Einzelpreis 20 Pfg.. 3. Jahrgang Donnerstag, 18. November 1920 Nummer 487- Abend-Ausgabe D»«»Reitze«» nfd|rfn« an»»schmiti-z«, eotrrtoj»«*» tRonfsj« na «mmol. Sri Be,ug»>>i-i» bttröjl bti ftti« Sufttllimn ins Haus für®rsfi=«tTlia 10,—®l. im odtous ittblbat, ron b«t Sv'biiian ftlbft obstboll S.SO M. flllr Post. b-iuz nehmen sämtlich» Poftanftallen Befteiinngen entgegen, llnter eieeifdanb b'iagtn für Deutschland und t>sterieich l>!>SO M., sür das übrige Ausland ZI,S0M, i»lüglich Baluta-Aufschlag,»er Bries sur Deutschland und Ost erreich 20,— W, »tkakHait,«rpakM»» und VerUf: Verli»« 2,«reite Stras,« 8«». •W«iAi«i Ndtaareillegeile aber»et»««an» baftet B,— ffl. etnschNetllch CttmamataMUt.«lAn« An, eigen t Des fctlgebiuchte®ot« 2,— tt.,(«»«»»Am 0Mt ijo SB;, elnschliestlich T-uerungszuschl-g. Lausend««nteigen l-nt»««f. »amINen-Än, eigen und«tellen-Gesuche Z,20 M. netto pro Zeile. S,elleiv««s-ch, tn Wort-Angeige»: das settgedrueltte Wort l,dl> W., lebes weitete Wott I,— QU i frnftnta: Jnrtnin 203e, 261S, 451», 4603, 463». 464»,«m $erRner-Organ bar Vnabf)än(fl(tim Syialbmofmtie S>eatßi)fanö& Eine Warnung an Bayern®°Wci?,cn®.ci"®'™cr"!' Die Monarchisten wollen die Besetzung des Ruhrgebiets Die württembergischen Zentrumsblätter bringen in Sperr- druck eine Wtfrnung an die bayrische Regierung des In- Halts, dah nach zuverlässigen Mitteilungen aus diplomatischen Kreisen bei weiterem Widerstand der bayri- scheu Regierung gegen die Ablieserung der M-litärwasfen und die Beibehaltung der bayrischen Einwohnerwehren mit der Besetzung des Ruhrgebiets sicher zu rechnen sei. Der Auf- ruf erklärt: Als Schwaben sprechen wir ganz offen aus, dah wir uns diese Politik des Selbstmordes nicht ge- fallen lasten werden, weil alle Teile darunter zu leiden, haben. Wir erwarten von den ruhig denkenden Kreisen des bayerischen Volkes, dah sie der Politik der Verblendung und Phrase nicht folgen werden. Bayern kümmert sich um diese Mahnungen nicht. Herr v. Kahr hat soeben wieder im Parlament versichert, dah die Regierung nicht gewillt ist, die Mehren aufzulösen. Bayern arbeitet, gestützt aus die preuhischen Monarchisten, absichtlich auf einen Konflikt hin. Die bayrische Presse ist wütend über die E n t h L l l u n- g e n, die wir in den letzten Tagen über das Wesen der bay- rischen Einwohnerwehren gemacht haben. Es wird be- rauptet, der Briefwechsel, den wir letzhin wiedergaben und m wichtiges Tatsachenmaterial über riesige Waffen- enthielt, sei gefälscht. Demgegenüber be- "v. 1 � � von uns veröffentlichten Dokumente echt Derzeit durch neue ergänzt werden können. Die streitet auch ab, dah zwischen dem früheren - 1 0 st P 1 i n z c n und den bayrischen Konter- sind e'n reger Kurierdienst stattfindet. Wir dutA I-rr1!1 l)ct Lage, unsere Behauptungen vor Gericht ?.?rlassige Zeugen einwandfrei zu beweisen. Insbe- Ion wir beweisen, dah der Kronprinz in den letz- rin er-nm BriefnachBayern gesandt hat. wo- lonn»».� Ausdruck brachte, dah es hoffentlich nicht mehr wertio' i,s �C'n. �tter Rupprecht den Thron besteigen i».f>»' S1. �pvnprinz selbst äuherte eine starke Sehn- bwe if.•' k � wieber nach Deutschland zurückzukehren, � es ihm m Holland nicht, mehr gefalle. Die Orgesch in Oesterreich .. Z n», b r u ck, 17. Rovember. Der Landtag verhandelt»«inen Drinali>bk«it»«>«tt»n»»» intial» nete Rappoldi führt« an», dah die Einwohnerwehren�«» sportlichen Charakter durch den Einslnh der Orgelch �111 b°tt«n. und dag die,, monarchistisch.� � J* n*-. Die«rdeiterschast werd« all« Mittel anwenden um ei». N�-�tion zu verhindern. Er ermahnt« die Regierung b-n- v*"-. Landeshauptmann-Jtelloertreter Dr. Schmittner teilte mit tent. t! �"�"te verständigt worden sei. Eine Drohung der En- 1 uege nicht vor. gründung, dah die Sicherheit der ungarischen Nachbarstaaten, die gewillt find, militärisch abzurüsten, nur durch«in« republikanische Staatssorm in Ungarn verbürgt werden kann. Die Anarchie in Ungarn Sen« Drahtmeldung der„Freihei t".) �• Wien, 17. November. -on der°'«�" Polizei verhafteten Terrorosfiziere und die -ins der.?'"ung verhafteten Präsidalmitglieder des V-r- mied«»-"�wachenden Ungarn" sind jetzt durch Harth y den Terror in?/�iien worden. Das ist der Kampf g.�.n die Terrorist.» ,Unflain'- Nach dem ersten Schrecken ruften jetzt bewaffaeten s�-��nteinen Offensioe. Hestas w'll m,t 40 000 frage" lösen 4 ini«i« Ä W"? aitb„., bet t chechische Auhen- unSb«itm«ird �er Völkerbundtagung in G-ns den»ntrag dereins?"? Völkerbund nicht nur gegen d.e Wie- Uchtuna ew.. m ��urger in Ungarn, sondern gegen die cr- und 1»»»!? Monarch,« überhaupt Stellung nehme. Rumamen Z"3°>lavlen werden den Antrag unterstützen w't der Be- England und Rußland Der Aktionsrat der Arbeiter für Aufnahme der Beziehungen London, 16. November. Einer Reutermeldung zufolge tritt der Aktionsrat briti- s ch e r A r b e i t e r in einem Ausrufe für die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Ruhland ein. die bisher aus politischen Erwägungen hingezogen worden sei. Er erwartet von der Wieder- ausnähme ein Sinken der Preise und die Lösung der Kohlen- krisis.„Daily Chronicle" zufolge wird das englische Kabinett in dieser Woche über den Entwurf des Handelsabkommens be- raten. Laut„Daily Mail" bestehen innerhalb des Kabinetts ernste Meinungsverschiedenheiten über dies« Frage. Lloyd George. Bonar Law. Harne und die meisten liberalen Mit- glieder seien für die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Ruhland, Churchill und Chamberlain feien dagegen. Dies« ver- langten Bürgschaften bezüglich der Bezahlung der russischen Staatsschuld. Die Fassung des englifch-rnffischen Abkommens HR. London, 17. November. Das abgeänderte Abkommen beruht auf den Grundsätzen, aus welche die britische Regierung in ihrer N o t e v o m 20. I u n i der russischen Regierung hinwies und die beide Regierungen am 7. Juli anerkannten. Das Abkommen enthält Bestimmungen über die Freilassung von Gefangenen, die Beendigung der bolschewistischen Propaganda und der feindseligen Handlungen, die grundsätzlich« Anerkennung von privaten Schulden und die praktisch« Regelung der Wiederausnahme des Handels. Wrangel in Konstantinopel Nach einer Meldung aus Konftantinopel ist General Wrangel mit etwa 40 000 Flüchtlingen aus Sebastopol dort eingetroffen. Die Stadt ist durch diesen Zustrom iibervöllert. Di« Kranken- Häuser haben keinen Platz mehr. Es herrscht Mangel an Nahrungsmitteln. Di« britischen und die amerilanischen Behörden versuchen, Lebensmittel heranzuschaffen, um die Lag« zu verbessern. Rücktritt der finnischen Regierung Kopenhagen, 18. November. Wie aus Helsingfors gemeldet wird, haben sämtliche Mitglieder der Regierung ihre Entlassung gegeben, weil der Reichstag die Vorlage über die Grenzbewachungsmahnahmen abgelehnt hat. Das zurückgetretene Ministerium ist der Ansicht, dah ein dauernder Friede notwendigerweise daraus beruhen muh, dah der Regierung die Vollmacht gegeben