Einzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Dienstag, 23. November 1920 Nummer 494• Nivrgen-Ausgabe begug Hfömfii fämtlld)« Poftnnftalt-n Beslellungen entstgtn. Unter Btteifbanb bezogen für Deutschland und Cstcrreich 10,50 M., für da» übrige Aualand 21,50 M, zuzüglich Valuta-Ausschlag,»er Brief für Deutschland und Österreich 20,- M. Expedition»nd Verla«! Berlin« t, Breit« Strotze Sa». Ei«»chtgefpaUene«onpareillezeile»bei deren Raum koffet El. einschließlich Eenernngazuschlag. Kleine Anzeigen: Da» fettgedruckte Wort 2,— M.» jede» weiter« «ort 1.50 W., einschließlich T-u-rung-zuschlag. Lausende Anzeigen i-nt Tarif. Eamiüen-Anzeigen und Ste!len«®esuche 3,20 M. netto pro Zeile. Sielien-Gesuch« Wort«Anzeigen da» fettgedruckte Wort>,50 M., jede» weitere Won 1,— M. SmIpreSa: Zcnlnia 2030, 281S. 4510, 4603, 4636. 4640, 4SU Serßner Jargon ber VnobbSitßlffcn sotia/ömofmffp S>patfU)tanöB Die Hohenzollern als Schieber— Die Rechtsparteien als Hehler— Ein reaktionärer Vorstoß— Unsere Abrechnung mit den Monarchisten Man sprach gestern im Reichstag ein paarmal vom„Ster- oen in Schönheit". Das bezog sich aber keineswegs auf das ehemalige deutsche Kaiserhaus. Denn die Debatte über die Beteiligung des Hauses Hohenzollern an den Kapital- Ichlebungen der Schieberfirma Eruher bedeutet zwar ein rettungsloses Untersinken, aber von Schönheit ist dabei wirk- uch Nichts zu finden. Das deutsche Volk ist sehr unpolitisch und republikanische Besinnung auch heute noch kein Allgemeingut. Es ist auch sucht sehr erhebend, daß eine Minderung des monarchischen Gedankens just von der Art und Weise zu erwarten ist. wie die vornehmsten Perkörperer dieses Gedankens das deutsche Staats- und Volksvermögen gemindert haben. Aber die kon- servative Hetzpresse. die den Kamps gegen die Republik fast __________ W66Wen ausschließlich� mit den übelsten persönlichen Verleumdungen und Beschimpfungen ihrer Vertreter führt, ist die letzte, die darüber klagen darf. Sie hatten es gewollt und der große Unterschied bleibt immer noch, daß sie lügen und verleumden, wahrend wir über die Vertreter der Monarchie nur T a t- s a che n auszusagen brauchen. Tatsachen« die entweder schon gerichtsnotorisch sind oder es in kürzester Zeit werden müssen. Man wußte schon aus den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses, daß die Hohenzollern sehr geschäfts- tüchtige Leute gewesen sind und es außerordentlich"gut ver- standen haben, die Grenzen zwischen dem Staats- und ihrem Privatbesitz bei jeder Gelegenheit zu ihrem Vorteil zu ver- schieben. Während das Parvenu-Königtum Louis Philipps die Parole verkündete: bereichert Euch, befolgten die Hohen- Kollern stets die mehr legitimistische und vornehmere Parole: bereichern wir u n s i Und nie gelang dies besser als unter dem letzten Hohenzoller, wo die agrarische Liebesgaben- und Zollpolitik dem Herrscherhause Millionen und Millionen ein- brachte, während gleichzeitig die Zivilliste hinaufschnellte. Der Sturz der Hohenzollern hat zwar ihre Macht, aber sucht ihren Appetit verringert. Man wußte auch, daß es chnen nicht zuletzt dank der Schwäche und Willfährigkeit vor auem des preußischen Finanzministeriums auch gelungen «ar. sehr viel Geld und sehr viel Wertgegenstände nach Hol- mnd zu bekommen. y�etzt weiß man noch mehr. Man weiß, daß neben einer Anzahl hochadeliger Familien die Hohenzollern auch Ichmutzige und verbotene Wege nicht gescheut yatten, wo es sich um Geld handelte. Nach den Verhandlun- ssu, die heute im Reichstag stattgefunden haben, kann es smyem Zweifel unterliegen, daß die meisten Hohenzollern- Prinzen mit dem Schieberbankhaus Erußer in Verbindung Inn1 handelt sich um eine Eaunergesellschast, die es lystematisch darauf angelegt hatte, Kapital ins Ausland zu Ebringen und Steuern zu hinterziehen. Hier gilt in vollem Monge das Wort: Sage mir. mit wem Du umgehst, und A sage Dir, wer Du bist! Die Hohenzollern sind entlarvt als dp Oberschieber und Steuerdefraudanten, als Beteiligte ruf,' bnergesellschaft. Diese Firma kann von nun an sich M nennen: Grußer-Hohenzollern u. Co. =iüir wissen sehr genau, daß Kapitalverschiebung und s�berdefraudation heute wie eine Pest grassieren. Das Lj, aWche und schäbige aber ist, daß Leute wie die Hohen- nÄ die keinen Moment in materieller Notlage gewesen die ai r he.nte noch im sorgenlosen Luxus le�en, nicht nur Afcjk von toi... Bi______ eT�oeikchr Deutschland retten und von der Korruption be- llnw IÖntte- Ihre Geldgier ist noch größer als die Vorsicht. vi?.r'i endet die Geschichte der Hohenzollern mit einem Ka- »'"el Kriminalgeschichte. ni*? nnißte sie wenigstens enden. Aber in Deutschland ist ui*» unmöglich, und warum sollte der Hohenzollern-Skandal fiZr,!#* einem Justiz-Skandal abschließen? Der rechts- an»? n sche Abgeordnete H. Müller hat zwar nüchtern, mnL. en deshalb wirkungsvoll, ein erdrückendes Tatsachen- bei all� norgebracht. Der JFinanzministor W i r t h mußte und°?." Zurückhaltung die Tatsache der Kapitalverschiebung rn»!«» enge Verbindung der adeligen und fürstlichen Fa- a M't der Schiebergesellschaft zugeben. Es kann kern sei obwalten, dak die bertiorrrtoenNkten Träger des mon- r sehr er- aus der beut- aus äntirepublikanifcher aber die beiden deutsch- j. abgehalten, sich schützeiG vor die e zu stellen und die Rolle von polltlschen s-kien Vermögensbestand Gelln�ublik. und sicher nicht bloß aui Nation� gewesen find. Das hat ade hohe �nHarteimnicht abgehalten, Hehlern zu übernehmen. Das wäre nun nicht besonders überraschend. Der monarchistische Gedanke verpflichtet ja die von ihm Besessenen auch für einen Idioten oder Lumpen einzutreten, wenn der Zufall der Geburt einen solchen auf den Thron gesetzt hat. Das gefährliche ist, daß auch die Träger der Justiz in Deutschland fast ausnahmslos diesen Parteien angehören und daß deshalb die Hoffnung, es werde ohne Ansehen der Person restlos alles aufgedeckt werden, uns sehr wenig begründet erscheinen will. Aber das ist eine spätere Sorge und auch nicht das Entscheidende. Zur Tha- rakteristik der Hohenzollern genügt vollständig, was heute im Parlament enthüllt worden ist« und ebenso genügt es zur Charakteristik der deutschnationalen Parteien, daß sie sich mit den Hohenzollern solidarisch erklären, auch dann, wenn diese Solidaritätserklärung eine solche mit Schiebern ist. Das ist die große politische Bedeutung dieser Debatte, die in einer außerordentlich wirkungsvollen Rede Breit- s ch e i d s herausgearbeitet wurde. Sie trug dazu bei, daß dieser Tag �uin schwarzen Tag für» i e Mo nur- ch i st e n geworden ist. Der Sitzungsbericht Abg. Müller, Franke«...-.-—«-vr v—['Jcn gelernt hat und es nicht versteht, in Schönheit zu sterben. sHeiterk-it.) Die Entschließung der Neukommunisten sei angesichts der Haltung von Eisner in München und Geyer in Sachjen reine Demagogie.(Sehr richtig!) Es genügt nicht, daß die Sache bei der Staatsanwaltschaft an- hangig ist. sondern diese Dinge mästen öffentlich behandelt werden und die festgestellten Schuldigen müsten zur Abschreckung ganz exemplarisch bestraft werden.(Sehr richtig!) Außerdem ,st es notwendig, sich aus dem in Deutschland verbliebenen Teil des Vermögens der Beteiligten Sicherungen gegen die erlittenen Schädigungen zu schaffen und alle Maßnahmen zu ergreisen, um der demokratischen Gerechtigkeit voll Genüge zu tun.(Lebhafter Beifall.) Reichsfinanzminister Dr. Wirth Ich bin bereit, auf die Frage des Abgeordneten Müller in voller Aufrichtigkeit festzustellen, was das Finanz- Mitglieder der Regierung betone ich. daß zur damaligen Zeit Ministerium in dieser Angelegenheit getan hat. Wir können au» den Akten nachweisen, daß schon am 18. April, also ehe di« „Freiheit" die Angelegenheit erwähnt hatte, eine Unter- suchung gegen die Kaufleute Schmidt-Scholq und Dr. Borchardt eingeleitet worden ist. Die Staatsanwaltschaft wurde bereits am 17. Mai mit der Angelegenheit befaßt. Das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft ist heute noch nicht abgefchlosten. Die am dann in der Boßstratze 18, eine Zweigniederlassung eröffnet. Der augenblickliche Inhaber ist der deutsche Reichsangehörige P. I. Erußer in Amsterdam. Das Finanzministerium erhielt vor einigen Tagen die Anzeige, daß sich bei der genannten Firma in Amsterdam Millionenwerte deutscher Reichsangehöriger an Bar- guthaben und Effekten befanden, die unter Zuwiderhandlung gegen die deutschen Steuergesetze durch die hiesig« Zweigstelle der Firma dorthin verbracht worden seien. Daraufhin hat das Finanzministerium sogleich die Staatsanwaltschaft ersucht, wegen Heber die Personen, die mit der Bank in Verbindung gestanden haben, können nähere Angaben noch nicht gemacht werden. Unter den Kontoinhabern befanden sich auch Mitglieder de» Hause» Hohenzollern. Wieweit sie sich strafbar gemacht haben, wird da- Verfahren feststellen. fUnruhe links.) Heber die Schuldsrage kann ich mich noch nicht auslasten. Das Finanzministerium hat sofort Sicher- eitsmaßnahmen angeordnet.(Zuruf des Abgeordneten Müller: Auch bei den Hohenzollern?) Ich habe bei meinem Amtsantritt versichert, daß ich mein dornenvolles Amt führen werde ohne An« sehen der Person, also können Sie versichert sein, daß den Hohen- z-llerii gegenüber keine Ausnahme gemacht wird. Aber ich muß es ablehnen, in das Ermittlungsverfahren einzugreifen, ich, lehne es auch ab, den Schein zu erwecken, als ob ich eingreifen wollte. Die Finanzämter sind angewiesen, bei allen Kontoinhabern der Firma Grutzer Sicherheitsoescheide bis zum hoch st en zulässigen Betrage zu bewirken. Danach ist verfahren worden. Was die Einzelheiten anbetrifft, nach denen ich gefragt wurde, so war ein bekannter General nicht unter den Kontoinhabern.(Zurufe links.) Der Nachdruck liegt doch wohl auf dem Worte„bekannt". Der erwähnte Dr. Spiro ist m "cherem denn eine jede Auszahlung ronnie nngoruiei wrroen.«vfern aber diese Personen zu den Kontoinhabern der Firma Erußer gehören, find gegen sie die Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, die eine vorläufige Sicherung der Jnte-esten des Reiches bedeuten. Wir haben hier nicht die Einzelnamen zu prüfen, sondern nur festzustellen, daß die Landessinanzämter angewiesen worden sind, auch bei Mitgliedern von sürstlichen und anderen königlichen Familien fest anzupmken. Es ist die Pflicht des demokratischen Staates, ohne Rücksicht auf Personen und Namen vorzugehen. (Beifall.) Auf Antrag des Abg. Scheidemann(Soz.) wird die Be- sprechung der Interpellation beschlosten. Abg. Dllringer(D.Nat.): Nachrichten des„Vorwärts" über die Beziehungen der Krön- rin«mn zu G rußer erstunken und erlogen,(yorl. der monarchische Gedanke um so intensiver gestärkt. Gerade, weil wir Monarchisten find, wollen wir die Monarchie nicht morge» einfuhren sZuruf links: Aber übermorgen!), sondern ver- trauen darauf, daß das deutsche Volk eines Tages in freier Eni- scheidung zum monarchistischen System zurückkehren wird. Abg Burlage(Zentr.): Wir stellen uns auf den Boden der Erklärungen des Herrn Ministers. Cr hat festgestellt, dah das Nnanzministerium noch vor den Veröffentlichungen durch die„Freiheit" in die Sache eingegriffen und die Finanzbehörde sofort Sicherheitsmatznahnien gegen weitere Verschicbungen von Vermögenswerten getroffen habe. Sie find um so bedauerlicher, als sie gerade von jenen aus- geführt wurden, die auf den Höhen der Menschheit wandeln «ollen.(Gelächter bd den Eoz.) Redner polemisiert dann scharf gegen die Schreibweise eines Teiles der rechtsstehenden Presse, die direkt fördernd für Steuerflucht und Demoralisierung gewesen sei. Die Steueroerschiebunaen müssen nicht nur auf das schärfste verurteilt, sondern auch ohne Ansehen der Person nachdrücklich ' bestratt werden. Es geyt nicht an. die Steuern und materiellen Lasten abzuwälzen auf die Schultern der anderen.