1 Emzelpreis 30 Pfg.• 3. Jahrgang Donnerstag, 25. November 1920 Nummer 408- Morgen-Ausgabe p •ttfnjnt'«ttdiffw morfltn» IM».»chmlniiz, ennnta«.»n» Moni»«, mn ,.nmaJ' Dn btnägt bn ftci« 5uf(«niina in» Hnu» für»ron Bcri«, >"> Vu. im roiji!»«uMbar. Bon Bit Spidiiinn silds, abgeboli S,50®.?iir Post» bejuj mbmtn mmllitbr Pofioiistoliin Piftel».,»,«111915111. Umr eitftfbnii» r*'?'™ fstr®tmf(ftIonB unb ßfitmich l«,3()3n., fDr bn» abrib« 9tu»lonb 21.5/1 Ät, Auzuzlich Bal«Ia-Auiich!a9. p«! Vtiei für Devlichlonb linb ßiirrtiilst 351. Z2. «rvedttt»»»d Verl»,'. Veeli» a», Veeit» ßtrast« 8»». W««tuatf.attnit'Jlnnporriniiritf«bn b«rm Jtmim»oft« 5.— TO tin(99. Jtliin« tSmicigin: S"«» fcrtsibtutkl« OTort 2,- IS., lebt»■Dtitnt Won I.SO M..«wschliistliib Tinening.juschlaa. Loufenbe Snziieen lom Toiif. SamNien-Bntiigen mtb eiellen,lvesuche 3,20 38. netto pro Seilt. Siillen-Gesuch» Won-Lneeigen ho» feitgebrucklf Won 1,80 38.. jebt» weiltet Wim l,- 38, 8mi?rechtt: Sattun 2030, 2045. 4510. 4003. 4035. 4041. 4021 berliner-Orffan ber Vnobßättofffat SymlöenwfMtfp S>cittßf)ran6a «mW« üet W« WMM Aückzug der polnischen Trnppen RH. S a« a. 24. Slovember. Der Rigaer verichterftatt« de».Nieuw« Rotterdamsch« Ton. ra«t- meldet, dah das polnische Heer seinen Riickzng besonnen habe und daß Josse daraushi« am 22. November Dombstq mitteilte, der Wiederaufnahme der Friedeusverhandlun- Sen stände nichts im Wege. Daraufhin sanden«och am selben Dose wieder Ausschuhsitzungen statt. A<\ Britisch bolschewistische IusammenstShe te Porsten HN. London, 24. November. ».Die„Times" melden aus Teheran, daß die britischen Truppen am IS. November bei Kaschin auf dem Wege von Goswin nach Nescht mit dem Feinde ins tbefecht getommen seien. Die Balschewisten hätten 100 Tote, es befanden sich aber �Uir zwei Russen darunter. Die britischen Verluste beliefen sich »of sechs Mann. Am selben Tage bewarfen die Engländer den |>afen von Euseli mit Bomben und vernichteten acht Lager» Das irische Problem lvon unserem Londoner Korrespondenten.) K. London, Mitte November. .Die Beratung des Gesetze» über die Selbstverwaltung Irlands tfuig im Unterhaus unter allgemeiner Teilnahmslosig- reit vor sich. Di« Arbeiterpartei beteiligt« sich überhaupt nicht an der Debatte zum Zeichen des Protestes gegen die Einbringung des Gesetzes. Nur bei der dritten Lesung griff A d a m s o n in die Debatte ein. um im Namen der Arbeiterpartei die sofortige Zurückziehung der Okkupationsarmee und die Ein- berufung einer Irischen Konstituante zu sordern. Di« Arbeiterpartei, sagt« Adamson, glaubt nicht an«ine Irische Republik, aber sie verlangt volles Selbstbestimmungsrecht für Ir- land. einschließlich de» Rechtes der Bildung einer unabhängigen Republik. Di« einzigen Voraussetzungen sind: Schutz für die protestantische Minderheit im Norden und Eicherungen gegen«ine militärische Bedrohung Englands. Diese Erklärung der Arbeiterpartei ist von weittrngender Bedeutung. Irland betrachtet das Gesetz als«ine Herausforderung und erneute Kriegserklärung. Wr die Iren ist das Gesetz schon damit erledigt, daß es einen gesonderten Landtag und«ine ge- londerte Verwaltung für den Süden und den Norden(für die >«chs Ulstergrasschaftenj vorsieht. Di« Iren, ob republikanisch« Sinnfeiner oder gemäßigte Nationalisten, lehnen jede Regelung ab, die auf einer Lostrennung des protestantischen Nordens beruht. Inzwischen nimmt der Kampf zwischen der englischen Mili- tärverwaltung in Irland und der irischen Bevölkerung immer tragischere und blutiger« Formen an. Das irische Problem wird nunmehr, da nach der Beilegung des großen Streiks die soziale Frage sozusagen in den Hintergrund gerückt ist, zum beherrschenden Faktor der englischen Politik. Die Frage ist indes zu verwickelt, um im Rahmen dieser Uebersicht behandelt zu werden. Nur ein« Episode soll hier festgehalten werden, weil sie zeigt, welcher Abstand zwischen der offiziellen Politik der Re- gierung in Irland und der wirklichen Gesinnung des englischen Volkes klafft. Wir meinen die merkwürdigen Borgänge bei der Beerdigung des Bürgermeisters von Cork, der am 74. Tage seines Hungerstreiks verschieden ist. Seine Bahr« wurde mit alle« Ehrenbezeugungen durch die Straße« London» geführt. Die Einnfeiner-Deputation aus Irland und die Iren Londons haben die Prozession in eine machtvolle Kundgebung für die irische Republik verwandelt. Die republikanische Fahne umhüllte die Bahre. Eine Auffchrift in irischer Sprache bezeichnete Terence Max Swinneq als Brigadekommandant der irischen republikani- schen Armee, ermordet von fremden Feinden". Eine Ehrenwache der irischen Freiwilligen geleitete den Toten, und unabsehbar war der Zug der republikanischen Deputationen. Zehntausende von Engländern füllten die Straßen, die der Zug passiert«. Entblößten Hauptes grüßten sie den Mann, den ganz Irland als Märtyrer und