wird, allem schädlichen Aussuhrhandel und jeder ungesetzlichen Spekulation vorbeugen zu können. Der Prä- stdent von Finnland hat den sozialdemokratischen Führe« Tanaer ersucht, die neu« Regierung zu bilden. Die internationale Konferenz Bern, 17. November. Di« Geschästsleitung der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz hat beschlossen, den deutschen Unabhängigen die Ver» f ch i« b u n g der Internationalen Konserenz vom Id. Dezember vorzuschlagen. Sie saht« ferner den Beschluh. sich sür den Fall, dah die Verschiebung nicht erfolge« würde, an der Konserenz nur zu beteiligen, wenn daran keinerlei Elemente der Zweite« Zn- ternational« teilnehmen. Bon Ignaz Wrobel Bor mir liegt der Entwurf des Reichshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1920. Im ersten Bande befindet sich der Haushalt des Reichspräsidenten, des Reichstags, des Reichs- Ministeriums, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei, des Reichsministeriums des Auswärtigen, des Reichsministe- riums des Innern, des Rcichswirtfchaftsministeriums, des Reichsarbeitsminifteriums, des Reichswehrministe- riums. Die Haushalte der ersten sieben Dienststellen nehmen zusammen 313 Seiten ein— der Haushalt des Reichswehrministeriums umfaht 255 Seiten. Der Gesamtetat für das Heer von hunderttausend Mann einschliehlich der Marine beträgt für das Rechnungsjahr an» nähernd fünf Milliarden Mark. Diese Organisation, die bestenfalls eine ungeschulte Poli- zeitruppe darstellt und ohne Erlaubnis der Entente niemals vor den Feind kommen kann, ist noch nicht zwei Jahre alt. Am 9. November 1918 war das deutsche Volk aufgewacht und hatte erkannt, datz ein schlimmerer Feind als der jenseits der Schützengräben hinten in seinen Generalkommandos sah. Im Januar 1919 sammelte sich der Sozialdemokrat Gustav Noske mit einem Grafen Bismarck Offiziere und Mannschaften von der Strohe auf. bekämpfte mit ihnen die klassenbewußten Ar- beiter, schützte die Banken und erreichte in kürzester Zeit, dah ein neues Heer erstand. Ein Heer, das aus der großen Zeit jene verschwenderische Uebcrorganisation, jenen bunten und lauten Apparat übernahm, ohne auch nur eine Leistung der alten kaiserlichen Armee aufweisen zu können. Die Ar- beit, die da geleistet wird, ist ganz und gar eine Arbeit in sich. Die Reichswehr erinnert an eine Lokomobile, die da» Holz, mit dem sie geheizt wird, selbst sägt. Die folgenden Zahlen werden das Bestreben der leitenden Offiziere aufdecken, möglichst viel Kastenkameraden unter- zubringen. Sie arbeiten alle, gewih. Jeder, der die Ver« Hältnisse kennt, weih, dah sich preuhische Dienststellen gegen» seitig so viel Aktenarbeit machen können, wie sie wollen. Diese Arbeit ist unproduktiv. Die Arbeitslosen» Unterstützung nach Chargen weist folgende Einzelheiten auf: Seite 8 des Etats„Reichswehrminister. Ausgaben für be» sondere Zwecke 4 Millionen. Die Mittel sind übertragbar und stehen ausschliehlich zur Verfügung des Reichswehrmini» sters. Die Jahresrechnung unterliegt der alleinigen Prüfung des Reichswehrministers, der auch die Entlastung erteilt. Welchem Zweck dient dieser schwarze Fond? Seite 15: Die Offiziere und höhern Beamten des Reichs» wehrministeriums erhalten eine sogenannte Minlsterial» zulage von zusammen 484 899 Mark..»« s. Seite 44;„Besondere Ausgaben. Uebungsreisen, Uebungs» ritte und Besprechungen im Gelände 1 279 299 M." Die be» rühmten Kritiken mit anschliehendem Frühstück in tnscher Luft s..Wcis? 30 Kilometer Luftlinie ist das Dorf entfernt? Es wird schon einen näheren Feldweg geben!") sind in aller Erillnerung. Dieses Heer darf nicht kämpfen. Und für die Verdauungsgalopps seiner Offiziere 1 M i l l i o n? Seite 68: Was man nicht deklinieren kann, sieht man als Nachrichtenwesen an. Die hunderttausend Mann haben stä, so viel gegenseitig zu benachrichtigen, dah die„Andern per- önlichen Ausgaben" des Nachrichtenwesens 2 311900 M. und die„Sächlichen und vermischten Ausgaben" 2069 999 M. be» tragen. Darunter befinden sich Futterkosten sür 1399 lauljeit und 145 Diensthunde.(Ist das der offizielle Ausdruck für Spitzel?), Seite 76: Die Seelsorge der Reichswehr verschlingt lnsge» samt 691 299 M. Es ist den Reichswehrangehörigen unbe» nommen, wie alle andern Leute in die Kirche zu gehen. Aber sie haben offenbar einen besonderen, einen unisorimerten lieben Gott. Hat man schon jemals etwas von einem Feuer- wehrpfarrer gehört? Seite 86: Pferdehaltung 15 412 999 M._ Pferde mögen noch nötig fein. Wozu aber Heeresanwalte erforderlich find, das weih auher den Posteninhabern kein Mensch. Nach scheinbarer Aufhebung der Militärgerichts- barkeit betragen die Kosten für die Rechtspflege im 5?eere 1 376 159 M.(Seite 78.) Seite 218:„Gnadengebllhrnisse für die Ende Marz 1920 oder später mit Pension ausgeschiedenen Offiziere: 2 999 999 Mark.",. Aus Seite 249 geht hervor, dah an die Inhaber alter kai- serlicher Klunkerorden und Ehrenzeichen Ehrenzulagen von der Republik munter weitergezahlt werden. D i e S u m m e überschreitetweiteinehalbe Million. Seite 159:„Reise- und Umzugsgebührnisse sowie Reise- beihilfen 2 159 999 M." Wer das preuhische Militär kennt, weih, dah dies ein Gewerbe ist, das im Ilmherzichcii aus- geübt wird. Wenn diese Wirtschaft mit den Versetzungen. Kommandierungen und Dienstreisen nicht wäre, hatte das von der Entente geduldete Trüpplein überhaupt nichts-zu tun. Also macht es sich Scheinarbeit. �.... Der Geist der Reichswehr ist bekannt. Der �hef der Heeresleitung hat offen das deutsche Volk und damit den deutschen Feldsoldaten, gegen die politische, also Militärische Leitung während des Krieges ausgespielt und verhöhnt. Er hat sich und uns ein neues Scdan gewünscht. Man kann sich ■ allo ungefähr einen Begriff nvchen, arte die Erziehungsarbeit on dem republikanischen Reichswohrsoldaten aussieht. Seite 5L!„Wenn die Reichswehr zu einer sicheren und zu- rerläfstgcn Stütze der Negierung herangebildet werden soll, muh neben der mtlitärdienstlichen Schulung eine umfasiende Fürsorgetätiakeit während cer Dienstzeit einsetzen, die Geist und Sittlichkeit der Truppe hebt und fördert, dem Reichs- wehrangehörigen allgemeines staatsbürgerliches und politi- sches Verständnis vermittelt, und vor allem sich autzerdienst- lich seiner annimmt und ihn der Versuchung der Straße ent- zieht." Die Straße: das sind wir. Die Entziehung kostet 18 57 0 450 W.(Seite 54.) Weil wir gerade von dem moralischen Geist der Reichswehr (und von dem Paaschemord) reden: die Sittlichkeit der Bend- lerstraße verbietet nicht, der Reichswehr, deren politische Hal- tung während des Kapp-Putsches infolge ihrer schlechten poli- tischen Erziehung durchaus zweifelhaft gewesen ist, noch Geld für einen versuchten Hochverrat zu bezahlen. Seite 43:„Bei Unterdrückung der Unruhen im März 192v erwies es sich als notwendig, den Heeresangehörigen besondere Zulagen zu ge- währen, deren Zahlung zum Teil bis Ende Juni 1929 statt- gefunden hat. Es entspricht der Billigkeit, von der Ein- ziehung der Mehrbeträge abzusehen." Wie sagt der Ber- liner?