— Einzelpreis 30 Pfg.« 3, Jahrgang Sonnabend, 6* November 1920 Nummer 474• Morgen-Ausgabe «« ,Rnt4n Spedition selbst adzeholt 8,5» Al. Für Post- bezog nehoern sämtliche Poflonstalir!! Besielluitgen entgegeo. Unter elrnfdond belogen für Deutschland nnd LP erreich IchSo M.. für da- übrige SUe-land 21,60 M. Züiüglich Pglitta-Auflchlag, per Dries für Deutschland und Österreich ZV,— M. «edalltio», und Verlag: Berk»« M,»rette Straß,«-». Die achtgesoaltene R»npar«lll«»elle oder deren Kann, koftd I,— M. einschließlich Denernng-iulchlag. Ztleine Anzeigen i Da- settgrbrieäele Oi.st,xt 2,� M-, jede- enestetA war«>,60 an., einschliestlich Tellernng-zoschlag. Lausende Anzeige» laut Dar�. Fa-itlien-Anzeigen und Stcoer.D-suche 2,20 M. netto pro Zeile. Stellen-Sesuch» G, zvort-Änzeigen: da- settgedruchte Wort 1.60 M., sede- weiter« Wort l,— iDl- FeniisMSn: 5«to NZV, 2vt». 1518, 1605, 163», 1616, 1921 Helfferich und Konsorten auf der Anklagebank Die Schuld der Kriegstreiber— Das Finanzelend des Reiches— Der sterbende Kapitalismus— Das Proletariat und der Sozialismus Unsere Fraktion kam in der Etatdebatte gestern zum zweitenmal durch den Eenösien Dittmann zum Wort. Seine Rede war eine ebenso grohzügjge wie gründliche Ab- «chnung mit den Westarp, Heydebrand. Gräfe und Helfserich. Er wies nach, daß diese Vertreter des alten Systems mit die Hauptschuldigen am Weltkrieg �md, der über die Menschheit entsetzliches Elend gebracht hat und be- zeichnete es als eine Provokation der deutschen und inter- nationalen Pflichten, wenn diese Reaktionäre immer noch die Strrn besitzen, in der Oessentlichkeit aufzutreten. Seine Fest- stcllung über die Helfferich und Genossen, die ohne Rück.- "cht auf das Schicksal von Millionen Menschen einen dcut- Ichen Slegcrfrieden mit allen Mitteln erzwingst, wollten.. brachte die Rechte des Hause«, die sich unter den Schlägen 1 oc» Genossen Dittmann aufbäumte, bald zum Schweigen. �t�noste Dittmann besprach dann eingehend unser« LlUn$t}lm®erfatIIet Friedensvertrag •mm»?; iü dast alle Forderungen letzten Endes ÄL? J?*1 Sul bQ?, Treiben der deutschen Imperialisten «rrw�I J? auch die Folge des Treibens der alldeutschen Konterrevolutionäre und Militaristen, die durch »»�Ir rc"-- Gegenwart betriebenen chauvinistischen Exzesse m immer wieder billige Porwände �orgeden gegen Deutschland liefern. Mit Rachdruck Gekoste Dittmann darauf hin. dah die deutsche Reaie- •rnna gegen das alldeutsche Verbrechergestndel eine Politik der Langmut, der sträflichen Laxheit oersolqe, und daß damit ' auch die deutsche Regierung zum Mi.ts.chuldigen an dem Treiben der Alldeutschen wird. Gegen links droht die Regierung mit rücksichtsloser Anwendung oer Gesetze, ehe diese Gesetze überhaupt noch verletzt sind, gegen rechts da- gegen drückt die Regierung beide Augen zu. Genosse Dittmann ging auf die große Krise ein, unter der mit Deutschland viele andere Völker schwer zu leiden haben. Dabei besprach er die grundsätzlichen ökonomischen und politischen Fragen der Gegenwart, und zwar so klar und grundsätzlich, dabei aber in der Form so knapp, daß sie die permanenteste Aufmerksamkeit des Hauses finden mußten. St kam zu dem zwingenden Schluß, daß die Uhr des Kapita- nsmus abgelaufen sei und meldete nun die Forderungen Ptolctariats durch die Verwirklichung des Sozialismus an. Er verschwieg dabei nicht, daß der Sozialismus eine gewaltige Aroert zu leisten haben wird, um die Völker aus dem Elend herauszuführen. Diese Arbeit werde aber ge- leistet werden, denn an der Verwirklichung des Sozialismus seien heute bereits 80 bis 85 Prozent der deutschen Be- volkerung interessiert. Dag klastenbewußte Proletariat wisse aber auch, daß es seine gewaltige Aufgabe nur erfüllen sann, wenn es die politische Macht erobert, um die Diktatur oes Proletariats solange sicher zu stellen, bis die ökonomischen Grundlagen der Klassengesellschaft gefallen sind. >>d?�-T°Aegunacn des Genossen Dittmann bewiesen erneut, ®- P. D. die einzige Vertreterin der deutschen > o, i Revolution ist. Wäbrend die Rechts- bad-n � Boden des Klassenkampfes verlassen unk ki»»» e'nc reine Reformpolttik treiben, sind die alten letarückJl«" ä o m m ujt i st c n den Grundgesetzen der pro- dak Rp nxniu t0l,ution in Deutschland fo fremd geworden. 'X'�uRnnptt tv nÖcn �nd in den russischen Methoden und �s dem«�e U. E. P. D. ist die einzige Partei, die fest die Bannertrüni? Tatsachen stehend, überall und Zimmer als schen Proletarin, � Führerin des revolutionären deut- führen u"d den Sozialismus zum S.ege . auen Hindernissen zum Trotz! * sprach Dr. Leo l. Er ließ in seiner «uf k?»« � 1, nCn 3otn«der die U. S. P. D. die Zügel schießen. bewiesen bä!te«'k?k. bQ& Dittmann? und Ledebaurs Reden Lmmen eine U.S. P.D. mit den bürgerlichen Parteien L e d e baue in»in» Einheitsfront bilde, erwiderte Äenois« -inem der SKN»». ��""chen Bemerkung i Levi habe mit �entber�iim.n?k..�'�n Mätzchen wieder einmal die Exi- beweiten m �-"nwunisttichen Pariei uns gegenüber ,u fron, mit k.-., � Bedauptung von der Einheit»- tofif»>>!. auf die Mordandrohüngen zu bekräftigen »erde» k»s erwähnt hätte, 1° müsse s-stgestellt gen ki �"�.burch ver chiedene Zeugen in längeren Unterredua- MotdvlSnen k'esnR-''" kommunisti chen Zelle, die ss.h mit sein?,!» n! �chg-wie,en Levi luchte. m.nmeh,- tel» dol- v..r. a''Qd>Cn tu bestreiten, dadurch �» dcman ikern»� behauptete, Ledebäur Hab ssch mit»em ungenannten Nb,7,7°"n.'v?tM�ert. Led?b°Ur Sterte, die völlige h�?��ler Levischen Behauptung gehe ja gerade daraus Briefes Gewahrmnann eben der B e r f a f f« r des Droh- Dittmanns Rede Bei der gestrigen Beratung des Reichshaushalts haben wir hier einen charakteristischen Borfall erlebt. Zn der Person von Dr. Helfferich trat ein Vertreter des alten Systems auf. das im November 1S18 zusammengebrochen ist. Das bloße Auftreten der Zerren Helfferich. Westarp und Genossen bedeutet aber eine Provokation der deutschen und du internationalen Oessentlichkeit. sLachen und Unruhe rechts! Sehr wahr! links.) Sie haben wah- reich des Krieges im Reichstag immer und immer wieder einen Gewaltfrieden gefordert und �jedcn als Landesverräter beschimpft, der einen Frieden der Verständigung forderte.(Sehr wahr! bei den IL S.) Als ich ISIS, als Graf Westarp auf den Sieg Deutsch- lattds hinwies, ihm zurief, es gibt auch ein Totsiegcn, da antwortete mir der Herr Graf: Lieber totsiege», als schmählich untuliegen! (Hört, hört! bei den U. S.) Diese Herren sind es auch gewesen, die bewußt Amerika mit in den Krieg hineingezogen haben durch ihren frevelhasten U-Bootkrieg(Sehr richtig! bei den ll. S.i und die damit Deutschland» Riedeilage besiegelt haben. Dr. Helfferich war es. her mit einem gewaltigen Zahlcnauswand haarjchars vor« zurechnen suchte, daß England beim verschärften U-Bootkrieg in längstens sechs Monaten zum Frieden gezwungen werde. Ein Jahr vorher hatte er allerdings mit einem gewaltigen Zahlen- ouiwand bewiesen, daß es unmöglich jei. Eiwland mit dem U-Bootkrieg ntederzukrtegen. Er kann eben heut« so und morgen ander». Zwei Millionen Tote,«in Heer von Witwen und Waisen und Krüppeln, und der völlige militärische, wirt- das. ist zum großen.Teil r Deutschnätionalen und Mir dagegen protestieren grundsätzlich gegen die Vergewaltigung und würden es auch tun. wenn die Vergewaltigung ausgeübt würde von unseren Alldeutschen gegen die Ententevölker- Mit um so oröliorem Hethf tännon mir nmfi««-»riiinfmr» a,,» mutune schoiiliche. und politische Helffertchs Werk. Da» ist. das Werk der Alldeutschen aller Schattierungen. Diese Herren haben deshalb kein Recht, über den Gewaltfrieden von Vermillcs zu klagen. Dieser Friede ist ihr Friede. Am 10. März 1915 hat Dr. Helfferich hier im Plenum des Hauses erklärt: Wir werden nicht darauf verzichten können, und wir denkennicht daran, darauf zu verzichten, daß unsere Feinde — abgesehen von allem andern— uns für den materiellen Scka- den ouikommen müssen(Hört, hört! bei den ll. S.), den sie mit diesem frevelhaft angezettelten Krieg angerichtet bab-n. Es war Ihr Krieqsziel. Dr. Helfferich, die Gegner auszuplündern. Das haben Sie auch Ruhland gegenüber getan, dem Sie in Brest-Litowsk einen Sieger- und Gewaltfrieden diktiert haben. Die Entente hat nur nachgeahmt, was der deutsch» Militarismus ihr vorgemacht hat. nämlich eine pazifistische Parole umzulügen in eine annexionisttsche Parole. Das Lamento der Deutsch- nationalen gegen den Versailler Friedn schürt deshalb nur aufs neue den Haß gegen Deutschland(Sehr wahr! bei den ll.S.). Alle Gewaltakt« de» Berlailler Vertrages find provoziert durch die Verbrechervolitik der Alldeutschen,(Erregte Zurufe rechts.) denn ohne den rijckstchtslosen U-Bootkrieg hätte es keinen Raub der dcut- schen Handelssloite gegeben, ohne die zwecklose Zerstörung der sranzösische» Bergwerke kein Kohlendiktat der Entente(llnruhe rrckts). oMe die deut'chen Räubereien und Plünderung«» in Belgien und Nordirankreich(lebhafte Pfuirufe rechts.— Sehr richtig! links), nicht alle die Schadenerlatzsorderungen. deren Erfüllung uns fetzt so sehr drückt.(Sehr richtig? bei den U. S.— Fortgesetzt« erregte Zurufe rechts.— Glocke des Präsidenten.) Ohne Hinden- durgprogramm auch keine völlige Zerstörung unserer Industrie. Da? alles find die Folgen der TotengrL ber arbeit der alldeutschen Gewaltnoli"" (Erregte Zurufe rechts.— Sehr richtig! bei den U. S.) Es zeugt nur von der Schafsgeduld des deutschen Michels, daß die Westarp und Helfferich hier überhaupt noch auftreten können. In keinem anderen Lande der Wkt dürften solche Volkst«rV■ er es wagen, jemals wieder den Mund aufzutun. Nur wir. die unabhänaiqen Sozialdemokraten(sehr wahrl * Ken ll. S.— Lebhafter Waderspruch reckts) haben ein'' gegen den Versailler Gewaltfrieden zu protestieren, denn wir allein haben die Politik rücksichtslos bekämvft, die diesen Frieden»er- schuldet hat. Man hat uns in die Zuchthäuser und i« d<« Ge- fängnisse gesteckt, während man doch heute heilfroh wäre, wenn man uns damals gefolgt hätte. Es war unser Hugo Haas«, dessen Tod sich in diesen Tagen zum ersten Male jährt, der unfern Standpunkt zum Versailler Gewaltsrieden im vorigen Jahr in-der Rationalversammlung präzisiert hat. Diesen Ständpunkt teilen wir auch heute nodj.(Sehr wahr! bei den U. S l Wir sassen keinen Zwetsel darüber, daß die rein militärischen For- derungen des Friedensvertrages restlos erfüllt werden müssen,.ebenlo zweifellos aber ist für uns, daß die Wirtschaft- l i ch e n Forderungen des Friedensvertrages dem deutschen Volke eine Last auferlegen, die es dauernd nicht wird tragen können. (Sehr wahr! bei den IL S.) Soweit es sich um dt« Wiedergut- machungen im loyalen Sinne des Wortes handelt, müssen sse er- füllt werden. Aber die systematische Ausplünderung Deutschlands unter dem Deckmantel der Wiedergutmachungen führt zum Zu» lammenbrvch des deutschen Wirtschaftslebens, zum Zusammen- brach ganz Europas und der ganzen Weltwirtschaft.(Sehr richtig! bei den U. S.) Dagegen wenden wir uns mit allem Nachdruck. Aber wir lehnen e« ab, etwa mit den Deutschnattonalen und anderen nach unserer Ausfassung kompro- mtttierten Politikern gemeinsam dagegen z» protestieren.