Einzelpreis LO Pfg.. Z. Jahrgang Montag, ts. November 1S2V Nnmm«r48Z- Abend-Ausgabe lahldar, von d„Sp.din°n seldft»d,.h°ll«.bo Fü- P-ft.©ort 1,60 3R., emfd)lirfiltd) itunnngsjufdSIo». L-l-ie»dr«NjtIgr»_Uut_Sarif. 5!#"Ä?" iimtUch« Post-nft-Iin, Brftrllungrn rn>or,r». llntrr eir-isd-n». gamlUm.anjrigtn nnb Strllrv.Drfuchr 3,20 W. netto pr»''llf' ? Detilschlond und dstttttich 13,30 M., für du» Odttar Nuoland 21,30 ZU. S OTort««njftjrn: ba» ftttgtbruditr Wort 1,50 W.. leb« mdtm Wort l,- OL «fbäS. eritf w' Deutschland and vi-etretch«.-«t- T M»- g«Bjpt«het: Zeiwli» 2031, 2845. 4518. 4603, 4835 4840. 4821 ««Baktia»,«rprWtlaa aab Verla, I Varls»« X,«aoita Cttrafe«»-«.— $erfiner-Orpm ber VmfiMnofffen S&iiUömofraffe S>eitt/tf)tonöa Landtagswahlen in Sachsen Verlust sozialistischer Stimmen (Eigene Drahtmeldung der Freiheit") Leipzig, den 15. November 192#. Die sächsischen Landtagswahlen, die gestern stattgefunden haben, lassen als vorläufiges Ergebnis einen starken Rück- gang der sozialistischen Stimmen erkennen. Die sozialistische Mehrheit ist stark in Frage gestellt. Nach den vorläufigen Berechnungen besteht nur eine Mehrheit von zwei Mandaten. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 70 Prozent. Das Bürgertum hatte alle seine Anhänger auf die Beine gebracht, während in der Arbeiterschaft eine Srohe Indifferenz, hervorgerufen durch die auf Mos- tauer Diktat erfolgte Sprengung der U. S. P.. sich zeigte. Die Neukommunisten erhielten nur im Leipziger Be- iirk eine gröhere Stimmenzahl. Sie haben mit dem überall bekannten Namen Geyer und dadurch, daß sie ihre Liste wschlicherweise als Lifte der U. S. P. bezeichnet haben, Verwirrung unter die Arbeiterschaft getragen. Im »anzen Land wurden nach den bisher vorliegenden Meldun» gen an Stimmen abgegeben: U. S. P......... Kntmm ÄST".;:;..... Demokraten.......... Neukommuntsten ITr""'» M,„ch°mich, nml.ig.,,''■; 287231 17300 805 156 860 781 142455 45 251 506 917 112 683 12161 d« Welse" vo! stchgeh/n:'"° � an0cWr fol0en' U. S. P...... Zentrum.... Deutschnational«.'.* Volkspartei...... Demokraten.....* Wirtschaftlich« Bereinigung Sozialdemokraten.... Neukommunisten... «. P. D....... die sozialistischen Parteien entfallen dt« bürgerlichen 47 Mandate. E, bleibt also Mehrheit bestehen. 14 1 20 18 7 1 26 8 6 demnach 49, aus «in« sozialistische Wrangel entscheidend geschlagen Die rote« Truppen vor Sebastopol lch?°�'iner Meldung aas London ist die Lage der bolschewifti- S" �»gner in der Krim hoffnungslos geworden. Der(Jon K° h o p o l s ist nur noch ein« Frag« von Stunden. Di« Rote aw?. J« steht vor Simseropol. Die Bevölkerung ist von«in«, Di.«Orisseu. batt. �eangrltruppen, die um Perekop noch Stand gehakt«« a /'s' sind am 11. November grsch lagen und ihr« Front i»i« dche» worden,«ngestcht« diefer Lage hat die Ein» � N«ng der Zivilbevölkerung begonnen. Die im Hasen von Se» anb liegenden französischen Schiffe»Waldeck-Ronffeau- ik.n 7? e o v e n c e- halte» sich bereit, die Wrangelregierun». die i-'�osische Militärmisston. sowie die sranzöstsche Kolonie einzu. JsX*- Auch»eneral W.angel selbst, der fich noch bis zuletzt in �°°stopol aufgehalten hat, wird zur Abfahrt der Schiff« er. lei» �.. M« u« t« r« i« n in feiner Arme« sollen die Ursachen D? Mederlag, sei». ...''Verfolgung der Wrangrlarmr« geht, nach einer Mrldung T° Moskau, sehr rasch vor sich. Di« Folg« ift. dah d.n R�� »eich. Beut« an«rieqsmaterial in die Hand« fällt. Z« «in.» Zufchuw erbeuteten die Sowjettruppen 18 kSefchütze. t. 7 Tau», drei Panzerzüge, 10 000 Eefchosi«. 12 Millionen Pa. 'inen groh.n Wagenpark und and.r.o Kriegsmaterial. r� Turchbruch bei Perekop nahmen sie ,we» Kaoallrrie. '»"nentrr gefangen. Die betrübten Lohgerber � Paris. 14. November. ÄL?0*'« Morgrnprrsie bestätigt, dah das b«» Erneml stch in einer überaus kritischen Lage b-f«ndet. MaUn Men7«vlschewipen würden in der Krim Material in solche» t'ru.?.' �'"brn. das, sie ihr« Macht konsolidieren und zu Un re?7-ngen schr.tt.n könnten. Das Blatt fägt 51 H �b« Wrangel moralisch und materiell unt-chutzü D.e �tlag«� die aus ein unertlärliches Zurückweichen z Teilergebnisse Dresden, 14. November. Die Wahlen zum sächsischen Landtage nahmen im allgemeinen «inen ruhigen Verlauf. Die Wahlbeteiligung war schwach. Nur etwa 60— 70 Prozent der eingeschriebenen Wähler übten ihr Wahlrecht aus. Im 1. Wahlkreise Dresden-Bautzen ohne die Stadt Dres- den wurden bis Mitternacht gezählt für die demokratische Liste 27 440, Sozialdemokraten 128 908, deutschnational 117193, Zen- trum 11708, Unabhängig« 45 385, Deutsche Volkspartei 72 352, Kommunisten 10 638, Neukommunisten 5176, Wirtschaftliche Per- einigung 13 533. In Dresden: Demokraten 18 650, Sozialdemokraten 86 921, deutschnational 46 718, Zentrum 3810, Unabhängige 15 712, deutsche Volkspartei 56426, Kommunisten 1589, Neukommunisten 8221, Wirtschaftliche Bereinigung 251. In dem 2. Wahlkreis« Leipzig(vorläufig ohne Mittweida und 12 kleinere Landgemeinden): Zentrum 2679, Unabhängige 147 887, deutschnational 117 757, deutsche Volkspartei 169 833, De- mokraten 54 151, Neukommunisten 43 161, Sozialdemokraten 65 121, Kommunisten 28 784. Stadt Leipzig: Zentrum 2107, Unabhängige 80 408, deutschnational 46664, deutsche Volkspartei 69 686, deutsche De- mokraten 30 914, Neukommunisten 27 765, Sozialdemokraten 23 925, Kommunisten 9572 Stimmen. 8. Wahlkreis LH« m n i tz. Z« ick a u. oorläufiges Ergebnis: Demokraten 45 522, deutschnational 136 897, deutsch« Volkspartei 130 794, Zentrum 2481, Sozialdemokraten 261690, Kommunisten 77 467, Unabhängige 63 468. In der Stadt Zwickau wurden abgegeben: für Demokra- ten 5486, deutschnattonal 24 503, deutsche Volkspartei 28 927, Zentrum 728, Sozialdemokraten 50 762, Kommunisten 17 358, Un- abhängig« 1921. In Plauen i. v. ist das vorläufige Ergebnis: Demokraten 4286, deutschnational 9526, deutsche Volkspartei 16 466, Zentrum 825, Sozialdemokraten 6321, Kommunisten 5066, Unabhängig« 8660. Gesamtergebnis aus dem 3. Wahlkreis Chemnitz-Zwickau. Demokraten 46 743, Deutfch-Nationale 138 313, Deutsche Volks- partei 133 552, Zentrum 2496, Mehrheitssozialisten 266,622, Kom- mnnisten 78 321, Unabhängige 65 886, zusammen 731 916 Stimmen. TU. Dresden, 15. November. Da» Gefamkergednis der Wahl in Dresden-Stadt ist folgendes: Demokraten 18 746(28 695), Sozialdemokraten 77 475(91444), Deutschnattonal 47510(33 863), Zentrum 3957(4600), Unab- hängig« Sozialdemokratie 15 928(54 316), Volkspartei 56 518 (66 410), Kommunisten 1570(476), Neuiommunisten 8276, Wirt- fchaflltchr Vereinigung 264. Nachbeteiligung 62,13 Prozent. zuführen fei. könne also Frankreich nicht zur Last ge- legt werden. Nach Information der Londoner Press« werden Vor- bereitungen getroffen, um die K r i m h a l b i n s e I zu räumen. Nach dem„Daily Expreh" hat die englische Regierung dem Ober- befehlshaber der englischen Seestreitkräfte im Schwarzen Meere genau- Instruktionen erteilt, die strengst- Neutrali tat zu beobachten und nur einzugreifen, wenn es sich darum handeln sollt«. Flüchtlinge zu retten oder englische Interessen zu beschützen. Putschpläne