„So siehst du aus!" Die Redensart„Es entspricht der Billigkeit" kehrt häufig in diesem lustigen Etat wieder. Es entspricht zum Beispiel aus Seite 21 der Billigkeit,„auch Unterzahlmeistern, Ober- feuerwerkern, Feuerwerkern, Zeugfeldwcbeln und Schirr- meistern das Weiterdienen zu ermöglichen". Sie werden als Unteroffiziere verwendet: das heißt: man braucht sie nicht. Aber man bezahlt sie doch. Die Reichswehr war ursprünglich 200 000 Mann stark und ist auf Befehl der Entente auf 100 000 Mann verringert war- den. Was tut der Deutsche, wenn er schon durchaus sine ge- liebte Dienststelle auflösen muß? Er wickelt ab. In dem ganzen großen Etat sind diese entsetzlichen Abwicklungsstellen noch gar nicht alle enthalten, aber auf Seite 33 bekommen wir einen Vorgeschmack:„Einschließlich 200 Zahlmeistern zur Erledigung der Abwicklungsarbeiten aufgelöster Reichswehr- formationen. Für diese Arbeiten sind die Zahlmeister un- entbehrlich." Ein Gehalt ist manchmal auch unentbehrlich. Ein Reichsmilitürgericht, das überflüsstgerweise immer noch besteht, kostet 1 434 996 M. Der Gesamtskandal ergibt folgendes Bild: Die Reichswehr ist 100 000 Mann stark. Davon Offiziere: 4000 Mann. Un- teroffiziere: 17 627 Mann. Mannschaften: 78 373 Mann. Rund berechnet kommen also auf je 20 Mann 1 Offizier, auf je 5 Mann 1 Unteroffizier. Die Negerrepublik Haiti hat ein Heer, das besteht aus zwei Kanonen, einem alten Maulesel und einem General. Unsere Reichswehr hat 123 Obersten, 36 Generalmajore, 14 Generalleutnants, 4 Generale— in Generalsstellen befinden sich 54 Mann. Ein Hauptmann kommandiert durchschnittlich 100 Mann— w e n n er sie kommandiert, was aber nicht der Fall ist, da viele Hauptleute in Schreiberstellen beschäftigt sind. Die Reichswehr hat im ganzen 41000 Pferde: jeder Offizier ist beritten, Stabsoffi- ziere haben zwei Pferde. Die Reichswehr hat 1606 Beamte. Im Rcichswehrministerium sitzen 557 Personen. Das Reichswehrministerium und die Heeresleitung kosten jährlich 16 Millionen. Sie spielen große Zeit. Sie wirtschaften heute noch auf einem bankrotten Lande herum, als fei es belgische Etappe. Im Reichstag hat man sich neulich über die Besatzungstoften der Ententetruppen im Rheinland so sehr entrüstet und auch darüber, daß Deutschland dort die Katzen der Generalstöchter bezahlen müsse. Ein Land hat seine Katzen und ein anderes hat feine Affen. Wir haben unsere Reichswehr. Bevor Ihr Euch weiter entrüstet: Schafft Euch doch erst ein- mal diese ungeheuerlichen Kosten vom Halse! Die Soldatenspielerei auf dem Lande mit ihrem Milliar- denetat wird nur durch die Eisenstirnigkeit der Marine übertroffen. Das soll in einem zweiten Artikel behandelt werden. Und nur zwei ehrliche Zahlen stehen in dem ganzen Reichs- wehretat. Seite 4: „Reichswehrministerium: A. Einnahmen der Verwaltung des Reichswehrministeriums: Verkaufserlöse und ähnliche Einnahmen. 30 M. Alle übrigen Einnahmen....... 30 M. Mithin Aktivwert der republikanischen Reichswehr: 60 M. Deutsche Fürsten als Schieber Die rechtssozialistische Fraktion hat im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: Ist es richtig, dah namhafte Kapitalverfchiebun- gen nach dem Ausland stattgefunden haben? Ist es weiter richtig, dag in Berlin die Aushebung des Bank- Hauses Crufer stattgefunden und zur vollständigen Beschlag- nähme der Akten und Bücher geführt hat? Ist es ferner richtig, daß hierdurch«ine weitausgedehnt« Kapitalflucht nachgewiesen ist, und dah dabei«ine grohe An- zahl Mitglieder adliger und fürstlicher Häufer, darunter auch Mit« glicder de« Hanfes Hohenzcllecn, gefaßt worden sind? Was gedenkt die Reichsregicrung gegen die Beschuldigten zu tun und was hat der R e i ch s f i n a n z m i n i st« r getan, um für das Reich entsprechende Bermögenswerte zu sichern? Im Anschluß daran teilt der„Vorwärts" mit, daß das Bankhaus Crufer seinen Sitz in der V o ß st r a ß e hat, aber weder im Telephon- noch im Adreßbuch zu finden ist. Das Bankhaus soll sich ausschließlich mit der Verschiebung von Vermögen ins Ausland befassen. Viele hundert Millionen find bereits verschoben worden. Zu den Kunden gehören in erster Linie Angehörige fürstlicher Häuser. Eruser selbst ist flüchtig. Wir haben bereits Ende Mai auf das Bankhaus S i n n e r aufmerksam gemacht, das sich ebenfalls mit Kapitalsverfchie« bungen ins Rusland befaßte. Offiziere aus dem Kreise Ludendorffs spielten dabei die Organisatoren, Hobenzollernprinzen und adelige Herren waren die Haupt- künden. Bei der Besprechung der sozialdemokratischen Jnter- pellation wird unsere Fraktion auch diesen Skandal, gegen den bisher noch kein Staatsanwalt eingeschritten ist, zur Sprache bringen. PotttischeUmwälzungwGriechenland Sieg des Monarchismus Die Wahlen in Griechenland haben eine erdrückende Nieder- läge des Benizelos und seiner Partei herbeigeführt. Bon allen Ministern seines Kabinetts ist nur ein einziger wieder- gewählt worden. Benizelos ist ebenfalls unterlegen. Die Wahlen waren begleitet von heftigen Ctraszenunruhen in Athen. Gegenwärtig wird wieder berichtet, dah zwei Anhänger von Benizelos während der Demonstrationen durch Mitglieder der stegreichen Opposition erschossen worden sind. Man erwartet in Athen weitere Unruhen. Die unsichere Lage, die durch die Wahlen geschaffen worden ist, und die auch nicht dadurch geklärt ist, dah Benizelos sofort seinen Rücktritt von der Politik wie von seinen Ansprüchen erklärt hat, hat bereits eine allgemeine F i- nanzpanik verursacht. Die Börse ist geschlossen und auch die Banken werden ihren Betrieb einstellen. Benizelos erklärte in einem Interview: Ich habe mein Teil getan, aber das griechische Volk hat meine Politik verurteilt, und ich habe mich zurückgezogen. Exkönig Konstantin erklärt im Vollgefühl des Sieges in feierlichen Aussprüchen, er hosse, dah durch den Spruch der Wahlen sich dem Lande eine Aera der un- entbehrlichen Gerechtigkeit und des Friedens eröffnen werde. Was seine Rückkehr anbetresse, so habe er schon erklärt, deh er das Volk direkt zu befragen wünsch« und sodann nach Griechenland zurückkehren werde,„um meine Schritt« der Wohl- fahrt und dem Gedeihen dieses bewundernswerten Volkes zu widmen." Wir haben für Benizelos so wenig Sympathien wie für König Konstantin, aber auch wir müssen sagen, auch wir„bewundern" dieses Volk, das sich so sehr um diesen König zu reihen scheint. Der König verspricht eine wirkliche Dcmoktatie und eine konstitutio- nelle Freiheit. Wir sind gewiß, dah das griechische Volk mit diesem Marionettenkönig die gleiche Enttäuschung erleben wird, wie mit dem dahingegangenen politischen Benizelos/ der Opposition erklart aber, dah die Wahlen an der Front in Kleinasiens überhaupt nicht stattfinden sollen. Konduriotts Siot sich geweigert, Benizelos Brief, in dem er um seine Eni- assung bittet, zu beantworten. Der