(Sehr , wahr! bei den ll. S.) Denn sie proieltieren, weil die Bergewal. > tigung jetzt gerade Deutschland trifft, i--viiiitiunei. in ui-n Vin, :» � � p l l i e r e n(Lachen rechts), uns zu helfen Notwendigkeiten. � Attentate auf unsere elementarsten Lebens- Di« Kohlenlieferungen an Frankreich stnd notwendig, um ihm Ersatz zu geben für den Ausfall der durch £1 deutschen Militaristen ohne zwingende Rot zerstörten sranzösi» schen Bergwerke. Jedoch gill auch hier der Satz, daß uns das Hemd näher ist als der Rock. Wir können nicht Kohlen, wie es behauptet wird, im lleberflutz an Frankreich abgeben, selber aber unser« Werte, unsere Industrien, unser gakzes Verkehrswesen stillstehen lassen und noch frieren obendrein, wetl es an der nötigen Hausbrandkohle fehlt. Auch die Requirierung von Milchvieh als Ersatz für das im Kriege durch die deutschen Militärs geraubte Vieh der Entente« länder muß ihre Grenzen finden an dem zur Erhaltung u n- serer Volksgesundheit und unserer Nolkslrajt absolut Rot- wendigen. Die Zerstörung der Dieselmotoren ist aus d«r Besorgnis verlangt worden, sie könnten wiederum für U-Bootzweck« Verwendung finden. Das ist offenbar«In« über» trieben« Furcht vor vcm Wiedmrstarten des dcmlchen Hitler- Wassermilitarismus. Wird für das Abwracken der U-Boot« ge- sorgt, upd der Friedensvertrag gibt hie Handhab« dazu, iv kann die Erhaltung der Dieselmotoren allein eilt« solche Furcht nicht rechtfertigen. Die Motor« ober sind wichtig und noi wendig jur das deutsche Wirtschaftsleben.(Sehr richtig! bei den ll. S.) Ihre Zerstörung und das Verbot, neue Dieselmotoren zu bauen, be- deutet Vernichtung hochwertiger Produktionsmittel, bedeutet eine Lahmlegung lebensnotwendiger Produktionsbetriebe und bedeutet Arbeitslosigkeit für Taufende von Arbeitern.. Wir wenden uns deshalb gegen das Verlangen nach Zerstörung der vorhandenen Dieselmotoren und gegen ein Verbot, neue Motoren zu bauen. Wenn die Besatzungskosten im Rheinland fortgesetzt ins Ungemessene wachsen und schon mit\x)% Milliarden Mari im Sonderetat erscheinen, so ist das ein Zustand, der offen- bar der Absicht entspringt, die Luterhaltstosten lür_inö*»uhst große TeUe der Ententearmeen auf Deutschland oM» wälze», ein Zustand, der den völligen Ruin der deutschen Wirtschaft be« schleunigen muß. Leider liefert das Treiben Unserer alldeutsche« Konterrevolutionäre vnd Militaristen immer wieder billige B«r» wände für das Vorgehen der Entente. Die chauvimstischen Exzesse, die sich mit der Regelmäßigkeit der Delirien von Quartalssäufern wiederholen(Sehr gut! bei den ll. S.), wie kürzlich in Breslau und an anderen Orten, hat unser ganzes Volk schwer zu büßen. Gegen das alldeutsch« Verbrechergesindel. da» dies« Exzesse inszeniert, verfolgt die Regte- -in»«switik her Lanamut. der sträflichen Laxheit, daß sieLur UNS wir muifcn vct-i/uiu hm-__...________. Skandal« verantwortlich machen.(Sehr richtig links.) Gegen links droht dt« Regierung mit rücksschtslofer Anwendung der Ge» setze, ehe diese Gesetze Liierhanpt noch verletzt sind; gegen rechts dagege« drückt die Regierung beide Augen'zu. selbst wenn jedes K»»d sieht, daß von rechts her die Gesetze fortgesetzt in der aröb- lichfteu Weis« mit Füßen getreten werden.(Sehr wahrk bei den IL S.) Die Lasten aus dem Friedensvertrage bilden mit 11 Milliarden ein« Summe, die um ein Drittel den ganzen außerordentlichen Reichsetat üb»rstetgt. Darin liegt ein« furchtbare Anklage gegen diejenigen, die uns diese ungeheure Belastung auferlegt haben. Denn die Fach, Elemenceau, Lloyd Georg« und Millerand sind nur die Willensvollstrccker der deutsche« Kriegstreiber. Diese Er- tf]™1"'? ist in Deutschland längst noch nicht genügend verbreitet. -----"•*■!•» nn«» nnk-ri-r Welle liegen lcniunis vi in.t.'eui wiuiui iuiihi-. mvm,----■..... sonst würde der Voltszorn sich noch IN ganz anderer Weise gegen die Helfferich und Konsorten wenden.(Sehr gut! bei den u.s.1 Finanzminister Dr. Wirth hat richtig daraus verwiesen, daß die ungeheuerlichen Anforderungen an unser« Finanz«« d'« Folgen des verlorenem Krieges sind. Er hat dadurch auf die Westarp und Konsotten dingewiesen. über deren volksschädliches Treiben er sich auch schon wahrend des Kr» ges völlig klar gewesen ist. Ich entsinne mich sehr gut. wt-- mir gegenüber 1917 gelegentlich einmal mrstaiidlgen» sprach tat:„Mit den Unsumme.., die der Weltk.i� verM-ngen hat. hätte die Sttenschheit da» ganze Antlitz der«rde verjüng können.-(Sehr wahr! bei den U.S.) �" SM /Innung daß die Deutschnationalen einen Mann mit, solcher �«7 hassen. Die Deutschnattonalen werfen 1- selbst nSchstens Herrn S t r e s c„. n n n in den Orku? hlnabwerse� In Sannooer hat Dr. Hergt nach der Wiederkehr der Monarchle geruM uno dabei behauptet, die Wcmarrfn« hat m• s�"N verstandew Resultat dieser Sparsamkeit aber ist der Rcich-Vankrott. wir hentr stehen. Der Etat der Betriebsverwaltungen geiat ebenfalls die Kriegsfolgeit. Der Krieg hat das Pcrkeh.--» ipcjcn so' hervntergew ir. /chaftet, daß der Finanzminister diese Ah» - �ischaktuilg mit Siecht als eine ynjichtbare Kriegs- a l e i h e bezeichnet hat. Der Finanzminister sab einen Ausweg !S dem Finanzelend nur durch eine groh zügige Produk- i a n s p o l i t i k. Er hattnicht gesagt, wie er sich das denke, das i Sache seines Kollegen vom Reichewirtlchaftsministcrium. Aber ;efer Herr hat es bisher vorgezogen, sich in Schweigen zu üllen. Er soll die Absicht haben, bei der zweiten Lesung des ötats ein Wirtschaftsprogramm vorzulegen. Ich srage: warum o spät? Warum nicht schon bei der ersten Lesung des Etats? Zch bin sehr neugierig auf dieses Wirtschaftsprogramm. durch oas dem im Kriege zusammengebrochenen prioatkapitalist'schen Wirtschaftssystem neues Leben eingehaucht werden soll. Ich sehe keine Möglichkeit, auf der alten Wirtschastsgrundlage neu aus- bauen zu können. Der Krieg hat alle wesentlichen Voraus- sctzungen dafür zerstört. Solange wir aus der Weltwirtschaft ausgeschaltet bleiben— und das ist noch auf lange.�eit unser Los— kann sich der Kapitalismus nicht wieder entfalten und aufrichten. Denn der Krieg hat das ganze Milieu zerstört, in dem der Kapitalismus aus der mittelalterlichen Wirtschaft emporgewachsen ist. Wo der Warenhunger die Konkurrenz aus- schaltet und Monopolkreis« den Markt so vollständig beherrschen wi? gegenwärtig, da wütet die Prcstisucht so sinnlos oast d!e Pro- duktion für den Masienbedarf, die Grundlage für die grosikapita- listische Produktion nicht wieder in Gang gesetzt werden kann. Das haben uns die beiden letzten Jahre bewiesen. Die Pro- duktion wurde zunächst zwar auf privatkapitalistischer Grundlage wieder aufgenommen. Es wurde aber nicht produziert, was die Masse des Volkes am noiwendigsten brauchte, sondern was den grösitcn Profit bracht«! es wurd« produziert für den Lurus- bedarf der inlöndistben Kriegsgewinnler und Wucherer, es wurde produziert für den Auslandsmarkt, auf dem rlcsio« Pro'it« wink- ten. Diese Produktion für Kriegsgewinnler in Deutschland und für die Auslandsschieber trieb diePreise bei uns sprunghast in die Höhe. Dtt Kapitalisten sackten RtesenprosUe ein. Sie schwätzten von einer Wiederbelebung und einer Gesundung des Wirtichaftslcben». Da trat plötzlich der Umschwung, die Krise ein. Der Luxusbedarf der Schieber und Wucherer mar gedeckt, die Preis« bis ,llr Höhe der Weltmarktpreise htnaukg'trie- den. Nun kehlten d'e Käufer für die erzeugten Waren. Die Pro- duktion stockte, die Waren häuften sich am Lager, die Arbeits- loflakeit setzte ein und wuchs mehr und mehr. Das ist die Er- fah'ung der beiden letzten Jahre. Kein Wiedcran'bau, sondern noch grösiere Zerrüttung der ganzen Wirtschaft. Ank ka-italWi- scher Grund'aae ist eben der Wiederau'ban»nmöolich. Der Ka- vitalismus ist nur noch ein Mittel ,ur Zerrüttung, der"lullösung der gamen Vol�wirt'chast. Die Preise steigen, und se böber. um so nwbr wird die breite Polfsmols« r�m Konsum ousg's�lnffsn. und um so mehr verringert sich die Nachfrage, um so mebr st-�t die Produktion, um fo gröblicher aestaltet sich das lrlsnd und die Not der breiten Volksmassen.(Sehr wahr! bei den U.S.) Unter dem Karjialismuo gibt es aus diesem unheilnoll«,, Kreis kein Entrinnen.(Zustimmung bei den U.S.) Das ist nickt die Folg« der Böswilligkeit eines einzelnen Kapita- listen, sondern die Folge des Systems. Masicker Unternehmer, der beute feinen'"etrieb s�liesit. fi-bt keinen ondern Ausweg. um sich vor Verlusten zu schützen, aber die Volksgesamtheit mutz die Bei ri-ebsstr lieg ungen doch mit andern Augen an- sehen.(>-ehr wahr! be! den U.S.) Das Interesse der Volts- ve lnngt die Vei-iebe(Sehr rtcktigl bei den U. S.). um die gesellschaftliche Produktion aufrechtzu- erbauen.» Der P-ivaibesitz an Pradukttonsmitteln steht im Wider- ipruch Zu den Le b eys i tri er eis« n der Gesellschaft. Tie Plllilttivmtttclchcn des Witts Haftsministers werden keine Rettung bringen. Das Problem bleibt in seiner aanzen Grötz« vor uns stehen. Vergesien Sie nicht, dah das Wohl und Wehe von fK> Millionen von seiner Lösung abhängt, l�ehr wahr! bei d-n U.S.). Heute schon finden von den 60 Millionen rund 20 g» i"ioncn keinen zurelch-nden Lebensunterhalt mehr. E'lstenz» j.*~cn, Arbeitslessqkeit, Hunger und Verzweiflung sind ihr Los. Utzd Zwar versckuldet durch die Krlegspolttit der Helfferich und Genossen.(Lebhafte Zustimmung bei den U. S.) Diese Millionen können nicht jahrelang warten, bis ihnen Erlösung wird. Wenn Sie versuchen, ein Wirtschaftssystem künstlich aufrecht- zuerbalten, das geschichtlich bankerott ist, wird eine neue riv-kni'onäre Melle Sie mit Ihrem kapitalistischen Wtrtschafts- systcm hinwegfegen.(Sehr wahr! bei den U. S.) Die Uhr des Kk»i-a.>c.rnuo ist abgelaufen. Das System der Prosttwtrlschast wich ersetzt werden durch den Sozialismus.(Lebh. Zustimmung bei den U. S.) Die Frage wird nur fein, ob sich die Umwandlung vom Kapitalismus'.um Sozialismus ohne grobe Erschüt- terungen oder in eloem fürchterlichen Bürgerkrieg vollziehen wird. Die Entscheidung darüber hängt weit mehr ab von denen, die heute noch wirtschaftlich und politisch in der Macht sitzen, ols von den Massen der werktätigen Bevölkerung, die sicherlich die friedliche Lösung vorziehen wird.(Sehr richtig! bei den U.S.). Tag der Sozialismus angesichts der totalen Vernich- tung der Wirtlchaft durch die Helsseriche kein Paradies schaffen kann, das wissen auch die Prsleiarier, die den Sozialismus heute fordern.(Sehr richtig! links.) Aber sie wissen auch, da tz der Sozialismus die* rationellste und bestmöglichste Wirtschaftsorganisation varstellt, dah der Sozialismus den Profit der Kapitalisten ausschaltet und zum Wohle der Eejainthcit des Volkes verwenden wird. Dieses Bewuhtsein wird eine geistige Verfassung schaffen, in der auch dann noch unver- metdbare Leiden unvergleichlich viel leichter getragen werden, als h-ut« unter dem sterbenden Kapitalismus. Die unausweich- nche Notwendigkeit, dem Sozialismus die Bahn frei zu machen. drängt sich heut« gebieterisch allen auf. Wir erleben es ja, dah selbst Herr Stinnes dem Gedanken de» Sozialismus feine Reverenz ermesst. Er sucht ihn allerdings in seinem Sinn« umzu- biegen.(Sehr richtig! bei den ll. S.) Der Uetergang vom Kapitalismus zum Sozialismus ist heut« bereits— darüber feien Sie sich klar— das unmittelbare Lebensinteresse von 80 bis 8ö Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung.