1 Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 11, November 1920 Nummer 476• Morgen-Ausgabe f*t erscheint«orgms und ucch«nttess. Sonntag« vnd Mantag««» eimnal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus fllr Grost-Berli» All. im voraus zahlbar,.von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Posta dezug nehmen sämtliche Postcntstslten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16.50 W., für das übrige Ausland?t,K0W« »i�ügkjch' Valuta» Aufschlag, per Brief für Deutschlau!) und Österreich SO,— W. Redosttio»,«xpeditia»««d Verlag: Berlin C Z, Breite Strafe M« »i. llchiS-sv-rt««! RstqianSrgtile od« hnm Waim M'««vschbodM» 5njeru»t)�iiid)Iaa. Kltirt«nj-ig-»: Sc» s-tt,-druckt- WoN Ifb« OTort 1,80 M..-wschli-�tt» T-»«»os'-us»l»,. Lauseode An,-tor» lau* �/."/'«cht einer Gruppe der Arbeiterschaft n°St.»er der Berliner Gewerkschaf?,- "wm.ssi..� � Xtttin mit dem A l l g e m e i» e n D« u t. » ��«rrkschastsbund geftern bereits be» der Reich,. Schritt« dies« Verordnung unternommen. Es wird »�V�'ulistischen Parteien sein, von der Regie- Wi,* l0!otti»e Aufhebung dieser Verordnung zu«riaage«. Hussen, dast die städtischen«rbe.ter s.ch Der Ausschuß der Gewerkschaftskommisfio» Berlin und Umgegend '\ bifgi �?"guna des-Reichsministers des Insten, m� der �"uno des Reichspräsidenten noch»lcht tn Kraft ge- f?�e,tben dürfte bereits c i n c F o l g e d e r U n t er- Z.°ndlungen de r Sp i tz e n o r g a n. sa t. o ne n m,t -negierung sein. Die Streiklage , D-r Streik der st ä d t i s ch e n A r b e i t- r. der in noch auf Elektrizitätsarbeitern b«einflutzt wird, s ' � nlten Fleck. Die Direktion der Elektriz.tot-werk« legt« gestern im Magistrot die Sachlage dar. Es wurde ihr nahezu unmöglich gemacht, die. Bctrftbsleitung auszuüben. Vom Polizei- Präsidenten Richter wurde mitgeteilt, dast-die Reichsregierung Mahnahmen erwäge zur Fortführung des Betriebes, wenn das der Stadt unmöglich sei.' Der Magistrat beschlost in seiner Mehr- heit. dast die Arbeiter der Elektrizitätswerke aufgefordert� werden sollen, bis heute nachmittag 2 Uhr die Arbeit aufzuneh- «ea. Es sollen serner diejenigen ermittelt werden, die Sabo- tage an den. Maschinen in den Kraftwerken von Moabit und Rummels bürg getrieben haben, um weiteres zu veranlasien. Die Transportarbeiter haben zum Ausdruck'gebracht, dast sie sich sehr ibenachteiligt fühlen, weil ihnen nur 20 Pf. zugelegt worden sind. Sie sind der Ansicht, dast sie wir die technischen Arbeiter in den Gasanstalten und Elektrizitätswerken angesehen und dementsprechend entlohnt werden müssen. Im Magistrat, dem gestern diese Wünsche vorgetragen wurden, kam' zum Aus- druck, dast zur Zeit an dem Spruch nicht gerüttelt werden könnte, dast aber diese Wünsche nach Abschlust der Etatsaufftellung einer Prüfung unterzogen werden sollten. Ob ihre Erfüllung möglich sei. hänge von dem Stand der Finanzen und der Etatsabschlüss« ab.— ,-* Gestern morgen fand eine Betriebsversammlung der Charlottenburger städtischen Gaearbeiter statt, an der auch zahlreich« Arbeitslos« teilnahmen. Roch langen Ver- hanblungei� untM Mitwirkung de» Poliz«>»r»sid»»t-n Richter, erUärten uch schllestlich die Gasarveiter bereit, oe r stärkte No t st Und sa r b s i t e n auszuführen, d. h. iür die Füllung'der Gasbehälter und die Beleuchtung des lbaswerkes zu sorgen. Jede pteitere Betätkgvng wurde- von den«k>asarbe»tern adgelehnt.- � Keine Maßnahmen der Regierung Berlin, l9. Rov««ber. Nachdem sich der Magifirat nvnmehr entschlossen.hat, die erforderlichen Mastnahmen zu ergreifen, hat der Reich«, »rnifter des Innern für heut« die Durchfiihrung der auf «r»ld der Verordnung des Reichspräsidenten bereits beschlossene« Mastrezeln««»gesetzt. Kein Haftbefehl gegen Sylt Di« Mitteilung der bürgerlichen Presse, dast gegen den Betriebs- rat Sylt ctit Haftbefehl erlassen worden ist. ist falsch. Er ent- springt anscheinend nur dem Wunsch des Bürgertums, das durch die Veröffentlichungen dieser Mitteilung einen Druck auf die Re- gierung, Sylt verhaften zu lassen, ausüben will. Da kein Be- lagerungszustand besteht, könnte ein Haftbefehl nur von dem zu- ständigen Richter heim Vorliegen strafbarer Handlungen unter den sonst gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen erfolge». FSr die Annahm«, dast Sylt strafbar« Handkungen begangen Hab«. liegt aber kein Anlast vor. Die Nechtssozialisten und die Verordnung Am Schlüsse der gestrigen Sitzung des Haushaltsausschusses des Reichstages stellten die unabhängigen Mitglieder den Antrag, den Etat des Reichspräsidenten aus die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Haushältsausschusses zu setzen. Genosse Dr. Rosen- seid,, der den Antrag begründete, erklärte, dast die Verordnung des Reichspräsidenten geeignet sei, lebhafte Miststimmung unter der Arbeiterschaft zu erregen und befürchten lasse, dast die Agi- tation für einen Generalstreik, der nicht nur von seiner Partei, sondern auch von der K. P. D. und der Gruppe Däumig-Hosfmann abaelehnl werde,, dadurch wesentlich unterstützt werbe. Die Rechtssozialisten lieferten sofort die Stichworte für die B«- kämpfung dieses Antrages. Ihr Redner. Hermann Müller, ver- steckt« sich hinter formalen Einwänden. Es sei nicht Ausgabe des Hausholtsausschusses zu der Verordnung Stellung zu nehmen. das müsse man dem Reichstage überlassen, dem die Verordnung ja alsbald zugehen müsse. Ihm schloffen sich natürlich die Redner aller bürgerlichen Parteien unter Sympäthieerklärungen für die Verordnung an. trotzdem Genosse Hertz darauf hingewiesen hatte, dast diese formalen Einwände unzutreffend seien. Die Verordnung richte sich, ia auch gegen den preustischen Minister des Innern, dessen Taktik vernünftigerweise aus eiste Beruhigung abgezielt habe. Die Einschränkung des Koalitionsrechtes der Arbeiter würde auch den Widerstand berjenigen Arbeiterlreise- hervorrufen! die den Streikmethoden der Elektriker ablehnend- gegenüberstehen. Trotzdem wurde der Antrag gegen die Stimmen der Unab- hängigen und des Abgeordneten Eichhorn abgelehnt. Die Erinnerung an ihre eigenen Roskemethoden ist bei den Rechts- fazialisten doch noch so stark, dast sie die aus der Verordnung für die gesamte Arbeiterklasse entstehenden Gefahren nicht zu sehen wünschen und sich damit auch- in Gegensatz zu der Haltung der Ke werkschaften bringen. (Siehe auch Seite 2.1 Der Streik und die Regierungsverordnung Der Streik der städtischen Elektrizitätsarbeiter Patte auch uns den kraftspendcnden Strom und damit das Wort abge- schnitten. Während die bürgerliche Presse neugierige Be- merkungen zu dieser erzwungenen Schweigsamkeit machte. scheinen, wie aus einer Mitteilung in unserer gestrigen Abendausgabe schon hervorging, die Führer des Streiks in den Kraftwerken besonderen Wert auf die Ausschaltung der Stimme der„Freiheit" aus der öffentlichen Meinung go- legt zu haben. Daß wir weder der einen noch der anderen Seite wegen Veranlassung zum Schweigen haben, zeigen bereits die kurzen Bemerkungen zu der Bewegung, die uns der knappe Raum unserer gestrigen zweiseitigen Abendausgabe ge° stattete. Wir habcn die erste Gelegenheit b«- nutzt, um mit aller Deutlich k e it zu erkennen zu geben,'daß wir die bei diesem Streik in Anwendung gekommene Taktik nicht billi- a e n. Wir stehen nicht an. zu erklären, daß nach unserer Ansicht der Streik der Elektrizitätsarbeiter- i m Wider- spruch steht zu den Interessen der Gesamt- arbeiterschaft, nicht nur des Wirtschaftsbezirks GrohiBerlin. Ein streik in den Kraftwerken, der das gesamte Leben in der Industrie wie in der Hauswirtschaft zum Erlöschen bringt, ist keine Angelegenheit der kleinen Gruppe von Ar beitern, die zufäsiia in den Kraftwerken tätig sind, fondsni er iit«nter allen Umständen, wann, wo und wie immer er ausbrechen mag. eine Angelegenheit der gesam» ten Arbeiterklasse. Wir sehen ganz davon ah, daß dieser Streik Hunderttausende von Arbeitern pr r s.ö n l isch trifft,', iydem er. sie arbeitslos macht, tztß er geeignet ist,- große Organisationen in die Vcwe- gung hineinzuziehen und alle Folgen des Streiks auf- ihre Schultern zu wälzen, ohne daß ihnen das Recht zur Mit- entscheidung gegeben ist. Darüber wird spater noch zu sprechen sein. Wir wollen heute vor allem daran erinnern, daß ein Streik in den lebensnotwendigen Betrieben von der bürgerlichen Gesellschaft stets als gegen sie ge- richtet betrachtet und darum ihren geschlossenen Wider- stand hervorrufen wird, der sich nicht bloß gegen die streikende Gruppe, sondern gegcndieÄrbeiterklasse rn ihrer Gesamtheit und gegen die Aus- Übung des Koalitionsrechts richten wird. Diese Wahrscheinlichkeit steigert sich in einer Situation, in der die gesamte Voprgeoisic mitsamt der unter ihrem Ein- fluß stehenden Staatsgewalt mit Sehnsucht die Stunde er- wartet, die ihr Gelegenheit gibt, der Arbeiterschaft und ihren Organisationen den längst vorbereiteten Schlag zu versetzen. Hätte es dafür noch eines Beweises bedurft, so ist er durch den Erlaß des Reichspräsidenten erbracht. Er ist zwar nur ein schüchterner Anfang, aber in ihm atmet doch der Geist jener Schlichtungsordnung, die in ihrem ursprüng- lichen Entwurf ein« Aufhebung des Koalitjonsrechttz bcab- sichtigt«. Die Verordnung wendet Bestimmungen, die fast wörtlich jenem ersten Entwurf zu einer Schlichtungsordnung entnommen sein könnten, gegen das Koalitionsrechi der Ar- beiterschaft in den lebenswichtigen Betrieben an. Sie be- deutet die Einschränkung der Koalitionsfreiheit und des Streikrechts für einen Teil der Arbeiterschaft. Die Schuld daran, daß die Regierung die Gelegenheit dazu gefunden hat, trägt die völlig verfehlte und für das Interesse der Arbeiterklasse verderbliche Taktik, die in diesem zur Ueberraschuna der gesamten Arbeiterklasse über Nacht .entstandenen Elektrizitätsstreik zur Anwendung gelangt ist. Weil wir der Ansicht sind, daß ein Streik in den Kraftwerke» die gesamte Arbeiterklasse und ihre berufenen Ver tretungskörpcrschaften angeht, so müssen wir für einen Streik dieser Arbcitergruppc die Forderung erheben, daher nicht allein durch die in den Kraftwerten beschäf- tigten Arbeiter beschlossen wird, sondern daß die Entscheidung in einer für die ganze Arbeiterbewegung so wichtigen Frage nur� gefällt-werden darf nach eingehender Be- ratung mit den Vertretungskörperschaften der gesamten organisierten Arbeiterschaft des W i r t s ch a f t s b e z i r k s u n d in gemeinsamer� Beschlußfassung. Auf solche Art hat die Arbeiter-j >chast selbst'dafür zu sorgen, daß ein Streik in den lebens- notwendigen Werken nicht unter Umständen entsteht, die die -vewegung zum Schaden für die gesamte Arbeiterschaft aus, a rt c n lassen. Wir erheben unsere Forderung nicht, um die bürgerliche Gesell, chaft, die sich durch einen Streik in den lebensnol wendigen Werken bedroht fühlen kann, vor den Folgen einer solchen Bewegung zu schützen. Wir erheben sie. weil wir den Klassenkampf fo verstehen, daß über Einsetzung und Führung von Kämpfen van. entscheidender und wclttragen- der Bedeutung die gesamte Arbeiterklasse die Beschlüsse zu fassen hat. Das Interesse der Arbeiterschaft bleibt aber bestehen, daß keine Einschränkungen des Koali- tionsrechts vorgenommen werden. HcBernimmt die gesamte Arbeiterklasse durch ihre Organi- sationen auf solche Art die Verantwortung für Be- wegungett in den lebenswichtigen Werten, dann wird sie auch Garantien dafür zu schaffen verstehen, dah Lohnstreiks von Elektrizitätsarbeitern nicht künstlich auf- geblasen werden zu Bewegungen, die die gesamte Arbeiter- klaffe ins Verderben ziehen können. Sind solche Ea- raiitien gegeben, dann haben die Arbeiterorganisationen auch das Recht, sich das Eingreifen der Staatsgewalt durch die Einschnürung des Koalitiansrechts für bestimmte Arbeiter- gruppen zu verbitten. Leider haben die Elektrizitäts- arbeiter durch ihre völlig verfehlte Taktik in diesem Falle eine Situation geschaffen, in der der Arbeiterschaft die Vor- tcidigung dieses Rechtes sehr schwer fällt. Dennoch verurteilen wir dieses Vorgehen der Reichs- rogicrung, denn es erscheint uns nicht minder ungeschickt und leichtfertig, als die Taktik der Elektriker oder ihrer Führer. der gegenwärtigen Situation ist die Verfügung geeignet, Oel ins tyeuer zu giegen und eine Bewegung von neuem auf- leben zu lassen, an deren schnellem Ende auch die Arbeiter- klaffe ein Jntereffe gehabt hätte. Wir erwarten deshalb von den Epihenorganisationen, von den Vorständen des Allgemeinen deutschen Gewerkschafts- b u n d es und der Arbeitsgemeinscha st freier Angcftelltcnverbändc, daß sie die Situation er- kennen und ihre Pflicht tun, die unseres Erachtens darin besteht, daß sie sofort in Verhandlungen mit der Reichs- regierung eintreten, unr zu veranlagen, daß die Verord- nung'auf die gegenwärtig schwebende Bewegung keine A n wendung findet. Hat die Regierung das Bedürfnis, für die Zukunft regelnd in die Streikbewegungen einzugreifen so mag sie>nach Abschluß der Bewegung mit de» Repräsen- tanten der Spitzenorganisationen über ein geeignetes Ver- fahren verhandeln, das für uns allerdings nur dann dis- kutabel wäre, wenn es die Koalitionsfreiheit aller Erup- peiu der Arbeiterschaft unberührt läßt. lind noch aus einem- anderen Grunde verurteilen wir die bei diesefi Streik beliebte Taktik. Auch die Rücksicht auf den Gegner, der in diesem Falle kein Gegner der Ar- Beseitigung des Achtstundentages .. WWW- W IWWWW». j l WWW scher Stadtverordneten- und Magistrats- Mehrheit. Wir wollen nicht davon reden, ob diese Tat- fache städtische Arbeiter veranlassen kann, ihre Forderungen zu beschränken. Wir setzen voraus, daß sie ihre Lohn- anspräche für begründet und notwendig hielten. Aber Vertrauen müssen sie haben zu ihren Mitkämpfern, die die Verantwortung für das neue Berlin übernommen haben. Zeigen sie dieses Vertrauen nichts dann sind die Arbeiter- Bewegung, wie die sozialistische Stadigemeindc gleicherweise in Gefahr gebracht, durch die Arbeiter selbst. Wer dieses Vertrauen bewußt vernichtet, den muß die Arbeiterschaft als einen Schädling und als ihren Feind erkennen, wie das zum mindesten bei einigen lommunistischen Wirr- löpfen der Fall zu sein scheint. Spektakel Am Mittwoch vormittag erschienen im Gaswerk Dan- z.j g e r Strahe etwa 100g Arbeitslos«. Der Luchrer der Demonstranten forderte, dah losort dw Arbeit«rnaestellt wirtie. Per Betriebsrat der Gasanstalt berief eine Versammlung der Ve- legschaft ein, an der auch die in dem Werk erschienenen Arbeits- losen teilnahmen, Der alte Betriebsrat legte sein Amt nieder, und auf Drängen der Arbeitslosen wurde beschlossen, einen politischen Arbeiterrat zu wählen, der sein Amt sofort antrat. Er vctanlaßte eine Abstimmung, durch die um 1 Uhr mittags der Streik beschlossen wurde. Nach der Verkündigung dieses Beschlusses entfernten sich die Arbeitslosen sofort. Ob sie der Aus- sassung n?aren, daß sinn- und grundlose Streiks ihrer noch in Ar- bcit stehenden Klassengenossen ihr Los als Arbeitslose würden mildern' könnten? � D-<,., Um 2 Uhr nachmittags berief der alte Betriebsrat abermals eine Versammlung ein. in der er an die Belegschaft die Frage richtete ob sie dem neugewählten Arbeiterrat ihr Vertrauen schenken könne. Zn einer kurzen Aussprache stellte sich heraus, daki die Arbeiterschaft des Gaswerkes nahezu« i n st i m m i g den neuen Arbcitcrrat ablehnte. Der alte Betriebsrat wurde wiederaewählt und die Wiederholung der Abstimmung über den Streit ergab seine Ablehnung. Die Arbeit wurde wieder au,. �"lu�ühnlicheii Szenen kam es in d« Maschinenfabrik von Ludwig Löwe n. Co. in der Hnttenstraße. /A r b e i t s l o s e .und streikende Straßenbahner veranlaßt«» die Heizer der eigenen Kraftzentrale der Fabrik, durch deren Funktionieren es bisher md�lich war, die Tätigkeit in. Betr.