in Budapest TU. Budapest, 15. November. Der Stadtkommandant wurde auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Di« Assär« steht im Zusammenhang mit der Untersuchung in der Angelegenheit dr« terrotiftischen Offizier«. Die Unter- suchung Hot ergebrn, daß von dem Berein der«rwachenden Un- gar»«in Putsch geplant war, um mit Waffengewalt die Ratifikation des Friedensvertrages zu»er hindern »nd«in««igen« Regierung zu proklamiere«. Zahlreich« Abgr- ordnete sind kompromittiert. Es wurde festgestellt, datz sich im Hotel Britanuta auch Mordtaten zugetragen haben. Im Keller wurde«in Mann namens Bito ermordet aufgefun- den. Eine Reihe Frauen wurde verhaftet, welche überführt stnd, Nachrichtendienst für dir Britannia-Offiziere geleistet zu haben. Bei einem Znsammenftotz mit Offizieren wurde der Obrrlruinant Baron Podmanzky, der als Sportsmann allgemein bekannt ist. meuchlings angrgriff«» und lebensgefährlich verletzt. In der oer- flossenen Woche mürben auch ein Mitglied der französischen Mis- sion und ein italienischer Hauptmann von einer Grupp« jung»« Leute angehalten, die«st Stöcken gegen dir Pasianien losgingen. • Die ungarische Nationalversammlung hat die Natiflzierung des Friedensvertrages angenommen. Es kam zu Protzen nationalisti- schrn Szenen. Di« Negierung wird nächste Woche ihre D e- Mission geben. Wer an die Spitze der Regierung treten wird, ist noch unbestimmt. Antwort an Sinowjew Von L. Martow I. Glaube und Wisienschaft. Sinowjew hat in einer„Werhenummer" der„Roten Fahne einen Teil seiner Schlußrede veröffentlichen lasien. die er auf dem Parteitag in Halle nicht hat halten können. In dem prinzipiellen Teil dieser Rede tritt Sinowjew den Satz breit, daß die grundlegenden Differenzen zwischen den Kommunisten einerseits, den Unabhängigen und Mensche- wrsten andererseits angeblich darin bestehen, daß die erste- ren gemeinsam mit den Massen an die Verwirklichung des Sozialismus auf revolutionärem Wege glauben, während die letzteren diesen Glauben nicht haben. Um diese Behauptung zu stützen, zitiert Sinowjew mit der ihm eigenen Geschicklichkeit eines beruflichen Taschenspielers Stellen aus meiner Rede, die ich auf dem Parteitag in Halle gehalten habe. Hat Martow nicht gesagt, fragt er, daß die Kommunisten den reltgiosen Glauben der ungeschulten Masien an die so« fortiae Verwirklichung des Sozialismus ausbeuten? Die Unabhängigen haben ihm hier Beifall geklatscht. Mitge- fangen— mitgehangen! Dann geht unser Taschenspieler zu seiner Lieblingsbeschäftigung über, allgemein bekannte Tatsachen als funkelnagelneue Weisheiten auszugeben. Er beweist, daß zwei mal zwei vier ist und daß keine große Revolution möglich sei, wenn die revolutionäre Klasse nicht an die Verwirklichung ihres Zieles glaube: das Enthusias- mus und Begeisterung für den erfolgreichen Kampf not- wendig feien usw. usw. Ick habe in Lalle von jenem naiv-religiösen Glauben der ungeschulten Massen gesprochen, der fie, nach den Eni- täuschungen und Leiden des Krieges, aus dem Lager des Nationalreformismus in die Arme jener Leute treibt, die ihnen den sofortigen Sieg, die sofortige Verwirk» lichung des sozialistischen Ideals, die sofortige Be- freiung von allen ihren jetzigen Leiden versprechen. Nach» dem Sinowjew eine Reihe von Gemeinplätzen über die Not- wendigkeit des Enthusiasmus und des Glaubens an den Sieg angeführt, macht er folgende Schlußfolgerungen: Diese Leute — Hilferding und Martow— teilen nicht den a na e b- lich naiven, angeblich religiösen Glauben der Massen an den Befreier Sozialismus: sie find Reformisten und haben nichts gemein mit der Psychologie des Proletariats. Ich glaube gegenüber den Lesern der„Freiheit" dara"8 verzichten zu können, den Unterschied aufzuweisen, der zwi- schon der wissenschaftlich begründeten Ueberzeugung, daß die sozialen und ökonomischen Boraussetzungen für dl« Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat i» der Ifcpitalistischen Gesellschaft schon herangereift stnd, und im naiv-religiösen, mystischen Glauben unbewußter Mas- sen besteht, die gestern noch von einem militärischen Sieg Deutschlands über die Entente(oder umgekehrt) die Auf- besserung ihrer materiellen Lage erwarten und die jetzt, nachdem sie die Notwendigkeit eingesehen, das Joch des Ka- pitalismus abzuwerfen, glauben, daß dieser subjektiv psycho- logische Faktor genüge, um den sofortigen Sieg zu erringen. Die demagogische Ausbeutung dieses Glaubens ist ebenso un- ehrlich wie verhängnisvoll. Der Kampf gegen diese De- magogie ist in gleicher Weise notwendig, wenn die Illusion der ungeschulten Massen genährt wird, daß der kapitalistische Profit durch- ununterbrochene systemlose Streiks beseitigt werden könne, oder wenn oen Massen eingeredet wird, daß eine über ihnen schwebende illegale Organisation mit Hilfe der Millionen der dritten Internationale einen Aufstand vorbereiten werde, um mit einem Schlage die Staatsgewalt zu ergreifen und sie in die Hände des Proletariats zu legen. Die größte Errungenschaft in der Geschichte der Mensch- heitsideen war die Entdeckung der objektiven Entwicklungs« gesetze der Gesellschaft durch den wissenschaftlichen Soziaus. mus. Im Besitz dieser geistigen Waffe, gewann der Sozia- lismus nicht nur die Ueberzeugung. daß fein Endsieg sicher sei, sondern auch die Möglichkeit, in jeder historischen Situa- tion mit einer gewissen Annäherung alle Faktoren abzu- schätzen, die den Siegeszug des Proletariats fördern, wi« auch jene, die ihn hemmen. Daraus entspringt für die Füh- rer der sozialistischen Arbeiterbewegung die heilige und chwere Verpflichtung, den Massen— nach der Formel der ranzöstschen Gerichtsbarkeit—„die Wahrheit, die l a n z e Wahrheit und nur die Wahrheit" zu agen. wie auch die Pflicht, in bestimmten Atmenblicken die Massen vor der unrichtigen Einschätzung des Kräfteverhält« nisses und vor einer phantastischen Vorstellung über die un- mittelbaren Ergebnisse ihres Sieges zu warnen. Ein revolutionärer Romantiker, der sich lediglich auf die subjektive Stimmung der Massen stützt, schlägt einen anderen Weg ein. Er fürchtet: wenn dieie Stimmung nicht zur Er- zielung eines maximalen revolutionären Effekte» ausgenutzt wird, könnte der richtige Moment verpaßt werden. Er mutz deshalb die Illusionen der Massen aufrecht erhalten, selbst wenn er st« innerlich nicht teilt: er muß die Massen vor dem Einfluß jener vorgeschrtttenen Proletarier schützen, die diese Illusionen zerstreuen könnten, denn big Vernichtung dieser Illusionen bedeutet nach seiner Auffas» sung eine verbrecherische Lähmung des revolutionären Wit- lens der Massen. wissenschaftliche Methode von Marx und Engels ver- pflichtet den Sozialisten zu der größten Wahrheitsliebe gegenüber seiner Klasse. Jede Religion jedoch, darunter auch die Religion des sozialen Wunders, setzt einen systematischen Betrug der Massen und einen Selbstbetrug der Priester voraus. Wo es einen religiösen Glauben der Massen gibr.' dort ist auch ein Gaukelspiel der Priester vorhanden. Ohne mnere, tief zersetzende Lüge in den Beziehungen zwischen den Fuhrern und den