Einzelpreis IV Pfg.• 3. Jahrgang Sonntag, 21, November 1920 Nummer 492• Morgen Ausgabe ®tt.Hrrihkk» rrfrfjriiii motgmt rmi nodimüfüj». Eonnta»,»»d Oairtsa« nut ttrtnol.®tr Sttugspreis beträgt bei freier Austeilung in» Hnu» für Gr«?-®erlt>« Uli-— M. im notous«ahldnr, von der Tpebwun selbst-bgehoit 8,5(1 SJt. Rüt Post, jepi» nehme» sämtliche Poft-uftnlee» Bestellungen-ntg-gen. Unier etreisban» bezogru fiir Deutschlunb und vsterreich ls.so M., für»« übrige Hlu»lnnd 21,80«. iUjuglich B-IMa-Olusschl-g,»er»rief für Deutschlund uu» Österreich 80,— M. «»»ubti-u,«xpediti»» NU» Verl»,:«erli» T I,«reite Ltrutz,»e». «t»»chtgespnltene»lUdareillejeile ober deren«uu» uoftct z,— w. einschliestlich Teuerung», uschlug. Kleine Änj-tg-n: Du» fettgedruchle Wort 2.— M., jeb«, weit«« • einschließlich Deuerunguiuschlug. Laufende Anzeigen laut Tarif, i FamiNen-Anjeige» und Dtellen-chefuche 8,20 M. uetto pro Zeile. StellemeKtsuch» l t» Woit-Anzeigen: da, fettgedruchle Wort 1,80 TU., fede» ideiler» Wort l,— W.\ Fmloreihn: Jtntrum 2039, 28iS, 4510, 4000, 4635, 4040. 4021\ $erRner-Orffm ber Vmfißclitßfffeii Sopatömwfmtie �eut/töfanba Eden und Inferno Irgendwo im Osten Berlins, so erfuhren wir am Freitag abend aus einem bürgerlichen Blatte, gibt es eine schmale Kasse-, die Häusermauern rücken eng aneinander und da- zwischen hockt die finstere Nacht. In der Mitte der Kasse eine große Laterne, die das Haus Nr. 5 beleuchtet. Das ist Hotel Markushof in der Kleinen Markusstraße o. Nur elne..Penne", ein Seuchenherd, ein Steinhaufe, wim- melnd von Ungeziefer, wie der Berichterstatter schaudernd und entrüstet zugleich mitteilt. Dort gab es jüngst eine -'tezzia.„�m Lichtkreis der Blendlampen wachsen", so hören wir,„nur ein winziges Ouadrat, vier Mauern steil und grau in die Nacht:.auf schlüpfrigem Stein stinkt ein Berg von Asche- und Speiseresten: unter den Stiefeln klebt es. wallt brauner Staub auf zu den Fenstern. Bröckelnde Stu- fen hinab in den Keller: Staub zeichnet scharfe Lichtkegel: dann, im Halbdunkel, wälzen sich Matratzen übereinander, zerrissene Decken, Lumpen. und Eisengerüm- p e l. Drei, vier Räume liegen voll, und die Luft ist dick v o« B e r w e s u n g. Dann im letzten ein erschrecktes Ke- rausch und wieder eine Matratze und zerrissene Decken und dazwischen ein Mensch: ein alter Mann, desien Schultern nackt aus den Lumpen sich heben, nun ängstlich zucken und heiser beteuernd!„Ich wohne doch hier?" . Im Westen Berlins, am Zoologischen Karten, wo die Sniser-Wilhclm-Kedächtnis-Kirchc als ein Schandmal wil- helminischer Kunst zum Himmel protzt. Tauentzienstraße und Kurfürstendamm, die Promenaden' der eleganten Welt und was sich dazu rechnet. Läden mit allen Kostbarkeiten der Erde: Kaffeehäuser und Dielen mit lustigen Menschen. die in seidenen Kleidern und hochmodernen Anzügen Tönen diskreter Musik lauschen: Prunkbauten mit M-Zimmer-Woh- nungen, mit eingebauten Safes und Marmortoiletten wech» sein ab mit Luxushotels, vor denen stattliche Portiers. ge> wandte Kellner und aufgeputzte Pikkolos den Gästen die Bequemlichkeiten des Hauses weisen. Es erwartet sie ,n diesen Lurusbauten keine Matratzengruft und die burger- liche Presse braucht vor ihnen nicht als„Seuchenherden zu ldarnen. Edenhotel am Kurfürstendamm und.Markushof beim Andreasplatz! Eden und Inferno, Paradies und Holle. Am Freitag hatte sich der Direktor des Edenhotels vor dem Wuchergericht des Landgerichtes ll in Berlin wegen Uebertretung irgendwelcher Schleichhandelsvcrordnungen zu veranrworten. Herr Birndörfer stammt aus proletari- schem Geschlecht, aber er hat es in der kapitalistischen Welt doch recht weit gebracht, so weit, daß die ganze öffentliche Meinung sich seines Falles annimmt. Und man weiß, was die„öffentliche Meinung" ist. Sie nimmt es gelassen hin, ? v i- I i o n und durch die dort verübten Ak o r d e an N o s a --uxemburg und Karl Liebknecht in gekommen war. In einigen Anzeigen gegen das Eden-Hotel an die Staatsanwaltschaft wirv mit Empörung mitgeteilt. welche Preise im Edenhotel gezahlt werden.(Zur � Kaffee waren 9 Mark, für zwei Stück Kuchen 12 Mark. zu>ammen -1 Mark zu entrichten, in einem anderen V1' wn Tee 18 Mark und ein Stück Kuchen 10 Mark. Andere fefuchet hatten für Eiskaffee 10 Marl, für-ine Taste Scho- kolade K Mark, für eine Portion Kaffee mit Milch 6 Mark, ?ur ein Elas Tee 18 Mark, für zwei Stück Kuchen 10 Mark »u zahlen. Beim Nachmittagstee kostete eine Dortion ..Kalfe« komplett" 15 Mark. In der Woche vom tv. bis Juni 1920. stnd für rund 100 000 Merk Lebensmittel. Fleisch, Butter, Zucker und Mehl im Schleichhandel gekaust worden. Stach den Büchern, die unübersichtlich geführt waren. hatte Herr Birndörfer insgesamt?851S0 Mark für Fleisch 8(20 Mark für Mehl, 13 800 Mark für Butter,«0000 Mar? Watter mobilisiert in Baden Gefahr im.Verzuge Karlsruh». 20. November. Das Staatsmiiiisterium gibt folgende« bekannt: Am 18. No» »ember hat im Tiergarten-Restanr-nt in Karlsruhe eine»er- traulich-»ersammlung getagt, in«elcher General. leutnant v« n«- t t« r iib-r dieKriindung einer O r g a n i. s-tio» gesprochen hat, deren»ildnng dnrch private Personen die Teilnehmer i» Konflikt mit den Strafgesetzen bringen kann. Wir warnen vor jeglicher Teilnahm« an solchen V-rsuchen dnrch persönlichen veitritt»der durch Hingabe von Geld, da schon vorbereitende Handlungen zu einem derartigen Unternehmen strasbar stnd. fverordnung des Neichspräfidenten vom»0. Mai'1S20.1 Auherdem find solch« Unternehmungen nn- vereinbar mit dem Entwasfnungsgesetz. Für die Sicher- heit der Vevöllerllng sorgt die Regierung selbst. Wir haben schon vor einigen Wochen sestgettellt. daß der angeblich steckbrieflich verfolgte Hauptmann Pfeffer im Ruhrgebiet weilte, dort mit Offizieren eine Besprechung hatte und sie zu verstärkter Rüstungsarbeit an- spornte. Im Anslhlutz daran war Pfeffer bei Watter in> Oynhausen und besprach mit ihm eingehend die st r a t e-! gischen Aufmarschpläne. Die Dlarmnachricht der badischen Regierung zeigt uns. daßKefahrimVerzuge ist. Die Konterrevolution ist auf dem Marsche. Sie rüstet trotz Spaa und trotz Entwaffnungsgesetz vor den Augen der Regierung lustig weiter, um schlagfertig zu werden für den großen Streich, der besser klappen soll als das Unter- nehmen vom 13. März. Die Arbeiterschaft hat die Pflicht� diese Porgänge auf- merksam zu verfolgen. Wir erinnern noch einmal daran, daß das Märzabkommen noch nicht erfüllt ist. Die Ke- werkschaften, die es abgeschlossen haben, sind in ihrem eigensten Interesse verpflichte, schnellstens für seine sofortige Durchführung zu sorgen. Roch ist Zeit! Das vereitelte Landesschietzen Die Verbrüderung der bayerische« und Tiroler Reaktion verhindert (Eigene Drahtmeldung der.Freihei t".) München, 20. November. Der Sonderberichterstatter des Münchener„Kamps" meldet au» Innsbruck:' Da« Landesschietzen der Tiraler Heimat- «ehren ist dank der Keschlostenheit Und energischen Haltung der einigen Tiroler Arbeiterschaft vollständig gescheitert. Aus Bayern sind nur wenige Schützen in Innsbruck, die schon vor dem Generalstreik nach Tirol gekommen waren. Di« Bauern-, Schützenvereine und Heimatwehren sind ausgeblieben. Selbst die aus der nächsten Umgebung von Innsbruck haben kein« Bemühungen gemacht, zum Schiehen zu kommen. Di« Grenze ist vollkommen abg«sperrt. Di« Eisenbahn ist auf allen Strecken nach Innsbruck stillgelegt und die Straßen durch große Barrikaden verriegelt. Die Orgesch-Leute haben für diesmal ihren Feldzug aufgegeben, weil die bayerische Regierung im Augenblick um den weiteren Bestand der Einwohnerwehren gegen die deut- sche Reichsregierung und gegen das Ausland zu kämpfen hat. Sie wollen ihren Angriff zu günstigerer Zeit wiederholen. Di« Tiroler Arbeituschast ist in einmütiger Geschlossenheit auch in eller Zukunft bereit, jede Bubrüderungsaktionen und jeden Auf- marsch der Tiroler und bayerischen Monarchisten abzuivehre«. Di« Tiroler Landesregierung macht aus der Not eine Tugend und ist nur noch bemüht, bewaffnete Zusammenstöße zu verhindern. Die staatliche Militärmacht und die Gendarmerie ist aus Seite» der Arbeiterschaft, die Tag und Nacht unermüdlich anf de« Posten ist. Die durch die bürgerlich« Presse verbreitete Meldung, daß die, italienische Militärmission du Tiroler Landesregierung für den Notfall Truppen zur Hilfeleistung angeboten habe, ist eine Lüge und kann nur als Sensationsmach« bürgerlicher Iour- nalistik betrachtet werden. Bor dem Eisenbahnerstreik ist es der bayerischen Orgesch gelungen,«inen Möbelwagen»oll Waffen und Muni tion als Umzugsgut über Kusstein noch Tirol zu bringen. Es sind ausreicheiche Maßnahmen getroffen, daß weitere Transporte nicht mehr über die Grenze kommen. Die Meldungen der bürgerlichen Presse, daß au» München und Wen Kommunisten zugereist feien, die die Arbeiterschaft ver- hetzen, ist purer Schwindel, ebenso die Meldungen, daß die sozialdemokratischen Führ« die Arbeiter nicht mehr in der Hand hätten. Die ZUarmnochrichten sind nur daraus berechnet, die Lage' in Tirol so darzustellen, als ob dort völlige Anarchie herrsche. damit die Orgesch als Retter vor der Gefahr de» Bolschewismus erscheinen kann. Di« Kommunisten stnd ein völlig einflußloses Krüppchen, die Arbeiterschaft hält strengste Disziplin; die Ruhe ist nirgends gestört. Herr von Kühr empfiehlt stch (Eigene Drahimeldung der„Freihei t".) München, 20. November. Der bayerische Ministerpräsident von Kahr hat der Tapfukeit besseren Teil gewählt und der Einladung der Tiroler Orgesch zum! Landesschießen nicht Folge geleistet. Es traf in Innsbruck ein! Schreiben ein. dessen Siegel den Aufdruck trägt:„Präsidium der' königlich bayerischen Regierung". Das Schreiben lautet: „München. 10. November 1920. An die Laadesleitung de» Heimatwehr Tirols. Im Auftrag S. Exzellenz, des Hurn Ministerpräsidenten Richard von Kahr, beehre ich mich, ganz ergebenst mitzuteilen, daß Seine Exzellenz zu seinem leb- haften Bedauern verhindert find, der liebenswürdigen Ein- ladung zum ersten Landesschießen Folge zu leisten. Ergebenst: Rat Surrer." Eine deutfch-nattonale Fälschung Berlin, 20. November Nach Auskunft de« preußischen Staatskommissars für die öffent- liche Ordnung ist der von der„Deutschen Zeitung" am 5. November veröffentlichte Schi'iftwechsel zwischen einem' angeblichen kommunistischen Zentraloher- kommand.o in Berlin und der Moskauer Regierung eine Fälschung. Damit entfallen alle an die Angaben dieser Schriftstücke über Organisation und Bewaffnung einer Roten Ar- me« geknüpften Folgerungen. für Zucker ausgegeben. Die Gesamtsumme der Schleichhandelsgeschäfte in fünf Monaten ist aus 1 118 367 Mark festgestellt worden. Das Gericht hat den Eden-Direktor zu 9 Monaten Ge- fängnis und 200-000 Mark Geldstrafe verurteilt. Ob Herr Birndörfpr schuldig ist oder nicht, ob er. wie seine Berufskol. legen behaupten, nur das Opfer der Verhältnisse war, er- scheint nebensächlich neben der Tatsache, daß es zahllose solcherEdenhotels gibt, in denen geschlemmt und ge- praßt wird, in denen e i n Gast für die Berpflegung«ine» Tages so viel ausgibt: wie manche Proletarier f a m i l i e nicht für den Unterhalt eines ganzen Monat» übrig hat. Und daß es zu gleicher Zeit Millionen von Woh- nungshöhlen gibt, in denen Menschen. Gottes Ebenbilder, ihre Leiber mit stinkenden Lumpen bedecken müssen, in denen Erwachsene und Kinder sterben und verderben, weil für sie in dieser Gestllschaftsordnung kein Platz ist. Sffnd es Einzelerscheinungen, Auswüchse dieser Ordnung, die sich hier so unvermittelt nebeneinander zeigen? Nein, durch sie wird ihr wahre» Wesen blohgelegt. Ohne Marcus- Hof kein Edenhotel, ohne die Hölle für das Proletariat kein Paradies für das Kapital. Aus den stinkenden Lumpen der Marcusgasse erwachsen die Prachtträume des Kurfürsten- damms. Aüf der Auvbeutuna der Lohnarbsiter baut stch dt» ganze kapitalistische Welt aus. DeshaU» dürfen wir so nicht dabei bewenden lassen, daß ei» Staatoanwalt aelegentttch einer allzu häßlichen Erscheinung dieser kapitalistischen Welt zu Leibe geht, wir«ollen un? mich nicht damit zufrieden Das ist die eine Lehre, die wir aus dem Falle des Eden- Hotel« zu ziehen haben. Sie ist alt genug, aber sie muß un» täglich aufs neue ins Bewußtsein dringen. Und nun die »0- e i t e Lehre. Die ganze bürgerliche Welt ist um diesen� »�"'Direktor in Erregung geraten, weil sie sich durch