-be auft-cht zu er- halten, die Arbeit n i e d e r z u l e g e n. Die KrattZ'.n�le wurde in der Tat zum Stillstand gebracht und.1000«tbeit« wiir den damit gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen. �Der einzige Effekt dieser Aktion war. daß ein Aufgebot von Sich er hei ts- p o l i z i st e n die Fabrik besetzte und.das Grundstück von den Demonstranten räumte. Der Betrieb in der Krafizentrale dc� Werkes konnte nach kurzer Zeit wieder aufgenommen weroen. Ebenso betätigten sich Trupps von Arbeitslosen tw Zowtu- qebäude der V e r g m a n n w e r k e in R e i n i ck e N d or,- Rosenthal. Auch hier wurden die Arbeiter genötigt, dem Verlangen der Arbeitslosen nach Stillegung des Betnebes nach- zukommen. Sie erklärten fedoch sofort, daß sie die Arbeit am nächsten Tage wieder a u s n e b m e n wollen. Auch in das Kraftwerk Cha r l o t t an bu r g drangen gestern Mittag Arbeitslose ein. Da die Direktion sofort Sicher- heitspolizei herbeischaffen ließ, blieb es in diesem Werk bei dem Versuch, die Belegschaft zum Verlassen des Betriebes zu veranla'fen. Keine Konfussion .Am Lager der K.P. D. und K.A. P.D. jagen sich die Parolen. Die A.A. P.D. fordert zu einem Generalstreik aus. Arbeitslosen- trupps werden gegen einzelne Betriebe oder auch gegen die .Bureaus unserer Gewerkschasten entsandt und suchen uoscre Funk- tionäre oder die Arbeiter zu terrorisieren. Die K.P.D. wünscht, scheint eo, den mißglückten italienischen Versuch, einzelne Be- triebe zu„enteignen- und sie durch die Betrieberäte fortführen. zu lassen, zu wiederholen. Wie die einzelnen Parolen lauten, ist übrigens ganz gleich- � gültig. Ahnen allen ist gemeinsam, möglichst viel Verwirrung Z»: stiften. Es ist eben die tupische kommunistische Putsch-! t a k t i k. irgend einen Anlaß zu benutzen und den Kampf ZN „verbreitern" und so durch das Vorgehen Tatkräftiger gleichsam hinter dem Rücken der Arbeiter die sozial« Revolution herbeizu- führen. Die Kommunisten werden aber mit allen diesen Anstrengungen nur eins erreichen, daß die Arbeiter massen selbst immer energischer g e g e n s i e Front machen. Es ist dringend notwenb.g, � daß schließlich die gesamte Arbeiterbewegung unter Siesem unoer- antwortlichen Treiben leidet. Der Aufforderung zum Venera!- streik ist natürlich keine Folge geleistet worden. Ebensowenig aber wird sich iiie Arb iterschaft an der müßigen Organisatiousspielerei beteiligen, sogenannte politische Arbeiterräte zu wählen. Wenn j Ein Arbeitszeitgesetz Wie die„Dena" erfährt, befindet sich in den zuständigen Ministerien der Entwurf eines Gesetzes über die Regelung der Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter in Be- ratung.- Der Referentenentwurf ist nunmehr fertiggestellt und vor einigen Tagen hat bereits eine Besprechung zwischen den Ver- tretern der M i n i st e r i e n und den Unternehmer- und Arbeiter- Vertretern stattgefunden. Als„gewerbliche Arbeiter" gelten im Sinne dieses Gesetzes alle, diejenigen, die in einem gewerblichen Betriebe einschließlich der des H a n d e l s g e w e r b e s und des Bergbaus und den Betrieben des Reiches, der Länder und der Kommunen auf Grund eines'Vertragsoer- hältnlsses als Gesellen, Gehilfen. Lehrlinge, Werkmeister, Techniker oder Fabrikarbeiter beschäftigt sind. Ausgenommen von dem Ec- fetz sind ausdrücklich Perjonen, die Vorgesetzte von min- destens SO Arbeitnehmern sind. Das Gesetz findet weiter keine Anwendung auf Betriebe, in denen lediglich Familienangehörige beschäftigt werden; auf die in der .Heimarbeit beschäftigten Personen werden die Bestimmungen des Gesetzes ebenfalls nicht angewendet. Auch diejenigen, die von der Verwaltung der Eisenbahn, der Straßenbahn sowie von der Telegraphen- und Postverwaltung im eigentlichen Verkehrs- betriebe beschäftigt werden, fallen nicht unter die Eesetzesbestim- mungen. Weiter ausgenommen sind das Fischerei-, das See- und Binnenschiffahrtsgewerbe ausschließlich des Be- und Entlädens'der Schiffe. Ob es notwendig war, die-in der Heimarbeit bjischäftigten Personen von den Bestimmungen des Gesetzes auszunehmen, möchten wir bezweifeln. Wir glauben, daß sich Wege gefunden hätten, um auch den Arbeitstag für die Heimarbeiter festzulegen. Bleibt es jedoch dabei, so wird es nötig sein, daß ein besonderer Schutz für die Heimarbeiter durch Gesetzgebung schleunigst herbei- geführt wird. Hier ist die Einrichtung von Lohnämtern zur Festsetzung von gesetzlichen A! i n d e st l ö h n e n und' eine be- sondere Gewerbeaufsicht für die Heimarbeiter längst dringendes Gebot. Der§ 3 des Gesetzes bestimmt, daß im allgemeinen die Ar- beitszeit die Dauer von acht Stunden ausschließlich der Pausen nicht überschreiten darf. Es heißt aber dann, im Ge- setzi„Wenn an einzelnen Werktagen, insbesondere an den Tagen vor Sonn- und Festtagen im Betriebe weniger als acht Stunden oder überhaupt nicht gearbeitet wird, kann das Fehlen an Ar- beitsstund«» dadurch ausgeglichen werden, daß die Arbeitszeit an den übrigen Werktagen der gleichen Wochen verlängert wird. jedoch darf die Gesamtzahl der Arbeitsstunden an den sechs Werk-' tagen einer Woche nicht mehr als 48 Stunden, und an den ein- zelnen Werktagen nicht mehr als neun Stunden be- tragen. Das Gesetz führt somit nicht den Achtstundentag, sondern die 48-Stundenwochc ein. Das würde alle Vorteile der kürzeren Arbeitszeit am Sonnabend, die sür sehr viele Betriebe durch Tarifvertrag ausgemacht ist, in kurzer Zeit b e s e i t i- gen. Wir lehnen das ab und bleiben bei der Forderung des Achtstundentages, die im Gesetz dadurch verwirklich werde» muß, daß das Gesetz einfach' bestimmt: Die Arbeitszeit darf acht Stunden täglich nicht überschreiten. Dann bleibt es den Arbeitern und Angestellten unbenommen, durch UesoNdeft* Vereinbarungen je nach der technischen Atöglich- keit am Sonnabend oder an den' Tagen'vor den Feiertagen eine kürzere Arbeitszeit durchzusetzen.. Abgelehnt muß auch ein Passus werde», in dem bestimmt wird, daß die Arbeitszeit zusammen mit der für den Unterricht in die Kommunisten der verschiedenen Nuancen ihren Gruppen immer neu« Namen geben wollen, mögen sie es tun. Die Arbeiterschaft tut am besten dran, die Herrschaften unter sich allein zu lassen. Lloyd Georges über den Friedensvertrag HN. London, 10." November. Lloyd Georges hielt in der Guildhall eine Rede, in der er ausführte: Die Aussichten her äußeren und inneren Politik haben sich ge- bessert. Die.Dinge kommen allmählich in Ordnung. Wir brauchen Geduld, Hartnäckigkeit, Durchhaltungsvermögen und Vertrauen. Die Welt hat das Wohlwollen unter den Menschen nötig. Wir müssen unser Vorurteil und unsere Antipathie aufgeben und uns selbst beherrschen, wenn wir uns nicht in dieser Weife Mäßigung auferlegen, dann wird Europa ein Chaos von wütenden Haßaus- brüchen. Wir brauchen, wiederholte der Premier, mehr Wohl- wollen unter den Völlern. Raffen und Klaffen. Wir können die Welt nicht wieder neuaufbauen auf einem Fundament,■ das schwankt. lieber die zwischen den Alliierten und D e u t s ch l a n d schweben- den Fragen erklärte Lloyd George, er hebe besonders die Ab- rüstung Den tschlands. hervor, weil dies der wahre Prüf- stein für Deutschlands Aufrichtigkeit sei. Die Abrüstung wäre das Zeichen, das Deütschland seinen Verpflichtungen nachkommen wolle. Lloyd George verlas dann einen soeben erhaltenen Bericht vom Kricgsamt, der diese Frage behandelt und bezeichnete ihn als ! e h r b e f r i e d i g e n d. Das Heer sei tatsächlich aus weniger als lSO 000 Mann eingeschränkt worden und man sei auf dem Wege es schnell auf die vereinbarte Stärke von.100 000 Mann zu bringen. Die großen deutschen Kriegsmaschinen, so fuhr der Premierminister fort, sind so gut wie alle a u s g e- liefert worden. Es zirkulieren jedoch noch immer viel E e- wehre unter der Zivilbevöllerung. Dies ist aber mehr eine große Bedrohung für den Frieden von Deutschland selbst, denn die Konferenz von Spaa hat sich bezüglich der Abrüstung die nötigen Sicherheiten verschafft und man muß annehmen, daß die gegenwärtige Regierung in ihrem Beschluß, die Bestimmungen des Abkommens nach Möglichkeit durchzuführen, vollkommen auf- richtig ist. De: zweite Punkt von überragendem Interesse ist in vielen Beziehungen noch schwieriger. Es handelt sich hier um die Frag« der Entschädigung. Ach bin froh darüber, daß die deutsche Re- gierung sich ehrlich bemüht, Mittel und Wege zu finden, mn die Schulden zu zahlen. Diese Fragen gehören natürlich vor die Fachleute. Die Finanzsachlcute der Alliierten und Deutschlands werden schnell in einer zweiten Konferenz zusammen- kommen. Ich habe sehr viel Vertrauen und Hoffnung auf ein greifbares Ergebnis dieser Beratungen. Die Alliierten suchen die bestenfinanziellen Ratgeber zur Lösung dieser Frage aus und die Deutschen werd-en dasselbe t.u n. Und wenn in alle n alliier- t'en Ländern die Menschen aufden Ratdcrjenigen der Berufsschule verwendeten Zeit innerhalb einer Woche 3-1 Stunden nicht überschreiten darf. Das würde bedeuten, daß der gesamte Schulunterricht außerhalb der Arbeitszeit liege» muß. so daß die Lasten für die berufliche Ausbildung ganz auf die Schultern der Arbeiter und Angestellten gelegt weiden, den» mehr als sechs Stunden pro Woche beträgt die Unterrichtszeit nie. Hier ist zu fordern, daß jede für die berufliche Ausbildung aufgewandte Zeit als Arbeitszeit zu beträchten ist und in did durch Eesatz oder Tarifvertrag bestimmte wöchentliche Arbeits- dauer eiugerechr;.t. werden muß. Viel zu lange.ausgedehnt ist feiner die Arbeitszeit für die Per- .sonen, die in Betrieben mit Seh i ch t w e ch s e l arbeiten. Es heißt hier, daß die Arbeitszeit für die Arbeiter, die die sonntäglich notwendigen Arbeiten'ausführen, im Durchschnitt dreier Woche» 56 Stunden wöchentlich nicht übersteigen darf. Wir möchten wissen, womit man eine derartige Verlängerung der Arbeitszeit rechtfertigen will. In den Betriebe» mit Schichtwechsel ist eine kürzere Arbeitszeit notwendig, weil die wechselnde Schicht die Arbeitskraft weit stärker anspannt als die reguläre Arbeitszeit. § 6 untersagt den Arbeitnehmern, die in einem Betriebe voll beschäftigt sind, in ihrem oder einem anderen Berufe ic ein dauerndes Arbeitsverhältnis mit einem zweiten Arbeitgeber ein- zugehen. .Kinder unter 11 Jahren dürfen in den durch das Ge«; setz bezeichneten Betrieben nicht beschäftigt werden. Die Ar-? beitsstunden der. jugendlichen Arbeiter unter 18 Jahren und der Arbeiterinnen dürfen nicht vor fünf Uhr morgens beginnen und nicht über 10 Uhr abends hinaus dauern. Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 12 Stunden zu gewähren. Geradezu haarsträubend ist es aber, daß das Gesetz bestimmt,■ daß eine Ausnahme von dieser Regel in de» Stein- und � B r a u n k o h l eng ruhe n gemacht werden soll. In ihnen i s o l l e n I u g c n.d l i ch c a u ch zwischen 10 Uhr abends uizd 5 Uhr. morgens des ch ästigt werden dürfen,! wenn ihnen zwischen zwei Arbeitsschichten eine ununterbrochene> Ruhezeit von in der Regel 13 Stunden, keinesfalls aber j weniger als 13 Stunden gewährt werden. Gerade in den Stein- und Braunkohlcngrubeu ist das bündige Verbot der Nachtarbeit Augendlicher im Antercsse der Gesundheit der heranwachsenden! Arbeitergeneration unbedingt notwendig. Arbeiterinnen dürfen nach ihrer Zkiederkunft fechS Wochen nicht beschäftigt werden. Sie können auf Grund ärzt- lichen Zeugnisses sechs Wochen vor ihrer Niederkunft die Ar- beit niederlegen. Während ihrer Abwesenheit darf iffnen nicht gekündigt werden. Eine Beschäftigung von Arbeiterin?:� i untertage ist, durch das Gesetz verboten. Besondere Ma«' nahmen sieht das Gesetz in Notfällen zur Verhütung erheblicher Störungen des Betriebes durch Naturer ei ginsse oder Unglücksfälle aber auch zur Verhütung vor Vcrdcrbung»es Materials und der Waren oder des Mißlingens von Arbeits- erzeugnissen vor. In folchen Fällen darf-die Beschäftigung der Arbeiterinnen insgesamt die Dauer von zehn Stunden täglich nicht überschreiten. Auch das ist eine zu weitgehende Ausnahine. Bei außergewöhnlicher Häufung der Arbeit kann aus Antrag des Unternehmers für einzelne Betriebe eine abweichende Regelung der Arbeitszeit der über 18 Jahre alten Arbeiter und At-k bciterinneä an 00 Tagen- km Jahr durch den zuständigen Auf- sichtsSsarnten«iderrufUch-zugelassen werden.'Unter Ilmstand ist auch eins Ausdehnung auf 90 Tage zulässig. Hierbei wird a'ft Ueberffuitden.gedacht. Zum Schluß enthält das-Gesetz nach ernch« t r a f b e st i m m u n g e n, die Verstöße gegen die einzelne» Vorschriften mit Geldstrafen von 130 bis 3000 M. ahnden. 