(Sehr rich- tig! bei den U. C.) Wer leben muh von der Arbeit seine« Kopses oder seiner Hände, bat da» grötzt« Interesse am schnellen Kommen des Sozialismus. Hand- und Kopsarbeiter aller Schichten müssen ihn herbeisehnen und müssen ihn aemelnsa« in geschlouetz« Front erkämpfen. Je gröher das Proletarterheer ist, das sicy für den Sozialismus einsetzt, umso schneller und leichter gelangr der Sozialismus zum Sieg«, um so leichter kann das Proletariat den Sieg dann behaupten. Dieser Sieg wird zum Ausdruck kommen durch den Besitz der politischen Macht. Aber auch dann wird die Verwirklichung de« Sozialismus nur möglich sein in einem allmählichen Umwandlung»' prozeh, der aber mit Hilfe der Staatsgewalt beschleunigt we�-' den kann. Und Sie mögen darüber denken, wi« Sie wollen,»>» mögen den Kopf darüber schütteln, Sie mögen darüber zetern und sich dagegen stemmen, soviel Sie wollen, nur das Proletartar, v. h. die Gesamtheit der Hand- und Kopfarbeiter kann da» Wirt« schastsleben überhaupt wieder neu ausrichten, wenn es seldsi»» polLi'che Macht in die Hand nimmt.(Sehr richtig! bei den U.S.) Darin liegt auch die Archtfertigung für da» Proletariat, für die „Di.tatur des Proletariats", denn st« kann zu keiner dauernden Klassenhcrrschafl führen. Das Wesen der Klassenh«'"'�aft Ist vte Unterdrückung zum Zweck« der Ausbeutung, die Untervruaung einer Klasse dücch die andere. Die proletarische Hrrrsckazt de- d»!et aber nickt die Auf'icktung einer dauernden Klasse yerr- s/ sm:.:-n ihre Aukhebung und die Bese'tiauna al!c. Privilegien, die He stellung etuer klassenlosen Eesellzchaft. Wir haben schon mal«ine Art Vorgeschmack von der Diktatur des Proletariat» gehabt. In de« ersten Novembertagen 1918 harten wir für kurze Zeit in Deutschland diese setzt so verpönt« Diktatur des Proletariats. Leider hat es das Proletariat nicht verstanden, diese Diktatur festzuhalten.(Sehr wahr! bei den U. S,) Aber das muh festgestellt werden! alle politischen Fort- schritte gegenüber dem alten System verdankt das deutsche P'lk heute dieser kurzen Periode der Diktatur des Proletariats.(Sebr richtig! bei den U. S.)?n dieser Zeit sind mit einem Feder« strich eine ganze Reihe reaktionärer Gesetze beseitigt, und den Ar- beitermassen neue Rechte und Freiheiten verliehen worden. Da wurd« der Belagerungszustand, wurden Zensur und Schutzhaft sofort aufgehoben. Das Hilfsdienftgesetz, dieses Helfferichsche Zwangsgesetz gegen die Arbeiter wurde be- sritigt. Die Gcsindeordnung und alle Ausnabmebestim- mungen gegen die Landarbeiter wurden auher Kra't gesetzt. Die Arbeitelosenfürsorg« wurde sofort eingeführt, die Ar- beiterschutzgesec-gebung wieder in Kraft gesetzt. Das V e r- eins- und Versammlungsrecht wurde auf die Degmten und Etaatsarbeiter ausgedehnt. Der Achtstundentag, die grähte soziale Errungenschaft der Revolution, wurde gesetzlich fest- gelegt das Dreiklassenwablrecht in Gemeinden und Staat, gegen das das Proletariat seit Jahren vergebens aekämvit hatte, wurde beseitigt. Das allgemein«, gleich«, direkte lind geheime Wahlrecht vom 20. Lebensiahie ab wurde einge- führt, das Verhältniswatzlrecht dazu. Das Frauenwahl- recht wurde damals diktiert, und wenn heute auch auf der rechten Seite dieses Hauses Frauen sitzen, so verdonken sie es der revolutionären Diktatur des Proletariats.(Sehr gut bei den U. Soz.) So hat in Dcut'chland di' Diktatur des Proletariats aus- gesehen, sie ist ohne Vergewalthung. obne Ter'or ausgeübt wo-den! nicht einmal den Kriegsverbreckern ist damals ein Haar gekrümmt worden.(Zuruf bei der U. Soz.! L-Ider!) Ilnd wenn nun das Proletariat erneut zu volitis�er wncfit kommt, ob dann dieser Umwandlongsoro-eh wiederum so friedlich aboehen wird? — Meine Herren, ick sagte schon! das wird wesentlich von den Gegnern des Proletariats abhängen. Ihr Verhalten, das Sie stitdem an den Tag gelegt baden, deutet allerd'ngs nickt auf eine friedlicke Auseinandersetzung bin. Ganz im Gegenteil! Militaristen. Allden�'chz und alle Konterrevo- lutionär« haben sich bis an die Zähne bewafinet, baben sick auf eine blutige Auseinandersetzung mit dem Prol-ta'iat einoeri�tet. Die Geaenrevolution hat den Bür�erlrieg p�aumötzig orsani�ert. (Sehr rickttg! bei den 1k. Soz.) W"« ibr beim Kapp Putsck im März nock nickt aelungen ist. das hosst sie näckstens zu e-rei�en! offene Wtederauf'icktung de» alten Snstrms. Herr von Seeckt— davon bin ick überzeugt— wird leinen Putsch besser vorbereiten als es Herr Lüttwitz getan hat.(Sehr gut! bei den ll. Soz.) Die militärischen Geb>>imaroantiatiao»n der Konierr«"«��» treten ja von Tag-u Tag immer dr-ikter auf Die Oraesck ist übe- das ganze Reich netzartig verbreitet! sie ist militärssck or- ganistert, ihr sieben Massen zur Verfügung und e« besteben Verbindunaen zwischen ibr und der Reick-webr. Wir sieben in einer vosstsscken Situation, die völlig derieniaen var Ausbruch he? Kapp Putfckes rckeickt. Die Rrrssss-n ist te'eit>»m La». ichlaae«. Der preutzss�e Justi'minister leistet der Oraefck Helfe'»- dienste und die Reichsreqierung sekundiert tbm dabei. Herr Getzler Ist nur der parlamentarisch« Prügelknabe für den General van Ceeckt. und verlangt als dessen treuer Fridolin alle Hiebe, die diesem zugedacht sind, als sein unveräutzerllche« Menschen« recht, k Heiterkeit bei den U.S.) DI« Konterrroolution hat beute von der Staatsg-oiolt nock viel wenia-r Widerstand zu kürzten al» die Kavv-Lütiwitze im Mär,. Aber nur«--r der Entente haben dl« Konterrev-'luttanSre nack ein« gewiss« �nast. Die Herren bitten dauernd dl« Entente, ihren SiaaZsstreick im Interesse des AMtkapital» aeaen So\InI«»mn» und Bass�ewismus lü gestatten In der �eze h.n Agnn.MnNchr« in«iss». wurde mir»oii absolut znoetiasiWr Seite erklärt, datz der Oberst Bau er Bei den(*n"ffititi-»n b-rei'-' a«Menat»'rssber d»n S»rg« n�nwra- aen ba«»«. der beim Ka-p-S>.''lch-erlncht«"den ist.(L-bba't« Hört!-Ho't!-Nufe bei den!(. K.) Da die Engländer dem Patr'a- ten Bauer ober dringend abrieten, wurde der Plan im Herbst ttzl!).zun;i+ft verschoben. So winseln unsere lleberpatriote« um die Gunst der PV-nle für j�re wissMiWr»n Pläne. Die den"che Arbeiterllass» mutz gegen a"» Ansck'äa« der Re« gl'ian oeilssa und nrooniloeert'ch a»n>Ist'<'»in. rlckitgi bei den ll. S.) Sie.darf sich nickt wieder üb»rntmieln lassen wie im Mä«. sie darl sich aber auch nicht»on de« Reaktion oro-o- ri»ren saN.n. trotz Ihr», nortrinalitlscken Zersnlitterung ist die Arbeitersckalt sich in diesen Fragen einig.(Sebr inabri bei den ll. S> Ei-ig auch darin, dah bei einem neuen Recht»rii"ch v'n der Abweckr zum Anaris' Uberaeannoen wrrden muck lLebb-'lt« Zustimmnna hei den ll. S.) um mittels Generalstreik und bemoN, U.tom n-„?tond dl- N-arcion dan-rud-'-derzul-blagen kSehr richtig! b«> den U.E). die Diktatur de» Proletariat«'u«rrickten. Gewalt mit Gomalt tu bre«»?» um die Herrlckast de, P»ol»tariats dann>n ss�-rn»Nr oll« ssnkunss s�»br mobri bei den ll. S.) I« eher uns di»se Niederschlagung der Reaktion aelinab de�lo W*t«x wird»s wö-lick sein dah die praletarischen Massen in Frank'-ick und Enoland»nd in den and-rn Entent»ländern»n» ihre Hilfe zur Revision des Versoiller Fri-den« pemöhren. Wir werden den Kam»» um die sossalilii'chen Ziele sübren. im Parlament und anberbalb de« Parlaments. Im Vorwärtsschreiten werden wir die Massen des Proletariats um unser« Fabne sam- mein und den Druck des Proletariat« immer unwiderstehlicher gestalten. Die Sozialisierung de» Verabau» wird der nächste Schritt auf diesem Weg« sein. ,D»e Kohl« g«- hört der Gesamtheit.'— Dieser Satz ist bereit» zum Allgemeingut geworden. Unser Gesetzentwurf über die Sozialisieruna des Kohlenbergbaues wird den Massen draußen zeigen, wo die Haunt- widerstand« gegen eine Neuordnung der Wirtschaft sitzen. In diesem Kampf« werden wir alle» ausrufen, was gemeinsame In- terrssen Maen die gre''en Ausbeuter hat, und wir werden dan»i fssr den Gedanken des Sozialismus neue Anhänger werben. Wir werden nach der Kohle die Sozialisierung der Groheilen- und Hüttenindustrie fordern. Wir werden von der Urproduktion fort- schreiten zu: Halb- und zur Fertigsabrikation. Aber wir werden uns stets oewuht vieiben, dah all« Äsungen im kapilalistssmen Staate nur Kompromisse, nur Halb- und nur Teillösungen find und sein können. Wir sehen in ihnen auch nurvorarbetten s L r d i e 3 e i t. in der das Proletariat dl« Staatsgewalt besitzt und ganze Arbeit wird machen können.(Sehr wahr! bei den U. S.) Unsere geschichtlich« Ausgab« in der unmittelbaren Gegenwart besteht darin, die Entwicklung zum Sozialismus voranzutreiben. Je mehr die Hand- und Kopfarbeiter schon im Kapitalismus in den Betrieb der Produktion und der Wirtschast Einblick gewinnen, desto besser werden sie befähigt und imstande sein, im Sozialismus später die Leitung der Wirtschaft und der Verwaltung in die band zu nehmen. Wir wissen, dah schwere Zeiten vor an» liegen. Aber was auch kommen mag, eine relativ ruhig« Entwicklung oder«in katastro- tzhaler Uebergang, die Unabhängig« Sozialdemokratie Deutsch- !a'chs wird überall und immer die Bannerträgerin und FÜbrerin de« revolutionären deutschen Proletariat» lein»d st« wir» den »-ozialioma» zum Sieg« führen, allen Hindernissen»u« Trotz. (Lebhafler Beifall bei der U. 6.J Den Schluß de« Reich« tagsbericht» geben wir in dar Abend- ausgaob» .rrsnzöflschee Milliardentrrdit für Syrien. Im Budget für IWl wird für Syrien ein Kredit von über einer Milliarde ver- langt. ,Laut Matin wird es deswegen zu einer grohen Debatte im Ftimzau'schuh kommen. Ungarn ratifiziert den Friedensvertrag. Dar Auswärtige An»- schuh der Nationaloersammlung hat die Vorlag, über bis Rartf. zieuilg des Friedensvertrages von Triansn engwemmaiL Ein zweites„Stinnes"- Organ? Die Wirtschaftsrubrik des„Vorwärts" wächst sick nach- gerade zu cinern Skandal aus. Ist in den übrigen Teilen des Blattes von irgendeiner Agitation für die S o z i a l i» sierung des Bergbaue» nichts zu merken, so wird in diesem Teil direkt eine systematische Stimmung»« mache gegen den Sozialismus getrieben. Sorg« fältig werden dort alle Stimmen gegen die Sozialisierung des Bergbaus gesammelt und entweder ohne Kommentar oder mit Zustimmung wiedergegeben. So wird im Freitag- Morgenblatt aus dem Stinnesblatt. der..D. ANg. Ztg.". ein Artikel eines Professors nachgedruckt, der für die Unentbehr« lichkeit de» llnternebmers im Bergbau eintritt. Der„Vor- wärts" sagt kein Wort dazu, obwohl es sehr leicht gewesen wäre. Der Redakteur braucht sich bloss einmal die gerade in diesen Punkten sehr ausführlichen Berichts der Soziali- sierungskommission anzusehen, um imstande zu sein, zu zeigen, dah ein sozialisierter Wirtschaftszweig gar nichts mit einem bureaukratisierten gemein zu haben braucht. Der Redakteur tritt aber nicht für die Sozialisierung ein, fon- dern für die Unentbehrlickkeit des Unternehmers. Noch toller womöglich Ist die Leistung im Abendblatt. Be- kanntlich entfaltet Stinnes eine gewaltige Tätigkeit zur Vertrustung der Industrie. Es vergeht kaum mehr ein Tag, an dem man nicht von einem neuen Verschmelzungsplan hören würde. Jetzt wird mitgeteilt, dah die Siemens- Schuckert-Werke eine Interessengemeinschaft mit der Eielsen- kirchcner Bcrgwerks-A.-G. und der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-Akt.