(Zustimmung berm Zentrum und bei den Soz.) Es gilt vor allem, die so tief gesunkene Stcuermoral zu heben, denn ohne Steuermoral bannen auch die schärfsten Steucrgcsctze das Finanzelcnd nicht.(Beifall.) Abg. Kahl(Vp.): Die Majestät des Rechtes steht höher als jede andere Majestät. Verfahren müssen wir grundsätzlich ablehnen.(Zuruf: Erz. b e r g e r! H e l ff e ri ch!) Die Interpellanten treibt nur der Kampf gegen den Adel, gegen die Monarchie und besonders gegen die.kaiserliche Familie, wie schon die schreienden Ueberschriften des„Vorwärts" es beweisen.(Sehr richtig! rechts.) Zu ftür- mischen Unterbrechungen kommt es. als Redner anführt, dag die Hohenzollernfamilie durch die Revolution gewaltsam ihrer Rechte entkleidet wurde und die Linke entaegenruft:„Wilhelm ist doch getürmt!" Nachdem der Präsident die Ruhe wieder- hergestellt, fährt Redner fort: Wir halten die Monarchie für die bessere Staatssorm und uns trennt von Ihnen(nach links) eine ssanze ethisch nationale Weltanschauung.(Leb- hafter Beifall rechts— ironische Heiterkeit links.) Wenn die Vorfalle richtig sind, dann ist die frühere Regierung an dem Zuspätkommen der Nemesis nicht ganz unschuldig, wobei ich es aber ablehne, mich ielbst im Kampf!« gegen den politischen K-gner aur die„Freiheit" zu beziehen.(Heiterkeit.) Wenn wirkliche Verftohe gtichehen sind, selbst in dem in der Znter- pellation genannten Umfang, so tragen weder der Kronprinz, noch d,e Kronprinzessin daran schuld.(Zuruf links: Nur der Portier!— Zuruf L e d e b o u r: Das ist ja alles Heuchelei. Die Unruhe steigt, als von der Linken dem Redner Schieber und Heuchlet zugerufen wird, während die Rechte ostentativ Bravo! ruft. Endlich gelingt es nach längeren Bemühungen den Prä- sidenten, die Ruhe wieder herzustellen.) Eine Schuld im Sinne einer ethischen Schuld trifft die Muglieder des Hohenzollern- haufcs nicht. �Erneute dauernde Unruhe.) Die Interpellanten lassen jede Pietät und jedes Verständnis für die nationale Würde vermissen.(Dauernde Unriche links.) Selbst wenn alle» wahr wäre, dann hätten diese Rücksichten und die Rücksicht auf da» Aus- liind ein« solche Interpellation unmöglich machen müssen.(Beifall rechts, höhnische Zurufe links.) Die ganze Interpellation ist nichts als eine geschickte Wahlmach«.(Lebhafter demonstrativer Beifall recht«— andauernde Unruhe links. Zuruf: Schieber!) Reichsfinanzminifter W i r t h sagte zum Abg. Dr. K ah l gewendet: Ich bin Ihnen dankbar, daß Sie das ethi>ch-nationale Moment berührt haben. Als ich die Lifte der an den Schiebungen Beteiligten durchlas, da stieg mir die Schamröte ins Gesicht.(Kroge Unruhe rechts.) Mißverstehen Sie nicht, ich habe gegen die Person des Herrn Professor Kahl gar nichts einzuwenden. Ich sage aber, es ist tief bedauer- lich, daß gerade diese Kreise unseres Vaterlandes sich zur Ab- Wicklung ihrer Geschäfte solcher Winkelbanken, daß sie sich eines Herrn Grußers als Briefträger bedienten.(Erneuter Lärm rechts.) Sie mutzten von vornherein wissen, datz ihnen nicht die Sicherheit gedoten war, datz st« nicht mit den«esetzen in Äon« ZMkt kommen.(Unruhe rechts.) Das ist das Ziel: Auch in den Fragen der Kapitalflucht das ethisch-nationale Moment zu wahren, ob sie nun Kronen tragen oder das Gewand der Republik.(Beifall bei den Soz.— Große Erregung und an- Lä dauernder eärm rechts.) Abg. Puchta(U. S. P.): Wir müssen uns klar sein, daß es sich bei den vorliegenden Tat- fachen nicht um persönliche Momente, sondern um die Gesamt- m o r ä l handelt. Die Verwesung am Körver des Staates ist Tat- sache. Als aber das Vaterland nach Rettung rief, da verhallten zuerst die patriotischen Lieder und gerade zene, die sogar aus ihren Hosenträgern„für Ehre, Freiheit und Vaterland" stehen bat- ten, verkrochen sich ins Dunkel. Wer wird die Lasten tragen? Die Arbeiter in Deutschland werden in Gestalt noch höherer Ab- gaben das ersetzen müssen, wa» die Besitzenden wohl berechnet in Sicherheit gebracht haben. Das Volk wirv das büßen müssen, was die befissenden Kreise bis zur Spitze hinauf verbrochen haben. Es wird Ersatz leisten müssen, auch das große Heer der Angestellten und kleinen Beamten, die ohnehin in den ärmlichsten Verhalt- nisten leben. Jedes Glied«iner� von�den FUrsten�«rsthobrnen Perlenschnur wird'«Uder mit den Tränen der Witwen und Waisen ausgewogen werden. Noch wahrend des Krieges haben sich h ö b« r e O f s i z i e r e, besonders in der Nachrichtenabteilung der O S L in den Dienst eines Schieberunternehmens gestellt. was sie nach Beendigung des Krieges sogar offiziell fortsetzten. Die Kapitalsflucht hat schon damals grogen Umfang angenom- f All demgtl'" zenuber hat die damalige Regierung nichts ge- tan. Rücksichtsloses Durchgreifen gegen�das Schiedertum ist ein« men. zwingend« Notwendigkeit, aber mt wissen, daß all« Mittel auf dem Boden der heutigen Ordnung dauernde und durchgre, sende Erfolg« nicht erzielen können.(Sehr richtig bei den U. SozZ Der Monarchismus wird nie mehr Boden gewinnen ,n Deutschland. denn wer di« Monarchen einmal nackt gesehen hat, für den haben sie ihre Majestät verloren.(Heiter- keit Zuruf: In der Badehose.) Wir find stolz darauf, an der Zertrümmerung der heutigen Ordnung zu arbeiten Entgegen den Ausführungen des Abg. Müller stelle ich fest, daß die frühere Regierung bereits von den Vorgängen Kenntnis haben muhte, darum interpellieren wir heute die Mehrheitssozialdemokraten. was sie damals dagegen getan haben? Ks waren ja damals Aus- schüsse zur Verhinderung der Kapitalsflucht eingesetzt, aber durch den Einfluß des Finanzministcrs Schiffer wurde es unterlassen. «ine enge Verbindung zwischen den einzelnen Ausschüssen herzu- stellen. Auch die Registrierung der Vermögen wurde damals verhindert und wiederum hat daran die Rechtslo)ialdemokratie Hauptschuld, die das ganze System besteben ließ.(Sehr wayr! bei den U. Soz.— Widerspruch bei den Soz.) Rur die Beseiti- zung des ganzen Systems und die Errichtung des sozia- listischen Staates kann wirksame Abhilfe schaffen.(Beifall bei . den U. Soz.) Abg. Dietrich-Baden(Dem.): Wir wollen nicht, daß in ein chwebendes Verfahren eingegriffen wird. Aber wir verlangen. aß in diesem Verfahren mit aller Strenge und ohne Ansehen der ßcrson vorgegangen wird.(Beifall.) Abg. Höllein(U. Soz. links): Was wir heute erleben, sind nur lleilerscheinungen des Verwesungeprozesses des tapitalisti- chen Systems. Die kapitalistischen Parteien huldigen dem Grund- atz: Nach uns die Sintflut. Das schönste an der Geschichte ist. Haft .diesmal nicht semitische Sprößlinge, sondern die reinsten Aner, die Hohenzollern die Schiebergelchäfte gemacht haben. W» halten unseren Antrag aufrecht. Abg. Scheidemann(Soz.): Leider haben sich vcrschiedene illedner der Rechten, ganz besonder» der Abg. Kahl, nicht an die auch von uns gutgeheißenen goldenen Grundsätze des Abg. Düringer ge- halten, deren erster lautet:..nicht einmischen in»in schwebendes Verfahren". Di« ganze Red« de» Herrn Abo. Kahl war«in« e'M'S« Mißachtung diese» Grandsade». Er bat die Mitglieder der Hoben- »allern als unschuldig«rNart und behauptet, all« uns«» dresve- zu gl! chen Anklagen seien erlogen, wahrend der Herr Reichsftnanz- minister selbst zugegeben hat, daß die Kronprsn, essin be, dem Bankhaus Grutzer ein Bankkonto hatte und somit zu den Hauptbetei- ligten gehört. Wenn Herr Dr. Kahl die Hohenzollern nun als unschuldig erklärt, glaubt er da nicht, daß eine solche Erklärung Einfluß auf die Richter haben wird?(Sehr richtig links.— Widerspruch rechts.) Wenn es jemals einen Iustizskandal geben wird, ist es in dem Augenblick, wenn die sogenannte Affäre Sklarz wie eine Seifenblase zerplatzen wird, die nur auf Grund von Aussagen eines elenden Lumpenbundes überhaupt in der Welt ist.(Sehr richtig.) Das Verfahren ist nur deshalb noch schwebend, weil nichts dabei herausgekommen ist, und weil man noch gerne die Zeit nützen möchte, um weitere Verleumdungen gegen uns zu schleudern. �(Sehr richtig links.) Gegenüber den Vorwürfen des Aog. Kahl gegen die sozial- demokratische Presse, besonders den„Vorwärts", bitte ich Sie, nur einmal 8 Tage lang die Rechtspresse zu lesen, in der in einer Weise gehetzt und verleumdet wird, daß es jedes Maß übersteigt. (Sehr richtig.) Gegenüber dem Vorwurf der äußersten Linken, daß die sozialdemokratischen Mitglieder der früheren Regierungen ihre Pflichten vernachlässigt haben, stelle ich fest, daß diese Vor- würfe absolut unberechtigt sind. Was Irgendwie möglich war, um solche Dinge unmöglich zu machen, ist geschehen.(Sehr richtig.) Ungeheuerlich ist es, wenn Herr Kahl uns Mangel an nationaler Ethik und Pietät vorwirft in einem Augenblick, wo wir gegen Schiebungen schlimmster Art energisch Stellung nehmen. Was wir hier allerdings wollen, ist nicht nationale Ethik, sondern die Forderung, daß ohne Ansehen der Person gründlich Remedur ge- schaffen wird.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Graf Westarp(Dnat.): Die Interpellation soll der Sozialdemokratie nur Agitation»- Material liefern, weil draußen im Lande ein Teil ihrer Felle weggeschwommen ist. Erstunken und erlogen sind die meisten Be- bauptungen des„Vorwärts" über die Verbindung der kronprinz- lichen Familie mit dem Bankhaus Erußer. Von oen Volksbeauf- tragten ist nach der Revolution dem königlichen Hause das gesamte Prlvatvermögen fortgenommen worden.(Zuruf links: Das ist nicht wahr.) Der preußische Staat hat es bis heut« nicht für nötig gehalten, diese Beschlagnahme aufzuheben. Umso unehr- lichrr ist es, wenn man diese durch die Revolution mittellos ge« machten Mitglieder des königlichen Hauses wegen Kapitalverfchl«. bung beschimpft. Als der Kronprinz im Winter 18/18 mittellos in Holland war(lebhafter Widerspruch links), hat er in Amster- dam bei dem Bankhaus Erußer ein Darlehen von vielleicht 5080 Gulden aufgenommen. Daher stammt sein Konto dort. Daran anknüpfend hat der Minister Wirth gemeint, so hochstehende Per- sönlichkeiten sollten doch nicht mit derartigen Schieberbanken in Verbindung treten. Woher sollte der Kronprinz im Winter 18/18 in Holland wissen, oatz jetzt eine derartige Interpellation gegen Herrn Erußer eingebracht würde? Die Aiittel für den Lebensunterhalt des Kronprinzen mußten nach Holland gehen. Ui" Wir haben auf der einen Seite die wissenschaftlich und moralisch hochstehende Persönlichkeit des Herrn Kahl, der sich dafür eingesetzt hat, daß das kronprinzliche Haus kein Verschulden trifft, auf der anderen Seite den schwarzlockigen Jüngling des„Vorwärts", mit seinem zweifelhaften Material.(Minutenlange stürmische Unter- brechung.) Eine Steuererklärung konnte von den Mitgliedern des königlichen Hauses nicht abgegeben werden, weil ihr Ver- mögen beschlagnahmt ist. Die paar Jahre Republik mit ihrem Gefolge von Elend und Korruption können die Erinnerung an die 308 Jahre ruhmreicher Hohenzollernherrschaft im Herzen des deutschen Volkes nicht auslöschen.(Stürmischer Beifall recht«.— Große Unruhe links.) Abg. Dr. Breitscheid Die Verteidigungsversuche der Rechten sind ergebnislos ver- laufen, vor allem der Verdunkelungsversuch des Abgeordneten Kahl. Da seine Mitteilunaen anscheinend aus der besten Quelle stammen, nämlich von der Kronprinzessin oder von irgend einer ihr nahestehenden Seite, die durch diese Interpellation mit in den Verdacht gebracht sind. Da diese an den Vermögens- schiebungen teilgenommen haben, können sie nicht erwarten, dag Informationen von ihnen für uns irgendeine� Wert besitzen. Es Sterbt deshalb nur die TaNache bestehe», daß Mitglieder der Hohenzöllernsamklie an den Geschäften de» Bankhauses Grußer ie- teiligt gewesen sind. Menfowcnig kann es irgendwelchen Ein- druck mächen, wenn der Eraf Westarp die E n t l a st u n g s o f f e n- s i v e dadurch zu führen versucht, daß er mit Arroganz und Heber- heblichkeit sich gegen die Linke wendet, und daß er mit großem Pathos feine bekannte Treu« zum Hohcnzollernhau». die sich um so lebhafter und nachdrücklicher äugert, je ungefährlicher die Sache ist.