Einzelpreis 30 Pfg.- 3. Jahrgang Mittwoch, 24. November 1920 Nummer 496. Morgen-Ausgabe We.»trilifii« morgra»-»» notfloiittaj», Somtt-z»«nb montos« mn in Än■"«-»»ispreis dttrZgl bei freier Duftellim, in» H-us für«rotz-Berlw ».117. m-.m«"»tau» ,-hlbar. von der Sv-diiion selbst aboeholt»>S0 M. Für Posl. sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband Deutschland und Österreich 16.50 M.. für da» übrige Ausland 21,L0M. �isguch Valuta-Auffchlag. per Brief für Teutschland und Osterreich 80.- M. «adakti«� Expeditio» und Verlag: Berli» T»» Vreite Stratz««-». Ole achtgespaltene RonpareNkezeile oder der«» Raum kostet 5,— M. einfchNeWch Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Da» fettgedruckte Wort 2.-- M., jede» weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Bamilien-Anzeigen und Et?ll-!N-Gesuche Z.20 M. netto pro Aeile. Stellen-tSrsuch« ! Wort-Anzeigen: dos fettgedruckte Wort l.so W., jede» weitere Wort 1,— 98* gernlprtdier: Znttni« 2030, 2845, 4516, 480». 48S5, 4840. 4021 Serßner-Organ ber VnabMttßfgen Satinlöemofratfp Oeutftfttanöa r Boloimi oo Oer VeWl Petljura vor der Vernichtung Eigener Drahtbericht der„Freihei t".) Stockholm, 23. November. Krontbericht des Eeneralstabes der Roten Armee vom ».7.°vimber lautet: «ttlve militärische Operationen gegen P e t l j u r a haben an- "jangert, vollständige Vernichtung dieser Heere kann bald er- l werden. Petljuras Kavallevie-Divifion ist ganz zer- Lteut und zerschlagen. Während der letzten drei Tage sind "Kanonen und 73 Maschinengewehre genommen. .ON Mostyrgebiet fortgesetzter erfolgreicher Vormarsch. ��winkowitschi ist zurückerobert, Gefangene und Kriegsbeute ge- N � Im Resitzagebiet schlugen wir sämtliche Angriffe auf zurück. Der feindliche Rückzug vollzieht sich in südwest- �«r Richtung. «üd westsront: In der Richtung Korosten— Most yr .Atzten unsere Truppen die Station Schlowitschna und über- Mtten den Fluh Schlowitschna nordwestlich des Owrutsch. Unser �kmarsch dauert an. Im Proskurowgebiet fortgesetzte Kämpf« °! Deraschnia. Westlich haben unsere Truppen wieder den Feind bv» c-Obn und zahlreiche Stellungen 12 bis 13 Werst südöstlich "o östlich Proskurow besetzt. Wir haben 13 015 Gefangene !)00') Plerdc und 1 Abteilung Panzerautomobile „"�nnschaft, viele Kanonen und Maschinengewehr« erbeutet. In Stockholm ist aus Moskau Profesior Lomonossoff ein- Ketrosfen. � Er ist bevollmächtigt, namens der Räteregisrung mit «er schwedischen Regierung über Zusammensetzung der künftigen Russischen Handelsdelegation in Stockholm zu unterhandeln. Lo- Monofsoff selbst ist zum bevollmächtigten Vertreter der Räteregie- �uug mit den Befugnissen eines Volkskommissars bei allen aus- indischen Eisenbahnbestellungen ernannt.- Gewinn und Verlust der Noten Armee in der Krim OE. Helsingfors, 22. November. .In der Petersburger„Roten Zeitung" veröffentlicht Bela � h u n einen Artikel, worin er hervorhebt, dah die Roten in den Kämpfen um den Besitz der Krim außerordentlich große Ver- st e gehabt hätten. Die Befestigungen an der P e r e k o p- � n d e n g e und an der Siwaschlucht seien unter unerhörten pfern seitens dreier roter Divisionen genommen worden. Die Kriegskommissare des Befehlshabers der Roten Kavallerie Budjenny melden telegraphisch, daß die Wrangeltruppen keine Zeit gehabt hätten, die Verpflegungsvorräte und das Kriegsmaterial in der Krim zu vernichten. Es seien Eeschützeerbeutet war- den. die ein Kaliber aufweisen, welches nur aus dem Kriege gegen Deutschland bekannt war. General V o g a j c w s k i, der die Don- kosaken kommandiert hat. ist im Reiterkampf mit der roten Kaval- lrrie gefallen. Die aus der Wrangslarmee zu den Roten Truppen übergetrete- nen Soldaten werden von dem Sowjetkommando an die nördliche Front abgeschoben. Die Sowjetpresse ist der Ansicht, daß Wrangel einen Teil seiner Truppen über Rumänien an die V a l a ch o- w i t s ch f r o n t werfen werde und einen anderen Teil über Georgien in den Nordkaukasus, um dort eine neue Front zu bilden. Ueber das Schicksal der Weißen Flotte schweigt die Sowjetpresse. Sie empfiehlt dringend, alles erbeutete Kriegs- Material sofort an die Petljurafront zu schaffen, da Balachowitsch eine Verbindung mit dieser Front herzustellen beabsichtigt. Die Russen vor Kiew DA. Warschau, 23. November. Die ukrainischen Truppen haben Kiew geräumt und ziehen sich zurück. Die russischen Troppen stehen unmittelbar vor der Stadt. deren Einnahme durch die Note Armee stündlich erwartet wird. Die Zustände in Budapest DA. Budapest, 23. November. Die Organisation der Budapester Zei-tunggsetzer faßte den Beschluß, vom Minister des Innern die sofortige Abstellung der unerträglichen Verhältnisse zu verlangen, die sich nachts auf den Straßen herausgebildet hätten. Sie feien in der Nacht nach Beendigung der Arbeit auf der Straße dauernd Mißhand- l u n g e n ausgesetzt und würden, wenn nicht unverzüglich Abhilfe eintrete, d i e A r b e i t e i n st e l l e n. Es muß also in Budapest mit einem Streik der Zeitunggsetzer gerechnet werden, da die Re- gierung Horthy weder den Willen noch die Macht besitzt, die Passanten und Arbeiter zu schützen. Interessant ist das Gestand- nis des Ministers des Innern gegenüber einem Berichterstatter des„Magyarorszag", daß es unmöglich sei, die derzeitigen Zu- stände aufrecht zu erhalten, angesichts derer nach 0 Uhr abends kein Mensch ohne Zittern die Straße zu betreten wage. Die Unruhen in Irland Die Unruhen in Irland gehen weiter. In Dublin hat das "litär nach Umzingeln der Stadt jeden Fußgänger-, Fuhrwerk- nd Bahnverkehr stillgelegt. Die Truppen besetzten die Haupk- 3» y'.®6 fanden Straßenkämpfe zwischen den Streitkräste» der �Berung und den irischen Freiwilligen statt. Auf beiden Seiten Urde eine Anzahl verwundet. Mehrere Freiwillige wurden ge- �ttgen genommen. Amtlich wird in Dublin bekanntgegeben, daß Lordmayor die Polizei um Schutz ersucht habe. Da . ur städtische Polizei und keine königlich irische Polizei verfüg- 1 war. wurde ein Trupp Hilfspolizei zum Schutze des Lord- („kI015°"tlandt. In Cork wurde ein Detektiv von.Sinnseinern � Bürger von Cork sind mit Wiedervergeltungsmaß- bedroht worden, wenn der Entführte nicht zurückgebracht Zwischen Dublin und Limerick wurden zwei des Mordes an Polizisten angeklagte und freigesprochene Zivilisten er- Iii, en• In der Nähe von Skibbereen wurde ein Polizist er- � �' e'n anderer schwer verwundet. Bei Knappagh �«in Zivilist durch Militär erschossen, ebenso in Dragan. i-,» englische Arbeiterpartei hat im Hinblick auf die Mordtaten iNiel�lin von ihrem Plan, eine Untcrsuchungskom- ItckJ. 0 n nach Irland zu senden, abgesehen. In einer öffent- iiM? Erklärung verurteilt die Partei aufs schärfste die Morde .?ublin nnd»ordert, doli die S i n n f e i n e r- F u h r e r die wj�rng abgeben, daß sie mit diesen Verbrechen nichts zu tun � aber auch die britische Regierung weitere Ver- iw �ngzmaßregeln verhindere. 3{u�en..äu einem W a s s e n st i l l st a n d ai Beide Parteien �........... i f f c n st t II st a n b aufgefordert, um in Ü im irische Frage zu lösen. Die Debatte über Irland im dex* � i) a u s. die für Mittwoch vorgesehen war, soll angesichts "ätzten Stimmung verschoben werden. Die griechische Frage HR. Paris. 23. November. **8 hat gestern et* zweites Telegramm»ach London ge» "w de« französischen Standpun« i» der darzulegen. Die französische Negiernng halt m thre« 8 seft. daß eine öffentliche Erklärung-bgeg�e« 1«iisse. in der da» griechische Volk klar aus die ernste» Folgen einer Rückkehr Konstantins hingewiesen werde. Das Tele» gramm begründet dann eingehend, weshalb Konstantin von Frankreich nicht geduldet werden könne. England hat die französischen Telegramme noch nicht deantwortet. Die sranzöst» sche Regierung hält daran fest, daß unter allen Umstünden vor der Donnerstagabstimmung in der griechischen Kammer die oben- genannte Erklärung abgegeben«erden müsse, damit die Ab- stimmung nicht unter falschen Voraussetzungen und ungenügenden Aufklärungen stattfind«. Gewerkschaftskongreß in London Amsterdam, 23. November. Die„Times" meldet aus London, daß der Internationale Ge- werlfchaftsbund zum Nachfolger von A p p l e t o n. der gestein zu- rückgetreten ist, den bekannten englischen Eisenbahnführe: Thomas zum Vorsitzenden des Internationalen Eewerkfchaftsbundes wählte. Am Kongreß nehmen teil: 10 englische. 12 französische, 12 deutsche, 10 belgische, 6 holländische, 5 italienische. 5 norwegische, 4 schwedi- sche. 4 dänische. 4 tschecho-slowakische, 2 luxemburgische. 2 spanische, 1 schweizerischer und 1 kanadischer Delegierter. Iouhaux wird über die Währungsfrage, Mertens über die Verteilung der Roh- ftoffe, Oudegeeft über die Sozialisierung und Fimmen über die internationale Lage und die Stellung des Internationalen Ge- werkschaftsbundes sprechen. Metallardeiterstreik in Schlesien Der im Lohnst reit der schlesischen Metall- a r b e i t e r gefällte Schiedsspruch ist von den Arbeitnehmern mit allen gegen 6 Stimmen mit der Begründung abgelehnt worden, daß die Zugeständnisse ungenügend seien. Es ist mit einem, die ganze Provinz Niederschlesien, mit Aus- nähme der Stadt Breslau, umfassenden Streik zu rechnen. Im Riesengeoir�e haben die Arbeiter sämtlicher größeren Werke gestern früh die Arbeit niedergelegt. Es handelt sich «m Lohnforderungen. Görlitz, 23. November. Heute frhh. legten die Netallarbeiter, nachdem gestern wegen Lohitdtfferenzen der Streikbeschluß mit einer Mehrheit von 82 Prozent der an der Abstimmung beteiligten Arbeiter ge- faßt worden war,� in allen Betrieben, soweit sie dem Verband der Metallindustriellen Niederschlefiens angehören, die Arbeit Nieder. Grundsätzliches zur Sozialisierungsfrage Von Prof. E. Lederer» Heidelberg. fRachdruck verboten.1 I. nieder ins Uferlose anschwellende Diskussion über die Soziausterung zwingt zur Besinnung auf die letzten Ziele und die entscheidenden Argumente. Warum müssen wir sozialisieren? Weil der Krieg die ökonomischen Bewegungsgesetze des Kapitalismus gelockert hat, das soziale Gefüge der europäi- schen Eesclllchaft umstülpte, die fraglose Autorität des Staates zerstörte, und den automatischen Gang der Repro» duktion unterbrach. Eine wirtschaftliche Neuordnung ist not- wendig, die ökonomischen Gesetze der Welt vor dem Kriege aber gelten nicht mehr als verbindlich. Der Krieg, von ökonomischen Dilettanten entfesselt, und bis zum Weiß» bluten überspannt, stürzte Europa in die Katastrophe und zwingt uns eine neue Ordnung auf. Eine neue Ordnung für Böller, die vier bis fünfmal so zahlreich sind, als zur Zeit des erwachenden Kapitalismus, wobei noch gar nicht in Rechnung gestellt, daß die große Masse heute mit wachem Bewußtsein in die Gestaltung der Schicksale eingreift. Können wir die Welt anders neu ordnen, als indem wir entschlossen die Demokratisierung der Wirtschaft durchführen, d. h. an die aufbauenden Kräfte in den Massen appellieren? Und ist das möglich ohne Sozialisierung? Ob die neue Epoche, in die wir jetzt eintreten» Ehaos, Bürgerkrieg, hoffnungsloses Elend, soziale Anarchie— letzt» hin eine Vernichtung der letzten Reste materieller.Kultur und— täuschen wir uns darüber nicht— damit auch die Vernichtung aller Möglichkeiten des Aufstieges dringen wird— oder ob sie ein zwar langsamer, opfervoller, müh» samer, vielleicht mitunter gestörter, aber immerhin ein Auf» stieg sein und auf die Dahn der Genesung führen wird, das hängt davon ab, welche moralischen Kräfte wir in den Menschen zu entfesseln vermögen. Die kapitalistische Wirt» schast vermag heute nicht mehr für sich zu werben, weil im Paroxqsmus der Kriegs- und Revolutionskonjunktur die