-Ees. eingehen sollen. Damit gliedert sich der gewaltige Rohstoffkonzern unier Führung von Stinnes mit einem Schlage einen grossen Teil der deut- schen Elektrizitätsindustrie an. Das entspricht dem erst kürz« lich entwickelten Programm von Stinnes, die Rohstoff- gewinnung mit der Fertigfabrikatherstellung zu vereinigen. Dnrch dieien Vereinigungsprozess werden«ine Reib« tech- nischer und ökonomischer Vorteile geschaffen, zugleich aber natürlich die Macht des Kapitals ausserordentlich gestärkt. Stinnes forciert diesen Prozess in letzter Zeit aber auch bauptsächlich desbalb. weil\r ihm ein geignetes Mittel zu fein schont, die Kohlenfozialisierung zu verhindern. Wird die Kohlenproduktion nur mehr zu einem Teil der weiterverarbeitenden Industrie, so würde, meint Stinnes. die Sozialisierung der Kohle als Zerreissung eines Skonomi- schen Zusammenbanges und als technischer Rückschritt dar- gestellt werden können. Er übersieht dabei nur. dass der technische Zusainmenhang auch bei der sozialisierten Kohlen- Wirtschaft durchaus gewahrt bleiben kann. ja. dah gerade eine sozialisierte Kohlenwirtschaft, weil sie sich nur von dem Gesichtspunkt der volkswirtschaftlich notwend'-'en Bedarf»- de�unq leiten lassen wird, solche ZusamMenhS'> planm) ng herstellen wird. Er übersieht ferner, dass die fortschreitende Konzentration nur ein Argument wehr dafür Ist. dass die Sozialisierung nicht etwa beim Koblenbergbau stehen- bleiben, sondern auf die andern Zweige der Schwer- Industrie«nd Kraftgewinnung in fortschreitendem Ausbau übergreifen mutz..... Im„Vorwärts" aber steht von all dem nickt» zu lesen. Dafür spricht der. VorwSrts".Redak!eur Herrn Stinnes für feine„schöpferische Arbeit, neue Formen für die Zusammen- ballung wirtschaftlicher Unternehmungen zu finden, seine Achtung" au«. Und jetzt muh man das folgende wörtlich geniessen: Er bringt, wi« Marx fai». den Kapita'ismn, in d«,„Pnppen- zustand", aus dem l-inst als fertiger Sckmetterling die sozialistische Gemeinwirtsckast entsckliivfen wird. Stören wir ihn nicht bei seinem Werk. Di« Sozialisten werden ihn vielleicht noch prei'en ol» ein n ihrer grötzt eni Wir baben also ausser der. Deutschen Allgemeinen Zei« tung" ein neues freiwilliges Etinnes-Oraan im rechtssozia- listischen„Vorwärts" erhalten. Der führende und zielklarste Gegner de» Sozialismus in Deutschland wird vom..Vor- wärts" als grösster Sozialist gepriesen. Der„Vorwärts wünscht, dass man den Kapitalismus ungestört walten lässt. Er unterliegt dem primitiven Missver- ständnlv. dass. weil die Konzentration des Kapitals eine Vorbedingung kur die Berwirklichuna de» Sa-ialismus ae- wefen ill. der Sozialismus darin besteht, unbeteiligter Zu- schauer bei der Konzentration des Kapitals zu bleiben- Statt aus der fortschreitenden Kon-entra'ion. die immer mehr die Verfügungsgewalt über die ganze Volkswirtschaft «n die Händ' einiger weniger Kapitalmn-znaten bringt, zu schliefen, dass der Zeitpunkt gekommen ist. um der kapita- list'kchen Konzentration, die stch auf Kosten der Arbeiter- klasie vollzieht, die sozialistisch- Konzentration aller ökono« mischen Kräfte für die Bedarfsdeckung der gesamten Gesell- schast entgegenzusetzen, preist er den Kani'almaanalen und fordert, man solle ibn ungestört walten lgtten. Das ist nicht nur die Preisgabe der Forderuna der Kohlensozialisierung» da» ist in Wirklichkeit die vollständige Preisgab� de» Sozialismus überhaupt. Der englische Bergarbeiterstreik Wiederaufnahme der Arbeit London, 5. November.(Reuter.) Die letzten Bericht« au» allen ftahlenczedteten deftStt-eu, bat der Aussordervnq de« Bngarbettemrbande» a« die streikend� Bergarbeiter, die Ardelt wieder auszunehmen, Folg« leistet wird, sogar in Lancashire und Südwale», wo ein« E große Mehrheit gegen dl« Annahme de» Abkomme«» zusta«* gekommen war.. All« im Zusammenhang mit dem Bergarbelterftr«'' herausgekommenen, aas die Kohlen bezüglichen Erlasse P* ausgehoben worden. Der französtsche Bergarbeiterkonflikt TU. Pari». S. Rovember-. Dt« Lag« im Bergarbeiterkonslikt ist unverändert. Q«. ist n» kein Lermittlnngoversnch unternommen worden. Gewerkschaften der Bergleute bereiten dl« führnng de« Streikbeschlnsse» für den Iii. »ember eifrig»or. Der Sekretär de» verband«» ertlöl' gestern abend: Wir warten ab. ob«tr zu einem Bermittl«� versuch gerufen werden. Wir ivrrde»»no jedoch dazu dann hergeben, wen« die Bergwerk ogelellichafteu neu, S«<>,'* Vorschläge machen. Wenn dies« ua» ungenügend erschein-. so»erden wir Lberhanpt aus keinen vermittlun�versnch'v!,, gehen nnd un« an die Beschlüsse des Nationalrat» halte«. B�e wir dl» zum 11. November kein» Eenugtnnng erhalte« � � so beginnt am IS. morgen» der Generalstreik in ganz llr*. reich. Dt« Regternnn and die Verower-vgelellschatten habe«'- Wochen Zeit, um nachzudenken. Der Arbeitsriinister i? in Pari»«ingetuoisev, um«ine vermitttungnalti»» in tri» ft leite». Für eine aktionsfahige Inter- nationale! Bon Xart Siosenseld. Mein Veitrag zur Beurteilung der Frage der internat'onalen Organisation des Proletariat« hat in der neu- und altlommu- nistischen Preise und auch auf dem Parteitag der Ä. P. D. viel Slusmertsamteit. aber nirgends Freude hervorgerusen. Unseren Freunden von lint« ist c» scheinbar recht unbequem, dag in un. serer Parteipresse auch jetzt, wie vor Halle, der Standpunkt vertreten wird: Wir wollen nach wie vor den An. schlutz an die 3. Internationale, aber unter a n d e- r e n als den 21 Moskauer Bedingung« n. An der Haltung der neukommunistischen„Internationale" ist interessanter, was sie nicht schreibt, als was sie schreibt. Sie erwähnt mit keinem Sterbenswörtchen meine Mitteilung, dag ge- rad« unter Mitwirkung ihres Freundes K o e n e n der Plan einer internationalen Konferenz der aus der 2. Internationale ausgetretenen sozialistischen Parteien entstanden ist. Diese Fest- stellung ist siir die Neukommunisten allerdings recht unbequem, besonders in einem Augenblick, in dem sie ohnedies als„Oktober- Kommunisten" einen recht schweren Stand gegenüber den Altkom- munisten haben. Sind doch Fritz Eeyer und B r a h schon jetzt in den Augen der Kommunisten recht unsichere Kantonisten (vgl. Bericht über den Parteitag der K. P. D.), und wirft ja die Hamburger Poliszettung, die sich schon vor dem Hallenser Par- teitag als Organ der K. P. D. fühlte, in der Nummer vom L. November D ä u m i g und S t ö ck c r„Schwäche gegenüber den„Nechts-Unabhängigen" vor. Was sollen die Kommunisten von Koenen denken, wenn sie hören chatz gerade er die angeb- lliche 4. Internationale hat vorbereiten helfen. Deshalb»chwcigt sich die„Internationale" hierüber aus. Das Zentralorgan der Neukommunisten macht mir dann den Vorwurf, ich hätte verschwiegen, dah in.dem Veschlug des Leip- zig.'r Parteitages gefordert wird:„Die U. S. P. D. habe sich der kommunistischen International« sofort anzuschliehen, wenn «tne solche Konferenz nicht zustande komme. Trotz aller Bemühungen hat diese Konferenz zwischen Leipzig und Halle nicht getagt." Einen solchen Beschlutz konnte ich schon dezhalb nicht verschweigen, well er gar nicht gefaßt Ist. In Wahrheit lautet der Beschlutz:„Sollten die Parteien der anderen Länder nicht gewillt sein, mit un« in die Mos- kauer Internationale einzutreten, so ist der An- schlutz von der Deutschen Unabhängigen Sozialistifchen Partei allein vorzunehmen." Also nicht vom Zustandekommen der Kon- ferenz, sondern von der etwaigen Ablehnung der sozialistischen Parteien der anderen Länder, in die Moskauer International» »inzutreten, ist der Anschlutz der U S. P.D. an die 3. Inter- nationale abhängig gemacht. Das ist doch wohl etwas ganz anderes. Autzerdem haben die Bemühungen, die Konsernz zu- stanbe zu bringen, zwischen dem Leipziger und Hallenser Par» teitag keinen Erfolg gehabt. Da» hat sich jetzt als Verhängnis- voll erwiesen. Bis zur Reife unserer Vertreter nach Moskau «'lau*,cn a 1 1 e b»"den Äonfetcm angenommen, auf der über die werden soll. Btatn sozialistischen Internationale verhandelt s.ch tll m bittet F°.m hm�'��Aug!and« nicht statt- �bet, wird die Vevöl'rruni nocki'wie vor du,» Gerücht« brun- -.n. fite, e Gerüchte ibehren irder Grundlage.... ° sowie tn beichte. t Vörden. Zwoervem ............ ßWhtz zu den beunruhigenden EsriiHten"gegeben hat. �Demgegenüber fei aber erneut iestgestellt, dah die U e b erwach un g der Grenzen gerade im Hinblick auf unerlaubte Kartosfeltransporte wesentlich verschärft ist. so datz-in- d e Nersorgung Deutch- lands gefährdende Ausfuhr von Kartosteln als u n m o g l, ch gelten kann. Ar.« die Selbstverwaltung Verfaffungsdebatte in der preußische» Landes- Versammlung Die gestrige Fortsetzung der zweiten Lesung der Verfassungs- vorläge brachte eine ausgedehnte und lebhasre Debatte denn Ab- schnitt Selbstverwaltung, sowie bei dem Paragraphen, der die Ernennung der Oberprästdenten, Regierungspräsidenten usw. nur ,m Einvernehmen mit dem Prov,nzialau-schutz vorsieht. Die D e u t s ch n a t i o n a l e n und d,e V o l k s- parteiler kämpfen mit aller Zähigkeit geg en die Bestim- mungen, die den Provinzen ein g-ötzeres Sei Pverwaltungsrech� gegenüber den Zentralgewalt des Landes geben,«o wachst sich dieser Kamps zu einer Auseinandersetzung PO,,che" dem alt' preuhischen strassbureauiratischen staailichen �entrausmus von oben mit der modernen Forderung der lokalen und provinziellen Selbstverwaltung im Rahmen des Staatsganzen aus. Beson- deres Interesse erhält diese Frage durch die benbmchligte A u t o- n o m i e s ü r O b c r I ch I e s t e n. Alle diese Dinge werden von den Rechteparteien erbittert bekämpft«ad d»e„Zerm.mmerung Preußens" als nationales Unglück bezeichnet._„ In der gestrigen Sitzung war es besonders>.«r Deutsch-Volks Betriebsvertrauenslente, Genernlversnmmlungs- delegierte und Betriebsräte des Metallarbeiter- Verbandes Am Sonntag, den 7. November, vorm. gj-j Uhr, findet in den Germania-Sälen, Chaussee st r. 110, eine Versammlung sämtlicher Funktionäre des Metallarbciter-Verbandes statt, die auf dem Boden der U. S. P.D.(C ri spien- Ledebour) stehen. Tagesordnung: 1. Dürfen Partei und GewerWrn'fen zertrümmert werden? Referent: Genosse Joseph Ernst-Hagen. 2. Diskussion. Genossen! Die Erhaltung starker und geeinter Wirtschaft- licher Organisationen ist eine Lebensfrage des revolutio- nären Proletariats. Beweist durch einmütiges Zusammen- stehen, datz ibr nicht gewillt seid, die Einheitsfront auf gewerkschaftlichem Gebiete zerreißen zu lassen. Funktionärausweis des Verbandes sowie Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert. Bezirksverband Berlin-Brandenburg Der geschäftsfiihrende Ausschutz I. A.: Fritz Schneider. parteiler Dr. Leidig, der sich mit voller Kraft für das alt« Prcuhen einsetzte. Er will der Staatsregitrung unbedingt die letzt« Cntschtidung bei der Besetzung der oberen Verwaltungs- Kramten auch weiterhin belassen. Unser Genosse Dr. Cohn rollte in einer großzügigen Rede die Entstehung und das Wesen der deutscken Verwaltung auf und sckilderte die immerwährenden Zusammenstöße dieses bureaukratisch-militaristischen Veiwal- tunasapparales mit den lebendigen Kräften des Landes. Er be- schrankte sich nicht aus die Forderung der provinzialen Autonomie allein, sondern forderte die völlige provinziale Neu- einteilung für Preußen. Er wirkt den Rechtsfozialisten vor, daß sie bei der Versassungsberatung das Erstgeburterecht sozialistischer Wirtschaft für das Linsengericht des parlamenta» rischen Evstem« verkauft haben Wir werden die Rede des Et- Nossen Cohn in unserer Abendausgabe ausführlich wiedergeben. Nach Schluß der Aussprache, an der sich noch die Abgeordneten Dr P r e u ß(Dem.), Dr. Lausche(Ztr.). Staatssekretär Dr. Freund und der Rechtssazialist Heilmann beteiligten, schließt die allgemeine Ausspra-be über den Abschnitt Selbsioer- waltung. Er wird unverändert angenommen bis auf den Paragraphen SS», der bestimmt, daß die Grundsätze llir die Wahlen zur Volksvertretung auch für die WaKlen zu den Provtnzial-, Kreis- und Gemeindevertretungen gelten sollen. Auf Antrag der Demokraten wird hier ein Zusatz einoeschaltet. daß das Wahl- recht zu den Gemeindewahlen von einer Aufenthalts- dauer in der Gemeinde abhängig gemacht wird. Was dieser eckt reaktionäre Antrag mit Demokratie zu tun hat, bleibt das Geheimnis der Demokraten.