da» ?sssste'fen des Staatsanwalts in ihren heiligsten Interessen nt Jc- Nun stehen sie alle einig und geschlossen da. Jiss?, Nndet man keinen Unterschied zwischen Christen und im? o-t fkn» Zwischen Deutschnationalen. Zentrumsleuten l liberalen. Sie verteidigen ihr Eden mit Zähnen und �-- W»rtnitfllißlfÄClt' w Sie streiten iky noa,...... iiirr irni,? M I t t e l n der Sozialismus verwirklicht werden uhen nicht, daß sie darüber stch selbst den Weg er- soll � Zu den Höhen menschlicher Kultur führen? w* flr«S£ Inferno, Paradies und Hölle, Kapital und Ar- -, �uter und Ausgebeutete: Unüberbrückbare Ab- gründe zwqcken den Klassen! Schon aber stnd die Zeichen «»foeriwlet. hj, da» Ende dieser Zustände kündsn. Je toller Z» k-pttalistisch« Wslt treibt, desto schneller wird die, CniTOe komme», t» d« da« Proletariat als die stärkst« Macht I enbe�ercittt beT �"kunft diesem Wahnwitz«iir» Kampf-Ansage Auf die Anfrage nach dem Stande der Sozialifierungs- gesetzgebung war von vornherein keine andere Antwort zu erwarten, als die. die am Sonnabend der Finanzminister Scholz abgegeben hat. Die Regierung will sich nicht für die Sozialisierung des Bergbaues aussprechen, sie hat aber zur» zeit auch noch nicht den Mut zu einer klaren Ablehnung. Deshalb ist es ihr außerordentlich sympathisch, dag sie sich auf die noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen der Sach- verständigen des Reichswirtschaftsrats zurückziehen kann. Erst wenn sich die Mitglieder des Vcrständigungsausschusies verständigt haben, soll der Entwurf vorgelegt werden, und wir dürfen nun nur neugierig sein, wie sich das Kabinett aus der Affäre ziehen will, wenn es, was wahrscheinlich ist, n i ch t zu einer Verständigung gelangt, oder wenn, was sicher ist, die Arbeiter und besonders die'Bergarbeiter, von dem Kompromiß, das da gebraut wird, nichts wissen wollen. Der„V o r w ä r t s" meint auch, man habe nicht ver- langen können, daß Herr Scholz in diesem Moment einen fertigen Entwurf auf den Tisch des Hauses legen, aber mit Fug und Recht sei doch eine Erklärung zu erwarten gewesen, daß sich die Regierung auf keine Täuschungsmanöver ein- lassen werde, die von dem geraden Weg einer wirklichen Sozialisierung, einer ausbeutungssreien Gemeinschaft, ablenkten. Ist das Blatt der Rechtssozialisten wirklich so naiv oder stellt es sich nur so? Keine Sekunde lang konnte doch angenommen werden, daß es der Regierung Fehrenbach wirk- lich noch ernst mit der Sozialisierung fei. Sie mag einmal in der Angst etwas versprechen, aber wenn die Angst verflogen ist, denkt sie nicht daran, ihre Versprechungen zu halten, und zu allem Ueberfluß hat der Schatzminister R a u m e r vor kurzem in Magdeburg Ausführungen ge- macht, die den bündigen Beweis dafür liefern» daß das Kabinett in den vom„Vorwärts" erwähnten Täuschungs- Manövern bereits mitten drin steht. Es kann deshalb niemand behaupten, der Bescheid des Herrn Scholz habe uns um eine Hoffnung ärmer gemacht. Aber die vorwurfsvolle Miene der R e ch t s s o z i a l i st en mutet auch noch aus einem anderen Grunde etwas komisch an. Sie haben'sich im Reichstag sowohl von der Regierung wie von den Vertretern verschiedener Parteien an ihre eigene Saumseligkeit und Unsicherheit erinnern lassen müssen. Ihr Sozialisierungseifer ist erst in die Halme geschossen, seitdem sie in der Opposition stehen. Als sie in der Macht waren, boten sie dem Proletariat Steine statt Brot, und auch heute noch sitzt in ihren Reihen manch einer, der grundsätzlich andere Wege gehen will als den des Ledererschen Vorschlags, zu dem sich die Partei doch jetzt wenigstens in seinen Erundzügen bekennt. Selbstverständlich ist dieser Hinweis auf die Taten oder vielmehr die Tatenlosigkeit ihrer Kritiker keine Recht- fertlgung für die gegenwärtige Regierung. Sie hat, als sie ihr Amt antrat, die Sozialisierung in Aus- sickt gestellt, und wenn sie jetzt nach Ausflüchten sucht und sich anschickt, uns an Stelle der echten Ware schwinoelhaften Ersatz in die Hand zu drücken, so bricht sie ihr Wort und darf sich nicht wundern, wenn sich die sozialistische Arbeiterschaft geschlossen und ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit mit aller Schärfe gegen sie wendet. Der Wirtschaftsminister verwahrt sich gegen den Vorwurf, als ob er und seine Kollegen stillständen, oder nur nach der Art der Echternacher Springprozcssion vorwärtsschritten. Er hat Recht: die Regierung marschiert. Aber die Schnecke marschiert auch, und schließlich kommt es nicht nur auf die Bewegung an, sondern auch auf das Ziel. Wohin marschiert man? Das steht nun nach der negativen Seite fest: nicht zum Sozialismus! Positiv hat sich Herr Scholz nicht geäußert, wenn man nicht etwa seine allge» meinen Redensarten über das Ideal der Arbeitsgemein- schaft als eine präzise Antwort auslegen will. Doch wir dürfen tausend gegen eins wetten, daß das Ziel den be- kannten Vorschlägen des Herrn Stinnes sehr viel näher liegt, als den Entwürfen der Sozialisierungs- kommission. Stinnesschen Geist atmen die Darlegungen der Redner der Deutschnationalen und der Deutschen Volks- partei. und diese beiden Gruppen stehen doch dem Minister, zu dessen Aufgabenkreis die Vorbereitung der Sozialisterung gehören soll, politisch am nächsten. Aus ihrem Munde hören wir noch einmal alle die bekannten kapitalistischen Einwände gegen die Vergesellschaftung und die Ausschaltung des kapitalistischen Profits. Hier wird ausgesprochen, was die Regierung einstweilen noch zu verschweigen für gut hält. Die beherrschende Idee ist die vertikale Be r t r u st u n g auf der Vasig der Kohle, die den Arbeitern durch die Ausgabe von Kleinaktien schmackhaft gemacht werden soll, und sie wird umkränzt mit einigen törichten Bemerkungen' über Zusammensetzung und Tätigkeit der Sozialisierungskommis- sion und mit der Betonung der Notwendigkeit, die ganze Angelegenheit nicht unter politischen, sondern unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Daß die Herren gar nicht merken, wie lächerlich es wirkt, wenn sie über das Fehlen der Verghcrren in der Soziali- fierungskommission klagen! Der Ausschuh wurde eingesetzt, um die Sozialisierung vorzubereiten, nicht um sie zu hinter- treiben. Sollte der Kapitalismus erhalten werden, so war es nicht nötig, eine Kommission mit der Untersuchung der Bedingungen seiner Eristenz zu betrauen. Auch die Be- schwerde darüber, daß ein Nichtdeutscher, nämlich der aus Deutschösterreich stammende, nebenbei seit langem an der reichsdeutschen Universität Heidelberg tätige Professor Lederer, ein gewichtiges Wort mitgesprochen hat, ist ab- «eschmackt genug. Sie kann ernsthaft nur von Leuten er- oben werden, die kür sich nicht nur einen deutschen Gott, sondern auch eine deutsche Wirtschaftswissenschaft in An- fpruch nehmen, und sie ist ja auch schließlich nur bestimmt, um die Frage durch dag Hineintragen von Dingen, die nicht das geringste mit ihr zu tun haben, zu verdunkeln. Und das geschieht dann von denselben Kreisen, die sich hinstellen, um die sozialistischen Parteien zu beschuldigen, daß sie ein w i r t- s ch a f t l i ch e s Problem in ein politisches verwandeln. Wir sind wahrhaftig die letzten, die den ökonomischen Eha- rakter der Sozialisierungsfrage verkennen. Wir streben ihre positive Lösung nicht nur im Interesse der Arbeiterklasse an, sondern weil wir überzeugt sind, daß es außerhalb dos So- zialismus für Deutschland keine Rettung mehr gibt. Das eine ist uns freilich dabei klar, daß zur Verwirklichung unserer wirtschaftlichen Forderungen politische Mittel ange- wendet werden müssen. Politische Mittel n im weitesten Sinne des Wortes! Hier steht der Sozialtsmus gegen den Kapitalismus, und der Sieg des einen oder anderen Prinzips ist ein? Macht- frage, die wir vom Boden des Klassenkampfes aus ent- scheiden müssen. Es gibt keine Verständigung, wie sie die Regierung zu erträumen scheint. Der Schwindel der Beteill- gung durch Kleinaktien, der ja in Wirklichkeit nur darauf hinausläuft, der Industrie neue Möglichkeiten zur Deckung ihres außerordentlichen Kapitalbedarfs zu erschließen» ver- fängt bei uns ebensowenig wie die Behauptung, das Ideal einer organisierten Bedarfdeckungswirtschaft sei erreicht, wenn die weiterverarbeitende Industrie sich mit der boden- ständigen in Riesenkonzernen zusammenschließe. Damit mag man zur Not noch bei dem Zentrum und bei den Demo- kraten einen gewissen Eindruck hervorrufen, die in ihrer Ber- legenheit gestern nicht besseres zu tun wußten, als der Re- gierung einen Vertrauensoorschujj zu geben. Die Arbeiter- schaft besteht auf ihrem Schein. Sie weiß, was sie unter So- zialisierung zu begreifen hat, und sie wird sich von der Linie, auf der sie hält, nicht abbringen lassen. Heute fühlt sich die Bourgeoisie stark. Sie versichert, keine Angst vor dem Proletariat zu haben. Kein Zweifel: sie i st stark. Aber sie täte gut daran, die Entschlossenheit der Ar- beiterklasse nicht zu unterschätzen. Von allem anderen abge- sehen braucht nur die Frage aufgeworfen zu werden, welcbcn Ausweg dann der Kapitalismus finden will, wenn die be- trogenen Bergarbeiter sich weigern, Uebcrschichten zu verfahren und die Entente auf den jetzigen oder womöglicki noch höheren Kohlenablieferungen besteht. Hinter den Berg- arbeitern aber sammeln sich alle ihre Klassengeiwssen, und was auch geschehen möge, diese Massen werden nicht zugeben, daß das Sozialisierungsproblem von der Tagesordnung ver- schwindet, ehe es in ihrem Sinne gelöst ist. Der Dank für den Streikbruch Berlin, 20. November Der Reichsminister des Innern Koch hat der Technischen Rot- Hilfe folgende Mitteilung zugehen lassen:„Es ist mir als zustän- digem Rcichsminister eine ßreudige Pflichterfüllung, der Technischen Nothilfe für die aufopfernde Hingabe zu danken, mit der si« sich letzthin, während des Berliner Elektrizitätestrcikz, wieder selbstlos in den Dienst der Gesamtheit gestellt hat. Die stattliche Zahl von Männern und Frauen, die in unserer von schweren wirtschaftlichen Kämpfen erfüllten Zeit ihre eigen« Person zurückstellen und keine Mühe und Gefahren scheuen, er- streben keine Parteinahme zugunsten widerstreitender Kräfte und Interessen. Ihr Ziel ist, in diesem Kampfe die Ee- samtheit vor schwersten Erschütterungen infolge Stillegung lebens- wichtiger Betriebe zu bewahren. Durch ihre Hilfsbereitschaft mildern die Nothelfer die Art der Austragung solcher Kämpfe. Je mehr unsere Verhältnisse gesunden, um so seltener wird es erforderlich fein, die Technische Nothilfe zu ihrer freiwillig über- nommenen Pflicht aufzurufen. Aber immer wird sie das Ve- wußtsein haben dürfen, in schwerer Zeit dem Staat und der Wirtschaft wertvolle Dienste geleistet zu haben." Die Kundgebung des Ministers des Innern ist ein S k a n- dal. Die Regierung weiß, daß die Technische Nothilfe keine parteilose Einrichtung ist/ sondern plan- mäßig und bewußt zu einer arbeiterfeindlichen Schutztruppe des Kapitals ausgebaut wird. Die begeisterte Lobrede des Herrn Koch an die Adresse der Technischen Nothilfe muß des- halb als bewußte Provokation der Arbeiterschaft gewertet werden. Uns dünkt, daß es im Interesse der Re- gierung selbst liegen würde, wenn ihre Mitglieder eine min- der aufreizende Sprache führten und sich nicht gar zu offen- kundig als Schleppenträger des Kapitals zeigten. Was die Firma Grutzer sagt Nach einer Meldung aus Amsterdam weigerte sich die Firma Grußer. Philippsen u. Eo., der Presse Mitteilung über ihre Be- Ziehungen zu Deutschland zu machen. Die Firma bezeichnete je- doch die Gerüchte, die in der Berliner Presse verbreitet wür- den, als zu 80 Prozent übertrieben. Sie bestreite nicht, daß gewisse Beziehungen zwischen dem Kronprinzen und Herrn Grußer bestanden haben» Sie habe in der ganzen An« gelegenheit bereits einen Rechtsanwalt in Anspruch ge- nommen. Wenn der Riesenschieber Grußer schon einen Rechtsanwalt ge- funden hat, der sich seiner Sache annehmen will, dann wird es wohl nicht mehr lange dauern und er wird auch«inen Richter gefunden haben, vor dem er seine Unschuld beteuern kann. „Wollen Eure Königliche Hoheit geruhen, anzugeben, ob Hoheit mit Grußer in geschäftlichen Beziehungen gestanden haben?" Welche Perspektiven eröffnen sich da, wenn die Grafen, Fürsten und Barone als Zeugen aufmarschleren sollten, um vor deut- schen Richtern kundzutun, daß sie und Grußer die ehrlichsten