Regent will erst das End« ergebnis der Wahlen abwarten. Benizelos will sich aber nicht mit einer kleinen Mehrheit zufrieden geben, die ja doch nur«ine minimale sein könnte. Die Möglichkeit, dah Benizelos am Ruder bleibt, muh vorläufig noch als nicht ausgeschlossen angesehen werden. Ausschreitungen in Tschechien In der Tschechoslowakei ist es in den letzten Tagen wiederholt zu Ausschreitungen gekommen. Die Kundgebungen nahmen in einigen Städten Nordböhmens ihren Anfang und richteten sich gegen die deutsche Bevölkerung. In Eger unternahmen die Deut- schen ein« Eegenkundgebung. Bei diesen Vorgängen kam es zu Prügeleien und Beschimpfungen. Teilweise lieh der Pöbel sein« Wut an Denkmäler aus, die beschädigt oder abgebrochen wurden, teilweise kam es auch zur Plünderung und Beschädigung von Geschäftshäusern und Druckereien. Die Kundgebungen haben am Dienstag auch auf Prag übergegriffen. Dort hat ein tschechischer Haufe, geführt von Legionären, das deutsche Landes- theater besetzt und erklärt, es dürfe fortan nur noch tschechisch ge- spielt werden. Im Deutschen Haus« wurden Verwüstungen an- gerichtet und Schriftstücke zum Fenster hinausgeworfen. Auch den deutschen Zeitungen„Bohemia" und„Prager Tageblatt" stattete der Mob einen Besuch ab, ebenso der deutschen Lese- und Rede- Halle. Die Einrichtungen wurden durcheinander geworfen und aus den Fenstern geschmissen, wobei der Mob auf der Ctrahe freudig aufheulte. Am Mittwoch haben sich die Kundgebungen in Prag wiederholt. Auch in Brünn und in Pilsen kam es zu Ausschreitungen. In Prag versuchte die Meng«, in das Parlament einzudringen und einen deutschen Abgeordneten herauszuholen, der sie angeblich be- leidigt haben soll. Die Polizei ist ziemlich machtlos. Hinter den Kundgebungen stecken dunkle politische Hintermänner. Die Regierungskrise HR. London, 17. November. Reuter meldet: Nhallis hat dem Regenten mitgeteilt, dah er nur dann die Aufgabe der Kabinettsbildung übernch- men würde, wenn die Regierung von Benizelos definitiv zurück- treten würde. Alles Interesse richtet sich jetzt auf das Ergebnis der Wahlen des griechifckzen Heere«, das in Kleinastcn steht. Dieses Ergebnis könnt« die Lage noch so verändern, dah die Venizelisten doch noch die Mehrheit bekämen. Das Pressebureau Zu den Ausschreitungen iu Prag TU. Prag, 18. November. Das„Präger Tageblatt" und die„Bohemia" sind infolge der Demonstrationen nicht erschienen. Von den tschechischen Blättern wenden sich die„Tribuna und das sozialistische„Pravo Ltdu sehr heftig gegen die Demonstrationen. Die„Tribuna" macht hierfür die agrarische und die nationaldemokratische Partei verantwortlich, sowie auch die Blätter dieser beiden Parteien, die jeden Tag gegen die Deutschen und Juden gebrsst haben. Die„Tribuna" schreibt: Solange Gesetz Gesetz bleibt, tst die Enteignung de» deutjchen Theaters ungesetzlich. Die Rech ts- s o z i a l i st« n haben«inen Aufruf erlassen, worin sie erklären. dah hinter dieser nationalen Hetz« auf tschechischer Eeite ein go>� Y«j«______ L~ 1._«i.- t-__ 1/___ 41 Y.~ 4« MM i« Vi? � fl«ff n tschechischen Sozialdeinokraten und die katholische Volftpart«> � lassen«inen Aufruf, worin sie gegen jede Gewalttätigkeit Deutsche oder Juden protestieren. —- Vom Völkerbund Seist. 17. November. Im Lauf« de« Mittwoch-Nachmittag konstituierten sich die se chs K o mm o ne tt der Bölkerbundsoersammlung. Kommission eins, die ......---------_ mit den allgemeinen organisatorischen Frage» des Völkerbundes zu befanen hat. bestellte zum Präsidenten Ba'f- four-Enqland, zum Vizepräsidenten Roo-China. Kommisslon (technische Organisation) Präsident Tittoni-Italien. Bize-Bräst-' (technische Organisation) Präsident Tittoni-Italien, Vize-Prasi dent Ionescu-Rumänicn, Kommission drei(internationale Ge- richtsbarteit) Präsident Bourgeois- Frankreich. Bize-Präsidevt Costa-Portugal, Kommission vier(Haushalt und Finanzfragen! Präsident Euinones de Leon-Spanien, Bize-Prästdent Kestreg� Columbien, Kommission fünf(Aufnahme weiterer Staaten), Pro- lident Huneeus-Chile, Vizepräsident Blanco-Uruguay, Kommissie» sechs(Abrüstung und Mandate) Präsident Vranting-Schweden,, Vizepräsident Aguero-Kuba.' Das griechische Wahlergebnis rief unter den Völkerbundsdele- gierten grches Aussehen hervor. Di« griechischen Delegierten im Völkerbunde, unter denen sich u. a. auch der Auhenminister Politi» befindet, wohnten bisher den Berhandlungen noch bei. Kemeinbewahlgesetz in Italien. Die Kammer hat die erste» Artikel des neuen Gesetzes über die E e m« i n d e w a h l e n on- genommen, durch das bei diesen die Verhältniswahl etngeführ» wird. Masse Mensch Ein Stück au« der sozialen Revolution des SO. Jahrhunderts Bon Ernst Toller. (Uraufführung am 15. November im Stadttheater zu Nürnberg.) Es handelt sich hier nicht, wie etwa in der„Wandlung" um Schicksal einzelner Menschen, um Problem der Beziehung Eines zum Anderen. In seinem neuen Stück(dessen Buchausgabe der Slerlag Gustav Ki-penheuer vorbereitet), geht es Toller um den Gegensatz(den Kampf, wenn man will) von Mensch und Masse: Jener, Einziger, dem Menschsein Höchstes bedeutet, und Aufgehen in der Masse nichts, dem Ziel, dah jeder der Namenlosen aus der Menge emporfinde von kleinem Teil gröherer Gemeinschaft zu eigener Ganzheit.— Die Masse, die Kraft ist durch Verzicht der Zahl- und Namenlosen auf Eigenheit, deren Schrei tönt, weil er der gleiche ist aus Kunderttaujendcn von Kehlen. Rur so wird dumpf« Sehnsucht klarer Wille, wird Wille: Tat. Ausguve des Dichters kann es nicht sein, den Fragen, die uns erschüttern, mit dem Anspruch der Endgültigkeit irgendeine Antwort entgegenzuietzen, sondern seine Sendung ist es, die Not dcs Zwiespaltes aufzuzeigen, hinzuweisen aufdas Ziel, das jen- seits winkt, zu entflammen zum Aufbruch. Mit anderem Wort: wir treten nach wie vor ein für den„politischen D i ch t e r". Politisierenden Literaten, die zur Revolution kaum tiefere Beziehung fanden als ehedem zum protziflen Glanz der Monarchien, die mögen freilich nach den ersten Niederlagen der Revolution. mutlos umkehren nach ihrem Wölkenkuckucksheim „reiner Kunst". Der revolutionäre Dichter aber wird weiterhin aulrufen zu Entscheidung und Tat. Als Verkörperung des Einzelmenschen, der der Masse gegen- übersteht, wählte Toller die Frau. Der Mann ist zu stark beeilt- fluht durch„Pflicht-Phantome, die„Staatsgesinnung" ihm vorgaukelt. Pflicht, Mensch zu werden, tritt zurück hinter Pflicht Staatsbürger zu sein. Solch« Hemmung ist der Frau fern. Selbst die au« anderem Kreis Entstammte bäumt sich auf gegen Unrecht. gegen Unterdrückung der Rechtlosen, verfügt und gutgcheihen durch hergebrachte„Ordnung". Mag darum die„Ordnung" zer- brechen, wenn nur auch das Unrecht damit beseitigt wird. So findet sie den Weg zu den Enterbten, bereit, mit ihnen Altes gc� waltsam zu stürzen, neue Menschheit aufzurichten. Die Masse, aus Wtllcnlosigkett zu ztclbewuhter Tat erweckt, anfangs Wertzeug. erstarkt bald zu handelnder Kraft.