- Es wird dann noch Uber die Beziehungen von Religion und Sibule zum Staat gesvrocken. Ueber den Auftritt aus der Kirche wird beschlossen, voß die Steuerp'licht früfiestens m i t Ende des S t c u« r t o h r e s. in dem die Austrittserklärung abgegeben wird, erlöschen soll. Nächste Sitzung: Montag, den ld. Rovember. Preustewbien am 13. sbebrnar Die Preutzenwablen sollen aus Grund einer trmiaung zwischen den Parteien mit ziemlicher Bestimmtheit am 18. Februar stattfinden. Der weiteste Punkt des deutschen Bormarsch«». Pariser Blat- tern zufolge wurde auf dem Kirchhof in Louvre» im Kanton Lunarches, 10 Meilen nordöstlich von St. Denis ein Denk m a 1 errichtet, um diese Stelle als den weitesten Punkt de» deutschen Vormarsches von 1914 für alle Zeiten zu kennzeichnen. Das Exekutivkomitee der 2. Internatienale hielt gestern ein« Sitzung ab, an der außer den englischen Delegierten teilnahmen: Für Deutschland Wels, sllr Belgien Vandervelde, für Holland Troelstra. für Schweden Engberg. Die Beratungen werden heute fortgesetzt. Di« italienischen Sozialisten und die Agrarfrage. Di« sozia- listische Parteileitung hat in Turin beschlossen, vom 13. bis 1&. November in Sizilien«inen Kongreß über dit Bodonfrage abzuhalten, dem der Vorstand sein Programm über die Berteilung des Großgrundbcsttze« unterbreiten wird. Sowohl der Landarveiterverbanv als der Gewerkschastsbuad und die Parteileitung werden Vertreter entsenden. Der russisch-englische Haudelsvertragsentwurf. Di«„Times" meldet, daß der Handelsvertrags niwuri mit Sowjet-Rußland in den letzten Tagen von der«ngfischen Renierung einer genauen P'ifung unterworfen wo-den ist. Der Be-tragienlwurf werd« mit Rücksiä t auf die im Auolanoe so sohl wie in England selbst geübte Kriti» noch sehr wichtig, Abänderungen er- sichren. Aus der Wirtschast Der Stlnnes-Siemens-Konzern Der von uns bereits angekündigte fetzt offiziell vollzogene AS- fchluß der Interessengemeinschaft zwischen dem Sttnnes-Konzern und dem Siemens- Konzern. von dem wir auch an anderer Stelle berichten, bedeutet die ge- waltigste Trustbildung, die sich jemals innerhalb der deutsaj-n Wirtschast vollzogen hat. Der Stinnes-Konzern, die sogenanntl: Rhein-Tlbe- Union, umsaßt die Deutsch-Lurcmdurgische Bergwerks- und Hlltten-A.-G. und die Eellenkirchsner Berg- rnens-A.-G., die zusammen über 200 Mill. M. Aktienkapital ver- fügen, wozu der noch in der letzteiz Zeit angekaufte Bochumcr Verein mit 79 Mill. M. Kapital kommt. Der Siemens- Konzern, die neben der A. E. E. führende Macht in der Elektro-Jndustrie, besteht aus der Siemens � Halske �.-E. tn Berlin, der Elektrizitäts-A.-G. vorm. Schuckert u. Co. in Nürnberg und ihrer gemeinsamen Tochtergesellschaft, den SiemensiZchuckert- Werken in Berlin. Das Kapital dieser drei Gesellschaften beträgt gegenwärttg 291 Mill. M. Der Konzern„kontrolliert" aber noch eine Reihe anderer Unternehmungen, unter anderen die Konti- nentale Ges. für elektrische Unternehmungen. Als Stinnes im Reichswirtschaftsrat seinen Plan eines Zu- sammenschlusies zwischen Produzenten- und Verbrauchergruppen aus gemeinwirtschastlicher Grundlage vortrug, um ihn gegen die Eozialisterung des Kohlenbergbaues aussuspiclen. muß die jetzt »ustandegekommene Interessengemeinschaft wohl schon eine be- schlossene Sache gewesen sein. Es ist nicht daran zu daß Stinnes unter dem Deckmantel zu zwetfcln, gcmeinwirtschaft- licher Vorschläge Stimmung für den größten privatwirt s ch a f t l i ch cn Zusammenschluß zwischen einer Rohstoff- nnd einer weiterverarbeitenden Krupp« zu machen suchte. Das ist ihm auch gelungen: die gehorsame Begeisterung der gesamten bürgerlichen Presse zilr diesen Zusammenschluß legt davon Zeugnis ab. Wir aber Hadem einen andern Bewertungsmaßstab an diesen Vorgang zu legen. Für uns stellt er den letzten großzügigsten Versuch dar. auf rein privatkapitalistischer Grundlage eine Pro- dultionsreaelung vorzunehmen. Die lavitalistisch« Wirtschast ist ».. von Grund aus erschüttert, daß das privar- lapitalptr�che Kräfiespiel versagt, daß es nicht mehc imstande ist, eine regelmäßige Versorgung mit Rohstofsen usw.» einen regcl- mäßigen Gang der Wirtschaft zu sichern. In immer größerem Maße suhle» Rohstoff- und Vcrbraucher-Jndustrien den Zwang, das kapitalistische Kräftespiel mit seinen Konjunktur- Ick>wankungen untereinander auszuschalten und sich zu nesiasn Wirtschaftseinheiten zufammen'ufchlicßen. innerhalb deren die Konkurrenz ausgeschaltet ist. Wenn sich Siemens den Rohstosf- brng durch Anlehnung'«» einen Nohstosftrust sichert, kann der andere Riesenkonzern der Elektro-Jndustrie, die A. E. K.. nicht zurückbleiben, und tatsächlich verlautet schon, oaß Verhandlungen mit der A. E. G. und der Oberschlefischen Eisen- industrie-A.-G. über den Abschluß einer Intercsicngemrin- smaft im Gange sind. Der Elektro-Jndustrie wird die übrige Maslbinen-Industrie folgen müssen— die Maschinenfabrik Augs- burg-Nürnberg hat. wie wir berichteten, icbon den Anfang ge- mamt—: Wir stehen hier vor einer Entwicklung, die, wenn das Proletariat ihr kein Ende machen würde, ihren Abschluß erst sind«» würde im G en e r a l t r u st, dem nrivatkapitalistischen Eegenstück zum Sozialismus: es wäre ein Wmsckmftszustand, in dem die gesamte Wirtschaft in einem kapitalistischen Trust zu- sammenaefaßt wäre, der die Produktion und den Verbrauch in seinem Sinne regeln würde. Die Arbeiterschaft muß sich der Gefahr be-mißt werden, die in dieser Entwicklung liegt. Sie muß ein wachsame?. Äuge baden für all« Vorgänge, die in der Linie dieser Entwicklung liegen. Und sie muß für den Augenblick rüsten, da sie der vertrusteten und vereinten Macht des Kapitals ihre vereinte Macht entgegen« stellen wird. Zusammenschlüsse in andern Industrien Reben den großen Zusammenschlüssen, die dos Wirtschaftsleben der kommenden Zeit auf eine ganz neue Grundlage sttllen «erden, werden fast täglich auch kleinere oemeldet: Insbesondere in der B r a u i n d u st r i« geben in der letzten Zeit große Kon- zentrattonsbewegungen vor sich. So haben sich die Schult- beiß- und die E n ge lb a rd t-Brsuerei ksn'ernartig erweitert. Ein neuer kleinerer Zummmenschluß wird jetzt g-meldet. Da- nack wurde zwiscken der Letvziaer Brauerei Riebeck& Co. (7 Mill. M. Kanital) und der Brauerei Eottl. Brückner in Erfurt(2 Mill. M. Kapital) ein Abkommen aefchlosien, wonach dl« Erfurter Brauerei von der Leipziger betrieben wird. «r Die Zigarettenfabrik Aaramicos u. Co. A.-K. in Düsseldorf kauft die Ziaaz-eftensabrik Quell und Wittiq und«rchSht zu diesem Zweck ihr Kapital von 2 auf 8� Mill. M. * Die Kartoffelstärkefabriken haben mit 7 Mill. M. ein Syndikat gegründet, das 90 Prozent der Gefamterzeugung umfaßt. Russische Handelsbeziehunqen Der Berliner Vertreter der Sowfetreaieruuq ist durch das Kam- missartat für Anß-nbandel und das Kommissariat für Landwirt- sckmft beouktragt worden, größere Posten von Materialien in Deutschland demnä�st aa-ukaufcn. Es bandelt ssck hierbei um Aufträge, wel-be die Lieferuno von 1 309 099 Osram- 'ampen. etwa 299090 andere Birnen nnd 29000 Kilogramm I-ch vorfeben. Ferner w-rden 300 909 P f l si q e. 1009 Eggen, 890 Sämaschinen. 448 Mähmaschinen und 400 Harkmaschinen ver- lanost. � Roch einer Melbnnq der..Times" hat die englische Regte- rang mit der russts'ben Handelsdel-gation einen Kontrakt aus Lieferung v\ 1 Million Grubenhölzer abgeschlosje«, England liefert dafür Kohle. PniHt-«nd Landwucher In einer kleinen Anfrage im Reickstaae Zeioen die Konollen und Heuke. daß die ursnrüuafick als Päckie-fchutz gedachte Packtfckui'verordnllng von den Landbesitzern mißbraucht wird, um maßlos-n Bäckst, und Landwucker Zu treiben Alls Grustv des S 2 der Packtschutzardnung verlangen die Landbesitzer Vaa,t- e»b!M,,uo»n bie den fünf- his Zebnig-ben Betrag der bisherigen Bocktfckillinoe ausmachen,""ei«bren Forderungen leoen d,e Cianer die Valuta, ia l-lbst die neuen Kornpreife zu- arunde. In einem Fall wird an Stefle der bis- beriaen Pacht von«llllll Mork fäbrlich 42llll9 Mark verlangt. Demaeoenüber we-den AusfubrunasbelllM- munaen zu der Pochtfchu�brmno«rlonat. die die Pachterbobun» gen bearen-en»nd als höchll'nläisiqe Pachterhobung 190 Prozent de» bisherigen Pachtsatzes festsetzen. Die Aebeitsl-siak-it in Baris. Räch einer Melduna der..Berne» T'u.wacht" g'bl es In Paris zur Zeit ungefähr 7->909 Akbeits- «ose. Am schwersten sind von der Ärbeitslosigkril die Meiallarbe�er betroffen, die mehr als 40 909 Unbeschätt'-zi? au i meist». Die»c- kl fdungsindustrie stellt etwa rg,>9 Arbeitslose. . Die K-hlenprodukti-n in«rloien.„L'Irdependentt V''w bringt in der Nr. 249 die Nachricht, daß acmäß ein«, Mitteilung de»„Bulletin de l'Admlnistration des Mines" die Kohlensv-d- rung m Belgien bei einer Belgschaft von 1S7 217 Mann ,m Mit � di« es Jahre« 1 Sil 499 Tonnen betragen hatuud damit auf 1> na» der gleicken Höhe wie ,m Monat Juli l»i3f steht» der zufällig dieselbe FSrderzahl von 1911490 sonnen. auswies. Da» amerikanisch« Grund- und Bodengesetz"cgen dle Japaner., In Kallzornien ist bei der Abstimmung mit großer Mehr- h«tt die Maßnahme bekräftigt worden. durÄ die die Japaner l vom Erwerb von Grund und Boden in Am-rka aufgeschlossen fem 4 sollen. Vermutlich wird diese Frag« nun vor den Obersten Ge-- ricktlchof kommen da die Btdingungen Über die Ausschließung den i Bestimmungen de» amerilanisch-japanijchen Vertrages von 1811 1 mm mm TlMter iinD Scrgnfipp MM MMM Volksbühne lP/t Uhr: Zum t. Wal«t M«ch Dm»»«»k»»» Ii. u. HI.T»n VlOIInftraftt t42 10.»onrmbtr,?>/, uin i mnnemmsm ms KSpen'lker Str.«x junior BorOarn Staatstheat-r OpfmliBo» ' Übr: Mim loKeiflo «i»»(»telbon« r/f Uhr; Vchüler-Vorftellung Matban brr«v»Is» Sie Mmilistev drtitira- SRat Htinliarbtl , wMes Theater 1 Übt: vthello Ammerspiele 7 übt 6(c0tt ®rog« CchlMspiestails Xatlflrafir T'/tB.i gnraan(äuj. gbpmt.) Sbtattr>. b. rääcr Str. Übt: fiaafw Waatagi«amtch Mauset; Ramsch Komödienhaus �1*21.; 9\t Sache mit Lola i»rtt Max Pallanbarg pltfeflnt Dora a. G., Emmy ötur«» Picha. Haskel, Scherze?, Kiper) Berliner Theater liSvbt:»»» letzt»«va�t» Zriekich-Ttlheliastsdlisiin - Theater- 7>l, Übt; � Hoheit qie Tänzerin Wdeaz. Theater (Vabnbos SonnomibbtQdifl Ualngninbbabnbaf«loflfrftr. ftnut ueb täglich'i� USr; Die Freundin IHU«urifot, Sotne, Bill», Ulbtr», Bellntiini 6a«»t«t 4 U.: Di» ffr. aa W«. LGz-Theater SHrtkl.: Airtot fSaraateofco ßtuir bi» Moni-t Vi, Übt, Flamme kDorsch, Brüning. SSb. Pröchy Veatsch. Mstl-Theattt «vadrndttch?>., Uhr die SchMvligsrelse �i�AdilberVTroce Ho«,or6er() Steves MeMavs' Dttrbrion p,tan Ana Ht üslttltss Dtetm« in bret Slitcn nach einem Motiv Perösts von Fri« GrLndaum. Ä. U MllevaWW -VU Uhr: Hoffmanns trzibiange« �Uh.: m Wim«... 2tfl. SJ Uhr: Der Juxvaron MMM-MM AltxanMr.tr.ZI Bbf. Ja.ne.ltib, Gsla-�äna» p Folies Wrice. ,8 9anatar'z u.> Kind kr». IUI. Itrm Kullbuo loi IV 1 MuntxDiati 14814. Täfl- 7� a Monntas naebn.» Cbr; Sii2eS9nqer Hcott nauaa .. PROGRAMM! Hervor,«g, S' lotril! Zuot Sch'ufl der lus'ige Einakter; -lin Abenteuer I. Witwen«, rein" Vorve.ka f: tt— t'i.o.