Geführten, zwischen der Partei und den Massen, zwischen den oberen und unteren Schichten der Partei ist eine Bewegung unmöglich, die sich auf die Aus- beutung des blinden religiösen Glaubens der Massen stützt. (Schluß folgt) Kampf aller gegen alle Die Selbstzersteischmtg der Arbeiterschaft Die Betriebsräte Eroß-Berlins hatten zum Sonntag den „Sportpalast" in der Potsdamer Straße, einen der größten Säle Vcrlius, gemietet, um gegen die Produktionssabotage der Unter« nehmer— für die Produktionskontrokle durch die Betriebsräte zu demonstrieren. Die Einberufcr dieser Versammlung, die B e- triebsräte-Zentrale Mllnzstrahe, hatte sich das Zu- standekommen dieser demonstrativen Versammlung etwas kosten lassen. Wie der Versammlungsleiter W e g m a n n mitteilte, muß allein für die Miete des Saales 3() M. bezahlt werden, gar nicht zu reden von den enormen Kosten, die für die umfang- reiche Propaganda für diese Versammlung bezahlt werden mußten. Die Vctricbsrätezcntrale hat sich sicher nicht leicht dazu ent- schließen können, diese verhältnismäßig hohen Summen für eine Versammlung hinauszuwerfen. Sie wird es dennoch getan haben, weil der Zweck der Versammlung diese Ausgabe rechtfertigte. Sollte doch nicht nur gegen die Unternehmersabotage, für die Pro- duktionskontrolle demonstriert, sondern doch auch mit dieser Ver- sammlung die Einleitung des Kampfes selbst begonnen werden. Um e» vorweg zu nehmen: der Erfolg dieser Versammlung be- deutet für die Männer der Münzstraße eine völlige Nieder- läge. Schon die Tatsache, daß von den etwa 30 000 Eroß-Ber- lincr Betriebsräten nur knapp 2000 dem Rufe der Münsstraße folgten, die den Riesensaal kaum zur Hälfte füllten, mußte nie- derdrückend wirken. Mehr aber noch der Verlauf der Ver- sammlung. Der Kommnnistenführer Brand ler, für diese Fragen wohl das größte Pferd im kommunistischen Stall, hatte den Auftrag übernommen, gegen die Produktionssabotage der Kapitalistenklasse ins Feld zu ziehen und den Kampf der Groß-Berliner Betriebs- rate um die Produktionskontrolle einzuleiten. Weiter sollte er praktische Wege weisen, die gangbar sind, das Proletariat mög- lichst rasch aus dem Massenelend herauszuführen. In seiner Inständigen Rede hat er jedoch nur einen Gedanken ausge- sprachen: Der Kampf gegen die KapitalistenNasse bedeute in erster Linie den schärfsten Kampf gegen die Sewerlschasten, den schärf- strn Kamps gegen alle proletarifchtn Organisationen, die nicht auf dem Boden der Kommunistischen Heilsbotschaft stehen. Also: Kampf aller gegen alle. Brandler ist ein rhetorisch verhältnismäßig guter Redner. Wenn er in seinem Referat den Groß-Berliner Betriebsräten auch nur einiges darüber gesagt hätte, wie der Kampf gegen das kapitalistische System, gegen die verrottet» Bourgeoisie geführt werden müsse, hätte er sicher bei den anwesenden Betriebsräten einen guten Erfolg zu verzeichnen gehabt. Daß Vrandler in diel.'r Situation weiter nichts tun konnte als ein mageres Parteisüpp- chen zu kochen, ist nicht nur für die Münzstraße, sondern darüber hinaus für die Kommunistische Partei ein typisches Zeichen. Co sehr man es vom sozialistischen und proletarischen Standpunkt bedauern muß. Brandler hat gleich in dieser Versammlung die Folgen seiner Taktik der Zerstörung des gegen- fettigen Vertrauens in der Arbeiterbewegung. die die Taktik der Kommunistischen Partei ist, zu spüren bekam- men. Etwa 200 Arbeitslose stürmten den Saal und machten die geregelte Fortführung der Versammlung unmöglich. Brandler, Paul Neumann. Wegmann, überhaupt die ganze Betriebsräte- Zentrale seien schlimmere Bonzen als die Eewerk- schaftler. sie müßten zuerst beseitigt werden. Darin klangen die tumultartigen Szenen, die die eingedrungenen Arbeitslosen vollführten, aus. Wir haben kein« Hoffnung, daß die Leute von der Münzstraße einsehen werden, daß sie hier das Opfer ihr» eigenen Methoden geworden sind. Sie werden auch jetzt noch nicht begreifen, daß ihre Propaganda es ist, die den Boden schafft, auf dem gewissenlosen Elementen leicht gemacht wird, die Arbeiterbewegung o ö l l i g z u diskretieren. Die proletarische Celbstzerfleischung wird ins grauenhafte gesteigert, jede Aktionsfähigkeit der Arbeiterklasse wird yerhindert und der Bourgeoisie wird es leicht gemacht, sich breiter zu machen. Der Kampfruf, den die Münzstraße gestern er- schallen lassen wollte, ist verhallt. Niemand hört ihn, niemand greift ihn auf. Der Ruf zum Kampf der Arbeiter gegendieArbeiter aberfandGehör. Um den Kampf gegen die Unternehmersabotage zu führen, dazu gehört ein ganz klein wenig mehr. Dazu gehört vor allem, daß sich, wie ehedem. alle im Proletariat vorhandenen revolutionären Kräfte zu- s a m m e n t u n, um in einiger geschlossener Front den Kampf gegen unseren ärgsten Feind! den Kapitalismus, aufzu- nehmen. Können wir es nicht verhindern, daß das Proletariat sich weiter den Schädel gegenseitig einschlägt, dann sind wir ver- loren, dann ist die Arbeiterbewegung aus lange Ztit ruiniert. Wir aber haben das Vertrauen in die sozialistische Schulung und Einsicht der deutschen Arbeiterklasse, daß sie das zu v e r h i n d« r n wissen wird. Die Kommunisten müssen isoliert werden, ihre Verwirrungsparolen und Hetzereien angehört verhallen. Di« Ar- beiterklasse selbst aber muß sich in der Aktion zur Erkämpfung des Sozialismus geschlossen vereinigen. In den Dienst dieser Politik wird sich die U. S. P-, endlich befreit von den kommunistischen Zersplitterern, mit immer größerem Erfolg stellen. Ein Aufruf der 2. Internationale Das Exekutivkomitee der zweiten Internationale veröffentlicht einen Aufruf an die Arbeiter der Welt, in dem gesagt wird, daß die Internationale nicht tot sei, sondern zum Kampf mit dem Kapitalismus aufrufe. Sie führe für die Weltanschauung des demokratischen Sozialismus, gegen die Sklaverei des Kapitals auf der einen, gegen die tyrannisch« Diktatur des Bolschewismus auf der änderen Seite. Der S o z i a l i s m u s sei der Friede, der Bolschewismus sei Gewalt und Krieg. Es heißt in dem Aufruf:. „Wir klagen die Machthaber der dritten Internationale an der Demoralisation der Arbeiterklasse. Sie traten den Willen des russischen Volkes mit Füßen und setzten an Stelle der D«- m o k r a t i e die bewaffnete Diktatur, nicht des P r o l e t a- r i a t s, sondern eines Komitees. Nun gehen sie daran, ihren Willen und ihre Dekrete den Är- beiterparteien der ganzen Welt aufzuzwingen. Diese Me- thoden gehören der alte» Welt des Z a r i s m u s. nicht der neuen des Sozialismus an. Sie beschimpfen 27 Millionen gewerkschaftlich organifierter Ar- beiter als„Gelbe" und organisieren die Sprengung derEe- werkschaften, der Klafsenkampforganisation des Proletariats. Sie führten die Arbeiter aus der Lohn- in die Staats- fklaverei, sie rauben ihnen Freizügigkeit, Koalitionsfreiheit und verhindern den Aufbau der wirtschaftlichen Demo- k r a t i e. Der Sozialismus allein bekämpft Ausbeutung und Sklaverei in jeder Form! Nur die politische und wirt- schaftliche Gleichberechtigung aller produktiv Schaffen- den kann die Kette zerbrechen, in die der Kapitalismus