(Lebhafte Zustimmung link».) Alle diese Dinge ändern nichts daran, daß es national« Kreise in Deutschland, die die nationale Gesinnung und Ethik in Erbpacht genommen haben, die sich zu den Edelsten der Nation rechnen, mit einem Winkelbantier in Verbindung gestanden haben, einem»erdächtigen Subjekt, da» Kapital in» Ausland verschoben hat. Wenn der Ab- georonete Eraf Westarp mit aller Naivität sragt, woher sollte denn der Kronprinz wissen, daß über das Bankhau» Erußer hier eine Interpellation eingebracht würde, so muß ich schon sagen: wenn man nichts besseres zur Verteidigung der kronprinzlichen Familie vorzubringen hat, als diese Naivität, so tut e» mir um den armen Mann in Holland leid, daß er hier keinen besseren Verteidiger gefunden hat. Er hätte ja eigentlich an die ihm noch in großer Menge zur Verfügung stehenden Helfer appellieren können, er hätte ja einen Ver- treter der Deutschnationalen oder der Deutschen Volkspartei bitten können. Informationen darüber einzuziehen, welchen mo- ralischen Kredit das Bankhaus Gruß« verdient. Ts scheint aber. er hat bei seinen Unternehmungen auf die geistige Mitwirkung der Herren Westarp und Genossen keinerlei Wert gelegt. Er hat diesem höchst zweifelhaften Unternehmen sein Vertrauen geschenkt. Die Regierung hat Kenntnis von den Dingen, über die in dieser Interpellation geredet wird Die Erklärungdes Finanzministers hat uns nicht in vollem Umfang genügt. Wir hätten erwartet, daß er nicht nur die Namen einiger bürgerlichen Beschuldigten ge- nannt hätte, sondern auch der des H o ch a d e l s und der H o h e n- zoll ern. Wir erwarten, daß diese schamhafte Zurückhaltung, 'cht geübt wird, wenn die Gericht« die er hier beobachtet hat. nicht"geübt wird, wenn die Gerichte sich mit der Sache befassen werden. Wir können aber dem k o m- .munistischen Antrag nicht zustimmen. Die Behandlung ist 'vorläufig nicht abgeschlossen, sondern geht weiter. Es geht nicht an. ein Migtraucnsvotum auszusprechen, so lange die Be- Handlungsmethode noch gar nicht bekannt ist. Das Mißtrauens- votuin ist auch bereits eingebracht, che noch irgendein Mensch die Erklärung der Regierung gekannt hat. Es liegt im sachlichen Interesse, zunächst abzuwarten, was die Regierung sagt und wa» sie tut. Aber auch wenn die Regierung die schönsten Erklärungen hier abgegeben hätte, wäre das für uns kein Än.aß, ihr»in Per- trauensootum zu geben. Es ist kein Zweifel, daß die Möglichkeiten der Steuerhlnterziehung außerordentlich groß sind., Es gibt zahlreiche Institute, die den wohlhabenden Krei- sen die Möglichkeit geben, ihren Patriotismus einmal in Mark und Pfennig zu beweisen, zu entgehen. Der Fall Sinner ist durch die Freiheit" am 2. Juni in die Oeffentlichkeit gebracht worden. Warum ist bis zu diesem Tage noch keine der beschul. digten Personen vernommen worden, obwohl die Untersuchung schon eineinhalb Monat« vorher begonnen war? Warum haben nach den Enthüllungen in der..Freiheit" die meisten Berliner Zeitungen mit Einschluß des.�Vorwärts" in dieser Ange- legenheit nichts gebracht? zu erteilen. Es handelte sich nicht um belanglose Kleinigkeiten. Das Ver- fahren schwebt immer noch, es sibwebt sehr lange. Wenn e» gegen Arbeiter geht, geht es meistens schneller. Ist an dieser Affäre der Herr Legaiionsrat Dietrich von Lethmann H-llweg beteiligt, der Wertpapiere im versiegelte« Kuriergepäck nach der Schweiz gebracht haben' soll? Ist daran Joachim von Bethmann Hollweg beteiligt, ein Vetter des früh«' ren Reichskanzlers? Es wäre sehr interessant, da es sich-RJ wiederum nicht um„schwarzgelockte Jünglinge" handelt, He» Graf Westarp, sondern wiederum um»rdeutsche adlige teutomsV nationale Persönlichkeiten.» Sehr notwendig wäre es gewesen, wenn auch der Just'»' minister sich geäußert hätte. Auch sein Ressort ist davon bot troffen. Er hat sich aber auf die Bänke seiner Fraktion gel«? und ich nehme an, daß er glaubte, seine Meinung würde aus- reichend durch seinen Parteifreund Kahl vertreten. Dieser tp mit Emphase ausgerufen, er wolle sich nicht in ein schwcbenMV Verfahren einmischen. Was er aber praktisch tat, war nw» anderes, als der unerlaubteste Eingriff in ein schwebendes vo richtsverfahren.(Sehr richtig! bei den ll. Soz.) Was«_ lief' hinaus auf die unerlaubteste und unerhörteste t'Ni mungsmache zugunsten der Hohenzollern und der Kre� prin?enfamilie. Das ist um so unerhörter, als Herr Kahl Lea" der Jugend ist. und Professor an der Berliner Universität. A'» sollen wir bei solchem Vorbild von denjenigen erwarten, die He» Kahl zu Richtern und Staatsanwälten erzieht, wenn ihr Leyro selbst hier eine Politik macht, die von dem Versuch einer Hehlerei der Hohenzollernoerschiebungen nicht sehr weit entfernt ist.(Erregte Pfuirufe rechts. SaM bei den U. Soz. Große Unruhe.) Der Präsident bezei»« diesen Ausdruck, nachdem von der Volkspartei sein Eingreift' gefordert wurde, als unzulässig., Graf Westarp und Abgeordneter Kahl haben an unsere h'stoi' sche Pietät gegenüber dem Hohen zollernhaus appelliert. W men wir einmal an, das Hohenzollernhaus habe in der Vergange hcit alle diese Verdienste aufzuweisen, die die Herren von£• Reckten ihnen zuschreiben. Was in aller Welt würde uns dann � stimmen können, wenn es in der Gegenwart mit einer so ru«� reichen Vergangenheit durch Schiebergelchäfte bräche, gegen d«? Schiebergeschäfte nicht vorzugehen? Es handelt sich nicht»? historische Feststellungen, sondern um das was augenblicku vorgeht. Und die hervorragendsten Leistungen Ihrer Hohenzoh«" könnten nicht darüber hinweghelfen, daß diese Hohenzollern M wie irgendeiner der schäbigsten Schieber handeln, oer im Kr''« wohlhabend geworden ist und sein Vermögen zum Nachteil deutschen Volkes und der deutschen Republik aus dem Lande bnnil Dann höhen der Abgeordnete Kahl und Eraf Westarp es' angebracht gehalten, an die T r ä n e n d r ü f e n besonders � UliHtUtUU)! Uli Uiv U.» V.S v v~~ Ah deutschen F r a u e n zu appellieren. Es ist ,a neuerdings Modc s worden, bei den Herren auf der Rechten, daß sie die HohenzoM im Eni als die ärmsten und bedauernswertesten Leute hinsteu� 1771 ßl'KU UIC UUIlslSIl UHU � Das erinnert mich ein wenig an die Methode, die von selten � wisser katholischer Elemente unmittelbar nach der Verdräng� des Papstes aus seiner weltlichen Macht gehandhabt wurde.- mal» wurden, besonders am Rhein, Bilder verbreitet, auf d�> der Papst im Gefängnis dargestellt war, auf Stroh liege� Auf diese Weise sollten die Herzen gerührt werden, dam't Z Peterspfennig recht reichlich fließe. Genau so machen Jj es jetzt. Genau so stelle» Sie es jetzt so dar, als ob die Hohenzollernfamilie in der Verbannung kaum das trockene e 177 vvt. ♦«Uli» vus«.».VFUVivv, zu essen habe, als ob sie nicht wisse, wie sie fich ernähren ko� � nicht so gütig wären, hin und wieder ein wenn Ihre Frauen nicht..„...<.«, paket nach Holland zu schicken. Soweit ich unterrichtet bin.»'s der Ebef des Hohenzollernhauses zur Zeit noch immer ein S» und hier in Berlin gibt es viele, die nicht einmal ein Z'mmp ii fitzen.(Lebh. Zustimmung bei den Soz. und U. S. P.) und 1» � ich unterrichtet bin. besitzt der Chef des Hohenzollernhaus«*" j. einen Hofstaat, den er kleidet und nährt. Hwr .....-....• und Deutschland gibt es zahlreich« Familien, die sich selbst und!, Kinder n i ck t zu nähren und zu kleiden in der Lage sind. " rnrnung.) Sie werden mir doch nicht etwa � der ehemalige Kronp r i n z�des Deu'� lebhafte Zustimmung.) wollen, daß der eh.------.. Reiches drüben in Holland am Notwendigsten Manoel Wenn es wahr ist. er ist ja noch ein junger und frischer« dann soll« arbeiten.(Stürmische Zustimmung bei der Und meine Fraktion ist bereit, mt sich darüber reden z" ob wir da» Erwerbslvsen-Untersttttzungegesetz auch ans ihn& dehnen rönnen., � (Erregte Pfuiruse rechts, Lachen bei den U.' S. P.) Warum Sie„Pfui"? Ist dieser Kronprinz denn nicht ebenso er wer� los wie zahlreiche andere? Vielleicht können Sie sagen. kein schuldloser Arbeitsloser ist. Trotzdem sind wir b«" ihn zu unterstützen.(Sehr gut bei der U. S. P.. Unruhe Meine Herren, Sie würden diese Argumente von unserer».' nicht hören, wenn Sie hier nicht fortgesetzt den Versuch das Elend und die Armut dieser Familie, für die man beina«„ «10�3 liebsten geneigt wäre, eine kirchlich«Kollekte zu stalten(lehr gut bei den U. E. P.) an die Wand zu malen. gewiß, ein moralisches Unglück ist über das Haus HoheW gekommen. Aber wir stehen nun einmal aus dem Standpuiuh�i Hau« Hohenzollern hat dieses moralische Unglück zum gute" j selbst verschuldet.(Stürmische Zustimmung bei den U. S. P.) Und wenn noch jemand anders die Schuld an glück trägt, dann sind es diejenigen, die es heute mit �,: Redensarten verteidigen.(Stürm. Zustimmung bei den rrnrh Viom fJKrtrf all> U. S. P.) Es ist ja edel, nach dem Skyillerschen Wort zu ha" Wenn des Liedes Stimmen schweige« Von dem llberwundne« Man«,>. 1 Dann will ich für Hektar« zeugen..> Der Sohn des Tydeus, Herr Graf Westarp, hat l a n g« wartet, bis er den Mut wiedergefunden hat, st" � Hektar zu zeugen.(Lebh. Zustimmung bei den ll. Soz.) � mittelbar nach der Revolution hielt er es noch nicht für wy tum, er hielt es noch nicht für opportum zu einer Zeit, a'»y mittelbar nach der Revolution die„Kreuzzeituna" ihre Flagge einzog und an ihrem Kopf den Spruch„Mit llönig und Vaterland" beseitigte(hört! hört� bei d*"«« md ll. Soz.), als die„Kreuzzeitung" sich damals auf de" ,0 • en der gegebenen Verhältnisse, wie mn l« V MÜH d-"L und den ver g»„.......... sagt, stellte. Er hielt es nicht für opportum zu einer auch zu uns, die wir als Unabhängige Sozialisten in gierungen saßen, zahlreiche Vertreter des alten bodensta�� Adels von Preußen kamen, um uns irgendwelche Gesa' je leiten zu bitten.(Erregte Zurufe rechts.) Wenn y weis« dafür haben«ollen, ich steh« Ihnen zur Verfügung?" f Herren! Ich selber hatte ja das Vergnügen» als preußissftv� nister des Innern zu fungieren.(Lachen rechts.) Gott,.y lacken Sie darüber! Ihre Freunde damals haben nickt(rjjt Die kamen deh« und wehmütig, um einen Landrat oder sonstig« klein« Konzession zu erbetteln (Sehr gut bei den U. Soz.). Damals erklärte mir einer vorraaendsten Führer aus dem preußischen Herrenhaus«: wU � ja, dag es so kommen mußte, es ging nicht anders./ Zurufe rechts.) Wollen Sie den" Namen haben?—/ Mirbach!(Hört! hört! links.) Vielleicht wissen Sie iC'-f/ ich meine! Den Grafen von Mirbach, der große macher des preußischen Herrenhauses, der in den schärfst«» Jt ten und Wendungen gegen die Sozialdemokratie von jeh��ck tisiert hat, kam zu mir, um mit mir(Zuruf rechts: 6% t Lachen bei' der U."E. P.D.)— Frau Abg! von Ohe im*, f her nehmen Sie den traurigen Mut, eine BehauptJjÄ'■ Ich hierauf stell«, als gelogen hinzustellen?(Abg. Oheimb: Weil er mein" Freund est und weil Graf Mir*" � Eber t jvar und nicht bei Ihnen! Stürmische Hsiterfeit-W will in Ihre freundschaftlichen Beziehungen hier in keiner Ä eingreifen! wie Ihnen aber diese Freundschaft das Rem' M kann, mir nachzusagen, daß ick Über Ihren freund ein« Looik. l' ff, kann, mir nachzusagen, daß ick über Ihren Freund ein« politische Unwahrheit ausspreche, das ist eine allerdings in' mag.(Zuruf ick zu viel Res Oheimb wird sich bei ihrem ParteiUeund Dr. Cremer- können, dek.das Wort„Weiberloqik" in die Debatte � ho«.