«-bvbr. Vilhalltl-Ideatn HgL 7,|„ etg. 3",, n. 7"/, Uhr: is tolier. je besser! . Aiose- Theater P/eJUbt; Die flrben Roben Vi, Übt; Mutter u. Sohn Triam-Theater Barnbof Frltdrichstrosir Hratt unb täglich'iji Übt. Oh tiiii tlu fni jbn dbfllt, Burg, Limburg, Dälttii, galktnitrm) Big. 4: per Beninn nln«r frnn. '/.» EM-Theater.. 8 Ballftönbig neues Ptegtemm: tt* Uebttritt darr Stau. at|.3'|, iL:»et eaanbtache »tDiuietrabe d. §13 rttraktlen«n§ »UläftStfll I s g I i ch 71/, Übt■ Sonntage 3", n. Vi, Übt Die neue, gtohr TllsstatlvHgsbllrleske Je toller, je besser! — S Bilbrt— oon ÜVUH. Ltotisirim Rnflrtbtta die ntnta Roortnbrt.Mttrabt. enetmorken, Hunzen kua Grossmann, Johamiisslr. 4 Nordaa 10 b JA. Herren-Garderobe Anzüge, Paletots, Ulster größte Ausxrahl, besonders preiswert Tallsahlung gestattet I Belser, LQinrmcer Sirrfle 87. Kupfer Messing. SUumlnitti »toi m Snpfet ndliaa, Stab, Cid,»Isen I TUuminium, Gntchsilbtt PI eürrbächst Togtsprtis. ,ai,a bächstr Preis. IfldldUBfUe OTieinoii«|10ßerbßrflpr8tr. l StoBfchtdbetfttnfte 55«cht SchSadaufee«llee. 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Lichttnan« ck Co«» ie Schönhauser Str. 10. über die Preise welche die Wetoll-Ankaussstelle Eharlatteuburg» Wallstr. 53, Verliw» Stubbenkammer St?.« für g eMk?. Sirii. IM Mi' _-«rohe 5ie höchsten Preise für samtliche Attmetalle zastll heule üiiemer Putbusrr Strasir 30, I cm Bahnhof Gefundbrunnen. Die höchstch Preis« für sämtlich« Altmetalle «Ohl» henr. Memer Mirbachs«»»». 4.«a, am Zentral-Biehhof Di. hstchstttt Pi�ff~für stmUich« Altmetalle }ahlt heute Wiemer Lichten bnrg, Inngsttas,. 25 om Bolmb. shranbfnetrr Allee. Die bSchften Preise süt selmllich« Altinetalle »lldl! beute . TUTEL. Jcklwsldslnsr Ztr. 5 am Bahnhof Schönhauser Allee Pauba«, »« 5eiiM MMrdM-Mmd _ Bertoaltanfleftelle Berlin. Todes-Anzeig« Dnt Nollegen zur Nachricht, bah iolg«tbt Mitgslebt gestoeb«! stieb' Dir MeraUaibrttmn Luise Johann Neschenberge? Straße 74, am 8. d. Mte. Die Beerdigung findet am Montag, den 8. November, nachm. 3 Uhr. von der Leichenhalle des EmmansKirch- Hofes in Neukölln. Hermannstrahe. aus statt. Der Metallarbeite? »Urea Richter Pankow, Ma�imilianstrahe 44, am 8. d. Mts. Die Beerb! avng findet am Sonnabend, den 6. November» nachm. 5V'« Uhr, von der Leichenhalle des 3. Gemeinde- dirchh feb in der Schönholzrr Heide ans statt. Rege Beteiligung wird erwartet» Nachrufl Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende Mitglied«| verstorben find: Der Mafchiuenarbeiter Otto Klinker Berlin, Strelitzer Str. 43, am 3. d. Mts. Die Arbeiterin Lucilis Uhlsmann Berlin. Skalitze? Straße 32, am 26. Oktober. Der WetallaT-beiter Wilhelm Kiefert Neukölln, Thomasftraße 10, am 31. v. Wt». Ehre ihr«« Blnbeuken t asrlrktigung. Die EinSfchkrung unseres Kollegen Brem« Falken« 1 berger findet am Sonnabend, den 6. November 1920. nackm. ö»/, Uhr, nicht um 1 Uhr, statt» Die Ortsvertuolkuug. Parteigenossinnen Botenfrauen stellt sofort ein die Hauptexpedition Breite Straße 8-9 Sped. Jordan, Dresdener Str. 34ui»S- Auakunst i P.ttatngd.oschast Kdligtast», Prnlia SillV 7» Ot.astübtifeHe Airchstr. 15» T.l.pHan: Zentrum ItU2«.2S» In Heiligeaseeim Pat.au ober bti Campreche, HcUigens.e» K4tschall.., SOifacdit bei I�eHrHuIigenseee Straßenbab». Die bbchsten Preise für sämtliche Altmetalle laHIi Heut» SVallauksttab.»1 M>a,r�P al»,.t.>e »noro oaizn� Vs Gut gebunden 4.— Mark Buchhandlung„Freiheit" Berlm C.2, Brette Straste 8-9 Nr. 474 Beilage zur„Freiheit" Sonnabend, K. November 1920 Zur Jugendbewegung Von einem Jugendlichen. A. F. Vom 7. bis 9. November findet in Leipzig die Reichsionfcrenz der„Sozialistischen" Proletarierjugend" statt. Aller Voraussicht nach werden wir dort ein ähnliches Bild sin- edn, wie auf dem Parteitag der U. S. P. D. in Halle. Die sozialistische, radikale Jugend leidet gleich den erwachsenen sozialistischen Arbeitern am Spaltungsfiebcr. Wir be- dauern das, weil es unsinnig ist für beide Teile. Aber der Ar- beiterschaft wie auch der Jugend nutzt kein weinerliches Lamen- tieren, sondern nur die Kraft der Tat die aus der Erkenntnis der Verhältnisse entspringt. Die.�reie Sozialistische Jugend", jetzige„Kommunistische Iu- gend", hatte erkannt, dag die Jugendbewegung nur ein Teil der sozialistischen Arbeiterbewegung sein kann. Ohne sie verliert sie ihre Existenzmöglichkciten in mehrfacher Hinsicht. Nun glaubte sie und glaubt es bis heute, das; aus dieser Erkenntnis die Auf- gäbe entspringt, alles das zu tun, was die Arbeiterschaft tut, alle die Kämpfe zu führen, die die Arbeiterschaft zu führen hat. Hier- aus entspringen alle ihre Taten und vor allem— ihre Schwäche. Ihre Schwäche ist die innere Leere, die Hohlheit von Wort und Tat. Sie kennt— von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen — nicht die ökonomischen Zusammenhänge unserer heutigen Gesell- schast und kann daraus keine Folgerungen ziehen. Sie kennt nicht die psychologischen Eigenheiten der Jugend und kann darum auch hieraus keine Lehren ziehen. Und da bleibt ihr nichts, als das Gebühren der Arbeiterparteien, zumeist einer ganz bestimmten, getreulich nachzuahmen. Das ist die kurze Eharakterisierung un- serer kommunistischen Jugend! Da ist nichts hinzuzufügen.' Das gleiche gilt von der„Arbeiter-Iugend" und— leider— auch von dem größten Teile der„Sozialistischen Proletarier- jugend". Was kann aber die sozialistische Jugendbewegung sonst sein? Sprechen wir es offen aus: die Vorstufe zur politischen Betätigung.— Wir müssen das aussprechen, trotz der Verräter-Rufe, trotz der ..Konterrevolutinäre", die uns an den Kopf fliegen, wenn wir der Jugend als solcher und uns helfen wollen. Denn es hilft ihnen ja alles nichts: es ist doch so! Haben wir diesen Tatbestand festgestellt, ergibt sich von selbst die Jugendbewegung. Ihre erste Aufgabe muß sein, die in- differente Jugend aus Kinos und Rummelplätzen, aus Kneipen und Varietees zu ziehen und sie zu selbständig denkenden und handelnden Menschen zu erziehen oder— gebrauchen wir das viel- geschmähte Wort— zu bilden. Dazu sind vor allem Anziehungspunkte nötig. Solche gibt es in Masse. Jugendheime, Epielabendc, Bibliotheken, Lehrlings- boratung. Wanderungen und ähnliches üben genug Anziehung?- kraft aus. Aber ist der Jugendliche erst da, dann beginnt die schwere Arbeit des Bildcns. Hier haben alle Iugcndorganisa- Honen in ihrer Gesamtheit versagt, trotzdem einzelne Orts- gruppen glänzende Erfolge erzielt haben. In der Tat hängt diese ganze Bildungsarbeit von dem Orts- gruppenleiter ab. Die Bildungsarbeit der sozialistischen Jugend- bewegung hat nicht Bildung im bürgerlichcg Sinne zu vermitteln, sondern solche vom praktischen sozialistischen Standpunkt aus. Nicht Schlagworte prägen, sie zerpflücken: nicht allge- meine Redewendungen, sondern bis ins kleinste gehende Erläute- 7ung eines Begriffes: nicht trocken« Vorträge, sondern Dis- kussioncn, Frage und Antwort sind unbedingte Erfordernisse. Fra- gen wir:„Was ist Sozialismus?" schweigen unsere Jugendlichen. .fragen wir aber:„Was ist ein Arbeitgeber?" so ist es erstaunlich, wie regsam diese selben Jugendlichen plaudern können. Und so müssen sie ständig weiter geführt werden, langsam, beinahe un- merklich. So entwickelt sich ihr Denken, bis sie endlich selbständig geworden sind.>— Viel ist hier versäumt worden, aber noch ist die Zeit zum Besiermachen nicht vorüber. Schlagwortsozialisten sollen aus der sozialistischen Jugendbewe- gung nicht hervorgehen, sondern Sozialisten, die aus innerer Ueberzeugung bereit sind, Gut und Blut für ihre Idee zu geben, die nicht nur zerstören, sondern auch' aufbauen können... I Woran aber krankt unser« Jugendbewegung heute? Kommt her Jugendliche aus der Bolksschule. ist er vollkommen unselbständig. Cr tappt umher und sucht einen geistigen Berater, einen Freund. So kommt er in unsere Bewegung. Dort findet er zwei, drei oder mehr in ein Wortgefecht verwickelt, aus dem immer wieder U.S. P.D., K. P. D., Verräter, Internationale, Revolution usw. hervorkltngen. Er setzt sich in die hinterste Ecke, hört eine Weile zu und langweilt sich dann. Was geht ihn der ganze Quark an?— So geht er schließlich, geht zum Kino und zum Rummel, zum Schund und zum Zndifferentismus. Wer hat schon in der Jugendbewegung.ruf solche Jugendliche acht gegeben und sie für den Sozialismus gewonnen"-- Man hat ja keine Zeit dazu, man muß ja in Politik machen... Aber selbst wenn der Jugendliche-- oit durch äußeren Zwang gezwungen— weiter bleibt, wird er sich nicht in die Idee hinein- finden. Er wird die Worte der anderen aufsangen und Worte reden. Nur Worte, wo hat er sie versteh m gelernt?— So werden wir zum Phrasentum erzogen, so zwingt man uns, mehr zu scheinen, als wir sind!-- Das war und das ist unsere Jugendbewegung! Alle noch so schönen Redensarten helfen nicht darüber hinweg! Und doch schauen wir hoffnungsvoll nach Leipzig und warten auf das Entstehen einer wahrhaft jungen Jugend- bewegung. Mögen wir uns nicht getäuscht haben! Wir geben dieses Bekenntnis eines Jugendlichen gern wieder und möchten wünschen, daß die erwachsenen Genossinnen und Ge- nassen mehr als bisher die Jugendarbeit in den Kreis ihrer Re- tätigung ziehen. Die Spaltungstcndenzen, das hohle Schlagwort- gerassel, die revolutionäre Phraseologie, unter der heute die Ar- beitersmaft leidet, lasten dopvelt und dreifach auf der proletori- schen Jugend. Setzt hier nicht energische, zielbewußte, von der Liebe zur Zugend getragene Arbeit ein, so ist zu befürchten, daß uns die Jugend in ihren besten Elementen verloren geht. Daß das ein ganz gewaltiger Verlust für die Sache des revolutionären Sozialismus wäre, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Aus der Partei Demaskierung Die Neukommunisten, die aus demagogischen Gründen den Namen der U. S. P. nicht gleich dem Programm dieser Partei mit über Bord geworfen haben, sondern ihn zum Zwecke des Mit- gliederfanges vorläufig noch beibehalten, lüften die Maske nun doch nach und nach. Wo sie sich stark genug fühlen, da zeigen sie jetzt schon ihr wahres Gesicht. In Halle n. S. hielten sie am Sonntag, den 31. Oktober, ihre Kreisgeneralversammlung, nach der neuesten Bezeichnung ihren Unterbc-irkstag, ab. Dort spielte auch die Berschmelzungsfragc mit der K. P. D. eine Rolle. Kilian äußerte Bedenken gegen eine zu schnelle Verschmelzung, denn„die Anhänger der Partei Crisvien warten darauf, daß wir unseren Namen ablegen". Einige Schlaumeier, die diese böie Klivve um- schiffen möchten, schlagen für das neue kommunistische Sammel- surium die Benennung vor:„Deutsche Sektion der 3. �iommunisti- schen Internationale U. S. P. D.. K. P. D. und K. A. P. D." Wenn die Moskauer ein Preisausschreiben machen, finde» sie viel- leicht jemand, der einen nach längeren Namen austüftelt. Das haben denn auch die anderen Teilnehmer des Hallenser Bezirks- tagcs schon begriffen. Nicht nur der Vorsitzende Lcmck, sondern auch der neue.,Volksblatt"-Nedarteur Stern, polemisierten gegen Kilian und betonten besonders, daß man mit der An- »ahme der Moskauer Bedingungen die Verpflichtung übernommen habe, einen ganz bestimmten Namen anzunehmen. Das ist auch unsere Rieinung. Und dieser Name ist eben: Kommunistische Partei Deutschlands. Alles andere ist Betrug. Niederschönhausen Am Dienstag fand hier die erste Mitgliederversammlung nach der Trennung statt, nachdem die Neukommunisten bereits vor einer Wache ihre Mitgliederversammlung abhielten. Der zahlreiche Besuch stand in keiner Weise hinter früheren Mit- gliederversammlungen zurück und mit Genugtuung konnte man feststellen, daß die alten bewährten und tätigen Genossen dem Banner der 11. S. P.D. treuaeblieben waren. Einen anl'baulick'en Bericht vom Parteitag gab Genosse Schneider. Die Vorstands- wählen hatten folgendes Erqebnis: Borsitzende: Genossen S e« g e r und Dorn: Schriftführer: Petersen und Genossin Kopli»: Kassierer: H e n n i g und Fr icke: Revisoren: Kopiin, Rochier und Genossin Borngräber. Es kann sestgestellt werden, daß die große Mehrzahl der Mitglieder auf unserer Seite steht./ Der Schiedsspruch für die städtischen Arbeiter Das tarifliche Einigungsamt hat unter Vorfitz des Bürger- meisters der neuen Stadtgemeinde Berlin, Ritter, In der Lohn- streitigkeilsfrage des Magistrats mit den Arbeitern und Bureau- Hilfskräften folgenden Schiedsspruch gefällt: Der zwischen den Parteien— den Magistrat Berlin einerseits und den Arbeiter- und Angestellten-Verbänden andererseits— abgeschlossene Lohn- bezw. Vergütungstarif wird dahin abgeän- dert: 1. Der Stundenlohn der in den städtischen Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen wird um fünfzig Pfennige je Stunde erhöht. Der in dem Tarif erwähnte Begriff der Cchwerarbeit für die in diesen Werken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterin- nen fällt fort. 2. Alle andern Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten zwanzig Pfennig je Stunde mehr als bisher. . Sämtliche nichtständig Angestellten lHilfskräfte), die unter den Vergütungstarif fallen, erhalten die diesem Satz ent- sprechende Erhöhung ihrer Monatsvergütung. 