Menschen der Welt sind. Uns wird mitgeteilt, daß das Haus Paßstraße 18. in dem die Bankfirma Grußer. Philipvjohn u. Tie. ihr Bureau hat, früher einem gewissen M ausseid gehörte. Dieser verkaufte es an den Adjutanten des ehemaligen Kronprinzen, einen Herrn von Thust, um eine Million, der es dann an seinen Freund Grußer für IM Millionen weiterverkaufte. Der Vertreter von Erußcr in Hausanaelegenheiten und wohl ouefi in anderen Dmaen ist der Rechtsanwalt Eutzeit, Eontardstraße 5. Am Sonnabend voriger Woche erschienen fünf Kriminalbeamte, um eine Haus- fuchiing vorzunehmen. Zu einer Verhaftung kam es nickt, da es sich nicht um Arbeiter handelte. Grußer war bereits flüchtig. Der frühere Besitzer, von Thust, hatte sich nach hinten heraus drei Zimmer auf das Eleganteste eingerichtet. Kurz vor seinem Einzug dahin starb er sehr plötzlich. Ebenfalls starb kurz nach seinem Besuch bei Grußer der P r i n z I o a ch i m v an P r e u ß e n. Das Haus ist kürzlich zugleich von Grußer in Amsterdam an einen Deutschen und von Eutzejt an eine andere Person verkauft worden. »» Eine bürgerliche Korrespondenz berichtet, daß die Untersuchung über die Kapitalsverschiebungen sich auch nochauf andere Fälle ausdehnen soll. Zu Beginn der Revolution seien eine Reihe rechtssozialistischer Vertrauensleute in die Ministerien und Behörden entsandt worden, um die Tätigkeit der Beamten zu kon- trollieren. Einem dieser Kontrolleure sei es im Haupttelegraphen- amt aufgefallen, daß eine Berliner Bankfirma bei der Versendung von Telegrammen sich nickt an die Vorschriften hielt, die für die Ueberweisungen von Kapitalien an das Ausland erforderlich waren. Er stellte diese Unregelmäßigkeiten fest und in einigen Fällen wurde die Absendung der Telegramme verboten. Es soll jetzt auch darüber eine Untersuchung vorgenommen werden. » Wie steht es aber mit der Unterfuchungder Kapitals» Verschiebungen, von denen wir vor einem halben Jahr, zur Regierungszeit Hermann Müllers, Kenntnis gaben? Republikanischer Ftthrerbund und Kommunisten Auf dem außerordentlichen Bundestag des Republi- konischen Führerbundes, der am Sonnabend im Lehrer-Bereinshaus in Berlin seinen Anfang nahm, kam es zu einer bemerkenswerten Auseinandersetzung mit e»nem Vertreter der Kommunisten. Schon der erste Bundesoorsitzendc Ries. stahl verwahrte sich gegen dl« Behauptuna, daß der Bund in Beziehungen zu den Kommunisten getreten sei. Er führe seinen Kampf mit geistigen Mitteln und wolle besonders bie Unteroffiziere zu Staatsbürgern und Trägern des republrkaniscyen Ee- danken« im Heere erziehen. Die Ortsgruppe Breslau legte ein« Resolution vor, die sich gegen die Mitglieder der dritten Internationale wendet, weil in dereil 21 Punkten der Aufbau einer illegalen Organisation gefordert wird. Gegen diese Resolution wandte sich der Neukommunm Wegmann. Er meinte, daß der Republikanische Führerbunv in seinem Kampfe gegen die Reaktion doch alle Link-oarteien brauche und deshalb auch nicht die Kommunisten ausschließeil dürfe. Nach einer längeren, ziemlich erregten Debatte, wurw die Entschließung mit 2S gegen 7 Stimmen angenommen. Damit sind die Kommunisten aus dem Republikanischen Führer' bund ausgeschlossen. Völkerbund, Abrüstung und Rohstoff- Verteilung Genf, 20. November. Die Wlkerbundsversammlung setzte heute vormittag die Alls» spräche über den Bericht des Eeneralsekretariats fort. Der bei' gische Delegierte. Senator Lafontaine entwickelste seine St«> lungnahiüe zum Völkerbund. Neben dem Problem des wirt' fchaftlichen Wiederaufbaus sei es besonders die Fwi' der Abrüstung, die für die Welt geradezu eine Lebensfra?« bedeute angesichts der Tatsache, daß der Militarismus heute mA- verschlinge als vormals. Es seien nicht nur die Pazifisten, dck diese Abrüstung verlangen, sondern die Finanzleute und die Man' ner des Wirtschaftslebens seien es, die auf erne Herabsetzung d» militärischen Ausgaben dringen. Es müsse eins international Armee des Völkerbundes an die Stelle des nationalen Militant' mus treten, die nicht mehr ein Instrument der Haßpolitik, st"'' dern des Rechts sein müsse. Es wäre sehr leicht, diese inteP nationale Armee heute sür die Rettung Armeniens zu bilde». und der Völkerbund würde eine aewaltige moralische Kraft Winnen, wenn er(ich zu einer solchen Aktion«ütschließen würde- Im weiteren Verlaufe der Aussprache über den Bericht de Generalsekretärs bezeichnete der kanadische Delegierte R»' well als Hauptaufgabe des Völkerbundes die V e r h i n d e' rung künftiger Kriege. In der Rohst offverte'' l u n g stehe Kanada auf dem Standpunkte, daß es sich hier"i" eine interne Frage handle, die nicht der � Völkerbund, sonder» jede einzelne Nation selbst zu entscheiden habe. Als letzter Redner sprach Trttoni-Italien. Er stimme � dem Bundespräsidenten Motta darin überein, daß bei der Am führung der Friedensverträge, soweit sie dem Völkerbund an»re traut sei, die größte Unparteilichkeit, und Gerechtigkeit zur v" tung kommen müsse. Sämtliche Verträge müßten wörtlich öffentlicht werden, weil gerade dadurch das Ziel des Voll» bundes, künftige Kriege zu vermeiden, am besten erreicht wer°z Die Auffassung des kanadischen Delegierten in der Frage»» Nohstosfverteilung müsse er bedauern. Tittoni erntete st«*" Beifall, als er betonte, im Völkerbund müßten vor allen Diiw nicht die nationalen, sondern die internati» nalen Interessen zur Geltung kommen. Die Verteilung � Rohstoffe sei für viele Völker geradezu eine LebensfraS Er schließe sich dem Wunsche des Bundespräsidenten Motta/, daß Amerika bald Mitglied des Bundes wem. Was die 3' l a j f u n g der anderen Staaten betreff«, so habe er?.! sönlich die Auffassung, daß der Völkerbund erst dann wirksai"> wenn sämtliche Nationen der Welt in ihm vertreten seien. Damit war die Aussprache über den Bericht des Gen«� sekretariats beendet. — Ein Unschuldsengel Der Deutsch-nationale Handlungsgehilfenverband schickt uns st gende Berichtigung:_ � „In Rr. 458 der„Freiheit" vom 28. Oktober 1920 wird über" ..Orgesch" berichtet und gleichzeitig damit mitgeteilt, daß K Deutschnationale Handlungsgehilfenv.erband mit dieser milsP, schen Gehelmorganisation in Unterhandlung oder stehe. Der D. H. P. hat weder mittelbar noch urtmittelbarj etwas mit der„Orgesch" zu tun gehabt. Der D. H. V. hat früher noch später von der„Orgesch" eine Einladung erhalten-, Hierzu bemerken wir, daß unsere Nachricht der„Chemm?, Volksstimme" entstammte. Es war darin nicht behauptet, da»° Deutschnationale Handlungsgehilfcnverband, sondern die Cef: nitzer Zweigstelle mit der Orgesch in Verbindung steht. das stimmt, trotz der Berichtigung von Berliner Seite. kann eben nicht wissen, was Chemnitz tut. Die Kabinettsblldung in Oesterrei� TU. Wien, 20. Noveint*, Die Kabinettsbildung ist vollzogen. Die Kombination ist endgültig gescheitert. In der heutigen Sitzung der Notu> � Versammlung wurde mit den Stimmen der Christlichsozial:" � der Großdeutschen Vereinigung folgende chrlstlichsoziale RegiessZ, gewählt: Bundeskanzler und Acoßeres Dr. Mayr, Minist*'� des Innern und Heereswesen Glanz, Unterricht Brei« � Finanzen Grimm, Ernährungswesen G r ü nb e r g e r, Malta», Handel M e i n d l. Landwirtschaft Hauet»!.-,! zial« Verwaltung Resch. Bon großdeutscher Seite wird daß die großdeutschen Abgeordneten sür die Wahl diese«»JA, rung nur deslmld gestimmt haben, um den unhaltbaren>> den. wonach«in Rumpskabinett die Geschäfte führe, ein Em'.z machen. Die Großdeutschen stehen jedoch auf dem GtanWy daß sie sich der Regierung gegenüher freie Hand vorbehalten-� werden tbr weiteres Verhalten von der Tätigkeit in der»' il rung abhängig machen. Der neue Bundeskanzler ist der bis"� Leiter der Kabinrttskanzlei und ehemalig« Innsbrucker tätsprefcssor Dr. Michael Mayr. ___ J Aus der Partei Gesuchte Konflikte Wir erhalten folgende Zuschrift: ,! In der„Internationale" vom 20. November 1920 ver»�- lichen Martha Arendsee und Bertha Rraunth"' Erklärung, in der sie mir vorwerfe� mich Mittel" bediente, um Verwirrung in oie xHlse iyrcr genossinnen zu bringen. Diesen Vorwurf begründen sie Wjjd oaß ich Artikel, die mir von beiden vor dem Hallenser zugegangen seien, erst nach dessen Stattfinden veröfst" j hätte, um dadurch den Anschein zu erwecken, als ob beid"� immer mit mir in derselben politischen Partei ständen, p' scheinen zu fürchten, daß sie nicht hinlänglich bekannt si"� Mitglieder der neukommunistischen Partei. Die spätere Veröffentlichung der in Frage kommenden � erklärt sich einfach. Martha Arendsee hatte bei meiner" j- gehenden Anfrage nichts dagegen einzuwenden, daß ihr erst in der dem Parteitag folgenden Nummer de� Kämpf""! scheine, da wir damals noch übereinstimmten, daß gerade a"' Gebiet der Fraucnaufklärung und»agitation gemeinsam«([ auch fernerhin nicht nur möglich, sondern sogar wünschcnsw" Bertha Vraunthals Artikel konnte vor dem Parteitag Raummangels nicht erscheinen. Er erschien infolge Druckereiversehens in der Nr. 21. Diese Aufklärung 9* Bertha Braunthal am 18. dieses Monats persönlich gegeb"� charakterisiert sie, daß sie trotz Kenntnis des wahren Sach»" mir„verwerfliche Täuschungsmanöver" vorwirft. Darauf kann ich nur mit dem bekannten Goethewort«n» Uebers Niederträchtige Keiner sich beklage, Denn es ist das Mächtige. Was man Dir auch sage! Mathilde S" Austakt jutn Kampfe! Deutscher Reichstag Sonnabend, den 20. November. Der Eesetzentwurf zur beschleunigten Erhebung des Reichsnot- »pfers und der Kriegsabgab« vom Vermögenszuwachs wird auf Antrag des Abg. Rither(D- Vp.f dem Steuerausfchuh überwiesen. Es folgt die Interpellation Müller-Frante«(Soz.): Ist die Reichsreqierung bereit, zu erllären. wann sie de« schon wiederholt— und brsonders erndringlrch nach dem Abkommen »ou Cpaa— zugesagten Eesehentwurf über d,e So» zialisierung des Kohlenbergbaues vorlegen wird. und zwar einen Entwurf, der sich nicht etwa auf em. Eewrnn.. Kapitals- oder Ertragsbeteiligung der ArveUer velchranken, vielmehr die v-llso zialisierung der Kohlensörderung und der Kohlenverteilung durchführen wird. Abg. Löffler(Soz.) begründet die Interpellation. Die Regie- rung hat sich klar und biinbia festgelegt, daß st- sich zwar auf keines der Gutachten verpflichtet hat, wohl aber die Vorlegung eines Gesetzes unzweideutig versprochen hat. Eeit diesen Ertlorungen ist es aber still geworden von der Sozial, sterung. Ich mutz daher fragen: auf welchem Standpunkt steht die Reg»». vang jetzt? Will sie vor den Gegnern der Sozialisicrunq. die sich fetzt mächtig rühren, etwa zurückweichen? Darauf mutz em« Nippe und klare Antwort erteilt werden. fLebhaster Beifall be, den Soz.) Redner gibt einen historifchen Rückblick aus die Geschichte des Bergbaues. Die bisher gemachten Vorschlage waren rein privatkapitalistisch orientiert. Man will jetzt statt der nicht, mehr genügenden horizontalen Gliederung des Wirt- fchaftslebens die vertikale Gliederung einführen. Man will die einzelnen Produkte von ihrem Ursprung bei der Kohle bis zu ihrer letzten Verfeinerung zusammenfassen. Die sfolge davon wäre «ine Zusammenfasiüng ganzer Wirtschastszweige unter privat- kapitalistischer Herrschast. Gegen diese Kohlenherzogtümer, die unter den jetzigen Berhiiltnisien ungeheuerlich sind, müssen wir un, entschieden wenden. sSehr richtig! bei den Soz.) Durch die Reiben vieler Hunderttausender Kohlenarbeiter geht der Ruf noch seelischer Gerechtigkeit, der in dem Gedanken der So- Miste rung. und der Forderung nach dieser seinen Ausdruck findet. "Ä? das schlimmste was uns im aegenwärtiaen Jagenblicke geschehen konnte.(Zwischenruf und Widerspruch des Abg Winnefeld(D. Vp.). Sie sind absolut nicht autorisiert, für die Bergarbelterschaft das Wort zu erheben. Sie sind insvi- riert vom christlichen Gewerkverein.(Beifall bei den Soz.) Wir sind uns unserer Mission vollkommen bewutzt: die S t e i a e r u n g oer Produktion zu erreichen und damit dem Volksgaiizen zu dienen. Wir erwarten aber auch von der Regierung Verstand- ms und Entgegenkommen.(Beifall bei den Soz.) Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz: Zu der, wie ich anerkennen muh. auherordentlich sachlichen und magoollen Begründung der Interpellation habe ick namens der Reichereaierung zu erllären: Die Reichsreaierung wird auf Grund »er Erklärung vom 27. Oktober einen Gesetzentwurf über die«e» memwirtschastlich« Regelung des Berabaues mit gröhtmöglichster Beschleunigung der gesetzgebenden KSrperschast vorlegen. Im gegenwärtigen Augenblick sind die Beratungen der Sachverständi- S«n des vorläufigen Reichswirtschaftsrats und des Reichskoblen- tats noch nicht abgeschlosien. Um endgültig eine gemeinsame Grundlage für diese entscheidende Frage der Neuregelung unseres Wirtschaftslebens zu finden, wurde die ursprünglich nur aus ,----—... vL�v-u-üi�, wui-v ywiiis.iiiiu.ji4v Heidende Frage der Neuregelung unseres —".iwuiioicutiv» hu linoen, wurde die ursprünglich nur aus ��tretern des Kohlenbergbaues bestehende Sachverständigen- W�mssion durch weitere Sachverständige ergänzt. Es wäre ver- Uuht. schon jetzt vor Abschluß der fachmännischen Beratungen ein •urteil oder einen Bescheid zu geben. Die Retchsregterung ist sich bewutzt. daß sie nicht einen Schritt vorwärts und zwei Schritt rückwärts machen darf, sondern umge- kehrt. Sie wird und mutz einen geraden aber wohl überlegten Weg einschlagen. Auch der Borredner mutzt« an- erkennen, v�h die Frage der gemeinwirtschaftlichen Regelung ni�t so ganz einfach zu lösen ist. Datz es so ist, geht mit groher Deut- lichkeit daraus hervor, datz die Partei des Interpellanten, die ly, Jahre lang teils allein, teils matzqebend in der Reichsregie» rung gesesie« hat. während dieser Zeit eigen solchen Weg nicht vorzuschlagen vermochte.(Zustimmung rechts. I. �, Die Besprechung der Interpellation wird be- schlössen. Abg. Bol,(Ztr.) schließt sich namens seiner Fraktion den Er. «Srunqen der Regierung an und hofft, daß die Beratungen der Kommission möglichst bald zum Abschluh gebracht werden. Konnte diez nicht der Fall sein, dann mühte die Regierung tunlichst rasch ihre Vorlag« einbringen. Wir halten es augenblicklich nicht für Zweckmähig, in eine nähere Beratung der Frage einzutreten. , ilbg. Leopold(D.-Nai.): Die Sozialisierungskommission war '».«inseitig zusammengesetzt, dah die für das Wlrtschafts- leben maßgebenden Personen nicht zu Worte kamen: die Teil« ?o uiaren zum Teil nicht einmal deut'cke Reichsangehörige. süebhaste Unruh« links.) Wir müssen das Ergebnis der allein '.��verständigen Siebenerkommission abwarten. Nur der Gedanke »er Arbeitsgemeinschaft kann un» wieder hochbringen.(Bravo! rechts.— Widerspruch links.) �hg. Euriins(D. Vv.): Es gibt zwei Weg« zur Lösung des Problems, den des Reichswirtschaftsrates, den Weg der Sachlich- l,?« des Vertrauens einerseits, oder den Weg der Politik, der in an- �dsgang vom Generalstreik und drm Abkommen des ttntr,? genommen hat. andererseits. Die sozialistischen Parteien Krtn°rn W e g d e s Kampfeg um die Macht gehen. Der fori.*06 Ml« Hot heute in seiner Begründung sich in Wider- ra, i-P�rtzt zu seinem sachlichen Auftreten im Reichswirtschafts- .h«eln»— r.--------'.--- ->�g. zu, einem lachtichen�Nreten�'M�Ret»«�� r�htigl �eine Drohungen waren bcsi« l, Ausgleichs gehen. pAts.) Wir wollen den Weg des M'�n em � � auch einen Hlnweis darauf. tz � Abkommens «NN Ä'�ung der Kohlenwirtschaft die Ers. ttx Deutschen mlf» 0 unmöglich machen wurde.(Bei, au volkopartei.) �«... Genosse Hensto- Im politischen Leben, und aanz besonder» m diei-ni��ue er M�rholungen kommt der P��'ker sehr> müssen. Es ist bekannte Wahrheiten erneut aussprech �zialisierung eine .ne bekannt« Wahrheit, daß die Frage oe � � � und wenn politrsch, Machtsraqe ist(Sehr wahr, bei den Wahrheit ** lemals notwendig war, diese schon lang'. richtig! bei den «rneut auszusprechen, dann gerade b"sie. können, dah U. Soz.) Denn wir haben heut« hier w�neow � dem, was außerhalb dieses Hauses in de � auf die Re- Monaten vor sich gegangen lst. namlich dem � �� die Spitze Vierung in der Richtung der Abwehr der S Z Minister Scholz ausgesetzt worden ist. Die Erklärung des Baa b„ bar unsere Annahme nur bestätigt und drgr de» Regierung alle« ander« als eine ,vor».erui,g iz Soz.) Bergbaues zu erwarten ist.(Zustimmung..jjche Partei nach Dann haben wir hier gehört, dag eine b g interesiantesten der anderen sich hinter die Regierung'teuie. zweifellos ver- war mir dabei die Erklärung des Zentrum-,. e{annt war. Das saht worden ist, bevor die Regierungverlmrun» �z�res auf den Zentrum, dies«..Arbeiter"paitei. sich. ch zu«isien. wie Boden der Regierungserklärung gestellt, ohne no � soweit sie diese Erklärung auesollen würde. Die Berg mattci nicht erder Zentrumspartei folgen, können von vi« r«inev von warten, daß sie die Eoztalisierungssrage �irgendw wird. 'den Arbettern gewünschten Sinne �u losen b>rc � bürgerlichen Wir haben dann in Ähnlicher Weste die ubMe�vu» � Parteien sich äußern hören. Wir haben von b ����birekior deulsSnaiionalen Bolkspartei, dem ���.-.-ikierung der �ne» Mvold gehört, d-tz die Forderung jj. Soz.) Die N«e Schrei der Mallen" sei.(Hört, hört! bei den u. �&ettn wirtschasMchen Probleme, so haben �.bnnbmen gelöst werden. Schorr. können nicht durch politische Matznahmen g sisn hätten eienl Das e hier das Das heißt denn doch gerade dl« Falschmünzerei mit Worte« treiben. Unter allen Parteien hat es in erster Linie die deutsch- nationale Partei immer versucht und wird es immer wieder ver- suchen, die wirtschaftlichen Probleme, die hier vor Augen schweben. durch politische Matznahmen zu lösen und Ihre wirtschaftlichen Probleme(nach rechts) sind zusammenzufallen in dem einen Worte: Mehrung und Sicherung des kapitalistische« Prosits. Von dem Herrn Vertreter der deutschnationalen Partei ist weiter Sesagt worden, daß ihm die Drohung mit dem Streik nicht ab« alten würde, der Sozialisierungssrage gegenüber kühl zu bleiben. Nun, wir wissen sehr wohl, daß Sie kühl sein werden, solange Sie sich im Besitze der politischen Macht wähnen.(Sehr richtig! bei den U. S.) Wir haben ja erlebt dah die Bourgeoisie und damit alle bürgerlichen Parteien in dem Augenblicke nicht so kühl waren. als ihnen diese politische Macht abhanden gekommen war.(Sehr wahr! bei den U.S.) Heute glauben Sie nun. sagen zu dürfen eine Streikdrohung schüchtere Sie nicht ein. Nun. es hat keinen Sinn, eine Drohung mit einer anderen Drohung zu erwidern. Wir werden für unsern Teil dafür sorgen: das ist unsere heilige Pflicht als Vertreter der Arbeiterklaffe, die wir in erster Linie sind- daß die Interesien der Arbeiterschaft zu ihrem Recht» ko«. men. Wir werden den Arbeitern, so weit es möglich ist, Klar« heit über den Charakter der Politik der bürgerlichen Parteien und über das Wesen der bürgerlichen Regierung beibringen. Wir wer- den ihnen sagen, was sie zu tun haben, um ihr«. pol, tischen unv wirtschaftlichen Interesien zur Anerkennung zu bringen, und ,hre Forderungen durchzusetzen.(Sehr richtig! bei den U. S.) Dann der Vorwurst in der Sozialisierungskommt Leute gesessen, die nicht einmal Reichsangehörige nimmt sich in dem Munde von Leuten nett aus.®r.-.R Bergbaukapital vertreten, d. h.. ein so international organstwrtes. befestigtes und verschwägertes Kapital, daß z. V. ein Sh 1 � seinen Sohn Franzose lassen werden wollte, damit I. lipischen Interessen in Frankreich besser wahraenommen werven konnten.(Lebhaftes Hört, hört! bei den U.S.) Professor l�oe- rer. auf den man speziell gezielt.hat, ist selt zwöf I h.. fcssor in Heidelberg. Das genügte auch früher ven�euliw nationalen, daß ein solcher Mann genügend deutsch sei. Heute aber, wo er in der SozialisierMs5ommisswn gesessm das nicht. Die Arbeiter werden sich auf den Boiwn de» Professors e'ederei stellen und damit aus den Boden, dem l>>re eigenen Ver treter in der Sozialisierungskommission. angenommen �haben. Wie müssen die Herren von der Rechten in ihrem Hirzen wirk-. lich für ven Anschluß Deutschösterreichs an Deutschland sein, wie müssen sie geradezu in ihrem Innersten nach der Vereinigung der Deutschösterreicher mit Deutschland schreien, wenn sie so sprechen können von Leuten, die nicht Reichsangehörige. sondern vielleicht Deutschösterreicher sind.(Sehr richtig! bei den ll.S.1 Heuchelest wohin wir blicken! Rur einigermaßen Klarheit und Offenheit in der Mlehnung. der Sczialisierung. Nicht aus Stimmungsrucksichten soll die Soziali- sierung abgelchnt werden, sondern aus Stinnesrücksichten.(Sehr richtig! bei den U.S.) Die Zufriedenheit der Arbe,- ter müsse auf anderem Wege wieder hergestellt werden, als durch die Sozialistcrung. meinte der Herr Redner der Deutsch« nationalen Wir halten es für unsere Pflicht, den Arbeitern die Wahrheit zu sagen, der bürgerlichen Politik die Hülle abzu- ziehen, in die sie sich ideologisch verkleidet. Wir wollen der Ar- beiterschaft ganz klipp und klar sagen, Flinte und Säbel werde» in Anwendung gebracht werden, um euch die„Zusriedenheit" beizubringen.(Sehr richtig! bei den U-S.) Die Sszialisierungs« Irage ist eine Machtsrage, vergeht das nicht! Und das Verhalten sowohl der Regierung als auch der bürgerlichen. Parteien bat aufs Neue•bewiesen, daß sie eine Machtfrag« ist. Dazu ist aller- dings notwendig, dah die Arbeiterschaft d,« genügende politisch« Macht eufbringl, daß sie ein« einheitliche, kompakte Mass« dar« stellt. Und ich bin uberzeugt, was sie auch in parteivolttilcker Beziehung heute trennen mag: wenn es sich um die Sozialilie» rondsfrage handelt, dann wir» trotz alledem die Einheit der Ar- beiter,ck>aft da sein, dir Geschlossenheit, die notwendig ist, um die Interessen der«rdeiterklassr, und damit drr ganzen deutschen Bevölkerung mit Entschiedenheit«»ahrzunehmen.(Sehr richtig! bei den U.S.) Kleinaktien sollen der Köder sein, mit dem man die Arbeiter jetzt zur Zufriedenheit zurückzuführen hofft. Run, dadurch wer- den die Arbeiter sich nicht verlocken lassen, denn sie werden dabei nicht übersehen, daß eine Vollsozialisierung. wie wir es einmal nennen wollen, anf die Ausschaltung des kapitalistischen Profit- intercsses hinausläuft, und daß das mit den Kleinaktien erreicht werden fall, die Erhaltung der kapitalistischen Produktionsweise und die Wahrung des Profitinteresses ist. Das sind Gegensätze, die sich nicht vereinigen lasse«. Mithin dürfen und werden die Arbeiter sich nie und nimmer wr die Kleinaktien einfangen lassen. Dem Einwand: ehe der Mensch nicht anders geartet, könne eine Sozialisierung mcht durchgeführt werden, sind wir stets begegnet, indem wir sagten, die Menschen ändern sich je nach den verander- ten Produktionsverhältnissen. Das Fehlen und Denken der Men- Ichen ist nicht das Primäre, sondern ist da» von den ökonomischen Verhältnissen der Zeit und des Landes Abhängige. Darum wer- den die Menschen schon anders geartet werden, wenn wir nur andere Produktionsverhältnisse bekommen und damit wir andere Produktionsverhältnisse bekommen, wollen wir die Vollsozialisie- rung. Ganz charakteristisch hat der Herr Vorredner der Deurschnatio- nalen dann mit der Mahnung geschlossen, man möge ihm und seinesgleichen doch Zeit und Ruhe lassen. Da« erinnert an das Wort des Fafner:„Ich liege und besitze, laß mich schlafen." Aber die Arbeiterschaft wird die Besitzenden nicht schlasen lassen, son- der« sie wird immer aufs neue die Sozialisierungssrage aufrollen und sie wird für ihr« Lösung eintreten; denn in der Sozialisie- rungvfrage sollen wir doch nicht nur eine augenblicklich durch die Parteien aufgeworfene Agitationsfrage erblicken, sondern indem die Sozialisierungssrage nach der Revolution vom November 1918 auf die Tagesordnung gestellt wurde, wurde die soziale Revolution auf die Tagesordnung gestellt. Die Arbeiterschaft wird und muß mit allen ihr zu Gebot« tchenden Mitteln versuchen, die politische Macht, die sie heute chon besitzt, noch zu vergrößern bis zu dem Grade, daß sie im- tande ist, ihre politischen Forderungen durchzusetzen. Es soll und kann heute auf Einzelheiten der Frage nicht weiter einge- gangen werden, das wird bei Besprechung des Gesetzesoorlage und unseres Antraaes geschehen. Heute handelt es sich lediglich darum, über die Stellung, lahme ins Klare zu kommen, die die einzelnen Parteien aus ihrer allgemeinen politischen und wirtschaftliwen Anschauung heraus der Sozialisierung gegen- über gewählt haben und wählen müssen. Es ist ganz zweifellos, daß im kommenden Winter die Frage der Drschuffung der Kohlen eine ungeheuer schwierige Frage werden wird. Und es ist weiter zweifellos, daß, wenn es an Kohlen fehlen wird, es zu den größten Unruhen der Bevölkerung kommen kann. E» ist«in« Kataftrophenpolitik ohnegleichen, wenn die bürgerlichen Parteien und wenn die Regierung mit ihnen sich auf den Loden stellen: wir wollen die