Gwzelpreis 30 Pfg.« 3. Jahrgang Freitag, 5. November 1920 Nummer 472• Morgen-Ausgabe «««ichrint imw««» n-'it nochwitt-gs, Esmtt-s« vr.i Mmitags Hut Stt«eiEasorfit beträgt bei freier Jiiftcamia in» Haus fpr®to fe-�trlrK tt,—-N. in,„oeaiii i-ibld-r.»tt der Tpediiinn felbft obgelpfl S,50 911. Nk»«'»- b-jaj nelnnoit fömllirSe P-ft-nst-llen Br'ieUrilgen enlsejen. Unter eireifbog» briaoct, für Datrlch> ottb ßfienrid) W,öU9tt.,?.r bat. ü�rtge pratetS 21,oO®, Za�üäUch Dalttts-Anffchlos, per Weief für Deulschla»» urtd Österreich N,— M. ««»»KtiM»,»xpeditio»»d Berl»s!»erlin« 2, Breite SträK« Sch. Sie echtsespaltet.« OlonporelHejeile ober bewn«.»es-che w Wo?t-A!lzeise:l: das fsttgedruckte Wort 1,50 M., ledtt wettere Wort 1, W. Fm>s»reqn: Zentnm 20ZV, ZSt», tSlS, tKVZ, tSZ». t«ü», iiZi Sei-finer-Orffan ber VnabbSttßlßen Styinlbmotmtie S>eatrd)tani>& M die«» Ze««««ins! Feiert den 9. November durch Arbeitsruhe? Zum zweiten Atale jährt sich der Tag, an dem das deutsche Proletariat mit kühnem Entschluh die alten Mächte des Rück- schritte? niedergeworfen hatte. Das kapitalistische System war am g. November 1918 zusammengebrochen. Militarist mns, Bureaukratie, Junkertum, hatten sich vor dem Zorne des Volkes feige verkrochen. Eine neuc Welt schien im Werden. Zurückblickend auf die verflossenen zwei Zahre. wissen wir. dag wir keinen Anlatz zum Jubel haben. Der Tag, an dem das deutsche Proletariat der Wiederkehr der Reoolntion ge- denkt, kann kein Tag des Triumphes und der Siegesfreudc seio. Die in den Novembertagen 1«18 zerbrochene bürgerliche Klosienherrschast ist inzwischen aufs neue aufgerichtet worden. Nur kümmerliche Reste find dem Proletariat von den. revolutionären Errungenschaften der damaligen Zeit ge- blieben. Militarismus, Bureaukratie und Junkertum sind wieder obenauf. Die Formen haben gewechselt, ihr Inhalt ist geblieben. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung, die durch den Krieg dem Bankrott entgegengeführt wurde und deren Zusammenbruch seitdem mit jedem Tag« osscnbarer geworden ist, hat sich noch immer erhalten. Auf Kosten der werktätigen BevSlkerung soll sie aufs. nene befestigt werden........... Die Verwirklichung des Sozialismus scheint wieder in die Ferne gerückt. Das Sehnen der Proletarier- masicn nach Veseitigung der unerträglichen wirtschaftlichen Not, noch Teilnahme an allen Errungenschaften des mensch- lichen Geistes, hat seine Erfüllung noch nicht gesunden. Dah es dahin gekommen ist, daran trägt das Proletariat selbst die Schuld. Ein Teil der Arbeiterllasie hatte nichts EUigeres zu tun, als durch die politische Verbindung mit den bürgerlichen Parteien diesen wieder die Herrschaft in die Hände zu spielen. Ein anderer TeU glaubte, die Revolution dadurch vorwärts treiben zu können, daß er die Organt- iNtioneu der Arbeiterschaft spaltete, seine Kraft in planlosen Aktionen verzettelte und damit erst den Boden schassen half. auf dem der alte Klassenstaat wieder hergestellt werden konnte. Bietet uns der 9. November 1920 somit keinen Anlag zur Siegesfreudc, so darf uns die Erinnerung an diese Zeit doch nicht dazu veranlassen, Trauerkundgcbungcn zu veranstalten; denn auch mit dem Proletariat ist seitdem eine gewaltige Aenderung vor sich gegangen. Millionen neuer Kämpfer, die vordem teilnahmslos beiseite gestanden haben, haben sich n die Reihen der um de» Sozialismus kämpfeniien Arbeiter- Waft gestellt. Die wirtschaftliche Not, das politische Elend t» c"&u�"l die Köpfe der Angestellten, der Beamten, der c.01; ��iter die Erkenntnis eingehämmert, dah nur der ;?US �nsn die Rettung bringen kann. *■ T,,: �kgenrevolntion nicht am Ziele ihrer Wünsche. a. I o ze Wo� hat heute mehr denn je Geltung: D i e �"lin. den 5. November 1920. Revolution ist nicht tot! Sie lägt sich nicht er. schlagen! Ze stärker sich der Kapitalismus fühlt, desto eher kommt für ihn der Tag, an dem er durch den Sozialismus abgelöst werden mug. Der Sozialismus ist die Verwirk- lichung jener Entwicklungsgesetze, von denen die kapi!a- listischc Produktionsweise beherrscht und gelenkt wird. Ze größer die Scharen der Arbeiter, Angestellten und Be. amten werden, die sich mit bewußter Erkenntnis ihrer Klassenlage dem Kampf um die Berwtrllichung der sozio- listischen Forderungen anschließen, desto früher muß sich die in unaufhärlichem Flusse vollziehende Revolutionierung des politischen, wirtschaftlichen und geistigen Lebens dem Tage nähern, an dem die alten Mächte aufs neue und dann für immer von ihrem Thron« gestürzt werden können, an dem das Proletariat die politisch« Macht übernehmen und die Umwälzung der kapitalistischen Produk- tionsweise in die sozialistische vornehmen wird. Diese Periode des Uebergangs zu beschleunigen, das Prole« tariat r-if zu machen für die uns noch bevorftchende» Kämpfe und es zu erziehen für die Erfüllung seiner geschichtlilhed Aufgaben, das ist die Arbeit, die jetzt geleistet werden muß. Genossinnen und Genossen! Die Erinnerung an die Revolutionszeit des Jahres 1918 verpflichtet uns, alle unsere Kraft einzusetzen, daß das revolutionäre Proletariat feine Geschlossenheit wiederfindet, daß sich seine Einficht in die tatsächlichen Berhältnisie vermehrt, dag es reif zvird für jene Aktionen, die im Interesse der sozialen Revolution durchgeführt werden müssen. Wir rufen die werktätig« Bevölkerung Erog-Derlins, alle Hand- und Kopfarbeiter, auf. den 9. November 1920 würdig und mit fester Entschlossenheit zu feiern. Die Macht der Zukunft gehört der Arbeiterklasse. Keine Gewalt ist imstande, ihren Siegeslauf zu hindern. Unser aller Wahrspruch jei an diesem Tage: «Ihr hemmt uns» doch Ihr zwingt uns nicht!" Arbeiter, Angestellte, Beamte, Männer und Frauen des werktätigen Volkes! Zeigt am 9. November, daß Ihr ent- schlössen seid, die Revolution ihrem Siege entgegenzuführen! Laßt andicsem Tag« die Arbcitruhen! Ehret das Andenken an die Toten der Revolution, indem Ihr durch Arbeitsruhe ihr Gedenken feiert. Zeigt dem kapitalistischen Bürgertum durch Verweigerung der Fronarbeit an diesem Tage, welche gewaltige Macht Euch innewohnt! Demonstriert am 9. November 1920: Für die Revolution! Für den Sozialismus! Für die Einigkeit der Arbeiterklaffe! . Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands Mksverband Berlin-Brandenburg DSr geschästsführende Ausschuß Arbeiter! Angestellte! »-äL-»! ,aW r>»>»« M-i-»« r»g v-, t r- Wir fordern die Angestellten, und für" Gedenktag der Revolution und der bcoAL» �fl*r burch Arbeitsruhc würdig zu Deutiepo«« VS-Dichau Zu halten über das. was der der N,. �kbciterschast«us den revolutionären Kämpfen ZU �°lgcn verblieben ist. und Ausschau ' � b,e Revolution ersolgversprechend weiter- getrieben werden kann.— Insbesondere gilt es an diesem> Tage, ein.Gelöbnis abzulegrn für den ersten Schritt zum Sozialismus, die S o z i a l i j i c r u n g des Bergbaues. All« Beranftaliungen für diesen Tag werden von den sozialistischen Parteien ! getroffen, deshalb fordern wir die Angestellten und Arbeiter auf, sich diesen Veranstaltungen anzuschließen. Die Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend I. A.: Sab a th. Pharisäertum Der Herr von B o r s i g hat seinen Betrieb geschlossen. Kollegen von ihm erwarten nun die günstige Gelegenheit, um dem Beispiel zu folgen. Vorgänge dieser Art sind nicht zufällig und sind nicht nur Angelegenheiten des gerade be» Uoffenen Systems, sondern sind Teile eines Systems. Der Kampf des organisierten Unternehmertums gegen die Arbeiterbewegung wird absolut einheitlich nach zen» traler Parole geführt und bewegt sich in zwei Richtungen. Die Tendenz, die Gewerkschaftsbewegung mattzufctzen durch die Verhinderung weiterer Lohnerhöhun- gen und durch das Bestreben nach dem Abbau der Löhne, ist von uns mehrfach besprochen worden. Die zweite Tendenz ist gerichtet auf die Zurückdräugung des Einflusses der Betriebsräte, der bei aller Dürftigkeit dem Unternehmertum noch zu stark ist. Als Mittel bedient sich das Unternehmertum nicht nur der Aussperrung in der früher üblichen Form, sondern der Betriebsstillegung nach neueren, durch die Preu- ßische Eiseubahuverwaltung im Anfang des Jahres zum ersten Mal geübten Methoden. Wir haben schon damals vorausgesagt, daß das private Unternehmertum nicht ver- fehlen wird, sich dem brutalen Vorbild' der preußischen Eisenbahnvc-waltung schleunigst anzupassen. Die Behör- , d e n d e s Klassen st aatcs, die ein beständiges Ge- jammer über ungenügende Arbeitsleistungen ausstoßen, I lasten dem Kapital dabei volle Freiheit unter Berufung darauf. daß sie sich nicht in die Maßnahme des Unternehmer- < tums um die sozialen Kämpfe einmischen dürsten, daß sie I Streiks wie Aussperrungen absolut gleich behandeln muß- ' tcn und daher nicht berufen seien,, dem rücksichtslosen Vor« gehen des Unternehmertums entgegenzutreten. Worauf es bei den Betriebsstillegungen ankommt, und wie es gemacht wird, wie vor allem der K a m p f g e g'e n die Betriebsräte und gegen politisch mißlie- bige Arbeiter geführt wird, das hat neben dem Fall Borsig der Fall der Daimlcr-Werke in Unter- t ü r k h e i m gezeigt. Das Daimlerwerk war das erste . große industrielle Werk, in dein die Probe zum ersten Male . in großem Stile gemacht wurde. Als die Bewegung um den Steuerabzug in Württemberg, bei der die w ü r t t c m b e r g i s ch e Regierung i m Gegensatz zu der sonstigen Auffassung, daß sich Regie- rungen nicht um Streiks und Aussperrungen zu lümmern haben, die Aussperrung anordnete—- als dieje ' Bewegung beigelegt wurde, da war es die Betriebsleitung des Daimlerwerkes in Untertürkbeim, die sich weigerte, den Abmachungen zwischen Arbeiterschaft. Unternehmertum uud Regierung über die Wiederaufnahme des Betriebes zu folgen. Sie ließ ihre Arbeiter weiter ausgesperrt, da die Absichten. die sie mit der Aussperrung verbunden hatten, noch nicht voll zur Erfüllung gekommen waren.. Es lohnt sich heute, auf die typischen Vorgange im Daimlerwerk zurückzukommen, weil ein Bericht der Werks- l e i t u n g vorliegt, der allen Verkleidungen zum Trotz authentisch beweist, wie schamlos das Unternehmertum seine niedrigen Profiiinteresten ohne Rücksicht auf das soziale und wirtschaftliche Interesse der Gesamtheit des Volkes durch- setzt. Der Bericht ist weite'rhin um deswillen interessant, weil er drastischer als irgend ein anderes Dokument das reaktionäre Wesen des V c t r i e b sr a t e- G e- setze? kennzeichnet. Es hat einen pikanten Reiz, daß der Bericht den einzelnen Kapiteln Paragraphen des we- setze? als Motto voranstellt, um zu beweisen, daß die Arbeiterschaft durch ihre Handlungen im Werk gegen d,e Paragraphen dieses Gesetzes verstoßen hat. Getreu der Ab- sicht. die Betriebsräte auf die reaktionären Bestimmungen des Gesetzes festzulegen. Bei näherem Hinsehen jedoch stellt sich nun heraus, daß die Vorwurfe gegen die Arbeiterschaft und gegen den Bc- triebsrat. die der Bericht erhebt, durchweg nur deswegen erhoben werden, weil erstens die politische Eesln- nung des Betriebsrates der Werksleitung nicht b e h ag t hat. und weil es zweitens der Betrtevs- rat anscheinend verstanden hat. die I n t e r e s s e n de r B e l e g s ch a f t m i t g r o ß e r E n e r g i e u n d m l t Gr- folg wahrzunehmen. Es kennzeichnet das W'W" dieses Gesetzes, daß Betriebsräte, die so handeln, in oe Tat mit dem Wortlaut vieler Paragraphen dieses.