die Menschheit geschmiedet." Es wird weiter ausgeführt, daß der Klassenkampf der Arbeiter- fchaft aus dem nationalen Rahmen heraustrete, der Entschei- dungskampf zwischen Weltkapitalismus und Sozialismus habe begonnen. Die Verwirklichung des So- zialismus sei aber nur möglich auf dem Boden der Demokratie. Der Entscheidungskampf für den Sozialismus falle nicht in Ruß- land, sondern in den Ländern des fortgeschrittensten und mächtig- sten Kapitalismus. Den llnterfertigern dieses Aufrufs muß man zurufen: Nicht nach Euren Worten, sondern nach Euren Taten muß man Euch beurteilen! Die Parteien, die heute die zweite Internationale bilden, haben während des Krieges alles getan, um dem Kapitalismus zu stützen und die Lebensdauer der kapitalistischen Produktionsweise zu verlängern. Di« revolutio- näre Arbeiterschaft hat sich deshalb mit Recht von dieser Inter- nationale abgewandt. Das Exekutivkomitee der zweiten Inter- nationale hat nicht das mindeste Recht, sich über die Spaltungs- Politik derMoskauer Internationale zu entrüsten) denn das Ver- halten der Scheidemännsr in den vielen westeuropäischen Staaten hat erst die Zertrümmerung der alten Internationale herbeige- führt und die Arbeiterklasse gezwungen, nach n—.en Grundlagen für ihre revolutionäre Arbeit zu suchen. Mit Deklamationen wird also die zweite Internationale keinen Eindruck auf das Proletariat machen! Die französische Bergardeiter- bewegung lieber die Forderungen der französischen Bergarbeiter, deren Erledigung die Verbände bis zum 15. November gefordert hatten, schweben noch immer Verhandlungen. Da die Möglichkeit eines Streiks dadurch in greifbare Nähe gerückt ist, scheinen die Ver- Handlungen neuerdings beschleunigt zu werden. Die Regierung sucht die Oeffentlichkeit zu beruhigen. So erklärte der Unter- staatssekretär in der Vergwerksverwaltung, daß die Streitigkeiten in der Bergarbeiterfrage nicht vor Sonn- t a g gelöst werden können. Er hoffe aber, daß es zu keinem Streik kommen werde. Augenblicklich feien zwar noch bedeutende Kohlen- Vorräte vorhanden. Im Falle eines Streiks aber würde die Be- leuchtung der großen Städte eingeschränkt werden müssen. Die Verhandlungen zwischen den Arbeiterorganisationen und den Grubenbesitzern sind auf Veranlassung der Regie- r u n g zustande gekommen. Der Ausbruch des Streiks ist deshalb verschoben worden. Ueber die Situation unterrichtet die folgende Meldung. Paris, 14. November. DieVerbandsleitungde» Untertagarbeiter for- dert die ihr angeschlossenen Gewerkschaften der Untertagarbeiter auf. angesicht» der Weiterführung der Verhandlungen mit den Unternehmern die Arbeit am Montag nicht einzustellen. Di« Ergebnisse der neuen Verhandlungen sollen den vergarvei- tern zur Abstimmung unterbreitet werden. Eröffnung der Völkerbundstagung TU. Genf, 15. November. Die Eröffnungssitzung der ersten allgemeinen Tagung des Völ- kerbundes ist auf heute vormittag 11 Uhr angesetzt. Sie wird von dem belgischen Delegierten Hymans eröffnet werden. Er ist feit der letzten Brüsseler Versammlung des Ausschusses Vorsitzen- der des Bundes. Dann wird der Schweizer Bundespräsident M o t t a die Versammlung begrüßen. Bei dem Generaljekretariat des Völkerbundes sind außer den Anträgen Oesterreichs und Un- garns noch Etntrittsanträge eingelaufen von Finnland, Estland, Litauen, Ukraine. Georgien, Armenien, Luxemburg und Lichten- stein. Gestern vormittag kam Leon Bourgeois an mit dem früheren Ministerpräsidenten V i v i a n i und dem ehemaligen Außenminister H a n o t a u x. Der erste Vertreter Englands, Bal- four, wird erst Mitte dieser Woche ankommen. Man glaubt, daß Lloyd George gegen Schluß der Genfer Tagung kommen wird. Die französische Regierung sendet als Vertreter nach Genf zwei Politiker, V i v i a n i und Hanotaux. die sich während des Krieges besonders als Propagandareisende in Nord- und Süd- amerika betätigt haben. Sie sollen nicht nur Leon Vourgois, fon- dorn auch die Vertreter der südamerikanischen Republik über- wachen, damit sie nicht so sehr ins Fahrwasser Englands geraten. Der klerikale„Lyon Rouvelliste". der ein einflußreiches Organ der gegenwärtigen Regierungsmehrheit in Frankreich ist, saßt diese Spetultaon in folgenden Sätzen zusammen: Das politisch« Programm des künftigen Präsidenten der Ver- einigten Staaten ist jetzt bekannt geworden. Es ist unmöglich, daß die Völkerbundsverfammlung nicht darauf Rücksicht nimmt. Der Völkerbund ist gegründet worden, weil Wilson ihn wollte, und er kann nicht unter einer Form bestehen, die von seinem Räch- folger abgelehnt wird. In dem neuen amerikanischen Regierungz- Programm befindet sich nichts, was den französischen Interessen entgegenstände. Harding vertritt die nationale Auffassung der Amerikaner und ihren Realismus. Er verleugnet aber nicht die amerikanische Freundschaft. Die stanzösische Auffassung widerspricht dieser Politik keineswegs. Die Regelung der Viehabliefcrnng TU. Paris. 15. November. Der„Matin" meldet, daß die Wiedergutmachungskommission die deutfche Regierung aufgefordert habe, Sachverständige nach Paris zu entsenden, damit spätestens am 20. November die Frage der Viehablieferungen seitens Deutschlands, welche der§ 4 des Zusatzprotokolls 8 vorsieht, geregelt wird. Die Lösung der irischen Frage HR. London, 14. November. Adamson hat bei der dritten Lesung der Home Nule-Vorlage eine Erklärung abgegeben, aus der sich ergibt, daß die engli- fche Arbeiterpartei sich zu einer vollen Anerkennung des Rechts von Irland durchgerungen hat, sich selbst eine Regterungs- form zu wählen, auch wenn sie die einer unabhängigen Republik wäre. Der Vorschlag der Arbeiterpartei für eine Lösung der irischen Frage wurde von ihr folgendermaßen formu- liert: In erster, Linie muß die englische Besatzungs- armee aus Irland abberufen werden und alle Aus- nahmegefetz« aufgehoben werden. Ferner müssen Vorkehrungen getroffen werden, um sofort eine konstituierende Ver- sammlung, die auf der Grundlage des Proportional« Wahlrechtes gewählt ist und sofort eine Verfassung für Zr« land aufzustellen hat, zusammenzuberufen. England soll verpflich- tet sein/ diese Verfassung anzuerkennen unter der Bedingung, daß verhütet wird, daß Irland militärisch oder auf andere Weise eine Gefahr für England wird. In der italienischen Kammer brachte der Deputierte Manri einen Antrag ein, in welchem Irland lebhafte Sympa- t h i e bekundet wird, da das Land für das Selbstbestimmungsrecht der Völker und für die Sache der nationalen Befreiung kämpfe. Dem irischen Volke wird eine glückliche Zukunft, Freiheit, Frieden und Wohlfahrt gewünscht. Otto Braun und die Hohenzollern Der preußische Ministerpräsident sendet uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung folgende Zuschrift: In Nummer 478 der„Freiheit" vom 12. November veröffentlicht Herr Kurt R o f e n s e l d einen Artikel unter der Uebcrschrift„Die Absindung der Hohenzollern". Dieser Artikel schließt mit folgenden Zeilen: „Nicht mich trifft der Vorwurf zu weitgehenden Entgegenkom« mens tzegenüber den Hohenzollern, sondern lediglich die Partei- freunde