Sozialisierung langsam an- gehen lasten, wir wollen sie bis zum St. Nimmerleinstag hinausschieben, wir wollen sie wenn irgend möglich vereiteln. Auf das letztere läuft doch alles hinaus. Man will Zeit gewinnen in der Hoffnuna, daß es eines Tages überhaupt nicht mehr möglich fein werde, in der Cozialisierungsfrage zu entscheiden. Wir wollen eine solche Katostrophznvolitik nicht mitmachen, wir verlangen, datz die Forderung der Arbeiterschaft anerkannt wird, daß die SoziaNsterung durchgeführt wird, zunächst auf dem Gebiet« de» Bergbau«», damit nicht solche Kata» strophen eintreten, wie sie in ziemlich sicherer Aussicht stehen, wenn diese Frag« nicht im Geiste der Zeit und im Sinn« der Forderung der Arbeit« entschieden wird. Die Arbeiter wissen ganz genau, was sie mit der Sozialisierung wollen. Es wird zwar von einer Seite der Arbeiterschaft erklärt. es fei nur eine Vorspiegelung, wenn überhaupt von Sozialisie- rung geredet werde. Auch die Unabhängigen Sozialdemokraten täuichten die Arbeiter, wenn sie heute die Sozialisierungsaktion eingeleitet hätten. Run, es heißt eben eine ganz kindliche Ee- fchichlsausfassung offenbaren, wenn die betreffenoea Herren derart reden. Es muß, wie die Dinge liegen, heute danach gestrebt wer- den, die Produktion in Gang zu halten und sie zu steigern. Da gibt es nur �wei Mittel: etweder mit kapitalistischen Mit- tcln— das wieder beißt weitere Verelendung der Arbeiter, nicht nur Herabdrückuna ihrer Lebenslage sondern auch Beseitigung ihrer Rechte, die sie durch die Revolution erworben haben, o. h. neue Befestigung, neuer Sieg des Kapitalismus. Oder aber man mutz sozialisieren, man mutz teilweise, so weit es möglich ist, mit der Verwirklichung des Sozialismus da anfangen, wo die Vorbedingungen dafür ge- geben sind. Sie sind in erster Linie gegeben auf dem Gebiete des Bergbaues. Die Sozialistcrung soll und darf dabei selbstverständ- lich nicht stehen bleiben, sondern wir wollen mit der Sozialisie- rung sortsobren bei denjenigen Industrien, die von entsprechen- der ökonomischer Bedeutung find. Eenoss! Henke weist dann gegenüber dem Einwand, datz bei der traurigen Wirtschaftslage nennenswerte Profite von den Ka- vitalisten nicht mehr gemacht würden, an der Hand einer ganzen Reihe van Beispielen nach� daß das deutsch« Kapital in der Tat auch jetzt in der Zeit der größten Wirtschaftsnot des deutsche» Volles ungeheure Prosite macht. Und zu den Kapitalistenarup» pcn, die ungeheuere Gewinne machen, gehören infolge ihrer Rück« sichtslosigkeit und ihre kolossalen politischen und wirtschaftlichen Macht, die sie haben, die Bergbaumagnaten. Darum ist keine Forderung berechtigter als die Forderung der Eozialisierung des Bergbaues. Es handelt sich um die Frage der Verwirklichung des Sozialismus. Die Vorfrage freilich ist immer: wie erobern wir die politische Macht für die Arbeiterschaft? Die Arbeiterschaft hat gelernt, daß der Kampf, den sie zu führen bat um die Eroberung der politischen Macht kein so einsacher grad». liniger, sondern ein schwieriger Kampf ist. in dem es Siege, in dem es Niederlagen gibt, der einmal seitwärts, einmal aufwärts. ein andermal abwärts geht. Es ist ein Kampf, bei dem man den Mut nicht verlieren darf, bei dem man Erfahrungen sammeln muß, bei dem man insbesondere die richtige Er- kenntnis vom Wesen des Gegners und der ökonomischen Verhält- nisse kennen muß. Der Weg zum Ziel ist mit vielen, vielen Hin- dernissen versehen, und eines der großen Hindernisse, mit denen wir es heute zu tun haben, ist wenigstens in dieser Frage die Ee- schlossenheit des Bürgertum», die kolossal gewachsene Macht de» Kapitalismus. Im Namen der Arbeiterschaft fordern wir, daß die Eesetzesvor» läge über die Sozialisierung des Bergbaues schleunigst heraus» kommt. Wer nicht mit daran tätig ist, sie so schnell wie möglich aus die Tagesordnung des Reichstages zu stellen, der versündigt sich an der Volkswohlfahrt, der treibt Katastrophenpolitik, der ist schuld daran, wenn es im nächsten Winter zu Erscheinungen und Kämpfen kommt, die wir alle zu beklaqen haben werden. Zeigen sie stch dazu nicht bereit— es ist gleichgültig. Wir werden unser Ziel verfolgen und mtt uns die Arbeiterschaft. Wir werden es solange verfolgen, bis wir es erreicht haben. Wir sind. icrzeugt, dann mit der Erreichung diese» Ziele» nicht parteipolitische Inter- essen, sondern das Wohl der Gesamtheit des deutschen volle» wahr« genommen zu haben, mit dem identisch ist das Wohl der Ardrfter« Lasse.(Lebhafter Beifall der U. Soz.) Abg. Schiffer(Dem.): Die deut'ch-demokratische Fraktion ver- tritt, wie sie schon wiederholt betont hat. den Standpunkt, daß es eine der wichtigsten und dringendsten Aufgaben der Gegenwart ist, der Allqemeinheit und der Arbeitnehmerschaft einen größeren Anteil als bisher an der Gestaltung und den Erträgen der Wirt- schaft zu sichern, ohne auf die kraftvolle Betätigung der Unter- nehmerpersönlichkeiten zu verzichten. Da» Ergebnis der Püfung der Wege wird die Stellung der Fraktion gegenüber dem von der Reichsregierung in Aussicht gestellten Gesetzentwurf be« stimmen. Abg. Koenen(U.S.. linke): Ich Hab« mich gewundert, daß der rechtsunabbängige Redner nichts über das Verhalten der Rechts- sozialisten seit dem März gejagt hat.(Heiterkeit.) Hat man sich bereits miteinander verständigt? Die Interpellation ist nur Heuchelei. Die Rechtssozialisten hatten ja einmal den Austrag, die CoziaNsierung durchzusühren, aber sie haben ver- sagt. Der Rechtssozialist Löffler hat auch heute nichts anderes als eine Fiskalifierung gefordert. Wir sehen daraus, daß ein Unteschied gemacht werden muß zwischen dem, was die Rechts- sozialisten reden, und was wirklich Sozialismus ist. Um diese Scheidelinie deutlich zu ziehen, müssen wir un» Kommunisten nennen. Wir als Kommunisten begrüßen es. wenn die Vertrustung des Herrn Stinnes Fortschritte macht. Das ist auch ern Weg zum Sozialismus, das macht die Unternehmen zur Sozialisierung reif. Stinnes wird auf seinem Wege d,e Einigung des Pro- letariats hcrveisilhren. Stinnes ist der Vorkampfer. Je riefen- hafter die Unternehmungen angeschwollen sind, desto deutlicher wird der Arbeiter merken, datz es nur noch der Eroberung der politischen Macht bedarf, um den Bergbau ,n sein« Hand zu be- kommen. Wir sind Stinnes glückliche Erbe«. Einmal kommt der Endkampf um die politische Macht wir bereiten ihn vor, so gut wie Sie. und er wird anders ausfallen als im November 1918. Dann wird die Stunde des Kavitalismus«schlagen haben, dann gibt es kein Zurück mehr.. S-zialisieruna st h°ut« gleichbedeutend mit sozialistischer Revolution und Herbeiführung des Rätefystems. (Beifall bei den U.S. links.) Abg. Ianfchek(Soz.): Als Einwendung gegen die„schloddrige. Angst" die uns der Vorredner in der Sozialisteninasfrage vor«. wirft, muß ich sagen, datz e» mit dem persönlichen Mut« de» Herrn Koenen gar nicht soweit her ist..Als erwach d-m. KappFutsch aussiewe«» unv»,»*/w»*v____ wegen, in seiner Wohnung abzusteigen, sondern er logiert« sich in demselben Hotel ein, in welchem der Oberpräsident wohnte, um ja gan, sicher*u sein.(Anhaltende Heiterkeit.) Der Vorwurf, daß die frühere Regierung in ihrem 1 V< jährigen Wirken kein So- zialistcrungsaesetz vorgelegt habe, ist vollkommen unberechtigt, denn die frühere Regierung, der aucki meine Parteifreunde ange-. hörten, hatte zunäSst den Friedenssckiluß abzuwarten und dann wurde sie auch durch den Kapp-Putsch gehört. Die Bergarbeiter. arbeiten, um das Abkommen von Svaa zu erfüllen nicht für den. Profit von Stinnes und Genossen. Wird die Forderung nach So-/ ziolisierung nicht erfüllt so wird sie von den Arbeitern mit allen Mitteln durchgesetzt werde«.(Beifall bei den Soz.) Damit schließt die Besprechung. Abg. Winnefeld(D. Vv.)(persönlich): Ich habe an meinem Standpunkt in der Sozialisierungssrage unverändert festgehalten. bat die christlichen Bergarbeiter schwer beschimpft. .Abg. Koenen(U.E.. links)(persönlich): Ianschek hat versucht. Debatte auf das Gebiet der persönlichen Anrempelung zu General Marter und Oberpräsident Hörsing werden mir bestätigen, daß ich in Halle keinen Passierschein brauchte und keinen «a"V Qnber« Arbeiter brauchten einön wegen der Weißen Garde. Ich ging mit Hörsing in sein Hotel, um ihn von den Offizieren zu»lotteren. (Soz.) fversönlich): Der Abgeordnet« Koenen hat damals eine Legitim: ron von mir«»Veten»nv erhalten. Cr b-tte Nlcht tien Mut, allein in seine Wohnung zu gehen, und «Lc m't biir kommen zu dürfen.(Heiterkeit.) Abg. Koen-n(U.S.. link»)(persönlich): Ich bin bei Hörsing ge. blieben, weil sonst die Verhandlungen nicht so gut ausgegangen wären, meine Mitw,rkuntz ist nachher auch van Herrn Hörsing als sehr wertvoll bezeichnet worden. (Große H-iterkeit.) Damit ist die Interpellation erledigt. Da» Laus vertagt sich auf M o n t a g 1 Uhr. Tagesordnung: tEIPZIGER STRASSE KÖNIGSTRASSE ROSENTHALER STR. 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Slichard, �" rlcda Sefendotff) Wtetiggi SHataVcf) Sointebntb; Urea SNazatt GONntoa nachm.: VeftZnbitis Gonntog nachm.:«VeftAnv »emua«-deich; ffr*u DBargtt «teeleg: Diausch Komödienhaus l/J U.: Mi» Sache«tt Lala aeit Di»» i>»!>«nd»rg kZOfefiu« ro»«. Ottrub S»D»er,«Piche, Hcferl,«Med-, Berliner Theater «ll-dendNch 7 Ufer: Dia spauische Rachtigall mit (Srik«m»t, Sau» tBafi. »««». gultu» Brandt. Eue arg Stur im,«lg- engl) lh. atn HoneDöorfDiaB 7 Ufer: Ulli Lllll tflfltll... Rose- Theater 7>L Ufer: Heimat ßastM'TWek •,,4S JJfet: 5-feUzUt(nur?(»». LessW- Theater Direkt.: V?cto»<»ar»o«»»k>V Heute bi» Donnerstag 7»/, Uhr: Flamme iDorsch,«rllning, Gösi, PrichlZ Freite, 7 Ufer: p«»r Czr»» Sonnebend fei» Montez 7>/, U,: Flaaeaer Deutsch. KiM-Mem Allabendlich 7»/, Uhr: M SchefövDMise u A4»IB«rt,Trg(- Rejterher (BuAtnlliert, Tro<« Hesterberg) Neues LMenhW Xttebtloii Jeau«reo 7 Ufer: 1 tsMnnts Operette i» drei Akte» nach einem Motiv Petöfis von Fritz Vrllnbaum. 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Weafeald siechen s».sei» Wännee dahin und findm kein» recht» Heilung l diesen Leiden? 2.»ine aollständige Heilung dieser Leidm möglich? vomm sind so»>«l« Frauen unterleid.keonk? 8. wir beugt mau Frauenleiden vor? SttchitrUlgrDtaffctNruug»rrfefltrt»Irl Sargeu, Kummer unb Ort« »« die Ssrtrlgr flrt» stark besucht flud, ist recht, eitigr. Trschrinen angrzrigt »IntrMopreio durchweg 3 Merk Dlitfaag t'l,— nafftnüffunug s>j,— Cafe* mach 10 Ufer Erscheint nur einmal MM! WMeiM! WZM Iii.Mi Nr. 492 1. Beilage zur„Freiheit" Sonntag, 21. November 1620 Betriebsräte und Sozialisierung Versammlung der II. S. P. Betriebsräte Die in unserer Partei organisierten Vetriesrüt« des «trtschaftsbezirk, Er o g- B e r l i n beschäftigten sich tn einer Suherst gut besuchten Versammlung mit dem Veschluh der «erliner Sewerkschaftskommission, die?lrSelt»ge«einIch«st mit der vetriebsriitezentral« Miinzstra�e«ufzulise». Genosse Hildeshei». der von der Beiliner Gewerkschaftskom- Mission in die Betriebsrätezentrale als Sekretär entsandt worden «ar. gab den Bericht. Kingangs seiner Nusführungen schilderte «r das Zustandekommen der Bereinigung der Berliner««werk- schaften mit der Betriebsrätezentrale. Die Erwartungen, die die Gewerkschaften an dies« Einigung geknüfpt haben, hätten sich in keiner Weise erfüllt. Besonders durch die Mos- kauer Parole sei es unmöglich gewesen, in der Zentrale zu prak- tischer Arbeit zu kommen. Statt die Arbeit im vllgemeininteresse S leisten, bestand die HaapttttigkrU de» Zentrale in»neteipoliti- er Auseinandersetzung. Nachdem der Hallesch« Parteitag die notwendige Nlärung gebracht hatte, muhte es auch innerhalb der Betriebsrätezentrale zur Spaltung kommen. Der Deschluh der Berliner Gewerkschaftskommisston sei deshalb nur zu begrühen. Genosse Hildesheim erklärt«, dah er auch sein Mandat in der De- triebsrätezentral« als erledigt betrachte. Am Schluß seiner Aus- führungen gab er der Hoffnung Ausdruck, dah die Arbeiten der Gewerkschaften in der Betriebsrätefrag« bald soweit gediehen sind, dah«in« arbeitsfähig« Zentral« geschaffen werden kann. Der Borsttzende. Genosse Flesch, warf die Frag« auf. ob die Be- triebsräte der U. S. P. D.. die am Montag stattfindende General- Versammlung der Betriebsräte besuchen sollen. Brendel erklärte, wenn man die grag« auswerfe, ob selbständige Betriebsräte- zentrale, dann müsse man erst die Frage beantworten, ob die Fi- nanzierung möalick, lei—- «iton, möjn« 9 rÄÄMftÄ»?.