„Der Namenlose", Sprecher der verhaltenen Massensehnsucht, kreuzt ihren Weg: noch ist. es nicht Zeit zum Abbruch des Kampfes, zum Aitfgehen in reiner Menschlichkeit. Neuer Kampf ist geboten: blutig zwar wie der. zu dem die Eewaltshaber die Völker gegeneinander betzten. aber rein in seiner Absichr, rein in seinem Ziel: Sieg wird nicht Unter- drückung Anderer sein, sondern Befreiung aller. Der M e n s cg bäumt sich auf gegen bewußte Fortführung schlechten und verhah- ie Mass« weih: nur dies ist der Weg. der empor- ten Werkes: die führt. Die Masse handelt. Der Mensch tritt ihr entgegen, wird so— scheinbar— ihr schlimmster Feind, wird schuldig zwiefache» Sinnes: Mitschuldig an der Untat, geboren aus dem Rest des Bösen, der noch in allen ruht, schuldig am Untergang der Masse, deren freies Auswirken er hemmte. Doch ist diele Schuld ent- sprungcn aus der Unlösbarkeit des tragischen Konflikts: Schicksal in jenem hohen Sinne der griechischen Tragödie, Schicksal, das nicht Zufälligkeit bedeutet, sondern unabänderlichen Ablauf des Ge>chehens, bestimmt durch die Bedingtheit und Begrenztheit der waltenden Kräfte. Auch das oft jähe Umschlagen vom Pathetischen in die Groteske ist hier innerlich bedingter, als es ehedem uns scheinen wollte: das wahnwitzige Hasten der Börsenjobber(2. Bild) und die senti- mentale Betrunkenheit der Wachen(im vierten)— um nur der zwei stärksten Bilder zu gedenken— konnte nicht anders gestaltet werden als in den spukhaften seelischen Verrenkungen, die der Dichter da an uns vorüberpeitscht. Tie Ausführung unter Leitung von Friedrich Neubauer war Züschs wiederholt Darsteller. R war es auch dieses Mal c (ein Werk auf der Bühne zu ___,___,._.tgisseur und Intendant. Dem Dichter war es auch dieses Mal als Festunasaefangenen wieder verwehrt, sehen. F. B a ch m e i e r- München. Georg Kaisers„Gas ll" Uraufführung im Frankfurter Reue» Theater. Aus Frankfurt a. M. schreibt unser Korrespondent: Der.z wette T« 1 1 von Georg Kaisers Drama„Gas" lieh noch iventger einen äusseren Erfolg erwarten als der erste. Leuchtete aus den Trümmern von„Gas I" der Glaube an neuen Aufbau: .... i 0Cr miauoe an neuen«.uiuuu. dt« Neunen Siedelungen, die den Menlchen in dem idyllischen DCT yiäfiir nonettV««» C-YT i..... f_ GöÖ Tl' Schog der Natur gesunden lassen sollten, so düstert aus________ Regierung aller sukunftswerte, allesvernichtende Eiftexplosion durch verbrecherischen Intellekt, chaotischer Menschuntergang.— D;- Problematik Kaisers schichtet sich von Entwicklung zu Ent- wicklnng abstrakter, atmet in religiösen Bezirken und uberspannt -----, Koralle" 7 Blaufiguren und 7 Gelbfiguren in ihrem hassenden Rationalis-. mus markiert sind. Die Blauen erkennen im Unterliegen ntduna ihres Kampfes gegen Brüder, die siegreichen Gelbe» die Hand brüderlicher Annäherung. Zwei Möglichkeit«» ' fiA SiiTVtetMVt umS X«h» Verblendung ketten die 5,________, ringen gegeneinander: sich duldend ergeben und der Leuchtkraft der Güte vertrauen(Predigt des Urentel-Milliardärarbeitet»' ober mit der letzten Kraft des Intellekts rächen und vernichte»' Erde aus den Fugen, zertrümmert Explosion von Giftgas reisst die----------- u-n—.«---------. Sieger und Besiegte.— Die Sprache Kaisers ist von wuchtig«' Knappheit mit einem starken Einschlag ins„Kubistifche". D» Regie arbeitete mit scharfen Schlagschatten und konstruier' strenge, geometrische Linien. V- Gegen die Vergewaltigung der Kunst durch Staatsanwalt"»* Polizei(vgl. unser Feuilleton von Mittwoch früh) wendet nun auch der Schutzvcrband mit folgendem Schreiben:„Der Sch»? verband deutscher Schriststcller hat mit Entrüstung von o« Massenionfiskalionen. die im Verlage Fritz Gurlitt durch A, Staatsanwaltschaft erfolgt sind. Kenntnis genommen und in diesem Vorgehen eine ernste Bedrohung der durch die RetS« Verfassung gewährleisteten Freiheit der Kunst. Die von der siskation betroffenen Künstler haben einen so hohen und»»» auch nicht der leiseste Zweifel an dem ku»ft strittenen Rang, dah auch lcrischen Eihos�ihrcr Werke möglich ist.'Mit aller Entschieden� spricht sich der Schutzverband gegen eine von einer Behörde»» gehende Vergewaltigung und öffentliche Herabsetzung hochgea») lcr deutscher Künstler aus." Ein Märchenfilm. Die Kulturabteiluna der Ufa brachte �Märchen von der schönen Melusine". Nicht Überschwang"- Prachtentfaltung und Massenszenen blenden das Auge.'Vj, wundervollen Naturbildern heraus gestalten sich die künsuer> schönen Motive, in denen wirtliche Mäichcnstimmung weht. sowie die grotesken Spiele der Bauern bringen in den � lnrischer Sommernachtstraum-Stimmung getragenen tzweiten � eine humorvolle Note. Ileberraschend ist«in Trick, den dt« s ersten Male im Spielsilm verwendete Zeitlupe ermöglicht-„ in ihr Element zurückkehrende Nixe Melusine schwebt von Höhen der Burg langsam ins Wasser hernieder. Ein Zügen»" der auch für Erwachsene reizvoll ist. üb Re (le! Up sei Proletarisches Theater. Die nächsten Aufführungen des aktigen Schauspiels„Die Feinde" von Maxim Eorki � statt: Donnerstag, den 18., abends 7)4 Uhr. Hasenh«w«,f. (Kliems FeMle)- Freitag, den 19., abends 7)4 Uhr. strahe 24(Moabiter Gesellschaftshaus). Karten zu 3,50 M*«k 1 M.(Arbeitslose) an der Kasse. Mitglieder frei. Ausgab« Mitgliedskarten und Neuaufnahme von Mitgliedern an der> dtC' £> rxi•; w t U �"IU ytnaus. hetzt in„was t oie Menschhett zur vergesellschaiteten Industrie, zersplittert in seiner Ioee. das fiebernd erzeugte Gas explodiert, ein Keim ist übrig. geblieben der aus instinkitven Merten am Herzen der Erde eine neue Kultur erzeugen soll. Das Geschlecht aber ist besessen vom Wahnsinn der Jndustnekonlurrenz. In„Gas II" ist der Aufbau der zertrümmerten Weltfabrik von neuem erzwungen- Die Arbeit ist mechanisiert, die Mechanisierung der Menschet: folgt, der Erd- ball ist von zwei sich bekämpfenden Werken gespannt, die durch Im Theater in der KöniggrStzer Strasse ist die Erstaun'"'�! von August Strindbergs Schauspiel„Frau Margit"< Bengts Gattin) auf Mittwoch, den 24. November, festgesetzt» den. Die Regie führt Svend Eade. St es un Ve dal de, Bei eig tht die «0 Ba Bi ar iht we Bergarbeiterverband und Sozialisterung Der Ecsamtvorstand des Verbandes der Berg. arbeitcr Deutschlands richtet einen offenen Brief an den Reichskanzler, um von der Regierung die immer wieder in Aussicht gestellte Vorlage über die Sozialisie. r u n g des Bergbaues zu fordern. Der Vorstand erinnert zunächst daran, daß die Bergarbeiter dem Ueberschichten-Abkommen. das allein die Ausführung der in Spa übernommenen Nerpflichtungen ermöglichte, nur �gestimmt haben in der Erwartung, daß die Regierung ihr Versprechen halten und die Sozialisierung des Kohlenberg. baues in Angriff nehmen werde. Dann fährt das Schreiben fort: Seitdem sind wieder über drei Monate hinzegangen. Die Sozialisterungskommisiion hat ihre Vorschläge längst veröffent» licht. Der vorläufige