1 hören, deren einziges Ziel es ist, die verwüstete» Gebiete wiederaufzubauen und die zerstörte Re- putatio» wiederauszurichten, dann zweifle iÄ keineswegs, daß d er Frieden auf dem Wege einer guten V e r st ändigun-g gefunden wird. Zur russischen Frage meinte Lloyd George, er bedauert es, daß er. da n i ch t I o h o f f n u n g s v o l l sprechen könne. Det Bolschewismus, führte er aus.' ist etwas, was nicht standhalte» kann. Es ist ein so unmöglicher Glaube, daß er als wahnsinnigst Glaube anzusehen ist. Ueber J r l a n d sagte er, daß, wenn er nicht irre, die Behörde» dort den Mörder an der Kehle gepackt hätten. Die Polizei ho� die wahren Schuldigen gefaßt, und wenn es nötig sei, werde Vit Regierung den dortigen BeHürden noch weitere Vollmachten zu verv schaffen suchen. Die Kultur könne etwas derartiges nicht dulde»- Es könne für Mord und Zerstörung, keine Entschuldigung geben- Was die Regierung Irland anbiete feine keine Sklaverei, sondern' die ehrenvolle Teilnahme an dem größten Reiche det Welt. Die bayrische Einwohnerwehr Herr v. Kahr erzählt Weihnachtsmärchen ' Im bayrischen Landtag hat gestern der- Ministerpräsident. v. Kohr, eine politische Rede gehalten. Er kam dabei aus E n t w a s f n u n g s f r a ge zu sprechen und behauptete, die baS- xischen Einwohnerwehren seien keine militärischen Organisation�» sondern-„Selbstschutzverbände" der Bürgerschaft. Diese Verband seien notwendig, angesichts der drohenden Umsturzgesahr ooi links.' Dabei stützte er sich auf einen'angeblichen Geh eil»' L e ri cht. der Nach Moskau gegangen fein soll und der von � reaktionären Presse in den letzten Tagen veröffentlicht worde ist. Darin' wird behauptet, daß der kommunistischen Kampforga» sotion 163 000 Gewehre, über 200 schwere. Maschinengeweht' 1200 leichte Maschinengewehre, 201 schwere Geschütze, 26 Fl»» zeuge, sowie Minenwerfer, Flammenwerfer, Gasbombe», Spr»»3 mittel, Tanks ustd Panzerwagen zur Verfügung ständen. ,. Aus diesen Zahlen geht schau allein hervor, daß der angebl'� Geheimbericht ein frei erfundenes Machwer'k ist. jeden vernünftigen Menschen ist es einleuchtend, daß es re� technisch betrachtet der Arbeiterschaft einfach nicht möglich ist, artige Waffenmengen zu verbergen. Aber was die Reaktion her immer dann ausführte, wenn die Reichswehr herabgesetzt» die militärischen Geheimvcrbände aufgelöst werden sollten,* wiederholt sie auch diesmal, das besorgt vor allem Herr v' Kahr durch seine Märchenreden im bayrischen Parlament. werden ersundene Geheimberichte über die„Rote Armee"» breitet, und. mit diesen Märchen hofft man Cindnick zu und der Entwaffnung der monarchistischen, militärischen Berbaw" aus dem Wege gehen zu können. Reichswirtichaftvrat und Sozialisierung des Kohlenbergbau � Der Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats setzte am abend die Verhandlungen über die Sozialisierung des Kw)*, bergbaues fort,. Wir werden über diese Verhandlungen noch richten.'. ) Trostlose Aussichten der Ernährung Der Haushalts-Ausschuh des Reichstages beriet in den letzten Tagen den Etat des Rtinisteriums sür Ernährung und Landwirtschaft.' Abgeklärte Zufriedenheit lag über den Ver- Handlungen, nur ab und zu gestört durch das Auftreten von unabhängigen und rechtssozialistischen Rednern. Es herrscht« eine Stimmung, gleich der. die in der landwirtschaftlichen Bevölkerung einzutreten pflegt, wenn die Ernte in den Scheuern geborgen ist und der Landwirt zufrieden das Er- gebnis seiner Tätigkeit betrachtet. Diese Stimmung trat um so auffälliger hervor, als die dem Ausschuß mitgeteilten Tatsachen über die Ernährungsaussichten in den nächsten Monaten trostlos sind. Zwar bestritt das der Ernäh- rungsminister, da die Aussichten für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln der Menge nach besser feien als in den Vorjahren. Aber selbst er konnte nicht bestreiten. daß das bei der ungeheuren Steigerung der Preise nebensächlich ist, da die Massen einfach diese Le- bensmittel nicht kaufen können, und daß deshalb die mengen- maßig bessere Versorgung nur für die Reichen ein Vor- teil ist. Es ist aber bezeichnend für die Auffassungen, von denen die gegenwärtige bürgerliche Regierung sich leiten läßt, daß dieses gewaltige Anschnellen der Preise und die damit ein- tretende gewaltige Vermehrung der Not der minderbemittel- ten Bevölkerung von ihr als unausweichlich betrachtet wird. Es gebe keine andere Möglichkeit, meinte der Mi- nister, als durch dieses Uebergangsstadium hindurchzugehen. Er unterließ es allerdings sorgsain, seine Auffassung irgend- wie zu begründen, daß der jetzige Zustand der gewaltigen Steigerung der Preise nur ein Uebergangszustand fei. Wie wenig berechtigt diese Auffassung'ist, ging aus der Tatsache hervor, daß mehrere Redner der agrarischen Par- teien bereits neue Forderungen der Landwirte anmeldeten. Ihr Führer. Dr. R ö f i ck e. forderte, daß der Landwirtschaft überall freie Hand gelassen wird. Er trat für ein E i n f u h r m o n o p o l für Getreide ein, er forderte die Aufhebung der Zuckcrbcwirtschaftung, nicht zu dem Zweck der besseren Versorgung der einheimischen Bc- völterung, sondern der Ausfuhr, da dort noch höhere Preise winken. Ihm ist auch der jetzige Höchstpreis für Kartoffeln von 2ö Mark, zu dem die landwirtschaftlichen Organisationen sich noch vor wenigen Wochen verpflichteten, nicht genügend. Und er machte auch dem heuchlerischen Eetue der Landwirte mit der Abgabe von Kartoffeln zu geringeren Vreisen an die minderbemittelte Bevölkerung ein Ende. Er wies ausdrücklich darauf hin, daß, wenn die Landwirte einen Teil ihrer Erzeugung zu billigeren Preisen abgeben, doch selbstver- ständlich einen Ausgleich suchen müßten bei den Preisen für die in den Handel übergehenden Kartoffeln. . Noch deutlicher trat die Ausfassung der Landwirte zutage m dem Ausspruch, die L a n d w i.r't c lassen ihr Vieh n i ch t h u n a e r n. Von der Not der städtischen Bevölle- fifn8 hatten die Herren nur im Vorbeigehen gesprochen, zu ihrer Abhilfe aber keinerlei Neigung gezeigt. Für das Vieh aber, mit dem ihr materielles Interesse sie aufs engste ver- vlndet. fanden sie die wärmsten Töne. Und in diesem sonst ruhigen Ausschuß kam es sogar zu stürmischen Unter- keine Stütze finden, daß ihnr später an Hand der Berichte der Arbeitsämter nachgewiesen wurde, daß die Landwirt- schaft nur den Wunsch nach polnischen Arbeitern habe, und daß die Ernte restlos geborgen sei, wird wohl kaum verhindern können, daß dieses Stichwort Eingang in die reaktionären Presse findet. An dieser Entstellung wie auch an der ganzen Ernährungspolitik, durch.dic keine Steigerung, sondern nur ein gewaltiger Rückgang der Erzeugung unp die Erhöhung der Preise eingetreten sei, übten Genosse Hertz und Genossin Wurm scharfe Kritik. Genossin Wurm wies insbesondere auf das Anwachsen der Sterblichkeit und des Kinderelends hin, das täglich vergrößert werde durch den Rückgang der Milchzufuhr in den Städten. Auch hierfür fand der Minister beschönigende Worte, es seien doch 87 Prozent des Notbedarfs an Milch gedeckt! So lieferten auch diese Verhandlungen den Beweis, daß die gegenwärtige Regierung durch ihre Politik eine gewal-ige Verschärfung der Not der Massen herbeigeführt und daß alle bürgerlichen Parteien den Minister Hermes unterstutzen. weil er eine Politik treibt, die den Interessen der Agrarier und des Handels voll entspricht. so � nrrii c» fiulmvfajeu■u.uitis vtechungcn, als trotz des Widerspruchs der Landwirte die so-� zmlistischen Mitglieder des Ausschusses bei der Meinung de- Mssrrtcn. daß die.Lcurdwirte nje daran gedacht hüben, sich au, '�le behördlichen Verordnungen zu halten. Diese Tatsache macht auch die ausdrücklich ausgesprochene Abneigung gegen die Mitwirkung städtischer Arbeiter in den Feststellungs-Kommissionen erklärlich' könnte doch dadurch die Möglichkeit entstehen, d i c Landwirte zu fassen, die ihr Getreide und ihre sonstigen Erzeugnisse zurückhalten, um sie ihrem Vieh zuzuführen oder in den Schleichhandel zu brin- gen. anstatt sie für die Ernährung der Massen bereitzu- stellen. Wie nötig dys aber wäre, zeigten die Darlegungen des Ernährungsministers über die B r o t v e r s o r g u n g. Er bezeichnete das Bild, das die Getreideablieferung gibt, als durchaus unerfreulich. An inländischem Getreide war bis zum 8. November abgeliefert 622 000 Tonnen, gegenüber 1032 000 Tonnen im Vorjahre. Die Ablieferung ist in den letzten Wochbn stark, zurückgegangen. Die inländische Landwirtschaft müsse ihrer Ablieferungspflicht stärker nachkommen. Die Brotversorgung der Bevölkerung wird nur durch starke ausländische Einfuhren aufrechterhalten. Ins- gesamt sei eine Einfuhr von Lzh Millionen Tonnen notig. Für 900 000 Tonnen sind die Mittel vorhanden' für die weiteren Käufe von 1,6 Millionen ss S.«a- rx�_—,• � AM?: presse. Trotzdem die l etzigen Preis � Handelspreise weit Übertrosse n Y-ven.«ine preisdrückende Einwirkung aus diese Presse durch ven der Behörden ist nicht zu"wartw. da dao �o �u landssleisch bereits beim Einkauf 4b Mark koster. für die Massen-------- �----- Unsere Revolutionsfeiern Der Aufforderung der Partei und der Eewerkfchaftskommisslon. den g. November als Gedenktag der deutschen Revolution durch Arbeitsruhe zu feiern, ist fast durchweg Folge geleistet worden. Unsere Versammlungen waren sehr stark besucht, die Kommunisten konnten uns keinen Abbruch tun. Sie' waren in einigen Ver- sammlungen erschienen, um sie zu sprengen, sind aber überall ab- gewiesen worden. Die Störungsversuche haben aber deutlich dokumentiert, daß gerade, durch die Verwirrungspoli- t i k e r. deren Parolen die Verjammlungssprcnger� befolgten, die deutsche Revolution dahin gekommen ist, wo sie heute steht. Sie zeigten uns auch, daß Einigkeit und Klarheit notwendiger denn je ist, wenn die deutsche Arbeiterklasse nicht das Opfer der Re- aktion werden will. Unsere Anhänger waren von froher Kampfes- stimmung beseelt und die Störungen haben nur dazu beigetragen. den Ring um unsere Reihen fester zu schließen. Mancher Ge- nossc, der noch schwankend war. ist zu uns gestoßen, weil alle klar denkenden Arbeiter einsehen, daß von Leuten, die selbst eine revolu- tionäre Gedenkfeier dazu benutzen, um Zwietracht zu säen, für die Befreiung der Arbeiterklasse nichts getan werden kann! Neue Welt Die Versammlung in der„Neuen Welt" in Neukölln war so stark besucht, daß der Saal und die Galerie vollkommen gefüllt waren und im Saal eine große Zahl von Besuchern dicht veiein- ander gedrängt stehen mußten. Die Versammlung wurde durch Gesang des Männer-Eesangvercins eingeleitet. Nach den Ge- sangsvorträgen hielt Genosse C r i s p i e n die Gedenkrede, in der er zunächst der gefallenen Revolutionsopfer gedachte und dann besonders auf den Tod des Genossen Haase einging. Er schil- der« dann die gegenwärtige Situation der Revolution, die so ist, daß die Bourgeoisie sich an Machtbewutztsein und Selbstbewußtsein so gestärkt fühlt, daß sie in Zeiten der großen Krise außerordent- liche Gewinne aus den kapitalistischen Unternehmungen erzielen konnte, und daß überall die Konterrevolution sich offen und heim- lich bewaffnet und angrissshsstisjer denn je ist. Demgegenüber befände sich die Arbeiterklasse in einer starken wirtschastlichcn Verelendung. Hmzukomme noch, daß die Arbeiterklasse gespalten ist, aus der einen Seite durch die rechtssozialistische Reformpolitik und auf der anderen Seite durch die koipmunistssche Putschtaltik. Aber Das Proletariat wirb diese» Zustand der Verwirrung und der augenblicklichen.Schwäche überwinden und stärker denn je den bürgerlichen Klassen gegenübertreten. Genosse Crispien sprach dann über die grundsätzlichen Fragen der Weltreuolution und wies nach, daß der Klassenkampf der Arbeiter international geführt werden muß. und daß er nur geführt werden kann in dem Sinne der U. S. P. D., die stets eine grundsatztreue, internationale sozialistische Politik betrieben hat. Di« Rede klang aus in einer Aufforderung an alle Männer und Frauen, sich von den Lasten der Unterdrückten frei zu machen, alles Niedrige und Gemeine zu verachten und die ganze Kraft zu sammeln und sich zu erfüllen mit den großen Ausgaben der so- zialisttschen Bewegung. Wir werden trotz aller Verleumdungen und aller Vorsolgungcn ausrecht unser Ziel verfolgen und den Sieg für die Menschheit erringen. Nach der Gedenkrede wurde die„Internationale" vorgetragen, und unter begeisterten Hochrufen auf die Unabhängige Sozial- demokratische Partei und das kämpfende internationale Prole- tariat und die Weltrevolution, wurde die Veranstaltung ge- schlössen. Einige Neütommuniston und Altkommunisten hatten sich im Saal unter den Versammelten verteilt in der offenkundigen Ab- licht, die Gedenkfeier unserer Partei zu stören. Das machte sich dadurch bemerkbar, daß schon nach den ersten Sätzen des Genossen Erispien einige törichte Zwischenrufe gemacht wurden. Dies« Zwischenrufer wurden aber vom Referenten und von der Ver- fammlung sofort zum Schweigen gebracht, so daß die Störenfriede es nicht mehr wagten, sich irgendwie bemerkbar zu machen. So konnte unsere Versammlung-wuchtig und geschlossen zu Ende ge- führt werden, sie hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf ole Teilnehmer. Etwa 5000 tr die Mass-»''"» Die Mitteili,»�'"cht in Frage kommt Zur Freigabe der ei» lß Ministers über die Vorgänge, die entrollen wider Wirr Bewirtschaftung geführt haben. blicklichen agrarlör�. interessantes Bild der äugen- baß bei der Aufb->k5 Machtgelllste. Der Minister bestritt. Begangen worden Dclbewirtfchaftung zu schnell vor- k ch a f t h a b e m. ♦ w Dlesüddeutschc Landwirt- so sehr auf die« r A.b l i e f e r u n g g e st r e i k t und Konzession c gedrängt, daß den Landwirten die Widerstand der»a»x- ��cht werden müssen. Der schaftung gewaltsam f)at äti0 bic behördliche Bewirt- keinc andere Aulaau �rümmert und die Regierung habe sprechen. Aber hnl l W�en, als diesem Verlangen zu ent- wurde als einige Äc'.st, daß. da die Freigabe verfügt n a ch.t r ä g l i ck, �ündwlrte bereits abgeliefert hatten. 58.3 M i l l i p n P° V 8 u n g s z° 5l u n g«» von Wenn die Arbcitslmv» rc?-x' ausgezahlt wurden. wenige Pfeiiniac.�. �ungen ihrer Unterstützungen um waltigsten W bereitet die Regierung den g«- sw Dutzende van'm' bic»notleidenden Agrarier" hat >. benoe von Millionen ohne weiteres zur Verfügung. •%.