•"" «enofse Sabal h, der Borsttzende der Berliner _____„... u»i-oernner Gewerkschaftskommission, oertrat in längeren Ausführungen seinen Standpunkt in der Frage der Arbeitsgemeinschaften. Diese seien unter allen Umständen zu bekämpfen. Di« gröhte Dummheit sei der Zusam- menschluh mit der Münzstrah« gewesen. Weitgehendste Selbstän- digkeit mühte den Betriebsräten zugestchert«erden, doch im Rab nien der Gewerkschaften. In den nächsten Tagen würde von der Berliner Gewerkschaftskommisfion der Organisationsplan über die Erfassung der vetrietsrät« bekanntgegeben werden. Durch den Beschluh der Plenarversamm- iung der Gewerkschaftskommisston seien die Beziehungen mit der Münzstrahe gelöst: die Gewerkschaften würden der Zentrale kei- "«lei Geld mehr zur Verfügung stellen. Genosse Fiedler erklärte, dah der Betriebsrätekongreh kein de- Uledigendes Resultat gezeitigt Hab«. Die Beschlüsse des Kongres- >es mühten möglichst bald revidiert werden. Auch unsere Partei- '"stanzen und Parieipresse mühten fich«ehr fü» die Verwirklichung unsere» Bätepr.gr»««» einsetzen. Er wandt« fich dann gegen den Besuch der««neralversammlung. Damit sei dann endgültig der Trennungsstrich mit den Kommunisten gezogen. Genosse Kraus««rNärte, dah in der Zeit seiner Tätigkeit in der Betriebsrätezentrale nicht» geleistet»orden ist. Zu den Partei- politischen Auseinandersetzungen käme jetzt der Kampf der Münz- ftrahe gegen die freien Gewerkschaften. Bevor darüber abgestimmt wird, ob die Delegierten der U. S. P. D.-Betriebsräte die Generalversammlung besuchen sollen. macht Genosse Flesch bekannt, daß die Betriebsrätezentrale be- Ichlossen hat. die Generalversammluns die Frage entscheiden zu lassen, was mit der Summe von Z7 W>0 M. werden soll, die seiner- Seit für die streikenden Angestellten der Metallindustrie von der Berliner Arbeiterschaft gesammelt worden ist. Die Zentral« will ber Generalversammlung empfehlen, die Summe zur Verfügung d«r Münzstrahe zu stellen. In der Abstimmung wurde dann beschlossen, dah die Dele- gierten der U. S. P.-Bctriebsrät« die Generalversammlung nicht «ehr besuche«. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung bekam dann Genosse Hilferding zu seinem Referat � gefunden. Der Reichswirtschaftsrat müsse ZZ* JaTitnriü ,m,®tunbe abgelehnt werden, weil die Be. IfeSm bn tähZL?- Diese Anerkennung der Parität, wie A�eit Rrbeitsgemeinschait zwischen Kapital die Abdankung der Arbeiterklasse vor der ---- �»» ♦♦ v v»,»»» VC!-*«4. W V»IM|] V W» A»Ptt«.lkektl«sie. Alle Gebilde, die auf dieser Grundlage aus- gebaut sind, müssen � �'""- �- Q.-n?''. f.. »Die Sozialisservn, und die Betrievsräte' IrlebSfi' wno,i<5 Rohstoffquellen befinden sich in voller Unordnuna. Auch die Geldwirtschaft ist gegenwärtig in voller Unordnung., durch die Preisreoolution auf den Kopf gestellt. auf den Kopf gisteltt. Der Redner schildert dann die weiteren Umstäckde, die zur Weltkise führten. s..»!->-»--..id..«S« SS* -i-Miuui gmu ci UUI ÜIC«4«,« OK. «in. Es zeige sich jetzt, wie recht die U.S. P.. mit i�cer St Politik hatte. Fast älle Anträge, die wir bl'rzu s»on nn der Nationalversammlung gestellt haben, find unter den T � ms kationalversammlüng gestellt len. Die Folge �---- � � geholt werden__________ völlig verfaulter Grundlage. Di« letzt... Rotenpress«. Dieser Zustand hat die fortgefetzte Pt> zur Folge, et müsse zum Zusammenbruch fuhren. Di« Ware Arbeitskrast kann für ssch am spätesten Preiserhöhun- erzielen, da eine Erhöhung der Löhne nur Kl-Ne», gen erzielen, oa e»nr«ryo, ,»»»«» g"--?- f. ff kämpfe durchzusetzen ist. Dies«. Tatsach« ,s� durch Swtistik� fest gestellt worden. So ist zum das neunfache gegenüber den. die Durchschntttsentlohnung etwa Die Schuldenlast des Deutschen Reiches betrage jetzt etwa ZM Milliarde�, Mark, die in aller Kürze auf zfi« Milliarden an- gewachsen sein wird. Das bedeute ein« sortschreitende Vere en- dung der breiten Massen. Graf Kehler hat erst kürzlich fest- gestellt, dah ein« ganz« Generation vor de« Untergang stehe. Schon aus diesem Grunde sei die Berwirklichung des So- zialismus eine Lebensfrage für die deutsche Arbeiterklasse. Zu Beginn der Revolution haben wir die sofortige Inailgriff- nahm« der Sozialisserung verlangt. Unsere Forderung, sofort ein Sozialisserungsministerium einzusetzen, wurde von den Rechts- fozialisten mit der Begründung abgelehnt, dah unsere Wirtschaft völlig zerstört sei. Scheidemann sagte, Schulden können nicht sozialisiert werden. Dabei wurde ganz auher acht gelassen, dah uns all« Produktionsmittel zur Verfügung standen. Inzwischen konnte die Kapitalistenklass««ahnfinniq« Profite anhäufen, wäh- rend sich die Lebenshaltung breiter Bolrssckiickten immer m?l,r versckleckitert«. Die dentsche» Arbeitslöhne find die schlecht»ste» der Welt. Der enfiliscki« Reallohn ist um«in vielfache» höher, als der deutsch«. Deutschland ist ein Land der HungerlShn«. Genosse Hilferding kam dann auf die.Sozinlisternngopline" de» Herrn Stinne« zu fvrechen. Diese..Sozialifierung" soll nicht nur au? kapitalistischer Grundlage geführt werden, sondern sei in kluger Berechnung darouf bedacht, die kapitalistisch« Wirtschasts- ordnung zu erhalten. Die neueste Idee des Herrn Stinnes zielt dahin, fich in den Besitz von Rohprodukten zu bringen, um dann die gesamte Industrie bis zu den Fertigfabrikaten vorläufig zu beeinflussen um sie dann später ebenfalls in die Hand zu belom- men. Praktisch bedeutet das die Ausschaltung des Handels. Der kapitalistische Charakter der Wirtschast jedoch bleibt bestehen. Gewisse Arbeiteroertreter sind auf diesen Schwindel hereinqesal« len. Im Reichswirtschaftsrat. dieses für die Arbeiterschaft un- mögliche Gebilde, hat Herr Stinnes auch bei gewissen Arbeiter- V�w»*wv, V»V WlVJVt, w v t* 1 1 V ♦ w»{5***• I „w»—,»i> von den Arbeiterorganisationen auf das allersckärsste bekämpft werde«. Wie stellen wir uns nun de» Aufbau des Sozialismus vor? Eine Lorbedingung dafür ist die Fortführung der Produktion. Unter allen Umständen müssen wir die Idee der Kommunisten cblehnen, dah durch die Zerstörung der Wirtschaft, die allerdings «ine«och gröher« Verelendung der Massen mit ssch bringen müsse, der Sozialismus schneller verwirklicht werden könne. Für den westeuropäischen Ardeiter bedeute gröhere Verelendung eine Schwächung seiner Kampskrast. Genosse Hilferding zeigte dann, wieviel grösser« Erfoloe die sozialistische Produktionsweise «zUlen muh. als die kapitalistische. Vor einer Fiskalifierung der Peoduktion müsse jedoch ganz energisch qewärnt werden. Di« sotialiftisch« Wirtschaft seh« in weitestem Sinne die Selbstverwal- tuna vor. Do, bedinoe ein Zusammenwirken der Kops» und »«»wrbett«». Aber auch da müssen wir aus dem russischen Bei-' fpiel lernen, wie e, nicht gemabt werden darf. Z. B. wird es auch in der sozialistischen Gesellschaft bei der Entlohnung«ine gewiss« Abstufung geb-n. Besonders für das Uebergangsstadium wird für höhere Leistungen ein höherer Verdienst zugestchert werden müssen. Di« Frage der Sozialisierung ist natürlich eine Machtsrage. In erster Linie brauchen wir ökonomische Macht. Um diese zu erlangen, müssen wir uns zuerst in den Besitz der Rohnrodukte sKoble, Eisen) bringen. Der nächst« Schritt wäre Soziälisierung der Forsten, de» Grundbesthes. Räch und nach können wir dann, daran gehen, andere Industriezweige, wie Textil- und Bau- industrie zu fozialisteren. Die Sozialisierung des Wohnungsbaues ist«in« Grundforderuna. Um diese Fragen durchgreifend zu lösen, brauchen wir politische Macht. Wenn wir nun die ersten Schritte zur Sozialifierung unternel?men wollen, genügt es nicht, j wenn wir nur Parolen herausgeben. Wir müssen unser« fest- ««arenzien sazialisiischen Forderungen in die Tat umsetzen. Diese Forderungen müssen au» der jeweiNgen politischen Situation «rwachsen. Die Arbeiterklasse muh ihrerseits dann den Kampf für dies« Forderungen gegen die festoraanisierte Kapitalistenklasse führen. Die dazu notwendige Geschlossenheit wird die Arbeiter- klasse um diese Forderungen finden. Unser« erste Forderung ist nun die Sozialifierung des Berg» baues. Wenn die deutsch« Arbeiterklasse diese eine Forderung legen die bestorganisserte Bourgeoisie der Welt durchsetzen kann, � sie etwas Vrohe, erreicht. Dazu ist wiederum notwendig, hat oah wir uns««der»«« rechts oder links beirren lassen. Neuer- ding» haben beispielsweise die Kommunisten den Kampf um die Produkt, onskontrolle als Parole in die Massen geworfen. Wir «ollen ebenfalls, dah die BetriebsrLt« die Produktionskontrolle durchführe», aber in fest begrenzten Linien. Wir wollen hierbei nicht in den russischen Fehler verfallen, die Kapitalisten ohne weiteres auszuschalten. Wir kämen dadurch in einen Zustand der »»«ige» Allfläs«»» u»serer Wirtschast. Das wissen die Kommu- nisten auch, sie geben trotzdem diese Parole aus. um so Konflikte mit der Staatsmacht heraufzubeschwören. Die kommunistischen Pläne find rei» syndikalistische und können niemals zum Sozialis» «»»Jpihre». Wir lehnen deshalb die Forderung der Einzel- sozialisserung ab. Wenn der Betriebsrat als Träger der Sozialisierung gelten soll, dann ist da« Hauptaugenmerk auf seine gründliche Schulung zu richten. Er muh sich mit allen Fragen der Produktion ver» traut machen, die der Produktionsprozch bedingt. Die Betriebs- rät« müssen vor allem erkennen, dah der Kampf um die Eozialiste» ra»a de, Kampf u» die Befreiung de» Proletariats vom Joch de» kapitalistische« System» bedeutet. Wir wollen den Sozialismus. um eine Gesellschaft zu gründen, die auf einer hoch entwickelten Kulturstuf« steht. Durch die Befreiung der Arbeiterklasse von de» materiellen Sorgen«ollen wir sie zu Idealisten erziehen. »»«u» de««eich der Knechtschaft in das der Freiheit zu kam» ««». fStürmifcher Beifall.) Wegen der vorgerückten Zeit nahmen die Betriebsräte von einer Diskussion über das Referat Abstand. Der Vorsitzende Genosse Flesch teilt dann noch mit, dah die russischen Genossen Marlow und vbramowitsch am nächsten Mittwoch zu den Partei- und Ge- «erkschaftsfunktionären der U. S. P. D. in der Bockbrauerei in der Fidizinftrahe sprechen werden. 3»! Hunger Ra«««»»» Knut Hamsun. Ich sitze dort auf der Bank und denke über alles dies nach und hin ziemlich traurig. Ich jammerte mich selbst sogar -'ein, Hände kommen mir widerlich vor. Der schlaffe, bei» schamlose«usdru« meiner Handoberflache quält m,ch. °«urfacht mir Unbehagen: der»nbli« meiner mageren »'Nger macht einen rollen macht einen rohen Eindruck auf mich, ich baffe mei- -----....... und mir schaudert, ihn *en ganzen schlotteriaen Körp«r..un°.---- irugen, ihn um mich suhl bech jetzt«iv End« hätte �___________......... ®unzsich überwunden, �chanisch aus und *«ö%sem herabgewurdl�. stand �ch tam � ftn emem wachte mich aus den Heimweg, un�r�» j—p—»» i ifi i _____, ühlen zu müssen. Herrgott! Wenn es "Metzt«in Ende hätte! Ich möchte so herzlich gern sterben. wanzstch überwunden, besudelt und in meinem eigenen f9 vorüber, wo folgendes zu lesen stand:„Leichen- wns�.'". wo zvigen,,, CEtifl e' Jungfer Andersen, rechts im Torweg."— Alte Erinnerungen! sagte ich und...... mer in 6-■----—- dachte an mein früheres Ziw �ituns»!?� vsborg. aR btn kleinen Schaukelstuhl, den lurminfvekto?-."