ücafl)- wcrkes�in Konflikt geraten. Wir geben einige Beispiele. Ausführlich� Darlegungen des Berichts beschästigen sich init der iagenannten„-.erro- risterung der Arbeitskollegen". Als wtchMes Merkmal des Terrors wird angeführt, daß von den 22 Arbeit er vc in etc rn, die aus der Betriebsratswohl hervorgingen. c" Jf-'*■ und 3 der K. P. D. angehören. Es folgen lange Klagen darüber, daß„die Gemäßigten" nicht gewählt wurden. Eme Reinigung des Betriebes wurde Mithin notwen- dig. Da Entlastungen aus Gründen der politischen oder ge- werkschastlicben Betätigung der Arbeiter und Angestellten unter normalen Berhättnissen nach dem Betnebsrate-Gejetz ttiifit erfolgen dürfen, muhten anormale Verhält- nrfse geschaffen werden. Das war e i n Grund, weshalb der Betrieb geschlossen werde, l mußte. Ein anderer Abschnitt des Berichtes beschäftigt sich mit der „Einwirkung auf Arbeitsleistung und Pvisgestaltung". Der Kern der Darstellungen besteht in einer Klage der Werks- leitung darüber, daß der Betriebsrat sich allzusehr um die Festsetzung der Akkordpreise gekümmert und einer von den Unternehmern so sehr geliebten Rekord-. schufterei durch einzelne Arbeiter und Angestellte ent- gegengewirkt hat. Womit der Betriebsrat durch. aus im Sinne der Gewerkschaftsbewegung und im Interesse der gesamten Arbeiter- schaft gehandelt hat, denn durch die Zu- lassung von Rekordleistungen wird das Akkord- system zu einer einschneidigen Schädigung für die gesamten Arbekterinteressen. Wenn schon Stucklohn unvermeidlich ist, dann ist es. geradezu die Pflicht des Betriebsrates, der Rekordschuftsrei Einhalt zu tun. Der Werksleitung aber gefiel das nicht und um zu beweisen, daß hier ein Verstoß gegen das Gesetz vorliegt, zi- tiert der Bericht als Motto die Ziffer t des§ 66:„Der Betriebsrat hat die Aufgabe, für einen möglichst hohen Stand und für möglichste Wirtschaftlichkeit der Betriebsleistungen zu sorgen." Alles das geschieht aber nicht zufallig. wie wir nochmals betonen wollen, sondern die einzelnen Werke und Unter- nehmergruppen handeln nach genauen Anweisun- gen aus der Zentrale des organisierten Un- ternehmertums. Und in ihrer Organisation des Kampfes gegen das Betriebsrüte-Gesetz werden die Unternehmer unterstützt durch die Zentrale für Heimat- dienst, in der sofort nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Stelle zur Beobachtung revolutionärer Ausnutzung des Ee- setze» eingerichtet worden ist. Interessanter aber noch als das find die Darstellungen des Berichts über die Stillegung des Betriebes selbst. funächst wird das Geständnis abgelegt, daß die Betriebs- illegung längst geplant war. Der Erlaß der Regie- rung bot nur die längst ersehnte passende Gelegenheit. Er kam auch insofern günstig, als er vor der Oeffeutlichkeit die Betriebsleitung nicht allein mit dem Ruf der Willkür- lichen Schäoigung des Wirtschaftslebens be- haftete. Der Bericht erklärt, daß Rückschläge in der Konjunktur eigentlich schon einige Zeit früher eine Betriebseinschrän- kung nötig gemacht habe. Seit Mitte August habe die Direk- tion hierüber mit der Belegschaft verhandelt und am 25. August seien die Verhandlungen dem A o s ch l u ß so nahe gewesen, baß mit einer baldigenDurchführungder Betriebseinschrankung gerechnet werden konnte. Womit eingestanden wrrd, daß dieVertre- tung der Vetriebs-Belegschaft. die in allen voraufgehenden Teilendes Berichts in nie- dr igst er Weise beschimpft wird, ans ganz umgängliche Leute zusammengesetzt war. Und nun wäre die Gefahr entstanden, sagt der Bericht weiter, daß durch die Aktion der R e g i e r u n g die durch die Verhältnisse unvermeidbar gewordene Einschränkung des Betriebes erschwert und verzögert worden wäre. Da» heißt auf deutsch, daß die Abmachungen zwischen der Re- gierung und der Arveiterschaft über die Beendigung der Be- wcgung wegen des Steuerabzuges es dem Daimlerwerk nn- möglich gemacht hätte, die Reinigung der Beleg- chaft von politisch unbequemen Leuten durchzu- ühren, da die Vereinbarung Maßregelungen unter- sagte. Maßregelungen aber wollte man und darum be- teiligte sich die Daimlsr-Aiotoren-Gesellschast an den Ver- Handlungen über die BeUegung des Konflikts nicht und schloß sich auch für die Zentrale Untertürkheim der Berein- barung nicht an. Der Grund dafür wird offen zugestan- den, indem wörtlich gesagt wird:„Zn dem Untertürkheimer Werk beherrschten Terroristen und Saboteure das Feld. Diese Elemente mußten ausgeschieden werden, wenn eine geordnete Betriebsführung möglich werden sollte. Hierzu bot die Vereinbarung keine genü- gende Grundlage." Der Betrieb wurde erst wieder eröffnet, nachdem die Daimlerscharfmacher ihren Willen restlos durchgefetzt hatten. Während vor der Schließung in dem Untertüa- heimer Werk beschäftigt wurden 7776 Arbeiter, 345 Prakti- kanten und Lehrlinge, 1048 Angestellte, wurde der Betrieb wieder eröffnet mit 3270 Arbeiter, 340 Praktikanten und Lehrlingen und 585 Angestellten. A l l e s a n d e r e b l i« b arbeitslos auf der Strecke. Und das Daimler- Werk floriert. Die Dwidenden st e i g e n. Was ist es nun mit den„Terroristen und Saboteuren"? Worin das besteht, was die Daimler-Ausbeuter als„Sabo- tage" bezeichnen, haben wir zum Teil schon oben gekenn- zeichnet. Daneben werden allerlei Räubergeschichten erzählt über Diebstähle, Zerstörungen von Automobilen und von einem Werksdirektor, der gezwungen wurde, in einem Hofe de» Werkes von einer Letter aus zu der oer- sammelten Bctriebs-Belegschaft zu sprechen. Nachdem wir die A b s i ch t der Werksleitung gekennzeichnet haben, aus politischen Gründen die Bettiebs-Telegschaft zu reinigen, haben wir ein Recht, diese Räubergeschichten anzuzweifeln. Wir behaupten, daß sie entweder er- logen oder übertrieben sind, um das Vorgehen der Werksleitung vor der Oeffentlichkeit zu rechtfertigen. Kom- men derartige Dinge vor, so verurteilen auch wir sie. Aber gegen Leute, die in irgend einer Weise gegen die S t r a s- g e setze verstoßen, kann man nur mit dem ordentlichen*»«- ticht vorgehen. Wir behaupten sogar, daß dieselben un» regelmäßigkeiten, soweit sie auf Tatsachen beruhet sollten, über die sich die Werksleitung in ihrem Bericht pharisäerhaft entrüstet, einederWerksleitungfehr willkommene Erscheinung waren. Diese Vorgänge zeigen weiter, daß die geplante Ver- ordnung gegen die Stillegung von Vetrie- den durch den Zusatzantrag de» Herrn von Siemens im Reichswirtsthastsrat völlig wertlos gemacht worden ist. Der Fall Daimler, dem der Fall Borsig nahe verwandt i>t, zeigt, daß man mitbewußterAbstcht Arbeitskonflikte herbeiführt, um bei dieser Gelegenheit den Betrieb nach Belieben stillzuleaen oder einzuschränken. Der Zusatz- antrag Siemens oerpietet der Regierung in solchen Fällen das Vorgehen g�cn Betriebsstillegungen oder Be- ttiebseinschränkungen. Wir warnen deshalb noch einmal davor. d«e geplante Verordnung, die ohnehin ziemlich wir« kungslos bleiben wird, bei der endgültigen Beschlußfassung durch den Siemens-Antrag völlig unfruchtbar zu machen. Durch Verordnungen der Regierung oder von der Regierung überhaupt darf die Arbeiterschaft kein« ö* l. i e in ihrem Kampfe gegen die weitere Zerrüttung de» Wirt« schaftslebens durch die Profitgeier erwarten. Sie muß über. all selbst Haitd anlegen und durch planmäßige und umsichtige Ausnutzung ihrer organisato- rischen Kräfte jeden Versuch des Unter- nehmertums rechtzeitig in die Oeffentlich- keit bringen, um ihn im Keime zu ersticken. « Vom Reichsarbeitsmimsterium wird mitgeteilt: Zw Reichs- arbeitvministerium fand am 3. November unter dem Vorsitz dr» Ministerialrates Wulfs eine Besprechung zwischen Vertretern der Firma Vorstg und Vertretern der Arbeiterschaft über die Möglichkeit der Wiedereröffnung des Betriebes statt. Nach längerer Verbandlung machte der Vor- sitzende einen Vorschlag, den die Parteien zur Kenntnis nah- men und über besten Aniiahme oder Ablehnung sie sich binnen kurzer Frist�erkläre« wollen. Falls der Borsältig obgeltchnt oder nicht in allen Teilen angenommen werden sollte, wird das Reichs- arbeitsministeriom neue Vermrttlungsverhandlun- gen einleite». Der gefällige Minister Dem festen Zusammenhalten der bürgerlichen Parteien ist es vorläufig gelungen, Herrn Hermes,'wenn auch unter er- heblicher Schmälerung seines Ansehens in der Ocfsentkich- keit. als Ministor für Ernährung und Landwirtschaft noch eine Weile zu halten. Die Einmütigkeit der bürgerliche» Parteien in diesem Falle ist der Ausdruck der Tatsach«, daß die hinter ihnen stehenden K a p i t a l i st e n k r c i s e ein ungemeingroßes Interesse an seinem Verbleiben im Amte haben. Wie keiner seiner Vörgänger, so hat er die Hoff- nungen erfüllt, die Landwirtschatt Industrie und fmndcl aus ihn setzten. Der Landwirtschast bat er eine pe- wältige Erhöhung der Preise für alle agrarischen Erz�ugnsss« gebracht. Für diese Politik ist er im Hausbaltsausschnsi von dem Führer der Landwirtschaft, dem Abgeordneten Röstcke, als der erste Minister bezeichnet morden, dem die Land- Wirtschaft Dank wisse. Die Industriellen verdanken ihm die Verdoppelung der Düngemittelpreise, wofür die an den badischen Anilin- und Sodawerken beteiligte Deu sche Bank die Versuche tatkräftig unterstützt, die Angriffe gegen Hermes durch Angriffe auf diejenigen abzulenken, die sich im Gegensatz zu ihm befinden. Die Zufriedenbeit des Handels verdankt er feiner Aufhebung der Fleischbewitt- schaftung, der Freigabe der Kartoffel» und der Einfuhr- Politik, die zur Wiedereinschaltung d?s Großhandels und zur Erzielung riesenhafter Gewinne auf Kosten der Bolksmasse geführt hat. So ist also der Kampf gegen diesen Minister der Kampf gegen das Profit interesfe der bürgerlichen Klassen, die den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft auf den« Rücken der breiten Massen der Bevölkerung vor- nehmen wollen. Mit vollem Recht meint Dr. August Müller in der „Nationalzeitung", daß der Fall Hermes nur richtig zu be- handeln sei, wenn man ihn als einen FalldesMinifte- riums für Ernährung und Landwirtschaft ansebe. Wir haben bereits bei der Veröffentlichung der Denkschrift der drei Zentrumsabgeordneten darauf verwiesen, unter welchen Umständen das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft im März 1920 entstanden ist. Nicht aus sachlichen Gründen, sondern weil die damalige parlamen- tarische Konstellatwn die Schaffung eines neuen Mmifte- riums erforderlich machte und weil man nur auf diese Weise den Schwierigkeiten in der Besetzung eines anderen «Ministeriums entgehen zu können glaubte, ist damals ein neues Ministerium geschaffen worden. Es war dies der verfehlteste Weg, der statt Ordnung größte llnord- nung in die Ernährungsoerhältnisse gebracht hat. Denn da durch den Rückgang der einheimischen Erzeugung und der Ablieferung die Aufrechterbaltung unserer Ernährung nur möglich war durch die verstärkte Einfuhr von Lebensmitteln, so ist die Freigabe der Einfuhr vieler Waren, die eine der Frstjen der Tiennung des Tcnährungsministeriums von dem Wittschaftsministerium war, von Erschwerungen begleitet gewesen, deren Folgen die notleidenden Massen . jetzt schwer büßen müssen. Durch diese Tatsache, und die weitere, daß dag neue Cr- nährungsministerium auf seinem eigentlichen Gebiet, dem der Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Befugnisse überhaupt nicht hatte und sie nur im Wettlauf um die Gunst der Agrarier erringen konnte, geriet das Ministerium in immer schärfere Abhängigkeit von allen Interessenten. Für die R e i ch s k a s s e bedeutet die Errichtung eines selbständigen Ministeriums für Ernährung und Landwitt- schaft nach dem jetzt dem Reichstage vorliegenden Etat für 1920 eine Steigerung der Ausgaben um fast 200 Millionen Mark gegenüber einer Ausgabe von nur 32 Millionen Mark, die im Jahre 1919 für Ne betreffende Abteilung des Reichswirtschastsministeriums ausgegeben wurden. Selbst wenn man eine Steigerung der damaligen Ausgaben um das Doppelte als die Folge der allgemeinen Zeitverbältnisse ansehen will, so bleiben doch mehr als 150 Millionen Mark, die durch dieses verfehlte und über« flüssige Experiment aus den Taschen der Steuerzahler her- ausgerissen werden. Und das. obwohl die Erttchtung des selbständigen Ministenums nicht eine Linderung, sondern eine gewaltige Vergrößerung der Ernährungsschwierigkeiten mit sich gebracht bat. Denn dieses Ministerium wurde immer ein Spielball in den Händen der Interessenten und hat insbesondere nach den Wahlen ohne jede Rücksicht auf die Interessen der Verbraucher die gewaltsame Beseiti- gung der behördlichen Bewirtschaftung in Angriff ge- nommen. Eine gewaltige Steigerung der Preise für alle Erzeugnisse ist eingetreten, eine Ver, scharfung der Rot der Massen, die ohnedies unter der Ar- beitslosigkeit und Minderung ihres Einkommens durch ver- kürzte Beschäftigungsdauer erheblich leiden. Absicht der gewaltsamen Beseitigung der Zwangs- , besonders deutlich bei der Aufhebung der Fleischbewirtschaftung, der Beseitigung der Zwangswirt- schaft der Kartoffeln, bei der Freigabe der Einfuhr von Fett und Schmalz, der Aufhebung der Zwangswirtschaft für Lele und �ette. Alle diese Maßnahmen stellen nicht wohl- erwogene, im Interesse der Gesamtheit liegende Handlungen