des„Vorwärts", insbesondere die Minister Heine, Haenifch.Südekum und Brau n". Mir ist unerfindlich, aus welchen Tatsachen Herr Kurt Rosenfeld schließt, daß ich ein zuweitgehendes Entgegenkommen gegenüber den Hohenzollern betätigt habe. Ich habe die Auseinandersetzung mit den Hohenzollern stets als eine politische und nicht als eine juristische Angelegenheit betrachtet und daher auch alle Vergleichs- Vorschläge, die dem Staatsministerium vorgelegt wurden, auch dsll, der jetzt der Landesversammlung vorliegt, entschieden bekämpft. Ich wäre daher Herrn Kurt Rosenfeld, der in seinem Artikel, mit Ausnahme seines Freundes Hirsch, alle zur Zeit des letzten V«- gleichs-Abschlusses amtierenden sozialistischen Minister als solche nennt, gegen die der Vorwurf zuweitgehenden Entgegenkommens gegenüber den Hohenzollern erhoben werden müßte, sehr dankbar, wenn er mir mitteilen wollte, wann, wo und wodurch ich dieses Entgegenkommen betätigt hätte. An dieser Mitteilung ist zunächst interessant, daß der preußisch« Ministerpräsident Braun von feinen verflossenen Ministerkollcgell Hirsch. Heine und Sübrkum und auck) von Herrn Haenisch abrückt. (Infolgedessen druckt' auch der„Vorwärts" bezeichnenderweise diesen Teil der Erklärung seines Parteifreundes nicht ab!) Wenn Herr Braun ferner besonders Herrn Hirfchs Verdienste utf die Hohenzollern erhebt, möchten wir feststellen, daß der Name des Herrn H i r f ch in der Erklärung des Genossen Rofenfeld steht vnd nur infolge eines technischen Versehens bei der Veröffentlichunö weggeblieben ist. Schließlich wollen wir Herrn Brauns«igentüw- liche Frage: wann, wo und wodurch er den 9 Ohe im»?/' y............'-_______________ v. v» fiesrtnf D�O lern zu weit entgegengekommen wäre, dahin beantworten.»° Herr Braun 1. dem preußischen Ministerium angehörte, welche v» Landesversammlung den berüchtigten Vergleich mit den. zollern zur Genehmigung vorlegt«, und daß er 2.— und zw sogar als Präsident— zu dem jetzigen preußischen Ministerium ge- hört, welches die Hohenzollern-Vorlage bis heute n i ch t Z u*" gezogen hat. Konnte Herr Braun als Minister mit dem Wider- fpruch gegen die Vorlage nicht durchdringen und als Ministerprafl- dent die Zurückziehung der Vorlage nicht durchsetzen, so hätte et gehen sollen, wenn es ihm mit der Bekämpfung der Vorlag« wirklich ernst war. So aber wird ihm der Vorwurf zu weitgehende. Entgegenkommens gegen die Hohenzollern mit Recht gemacht. V»' ran ist nicht zu rütteln. Die neue Grundsteuer in Preußen Der preußische Finanz mini st er braucht Geld, um dl« von der Preußischen Landesversammlung bewilligten Ausgabe» eamtenbesoldung zu decken. Zu diesem Zweck ww für die B< er eine Grundsteuer erheben,' die zwei Milliarden einnähme bringen soll. Die Haus- und Grundbesitzer sollen dn Steuerträger sein, die ihrerseits natürlich diese Steuer auf b>» Mieter abwälzen werden. Dazu kommt, daß auch die G« meinden eine Erhöhung der kommunalen Grundsteuer vorn�' men wollen, die gleichfalls von den Mietern getragen werden I"»' Die Grundbesitzer erheben heute schon Einspruch gegen dW Steuer. Größeres Interesse haben aber die Mieter an dielew neuen Steuerplan. Es ist bemerkenswert, daß der Finanzminist«* von diesem Landtag die Bewilligung der Mittel fordert, weil neue Ausgaben bewilligt hat und nun auch die Deckung schließe� soll. Die Steuer soll schon vom 1. Januar ab erh werden. Schon in den Vorverhandlungen, die der Finanzminist� ier Parteien gcfüurt hat, hat der Pel' mit Vertretern einzelner....... trete i der Unabhängigen Sozialdemokratisches P ar t e i in der Preußischen Landesversammlung sich gegen d e, Steuerplan gewendet, weil durch die Abwä" zuna der Steuer durch die Mieter die' Leidtrag«? den sind. Wir schließen uns diesem Protest vollinhallb?.. an, da durch eine solche Steuer die Existenzlage der breiten immer weiter herabgedrückt wird. Zuriickziehuna der amerikanischen Besatzungstrvppen. Der � publikanische Abgeordnete Kahn, Präsident der amerikanisch� Armee-Kommisston des Repräsentantenhauses, hat erklärt, e werde sofort bei Beginn desKongresses die sofortige Zurückzlchu� "esatzungstruppen am Rhe'� der amerikanischen verlangen. Die Deutschen in Frankreich. Nach einer von der„Libertö" sich am 1. Oktober im Departein«" ösfentlichten Statistik hielten Seine 1800 Deutsche auf. Aus der Wirtschast Verschmelzungen in der Brauindustrie In immer schnellerem Tempo schließen sich insbesondere � kleineren Brauereien zu leistungsfähigeren Unternehmungen sammen. wobei zumeist auch die Produktion zusammengelegt w>. So haben sich die Brauereien Henniger, Kempfi Stern in Frankfurt a. Main zusammengeschlossen, wobei c Betrieb in der Brauerei Henniger vereinigt wird: die bilien und entbehrlichen Einrichtungen der beiden anderen reien werden verkaust, die Arbeiter zum größten Teil ubern« � men.— Der A.-G. Hackerbräu tn München hat sich Tll< Kochelbräu A.-G. und die Schloßbrauerei A.-G-, tanp, angegliedert und zu diesem Zweck sein Kapital von 1.°.-i 5,4 Mill. Mk. erhöht.— Die Engelbardt-Braue.� nimmt die Dortmunder Westfalia-Breuere» sich auf. Der Auslandswert der Mark a Die Mark hat sich vou ihrem Tiefstand am 11. November erholt, i kosteten: am 12. Nov. am 13 U 100 Holland. Gulden........ 2600 Mark 2560 100 lie'gifcke Franks........ 529'. 619' 100 dänstcbe xroneu....... 1144„ 1114 100 ftnntich: Mark........ 191, 182' 1 amerlkan Dollar....... 87,68, 84,67' 1 enpl. Pld. Eterl........ 295, 285' 100 franz Frank?......... 600, 491 100 Eckwciier Franks....... 1831. 1291 i*0 italienische Lire........ 295, 295 100 dtsch.-üsterr. Kronen...... 23,47_ 28,59' 100 tschech.>slow. Kronen......$8,28, 87,90 Der Kampf der Arbeiterklasse Von neuen Stützpunkten zu neuen Aktionen Verbandsgeneralversammlung Berlin-Brandenburg Bei Eröffnung der am gestrigen Sonntag stattaefundenen Ver- vandsgeneralversammlung des Bszirksverbandes Berlm-Branden- bürg gab der Vorsitzende, Genosse Brühl, einen kurzen Ueberblick über die letzten Ereignisse innerhalb unserer Partei und kam zu dem Schlug, dah auf die Tagesordnung der U. S. P. D. der Kampf gegen die bürgerlichen Parteien . werden müsse. Sollten die nach ihrer Meinung von uns nmssiehenden Parteien uns weiterhin angreisen und rhr heil lediglich im Bruderkampf sehen, dann würden wir uns ,edoch mit aller Energie zu wehren wissen.(Lebhafter Beifall.) Anläßlich eines Eeschüftsordnungsantrages des Gen. Barth, der eine Erörterung der Sozialisiernngssrag« mit Stellung eines Referenten und Korreferenten forderte, wurde mitgeteilt, dag die Vehandlunq dieser Frage im Sinne des Antragstellers und zwar in einer demnächst stattfindenden Funktionärversamm- l u n g bereits geplant sei. t..