Nationalhelden beweint. Keinerlei Störung der Demonstration trübt« die Trauerfeier. Man wußte nicht, worüber man mehr staunen soll: Ueber die Kundgebung der Iren mitten im Herzen England» für ihren un- entwegten Kampf um ihr« Selbständigkeit gegen da» Übermäch- ttg« Britische Reich, oder über die Manifestation des Mitgefühls des Volkes von London und die englisch« D u.l d s a m k e i t. Sogar die erzreaktionäre„Morning Post" hob am nächsten Tage mit Stolz hervor, daß eine derartige politische Demonftratwn nur in London möglich sei. Das mag richtig sein. Nur haben die„Morning Post" und ihre Freunde am allerwenigsten Grund, darauf zu pochen. Denn würde England ganz und gar nach ihren politischen Grundsätzen regiert werden, dann wäre freilich das Leichenbegängnis des Lord Mayor von Eork in London ebenso verboten worden, wie man es in Dublin nicht zugelassen hat. Die würdige Haltung der Londoner Bevölkerung ist indes ein tröstliches Zeichen dafür, daß eine Verständigung und Ver- söhnung zwischen den zwei Böllern noch möglich ist. Rücktritt des Oberbürgermeisters Mermuth st"" reus gesundheMlcher. teils poitniajer diatut. pttn kann es Mermuth glauben, daß er, der energische, »aftvolle Mann, durch die furchtbaren Anstrengungen wäh- rend des Krieges im Interesse gerade der notleidenden Be- Gerung Nerven verbraucht hat. Aber er war doch entschlossen, das neue Berlin mit auf- »auen zu helfen, eine Tätigkeit, die ihn reizt«, und für die er sonders geschaffen war. Schwierigkeiten faßte er am Mopfe anstatt ihnen aus dem Wege zu gehen. Die letzten Lochen haben aber Riesenanforderungen an die �raft des seiner Aufgabe bewußten Leiters Eroß-Berlins gestellt. Die Sorge um das Wohl der Bevölkerung aus An- «lß des Streiks haben den so kräftigen Mann stark mitge. ItOmvn**___ v:-'ncfeprcMöv» xt keine�weas gegen die Person W-rmuth- we�en tollen, sie mürben auch gegen das von den Rechtsparte.en Wermuts mit gewählt. Bleibt Mermuth endgültig bei seinem Entschluß, verliert Berlin einen Leiter, der großes Verständnisfürdie Rotder �reiten Massen gehabt hat. Nicht Sozialist, aber ein(uegner des kapitalisti- schen Klüngels, hat er stch die Wut und den Haß dei�bürget lichen Parteien sehr verfolgt worden wie W.......... iwn c» v�.» beitern Hielt. Die Arbeiterschaft Berlins weiß, was sie an ihrem Oberhaupt hatte und würde es sehr beoauern, wenn er wirklich endgültig sein Amt verließe. Seit langem ist kein Mann so rmuth, nur weil er mit den Ar- Der Welt-Gewerkschaftskongreß Der International« Gewerkschaftskongreß in London hat mit einem starken Auftakt begonnen. Der Holländer Fim- m e n. einer der Sekretäre des Bundes, brachte eine Entschließung ein. in der die Versuch- der herrschenden Klassen, die Organisa» tionssreihett der Arbeiter zu unterdrücken, verurteilt wird. Den Arbeitern, die auf den Ruf der Amsterdamer Internationale den weißen Terror in Ungarn bekämpft und gegen die Fortsetzung des Krieges gegen Sowjetrußland Einspruch erhoben haben, wird der Dank der organ��rten Arbeiterschaft der Welt ausgesprochen. Die Resolution er* t den internationalen Streit als zweckmäßige Waffe gegen die Reattion Sie wurde mit 21 906 000 Stimmen gegen 2 710 000 Stimmen angenommen. womit die Gesamtvertretung der Gewerkschaften der Welt die seinerzeit von der Amsterdamer Zentrale unternommenen Aktionen gegen Blutungarn und für Sowjetrußland anerkannt hat. Dies« Zustimmung bedeutet zweifellos, daß der Internationale Gewerkfchastsbund auf dem einmal betretenen Pfad« fort- schreite« wird. Fimmen warnte s« einer Rede vor Teilausständ-en und erklärte es für verkehrt, daß zahlreiche Arbeiter die Arbeit wegen einer verhältnismäßig kleinen Lohnerhöhung niederlegten, ohne mit den wewerkschaften anderer Länder vorher zu beraten. Der Vertreter der Deutschen, Eraßmann, sprach nach den vorliegenden sehr knappen Meldungen gegen die von Moskau ausgehenden Bestrebungen, die die Gefahr einer Spaltung der Gewerkschaftsinternationale heraufbeschwören. Er legte eine Entschließung vor, die gegen die Angriff« der International« von Moskau Einspruch erhebt. Grundsätzliches zur Sozialisterungsfrage Von Prof. E. Lederer, Heidelberg fRachdruck verboten.) II. Wie müssen wir sozialisieren? Schon in den Argumenten, welche herkömmlicherweise für die Auswahl der zu sozialiste- renden Wirtschaftszweige maßgebend, und die abzulehnen sind. ,st die Gefahr angedeutet, welcher eine falsche Sozialisie- rung ausgesetzt ist: die Bureaukratisieruna.— Was ist Bureaukratisierung? Die Formung eines Wirtfchaftsbetrie- tf v5lir �dhörde. Die Behörde, gleichgültig, ob in einem absoluten oder einem parlamentarischen Staat, ist dadurch .r. v._ f. n. r �___** m».•*>..