dar, sondern waren dittiert von dem Bestreben, die verhaßte Zivangswirtschaft zum Nutzen der besitzenden Kreise, wenn auch unter Schädigung der Eesamtinteresscn der deutschen Volkswittschaft. aufzuheben. Das erst hat den Zu- '��"binch der Zwangswirtschaft herbeigeführt und die Zustände geschaffen, die Tausends und Aber- tausende von Arbeitern, Angestellten und Beamten jetzt als unerträglich empfinden. Die Verluste im englischen Bergarbeiterstreik. Der Verlust an Kohlen cnsolge des Streiks der Bergarbeiter beträgt 14 M i l- l i o n e n To. Die Beraarbeiter-Eewerkichaft hat 2 Millionen Pfund Stetting an Errettunterstützung gezahlt. D« Bettust an L öh n e n der Bergarbeiter betragt IS Millionen Pfund Sterling. Die Besatzungskosteu Zm Hauptausschuß de» Reichstages wurde gsster» die Debatte über die aus dem Fttedensuerttag sich ergebenden Bw» pflichtungen Deutschlands fortgesetzt. Von den verschiedensten Seite« wurden lebhafte Kürzen über die gewaltigen Forderungen erhoben, die die Desatzungsbehörden stellen. Reichsminister Dr. Simons nahm zu»er Frag« Stellung, ob als Protest gegen den Druck der ftemden Verwaltung in den be» setzte» Gebieten die von der Reichsregierung beanspruchte« Mittel zur Erfüllung der in Betracht kommenden Leistungen aus dem Friedensvertrag abzulehnen feien Er rät von dieser Art des Pnieftts Abstand zu nehmen, da außenpolitisch nur unangenehme Wirkungen hieraus entstehen könnten Ein Protest könnte ja in anderer Form erfolgen Im weiteren Ver- lauf seiner Ausführungen wandt« sich der Minister gegen die Ii n ver nuiift, die sich darin äußert, daß die Besatzungsmächt« mit deutschen Mitteln den Ententemilitarismus groß- ziehen und unterstützen während st« vorgeben, den Krieg gegen den deutschen Militarismus geführt zu haben Der Reichs- minister sprach die Hoffnung aus, daß auch diese Frage in Genf zur Klärung gebracht werde. Auch Schatzminister Raumer bat. die beanstandete Erhöhung von 20 auf 40 Millionen Mark zu beschließen. Werde das Geld nicht bewilligt und zahlen wir nichl freiwillig dann requ-- r i e r e n die Ersatzmächte das Geld bei den Banken Dies müsse aus wirtschaftlkchen Gründen unter allen Am ständen vermieden werden. Bei der nun folgende« Abstimmung wird der Antrag der Demokraten auf Herabsetzung der Besatzunas-i'fer und auf �e- grenzung der Kosten zu drängen, einstkmmig angenommen Ferner wird der Antrag die Kosten der iNesatzüngsbe'- rre(Ober- ausschuß) von 20 ans 40 Millionen Matt zu erhöhen ange- nommen- desgleichen einig« weitere Erhöhungen. Annahme findet auch«in Antrag Burlage sZentr.). darauf hinzuweisen, daß die Zahl und die Tätigkeit der im Rheinland aufgestellten Delegierten sich im Rahmen des Rheinlandabkvmmens hält. Was ist mit dem Papier-Monopol? Auf die Anfrage unserer Reichstagsfraktion, ob tatsächlich die Ab- ficht besteht. dieAusfuhrvon Zeitungsdruckpapier dem Hart mann-Konze rn zu übertragen und damit«in k a p i- talkstlsches Monopol zu schaffen, hat die Regierung bisher nicht geantwortet. Dafür läßt eine unterrichtet« Stelle" durch ein« affiziöse Korrespondenz eine länger»> Darstellung los, die unter sehr viel Gerede bestätigt, daß tatsächlich eine beträchtliche Menge Zeitungsdruckpapier von insgesamt 2000 Waggons zunächst durch eine einmalige Erlaubnis bis Ende Januar tS21 ausgefühtt werden soll. Die Darstellung verschweigt sckiämig den Ramen Hartmann und behauptet, daß die Träg« dies« Susfuhr die beiden Druckpapier Berbänd«. also die Kartelle ftten. Hier wird wider besseres Wissen verschwiege«, daß der wirkliche �.rager der Hartmann-Konzern ist, von dem der ganze Plan ausgeht und der einen festen Bettrag mit den Drvckpapier-Berbanden abge- schlössen ar und ihn erst abschlieszen kannte, weil das Ministe- ttum dieser Regelung zustimmte. Es ist also direkt das Gegen- teil von der Wahrheit, wenn die offiziöse Darstellung behauptet. daß die„Schaffung eines Ausfuhrmonopols zugunsten einer einzigen Firma" nicht beabsichtigt sei. Es ist ebenso außer- ordentlich charakteristisch, daß diese offiziöse Darstellung nicht im- stand« ist, eine sachlich« Darstellung über die Bedingungen, unter denen dieses kapltalsstssche Monopol geschaffen wird, zu machen. Wir fordern, daß unser» Anfrage heute beantwortet wird. und zwar mit der notwendigen Vollständigkeit und Eründlichkeiti Rückzug der Reukommunisteu Nach der Niederlage, die die Neukommnnssten Set ihren gegen die Genossen Dkttmann und Zketz angestrengten Prozeß er- lebt haben, gebe« sie jetzt anscheinend ihre eigentümliche Recbts- aussaffung preis. Ihr Zentralkomitee Däumtg und Genossen hatte bekanntlich außer der inzwischen abgelehnteu einstweiligen Verfügung auf llutersagung der Verfügung über di» Partei- gelder eine weitere einstweilig« Verfügung wegen der Benutzung der Räum« de» Zentralkomitees am Echfffbauerdamm beantragt. Diesen Antrag haben die Reukommunisten nunmehr zurück» genommen. Das ist umso auffallender, als sie nach ihrer ersten gerichMchen Niederlag«, trotz Abweisung ihrer Klage er- klären ließen, sie würden auch in Zukunft die Gerichte gegen uns anrufen. Die Forderung der franzöfische» Bergarseiter HR. Pari». 4. November. Der R-tionalrat der Bergarbeiter verSffentttcht eine Erklärung SS« dt« Foederunge» der frauzöstschen Berg- arbeffer. die sich kurz folgendermaß«» zusammensass«» lassen: Der Rat wünscht die Regelung»ach Distrikten durch ein Natkonalpatut zu ersetzen, da» durch ein Abkommen mit de» Gesellschaft«»»nd Föderation«» festgelegt«erde» so». Drese» Bersahre» hat de« Botteil, daß es alle Unteroehmer verpflichtet. die aeaeuwLrtigen Lohnsätze zu respektieren und ein« Lohn- regelnnq festzustelie», die für ganz Frankreich Giiltigkett hat. Die T'cr-znft' itc: verlange»«in« Lohnerböhung, die xä dem gegen« wältigen Lebensstandard in eine« direkte» LerhäUrio steht. Sozialismus und Koalition Brüssel, 4. November. In der vom Sozialistischen Parteitag angenommenen Tagesordnung wird zum Ausdruck gebracht, daß ti* Beteiligung der Arbeiterpartei an einer neuen Regierung, bestehend aus demestratifchen Elementen anderer Parteien, ki in Verzicht auf das sozialistische Programm ober cui einen Teil desselben bedeute. Die Beteiligung werde statisinden, wenn 1. der Paragraph aus dem Strafgesetz verschwinde, der da» Streikrecht hemme, 2. wenn der Staat alle Mittel anwende, um die Leben»' mittelteucrungzu bekämpfen, 3. wen« das Reformprogramm der Arbeiter, das die frühere Regierung angenommen habe, restlos durchgeführt, 4. wenn dag Gesetz über den Achtstundentag, da' die Kammer, aber der Senat noch nicht angenommen habe. Zur Anwendung gelange, 5. wen» die Militärdienstzeit nicht länger al» höchsten» 0 Monate dauere, und 6. wenn die Verfassungsabänderung im Sinn« der Forderungen der Demokratie durchgeführt werde. Wenn die Sozialdemokratie praktisch vor der Frage der BetelU' gung an der Regierung stehe, solle nochmals«in engerer Kongos über die Lage und über die endgültige Entscheidung beschließe» i 'Rededuell Helfferich-Wirth Deutscher Reichstag Do»»«r»tag, den i. Siovemoer IVA. Fünfter Tag der politischen Aussprache H«A«rich(®. 9L): Vor allem wctje ich jede Zenjur unseres Pauettagcs hier im Parlament, vie sie auch der Minist« Simons sich«i eigen machte, energisch zurück. Vcarnüber den unkeqründ«. ' ien Ausführungen des Abgeordneten Müller frag« ich: We» hetzt in Deutschland Mm Kriege?(Heiterkeit und Zurufe.) Ein Voll, welcke» erklitrt, sich nicht zur Wehr setzen zu wollen, ist reif für 'die Sklmurei.(«ehr richtig! rechts.) Zn der EntwaffnuiiLs- frag« erwarten wir genaues Vorgehen gegen jene Kreise, die twch eigenem Bekenntnis die Waffengewoli zur Errinwung der 'Diktatur des Proletariats anwenden. Mit der Entwaffnung der GeHoll« und Eutsbefitze darf uft begonnen werden, wen» die jtbdlijchen Kreise entwasfnet find.(Aha und Widerspruch links— Beifall rechts. Zuruf: Bayrische Einwohnerwehr.) Ich »«J nicht, ob die Einwohnerwehr überhaupt Waffen fuhrt. (Tchallende? Gelächter.) Der Orgeschrummel ist unerhört, . denn der Preußische Justizminister hat»ach Prüfung des Mate- nol»— und ich nehme au, daß Herr Sevemz doch sicher alles Belastend« angebracht hat— entschieden, daß das Verbot des Herrn Cevmng zu unrecht besteht Wir verlangen von der Reichs- «gieruno, daß sie gegenüber dem Gewaltakt de» Herrn Eevering den Gesetzen Achtung verschafft.(Beifall rechts.) Wir oerlangen auch die Veröffentlichung des ganzen Materials.(Beifall.) Pttt Kutzland dürfen wir keine Beziehungen aufnehmen. auch keine Handelsbeztchungen. denn Rußland hat nichts zu hau- �ekn.(Zuruf: Sie find ja«usgerissen!) Ruhland hat mit einen Ezponarükel: die Revolution. Der Etat überschreitet zum ersten Mal die Summe von IM Milliarden Mark. Das GIci ,'a«ivicht des sogenannten ordentlichen Etats besteht nur auf dem Papier. Beim auherorbentlichen Etat ist«in Fehlbetrag von 68 Milliarden M. ungedeckt, der sich voraussichtlich auf 7t) erhöbt Als ich im Jahre IvlS das Schatzamt verlieg, hatten wir A> MU- liarden Schulden.(Zuruf: Gold mark.) Heute 29g und im Mörz 1921 Verden es ZA sei«. Dasselbe Bild zeigt der Roten- »mlauf. Redner he'chastigt sich dann mit den ungeheuren Lasten, di« dem deutschen Boll« finanziell aus dem Friedensverträge erwach- fen. Bei den Ausführungen über das Reichsnotovfer und di« Steuergesetzgebung gerät der Redner in lebhaft« Auseinander- jetzungen mit dem Reichsfinanzminist«. Zur Linderung der inne- ren finanziellen Krise schlägt Redner«ine eingehend« R«« Vision der gefamten Etenergesetzg«bnng vor. Ren« Formen im Wirtschaftsleben, wie Kapitalbeteiligung, Gewinnbeteiligung der Arbeiter usw. find notwendig, aber nicht melhani- Osterende Sozialjfierung.(Beifall und Widerspruch.) Reichsfinanzminift« Dr.»irttz wendet sich gegen die scharf. � i 8 Borredners. Von bi n t e r l a ff«» e n 3th S-lff.rich» ist nichts p, mer. ken.(Sehr richtig.) Gegenüber feinen Ausfuhrungen betone ick. dah das Weißbluten des deutfiben Volkes b e r e t t s t m K r i e g e �"�b-lfferich hat erst«inen einzigen positiven Borschl"« gemacht. Die notwendiaen schweren Steuergesetze, ins- besonder« das Reichsnotopfer, müssen durchgeführt werden: eine en.sprecheude Slovelle wird dem Hause in nächster Zeit zugehen. Der Minister wendet sich dann gegen ein« Reih« einzelner Be- hauptungen des Vorredner» und weist besonder» auf die hchen Gewinne der Industrie �® Hnd a.n.- Älu.* 1 �.�»steigeruns m den v.«7- v•."« lassen müssen,-—...----------- des Volkes sicher zu stellen. Aus unserem Elend gibt 5?.�?. Hanptmitlel: die«tabilifiernng uns««» Geld«». Zum «chlujse seiner Au-sührungen betont der Siinister. dah zu den Aussuyrungen des Abg. Helffeiich am wenigstens ein Mann berechtigt ich. der durch seine verhönqnisvclle Knegsfinanzpoliiik auherordentlrch« Knrzsichtigkeit bewiesen habe. Wer den Aus» Ipruch getan hat:„das Bleigewicht der Milliarden sollen die an- deren nach sich schleppen", der ist nicht berufen, als Ankläger gegen di« Begleruna aufzutreten.(Lebhafter Bci'all b. d. Mehrheit) rew ß' aS!- lD. 93.) beschäftigt sich eingehend mit dem Etat. Der Aufbau des Etats ist lückenhaft und unklar. Es be- linden sich darin große passtv« Posten: doch wäre mit einer Ueber- sturzung des Eka» und der Cteuergeietzgebuna nicht gedient. Nickt helfen kann dt« Ausführung des Marrlstif»en Sozialismus. Ich bin überzeugt, wenn Marx hier im �o"!' sähe milrde« onf d« rechten Seite de, Hauses feinen Sitz haben.(Hetterkett) Es handelt sich darum, au» der politische« Mackistellung des vier en Standes, di« bereits ihr höchstes Mah erreicht hat, dir wirifba't- lich-n und rechtlichen Folgerungen zu ziehen, denn der vtert« Stand erstrebt mit Recht auch wirtschaftlich zu einem anerkannten Faktor zu werde«. Es handelt sich also darum, die Wirtschasto- faktoren Kapital, llnternehmergcist und Arbeitskrost zu einander zu fuhren.(Sehr gut) Redner findet dann eindringlich« Worte gegen den innerpolittichen Kampf der Parteien. ll?-� Ministers entfchädignng des früheren (Heiterkeit.) Freitag, den». November IVA. vormittag« 12 Uhr: Kleine An- fragen: Interpellation über Kartoffelversorgung: Fortsetzung der «tätsdebatt«! Nein« Gesetzentwürfe. preußische Landesversammlung Z�vnnerstag, den«. November. 