«ehlte in dieser Debatte� auch der Dr� 58 o h m c bfe»a Arbeiter nicht. Der„Demo- hÄ als die unQlü(fiiffir�c\�,nc*c die Regelung der Arbeits- r. harch feien Teile d?r a- Er behauptete sogar. c», er Ornte verdorben und forderte, man llSrv � Tatsache unti'rV"««?ctl>orben unö loroer«, verh» g dafür bezeichnen �'.Massen verbreiten und als Er- dungern müßten �»'i; große Teile der Bevölkerung Daß se,�x Angaben in den Tatsachen ersonen nahmen daran teil. Moabiter Gesellschaftshaus Die Gedenkfeier im Moabiter Eefellfchaftshaüs war überfüllt. Sie wurde eingeleitet durch Eesangsvorträge und durch Rezitativ- nen. vorgetragen durch Frau Bloch. D« Gedächtnisrede hielt Genosse R a b o l d, der einen Rückblick auf den Verlauf der deut- fchen Revolution warf und für die Tatsache,- daß heute die Re- aktion wieder jo siegesbewußt ihr Haupt erhebt, die uicheiloolle Zerrissenheit der Arbeiterklasse verantwortlich machte. Er ge- dachte der vielen bekannten Kämvser, die für die Befreiung des Proletariats gefallen sind, und der vielen Unbekannten, deren Name» nicht in vi« Taseln der Geschichte eingegraben werden und die aber auch ihr Bestes, ihr Leben, für uns hingegeben haben. Aus den Fehlein lernen, die Arbeiterklasse nicht spalten, sondern sie zusammenschließen, den Kampf nicht gegen die Brüder, sondern gegen den gemeinsamen Gegner führen, in diesem Sinne mutzen wir an die Erfüllung der kommenden Aufgaben herangehen, dann werden wir trotz aller Rückschläge zum Sieg kommen. So schloß Genosse Rabolb sein« Ausführungen. Eine Sprengtruppe versuchte dann«in« Diskussion zu erzwingen. Als da» an der Energie des Vorsitzenden scheiterte, begannen die Störenfriede zu lärmen. schließlich wurden st« aber wieder ruhig, als ein Sprecher von ihnen erklärte, die Gegensätze ließen sich in einer Gedenkfeier nicht austragen, das würde besser in den politischen Versammlungen erfolgen. Die Feier ging dann ungestört?u Ende. Die Radaulustigen haben durch ihre häßlichen Szenen bewiesen, daß sie nicht über den politischen Reifegrad verfügen, der erforderlich ist, wenn das Proletariat fein Ziel, den Sozialismus, erreichen will. Walhalla-Theater Der Riejenraum d«g Walhalla-Theaters war lange vor Beginn der Versammlung überfüllt. Viele fanden keinen Einlaß und mußten umreren. da eine Paralleloersammlung nicht möglich war. Von unoerusener Seite wurde versucht, die Versanimlung im Theatersaal unmöglich zu machen, indem man einige Stunden vorher den Saal telephonisch abbestellte. Das Manöver miß- lang, darum versuchte man es mit einem anderen Mittel. Eine Sprengkölonne glaubte durch Skandalieren bei Eröffnung der Versammlung das Weitertagen verhindern zu können. Eine Abfuhr durch den Versammlungsleiter, die au» der Versammlung entsprechende Unterstützung sanv. zeigte den Herrschaften, daß wir einem Terror ihrerseits entsprechend zu. antworten wisseil. Die Feier konnte nach dieser Unterbrechung ungehindert statt» finden. Nach Rezitationen von Frau Kühne l hielt Genosse Rosenfeld die Festrede. Einigen vorlauten Zwischen ruferlr wurde die gebührende Antwort zuteil. Am Schluß der Verjamm» lung kam ein Antrag, den Saat nicht zu verlassen, ihm leistete niemand Folge. Darum versuchte am Ausgang auf der Treppe ein kommunistischer Rehner seine Phrasen an den Mann zu bringen. Als auch das mißlungen' war, begnügten sich die Stören- friede damit, einige Hochrufe auf die 3. Internationale auszu» bringen. Pharussäle Die Gedenkfeier ist imposant verlaufen, lieber 5000 Personen nahmen daran teil. Genosse Emil Barth hielt die Rede. Er schilderte eingehend den Verlauf der Revolution und ermahnte die Arbeiterschaft dringend zur Einheit und Geschlossenheit, da sie nur so ihr großes Ziel, den Sozialismus erkämpfen könne. Stö- rungen durch Kommunisten traten hier nicht ein. Genosse Felix trug die„Revolution" von Freiligrath stimmungsvoll vor. Der Gesangverein„Wedding", verstärkt durch„Neu Erwacht", verschönte die Feier durch Gesangsvortroge. Mit einem Hoch auf die Welt- reoolution ging die Versammlung auseinander. Lichtenberg Zu einer imposanten Kundgebung gestaltete sich hie Gedenkfeier des zweiten Jahrestages der Revolution auch am hiesigen Orte. Zu Tausenden strömten die Teilnehmer zu der in der Aula Park- auc(der größten am Orte) einberufenen Versammlung. Lange vor Ick Uhr war der Raum bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß in der Turnhalle- eine Parallclversammlung abgehalten wer- den mußte, und auch dieser Raum war in ganz kurzer Zeit gefüllt. Genosse Thurm erössncte die Versammlung. Der Lichtenberger Mäniierchor trug einleitend das Lied:„Erwache Volk, erwache" vor. Ihm folgte die vom Genossen Kaufmann. Reinickendorf in wirkungsvoller Weife vorgetragene Rezitation:„Die Revo- lution". Genosse Eberl erfreute die Versammelten durch den Vortrag der Lieder:„Das Haidegrab" und„Das Herz im Rhein". Der Referent des Tages war der Genosse Stein. Er schilderte in eindringlichen Worten den Verlauf der Revolution, die Ursachen ihres Zusammenbruchs, der letzten Endes nicht auf die Schuld ooer Unfähigkeit einzelner Führer, fondern auf das Zusammenwirken und Zusammentreffen verschiedener Umstände zurückzuführen ist. Alles in Allem heißt es jetzt aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, die Bilanz zu ziehen und mit neuem Eifer an die Arbeit zu gehen. Wenn wir auch keine Veranlassung haben, am heutigen Tage zu jauchzen, so liegt um so weniger Grund vor, resigni:rt das Kampffeld zu verlassen und zu verzagen, sondern wir müssen weiterkämpfen in dem Bewußtsein, daß den endlichen Sieg des aussteigenden Proletariats keine Macht der Welt verhindern kann. Zum Schluß seiner Ausführung gedachte der Redner der Toten der Revolution, der von den Schergen der Konterrevolution hin- gemordeten Führer, der vielen namenlosen Helden, die in den Kämpfen ihr Leben lassen mußten, sowie auch der vielen Taufende, die in den Gefängnissen und Zuchthäusern sür ihre Ueberzeugung bugen. In der vom Genossen Iünemann geleiteten Versammlung in der Turnhalle referierte Genosse S, i m m i n g. Auch hier hofsuungsfroh« und zuversichtlich« Stimmung und das Gelöbnis." allen Enttäuschungen und Hemmnissen zum Trotz den Befremnzs- kämpf weiterzuführen bis zur endlichen Niederringung des größten Feindes der Menschheit, des Kapitalismus. Bei den Gräbern der Revolutionsopfer Beim Gymnasium an der Parkaue in Lichtenberg, wo in zwei übersüllten Räumen die Revolutionsfeiern abgehalten wurden. formierte sich ein nach Tausenden zählender Zug. der zum Friedhof in Friedrichsfelde, zu den Gräbern der Revolutionsopfer zoss. Voran leuchte dqs col-�ßgnttxr. hellet Smv tall-M oea Straßen Ußd Plätzen, durch die der Zug unter de» Klängen des Orchesters Lichtenberger Straßenbahner in geschlosienen Reihen zog. Bei den Gräber» der Revolutionsopfer hält der Zug. Eine kaum übersehbare Meng« umsteht in stummer Ergriffenheit den Raum, der die Opfer der Berliner Revolution, in ihrer AUtte Karl Liebknecht und Rofa Luxemburg, birgt. Es erschallen die Töne revolutionärer Arbeiterlieder. Dann spricht Genosse Georg Kaufmann Freiligraths herrliche Verse:„Die Toten- an die Lc- benden". Nachdem die Lichtenberger Genossen einen Kranz an den Gräbern niedergelegt, verließ die Menge den Friedhof. Stumm ziehen die Männer und Frauen aus der lichtübergossenen Stille des Friedhofs in den Alltag hinaus. Doch auf ihren Gesichtern spiegelt sich das tiefe innere Erlebnis des Tages: an den Grä- bern der Gefallenen haben sich die Lebenden seelische Kraft und neuen Kampfesmut geholt. » Schöneberg. Die Revolutionsfeier wurde durch Eesangsoortrag des Schöneoeraer Männerchors„Einigkeit" eröffnet. Nach der Eröffnung versuchten Kommunisten die Versammlung zu spren gen. Sie wollten die Revolntionsgedenkfeier in«ine Sffentllche Volksversammlung umbiegen. Es mußte eine Diskussion zugestanden werden. Genosse Sabath. der in emstündiger Rede einen Rückblick auf das vergangene Revolutionsjahr und einen Ausblick für die Zulunft gab. erntet« stürmischen Beifall. In der Diskussion sprachen Vertreter der K. P. D.. der N-ukommuni ten und der K. A. P. D. Mit Gesangsvorträgen fand die Beranstal tung ihren Schluß. Bemerkenswert ist, daß der Vertreter des Arbeitslosenrats. der Kommunist Fischer, die Arbeitslosen am Tage vorher ans gefordert hatte, unsere Versammlung zu besuchen. damit die Arbeitslosen ihre Forderungen auch hier zum Ausdruck bringen könnten. Die Art de» Austretens der neukommunistischen Redner hat aber weder den Arbeitslosen, nach der Sache des So- zialismus gedient. Steglitz. Albrechtshof fanden sich über 1000 Versa mm- lungsvesuchcr zusammen. Genosse Pfasfenschläger schu- derte den Entwicklungsgang der revolutionären Bewegung.. Wir haben uns, so führt er aus, viel zu sehr durch gegenseitige Kamp« e,»gestrengt und rvöhrend wir uns stritten, rüstete die Gegenseite und wurde stark. Wer. heute auf dem Standpunkt steht, daß nun- mehr auch die Gewerkschaften erschüttert werden müssen, der bc- sorgt die Geschäste der Reaktioil. Der Arbeiter-Eesang-Vemn. Steglitz trug stimmungsvoll drei Lieder"Ich warte dein,.Tord Foleson und die International«— vor. Ein paar RuMtorer glaubten, die Versammlung durch Schimpfen auf die Gewcrk schaften beunruhigen zu' können, sie wurden aber vom Referenten und auch von der Versammlung gebührend abgewiesen. In Niederschönhausen referierte Genosse Stösslnger. Seine Darstellung der ersten zwei Revolutionsjahre und der Weltlage fand den stürmischen Beifall der stark besuchten Versammlung, die mit einem Hoch aus den revolutionären Sozialismus geschlotzeir wurde. Regierungsbildung in Thüringen Weimar, 10. November. Heute abend wurde nach sünsstündiger, zum Teil erregter De batte, die Regierungsbildung für Thüringen vollzogen. Gewählt wurde die sozialdemokratische Liste mit Hilfe der vier Demokraten und der ll Unabhängigen: die Kommunisten verhielten sich neu- tral, die Vereinigten Rechtsparteien stimmten dagegen. Die neue Regierung für Thüringen fetzt sich zusammen aus den Herren: Dr. Paulssen(Demoirat). Dr. Benz und von Blanden» stein(parteilos) und F r ö h l i ch(Coz.). Als Staatsräte wurden gewählt: H a r t m a n n- Rudolstadt(Soz.), Dr. Bielfeld- Sondirshausen und Prof. Krug er- Gotha lDemolraten). Die Einteilung her Ministerien erfolgt in einer der nächsten Sitzungen. 1 Wirkwaren Damen-nnterliemdcben CÄSU 9.85 Danen-Slrfimpfe Ä. Ferse und Spitze Terslarkt........ lang, schwarz, Ferse und, Spitze verstärkt, 29 75 10.95 12.95 Reine Wolle Herren-Socken PKÄt.. 7.95 8.95 Herren-Socken 12.75 Herren-Handschuhe �wckt. Wolle plattiert......................... V.99 Herren-Schals..........11.75 21.75 Herren-Hemden norm»��?, 3 Großen. 55.50 Herren-Hosen normalfarbig, 3 Größen.. 39.75 Herren-Garnitur iÄu'iSf 07-A verschiedene Farben, gute Qualitit.............*.9U Renforce I6.50 Hemd snfuch 18.50 Louisiana leinenartiges Gewebe ............... Meter .atts gutem 19.50 Deckbettbezug mm IlS.so 33.50 79.50 Kopfkissen Bettlaken dazu passend.... ca. 160/200, kräftiges Gewebe............. Damen-Wäsche-Garnitur: Hemd und Kniebeinkleid aus feinf&digcm Wäschestoff mit Stickerei- Ansatz und Hohlsaumgamicrung. Garnitur Cr Sr aus vorzüglichem Rcnforcc mit reicher Stickerei g.f| garnierung und Hohlsaumvcrarbcilung Garnitur 3r Belle-Allia nee-Straße GpoOeFranklurterStp. Bpunnenstpaße «Jondorf Kottbusep Damm Chaplottenbup0 Wilmepsdopfep Sfpaße TW«»itii snpipp Volksbühne •V» Uhr zdlodi�ameeksc« 1. Teil.__ * Zhcaler* JBitniffftT. 3� StcUog, VI, Uhr- DieFeindev.maKiinGorKi Neues Bolksttieuter AZpenicker Str. t>8. � Major Vllldara LessiW-THM «iot.r«aro.w.kq 7t'. Uhr) Flamme lDarsch, Brüning. Büh, Staatstheater Opern kauv Zum c rst c n M a l e: Amoretten Tanzseenen vi,mr:. Bajazzi Schauspieldaus 7 h*: Die MruMen Direktion: Max Reinhardt. Deutsches Theater 7 Uhr-®« r Slhrtt.rh.uf«>, QLtaoa 7 Uhr; Peer Oyi so.nabcn» h. Mai,!«» r>/,Uhr: Flamme Deutsch. Kö«stl.-Theater Allabendlich 7'/y Uhr; Die SchMituasmse (Mai Adalbert, Tru«. Hertarber 7 Uhr: Cr l{t ob nU«m slhutt» Xlc Spiel«! Srohes SchauspielhiW ÄatHtroK« 8 Uhr: OebermaBK (7.«bl. 2. Thrairr L d. Königgrätzer Str. -I3S Uhr: Rausch (O»ka, Abel,Riemanu»Richard, Vetdtkirch, Dernbura, Rüuer). Sonnabend: Rausch -v.s 6usnw-Theater%8 Der grbltritt einer Fran Stg.yi». Me» HauOdraetß» Neues operetteuhaus' Sirrlllion Iran.ttrr» 7 Uhr: um Operette In drei Akten nach einem Motiv PetSfts von Fritz Brunbaum. II am SolienöotM P/t Uhr:«»Itw,.». Irrlbwegee �Uhr: UM IliM ilMl»,,. Central-Theater Alt. I.kobstr.s.. 30-32 g.g.nOlMr dar R.lchadruck.r«) Hsdrn Sie die Operette„Des Schn>arzw«td,nSd«l" gesehen'! Dann müssen Sie auch„res Schwarzwaldmiidels 2. Teil". Frau Bärbel Operette in 3 Akten von Issef Snega im CentralFTHeater gesehen haben. »uuelmalclGii l «xf««» T't Uhr. Besondere iScrgUaftiguBg für feie JlbemnenUa der.Freiheit". (61111,8 nur en Svoehentegen für 1— S Persenr»! Preise der PlShe eiBflhllehtilh liBstberkeitefteBer! Orchester-Sesiel SN. 11. Parkett.Seficl SU. 10. Parkett SU. 8 Vorverllauf lögttch nun t»'!,— Z Uhr nnd nun 8 Uhr ud, ...... Wegen des gruben Tndrangeu-n der«bendknffe empfiehl! es sich,»»»»«; .�.(,1, AUletts fehon tm Bueuerb-Bf ob der Tages. ufie p. nehm«». ,»»»»» lheal« Aleionder.Ir.ZI Sbt. ten»0»itrb, Ksls- SSngvr _______ iuach Der gehorufe Siegfried mit Fe rd. Grünech er. '/-». Sanatoriuu» Komödienhaus 'IJi U.; Sie Sache mU Lola mir Hin Pallanbarg sZufestne Dora s., Tauen, Tttrrm, PichUz Haehet, Stieb», Ktperf Berttaer Theater ss-e ohe, a, Aestdeuz- Theater (Sohnhof Ionnpwihdrüche) Untergrnnddohnhnf«lusterfir. Täglich!>/.8 Uhr: Die Freundin amralegduf:®U ffeeunbU. Apollo» Theater Srtebrlchftr. 218 7V-MheMlch7V- Harems-Nächte Sonittogi sl/j u. 1 Kind frei. Tel MeeüopUU 1481«. n«J:»Vi•hsniite« •••bat.• Ulb»> Hente______ _ �ROORAMS! Hcrvorrtf- Solotetl! Zum Schluß d«r lontirc Einakter; „Ein Abnntsunr f. Wltwenvcroln'* Vorverka.i; t t—'IV9U. 4— b Uhr. Theater-m Nollendorfplatz miniiuiiimiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiininnmmwimiiimmmmiiMiiraiimiiimimiiniiiiiuiiimiiwiimimimimffliimnimiiiiiiiii Täglich abends 7 Uhr Der große Operetten-Erfolg JMMMIIIW./ SUmmen aar Orassa: TSoZTHroMittagsdlatt: Es wird wohl, heute in Berlin in keinem Theater aus dem Gebiete de? Operette Aehnliches geleistet. Dagedlatt: Das war wieder ein Schritt vorwärts— ein danern- der Erfolg wird es sicher über viel« Bühnen führen» SUeinen Journal: Man mutz das Merk gesehen habe», wenn man von der heutigen Operette sprechen will. n Kritzstitltilit wird zu 84% in Zthlunf itntmmM. 3 flnsimtiBetate M-.Minlntel!!! für ia PlUschmäntel 650, 912, 1092 Sealplüschmantei 1580 Astrachanmantelissu�ntitFitter 384 Krimmermantel 775 Entzückende Pelzmäntel 3750, 5225, 6340 Spdrtfacken Trikot 45— 240 Kostüme 156- 897 Bieg. Stoffröcke 42-294 Gesellschaftskleider 340-875 Mollige Ulster 86, 146, 215, 320,415, 560 Westmann 1. Geschäft; Berlin W, Mohrenstrasse 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. 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I-a» aiaah Mtlwirdende: MitgUeder»er Staateaprr »arte« So!«»»och, WenHetm, Dading, Ueud.,«eegstt. 42 Anteil, eichn. o» D.O.«nnlhigong»nr Bureon(Ziroll) Lm neuer Lerui ist heute die Sorge von Tausenden, die ihr?? bisherigen Tätigkeit, ihres Lebensberufes beraubt find. Rll«»» dir nmletuen ntttffcn, empfehlen wir daher, ihre Allgemein- dildung zu heben, Examen oder Prüfungen nachzuholen, fehlende kaufmännisch« oder banktechnische Kenntnisse zu er- ganzen, eine landwir fchastl. Fachbildung zu erwerben oder technisches u.fochwissenschaftlich.K5nnenzu vervollkommnen. Verlangen Sie daher noch heute aussührl. Prospekt R. 202 über bie Selbstunterrichtsmethode Rustin oder für technische u. fachwiisenschastl. Bildung den ausführl. Prospeitt Ft.2ta über das System Karnack-Hachfeld kostenlos. Stand und Beruf bitten wir anzugeben. Voaaetz A Haehfeld. Verlag, Potstzaa» "VSST Rauchtabak »ersteuert, Pfund von 18 lMarh«u MMMWlIg V. 