____ gekennzeichnet, daß sie schon bloß durch ihr« Autorität • ja®atUttl wuß sie in ihrer Handlungsfähigkeit Einschränkung.. her Kontrolle über Kontrolle. Wesentliche. Da- ügt. Daher kann man ihm fu normalen Verhältnissen) frei schalten und walten lassen. Eine besondere Reglementierung des privaten Unternehmens ist nicht erforderlich. Weil nun alle privaten Wirtschafts- betriebe frei sind, so bedeutet die gegenüber' den Behörden notwendige Kontrolle für den Staatsbetrieb eine Belastung mehr und macht sie gegenüber dem Privatbetrieb be- wegungsfähig. Daher wird die Sozialisierung nicht Um- formung eines Wtrtschastsbetriebes in eine Behörde fein müssen, wie das bei den Eisenbahnen der Fall war lz. T. aus militärischen Gründenl). Weiter: Jedes Volk hat seine eigene Dureaukratie. Der Volkscharakter entscheidet auch über Form und Intensität der Bureaukratisierung. Freilich, der riesenhafte Apparat prägt auch die Menschen! aber umgekehrt entscheidet auch die Eig- nung zum Bureaukraten über das Funktionieren dieses Ap- parats. Da zeigt sich aber wiederum: was für den politischen Verwaltungsapparat, zumal für das Funktionieren seiner untergeordneten Organe ein Vorteil: strenges Einhalten der Direktiven. Arbeiten nach Vorschrift: das ist für den Wirt- schaftsbetrieb, insbesondere die Leitung, wenn man ihn der Bureaukratie überliefert, ein Nachteil. Endlich: die Bureaukratisierung ist für die Entfaltung der von ihr erfaßten Wirtschaftszweige deshalb so Verhängnis- voll, weil jede Bureaukratie wieder bureaukratische Naturen ansieht, genau wie jede frei und wirtschaftlich tüchtig ge- leitete Unternehmung— nicht alle privaten sind es!— wirt- schaftliche Begabungen an sich lockt. Je größer die Bureau- kratie, um so stärker auch ihre eigene Mechanik. Wenn die Sozialisierung mit einer Bureaukratisierung gleichbedeutend wäre, dann könnten wir sie von vornherein als höchst bedenklich bezeichnen. Und daher unterlassen es die Gegner der Sozialisterung niemals, diese als Berstaat- lichung zu bezeichnen, d. h. als Verwandlung in ein Organ des Zwangs- und Machtstaats, dessen Stützen sie feit jeher waren. Das Wort Verstaatlichung aber führt irre. Nicht jede Verstaatlichung, d. h. Uebereignung auf die im Staate isweils repräsentierte„Allgemeinheit" führt zur Bureau- kratisterung. Der Staat ist ebensowenig als irgendeine an- der« gesellschaftliche Form in seinem Charakter etwas Be- ständiges. Ein autoritatwer Machtstaat ist soziologisch etwas anderes, als ein„volkstümlicher Arbeitsstaat", um dieses Wort Anton Mengers zu gebrauchen. Die„Sozialisierung" eines autoritativen Machtstaates haben wir im Kriege zur r Genüge kennen gelernt: Zwangswirtschaft mit dem Ziel mög» lichst scharfer militärischer Machtkonzentration. Die Soziali- sierung des„vollstümlichen Arbeitsstaates" ist weit entfernt von der Schaffung neuer Behörden. Im Gegenteil, sie ist: Demokratisierung. Organisation der Volkswirtschaft durch und für die werktätige Bevölkerung. Diese kann freilich— und damit kommen wir wieder zur Organisationsfrage— nicht unmittelbar die Wirtschaft führen. Sie muß. wie jedes Wirtschaftssystem, Organe entwickeln. Aber diese Or» gane werder weder selbstherrliche Unternehmer sein, denen der größtmögliche Profit der alleinige Richtpunkt aller Pro- duktion, noch Bureaukraten, denen die Einhaltung ihrer Amtsstunden und die buchstabengetreue Beobachtung der Borschriften das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht gibt. Wenn man heute fragt: wo find diese neuen sozialen der kapitalistischen Wirtschaft leben, welche nur Unternehmer und Arbeitnehmer, aber noch nicht den Typus des gemein- wirtschaftlichen Industrieführers entwickeln konnte. Aber es gibt einen Weg, diesen gemeinwirtschaftlichen Industrie- führer auszuwählen und zu formen— was nur geschehen kann in einer Organisation, welche ihn postuliert.— Diese Organisation ist der Selb st Verwaltung- korper. Dieses Wort des Selbstverwaltungokörpers hat heute mit Recht einen schlechten Klang, weil die so benannten..paritäti« scheu" Selbstverwaltungskörper in der Realität— trotz aller fluten Absichten— nichts sind und sein können, als ein neuer Kampfplatz, auf welchem der Unternehmer mit dem tzemein- wirtschaftlichen Gedanken— wie nicht anders möglich: er- folgreich— ringt. Der Unternehmer sitzt noch in allen De- trieben, er ist verantwortlich für deren Gang, fein Kapital arbeitet, er muß etwaige Verluste tragen: er ist der Sach- verständige, er hat sich gegenüber lauter Vertreter, die ihm nicht gewachsen sind. Weder die Vertreter des öffentlichen Interesses, noch der Arbeiter und Angestellten können an die entscheidenden Fragen heran, ohne durch den Unternehmer informiert zu werden, d. h. die Verhältnisse mit seinen Augen zu sehen. Die Verhandlungen der Sozialisierungs- _____ Hcoctut* �!e jajeiTXücu'ß , Parität" ist also in Wirklichkeit nur: daß die Unternehmer sich herbeilassen, einigcmale im Jahre mit Partnern zu dts. kutieren. welcke t-in» � „........