3. Ausgenommen von der Erhöhung des Lohnes lVergütung) find die in Kost und Logis befindlichen Personen und die Jugendlichen im Alter bis zu 17 Jahren. 4. Dieser neue Tarif gilt auf unbestimmte Zeit. 5. Die Parteien haben sich bis zum Freitag, den 12. November 1920. vormittags 19 Uhr, zu erklären, ob sie diesen Schieds- fpruch annehmen. Der Transportarbeiter-Berband teilte kurz vor Redaktionsschluß mit, daß heute, Sonnabend, bei der Straßenbahn und in den städ- tischen Betrieben die Urabstimmung über den Schiedsspruch statt- findet. � Ablehnung des Schiedsspruches durch die Ange st eilten?» Die Funktionäre und Vertrauensleute der Richtständigonge- stellten(Hilfskräfte) des Eroß-Berliner Magistrats nahmen am gestrigen Freitag abend in einer in der Bötzow-Brauerei abgehaltenen Versammlung zu deck vom Tarifeinigungsamt des Ma- gistrats gefällten Schiedsspruch Stellung, der für die Arbeiter der städtischen Elektrizität?-. Gas- und Wasserwerke eine Stunden- lohneihöhung von SV Pfennig, für die yilfskräste einen solchen von 20 Pfennig vorsieht. Der Vertreter der Asa. Hochschild. refe- rierte über die Finanzlage Berlins, wie sie der Stadtkammerer Böß in der Verhandlung mit den Organilationsvertretern der Angestellten dargestellt hatte und übte an leinen Ausführungen scharf- Kritik. Sowohl Hockschild. wie au» d" Vertreter des Verbandes der Kopf- und Handarbeiter, Beriter, empfahl den Versammelten, den Schiedsspruch abzulehnen, �n der anschließen- den Diskussion wurde von den meuten Rednern das Eintreten»n eine Äkiion gefordert, andererseits wurde auch darauf hinge- wiesen, daß es der Angestelltenschaft b«,m Berliner Magistrat zn einem energischen Handeln an der nötigen Geschlossenheit fehle. daß ferner auch die Arbeiterschaft diesen Angestellten mißtrauisch gegenüberstände. Es gelangt« schließlich folgend« Entschließung zur Annahme: „Die heute in der Bötzow-Brauerei versammelten Ange- stelltenräte und Funktionäre der Nichtftändiaangestelltcn beim Magistrat Berlin erblicken in dem Schiedsspruch des Eini- gungsamtes eine Ablehnung der eingereichten und vom Ma- aistrat als berechtigt anerkannten Forderungen. Sie können der Kollegcnschait nicht empfehlen, diesen provozierend wirken- den Schiedsspruch anzunehmen. Sie lehnen die 20 Pfennig- zulaao. die eine Summe von 30.40 Mark pro Monat beträat. grundsätzlich ab, da sie es nicht verantworten können, daß durch diese Bettelpfennige die gesamte arbeitende und auch der im Luxus erstickende Teil der Bevölkerung darunter leiden sollen.' In einer bis zum kommenden Montag abzuhaltenden Ilr- abstimmung in den Betrieben soll über Annahm« oder Ableh- nung des Schiedsspruches entfchteden werden. Je nach Ausfall der Abstimmung wird dann von den Organisationen die Parole für das weitere Verhalten der Angestellten gegeben werden. Zw» Schluß der Bersammlung wurden die Funktionäre aufgefordert, dafür zu sorgen, daß der 9. November durch Arbeitsruhe begangen wird. Hunger Roman von Knut Hamsun. L4I Nur so viel für eine Zigarre, oder was er wolle! Ich ging gerade vorüber und wollte mal anf-agen. Da lackte der alte Pfandleiher und ging ohne ein weiteres Wort an fein Pult zurück. Ich stand da. Eigentlich hatte ick nickt aehofft, und doch hatte ich Hilfe für möglich ge- halten Sein Lachen war mein Todesurteil. Mit der Brille würde es mir jetzt auch nichts helfen. Meine Brille würde ich natürlich auch mit in den Handel geben, selbstverständlich, sagte ich. und nahm sie ab. Nur zehn£cre. oder wenn er wolle, auch nur fünf. Sie wissen, dah ich Ihnen auf Ihre Brille nichts geben kann", sagte„Onkel" j„das habe ich Ihnen früher schon mal �Ibcr ich brauche eine Postmarke", sagte ich dumpf: ich könne nicht einmal die Briese abschicken, die ich zu schreiben hätte. 7Gtuc Zehn- oder Fünföre-Postmarke. ganz wie Sie �.Machen Sie um Eottcskoillen, daß Sie fortkommen!" entgegnete er mit einer Handbeweguug gegen mich. Ja, ja. mag's drum sein! sagte ich zu mir. Mechanisch setzte ich die Brille wieder auf, nahm die Knopfe und ging: id) sagte Gute Nacht und schloß die Tür wie gewöhnlich hinter mir. So. nun ließ sich nichts mehr tun! Vor der Kellertreppe blieb ich stehen und sah mir die Knöpfe noch einmal an. Daß er sie absolut nicht haben wollte! sagte ich: es sind doch beinahe neue Knöpfe:'ch begreife es gar nicht' Während ich in diese Betrachtungen versunken dastand, kam ein Mann vorüber und ging hinunter in den Keller. Er hatte mir in der Hast einen kleinen Stoß versetzt: wir entschuldigten uns beide, und ich drehte mich um und sah ihm nach. Nein, du bist es?" sagte er plötzlich unten auf der Treppe. Er kam wieder herauf, und ich erkannte ihn.„Gott bewahre mich, wie siehst du aus!" sagte er.„Was hast du unten gemackjL. Du willst auch hinunter, wie ich sehe?" iitfir zitterten die Knie, ich lehnte mich an die Wand uno streckte ihm die Hand mit den Knöpfen entgegen. �.... Was Teufel?!" rief er.„Nein, das geht denn doch zu weit!",-, „Gute Nacht", sagte ich und wollte gehen; ich spurte, wie nahe mir das Weinen war. „Nein, wart' einen Augenblick!" Wozu sollte ich warten? Er selbst war ja auf dem Wege zum„Onkel", trug vielleicht seinen Berlobungsring hin. hatte schon ein paar Tage gehungert und war semer Wirtin was schuldig. „Ja", sagte ich endlich,„wenn du schnell zurückkommst..." „Natürlich", entgegnete er und nahm meinen Arm:„aber ich will dir was sagen, ich traue dir nicht, du bist ein Schafs- köpf: es ist schon am besten, wenn du mit hinunter kommst." Ich begriff, was er wollte, spürte plötzlich wieder einen Funken von Ehre und erwiderte: „Kann nicht! Ich habe versprochen, um halb acht in Bernt Ankers Straße zu sein und.. „Halb acht, ganz recht! Aber es ist schon acht. Ich habe hier ja die Uhr in der Hand: die will ich nämlich hinunter- tkagen. Also hinein mit dir, du hungriger Sünder! Ich bekomme mindestens fünf Kronen für dich!" Dabei puffte er mich hinein. Dritter Abschnitt. Eine Woche ging hin in Herrlichkeit und Freuden. Auch diesmaljvar ich über das schlimmste weggekommen, ich hatte jeden Tag zu essen: mein Mut wuchs und ich legte ein Eisen nach dem andern ins Feuer. Ich hatte drei oder vier Abhandlungen in Arbeit, die meinem armen Hirn jeden Funken, jeden Gedanken raubten, und ich war der Anstcht, daß es besser gehe als zuvor. Den letzten Artikel, mit dem ich soviel Gelaufe gehabt und auf den ich soviel Hoffnungen gesetzt, hatte ich bereits vom Redakteur zurückbekommen; beleidigt und erzürnt, hatte ich ihn sofort vernichtet,� ohne ihn zuvor noch einmal durchzulesen. Für die Zukunft wollte ich es mit einer andern Zeitung versuchen, um mir verschiedene Auswege offen zu halten. Im schlimm- sten Fall, wenn auch das nicht half, waren ja noch die Schiffe als Zuflucht da; die„Nonne" lag segelfertig unten im Hafen, vielleicht nahm sie mich gegen Arbeit mit nach Archangel oder wo sie sonst hin wollte. Es fehlte mir also nicht an Aus- sichten nach vielen Seiten hin. Die letzte Krisis hatte mich übel mitgenommen, mein Haar ging in großen Mengen aus, auch der Kopfschmerz war sehr qualvoll, besonders am Morgen, und die Nervosität wollte sich nicht legen. Wenn ich bei Tage schrieb, mußte ich meine .Hände mit Lappen umwickeln, nur weil ich meinen eigenen Hauch nicht mehr vertragen konnte. Wenn IenS Olaj die Stalltür unten heftig ins Schloß warf, oder ein Hund auf den Hof geriet und bellte, ging es mir durch Mark und Bein wie kalte Stiche, die mich überall trafen. Ich war sehr her- j unter. Tag aus Tag ein quälte ich mich mit meiner Arbeit. gönnte mir kaum die Zeit, mein Essen hinunter zu schlucken � und setzte mich dann wieder zum schreiben. Damals war i sowohl mein Bett wie mein kleiner wackliger Schreibtisch mit Notizen und beschriebenen Blättern überschwemmt, an denen ich abwechselnd arbeitete, neues, das mir im Laufe des Tagcs einfiel, hinzufügte, durchstrich, die toten Punkte mit einem farbenreichen Wort hier und da auffrischte, und mich mit der größten Mühe von Satz zu Satz schleppte. Eines Nachmittags war ich endlich mit einem Ärtikel fertig, steckt« .ihn glücklich und zufrieden in die Tasche und begab mick! damit zum„Kommandeur". Es war die höchste Zeit, daß � ich Anstrengungen machte, um wieder zu Geld zu kommen! ich besaß nicht mehr viel. Der„Kommandeur" ersuchte mich, einen Augenblick Platz zu nehmen ,cr würde sogleich... und damit schrieb er weiter- Ich sah mich in dem kleinen Bureau um: Büsten. Litho« graphien. Ausschnitte, ein ungeheuerlicher Papierkorb, der aussah, als müsse er einen Menschen mit Haut und Haar verschlingen können. Mir wurde beim Anblick dieses un- ergründlichen Schlundes, dieses Drachenrachcns, trautig ums Herz. Er sah aus, als sei er stets geöffnet, um neue ver- worfene Arbeiten— neue zerstörte Hoffnungen in sich avl' zunehmen.„ ..Welches Datum haben wir?" sagt der„Kommandeur plötzlich..'.„ „Den 28." antwortete ich, froh, ihm einen Dienst leistet zu können. „Den 25." Er schreibt weiter. Endlich kouvertiert er elN paar Briefe, wirft Papiere in den Korb und legt die Feo« aus der Hand. Dann dreht er sich auf dem Stuhl um un sieht mich an. Als er bemerkt, daß ich noch neben der Tu stehe, macht er mir ein halb scherzhaftes, halb ernstes Zeicht" mit der Hand und deutet auf einen Stuhl.. Damit er nicht sieht, daß ich keine Weste anhabe, wenn ick den Rock öffne, wende ich mich ab und ziehe das Manuftrip aus der Brusttasche., „Nur eine kleine Charakteristik Corregios", sayte „aber leider ist sie wohl nicht so geschrieben, daß Sie.-• Er nimmt mir die Papiere aus der Hand und blättek\ darin. Dabei war fein Gesicht mir zugewandt. (Fortsetzung folgt.) Die Vertrauensleute der Elelt.tjitätsarbe�ter "aben bescklossen, bereits vor der Urabstimmung in d n streik au treten. Wie uns mitgteilt wird> haben die Funktionäre des Ge- m e i n d e- und Staatsarbeiter-Verbandes gegen eine starke Minderheit beschlossen, die Annahme des Schiedsspruches den Mitgliedern zu empfehlen. Die Urab- stimmung findet heute statt. Autn Streife im Textil�roßbaudel Nfn der gestern wieder überaus aahlreich besuchten Versammlung der streikenden Angestellten wurde folgende Resolution ang«.