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Diese Hoffnungen wurden grausam ent- täuscht. Es folgten qualvolle Wochen banger Erwartung. Und dann kam die furchtbare Gewißheit, daß einer unserer Besten nicht mehr zu retten sei. Am 7. November 1919 starb Hugo Haase. Ein Jahr ist seit dem Tode unseres Genossen Hugo Haase vergangen. Ein Jahr, reich an Geschehnissen für unS, selbst an den ereignisreichen Zeiten einer Revolution gemessen. Wir haben den �Parteitag»ton Leipzig, den Kapp-Putsch, die ReichStagswahlen und den Parteitag von Halle hinter uns. Die Vorarbeiten für den Parteitag iu Leipzig hatten wir noch gemei sam mit Haase eingeleitet. Er sollte daS neue Aktionsprogramm entwerfen und auf dem Parteitag begründen. Haäse war sich mit uns darüber einig, daß unser Märzprog amm von 1919, entsprechend der inzwischen veränderten revolutionären Situation, neu formuliert »verden mußte. Der Ted riß Haase n.ittcn aus diese Arbeiten. Das war einer der schwer st en Schläge lir unsere jung« Partei. Es dünkte uns unfaßbar, daß wir fortan ohne Haase auskommen sollten? Hugo Haase verfügte über ein ebenso umfangreiches, wie vielseitiges Wissen, er hatte einen klaren Blick auch in die verworrensten Verhältnisse, er besaß die Gabe, rasch und sicher»icktige Entscheidungen zu treffen, er war voller Anregungen und Energie, er war von unermüdlicher Aktivität und verfügte über eine unverwüstliche Arbeits- kraft. Hugo Haase war ein Mensch von lauterem Charakter, er war revolutionärer Sozialist auS innerster, glühendster Ueberzcugung: ein echter Bahnbrecher und Führer. Und diesen Führer raubte uns ein Bravo, ein gedungener Meuchelmörder. Sofort nach dem Attentat auf Haase erklärten wir in aller Öffentlichkeit, wir hätten keine Hoffnung, daß wir unter dem herrschenden System die Wahrheit über d,e Motive und über die Anstifter des Morde? erfahren wurden. Zu diesem Sttstem haben wir nach wie vor kein Vertrauen. Aber das glauben wir, daß die Wahrheit sich stüher oder späte» Bahn brechen wird, trotz der notorischen Vertusch nngsmanöver dunkler Mächte. Da« Kapitel der. Arbcitergrfchichte, das von der Ermordung uuserS Gcnoffen Hugo Haase handelt, ist noch nicht ab- geschloffen. Seit dem Tode unsere? Hugo Haase haben wir ein Jahr wiederholter Massenaktionen hinter uns. Von der friedlichen Straßendewonstration bis zum politischen Massenstreik und zum bewaffneten Aufsta'td. Unsere Partei hat sich, nehmt alleS nur in allem, wacker geschlagen. Sie gewann an Vertrauen bei immer größeren Aibeilermaffen, sie wurde zur Millioneubewegung, »»w politischen Führerin des revolutionären, industriellen Proletariats. Die Gewinnung auch de« ländlichen Prole- tarials wurde wirksam eingeleitet. Unter Mühen und SSI Hunger Roman von Knut Hamsun. _________ v—«••••• -...„tfn in der Nähe aus. dieser Mann, dessen dessen'Blatt � währe nd �U�dieser�ahre oeyen 5,aar rst lockig, die schonen aus mich gehabt ha... � die Gewohnheit, braunen Augen»Uwe, l?n unruh 5- � Ein schottischer dann und wann ein wenrg zu jajn diefer acsäbr- Geistlicher könnte nicht nrckdcr aussehe i,jn;ic(cn l'che Cchriststeller. dessen Worte J�rt,®, Gemisch blutige Striemen zurückließen. Em«genGmIiches r>em»,a, von Furcht und Bewunderung befallt mich b Manne- die Tränen kommen mir beinahe in d» Vugen. uno ich trete unwillkürlich einen Schritt vor. um rh»' �' wie innig ergeben ich ihm sei sur aUes.wascr n» Hg.• und ihn zu bitten, daß er mir kein Leid �reiten mog. q sei nur ein armer Stümper, dem es ohnehin traurig genug Er blickte auf und legte mein Manuskript iss ä•;>ch»>- V r'K?->»« fa abarbeiten." Vorschuß bekommen", sagt er...Sie können chn taugte. Jetzt, wo er gesehen, daß ich zum Schreiben �tgegnete demütigte sein Anerbieten mich ein vremg, und>w baher/»na beHelsen. .Nein, danke, ich kann mich noch«»ne 35:.. � Uebrigens besten Dan!'. Ich empfehle Mich- Opfern hatte sich die klassenbewußte Arbeiterschaft in unserer Partei eine bedeutende Macht geschaffen, zum Kampf um die Eroberung der politischen Macht. Da zwangen unS blanquistische und opportunistische, offene und versteckte Kommunisten zu den schwersten inne- r e n P a r t e i k ä m p f e n. Der Hallesche Parteitag hat diesem parteiverderblichen Spiel ein Ende gemacht. Wir haben uns von den Parteizerstörern befreit. � Wie oft haben wir auch in diesen bösen Zeiten an Hugo Haase gedacht, wie oft ihn vermißt! Darüber besteht nicht der mindeste Zweifel, daß Haase ohne Schwanken z»» unserer Partei gestanden hätte, zu der revolutionären maixistjschen Partei des proletarischen Klassenkampfes. Mtt jenen unsicheren Kantonisten, die heule zu den Kommunisten gezogen und gestoßen, gelockt und geprügelt sind, hatte auch Haase schon wiederholte AuSeinandersitzungen. Auf dem März-Parteitag 1919 sprach Haase es aus, daß die Formen der politischen Macht- Verschiebungen und der sozialen Umwälzungen in den einzelnen Ländern nicht die gleichen sein können wie in Rußland oder wie in Deutschland. Scharf geißelte Haase die Taktik der Rechtssozialisten, durch die die lapitalist'sche Gesellschaft verankert wird, statt sie zu überwinden. Das DenkenderRechtssozialistenistverbürger- licht, ist„national". Auf allen Gebieten gehen unsere und der Rechtssozialisten Anschauungen auseinander. Die letzte Zeit hat indes bewiesen, daß die Arbeiter, die den rechtssozialistischen Führern folgen, angefangen haben, sich von ihnen loszulösen, sich mit uns zu vereinigen. Diesen P ozeß zu fördern, muß unsere Aufgabe sein. Keine Aus- ktä-ungSarbeit darf in dieser Beziehung unterbleiben. Ebenso klar zog Hugo Haase die Grenzen nach links: Wir sind Gegner der bla'-quistischen Taktik. Es ist unmöglich, daß eine kleine, kühne Schar, die die Gewalt an sich reißt,, den Sozialismus durchführen kann. Die Kampfmittel des Proletariats sind nicht Terror und Mord. Das Ziel ist nicht die Vernichtung von Personen, sondern die Beseitigung des kapitalistischen Systems. Huge Haase wandte sich gegen die arbeiterfeindliche Betätigung der Kommunisten, durch die die Massen ge- spalten und zerklüftet werden. Eine Taktik der Abenteuer können wir nicht mitmachen! Wir wollen die Waffen sammeln auf Grund ihrer Einsicht in die Richtigkeit unserer Grundsätze. Wenn wir unermüdlich tätig sind im Geist der großen Zeit, in der wir leben, denn groß ist sie trotz all des Traurigen und Schweren, das wir erleben, dann werden die Proletariermasien uns folgen. Dann kommt die Herrschaft des Proletariats, die Diktatur des Proletariats, als notwendige Einrichümg für die Übergangszeit und zur Beseitigung jeder Klaffelcherrschaft. Den Verrätern und den Eseln der Revolution hielt Hugo Haase ein tressliches Zitat aus der kommunistischen „Roten Fahne" entgegen, die damal« noch vom Geiste des Genossen Liebknecht und der Genossin Luxemburg beherrscht war, bevor sie vor dem Geist aus Moskau kapitulierte: „Nicht einzelne'Führer, an die Macht gelangt, sind das Ziel der Revolution, nicht einzelne Gruppen, an die Re- gierung� gebracht, sind deren Erfüllung. Als Klaffe, in seiner überwiegenden. Mehrheit, muß das Proletariat zur Machtergreifung willenS und fähig sein: nur so kann auch das Rätesystem, das ohne die lebende Mitwirkung des Pro- letariats eine leerlaufende Maschine ist, schaffende Wirk- lichkeit werden. Das Proletariat wird aber zu diesem Willen und zu dieser Befähigung»im erzogen im politischen Kampf der Revolution: Presse, Rebe, Versammlungen, Demonstrationen, Streiks, Generalstreik sind die Mittel. „Empfehle mich!" antwortete der„Kommandeur" und drehte sich wieder nach seinem Schreibtisch um. Er hatte mich trotzdem unverdient wohlwollend behandelt, und ich war ihm dankbar dafür: stets würde ich das aner- kennen. Ich nahm mir vor. nicht eher wieder zu ihm zu gehen, als bis ich ihm eine Arbeit bringen konnte, mit der ich ganz zufrieden war, die den„Kommandeur" in Er- staunen setzen und veranlassen würde, mir ohne Bedenken zehn Kronen anzuweisen. Damit ging ich nach Hause und begann meine Schreiberei von neuem. An den folgenden Abenden, wenn es ungefähr 8 Uhr war und das Gas angezündet wurde, passierte mir regelmäßig folgendes. Sobald ich aus dem Torweg trete, um nach»des Tages Mühe und Beschwerden einen Spaziergang durch die Straßen zu machen, steht neben dem Laternenpfahl gleich an der Tür eine schwarzgekleidete Dame, die mir das Gesicht zuwendet und mir mit den Blicken folgt, wenn ich an ihr vorüber gehe. Ich bemerke, daß sie stets denselben Anzug trägt, den- selben dichten Schleier, der ihre Züge verbirgt und auf ihre Brust herab fällt: in der Hand hält sie einen kleinen Regen- schirm mit Elfenbeinring. Ich hatte sie schon drei Abende bemerkt, immer auf der- selben Stelle: sobald ich an ihr vorüber bin, wendet sie sich um und geht die Straße hinunter fort von mir. Mein nervöses Hirn streckte seine Fühlhörner ans, und so- fort bemächtigte sich meiner die widersinnige Ahnung, daß ihr Besuch mir gelte. Zuletzt war ich beinahe im Begriff, sie � anzureden, zu fragen, ob sie jemand suche, ob sie meiner I Hilfe bedürfe, ob ich sie nach Hanse begleiten, sie trotz meines � leider sehr schlechten Anzuges in den dunklen Straßen be- schützen dürfe: aber ich hegte die unbestimmte Furcht, daß es etwas kosten könne, ein Glas Wein oder eine Wagen- fahrt, und ich hatte absolut kein Geld mehr: meine trostlos leeren Taschen wirkten allzu niederdrückend auf mich, und ich hatte nicht einmal den Mut. sie ein wenig scharf anzu- � sehen, wenn ich an ihr vorüber kam. Der Hunger haust« 1 schon wieder bei mir, seit ßcstern Abend hatte ich nichts zu essen; das war allerdings noch nicht lange, ich hatte es oft mehrere Tage aushalten müssen: jetzt aber begann ich be- ■ denklich abzunehmen, ich konnte nicht mehr so gut hungern wie früher, ein einziger Tag machte mich jetzt oft betäubt. und sobald ich einen Schluck Wasser trank, litt ich an Uebcl- keit. Dazu kam noch, daß mich des Nachts fror, daß ich mich mit allen Kleidern, wie ich ging und stand, ins Bett legte, Nicht aber ist ein Mittel der Schießprügel. Der ist höchsten« ein Mittel, wenn er von rechts angewendet wird: dann klärt er die Masse auf. Von links aber der Schießprügel und die Handgranate angewendet gegen große Teile des Proletariats, die heutenochnichtzuuns stehen, istnichteinMittel„ dieMachtergreifung des Proletariats zu fördern, sondern dieRe« volution in den Lagen» der Proletariermasien zu diskreditieren, die wir für die Revolution gewinnen müssen.� Erst wenn da« vollbracht ist, läßt sich an bewaffneten Kampf gegen die dann ohnmächtigen Reste der Bouigeoisie denken. Die Schieß« prügelhelden von rechts heißt man Konterrevolutionäre, die von links heißt man Putschisten oder wie sie sich manchmal nennen, Syndikali st en oder Anarchisten. Die von rechts sind die Verräter, die von link« sind die Esel der Revolution. In ihrer Wut gegen die Revolution sind sie beide gleich." Wenn alle Kommanisten diese Ausführungen ihrer„Roten Fahne" beherzigen würden, sagte damals Hugo Haase, da»m wären wir einig. W i r wissen heute, daß wir gezwungen wurden, unsere Partei von den Eseln der Revolution zn befreikn, damit wir wieder geschloffen gegen die Verräter der Revolution»narschieren können. Und damit haben wir durchaus im Geist unseres g,oßen Toten, Hugo Haase, ge« handelt. Damit haben wir unsere Partei gesund gemacht und ihr neue Werbekraft, neue Stärkungs- und AklionSfähig« lett gegeben. Wie Hugo Haase jederzeit eine grundsatztreu« internationale sozialistische Politik ge« trieben hat, so wollen auch wir vom marxistischen Stand» punkt aus, frei von jeder nebelhaften Phraseologie, an die Erfüllung der geschichtlichen Mission unserer Partei arbeiten. Arbeiten mit dem glühenden Eifer, mit dem Haase für die Menschheit gearbeitet hat, bis ihn ein Mensch, in dem andere die Bestie aufgepeischt hatten, mordete. Jtumer, wenn wir an diese ruchlose Tat denken, ergreift uns neuer Schmerz, treibt uns neuer Zorn rascher das Blut durch die Adern. Was die Genossin Haase in ihrem Lebensgefährten verloren hat, das vermag selbst die Zeit zu kaum heilen- Möge ihr und ihren Kindern unser ehrendes Gedenken an Hugo Haase wenigstens eine Linderung der Schmerzen bringen. WaS unsere Partei und damit die Arbeiterklasse, ja mehr, was die Menschheit an Hugo Haase verloren hat, müssen wir versuchen, mit verdoppeltem Eifer zu ersetzen. In unsere Trauer um einen unserer besten Führer klingen die Signale der Weltrevolution. Diesen gefallenen Kämpfer ehren wir kämpfend am würdigsten. Laßt uns den Tod unseres Hugo Haase rächen! Rächen, indem wir alles daran setzen/ jeve Worte wahr zu macheu, »nit denen Haase am 23. Oktober 1918, in jener Zeit, wo die Kronen aufs Pflaster rollten, im Reichstage seine Rede schloß: „Die Götzendämmerung für das alte System ist hereingebrochen. Schon zeigt sich die Morgenröte einer neue»» Zeit. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird aufhören; nur Freie und Gleiche wird es dann geben. Von der Kühnheit»»nd Entschlösse»» hei t dec Arbeiter wird eS abhängen, ob diese die Menschheit befreiende Umwälzung bald erfolgt, oder ob»vir noch schwere Zeiten bis'dahin durchzumachen haben. W i r haben Vertrauen zu den Arbeitern: wir sind überzeugt, daß aus all dem Elend am letzten Ende doch hervorgehen wird die volle Befreiung der Menschheit."> daß ich allabendlich unter Schüttelfrost schlafen ging uni» während der Nacht fast erstarrte. Die alte Decke vermochte den Zugwind nicht abzuhalten, und morgens erwachte ich davon, daß mir die Nase durch die scharfe Tislnfr, die-von außen hereindrang, fast zugefroren war. Ich gehe durch die Straßen mid denke darüber nach, wie ich es anstellen soll, um mich über Wasser zu halten, bis mein nächster Artikel fertig ist. Wenn ich nur eine Kerze hätte, würde ich versuchen, auch in der Nacht loszulegen: das würde mich um ein paar Stunden weiterbringen, wenn ich erst richtig im Zug war. und morgen koilnte ich mich wieder an den„Kommandeur" wenden. Ohne weiteres gehe ich ins Cafe und suche nach meinem sungen Bekannten aus der Bank, um mir zehn Ocre für eine Kerze zu verschaffen. Man ließ mich ungehindert durch alle Zimmer gehen: ich kam an einem Dutzend Tischen vorüber, wo plaridernde Gäste aßen und tranken: ich drang sogar bis in das Innerste des Cafes, bis ins„Rote Zimmer�, ohne meinen Mann zu finden. Niedergedrückt und ärgerlich ging ich wieder auf die Straße und schlug die Richtung nach dem Schlosse ein. Beim lebendigen Satan, es war doch aber auch zu arg, daß meine Widerwärtigkeiten kein Ende nehmen wollten! Mit langen rasenden Schritten den Rockkragen im Nacken brutal cmporgcschlagen, die Fäuste in den Hosentaschen ge« ballt, so ging ich und schimpfte den ganzen Weg entlang über Meinen unglücklichen Stern. Seit sieben, acht Monaten keine einzig wirklich sorglose Stunde, kaum eine kurze Woche hindurch die notdürftigste Speise— dann pochte die Not von neuem an und legte mich lahm. In all meinem Elend war ich obendrein noch ehrlich gewesen, ha, ha, grundehrlich! Gott bewahre mich, wie töricht ich gewesen! Und ich begann mir vorzuerzählen. wie ich ein böses Gewissen gehabt, weck ich Hans Paulis Bettdecke einmal zum Pfandleiher getragen. Ich lachte höhnisch über meine empfindsame Rcchtschassenyeit, spuckte verächtlich ans die Gasse und fand keine Worte, die stark genug gewesen, um mich meiner Dummheit wegen z»: verspotten. Das hätte nur jetzt passieren sollen! Wenn ich in diesem Augenblick den Sparpsennia eines Schulkindes auf der Gasse gefunden hätte, den letzten Pfennig einer Witwe ich würde ihn ruhig aufnehmen, in die Tasche stecken, Iß aller Gemütsruhe stehlen, und die Nacht darauf wie ein Sack schlafen. Ich hatte doch nicht umsonst so viel gelitten, meine Geduld war zu Ende, ich war zu Allem bereit. tlliortletiuna kolat.) Angestellten Ctgarette ufvcnuoert, unverUuflldt vwl ran eigcnsn S«t>r««k. MtyMtWtW AUMJfamfafüf yfLui* AitoWMf' yiw MW&VWAik UtfUmtittW M&UfalW (Atnvim+f joiwms Ol*UMi / jUwAtin*' OU&ywvA.