5 e!te Lesung der Verfassung Zunächst ersolgt die Abstimmung über die denStaatsrat betreffenden zurückgestellten Paragraphen und über den damit zu« sammenhängenden Paragraphen 10, durch den die Auflösung des Landtages gerg:lt wird, und über den tz 2K, wonach der Landtag ohne Aussprache den Ministerpräsidenten zu wählen hat und dieser die übrigen Staatsminister ernennt. Alle Paragraph«« wurden nach Ablehnung der Abänderungsanträge angenom« men. • Es folgt der Abschnitt über das Staatsministerium ßg 28 bi» 89. Bei ß 27b, der bestimmt, dah die Minister Anspruch auf Btsoldung haben, Ruhegehalt und Hinterbliebe- n.te nv e r so r g u n g ihnen aber nicht zustehen, verlangt Abg. Heilmann(Soz.) Streichung dieses Paragraphen. Dem widerspricht Abg. Dr. v. Kries(Dnat.)— Abg. Ludwig(ll. Soz. rechts) stimmt dem sozialdemokratischen Antrag« aus Streichung zu.— Räch weiterer Aussprach« wird der sozialdemokratisch« Antrag zugunsten folgender Fassung des Abg. Dr. Leidig lD. Vpt) zu- rückgezogen.„Tie Minister haben Anspruch auf Besoldung. Ruhe- geholt und Hinterbliebenenfürsorge bestimmt ein befand«- tt» Gesetz. Daraus wird K 27b in dieser Farm ange« »omme n. Di«§§ 28 und 29 werden debattelos angenommen: 8 SO soll inU§ 61 zusammen beraten werden. K LI wird in folgender, von de« Sozialdemokraten beantragten Fassung angenommen:„Da» Swatsminlsterium erlätzt die zur Ausführung der Gesetze erkorder- Ilchen Berordnnngen. soweit da» Gesetz diese Aufgabe� nicht ein- tzkine» Etaatsmintftern zuweift". Zu 8 32 bemerkt Abg. Frey« muth(Soz.): Der Wortlaut des z 31 könnte zu der irrtumlichen Auffassung führen, dotz das Staaisministerium das Begnadi« Ott n gs recht nicht mehr an einen einzelnen Minister übertragen darf. Tatsächlich soll aber an der früheren dahingehend« Erilärung.— Ein tibi die gewünschte Erklärung ab. Hand> �———.t«n eine Regierung, vertrete» Abg. Obuch(U. Soz. r«chts): Ich erinnere die Rechtssozialisten daran, dah da» Ersurtee Programm die Wahl der Beamten durch da» Volk fordert. Ich stell« fest, dag die Rechtssoziqlisten und die Demokraten wieder einmal Grundsätze de« alten bureaukratilchen in die neue Verfassung übernehmen. Auch «Zentrum handelt inkon.equent Freymuth(Soz.): Im Erfurter Programm steht nur. datz r«n.. nnung der Behörden durch das Boll erfolg«« J�jj—wg�brouckit nicht jeder einzelne Beamte durch das Boll «Sa I« der«usschutzfassung angenommen, ebenso Abo da-«Mignnqsrecht ln lU. Soz. rechts): Wir wenden uns dageaen. : A Mi, ,İd>gung,recht jetzt an das Staatsministerinm über- gesetzlich. Reaeluna dieier Mater«. Grone ------------------------ «ine Ktnetene"$?ejSä�:®n Bedürfnis für ein Gesetz oder für .."fltlegung des Begnabii---------'t'i* I~ v"*" Augenblick nicht vor ai»« generell«-------............- fofsung liegt im, Begnadigungsrechts in der Ver- Bbg. Liechtenstein k» I" Begnadignngsrechis i?t b»,!- Bei der Handhabung de» gesündigt worden Di, inOberschlesien jahrelang form. Eine allaem\irV>ol!ftvn8!:m Zustandekommen des Etat» das Zlnes Vienels der Enht» ausgeben kann bis zur Höh« . für j« drei Monate!.d'« abgelaufenen Haushaltsplan» bersm Gesetze berubende?--» Einnahmen aus den auf beson- genannten Ausgaben»Ich? ÖfT Satzes'-�Der'�ntrag�j�l) beantragt Streichung dieses ?wonzwes.n w'rd �Oel�nt.- k-bes-gt:„Da. 'Rates lann durck. i�L°"��°ktltch«n Unternehmungen des b*1 Verfassuna �«oweichend von den Bor,chlislen '-iiung geregell werden."-«ach ftuaer Debatte wi* 8 49a unverändert angenommen.— Ein Antrag Hergt(Dnatl.) auf Aufnahme einer Vesiimmuna, in der die Verpflichtung zur Förderung des selbständigen Mittelstandes in der Verfassung au»driuklich festgelegt wird, wird abgelehnt. Die KZ 6» und SV regeln die Selbstverwaltung. Abg. v. Kries(Dnatl.): Den Beschlüssen des Ausschusses üb«r die Älbstverwaltung der Provinzen stimmen wir zu. Aus arund- sätzlichen Erwägungen stimmen wir gegen den ß 58», der die Wahlen zu den Provinztal-, Kreis- uns Gemeindevertretungen regelt, eine Materie, dl« durch die Provinzialgesetzgebung selbst geregelt werden mühte. Die Pri.laZalautoiwniie wirb au» den veriaiieoensten Graituen ge,o� dcrt und lann zu bedenklichen Konsequenzen sichren. Brenken steht tn der Zukunft noch vor großen polltischen Aufgaben. Dt« Zertrümmerung bc, Reiche« kann nur verhütet«erden, wenn ein starke, Preusien sein« Anziehungskraft geltend macht.(Leb- haster Beifall bei den Dnatt) Abg. Preutz(Dem.): Ich muh gestehen, dah mich di, Darleaun- gen des Abgeordneten von Kne» bedentlich qem-'cht baden. auf den Ausschuhbeschlüssen stehen zu bleiben.(Hört, hörtl) Er bot angedeutet, oatz dir Provinz Pommern, bereu Stimmung ihm zweifellos bekannt ist, gesonnen sein könnte, uns auszuhungern, und dah di« wirtschaftliche« Zusammenhänge auseinander« gcrissen würden. Da könnte man fast meinen, dah ein« gemein« same politisch« Organisation der Provinzen ja gar nicht vorhanden zu sein scheint.(Heiterkeit) Dl« Deutschnotionalen beniftn sich neuerding» gern auf den Freiherr» vom Stein. Wa» in der Verjasiung niedergelegt werdrn soll, ist weiter nichts als die Uebertragung de« Steinschen Selb'tverwaltnngsrcchts aus die Provinzen. Wir müssen oi« zentrale Neichsgewalt stärken, aber oben herab geht das nicht, sondern nur durch Stärkung der Selbständigkeit der Landschaften rann kür da, Reich wirkungsvoll gesorgt werden.(Lebhafter Beifall links.) Danach vertagt sich da» Haus auf Freitag, 11 Uhr vor- mittag,: verfasfang. Etat. Der Internationale Gewerk- schaftsbund und das Ruhrrevier Wie wir bereit» mitteilten, weilt gegenwärtig im Ruhr» gebiet eine Kommission de» Internationalen Gewerkschaftsbunde», di« vi« dortigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse studiert, um in der Frage der Besetzung des Ruhrgebiets Stellung nehmen zu können. Die Mitglieder der Kommission haben in einer am Mitt, woch stattgrfundenen Gewerkschaftsversammlung in Essen sich scharf gegen die Besetzung des Ruhrgebiets ausge- sprochen und ihre herzliche Sympathie mit der deutschen Ar- besterschaft auegedrückt. Ueber die Versammlung selbst be- richtet die„Dena": Eewerkschaftssetretär Retter begrüht« die Vertreter des In- ternationalen Gewerlschaftsbunde» im Namen der deutschen orga- nisterten Arbeiterschaft und wie« auf die furchtbare Lage de» In- duftriegediet» hinsichtlich der Lebensmtttelbeschasfung für die Ar- better hin. Der französische Delegierte Jouhaux führte au», er sei in» Ruhrgebiet gekommen, um den deutschen Arbeitern die brü- derlichen Gefühl« der französischen Arbeiter und der Arbeiter aller im Internationalen Eewerkschastsbund ver- tretenen Länder zu übermitteln. Was hinter uns lieg«, fei be- g r a b« n und di« erste Sorge der Arbeiter aller Länder müsse es jetzt sein, dem Kriege den Krieg zu erkläre». Nur so wurden die Arbeiter imstande sein, ihre große Aufgabe zu erfüllen. Der Redner streifte sodann die Richtlinien des Internationalen Ee- wcrkschaftsbundes, der gegen jeden Krieg und gegen jeden Mili- tarismus und au» diesem Grunde auch gegenjedeBesetzung «ine» Lande» durch militärische Kräfte sei. Zum Schlüsse seiner Darlegungen erklärt« ZouHaux: Wir wünschen den Wieder- aufbau sowohl Deutschland» wie auch Frankreichs. Wir wünschen diesen Wiederausbau durch gemeinsame Arbeit aber nicht unter der Konttolle von Bajonetten und Kanonen. Die Arbeiter aller Länder sollen-freie Arbeiter sein. Da» Elend,»a» mir hie« ge» sehe«, soll ono aber dg» Elend der sranzöfifchen Brüder nicht ver- gesien lassen. Wir wissen jedoch, daß DeutsSlands Elend nicht beseitigt werden kann, ohne di« gemeinsame Arbeit beider Länder. Die Aufgabe aller Arbeiter der Welt sei. nicht als Sklaven, son- dun als Arbeiter in valllommen« Unabhängigkeit zu leben. In l diesem Sinn« spricht« He Hoffnung ose,«im Well Wiederaus. zubauen, in der e» keine» Krieg mehr gibt und in der s«der wieder froh und glücklich sein soll, die Welt de» Soziallemu e. Hierauf nahm der belgisch« Delegiert« Merten das Wort und drückte die Hoffnung au», daß die deutsche Arbeiterschaft mit den Arbeitern der Well di« Internationale groß machen werde. Wenn dt« kapitalistischen Kreis« der Entente das Ruhrgeblet be« setzen lassen wollten, bann«erde sich die belgisch« Ar- beiterschast diesem Beginnen einmütig wider« setzen. Der Krieg sei zu Ende, die Arbeiter aller Länder mühten sich jetzt zusammenschließen, um die Welt zu erobern. M« r r h e i m überbrachte die Grütze du französischen Metall- arbetter. Das größte Unglück, daß die Arbeiterschaft treffen könne, sei die Zersplitterung tn der Arbeiterschaft Kewerkschaftssekretar Retter schilderte nochmals die furchtbar« Gefahr, die unseren Kindern und damit unserer Zukunft durch di« Ablieferung der Milchkühe droht Die Ruhrarbeiterschaft habe alles getan, um da» Abkommen von Spaa zu erfüllen. Di« deutschen Arbeiter werden ihren Genossen im Ausland« beim Wiederaufbau helfen, aber die Folge des Spaa-Ablommens last« schwer auf dem deutschen Arbeiter. Zum Schluß berührt« der Redner das Wohnungselend. Als Letzter nahm der Gewerkfchaftsfekretär des Internationalen Eowerkschaftsbundes F i m m e n das Wort. Zum ersten Mal« haben sich hier nach dem Kriege, nachdem Ströme von Blut ge- flössen waren, die Arbeiter aller Länder wieder die Hand gereicht. Er streifte die Boykotterklärung des Internationalen Gewerk- schaftsbundes gegen Horthy-Ungarn. die Munitionssendungen der Entente an Polen, die der Internationale Sewerksk'aftsbund ver- hindert«. Nun fei es Angabe des In'ernationalen Gewerkschafts- bundes. die Besetzung des Ruhrqedietes zu verhindern. Der Red- ner schloß mit dem Rufe: Haltet fest an Euren Gewerkschaften. haltet fest am Internaticnalen Gewrrkschastsduudi Dl- Versammlung dankte mit stürmischem Beifall. Mit einem dreifachen Hochruf auf die Amsterdacker Inter- "1 die Versammlung beendet. In Bochum und Dortmund besuchte die Internationale Gewerlschoftsköm- Mission verschiedene Gruben und Fabrikbetrieb«. Wir können diese Beweis« der durch den Krieg nner« schutterten internationalen Solidarität nur freudigst er« widern. Es ist wertvoll, daß gerade die Vertreter der deid?» Länder, die durch den deutschen Militarismus am härtesten getrosfen wurd'n. Belgien und Frankreich, es waren, die die herzlichsten Wort« der Sympathie und des Verständnisses für die deutsche Arbeiterschaft fanden. Wir sehen aber auch hier, wie di« durch den Krieg und vor allem durch den Vcrsailler Vertrag geschaffenen Konflikt« ikre Lösung einzig durch die regierenden Kabinett« nicht mehr finden. Ein neuer Faktor, politisch und wirtschaftlich gleich mächtig, legt sein Gewicht bei den wichtigsten Entscheidungen der internationalen Politik in die Wagschale. Die SoH- darität des internationalen Proletariats manifestiert sich längst nicht mehr nur in Resolutionen, sondc n in Taten. Eine Kundgebung des Allgemeinen Deutsche» Gewerkschaftsbundes Auch der Ausschuß de» Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes hat sich in feiner gestrigen Sitzung mit der Frag« der Be- fetzung des Ruhrgebitt» beschäftigt und folgend« Kund- gebung einstimmig angenommen: „Von Tag zu Tag mehren sich die An'e'chen, die die Gefahr einer gewaltsamen Besetzung unseres rheiwsch-wcstsälischen In- duftrierevter» durch französische Streitkräfte näherbringen. Truppenzusammenzichungen. Anlegen von Trunpenübunas- und FlugvlStzen im besetzten Rheinland, offene Kundgebungen der französischen Presse und gleichgerichtete, an Landesverrat g:en- zende Bestrebungen süddeutscher Kreise lassen keinen ande- ren Schluß zu. als daß der französische Militarismus nur auf eine günstig« Gelegenheit wartet, um sich in den Besitz des Ruhrkohlen- reviers zu fetzen und damit Deutschland den wirtschaftlichen Lebensfaden abzuschneiden. Di« Folgen einer solchen Bergevaltigung Deutschlands würden katastrophal werden, nicht nur für unser« Staats- und Wirt« schastseinheit. sondern auch für das gesamt« Europa und für die wirtschaftlichen Beziebungcn der Kulturvölker. Deutsch- tand würde nicht allein zerrissen, sondern ein 60 Millionen-Volk zugleich dem Hunger und der Verzweiflung überliefert und damit eine Gefahr für die übrige Kulturwelt geschasfen. Es mag imperialist'sche Kreise in Frankreich geben, die auch da» krasseste Elend nicht von der rücksichtslosen, den Weltfrieden auf» Neue bedrohenden Verfolgung ihrer Zicke abschreckt— aber de« einsichtigere und