rücksichtslosesten, sozial zweifelhaften Typen zur Herrschaft über die Gesellschaft bzw. deren Reichtümer gelangt sind. Zu innig war weiterhin die Verquickung der kapitaltstischen Maschinerie mit der Tendenz zur Kriegsverlängerung ge» worden, als daß noch moralische Kräfte für dieses System als Streiter hätten gewonnen werden können. Weil wtr aber die moralischen Kräfte für den Wiederaufbau nicht ent« behren können, weil wir nur durch große, heroische An« strengungen die Menschen über die furchtbaren Jahre hin» wegzubringen vermögen, die uns als Erbstück der Kriegs« zeit noch erwarten, darum müssen wir sozialisieren. Wir müßten— auch wenn wir es nicht wollten. Freilich, die Situation, in welcher wir zur Sozialisierung schreiten, ist anders, als sie Marx vorgestellt hatte. Aber doch nur in der äußeren Form anders. Anstatt lieber« ftuß und Krise der Ueberproduktion: Elend, Mangel, Pauperisierung ganzer Völker. Anstatt wohlorganifierter Produktionsstätten deroutierte technische Körper. Aber auch Marx nahm an: Der Sozialismus wird realisiert als un» ausweichlicher Ausweg aus einem elementaren, anders nicht mehr zu bewältigenden Notstandes. Dieser Sozialismus von heute zeigt uns freilich die Züge des Krieges und des all- gemeinen Niedergangs. Aber vielleicht entfesselt nur eine jolche Zeit die Energien, die zur Begründung einer neuen Epoche notwendig sind. Und vielleicht kann nur in einer Katastrophe sich die psychische Energie gleichsam eruptiv ent» laden und alle ererbten Vorstcllungskreise derart zerstören. daß die Schaffung einer neuen Gesellschaftsform sich aus der Utopie zur realen Möglichkeit erhebt. Was wollen wir sozialisieren? In voller Uebereinstimmung haben sich alle Pläne zur Sozialisierung bisher auf die Urproduktion gerichtet. Bergbau auf Kohle und Erz, großer Grundbesitz. Forstwirtschaft, Großeisen« industrie. sind die bevorzugten Objekte für die Soziali« sierungspläne in allen Ländern. Man begründet das meistens damit, daß der Betrieb in diesen Wirtschafts- zweigen in herkömmlicher, gleichförmiger Weise erfolge, daß auch in der Privatindustric bureaukratischc Methoden«in- reißen, daß die Entfaltung der Technik in diesen Industrien nicht in hohem Maße zu erwarten oder auch außerhalb des privaten Betriebs möglich sei. All diese Argumente zielen darauf ab, daß die'Sozialisierung mit bureaukratischem Staatsbetrieb gleichbedeutend sei und daher dort möglich, wo auch die Privatindustrie dem Bureaukratisierungsprozeß unterliege. Diese Argumente halte ich für falsch. Deml weder ist die Privatindustrie in dem Sinne bureaukratisch, wie eine Behörde, noch vollzieht sich der technische Fort- schritt automatisch. Zn der Tat sind nicht die,« Umstände für das richtige Tempo und die Auswohl der zu sozialisieren» den Wirtschaftszweige maßgebend. Entscheidend ist vielmehr, daß sich die Soziallsieruna mitten in einer kaprtalistischen Welt, in einer Kolkswirtschaft, die noch überwiegend kapita- listisch. und ig einer Weltwirtschaft vollziehen muß, welche 1 ausschließlich von dem Gesetz des Profits regiert wird. Eine solche Welt kann und wird die Sozialisierung zu hemmen versuchen! sie wird es vielleicht in offener, die Massen ver- letzender Weise nicht tun wollen, aber indirekt die sozialisier- ten Wirtschaftszweige durch Verdächtigung des Betriebs, als einer unzweckmäßigen von vornherein diskreditieren. Da- durch wird das Mißtrauen geweckt, und insbesondere der Kapitalmarkt verstimmt werden. Daher ist es zweckmäßig, solche Wirtschaftszweige auszuwählen, welche in ihrer Ar- beit, Kapitalakkumulation und Entwicklung kein taugliches Angriffsobjekt für die kapitalistische Gegenorganisation sind. Das sind aber— besonders in der Epoche des?lohstoff- mangels— die Zweige der Urproduktion. Teils bedürfen sie keines Kredits— weder zur Vetriebsfühtung. noch zur Akkumulation— teils können sie ihn auch als sozialisierte Industrien, weil gegenwärtig von der Konjunktur weit- gehend unabhängig, erhalten. Ein sozialisierter Kohlen. bergbau, eine sozialisierte Forstwirtschaft ist also— und das ist das entscheidende— kein taugliches Objekt für die An griffe der kapitalistischen Organisation.— Ist d rung einmal begonnen, dann können auch Wirt mit differenzierterer ökonomischer Kultur ergri Sozialisie- chaftszweige 'fen werden. Wo bleiben deine Steuern? Ein Geschenk von 200 Millionen an— Meuterer Als Lüttwitz am 13. März 1920 ans Ruder kam, ver. fügte er sofort, dah den Soldaten mit Rückwirkung vom 1. März sieben Mark Zulage pro Tag zu gewähren sei. Verheiratete und Offiziere erhielten außerdem eine Extrazulage. Mit diesem Geschenk wollte Lüttwitz die Meuterertruppen fester an sich ketten und schwankende For- mationen zu sich herüberziehen. Er wußte ebensogut, wie sein Nachfolger, der Herr von Seeckt, daß die Söldner„ge- streichelt" werden müssen, wenn sie für irgend einen Zweck gewonnen werden sollen. Da wir in jenen Tagen noch ein Heer von über 200 000 Mann hatten und da die Zulage auch an die außerhalb der Reichswehr stehenden Zeitfreiwilligen und an die sonstigen wilden Verbände gezahlt wurde, belief sich die Höhe der Extraausgaben, die der spendable Herr Lütt- witz den Soldaten gewährte, täglich auf mindestens 1 700 000 Mark. Er und feine Kumpane wollten die Regierung der „Ordnung und der Sparsamkeit" aufrichten. Praktisch be- gann die Sparsamkeit mit einer unerhörten Verschleuderung von Staatsgeldern. Was tat aber nun Herr Seeckt, als er zum Nachfolger des Hochverräters Lllttwitz ernannt wurde? Er gab dem Befehl des Meuterers Lüttwitz Rechtsgültigkeit und verfügte bis auf weiteres die Auszahlung der Sonder- zulage, ohne die Regierung oder das Parlament darüber zu befragen. Aus dem Etat des Reichswehrministeriums er- fahren wir jetzt, daß die Zulage bis Ende Juni, also volle vier Monate, bezahlt wurde. 1700 000 Mark pro Tag. da-macht nette S 0 M i l l i o n e n in einem Monat und etwa 20 0 Millionen Mark in vier Monaten. Die Summe kann sehr leicht noch um einige Millionen höher sein. Der Etat des Reichswehrministeriums läßt uns darüber absichtlich im unklaren. Lakonisch wird nur bemerkt:„Es entspricht der Billigkeit, von der Einziebung der Mehr- betrage abzusehen." Das Reichswehrministerium und Herr Seeckt halten es also für billig, daß in der Republik meuternde Truppen nicht bestraft, sondern mit einem Gnadengeschenk bedacht werden, damit sie beim nächsten Rechtsputsch wieder tapser zur Stange halten. Die Ehrhardter. die Löwenfelder, die Aulocker, die Roßbacher, das ganze Meutervolk um Lllttwitz und Kapp, hat es sich bei dieser Zulage wochenlang wohl sein lasten, führte in den Lagern ein herrliches Leben und fragte nicht danach, wer die Kosten zahlt. Auch die Generalität hat sich darüber noch nicht den Kopf zerbrochen. Sie lebt immer noch in der Einbildung des Kriegszustandes. Wie die wehr- losen belgischen und französischen Bürger- m e i st e r während des Krieges sich das Letzte abpresten lasten mußten, um den gefräßigen Rachen des preußischen Militarismus zu füllen, so soll jetzt der deutsche Steuer- zahler ohne Rücksicht auf die Notlage zahlen und wieder zahlen. Es wird einfach angefordert, wie im Kriege, ohne zu fragen, wer für die Deckung sorgt. Im Reichstag muß Herrn Seeckt und dem Wehrminister Dr. Keßler endlich klar gemacht werden, daß wir seit zwei Jahren keinen Krieg mehr führen, und daß die deutschen Steuerzahler keine belgischen und französischen Bürger- meister sind. Diese Zeit ist vorbei, sie soll nie wiederkehren! Statt den Meuterern ein Gnadengeschenk von mindestens Z0Y Millionen Mark zu gewähren, ist es bester, das Geld für den Wohnungsbau, für den Hunger der Arbeitslosen und für die sterbenden und siechen Kinder des Proletariats auszugeben, die durch die Schuld des preußischen Militaris- mus und der Monarchie ins Verderben gestoßen worden find. Was an die Soldaten ausgegeben worden ist. wird sich schlecht wieder einziehen lassen. Aber es entspricht durchaus der Billigkeit, Herrn Seeckt und seinem Untergebenen, dem Herrn Keßler, für diese unerhörte Verschleuderung von Staatsgeldern verantwortlich zu machen. Die Kapitalsverschieber Tteuerdriickebergerei- ein Privileg der Befitzende» Schon vor dem Kriege war es Ehrenpflicht der besitzenden Klasse, sich vor dem Steuerzahlen zu drücken. Die Kapita- listen hatten durch die Steuergesetze tausend Hintertürchen offen und konnten vor allem durch die Selbsteinschätzung immer so viel Einkommen angeben, wie sie gerade versteuern wollten. Allein die Agrarier haben nach einer Be- rechnung des Professors Delbrück vor dem Kriege mindestens 300 Millionen Mark zu wenig versteuert. Die Arbeiter hin» gegen waren verpflichtet, den letzten Groschen herzugeben. Ihr Einkommen konnte auf Heller und Pfennig erfaßt werden, da die Unternehmer verpflichtet waren, den Steuer- behörden jährlich die Lohnlisten vorzulegen. Nach dem Kriege hat sich dieser Zustand noch verschlimmert. Die besitzenden Kreise, die während des Krieges nicht genug über Opfersinn und vaterländisches Interesse reden konnten, dachten nach dem Zusammenbruch nie ernsthaft daran, nun auch die Kosten des Krieges zu übernehmen. Der Krieg war Sur sie eine Goldquelle gewesen, nun ging ihr ganzes Zestreben dahin, das Erraffte in Sicherheit zu bringen und die anderen zahlen zu lassen. Der Gesamtbetraa oes ins Ausland verschobenen Vermögens geht in die W i l l! a r- den. Was nicht über die Grenze zu schaffen ging, wurde im Inland in schlecht zu greisenden Werten angelegt. Kost- bare Wohnungseinrichtungen wurden neu angeschafft, echte Teppiche, Bilder, Schmuckgegenstände von hohem Werte er- worden, und das alles, um den Steuermann zu betrügen. Den Arbeitern aber wurde der zehnprozentige Lohnabzug aufgebrummt. Sie werden rücksichtslos ge« schröpft, versinken immer mehr ins Elend, während der Luxus der Wohlhabenden an babylonische Zustände grenzt. Sie kennen keinen Steuerzwang, der ihre Ausgaben einschränken könnte. Die Zusammenstellung der Reichs- einnahmen bestätigt vollinhaltlich diese Behauptung. So sind an B e s l tzst e u e r n im August ganze 43v 1t3 Mark eingegangen. Im Monat Juli ergab diese Steuer noch 1,1 Million Mari. Für die Monate April— August 1920 gingen insgesamt nur 4 833 460 M. gegen 30 218 532 M. in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres ein. Die Mindereinnahme be- trägt also gegenüber dem Vorjahre annähernd 26 Millionen Mark. Das sind in Prozente umgerechnet 87 Prozent weniger! Dabei bleibt aber zu berücksichtigen, daß gerade die Vesitzstcuer gegen- über dem Vorjahr« ein vielfaches Mehr ergeben müßte in- folge der gewaltigen Papiergeldllberjchwemmung. Schon ein flüchtiger Blick auf den Kapitalmarkt und die täglichen Kapital, erhöhungen zeigt dies. Um so oewaltiaer sind dagegen die Ein- nahmen der Einkommensteuer gestiegen. Diele Ziffer läuft geradezu ins Schwindelhafte. Allein im Monat August 1920 betrug sie mehr als 555 Millionen Mark. Für die Monate April bis August ergab sie gegenüber der gleichen Zeitspanne des Borjahres ein Mehr von 996 992 739 Mark, a so von fast einer Milliarde Mark! Es ist klar, daß dieser Betrag sich hauptsächlich aus den Abzügen vom Arbeitslohn zusammensetzt, von Löhnen, die allesamt kaum an das Existenzminimum heran- reichen. Das Reich erpreßt also ganz offenbar seine Haupt- sächlichsten Einnahmen von den Arbeitenden, denn was will neben dieser ungeheuren Monatseinnahme von mehr als einer halben Milliarde Mark die Tatsache besagen, daß im gleichen Zeitraum von dem Besitz neben den 438090 Mark Besitzfteuer 16 Millionen Mark Kapitalsertragssteuer und 61 Millionen Mark Reichsnotopfer erhoben worden sind? Gerade das lächerliche Verhältnis dieser Steuererträge zeigt, wie wenig im Grunde genommen der Besitz herangezogen wird und welcher Schwindel sich in Wirklichkeit hinter der Maske einer großspurig als„R e i ch s n o i o p f e r" bezeich, neten Steuer verbirgt. Das„Reichsnoiopfer" ist also bestenfalls nur eine mäßige Besitzzusatzsteuer, während die Ein- kommensteuer eine Schröpfung der Volksnot dar» stellt.