(Zuruf von der Deutschen Volkspartei.) Gewiß. beiden kann, nur die WabrheÜ sageft� Dazu gehört Frau von Oheimb. sondern Graf von Mirbach oder ich: ick � i daß dieser erst den Beweis wird erbringen müssen, daß' Unwahrheit gesagt Hab«. Ich wiederhole also: Damals hat es Graf Westarp nicht für unter seiner Würde gehalten, seine politischen Artikel zum besten zu geben in einem Blatt, das eben so kläglich die nationale flagge herabgeholt hatte. Warum ging damals Ihr Eifer und Ihre Kühnheit nicht so weit, eine Lanze für das Haus �oben- Zctlern zu brechen)(Zuruf rechts: die Setzer wollten es niibt, Große Heiterkeit bei den Soz.) Vielleicht werden Sie noch be- haupten, die Feder habe sich dagegen gesträubt. Bleiben Sic doch mit ihren Mätzchen fort. Sid waren damals gern bereit, sich auf den Loden der Tatsachen zu stellen. Wenn Sie von der Rech- ten hier austreten und Reden halten, die uns stark an alre Kaisers-Geburtstags-Reden in Militärkafinas und Kriegervereinsfesten erinnern, so glauben Ei« zu wissen, daß die Zeiten sich für Sie g e b e s s e r t haben und die Sache u n g e. sährlich geworden ist.(Sehr richtig! bei den Soz.) Ich bedaure jene Dqnastieen, die aus die Freundschaft der Leute angewiesen sind, die den Mut zur Beariindung dieser Freund- schast erst bekommen, wenn fie keine Gefahr mehr in dieser Be- kvndnng sehen.(Erneute Zustimmung bei der II. S. P.) Und zum Schluß noch eins: Der Herr Abgeordnete Kahl hat hier sehr viel von nationaler Ethik gesprochen. Ich muß gestehen, daß ich für diese Ausfasiung von nationaler Ethik kern Verständnis habe. Ist denn das die Forderung der nationalen Ethik, daß man politische Düngerhaufen möglichst zu- deckt, damit der Geruch nicht in die Rase dringt, oder verlangt es nicht die nationale Ethik, diesen Dreck und Mist, wenn er vorhan- den ist. z u b e s e i t i g e n? Ja. meine Herren, glauben Sie wirk- uch. daß es uns im Auslande nützt, wenn wir die Sünden und Vcrgehungen der hohen Familien nach Möglichkeit ver- 1?�"""nd verdecken. ob es nicht viel bester für den beut- Den Namen ist, wenn Sie so gut wie wir ohne Rucksicht aus -Personen, wie Sie immer sagen, mithelfen würden, den Augiasstall auszumisten? .richtig bei der U. S.JZ.) die SlQOrte"on V«'im Lehrer vir nnio« � stch schließlich ein �nJf' wußte es zunächst niemand, v e,n besonders Kluger meldet- und sagte: bis So ziehen"� S-n der Wand zu verdecket von der national?» nationale Fahne auf, so reden Sie verdecken wollen?'""�"n Sie den Schmot, an der Wand Pfuirufe rechts) gut bei den ll. S. P. und den Soz. Versuch fehllckla» Sie davon überzeugt, daß dieser mummung zu btseitiaen" � r find da. um Ihre Ver- '-rc allerlei Kont..* w'®u um die Flagge, unter der Zuziehe,, � durchschmuggeln wollen, ljerunter- werden, dost c« ka t.-0* den ll. S.) Es ist weiter gesagt handele, mit hJ™?.ler"m einen Vorstoß gegen die Hohenzollern das etwaa ia™ Herren von der sozialdemokratischen Partei flott machen mn» 0 P.et>enbe Schifflein ihrer Agitation wieder auf dem. �ch- meine Damen und Herren, ich stehe voraeb»» �'andpunkt� dah� wir, wenn wir gegen die Hohenzollern ....... vun um. wviiu w»* bvbv't V de? c.C-'t-Uns fst. erster Linie auf die�pol irischen ünden der H oh enz ollern beschränken sollen. Es ist uns lehr viel , der, wenn es hier nur notwendig wird, über politisch« Ding« zu reden. Ich weiß ja nicht, was die Herren von der Sozialdemokratie stch gedacht haben, mein« Freunde und ich stehen jedenfalls auf dem Standpunkt, wenn wir hier diese Interpellation und ihre Tendenz unterstützen, so richtet sich das nicht in erster Linie flogen die Hohenzollern, sondern gegen diejenigen, die die Hohenzollern wieder ins Land rufen und in ihrem Glanz und lhrer Herrlichkeit wieder einsetzen wollen. Wir halten es für unsere Pflicht, dem Volk« zu zeigen, welcher Art die Familien und die Kreise sind, die ihnen von den Herren auf der Rechten als Retter des Vaterlande» gepriesen werden.(Sehr richtig bei der U. S. P.) Es heißt ja, daß es für einen Kammerdiener keine Helden gibt. Nun, wir wollen dem ganzen Volke beweisen, wie diese Helden in ihrer Nacktheit und Blöße aussehen. Wenn Sie(nach rechts) heute behaupten, dieser Vorstoß werde dem monarchistischen Gedanken dienen und nicht schaden, so Ut das meiner festen Ueberzeugung nach nur ein verleaener B e r i u ch. sich aus der für Sie sehr ungünstigen Position heraus» zuretten. Das deutsche Volk wird es verstehen, daß die Leute, die nicht nur ein Unglück über Deutschland gehäuft haben, gegen das jenes moralische Unglück, das die Hohenzollern jetzt in Holland erleiden, auch nicht im geringsten ins Gewicht fällt, daß die Leute, die außerdem in diesen die Not des Volkes unmittelbar berührenden wirtschaftlichen Dingen mit den schäbigsten Schiebern in einer Linie stehen, niemals mefe ' würdig fein können, an der Spitze eines Staates wie Deutschland Zu stehen.(Lebhafter Beifall bei der U. S. P.) Reichssinanzminister Wirth: Es wurde bemängelt, daß ich keine Namen genannt habe. Das hat seinen Grund darin, daß ich folgende Mitteilung erhielt: der Oberstaatsanwalt glaubt davor warnen zu muffen, in der Sache Sinner-Schmidt-Scholly Namen zu nennen, da die Schuld- frage noch in keiner Weife geklärt ist.(Hört, hört.) Eine Aus- nähme habe ich auf die ein« Frage Mllller-Franken gemacht, weil es hier geglückt ist. in Spiro den gefährlichsten Schie- ver Deutschlands zu fassen, der nebst anderen in Ham- ourg 4 falsche Konten hatte und«in Perlenhalsband im Werte von i Million Mark zum Retchsnotopfer nicht angemeldet hat. (Hört, hört.) Für die Beantwortung der meisten Anfragen ist die preußische Landesoerfammlung zuständig. Die Erregung der Herren von rechts bei meinen Worten habe ich nicht verstanden. Ich habe ""-der Mitglieder des Haufes Hohenzollern mit Namen genannt vach Mitteilungen über die kronprinzliche Familie gemacht, das bat vielmehr der Abg. Kahl getan. Ss ist unarsellsthaftlich. daß D am Regierungstisch« ohne Anlaß dauernd nut kränkenden Be. Mmpsungen überhäuft werde.(Hört. hört. Große Unruhe rechte.) Untersuchungen sind im Gange und ich werde beim Justiz- winister dahin wirken, daß ste streng und rasch durchgeführt wer- °«n.(Beifall.) Abg. Geyer sen.(U. Soz. links): Es ist die alte Legende wieder aufgewärmt worden, daß ich gegen die Maßnahmen der Volks- Beauftragten gegen die Kapitalverschiebungen Protest erhoben hatte. Ich war nur wenige Tage im sächsischen Finanzministerium und habe oerhindert, daß solche Verschiebungen in Sachsen vor- .sv wen konnten. Die Maßnahmen der Polksbeauftraaten be- schneie ich als einen Schlag ins Wasser. Bon formellen Pro- Uäcn konnte weder bei mir noch bei Eisner die Rede fem. .Abg. Strefemann(D. Vp.): Die Angriffe des Herrn Vreitfcheid »°gen Dr. Kahl sind unberechtigt. Dr. Kahl wollte nicht in ein Nwebendes Verfahren eingreifen, sondern nur d»e Angrifse und nw, vmdungen in der Presse vor aller Oeffentlichkeit zurück- feHe® �f'chen.'Ealonn- h!""*""»terernährten Hoheazolleruprinz«» zu ? platzt, mllri-n- monarchische Agitation so betrieben wird ul flefiifitt fiftf 11 m Schulbeispielen zeigen, wohin die Mon- 'Zweiter treiben lB°if°Ü links.) Solange Sie diese Agita- nk.A— werden wir die Reden und Taten Wilhelms Ii "~■> 9r,,f «n.»an Zw«««nst-g-n. 3*«- öcn0f- vertagt sich auf Dtenstag, peUatzon. kleine Anfragen, kleine Vorlosen. Die Rigaer Verhandlungen Pole» treibt ei» gefährliches Spiel (Eigener Drahtbericht der„F reihet t".) Riga, 22. November. Infolge neu entstandener Reibungen in der gemischten Militär- kommission in M i n s k. wo der Vorsitzende des politischen Teiles. Oberst R y b r k. wiederum die Frage betreffs Ausarbeitung eines Rückzugplanes der polnischen Truppen aufgerollt, sowie Beobachtung einer 30 Werst breiten Zone zwischen russtsch-ukraini- schen und polnischen Truppen verlangt und die Auflösung der gemischten Militörkommission vorgeschlagen hat, wandte stch der Vorsitzende der russisch-ukrai nischen Friedensdelegation tn Riga. Joffe, an den Vorsitzenden der polnischen Friedensdelegation. Domslt, mit einer Note, in welcher er darauf hinwies, daß das am 14. November von beiden Vorsitzenden unterzeichntte Protokoll bezüglich des sofortigen RUck-uges polnischer Truppen hinter die Staatsgrenzen all« Unklarheiten auoschließe und Polen ganz bestimmte unziodd tätige Bcrpslichtungen auferlegt. Oberst Rybrk sei nicht berechtigt, Maßnahmen oorzufifi'a cn, die auf Abänderung der im Pro okoll festgesetzten Termine hinzielen. Er sei nicht berechtigt, eine 30 Werst breite Zone zwischen den beiderseitigen Truppen zu verlangen, denn eine derartige Forderung sei nirgends vorgesehen und ziele nur darauf hinaus, gelegentlich des Rückzuges her polnischen Truppen zu einer Ver- einigung der Truppen Balachowitschs und Petljuras zu kommen. Schließlich sei er auch nicht berechtigt, die Auflösung der ge- mischten Militärkommission zu verlangen, da diese Kommission gemäß den Forderungen des Wasfenstillsiandsvertrages geschaffen worden ist. Josse fügte hinzu, daß dk« Nichterfüllung der Be- dingungen des Protokolls vom 14. November als Verzicht Polens auf zweimalig übernommene Verpflichtungen betrachtet werden müsie, und daß Josse eine Fortsetzung der Arbesten der Friedenskonferenz nicht für möglich erachte, bis er die Bestätigung erhallen«erde, daß Polen sämtliche Bedingungen des Protokolls vom 14. November loyal und unverzüglich erfülle. Der Rückzug der Ukrainer TU. Wien, 22. November. Der ukrainische Pressedienst meldet au» Wolotichisk am IS.: Infolge des zunehmenden M u n i t i o n s m a n g e l s sind die ukrai- nischen Trnipen am südlichen Flügel gezwungen, unter den größten Opfern an Menschenleben dem immer frische Kräfte in den Kamps werfenden Feind Widerstand zu leisten und sich be- ständig kämpfend Schritt für Schritt gegen Süden zurückzuziehen. Nach hartnäckigen Kämpfen haben wir Jarmelinsy geräumt. Um Proskurow wird erbittert gekämpft. Mehrere Abteilungen haben in den Kämpfen der letzten Tage, wo die Ukraine wegen Mu- nitionsmangel nur mit dem Bajonett vorgehen konnte, an Tote« und verwundeten bis zur Hälfte ihres Bestandes verloren. Das Handelsabkommen mit England London, 22. November. „Sunday Times" erfährt von maßgebender Stelle, daß Krasiin innerhalb der allernächsten Tage im Namen der russischen Räte- regjerung den Handelsabkommenentwurf mit Rußland unter- schreiben wird. Kr assin traf gestern mit Lloyd George zu- sammen und erhielt den Entwurs ausgehändigt. Eine Bestim- muna des Entwurfes gestattet die Ein- und Aussuhr russischen Goldes. Das neue Abkommen enthält die Bedingung, daß sich Rußland vor der Wiederausnahm« des Handels für die B e z a h- luna seiner Schulden verbürgt. Krasiin besteht laut „Sunday Times" darauf, daß diele Frage vor der Friedenskonse- renz verhandelt und international geregelt wird. Ehrhardt-Spuk in Cuxhaven A»sschreit»nge« gege»»ine Ententekommisfio» Die Meuterer-Brigade Ehrhardt sollte nach dem März- putsch aufgelöst werden. Aber der Ehef der Heeresleitung. Herr S e e ck t, wollte auf das wertvolle Soldatenmaterial nicht verzichten, er ordnete an, daß die Brigade der Reichs- wehr einverleibt und nach Cuxhaven versetzt wurde. Dort hat die Truppe seit ihrem Einzug wiederholt von sich reden gemacht. Es kam dauernd zu nationali st isch-mo- narchistischen Exzessen, symbolisiert durch Haken- kreuze und Hohenzollernlappen. Das Reichswehrministerium schritt gegen die Unruhstifter nicht ein, Seeckt„streichelte" feine Lieblinge weiter. Jetzt ist es in Cuxhaven zu neuen Ausschreitungen gekommen, die sich diesmal gegen die Mitglieder einer Ententekommission richteten, die dem Friedensvertrag gemäß die Cuxhavener Kasernen besichtigen wollten. Da» Wolffbureau berichtet darüber: .