weitblickende Teil der Menschheit, und besonder» die gesamte Arbeiterschaft aller Länder, sollte diese Gefahren er« kennen und mit uns zu verhindern suchen. Der Ausschuß de» Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. dl« Bcrttetung der deutschen Arbeiterschaft, erbebt die lckiirffte Verwahrung gegen diese iranzösilchen Vergewaltigongsabsichten. und warnt dir verantwortlichen Gewalthaber aus da»»iudriug« lichsti vor der Ausführung solcher Pläne. Der Bundesausschuß ersucht zugleich die Gewerkschaften aller Länder, sich diesem Protest anzuschließen und appelliert an den Internationalen Gewerkschaftskongreß m London, ein« Kundgebung im gleichen Sinn» zu beschließen. Znternattonaler Kongreß der Post- und Telegraphenangestellten Am 1. November wurde im Stadthaus« in Mailand der International« Kongreß der Post-, Telegra« phen- und lolephonangestillten eröffnet. Der Kongry, ist v«Ichickt von Abgeordneten au» Oestetteich. Belgten, Frank- reich, Deutschland, Holland und der Schweiz. Der Kongreß begann unter dem Vorsitz des belgischen Delegierten F r a i d ur« seine Arbeiten. Es gelangte eine Resolution zur Annahme die gegen die Hinrichtung des Generalsekretär, de» ungarischen Post« und Telephonpersonal,. Oskar Leval. protestiert. Die italienische Delegation kritisierte di« A k« ttonderAmsterdamerInternationale gegen die un« «arische Reaktion als ungenügend durchgeführt. Das Präsidium der gestrigen Sitzung lag in den Händen des deutschen Delegier« ien H u h r i ch. Der Kongreß erörterte die Frage der Kontrollo der Betriebe durch das Personal(Mitspracherecht). Die M«hrh«»t der Kongreßteilnehmer war für bloße Einführung de» Mitlvrache« rechtes unter Ablehnung jeder Mitarbeit an der Verwaltung. Am zweiten Tage ksmilfligie sich der Kongreß unter dem Vor- sitze des«ngl.schen Delegierten Vinyard mit der Diskussion der gewerkschaftlichen Richtlinien de» internationalen Post-. Dele« graphen- und Telephonpersonal». Die italienische D«le- «,a i i o n war für eine lebhafte Propaganda für den Beitritt de» Postpeisonals zur dritten Internationale, welcher Auffasiung Vertreter der übrigen Länder jedoch entgegen« traten. Demzufolge hat sich die itolienische Delegation ge. weigert, an dem internationalen Vollzugsausfchtch tiilzunch. men. Der Vollzugsausschuß des internationalen Post-, Ttte« araphen- und Telephonpersonal» wird seinen Eitz in Wie« auf. schlagen. Das Sekretariat wird der österreichische Direktor Mayer übernehmen..». Vor Abschluß seiner Verhandlungen hat der Kongreß einen An« trag de» italienischen Delegierten abgelehnt, den 1. Mai durch eine 21-stündig, Arbeitsruhe zu feiern, dagegen ernen An« trag der englischen Delegation angenommen, daß de» 1. Mai al» Feiertag d«, ganzen internationalen Prolet«» riat, betrachtet werden mnjfe. TWn uuii Scpipp MUtt MM* Volksbühne 7UH--WMWWM �\etor/%- *«he.«.»* MlLerftiaß« IC 10. OlDDOBtfr, VI, Ilftr; DltFBirdev.niifxinißciiii Sisl s Wstheater Äejjfnttfect e.T.«s. �.1%: mm SlndlMl Staatstheater Opernhaus •'/. Uhr: Mr BlcaMtt 6', Uhr: Sie UMvasreise (Max Adalbert. Trade Hefterberfl) Sieues Lperetteilhalla Direktion Aean Kre» 7 Uh?: W(SiWlW Operette in dre» Akten nach einem Motiv Petöfis von Frist Grünbaun». % W WmMW l™"- fe'esB LlsSs eratül. Stg. ZV, Uhr: Der �«�bara« FMichMGHstMschtt - Theater— vi, Uh:: Hoheit die Tänzerin >/-« Fßlies klmiee-?« Sanatorium Steinach Der gehörnte Siegfried mir Ferd. Vriinecher. Wlnttf�/thulun £ Unsere Klcldcrwcrkc erzeugen Kleidungsstücke, welche der HeÄarbdl nicht nur ebenbürtig sind, sondern diese noch vielfach übertreffen. In Schlapfer-, Raglan- haltbaren Stoffen... Spott- und anderen Paaton«, tos nur visier Palette*1» Cherlot EskSmo. 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Mieterschutzes u. der Höchstmietenver Ordnung: Von Dr. Paul H• r 1 r und Rechtsanwalt Dr. KurtBoonhelm J M't Npehtreg: Die Änderungen dos Mieterschutzes: Preis 4 tti Mark Preis 4 Mark BBSTCLLCN sie sofoi BUCtSNANDLIING„FREIHEIT R T Befetttll: Aollege Wilh. 6(hu machet. j In Andellacht der rnichtigen Tagesstdnnng mkd gtbxun.rtV jailteitö m erscheinen.- WitgU.dohnch oder �oelM'«t™«l ohne die,, ober mit weht ol»« icstletenben eS«ch,adell?az� heia Znllill. Die cct>»«m>aUun9.J kranke fanden, tveun alles ' andere versagte, Nachweis- bar noch Hilfe im Natura- �»ftitnt(ärztliche Leitung), BlLcherplastZ.(Halltsch'Tor,10-1 1—5. Sonnt. 11— I. Damen- Limmer separat, �eder Kranke verlange Dr. met!. Lodwlgs Auf» klärungsschrist für M. 2.60 im verschloss. Umschlag ohne Auf- druck. Aligabe des Leide«» erforderlich._ Quecksilber Mud alle andere» Metalle Z.MW.MMeilFlVS 0. 27, Slanheaftlbcstraste 5 im. Alexanderpl. u. Zannssigbr. 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Unin: Ein Brief an die amerifcanilchen I • Arbeiter/ bin diplomdlifcher Noter. wcch fei i'ber den weißen und roten Terror/ Offener Brief an den Präudcntcn derVereinipten Staaten von Nordamerika, Herrn WoodrowWiUon•• ,♦% N. Lenin: Rede auf dem 3. Aflmfn&ien Kongreß des RuffiCdien Kcmmuniffifdien Ä Jugend verbanden(Mojkan, 4. Oktober 1920)/ P. F. Kiidrialchew: Wege de, Sowjet- aufbaues/ � P. Miljulin; Soiialismus und Landwirt fchaft/ A- Anikft: Organisation :V ••••• : v de, Arbeitimarltes m den erffen zwei Jahren der Sowp therrfchaft/ W. Pener; Die Einheits�rbeitsfcnulc/ W. Poxnrr: Bericht über die Tätigkeit der Abteilung Einheit,� Arbcitsfcnule im Kommiflai iat für Volk, auf klärung/ W. Lafarcw; Die Arbeitileißung in der Kohlen- und Torfindi ß»ie/ Da, pilchereigewerbe im Oonvcmement Affrodian 1 Karl Kadek; Kongreß der Oftvöfker/\V. Miljutm: Clher Parteiarbeit/ O. Sirowjew: Ober die Sanierong der Partei/ Karl Kadek: Die Organifationsidecn der Kommu- iiiftifdicn Partei Kußland,/ A. Prafalow: Die Lage der Oold- und Platingewinr>ungs~ induftne im Ural/ Prof. N. Gredeskul: Die Krifc in der Intelligenz/ Illustrationen: Acht Mehrfarbendrucke nach den Originalplakaten aus Sowjetrußland; fünf Zeichnungen 180 Seilen nach den n.mfchen Publikationen Preis 8— H. Bestellungen find zu richten an die Auslicferungsilellc für Deudchland: »•••••••••••«••••• l}".. A. Seehol&. Co., Verlag, Berlin C54 Ii .............. .....................................................................e.............. .Nes�-nranti 5p««t. ovrlng, 5t»lnm«k3s4r»ss« 33 „ Treptow, KiefhoSzstr. 18 b Krtiger, Neukölln, Emser Sir. „ Lorenz, Charlottenbg., Wallstr. „ Karlshorst, Schenkstr. 7 a , BnuH!«BflüsoiüKr.' » T,.—;.. sah» sll: sämtlich«• Altmetalle nach wie vor Kel 1 Dodaleii-Miiif gestempelt Mk. ISO 1(6 tö �„ «.kl. Lu�uösteuer. Jeder Ring ist lofccnlos cos maseivem Golde hergratcllt bei voller Garantie tür feinechaliJ Jede Gröüe am Lager. Ca Alb. 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November 1920 »Mitarbeiter der Antibolsche- wistischen Liga" Wir lesen im Dre-dner 0 m m u n i st", dem Organ der Kom- munistischen Arbeiterpartei Sachsens, folgende interessante Au,- fiihrnngen: Da, deutsch« Proletariat lebt« bis vor kurzem in einer dicken Wolke von Illusionen über Sowjet-Ruhland. Unzulängliche und irrig« Informationen über die tatsächlichen Verhältnisse, deren«in« mehr oder weniger kritiklose Sympathie nur zu willig« Aufnahme bereitet« und die einer bis zur Skrupel- lostgkeit gesteigerten Demagogie freiesten Spielraum boten, hatten zu einer Schönfärberei verleitet, dt« nachgerade zu einer politi- schen»«fahr»u werden droht«. Durch zahlreiche Berichte aus silngster Zeit ist das wahre B'ld der russischen Verhältnisse mehr und mehr enthüllt worden. Da- mit ist ein erheblicher Teil der Illusionen verflogen und die Betrachtung auf den Boden der realen Wirklichkeit zurückgeführt. In den Massen löst dies« Aufklärung nun verschiedene Wir- kungen aus. Die einen sind wie aus allen Himmeln gefallen und klappen verzagt zusammen! auf den Verlust des romantischen Eowjet-Paradieses, das sie in Rußland zu finden glaubten, rea- gieren sie mit Berzweiflungsausbrüche». Tränen oder dumpfer Resignation. Di« ander» politischen Geschäftemacher, die von den Gaukeleien ihrer Demagogie lebten, sind wütend darüber, daß ihnen das Konzept verdorben ist: sie schimpfen und sluchen auf die Bericht« und Berichterstatter, schreien über konterrevolutio, nLres Gcchahren und nennen jeden, der die Wabcheit über Rüg- land sagt,«inen Agenten und Mitarbeiter der Antibolfchewisti- . fchen Liga. Da, ist der beliebtest« Borwurf: Mitarbeiter der Antibolsche» «istischen Liga. Wenn Dittmann seine Eindrücke von Rußland wiedergibt, schreit die„Rote Fahne": Mitarbeiter der Antibolschewistischen Liga. Wenn Auswanderer, niedergeschmettert von ihren russischen Erlebnissen, nach Deutschland zurückkehren und warnend berich- ten, brüllt Spartakus: Mitarbeiter der Antibolschewistischen Liga. Wenn Martow auf dem Halleschen Parteitage die terroristischen Praktiken der russischen Regierung gegenüber Arbeitern ileßstellt, tobt der ganz« Ghoru» um Sinowjew: Mitarbeiter der Antibol- schewistischen Liga. Wenn Ledebour im Reichstag gegen die Kommunisten stch wen» det. meldet sich Paul Levi zum Wort, um„revolutionäre Parka- mentspolltik" zu treiben, indem er kläfst: Mitarbeiter der Anti» bolschewistischen Liga. Wenn Otto Rühle den Urberzentralismu» der russischen Staats- parteibureaukratie kritisiert und ihre Unfähigkeit zur Verwirk- lichung de, Sozialismus nachweist, starmatzt in irgend einer Ecke irgend ein Lew'.nsohn: Mitarbeiter der Antibolschewistischen Liga. Das ist dos Klischee der um sachliche Gegenbeweise Verlegenen. Die Verlegenheitsphrase der Entlarvt«». Di« rettend« Formel der Wahrheitsbekämpfer. Jahrelang hat die U. S. P. die alte Sozialdemokratie in schärf- st-r Weis« bekämpft. Die Reaktion hat schmunzelnd zug-schout. Ihr war es recht, daß eine Arbeiterpartei die andere beschimpfte und herabsetzt«. Der Kampf nutzt- ihren Interessen.- Ist es da einem Menschen«lng«sallen. der U.S.P. zuzurufen: Ihr seid Agenten und Gehilfen der Reaktion! Ihr dürft die S.P.D. nicht dlskredttieren! Und wie hat dt« K.P.D. der U.S.P. zugesetzt. Wie hat st« ihr Sündenregister aufgerollt, ihr« Jämmerlichkeit gegeißelt,«hren Verrat gebrandinarkt, Di« Bourgeoisie rieb sich die Hände vor vergnügen angesichts dieses Bruderkriegs.— Wo wat Paul Levi. um feinen Leuten zu gebieten: Laßt ab davon, ihr besorgt die Ge- schäfte der Gegenrevolution! Ihr seid Mitarbeiter der Reaktion! Die K. A.P. hat der K.P.D. ebenfalls nichts geschenkt. Sie hat, während alle Kräste für die Revolution gebraucht wurden, einen großen Teil ihrer Energie aus die Entlarvung und Stäu- pung dieser talmi-lommunistischen Seite verwendet und verwenden müssen.— Hat jemals ein Mensch gehört, daß Felix Lewinsohn die K.A. P. ermahnt hätte: kein Wort mehr gegen die K.P.D.! Damit stellt ihr euch in den Dienst der Gegenrevolution! Denn an dem Kampfe unter Arbeiterparteien hat nur die Reaktion Interesse!? Und endlich gar die russischen Genossen. Wie haben die Rädel, Sinowjew. Lenin die Genossen von der K.A.P. heruntergerissen. beschimpft und diskreditiert.„Dummkopf"...Wirrtopf",„Phrasen- Held"...Konfusionsrat"— das waren die mildesten Titulaturen. die uns an den Kopf flogen. Mitten in der Aktion. Zu einer Zeit, wo wir das vertrauen der Massen am nötigsten brauchten. Wo unser Vormarsch davon abh'.ng, daß der aktivst« Teil des deutschen Proletariat» nicht zum Wanken und Zweifeln gebraucht wurde. Die russischen Genossen nahmen darauf keinerlei Rücksicht. Sie schimpften und zersprengten die Reihen.