Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Freitag. 19. November 1920 Nummer 488• Morgen-Ausgabe •U»ihriiiett»«scheint morflen» un» nochmiUttg», Sonnte«,>lni>'"91«W tinmau C« Buua-orei» beträgt bei frei« Sustemntg in» Han, sür Dtob-B«IiU 11).— M. im s oraus jablbor,»an b« Eptditian selbst abgebolt 8,b0 W. Aar ipoft» bepig nehmen siimtUch« Poftanstalten Bestellnngen entgegen. Unt« Streiidan» begagen für Detuschl-nb unb Österreich lS.bv M., sür ba» übrige ew»l«nb.1.-«?N. Zuchglich Dalma-Ansschlag, per Briese sür Deutschland und Osterreich Zo,— M. R.bakti.n. CiftbUrs« NN»«erlog!«erlin« t,«reite Str-st. 8-9. Sie-chtgesp-Nene SsonporeHlezell. od« de«. ZWÄstA renernitgs, Uschlag. Kl�ne«nzeig«,! Da,« gtdrucht. Wort M.. lebe,«n«, Wort l.so AI., einschließlich Teunung,, Uschlag. Laufende Anzeigen m Familien.Anzcigen und Ttellcn-Desuche a..0 M."'1�. meitere Wort l.— 33» s Wort.An, eigen- da. settg.brucht. Wort 1.50 W.. fede» wert«. Wort l. 3U. FMispttchn: Zillttum 20Z0, 261». tSIS, tSVi, 4835, 484». i»-l berliner■Organ ber VnabbättQlden sctfatömwfratie Ä-ASN/dnös Belebung der Bautätigkeit.- Berufsumstellung. � ö der Lehrlingsfrage Regelung Von Otto Iiska Die Arbeitslosigkeit im Allgemeinen, sowie in der M e, tallindustrie im Besonderen, wächst sich immer mehr zu einer Katastrophe aus-— nicht nur die stetig wachsende Zahl der Arbeitslosen, sondern vor allem auch durch die lange Dauer der Arbeitslosigkeit, von der der Einzelne heimgesucht wird. Alle Bersuche, die bisher unter- nommen wurden, um der Arbeitslosigkeit und dem damit verbundenen Elend zu steuern, haben sich als völlig unge- eignet erwiesen. Während mit der produktiven Erwerb s'losen- f ü r s o r g e alle möglichen und unmöglichen Experimente gemacht worden sind, wird dem Hauptmoment, das im gegen- wältigen Augenblick die Arbeitslosigkeit mildern könnte, fast gar keine Aufmerksamkeit zugewandt. Es gilt vor allem die Bautätigkeit, die in Deutschland seit 6 Jahren voll- kommen darniederliegt, grohzügig zu heben. Das größte Hindernis, das dieser Maßnahme entgegensteht, sind die u n- sinnigen Preiste der Rohmaterialien. Genau so wie bei allen Produkten, die Deutschland gegenwärtig erzeugt, sind.auch hier die Preise der Materialien nicht zwingend durch die Berhältntsie bedingt, sondern ein erheblicher Teil des gegenwärtigen Materialpreisss wird durch unberech- m, 1 Profite hervorgerufen. mirrt n»ma,Vn großzügiger Weise die Bautätigkeit heben Nr-irl>«>"�r durch Herabsetzung der gegenwärtigen do« Rohmaterialien geschehen. Daher ist es Pflicht � o..""b ber Länder, durch Freistellen ihrer preissenkend zu wirken. Der größte Teil des , Bauen benötigten Holzes befindet sich in den S t a a t s- nnt s n'o,. im Lefitz der einzelnen Länder sind. Auf, »aoe der Regierungen muß es also sein, ihre gewaltigen yoizvorrate zu den Preisen, die die Herrichtungskosten be- mgen, den zu bildenden Baugenossenschaften zur iinR•un® fte�en> damit auf diesem Wege dem geradezu § rz l z w u ch e r entgegengearbeitet werden kann. r»b—�n die Länder eine genau entgegengesetzte Taktik -.„tlr' b&fcchi den Holzvorrat der Staatssorsten dazu be- utzt, um durch übermäßige Verkaufspreise ihre Finanz- ralamltat zu beheben.>/ v Durch Ueberncchme der gegenwärtig außergewöhnlich hohen Frachtkosten durch die produktive Erwerbs« losenfursorge wäre es weiter möglich, senkend auf den Preis des Holzes elnzuwirken. Denn nur dadurch kann die produk- twe Erwerbslosenfursorge ihren Zweck erfüllen, daß durch die Freistellung von Mitteln die wirklich im Interesse des Volksganzen liegende Produktion belebt wird, und nicht ""durch, daß einzelnen Unternehmern geholfen �rd. ihre Betriebe, von denen ein großer Teil wirkliche Bedarfsartikel nicht produziert, weiterzuführen. l ß*?"tzderes großes Uebel ist das Treiben der Ziege- sftz er. Bei den Liebhaberpreisen, die jetzt für die -----...... � a«>'-:< s»--. Jip SbulUmsmmrt' mtjtellai,' ab,ubi°ch->l u»d v" Bautätigkeit beitragen, kann es nichts weiter geben, als das man sie von ihrem Bcflfc enteignet und den