( hnW OIMuaJmm* t4V* XffHMS J4V /fftsW■4WA ""turv /Jßn4r(nliUf/H� OUri jtvvVn'Wixrwt'. AJ&C cfc Nachbildung e/ner Fälschung/ Wir erklären, döß die echten fifassaty-Ifffareffen nach wie vor in älibe~ Könnten Oüte aus reinen orientalischen Tebaken hergestellt werden. Dös Aroma ist von lieblichem und äbsolut reinem Wohl geschmöck.'— Urteilen Sie selbst! ZigsLretfenfohrik Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie sEts««« Drahtmeldung der re i h« i t-.Z Wte«, Y. November Heute fri'b wurde unter»o�er Veteilisang der Partei»»« der To�aldeulottitlicke» Partei Oeftn-reick« eröffnet Genoffe Hruke »»a d'r»»»«bhaBsige« Svzialdewokratisch«» Partei »«Utschlaud«»rahute als Gift der Tagung lw. Sri«, führt nnS: dir xe.haodtungen des Parteitaze» taNea zeitlich »rsammen«it drin Vegim, einer ocum politische« A«» der Republik. T-a« S,!tem der Koa l i t i o»» r e � t« r u r. g wird ab gel Sit durch das»»yttem der MehrheitLregieruuq der d ii r g e r- l i ch e u Pari««?. Just swei Jahr: find cd her. dafc wie aus den Tnimiuer» der alteu Monarchie die Nepudlik DenischAsiereeieK aerettet haben. Rat- und h ffSt s stände« die denlsche« bürgerlichen Bs!, liier kot DttoMf ISIS am Grade eines'IlaateS, deffen iiniergang sie mit- verschmd t hatten. N-t- und h-Isiv» sähe., sie dt« Armee zerfalteo. die Trapp»» zi!rüit?!uten, die öffentlich« Ordnung jusammku« drech?:,. rat-«nd WstSs kiandta dt« KrtegSparteie» vor der rächende» Gewalt der Sieger. v»r dem Manzrk Nahrung. an Bohl«, an Rohstoffe» und stuanzielleu Mitteln. Die Sozia l- domokrati« alle»« war ungebrochen M>d der grod�l bcho-isch?,, An-gade gewaÄseu. Di« lVtiicbt« ihrer Arbeit erweisen dt« pokzea Bericht«.«,»« Partei, di« in diesem Jahr t er Not ihre M!tgli«d«rjahl vermehrt, ihre Lilduagsorganisattou uns ihre Prefie io unsgeba«!, wie der vorliegende Bericht darlegt, eine Pari ei. die ei»«« Parteitag bildet wie dieser, ist unbesiegbar und u«- »u i d e r« e b l i ch. Ott« Baner vigt in eindrucksvoller Red« den Wandel der loliiische» und ökonomische» Machtverhältnisse tu vuropa und Oesterreich, der zqr Auslösung der KoaUtion geführt hat: er beaa« nagt solgeitd« R» s o I n t, o n: '„Aus den Trün-wer« der babsbargische» Monarchie bat die teuischdstemeichiich«»rdeilerNaff« den besitzende»»lasse» dt« b«nokracikZ-e R publck avkgezwungen. Tie Vertreter des Prol.lai iam niußr n on der Negi-uung teilnehmen, um die Nepudiik zu schaffe», auszubauen nud zn brsestigen. Tadurch hat die Sozialdemokkiilie»er Arteittrttoffe«ine bedeutendeenem im Kriege. Dieser war eine Auflehnung gegen die spezifische Bor- »ienheit des Reformismus, und der jetzige Konflilt ist eine Auflehnung gegen die revolutionäre Borniert- ho it. Es gibt nun Leut!!, die uns heute glauben machen wol. len. alles, was geschieht, lann nur auf revolutionäre« Wegen geschehen, lilzührend wir Marzisten Immer ans dem Stand punkr gestanden sind, datz die Verhältnisse in der Welt viel zu monnig- faltig sind in den verschiedensten Staaten und in den verschieden- faltig sten E st.en Entwicklungsstadien, als dvh wir uns auf di« eine oder andere Methode prinzipiell festlegen könnten. Und so scheinen mir all« dies« Streitigkeiten, die sich da über Demokratie und Diktatur ent- wickeln, im wesentlichen nichts„Zs müsstge Streiiigkeiien. weil von unserer»»artistischen Aufsaffung«u- a l l e M ö g l i ch k» i t e n. auch Möglichkeiten der Eniwicklung. in verschiedenen Ländern bei verschiedenen Entwicklungsstufen des Kapitalismus oewcjen sind. Es handelt sich also um eine Differenz in der Keschichrsperspektive, um ein« Differenz, i» dem was sachlich möglich ist. Di« Kommunisien haben ihre Taktik aus die eine Kart» der russischen Revolution gesetzt und daraus die notwendige Konsequenz gefolgert, dost man alles tun müsse, ohne Rückficht au? die Ereig- nisse im Land«, der russischen Revolution zum Siege zu verhelfen. Wir sahen darin nicht die einzige Möglichkeit der Entwicklung ver Revolutioon und ein« Untergrabung der anderen Möglichkeiten des Sieges der proletarischen Welirevolution. Wir wolb'n kein« Niederlage im eigenen Lande, die niemand nützen könnt«. Wir waren der Ueberzeugung, datz der Sieg der Weltrevolutiono erst möglich sein werde, wcnn die Revolution auch jene Länder ergriffen hat. die die Industriezentren der Welt sind._ Diese Differenzen in der Daltit, die durch die Existenz Sowiet-Rusilands bedingt ist, hat die Arbeiterparteien aller Län- der gespalten. Wir können mit innerer Befriedigung i'eststellen, daß unsere Arbeiterbewegung besser geschlossen ist als di« irgend eines Landes. Die unmittelbare Lehre. die das Schicksal der Unabchängigen Sozialdemokratischen Parte! Deutschlands vorstellt. die bei den letzten AZahlen die ftälste Deutschlands vorstellt, die bei den letzten Wahlen die Hälfte des Proletariats vereinigte, und damit unsere Hoffnung gewejeiz ist. zwingt uns, das Problem der Parteieinheit zu klären. Es find kaum hundert Leute, vielleicht nicht einmal Dutzende, die sie bedrohen. Wir wallen aber die Gefahr nicht ausreifen lassen. Das Recht der Opposition ist im Rahmen der Partei gegeben: Volle Meinungsfreiheit, aber keine Sondcrakiiön: so haben es auch wir aehalien. als wir di« Opposition während des Krieges führten. Es war di« schwerst« Sorge in jener Jett snr uns. daß wir uns immer wieder sagten: dieser Gegensatz der Richtungen ist so wichtig, und es war unser Herzblut daran, deh die Politik, d e wir für die richtige halten, zum Durchbruch kommen soll. Aber wir wußten, daß wir eines der kostbarsten Güter der Partei, i h, e ganze Kraft, auf das Spiel setzten, wenn es zur Spaltung kommt, und es war eines der Motive für m in Attentat, die Erwögung. daß ich die Hossnnna hatte, damit di- Partei in eine andere Richtung zzu drängen und damit die Einig- keit wi erhalten.(Stark« Bewegung, stürmischer Beifall.) Zu« International« führt Genosse Friedrich Adler au»: Ich habe von Anfang des Krieges die Meinung vertreten, daß durch die Politik der einzelnen Parteien die Internatioe n a l e ruiniert wurde. Meine ganze Politik war diktiert von dem Gedanken, die Internationale wieder möglich zu machen. Deshalb sind wir nach Bern und nach Luzern gegangen, vor allem aber, um den Zustand der Parteien der anderen Länder fest- zustellen. Die Deklaration, die ich und Longuet verfaßte, haben den Zusammenbruch der zweiten Internationale gestellt. Aber wir Oesterreicher haben uns stets gehütet, in diesen Fragen Phrasen zu machen, schöne Worte, schöne Gesten zu zeigen. Es kam uns darr uf an. d i e S ch w i e r i g l e i t e n des P r o b l e ms zu überwinden, und wir baden konsequent«ine Taktik ein- geschlagen, um wirklich das Ziel der Internationale zu erreichen. um zunächst in den Parteien der anderen Länder die Situation nicht zu erschweren, haben wir die H'.nausschiebnng des Genfer Kongresses um mindestens ei» halbes Jahr verlangt, in der Er- Wartung, daß nicht nur allein der Kriegswahnsin» und der Rationalismus, sondern auch der revolutionäre Wahnsinn ab- staue und die Möglichkeiten der Verständigung günstiger gestalte. Inzwischen haben die Unabhängige Partei Deutschlands und di« französische Partei ihre Ent>cheiduug gefällt. So war es klar, daß infolge der Kompromittierung durch die Kriegspolitik aus der zweiten Internationale keine neue erstehen konnte. Daher haben wir von einer Beschickung des Genfer Kongresses abgesehen und erklärt, daß sie kein Instrument zur Erneuerung der Inter- nationale darstelle. Wir haben nun auszusprechen, was ist. Wir treten aus der zweiten Internationale aus! Sollen wir der dritten Internntianale beitreten? Es kann kciu Zweifel sein, daß es, insbesondere, nachdem von Aioskau mit aller Deutlichkeit gelagt wurde, daß es sich um eine Zentrali- jation der Kommunistischen Partei handele, und insbesondere nach den 2l Punkten, für uns keine Rede fein kann, daß wir uns der dritten Internationale anschließen. Ich brauche aar nichts weiter'zu sagen, um so mehr, da die Meinungen über die dritte Internationale durch ihre Taktik gegen- über der gewerkschaftlichen Internationale eine vollkommene Klärung aeiunden hat. Eine Organisation, di« die Gewerkfchastsinternatiouale unter graben will, ist für uns unmöglich. Wir müsse» Amsterdam für das, was es geleistet hat. den Dank aussprechen. Woraus es ankommt, daß ein wirklicher Neuaufbau einer Internationale, die weder die Ceburtssehler der zweiten noch die der dritten aufweist, statt- findet. Wir haben keinen Grund, uns an die dritte Internationale anzugliedern und sie um Gnade zu bitten, daß sie uns aufnehmen. So sehe mir ihre revolutionäre Leistung bewundern, so müssen wir doch sagen, daß wir keinen Grund haben, uns unserer Leistungen zu schämen. Wir werden in die International.: nur eintreten als Gleiche zu Gleichen. Nicht eintreten können wir als diejenigen, die nur unter Bedingungen aufgenommen werden, sondern in solidarischer Verhandlung beraten, für welche Ziele wir kämpsen. Und deshalb ist diajer Pro- zeß, dieser ciitwüidigende Prozeß, der sich in Deutschland vollzogen hat und sich in Frankreich vollzieht, dieses sich Nichtbcwußtsein seiner eigenen Krait. was da in Erscheinung tritt, für uns un- möglich. Wir sind bereit, mitzuarbeiten an einer Internationale. und wir glauben, daß es möglich sein werde._ Wir werden daher. mit jenen Parteien der anderen Länder, die� in der ähnlichen Lage wie wir sind, uns zu einer Konserenz zusammenfinden und di« Grundlagen zu einer Internationale der Tat v o r b« r« i t e n. die die?J!assen der Arbeiter aller Lander vereint, denn auf die Massen der Proletarier kommt es auf dieser Konserenz an. Wir werden unseren Vorschlag zur Diskussion stellen, die Internationale nicht nach dem Partcitypus, sondern nachdemTypusdesArbeiterrates aufzubauen. Französisch« Ehrung für deutsche Soldaten. General Enron at im Rainen des S2. französischen Armeekorps auf dem Friedhof >ei Neustadt a. d. Haardt auf den Gräbern der deutschen Ge-( fallen«»«inen Kranz niederlegen lassen. Das gleiche ließ der Delegiert« der Interalliierten Kommission, Captain Dela- l» n d e, wn. Nr. 476 2. Beilage zur„Freiheit" Donnerstag, 11. November 1920 Aus der Wirtschast Die internationale Wirtschaftskrise Aus allen Teilen der Welt treffen Nachrichten ein.«ms denen bervorgeht. dag sich die schwere Krise, in die der Krieg mit seiner Zerstärung und Verschwendung von Menschenleben, Gütern uud Produktionsmitteln die Wirtschost gestürzt hat, sich in allen Ländern fühlbar macht. Am schwersten getroffen stnd die Staaten, die sich aus den Trümmern der alten österreichifch-ungartschen Mo» narchie gebildet haben. Denn bei ihnen tritt zur allgemeinen Kriegsverelendung erschwerend die Zertrümmerung des Wirt- fchaftsaebietcs und die Auflösung in Kleinstaaten, die sich voneinander wirtschaftlich absperren, hinzu. Um diese gegenseitige Absperrung zu mildern und die Donaustaatcn, die auf- einander angewiesen stnd. einander näher zu bringen, hat die Entente, die heute in diesen Ländern das entscheidende Wort zu sprechen hat, sie zu einer Wirtschaf tslonferenz ein- geladen, die noch in diesem Jahre in Pregburg stattsinden soll. Strittig ist nur noch, ob auch Deutschland zur Teilnahme bn der Konserenz oufgesordert werden soll. Wir zweifeln daran, ob die Prchbuiqer Konferenz einen greisbareren Erfolg haben wird als die Brüsseler Finanzkonfcrenz und alle anderen Versuche, den versohrenen Karren der Wirtschait auf kapitalistischer Grundloge wieder in Gang zu bringen. Keinesfalls aber wird sie einen Staat Helsen können, weil ihm über- Haupt nicht zu helfen ist: da? ist das in feiner Selbständigkeit lebensunfähige D e» t I ch- Oe st e r r e i ch. Da die Entente aber diesem unglückfeligem Staate nicht gestatten will, sein«„Ilnab- hänaigkeit aufzugeben und sich Deutichland anzuschließen, muh sie ihn durch finanzielle Zuschüsse, die zum Sterben zu hoch. zum Leben zu klein sind, über Wasic: zu halten versuchen. Bisher wurden Deutjch-Osterreich 8l> Millionen Dollar krediticri. Da dieser Kredit schon ausgcbraucht ist. haben die kürzlich nach Paris gereisten Mitglieder der österreichischen Abteilung der Repara- tionskommisston der Entente den Vorschlag gemacht. Deutsch- Osterreich zur Beschaffung von Lebensmitteln, Rohstoffen und Kohle einen weiteren Kredit von l70 Millionen Dollar im Laufe der nächsten vier Jahre zu gewähren. Die Verwendung der Kredite soll eine interalliierte Finanz- kom Mission überwachen, die im Einverständnis mit der öfter- r-ichischen Regierung vorzugehen hat. Die Kreditgeber sollen au? alle beweglichen und unbeweglichen Desihtümer des Staates das erste Pfandrecht crbalten.— Di« Unabhängigkeit Oesterreichs ist also, wie man sieht, nur noch mit der der Türkei zu vergleichen. Uebrigcns aber sind die Ententckredite an Oester- reich abgesehen von ihrem politischen Zweck auch noch nach einem andern Gesichlspunktc zu beurteilen: Sie bedeuten Liebes- gaben der Ententeregierungen an ihre Kapitalisten, die auf fast alle Jndustrieuutcrnehmnngcn und Finanzinstitnte Deutsch- Oesterreichs maggebenden Einfluß gewonnen haben. In Schweden müssen in fast allen Industrien, besonders in her Eisen- und Textilindustrie und auf den Werften. Betriebs- «infchräntungen vorgenommen werden. Zwischen den schwedischen und norwegischen Papierfabriken wurde eine Vereinbarung getrossen, dag. nur ein Fünftel der normalen Erzeugung- hergestellt werden soll. IN I t a l i e n wurde ab 1. November die Brotkarte wieder eingeführt. Die französische Handelsbilanz war auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres sehr ungünstig, wenngleich der Einfuhrüberschug sich schon vermindert hat. Die E'nfnhr wies mit 27 180 Mi.ll. Franks eine Mehr von 2822 Mill. gegenüber d«n Zeichen Zeitraum des Vorjahres auf, dt« Ausfuhr mit 1 nkdöd Mill.