___ Für den zu den Neukommuniften ubergetretenen ehemaligen zweiten B-rsitzenden. Schindler, wurde Genosse Fritz Koch von der Generalversammlung zum zweiten Vorsitzenden bestimmt. Die Wahl des ersten Vorsitzenden— Genosse Brühl hatte sich zur Neuwahl gestellt— wurde bis zur nächsten Verbands- gcneralversammlung ausgesetzt. Folgender Antrag des Zentralvorstandes wurde nach kurzer Begründung von der Versammlung gutgeheißen:„Der Beschlutz, dag die Staoträteihre Mandate als Parla- mentarier niederzulegen haben, wird a u f g e h o- b e n. Es ist diesbezüglich von Fall zu Fall von dem Zentralvor» stand Beschluß zu fassen. Ein Antrag Charlottenvurg, der Beibehaltung des bestehenden Reorganisations-Statutes fordert. wurde der Reorganisations-Kommisston, ein weiterer Antrag Char- lottenburgs, nach welchem die„Freiheit"- Redaktion auf die A n w L r f e d e r„J n t e r n a t i o n a l e" u n d„R o t e n Fahne" nur in Form sachlicher Richtigstellungen eingehen soll, wurde der Preß-Kommission überwiesen. Desgleichen «in ähnlich lautender Antrag des Ortsvereins Lankwitz. Ein Antrag Friedenau-Cchöneberg betr. Aktion zur Senkung der Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel unter vorbereitender, großzügiger Propaganda, wurde an die Redaktion, eine Anfrage der Bezirke 716 und 717 betr. � n e u k o m- munistischer Spediteure an die Eeschäftsleitung der »Freiheit" weitergeleitet. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils erhielt Genosse Erls« pien das Wort zu einem großangelegten Referat über: Die politische Lage Anknüpfend an einen Ausspruch des Reichskanzlers, nach wel- wem Deutschland militärisch gebrochen, politisch still und wirt- lchaftlich nach kärgstem Leben ringe, wies der Redner darauf hin. baß im Klassenstaate nur eine Klassenregierung denkbar .Hermes, der sich als Beauftragter der Großagrarier und �Kapitalisten fühle, hätte bisher alle deren Wünsche erfüllt r}pft.tsUtbe bie3 buch in Zukunft tun. Im Zusammenhang damit s.u„baz ganz« Finanzelend und dies wiederum hange zu- lammen mit dem" ganzen" wirtschafttt�en Problem. Es fti Utopie, anzunehmen, man könne durch iraendwel.,g— � Christen oder Gesetze willkürlich die Preise regulier. Arbeiter- haben ihr besonderes Gesetz. Die Aufmerksamkeit der Äroerier tlasse müsse aus du ir.»~' ___________ �,c«. üie viUTmeniam�.��/�tenne, tiass« müsse aus die Ursachen gelenkt werde, ���angen brin- daß nur allein der Sozialismus grundlegende Aenoeru.» gen könne.„ 1 Bon seilen der Reaktion seien in Zukunft i rwarten. Das Zentrum fordere von de' tircke wieder mehr Einfluß auf ingeräumt werd» lebhaftere Angriffe zu der Regierung, daß der die Erziehung rziehung usw fierrlÜ; fragen der Kirche, Religion, Volks- lni-b-»' P:.'.herrsche in unseren eigenen Reihen eine große Un- �»"«eren eigenen Zeigen eine groge an rtarheit. Sie sei durch dauernde Ausklärungsarbeit in den Mlt gliederversammlungen zu beseitigen. In der Frage der voNs. «Ziehung sei der Hebel anzusetzen, damit die Arbeiterklasse von deu bürgerlichen Ideologien befreit und für unsere Ideen ge- Wonnen werde. Daß in Deutschland der MMtarlsmu» Abgefertigt fei, könne nur ein Weltfremder behaupten. Man brauch« nur den Etat anzusehen. Allein für den offenen Mi- litarismus, für die Reichswehr, werden rund fünf Milliarden gefordert. Auf je 20 Mann der Reichswehr kommen 1 Offizier und auf nich tganz« 4 Mann 1 Chargierter. Diese 5 Milliarden belasten die Wirtschaft aus das schwerste. Daß der ver- steckte Militarismus international ist. seine Fallstricke neuer- lich in Litauen legt, ist uns bekannt. Der Redner verweist auf die Verhandlungen deutscher Kapitalistengruppen mit Wrangel, aus die reaktionäre Remeonno in"->>»-•■- Wog die Außenpolitik ""betreffe, so sei festzustellen, daß in Deutschland kaum«ine Außen- kb"tik vorhanden sei, wenigstens keine offizielle. Sie werde von �"Militaristen nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach mit;. toMen Gesichtspunkten betrieben. Das sehe man deutlich in der Handlung der Frage der Autonom,- Oberschlesiens. n-«. �örterung dieser Frage wurde von der Parte» dazu aus- eine grundlegende A'enderung der Berfas- t"�nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten anzu- f'),wnzöstsche Gewerkschaftsvertreter, die da«.Ruhrrevier bereist lebf' berichten jetzt, daß die deutschen Kapitalisten eine Be- Atzung des Ruhrreviers durch die Entente herbeisehnen. � dem drohenden Sozialismus retten zu lasten. . Lage in Deutschland {""Gehend, verweist Genosse Erispien auf die Tatsachen, daß �lbstb?~-l.iMus seit dem Kriege ungeheuer an Machtbewu�sein. in���nne der letzten Eeschästtsj�hre während des Krieges weit gier«« schatten stellten. Wenn man feststellen müsse, daß�die Re- «»n»>"»" die Reichs- und ./v7n"die er Klasse beherrscht«-KM Glosse st"d. dann Einwohnerwehr fest in der S°nb�ftn Begrisf von der Macht vnn« man sich ungefähr emen kvmret Gesetz« a«a«n die L-W Klasse machen, die eine ganz«" ">»beiter, lasse in Vvrberawng habe. �..Arbeiter— das Wenn das Klassenbewußtsein d verbreitet'st. so Verdienst der Arbeiterbewegung''„"Klassenbewußtsein "iuß es doch erreicht werden, daß ZUM„j' twortlichke't Kla�sensolidaeität und Klassrnve----- koin >« M'o nl 0U3 klassenbewußten Menschen klal!enb°wußt« eit�." st e n gemacht werden. O e k o n o m i s ch bMet die Ar beiter»?.« st e n gemacht weroen. e i v I> u>' rx. kiüftet?.� wohl eine große Einheit, politisch i�ste I- � werj. was das schlimmste und als ernster Scha ä- Wäi�.tst. daß auch die sozialistischen Arbeiter zerWj�t sind W Sozialisten geschlossen, dann mützten�zumindest� ran r leta gleichgültig gemacht werden durch fruchtlose Debatten. persönliche Hetzen, verfehlte Aktionen, künstliche Parolen, durch Demagogen und Strebertum. Diesen tatsächlichen Zustand dürfen wir nicht beschönigen, sondern wir müssen Kritik üben, alle an uns selbst. So darf es einfach nicht weitergehen, wir setzen unser Ansehen berunter, die Werbekraft wird gelähmt. Große Ausgaben, z. 33. Aufklärung der Landarbeiter und der F r a u e n, harren ihrer Lösung. Wir können auch nicht länger zusehen, wie die Jugend moralisch und geistig von Kommunisten und anderen zugrunde gerichtet wird. Millionen von Ange- stellten und Beamten müssen wir politisch gewinnen, sie von gewerkschaftlichen zu politischen Kämpfen führen. Bei den R e ch t s so z i a l i st e n gibt es noch viele Arbeiter. die zu uns streben und gewonnen werden können. Denn die rechts- sozialistische Partei ist in Wirklichkeit nichts anderes mehr als eine nationale, sozialreformerische Partei, ver- brämt mit sozialistischen Schnörkeln. Ä Was sich als links von uns bezeichnet— die Kommunisten stehen ja gar nicht links von uns— ist ein Gemisch Un- klarer, geschlagener und zersprengter Gruppen, die ein Betäti- güngsfeld abgeben für politisch entgleiste Existenzen. Wirrköpfe. Eharlatane und konterrevolutionäre Agenten. Der Kampf der Kommunisten wird beherrscht durch ein fystematifches Kesseltreiben gegen die Führer, besonders unserer Partei. Gewiß gibt es unter Führern Verräter, sie können aber die Entwicklung Die Sonder- und Werbe- Nummer der„Freiheit", die Dienstagmorgen zur Ausgabe gelangt, wird sich durch besonders reichhaltigen Inhalt auszeichnen Sie ist dazu bestimmt, dieGedanken des Sozialismus in die breitesten Massen zu tragen, für die Sache der Revolution in besonders wirksamer Weise zu werben AuS dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Briefe von Hugo Haase Beiträge aus allen Gebieten