— �vn;uiiuiuugen oer Eozialisierungs- kommission über die Wirkung dieser Eelbstverwaltungskörper ini Kohlenbergbau haben das deutlich ae�eiat. Dt- „Parität'.......~ sich herbe_. kutieren, welche keine Möglichkeit haben, die inneren Zu- sammenhänge, ja auch nur die wesentlichen Tatsachen der Industrie zu erfassen. Damit der Selbstverwaltungskörper wirklich ein lebensfähiges Organ der Sozialisierung wird, muß der Gegensatz, der heute den Selbstoerwaltungskörper zerreißt und aktiönsunfähig macht, durch Ausschaltung des Unternchmer-Profitinteresses aufgehoben werden. Das ist die Absicht des Vorschlages I der deutschen Eozialisterungskom- Mission. Er bedeutet weder eine Verstaatlichung, noch eine Vureaukratisterung, sondern eine Ueberführung der Produk- tionsmiltel in die LionN n-v Wenn dieser Ge- ttonsmiltel in die Hand der Gesellschaft.,- danke, daß eine solche Sozialisierung notwendig ist, sich durch- setzt, so ist er auch in dem oben angedeuteten Umfang lotori durchführbar. Denn die organisatorische Seite der Frage rst heute, beim Höchststand der Jndustrieentwicklung, nicht mehr unlösbar. Die Beziehungen zu Sowjet-Rutzland Die Reichstagsfraktion der lt. S. P. D. hat eine Jnter- pellation eingereicht, in der die Wiederanknüpfung der diplomatischen und wirtschaftlichen De- Ziehungen zu Rußland verlangt wird, da für beide Länder, Nußland wie Deutschland, die Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Verkehrs gleich vorteilhaft und notwendig fei. Di- Gründe, wesbalb sie in dieser Frage selbständig voraeoana-n itf f» die Mitunterzeichnung einer -----'■ vorge von Zangen ist. nachdem sie den Kommunisten und Neukommunisten vorgelegtenl Jnterpettation abgelehnt hat sind die folgenden: Anfang November fand auf Einladung der U.S. P.D. hin «ine Besprechung von Vertretern aller sozialistischen Par- teien des Reichstages statt, um die Möglichkeit eines gemein- samen Vorgehens zur Förderung der wirtschaftlichen Be- Ziehungen mit——" tk fachen bekannt machten. Die Rußland zu erwägen. Es waren uns Tat- S-worden, die ein solches Vorgehen ratsam lussprache ergab die allseitige Uebcrein- inmmung dahin, daß ein gemeinsames Vorgehen der Sache selbst höchst dienlich sein würde. Seitens der U. E. P. D. würbe daraufhin eine gemeinsame Jnterpella- t},0 n 0 J.e � � i i a l i st i s ch e n Fraktionen vorgeschlagen. Ein Vertreter der S. P. D. meinte, es sei ratsamer, zunächst i m a u s w ä r t i g e n A u s s ch u ß die Sache zur Sprache zu bringen, um noch nähere Auskünfte von der Re- gierung zu erhalten. Auch ein Vertreter der U. S. P. D. (Linke) hielt eine Jnterpellationnichtfürzweck, mäßig. Trotzdem somit eine sofortige gemeinsame Aktion 'Nicht zu erzielen war, bestand doch Uebereinftimmung darin, daß man sie für später ins Äuge fassen müsse, und daß feocnfalls im Jnieresse Rußlands wie Deutschlands man von gemeinsamen Aktionen sich größere Vorteile versprechen müsse als von einem isolierten Vorgehen der einzelnen Par- teien. Es galt auch als selbstverständlich, daß, sobald einer einzelnen Fraktion ein Lorstoß erforderlich erscheinen sollte. sie suchen mühte, zu dem Zweck ein Verständigung mit den anderen Fraktionen herbeizuführen. Um so befremdlicher war es deshalb, als in der neu- kommunistischen„Internationale" die Mitteilung erschien, die beiden kommunistischen Richtungen hätten wegen der Beziehungen zu Nußland auf eigene Faust eme ? Interpellation eingebracht, deren vubllzierter Text in der achlichen Begründung sich auf Tatsachen st ü tz t e. die bereit» Anfang November den Ge- gen st and der Verhandlungen in jener inter- fraktionellen Besprechung gebildet hatten. Eine daraufhin abermals von der U. S. P. D. zusammen- berufene Besprechung der sozialistischen Fraktionen führte bedauerlicherweise zu dem Ergebnis, daß durch das isolierte Vorgeben der Kommunisten die Möglichkeit einer im Jnter- esse der Sache so außerordentlich wertvollen gemeinsamen Aktion zerstört worden war. E» bleibt nunmehr nichts an- deres übrig, als daß jede Fraktion aus eigener Kraft ver- sucht, im Reichstoa für die Wiederherstellung wirtschaftlicher Beziehungen zu Rußland zu wirken. Die Kabinettsbildung in Sachsen Zusammenschluh der Kommunisten Tll. Dresden, 24. November. Di« demokratische Fraktion des Landtages hat de- ichlossen. weder mit den Deutschnatlonalen. noch mit den Un- abhängigen in einer Regierung zusammenzuarbeiten Da auch die Mehrheitssozialisten mit den Demokraten und Unab- hängigen, gleichfall« nicht mit der deulschnatwnalen Partei, zu- sammengehen wollen, so käme nur noch eine Kabinettsbildung aus Mehrheitssszialisten. Demokraten und deutscher Bollspartei in Frage, die zusammen über 58 von 93 Mandaten v-rfügen. Die Leitung der demokratischen Partei im dritten sächsischen Wahlkreis beschloß, dl« Partei möge sich an oer Regierung nicht beteiligen, aber