— Von den sonstigen Ziffern bleiben weiter hervor- zuHeben: die Kohlensteuer, die im August eine Ein- nähme von rund 884 Millionen Mark ergab, die Tabak« st e u e r mit rund 120 Millionen Mark und die Zucker- steuer mit 12� Millionen Mark Einnahme. Auch durch diese Steuern, die indirekt erhoben werden, wird das Proletariat, wie durch jede indirekte Steuer, stärker belastet als die Wohlhabenden. Die erwerbstätigen Schichten sind heute die alleinigen Stützen der staatlichen Finanzen. Ohne sie wäre der Zusammenbruch schon längst erfolgt. Wenn nun auch die Hohenzollern noch unter die Steuerhinterzieher und Kapitalsverschieber gegangen sind, so erfüllen sie damit nur eine bürgerliche Ehrenpflicht. Bis zum 9. November 1918 hatten es diese Herrschaften ja leicht. Da zahlten sie überhaupt keine Steuern! Jetzt sollen ihre Schiebungen mit dem Mantel der Pietät verhängt werden. Das Proletariat muß dafür sorgen, daß den Steuerhinter- ziehern und Kapitalsverschiebern nichts geschenkt wird, ganz gleich, ob sie königlicher, adliger oder bürgerlicher Herkunft sind. Die entlarvte Orgesch Nur verfassnngsfeindliche Mitglieder! In Mecklenburg sind in den letzten Tagen wiederholt größere Waffenbestände der Orgesch beschlagnahmt worden. Um über diese Organisation Klarheit zu schaffen, sah sich die Re- gierung gezwungen, einen parlamentarischen Untersuchungsous- schütz einzusetzen, der die Hauptbcteiliglen der Orgesch zu ver- nehmen hatte. Positiv konnte dabei natürlich nicht viel heraus- kommen. Die Orgeschmänner halten dicht und fühlen sich nicht verpflichtet, der Regierung die Wahrheit auf die Ras« zu binden. Immerhin erfuhren wir mancherlei Bemerkenswerte». So sagte der Leiter der mecklenburgischen Landesorganisation, Konteradmiral v. Iachmann aus, daß die Orgesch in Mecklenburg Mein 40 vis 50 999 Mann stark sei. In den letzten Wochen sei sie aber noch bedeutend gewachsen, da der Zustrom ganz ungeheuer sei. Herr Iachmann erzählte dann noch dos Märchen� die Orgesch verfüge über keine Waffen, sie habe auch keine Verbindung mit der Reichswehr, Behauptungen, die den Tatsachen streng zuwider- lausen. Verschweigen konnte er nicht, dah die Orgesch riesig« Geld- mittel von privater Seit« erhält. Im Monat Juni erhielt Mecklenburg allein 1 Million. Als Mitglieder werden nur kriegs- brauchbare Männer bis zu 85 Jahren aufgenommen. Wichtig war dann folgendes Frage- und Antwortspicl: Wie denken Sie sich die Sicherung der Verfassung, die doch eine r e p u b l i k a n i s ch e ist, wenn die Mehrheit der Mitglieder, wie Escherich unverhohlen aussprach, auf monarchischem Boden �°v! z.: Ich möchte in dieser Frage anknüpfen an die Worte Efchenchs. dah auch in Bayern, wo entschieden die monarchische Idee weiteren Boden gewinnt, unter keinen Ilmstanden einen da- hin gerichteten Putsch dulden würde, daß die Stimmung aus dem Volke kommen muß.«s. c Warum gibt die Orgesch erst jetzt zu, nachdem sie es ,n der Ver- gangenheit allen Ernstes bestritt, daß st« Wasieugewalt anzuwen. den gedenke, daß sie nunmehr doch auf deren Anwendung nicht werde verzichten können? � ». I.: Das ist mir unbekannt. Wir haben nur erklart, daß wir uns der Regierung zur Verfügung stellen, und warten ab, wag sie mit uns macht. Wie denken Sie sich den Schutz von Arbeit und Eigentum? ». Z.: Durch die Erstarkung der Organisation sollen Ruhe und Ordnung aufrechterhalten und jede Lust,' sie zu stören, im Keime erstickt werden. Je stärker die Organisation wird desto mehr Bürgschaft ist dafür gegeben und desto größer wird die Freude des Volkes an der Arbeit werden. Sind Jud e n in der Orgesch? ». I.: Ich weiß nur von einem einzigen Fall. Ich moa?ts aber erklären, wir treiben keine Parteipolitik. Juden, die aus nationa- lem Boden stehen«nd einwandfreie Persönlichkeiten sind, sind uns genau so willkommen, wie jeder andere.„„. Wer von den politischen Parteien steht nach Ihrer Ansicht auf nationalem Boden? o. I.: Die Deutschnationale Volkspartei, die Deutsche Volks- Partei und einzelne Persönlichkeiten der anderen Parteien. Herr v. Iachmann hat die Anweisungen der Zentrale, vorläufig als verfassungstreue Organisationen aufzutreten, genau einge- halten. Dadurch aber, daß er unverhüllt zugab, nur Anhänger der D e u t s ch n a t t o n a l e n und der Deutschen Volks- partei könnten als national zuverlässige Männer gelten und in die Orgesch aufgenommen werden, stellte er den monarchisiisch«n Charakter dieser Organisationen fest. Denn die beiden Rechts« Parteien sind Gegner der Republik, wollen die Wiedereinführung der Monorchie erzwingen. Die Orgesch ist also nichts weiter als die illegale Kampforganisation der Rechtsparteien. Aus wasch. echten Monarchisten zusammengesetzt, kann sie nicht für den Be- stand der Republik, sondern im Ernstfälle nur gegen dt» RepuLssl, für die Monarchie kämpfen. Die Tatsachen werden diese Behauptung vielleicht schon in de« allernächsten Monaten rechtfertigen. * Aus Bayern wird uns geschrieben: Vor kurzem ereignete ssä im bayrischen Landtag ein bezeichnender Vorfall: Der Kommm nistenführer und Landtagsabgeordnete Otto Graf(früherer W' serveoffizierj erklärte bei der Beratung im Landtag, daß die Kow' munisten gegen die Entwaffnung der Einwohnerwehr durch die Entente seien. Es ist bezeichnend, daß daraufhin ein deutschnatw' naler Abgeordneter Herrn Graf nach seiner Rede heiß mitfüblen» die Hand drückte and eine längere Unterhaltung mit dem„Re»«' lutionär" pflog. Für die Arbeiterschaft, auch außerhalb Bayerns- ist der Vorfall von Bedeutung, weil er zeigt, wie die Verwirrung der K. P. D. durch eine radikale Phraseologie sich zum Vek' brechen am revolutionären Proletariat steigert. Christlicher Gewerkschaftskongreß Die bayerische Reichstrene Essen, 23. November, j Auf dem Kongreß der christlichen Gewerkschafte« wurde eine Entschließung angenommen, die die Schaffung ein» einheitlichen Arbeitsrechts fordert. Einem Antrag« Behm, der die Ilmgestaltung des Hei marbeiterge setz«» und die reichsgesetzliche Krankenversscherung der Hausgewerbe» treibenden im Rahmen der Reichsverstcherungsordnung fordert, wurde einstimmig zugestimmt. Eine die Sicherung de» Existenzminimums für die Staatsbeamten f»]' derude Entschließung, für die sich Minister Steaerwald ausspra«- wurde einstimmig angenommen. Auf Grund eines Referats d» Berbandsvorsttzonven Otto-Dllsseldorf über die Heranbildung b» Nachwuchses in den Betrieden und Gewerkschaften wurde ein« schließung einstimmig angenommen, die die Förderung der gewer� ltchen und fachlichen Ausbildung des Lehrlingsnai» Wuchses uns seine Eingliederung in das christliche Eeweri' schaftsleben fordert. Angenommen wurden ferner Entlchließungv« i über die Schaffung ausreichender Aus- und FortbildungsmögM» leiten für die weibliche Jugend, die Notwendigkeit oV baldiger Einbringung eines Hausange st elltengejetzeS- die Förderung der staatsbürgerlichen und Fachausbildung dn Landiugend, und ein mit der Bewertuug der Handarbeit und»o im gewerkschaftlichen Rohmen zu befolgenden Lohnpolitik s>« beschäftigender Antrag Jmbusch. In einer am Schlüsse der Vormittagssttzung abgegebenen E» klärung wies der Vorsißende des bayerischen Landtage« Königsbaur, die Gerüchte über angebliche Loslojungsbestn> bungen im bayerischen Bolf« aufs schärfst« zurück. Weder W j bäuerische Voll, noch der bayerische Landtag, noch die Regierung dächten daran, die Einheit des Reiches anzutasten: Bayern ha»' es nicht nur für seine Pflicht, sondern für sein eigenes Inlerer auch in der Zeit der Not die Einheit des Reiches unbedingt verteidigen. Verlangt werden müsse allerdings, dah das staa«' l i ch e Eigenleben der einzelnen Länder nicht unterbund«" werde. » Auch dieses Zeugnis für die Reichstreue der bayerischen ReakA»* wird das Mißtrauen gegen sie nicht zerstreuen können. Die Berner internationale Konferenz Der„P o p u l a i r«" vom 20. d. M. schreibt:„Der Zwischenf� der durch den Protest einiger Vorstandsmitglieder der Schwei� Partei gegen die zu der Berner Konferenz gewählten englis� und französischen Delegierten,„die zur Zweiten International' gehören", hervorrief— und der von der„HumanitS" stark üb«' trieben wurde— ist bekannt und in Frankreich ist man Begriff, einen Weg der Verständigung zu finden.. In bezug auf England, sind die Schweizer Genossen von fa" schen Voraussetzungen ausgegangen, wie nachstehender Brief" weist, den der Sekretär der IL. P.(Unabhängigen Arfieii'* partei) Genosse Johnson an den Vorsitzenden der Schweis Sozialistischen Partei, Genossen R o i n h a r d t. gerichtet hat dessen Abschrift er uns einsandte: London, 17. November. Werter Genossel Ich lag gestern in der„HumaniiS" eine d««' „Volksrecht" in Lausann« entnommene Erklärung, die von df» Genossen Grimm, Ilg und Vogel unterzeichnet ist und die G11' wie Sie mir erklarten, glaubten veröffentlichen zu müssen. Ich beeil« mich. Ihnen mitzuteilen, was ich gestern schon Genossen Graber schrieb, daß unser Komitee über die Zo« und Personen der zu Delegierenden noch nicht entschieden va» Wer Genosse I. Ramsay MacDonaldist nicht Mitglied de» Nationalrate» der I. L, P. und kann infolgedessen zu der■t)C sprschuna nach Bern nicht entsandt werden.& Darf ich hinzufügen, daß ich persönlich der Meinung bin. do° jede Partei, deren Zentralkomitee beschlossen hat, zu dstss: Konferenz Vertreter zu entsenden, das uneingeschränkte Re«? haben mutz, diese selber zu bestimmen. Mit brüderlichem Gruß Ihr Francis Johnson- Man war also allzu schnell bereit, sich des Zusammenbruchs einer Konferenz zu freuen, die ganz im Gegensatz hierzu' bedeutsames Ereignis im Leben des internationalen Sozialisw»» darstellt." - Die deutschen Kolonien Nach dem Artikel 22 der Satzung des Völkerbund« k- der das künftige Schicksal der chemaligen deutschen Schutzgeb'« bestimmt, wird erklärt, daß das Wohlergehen und die EntS'°: lung der in den Kolonien wohnenden Völler fortgeschritt nen Nationen anzuvertrauen sei. welche die Lormundsch" als Mandatare des Bundes in seinem Namen zu fw' hätten Die endgültige Entscheidung für die Festsetzung der datsbedingungen und die Vergebung der Mandate liegt in' Händen der Völkerbundsversammlung.. Nach einer Verlautbarung im Amtsblatt des Völkerbunde« September 1920 gibt der Völkerbundsrat dieser Bestimmung P* völlig abweichend« Auslegung, wie in einem M«»'. randum der deutschen Regierung, das soeben zur Veröffentlich''� gelangt, behauptet wird. Dieses Memorandum gibt eine Darstellung des Sachverhalts und des Widerspruchs zwischen* ursprünglichen Bestimi. ungen und der neueren Auslegung* stellt dann folgend« Behauptung auf: i „Im ganzen betrachtet, läuft die vom Döllerbundsrat in Anoss® genommene Regelung auf ein« nahezu völlige Ausschalt».'' der Bundesversammlung, auf eine rein formale Wirkung des Rates und somit auf«ine E n t k r ä s t u n 0&, Völkerbundskontrolle hinaus. Damit würde das datsystem zum bloßen Schein. In Wirklichkeit würde e,(, Annexion der ehemaligen deutschen Schutzü. biete gemäß einer von den Hauptmächten vorgenommenen � teilung vorliegen." Das Memorandum geht der Presse in später Räch ist zu, weshalb ein nähere» Eingehen auf die Angelegenheit gestellt werden muß. WM An die sozialistischen Parteien und Gewerkschaften aller Länder Uns geht folgender Aufruf zu: »Eeneral Wränge! ist von der Roten Armee g Ich 9• Noch ein von der Entente aufgehaltener u'id � Regenten Rußlands ernannter Prätendent bc.chl g kurze Laufbahn mit einer schmählichen Flucht., Der Sieg über Wrangel ist nicht bloß ein e* mt�, n wistischen Regierung. Es ist-in Sieg der ganze« ruMch� Revolution, des gesamten russischen Kolkes, versteckte �werften Opfern bereit ist. um d'e offtne ��nung Wiederaufrichtung jener sozialen und poU s � �enbaften »u verhindern, die nach jahrzebntelangem haw��en Kampfe im Mär;; und November 191/ zers< °kren Hilfe sie Wrangel niederschlagen konnte. Denn binter �.Aücken Wränge?? sah die Bauernschaft deutlich die Lederherstellung der alten Gewalt des adligen Grund- y„??6 turPfdje sozialistische Proletariat, das der Diktatur ji�.