des Wirtschaft- lichen, politischen und geistigen Lebens Sorgt für weiteste Verbreitung! Werbt neue Leser für das Blatt der revo- lutionären Arbeiterschaft» die„Freiheit"! nicht nachhaltig beeinflussen. Der Glaube an den Führerverrat ist im Kern bürgerlicher Natur. Für uns sind die Führer Ver- trauensmänner, aussührende Organe, beratende Lehrer und For- scher, die mit uns zu marschieren haben. Sie können aber nur arbeiten, wenn sie das Vertrauen ihrer Mitglieder haben. Genosse Erispien besprach dann eingehend die verschiedenen kommunistischen Parolen und kommt zu dem Schluß, daß hinter dem kommunistischen Kraftmeiertum sich lediglich Spießbürger und politische Analphabeten verstecken. Das geschulte Berliner Pro- letariat müsse damit aufräumen, daß Gruppen von Ar- b e i t s l o s e n, vermischt mit allen möglichen Elementen, dazu benutzt werden. Bureaus zu stürmen, Arbeiterzeitungen zu bedrohen und Arbeiterversammlungen zu sprengen. Das seien M e- thoden untergehender Klassen. In unseren Versammlungen müsse Disziplin gewahrt werden, Sachlichkeit lnderDebatte müsse wieder Einkehr halten. Da wir mit den ständigen einzelnen Lohnkämpfen nicht mehr auf die Dauer auskommen können, ist mit den Gewerkschaften �ine Verständigung anzustreben zwecks Erhebung der alten marxistischen Forderung der Sicherung eines gesetzlich scstgeleaten Existenzminimums für die Zeit des Bestehens des Kapitalismus. Einzelne Slk- tionen ohne Rücksicht auf die Ecsamtlage der Arbeiterklasse dürfen nicht ausgelöst werden. Wir haben uns mit dem Kapitalismus nicht abgefunden, stehen aber aus dem Standpunkt, daß auch Reformen uns fördern sollen im Klassenkampfe um die Erringung der politischen Macht, Wir haben keine Ursachen, mühsam errungene Posttionen auszu- geben. Durch Steuern usw. können wir die Frage des Finanz- elendes nicht lösen. Es ist unsere Pflicht, eine Taktik rinzu- schlagen, die den Kapitalismus anfaßt und dazu bildet den ersten Schritt die Erzwingung der Sozialtsterung Die Vergesellschaftung kann erst nach Erringung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse durchgeführt werden. Wir können nicht wie die.Kommunisten auf den„großen Tag warten. Kämpsend muß die Arbeiterklasse stärker werden. Wir fassen die Arbeiterschaft zusammen im Kampfe um die Soziallste- rung, um das Existenzminimum usw., alles Fragen, um deren Erkdmpfung sich die Arbeiter in eine Front stellen können. Die Sozialisterungsfrage lösen wir unter A u s s ch a l t u n g d es Kapitalismus, mit Hilfe der Arbeiter, Angestellten und Be- amten, auf der Grundlage des Rätesystems. Alle Ur- beiter und Angestellte sind für diesen Kampf aufzurufen, die Genossen haben unseren Entwurf durchzusprechen. Es ist darauf zu achten, daß diese Frage in allen Eewerkschaftsvnfammlungen zur Debatte gestellt wird. Die Frage der P r o d u k t i o n s k o n t r o l l e ist abhängig von der Frage der Sozialisterung und setzt voraus, daß wir in politi- scher Macht gewonnen haben. Der Kampf um die Sozia- l i s i e r u n g, der ein heftiger Kampf werden wird, i st z u g l e i ch e i n Kampf um die politische Machterweiterung der Arbeiterklasse und ein Kamps gegen die Verelendungstendenzen. Dann können wir von neuen Stutzpunkten neue Aktionen einleiten. Auf der«knen Seite von uns diet national-fozial-reformerisch orientierten Rechtssozialisten, auf der� andern Seite ein Gemisch politischer Wirrköpfe mit Ideen, die schon lange überwunden sind. Deshalb muß unsere Partei bestehen bleiben. Wir müssen einen sieghaften Optimismus haben, uns durch keine Niederlage entmutigen lassen, aber auch durch keinen Sieg übermütig werden. Das Proletariat ist ewig. so lange der Kapitalismus besteht. Es wird immer stärker, es kommt danms an, ihm diese Starke zum Bewußtsein zu bringen. Wir tun es durch praktischen Kampf. Das ist die Ausgabe der U S. p und wir werden nicht ruhen, bis wir unser Ziel verwirklicht haben.(Stürmischer Betsall.) Nachdem Genossin Demming aufgefordert hatte, nur die von der Eewerlschastskomnussion in Umlauf gebrachten Listen zur Weihnachtsunterstützung der Kinder der Arbeitslosen zu zeichnen, wurde die Generalversammlung vertagt, Vom neuen Berlin Nach dem Zusammentritt des neuen Magistrats müssen mm- mehr die Bezirksversammlungen auf die Fuße gestellt werden. Die Versammlungen sind für nächste Woche einberufen. Die Fraktionen in den Bezirken müssen sofort Stellung nehmen zur Bildung des Vorstandes. Man wird gut tun, diese Bildung vor» zunehmen nach den Grundsätzen für die Eroß-Berliner Stadtver- ordnetenversammlung. Es sind zu wählen ein Vorsteher, ein Stellvertreter und vier Beisitzer. Zulässig ist es auch, Stelloer- treter für die Beisitzer zu wählen in den Fällen, in denen die Bezirksverordneten-Versammlung das ihrem Umfang entsprechend für notwendig hält. Die Versammlung wird dann einen Aus- schuß einzusetzen haben zur Bildung des Bezirksamtes. Es wird nunmehr mit Hochdruck gearbeitet werden müssen, um die Bezirke arbeitsfähig zu machen. Was spielt sich im Flüchtlingslager Jüterbog ab? Sonderbare Zustände scheinen im Flüchtlingslager Jüterbog zu herrschen, denn eine Versammlung der 1501) dort untcrgebrach- ten Flüchtlinge faßte e i n st i m m i g folgende Resolution: 1. Wir Flüchtlinge fordern die Absetzung des Lagerdirektor«. Rittmeister a. D. Lllbert, des stellvertretenden Kommissars des Roten Kreuzes Vrühn, des Lagerarztes Dr. Setzke, der Schwester Vogt, sowie aller Rrchtflüchtlinge, die in der Lagerverwaltuna und in dem Roten Kreuz angestellt sind. �2. Sofortige Einsetzung des im hiesigen Lager befindliche» Dr. Muller in das Amt des Lagerarztes. Für abgefetzte Angestellte ist unter den Flüchtlingen Ersatz zu suchen. Was hat sich dort abgespielt? U. A. w. g.! 20. Verwaltungsbezirk. Fraktionssitzung am Mittwoch. 17. Ro- vember, vorm. Uhr, im Rathaus Reinickendorf, Zimmer 17. , Ccbensmittclocvtciliing der Kinderfchutzkommissio» der Ar» beiterfchaft findet am Montag, den 15. November, von 1 bis 000, am Dienstag, den 10. November, von 300 bis 600, am Mittwoch, den 17. November, von 600 bis 000 vormittags von 10 bi« 2 Uhr in der Stadthalle im Keller, Eingang Klosterstraße statt. Verhaftung des Millionenschwindlers Kornfeld. Graf Sternberg, der illegitime Sproß des österreichischen Kaiserhauses, wie sich der Milltonenschwindler Rudolf Kornfeld zu nennen pflegte, ist, wie uns aus Wien berichtet wird, dort auf den gegen ihn erlasse- neu Haftbefehl festgenommen worden. Die Betrügereien, die der Hochstapler ausgeführt hat, gehen in die Millionen. Noch jetzt la>sen sich seine Geschäfte nicht übersehen. Eftoße Streife aus der Karlshorster Rennbahn. Den Buch- machern, die auf den Rennplätzen immer ungenierter ihren Ee- schasten nachgehen, galt eine Streife, die gestern nachmiltag aus der Karlshorster Rennbahn vorgenommen wurde.— Das Beste wäre, der ganze Rennfchwindel würde verboten. Spurlos verschwunden: 10 000 M. Belohnung! Das geheim» msvolle Verschwinden eines Fünfzehnjährigen beschäftigte die Ver» mißtenzentrale der Berliner Kriminalpolizei. Es handelt sich um den 15 Jahre alten Handlungsgehilfen Bruno Birnbaum aus der Koskestr. 