„Die Besichtigung erstreckt« sich auch aus die im Besitz der Mann- schaften befindlichen, in den Mannschastsstuben aufbewahrten W a f f e n und war trotz mehrfacher dringender Warnung durch die deutschen Behörden von der Kommission gefordert worden. Schon vor einiger Zeit hatte stch bei der Euxhavener Truppe ein« gewisseErregu na bemerkbar gemacht. Vorfälle, wie das Verbrennen von Gewehren auf dem Hofe der dortigen Ka- fernen unter Aufsicht der fremdländischen Offiziere, hatten diese Erregung nicht zur Ruhe kommen lassen. Wenn es trotzdem gelang, einen Ausbruch dieser Erregung bei Betreten der Kasunenstuben durch die Mitglieder der inter- alliierten Kommisiion zu verhindern, so waren doch verein- zelte Belästigungen leider nicht zu vermeiden. Smigr der Ossizier» worden von den mit der Reinigung der Kasernen beschäftigten Soldaten mit Wasier bespritzt: serner wurden die Glasscheiben des Autos der Kommisiion, das gegen den ausdrücklichen Befehl in den Kafernenhof hineingefahren war. zerschlage n." Die Schuld an diesen Vorgängen trifft ausschließlich die Offiziere. Die sind für den Geist verantwortlich, der in der Truppe herrscht, sie sind e», die durch ihre unverantwort- liche nationalistische Hetze die Truppen in jene Erregung drin- gen. die derartige Exzesie hervorruft. Natürlich wird den Offizieren auch diesmal nichts geschehen. Wenn die Pöbeleien Folgen nach sich ziehen sollten, dann wird die Kosten wieder nur das Volk zu tragen haben. Und dieser Zustand wird sich nicht eher ändern, als bis der übergroße Einfluß der mon- archistischen Elemente in der Wehrmacht gebrochen und diese zu einem wirklichen Instrument der Republik umgebaut worden ist. Die Waffenlager der Reaktion Die Monarchist»« könne« ei» Millionenheer aufstellen Nach den Feststellungen de» Entwaffnungskommisiar» sind bis Ende Oktober S» Geschütz«. 4818 Maschinengewehre. 1000 Ma- schinenpistoUn. btS 851 Gewehr« und Karabiner. 68 889 Pistolen und etwa 1? 400 28g Schuß Munition freiwillig abgeliefert worden. Dies« Ziffern werden manchen in Erstaunen oersetzt haben, aber sie werden noch weit Lberjroffen durch die Waffen- bestände, die zur versügung der Selbstschutz-Organisa- t i o n e n stehen. Diese haben ihre Massen, wie bekannt ist, nicht abgeliefert. Sie waren aber zur Anmeldung ver- pflichtet und diese Anmeldung hat«785 Maschinengewehre und 834 494 Gewehre und Karabiner ergeben. In diesen Ziffern sind allerdings auch die Bestände eingeschlossen, die sich noch in dem Besitz von Fabriken und Handelsfirmen befinden. Es kann sich hierbei aber nur um einen ganz geringen Bruchteil han- dein, da nach dem Friedensvertrag die Herstellung von Waffen und Munition längst unterbunden ist. Ueber den Löwenanteil an den geheimen Wasfenbeständen ver- fügen die Selbstschutz-Organisationen. Di« dem Entwassnungs- kommisiar angegebenen Bestände übersteigen weit den Bedarf des Friedenstzeere». Dabei muß in Betracht gezogen werden, daß die Selbstschutz-Organisationen(Orgesch) natürlich bei weitem nicht ihre gesamten Wasfenbestände angemeldet haben. Angemeldet sind vor allem nicht die riesigen Bestände, die auf den Gütern der Großgrundbesitzer untergebracht sind. Angemeldet sind auch nicht die Eeheimlager, durch die die Besitzer politisch kompromittiert werden könnten. So brachte erst dieser Tage in der Versammlung des republikanischen Führerbundes ein Redner zur Sprache, daß in Potsdam in einem unterirdischen Gang zwischen Palais und Reichswehrkasern« ein Riesenwassen- lager der Orgesch ausgesunden worden sei. In dem Ver« steck sind sestgeftellt worden 2837 Maschinengewehre, 2 Mil- lionen Maschinengewehrschuß, gegurtet, 58 888 Gewehr«, 2 Mil» lionen Schuß Jnsanterie-Munition, 1888 Kisten Handgranaten. Aehnliche Lager befinden sich in vielen größeren Garnison- städten. Sie konnten nur angelegt werden mit Hilfe der Reichswehr, die ganz offen im Dienste der Gegenrevolution steht und die Wasfenschiebungen im großen betrieben hat. Da diese Schiebungen«inen Be t r u g am Staatsvermögen darstellen, miisien die Herren Seeckt und Gcßler im Reichstag dafür zur Verantwortung gezogen werden. Politisch betrachtet zeigen die ungeheueren Wasfenbestände, über die die Reaktion verfügt, dieGrößederEefahr, welche die Republik bedroht. Die Arbeiterschaft ist entwaffnet worden. Die Reaktion ist bis heute nicht verpflichtet worden, ihre Riesen- bestände abzuliefern. Sie kann in wenigen Tage« ein Heer aus- rüsten, da» größer ist als das deutsche Friedensheer. Die Monarchisten sind sich dieser Macht vollauf bewußt. Daraus pochend, treten sie von Tag zu Tag heraussordernder auf, suchen sie gewaltsam jenen Konflikt herbeizuführen, der ihnen die Möglichkeit geben soll, die Republik zu beseitigen. Nachdem der Entwaffnungskommisiar mitgeteilt hat, wie stark die Reaktion bewaffnet ist, hat die Oeffentlichkeit das berechtigte Verlangen, zu erfahren: wann und wie die Entwaffnung der Reaktion durchgeführt werden soll. Die Entscheidung über diese Frage duldet keinen Ausschub. Eine Verzögerung be- deutet offene Unterstützung der konterrevolutionären Bestrebungen. Die kostspielige Reichswehr Wozn die vielen Pferde? Im Heeresausschuß, der am Montag seine Beratung« über den Etat des Retchswehrministeriums fortsetzte, ergriff als erster Redner der General a. D. von E a l l w i tz(Deutschnat.j das Wort. Er versuchte den Beweis zu erbringen, daß abgesehen von unter- geordneten Positionen Abstriche im Etat nicht vorgenommen wer- den dürften. Auch der K a v a l l c r i e, die von fast allen Rednern der Parteien ausgegeben worden war, sprach er mit Rücksicht auf die angeblich zu erwartenden Putsche eine Existenzberechtigung zu. Selbst die 14 Truppenübungsplätze will er erhalten wissen, da- mit die Truppen auf unbekannten Terrain, also im Herumziehen, manövrieren können. Dr. E m m i n g e r(bayr. Volkspartei) kritisierte die Aufstelluua. des Etats, verlangte die Reduzierung des Pferdebe- st a n d e s und schlug die Einsetzung eines Unterausfchusies vor, der den Etat einer gründlichen Prüfung unterziehen soll. Mit besonderer Schärfe trat auch Dr. Bolz(Zentrum) für größere Sparsamkeit ein. Er wandte stch gegen die Ueberorgani» sation des Reichswehrministeriums und erklärte mit Recht, daß je klejner das Ministerium|�, desto raicher und sicherer könnte es arbeiten. Vom Minister erwartete er, daß die Reichswehr auf der Grundlage des M i l i z f y st e m s ausgebaut werde, soweit es der Versailler Friedensvertrag zulasie, eine Forderung, die auch der Deutschnationale Ritter von Schach. Oberstleutnant a. D.. in der Sonnabendsitzung vertrat. Daß die Vertreter aller Parteien sich für das Milizsystem aussprachen, zeigt, daß ste von diesem System eine besondere Auffasiung haben. Den Schluß der Sitzung füllten die Reden dreier höherer Offiziere aus. Der Deutschnationale Brüninghaus, Konteradmiral a. D.. verteidigte, wie nicht anders zu erwarten war, die Reichswehr und pries die große Sparsamkeit, die die Marine immer ge- übt hatte. Er wünscht, daß nicht mehr das Wort Söldnerheer gebraucht werde, man solle von einem Berufsheer sprechen. Dadurch könnte das Heer auf eine böbere moralische Stufe gestellt werden. Die Moral einer Truppe hängt bei diesem Herrn also vom Namen ab. Unter Hinweis auf die großen Erfolge der Bolschewiki vertrat vor Schluß der Sitzung auch der Oberstleutnant Kreß die Not- wendigkcit der Kavallerie.— Nächste Sitzung am Dienstag 10 Uhr. Rebellische Bauern TU. Karlsruhe, 22. November. Die amtliche„Karlsruher Zeitung" berichtet über einen Aufruhr der Bauern in dem badischen Dorfe Urloffen bei Osfcnburg, der durch eine Zwangsenteignung von Getreide durch die Freiburger Sicherheitspolizei hervorgerufen wurde. Die widerspenstigen Bauern riefen den deutschen Polizeibeamten„Vioe la France" zu und baten den französischen Vrückenkopfkomman- danten in Kehl telephonisch um Hilfe, damit er sie gegen die Zwangsenteignung in Schutz nehme. Selbst der Bürgermeister itnd einig« Gemcinderatomitglicder sollen sich an diesem verräterischen Beginnen beteiligt haben. Die Freiburger Hundertschaft der Sicher» heitgpolizei besetzte das Dorf, säuberte gewaltsam mehrere Straßen und den Platz vor dem Rathause und enteignete unter größtem Widerstand der Bauern über 550 Doppelzentner Vrotge- t r e i d«, die nicht abgeliefert worden waren. , beabsichtigt alle Hinter- der sozialen auszu- wird vom 7'jierV"V--'->»»nuNMiel»tn> r>««»»» I u»»,»»»»,«»>>.»». Der ge- !58' � iffaeleale Rahmen für die soziale Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenens iirsorge bleibt auch weiterhin bestehen. Wegen de, umfa«greichen Reichstagsbericht» muhten wir einen großen Teil d«, politischen Stoff« für die Abend-Ausgade zurück» stelle«.. Hühneraugen tionnhaut, Schwielen u.Wefxery booalf/gf»et»ftoli,»ichrr"•»chmofatlo# Kllkfrol looooootecnoewährt Pi-efs Apotheken o. Drogerien erhältlich Kuklrol steht cfnzfa da, Sd Thealer unü Serplginip MjWMiWitMMiilll Volksbühne TVj Uhr: MWter D.gfllamgfl üieat!» Äolkstheater SBrcnicfter Str. 6S. �.uh-vmklesv.wlis LeMg-Mater ~ Xbeaiir Theater Müll-rstr. 142 Mitt»och, den 24. Nov. 71/, u.! Die Fßlnüß v. Maxim Gorkl. Staatstheater. Opernhaus ß Uhr: Meistersinger Schauspielhaus «v.uhl: xeer Gy«k iAuher Abonnement) Direktion: Max Neinhardt. DeuWes Tliesier 7'/, Uhr: Einsame Menschen 7 Uhr: Er ist an allem schuld Hierauf: Die Spieler Der Heiratsantrag Großes Cchallspielha«? .�arlstrahe L Uhr: Jedermann 012. Abteilung II Abend) Theater i. d. Königgrätzer Str. '�llhr: Aausa '/.«Uhr: �tausch (Oraka, Adel. Nirm ano. Aichard, Beldldirch, D-rnburg, Römer>. Mitnvoch: Rausch Donnerstag: Zum l Male: Frau Margit (AittvAschenbach, Ludw.Hartau. Lo har Mcnde», Johannes Aie�» ma. n, Frieda Richard, Felix Äollex� Rudolf Jünger. Jenny 7sMMWMM»M»WWWW Ktfa o"11«"-' ov"- orba, Meda Lehndorff) Komödienhaus 'l.ß u.! Tie Sache mit Sota mit Max Pellenti.rg I5>«sefine Dora o.®., Ortmb Wogner, Picha, Haskel, Stieda, Äipert Berliner Theater Allabendlich 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit Fritzi Massary «Erik Wirt, Han» Was,. .. Was,. mann, Jnltn, Brandt, Enemq Ttnrm» Olga Engl) !h. am WlenimsM 'Uhr: M Ulli MM... Ctg. nachm. Drei alt«»otnei teln Nose- Theater ?'/, Uhr: Heimat ".s ClAv Theater-v? UlIeSlMeiaerM Ztg. 3'/? U.: Der Hausdrache Direkt.: Dietor Varnomsky Heute bis Donnerstag 7'/* Uhr: Flamme (Sorfch, Grüning. DSh, PröcklZ Frritag 7 Uhr: Paar G>nk DeaM. Kjillstl.-Theater Allabendlich 7>/z Uhr: Sie Meihvaaseelse ilflax Adalbert, Trude Hesterberg) SöaigWv!- Thealer «loxanoer.tr.ZI Shs.i»ono»itid. Lsla- bänger 7.:i" Neues Spereüeuhaus Direktion Jean Kren 7 Uhr: Operette in dre, Akten nach einem Motiv Petöfis von Fritz Grünbaum. NeDenz- Theater (Bahnhof Ionnowihbrllcke, Unlcrgrundbohnhof.Mostcrstr.) Täglich:'/,8 Uhr: Die Freundin Sonntag 4 U.: Die Frrundin. Ab Sonnabend, den 27. Rov. Lahr, Zviirdemeres Fächer Trianou- Theater Babn af Friedrichstrabe Täglich",8 Uhr: Sil tem ier Fta Nachm. 4 Uhr: var VtornLn einer Freu MWaAealer Tägl. 7>|„ Stg. Z:i„ u. 7>f, Uhr: Der schiine Wilhelm Heinrich amlisiert sich I >;2s Fvlies Caynce> ,» Sanatorium Steinach Der gehörnte Siegfried mit iherd. Grün.«Nee. T&aatera KoiiDn« Tor 1VJ. 4!oritzpl«tI 14814. Tägl'?V, u. Monntag nacbm. H Vhr; liteSänger Hervorrag. Solotrill i Sc Zum Schluß: „Ein Abenteuer k Witwenverein'* Vorverkauf: 11— l'/ju. 4— b Uhr. Apollo- Theater Frirdrlchstr. 248 VI2 akÄeudliih VI2 Harems-Nächte Sonntags 31/2 U. 1 Kind frei. benrenäiraüe i 12 Attraktionen vnoviall- A MV# Dr. SdoM für alle Eelchiechl., ggaCiAKCiU M■ AI Haut», Harn», Frauenleiden, lartnäckigr Harnleiden, Auaschlag, nerv. Schwäche, gegen Shphilla «omb. Ealvorsan. 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Di« Lrt»v«rmaltnng. am WN W Di «et, DI dien« Dt« gtznu gewt das! «che V«s P°li den do II bew, daue Mag DMtt MMHM-MilÄ BemÄttlWsßelle BerA N. 54. Limenstr. 8Z-Ä «al Ut« Daß ntit benu Maß »erst Km| Vzt] Di AZ »firj Äöi arbei »ich« brinc N 8?l9' 1. Branchenangtlegrnhciten:«) Berich« über di« Verband Iam4. ,._____.