für die Durchführung der B�utät Zeit zu bildenden Genosienschaf- ten die Leitung der Betriebe überträgt. Wenn dieses System des Abbruches der Ringöfen weiter um sich greift. werden wir in ganz kurzer �leit dahin gelangt sem, daß es herzustellen icht �� ���� � �' in Deutschland Zi-gelste.ne Um das für die HerNanmr« von Bauten notwendige für den Kriegsbedarf bedingte Steigerung der Erzeugnisie der Metallindustrie hat es nötig gemacht, aus allen Be- rufszweigen, auch aus den bis zu Beginn des Krieges selb- ständigen Handwerkskreisen. einen großen Teil der Arbeitskräfte herauszuziehen und in die Produktion der Metallindustrie einzugliedern. Durch die Abschnürung der einzelnen am Kriege beteiligten Länder und durch den rie- senhaften Bedarf an Metallerzeugnissen wurde die Metall- industrie aller am Kriege beteiligten Länder in ihrer Pro« duktion weit über die Aufnahmefähigkeit des Friedcnsbedarfs hinaus erweitert. Jetzt, nachdem der die Metallerzeugnisie geradezu verschlingende Krieg beendet ist und sich die gesamte Welt auf den Frie- denebedarf einstellen mutz, ist es unmöglich, die wäh- rcnd der Kriegszeit in die Metallindustrie hineingezogenen Arbeiter für dsn Friedensbedarf weiter beschäftigen zu kön- neu. Es werden sich also große Teile der in den Industrie- zentren zusammengeballten Metallarbeiter mit der Tatsache vertraut machen muffen, daß genau so, wie der Zustrom während der Kriegszeit zur Metallindustrie einsetzte, jetzt wieder eine Abwanderung aus der Metallindustrie in andere Industriezweige erfolgen muß. Welche Steigerung in den Berufsziffern während der Kriegszeit zu verzeichnen war, soll an einem kleinen Beispiel erläutert werden, das nicht als Ausnahme, sondern nur als typische Regel zu betrachten ist. Die Branche der Wer k- zeugmacher in Berlin zählte zu Beginn des Krieges im töchstfalle ISOV Mann. Während der Kriegszeit ist die ahl der Arbeiter in dieser Branche allein auf 4300 angewachsen. Der Friedensbedarf Eroß-Be,rlins ist mit 1500 Werkzeugmachern im Höchstfalle vollkommen gedeckt. Für die überichüssigen 3000 Arbeiter hat die Berliner Metall« industrie keine Verwendungsmöglichkeit. Genau so wie bei den Werkzeugmachern liegt es bei einem großen Teil ähnlicher Berufszweige. Selbst wenn es mög« lich sein sollte, durch eine großzügige Hebung des Be> d a r f s die Beschästigungsmöglichkeit in der Metallindustrie auf den alten Friedensstond zu bringen, wird trotzdem ein großer Prozentsatz übrig bleiben, der in der Metallindustrie keine Arbeit fiirden kann. Diese Tatsache zwingt uns, der Frage der B e r u f s u m- st e l l u n g erhöhtes Jntereffe entgegenzubringen. Während der Kriegszeit sind nicht nur aus anderen industriellen Be- rufszweigen Arbeiter in die Metallindustrie hineingeströmt, sondern auch ein großer Teil derjenigen, die bisher durch Be- fchäftigung in der Land- und Forstwirtschaft ihren Erwerb hatten. Anstatt daß nun mit allen Mittel versucht wird, die Betreffenden ihren alten Erwerbszweigcn zuzu- führen, tragen die agrarischen Produzenten zur Steigerung der Arbeitslosigkeit dadurch bei, daß sie zu Tausenden polnische und galizischc Wanderarbeiter heran- ziehen. Wenn die staatlichen Organe zur Minderung der Arbeitslosigkeit etwas tun wollen, müffen sie also in erster Linie die Beschäftigung polnischer und gall- zischer Arbeiter in der Landwirtschaft v e r- bieten, um vorerst einmal unseren Arbeitern, die mfolge ihrer früheren Zugehörigkeit zu diesem Beruf die fachlichen Borkenntniffe mitbringen, Beschäftigungsmöglichkeit zu geben. Auch die Regelung der Lehrlingsfrage inner- halb der Metallindustrie ist ein Gebiet, das erhöhte Auf- merksamkeit bedarf. Obwohl in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen ist, die gegenwärtig der Metallindustrie zur Per- r,„..