Reichswirtschaftsrat und der Rcichskohlen- rat haben jene Sozialisierungsoorschläge diskutiert. Es wurde dann eine Untertommistion eingesetzt. Unter Aus» schlutz der Oeffentlichleit in Essen tagend, hat diese Kommission Vorschläge der Kommissionsmitglieder Stinnes, Sil- Verberg und Voegler akzeptiert. Diese Vorschläge können wir nach all dem Vorhergegangenen nur als einen wohlüberlegten Durch- kreuzungsverfuch der Sozialisterung bezeichnen. Wer die Anschau- ungen der Bergarbettermassen und ihre wirtschaftliche Lage kennt, wird den Vorschlag, durch Ausgabe von„ K l e i n a k t i e n" den Empfindungen und Forderungen der Arbeiterklasse gerecht zu werden, als eine Verhöhnung der Arbeitersorderung bezeichnen. Das weitere Ansinnen, die Kohl« nicht in das Gemeineigentum zu überführen, sondern den schon bestehenden oder in rascher Bil- dung begriffenen„gemischten" privatkapitalistischen Werkskonzern oder-trusts noch größere als bereits jetzt existierenden Vorzugs- rechte in der Kohlenbelieferung zu sichern, empfinden wir als eine direkte Verspottung des Gedankens der Sozialisierung. Die be- greifliche Beunruhigung, die durch diese Sabotage und Ver- höhnung der Bergarbeiterforderung in die Bergarbeiterschaft ge- tragen ist, kommt schon in zahlreichen protestierenden Zuschriften und anderen Protesten zum Ausdruck. Durch das lange Ausblei- ben der regierungsseitig versprochenen Eesctzesvorlage über die Sozialisierung sind die Bergarbeiter ohnehin stark beunruhigt. Sie suhlen sich durch das bisherige Resultat der Beratungen im Reichswtrtschaftsrat in ihren Erwartungen mit Recht betrogen. Es sei daran erinnert, daß die Bergarbeiter g e w e r k s ch a f- ten aller Richtungen sich in Reoierkonferenzen und auf den Ee- neralversammlungen ihrer Organisationen einmütig für die Sozialisierung des Bergbaus entschieden haben. Wir weisen ferner aus den einmütigen Beschluß des Genfer Inter« nationalen Bergarbeiterkongrefses für die Berg- bausozialisierung hin, die, so heißt es auch in dem Beschluß, wenn nötig, durch den Generalstreik der Bergleute erreicht werden müsse. Diesem Beschluß haben sämtliche in Genf vertretenen deutschen Bergarbciterverbünde rückhaltlos zugestimmt. Das Schreiben beruft sich dann auf Ausführungen des christlichen Bergarbeiterführers I m b us ch in Genf, der gleichfalls die Ausschaltung des privaten Gewinns und ar- beitslosen Einkommens gefordert hat. Das hat, wie wir hin- Zufügen wollen, allerdings nicht gehindert� daß Herr I m- »uich in der Kommission den Stinnesplänen z u g e st i m m t Hut, ein neuer Beweis für die Unzuverlässigkeit der Zsn- trumsarbeiterführer. Das Schreiben wendet sich dann gegen -.Auffassung einzelner Arbeitnehmer, daß die Stinnesvor- fort-8* em �bcrgangsstadium darstellen könnten und fährt öerrn Stinnes und Genossen, wie überhaupt zclnen Wrilu'n irgendeiner Kapitalsbeteiligung der ein- aufgebauten �gestellten oder in privat-kapitalistisch suna" �. Gesellschaften im Kohlenbergbau eine„Lö- bewuil« m.f w' oi,erunßsfraBe erblicken, laufen bewußt oder un- Ilbalt rii„ ,e �'stftigung der privat-kapitalistrscheu Prositwirt» qinaus, Tlifia vi.«*...... V--- iu)mi ynraus. Dies geschieht durch die AufpeU>chung lichen Prositsucht.... Wenn man sich auf den Standpunkt stellt,..�»«leben gung der persönlichen Profitsucht fehle es dem � 0latt. an der„nötigen Antriebslraft". dann sst das all». hie Ablehnung seder Sozialisierung. Das bedeul. � � meinij,tien Aussorderung an den Egoismus, sich g»SMwb«r d � möglichst wenige, am besten gar lerne Schranken® Noch den Ersahrungen des verslossenen Jahres sind sich alle Kreise darüber klar geworden, daß die einflußreichsten g , ZiSiJ" Führer den rücksichtslosesten Widerstand gegen d.e Se iÄ se.una de« Bergbaues leisten. Dieser Widerstand wird . Miialiedern de» Reichsminift-rium« aus prinzipieller aenen d!n S-zialismu- unterstützt, wo t. nur eben r» Lit Monaten sehen wir statt der Erfüllung des mSgUch Gclt' r, cnüaUftciuna eine fich immer mehr . Rcgierungsversprechens der Soz � � Mittel gespeiste, auch ausbreitende, durch gewaltige Tozialisierungssreunde mit verleumderischen B-sch.nwiungen Sozialisie- durchsetzte Agi tatton Seg' �ichleppungsarbeit rang. Wir sehen werter erne»etiG vv � in immer neuen und crgänzten iag � Bergarbeiter- kommisstonen". Andererseits aber sehen w � r�mng aIlet Ifc0 notleidenden Gemeinwesen>. geschehen, muß � 5�� Ueberarbeit leistet. Eoll d�s Berg- auch der berechtigten Forderung auf Sozial, sieru, g baues entgegengekommen werden. s, a r h e i t zunächst -n> höchste Zeit, daß 8 0*** J*" �td. Will sie fiha die Absicht der Reichsregierung®t fl die So. gemäß Ihrem gegebenen Versprechen dem Reichs ag zialis. erung de- Kohlenbergbaues vorschl-gen Wenn sa. wann gedenkt die Reichsreglerung d,e,en wurs dem Reichsparlament zu unterbreiten? �» r h e i t it! DasSchreiben fordert deshalb jetzt endlich K g � >' uber die Stellung des Reichsministeriums. D,e V � Reichstags sei eine Sache für sich. Mit der man I G � «sä bit®oi9en sein. Daß der > z c 1 ■' i»| !' !' l."-.�ogern der RegieVu'na � rn�en."Äber'der t d°?�er ÄÄrÄgfzu� 1 Nass�b� und°uf Rufdie g-s°mt- Arb-'t» -i' baues Macht für die Sozialisterung des Berg � Bütarrt, � nn der ungeheure Widerstand des gesamten t«ffi Z»Lds°«- d--»--- f ihre WrJi' darüber zu wachen daß ihre Organisation A wendung br?t II� lm»egebenen Moment voll zur � s"' Koalittonskabwett in Belgien Die Sozialiste« und die Militärdienstzeit HR. Brüssel, tk. November. Der sozialistische Kongreß, der die Frage der M i l i. t ä r d i e n st z e i t und den Vorschlag, die Dienstzeit anstatt auf sechs Monate auf zehn Monate festzusetzen, zu beraten hatte, hat sich für eine Dienstzeit von lg Monaten ausgesprochen, d. h. unter der Bedingung, daß die Partei die Freiheit behält, ihre Pro- paganda für die sechsmonatliche Dienstzeit fortzusetzen. Di« Be» teiligung am Kabinett von sozialistischer Seite ist also gesichert. Es wurden 34l> Stimmen für eine Dienstzeit von 1» Monaten und 22 Stimmen für eine von« Monaten abgegeben. 