- nommen: JDie am 5. November 1920 In Haverlands Festsälen in ge- waltigen Masten versammelten Angestellten des Tertilgrog- Handels haben mit Entrüstung Kenntnis davon genommen, in welch brutaler Weise die Arbeitgeber jeden Weg au einer Ver- ständieung ablehnten. Eie betrachten die absolut unaulängli-ben Zugcstäi�intst« der Arbeitgeber als eine Verhöhnung der Angc- stellten und erklären dnst sie nun. wo ihnen einmal der Kampf aufge'wungen worden ist, nickt weichen und nicht wanken werden. bis ihnen eine Existenamöglichkeit gesichert ist. � Mit Genugtuung begriigen sie die Solidaritätskundgebung der gewerblichen Arbeitnehmer, ihre äußerste Verachtung sprechen sie aber denjenigen aum Glück sehr wenigen. Elementen aus, die es se'tig bekommen haben. In diesem schweren Lobnkamvf ihren Kollegen in den Rücken zu fallen." Die Zentralstreikleitung. Veranlaßt durch gewiste Vorkommniste, legt die Zentralstreik leitung im Tertil Großhandel Wert daraus, von sich aus au er- klären, daß sie allen Ausschreitunoen oder Zusammenrottungen. die im Zentrum Berlins in diesen Tagen vorkommen könnten. durchaus fernsteht Die Angestellten im Tertil-Großhandel haben die Weisung erhalten, sich von allem derartigen fernzuhalten und sich von keiner Seite provozieren zu lasten. Die Zentralstreikleitung. Drohender Strafe der Portiers Bei Redaktionsschluß hatten neun Zehntel der Portierg für den Streik gestimmt. Aus größeren Bezirken stand das Resultat noch aus. Eine wesentliche Aenderung des Abstimmungsrcsultates ist kaum zu erwarten. Heute tritt der Vorstand des Portierverbandes zusammen, um über die zu ergreifenden Maßnahmen Beschluß zu fasten. ii Achtung! Metallarbeiter Die Eewerkschaftskommlssion Berlins und Umgebung hat in der„Freiheit" Nr. 472 vom Freitag, den 5. November 1920, auf gefordert, den Gedenktag der Revolution zu Ehren der gefallenen Opfer durch Arbeitsruhe würdig zu bc- gehen. Um«ine einheitliche Altion zu ermöglichen, fordern wir unsere Mitglieder auf, der Anfforderung der Berliner Eewerkschaftskommlssion einmütig Folge zu leisten. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Die Ortsverwaltung. Achtung! Angestellte! FürdieMitgliedsrdes Zentralverdandes ben 9. November der 8c« fchluß der Eewerkschaftskommifston Berlins und Umgegend. Groß-Berlin imii ............................................. Bezirfesorganisatio» Berlin-Stadt 3Me Distriktsleiter werden ersucht, heute im Lauf« des Tage» die Informationsblätter vom Parteibureau. Breit« Str. h— 9. Hof 1. Aufg., 1 It.. abholen zu lasten. Nach dem Informationsblatt wird gleichzeitig die Broschüre sU. S. P. D.„Trotz alledem") ausgegeben. Die Geschäftsleitung. Bezirfesverband Berlin-Brandenburg Plakate zur Revolptionsfeier am 9. November für Berlin Stadt, Neukölln und Lichtenberg sind heute, Sonnabend, in der Zeit von 3— 5 Uhr im Parteibureau, Breite Str. 8—9, in Empfang zw nehmen. Die Geschäftsleitung. Die arbeitende Frau Der Wirtschaftspolitiker des„B o r w ä r t s" leistet stch manch- mal eigenart'ge Bockfprünge. Co silneibt er in Nr. 539 dieses Blattes einen Aufsatz über die arbeitende Frau, besten Tendenz sich ein waschechter Manchestermann sehr wohl zu eigen mächen könnte. Es gesollt ihm nicht, daß der Dcmobilmachungskom- mistar eine Anordnung getroffen hat daß verheiratete Frauen. deren Männer einen ausreichenden Verdienst haben— soweit unter den heutigen Verhültnisten überhaupt davan gesprochen weiden kann— zugunsten von Arbeitslosen entlasten werden sollen. Das sei ein irnchort schwerer Ginnriff in d'e"ifimen Rechte und trifft allein die verheiratete Proletarierin, nicht aber die Millionen Frauen der Eeickäfissme Handn".-er. frei n Berufe und Landwirte. Die Arbeitslosen verweist er aus ckie Erwerbslojensürsorge. die allerdings ausgebeutet werden müste. Abgesehen davon, daß die Arbettslojen'»ehr lange darauf j warten müßten, ebe die GrwcrbsH<'nfü''sarae in einem W�sie! für sie eintritt, daß sie vor Not geschützt sind, verlangen die Ar- beitslosen bekanntlich nicht Unterstüijung. sonoern Arbeit. Uu>!re verrottete, privatkapitalistisch geleitete Wirtschaft, die nur vrodu- ziert, wenn sie gute Prosite erzielen kann, sorgt jedoch von sich aus nicht dafür, daß olle, die arbeiten wollen, auch arbeiten können. Die Arbeiter und Angestellten areifen besbalb'« einem Notbehelf. indem sie darauf drinaen, da'� die vorhanden? Ar'eit wenigstens einigermaßen gleichmäßig verteilt wird. Sic sorgen deshalb durch die staatlichenOrganc dafür, daß cinerfsits oie Ar- bcitszcit, ehe Entlastungen wegen Bctriebscinlchränkung.n vorge- nommen werden, verkürzt wird, ferner sogenannte Topyelexisten- zen. d. h. Betätigung des a-inrlnen in mehreren Botr'-ben un- terfagt werden. Und schließlich sollen diejenigen, die nicht unbe- dingt auf Erwerb angewiesen sind, nicht bcfchäsligt werden dürfen. Das sind natürlich alles Mittel, die das Arbcitslafenproblem nicht restlos lösen werden, aber doch, streng durchgefüh-t, wesentlich zur Milderung der Arbeitslosigkeit beitragen könnten. Durch die Verdränaung der verheiratet-n �rotten aus den betrieben werden auch nicht— wie es der Artikelschreiber daran» stellen sucht— die sozial am schlechtesten gestellten Familien be- troffen. Das sind gewöhnlich die kinderreichen Familien, wo die Mutter schon ihrer Kinder wegen nicht aus dem Haufe gehen kann. Wo die Not sie doch dazu treibt, werden Ausnahmen zu- gelösten. Es sind vielmehr vielfach kinderlose Ehesrauen, gegen deren Erwerbsarbeit an sich gewiß nichts einzuwenden wäre, die aber zur Not von dem Einkommen des Mannes leben könnten. Jedenfalls ist es richtiger, ein Fom'sienvatcr oder si)nst ein anderer. der aus Erwerb angewiesen ist. findet Unterkommen in einem Betriebe, als daß Mann und Frau aus einer Familie arbeiten. So sehr wir auch die Arbeit schätzen, müsten wir unter den obwaltenden Umständen versuchen, sie in sozialer Weise zu ver- teilen. Wenn es technisch nicht möglich ist. Eingriffe in das gesamte Wirtschaftsleben zu machen und auch die Frauen selbst- ständiger zu erfasten. so halten wir es doch für ricktig. daß es wenigstens dort geschieht, wo es möglich ist. Der Einwand, daß persönliche Rechte dadurch berührt werden, kann uns nicht umstimmen. Sozial« Maßnahmen sind fast stets mit einem Eingriff in solche Rechte verbunden, und trotzdem haben wir sie stets ge- fordert und für ihre Durchführung gekämpft. Vorbestraft! Das Los der Vorbestraften ist in nachrevolutionärer Zeit in keiner Weife gebestert worden. Zeit ihres Lebens sind sie mit Makel behaftet, und in den meisten Fällen wird es ihnen un- möglich gemacht, stch auf ehrliche Weife ihr Brot zu verdienen. Jeder Arbeitgeber lehnt sie ab. Di Stadt Berlin als Arbeit- zeber ebenfalls. Aber neben der sofortigen Entladung eines Der Bäckermeister Albert«raufe. Kommandantenstr. b4. ist wegen unauverläsiiger Betriebsführung auf die Dauer von 2 SPochrn von der Mehlzuteilung ausgeschlossen worden. Die Lichtenberg«! städtisch« BeNeiduugsstelle in der Frank» furter Allee 87 wird setzt. allen Einwohnern des 17. Beritner Verwaltungsbezirkes< Lichtenberg. Fr.edrichsfclde, Karlslwrst Biesdorf» Kaulsdorf. Mohlsdorf Mariahn, Hellers- darf. Wuhlgarten) zugän-llich gemacht. Die Verkausszeiten sind wie folgt festgesetzt worden: Mitiwochs und Sonnabends von 8 bis l Uhr vormittags und von 4—6 Uhr nachmittags, an den übrigen Wochentagen von 8— 3 Uhr. Zur Zeit werden folgende Gegenstände zum Verkauf bereitgehalten: Männerulster und Paletots von 101 M., Männeranallge von 289 M.. Burschenanzuge von lllü M.. Knabenon'üae von 75 M.. Hosen von 198 M., schwarz qesärbte. aetraaene Militä'iopnen von 30 M.. Frauenmäntel von 85 M.. Frauenröcke von 89 M.. Frauenblusen von 54 M. an. Außerdem Unterhosen für Männer und Burschen. Ctrümose für Männer. Frauen und Kinder in verschiedenen P-ei'lauen. Di« tätlichen N ichmittaosnorst-llunaen der Lichtenberaer stöbt. Ingendbü'mo b'Ing'n z. Zt. Märchensoiele des Dresdner Künstler» Marionetten-Theaters unter de? künstlerischen Leitung von La» thar Dietze. Nochdcm die Gröfsnungsvorstellungen des auf meh- rere Wochen berechneten Gostfvi'ls mit dem Pupvenfpicl„Hänfel und Grete!" starken Beifall gefunden haben, folgt nunmehr ein .Ka pers Neii�erlebnisie" betiteltes Gpiel. Beginn der Bor» stellunaen nachmittaas 4 Ubr Eintrittspreise für Kinder 59 Pf., für E-mechfene 75 Pf.— In den Bben�vo-stcllunoen für E'«-"!)» jene sB ginn 7 Uhr, IugendsSI«. No'cnlhalerstr. dg. �WWWW»«M grasten Saale der„Union»- «9- iUebeltrr.Samoeiler.Kolonv» B«-Iin«. B. betindeu stch Sonntag, de« 7. No- vember, im Alarm-uftand. Mitalioder haben stch II Uhr vorm. aa den bekannte» Stellen im Lustgarlen einzusindea. Tragen sind mitzubringen. A-beitee'Spo-itl etell Neulilln-V-Id. Die nöchiie Karielisttmna tindet am Man- tag. den 8. Navembcr, abends pünktlich 7 Uhr. Im Lokal von grank, Eanghofer» Itraste 1, statt. Zeder Berein must vertreten ietn. Vesvnder» eingeladen 1(1 hiermit der Mustkveretn ,. Seinescher Blüseichor'. Turnverein.sZtcht«-. 7. Männer-Abtetlung. Sonntag, den 7. Novemdei, Faml» Nenvartt« n-ch Schntzendorf. Treflvunkt 12.80 Uhr EZrlltier Bahndos. greireli-Uts« Gemeinde. Sonntag varm. 11 Uhr im Bürgersaat de» Rathaus»», al der Religionen Königsiraile, Vortrag de» Herrn E. DLumla: Da«_____| WeUrevolution. Harmonium l Am Meer(Schubertl. Güste willlommen. Rachm. i Uhr Pappel-Alle« 15—17 lballel. Bortrag kür Jugendlich«. Rcscrent Herr H. Zell«!! Wa» bedeutet dem gresveaker da» Christaatum. Verantwortlich für die Redallion: Emil Rabold, Berlin. Ver» aalworllich sur den Znleratonteitl Ludwig Komeriner.«arlshorlt— Beilagzgenostenichasl..Freiheit"«.. Berlin.— Druck der.Rrethelt"- D">e-r-> H rn d"> B-rl!»<7 ♦ _______, lehn..__ trag» für«inen Vorbestraften ab. Aus dem Arbeitsnachweis für Kriegsbeschädigte wird diesem dann noch mitgeteilt, daß er auf Arbeitsvermittlung nicht rechnen könne. Es bandelt stch um einen 49 Prozent geschädigten Kriegsbeschädigten, der infolge Lungenschusies lungenleidend ist. Was soll nun der Vorbestrafte beginnen? Aus ehrliche Weise stch und seine Fa- n.ilie zu unterhalten ist ihm unmöglich, also muß er zum Ver- brechet werden. So ist die bürgerliche Moral, erst macht man Verbrecher, um sie nachher zu bestrafen. 3. Bezirk(Wedding). Bezirks...._________________........ heutigen Sonnabend, den 8. November, in Aussicht genommene Fratti........... und Stadtverordnete, die am ____________.____.._____ mber,' onsfitzung findet nicht statt. IAM Spezial-Arzt Z- nerv. Schwache. TqphttUsftni Dr. 3 o f f für Gesrhlceht»-. laut*,.fiornc, Frauenleiden, qvyiliO-Äueen, Dlutuntersuchung en, Bestrahlungen«nlt Höhensonne» Blau- u. Finsen-Licht; mn��.us-.".' vir. O. I.ösvn,!V>Ük78ti'.9 nah«-Alexanderplah. S-l. 4-8, Lonniag« 9.1. Damen separat. ULI' W«! .F " eik# g» �njebot 575 m. vettstelle«'.„'b'tten 315 SN. «..b. fc-L15°n «uswahl r�Öbnl sedn - lfröw:» C" Art. Rr®cirt an Aiiai vil». auch„" Ä,,el= e Mäbei.c";;'n Hl _ filr Haut- und Beschlechtvleiden bei MSnnrr u. Frauen. Vlutuntersuchungen, nerv. Schwäche. De- händig, schnell, sicher, mögl. ohne Bcrussstär. /iusilunN k�stenko». �%>. Ct.. E. Drevlaucr Str.(dicht a. Schl.Dhf.) liUll, nl'lli vuvuU. io, Sprechz. 1d— 12, 5—7'/,. Sonnt, geschloss. 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