„'Ichewistischen Partei und ihrer Politik feindlich gegen- sie trotzdem im Kampfe gegen Wrangel aktiv bnrri•* ün� die Intensität feines Kampfes gegen die f'�istischen Diktatoren bewußt gemildert, um die Be- notilv!?.des russischen Gebiets von den Söldlingen der inter» w.�ulen Plutokratie und den Lakaien der zarischen Aktion zu beschleunigen. lutin« �der Wrangel ist ein Sieg der ruwschen Revo- sich i'. Dag proletarische und demokratische Europa� darf dieser Beziehung von den zahlreichen JfoJSSBfcn nicht betrügen lassen, die in allen europai i�Pstwbten WWW—-. M ru n en _______ cn Hatin unter der'Maske patentierter Patrioten, ehe- SBerf! Demokraten und selbst„Sozialisten" gemeinsam am und-n russischen Koblenz: des Verkaufes ihrer Heiinat arbeite� Malkes an die Haifische des Imperialismus derf� proletarische und demokratische Westen darf sich von lgr? Drahtziehern der Interventionspolitik nicht täuschen die auch nach der neuen Niederlage neue Wege zur T„'�sung des alten Spieles ausfindig machen werden. Der Am» llekommen, wo es für die Völker Europas und d».£ 06 eine Ehrensache ist, den weiteren Kreuzzw« um v?prrialisten und Reaktionäre aller Länder geg-n'Jernls für den politischen und wirtschaftlichen Fortschritt SUtzlands, sie ver- ?ondeln sich auch in eines der Haupthemnnisse der w i r t s�aftlichenGesundungEuropls, das die Folge .� Weltkrieges nicht zu überwinden zermag, solange die �rktätige Arbeit der lög-Millionen-Tevölkerung Rußlands u« der Weltwirtschaft ausgeschaltet st. . Augenblick ist gekommen, no das Proletariat der und alle wirklich demokratischen Elemente eine P�ndlegende Aenderung der PMik gegenüber Rußland fordern und durchsetzen müssen./ � r. kloi alle weiteren interventionistischen Abenteuer uninög- sich zu machen und ein aewil?� Gleichgewicht herzustellen. Verbindungen er- mit e nähme der Han- land durchgesetzt en für die Anknüpfung ieierau Parteien und verzehnfachter die sofortig"« W » e l s h e z i e h u n g e n werden. .Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands(„Men- lchewiki") wendet sich cm««e sozialistischen"' Gewerkschaften mit der Lufforderuna. mit. � Energie die Agitation für die sofortige Anerkennung «owlet-Rußlands und. die Erneuerung der Handels» Niehungen mit den-ntentestaaten, wie mit allen jenen Maaten wieder aufzu-'ehmcn. die entweder aus Furcht vor JJJf Entente oder q»B eigenen konterrevolutionären Er- �«gungen diese Vea'ehungen bisher abgelehnt haben. . Durch die Vernichtung Wrangels hat die russische Revolu- dem intornat onalen Imperialismus, diesem Haupt- «nd des internaäonalen Proletariats, einen neuen emp- "Glichen Schlag»ersetzt. Dadurch hat sie dem Proletariat anderen'Lanier den Kampf gegen die imperialistische Aktion im eigenen Lande erleichtert. v?s3ße denn aoch das Proletariat Europas und Amerikas °'kse Lage ausn'U?cn, um der russischen Revolution und dem v�sssschen Volke jene Hilfe zu bringen, die ste in diesem �psienblick am nötigsten brauchen: möge es ihnen aiHfen. die russische Revolution von dem (t�spenst her Intervention, der fremden � sswischuNg zu befreien, das die gesamte Entwicklung der Revolution verzerrt. Alle« x"8 in der f-tzig-n— bolschewistischen— Entwicklungsstufe r.p russische,« Revolution unnormal, krankhaft und vom -..zialistischen Standpunkte gefährlich ist. kann nur dann �rwundcn werden, wenn die Aufhebung der Blockade und 5®inricir»ng der künstlichen Schulung des Bürgerkriege» Ein °u67n her, für die' fortgeschrittenen Elemente der Ar- i�rklassr und der Bauernschaft Rußlands die Voraus- (Jungen schaffen, einen erfolgreichen Kampf gegen die i n«rchisti,chen. utopischen und bonapartistlschen Tendenzen �««r Revolution selbst zu führen. Interesse der russischen Revolution. t� Änieresse des internationalen revolu- -««ä�en Kampfes des Proletariats gegen " v-- Und.Ramen der Menschlichkeit gegenüber dem vom Hunger ober�ürgerkrieg gemarterten Volke, im Namen seines öu wn Rechtes, die Formen seines politischen Daseins selber den /immen, appellieren wir an alle ehrlichen Demokraten, «iitz�ampf der internationalen Arbeiterklasse zu unter- Se' gen jede offene oder versteckte Inter. pv e n t i o n, >egen jede Unterstützung der reaktio- nären Prätendenten, »gen die Blockade Rußlands. für die sofortige Anerkennung der Sowjet-Regierung und die Wiederher- stellung der wirtschaftlichen Beziehun- gen mit Rußland! Berlin. 17. November 1920. Im Auftrage des Zentralkomitees der Sozial« demokratischen Arbeiterpartei Rußlands und des Sozialdemokratischen„Bundes": Die Auslandsdclegation: L. M a r t o w. R. A b r a m o w i t s ch. Eine kurze Sitzung Trotz einer sehr umfangreichen Tagesordnung �and die gestrige Sitzung des Reichstags nach nur dreioiertelstundiger Dauer ein überraschend schnelles Ende. Zunächst wurden Nein« Anfragen beantwortet. Unter anderem eine Anfrage des Genosien K n n c r t, der fr. gt, was die Regie- rung zur Abwehr der durch die Erhöhung der Eerstcnbelieferung der Brauereien auf 30 Prozent des Friedcnsverbrauchv der Volts- ernährung erwachsenden Gefahren au tun gedenkt. Die Regierung antwortete, die Hinaufjetzung des Malzkontingents sei notwendig gewefen. um die zahlreichen Arbeiter des Braugewerbes weiter bechöftigen zu können. Auf eine Ergänzungsansrag« wird ein« Antwort nicht erteilt. Die übrige Tagesordnung wird ohne jede Debatte erledigt. Die von sämtlichen Frauen des Reichstages gestellte Inte» Partei- u. GewerkschastsfnnktionSrel Die Mit« lieber de» Zentral. JToiri'ei-? der so, lg demokratischen «rbe-t rpaitei R,.ß'a>,d». die Geucssen Wartow u Abramowitsch auS Moeka». sprechen am Mittwoch, den 24. November, abends 6.30 Uhr, in der Bock Brauerei, Fidielnstlaß« llner l Mitgliedsbücher sowie Funktionär-Ausweis« der Partei»ud Ge- wrrkichafteu legitimic cn. Die Funktionäre der Metallindustrie treffe« sich et«« Stunde>rüher. pellation über Vorlegung eine»... wird Anfang Dezember beantwortet. Die deutschnationale Inter- pellation über die russischen Kriegsgesangencu bzw. Internie- runaslager in Deutschland wird, wie Vizekanzler Heinze erllärt, in der geschäftsordnungsmäßigen Frist beantwortet werden. Anträge auf Strafverfolgung gegen die Abgeordneten Ist«' mann(Ztr.), Mulle(Än.). Lubbring(Soz.) und«em» k« s(D. Vp.) werden nach dem Vorschlag des Geschaftsordnungs- - Abänderung de» Besoldungsgesetz«», die Aus» lgen dazu und der Gesetzentwurf zur Sicherung Regelung der Bcomtcnbeioldung werden ohne sD. Vp.s werden nach ausschusses abgelehnt. Die Vorlage zur fiUirunasbestimmonl einer einheitlichen Regelung der VeomtenKesoldung werden ohne Aussprach« dem HaushaltsausschuK überwiesen. Der G-fetzent- wurf über die Strafverschärfung»«, Schleichhandel usw. wird dem Rechtsausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht die Haus- lienstag«ine Be» „ Im allgemeinen Sei >en bisherigen Beschlüssen. Freitag wird die Interpellation betr. den Elektrizitätsarbeiterstreik behandelt werden. Iustizdebatte im Preußen- Parlament In der Preußischen Landesversammlung wurde am Dienstag die Beratung des Iustiz-Etats fortgesetzt. Der Iustizminister a m "'g. d,e gegl Zehnhoff bemühte sich e gegen die ...> MBU WWW"»-•-..... Justiz erhobenen Vortöurte zurückzuweisen. Der Vorwurf der Parteilichkeit sei völlig unbegründet. Im Richterstande seien Anhänger aller Par- teien vertreten. Von einer reaktionären Verseuchung könne gar keine Rede sein. In diesen Feststellungen ähnelte er allen seinen Vorgängern, obwohl trotz ihrer Ablcugnung der Charakter der Justiz als Klassenjustiz immer deutlicher geworden ist. Einig« allzu krasse Fälle, wie die mild« Verurteilung Marlohs, die Einstellung des Verfahrens gegen Kessel und den Fall der Mar- burger Studenten sowie einige andere Fälle sucht« er denn auch nur als Ausfluß der Militärjustiz bzw. als Maßnahmen Hinz» stellen, die später gutgemacht worden seien. Der Redner der Deutschnationalen Seelmann fand»atür- lich an der Justiz überhaupt nichts auszusetzen. Er meinte gegen- über der Kritik der Sozialdemokraten, er hätte den Eindruck ge- wonnen, al» wolle man alle Parteisekretäre im Richterstande un- 'kein preußischer�Richter habe sich je zu einem Büttel aber auch nicht von n Anschauungen von terbringen. K....______ k" Regierung hergegeben. Man könne do den Richtern verlangen, daß sie ihre politisi heute auf morgen ändern. Dr. B er n d t, der Sprecher der Demokraten fii-tt ,!«« ae- wisse Kritik an der Justiz für berechtigt U sprach ück. kür den Antrag auf Zulassung der Frauen zur Nechtsvsleae-benso auf Ablösung der Famili-nfideikommisie � Richterstand müsse allen Volkskreisen � Uebergang vom Anwalt zum Richter müsse erleichtert werben* Die Debatte wird heute fortgesetzt""«eichtert werden. Die gefräßige Wehrmacht Bewilligungseifer im Hauptausschuß Die Verhandlungen über den Wehretat im Hauptausschuß nah- men an. Dienstag ihren Fortgang. Oberst K r e ß teilt« eingangs mit. daß der Truppenübungsplatz Zossen für Stedlunas- zwecke freigegeben werden soll gegen Eintauich de» kleine- reu Ucbungsplatzes Hammerstein, lieber das Balttkumaienteuer könnte das Recchswehrminifterium nech keine Auskunft erteilen, da es bei der Abrechnunq auf große Echwieriqkeitea gestoßen fei. Stücklen(Soz.) erstattete nunmehr Bericht über das Er- gebnis einer interfraktionellen Sitzung. Der unÜbersicht- lich'e Etat ermögliche keine Beratung von Position zu Positlon. Kritisiere die Partei eine Position, so erklären Vertreter des Wehrministeriums, die Zahlen sind überholt oder der Betrag ist Sn verausgabt. An den 4000 Offtziereu soll nicht gerüttelt«er» , die Parteien verlangen nur«ine andere Gradetntei- l u n g. damit die vielen hohen Offiziersstellen sich verringern.— Als nunmehr an der Hand einer �»fst-llu"? in die Beratung über die Gliederung des Ofsiziers-Keaels nnaetreten wurde, oersu�ten die G-neräl« a. D. der Dentschnational-« Partei einen Rblech- «nnnsblock von de» Demokraten bi» zu de» Deatschaationale«»» schaffe«. Henke(U. S. P.) beantragte zur Geschäftsordnung, daß die -svvaea«ftrA �:___.. cm.»___<.-} v.-. auf kurz« Zeit auseinanderflog.— � u y n i i.u. o. hj.j Partei ist grundsätzlich gegen die Reichowcbr, wcU diese Wehr als«in Fremdlörper unsrrer Republik, die sich zu einer sozialiitl- schen auswirken soll, angesprochen werden muß. Die Reichswehr kann ihr« Ausgabe, Ruhe und Ordnung zu schassen, nicht er- füllen, da die Handlungen dieser Herrscherorganisativn?>u Unruhe und Unordnungen führen müssen und auch schon geführt haben. In Konsequenz dessen mühten wir die Streichung sämtlicher 4000 Ofsizierc beantragen. Da wir jedoch in diesem Raum für unseren Antrag keinen Resonanzboden finden, werden wir aus politischen. militärischen und finanziellen Gründen die am weitgehendsten Ad- lehnungsanträge unterstützen. Für die Beibehaltung der vielen höheren Offizierestellen konnten die Herren Offiziere kein durch- schlagendes Argument ins Feld führen. Wenn Herr von Brünnighaus dadurch die Deförderunasmöglichkeiten erhalten wissen will, so zeigt da», in welcher muffigen Atmosphäre sich die Herren bewegen. > in» hohe sich ihnen der Ver- . v.i.