— Und in Deutsch- land trat keiner vor. der ihnen entgegengerufen hätte:..Ruhe geHallen! Ihr stört unfern Kampf! Ihr verwirrt die Massen! Ihr lähmt die Aktionskrast! Ihr besorgt die Geschäft« unserer und eurer Feinde! Ihr liefert nur Wasser auf die Mühlen der Antibolschewistischen Liga!" An den Anschlagsäulen lasen wir wochenlang große Plakate mit Zitaten aus Reden und Schriften von Lenin. Herausgegeben von der Antibolschewistischen Liga. 5iätt« Dittmann einigen Witz gehabt, so hätte er auf die Bitte Sinowjews in Halle, ihm ein Plakat der Antibolschewistischen Liga für das russische Reoolu- tionsmuseum mitzugeben, damit geantwortet, daß er ihm ein Pla- kat mit den Lenin-Zitaten einhändigen ließ. Aber— wird denn damit Lenin ein Förderer und Mitarbeiter der Antibolschewisti- schen Liga, daß diese ein paar Sätze aus dem Zusammenhang seiner Schriften herausreißt und demagogisch für ein« antikommu- nistische Propaganda verwendet? Keineswegs! Lenin ist vor diesem Mißbrauch nicht gefeit. Was soll er tun gegen solche schuf- tig« Demagogie? Ader was für Lenin gilt, da, gilt such für Martow, für Ditt- mann, für die Rnßland-Answanderer, siir Rühle u. a. Ist Lenin kein Agent von Antibol. obwohl diese mit seinen Reden und Schriften hausiert und agitiert, so sind die» auch die anderen nicht, denen ein Gleiches passiert. Und solange die K.P.D. und ihre«Ryte Fahne", die Sinowjew, Levi und Kon- jorten bis herunter zu den kleinsten Spartakus- und Spartakus. Ersatz-Grammophonen nicht den Mut und die Konseguenz haben, wenn sie schon Martor� und Ledebour. Dittmann, Rühle u. a. als Mitarbeiter der Anisbolschewistischen Liga beschimpfen, diesen Titel auch den Rädel und Sinowjew, Vucharin und Lenin beizulegen, charakterisieren sie sich als elend« De- magogen und geifernd» Wichte, als heuchlerisch« Haltet-den-Dieb-Schreier und schamlos« Brun- neno er gifter, die nur ihre Wut darüber nicht verbergen können, daß sie durch die Verbreitung der Wahrheit in ihren un- sauberen politischen Schiebergeschästen gestört werden. Aus der Internationale Serrati für die Einheit der Partei In einem„Das Gebot der Stunde" überschriebenen Artikel des „Avanti" vom Z«. Oktober präzisiert Genosse Serrati, der lei- tcnde Redakteur des Blattes, feine Stellung zur augenblicklichen politischen Lage und zur Z. Internationale. Den von der so- genannten Konzentrationsgrupp« der italienischen Partei in Reagio d» EmUia gefaßten Beschluß, der eine mögliche Uevernahm« der Regierung au/ parlamentarischem Weg« ine Auge faßt, lehnt er ab. �diejenigen Sozialisten, die vor der Revolution und gegen sie in die Regierung eintreten", sagt Serrati.„hören aus, Sozialisten zu sein und werden Mit- arbeit« der Bourgeoisie. Nur wenn vi« Bourgeotsi« die Flucht ergriff«, wie in U n g a r n chatte die Uebernahme der Macht durch die Partei Berechtigung. Aber die Bourgeoisie fühle sich tag- täglich stärker werden und daher bleibe dein Proletariat nur der Weg, eine Revolution zu machen.„Die Revolution machen, heißt nicht so sehr den entscheidenden Gewaltakt entfesseln— was nach meiner Ueberzeugung nur die notwendige Konfeguenz einer bestimmten Situation ist und fast fatalistisch von selbst kommt-- als vielmehr die Elemente vorzubereiten, welche uns als Partei in den Stand setzen, von diesem unvermeidlichen Ereignis oll« durch Zeit und Ort gestatteten sozialisti'chen Konsequenzen zu ziehen... Die Aufgabe der sozialistischen Partei besteht alio nach meiner Ausfassung nicht darin, die Massen auf die Plätze hinaus- zurufen— wie gewisse Romantiker der Barrikade glauben, sondern in der Porüereituig aller sozialistlschen Kräfte, die unerläßlich sind, um das neue Regime zu konsolidieren und den endgültigen Tmimpf zu sichern." Es ist nur natürlich, ociß Serrati da? beste derartige Instm« mcnt für die Revolution in der jozsalisiijchen Partei, den Gewerkschaften und Genossenschaften erblickt. Er hebt dies mit allem Nachdruck hervor und schreibt dann weiter:„Aus diesem Grunde kann ich ein Bündnis mit den syndikalistischen und anarchistischen Elementen nickt vertreten— wenngleich ich weiß, daß wir im entscheidenden Augenblick mit ihnen vereinigt sei» müssen. Aus demselben Grunde halte ich aber auch die Wahrung der Einheit der Partei mit allen ihren Organen de? Anqrir?, der Verteidigung, der Vor- und Nachhuten für ganz unerläßlich. Ich betrachte die Einheit der Partei daher nicht als ein Element zur Erhaltung der Wahlstegr, sondern als eine unerläßlich» Kraft für die Rrvolutisn, welch«— schwierig in allen Ländern, aber am schwierigsten bei uns—- mindestens alle für den eigenen Triumpf aktiven Elemente ausnützen muß. Das ist der Ker» meiner Gedanken." Serrati bekennt sich dann erneut zur dritten Internationale, be- dingt aber eine gewisse Autonomie für die Partei aus. Ausgeschlossen von der Partei sollen nur solche Milglieder wer» den, die durch das Zusammenarbeiten mi- der bürgerlichen Klasse sich selbst außerhalb der Bewegung gesetzt haben. Auch d!s schmeditchen Krmmilniften für Vorbehalte. Mit 15 gegen 2 Stimmen hat das Exekutivkomitee der schwedischen Parter die Moskauer Bedingungen angenommen, machte aber Porbehalte binsichtlich der die internationale tommun siische Presse regeln- den Bedingungen. Ebenso bedang sich das Exelutivlomitee alle Sicherheiten gegen die b u r e a u i r a t i s ch e n Methoden aus und behält sich vor, auf dem nächsten Kongreß Beslecungsvorschläge vorzulegen. �iis der Partei Die USPD. im Wuppertal Nachdem sämtliche 32 Distrikte zum Ausgange des Halleschen Parteitages Stellung genommen hatten, iund am letzten Sonn- tag in Barmen die Kreiskonierenz statt, die nach kurzer Debatte sich bei fünf Stimmenthaltungen auf den Boden des Leipziger Aktionsprogramm stellte und einmütig die Politik der Neu- und Alikommunisten ablehnt«. Sechs Distrikte, deren Lei- tung ig den Händen der Neukommunisten lag, sind bereit» wieder ausgebaut. Auch in diesen Distrikten steht die große Mehrheit der Mitglieder hinter der alten U. S. P. D. Alle Distrikte, die ordnungsgemäß zustande gekommene Versammlungen abgehalten hatten, stellun sich mit Ausnahme eines einzigen auf den Boden der Grundsätze des Leipziger Altionsprogramms, was auch in der Mahl der Delegierten zur Kreiskonferenz zum Ausdruck kam. Di« lt. S. P. D. des Wuppertals wird auch in den kommende» Kämpfen ihre Pflicht erfüllen. Treu zur USP D. Im Bezirk Westliche, Westfalen, der die Kreis« Hage» Stadt und Land. Schwelm. Altena. Iserlohn. Arnsberg und Olpe umfaßt, ist eine gewaltig« Umwälzung rn der Ausfassung der Parteimitglieder zu konstatieren. Der Bezirk sandte ö Delegierte nach Halle, die für die Annahme der Moskauer Bedingungen eintraten und nur 2 Gegner. Das war allerdings nur möglich. weil keine Verhältniswahl angewandt wurde, da die Anhänger der Bedingungen 1730, die Gegner jedoch 1783 Stim» nun bei der Urwahl erhielten. Auf der Krelskonferenz des Be« zirks, die von last allen Ortsverwaltungen beschickt worden mt, und zu der Vefürworter und Gegner eingeladen worden sind. stimmten 16 Delegierte für Moskau, 7i dagegen. Folgende Resolution wurde mit 7« gegen 16 Stimmen angenommen:- „Mitglieder, die die 21 Anschlußvedingungen der Kommunlstk- schen Moskauer Internationale anerkennen, haben sich damit ver- pflichtet, ihre Mitgliedschaft in der U. 3. P. auszugeben und sich der Kommunistischen Partei, Sektion der 3. Internationale, an- zuschließen. Sie hören mit Anerkennung der Bedingungen auf, Mitglieder der U. S. P. zu sein. Dies« bisherigen Mitglieder sind aus den Mitgliederlisten zu streichen. Sie können öffentliche Aemter oder politisch« Vertretungen im Namen der Partei nicht mehr ausüben." In einzelnen Kreisen verbleiben die Ortsmitgliedschaften ge- schlössen in der U.S. P.D. Viele, die noch vor dem Parteitag in Halle für die Annahme der Moskauer Bedingungen waren, sind jetzt anderer Ansicht. Die Parteiorganisation des Bezirks wird durch den Abgang der Neukommuniste» kaum geschwächt. Hunger Roman von Knnt Hamsun. SSj f«n£?e�et®?.0n"> kommen Sie gerade zu mir?" M-Sie sind mir e,n vollständiges x, von der Strafte Sie kenn?«**oi) bie Redaktion, wo man .�ur für heute abend!" sagte ich..Die Redaktion ist schon geschlossen und ich bin so fürchterlich hungrig." als iÄ teIle. Wtwahrend den Kopf, schüttelte ihn noch, «S'�£n bl4 Hand auf d«r Klinke hatte. «Adieu!« sagt« ich. tächeltt�w+f kein Fingerzeig von oben, dachte ich und drauk IL doch konnte ich auch zeigen, wenn', viertel im™'"' schleppte' mich von einem Häus-r» auf eine* und ruhte nur dann und wann aesverrt tmlrÜ. L* aus. Wenn ich nur nicht ein» mich d>-"Ä„i" ,?»»" ,°°- d°, isdesmak m.n« ,,c6 mir durchaus keine Rubel schlich ich' in eiue'l.u"®"?0ufta6!et°uf meinem Wege sah. vermeiden um b,e Begegnung mit ihm zu "ersuchen tnu™««t 10,1 Ändert Schritt, sagte ich. und Rat werden* von neuem! Einmal muß doch nlf zuvor bcntr»tln"L�atn�anbfunÖi cin Poben' ben id'"och Ladentisch im fit« t Sin einzelner Mann hinter dem an der Tür Kontor mit Porzellanschild Reiben mnil-.e. �ogale und Bretter in langen verlassen botte ein�', bie Kundin das Geschäft Wangen W e alückli�v Dame mit Grübchen in den nobel im Rock r,t aussah! Ich. mit meiner Steck- machen sondern man�J"i�t �nmal, Eindruck auf sie zu in M'-n, Schluchz?» � ob- unb mein4 Saru't � � afS.l'Xfm rnZV ffi ,u •tnen""mi� hungert, und ich habe nicht »>-'ch-.--«"> ich- tun Sie'- nicht!« saate wirklich ieinadeÄ Z- fi, pei ei3!aIt wurde...Ich VM nichts gegessen." Hunger; feit vielen Tagen habe ich Im größten Ernst, ohne ein Wort zu sprechen, fing et an. seine waschen eine nach der andern umzukehren. Ob ich seinen Worten vielleicht nicht glaube, wie? „Rur fünf Oer«? In ein paar Tagen gebe ich Ihnen zehn dafür wieder." „Lieber Mann, wollen Sie mich vielleicht verleiten, aus der Kasse zu stehlen?" fragte er ungeduldig. „Ja", sagte ich.„ja, nehmen Sie fünf Oere aus der Kasse." „Da kommen Sie an den Unrechten", schloß er und fügte hinzu,„und zugleich möchte ich Ihnen sagen, daß ich jetzt genug von der Geschichte habe." Krank vor Hunger und heiß vor Scham, schlich ich hinaus. Eines elenden Knochens wegen war ich zum Hund geworden und-hatte ihn doch nicht bekommen. Rein, nun mußte es ein Ende baben! Es war wirklich allzuweit mit mir ge- kommen. So viel« Jahre hatte ich mich ausrecht erhalten, war fest und gerade dagestanden in so mancher schweren Stunde, und jetzt war ich plötzlich zu brutaler Bettelei herab- gesunken. Dieser eine Tag hatte meinen ganzen Gedanken- gang verroht, meinen Sinn mit Schamlosigkeit beschmutzt. Ich hatte mich nicht entblödet, jämmerlich zu tun und vor dem gemeinsten Krämer zu weinen. Und wa« hatte es ge- nützt? Entbebrte ich nicht fernerhin die Brotrinde, die>ch in den Mund stecken konnte? Ich war dahingekommen, mich vor mir selbst zu ekeln. Ja. sa, jetzt sollte es ein Ende haben! Jetzt wurde vielleicht das Haustor bei uns ge- schlössen und ich mußte mich beeilen, wenn ich die Nacht nicht wieder im Rathause zubringen wollte... Das verlieh mir Kraft; im Rathaus« wollt« ich nicht schlafen. Gott sei Dank, am Erlöserturm war es erst 7 Uhr,' ich hatte noch drei Stunden vor mir. bevor das Tor ge- schlössen wurde. Wie hatte ich mich geängstigtl Und nicht«, nichts war unversucht geblieben, ich hatte getan, was ich konnte. Daß es mir wirklich, während eines ganzen Tages, kein einziges Mal glücken sollte! Wenn ich's auch erzählte, niemand würde es mir glauben, und schriebe ich's nieder, so würde man sagen, daß es erlogen sei. An keiner einzigen Stelle! Ja, ja, dabei war nichts zu machen; vor allem nur nicht mehr herumgehen und rührselig sein. Pfui, das ist ekelhaft, die Bersicherung kann ich dir geben. mein Freund, dadurch wirst du mir geradezu widerlich! Wenn es aus ist mit der Hoffnung, so ist es aus! Könnte ich mir übrigens nicht eine Hand voll Hafer stehlen drinnen im Stall? Ein Streifen Lichts,«in Aufflackern— ich wußte, daß der Stall geschlossen war. Ich machte es mir leicht und kroch im Echneckengang nach Hause, Ich spürte Durst, glücklicherweis« zum erstenmal am Tage, und ging, um mich nach einer Stell» umzusehen, wo ich trinken konnte. Bon den Bazars war ich zu weit entfernt, und in ein Prioathaus wollte ich nicht gehen: vief- leicht konnte ich auch warten, bis ich nach Hause kam: c? dauerte noch eine Biertelstunde. Es war durchaus nicht ge- sagt, daß ich einen Schluck Wasser bei mir behalten würde; mein Magen vertrug gar nichts mehr. Aber die Knöpfe'? Mit den Knöpfen hatte ich es noch nicht versucht. Ich stand still und mußte lächeln. Vielleicht gab es doch noch einen Rat! Ich war noch nicht ganz ver- flucht! Zehn Oere würde ich ganz gewiß für sie bekommen, morgen würde ich dann anderswo noch weitere zehn er- halten, und Donnerstag bekam ich meinen Zeitungsartikel bezahlt! Ich erlebte noch, daß alles gut wurde! Wie hatte ich die Knöpfe nur vergessen können! Ich zog sie aus der Tasche und betrachtet« sie im Weitergeben: vor Freude wurde es mir dunkel vor den Augen; ich sah die Straße nicht mebr. in der ich ging. Wie genau kannte ich nicht den grossen Keller, meine