jede Regierung nn.c'srlltzen, die für Ruhe und Sicherheit sorge. Der link« Fliigcl der Ünabhiingigen schloß sich mit dem Spartakusbund zur vereinigten kommunistischen Partei in Sachsen zusammen. Das Sperrgesetz Gin Schlag gegen die Beamtenschaft Unter dem harmlosen Namen eines Gesetzes„zur Sichsrung einer einheitlichen Regelung der Beamten- b« s o l d u n ß" legt der Reichsminister der Finanzen dem Reichs- tag einen Entwurf vor, der einen schweren Schlag gegen dl« De- amtenschaft der Gemeinden. Einzelländer usw. darstellt. Di« Grundtendenz dieses Entwurfs zielt auf«ine einheitlich« Regelung der Beamtenbesoldung im ganzen Reiche ab. Gegen diese Absicht ist an sich, da hierbei den örtlich verschiedenen Teuerungsverhält- nissen Rechnung getragen werden soll, nichts einzuwenden. Ein anderes Gesicht bekommt da« geplante Gesetz aber dadurch, daß die Regierung in der Behandlung der neuen Besoldungsreform ihr früheres versprechen, die Gehälter den höheren Gehältern der Ginzelländer und Gemeinden anzunähern, nicht erfüllt hat, vielmehr für die einzelnen Beamtengruppen eine Besol- dungsregelung vorsieht und durchzuführen entschlossen ist, welche hinter der in Einzelländern, Gemeinden usw. bereits geltenden Regelung teilweise ganz erheblich zurück st eh t. Da nun die neue Reichsbesoldungsreform dieser einheitlichen Regelung zugrunde gelegt werden soll, so würde diese den Beamten der Ein- zelländer und Gemeinden eine ganz empfindliche Benachteiligung bringen, di« um so schwerer wiegt, als ja auch da» Gehalt der bisher am günstigsten stehenden Beamten noch in keiner Weis« der heutigen Teuerung entspricht.Der Gesetzentwurf hat darum schon heute innerhalb der Beamtenschaft mit Recht einen großen Prote st stürm ausgelöst und es ist eine Selbstverständ- lichkeit, daß, nachdem die Regierung in den Verhandlungen des Besoldungsausschusses die niederen und mittleren Beamten- gruppen gegenüber der Regelung in Etnzelländern und Gemeinden durchweg benachteiligt hat, unsere Fraktion diesem t�setzentwurf nicht nur die Zustimmung versagt, sondern ihn auch mit Eni- schiedenheit bekämpfen muß. Die Reichstagsfraktion der U. S. P. hat beschlossen, das von der Reichsregierung vorgelegte Gesetz„zur Sicherung einer«in- heitlichen Regelung der Beamtenbesoldung" für das ganze Reich abzulehnen. Gegenüber vielfachen irrtümlich verbrettetsn Nachricht«! über das neue Ortsklassenverzeichnis zum Reich sbesol- dungsgesetz vom 28. April 1920 wird offiziös festgestellt, daß von einer Fertigstellung dieses Verzeichnisses und endgültigen Einordnung der Gemeinden in die einzelnen Klassen noch nicht die Rede sein kann. Es liegt bisher lediglich ein vom Statist!, chen Reichsamt bearbeiteter Entwurf für di« Städte mit mehr als 19 909 Einwohnern vor, der in mehreren Kommissionssitzungen, an denen die beteiligten Stellen des Reiches und der Länder teil- nahmen, durchberaten worden ist. Die Einreihung der Gemeinden mit weniger als 19 909 Einwohnern wird gegenwärtig von den statistischen Landesämtern vorbereitet. Nach Fcrtigi.elluiig vieser Entwürfe werden weitere Beratungen unter Zuziehung der Per- treter der Prooinziol-Beamtenkartelle stattfinden. Erst bann wird das Reichsfinanzmintsterium den gesetzgebenden Körperschaften seine endgültigen Vorschläge über die Einreihung mach'n können. Also immer langsam voran. Der aeschäftoführende vorstand de» Deutsche« Beamtenbund«» hat in selner Sitzung vom 22. November eine Entschließung angenommen, in der er dagegen p r o t« st i e r t, daß da» Sperr- acsetz erlassen wird, bevor der Beamtenbund Gelegenheit gehabt hat, dazu Stellung zu nehmen. Der Beamtenbund erklärt den Gesetzentwurf für unannehmbar, weil ein« Vereinheitlichung oer Beamtenbesoldung fich nicht auf«in Herabdrllcken angeblich zu hoher Besoldungen beschränken dürfe, sondern auch Mindest- sätze sicherstellen müsse, die den Gehältern der Reichsbeamten entsprechen. Ferner ericheint dem Beamtenbund der Entwurf un- annehmbar, weil die Entscheidung darüber, ob ein« Besserstellung im Sinne des Gesetzes vorliegt, nicht ohne Mitwirkung der Räch st beteiligten getroffen werden dürfe. E» fei eine Beteiligung der betroffenen Beamtenaruppen in der Weise vor- zusehen, daß kllr Streitfälle paritätisch durch Behördenver- treter und Beamte besetzte Schlichtungsausschüsse eingesetzt werden. Der Deutsche Beamtenbund erwartet vom Reichstag«, daß er sich dieser Auffassung anschließen wird. Dom Hofe - Dem Wolff-Bureau fällt es außerordentlich schwer, auf di« Rolle des getreuen Hofberichterstatters Seiner Majestät zu verzichten. E» kehrt bei jeder Gelegenheit zu seiner alten Liebe und zu seinem alten traurigen Handwerk zurück, näm- lich der Welt zu verkünden, wie Sein« Majestät geruhen, sich zu befinden. Und das geschieht ganz in dem von anno dazumal bestens bekannten rührseligen Stil vom