«...,*..1. unqutum«. Der Lehrer >ai hohe gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen. 60 bi» 80 junge Mensckienkinder sitzen in einer Klasse, die er erziehen und heran- zubilden hat. Und der Offizier? Daß er notwendige Arbeit ver- richtet, wage ich gar nicht zu behaupten. 2S Mann sollen ihm unterstellt sein und für diese..schwere" Arbeit sollen ihm noch Hilfskräfte wie Unteroffiziere usw. zur Seite gestellt werden. Aus all diesen Gründen wird meine Partei eine ablehnende Stellung einnehmen. Hierauf setzte die Einzelberatung«in über die Eliede» rung de« Offizierskegels. Der Antrag, von den fünf Generälen zwei zu streiken, wurde einstimmig angenommen. Der Antrag, von den 34 Generalmajors 8 zu streichen, wurde abgelehnt, da- gegen die Streichung von 6 Generalmajors beschlossen. S ch ö v s l i n(Soz.) beantragte sodann die Streichung von 27 Obersten. Die bürgerlichen Vertreter stimmten jedoch bw ans einen Abgeordneten geschlossen dageae«. Angenommen wurde die Stretkfiiitt» Hfl«"f?*— TSx-ä v Ü?!'« Dieser Herr hatte sich in den Kapptagen offen �ur Regierung Kapp bekannt und hatte demzufolge es abgelehnt, f sich auf den Boden der Verfassung zu stellen. Er hat in den utfchtagen Militär nach Hannover geholt. Dadurch war es zu chienermn gekommen. Demokraten und Melfeniührer ließ er V* a} e 1" 0�m wurde er gedeckt von dem demokratischen Reichswehrmimster Dr. Geßler und von dem sozialdemokrati- schen Reichspräsidenten Fritz Ebert. Also der Kappist von Hülsen bleibt! An dieser Blamage hatte der Hauptausschuß noch nicht genug, deshalb nabm er schnell nach folaenden"ln- tr°a an: Di« Berufung eine» Offizier«, der nicht auf dem Boden der Verfassung steht, ist unzulässig." Theorie und Praxis! Die Trümmer der Münzstraße Die Rumpfgeneralverjammlung der Betrieb-rSt- vom Montag Abend, geführt von der Sprengkolonne in der Münz- straße, endet« mit der Annahme der folgende« Resolution:. .�lie Berliner Eewerkschastskommission hat die von ihr mit der Betriebsrätezentral« vereinbarten, und von den Betriebs- räten de» Wirtschaftsbezirk» Groß-Berlin anerkannten Nicht- linien über die Znsammenfassung der Betriebsräte auf- gegeben. Sie will ihrerseits die Zusammenfassung der frei- gewerkschaftlichen Betriebsräte nach den Richtlinien des A. D. G.-B. vornehmen. Di« Generalversammlung der Be- triebsräte erklärt, daß durch den Beschluß der Gewerkschasts- kommission die von den Berliner Betriebsräten ausgestellten Richtlinien über die Zusammenfassung aller Betriebsräte nicht aufgehoben worden sind, dag nach wie vor die Zentrale als Beauftragte der Berliner Betriebsräte ihre Funktionen auszuüben hat, und daß weiter die Eeneral- Versammlung der Betriebsräte das gleiche tun wird. Sie er- wartet dasselbe von den Hauptversammlungen der Betriebsräte der Jndustriegruppen. Die Generalversammlung der Betriebsräte macht es jedoch allen Betriebsräten zur Pflicht, an den Versammlungen der Betriebsräte der Jndustriegruppen. die von der Geraerkschafts- kommission einberufen werden, teilzunehmen, bei dem Aufbau der freigewerkschaftlichen Zentrale rhren Einfluß «eltend zu machen und zu versuchen, die Leitung zu b e r n e h m e n." Der erste Absatz dieser Resolution klingt sehr zukunftsfroh. Man tut so, al» fühle man sich noch. Im Mittelpunkt des zweiten Absage saber steht das verhängnisvoll« Wort„jedoch". Jedoch haben alle Betriebsräte die Pflicht, an den Versammlungen der freigewerkschaftlichen BetriebsräteorganisatioNen teilzunehmen. Das spricht man au», weil man weiß, daß man die Betriebsräte von solcher Teilnahme garnicht abhalten kann. Geschieht das aber, nehmen alle Betriebsräte an den freigewerkschaftlichen Zusammenfassungen teil, dann ist die Organisation der freigewerk- schaftlichen Betriebsräte in verlin geschlossen und damit ist sie eine Macht, gegen die die Münzstrage nicht auflommen wird. Die wenigen dem Rufe der Münzstraße folgenden Betriebs- rät« werden sich in der freigewerkschaftlichen Organisation selbst- verständlich als„kommunistische Keimzellen" fühlen und betätigen. Die Leute von der Münzstraße selbst werden ein« Zentrale dieser Keimzellen zu bilden versuchen, und es wird sich sehr schnell herausstellen, daß ihr im ersten Absatz der Resolution angeklln- digteg Weiterbestehen nur noch den Zweck hat. die fruchtbare Arbeit der Betriebsräte durch das Verbreiten von Konfusionen zu stören. Womit diese Leute nur jene Tätigkeit fortsetzen, die sie auch bisher ausschließlich geübt haben. Darauf sind wir gefaßt. Wir haben indes die Gewißheit, daß die Berliner Ar- bciterschaft diese Fortsetzung sehr bald erkennen und dieses Treiben sehr schnell satt bekommen wird. Der Ruhm der Müller. Mal- zahn. Neumann. Wegmann und Genossen ist auf jeden Fall un- wiederbringlich dahin, und er wird auch durch diese Resolution und ihr weiteres zerstörendes Rumoren keinen neuen Glanz empfangen. Ihr Baw ist elendzusammengebrochen und die gesunde Einsicht der Arbeiterschaft wird auch seine letzten Trümmer schnell beseitigen. Staatskontrolle über die holländischen Eisenbahnen. In Hol- l a n d war das Eisenbahnwesen bisher wie im übrigen West- europa und Amerika in oen Händen des Privatkapitals. Run haben dw zwei maßgebenden Eisenbahngesellschaften einen Ver- trag mit der Regierung geschlossen, der dem Staat die Kon« trolle über da» Eisenbahnwesen in die Hand gibt. Zu diesem Zweck vermehrt die Staatseisenbahngesell- schalt ihr Kapital um 16 auf 46 Mill. Gulden, die Holla n- vi sch«»nbahnaesellschaft um LSztz auf 60 M.«l. Gulden. Die neuen Aktien werden vom Staate zu p»n über- nommen, der dadurch in den Besitz der Aktlenmehrbeiten beider Gesellschasten gelangt. Der Staat garantiert den Gesellschaften eine Mindestdividrnd« von 6 Prozent, während von einer g�prozentigen Dividende SO Pro ent an den Staat gehen. Die vollständig« Verstaatlichung kann jederzeit er- folgen. Thtilter Miii PWtziiM Volksbühne 7 U h»i Kabale u. Liebe Teiles Holkötheater Aöpenilkir Str.«*. r/.�: Riffes».Inros ■§\%WiUf0es Mllll-rftr. 142 «rat» 7-/,llh»! *. Maxim Bart) Staatstheater. vP»»»h»U» 7 Uhr! Boheme SchaulPlelliaii» 7 Uhr: Richard III. Sirtkttox: 9Bat»etilhardt. TeuWs Thealer Oltu tinftnkicrti Vif Uhr: Der Arrt am e.h.l»gw.| Klmmerspiele 1 Uhr! Er ist an all»« schnlh Hlrranf: Di» Cplcter 6roSes Schauspielhaus ÄerHtieh« t Uhr- J«d»xn>-n» (18.«btrilunfl II«fcrab) Theairr>. b. Königgrätzer Str. wuhf. Rausch lOrska, Abel. Riem ann, Richard. B-ldtkirch. Dernburg, Römer). Donnerstag: Zum 1. Male; Frau Margit »»»«»auft Ctrinbbrrg «offrr,. Uülbalf ZLnIrr/ z'räriy Msrda. ffrirba Lrhnborfi) Komödienhaus V u.: Dt»«ach» mit Lala mir MI»» Pallanbarg (Tioftfinf Sota a.®., Ottrub SCosnt r, Pich«,«aaktt, Stirb», Miprr) Berliner Theater Dllabroblich 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit Fritzi Massary (Erik Wirl, Han» 9Da%. mann, Ziuliua trankt, Cmmn Sturm, Olga«"80 T MÄllMorsvW S>T, Uhr: ffra Hanoi» 'Uhr: wenn Liaeennttl... Stg. nachm. Dr»l alt» Sohaeniala Rose-Theater 3>/, Uhr;«Ansei unk tSrrtrl Uhr: Heimat LGa-Zheater Dirrki.: Victor ivarnan>»kn tzrair urb So»nrrsI»g''I, Uhr: Flamme Worfch, ErÜRtng,®öti, PrSchl) firttitag 7 Uhr: Peer Cynt Dem. KW.-TheM Allabendlich 7»', Uhr- Sie SlgMWsreise lu. TV, Uhr: Drr fchSn» Wilhelm «»ine ich amUfirrt sich I VgS Fviitt Cltxnce Sanatorium Strinach Drr»rhoent» Siegsrirb mit F« r b.® r ü n r ch« r. TBaatar a HOtlDuaTor Tel MorlUplatx 1481 A Tlcl; g. Hennta» naetana. S(Jbr: •UtcSänger Hervnrr»». Soloteil I -~ Zum Schluß: „El» Akaataimr I. Wltwanvernla" V'orvei kauf; II— t V.u. 4— bUbr. 1 Bi» bahin tägj. 7 Uhr, Sonntag SV, n. 7 V, Uhr 2 lustige Schlager öelslkiljlleMelm und Heinrich amüsiert sich mmm nw * wurde ich, obwohl arztliche Hilfe vergeben« war, durch Ihr Spezialmittpl v.»einer Flechte. So schreiben viele über den ZOIahresi ch er?dewShr- ten Reiche!'« Flechtenbal- samM. 10. Zurigleichzeitigen innerlichen Kur Ealtarin- Vlut rcinlf|u«s« pulve r M.3,—. übliche Z Echt. 8.75. Otto Reichel, Berlin 4a» SO., Sisenbahnstrake 4. (TV/* (i/lCtCWi WDasszr. CoGcjfrte, tc? IM« MMMeilK-BttM _ Bern>attnn8»ftelle Derlin. Todes-Amslge Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder gestorben find: Der Wickler aosmonn Konraa Berlin, Iahnstran« 7, am 20. b. Mi». Die Berrbtgung finbrr am Sonnebrab, ben 27. 9(onenib$9 G\ /O cZcmejtdeJmasszr kettnässen Befreiung fofott. Wirr und Geschlecht an. geben. Buak. umsonst. 000-In»». 6g. Egg'brcoM MOnehen B 72, Kapozlnarstr. 9 Kranke Frauen erholten unentgestlich Slu*kunft über schnelle Befreiung oon Blutarmut, Wrtstflusi.Schioöchr. zustünden, lliüchooeto erdeira. Frau Bertha«aopmatin Berlin IIS, Potabamee Str. 104 gAaücherdank! 21 Das sicherste Mitte!, da« +% Bauchen ganz od. teilweise einzustellen. Wirkung ver dlüfiend. Auskunst umsonst �oo.-lNSt. 6g. Englbroeht München 21, Kapuzinerstr. S. 9TtÖbcl 22L2£i_£il5I_2l£SÜ tu ben kilttosten Preisen unb leichtesten BekingunGen.— Liefere auch auawär!». 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Schild- pon Und sur zerbrochene/, Uhr, in ben SNufikersiUen, Kaiser-Wilhelm-Stratz»» Branchenversammlung derZigsretteMaschineil-Mrer und PetriebshaildivtM Tageaarbnung: 1. Bericht brr stommisston. 2. Branchraangelrgenhritra. 2. Bericht au« ben Brtrirdra. 4, Berschiebenea. ffeiUag, ben 20. 9laocoiber 1Q20, ebrnk» 8 Uhr, Branchenversammlung aller tu der veldschrM-Illdustrie deschWgle« KoSeP» in ber Aula be« Schiller« Luzeuma, Pankstrastr 14,«Inß artet, ibatz In Anbetracht der wichüi. Tagesordnung oon alltn Bettnebra sämtliche Kollegen pü«»o erscheinen, bo um 7 Uhr der Rchtuu, Delegierte l' Rehtung Delegi»� Hm Freitag, ben 20.«oueaekee 1»20, akeeek« 7» 1 in den Ttnbreaafeftfälcn,»jNbreaaftr. 21 Mnotttevliilve � Togesordnungi* > Erl-disnng bes Antrages ll. 2. Stellun. inahme fnr« 5� | ber Beiteogaftcge unb lleahfttmmung. 8.<.»efchäftllchea. � t 5 d U! H Iii vi 311 ei ttf üo I bg $ Z to V Jfol So; Jftij te 33 nur last Plc > ?>> '7«, '!ii li» $ Nüekstande Ist, hat ebrafall» keinen Futeitt. 5 Dia Be,ielS«»">e>-lt�> ZMllliielbM iielMWBl _ Vrtsverwaltunq Berlin—« Danneretag, 25. Rontnibar 1»20, abeni�*' Vz) Im Gc»verKschaft»han». Engel Ufer 15 3 4® Mitglieder-Versamn�luvS H Tagte- Ordnung:»' gut* I. Boetrag über Bolksfüelaegr. Aefeern» Draals« 2. Diskussion.— 8. Berdandaangrlrgrnhritrn.— 4. Pi'�' � Da die Tageearbnung sehr michtig ist, ist bae Erst Kallegen beingrab eefarbrriich. ztz Mitgliakeknch legitimiert I Die veteeeen-attnng. I.A.:«ug«f We den stvahlkeete stveiheufele, Raum»' Zeitz m.eb ein ElNÄ�ö Ält Äugtv M OllchttfC �| __ DanUNeAttafie 12-18, zu eichten. Sie sparen da» ttuie>ahrgeiil. Sicher finden Sie unter den nebenstehenden 22 S-fchdsten ein», welche» auf Ihrem weg liegt »öj au sch du cis vi, 3lv & be, !-> 5ei Ai Äi Uff ?