weg. war in e�en Ze'len oft bei ihm gewesen und hatte viele Noten gekauft. Sollte ich ibn um eine halbe Krone bitten? Das würde ihn vielleicht genieren: ich musite also schon eine ganze verlangen. Ich trat in den Laden und fragte noch dem Ebef: man wies mich nach seinem Bureau. Dort saß der Mann, statt- lich. nach der neuesten Mode gekleidet, und sah Rechnungen durch.: Ich stotterte eine Entschuldigung und brachte mein An- liegen vor. Durch die Not gezwungen, mich an ihn zu wenden... würde es in nicht allzu langer Zeit zurück- bezablen... sobald ich das Honorar für meinen Ze!tungs- artikel bekam... er würde mir eine so große Wohltat er« weisen. Noch wäbrend ich sprach, wandte er sich wieder seinem Pult zu und fuhr mit seiner Arbeit fcrt. Als ich zu«vnde war, blickte er schief zu mir herüber, schüttelte den Kopf und sagte„nein. Nur nein. Keine Erllärung. Kein Wort. Meine Knie schlotterten gewaltsam, ich mußte mich gegen den kleinen Schrank stützen.' Ich wollte es noch einmal ver- suchen. Weshalb war denn gerade sein Name mir ein« gefallen, als ich weit unten in Vaterland war? ,'ch spurte ein paar Stiche in der linken Seite und begann zu schwitzen. Hm! Ich sei wirklich sehr heruntergekommen, sagte ich, und leider auch ziemlich krank: ich würde es gewiß schon m ein paar Tagen zurllckbezahlen können. Ob er nicht die Gute haben wolle?(For-s. folgt.) usw. an�ekeaentlichst zu sorgen. auch ihrersetts da-u beitragen nttM müssen, van die Warreräume in gutem Zustande bleiben. Daber wendet stck die Eisenbahnver- waltung an die Reisenden mit Hepäckstücken. denen sie den Schun der Fensterscheiben angelegentlichst empfiehlt.— Unserer Ansicht nach, ist es nicht nur bei den Warteräumen not- wendig für ganz« Fenster und gutjchlietzenvc Türen zu sorgen, sondern es ist dringend notwendig, dag das auch bei den Stadtbahnwagen geschieht. Wenn die Wagen schon nicht geheizt werden, dann wenigstens keine zerbrochenen Fensterscheiben oder Fenster, die sich überhaupt nicht schliefen lassen. Cachgemähe Anlage von Hetzunqseinrichtungen. Der auher- ordentlich« Mangel an Kohle macht eine miiglichst sparsame Verwendung und weitestgehende Ausnutzung der verfügbaren Brenn-- stosse«iforderlich. Eine unerlähliche Voraussetzung bildet die technisch zweckmötzige Ausbildung der Feuerstätten. Der Mi- n ist er für Volkswohlsahrt hat daher die Bezirks- wohnungstommisiare angewiesen, ihr Augenmerk in erhöhtem Mahe aui die technisch« Zweckmähigkeit vorhandener und neu erstehender häuslicher Feuer st ätten zu richten m>d Aufklärung über Ausführung. Pflege und Bedienung von Oesen und Herden in Berus»- und Laieukreisen zu verbreiten. Dabei sollen die örtlichen Besonderheiten der Heizungseinrich- tungcn eingehende Beachtung finden. Zur Gewinnung praktischer Anregungen soll das einschlägige ortsansässige Gewerbe der Ofen- letzer und Schornsteinfeger, sowie der Brennstosfhändler zu Be- ratungen zugezogen werden. Platindlebstahl. Einbrecher erbeuteten durch Einbruch in die Raum« der„Gesellschaft für drahtlose Telegraphie" Platingerät im Werte von über 100 CW) Mark.