getreuen Landesvater und der dito Landesmutter. Man lese: Amsterdam, 24. November. Wie der Amsterdamer Vertreter de» WTB. von maßgebender Seit« erfährt, ist von einer geplanten llebersiedlung des vormaligen Kaisers nach Korfu kein« Rede. Alle diesbezüg- lichen Meldungen sind völlig au» der Luft gegriffen. Da» Be- finden der vormaligen Kaiserin weist ein« weitere gering« Besserung auf. Die anwesenden Kinder de» Kaiserpaarcs konnten di« Mutter sprechen. Di, Herzogin von Braunschweig unterstützt de« Knisee bei der Pflege der Kaiserin. Der Krön- prinz ist wieder nach Wieringen abgefahren. Prinz Adalbert reist morgen von dort ad. Die Welt weiß also, daß der Kaiser mit Unterstützung seiner Tochter die kranke Kaiserin pflegt. Welche» Wonne- gefühl wird di« monarchischen Herze» erschüttern. Solch ein Kais«rl Er muß unbedingt wieder kommen, Wolfs ist noch völlig intakt für die Hofberichte. Aber, um ernsthaft über diesen Unfug zu reden,«» ist« i n Skandal, daß das offiziöse Bureau der deutschen Re- publik in widerlich st em Vhzantismu» schwelgt. Bergarbeiter für die Gemeinwirtschaft Ein« Konferenz der Obmänner, der BetrietsrSt, und Oer» trauensmänn-t de. Verbände, der Bergarbeiter Deutschland, al» Vertretung von über 199 Belegschaften von Kali-, Braunkohlen« und Steinkohlenbergwerken der Bezirk« Han- nooer, Vraunjchweig, Schftumgjj�.j)�� und Magdeburg, die am Sonntag im Gewerkjchaftshaus in Hannover tagte, beschloß folgendes: . Der gesund« Wiederaufbau unsere- Wirtschaftsleben» durch die b,«herige piwattapitalistisch« Wirtschaft scheint der Konferenz un- möglich. Allsr gut« Will« und alle gebrachten Opfer der Vsrg- arbetter weniger der Allgemeinheit, sondern zum größten Teil prio-tknpttülistticher v,„iq.ruug zugut, gekommen. Das Bereich» rungsinterrss« det Privatkapitalisten hat sogar uns» Wirtschaft� leben oielfach noch weiter r u i n i, r t. Die anwesenden B«rs- arbetteroertret« fordern bah« unverzüglich« Einlösung de» vsr- sprechen» ans Überführung de» gesamten Berg»««» in den vefitz der Nllgemetnhcit und die Führung der Verwaltung der Berg- daubetriebe»ach Grundsätzen der«emeinwirtschast. Die Berg- arbetter«warten kemeswegs ein« bssondere Bevorzugung für sich, si««wen. daß fi« auch in gemeinwirtjchaftlichen Betrieben ' � an« u u 1* B müssen. Sie wollen diese {chroci« � J1®6e* im Interesse und zum Bestsn 'itfiLLV S"« nt beiden mehr von reaktionärem Geiste erfüllt ist. Wenn der Justiz» minister sagt, daß das Vertrauen zur Justizverwaltung im letzte" Jahre im Volke gewachsen ist, so muß der Justizm'nister über die Anschauungen des Volkes sehr wenig Unterricht -—et M crede des Ab- eziehung un« Seelmann, wir «nimauungen oes aioncs> e y r wenig unten Di« Antwort, die der Iusttzminister auf die Anklagc geordneten Heilmann gegeben hat. ist in jeder B befriedigend. Der Vorwurf des Abgeordneten Se wollten nur unser« Parteisekretär« im Richteistande unterbringe»- steht unterhalb der Würde diese» Hause». Uebrigen« hat der Ab' geordnet« Heilmann diese Forderung überhaupt nicht aufgestellt- Wann kommt da» neue Strasgesetz und die neue Strafprozeßordnung? Auch da» Z i v ist recht ist dringend reformbedürftig, vor allem da» Arbeitsrecht und das Eherecht. Di« Behandlung der Uutersuchungsgefangene" schreit zum Himmel. Di« Vorbildung der Staarsanwaltschafts' und der Strafanstaltsbeamten für ihre Aufgaben muß entschied«" virbessert werden. Di« Unterbringung der Strafgefangenen'st vielfach ungenügend. Es ist eine Quälerei sondergleichen, wen" man ihnen jeden Blick durchs Fenster in» Freie raubt. Au« über die Berpflegung wird ständig geklagt. Der Untersuchung«' S«fangen« Karl M i n st e r ist erst nach sieben Monaten Untev lchungshaft freigelassen worden, obwohl sein Vergehen unter d'« Amnestie fiel. Noch immer werden Untersuchungs- und Straf' gefangene mißhandelt, vor allem volitifche Gefangene, z. B.«>" gewisser Steffen tm Erfurter Gefönanis. Er wurde solang« quakt, bi» er aus dem Gefängnishof zusammenbrach. Derartig« Vorgänge können nur dann dauernd beseitigt werden, wenn scllw' Beamte rücksichtslos aus dem Amte entfernt werden. Zu Klag«" Anlaß gibt immer noch di« Handhabung ver Amnestie, öt» f«['" die einheitliche Instruktion der Landgericht« durch die Iustii"«? waltung. Die mit der Amnestie verbundene Löschung des KtrA, registtrs wird nicht überall vorgenommen. Auch wird«>« Amnestie entgegen dem Desetz von mehreren Landgerichten n i® 1 auf da» Jahr 1919 ausgedehnt. Es kommt auch vor. daß von d«" Beteiligten an ein und derselben Etrafhandlung der«ine Teil"«' Beschuldigten amnestiert wird, der ander« nick-t. Warum nicht gegen die Angehörigen des Freikorps Anlock vorgrgang«"' dt« im Ruhraebiet sinnlos Arbeiter erschossen haben? Waruw wird im Fall» der Marburger Studenten nicht«>" Iffen? Die Angehörigen der von den Marburger Student«" rschossenen werden jetzt aus den Klageweg verwiesen. Di«!