Zu- flucht an dunklen Abenden, mein blutsaugender Freund! Alles, was ich besaß, war Stück für Stück hier unten ver« lchwunden, meine Kleinigkeiten von zu Hause, mein letztes Buch. An Auktionstagcn pflegte ich hinunterzugehen, um zuzusehen, und ich freute mich jedesmal, wenn meine Bücher in gute Hände zu kommen schienen. Schauspieler Magelsen hatte meine Uhr. und darauf war ich beinahe stolz: einen Iahreskalender. der meinen ersten poetischen Versuch ent- hielt, hatte ein Bekannter gekauft, und mein Ueberrock strandete bei einem Photographen zum Ausleihen im Atelier. Es war also gar nichts daran auszusetzen. och hielt die Knöpfe in der Hand bereit und trat ein. sitzt an seinem Pult und schreibt. „Es eilt nicht", sage ich vor Angst, daß ich ibn stören und durci) meine Anrede ärgerlich macben könne. Meine Stimme klang so seltsam hohl, ich kannte sie selbst kaum wieder, und wein Herz schlug wie ein Hammer. Er kam mir lächelnd entgegen, wie er zu tun pflegte, stemmte die beiden Hände platt auf den Tisch und sah mir ins Gesicht, ohne ein Svort zu sprechen. Ich hatte etwas und wollte nur fragen, ob er es wohl brauchen könne... etwas, das mir zu Hause nur im Wege lag. ich versichere Sie, nur zur Plage... einige Knöpf«... Also was denn, was denn mit den Knöpfen? Und dabei kam er meiner Hand mit den Augen ganz nahe. Ob er mir nicht ein paar Oere dafür geben könne?.., So viel, wie er selbst glaube... Ganz nach Gutdünken. Für die Knöpfe? Und„Onkel" starrt mich verwundert an. Für diese Knöpf«?... (Fortsetzung folgt.) Gewerkschaftliches uuu Erpwsionsuuglück in der Hennigsdorfer Strafte Zum Streik im Textil-Großhandel Mo zu erwarten, führten die Verhandlungen vor dem Demo- dilmachungskominissar zu keinem Resultat. Die Arbeitgeber gaben sich den Anschein, als ob sie noch auf ganz hohem Rog sägen, obgleich viele deutliche Anzeichen klar sür das Gegenteil sprachen. Tatsache ist. dah der Referent beim Demobilmachungs- tonimissar, Herr Rechtsanwalt Dr. Kluckbohm, es fertig brachte, ein Angebot der Arbeitgeber zur Annahme den Arbeitnehmern zu empfehle», welches darauf hinauslief, dag die Arbeitnehmer zu- c r it den Streik abzubrechen hätten,«he man überhaupt in Ver- Handlungen treten könne. Dann, aber auch nur dann, wäre man auf Arbeitgeberseite bereit, nur den verheirateten Angestellten Zugeständnisse über das letzte Angebot hinaus zu machen. Die Arbeitgeber im Textilgroghandel sind gewöhnt, zu diktieren! Sie vergessen nur. datz sie jetzt die Masse in einen Kampf hinein- gezwungen haben, der auf diese Weise nicht beendet wird. Zum Kohlenarbeiterstreik hei der Firma% Sochaezewer, Berlin, Wiclefstr.. wird mitgeteilt: Der Streik wird geführt, weil die Firma die Nachzahlung des Tariflohnes vom 3. 5. verweigert. trotzdem alle in Frage kommenden Instanzen sich für hie Zahlung desselben ausgesprochen haben. Ter Kleinhändler, welcher sich der Firma zur Abfuhr des Waggons zur Verfügung stellt, heigt nicht Keibel, sondern Keitel, Emden« Strohe 49.— Um die Organisation zu veranlassen, von dem ihm zustehenden Recht der Arbeitseinstellung Abstand zu nehmen, wurde dem Deutschen Transportarbeiter-Verband folgendes Schreiben von dem Rechts- beistand der Firma S. zugesandt: „Die Firma Sochaezewer in Berlin NW., Wiclefstr. ist. teilt mit, dah Sie durch einen Abgesandten die Arbeiter der gedachten Firma veranlaht haben, die nach deren Arbeitsvertrag von ihnen zu leistende Arbeit zu verweigern und dah Sie ferner durch von Ihnen beauftragt« und bezahlte Streikposten verhindern, dah die gedachte Firma ihren Betrieb weiterführt und insbesondere arbeitswillige Kräfte neu anstellt. Im Austrage der gedachten Firma mache ich Sie daraus auf- merkfam. dah diese Firma von Fhnen den Ersatz alles ihr be- rcits bisher entstandenen und künftig noch entstehenden Scha- dens beanspruchen wird und mache Sie auf den besonders hohen Umfang dieses Schadens hierdurch aufmerksam. Auch alle weiteren Rechte behält sich die Firma sowohl Ihnen gegenüber wie auch gegenüber den emzelnen Personen, welche in dieser Sache schädigend tätig sind, vor. Ich bin beaustragt, die Schadenersatzklagen einzureichen und evtl. sonstige Anträge zu stellen, falls die fchädigend« Tätigkeit nicht spätestens am 3. November d. Is. eingestellt isi.� Glaubt die Firma tatsächlich, daß dieses das Mittel ist. um die Ardeiter gefügiger zu machen? Das Gegenteil wird eintreten, die Belegschaft ist entschlossen, ihr gutes Recht bis zum Aeuhersten zu vertreten. Batterie- und Elementenfabriken. Durch Schiedsspruch vom 1. Oktober 1929 war anerkannt worden, dah die Angestellten der Batterie- und Elementen-Zndustrie Eroh-Berlins nach dem Tarif- vertrag für Angestellte der Groh-Berliner Metall-Industrie vom 28. Juni 1929 zu entlohnen seien. Die Arbeitnehincr haben diesen Schiedsspruch angenommen, die Arbeitgeber dagegen haben sich nicht erklärt und dadurch zu erkennen gegeben, dah sie diesen Schiedsspruch ablehnen. Inzwischen ist der Tarifvertrag für die Groh-Berliner Metall-Industrie vom 28. Juni 1929 sür allgemein t'erbindlich erklärt worden. Di« Branche der Batterie-� und Elementen-Industrix wurde von dieser Verbindlichleitsciklärung nacht ausgenommen. Sie gehört eben ohne Zweifel zur metau- vorarbeitenden Industrie und fällt somit unter die allgemeine Ver- l-tndlichkeitserklärun». Alle Arbeitgeb«, der Batterie- und Elementenindustrie sind deshalb jetzt verpflichtet, die be« ihnen beschäftigten Angestellien nach den für die Grog-Berlin« Metall- Industrie geltenden allgemein verbindlich erklärten Lohnsätzen zu iWzaKlei,. Die Angestellten und deren Vertretungen müssen dies un'gehend verlangen. Jede Firma, die sich weigert, wird durch Schiedsspruch und durch aewerkschastliche Mittel gezwungen werden, die Entlohnung naq dein Metall-Tarif ab l. Zgrni 1929 eintreten*u lasse». Exemplare des Tarifvertrages und die dazu gehörigen Protokoll« können in der unterzeichneten Ceschäftsstelle, täglich in der Zeit von 10 bis 2 Uhr. Sonnabends in d« Zelt von 19 bis 1 Uhr und auherdem Montag und Freitag in der Zeit von 5 bis 7 Uhr. entnommen werden. Afa, Ortskartell, Berlin SW. Kl, Belle-Alliance-Strahe 7/19, III. Ein schweres Erplosionsunglück ereignete sich gestern nachmittag in der Hennigsdorf« Straß«, bei dem Menschenleben zum Opfer gefallen find. Räch zwei Uhr nachmittags stürzte infolge einer H a n d g r a- natenexplofion die Vordenvand des Hauses Hennigsdorfer Slrazze 24 von der dritten und vierten Etage bis zum Dachstuhl ein. Ein Toter und drei Schwerverletzte frnb zu beklagen. De: Dachstuhl droht, da ihm die Stütze entzogen ist, einzustürzen. Mit fünf Löfchzügen rückte die Feuerwehr an. Im 2., 3. und 4. Stock des Vorderhauses waren Wände, Fenster, Türen usw. total e'�vdrückt, im Hinterhause sah es ebenso wüst aus. Jeden Augenöls drohten die aus dem Lot geratenen Wände einzustürzen und die Mieter in den unteren Räumen zu verschütten. Die Feuerwehr holte aus dem 3. Stock, trotz der damit verbundenen Gefahr die Leiche des 47iährigen Bauarbeiters Albert Kaschube hervor. Schwerverletzt wurden die 4t>jährlge Ehefrau Mela Kaschube, der 12jährige Heinrich und 8jährige Fritz Kaschube. Die Knaben wurden nach dem Kaiser- Friedrich-Kinder-Krankenhaus, die Frau nach dem jüdischen Krankenhaus geschafft. Ferner wurde eine Frau Anna Wold, die nebenan wohnte, schwer verletzt. Andere Hausbewohner kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Straße. Treppe», der Hof und die angrenzenden Grundstücke waren mit Schutt und Glasscherben bedeckt. Ueber die Ursachen des Unglückes wird berichtet: Der Arbeiter Albert Kaschube hatte auf den Schiehplätzen in Tegel und Döbe- ritz Granaten und Zünder gesucht, um sich etwas zu verdienen. Es heißt nun, daß Kaschube die Granaten zu Hause entladen wollte, wobei eine besonders schweren Kalibers krepiert fein soll. Die Explosion hatte eine furchtbare Wirkung. Durch den ge- waltigen Luftdruck stürzte nicht bloß die Vorderwand des Hauses zusammen, sondern auch das Innere mehrerer Wohnungen wurde zerstört. Mehrere Möbelstücke wurden auf die Straße geschleudert. Wegen der Einsturzgefahr der beiden Häuser müssen alle Be- wohner ihre Wohnungen in Nr. 24 räumen. Die 2., 3. und 4. Geschosse sind dem Einsturz nahe. An dem Aufkommen der schwerverletzten Frau und ihrer Kinder wurde gestern gezweifelt. Eine große Menschenmenge hatte sich angesammelt, die durch un- sinnige Gerüchte aufgeregt wurde. Wie uns mitgeteilt wird, find die im Kinderkrankenhaus in der Reinickendorfer Straße eingelieferten Kinder so schwer verletzt, dah an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. bllhne", zur Verfügung gestellt worden. Zur Aufführung gelangt'. „Nach Damaskus, 2. und 3. Teil". Die Karten sind in unserer Geichäftsstelle, Bclle-Alliance-Straße 7/10, 8. Etage, in den G« schäftsstunden(von 10—3 Uhr) zum Preise von 4H0 M. erhältlich. Der Zirkus Sarrasani, der im Zirkus Busch gastlert. wartet mit einem neuen reichhaltigen Prograinni auf, das als gut anzo» sprechen ist. Hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Dressur und der Artistik werden gezeigt. Schluß der Darstellung bildet die Pantomime„Mazeppa.— Ob es notwendig ist, dah Direktor S t o f ch sich bei der Borführung seiner Elefanten mit allerhand Orden und Ehrenzeichen bebaumclt, wagen wir zu be- zweifeln. Die Dickhäuter verstehen nichts davon und der größte Teil des Publtkums legt nicht den allergeringsten Wert auf diesen Plunder. Die gewesenen politischen Gefangenen und Inhaftierten treffen sich am Sonntag, den 7. November, vormittags 11 Uhr. Man- teuffelstraße 72. Montag, den 8. November, abends 7 Uhr. Ver- fammlung im Jugendheim. Alte Iatobstraße 130. Anöfchoh für Jugendpflege Reutöllm Am 27. Oktober er. fand im Neuköllner Stadtoerordnetenfitzungsiaal die erste Delegierten- Versammlung des umgebildeten Ausschusses für Jugendpflege statt. die von 56 Vertretern von 59 Sport- und Zugendpflegevereinen mit ca. 9099 Mitgliedern besucht war. He« Stadtrat Wutzkn schilderte einleitend die Berhandlunqen mit der Regierung über die neue Satzung, die leider noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Trotzdem muß sofort im Interesse der Jugend mit der Arbeit be- gönnen werden. Redner empfiehlt, die von den städtischen Kör- perschasten vorgelegten Statuten als Grundlage zur Umbildung des Ausschusse? vorläufig anzunehmen. Da kein Widerspruch er- folgt, werden dieser Satzung gemäß die notwendigen Wahlen v«« genommen/ In den Iügendpslegeausschuh. der aus acht Mitelie- der» der Deputation für das J»gendanlt, dem Kreisjugendpflene? Blum, dem städtischen Iugcndpflcger Schneider und sechs Ve« tretern der angeschlossenen Vereine besteht, werden newählt die Herren: Neumann(Turnverein Jod»), Junger(Neuköllner Sport- verein), Pfarrer Sichert(Verein Maria-Marlha), Wille, Löwen- � stein. Birkigt(Arbciter-Sport-Kartcll). In den Arbeitsausschuß wurden gewählt die Herren: Wilde(Turnverein Jahn), Schilde (Turnverein Friesen), Schinberg(Fr. Turn«schast Groh-Berlir»), Michaelis(Schwimm-Union), Paul(N. Sv.-Kl.„Fortuna"), Iun- ger(N. Sp.-V.). Menge(Svortfreundc), Gumm(Neuer d-utscher Iuqendbund), Iaeger(Den'scher Iugendbund). Pfarrer Siebert ! Maria-Mariha). Schulz(Fr. Soz. Jugend), Becse(Arbeiter- Jugend). Scheffel. Rofenbaum, Birkigt, Schmitz, Otto Schulz(Fr- Turnerschaft), Hansdors(Arbeiter-Wanderbund Naturfreunde), j Aus Äen Oraanikationen Schulräume für Bezirksämter Der Magistrat hat in seiner Verzweiflung, geeignete Räume für die Bezirksämter in Berlin zu bekommen, fein Auqenmerk auf Schulen gerichtet. Die Elternbeiräte der betroffenen Schulen haben überall gegen die Inanspruchnahme von Schulen sür die genannten Zwecke entschieden Protest erhoben. Es sind die Pro- teste nicht nur an den Magistrat gelangt, sondern auch an die Schulaufsichtsbehörde, das Provinziasschulkollegium. Gestern hat in dieser Sache«ine Besprechung stattgesunden, an der Vertreter des Provin.zialschulkollcgiums und des Magistrats sowie die Leiter der in Frage kommenden sechs Schulen teilgenommen haben. Man einigte sich dahin, dah neben den Aulen je vier Schulräume den einzelnen Bezirken vorübergehend zur Verfügung gestellt werden sollen. Die betroffenen Klassen werden nötigenfalls in benachbarten Schulen untergebracht, die Aulen aber in der Regel vor- mittags den Schulen zur Benutzung überlassen bleiben. Die Ab- gäbe sämtlicher Räume an die Bezirke erfolgt nur bis zum 31. März. Nur unter der Bedingung, dah bei dieser Raum- auswahl der Schulbetrieb nicht leidet, ist zugestimmt worden. Es muß dafür gesorgt werden, dah auf irgend eine Weise. Räume sür die Bezirksämter geschaffen werden, damit die Schulen den Zwecken, für die sie bestimmt sind, erhalten bleiben. Die Eltern- beiräte haben die Not nicht verkannt, in der sich der Magistrat befindet, aber sie meinen, dah die Schulen ihrer Bestimmung nicht entzogen werden dürfen. Mit den vier Räumen dürfte vor- erst nicht allzuviel anzufangen sein. Bemerkenswert ist, dah in den Vororten Umtsräume überflüssig werden, dort also für die Bezirksämter leicht Unterkunft gefunden wird. Rur in Berlin macht die Raumfrage große Schwierigkeiten. Die Lösung, die für Berlin getroffen ist. wird niemanden befriedigen. 