— Geschäft»- und Wohnungseinbrecher waren an mehreren Stellen der Stadt„mit Erfolg" tätig. Mord, und Selbstmordversuch mit Rattengtst. Wegen versuchten Mordes ist die 22 Jahre alt« Ehefrau Luise des Schmiedes St. in Neukölln verhaftet worden. Die Frau hat. wie sie selbst zugibt. in das Mittagsmahl Rattengift geschüttet, um st chund ihre beiden Kinder von 3 Jahren und 11 Monaten so zu vergiften. Die nichts- ahnenden Kleinen ahen auch die vergifteten Speisen und sie selbst genoh ebenfalls davon. Dann brachte fie die Kinder ins Bett. Bei diesen stellten sich bald darauf heftige Schmerzen ein und wie dt« Mutter sab. daß die Kinder sich so quälen muhten, rief sie eine Nachbarin herbei, die sie nach einem Arzte schickte. Dieser kam jedoch nicht, sondern lieh der Frau sagen, dah sie die Kinder ihm bringen möchte. Das tat diese denn auch. Als dieser e was fie getan hatte, leerte er den Kleinen und auch der den Magen au«, sodah alle drei gerettet wurden. Die Frau gab bei ihrer Vernehmung an, dah sie wegen ehelicher Zwistigkeiten mit den Kindern habe aus dem Leben scheiden wollen. Der Mordanschlag auf den Althändler Mahnkops in Spandau wurde durch Verhastung der Täter, zwei Reichswehrsoldaten, auf- geklärt. Beide haben bereits eingestanden, das Handgranaten- attentat ausgeführt zu haben. Nach ihren Angaben sollen noch mehr Reichswehrsoldaten an dem Anschlag beteiligt gewesen sein. Ileber„Schule und Körpereutwicklung" referiert heute abend 7 Uhr in öffentlicher Versammlung Dr. med. Tzellitzer(Bund entschiedener Schulreformer) im Wern«r-Siemens-R Honenstaufenstr. l7-<8. Karten an der Saalkasie. Kommunaler Bolksbilduugv-Aosschuh Reinickendorf Am Sonnabend, den 6. November, abends 7'Uhr. findet in der Nul2 des Realgymnasiums, Berner Strahe, ein Beetbovcn-Abend statt. Mitwirkende: Leo Kestenberg. Klavier: Ida Harth zur Rieden, Gesang: Rikola Lambinon. Lioline: Godfried Zeetander. Cello. Eintritt 2 Mark, Erwerbsloi« frei. Einen heitere« Kuuftabeud Alt-Wien— Alt-Berlin veranstaltet die Bildungskommisston der U. S. P. D. Neukölln am Sonnabend. den 0. November, abends 7 Uhr, im großen Saal der„Neuen Welt", Hasenheide. Mitwirkend«: Cläre Brat. Allberliner Lieder zur Laute: Senta Pinette. Bioline. Altwicner Weisen: Julius Sachs(Bolksbühne) Lustige Geschichten von alten Wienern und alten Berlinern, dann das Kinderballet des Deutschen Lvern- hauses, Reiaen und Tänze aus der Biedermeierzeit: Dr. Felix Günther. Klavier.. Zum Schluh Eckensteher Nante im Verhör. Altberliner Pasi« in einem Akt mit Julius Sachs in der Hauvt- rolle. Nach der Vorstellung gemütliches Beisammensein. Eintritt 2 Mark einschliehlich Tanz. Wir erwarten, dah. angesichts der Darbietungen sich nicht nur die Neuköllner Genosjen, sondern auch die Berliner und die der südlichen Vororte rege an der Ver- anstaltung beteiligen. Eintrittskarten in der Buchhandlung „Freiheit, Breite Strohe 8/9:„Freiheit". Neukölln. Emser Strahe 32: Eichstädt, Berliner Etrahe 21: Schneider, Weisestr. 