- rrt MS., /Im*.ff.M fsetvelt«» Ort f.« evtl Rhu« n.— � We& «cschmtsM von vor». S Uhr bis nachm. 4 UI»r. Teleobon: Ami Norde» 185. IZZS. IS«?.»714. Donnerstag, den 25. Novetnber» abends 7 Uhr, vv.. w———--------------' Branchenversammlung A*0»-...■ T, 1..■■■■~ mm A m AA.. M � A\1 Ca%*A dN m rt r. �04 »j sämtlicher Elektromonteur« und©tlf«r Broh-BerNn» in d«r Aula des«vllnlsch«n«hmnafium», Ins-lsfr. 2� Tagesordnung anmenanqrtrornn----"-»,----"'V—— mit den Nlclallinbustriellen betreffs Lohnerhöhung. b) Beschlußfafiuna übrr AkbMdarbtit in unserem Berus. a c) Nach welcher Lohnklasse find die Bciriedsmonlcur« r 2. Fansetznng'der Diskussion von der letztenBranchenoersamnti-� Fn Anbetracht der wichtiaen Branchenangelegcnhciten wt-" alle Kollegen dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gelbmetall! Achtu»» Achtung!_________ Donnerstag, den 25.«ooember 1020, nachm. C'/i im Lokal S>td»Ost, Waldemarstraß« 75, Fortsetzung der Branchenversammlung der Gürtler» Kronensehlosser«nd Adro»e«kleinpne� Donnerstag, den 25. November 1920, abends 7 UO im Dresdner Garten» Dresdner Straße 45 g �---* «*9. Sntei Ml,, ffi Seschr »Keb, » Nlftg l SetBel« ««b fc �»talj v»w »ivstzm Branchenversammlung S*0 der Gold» und Silberurbetter. Tagesordnung: Weilerer Bericht über die Lohnorrhanblungen Derdands. und Vranchenangelegenheiten. _ Ohne Nlltglird.buch bein Zutritt. 1. 2. Donnerstag, den 25. irlootmber 1020, abend» 7 *, Wtl bei Düker, Webcrstraßr l7 Branchen-Versammlung � �_ n. aX.�1.. der Schriebe. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Redakteur Präger Sozialincrung und das Prolettlriat". 2. Diskussion. 3. Brcinchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. über: Donnerstag, de« 25. Movernber 1920, abends 5**** im Lokal von Wsgner» Segdelstraße 30 t Versammlung � p der Schretbm.schlnenmechanlber und de» in di«s«n%'&'*'* Dll< beschösligtrn Kollegen und Kolleginnen. telj jj Tagesordnung: Mich j J. Unser Tarifvertrag. �Öfle SU vrt.vermaltu-d�, 0192...»«... CUMäziStMit-bUfl 2. Diskussion. 3. Verschiedene». MM:: MsluMI kauft Großmann, Johannlssfr' ;n 10621.__ � ■■■aa8«iS; Rw(oiange Antrat Ml lichra Klassiker Chamisso-Werke Freiligrath«„ Goethe«„ Heine« ,, Ibsen« Lonau-„ Lesfing«„ Reuter«„ Schiller-„ Shakespeare- x«. .K in m« fs y, 5°pf & h Buchhandlung„Freiheit M a r r--"'w--- w\ Berlin C 2» Breite Straße 8--�. ab,, j Auch in allen Filiale« der„Freiheit" erha�»ab � ,... allen Filiale« der„Freiheit" erha>�' und � Versand auch nach auswärts!� mM�mWräaümmSSi*�5 s.- wr Pa rte i g-e n o ss i n n 5?� Botenfrauen i'elli forori tut b«, � f(l totir, Speöifion ffiossgraf. m\mi Sllzevkest� ♦ ♦»♦»»♦»♦♦♦♦»»»♦MMMMM»»*; «m i Nr. 494 Vellage zur„Freiheit" Dienstag, 23. November 1920 !} Ä Z-S .i-j ÜB»«* irt � «»««■ ftlt* utzk» ig Nachklänge zum Streik der Elektrizitätsarbetter N«, g«ht folgend« ESlSrung zu: Di« bürgerlich« Press« und die rechtsstehenden Parteien in der Berliner Stadtverordneten-Versammlung und im Reichstag« hlben aus Anlah des Streik» der Elektrizitätsarbeiter die schärf- Iwn Angriffe gegen den Magistrat erhoben. Di« Tribüne de» Reichstage» soll am Dienstag dazu dienen, diesen Angriffen einen größeren Resonanzboden zu schaffen Dem Oberbü'rgermeister insbesondere wird zum Vorwurf gemacht, ein willenloses Werkzeug in den Händen der Streikführer flewesen zu sein, und dadurch die Interessen der Bürgerschaft auf das schwerste geschädigt zu haben Diese vielfach geradezu mahlosen «ngnfst beruhen auf einer vollständigen Berkennuna der tatsäch» «chen Verhältnisse. Nicht verwunderlich ist e», das» die reaktionär« Veeik systematisch gegen de» Magistrat hetzt. Dies entspricht der vouttt dieser Kreise. Daß aber auch Zeitungen, die sich sonst aus Boden der neuen Verhältnisse stellen diesen V-rleum- du n g z s« l d z u g mitgemacht und damit, wie wir annehmen, un- bäuerlich� �* ��ktion dienten, ist im hohen Matz« be- �..� doch einmal festg-stelll«erden, dah die Haltung des �agrstrats. der ständig in Fühlung mit den wirtschaftlichen Or- Kin�sationen der Srbeiterschast stand, Berlin und damit auch da» inot-,beÄ schwersten Erschütterungen be. »5.H�®*c lagen die Dinge? vei de« Streik der Elektrizi. �elte.» sich un einen rein wirtschaftlichen Kamps. mit � ���ungen politisch« Wirkungen auslösten, hat EUte«W« � tun. Diese politischen Wirkungen �ihrerseits die Regierung zu beeinflussen. wrlKb�rÄV'* Ui sedem, der sich gesunden Menschen- Kreis« es. Andruck hervorrufen mutzten, dah diese ««L»>»»».«----***•■*-> Ii. fralinnj bts Äogifha� dtek Wsicht.1. würfe i» im einzelnen nach. Einer der schwersten Vor- Rot«-? der. datz der Magistrat nicht sofort die technische atfviiL, w« nHfe und datz dann, al» die Elektrizitätswerks« nübt fu.r.* �dist�dsarbeiten verrichteten, die technisch« Nothilf« wurde, um die Werk« voll in Betrieb zu >. Die Leute, die diese Vorwürfe erhoben, sind sich der x J* Eingreifen der technischen Zdothilfe ausgelost bewutzt. Di« technische Nochilf« wird von der ge- Arbeiterschaft und vvn den Arbeitern der städtischen Be< ��insbesondere auf das schärfste bekämpft. Vn rj3?,'eR b« techvischen Nothilf« hätte da» K-mpsseld in» lln. ««eitert. Di« übrigen städtischen Arbeiter, die Ar- g�uer d« Gaswerke, der Wasserwerke, der Kanalisation, die An- «llten usw.. die bis dahin dem Streik ablehnend gegenüber- «wen. wären unwiderruflich zur Arbeitsniederlegung | Schritten, wäre die technisch« Rothilf« in den Betrieben ge- Illeben. Die Aug« Haltung de» Magistrat« in dies« Frag« hat allgemeinen Ausstand der Semeindearbeit« verhindert. Die» uwg vielleicht den Politikern der Sutzersten Rechten unerwünscht sein; allen denen, die ein« stetig« Entwicklung m Berlin pH! r%mli°uch im Reich für notwendig halten, ist durch die �lifierung des Konfliktes Rechnung getragen. Auch die Frag« de, Belagerungszustandes mutz von ®«s«m Gesichtspunkt au» betrachtet»erden. Di« Verhängung de» Belagerungszustandes aus Anlatz«ine« wirtschaftlichen Kampfes «are ein Faustschlag in da» Gesicht der Berliner Arbeit« g«. •es««. Wenn die schwerste» Konflikte vermieden wurden, so ist me» auf die ruhig«, die Situation klar erkennend« Haltung des Aiagiftrats und de« Oberbürgermeisters zurückzuführen. Dies zur Steuer der Wahrheit. Der«usschutz der Gewerkschastskommisfion für Berlin und Um- Gsgend. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Deutscher Transportarbeiter-verband. Deutsch« Metallarbeiter-Verband. «dtralverband der Maschinisten und Heizen Verband der ®®Hn«t und Gärtnnei-Arbeiter. Zentraloerband der Ange» »«llten fAsa). .it.i........ Groß-Berlin Für die N evolutionierung der Erziehung Anlählich d« Vorgang« in der Berliner FLrsorge-Anpalt Lindenhof, die mit einem Sieg« jugendfeindlich« Spietz« und ein« Berdrängung des Direttors, Karl W i l k« r. endete, hatten zum Sonntag die Jugendorganisationen all« Parteien zu ein« Protestkundgebung der Jugend nach dem Lehrervereinshau, aufgerufen. Die Versammlung war ein gewaltiges Bekenntnis für die Re- volutionierung der Erziehung und Ablehnung der knechtischen Dutoritätserziehung. Redner der verschtedensten Parteischattie- ningen ergriffen das Wort. Daß die Kommunisten ihre Partei- suppe kochen wollten, ab« bei dem gröhten Teil d« Jugendlichen auf energischen Widerstand stietzen, braucht« als ein« Eelbstver- ständlichkeit eigentlich gar nicht«wähnt zu werden. Die Versammlung stellte folgende Forderungen auf: 1. Di« Sicherung der Berliner Fürsorge-Erziehungs-Anstalt Lindenhof. der bischerigen Wirkungsstätte Karl Will««, die nicht wied« Prügelanstalt und Gefängnis werden darf. 2. Die Errichtung frei« V«suchsfchul«n und damit auch einer neuen Wirkungsstätte für Karl Will«. g. Di« öffentliche Anerkennung und Durchsetzung einer freiheit- lichen Erziehungsweise. Achtung vor der Menschenwürde der Jugendlichen und vor dem Recht der Jugend auf Selbstverwal- tung und damit den endgültigen Bruch mit der bisher staat- licherseit» gepflegten Erziehung zum Knechtsgeist durch das Prinzip von Lohn und Strafe. Rätselhafter Selbstmord Am 2. Oktober 1920 stürzte sich aus d« Wach« des Bezirks- amts Tiergarten ein verhafteter Kaufmann aus dem Fenster de» dritten Stockes, blieb mit schweren inneren Verletzungen lie- aen. an denen er später verstarb. Merkwürdigerweise versagt« d« Informationsdienst der Polizei, denn vi« Oefsentlichkett er- fuhr davon nichts. Erst jetzt scheint Licht in die Angelegenheit �We�ie' Angehörigen des Verstorbenen festgestellt haben, stand d« Verstorbene lang« Jahre seines Lebens in sehr enger Ver- bindung mit der Polize». lleber die Art derselben werden wir noch gelegentllch Mitteilung machen. Au« aukaefundenew'Brie- fen geht hervor, datz ei« noch im Dienst sich befindlich« Beamter an den Verstorbenen regelmähig Auskünfte über Vorstrafen und ähnliches an diesen abgegeben hat. Da» war natürlich nur mög- lich unter Bruch des Amtseides. Die Angehörigen glauben, datz seitens des Beamten, nachdem die Geldquelle versiegt war, ein« Hetze gegen diesen veranstaltet wurde, d« er nun auch zum Opfer gefallen tst. Des Verstorbenen Beziehungen zur Polizei waren so gut, dah es ihm gelang, feinen 22iährigen Sohn vor vielen Iah- ren als Kriminalbeamten bei der Polizei unterzubringen, obwohl es in der Vorkriegszeit nicht üblich war. Recht merkwürdig er» scheint es auch, dah der Verstorben« den verhängmsvollen Sprung ausführen konnte, obwohl sich fünf Beamte im Zim- mer befanden. Zweit« Verwaltungsbezirk. Sitzung der Fraktion am Mittwoch. den 24. Rooemb«, abends 7 Uhr, bei Oehlschläqer. Berlichingen- stratze 5. Dazu müssen sämtliche Borstandsmitglieder des 2.. 14. und Ist. Distrikts erscheinen.— Vorstandsmitglieder de» IS. Distrikt» treffen sich bereit» um 6 Uhr ebendaselbst. B«r malta«,»b«zirk Prenzlau« T« f9., 10., 12., 18. Distrikt). Bollversammtung der kommunalen Kommisstonen am Mittwoch, 24. d. Mts., abends 7 Uhr, Schulaula Senefe�erstr. 8. Erscheinen der Stadt- und Bezirksverordneten erwünscht. Mitgliedsbuch lTrispien-Ledebour) und Ausweiskart« legitimiert. Wirtschaftsbezirk Königswvsttrhavs«». Donnerstag, 7 Uhr, in Wildau Eastnosaal. öffentliche Versammlung. Referat des Ge- noffen Dr. Rudolf H i l f e r d i n g über..Mackikampf und Soziali- stttUNg". Der Grotz-Berlin««erztebunb«. B. und der Zentral»«b«nd du Kassenärzte Vrotz-Berkin haben ihr« gemeinsame Geschäftsstelle von Rettelbeckftr. 4 nach Lützowstr. 10 verlegt. Fernfprechanschlutz „Kurfürst 8780" bleibt bküchen bis Uwlegung erfolgt ist. Neukölln. Ei« Weihnachtsausstellung von guten Büchern be- findet sich in d« Speditwn Krüger. Ems« Str. 82. Di« Hugo Helmannssche volksbüchuei und Lesehalle. SO.. Ldalbtttstr. 41, die jedermann zu unentgeltlich« Benutzung offen- steht, ist im Monat Oktober von 10 042 Personen besucht worden. In der Ausleih-Bibliothek wurden 4803 Bände unterhaltende und belehrende Literatur nach Haus« verliehen. In der Lesehalle liegen zurzeit S23 Zeitungen und Zeitschriften seder Art und Richtung aus. Das Institut ist werktäglich von 8—9 Uhr abend», Sonntag, von 9—12 und 8—0 Uhr geöffnet. Märkisch« Spielvereinigung. Bezirk Grotz-Verlin. Städtesviel: Dresden— Berlin 2:1. Propagandaspiel«: Reinickendors-Ost— Reinickendors-West 3: 1. Pankow— Berlin 0: 3. Lichtenberg— Weihense« 0: 4. Neukölln— Treptow 1: 8. Tegel— Velten 4: 0. Da» Schau« und Wettschwimmen de» fL-S.-v.„Südost" in der städtischen Badeanstalt Sch�llingsbrücke hatte wieder einen guten Besuch auszuweisen. Das Publikum, dicht gedrängt in der kleinen Hall« folgte den Borführungen mit regem Interesse. Eröffnet wurde das Fest mit einem Reigen, welcher vom Sch.-V.