14 enthielten sich der Abstimmung. Unter den in Ausficht genommenen Mi» nistern wird auch Vanderveld« genannt. Nach dem„P e u b l t" werden die Hauptpunkt« des neuen Koalitionsministeriums Carton de Wiart, wenn es zu- stände kommt, fein: Das Wahlgesetz für den Senat soll das- selbe sein wie für die Kammer: gleiches Wahlrecht für alle, die das 21. Lebensjahr znrückgelegt haben. Der Achtstundentag soll sofort gesetziich fcstgelet werden. Das Gesetz über die Ar- beitsunfälle soll'revidiert werden. Offen bleibt die Militär. frage, über die am Mittwoch ei,, engerer sozialistifcher Parteitag entscheidet. Vorerst ist geplant, auf ein Jahr die Dienstzeit auf 10 Monate festzusetzen. In der vlamischen Frage versucht das Aiinisterium ein« Entspannung herbeizuführen, d. h. mit anderen Worten, daß man dem Senat nachgeben und das von der Kammer angenommene Gesetz über die Nerwaltungssprache verwässern werde. Der sozialistische Verband in B r 0 f s e l hat nach lebhafter Dis» kussion die Bedingungen für die Teilnahme am Ministerium a b- gelehnt. Die Versammlung sprach sich mit nicht mißzuorr- stehender Klarheit für eine Dienstzeit von sechs Mo» n a t e n aus. Elf Vahnarbeiter überfahren Karlsr uhe, 18. November. Heut« vormittag, kurz nach 8 Uhr, wurde zwischen den Stationen Blankenloch und der Blockstelle Lachwald, durch den Personenzug Nr. 737 sieben Streckenarbeiter getötet, zwei schwer und zwei leicht verletzt Das Unglück hat darin fein« Ursache, daß die Ardeiter einem Güterzuge auswichen und das Gleis des zu gleicher Zeit die Stelle besahreichen Personenzuges betraten. Groß-Berlin Butztag Gestern ist Bußtag gewesen. Die Polizei hat noch einmal eine Verwarnung ins Land geschickt die Kabaretts, die Lustspieltheater, die Tanzbühnen— sie durften in Anbetracht der Weihe des Tages nicht spielen. Nun ist das ja weiter kein Unglück, aber die Be- gründung ist unsinnig. Berlin büßt nicht. Mit Ausnahme der geringen Zahl von Kirchenbcsuchern, deren einer Teil wirklich gläubig ist und deren anderer nicht alle wird, kümmert sich kein Mensch um die rote Zahl im Kalender, sondern betrachtet den Tag, soweit er ins Geschäfts- leben eingreift, als Eratissonntag. Ein innerliches Verhältnis zu diesem Tage hat er nicht. Er kann es nicht haben, weil er längst zur Kirche keines mehr hat und weil er sich höchstens bei Taufen, Hochzeiten und Todesfällen etwas Aehnliches vormacht. Berlin büßt nicht. Die Revolution, die keine war, hat mit dem ungerechtfertigten Anspruch der Kirche, störend in das Leben einzugreifen, nicht auf- geräumt. Schade. Man wird den Konfiftorialräten über kurz oder lang klarmachen müssen, daß die Zeit vorbei ist. wo ein kirchlicher Feiertag in der großen Stadt wirklich etwas bedeutete. Daß auch nur ein einziger Mensch etwa deshalb frommer würde, weil sich Celly de Rheidt an diesem Abend nicht die Hosen aus- zieht, ist nicht anzunehmen. Tut keine Buße! Sondern spuckt der Polizeikirche in die Bouillon, wo, wann und wie oft immer ihr könnt! Amen. I. W. Neuer Personengeldtaris bei der Großen Berliner Straßenbahn. Vom 13. November d. Is. ab tritt, vorbehaltlich der Zustimmung der� Stadtverordnetenversammlung, folgender Tarif in Kraft: l. Fahrpreis für eine ununterbrochene Einzelfahrt auf jeder Linie 80 Pf. Die bisherigen Fahrfchelne mit niedrigerem Preisaui- druck werden wegen der Papierknappheit aufgebraucht und als Kg Pf.-Fahrfcheine ausgegeben. Der Fahrpreis von 8g Pf. für eine ununterbrochene Ernzelfahrt wird auch im Anfchlußbelriebe mit der Svandauer Straßenbahn, Linie dl, P, R der Großen Berliner Straßenbahn und Linie K der Spandauer Straßenbahn, er- hoben. 2. Preis einer Sammelkarte für 8 Fahrten K Mk. Für gebührenpflichtiges Gepäck und für Hunde wird Fahrgeld wie für eine Person erhoben. 4. Arbeiterwochenkarten von der mit dem 22. dieses Monats beginnenden Woche ab für sechs Wochenfahrten 4 Mk., für zwölf Wochen- fahrten 8 Mk., für 48 Wochenfahrten 32 Mk. S. Monatskarten vom 1. Dezember d. Is. ab: für 1 Linie 7g Mk.. für 2 Linien 88 Mk.. für 3 Linien 114 Mk.. für alle Linien 175 Mk. 6. Schüler- Monatskarten vom Monat Dezember d. Is. ab 18 Mk. Die bis- herigen Sammelkarten für 8 Fahrten zum Preise von 5 Mk. ver- lieren gemäß dem darauf befindlichen Vermerk infolg« der Tariferhöhung mit Ablauf des 18. November dieses Iah- res ihre Gültigkeit. Für die nicht ausgenutzten Fahrten wird das anteilige Fahrgeld— bei Brudj- Pfennigen auf den nächsten durch 5 teilbaren Betrag nach unten abgerundet— in der Zeit vom lg. Nooembcr bis 31. De- zember d. Is. auf den Bahnhöfen der Großen Berliner Sira�en- bahn und in der HaupiausgabesteUe, Leipziger Platz 14, innerhalb der Geschäftzstunden gegen Rückgab« der Karte erstattet. Aui Wunsch erfolgt Zusendung des Betrages durch die Post auf Gefahr und Kosten des Empsängers. Zur Vermeidung der Unbeauemlich- keiten empfiehlt es sich, die Sammelkarten möglichst bis zum 18. d. Mts. auszunutzen. Erhöhung der Tarif« auf den Stadt-, Ring, und Borortbahnen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1921 werden die Fahrpreise auf der Stadt- und'Ringbahn in der Weise erhöht, daß die erste und Zweite Zone des jetzigen Tarifcs fortfallen. Die jetzigen Sätze der dritten Zone— 5v Pfennig in der 70 Pfennig in der 2. Klasse— werden künftig als Einheitstarife bestehen. I" gleicher Weife werden Monatskarten künftig nur noch zu dem Einheitssätze von 13,70 M. in der 3. und 19,50 M. in der zweiten Klasse(den jetzigen Preisen der dritten Zone) ausgegeben. Im Vorortverkehr müssen die Mindestsahrpreise mit den künfti- gen Einheitssätzen auf der Stadt- und Ringbahn gleichgehalten werden. Vom 1. Januar 1921 fallen deshalb auch hier die unter 80 bzw. 70 Pfennig liegenden Einzelsahrkarten sowie die Monats- karten, die weniger als 13.70 bzw. 19,50 M. kosten, fort. Im übrigen bleiben am den Vorortbahnen die über den genannten Mindestsätzen liegenden Preise unberührt sa daß Einzelreisen aus Entfernungen von über 9 Kilometer und Reisen auf Atonatskarten über 7 Kilometer nicht verteuert werden. Di« Groß« Berliner Straßenbahn teilt mit, daß infolg« Straßen» bauarbeiten in der Demminer Straße die Linie E vom 19. No- vember ab vorübergehend in nördlicher Richtung big zur Rom- lerstrahe am Bahnhof Gesundbrunnen weitergeführt wird. Den Tod im Neuen See suchte und fand gestern«ine unbekannte Frau'in Trauerkleidung. Die Tote ist etwa 35 Jahre alt und 1.58 Meter groß und trug einen schwarzen Pelzmantel, einen schwarzen Hut. einen schwarzen Rock und schwarze Ohrringe. Ihr Toschentuch ist G. G. gezeichnet. Die Leiche befindet sich im Schauhaufe in der Hannoverschen Straße. Volkobildungeamt Neukölln. Am Donnerstag, den 18. No- vember, abends 7 Uhr, findet in der Aula der Realschule, Voddin- straße 34-38, ein Vortrag des Kapellmeisters am Deutschen Opern- hause, Eduard MÜricke:„Das Lied bei Schubert, Schumann, Brahms. Hugo Wolf und die Neuzeit" statt. Den gesanglichen Teil hat Frau Ida Möricke-Vaseler übernommen. Karten zum Preise von 2 M. sind in den bekannten Verkaufsstellen, im Volks- bildungsamt Neukölln. Zimmer 218 und an der Abendkasse er» hältlich. Das Neueste in der drahtlosen Technik. An den Freitagen, den 19. und 26. November hält Herr Dr. Graf Arco vom Monistenbund in der Aula des Werner Siemsne-Realgymnastums, Hohensiausen» straße 47-48, 7 Uhr, einen E'"'erimental-Lichtbild«rvortraa mit Kinovorsührungen üher„Das Neueste in der drahtlosen Technik". Die östliche Göttin, eine Modepantomime, wird nunmehr in einer erneuerten und verbesserten Fassung in der Skala ausgeführt werden. Haas-Hay« hat ein Tanzfyiel arrangiert, das den Namen „Ein Tanzspiel bei der östlichen Göttin" trägt. Die Proben sind bereits im Gange. Boranssichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Freitag. Zritweife etwas aufklärend, jedoch überwiegend trübe und neblig, ziemlich kühl bei mäßigen, südwestlichen Winden. Keine erheb- liche Niederschläge. Zum Streik im Textilgrohhandel In der Volloersammlung der Streikenden am Dienstag, den 16. d. M. wurde davon Kenntnis genommen, daß das Reichs- ardeitsministerium die Parteien zum Donnerstag, den 18. d. M., zu Verhandlungen eingeladen hat. Ein Novum in der gesamten Gewerkschaftsbewegung stellt die Zumutung dar. daß die Angestellten die Arbeit aufnehmen sollen, bevor über die strittigen Punkt«, und derer find es nicht wenige. eine Einigung erzielt worden ist. Die Angestellten, aufgeklärt durch die Vergangenheit, denken nicht im entserntesten daran, vor Erlangung eines sie befriedigenden Verhandlungsergebnisses den Streit zu beenden. Zum Fneden bereit, zum Kampf entschlossen, lautet nach wie vor die Parole! Die Zentral-Streikleitung. . Die Geschichte der Angestellteubewegung. Ueber diese» Thema Ä-- Lange im großen Saal vom Musiker-Veretnehaus, Kaiser Wilhelmstr. 