( fef Ü I s .Iii Nr. 496 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 24. November 1920 Der Prinz-Prozetz > der Verhandlung im Prinz-Prozeh wurde am Montag in der Beweisaufnahme fortgefahren. Der Nebenkläger, Ober- durgermeister Scheidemann, bestreitet nachdrücklich, jemals wahrend seiner Tätigkeit Blankounterschriften aus der vand gegeben zu haben. Er bestreitet ferner, dag jemals ein �rrhastungsbefehl gegen Karl Liebknecht und -noso Luxemburg vorgelegen habe. Das sei ja auch nicht «ache der Regierung, fondern der Polizei gewesen. Auf die Frage des Rechtsanwalt N ü b e l l, ob ihm nicht bekannt ist, dag damals m Steglitz rote Plakate angeschlagen waren, in denen für die Festnahme Liebknechts und Rosa Luxemburgs eine Belohnung rcr- Iprochen wurde, antwortete Scheidemann � Wir haben davon ge- dort, und die Entrüstung darüber war unter den Volksoeauftrag- wn allgemein. Darauf wurde der Kaufmann Georg Sklarz vernommen. erklärt, das ihm vorgelegt« Schriftstück mit dem angeblichen Kordbefehl nicht unterschrieben zu haben und weist darauf hin, dag das Dokument das Datum Dezember 1316 trüge asto einer ?dit, in der ihn noch kein Mensch in der Oeffentlichkert gekannt dabe. Im Reichstag habe er erst seit Januar ISIS verkehrt und»n der Oeffentlichkeit sei er dann durch die Verleumdungskampagne und die Erpressung durch Sonnenfeld bekannt geworden. Es W wohl möglich, dag er einmal einem Rechtsanwalt oder einer �ahörde eine Blanko vollma-cht gegeben habe, es sei aber ausgeschlossen, daß diese Blankounterschriften in falsche Hände Zekommcn seien. Er gibt zu. daß der von ihm gegründete Nachtdienst gegen die Spartakisten gerichtet war, aber nicht 'Uw Angriff, sondern zur Abwehr. � � Als nächste Zeugen werden der Kraftfahrer Alfred Pe hol d und fein Bruder Wa l t e r P e tz o l d vernommen. Der erstere wgt aus, dan ihm Zweifel an der Echthe� des Schriftstückes auf' Ntohen sei und dah das Wort„Abschrift�»tcht mehr daraus gc- uanden habe, als er es sah. Er bekennt, dah Heinrrch Skl�z ihm K M. für das Schriftstück gezahlt hat. Walter Pstzold bekundet. il er genau wisse, dag bei all diesen Schriftstücken immer nur "«u Abschriften die Rede gewesen sei. Alfred P-Nold bestreitet dies. „.Der nächste Zeuge. Kraftfahrer Daenner fchlldert sehr aus- östlich, mie Prinz ihm das Schriftstück das Rechtsanwalt Nubell holten sollte, übergab. Er macht die seniattonelle Aumasse. einzelne Kapitel und ll.berschristen der Bro�üre d,e Pr.n,, Mriebcn haben soll, von ihm selbst bei Heinrich Sklarz m der Ahnung geschrieben wurden. Auf nähere Einzelheiten kann -s.bch nicht mehr besinnen. Er bestreitet auch, semals gesagt zu ?°ien. dah Prinz 10 000 M. für die Broschüre bekommen hat. Aus 6»rage des Vorsitzenden, dah er das Protokoll doch selbst Verschrieben habe, entgegnet Rechtsanwalt Nubell. dag dann Heinrich Sklarz offenbar ein falsches Protokoll aufge- Iwen habe.„ � Roch der Mittagspause wird der Zeuge H e in r t ch Sklarz �rnommen. Er sagt aus, dah ein gewisser Bollenhagen J?. ihm gekommen und ihm im Auftrage des Angeklagien Prinz l'.ue Visitenkarte des Redakteurs Specht an den Reichstags- ?%ordneten B r u l n. sowie Teile einer Broschüre angeboren 8°°°. in der gegen ihn ungeheuerliche Vorwürfe erhoben wurden. 5"! der Visitenkarte Dr. Spechts stand eine Empfehlung an 7« Herausgeber der..Wahrheit" für den Angeklagten Prinz. er bei der Veröffentlichung einer gegen Sklarz gerichteten MIchüre behilflich sein sollie. Durch weitere Fragen an Bollen- ermittelte ich, so erklärte der Zeuge, dah dieser bei der �Haftung von Liebknecht, Luxemburg und Dr. Levi zugegen sWcn war. Vollenhagen gestand inir, dah alle Behauptungen Prinz eitel Lüge seien und dah man bei Tyszka gar keinen /'ochbefehl vorgefunden habe. Ich habe Bollenhagen diese Aus- Me in meinen Parlographen sprechen lassen und dann ein Pro- eioll über seine Aussofien gemacht. Da das Gericht in der Verhandlung gegen Prinz diese Ding« nicht genügend ge- llart hatte, versuchte ich die Wahrheit zu ermitteln. Ich fragte vollenhagen. ob er die Braut des Prinz, Fräulein Hilde P l a u- Kann, kenne. Mir lag nämlich daran, festzustellen, ob sie die '"genannte Kopie des Mordbekehls geschrieben habe.— Vors.: ilnd wie kamen Sie zu der Annahme, dah die Braut des Prinz den Mardbefehl geschrieben habe?—Zeuge, iogernd: Dafür hatte ich wohl bestimmte Grundlagen, wie ich Annehme. Es lag mir daran, ste gewisse Worte schreiben zu Men. die auch in der Kopie des Mordbeiehls stehen..Fräulein Plaumann fertigte nach der Anweisung Bollenhagens ein Be- KerbgmtsschreiKen für eine Kinofirma an, das folgenden Wort- hatte!„Herrn Direktor Schellinger. Auf Veranlassung des Herrn Vollenhagen bewerbe ich mich bei Ihnen um die Rolle Pagen gegen em Honorar von 100 Mark pro Tag. Punkt- "Weit und Zuverlässigkeit werden zugesichert." ihnen noch mehr wie 100 M. gegeben habe. Dieses Zugeständnis wird zu Protokoll genommen. Staatsanwalt Heyne:! Der Zeuge Sklarz hat hier behauptet, dah die Staatsanwaltschaft nicht genügend gearbeitet habe, um Licht in die Angelegenheit zu bringen. Ich stelle fest, dah diese, Ihre Aussage unrichtig ist, und insofern auch ein Licht auf Ihre anderen Behauptungen werfen kann.— Justizrat Werthauer: Ich brauche den Zeugen Sklarz überhaupt nicht.— Rechtsanwälte N ü b e l l und Richter, gleichzeitig! Wir desto mehr!— Rechtsanwalt Richter. Es besteht für uns das Interesse, hier darzu- tum dah man Interesse daran hatte. Fräulem Plaumann zu be- scitigca.— Rechtsanwalt Rübell! Ist es richtig, Herr Zeuge, daß Sie ihrem Gegner Prinz einen Anwalt stellen wollten? Sie hatten doch Anzeige gegen Prinz wegen Urkunden- fälschung gestellt und wollten ihm trotzdem einen Verteidiger besorgen? Das finde ich mindestens sonderbar.— Zeuge Heinrich Sklarz: Ich tat das, weil ich glaubte Prinz werde ein Ge- stöndnis ablegen.— Rechtsanwalt Nübell: Haben Sie nicht auch Ihrem Hauptgegner Sonnenfeld einen Rechtsanwalt ge- stellt? Ehe der Zeuge die Frage beanworten kann, stellt Justiz- rat Werthaner den Antrag, das E-rickit möge diese Frage nicht zulassen.— Rechtsanwalt Nübell: Es handelt sich für uns darum, endlich einmal das Sliftem aufzudecken, durcb das Herr Heinrickc Sklarz alle ihm unbequemen Leute auf die Anklage- dank bringt und Zeugen beeinklnht.— Rechtsanwalt Nübell: Herr Zeuge, haben Sie dem Bollenbagen dakür. dah er Ihnen die Plaumann zuführte, Geld gezahlt?— Sklarz, zögernd: 700 Mark. Rechtsanwalt Nübell: Schwebt aegen den Zeugen nicht ein Berahrsn seitens der Staatsanwaltsckalt?— Zeuge Sklarz: Ich soll eine Frau, die noch einioe Monate Arbeits- haus batte. vorzeitig entlassen haben. Das ist olles.— Staatsanwalt H e y n c r: Das Vorzabeen sckwebt auck noch wegen ande- rer Dinge.— Rechtsanwalt Nübell: Wußte der Zeuge, als Daenner und Paeftofd zu ibm ka�en daß dro Prinr in d-m oeacn'bn schwebenden Verfahren als Belastunas'enae eine Rolle svielt?— Zeuge Ellar', zögernd: Ich muhte da- rnafs nickt, ob dos Bewahren Nock weiter ging.— Rechtsanwalt Rickter: Ick kindo es ai�kä'"™. dah der Zeuge stck.an den Staatskommissar f"r öfsentlickz O'bnun". Dr W-iswann wandte »nb i�m um Rat fraate. ob er Daenner und Raezzold für i�re Mitteilungen G-�b geben dürf«.— Rscktsanwalt Rübell: Mas a-ng die ganze Anaelegenbeiz iiberbouit den Staatskomozissar Wetsmann an?— Hsinrick Sklar,! Fck'ann nickts bestimm- tes saqog. ga-r vielleickt bat mein Rruder mick on Herrn Dr. Weismann aewiefcn.— Recktsauwolt Rickter! Es 'st seli? merkwürdig, doh stck d*- �cuge auck dieses wichtigen Bor- "i�t erinnern will. Die Verhandlung wurde darauf auf Mittwoch morgen Uhr vertagt. weltlichen Fächer mehr berückstchtigt(Rechnen, Deutsch usw.). Die weltlichen Schüler werden mcht mehr wie arme Sünder behandelt und können nicht mehr heuchlerisch zur Teilnahme religiöser Ver- richtungen genötigt werden. In der weltlichen Schule ist kein Gesinnungsunterricht nach Art der wilhelminischen Aera, kein Ge» schichtsunterricht mehr, in dem nur Hohen, zollerndaten hergesagt, der Krieg und Militarismus verherrlicht werden. Eltern wacht aus! Reiht dieser alten vermoderten Sckule mitsamt der Kirche die Maske vom Gesicht! Fordert die weltliche Schule! ! und Petzold geaeben hat. verwickelt stch Heinrich Sklarz --" Widersprüche. Er gibt zu, dah es möglich fei, daß er Aeber die Höhe der Entschädigungen die er den Zeugen Die Glocken der Pfingstkirche Der Pfarrer der Pfingstkirche löht den Klingelbeutel herum- gehen. Er will Geld sammeln für das Kirchengcläut. Die beiden großen Vronzeglockcn find Opfer des Kriegs geworden, und sie sollen wieder ersetzt werden. Dazu sind 35 000 M. nötig. Allem Anschein nach gibt es in der Pfingstgemcinde keine wohlhabenden Leute, denen ihr Christentum so viel wert ist. um in die Tasche zu greifen und die 35 000 M. auszubringen. Der Pfarrer Brandt schreibt in einem Sammeloufruf selber, daß sich niemand gemeldet habe, der diese Summe schenken wolle, und so müsse er sammeln lassen. Die breiten Massen sollen geben. Eine Haussammlung ver- anstaltet er. Eo geht es Immer. Die große Masse soll helfen. Die Reichen überlassen das Zahlen den Armen. Und es gibt immer noch Leute genug, die opfern, derselben Kirche, deren Vertreter ein gerüttelt Maß von Schuld durch die Verherrlichung des Krieges auf sich ge- laden haben. Die weltliche Schule bietet dem Volke viele Vorteile gegenüber der heutigen Reli- gionsschule. Sie ist in Wirklichkeit Volksschule, während die heutige Schule nur eine Filiale der Kirche ist. Jede Religions- Unterweisung fällt weg. Dafür wird Kulturgeschichte im Sinne, wie sich das natürliche Leben und Treiben der Völker und Stämme abspielt erteilt. Kein Schulgebet mehr mit dem täglichen„unser täglich Brot gib uns heute": diese Heuchelei hört dort auf. In der Gesangstunde wird kein Kirchenlied mehr gesungen. Das alte Volks- und Wanderlied wird wieder mehr gepflegt. Kein- Schul- feier mehr mit religiösem Charakter, womit die' Sck'ule ganz be- sonders heute noch zeigt, doh sie nur ein Ableger der Kirche ist. Für die in Religion wegfallenden Unterrichtssturiben werden die 85) Hunger Roman von Knut Hamsun. 'ächzend nach dem heftigen Weinen, geknickt und schlaff AR dem wahnsinnigen Zornesausbruch. Ich stehe vielleicht �ne Stunde und schluchze und flüstere und halte mich fest V. der Tür. Dann vernehme ich Stimmen, ein Gespräch -wischen zwei Männern, die in den„Schmiedegang" hinein- 3ch entferne mich von der Tür, schleppe mich an , Häusermauern entlang und komme wieder in die er- sichteten Ströhen. Während ich Youngbakken hinunter- fRi»! deginnt mein Gehirn plötzlich nach einer seltsamen Ntung hin zu arbeiten. Mir fällt ein. dah die elenden packen unten am Rande des Marktes, die Materialbuden die alten Holzverschläge mit getragenen Kleidern ein W fleck für die Gegend seien! Sie verdarben das Aus- «en des ganzen Platzes und verunstalteten die Stadt, pfui! 'f,?"ter mit dem Kram! Und ich machte in Gedanken einen �"schlag, wieviel es wohl kosten köiine. das geographische � ssltut wegzurücken, jönes schöne Gebäude, das mich jedes- AWz'ch vorüberging, so sehr angesprochen hatte. Em �2 fW\ Rieben dieser Art lieh sich vielleicht nicht unter � bis Kai,* Ikonen ausführen,— eine nette Summe, das muhte den e.n aIIerbin03 nettes Taschengeld, ha. ha. für linh„".i°ssg. was? Und ich nickte mit meinem leeren Kopf sei.-$£l> zu. dah es für den Anfang em nettes Taschengeld dan» ck) debte noch immer am ganzen Korper und schluchzte Ick wann noch tief nach dem Weinen. n mir lte b'e Empfindung, als sei nicht mehr viel Leben ssdric,.' öIs pfiffe ich auf dem letzten Loch. Das war mrr *iÄs Ziemlich gleichgültig, es beschäftigte m-ch mcht lm ssach Jlen, im Gegenteil, ich ging hinunter durch die Stadt. Zimm.V Landungsbrücken, immer weiter fort �meinem %nen• Ebensogut hätte ich mich platt auf die Lrd.g n ssüC' um zu sterben. Die Schmerzen machten m'ch nach �.s Mi? �'Npfindungslos: in meinem Fuh zuckte und klop� e w°r sogar, als zöge der Schmerz stch b's ln d� Äj Hainaus, und nicht einmal das tat m,r sonderlich weh. den Taschen umherschlenderte. Mir fiel ein lahmer Mann auf, der mich starr anschielte, als wir aneinander vorüber- kamen. Instinktiv hielt ich ihn an. grinste und fragte, ob die„Nonne" schon abaesegelt sei. Und darauf kannte ich es mir nicht versagen, dicht unter der Nase des Mannes mit den Fingern zu knipsen und zu sagen:„Tod und Teufel, ja. die„Nonne"!" Die„Nonne", die ich ganz vergessen hatte' Der Gedanke an sie hatte trotzdem unbewuht in meinem Innern aebrütet, ich hatte ihn mit mir herumgetragen, ohne es zu wissen. Ja, Gott behüte, die„Nonne' fei allerdings fort. Er. könne mir wohl nicht sagen, wohin sie gesegelt sei? Der Mann Lberleat, siebt auf dem lahmen Bein und hält das kurze in der Luft: das kurze baumelte ein wenig. „Nein," sagte er.