„Welle" gut geschwommen wurde und protzen Beifall fand.' In den Einzel- und Mannlchaftskämpfen zeigten die Arbeiterschwimmer ihren ftisch-fröhlichen Kampf in welchem..vorwärts 97" die besten Plätze belegte. Zwei Wasserballspiele sorgten für den Schlutz de« Festes, bei welchem das letzt«, kombiniert« Mannschaft„Vor- wärt«—„Fr. Schw. Norden. recht spannend verlief und von den Gästen recht reg« verfolgt wurde und jedenfalls dazu beigetragen hat. neue Anhänger für den Schwimmsport zu bringen. Nach- stehend die Resultate der Wasserballspiel«:„Neukölln—.Lichten- verg" 1: 1, �vorwärts"—„Fr. Schw. Norden" 4: 0. Neu« Telegeammtarif. Ein« neue Gebührentafel für Tele» gramme gilt vom 1. Dezember an. Infolge des gesunkenen Mark- wertes werden die Gebuhren für das Wort nach dem europäischen Ausland weist von lO— 8S Pf. erhöht. Es kostet dann nach Bei- gien 00. Bulgarien IIS, Dänemark CO, Estland 185, Finnland 100. Frankreich 70, Griechenland 150,. Grotzbritannien 125. Italien 85. Jugoslawien 100. den Niederlanden 50. Norwegen 80. Polen 70, Rumänien 100. Schweden 70. Schweiz 00. Spanien 100, d« Türkei 220, Ungarn 8» Pf. Unverändert bleibt die inländische Gebühr mit 20 Pf., dte auck für Danzig. das Memelgebiet. die von den Polen besetzten Eebiete. Luxemburg. D-utschösterreich und der Tschechoslowakischen Republik gelten. Auch Telegramme nach Lttauen kosten nach wie vor 60 Pf., nach Lettland, ebenfalls über Königsberg statt 150 nur 155 Pf. Billig« werden Telegramme nach Spanien über Frankreich für 100 und nach Portugal für 115 Pf. Die Prügelpädagogik in b« Schul« in Bohnsdorf war wieder- um Gegenstand ein« kombinierten Sitzung de» Schulvorstandes unter Teilnahme des Gemeindevorstehers, eines früheren Lehrers, de« Rektors, der Lehrer. Gemcindeschöffen und der Elternbeiräte. In d« Besprechung wurde lebhaste Klage geführt über die Prü- geleien eines jungen Lehrers, der sich auch nicht scheut«, mit Aus- drucken, wie Himmelhund, um sich zu wersen. Der Rektor er- klart«, dah ihm von Mitzhandlungen nichts bekannt sei. Bemer- kenswert ist die Ausfassung des Gemeindevorstehers, der da meinte, er habe al» früherer Lehrer nicht ost geprügelt, wenn e» ab« vorkam, dann gleich so. datz die Kinder 10 Minuten nicht sitzen konnten. Der Mann hätte zum Kriegsdienst eingezogen w«den und an die gefährlichsten Stellen gestellt werden müssen, damit er seinen Heldenmut beweisen konnte. Die Eltern tun gut, sich um die Schule mehr zu kümmern, um mit den veralteten Er- ziehungsmethoden aufzuräumen. D« Leichensund im Grunewald beschäftigt noch unausgesetzt die Berliner Kriminalpolizei. Alle Ermittelungen, die angestellt wur- den, haben bis heute jedoch noch zu keinem greifbaren Resultat geführt. Nun ist bei der Kriminalpolizei ein Brief eingelaufen, in dem der ungenannte Schreiber mitteilt, datz« in d« Lag« wäre, wichtige Mitteilungen zur Ausklärung des ungefühnten Ber- brechen» zu geben. Weil er jedoch befürchtet, dah er wegen einer noch zu v-rdützenden sechsmonatigen Gefängnisstrafe festgehalten werde, wenn er sich zu erkennen gebe oder sich bei der Polizei melde, fo halt« er mit feinen Bekundungen zurück. Die Kriminalpolizei teilt uns hierzu mit. datz dem Brieffchreiber, wenn er sich bei dem zuständigen Kriminalkommissar Dr. Riemann im Zimmer 70 des Berliner Polizeipräsidiums melhet. freies Geleit zugesichert wird und auch sei» weiterer in dem Brief zum Ausdruck gebracht« Wunsch Berücksichtigung finden wird. verloren. Am Dienstag, den 10. November, morgens, ist in der Bahn auf dem Görlitzer Bahnhos ein Bibliothekbuch. Eigentum des Deutschen Metallakbeiter-Verbandes. liegen gelassen worden. Der«brliche Find« wird gebeten, feine Adresse an Alwin Gam- mich, Berlin-Johannisthal. Bismarckstr. 8, anzugeben. Di« Erhöhung d« Strahenbabntarise ist von der Stadt» verordneten-Versammlung nicht erledigt worden. Die Vorlage wurde einem Ausschuh zur Vorberatung überwiesen, der der V«- sammlung Bericht erstatten soll. Di« Mitglieder d« Ortsgruppe Hellersdorf bei Biesdorf legen Wert darauf, dah st« geschlossen bei der alten ll.E.P. verbleiben und all« gegenterligen Gerüchte unwahr find. Utz» Sc«»«*' Hunger Roman»on Knut Hamsun. K' v' Haar lag mir feucht und kalt auf der Stirn: ich rich. � Mch auf dem Ellbogen auf und sah das Kopfkissen an; feuchtes Haar in kleinen Büscheln. Mein« t»»«' lag waren im fiauf der Nacht in den Stiefeln angeschwol- °ber st« schmerzten nicht, ich vermochte nur nicht die *u Bühren, sie waren stanz steif. !5tfi o» � Nachmittag geworden und bereits zu dämmern stand ich auf und machte mir im Zimmer zu schaffen. � es zuerst mit kleinen, vorstchtigen Schritten, � FfiW:.m'ch das Gleichgewicht zu halten, und sparte mein« nUV,«eviel wie möglich. Ich litt nicht sehr, und ich weint« HA'"ch®cr"uht traurig, im Gegenteil unend- l n�-'�oen: e» fiel mir jetzt gerode nicht em, datz irgend j"9 anderes sein könne als es war. ging ich aus. Hih.? �zige, was mich ein wenig quälte, war trotz meines ___'_______ nx. f-.r.i., eine innere, gierige Etzlust, rend schlimmer wurde. Es nagt« unbarmherzig 'ruft, eine still«, seltsame Arbeit ging darin vor. "��MmMmrj rl de�Mllens gegen Speisen mein Hunger. Ich svurte�wie- � di» beschämenden Appetit, eine innere, giert; ää'.::_________;......... vielleicht zwanzig kleine, feine Tierchen, die den de«» af die eine Seite legten und ein wenig nagten, dann V? auf die andere Seite legten und ein wenig nagten, Ge,-,. Augenblick ganz still lagen, wieder anfingen, sich ohne " und ohne Hast weitet bohrten und überall leere * n*.* Eintet sich zurückließen..... it uicht krank, nur matt; ich fing an zu schwitzen. siez,» meine Brill« trübe und mich blind, uno wj rag wo ich uW wich ein wenig abzutrocknen. Ich bemerkte nicht, äiilh fL nd. ich dachte nicht darüber nach; der Larm um ****. Plöfcr u*01 fürchterlich. t Irt* W&V110"4 ein Ruf.«in kaltes, scharfes..Vorgesehen 0 � den Ruf. höre ihn sehr gut, rücke nervös auf die gegangen. Ich hätte vielleicht schneller sein können, ein ganz vem wenig schneller, wenn ich mich angestrengt hätte; es half nichts, der eine Futz schmerzte mich, ein paar Zehen waren gequetscht; ich fühlte, datz sie sich gleichsam im Schuh zusammen krampsten. Der Brotkutscher hält die Pferde mit aller Gewalt an; er dreht sich auf dem Wagen um und ftaat erschrocken, wie es abgelaufen. Nun, es hätte ja noch schlimmer werden können... es war wohl nicht gefährlich... ich glaubt« nicht, datz etwas gebrochen sei... Oh, ich bitte... So schnell ich konnte, ging ich nach einer Bank; diese vielen Menschen, die stehen blieben und mich anglotzten, beängstig- ten mtch. Es war ja eigentlich kein Todesstotz; wenn das llngluck«un einmal sein sollte, war es noch verhältnismätzig glücklich abgegangen. Das schlimmste war, datz mein Sckiuh ruiniert war; die Sohle war an der Spitze abgerissen. Ich hielt den Futz in die Höhe und sah das Blut in der Oeffnung. Na. es war za von keiner Seite mit Fleitz geschehen; es war ja nicht die Abficht des Mannes gewesen, es noch schlimmer für mich zu gestalten als es schon war; er sah sehr betrübt aus. Wenn»h ihn vielleicht um ein wenig Brot vom Wagen gebeten hätte, würde er es mir gegeben haben. Er hätte es mir gewitz mit Freuden gegeben. Gott erfreue ihn zur Per- Geltung dafür!... Mich hungerte fürchterlich, und ich wußte nicht, was ich vor schamlosem Appetit anfangen sollte. Ich wand mich auf der Bank hierhin und dorthin und legte die Brust fast ganz auf meine Knie; ich war beinahe verrückt. Als es dunkel wurde, trippelte ich nach dem Rathause— Gott mag wissen, wie ich dahin kam— und setzte mtch auf die Kante der Ba- lustrede. Ich ritz die eine Tasche aus meinem Rock und fing an. darauf zu kauen, übrigens ganz absichtslos, mit finsterer Miene vor mich hinstarrend ohne zu sehen. Ich hörte eine Menge Kinder, die um mich her spielten, und vernahm in- stinktmätzig, wenn ein Spaziergänger an mir vorüber ging; sonst bemerkt« ich nichts. Plötzlich fällt mir«in. ich könne unten nach einem der Bazare gehen und mir«in Stück rohes Fleisch holen. Ich stehe also auf, gehe quer über die Balustrade nach dem ande- ren Ende des Bazardachs und steige hinunter. Als ich die Fleischbud« beinahe erreicht hatte, rief ich nach der Treppen- dffnung hinauf, als wenn ich einen Hund zprückscheuchte, und wandte mich dann ganz frech an den ersten Schlächter, auf den ich stieß. «Ach, seien Sie doch so gut und geben Sie mir einen Knochen für meinen Hund!" sagte ich.„Nur einen Knochen; es braucht nicht» dran zu sein; er soll nur was im Maul tragen." Ich bekam einen Knochen, einen prächtigen, kleinen Knochen, an dem noch ein wenig Fleisch saß, und steckte ihn unter meinen Nock. Ich danke dem Manne so herzlich, datz er mick erstaunt ansah. „Nichts zu danken." sagte er. „Doch; sagen Sie das nicht," murmelte ich,„es ist freund« kich von Ihnen." Damit stieg ich wieder hinauf. Mein Herz klopfte heftig. Ich schlich hinein in den„Schmiedegang", so tief wie ich hinein kommen konnte, und blieb vor der verfallenen Tür zu einem Hinterhof stehen. Nirgends war ein Licht zu sehen' es war herrlich dunkel um mich her; dann fing ich an. den Knochen zu benagen. Es schmeckte nach nichts; ein scharfer Blutgeruch stieg aus dem Knochen auf, und mir wurde bald übel. Ich versuchte es von neuem; wenn ich es nur bei mir behielt, mutzte es ja seine Wirkung tun; es galt nur, datz es im Magen blieb. Aber mir wurde wieder übel. Ich wurde zornig, big wütend in» Fleisch, ritz«in kleines Stück ab und schluckte es mit Gewalt hinunter. Es nützt« aber nichts; sobald die kleinen Fleischstücke im Magen warm wurden, kamen fie leider wie- der in die Höhe. Ich ballte die Hände wie wahnsinnig zu- sammen. fing vor Hilflosigkeit an zu weinen und nagte wie ein. Besessener; ich weinte, so datz der Knochen von den Tränen naß und schmutzig wurde, weinte, als ob mir das Herz brechen müsse, und bekam darauf abermals Erbrechen. Und dann verfluchte ich all« Mächt« der Welt mit lauter Stimme. Stille. Kein Mensch ring» umher, kein Licht, kein Geräusch. Ich bin in der furchtbarsten Gemütserreguna, ich keuche schwer und laut und weine jedesmal zähneknirschend, wenn ich die Fleischatome von mir geben mutz, die mich vielleicht ein wenig hatten sattigen können. Da es durchaus nicht« hilft, wie oft ich es auch wieder versuche, schleudere ich den Knochen gegen die Tür. fortgerissen von Raserei, vom ohn- mächtigsten Has, erfüllt, ich schreie und droh« zum Htmmel hinauf, brülle heiser und verbissen den Namen Gottes und krümme meine Finger wie Klauen... Stille. (Fortsetzung folgt.) Reaktiv« im Werkmeistcrbund Aus Angestelltenkreisen wird un» geschrieb««: Der Deutsche Werkmeisterverband. der eine für die gesamte Arbeiterbewegung sehr wichtige Berufegruppe umfasit. segelte vor dem Kriege mit kurzen Unterbrechungen im Fahrwas- ser der ausgesprochenen bürgerlichen Angestelltenbewegung. Di« Sandarbeiter standen ihm allgemein mißtrauisch gegenüber. Unter den Wirkungen der Revolution und der wachsenden Be- deutung der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung erfolgte dann-» nicht zuletzt unter dem Druck unserer Berliner Niit- glieder— der Anschluß an die„Arbeitsgemeinschaft freier Ange- stell tenverbände". dem jetzigen„Allgemeinen freien Angestellten- bund". Seit einiger Zeit machen sich indes in unserer Leitung wieder reaktionäre Strömungen geltend, die vor allem auch in dem Berbandsorgan die sonderbarsten Blüten zeitigen. Besonders auffallend war in dieser Hinsicht die von den sonstigen Afa-Organisationen abweichende Haltung im Kapp-Putsch, eben- so die Rede, die unser Vorsitzender nach den Vorgängen vom 13. Januar 1919 in einer Mitgliederversammlung in Berlin hal- ten zu müssen glaubte. Di«„Werkmeister-Zeitung" brachte da- male eine Entschließung, die unsere Berliner Versammlung über- Haupt nicht angenommen hatte. Dann kam die Sozialisierung. Di«„Werkmeister-Zei- tung" schließt sich als die einzige freigewerkschaftliche Zeitung dem Vorschlag Rathenau an. den sie ulkigerweise als Sprungbrett zum Vorschlag l der Sozialisterungskommission bezeichnet.