5 zu Hohenschönhausen, der. wie angenommen werden muß. einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein scheint. Ein« andere Erklärung für das spurlose Verschwinden des jungen Mannes hat sich nicht finden lassen. Alle Nachforschungen nach ihm waren bisher ergebnislos. Der Mordanschlag aus den Hausverwalter Scholz in der Alexan» drinenstr. 75, auf dessen Aufklärung wegen der von ungcwöhn- .licher Rohheit zeugenden Tat der Verbrecher eine Belohnung' von 10 000 M. ausgesetzt ist, hat zur Sistierung mehrere Personen geführt, doch ist ein- vollständige Klärung des brutalen Ueber- falles noch nicht geglückt. Zeugenbekundungen werden zurzeit noch nachgeprüft. Es ist dringend erwünscht, daß sich weitere Zeugen, die über das Verbrechen und die Flucht der Täter Mitteilungen machen können, sich umgehend bei den Kriminalkommissaren Gen- nat und Tretttn im Zimmer 104 des Berliner Polizeipräsidiums melden. Elektrikerstreik und„Freie Welt". Infolge des Elektrizitäis- streikes konnte die letzte Nummer der„freien Welt" zum Freitag nicht fertiggestellt werden. Die neue Nummer wird daher erst morgen ausgegeben. Das Heft enthält unter andern sehr inter- essante Bilder aus Sowjetrußland. Wegen Raummangel mußte das Feuilleton ausfallen und die Berichte von der Volksbühne(„Nach Damaskus" 2. und 3. Teil), Neuem Volkstheater und Proletarischem Theater, zurückgestellt werden. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Die«»« tag. Mild und überwiegend bewölkt, mit öfter wiederholten Negenfällen und lebhaften südwestlichen Winden. Aus den Organisationen 8. Diftrllt. 7. Abtciliiilo. kommunal« Kommission. Dionotag, 18. Nooomb«, abend? 7 Uhr, bei Busch, TIlsitcr Str. 27, Sihunz. Bollzähligeo Erscheinen not- wendiff.- 11. Sistrlil. Arbeitslose Eenoffen melde» sich heute abend 7 Uhr in der Cchul- aula, Strcliiiir Sir, 12, unter Vorzeigung' ihres Mitgliedsbuches. IZ. Disii-iki. Dienstag, abends 7 Uhr, im Lalal von Sens, Korslrerstr. tt, Distriltskonscrenz. Zu dieser Konferenz müssen alle Bezirlssührer oder Etellver- rreier anwesend sein.' 18. Distiilt. Heute, Montag, abend» 7 Uhr, Franenleseatend in der Schulaula, Ehristiania Str. t—«.— Mittwoch, 17. Rooember, vorm, 10 Uhr, Norstemd»» sihung bei Schumann, Stettiner Str. U. Bollzühliae» Erscheinen notwendig. 10. Dtstrilt. Dienstag, 1(1. November, abends 7 Uhr, iäuntttvnSrlonferen» tat Büttner, Schwedter Str. 23. Iii. Dtsttitt. Dienstag, Iii. November, abends 836 Uhr, Borstandssthung. 73» Uhr gunltionürkonserenz bei Kaiser, Eohtowskastr. Z-l. Neulblln. Zu der heute, 7 Uhr abends, bei Stobmann, Münchener Str.«, stattsiudenden Vorstandsschung werden auch sämtliche Bezirlssührer dringend eingeladen,.___, Licht-nb-r». 2. Viertel. Heute, Montag, abend» 736 Uhr, bei Mlh. Echnlz, Kronprinzenstr. 47, wichtige Funktionärsltzung,„, Be,i>' Lichtenbrrg. 5. Viertel, Dienstag, 18. Navember, abend» 7 Uhr. gunl- tionärsigung bei Lehmann, Elegsriedstr, 202. Erscheinen aller Funktionär« dringend notwendig.«... Egal lottenburg. Montag, 15. November, abend» 8 Uhr, findet>» der Am« der 55. Eemeindeschvl«-ine Elternversammlung sür dl- 8.«eme ndelchul» statt. T.-O.: 1. Bericht de» Elternbeirats. 2. Diskussion. Erscheinen aller Eltern der 8. Eemelndsschvle notwendig......._.,- Charloltenbuea.(U. L. P. Erloplen-Ledebonr.) Die 1.. 2., 7.»nd 8. Trupp« wollen heute Montag abend unbedingt da» Material beim Ten. Ktefer, Ml» mersdorser Str. III, abholen....,,..._ Eharlottenburg. 8 Truppe. Extrazahlabend Dienstag, 7 Uhr, det Kühr, Mao- burgerftr. 10. Vortrag. Erscheinen aller notwendig. Wilinerodors, Die ,Ar-ihcit"»AusgabeIteUe ist vom 15. November ab van Sindenburgstr. 27 nach Berliner Str. b», 1 Treppe zum Eenossen Nesch verlegt. Neinieeadors-Weft. Mitglieder-Versammlung am Dienstag, 7 Uhr, Aula der 5. Temcindeschule. �.. . Stealiz. Dienstag, 16. November, treffen sich alle Bezirlssührer aden», 736 Uhr bei Rangk, Zichteftr. t, um wichtiges Agitationsmaterlal!n Empsang ju nehmen. Wir bitten punktlich und bestimmt zu erscheinen, da»och naher« wwelsungen bekannt gegeben werden. Der Vorstand._ ®«Ulo» Post und Telegraphi«. Montag, abend» 8 Uhr, Versammlung btt Po- ? ül Sffw. 7. Die Versammlung siir die Abteilung 2 slndet am Montag, de» 22. November statt. Vereinskalender «-publll-.nl, ch„ Führerbnnd. Dt« Bezirke SW 10. S 20, SO 21-ndTr«�«» veranjiculen am eine allgemein« 1$� Uhr'»riÄP quelle). in ver xiuiu PCI«i. uiBiutiHwuuw»«.-t-vu.»-»..,-.,>.— statt. Alle Vartei» und i5ewerkschaft«genofie« des 13. Bezirtv werden ersucht. strafe. Vortrag Dr. Kriiche: Ä$.n: und Familie" lall« Tann er. Eck« Vera». Ems« Berantwortlich lür die Redaktion: Emil Radold.«erN».«e» antwortUck für den Inseratenteil: Ludwig Komestner. �arlsdovst. Ä�Xstkmtt iÄ"«.®. M b.>«-.«».- Mb« �r°th«It> * twuterrt<6.». b. Berlin tf. 2. XttlU Ctraste g-S. i TheaSkk«O BMtzmM umsaymimmtox Volksbühne vi, Uhr- SerWkec v. Mmw Neiirs Wlistheater KSpenicker Str. 68. �.u-..-WMy.lWS Shfotcr* Milllcrstr. 142 Mittwoch, den 17. Movnnder nachmittag» Z'l, Uhr: ffltfdngeu.Mnioomi Staatstheater. Opernhaus 7 uhr- Rigoletto Schanspielhau» 7 Uhr- Fllhmm WM LOW-Theater Direkt.: Dietor Varnon»»kq -Heute und Dienstag 7'/, Uhr: Flamme (Dorsch» Grüning, Klein-Rogge. Vröckl) Mittwoch 7 Uhr: PB*r Qynt Deutsch. KW.-Thester Heute und Dienstag 7'/, Uhr: Die SchMWsreiie Dsx/l�oldset,1>veiv tlkvtvk'dol'g) Mittwoch 7'/, Gespenster (Lossen, Haack, Götz, Laos) Direktion: Max Reinhardt. Deutsches Theater TU.: Oer Kaufmann von Venedig KaMterWe 7 Uhr: Er ist an allem schnld Die Spieler Der Herratsantrag Große; Echali'slelhm; Ltorlstraste 7 Uhr: Danton(Anh. Dbonn.) Theater i. d. Königgrätzer Str. ii, s uhr. Rausch -tvrsbn, Abel, Piemann, Richard, Beldtkirch, Derndurg, Römer). Komödienhaus %z8U.: Die Sache mit Lala mit KSax Palfenberg Berliner Theater .8 Uhr= Irr lontt aiJot,rr_ "WW- Theater (Bahnhof SannoroinBrfltfc«) Uningrundhahnhof«lofterfit. Täglich;»/.S llhr: Die Freundin Sonntag 4 U.: Die Frenndin. 'MM- Theater Bahnhof Frikdrichstraße Toglich l/,8 Uhr: M Ssi! k!U fßS ctg. 4: Oer Roman einer Fran. "MM-MM Iflgl. 7t|„ etg. S'l.u, 7',, Uhr: le tolle«', je besser! Rose-Theater Veschl-siene Dorft»0u»S. '/.« Mo-Theater- Der Fehltritt einer Frau. Stg. 3'/, U.: Der Hansdrachr Neues SperettcuMs Dirrklion Iran Kien 7 Uhr- HESS Operette in drei Akten nach einem Motiv Petösis von Fritz Grilnbanm. Tiz. m MeodcrM 'Uhr: Heim» ürn'aciil... Sonnt, nachm. Der Iuxbaron T&.atcr■ Kotttrat.Tor Tel. Montnplat« 14814. TAfl: 7%>> Monr.tai; nnehn». S Uhr; Ute-Siager Heute neues P R O G R A r. M I Hervorrag;. Sololetl! Zorn Schluß der lustige fZinakjrr: „Ein Abenteuer I. Witwenverein" Vorverka-if: II— l'/a u. 4— 6 Uhr. '/-« Foties Capüce>,8 Sanatorium Steiuach Der gedornte Siegfried mir Ferd.(SrÜnccster. Apollo- Theater Frledrlchstr. 213 7V- ailabeudtich 7V- Hersms-Höchts Sonntags Zt/z u. 1 Kind frei. Migstad!- MM Alexfinder«tr.2t Bbf. itinnowltrö. Wh? Gala- Sänger 1 Die Indnsti'ie sucht \ Ideen v. 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