„Wissen Sie, was sie geladen hat?" „Nein." antwortete ich. Aber jetzt hatte ich die„Nonne" schon vergessen und fragte den Mann, wie weit es wohl noch Holmestrand fein könne. in guten, alten qcograpbischen Meilen gerechnet. „Nach Holm�trand? Ich nebme an.. .Oder n«lh Baeblunosnaes?" „Was ick sagen wollte: ich nehme an, dah es nach Holme- strand...?, „O bören Sie. ehe ichs veraesse," unterbrach ich ihn wie- der.„würden Sie wohl so gut sein, und mir ein kleines Stück Tabak geben, nur ein klein winziges Stück!" Ich bekam den Tabak, dankte dem Manne sehr warm und ging/ Ich machte keinen Gebrauch von dem Tabak, sondern steckte ihn sofort in die Tasche. Der Mann behielt mick noch immer im Auge, ich hatte vielleicht auf kraend eine Weise sein Mißtrauen gewebt! wo ich ging und stand, hatte ich diesen mihtrauisclen BH! binter mir. und es war mir nicht angenehm, von diesem enschen verfolgt zu werden. Ich kehre um, schleppe mich wieder hin zu ihm, sehe ihn an und sage: ii:Nadler. Nur dies erne Wort: Radier. Sonst nichts. Ich sehe ihn starr an, indem ich es sage, ich fühlte, dah ich ihn fürchterlich anstarrte: es war, als ob ich ihn mit dem ganzen Körper anstarrte, anstatt nur mit den Augen. Nachdem ich dies Wort gesprochen, bleibe ich wieder einen kurzen Augenblick stehen. Dann schleiche ich wieder hinauf nach dem Eisenbahn- Platz. Der Mann gab keinen Laut von sich, er behielt mich nur im Auge. Nadler? Ich stand plötzlich still. Ja. das hatte mir doch 7� Hallefchen-Tor-Vezuck erhoben die Mitglieder des bürger» lichen Blockes bei der Vorstandswahl für die Bezirksversammlung Anspruch au? den Vorsteberstellvertreter, weil sie mit ihren zu- sammengesuchten Parteisplittern an Zahl die stärkste Fraktion seien. Dwser Aufsassung konnte nicht Rechnung getragen werden, weshalb die bürgerlichen Mitglieder die Sibung verliehen bis auf einige Demokraten, von denen dann ein Mitglied in den Vor« stand gewählt wurde.— Im Tiergartenviertel wurde eine Kommission gewählt, welche die Vorstandswahlen vorzu» bereiten hat. Im?. Verwaltungsbezirk(Charlottenburg) wurde die Ein- fuhrung der neuen Bezirksverordncten durch den Stadtrat Kob- lenzer vorgenommen. Auf Antrag der Demokraten trat dann eine kurze Vertagung der Sitzung ein, um den Fraktionen Ge- lcgenhelt zu geben, zu dem Anspruch der rechtsbürgerlichen Par- i8iell auf Besetzung des Vorsteherpostens Stellung zu nehmen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung durch den Altersoorsitzenden. dem Genossen Seidel, wurde in die Wahl eingetreten. Auk den Deutschnationalen, Rektor Köhler, entfielen 33 Stimmen, auf dem Genossen Hertz*23(14 Unabhängige und 9 Rechtssozialisten). 5 Stimmzettel(4 Reukommunistcn) waren unbeschrieben. Die Demokraten haben demnach den Reaktionären zu dem Vorsteher- vchtenverholsen, obwohl die Unabhängigen als stärkste Fraktion r'"bpruch auf den ersten Vorsteherposten geltend gemacht hatten. Zu st e l l v e r t r e t e n d e n Vorstehern wurden Dr. Hertz und Dr. Fr e n z e l(Dem.) gewählt. Zur Vorbereitung der Wahl des Bezirksamts wurde eins Kommission eingesetzt. 6. Verwaltungsbezirk(H a l l e s ch e s T o r). Kommunale 5?-!/ m,t' l' 0 Mittwoch, den 24. November, abends ss in der Aula der Böckhstr. 8— 9, Versammlung sämtlicher Muguebet der Kommunalen Kommissionen, welche zum Halleschen i�Vezm gehören. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Ä.....~le Distriktslciter werden gebeten, ebenfalls zu erscheinen. Mitgliedsbuch(Crispien-Ledebour) legitimiert. Zu der schweren Bluttat an der Greisin Eillert in der Star- 0?eder Straße wird berichtet, dah der Täter, der 17 jährige Tauge- nichts Wilhelm Widing gestanden hat, dah er mit seinem Freund Erich Radtke die Tat vorbereitet habe. Nachforschungen haben er- geben, dah diese Behauptung unrichtig ist. Gestern stellte sich her- aus, daß Nadtke im Tegeler Gefängnis sttzt wegen eines Ein- bruchs, den er mit Widing aueführte. Nun gibt er an, dah ein anderer Bursche sein Spießgeselle gewesen sei. Ob diese Angaben ledoch richtig sind, bedarf auch noch der Nachprüfung. Auch in seinen sonstigen Aiwaben hat der völlig verlogene und verkommene Bursche mcht die Wahrheit gesagt. So erzählte er zunächst, dah er von seinem Vater vor ungefähr fünf Tagen vor die Tür ge- setzt worden sei. Inzwischen aber hat sich herausgestellt, dah er zuletzt gar nicht bei seinen Eltern, sondern in der Fürsorgeanstalt Struwesbof war. Dort ist c? am vergangenen Donnerstag aus- gerückt. Vom Anhalter Bahnhof, wo er angekommen war. begab er sich zu feiner Mutter, wo er feine Anstaltskleider gegen andere umwechselte und begab sich dann nach dem Stcttiner Bahnhof, wo er die Bekanntschaft Gleichgesinnter machte, mit denen er aller- Hand Gelegenheitsarbeiten, Koffertragen und dergl. verrichtete. Wie er jetzt behauptet, hätte er mit feinem Spießgesellen die Ab- sicht gehabt, den Erlös aus dem Raubmord dazu zu verwenden, um aufs Land zu gehen und dort Stellung anzunehmen. Die Ueberfüllung der ArbeiterzAg« in den Morgenstunden, die wir wiederholt gegeißelt haben, führt oft dazu, daß mancher Ar- beitcr, der zu feiner Arbeitsstätte mutz, entweder in eine anders Klasse übergehen muh. oder ober, um nur mitzukommen, gar in dem leerstehenden Bremshäuschen Platz nimmt. In solchen Fällen ist die Bahnpolizei sofort mit Strafen bei der Hand, die oft den Arbeitsverdienst eines ganzen Tages beanspruchen, wenn die er- folgende Sistierung den Arbeiter nickt noch nötigt, einen später fahrenden Zug zu benutzen und außerdem noch schwere materielle Schädigung in den Kauf-u nehmen. Die'es Strafsystem gegen Arbeiter, die für stch und ihre Familie den Unterhalt schwer ver- dienen müssen, ist unhaltbar. Es muß verlangt werden, daß die Eifenbahndirektion Vorsorge trifft, daß die Arbeiter zu ihren Ar- beitsstätten fo befördert werden, wie das dem Bedürfnis entfvricht. Kommt die Eifcnbahnverwaltung dieser Pflicht nicht nach, so soll sie für ihre Pflicktnernachlassigung nickt noch die Arbeiter be- strafen. Anklage müßte gegen die Verwaltung und micht gegen die Arbeiter erhoben werden, wenn Recht gelten fall. -- gleich geahnt: den Krüppel hatte ich schon irgendwo getroffen. Oben an der„Grenze", an einem klaren Morgen: ich hatte meine Weste versetzt. Mir war, als sei eine Ewigkeit seit jenem Tage vergangen. Während ich hierüber noch nachdenke— an eine Hausmauer an der Ecke des Platzes und der Havnegade gelehnt � fahre ich plötzlich zusammen und versuche weiterzukrie- chen. Als ich dazu nicht imstande bin, starre ich keck gerade- aus und beiße aller Scham den Kopf ab, es gab keinen anderen Ausweg.— ich stehe dem„Kommandeur" von An- gssicht zu Angesicht gegenüber. Ich werde rücksichtslos frech und trete sogar noch einen Schritt vor. um ihn aufmerksam auf mich zu machen. Und da? tue ich nicht, um Mitleid zu wecken, sondern um mich selbst zu verhöhnen, mich an den Pranger zu stellen: ich hätte mich auf dem Stragenpflaster wälzen und den„Komman- deur" bitten mögen, über mich weg zu gehen, mir ins Ge- sicht zu treten. Ich sage nicht einmal„Guten Abend". Der„Kommandeur" ahnte vielleicht, daß irgend etwas mit mir nicht in Ordnung fei, er ging ein wenig langsamer, und ich sage, um ihn aufzuhalten: "Ich wäre schon bei Ihnen gewesen und hätte Ihnen was gebracht aber es ist immer noch nichts Rechtes geworden." „Co?" sagt er fragend.„Sie haben es also noch nicht fertig?" .-Nein, ich habe es noch nicht fertig." Bei der Freundlichkeit des„Kommandeurs" traten mir plötzlich die Tränen in die Augen und ich räuspere mich und huste um mich zu verhärten. Der„Kommandeur" steht mich an. „Haben Sie inzwischen was zum Leben?" fragt er.„Nein, auch nicht," sage ich.„Ich habe heute noch nicht gegessen, aber..." "Eett bewahre, es geht doch nicht, daß Sie verhungern, Mensch! sagt er und greift plötzlich in die Tasche. Jetzt erwacht das Schamgefühl in mir. ich taumle an die Hausmauer zurück, und halte mich fest und sehe, wie der „Kommandeur" in seinem Portemonnaie sucht: aber ich sage nichts. Er gibt mir einen Zehnkronenschein. Weiter gar keine Umstände— er gibt mir ganz einfach einen Zehnkronen- schein. Zugleich wiederholt er. daß ich doch unmöglich ver- hungern dürfe. Ich stotterte einen Einwand und nahm den Schein nickt sofort. Es war schmachvoll von mir... es war auch alü zuviel... Forts, folgt. Vertragsbrüchige Arbeitgeber im Textilgroßhandel Obwohl In den Einigungsverhandlungcn vereinbart worden war, daß keine Maßregelungen vorgenommen werden, haben es lich verschiedene Firmen nickt versagen können, eine Anzahl An- gestellte aufs Pflaster zu setzen. Aus diesem Grunde hat die Berhandlungskommission sämtliche Angestellte des Textilgrojj- handele am Montag abend nochmals zusammengerufen, welche nach der Berichterstattung über die Situation folgende Resolution einstimmig angenommen hat: ,,Die am 22. 11. 1920 überaus zahlreich versammelten Ange- stellten im Berliner Textilgroßhandcl, haben mit grenzenloser Empörung Kenntnis davon genommen, daß die Arbeitgeber ent- gegen dem Wortlaut, sowie dem Sinn der getroffenen Abmachun- gen ihrer Rachsucht haben die Zügel schießen lassen und zirka 00 Maßregelungen vorgenommen. Sie stellen einen Der- tragsbruch auf Arbeitgeberseite fest und fordern in letzter Stunde von den Arbeitgebcrorganisationen, die Vertragsbrüchigen Firmen zur Znnehaltung ihrer Verpflichtungen zu veranlassen. Den ge- maßregelten Kollegen und Kolleginnen gelobt die Versammlung Solidarität bis aufs Aeußerste." Aus der Versammlung traten Redner auf. die die Kollegen- schaft aufforderten, sofort den Streik wieder aufzunehmen, wenn die Maßregelungen nicht zurückgenommen werden. Ohne Aus- nähme erhob sich die Versammlung von den Plätzen und bewies damit, daß sie sich den Willkürakten der Unternehmer mit aller Entschiedenheit widersetzen wird. Die Verhandlungskommission. .U l m e r. Der Streik der Portiers Die gesamt« bürgerliche Presse gibt sich krampfhaft Mühe, den Streik als verpufft zu erklären. Wir stellen mit aller Deutlichkeit fest, daß von einem Verpuffen des Streiks gar keine Rede sein kann. Es ist im Gegenteil dieser Kampf nunmehr auf der ganzen Linie entbrannt. Wir wissen nur zu gut. daß dem Unternehmer- tum jedes Mittel recht ist, um die Streikenden mutlos zu machen, um sein eigenes Jnteresic dabei zu sichern. Die Herren werden in allerkürzester Zeil, so hoffen wir. dahin belehrt werden, daß ihre Lugenberichte in der bürgerlichen Presse über unsern Kampf nicht dazu angetan sind, für sie irgendwelche Vorteile zu schaffen. Auf all das Gewäsch einzugehen, erscheint uns überflüssig, wir wissen als Streikleitung gepau. wie die Situation tatsächlich ist. Die Herren, die von einem Abflauen des Streiks zu sprechen be- lieben, werden bereits bemerkt haben, daß der Streik im Gegen- teil eine Verschärfung erfahren hat. Wir können der Kollegen- schaft nur empfehlen, auf das Geschreibsel der bürgerlichen Blätter keinerlei Gewicht zu legen. Kollegen, Rollkutscher und Miillkutschcr, übt Solidarität und achtet bei Euren Fahrten, daß nur dort gearbeitet wird, wo das grüne Plakat der Sektion 7 des D. Tr.-Arb.