31. und zwar in einem Vortragszyklus, der drei Abende umsaßt. Der erste Vortrag findet statt am Donner«- tag dieser Woche, den 18. November. Er behandelt die„Entwick- lung der Organisation" und den Inhalt der Bewegungen. Der Vortrag beginnt abends 714 Uhr. Bestimmt sind diese Vorträge für die Funktionäre aller Afa-Verbände. Es ist Pflicht jedes Funktionärs, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Paul Lang« behandelt die Geschichte der gesamten Bewegung, also aller Ange- stelltenverbande, gleichviel, welch« Berufsgruppen sie umfassen. Angestellte der Chemischen Industrie. Freitag, den 19. Novem- ber, abends l'A Uhr, findet in der„Neuen PHUHarmonie" Ruh- mesfaal, Köpenicker Straße 96-97, eine Versammlung aller Ange-! stellten der chemischen Industrie statt, die im Zentraloerband der Angestellten. Bund der technischen Angestellten und Beamten und im Deutschen Werkmeisterverband organisiert sind. Es soll über die letzten Verhandlungen mit den Arbeitgebern derichtet und anschließend hieran Mitteilungen über Kaufmannsaertchtswahlen' und dergl. gemacht werden. Bei der Wichtigkeit der Taaesord- nung ist das Ericheinen aller Angestellten, du in Asaverbänden organisiert sind. Pflicht. Tarlsfabotaae durch Unternehmer. Der Inhaber der Städtischen 01 Markthalle. Andreasstrahe 66. Herr Viehstäbt, hat es feit Be- stehen des Tarifes im Sastwirtsgewerbe mit Hilf« feiner Ange- stellten wunderbar verstanden, die Organisation bzw. deren Ver-! treter zu verheimlichen, daß in feinem Betrieb em Tarif über-. Haupt nicht innegehalten wird. Die Kellner erhalten dort nicht den ortsüblichen Tarif, sondern haben mündliche Abmachungen getroffen, in bezug auf Lohn bzw. Beköstigung. Diese Ab-' machungen stehen in striktem Widerspruch zu den tariflichen Ver- i einbarungen. Das letzte Stückchen, was in diesem Betriebe ge- leistet ist, richtet stch gegen die Arbeitslosen. Der Inhaber mit seinen Gehilsen lehnt es ab. die letzten Vereinbarungen zwischen Unternehmer und Gehilfenschast in bezug auf Zwangsurlaub; durchzuführen. Die Arbeitslosen werden mit Hilfe der Organi- i sation nicht eher ruhen, bis auch in diesem Betrieb der Tanf in. vollem Umfange zur Durchführung gelangt ist. Die Orgamiation erklärt hierzu:„Der Betrieb von Viebstädt ist für orgamsurte Eehilsen gesperrt, die dort beschäftigten Angestellten find als Mit- glieder der Organisation nicht mehr zu betrachten." Verband der; Eastwirtsgehilfen, Ortsoerwaltung Groß-Berlin. Aus den Organisationen gtlrttliW«!«(«., 7.. 8. Eishifl«»» Ttrale». ftonmmtU j gr«i»ag, 10. ItotumS«, Sitzung sämtlich« Lbtiilungi-Obleul« b»t Rosin, i?iid«n«r Sit. 19. Pcflio* 7 Uhr. 7. Dtitri». Siiiuno dir Silbungctnmmilllon um Eonnrutog,»«» 18.»io»»mS«r, um 7 Uhr tri SRrtling, X-pernil»»ftr. 2S.„_,_,., li>. riltti«. Eltrrnbiirül«. teut«. D»nner»tag, 7 Uhr. Volsammlung d«i Büttner, Schwedter Str. 20.—«.'Minunule K-mmisflon. nrettua, 7 Uhr, ver- lummiuna. vortrug des esenogen Zuckert über..Beamtenrrngcn' bei Bmtner, Schwcdter Str. 19. Sümtliche Dtstrtitsgeuossen mügen erschetutn. Mitgliedouuch U'Ält. Fr-Itug, 19. Tlovember, abend, 7 Uhr, rbletlunai-versummlunae«. 1. Abt. Schule Punk, und vottcherstrafe sTesangsuuls. 2. Abt. Schuluulu Chrtstlu- niuftr. 90,30. 3, Abt. Schuluulu Chriftiuniaftr. t-O..,. Seltion voH»nd Tele, inphtc. hrettug, 7 Uhr übend», ftndel bei Büttner, Schwedt«! Srr. 23, eine Siienilich« Beumren-Vursummlung statt. Ei« Mitglieder werden eriucht, daran rege teilzunehmen.__ Rlederschilitho»!«». strett.rg, 19. Nooember, abend» 7' 4 Uhr, TtNung der U. S. P.- Elternbeiräte mit den Oblenten der Jagend,»nd Vildungstommtsston bei Motio. EtchenNr. 70. � � ptchtenierg. u. S. P. grettaa, 19. Sloaember, abend» 7 Uhr, vorstand»sttzung bei WUH. Schulz, Scharrweierstr. 17. Verewskalender Eeatsch«, leenesortarbettee-Leebo»». Lezirtsoerwaltung«Oroh-Berlln. Dele» aieri, zur ijrtltchen keneraloersammlung Donnorstag, den 18.. abend, 7 tld'. «eneral Versammlung im Eewertschaftshau», Saal 1. Mitgliedsbuch und leg» ttmottonsiart« find vorzulegen. ühr In den MusUertälen Nat>er-!i!>ioeim>v>r. ar, vruna,»»»-,- www'nng aller Arbeiterinnen und Arbeiter in der photographischen stundstdruck- der qromolitagraphischen«nii-lren und der Luru-papierbeiri-be. f?.n k-n1?''8! 1- 3>i»»tau oder Amsterdam? Resereni: Sladtoeiordneler Kollege tnnoen lebt« Apgebot all Verhandlung»ergebni» unserer Lohnsorde- ll!«rkni«ist,r der Tla-industri«. verlammluns U.Ä:..?,." �««mbrr. nachm. 5 Uhr, im Bureau Stralauer Str. 56. n» �'«nud. b rupp« Mvabit. Freita».-bend, 7 Uhr. tn der Aula viind a.»"iientlich-r Vortrag über Schul- und Erziehungufragen. oember""«'»-llie,»nd«eamten. Am Eonncr-tan. 18. No- 7 Ubi im?���u-L«scmmlun°. Hoch, und Tiefbau und Aichitekt«». abend, Ichumidunn Nordischer Hof, Znpalidenftr. 128.- Fachgruppen-«»- »�rlamm�a« m�bustri«.-tunda 7 Uhr. in der Eeschistostelle.- Milglicder- -"b'"»' ühr. im Siest-llrant schwär», sieidstr.». «omao»ockim»! �""8 �rr tzirma L, doew», 81. E.®.. Suttenstrab«»nd Uhr..w Nordwest-llastno. Ali-Moadlt. 1"■,-u 1 ,r f» f«» d• Eruppe Süden. Z rettag, 19. Noaemder, In der ach...« A>aster«h»eft..»>.«lassenzimmer 18. 7 Uhr.__ ÜJ/ilmfch'lSr hi* X1* Aedo ONÖnT sin 1 1 91° bold.««- l i». Eefnooienoi eniivS Jnleraienietl: u»» w l g«« m« r i n« r. K-rl»h»rst.-» verlag-grnonen chai,, s m j ie.. Wb'"» P-rNa � f o a Z ähne 4 u. 7 Ulk. mit Frledenskautsdiuk 5 Söhre sArtlfflrfiB ßoronfle. Zahnziehen mit BeWubung bei Bestellung von Gebissen gralls. Kronen p. SO Mk. on Spez.: Zähne ohne Gaumen. Kein« bunispreise, Zsthh-Praxl« Hatvanl. Spezial-Arzt Volksbühne «'/, Uhr: HS SamllSklls.!!i.?Ä Neues Volbstheater Äöpenicker Str. 68. '''Uhr: Aijor HrW •mWiifäf, T Zhcattr" *enÄ%a§Ä,J,/' 0!0 FSlüßS v. iUim 8orll, Wiig-Wöttt Victor Barnomskq Heute bis Montag 7»/, Uhr? Flamme (Dorsch, Grüning. Klein-Rogge. Pröckl) SeMMO.-Mjer Allalirndlich 7>/,:i?ir! 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