� � 3:Üt' bie Anzeige des Leucht- �rot° Bäcker Fabian Olsens frischgebackenes in??? aQX ts mir viel besser gegangen als fteschrj-t,,�! � hatte ich ein Feuilleton für ltl Kronen letzt konnte ich nichts mehr schreiben, ich konnte letzt? siesch, Nicht- mehr schrtib.n?1ob°ld'ich es versucht«, war Uvx �?p? s°fart leer. Ja, jetzt wollte ich ein Ende haben! Unx x-v''"'avt le, ° vabei ging und ging ich Je nälz.' uno ging inj. wachte in rJ;, �et �iktualienhandlung kam. desto mehr er- V'Rer Gefoi,? � �? unbewußte Gefühl, dah ich mich Ich wollte mirfr«?er:f i.ch bielt fest an meinem Vorsatz. ? der Tu? ben�Ä"''-- �hig gehe ick die Stufen hinan. Tasse Ä v".r em kleines Mädchen mit einer Ichliehe die Ti,» vnd ,ch schlüpfe an ihm vorüber und Ru �y'nüber. � fte�n aUm 8®ci3 r I�eckliches Wetter!" I°Iort an? 41, �wschweif? Weshalb hielt er mich nicht "Ich komn�x��5°'dnd und sagte: Tiefe iiber das Wetter zu schwatzen." erlagt, e»«n» i» � lvin kleines Krämergehirn �°nen betrogen�hatte eingefallen, dah ich ihn um bf\n«'Kt. daß ich Sie geprellt habe?" sage r, Gewalt i'u �uche ich heftig, zittere, bin be- /i-UUint® gebrauchen, wenn er nicht sofort zur Sache »omnu Aber der arme Mensch ahnt nichts. Rein, du liebe Welt, unter was für dummen Menschen war man doch gezwungen zu leben! Ich schimpfe, erkläre ihm Punkt für Punkt, wie das Ganze zugegangen war, zeige ihm, wo ich stand, und wo er stand, als die Tat ge° jchah, wo das Geld gelegen hatte, wie ich es«ingesammelt und die Hand zugedrückt hatte— er versteht alles, unter» nimmt jedoch nichts gegen mich. Er«endet ssch hierhin und dorthin, lauscht auf die Fuhtritte im Nebenzimmer, beschwichtigt mich, damit ich leiser reden soll, und sagt endlich: „Das war gemein von Ihnen?" „Nein, warten Sie mal!" rief ich in meinem Drang, ihm zu widersprechen, ihn zu reizen: es sei nicht so niedrig und nichtswürdig, wie er es sich in seinem elenden Viktuakien» köpf vorstelle. Ich hatte das Geld natürlich nicht behalten, das konnte mir nie einfallen: ich meinerseits wollte keinen Nutzen daraus ziehen, das widerstrebte meiner grundehr- lichen Natur... „Wo sind Sie denn damit geblieben?" Einer alten, armen Frau hätte ich es gegeben, jeden Heller, damit er's nur wisse: solch ein Mensch sei ich, der Armen vergäße ich nie so ganz... Er steht und denkt«ine Weile nach, wird offenbar un- schlüssig darüber, wie weit ich ein ehrlicher Mann bin oder nicht, und sagt endlich: Hätten Sie das Geld nicht lieber zurückbringen können?" "ie, ich wollte Sie nicht in Angelegenheiten ..Nein, hören Sie nicht wie ein Hund, machen einfach gar keine Anstalten, den Streit mit mir auszugleichen. Deshalb wasche ich meine Hände. Uebrigens hol Sie der Teufel. Adieu!" Ich ging und warf die Tür lärmend hinter mir zu. Als ich aber auf mein Zimmer kam. in dies trübselig« Loch, durchnäht von de mweichen Schnee, mit Knieen, die nach den Wanderungen des Tages bebten,— da tzerlor ich sofort meinen ganzen Uebermut und brach wiederum zusam- men. Ich bereute, den armen Ladenburschen überfallen zu haben, weinte, packte mich an die Kehle, um meinen nichts- würdigen Streich zu strafen, und machte mich gründlich herunter. Er war natürlich in der tätlichsten Angst um seine Stelle gewesen, hatte nicht gewagt, wegen dieser fünf Kronen, die das Geschäft«fngebüstt hatte. Lärm zu schlagen. Und ich hatte seine Angst benützt, hatte ihn mit«eine« lauten Sprechen gequält, ihn mit jedem Wort, da» ich schrie, geärgert. Und der Krämerchef hatte vielleicht im Nebenzimmer gesessen, und es hatte an einem Haar gehan» '*"''»!!---........ t_________ «cutiiijimmtv„t, v„„„.vv___ um'au0�» fLl�x0"/0� äu uns herauszukommen.' sehen, was dort eigentlich vorging. Nein, die Nieder- »%A«* 9»«««*a trächtigkeiten, zu denen ich imstande war. hatten gar keine Grenzen! Nun. aber weshalb hatten sie mich nicht festgenommen?, Dann hätte e» doch ein Ende gehabt. Ich hatte die Hände ja sozusagen ausgestreckt nach den Handfesseln. Ich würde aar leinen Widerstand geleistet haben: im Gegenteil, ich hätte noch geholfen. Herr des Himmels und der Erde, einen Tag meines Lebens für noch eine glückliche Sekunde! Mein i ganzes Leben für ein Gericht Linsen! Hör mich nur dies. «ine Mall.... Ich legte mich mit den feuchten Kleidern ins Bett: ich! hatte den unbestimmten Gedanken, dah ich vielleicht während! der Nacht sterben würde, und daher wandte ich meine letzte. Kraft an, um mein Bett ein wenig zu ordnen, damit es am Morgen einigermaßen ordentlich um mich her aussähe. Dann faltete ich die Hände und wählte meine Stellung. Plötzlich fällt mir Ylajali ein. Dah ich sie während des ganzen Abend« vergessen konnte! Und ein ganz schwacher Lichtschimmer dringt wieder in meine Seele, ein kleiner Sonnenstrahl, der mich so himmlisch erwärmt. Und es kommt! noch mehr Sonn«, ein mildes, zartes, seidenweiches Licht, das mich so betäubend wonnig streift. Und die Sonne wird: stärker und stärker, brennt mir scharf auf die Schläfen und kocht schwer und glühend in meinem ausgemergelten Hirn. Zuletzt flammt ein wahnsinniger Strahlenscheiterhausen vorj meinen Augen auf, Himmel und Erde in Brand, Menschen und Tiere von Feuer. Berge von Feuer, Teufel von Feuer, ein Abgrund, eine� Wüste, das Weltall in Brand, ein flam- mender jüngster Tag. Dann hörte und sah ich nichts mehr. Am nächsten Tage erwachte ich in Schwcih, feucht am, aanzen Korper, lehr feucht: das Fieber hatte mich gemalt-: sam gepackt. Anfangs hatte ich kein klares Bewußtsein von' dem,'ssit mir vorgegangen war: ich blickte verwundert, umher, suhlte mich im Wesen total verändert, kannte mich gar nicht wieder. Ich tastete an meinen Armen hinauf, an den Beinen hinab geriet in Erstaunen darüber, dah da» Fenster an dieser Wand und nicht an der gerade entgegen» ..--- X.. «Ine» bekannt, in welch großer Äot sich die Kinder des arbeitenden Volke» befinden, die ein« Folge der Kriegs- und Kachkriegs-Wirt- fchaft ist, die die Rot der Minderbemiitelten.»ehr«och die der Kinder, bis zur Unerträglichkett gesteigert hat. veschämrad ist«» aber, daß, wo Ntilllardr»»o» Mark für ander« unnütz« Zweck« geopfeet«erden, zur Linderung der Rotlage der Kinder de, Volke» öffentlich gebettelt«erden mutz. Für die Kirder des volles, dir Zukunft der Ration, mutz de« Staat, die Gesellschaft, sorgen, und keine Mittel, so gretz sie auch sein mögen, dürfen gescheut»erden, ihnen über dies« schwere Zeit der Rot hinwegzuhelse«. Ein« Ration, die e, verabsäumt, ihre Kinder vor Elend und Siechtum zu schützen, begeht«in v r r üa e ch e n a n s i ch s e l b st. Di- gesamten bürgerlichen vereine beabsichtigen, bei diese« Sammlungen auch die Vetriebsröite in ihren Dienst zu pellen. Ja noch mehr, sie fordern ven den Gasthatisangeftellien, d-tz sie für dies« Sammlungen eine» bestimmten Prozentsatz de» Verzehrs der GSste als veitrag einsordern. Wir warnen die vetriebsrät«, diesem ve» streben ihre Unterstützung zu leihe«! Uud wenn wi, vor solchen Sammlungen warnen, so tun wir es nicht, weil wir kein Herz für die Rot d:r Kinder haben, sondern «eil wir nicht«ollen, daß sie aus zusammen« gebettelten veträge« unterstützt werden. Aber auch die Verteilung der nusgebrachten Mittel erscheint «tts auherordentlich bedenklich. So heißt es in den Richtlinien, daß„gg Prozent des Sammelergebniss-s in der Provinz vcr« wendet werden solle» und daß höchstens die Hälfte davon einem Ortsausschutz zur Verteilung vorbehalten bleibt. Ein Fünftel der Sammlungen s-ll einer Zentral« a s Ausgleichssond und zur teilweise« Deckung der Kosten zngesührt werden". Den veranpaltrrn dieser Dammlungen mögen die besten Ab- sichte« leiten und wir«ollen sie auch nicht daran hindern, in ihren Kreise« zu wirken, daß auch diese von ihrem Ueberslutz «in Scherslei« für die Rot der Kinder opfern. Aber aus de» Er- fahrnngen, die in der Vergangenheit mit ähnlichen Veranftal- tunge« gemacht«»«den sind, können wir doch kein Vor- trauen haben, daß die ausgebrachten Mittel auch so»erteilt werden, das» sie«irklich an die Stätte der seötzto« Rat slietzeck. Datz die organisiert- Berliner Arbeiterschaft volles Verständnis für die Rot ihrer Arbeitskameraden und deren Kinder hat, das hat sie bereit» dadurch bewiesen, daß fast alle Eewerlschasten schon seit lange« Sammlungen sür die Arbeitslosen, deren unterstützungsberechtigt« Familirnangeh Genosse R o s i n gab zum Schluß d« wesenden Vertretern der Berliner Fleischerinnuna in nicht miß- �verstehenden Worten den Rat, den Spruch des Schlichtungsaus- chussc» baldmöal'chst anzuerkennen, und fügte hinzu, daß die ge- amte Kollegenschaft zum Frieden geneigt, aber auch zum Kampf gerüstet sei. Nachstehende Entschließung wurde gegen 2 Stimmen ange- nommen: ,Di« am 18. November stattfindende öffentliche Versammlung der Fleischergesellen und Verkäuferinnen Eroß-Berlins empfindet die Ablehnung des Schiedsspruchs durch den Zweckverband Fleischerinnung Berlin als ein« Provokation, zumal d!« Vertreter des Zentralverbands der Fleischer vor dem Schlichturz� ausschuß erheblichen Abstrichen ihrer Forderungen zustimmte»- � schärsste« 1 .Fleisch«' itraat Dies« Provokation der Fleischermeister muß mit dem Boykott undSperr« gegen die nicht bewilligenden meister beantwortet werden. Die Versammlung beauftragt dl« Verbandsleitung, wenn bis zum Dienstag, den 2 3. d."l- abends 0 Uhr, der Schiedsspruch nicht anaenommen ist. sofort tn.u allen verfügbaren Mitteln den Kampf aufzunehmen. Wegen D«' hängung des Boykotts ist unmittelbar mit der gesamten Vei» tretung der organisierten Arbeiterschaft in Verbindung zu trcie». damit mit dem Ablauf des 23. d. M. der Kampf auf der ganze» Linie eröffnet werden kann." An den Fleifchermeistern liegt es nun, zu beweisen, ob sie de« Frieden wollen oder nicht. Baukangestellten-Bewegung � Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten hatte Z* Freitag abend eine Versammlung nach dem Lehrervereinsh«'* einberufen, die von 3000 Angestellten besucht war. Marz derte die wirtschaftliche Lage der Lankbeamten und teilte»™ daß sämtliche Ortsgruppen des Reiches die Vorschläge der unoefneoigend sind und nicht rm mindesten der wtrtschalliiie-- Lage Rechnung tragen. Wenn die Bankleitungcn den Friedn im Gewerbe haben wollen, so müssen sie ihre Vorschläge bedeute»' erhöhen. Di« Bankbeamten fordern eine Wirtschaftsbeihilfe von 5000 A für verheiratete, 4000 M. für unverheiratete und 3000 M.' jugendliche Angestellte. Genosse Emonts errechnete das Gehalt eines Banka»� stellten im 10. Berufsjahre für das Jahr 1S20 auf 14 000 M.>»r r Extrazulagen. Gleichzeitig gibt Emonts bekannt, daß Jr Teil der bürgerlichen Presse deftB e w e g u n g e i n e n p o l> � zu geben versucht, die Bankangestev»; chen Anstriu- g u utucil utiiuwi., V-? ollen sich dadurch nicht irre machen lassen. Der 81. TeZ»� 1020 darf unter keinen Umständen ungenützt vorübergehen. Die rege Aussprache ließ keinen Zweifel darüber, daß die B»? angestellten geschlossen hinter den Forderungen ihrer Org«" sation stehen. Nachstehende Entschließung wurde einstimmig angenow»�, „Die am 19. November versammelten Bankangestellten&■;, Berlins lehnen es ab. den Reichstarifvertrag über»? 31. Dezember 1920 hinaus zu den lcitungen angebotenen Bedingungen zu verlängern. den Reichstarifvertrag den vom Reichsveroaiid der Die angestellten Groß-Berlins stehen geschloffen hinter�. Forderung einer Nachzahlung aus dem Tarifver� nis 1920, wie sie der Allgemeine Verband aufgestellt hat. neben V den und darüber hinaus ist für das Jahr 1921 eine solche js N una der Tarifsätze erforderlich, daß ck>ie wirtschaftl'«, edurfniss« der Angestellten damit aus reich'!. £— 1 � � V �*••«***•& tsi—«74*111*1! Bedürfnisse der Angestellten damit ausreich',. befrieoigt werden können. Kein Gewerbe ist ehe'! unseres imstande, diese selöstverttändlichen Verpflichtungen!'V Arbeitnehmern geaenüber zu erfüllen. Di« Bankldtunae» n.'tS es aber in der Hand, einen drohenden Wirt> chJVWi kämpf zu vermeiden, nicht aber die um ihre E!" ringenden Bankangestellten Deutschlands.' �.Arbeitsgemeinschaften". �Ueber das jetzt viel«rört«»� TheZ! rir-i-'i-jj 0ClP«i Arbeitsgemeinschaften" soll in einer Versammlung»","','->,1 werden, die M o n t a g ,�d e n 22. d. Mts., a b«nd»' i «22 im großen Saal vom Musiker-Vereinshaus, Straße 3t, stattfindet und t tenrät«, Betriebsobleute um Kaiser der Gruppe Bank und Handel(Einzelhandel. Warenhäuser, häufer. Spezialgeschäft-, Banken, Versicherungoaewerbe Referent ist Clemens Rörpel, Korreferent Petersd«� Dieses Thema ist nach der letzten Stellungnahme des Vorsts»� des Afa-Bundes jetzt besonders aktuell. Der Portierftreik hat, trotzdem die verschiedenen bürgerli� Zeitungen von einem Abflauen des Streikes sprechen, dadur«> deutend zugenommen, daß sich viele neue Mitglieder täglich� 'hreiben lassen und am Kampf freudig und energisch teilne»»� ndererftit» baben bereits Tausend« Hauswirte die ihnen kl bi i Amtsg» erhalte Mieter, dem Portier fein« ........-r."........... Forderungen restlos zu gewährmhg� und nicht ander» steht die Cache. Als Antwort auf die Fnrve� : L r« de «i »«. r £ als tnil gen der Portiers wissen nun die Hausbesitzer keinen andere«-j. is die sofortige Kündigung auszusprechen und mit d« � Won zu drohen, ohne an den§ 105 der Eew.