«in Mehr von 987,3 Milk. Di« Besserung ist in erster Linie dem crNmühfichen Wiederausbau der durch den Krieg zerstörten Gebiete Nordfrankreichs zu verdanken. Ein Beweis dafür ist, daß die Einfuhr von Lebensmittel sich um 686 Mill. verringert hat. Weite Gebiete Chinas sind von einer schweren Hungers- mo t heimgesucht. Um der schlimmsten Not abzuhelfen/ hat die Regitrütlg eine innere Anleihe von vier Millionen Dollar aufge- I-gt üud mit Erlaubnis der Regierung der Vereinigten Staaten die Zölle auf amerikanische Waren um 16 Prozent erhöht. Die täglichen Zusammenschlüsse tk beiden Herren der Elektro-Jndustrie. die A. E. G. und der Sicmenekonzern. haben gemeinsam einen Glüh lampent ruft gegründet, dem die maßgebenden Unternehmungen dieser Branche angehören. Der Trust soll nun auch aus die Rohstoffgewinnung Einfluß nehmen. Den Vereinigten Laufitzer Glas- ® W'ÄZÄSÄÄ &!&fc«ig~ygare 's- 5V ii lÄfflg.Ä die bisher schon ihr Hauptabnehmer war.) TOin st? lihcr Glaswerke arbeiten mit einem Kap'tal von 8.4 ZK,... vondem schon jetzt ein großer Teil in den Händen der U.E.G.„t. Der Streik im Tcxtilgroßhandel Das ,.8 Uhr Abendblatt" tischte am Dienstag, den 0. November seinen Lesern die Schwindelnachricht auf. daß die Angestellten über die Köpfe ihrer Gewerkichastsführer hinweg dem letzten Angebot der Arbeitgeber zugestimmt Kaden und nunmehr in die Betriebe laufen. Diesem faustdicken Schwindel traten am Nlittwoch die Streikenden durch einen imposanten Demönstrationszug entgegen. der wohl der Oeffentlichkeit bewiesen hat. wie es unter den Streikenden aussieht. Mit welcher Perfidie der Arbeitgeberv-rband operiert, beweist � solgenöes Rundschreiben an die Firmcninhaber: Betrifft: Streik im Textilhan de l. Am 8. November fand eine Versammlung zur Besprechung der Lage im größeren Kreise statt. Es wurden folgende Beschlüsie mit bindender Verpflichtung-ür Durchführung seitens aller Mit- glieder gefaßt:.... 1. Es wird dringend empfohlen, neue Anstellungen von Per- fönen vorzunehmen, und zwar Annoncen aufzugeben in der Presse, in denen Personal«erlangt wird. 2. Di« Bedingungen, zu denen das Personal eingestellt wer' cn kann, sind die unseres letzten Angebote«, welches wit mit Rund- I schreiben vom 1. November mitgeteilt baben. 3. Es wird dringend empfohlen, mittels phologrophifcher Apparate Gewaltszenen vor den Betrieben festzuhalten, damit die einzelnen Persönlichkeiten, die durch Gewalttätigkeiten Ar- deitswillige am Betreten der Eeichäftsköüme hin' cen' Ten, festgehalten werden und der Staatsanwalt, chaft weitergegeben werden können. Glaubt der Naivus im Arbcitgeberverband wirklich, daß er mit solchen Mitteln das arg zertrümmert« Unternehmerprestige zufam- menilicken kann? Die streikenden Angestellten werden den'«it- gebern nicht den Gefallen tun, sich durch deren Helfershelfer zu Gewalttätigkeiten provozieren zu lassen: denn ihre Sache fiel: durch ihre Disziplin und Entschlossenheit nach wie vor gut! Die Zentral-Streikleitu-f. Beendigung der Lobnbeivegung der Handels- arbeiter im Text l-Großhandel Durch Vergleich aus folgender Grundlage einigten.sich die Parteien: Der Mindestlohn beträgt ob l. Oktober 1026 für Handelsarbeiter im Alter von 14—16 Jahre 60 M.. 16-18 Jahren 90 M., 18—19 Jahren 137, 251, 19-20 Jahren 130 M.. 20—22 Jahren 200 M.. über 22 Jahre 220 M., verheiratet 235 M., verheiratet mit einem versorgungsberechtigten Kinde 250 M. pro Woche. Die Parteien verpflichten sich, innerhalb vier Wochen in die Beratung des Man- teltarises einzutreten. Bis dahin bleiben die Bestimmungen des alten Tarifes in Kraft. Belohnung langjähriger. Dienste Auf Eingaben der bisherigen langgodienten. erfahrenen Kam- j munal-Poltzeibureaubeaniten durch ihre' Gewerkschaft um Ueber- nahm« in den Staatsdienst unter Erhaltung ihrer bisherigen Be- züge und Stellen hat das Polizeipräsidium unter dem Drucke des Beamtenausschusses des Polizeipräsidiums, der die Beamten des Präsidiums an die Stellen der Kommunal-Polizeibeamten setzen will:- 1. von 85 vorhandenen Beamten nur 20 die Zusage der Neber- nähme gewährt! 9 ~«rklärt. daß es die Sekretäre nur in Assistentcnstellen be- ichaftlgen werde: bis zu 55 Jahre alte Sekretäre müßten sich— wenn sie Sekretäre werden wollten--- erst noch einer Prüfung unterziehen! Z. entgegen der Kandidatenliste der Gewerkschaft selbst andere Kandidaten zur Uebernahme bestimmt, die früher dre schlechteren Ncbernahmebestimmungen unterschrieben haben und somit praktisch ein-: Maßregelung der um ihr« Existenzmittel kämpfenden Kollegen erzielt: 4. besonders notleidende Kollegen in den Restamtsbez-rle» entgegen den Abmachungen ganz unberücksichtigt gelassen. Wir geben dies ahne Kommentar wieder als ein Beispiel, wie in unserer'freiheitlichen Zeit verhandelt und gehandelt wird. Wie wir hören, hat die zuständige Gewerkschaft energischen Einspruch beim Minister des Innern erhoben. Betriebsräte der Metallindustrie. Heute, Sonnabend, vorm. 9 Uhr. im Eewerkschaftshaus, Engelufcr 15, wichtige Sitzung der Obleute der Betriebsräte. Verband der Steinsetzer«. Ag. Tarrfbezirk Gr.-Berttn. Allen Kollegen zur Kenntnis, daß unsere 8-Sid.»Arbeitszeit mit den alle» Pausen beliehen bleibt, inZbcsondere keine Stundcntouren vormittags zilläisiz si�d. Also jedes andere Augebot der Arbeitgeber sowie der Bebör-en abzu'ednen Ist. Am Sonntag, den 14. No- > ember 1920, vormittags 10 Uhr. findet in der Harmonie, Jnva- lideust aße. eine Sttzimg aller Vorstandsmitglieder sowie sämtlichrr Betriebsräte und BetriebSoblentc, a»ch aller Vertrauensmänner, aus dem Tartibezirk Gr.-Berlin statt. E> scheinen aller ftunktionSre ist bringend erforderlich. I.?l: Sibnra. Gauleiter.— ssiliaie Berlin. Montag, den 15. November 1920, abends 7 Uhr. findet eine auber» ordentlich« Versammlung der Mitglieder der Filiale Berlin sialt. Wir iordern all« Kollegen zum Besuch dieser A nsammlung ans, da ein Nefereut sowie ein Korreferent über die allgemeine Lage sprechc». I. A.: I. Sibnra, l. Vorsitzender. Stadtverordnetenfraktion USD. Heute abend X.K Uhr Frattionssitzung in Zimmer tttkl. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. Die Not der Altpeustonäre lins wird geschrieben: Die Altvenftonäre, die dem Staat 40 und 50 Jahre gedient haben, müssen jetzt mit ein paar tausend Märkerchen ibr Leben fristen. Man kann sie zusammenlesen wie dürres Reisig— so viele sterben ihrer weg bei dem furjrliaien Gnadengebalr. Der Regierung ist dos nicht unbekannt: es lzaben wirklich schon A e- ratungcn stattgefunden, wirklich soll schon so mos wie«in Gesetzcsvorschlag in Gang sein. Aber es war ja unendlich wich- tiger. daß man in stundenlanger Debatte die neuen Reichsfarbcn anpinselte, daß man den bitter notleidende» Hohenzollern Riil- lionen auf Millionen nachgeschickt hat. Da war mal ein wirklich armer Deserteur in Friedenszeiten, der floh nach der Schweis. Da kassrerte der allmächtige Staat ihm feine paar Brocken, die er in der Heimat hatte, noch obendrein. Aber es gibt in immer linterschiede, vor denen der gesunde Menschenverstand halt machen muß. Und dazu gehört auch die Not der Altpensionäre. Ei» (siesetz, das kurzerhand besagt hätte:„Werden die Gehälter d«r aktiven Beamten erhöbt, so folgt automatisck e«»- Er- höhung der Ruhegehälter usw. usw." Aber so was bringt ihr nicht scrlig. Bringt nicht das Märchen, es wäre kein Geld da! Geld wäre in Hülle und Fülle da, wenn ihr all die Kriegswuchercr und Gehaltsempfänger Bon Zgnaz Wrobel. Tie meisten Menschen in diesem Lande sind gar keine Men- scheu, sondern G-haltscmpfSn.ger., Sie sehen all- Dinge vom Standpunkt ihre?. Amtes au- und. habe,» für die Nöte anderer wenig Verständnis. Schwer lastet auf diesem� Volte die wirt- ich östliche. Not! schwerer feilte Bureaukrlttiej , �it Jahchüntzerten ist ,n Deutschland auf dem Papier alles Ordnung. Tkef wurzelt im Preußen, der bisher die größte chnauze im Reich repräsentierte, der Drang, durch geschrieben« � des praktischen Lebens Herr zu werden. Seine Abill-s®"ten meist nur Wünsche. Schmuggel? Unrechtmäßiges tiefere?"-tw®aten non einem Wirtschaftsplateau auf das nächst Schwimn», verbieten wir. Wir spüren nicht den Ursachen des dies kümmern uns nicht um das Wesen derer, die de,-aJLL't betreiben— wir verbietcns. Dann ist lcr �•' SEe"'f" mct)t auf der Welt. Erschossene Schmugg- so ist' dl« ss„-n�?"9risfe untergeordneter Organe vorkommen. timmunaen nach Maßgabe der bestehenden Be- ™«.n.... ,en' iLi�IAmn'™8 fS? bi* von Ludendorl,«(laimetfc und mit »ch.»«: Oruani. habt keinen Schimm-» � 34 will euch etwas sagen: Ihr von, Bcamt-n ber mG �"an. Alles, was ihr organisiert, ist euch wohlig in der niemals für den Benutzer. Ihr aalt euch nicht-, be,.: bak mit staatlichen Mrtteln, die m仫° vor und �"uwwirtschaflen könnt- ihr kommt euch einen Hauken Gebnl�� �lles jerüg organisiert ist, haben wir Publikum. Gehaltsempfänger und einen Dummen: das Leben"Ä- h � die Bedürfnisse des praktischen risch Bnn» drerfil"rw" �otz der preußischen Beamten gebiete- K. Frühn ware�die T n°ch buL Schiebung zu erfüllen besser als die NaatUckien Kommunalbehörden darin-m wenig Rührung unserer S od�b� �u,c braucht man nur die Amts- d°ß d?« aeoei ni a � B-ndi r n anzusehen um sich ,u wundern, und klein Lläa. Do« n""? � ihrer Wut nicht alles kurz sind in Rorddetttlckitonr. Je c e Temperamentssache, und wir Del«wzew, x?™0 S«nug wäre vorhanden. meiner Sund als dn ibn d�' Blutsauger noch ein ge- Bechen geneiat ist E» In. Arbeiter leicht anzu- bnd durch iabibilnder�m Gehaltsempfänger. Die Leute N'ili«, Tradition, durch die deutsch« Fa° deutsch« Schule\0»tzogen, daß sie kein Gefühl mehr dafür haben, wie sehr dach der ganze staatliche Apparat durchaus nicht um seiner selbst willen, sondern für den Einzelnen da ist. Der Glaube an ihre Bestimmungen, die uns gar nicht interessieren, ist ehern.??eul>ch sagte mir am Alexanderplatz ein Klempner, dem es so erbärmlich geht,' daß Frau und Kinde: wie die Tiere in einem Kellerloch chanfen?'..Metct' ist fort.(Meto war die elfjährige Tochter.)'"Hie isß: nach dem Gofundbrunncn in die Kohlenftelle,.wö.'gorx sßgemeldet sind. Da fall sie aus einem Geschäft einen halben Z.eMfifr Kohlen Hlirsahr.en!"... Nun stelle man sich das vor: Das untcxernäyrie,. in Lunzpen gekleidet«. Mädchen keucht und friert sich einen halben Tag durch die Ber- liner Straßen uüd das nur,' weil irgend ein Schafstopf von Be- amter zu faul oder zu unwtelligent ist,«ine feiner 2000 Para- graphen zugunsten dieses Falles auszulegen. Der Mann hat vielleicht selbst Frau und Kinder zu Hause und würde sich mit Recht schwer entrüsten, wenn jemand mit ihm so spielte. Aber die andern? Aus den Gedanken kommt er gar nicht. Er er- ledigt von 9 bis 5 feine Amtsgejchäfte nach Schema kß und so ist denn niemand mehr für die„Bestimmungen" verantwortlich: der nicht, der sie gemacht hat, und der nicht, der sie ausführt. Schuld sind beide. Wenn sich nicht dieses gequälte, arbeitslose und immer am Verhungern vorüberstretfende Großstadlvolt durch Taten, die der gebildete(und satte) Normalfnrist als„strafbar" bezeichnet, wei- terhelfen würde: die Leute könnten nicht leben. Ein halber Tag vergeht, wenn man all diesen Bestimmungen wirklich nachkommen wollte. Ich seh« ganz von dem kasernenhofton ab. der in einzel- nen Bureaus und besonders bei der in dieser Beziehung schleckt disziplinierten grünen und blauen Polizei herrscht— ich halt« mich nur an die Tatsachen. Und das allerschlimmste ist, daß diese oerrotteten Regierer wissen, daß sich kein Mensch an diese Be- stimmungen halten kann, weil sie unausführbar sind. Sie melden aber nach oben munter weiter, daß sie die Paragraphen verfügt haben, und für den Obcrregierungsrat ist dann alles in Ord- nung. In Wirklichkeit stinkts zum Himmel. In Wirklichkeit liegts fo, daß diese tausend Fettversorgungs- stellen. Mieteinigungsämter, Fürsorgeausschüsse usw., usw.— daß alle diese der geplagten Bevölkerung wie eine Jaust im Nacken sitzen. Ratlos irren zwischen diesen Dienststellen die gepeinigten Mütter und Hausfrauen hin und her. Man scheucht sie von einer in die andere. Geholfen wird ihnen nirgends. Lügt nicht. Lügt nicht. Ihr könnt mit all eurer Etaatsauto- rität nicht einmal erzwingen, daß der Landmann so viel ad- liefert, wie die Großstadt benötigt. Ihr spielt: Staat. Und seid in Wahrheit machtlos.» Es langt gerade znm Schikanieren. Die Tatsach«, daß heute in Berlin alles, aber auch alles ahne weiteres für Geld zu haben ist. erbittert den Mittellosen nur noch mehr. Er suhlt deutlich, daß das Gewurstle, das sich da um feinen Viertelliter Milch für das Neugeborene auftut. gar nicht nötig wäre, wenn er sich unter Umgehung von Dienststelle und Vorschrift das Nötige anderweitig besorgt. Blast euch nicht auf: man- kann sich? jeden Tag' in' Berlin belargen. Auch ohne euch. Das wahrc� Lehpn geht übet dlefxn schmutzigen Wust einer ver- staubten Staatsspielerei hinweg.' Es kümmert-sich-deck Teufel üw euern Kram von PatographeN. Bcftrmmungcn und JnstSnzeN. Ihr regiert? Ihr quält, die Kleinen. Die Hroßen lachen euch aus. Was ist heute der Staat? Der Staat ist das summierte Interesse seiner Eehalisempsänger. Und keine Erkenntnis scheint denen gefährlicher, als diese eine: Es ginge auch ohne sie. Wanderameisen. In neuester Zeit häufen sich Meldungen, daß Frankreich von gewaltigen Mengen der fast iniiroskapisch lleinen, sog.„argentinischen Ameise"(krickonHnnsx humilis) überflutet werde. Es ist von Interesse, das Vordringen dieses Schädlings zu verfolgen. Vor mehreren Jahrzehnten schon aus ihrer sab- anierikanifchen Heimat nach den Vereinigten Staaten verschleppt, hat sie sich dort, wie M. Schips-Zürich in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" ausführt, in erschreckender Weise auagebreitet und ist, zu einer ernsten Plage geworden. In Europa ist sie schon seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Portugal bekannt. Vermöge ihrer Kleinheit befähigt, durch die engsten Ritzen in alle Gemächer, Kasten und Killen einzudrin- gen ziehen die Vorhuten infolge des ausgeprägten Geselligkeit?- If t- 6010 ganze Schwärme nach und vertilgen alles Eßbare. mtt befonderer Vorliebe Fleischoorrätc und eingemachte Frucht«. .5?