„Wir stehen also zwischen beiden Vorschlägen"! heißt es. Den Höhepunkt aber leistet sich unser Verbandsorgan in einem Leitartikel üher die Arbeitsgemeinschaft, der zu der- selben Zeit erscheint, zu dem sich der Afa-Bund gegen die Zen- tralarbeitsgemeinschaft erklärt hat. Hier werden zunächst in be- kannt reaktionärer Weis« die Gegner der Abeitsgemeinschaften parteipolitisch verdächtigt. „Daher," so schreibt die„Werkmeister-Zeitung", ist auch wohl mit Recht anzunehmen, daß die Anhänger des Austritts- gedankens aus der Arbeitsgemeinschaft hierzu nicht mit Rück- ficht auf das wirtschaftliche Wohl der Arbeitnehmer bestimmt werden, sondern daß andere. Motive ihrer Propaganda zugrunde liegen. Da» wird un» bald Narer, wenn wir die Bericht« über den kommunistischen Parteitag vom I. Rovem- ber zur Hand nehmen. Dort kommt nämlich die schärsste Ab- lehnung des Gedankens der Arbeitsgemeinschaft zum Au«- druck...." Also weil die Kommunisten auch Gegner der Arbeitsgemein- schaft find, deshalb glaubt man da» rein gewerkschaftliche Per- langen weiter Mitgliederkreise unseres Verbandes mit solchen parteipolitischen Unterstellungen einfach unterd rücken zu können. Wir können unserer Düsseldorfer Verbandsleitung die Tatsache verraten, daß die Berliner Afa-Mitglieder sich nach Re- feraten der Kollegen Nörpel und Günther gegen die Arbeits- gemeinschaft erklärt haben, und dies« beiden Referenten find stramme S. P. D.-Mitglieder. Also: Bangemachen gilt nicht! Di« Arbeitsgemeinschaft wird als eine alte gewerkschaftliche Forderung bezeichnet. „Das soll aber nun nicht heißen, daß wir den Klassen- kämpf ablehnen, sondern wir halten nach wie vor an ihm fest, benutzen ihn aber nicht als Selbstzweck, sondern nur zur Durchsetzung unserer berechtigten wirtschaftlichen Forderungen." Kauf» laufend zu höchsten Preisen /UtmetaMe Die Arbeitsgemeinschaft wird weiter als der Kampfplatz bezeichnet, auf dem wirtschaftlich« Interessen ausgetragen werden. Wer lacht da? Die beste Definition für diese Sorte Klasien- kämpf find folgende Ausführungen: „Den stetigen Kampf predigen ist sehr leicht, ihn aber auf die Dauer mit Erfolg durchführen ist praktisch ein Ding der Un- Möglichkeit. Auch die Arbeitnehmer sehnen sich nach Zeiten der Ruhe." In diesem Ton geht das Harmoniegeschwätz vom Se- gen der Arbeitsgemeinschaft weiter und e« ist höchste Zeit, daß auch in der Arbeiterpresse gegen diese reaktionären Strömungen Stellung genommen wird, die seit einiger Zeit immer wieder in der„Werkmeister-Zeitung" zun, Durchbruch kommen. Dies« össent» liche Brandmarkung ist schon nötig, um nicht bei der A r b e i t e r« schaft die Meinung aufkommen zu lassen, als ständen die Artikel der„Werkmeister-Zeitung" mit der Auf- fassung unserer Mitglieder noch irgendwie im Einklang. Der Streik der Düsseldorfer Buchdrucker Die streikenden Düsseldorfer Buchdrucker senden un» folgende» Aufruf:. ..Nachdem die Düsseldorfer Buchdruckereibesitzer, entgegen einem ---- mit der Gehilfen- Ausschuß- und ____ von insgesamt 26 bis 42 M. brachte, die bis zum 31. März" 1821 gelten soll(bei gleichzeitiger Druckpreiserhöhung und fünf Prozent), beschloß eine uberfüllte Versammlung einstimmig, den Unternehmern die For- derung von insgesamt 69 M. wöchentlich für alle Kollegen am 19. November, morgens zu unterbreiten und deren Erfüllung bis 11 Uhr zu verlangen. Das ist geschehen, und mit Ausnahme der beiden sozialistischen Parteiblätter haben die Unternehmer die Forderung der Gehilfen abgelehnt. 609 organisierte Buchdrucker, gehilfen Düsseldorfs befinden sich im Streik. Von den Unter- nehmern wird der Kampf mit voller Schärfe des Schutz- und Trutz- bündnisses, nach Bremer Muster, geführt. Die Düsseldorfer Buchdrucker stehen in geschlossener Einigkeit hinter der Forderung. Buchdrucker. Parteigenossen, Arbeiter und Srbeiterinven helft den Düsseldorfer Buchdruckern. Es darf kein zweites Bremen gebe«! Lehnt die Streikarbeit ab! Anschriften find zu richten an Paul Lindermann, KaMerer, Düsseldorf, Kronenstr. 84." Streik des technischen Personal» im Rose-Theater. Da» technische Bühnenpersonal im Bernhard Rose-Theater ist wegen Nichtbewilli- gung de» Tariflohns in den Streik getreten. Die Angaben des „Lokal-Aiueigers" in der heutigen Morgenausgabe entsprechen nicht ber Wahrheit. Direktor Rose ist von seiner Organisation verurteilt worden, den Tariflohn zu zahlen. Aus den Organisationen I. tot. Kommunal» K-mmIMon«». Mittwoch, den U. Stvmttt, ateno» 6 Uhr, Versammlung sämtlicher Mitglieder der komm»»»» Kommissionen, welche zum palleschen Torbezirk gehören, in der Schlllanl» voekh» IKote S-S. Zahlreich-, und pünktliche« Erscheinen ist Pslicht. vi« D>Srirt,le>t« werden«hensoll» zn erscheinen. Mogliedobuch Siichtung Crispien-Led-bour legitimiert. i. Vistritt. Zettung»- und Sgitationekommtsslon. VIeiutag, T Uhr. hei Laoser, Laufttzer Str.». 7. ,»» .. liitritt. Mittwoch. 7H Uhr, Zusommeukunft der Slteinbetrit« bei Page«, Simplonftr. M. I. Distrikt. 7. Abteilung. Mittwoch, abend, 7 Uhr, Mitgliederversammlung bei Mogwit,. Barnimstr. 1». Tage-ordnung!«ortrag:..Die Sozl-lifteruna'. it. DiHrm. 1. Abteilung. Mittwoch, S4. Aooemde». abend» 7 Uhr. W«eilung»- vorl-mmlllna in der Schulaula, Wattstr. W. Da» Erscheinen aller Eenosse»»nd Genossinnen ist dringend notwendig. 1«., Ii. lvilteUt UN» ahorlotteudura.«Ndaug-kommilsion. Anläßlich do» Kon- feien, ber Nilbuirgskommissionen«erktn-Branbenburg ,» Mittwoch in der Aul, .....________ am gleichen Tag« tag. Alle siswMo»» ildungskommissionen haben aber diele Konferenz zu besuchen. S. Abteilung. Heute abend 7 Uhr, Fluiktionar-VersammlUNg kiciw f dt«, anberaumte "b. vifttl thalerstr. Ö, bei Knapp. laierfrr. v. oet Knapp. 18.»iserikt. ,. Abt..»citri SM. Mittwoch. 24. Siooember. abend, 7 Uhr.«S«?> zahlaben» bei Knappe,«Lrüntbalersir. S, umsassent die S-Ilerinonnliraio ook �/ bis SI, Eleve-. Euler-, Zülicher-, öpanhelmstrasie sowie SrSntbalerstr. Alle Ecnoisrn und Genossinnen, die zu der Silchrung Trizpien-Ledebour geP** sind einaeladen siirutölln. Heute, der Spedition~ ente. 7 Uhr, Siäung der Zeitungekonimission und Lo-enflerS Sle-karstrasle bei Fischer, Isaiftrahe Ecke Münchener Srre?'. Sleuiolln. Mittwoch, 24. Rooember, abends 7 Uhr, Dezirksverscnnmlung lsi. Aezirls bei — Denuerstag, mann,-Münchener Str. 42. Gharlottrnburg. Bildung» kommilsion iujuu/, vtvv.iitwt., uwiwr« zter,!.».»«-— n.» Lrtler, Prtnz-Hcndjero�ti. 34. Vortrag bei EenoM» " Rovembor, abends Ttj llhr, Agitattonstommilsion bei Stf Dt« für Mittwoch auberamnte gem'A' law« Eiüung findet der Konler-n, wegen, die am Mittwoch tn der Aula nrahe. abends 7 Uhr, tagt, nicht statt. Diese Konferenz der Kiltnngnkomnttsiwb� Verlin-Brandenburg ift dafür zu besuchen.„, Stezltg. Dienstag. 744 Uhr abend», Zunktionirsistung b«< Rangk, Fichttsir.» Jeder Be-irk muh vertreten sein.„ � Mahlodorf. All« Mitglieder t reisen sich am Mtttwach, 24. liooember,«d»? 8 Uhr, in Mahlsdors-Sud, biesiaurant Hardeirug(Jnh. Dläger), Köpenlcker w» Ar. P8. Frelbeltleser wmkomneen.-, SSpenick. Tten-taa, 744 Ubr. arohe öffentliche Versammlung in der Aula d" Körnerichule. Dr. Ohr-Sörlisi(ehem.»oung. Pfarrer) sprich» über„Keligv»� schul««nd vellsstaat". Sorgt für Messenbesuch. Verewskalender Transp»rtarbeiter-ver«»nd. Krawatten-, Echirmbronche. l! — Chemilchie Branche. Donnerstag. straßs LV, Lit�ung sämtlicher(trunfiio.iaxx. duttwe votiienuupiis.-zz�a. 7 Uhr. im Lokal von Wegen«, Sendelsir. 30, Sitzung sämtlicher vertraner-e!� Betrieboobleute und Betriebsräte. Dentsche- We-kmelster-Berband. Fachgruppe Metallindustrie. All« FunklidNJ vetrtebsoertrauensleute und Obleute»ei Metall-Indusirie haben Diensrog,»? 23. Nroember, abends 8 llhr Versammlung im Schnlthelh, Reu« Zakobstr i*9 .....""---------------"' s Fraaen". ..larifpertrag und andere »-Repnrntur-Betrtebe. Kunltionärsitzung findet am Donnerstag, den& pernber, abend« 7 Uhr, im Lokal�oon Powelett,-- Tagesordnung� Änto-silepnrnti verein lozielistischer llerzte. Ritalicderuersammlun oember IS20, abend« 7% llhr, im Medizinalamt der lUntergrundbahnhos Sptttelmorkt). Toaeoordnungi Krankenofleaepersonalz. Ref.: Herr Emil Dittmer. Zostnftr. 7, statt. am Dann« itadt Berlin nerstaa. K. -NN- weikin, Flscherstr. �>i, Sozialisierung*■ Di« dirsiahrlge Generrloersammlxng des Arbeiter-Eltern-Bnnd«» findet«T ftändehalber bereits am Mittwoch, 24. November, abend» 0 Uhr, in der schul»» Hinter dar Garnisonkirche statt. Mitgliedskarte legitimiert. Touristen.Sereln.Sie Batarfeeunbe-. Mittwoch, 7 Uhr, außerordentlich«~ neralverlammlnna der Ortsgruppe in der Echulaula Weinmetfterftr. 13. Eozialtstisch» Vroletarier-Logend, Gruppe 2üd-Wef». Dienstag abend 7 r! im Lokal»VN Rä-ner, Baerwaldstr. 12, Eck« llrbansir., MttgliederverloM«»'' Renaufnabmen finden sinkt.<. Soituliitilch« Proletarier, Zugend, Gruppe Süden. Dienstag, den 2t. Sa»-»? 7 llhr. Schul« Wasiertharsir. 31, Zimmer 18. SBlr bitten die Mitglieder 9 Grnppe Südwesten(S. P. z.j, zu erscheinen. LebensmitteZkaleuder Lichtenberg. Ohne Voranmeldung! Auf Abschn. 44 der gemeinsame» t-iG? mittelkalte Zö0 Gr. Kochmehl. Der Verlauf findet In den durch Aushang k«W, gemachten Geschäften statt, ülbschn. 44»erltert mit dem 4. Dezember seit. Ferner aus Abschn.«7 ff.% 6. der Lichlenberger Leben»» 23. lllmember je zwei Päckchen Suhsioff. Dt« Abschn. 817 ff. Z. am 7. Dezember ihre Gültigkeit.-„« Zohauuisthal. Abschn. 714 128 Er. Marmelade. 12°«„Abschn. 71« WZ Vollret,, 5,40 JJT., Abschn. 7(6 2 Stück Suppenwürfel 0,26 SR. In der Scm'Z »erkoussstelle aus Allgemeine Lebensmittelkarte Abschn. 7l7 1 Paket Sühnet 0,60 M,„ V Steglih. Abschn. 87(«roh-verliner Karte) 200 ffr. Schmal» zu S,« M-'ü, meldnng vom 22.-24. Rapember. Abschn. 44 und 45(Sioh-Berltner Kaltes bMj»/ ansl. Mchrncbl zu 5 M. Ab'chn. 134 der Steglitzer Kart» 230 ffr. Hcirr'�d zu 1,70 M. Perlaus vom 28.-27. Rovember. Abschn. 133 Steglitzer Kart« S" Haiersocken zu 1.70_3R. Aotlmersdars auf F 4,80 ff. Z. ff. per! :&0 Perkaos vom 25.-27. Rovember. Abschn. 133 Steglitzer Karte=* zu 1,70 SR.„.„»d! orf, 375 Gr. Zucker aus 101. MO Gr. Rheinische» Kraus fgruchiljrji M.. 2 Pfd. K-Nfthanig aus ll«.75 M. für 1 Pfd. Aus 22.« n Süßstoff 1 M. Für werdende Mütter! 4 Pfd. Rihrmittel, be- �1 �Päckchen Gr. Trockenganzet zum Preise von 3,10 M. für 50 "~'en Kondensm""' Uftr 0,35 M. 3 M., 3 Dosen Kondensmilch je 7 M.(nur im 4 hi» einst iL.»illende Mütter! 2 Pfd. I AiichgnWWWW fframm Irockenqanzei zum Preise M., 1 Päckchen Miliar 0,35 M Zehleudors. Für dt« Verteilung reis« von 3.10 M. für 50 ffr.. l Dos» , 50 bieij mawd* _.,.de vom 1. M» 15, Dezember 19(0 g> vom 22. bt» 24. Rovember zur Anmeldung: aus dt« Groß-Berliner Lebens karte, Abschn. 86 125 Er. Haserslo.len zu 0,80 M., aus die Zehlendorfer> mittelkart«: Abschn. 18 250 Gr. weihe Bohnen zu 1,75 M.»nd 500 ffr. murmelad« in Gläsern zu 520 SR., aus di« Zuckerkart,: Abschn. 108( Zucker 2,85 M. Kupfer« Messing. Zinn. Quecksilber, Rotgntz. Blei samt« Motor«,«old, u. ff tlb»r bris«itz, Platin SCHIIBBRT, Berlin. Ramlersircssa 33 am Pohnhos ffcfundbrun»»».'. Telepbon! Amt Humboldt 844 ßHMnich. SillittbrllH, BrilltUliu, ZM- gebisse.LueWerMlMlliiast . ShtzWejll. 119, Portal I. v. I. nah« Jn- valtdenstr.— Schubert, Perlog,genosienilbal>.Steibeir». ff VvvfT*, ff«. S» � ffmil Robold. verli». *•!»«-»,»,. K» [•, NmU»—»ruck der Ludw t 5 m 8 S>.-"n Ich zahle für WsMIIagvr Zinn Kupfer Hessing Blei Me höchsten Tagespreise SHOStf, SaluSr. 81 Brrrsltrrr »»»«»»ptzoaz'latteN, alte, ad gespielte, zerbrochene kaust Kilo 1» W. SBenmann.«oj§oio» ftt. 8, am Prenzlauer«ingbahu. Hof und Oraenensir. 75, Keuer. 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