7.»ijt-ikl. Sonnabend, den k. Ztooeniber, abend» 7 Uhr. bei Bl-sinz, v» bcaer Sir. ZI, engere Vorstanbsswunq. dazü die n«!>q:wähllcn Mitglieder b» -----«»MM der K""' Bezirfo- snd Stadtvelordneten-Pretzkommlslicn und DistrUtsobleut« millioncn. b. Siilrl?«. 5. 361(9. Sonnabend, den ß. Ziaoember. abend» 7 llhr, r-MiNU aal« Noinmissioniädimg bei Retttchlag, Schreineistr. Iß..... ».?!ft-ttl. abend 7 Ubr enger- Vorstandeiiliiing mit' Tgenstelnr: Str. Z3.— iitaiKirleieabend 7 Uhr Tanjigit Str., 1».«stritt. S.3btlg. Sitzung der giinllt-när« h-nt-<>">u> 7 Uhr �"«Hrtn?9 A-b-Iter�It-rnbund) c-!»«iuxo«?aa-sortmun�«rl»t 7 Uhr(�eneralversommluna Srfjulonli Waldemarftr.-0. Tagesordnung." "«• 7 �r abend», Vorstands« Mchle-iu»-?� Unt«?r-inÄ»n M-ntaz. den tz. November, abend- 7 Ubr ilndet unsere rrgelmabig- SiNung statt, wozu sämtlich« Betrieb»rate Mrosilsichlerselbe ,u einer url.biigen Besprechung ju erscheinen haben. SiZuNZ»- lokal 5. Gemeindeschule. Dahlemer Strafle. lNeutülln. Ib. B-p.rt. Zahlabcnd an Zreitag abend 7 Uhr bei Pieake, M t ■' : -''iic Beziikosührer holen Sonnabend, abend» zwischen< uud 7 Up be?'U?llsmann Material ab. Thaelottenbmrtz. I.»nippe, yr.£. P. J, C-lspien-Ledebaur.) Sonnabtw- ____..*1*. � r>.„ � r.. � � r IT 1t* cid_ j_. e e r., o•,_, CTT7,, T1#l, den«. tzlooember, abends 7 Uhr, Extraiahlabend im N-'ga»rant nran» Maliv' tboeihestr. Ztz. Xi» Erscheinen aller Parieiaeaosscn, die aus dem Boden de Ntchiung Crisplen.p-debou: flehen, ist irnbebinai erforderlich.. Eharlotteiinrtz. Biidungskommission. fTrispien-Ledebour.) grcitag ab«� pünktlich 7 Uhr findet eine gemeinsame bringende Sitzung mit den ander- beiden Distrilten bei Kaiser, chetzkowskostratze Ä, statt. Treptow Vaumschlllenwrq. Heute 7 Uhr autzerordentliche GcneralversattiMiu� n. am Treptower Park 2L. Legitimation Mitglied- Gegen die rote Herrschaft im Rathause Eroh- und Kleinhändler machen seit Wochen mobil gegen die rote Herrschaft im Rathause. Alle möglichen Händlergruppen ver- anstalten Protestversammlungen gegen die Äbucht, den Lebens- mitrelhandel zu verstadtlichen. Erst ging es gegen die Fettstelle Groh-Berlin, die eine anders geartet« Verteilung für d,e ihr»n Aussicht gestellten 50 Gramm Butter pro Monat betrieb. Dann protestierten die Bäckermeister. In einer Korrespondenz heiizt es über diese Protestier: „Die Bäckermeister Eroh-Berlins protestierten in ein« Versammlung in den Germaniasälen in der Ehausseestragc fiegen die Verewigung der städtischen Zwangswirtschaft bei der Mehl- und Brotverteilung. Und wenn erst die Herren Genossen, nach Bildung der städtischen Körperschaften und Deputationen mit ihren Berstadtlichungsplänen, die— was man gefälligst beachten wolle— vorerst in ihrer ganzen Größe und Tragweite doch immer noch im Dunkeln behandelt werden, an das Licht der Oenentuch- keit treten, dann werden sich alle Kreise des Lebensmittel- Handels, Fleischer. Bäcker, Kolonialwarenhändler. Milch-, Ge- müse- und Obsthändler gegen diese Pläne auflehnen, die zum Rum von laufenden und Abertausenden von Steuerzahlern führen müssen. Ebenso wie um Löwenstein der kulturelle und geistige Kamps tobte, so wird es dann leidenschaftliche Wirtschaftskämpse geben, für die die jetzige Bewegung nur Plänkelei und Fühler ist. Die sozialistische Mehrheit freilich betrachtet diese Berstadt- lichung des Lebensmittel- und Kohlenhandels als„milchende Kuh" für die durch ihre Revolutionswirtschait vekelendeten städtischen Finanzen, sie gedenkt dabei Millionen und Milliarden herauszuziehen. Wie sie sich täuschen wird! Di« Dürgerschatt wird auf jeden Fall der leidende Teil sein, und dem Blödesten unter den Bürgern im neuen Berlin werden dann die Augen auf- gehen, wohin die Reise der roten Herrschast geht." In dieser Art wird über die wichtige Frage der Lebensmittel- Versorgung abgehandelt. In Wirklichkeit führt die Gemeinde nur die Verordnungen durch/die ihr zur Ausführung übertragen wor- den sind: sie selber könnte die-Zwangswirtschaft sür Mehl und Brot gar nicht aufheben, selbst wenn sie es wollte. Dann aber ist die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln keine Frage, die nur dem Handel angeht. Sie muh vom Standpunkt der Konsumenten betrachtet werden. Deren Interesse muß in erst« Linie allem andern vorangehen. Und eine einsichtige, vorsorgliche Kommunalonwaltung würde schwere Schuld auf sich laden, wenn sie a» diesen Fragen achtlos vorbeigehen wollte. Es ist«ine der wichtigsten Ausgaben der Kommune, der Versorgung der Bevölke- rung mit Lebensmitteln die größte Aufmertjamkeit zuzuwenden. Haussuchung bei der Hotelbetriebsgesellschaft Ein großes Polizeiaufgebot nahm gestern bei der Hotelbetriebs- ge>ellschaft eine Haussuchung vor. Es wurde gesucht im Eden- Hotel, im Restaurationsbeirieb des Zoologischen Gartens und auch in der zu den genannten Betrieben gehöriaen�onditorei Kranz- ler. Es wurden große Mengen Zucker gefunden, von denen die Direktion behauptet, daß es sich um rechtmäßig erworbenen Aus- landszuckec handelt. Tatsächlich wird seit langem das Kuchen- backverbot überall übertreten, insbesondere in den vornehmen Lokalen des Westens. Die Verschiebung von Weizenmehl zu Kuchenzwecke» hat einen Umfang angenommen, der ungeheuer ist. Heute wird das Pfund Weizenmehl in Berlin mit 8 M. bewertet. Die bürgerliche Presse tut«ehr empört, daß in die Geheimnisse der Kuchen- und Torten- bäckerei Einsicht genommen wird und stellt es so dar, als handele es»Ä um Verletzung der Bestimmungen üd« Zwangsbewirt- schaftung von Fleisch, die doch aufgehoben sei. Lei Zkitschke, Virtoriagaitenj buch mit grüner Einlage. Saal aejeizt. «lt-vlieaüke-AalleKberg. Am �reitai;. fcett 5. November, abends S M1' beginnt der Kursus übet„Grundfragen des Sozialismus" in der neuen Sch�.,' Alt-Glienicke. Am Mittwoch, den TO. November. 7 Uhr abends» Zahlabend' die Genossen bei Richtung Crlsplen-Ledebour bei �abe recht» �ricdrichsirair' Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Ref. Gen. Klodt. Adlershof. NiederfchSneweide. Zu der morgen stattfindenden Beerdigung treffen fich � Genossen und Genossinnen um 1.58 llhr auf dem Rahnbof Niederschöneweide- Lberschöneweige. sssreitag abend 6 Uhr findet bei Imberg Sitzung der Elter* beiräte und der Ersatzmitglieder der U. C. P. D. statt. � Tegel. Sonnabend, den«. November, abends 7 Uhr MitgliederversamMl»� Aula Treskowstraße. Tagesordnung: Bericht osm Parteitag. Referent Klodt. Vereinskalender VeteiebsrSts de« Tentfchen else«dahner've''dande?. Arn Freitag» den 5. venrbar. abends 6 Ubr. findet im Neuen Gefellschaftshaus direkt'am Rinnbost� uriooci, auctw.>««ui. yinorz im neuen wie uirZauspaus rtreu am M Treptow�dre{Tortfe�ang�der vertagten Betriebsratekonfuenz statt.-3� nur mit ordnungsgemäßen Mitgliedsbuch und Lelriebsrateausweis. ohns Legitimation unter kejncn Umständen Zutritt. � tfS* die vertrauenslellte und«ngeftelltenrat« der«ichtstLndig«ngestellte» b-'s Mag, strat Groß. Berlin findet am Freitag, den 5. November, nachmittags 4 fA In f« Botzowbranerei. Prenzlauer Allee, eine Versammlung statt, in "ik�altstarif beka� ikini Abstblnk und � 5 t, iCt �tT Verhandlungen über den neuen Ee!. gegeben wird. Die Verhandlungen gelangen am Freitag zum über Annahme oder Ablehnung der Vorschläge des gefaßt werden. m Test ich«r Tran»vorkarbeiter Verband. Deutsche? Metallarbeitee-Verband, Tcnntag. den 7. November, vormittags 9M Uhr, zu einer allgemeinen Versal lang eingeladen. Dieselbe findet� im Schultheiß. Neue Iakobstr. 24—23, statt Veedand sozialistischer Lehrer. Sonnabend abend 7 Uhr im Rathaus, Zimmel Arbe�tsfttznng. Thema: Ans Praxis und Theorie der Ardeitcschule. Elterllk' herzlich eingeladen. Uebersahren und getötet wurde in der Waldstrahe der 89jährige Strommeijter a. D. Aug. Scholtz aus Johannisthal, als er einem Wagen der«trahenbahn ausweichen wollte. Di« Städtisch« Schuldeputation hat im Zentralinstitut für Er- ziehung und Unterricht. Potsdamer Straße 129. eine Ausstellung von Zerchenarbeiten aus Berliner Eemeindeschulen veranstaltet, deren Besuch Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen und auch sonit jedermann freisteht. Es handelt sich in der Haupt- sach* am eine Ausstellung solcher Zeichnungen, die durch Aus- fchnetden, durch Kleben mit Buntpapier, beim Zeichnen von Pflan- L*' rwjm Schreiben von Kunstschrift usw. entstanden sind. Die ?u�'°l-uag ii. wochentags H»'' "-- von 12—4 Uhr, Sonnabends von 12 bis 2 Uhr geöffnet. Das nächtliche Obdach ist im Monat Oktober ~. Lünern und 361 Frauen ausgesucht worden. Die Ob- dachlongkeit steigt, die Räume reichen nicht mehr aus. �*5 �»Uammission, Görlitzer Straß« 51, wird am 6. Ro- nemo« d. a. nach Skalitzer Straße 55/56 verlegt und dortfelbft ■t.. Brotrommifsion vereinigt. Di« Eröffnung der ver- «J! 12* Immission ist auf den 8. November d. I. festgefet-t. toana* ctH" 1920 wird die 143. Vroikommtsston. Berlin p.L �'clefstrahe 53/54, aufgelöst und mit der l42. Brot- lommission, Rostocker Straße 32. vereinigt. Die Eröffnung der vergrößerte» 142. Brotkommission findet am 22. November d. I. BerwallungsbezUi 15. Am Sonnabend, den 6. November. nachm. 7 Uhr, F ra k t i o n s I i tz u n g der U. S. P.(Crispien- Ledebour) im Lokal von Gerhard, Baumschulenstr. 6. Je ein Vertreter der örtliche» Vorstände und der kommunalen Kommis- sionen find eingeladen. lg. Verwaltungsbezirk. Sonnabend abend 6 llhr Fraktion?- sitzung(Richtung Erispien-Ledebour) im Rathaus. Pankow. Breite Straße, Zimmer 17. Zu dieser Sitzung haben die Vorsitzen- den der Orte zu erscheinen. Mitglieder der Asa-Berbäud«! Durch Vermiitelung des Aus- ichusses für volkstümliche Kunstpflege sind der Afa. Ortskartell Groß-Berlin. für die Conntagabend-Vorstelluna am 14. November d. I.«ine Anzahl Plätze im Theater am Vülowplatz,„Volks- r-.r.qncocn. � A-beitee M«»»« eperein«Berlin*. Sonntatz, den 7. Rooember, nach Il-Uandzterg— Hoppegaiten.«bf. 7,t0 Uhr Slettiner Borortbhf. Eöst«" Sit kommen. Z-tzboll»ee«. S.«. Sonntag, den 7. November, Beginn 2M Uhr. ,5)1«'' kania-Fichte-Gsbr. in Cöpcntck. Marienstr. hinter ZLoltstein. Rüittg-German�� Hcufettn, Kaiser Jriebiichftr. nm �eizbeegpiotz. Eiche-Lichtenberg(»„rfiji' Schiieperstr. stroiaa-MInerva in Stralau. Gotzlcrstr, Newitendors-V� j» Berlin tn Neinickenbors, Augusia-Btktoria-Nllee. Zpatcr-Beriin-Concorbi«.,,. Berlin. Schönhaujer Älle«. Eierzier-Platz. Oranienbueg-Meikar.Vlkbq. Nienburg,»aoeljir._ SBaitr �Siasj.-Alchl� 9 in Stasselbe. Bell. B. v-»i\(Muune»i in u-u«. i�umiuc, 40»* ntllv terti. Spandau Adler 31*. in Spandau, Faltenburger Chaussee. Fntke-H� darf in Pankow, trissingenstr. eTutonia-Fichte 12 in Niederschönhousen... fggeg. Cchwlrnre.Charlotienburg ln_ Schwauie. Stern Marienf.-Lanklv ��.7 viiuiuiu-'c.aoioiu in GrüNflU, TW. Teltowkanal. Luftig Fidel-Ält-Glienicke in Nudow, Cöpenicker Str. ,.40� tow'Sickwald« in Baumschulenweg. fUefholzstr neuer Friedhof. Irl Neukölln. Iubiläumsplatz. Fichte S. O.-Lichtenberg in Treptow, �$1�' Süd'Fichie Cr in Baumschulenweg. Forsthans-Allee. � Oandjtr. Treptow derg!-Eintracht im Lichlenbeege: Stadion.' ch-rzbergstr. Jorhcr an) Plätzen 2. Vlannfchasteu. Beeantworlllch für b!« Nedaktiom Emil Rabold, B« r l;*• j.' animoetlich lar de» �seraientell! L-b wig»omertner. itailob«'.ii Berlag,g«nos>«uscha>t Zerelhei!'>. S«n b. i<.. Berlin.— Jirai d.-r«3-'". G m d � ls» V— it-