-hrem ersten Austreten in Europa sprach Forcl die Be- surchtung aus, daß die argentinische Ameise für Europa zur Land- plage werden könne! doch hat man diesseits der Pyrenäen ms letzt wenig tmn iht ge[püri_ Im letzten Sommer aber trat st« F�ilnkreich, jedenfalls auf schiffen eingeschleppt, stelleiuoelie, besonders in Südfrankreich, in gewaltigen Mengen auf. unter- mnliertr die Kulturen, verzehrt« die Feldfrüchte- und Konfiturem- Vorräte,' vernichtet« die Bienenstöcke und belästigte besonders auch die Hühner. Aus Cannes wird berichtet, dah eine der blühend- sten Gegenden der Umgebung durch MMonen von Ameisen heim-. gesucht werde, die auf einem Komplex von zehn Hektaren alle Pflanzungen zerstört habe. Alle Maßnahmen gegen das weitere Vordringen der Schädlinge waren bis jetzt wirkungslos.' sie gehen über Wasierläufe weg. durchqueren das Petrol und überstelgen dte Klebbande auf den Leichen der vordersten Kolonnen. Diese Zahig- keit. mit der die wandernden Ameisenzuge ihr unbekanntes Reife- ziel verfolgen, ist wohl das Auffallendste an der ganzen Crfchei- nuna. 5 -ffewknnlcr und Schieber nebst Subehör hättet erfassen wollen. ?tber auch jetzt seid ibr imstande, Geld haufenweise»n kabristeren, noch Noten und Pausen. Ans ein paar lumpige Mllliönchen mehr kommt es doch nun auch nicht mehr an? Aber was sage ich? Die Not der Altpensionäre lindert ihr ja in jeder Weise! Ihr wartet so lange, bis es ihrer immer weniger und weniger werden, die der Tod als Freund rasch und sanft in seine diirren Arme nimmt. So ist ja der Not der Altpenswnäre am besten geholfen... Eidesstattliche Versicherung Zu dem kürzlich in der„Freiheit" mitgeteilten Fall der Eräfin Wartcnsleben, welche in der Ticrgarteiistratze 24 se,t 2 Jahren unbewohnte Zimmerräume inne hat. wird uns geschrieben: „Der Fall der Gräfin, welche dem Berliner Wohnungsamt ein- fach eldesstattiiche Versicherungen übergibt, wonach die Wohnung an andere vermietet sei, und was sich nachher als volllommen falsch herausstellt, legt wieder den Finger auf eine sehr wunde Stelle des Reichsstrafgefetzbuches. Die falsche Abgabe eidesstatt- «lcher Versicherungen ist nämlich straffrei! Zeder kann den andern mit solchen Eidesverstcherungen hineinlegen, ohne dag eine Handhabe da ist. den Schwindler strafrechtlich zu belangen. Der 8 156 des 91. Str. 6. stellt nur unter Strafe, wenn d>e eidesstattliche Versicherung einem ordentlichen Gericht eingereicht worden ist. Das Reichsgericht hat 1834 eine Entscheidung dahin getroffen, datz nur in diesein Falle Eidesversicherungen rechtsverbindlich sind; alle Versicherungen dieser Art. welche andern Behörden. Staatsanwaltschasten, sowie Privat- Personen gegeben werden, sind rechtsungültig, haben keine Be- weiskraft und haben lediglich den Wert einer eideskraftlosen Be- teuerung. Selbst wenn das bewufjt salfch ist, ist eine Strafvcr- folgung nicht möglich. Einige Behörden sPolizeibehördcns haben den Mangel des N. Str. G. wohl erkannt und haben(wie das Braunschweig. Pol. Str. G.B. vom 23. März 1833) eidlich falsche Versicherungen vor allen Behörden unter besondere Strafe gestellt. Aber das Reichs- g-richt(Cntsch. Bd. 42, S. 100) hat jede derartige Polizctoerord- nun» für nichtig erklärt, da das Rcichsftrafgefetj die Materie der falschen Aussage erschöpfend(!) behandele. Das Berliner Woh- nungsamt mutzte eigentlich den Wert refp. Unwert solcher eides- stattlichen Versicherungen kennen, und sich nicht von schlaueren Weibern in dieser Zorn, düpieren lassen. P. R." Die Einführung des neuen Magistrats, die auf Sonnabend an- gefetzt war. ist auf dringenden Wunsch von Mitgliedern der städti- schen Verwaltung, nunmehr auf Freitag vormittag, 10 Uhr, fest- gesetzt worden. Im Anschluß daran soll eine Sitzung des neuen Magistrats stattsinden, damit er seine Arbeiten aufnehmen kann. Di« Gersten verteil angesielle G. m. b. H. Berlin, ihre Geschäfts- stellen, Kommisiionäre und Aufkäufer sind auf Grund einer An- ordnung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Land- witfchoft ermächtigt, bis zu SO M. als Qualitätszuschlag auf die Tonne Gerste dem verkaufenden Landwirt über die festgesetzten Höchstpreise hinaus zu zahlen. Hierzu weist das Preußische Lan- desgctrcideamt darauf hin, datz ein Anspruch de? Landwirts auf Zahlung dieses Zuschlages nicht besteht, da der Zuschlag nur bei be'onderrr Beschafsenheit der Gerste gezahlt werden soll. Das„Apollo-Theater" bringt in feinem November-Spielplan eine Reihe interessanter Attraktionen auf dem Gebiet« der Akra- batik. Hervorragend sind die Leistungen der vier Urbanis. Auch die Lydie Dias mit ihrem Salto mortale von Stand zu Stand auf dem Drahtseil ist bemerkenswert. Ein Dressurakt von sechs wilden Berberlöwen vervollständigt dos interesiante Programm, dessen Höhepunkt ein« aus drei Bildern bestehende Ausstattungs- 5Zanlomim:„Harems-Nächte" bilden soll. Nachdem das Polizeipräsidium ruhig zusah, datz die Aufführung mit allen Mitteln der Perversität durchgeführt wurde, har es nunmehr Zensur geübt und gestattet die tanzähnlichen Verrenkungen nur noch, wenn die bisher nackten Brüste der..Haremsweiber" mit leichten Schleiern festgebunden sind. Der ganze Sinn der Pantomime patzt so'recht' in den Sumpf des Friedrichftadtviertelo. Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden. Donnerstag, abends 7 Uhr, Aula des Sophien-Ncalgqmnafium. Steinftr. Uebungsstunde. Alle Beteiligten müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. Die BildungsKommisfione» de» Ii., 13. Distrikt« und Eharlottenburg iC.iSpun Ldedoxr» vermiten auch Heuer wieder neben de» vi�dunüSkurscn systematische Kuttnrarbcil zn leisten. Um wenigsten; die eigenen Genossen dem öden, geisteso rflachende» .Ainusemeut" z» entzieh- n, ve, austasten die 3 Bezirke gemeinsam alle 14 Tag« statlsindcnde. mastergüitige Knustabende. auf die an dieser Stelle tefonders hingcw eseu werden soll Diese siode» stets in der Auia Zwinglistr-.ßi 2 an So.iniagobenden um 7 Uhr statt. (Karten nur an der Kasse). Schon heute toll auf de» RezitationS- und Lüderabend des Opl-rvino»? Rudolf La v a e un er Alst- Wirkung der Pianistin Margarete M e y e r- R o i d e n am Scniitaa, den 14. November, hingewiesea»verde». Am 28. November sindel ein Schubcrl-SclumannAdeiid mir T r. G n n t h e r statt und am 12. Dezember tvird Ke st ender g mit seinem Trto et»« Aee Hoven- Feier leiten. Besucher auch aus anderen Distrikten sind willkommen. Jnsbcsoudere die Bildui.gsfunkliouäre seien auf diese Beraustaituug aufmerksam gemacht. Uebevfall ans einen Postwagen. Don einer sechskögsizen Räudetbande überfallen wuide Momag ebcvd ein Posiivage- in Trepivw. Als d r Wagen um 7'/, U r d.irch die Heiderr'g-Allee fuhr, hielt d e Ba»de ihu plötzlich mU G- isnit an und zwonq den Pesrtllon und d>n Begl.iter odz ineig.n. Mäh cnd dann zwei Mann die Beiden aaf der Stelle festhle tcn. bemächtigte» sich die übrigen vier des Wagens und fuhren mit ihm in den P.änlelwaid hinein. Am Gichenbuschweg machten sie sich daran, ihn zu erbrechen, um ihn des Znballcs zn berauben. Das Ee äusch, daS sie Kieibct h rv r- tiefen, erregte j doch die Aufmeikiamkcit der Pnrlwäch er. Als diese herankamen. Ititzen die Ränder Pferde und Wag n im Stich und ergr-ffen die Fluckt eine B ute. Tie Veifolgnug blieb erfolglos. Ziizwifchen fanden der Postillou ui.d fei Begleiter die»ach einiger Z« t von de» beide» Räubeni freigelassen worvcu waren, den ge- ran' t-.. Waaen wstder. Ein Geldbeutel gefunden. Wie uns mitgeteilt wird, wurde in dem Treppenhaufe des siiassengebäudes der Allgemeinen Orts- krairkenkasse Neukölln, am?ä. Oktober 1320, mittags 12 Uhr, ein Geldbeutel mit Znhalt gefunden. Der Verlierer hat sich bisher weder beim Funobureau noch bei der Allgemeinen Ortskranken- lasse gemeldet. T-tr gozinienb stich«! am Dsimerotan.«iends 7 llhr, t« Lotet««e kchöi?, srüh« Sanis,(EN« S!Ii»StraIan and Ksachthraf!« Bali. G« werden alt«"«' hänzer der Richtanq Crispten»ebeten. pünkilich zu erscheinen. Dl« ÜZezirkslciianj» Ltegliz, Lantwid, Lichie-ield«. Donner-tai,. It. Zlooemder, abend» 8 übt- Sli-una der Ardsiiszemeintchast der soz. Elternbeiräte. Der Vorstand kam«- um"i>2 Uhr zusammen. Klasse, Eamnajium, Heesestraste, Sieglitz., Settto» der P»!>»nd Tele�raphi». Funktiinärveriammlunz am Freitag, 8 UV,- be! Powleit, Zostystr. 7. Vereinskalender Verband der Vranerei,«nd Mslhlenarbetter vnd vervandter Verosssenasi� Generalversammlung. Montag, den 8. Stovember. abends 6 Uhr, im Eewerv schiftshaus. Engel-�.for IS faroher Laal). Tagesordnung: 1. Vortrag des aen Gchifferftein« Zürich, VorftL:?nder des Verbandes der yandelb-, Transport, u« Lebensmittelarbeiter in der Schweiz, über:„Die Aufgaben der Gewerkschaften V der Gegenwart." 2. Geschäfts- und Kassenbericht vcm 3. Quartal l92S. 5. schlussfagung über eine Metbnechtsspende an die Arbeitslosen und invaliden Mj glieder. 4. Verbandsangelegenheit. Mitgliedsbuch oder Karte bere«btigt i«»» Eintritt. �. Deutscher Tranopoi-tarbeiter-verband. Sektion f», Fenster», Messing» nnd Teppl? reiniqer. Donnerstag, 11. November, abends Z Ül)r, Vranchenversammlung w Englischen Hof, Aleranderstr. Z7c. jagesordnvng: 1. Vortrag über BetrieoW organisal tonen. 2. Diskussion. S. Vranchenangeleaenbeiten. Bauarbeiter. Den Funktionären des Deutschen Bauarbei�er-Verbandes diene m?i zur Kenntnis, datz die �ortsefiung der am 5.1. Lttober vertagten VersammluM am Donnerstag, den 11. November, abend? Uhr. im..Dresdener Ccfinoi Dresdener Str. 06, stattfindet. Der Verbandsvorlißende KoVege Paeplsw wlS über die Araae der Akkordarbeit sprechen. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne das« selbe kein Zutritt. � m SchuNrerband der SchwerhSrlqe». Donnerstag. 11. November, in der Neu*" Dbilharmonie, Köpenicker Str. 06, abends 714 Uhr. Wander- und Volkslieder W spielt auf der Laote ffu» jeden Schwerhörigen durch den Aielhorer vernehmbar/- Eintritt mit Programm 1.50 M. Gäste, auch Normaldörcnde. willkommen. V-i-ein ArScite-presse. Freitag, l2. November nachmittags S Uhr, Ver'amMlM? im Gewertschaftshaus. Engelufer 15. Saal 5. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl S21* Vorstand. 2. Verschiedene?._,. Deutscher Werkmei'ter.Verband. verlin 17. Freitag, den 12. November. nachM 5 Uhr. Mitglieder-Versammlung im.Alexandriner".. �«.u. Kasendoten«nd Bnreandiener ou» dem Berliner Eisenhandek. Slektro-Zndust-»?' Maschinenfabriken sowie Lagerarbeiter und Hausdiener der Singer Co. Am.irer i wciiyrc irve» � Znternationc 1er«und der Kriegsopfer. Freitag, 12. Novembu. abend» 8-ZV spricht in den Pla-zi-äl«» d«s A?-!i«n°. Spichernstr. 8. d«itt 10 1 1? rt vront r rtf-.Sttha H fü'lung". Zur D-lZung der Unkosten haben Mitglie-der gegen Vorzeigung der Äi alied k.irte 0.75 SO?., Nichtmitglieder 1,50 M. zu entrichten. Es wird gebeten. G de-n interessanten Vortrag zahlreich zu erschci «l'beites-Samariier-Nolonn- Berlin«. B. ichtmliglieder l.ZN M. entrichlen. ' M"einen. Zlbieilnng Temnelhof-Mariend�b ......."il»O Aus den Oraanifationen ,.»Iftrllt. Freitag In h-i-ls T■ 1 ». StstrUt. t Freitag, 7 lthr. Ei-rung lämillcher Funktionäre(Erispien-Ledebour) Brauerei, Bcrgmannstrafc. Ausweis mitbringen. t. Bildungskommiss-on. Dienstag,>8. Nooemocr, Sondervorstellung Im Bernhard Zlosc-Theater. Zar Ausiührung gelangt„Aater Lamge" von Rosenow. Eiatritlstarten sind zum Prelse von il.SÖ Vi. bot sämllichen Funtlwnilren sowie boim Kassierer Gallas. Barnimstr. 20, zu haben»r.d birton wir um reaen Abiatz. da ein Teil unserer arbeitslosen Genossen»ud Genossinnen freier Ginlrtll gewährt werden soll. ll>. TlstriN. kommunale Kommission. Dersamm-vng. Donnerstag, alonds 7 Uhr. bei Büttner, Schwedter Str. 23. Vortrag de, Genossen Zt. s-losenthal über .Veamtensraaen". 13. Llstrilt. 1. Abt. Am Froltag, 12. Ravember, abends 7 Uhr, in der Schul- aula Schönflieher Sir. 7. Dbieilungs-ü-ersammlung. 2. Abt. Am Donnersrag, l>. November, abends 7 Uhr. in der Schulanla,. Sonnenburacr Siratz«. Abieilungs, Versammlung. 3. Abt. Freitag,>2. November, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Graunstratze. Abieilungz-Bersammlung. 17. Tlsirllt. Abtellunasretsammlungen. Zn alle« Versammlungen Vortrag über Sozialiherung. 1. Abteilung: beut«. 7 Uhr. Schulaula, Ruheplatz. 2. Abteilung: heute, 7 llhr, bei Abiaham, Norduser 10. 3. hlbtelluag: Freitag, 7 Uhr, Schul- anla, Oiencrftratz«. Neulölln. Die vezirtsführer»der Etelloertreter holen heute von<—7 Uhr abends dringendes Nialerial vom Genossen Äausmann ab. Neulölln. Genossen, die bei uns bleiben wollen und sich noch nicht qemeldet haben, melde» sich im 13. Bezirk bei Becker, Waltherstr. 23; im S. Bezirk bei ibbe, Hobrcchisir.». "' Die Zahlabend« in de» einzelnen Bezirken werden aus nächsten Miliwoch Britz »erschoben. Lick Sbenl________________ Funktlonäre weitergeben. Unser« vtertelskühr- vom stbenosseu Klüsener, Echa: er können die bestellten Broschüre» heute rnweberstr. KS. abholen»nd sosort an»nsei« Wölk-Promenad«.«bieilun, Gbarlottenburg: Miigliederversa.nmlunq am Dock nersiag. 1l. Nooember. obends 7 Ubr, bei Thelen, Kaiser-Frledrich-Str. iöd. Arbelter-Tomorlter-Kolonnen Berllu«. L. Abteilung Schönebetg: Nirtg.ledll vers-urmlung am Freitag. 12. November, abends 7 Uhr. im Lokal von Händel, u ��A-balier.To» artter. Kolonne Nos-nlhal-R-lnick-ndori»eranftaltet im Winierbell .b2id2l«iuen neuen Lehrlnrsus. Es können Personen beiderlei Gc�chlea' '''' eq beträgt 4 M. Beginn deslelden Tonn-G Uhr, in Reinickendorf. Seebad, NessdenzstroK fahr dara daran teilnehmen. Der kursueheltro tag. den II. November, obends 7-i Gas!« baden einmaligen Zutritt. llebeltee-Zamaritce-ikolonnen Beelln e. B. Abieilunge» Helle tz: —...... W'■' s. 11. N Gemeinsame Miigliederversammlung am Donnerstag. 7 Uhr, im Lokal von Vogel, Kotlbuser User 4b. kölln. e» Tor. und N--- ovember, aben»- Lebensmittelkalender Bern». Am Mittwoch. 10. November fällt die Velieferung der hs-Liter-k» karten mit Frischmilch aus. Vom Donnerstag 11. Nooember ab werde« tj-LIIer-Krankenkarten aus die Dauer von vier Tagen nicht mit sondern statt desien mit einer Büchs« gezuckeiter Kondensmilch zum«, braucht sind. Die A l-Korien werden vom 10. N-ocmb.r->b w-eder mit 1 Vollmilch, b!« ztz-Liier-Krankenkorten wieder mit H Liier Milch beliefert. übrig« Beliescrung bleibt unverändert. Geschäftliches Die Adresse de? Höhensonncnbadez Ist Velle-Allianc«-Platz 8a(nichts früher gedruckt Belle-Alliance- S t r a tz e). � Verantwortlich für die Nedaktion: Smll R-bold. Berlin. � antwoitllch iur den Znseialenteil: Ludwig Komeriner. karisdortz� Berlag�enossenschall.Fretheii" e. G m b. h.. Berlin.— Druck der>Fieih»" Deuicr-i G m. b. Berlin E 7. B-s>lt Slr-rb» � n Sfevrem- SiiefeS rnod. breite Form SSnuaiben.' Süefel Gröfte-3S-39 Möbel Ä Rosenthaier Str. 39 ..•«MO-''00. 2800, MM, SSOO ■*■ ÜSS" i100-!läSQ. 8««. 0400 .-•«ooo,*100«ISO, 4400, 5000 M AMMMMe W bewährtes SIZulbsheilmiU-l «uosch!!»«'.«eschmOro. gegen stautletden, llZelnfehädr», "ltefirr, lpicheol, rot» �isftg» M'>d. fyaui, Z0»li. Jeeetivri». Bei K tu der» rerhlltrl sie dos Evün.. sei», h�lu�uosichlllge�elc. Vtel�Anertzeunnngen! 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