-V. aushängt. Wir bitten um Eure Unterstützung in diesem uns aufgezwungenen Kampfe. Die Streikleitung. > Uebt Solidarität! In einem längeren Aufrufe an die Arbeiter und Angestell- ten anläßlich des Portier st reikes schreibt der Portrerver- band u. a.: .„Frauen von Angehörigen aller Berufe werden Streikbrecher, ia, die Männer dieser Frauen unterstützen sie, nur um Annehm- lichkeiten in den Häusern, soweit sie von uns Portiers bis zum Streikausbruch geleistet wurden, wie das Fegen der Treppen, Lichtanstecken, Bedienen der Fahrstühle, Warmwasierbereitung, Heizung usw., auch weiter zu haben. Es kann nicht gehen, daß Monteure bei Reparaturarbeiten an Fahrstühlen oder Hei- zungen im Interesie der Hausbesitzer oder Verwalter für Trink- gelder das sogenannte Probeheizen und Einfahren der Fahrstühle tagelang ausdehnen. Wir er- warten bestimmt von Euch, daß Euch eingedenk des Solidari- tätsbewußtseins, schon diese Anregung von uns genügen muß, das schimpfliche Handeln von Aucharbeitern zu unterbinden. Ihr Aimcstellten, die Ihr noch leider so häufig als Verwalter, also in Doppelexistenzen, ebensogut wie andere die Portier- tätigkeit ausübt, seid Ihr Euch nicht der Niedertracht Eures Handelns bewußt, indem Ihr schamlos als Antreiber und Ange- stellte der Hausbesitzer gegen Eure schwerleidenden Arbeits- brüder vor Mietsämtcrn. Amtsgerichten in Räumungsklagen auftretet. Arbcitsbrllder, unterstützt uns, denn nur so kann eine so junge Organisation wie die unsrige, den Sieg erringen." Au alle Buchdrucker Berlins! Unsere Düsseldorfer Kollegen stehen im Streik. Der Gauvor- stand hat durch sein Verhalten in der letzten Eeneral-Versamm» lung es unmöglich gemacht, die durch die Unterzeichneten versuchte Hilse für unsere Kollegen zu organisieren. Wir sordcrn daher auf, in allen Betrieden Sammlungen für unsere streikenden Düsseldorfer Kollegen vorzunehmen und am kommenden Sonn- abend, von 4— 6 Uhr bei Baum, Stallschreiberstr. 47, abzurechnen. Dies« Abrechnung wird durch die nachstehend Unterzeich- neten ordnungsgemäß überwacht werden. Otto Fiedler. K. W. S ch m i d t. Th. G a b b« y. Die Arbeitslosen im Transportarbeiterverbaud Die Bezirksverwaltung Eroß-Berlin des Deutschen Transport- arbcitcr-Verbandes hat unter seinen 151 090 Mitgliedern an- nähernd 12 090 die seit längerer Zeit arbeitslos sind. Reben dem Chauffeurberus, der infolge Betnebsstoffmangel noch immer sehr darniederliegt, sind es die Transportarbeiter aus Handel und Industrie, die unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Aussicht auf eine wirtschaftliche Belebung der einzelnen Jndu- strien ist nirgends festzustellen und so ist damit zu rechnen, daß der allgemein unhaltbare Zustand der Arbeitslosigkeit noch weiter anhalten wird. Ein großer Teil der Arbeitslosen leidet unter der wirtschaftlichen Not ganz enorm und ihre Lage gestaltet sich daher von Woche zu Woche verzweifelter. Um der allgemeinen Notlage der Arbeitslosen Rechnung zu tra- gen, hat der Verband ab 1. Juni d. I. die Arbcitsloscnunter- stützung um das Doppelte erhöht. Auch sonst hat der Verband den Arbeitslosen gegenüber getan, was in seinen Kräften stand. Die Bezirksverwaltung Eroß-Berlin ist nun bestrebt, ein weite- res zu tun, indem sie gewillt ist, den Arbeitslosen eine Weih- nachtsunterstützung zu gewähren. Zu diesem Zweck hat sie be- schlössen, eine Samlung unter den arbeitenden Mitgliedern vor- zunehmen, deren Ertrag den arbeitslosen Kollegen voll zugute kommen soll. Entsprechende Marken zum Preise von 5 Mark und 2,59 Mark sind bereits an die Vertrauensleute zur Ausgabe gelangt. Es wird erwartet, daß jedes arbeitende Verbandsmit- glied mindestens einen Beitrag von 5 Mark zur Unterstützung der Arbeitslosen beisteuert. Die sich hieraus ergebende Summe soll in der Woche vor Weih- nachten an die arbeitslosen Verbandsmitglieder zur Auszahlung gelangen. Die in Arbeit stehenden Verbandsmitglieder werden ersucht. I sich an der Aufbringung dieser Sammlung recht rege zu beteili- j gen. Bei diesem Vorgehen hat jedes Mitglied Gelegenheit, sein Solidaritätsgefühl gegenüber seinen arbeitslosen Verbands- kollegen in weitgehendstem Sinne zu beweisen. Die Ausgabe der Arbeitslosenmarken erfolgt durch die Sektions- und Branchen- leitunaen und soweit Betriebsvertraue»slellte solche Marken noch nicht haben, ist zu empfehlen, sich umgehend damit zu verseben, damit die Sammlung und die Ablieferung der gesammelten Gelder recht bald erfolgt. Die Verbandsamgestellten sind bei dieser Sammlung mit einem sehr guten Beispiel vorangegangen, indem sie sich freiwillig bereit erklären, mit einem nennenswerten Be- trage für die gute Sache mit beizutragen. Allen wirtschaftlich günstiger stehjenden Mitgliedern kann nur nahegelegt werden, diesem Beispiel zu folgen. 25. Arbeitsjubiläum— Strafe muß feiu Der Schmied H. war am 18. November 25 Jahre bei der Welt- firma Schwartzkopf, Berlin N., Scheringstraße, beschäftigt. Am Jubiläumstag begaben stch 2 Mitglieder des Betriebsrates zu dem Betriebsleiter R.. dazauf binweisend. wenigstens den Schmied H. an diesem Tage unter Bezahlung zu beurlauben. Den beiden Betriebsratsmitgliedern wurde im Beisein des Jubilars erklärt. daß das Jubiläum erst im nächsten Jahr seine Gültigkeit hätte, da die Arbeit während des Streiks im Herbst 1919 unterbrochen sei und der Schmied H. sich nicht schriftlich verpflichtet habe, während der Dauer des Streiks freiwillig auszusetzen. Wozu auch einen Tag Urlaub. Der Weltfirma könnte ja Profit verloren gehen. Und das gestattet der kapitalistische Betrieb heute nicht. Betriebsräte-Borsttzende und Betriebs-Obleute! Am Dienstag, 30. November, abends 8 Uhr, findet in der Neuen Welt, Hasenheid:, lhinterer Saals,«in« Versammlung der vor- sitzenden der Betriebsräte und Betriebs-Obleute statt. Tagesordnung: Die Verordnung der Kohlenstelle vom 15. No- vember und die sich daraus ergebende« wirtschaftlichen Nachteil« für die Arbeiterschaft. Referent: Otto Ziska. Die Vorsitzenden des Betriebsrats sämtlicher Betriebe Groß« Berlins und die Betriebs-Obleute, die nach dem Betriebsräte« Gesetz als solche gelten, haben die Pflicht, an dieser Versammlung teilzunehmen. Betriebs-Ausweis und Mitgliedsbuch der Gewerkschaft leg»« timiert. Gewerkschaftskommisfion Berlins und Umgegend. Generalversammlung der Buchdrucker. Am Montag beschäftigt« sich eine Generalversammlung der Berliner'Buchdrucker mit dem Ergebnis der Tarifberatungen. Gauvorsteher Massini gab den Bericht. Das materielleErgebnisbefrie» d i g e nicht, doch bedurfte es selbst dazu langer Verhandlunge«. Verschlechterungen konnten abgewehrt werden. sZu- ruf: Vcrkürztarbeiten.s Das erstrebte Wirtschaftsamt sei nicht erreicht, dafür aber ein F a ch a u s s ch u ß. An den Ee« hilsen liege es nun, in der Urabstimmung zu entscheiden. In der Diskussion kam große Unzufriedenheit zum Ausdruck. Eine Reso- lution. welche neue Verhandlungen über eine Zulage von 50 M- forderte, andererseits die T a r i f g e m e i n s ch a f t als solche ablehnte. wurde mit knapper Majorität abgelehnt, weil sich ein Teil der Organisationsvertreter nicht erklären konnte,: daß man auch ohne Tarifgemeinschaft in örtliche oder; zentrale Verhandlungen eintreten könne. Beisitzer des Schlichtungsausschusses Eroß-Berlin. Donnerstag, den 25. d. M., abends 0 Uhr, findet im Sitzungssaal de» Metallardeiterverbandes, Linienstr. 83-85, eine Zusammenkunst der freigewerkschaftlich organisierten Beisitzer des Schlichtung»- aussckusses Eroß-Berlin statt.— Gewerkschaftskommission Berlin und Umgegend.— Afa, Ortskartell Groß-Berlin. Achtung! Obleute und Vorsitzende der Metallindustrie. Donners- tag. j/jlO Uhr vormittags, Konferenz im Rosenthaler Hof, Rosen« thaler Straße 12. Aus den Organisationen 7. Zlfi-ilt. Freitag, 7 Uhr, In den Cameniuslälen, Memeler Str. S7, Mitglied«»- Versammlung. Tagesordnung' l. Sozialisierung. I. Unser Bezirksami. 8. Sistrikt. Tannereta». 23. November, abends 7 Uhr, öllentlich« BoltsoeN sammlung in der Biehdofbörle, Eldenaer Straße. Thema: Politische Lag« und««- zialisierungssragen. Resereni: Genosse Otto Meier. ». Ztstrllt. 3. ZIbteilung. Diejenigen Genossen, die der Richtung Erisvi««- Ledebour anaehören und nicht willen, wo ihr Zahlabend abgehalten wird, könne» sich bei Hirschbruch. Langestr. 88-8g, vorn pari. l. melden. ti. ZUsteikt. Donnerstag, den 25. November, abends 7 Uhr, Sitzung der ko«- munalen Kommission bei Kaiser, Gotzkowskistr. Zt. Neukölln, Britz, Buckow. Fraltion der ll. S. P. Di« Genosien trefsen sich he»'' 414 Uhr im Rathaus. Zimmer 103... Charloitenb-r». Mittwoch. 24. November,>.8 Uhr. Elternversammlung be> 1. Gemeindeschule, Peftalozzisiratze. Eharloitenbnrg. Kinderschutz, Donnerstag, 23. November, abends � Charlottenbnr». 7. Gruppe(Eiispien-Ledebaur), Mittwoch, 7 Uhr, Extrazahb i abend bei Ibonol, Wi-landsir. 4. 1 Riederlchoneweide, Heute abend 7 Uhr. Mitgliederversammlung bei Zchustei,| Britzer Str. 17. Da wichtige Tagesordnung, ist Erscheinen aller Piücht. Schmargendors. Die für heute, Mittwoch. 24. November, angesetzte Versau»" lung findet nicht statt..,„...km Reinickcndors-Ost. grauen-Leseabend heute abend Zv8 Uhr in der Lula der 3. meindeschule, P-nkaw-r Sllee. All« Genossinnen werden ersucht, pünktlich zu«v �«lt!»»«,>«,, Falkenberg. Mittwoch, 24. November, zz» Uhr abends, Mitglied«»' »ersammlung bei Habcrccht, griedrichftratz«. Vereinskalender Zentealoerbund der«»gestellt«». Iugend-Gruppe: Jugendlich« B-rtr-u-nsl-ule Versammlung am 25. November, abends 7 Uhr, im D-rbandsl-kal. Belle-Allla»»» Stratze 7-l0. Vortrag des Redakteur» Dittmer über die englisch« Arbe'�. beweaung.— Fachgruppe 4c tBerussgenosicnschasten): Am 25. November, abetz" November,'.8 Uhr, Elternversinnmlung o» c. Thema: Schulaesundhettsisflege. und Frauenkommissian. Wichtig« Sitzung a» ds 7 Uhr, im Balkshaus, Rostnenstrast«, kleine« 8 Uhr. �°phi-ns-l«"�S-phsenstr""l7.°8"''—" Fächgruppe''?«Waren-, KaufhauIG Speziaigeichastel: Funktionär-Versammlung am 25, November, abends 7:o U«. im Schültheitz, Neu« Zakobftr, 24-25,— Fachgruvp« 17 lg sButterkleinband» I Angestelltrnräte-Sitzung am 25, November, abends 8 Uhr, im Verbandslokal, Alliance-Str. 7-1(1.— Fachgruppe 18a lBerbandsangestellt«): Mitaliedcr-Bz sammlung am 25. November, abends 7Zt Uhr, In den Musikersälen, Kailer-Z?!' Helm-Etr. 31. Transpoetorbeltee-Lerband. Reichsbetriebe und Verwaltungsbehörden. M". »och. abends 7 Uhr, sind«! im Dresdener Easino, Dresdener Str. 06, gemeinso? Vollversammlung statt. Kurz-, Galanterie- und Spielwarenbranche: Mitti»«?: Riiterstr. 32, Gruppenversaminlung. Vltmctallhendel: Ii, bei Teusara, Melchiorstr. 15, Gruppenversammlung. i'n Uhr, bei Klud«, nerstag, abends 6 Uhr Ssrt und Import: Freitag, 5 Uhr, bei Klude. Riiterstr. 32. Gruppenversamml«� pothekenarbeiteri Mittwoch, aoends 7!� Uhr, in Wilkes Festsälen, Sebastlan?' ''FrN-llrgeVi'lsen��D-ffintliche Versammlung am 25. November, abend- 8 Kommandantenpr. 58,_«"i verantwortlich für die Redaltion: Emil Rabold, Berlin, antwortlich für den Kni-rat-nteil: Ludwig«ome einer Karlshorsi. Berlagogenol'enickait.Kreibeit"».Gm b. f>.. Berlin.— Druck der„Freihe" D-«ck«e»i G m. si.*>.. B-rlin G» B">t» Pir-u»» Dr. Zass« für«oschlocht»., S>P03»Ecll Al Z* Haut-.Liarn-, Frauenleiden, nerv. Schwitrstr, Sqphill»»Kuren, lvlutuntrrsuchungrn, tvrstrahlunarn mit Hdhrnsana«, Blau»«. Finsrn-Licht! «nst7.L8s,°"' Dir. O. Löser, Münzstr.Q nahe Alexanderplah. 9-1, 4-8, Sonniag» 0-1. Domen separat Spezial- Arzt Dr. Kvens für Heut- u.Teichlechisleiden bei Münnem o.Frlwm schnelle, sichere, mögllchst schmerzlose Besetligung ohne Berufs- siörung. Blulunleriiicliiing,Salvarsan-Kijren u'iv, Bel veralteten und hartnäckigen Harnleiden wie Brennen,«erengungen ufm. 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