«* ihnen aber solang« verschlossen, bis nicht«in G«ich'*, gen die Studenten vorliegt. Warum kommt übrig«": der Fall vor das Kasseler Schwurgericht und nicht vor d"' Gothaer das näher zum Orte der Tat liegt? Der Redner wird vom Präsidenten unterbrochen.. Während der Abg. Obuck noch weiter svricht. erteilt Prösid«", Lelnert da» Wort dem Veetretsr de» Justizministerium». D'«st führt aus: Für die Einsetzung und Aufhebung der außerorde'',. ' ä n d! Weg ist ukteil gegen lichen Gericht» ihn muß sich ist der Reichspräsivent zuständig. Ä" bandluna ist die Reichsjustizverwoitung zuständig. Der�g- mivister bat ausdrücklich ongcnrdnet. daß da« �mnesH-gesetz m b , ,4. K m e t t», r zig ausgelegt werden soll. Wenn Be�chiedenheiten in der Ausführung vorgekommen sind, so b" � ? K?m ÄMed«nh-itW. vi» nicht zu vermeiden sind..- deutschen Untertanen vertrieben worden sind, zu belgischen Kammer. Die belgisch«. Kammer Eröffnung der wählt» mit 159 von 156 abgegebenen Stimmen Brunei zum Vorsitzenden und den Sozialisten Stell« von Corton de Wart den KathoAksn Tibatt. Di« Stell, des dritten Vorsitzenden verbleibt der liberalen Partei. Serbien ratifiziert den vertrag von Rapollo. k&sr Prinzregent von Serbien hst am 21. November den Vertrag von Rapollo rott- ftztert. __ iowi 411 a-imciucn Justizverwaltung wird die vom Abgeordneten Obuch angefvb' �Abg�Kiliän(Nenkommunist)* Di« Iultizresorm geht viel 6 langsam vor sich. Wo Reformen eingeführt worden sind.»a3{it der Erfolg bisher sehr gering gewesen. In Hall« sind un"� g Urteile gegen Arbeiter gefällt worden, wegen Vergehen.»'« � dem KappchZutsch in Verbindung standen vielfach sind di« � richte über vi« Anträge de» Staatsanwalt« nach hinau«geg"™y. Da dürksn Sie sich n'ckt wundern über di« Empörung det ter gegen dt« prenß'fche Justiz, viel zu niedrig ist di« � folduna der Iustizhilfswa-chtmetster. sie ist für ki� reich« Beamte geradezu«in« Berkühning zur Korruption,"j, Antrag Heilmann au» Zufsssung der Frauen zur juristisch«" � bobn stimmen wir natürlich zu. � Darauf vertagt sich da» Hau» aus Donnerstag 1? Uhr-™ fetzung des Haushaltsetats, Gesetz über die Kirchensteuer. l°° jjier iin m "Ut *ti "«üi U % Ä! «Z, "tz, Af Dg 2«l! Sftq ** Keine Revanchepolitik Ä Haushaltsausschuh seine Beratungen über den „i!-! Friedensvertrages beendet hatte, forderte ein Mit- R-r« i1 deutschen Volkspartei die Fraktionen auf. bei der di'L�ung im Plenum mit besonderem Nachdruck einmütig ���rzisiondesFriedensvertrageszu fordern. gestrigen Debatte, die vor einem verhältnismäßig 011*'i besuchten Hause geführt wurde, war von diesem Eifer nie"iv Vertretern der bürgerlichen Parteien verhält- zu merken. Sie sagten ihr Sprüchlein, aber ?.lfWe die Schärfe, auf die man' sich eigentlich gefaßt ge- ptm hatte. Woran liegt das? Vielleicht ist das Klavier �Lespielt, vielleicht kommt auch den bürgerlichen 3Biten, wenn Frankreich ins Ruhrrevier einmarschiere. kein � fei Zu viel Jurist und zu wenig Psychologe. Es sCP? letzt darauf an, die Keime des Verständigunas- und z�hnungswillens in Frankreich zu erkenne» und sorgsam h �handeln. Deutschland muß, solange die internationale lion schaft nicht stark genug ist, den Versailler Vertrag ein k � 5ar zu beseitigen, damit rechnen, daß er sich, wie isunzösisches Blatt ausgedrückt hat, von selbst zu unseren Men„entwickelt". Minister Simons hat auf diese Bemerkungen nicht iclT» ortet. Ebenso wenig auf die Andeutungen des Ee- gJ' n Breitschoid, daß im Auswärtigen Amt Rußland �"«ber zur Zeit offenbar ein anderer Kurs eingehalten R,Vrl oIs ber verhältnismäßig freundliche, von dem der ili-fi'" e"01 li,ni0en Monaten gesprochen hat. Vielleicht all berr Simons für gut. die in Düsseldorf und Köln fachten Ausführungen nicht durch eine Wiederholung zu Merstreichen. Von ihnen abrücken wollte er auch nicht, und C�hcilb schwieg er. Hoffentlich wird er stark genug sein, sich � Einflüssen, die von rechts her bei ihm ausgeübt werden, �eder zu entziehen, und im Kabinett sowohl wie in seinem Mnen Amte den Auffassungen wieder Geltung zu ver- fassen, die er im Anfang seiner Ministertätigkeit mit soviel �sprechenden Worten verkündete. Der Sitzungsbericht zweiten Lesung des Reichshaushaltsplan beim Haushalt En, Ä?. Ausführung des Friedensvertrages liegen sine Reihe von «liiiiÄ �ungen des Ausschusses vor. So wird die Regierung fcnftn ei:ncut bei den Ländern auf eine möglich weitgehende Sin n I ber vormaligen elsaß lothringischen Bea inten zu drin- Und'>."�ber die Kosten des Oberausschug'es der alliierten Mächt« iib» m Unterhaltung der Besatzungstruppen sowie aus V bisher vom Reiche getätigten Lieferungen und Leistungen Dtt°rem Friedensvertrag, soll dem Reichstag eine Denkschrift er le8t werden. Ferner soll auch die Herabsetzung der brön�bungsziffern und auf die Begrenzung der Koston a«. Ueb-, � der Schaden festgestellt werden, den die pfälzische baj.