«f�r.ai+oi'rnfSn an Rf.frf.nftinan werden von Die Bedeutung der sächsischen Laudtagswahlen Von Rich. Lipinski. Die Wahlen zum Landtag in Sachsen haben für die Ar» beiterklaffe Deutschlands in mehrfacher Hinsicht lehrreiche Bedeutung. Fanden sie doch unmittelbar nach der Spaltung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei statt unv wurden so zum Prüfstein, wie sich die Arbeitcrklaffe Sachsens zu dem Moskauer Diktat stellt. Sachsen ist für den Schein» radikalismus und die kommunistische Phraseologie ein fruchtbarer Boden. Denn Sachsen hat die dichteste Industrie« beoölkerung und Sachsens Industrie brach am frühesten im Weltkriege zusammen, weil sie auf den Export eingestellt war, der durch den Krieg völlig unterbunden wurde. Des« «V» Xrt*»T? t /Art«rn rt t V Vbfrt V)T r tn 1» t falb war auch in der Nachkriegszeit die Arbeitslosig, »eit nirgends so groß wie in Sachsen. Bei 4yi Millionen Einwohner, knapp 8 Prozent der Gcsamtbevölkerung Deutsch« ' 6cfr"0 die Zahl der Arbeitslosen im Herbst d. I. C c>r0§ Gesamtarbeitslosen im Reich. Da es sich bei den Arbeitslosen meist um Familienväter handelt, so ist die Zahl der in Mitleidenschaft gezogenen Familienmitglieder ,ehr groß. Dazu kommt� daß die Dauer der Arbeitslosigkeit überaus lang ist. In Plauen im Vogtland sind über 5000 Arbeitslose, die länger als 20 Wochen arbeitslos sind. Reben der großen Zahl der Arbeitslosen(über 100 000t kommen aber die Kurzarbeiter, die drei bis vier Tage in der Woche nur arbeiten, und deren Zahl abertaufende zählt. Die Rot und das Elend unter der sächsischen Arbeiterschaft ist außerordentlich groß, so groß, daß das sächs. Ministerium im Auslande Arbcitsaufträge für Sachsen zu gewinnest suchte. Der Nährboden für eine Gewaltpolitik ist also vorhanden. die Moskauer und ihre Nachläufer konnten nirgends eins verzweifeltere Arbeiterschicht finden wie in Sachsen. Und nun der Erfolg der Moskauer? Eine völlige Ableh, n u n g der Revolutionsplänc und des Moskauer Diktats. In dem Antwortschreiben der Moskauer an die Zentral« leitung der ll! S. P. D. gingen diese von der Annahme aus, daß die Arbeiter anders wollten als die Führer. Die Wah« len haben ergeben, daß diese Auffassung falsch ist. Gewiß, die Bioskauer haben erreicht, daß dia Organisation der U. S. P. D. vielfach beeinträchtigt und gestört worden ist, Wir hatten den Nachteil, daß in zwei bis drei Wochen dex Schaden nicht voll ausgeglichen werden konnte, aber im all« gemeinen blieb die Organisation doch geschloffen bestehen und die Parteipreffe hat nur winzige Einbußen erlitten. Di« organisierten Maffen standen zu ihren Führern. Der Teilj der sich absplitterte, ging weder zu den Neukommunisten noch zu den Kommunisten, sondern bleibt außerhalb jedey politischen Organisation und vermehrt das Heer der Indifferenten. Ein großer Teil der Ar» beiter hat nicht an der Wahl teilgenommen. Verglichen mit der Reichstagswahl blieben diesmal 300 000 Wähler de? Wahl fern. Da wir den größten Verlust an Stimmen gegen« über der Reichstagswahl haben, weder die Rechtssozialisten, noch die bürgerlichen Parteien oder Kommunisten und deren Nachläufer diese Stimmen aufgesogen haben, so bleibt nur " fr*«---- � htü flAT hefi t e i e n z u g e l a u f e n ist......... fast die sozialistischen Stimmen eingeholt und ihre Mandats« Ziffer um acht verbessert. Zählten sie in der Volkskammer 39, so jetzt im Landtag 47 von 90 Abgeordneten. S i n o w- j e w schleuderte uns beim Abzug vom Parteitag das Schimpfwort:..Agenten der Bourgeoisie" nach. Der Pfeil ist auf den Schützen zurückgcprellt, denn die Tat der Moskauer und Neukommunisten hat zur Stärkung der Bourgeoisie beigetragen und die Macht der Arbeiterklasse geschwächt. Die Kommunisten haben noch nicht einmal einen Vorteil. Im Wahlkreis Chemnitz— Plauen, vereinigten sich die Neu» wer- ________ tv r U I n 0 N s m a 1 1>■ liünung gesteh müssen ebenfalls Reichsgeldcr zur Be �»utraut. durch den, wenn man sich schon nicht mehr dw„..�eile nach ov.n gesetzliche Bestimmungen den Preis ver � p bin erträglich zu begrenzen.--------- CI_______ x o* i r'j 10118 heute"schoi,��"k! oamil tiu-, � oß'lchen E e f a l>„ 3U einer sittlichen und mo- witH" e/ also in den""�wachsen ist. Arbeit-?� geeignete Mo&�edensten Berufen möglich sein �oblÄCn«°nz gewU°bmen die absoluten Ziffern der t