-Ord. zu Wir fordern die Kollegen auf, trotz der von der Organi� der Hauswirte strafe von 3000 weiter zu kämpfen, die Sache steht„ W I WW Mieterräte und aller denkenden Menschen sind wir gewiß. w « «i «t W eil * Konsum-Genossenschaft »||||illllllinill!DIIIIIcht gelungen, von zwei im Hause Drontheimer Straße 10 frei- gewordenen Wohnungen eine zu erhalten, vielmehr wurde die ttne dieser beiden Wohnungen an Leute abgegeben, die nur zwei Errate und die andere an solche, die überhaupt beim Wohnungs- amt noch nicht«ingstragen waren. Herr N. berichtet dann weiter über den Verlauf der zahllosen mündlichen Petitionen, mit denen er in 15 Monaten bei einem halben Dutzend mehr oder weniger errn sder kein« Zeit habenden Dezernenten vorstellig«ewor vom Stellvertreter des Herrn Oberbürgermeisters, der H an den Stadtdirektor verwies, bi, zum Herrn Oberprüsidente«, dessen Stellvertreter Herrn R. nicht ohne den trSstltchen Aat der MuA in die O-ssentlichkeit entließ, gibt e, keine VrhSrd«, die «ffensichtlrch« sachlich« Bersehlungen und flandalöse Aufführung »er in Frage kommende» Beamten gegrnüoer Wohnungsuchenden bestieft. Gewaltstreich in Neukölln _ In N t yköl I n haben die Neukommunisten kurz nach dem Parteitag sich durch einen Tewahsimch in den Deich de» Partei- «ureaus M der Neckarstraße gesetzt. Sie haben daraus keinen rechtlichen Anspruch: ein« einstweilige Dersüguna sprach die Benutzung der Nckum« dem elleiniaen Besitzer(»enossen *» 0 J m«»«.zu. der die Atzum«»mietet hat- �totzdem haoen Z*«"chrlnglinae der Aäumun« des vareans widersetzt. Auch in der S»ediii»« ftnd unerqutckW« Zustände eingekehrt. Der Epedtieur Schindler, der vom Vertag der„Freiheit" an- «erlag der„Freiheit" gehören und die vor einigen Tagen v e r- schleppt worden find. Um diesen unerquicklichen Zuständen, unter denen natürlich auch der Pertrieb der..Freiheit' leidet. eln Ende ,u machen wurde der Obmann der Zetiung-ckommiMon durch den«erlag»eeuktragt, Schindler zu entfernen und den Vertrieb der„Freiheit" durch ein zuverlässiges Part-imitglied ubernehmen zu lassen. Der Obmann und einige andre Genossen begaben sich daraufhin gesiern abend in die Spedition-rÄme. «ach kueeer Anwesenheit wurden sie durch ein« IS Mann parke Band« übecfalletu die mit gezückte» Messern nerginaen und sich an einigen Genossen tätlich mgritten. Durch den Gewaltstreich glauben die Neukommunisten die Spedition nun wieder in ihren Häschen zu haben. Aber sie«erde« sich irren. 17. Verwaltungsbezirk Lichtenberg-Friedricheselde usw. Man- tag den 2Z- November, abends ß Uhr, im Stadtverordneten- Sitzungssaal Lichtenberg. Frakttonssitzung der Bezirks- und Stadt- »erordneten, vollzählige« Erscheinen notwendig. Sozialistisch« Proletariersugend Gr«ß-Ber!in. Die Neichskonfe- renz ist vorbei. Di« Sozialistische Proletarierjugend besteht wsi- ler Es giltjetzt den Gedanken der selbständigen Jugendbewegung unter die Mass« der arbeitenden Jugend zu tragen. Vorher müssen jedoch wichtige organisatorische Dinge erledigt werden. Zu diesem Zweck findet am Mittwoch, den 24. November, abends 7 Uhr, in der Schulaula. Steinstraße M— 24, eine Generalversammlung statt, an der alle Genossen und Genossinnen, die weiter auf dem Boden der S. P. I. stehen, teilnehmen. Wir bitten mög- lichst pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Kinderschotzlommifsson de, Arbeiterschaft. Der Ausschuß der KinderschutzkommMon von Groß-Berlin wird hierdurch zum Man- tag, den 22. d. M.. nachmittags von 2—0 Uhr, im Zimmer 55, Rathaus, Aufgang Spandauer Straße, eingeladen. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist dringend notwendig. Der Gasprei, soll auf 1.25 M. pro Kubilmeter hinaufgrsetzt «erden. Der Wasserpreis soll 70 Pf. betragen. Billig« Bekleiduna. Wie uns van wohlunterrichteter Seit« mit- geteilt wird, verkauft das Aeichsbekleidunpsamt. Berlin. Lehrter Straße S7, jetzt Anzüge und Ulster freihändig. Die Preist be- tragen für«inen Ulster 215 bi» 225 fflt., für einen dreiteiligen An- zug 275 bis 200 M. De» Schuß von der Millionenbriüke. Aach zweitägiger Ver. Handlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts l bejahten auch die Geschworenen dem Antrag« des Staatsanwalt« gemöß bezüg- lich de, Kornatz nur die Schukdfrage nach Totschlag. Er wurde demzufolge zu zehn Iahren Zuchthaus und den üblichen Neben- strafen verurteilt. Lichtrnberg. An alle freidenkenden Eltern ohne Unterschied der Parteistellung ergeht der Ruf, ihre Ostern 1921 die Schul« ver- lassenden Kinder umgehend zur Jugendweihe bei einer der unten- stehenden Stellen anzumelden. Die Teilnahme an der Jugend« weihe, wie auch am Vorbereitungsunterricht ist vollständig kosten- los. Anmeldungen nehmen entgegen: Emil Nichter, Eitelur. 72: Gustav Wenzel. Frankfurter Allee 178, 1: Willi Klüsener, Scham- webet Straße 52; Max Ning. Gärtnerstraße 22. Etrauß-Schillinge-Abend in der Neuen Welt. Zu dem am Mon- tag abend ststtfindenden Strauß-Schillings-Abend(Mitwirkende: Das Blüthner-Orchester, Professor Map Schillings, Eduard von Winterstein, Josef Mann) sind Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen bei Eichstädt, Neukölln, Berliner Straße 21. zu haben. Aus den Organisationen <„ I. SsiiftH. rieokt»». itu N. Jt-semS«, 7 ilhr, vertammkiliiq alTrtl Zua-arluls«» I» ktt«chul». JBoWetfljoilh. Sl, Zimmer 16, ffilt bitten die sich»iiber»ech nicht ,UI Neoeintraxun, gemeldet habe», werben be» leider,»innÄndeh� ». tmfl.«. Sit Miiglteder»er......................„„„........... a vmrtlt. Mentag 8 lihr vorstandositzung bei Galla«, Barnimstraß«.>ngsbezter 1 Denilcher T>»««»»ti«rl«>. rtcht»»» der örtlichen«eneralverkammkung-«.«rnnchenongSegenheiten. Dautlche.»«»lmeiftee-verd-Nd. xachnrrp« Metallin�firle All« üunw»»»?«, getit-ovvertrauen.leut« und Obleute der««tallinduNrte»ab«, Dienstag de, . Dovamber.»bend,« Uhr, Versnmmltrng I» Schllttheitz, Neu« ZatoSstr. Zt-Ii. Tarifvertrag und ander« Kragen. Lebensmittelkalender «erli». S, entfallen«u, dm«bschnllt 4t.«gemein.»«..�«.rVNtt und.»«« �fef�taÄev'n»« Seil hlägen an de» Srotz-Verltner Büchsen-' | Dosen«, .______...______ uwgetmueainait uno cee veam �..»,... den dlltch blau««ushiingelchillur kenvtltch gemachten verlaus, stallen in der Haid vom». November bi, t S-Z.mber IM.st-u««»1�9" Säulen ersichtlich. Ferner gelangen»us. Abschnitt A»« �"6, gewicht.der 258 Stamm Blut- oder Leberwurstlous-r-t»«inschlietzlich gewicht tzur«v,gÄ- menOn«.»tsti,«tziko». NtKow).«üt«inw Im erste» «ehl aus vbschuitt«8 28 Stamm»merik. schnitt 81,?»»«ramm BERLIN C Sptnd&aer Sir, f6 Gegr. t8J5 Damen-Kleidung lMuse«u» FUnell, haltzftei oeier gescklonon...... 49." n, ittS« aus reinoeidenem Chinakrepp.......... 125»* Rock au* praktisch Steck, o>it Knöpfen garniert.. 39." R-Ock aua kleinkariertem Stoff mit eingelegt. Pklten 98.• Morgenrock aua Flauoehotock...... 125 Morgenrock a. weich warmen Ttikotatoff... 245.» Kleid au* reinwoll Steck mit farbiger Stepperei<125.- Kleid a. walohei Seide, reich beotickt........«JyO.- T a�keml wie Abbildg. 39.- Wlrkwaren Dbmen-Unterkemden seatrickt, Baumwolle.. 10.75 UntertailleweiBTrike» Mi« Armaln. Mitteigt. 24.75 ScklapfljeinkleiJer 28.75 Damen-Hemdkotzca »orrOgl.QunlitSi, Mittel gi, 78.- Damen-Strümpf« tchwan mit Doppel«.. tobte................ 12.50 Seiden flor, aebwai«... 24,50 Herren-Soekea lft-- (arbig. Bnurawohe.... lu.43 Herren-Soekea,• wg grau Vigogne....... l-O.lo Eisen- Betztaeclle Pat.-Matt, rfeiler 27 mra, sekwan. o4«, weiß,<»�<190 cm 290.- R&Ki'.ÄsSoS: �r�-ttakett Beliflellen Matratre dreiteilig. aua JutestoÄ, mit K»»!-.-0 kiaaea, Cr 90*190-rn IJOv Deekkett mte»(»'«*. paii»e«W4n»t.. BggtwJeeke-Oeraitar IdwtzdMldemre Itit—' BERLIN C Königstrasse JI-I4 Gegr. 1818 Herren- Kleidung Ha US] Oppen a. Flausch«t. mit ÄS 178-1.590.. 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Lebcasjaljrr: 500 Gramm Söeijen« für � ladet im 2. bl» 8. Lebeaejahiti 250 Stamm Weizen- Mi-SNeai««. P-arap. Extra (im. WUWW___________.. «rich. Krieosdelaiädlittei 500 Stamm Kafersleckea. Werdeade Rältet: 258 Sramm Nieizeaarich, 250 Stamm Kuchenmehl, 1 Dal« Malzextrakt. Aus Nähr- mittelkartea: 250 Stamm WciiaiatUfi. '— chalN St Treptow ver teilt auf Ablch der Betlln-Tteptowet Lebensmittelkarte ........_uf_____....._____________________ 250 Stamm fltim« Stblen; auf Ablchniit 18 der Lerlin-Tteptowel Lebensmittel» karte für yrnfonen über 85 Zahl« Gramm Kaferflocken. Berliner Wochenspielplan Sonniaa. 21. Ikepember bi» Montag. 20. üloaernber. Nachmiitagsporftellunoe»«am 28. Zieaemder. VollstShne. 21., ti-, 27. Kabale and Liebe. 22. Nach Damaskus 1. 25. Der Nicht«!»an Solamea. 25., 29. Nach Damaskus 2, und 8. 26, 28 Kiitbchen. Nachm.: Der Richter von Salamen.— Neu», Velle-Iheater. 16.. 18. Maier vardara. Sonst: Perllles a. iurus. Nachm.: Nora.- Ttaatsoptr. 21. Lohen» ---- Itter vl'-----" H MM'-----"" Saifl«! ..._____ tard L._____......._____ 27. Kronprinz. Nachm.: Nathan.— Deatfche« Operahau». 21. Parlifal. 22. iliiei fchüh. 22. Meisietsiaff-r. 2«. Schwächetin, Kcpalleria Rusticana. 25. Reaolution» ßin. 22.. 27. Rillet Slaubart. 24. Meisterst»«!. 2t.«oheme. 25 M-na Lisa. Licht, Silh.. Bajazzi. 28. lannhiuler. 20. Satmti«.— Schauspielhaa». 21., Ft., 2«.. 28. Richard 8.__22. Carialan. 28., 29. pect Spnt._ 25. Journalisten. fak. JW hoch.-elt. 28. Prinzesstn 00» Ttapezunt. h. lotco. Nachm.:£(""* .... 27. Postillion. 28. Tann?auiet. -.-chm.: Siradella.— ldonisch-« Iheatr». 21., 22., 25., 27., 29. Chaus, hat Martin. 28. Einlame Menlchen. 24.. 28.. 18. Der Arzt am Scheidemege. Nachm.: FrLHIina» Srw-chcn.— Kammerfpiel,. 21. grühlinzs Srwachtn. S6. Di'ch. Kleinstädter. 28. Piichs« der Pandara. sonst: Gr ist an-llom lchul». S-i-ler. N, «eibstoufel.- «e»»� Theater. oerbe.—«Srof-, 27. Prrr Gant. Sonst: Flamme. Nachm.: Frau Warten» Sewttb«.— SioHm Schanfpielhau». 21., 22. bis 25., 29. Zedermann(9. A. 11-15). 26. LrMraia(9. A.). 27. Danton (9.9,). 28. Zal. Cäsar 19. 9.). Nachm.: Zul. Cäsar lA. 9.).- I Theeter. 17. Gespenster. Sanft: Scheidungsreise. Nachm.: Paamnlian.— Theater,»risrlda. Nachm.: Psarrhaaskomödie.— Theater in»er Kön — Künstler. Kleine« den 27. Naaember, abend» taftischer Dichtungen von '» w» k i wird am Iward____ Saale der Beritner Secesston, viel' 75t HHr, km Meisterfael«ine» vortragsaie»b& Heine. Holz. Hölderlin, Po«, Strtndberg».'»- � m Freitag, de» 28. November, abends 8 08«' u, Straste. Naulch. 22. Erdgeist. W — Kleine» u chznspiilhooo. Di« Büchse ---------- i». Di lkrn.'— Komödienhan». —».»Idinz.The-ter. Die Freundin. Nachm.: SJunbit WWip�WM.BBiB König, rtter Ab 25. Frau Moreitt. Nachm.: Da» Geständnis. " der Pandara.— Tribüne. �Sunburg. i« Sache mit Lola. Nachm.: Di« Ehre. ________ SS 27. Ladt! Würdemeres Fächer. Nachm.: Die Freundin— Drienen-Thcoter. Der Noman einer Frau. Nachm.: Der Nomon oinor Frau.— Dhoater am Nelleadorf-PIah. Wenn Liebe erwacht. Nachm.: Drei alle Tchachiel».— Wallner-Theottr. Tägl.: D. Geiger von tuaan«.?iochm.: Pallnacht.-»Berliner lheeter. Di« spanische Nachtigall. Nachm.: Wie ei,» im Mai.— Theetir Westen». Der erst«» Liebe golden- Zelt. Nachm.: grau im Hermelin.- Lestfpielheuo. Zwangs-Singuarii-rung. Nachm.: Familie Hannemann.— Komische Oper. Lieb« im Schnee. Nochm.: �.....-...... M Frau Theatee. F Adel«.— Nene» Heimat.__--------, tritt einer Frau. Nachm.: Hausdrache. l, am Dienateg, den 28. November, abend» 8 Uhr, Im Saale der verllner Sezestian vor.- unter dem Titel„Träume und Gedanken" veranstaltet Lea M« n t« r am Sonnabend, ______......_... jen Wünschen entsprechend, nächmak „Novellen de» T» d e»" von Hegm und Frank zum Bortrag bringe�. f Da» Neue K u l t u r> K a r t e l l swieder«in neuer Name) veranstalto Da« Neue Kultur-Kartell swieder ein neuer Name) veranftau» � Mittwoch, den 24. November, obend» VIS Uhr, sein zweite» Kultur-Koni»» u Harmaniumsaal, Steglister Str. 85, mit Klavier-BortrSgen(Ha», Nt Rezitation revoluitonärer Dichtungen von Toller, Whiimun, Macan Stein), Gesong(Helene Pettersson-Münnich.— Alfred B« i e r l e fl'6L' iiw ersten und zweiten Bertrogsabend am 24. und 28. November im lgrünen) laal. Er fprichi u. a. llnvrröffentlichte» VON Toller, Larthel, Weisel». K« batst. Set II«- WWW Berantworilich für sür den »»twortlich... Borlagsaenollen�chait die Redaktion: Emil 'b"�.. nieratenteil: L» d m t g Ka m« r t n(e r, Karl�borst� ireiheit"«. S m b. Berlin.- Druck der * m%* M-rt«» G» ♦»•»lt. Plr-.«..»" Zähne 4 u. 7 Mk. mit Frledenskautsdi� 5 Jahre sckklllllcke Garantie, 2ahnilehen mit KetSü� bei Bestellung vv» Gebissen gratis. Kronen v. 30 ulü. Spez»; Zflhne ohne Säumen. 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