64 und evtl. an der Abendkasse. Aus den Organisationen S.»UHU. Dlldonftskommissio«. Zn b«« an Sannla«, b» 7. Jleumbtr. vot- •nlUag» J1 U4t Im PtoSea SAaalpIeHaas gcftfinbtnb«* Proletariiih'n Zeiai. ftanban find noch iSinlofctQtitii beim RjiTloer liting, Slclnmftrftt: J3. zu btibän. 4. Tifiri.L 8. Ttbllg. JLmnanoI» NommIIslo». Ar«iiag 7 Uhi SlKutig bei LI«. Jiaumjnftt.». 3. Siflrilt. flu d« beule atmb 7 SV ftollflnbenben BotSoitbBÜKUc.g bei ISwelkarbl, Alte?akobftr. U, müffen teilnehme»', bk Abtetlnvgetübrer-AteSvem tretet, die Mitglieder der Zeitung. lommiilian nnb Helfer sowie b>« Bildung» lomniission. >». lti tritt. Elternbeiräte(Crispien-Lebebour.) Freitag 7 Uhr bei Aettfchlu� Sthreinerftr. 18. Bollnerfammlung. Unbedingt«? Erlcheinen erforberlich. lt. Ti trilt. l. Adtlg. Al.teilllnqsfitzung lCriepien-Lededaur) Freitag, de» 3 Noveinder, abend? 7 Uhr, bei Lteinbauer,(5attcn)tx. 71. 11. TigtUt. Tic Abtellungsfiidrer li>'ri?pien-Let>cbonr> müsie» die WUglied» . bächer!>m Donnere.tsg abend zwi'chen 4 und 8 wir vom Gen. Soitzing, 1 3lraliurjer 3ti. 28, 1. i'nfg., 1 It., abhole». Sämtliche Genomen, die inio.g« > Ardeil'losigteit die..Freiheil" gratis belieben, wollen jich safort bei ihrer» > Adteilungsrührer unter Z?or-»igung ihres Mirgliedsbuches und der Arbeitslosen« marlc melden. Die Ableilunzsfudrer hoben die Meldung lofort dem<5en. Spinlno. 3r rollender Srr. 28. 1. Anw..». l lr.. zu übermitteln. U. S. B. D. Leh-erlroltion lCrispten-Ledebout). Freitag, d. Siovember, t'v wr, meicketog, Zimmer 15a. Cbt'tfflbni Fanktlontre dringend nälig. vL>ereinskalender B»nb der techoilche» vngeltellte» nnb Leemte». Am Donnerstag, den t 1k» vemher 192«!!r irglieberoerlammlung Norden 4 abend» 7Vs Uhr in der Lömen« brauerei. Hoch- Ecke Badstro-is: Listen 2 abends Tzc Uhr in der Brauerei Pfeffer» birg, Franlftirter Allee 313; Ehorloiienburg 2 abends 7'--. Uhr in der Aula de« lZ und Ii. tbemeindelchulc. Peiraluzzistiast«; Ebarlottenbuig 8 abends 7ib Uhr iir. Deutsche» Hau-, Wind'cheibflrakc; Friedenau abend» 7'- Uhr im Hahenzollern, Äcildter'-rirahe: Sseglli, abends 7>4 Uhr im Altboft.«ltlwff- Elle chZrnerknstei 31". Irr. er oder> abends 7!• Uhr im Äuguflohof. Augustaftr. 1; öiemensstadt nachm. ih Uhr in der Schlosttlausc. Siemen, fradt. P-'' den und».. lowte Hausdiener und Fabrikarbeiter. Tagesordnung; Da, ver Handlung sergerni» unferer gefteillen So nfordeiunaen. Deutscher T-ansro-larbelter-Serband Settio» 1. Krupp« Lederwaren. Ha» Lil-lchsneweld!.920, abends 8 Uhr, im Lokal Echulz, Nönigsgrabe« 2, findet dw Kenoralveriammlnug statt. Tage-ardnung; 1. Naffenbericht. 2. Erledigung»er« fchledener Anträge. Verband 3'oll»oil»ndbe>t. Heule U8 Uhr Niederwallftr. lt. Bartrag de, Ke«. Ftebrandt;„Aus dem Leben arostcr Nevolutionäre.' Achtung! A uta-leparatur-Betric�e. Funktionärsitznag am Freit»,. s. Sisoember. abends 7 Uhr. Im Restanrant �oftvftr. 7. Ardcite'.Elte-n-Bnnd, Kruppe Moabit. Freitag abend 7 Uhr Keneralver» famm ung 3!ula Waldenlerftr. 2«. Ireptow-Vonmschulenweg. Freitag abend pünktlich T_ Uhr bei ordentliche Keneralverlammlung. Eintritt buches mit grüner Einlag«. nnr gegen Bnrzeigung de, euster« ltglied» Berantwartlich für die Rebaktion; Emil Rabpid, Berlin. Ber» aatwoitlich für den Fni-ratenteil: L»dwi," Th'tlagl-genolicn'ckall..Freiheit" e. K m b H. l-mt-l-e-, K m n in« a m« r r»« r. NarlshcrL.» L. Berlin.— Trat der„Freiheit"» Bekleidungsstelle der Stadt Neukölln Bergstraße 29 Verkauf an Jedermann Geöffnet von 8 bis 6 Uhr Sieben Serien-Tage von Sonnabend, den 80. Oktober bis Sonnabend, den 6. November SERIE L Anzfie«................. 190.00 tlls er 150.0 0 IK'Ctoc*, 65.00 Kos ilme................ 125.00 Röcke.................. 82 60 Ulsti r, Dstfliof•........... 148-60 Mädokcii>Belnl<(cldcr,|*uckCr<>« 27.50«o Kündet»Sweater. Mlndcr-lrikois.... Soo en.......... Pam<.ti>Füssllnae.. Hurret-Stle et..... Damen-dtielef..... 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Stein- Speditisn Oldenburg, Eichwakd«, verlegt nach W. Käthner, Spedition«dlerihOs. Genosienschaftsstrah« 27. veriegt nach Theodor Hadick«. Weingartenweg«. ,««intretende Störungen ig suldigen. Reklamationen js ............... 1 i B bitten wir sofort bei dem jetzt zuständigen Spediteur anzubringen. Unserseits wird alles getan«erden, vm«in« geregelt« Zustellung sicherzustellen.„. � � Verlag der Freiheit". ba»pt«xpcdi!t-v L erli». Brest« Ltratz«»/». Kkeüzer-SllWle von Leo Tolstoi W Seiten 2Nb. 1.90 Vllchhaid'ulig.Freiheit' BreUe Str. S-S Die h'suköilner Metalt« Eiakauls«Zanirale ZaUbufcr Tamm 08, am OermannplaB, b-nf, fipfer.ieifiHs, ®Iei, M SüPlft, f FfllliJ Statgufi, Blei, Finti, Zinn n Querbsilber baust ,u Tages- preisen Weiallelnbaustzenirale Steglitser SiraQe 43 1'üsiow 3167. MM IMttlwttet'Miii)) Derma r»>,mg»ft»ll» Cerllo. der Todes�Anseige Den aollegen»nr Rocheicht, dost uns« ZIlitglled Sormn Karl Schimmeier Schriiderstrohe 8, am SD. B. Ml», gestorben tfL Sie Einäscherung findet am Freitag, den 8. Ronenider,{ nachm. Z Uhr, im Itiemaioiinm Terichtstrast« statt. stiege Beteiligung wird«wartet. Mechruf. Den Kollegen zur illachrichi, dah folgend««itgllede orrftoeben find' Der Mechaniker prlw ernst Renbllln. Siegst! edftrahe ,1. am 27. obtoder. Der Schlosser v/alter MetHcbeS Eharlottondurg. stioschlinftrohe 2. am ZI.». Mtl. Der S iir» er V5ttS,elm 5» o« nbi!»».W�'istr 8° »Netallel Preiser st ö hu»gl Linn! Lötzinn! 2B«l{tin«t., SMri.Äupfcrl SNrfiinol."inh! Uluml« ninm 1»lidtcl I Stanniol« popler! Queebstlberl «>liihstr»mz>sasche d. lio! Eolp«Irrsaure« Silber I ZlÜMIll«. ISS."-' ermtrbttlHsf Frauen I B erlangt den Ausrni oon Lu,s> Fie»..Willst du arm und unfrei vleidtn?» 180 Plg.s, gegen Ein- stndnng von«st Psg. oon der Buchhandlung.Freiheit»,»reite Strohe fei. Cuecksilber und alle anderen SNetalle Z.liWlv.AlekllMgrog 0.27, Pkandenselbestratz» 8 tw.Aictonderpt. u. Iannowlstdr. «ieeidiii u]r4e Verisfl' de. 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