-�bzentrale durch Auflösung des von der Zentrale mit der »6,,.' ,cn Bergwerkiwerwc, ltung gefchlohenen Kohlenlieferung», lich xllcs durch die französische Bergbehörde erlitten hat. Schließ- «Zlo».? dahin gewirkt werden, daß Uns Kriegsmaterial aus lsü»* bronze zur Miederherstellung zerstörter Kirchenglocken be- Olli-»"�d. Die Kosten für den Oberousschuß werden von 20 »b Millionen Marl erhöht.— Anschließend daran berichtet �»gon(U. S. P. rechts) über die Ausschußverhand- Ä�i lSoz.): Mir Sozialdemokraten haben in den ersten dintf. uach dem Friedensverträge unserer Ueberzeugung Au«- f"'*— daß dieser Vertrag revidiert werden muß und cesse aller Parteien, sowohl derjenigen, di« ihn er- -..-.--> f �~ w-- cr>-.. Mi im chnterefs i�en JoflY»""!-"'......___ Jfacs e.t.tt auch derjenigen, die die Leistungen des Ver- � onooßaLl!"-., erwarten. Als Partei der ArSciier verlangen fc�Oen d-». des schwersten Vertrages eine Revision und Bedin» »? Linn-,. �aatb menschenmöglicher Voraussicht nachkam- « dein m":s"ut die Macht des Kapitalismus in den Entente. "l1 J10� �nge kein Gegengewicht finden. Di, r* � �»/«iiiaung des Militarismus von feiten s isahnt'n.Schadensersatz für die kriegsverwusteten Gebiete. inwitzigste jst unserer heutigen Situation ist der I«»Ix ,■ an die gepanzerte Faust ' hat Eräfe in Hannover auf dem Parteitag propa- f �nsich« �5 oetrefscnde Ztttitel der„Kreuzzeituna" schloß mit Word- b. wenn das deutsche Volk erst wieder bllndniefähig Itfm'K um?« lut""2 der Tag der Rache gekommen sei. Nu'At da« das«ine schlagt das ander« tot, da» ein« »tlr e'rt SSerimn QU5- Die Herren um Eräke hätten ebenfalls df'"-- au»«in«« Sieg gemacht. sSchr richtig!) Mir »-a" sein,»,«lsioviswn für ein entwaffnet«» Deutschland, da» will auch di« Recht« der anderen Völker nicht ver. Em"idbSre-.lBeifall linke.) Nur di« Schaffung einer anderen YiSa'eländiW u15 ro'rd auch eine andere Atmosphäre in den Ä�chtsi w der Welt auslösen. fBeifall links, Un- � w ip.iv! Wir sehen der Festsetzung der Kriegsschulden mit �gewo-.s.„ lur Ernährung und Bekleidung der»ergaior"» w�.N S»mm-n m D-ckung anderer Lervll'chtuna-n v«r »äv 3tonb«? Vc Auskunft übet die Berwondung d«s mnf'Wiuu «Ml*.Mehr richtig!) Die kommenden,«erhandwigen �lscheiden, ob der Friedensvertrag endgültiz da« Todes- l urteil für Europa werden wird oder nicht. Der Kernpunkt ist: Aus der Wiedergutmachung eine Brücke zu machen, die den auch heute noch zwischen den beiden Völkern bestehenden Schützen- graben überbrückt.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Reichsminister des Auswärtigen Dr. Simons: Bei der Aeuße- rung in Düsseldorf bandelte es sich nicht um einen Vorwurf gegen die Alliierten, daß diese jene Posten nicht bezahlt hätten, sondern im: um die Feststellung der traurigen Tatsache, daß di« eingenommenen Gelder nicht für die vorgesehenen Zwecke ver- wendet werden konnten, fondern zur Dcaung von Ententegut- haben, die in ausländischen Devisen gefordert wurden, verwendet werden mußten.(Hört! hört!) Abg. Schreiber(Ztr.): Die Finanzlag« de» Reiches ist in außer- ordentlicher Weife von dem Etat des Friedensvertrages abbängia, beträgt doch der ordentliche Etat nur 30 Milliarden Mark, wäg- rend sich die Forderungen aus dem Friedensvertrag auf 41 be- laufen.(Hört! hört!) Abg. Dr. Reichert(Dnat.): Der Aerger des Herrn Wels über den Ausfall der letzten Wahl ist ein Symptom der Entwicklung der Ärbeiterschichten. Abg. Dr. Zapf(D. Vp.): Wenn unsere finanzielle Lage das Stigma der Hoffnungslosigkeit an sich trägt, so hauptsächlich durch das Kapitel der Forderungen aus dem Friedensvertrag.(Sehr richtig.) Der Zusammenbruch der Armee Wrang«?» rückt die Gefahr der Bolschewisierung Deutschlands um so näher, als die in Rußland bestehende Verbinduna zwüchen Rationalismus und Bolschewismus auch in Deut chland gewisse Anziehungskraft gewinnen könnte. Der vorliegende Etat i>t eine ernste Warnung an Europa und die Entente, den Vogen nickt zu überspannen und an uns seltfi, von den inneren Wirren abzulassen. (Lebhafter Beifall bei der Deutschen Volkspartei.) Genosse Dr. Breitscheid: Auch meine politischen Freunde fordern die Abänderung dieses Friedensvertrages. Es fragt sich aber immer, was man unter einer Revision versteht, und mit welchen Mitteln sie ange- strebt werden soll. Wir empfinden die Lasten des Friedensver- träges»och stärker als die andern, denn die Hauptleidtragenden des Krieges sind und bleiben die arbeitenden Klassen in Deutschland. Trotz- dem können wir nicht in die Töne der Rechtsparteien einstimmen. Denn wir haben immer wieder daran zu erinnern, daß wir es hier mit den Folgen der Politik zu tun haben, die von den vor- dem in Deutschland herrschenden Kreisen getrieben worden ist. Wir stellen immer wieder fest, den größten Teil der Schuld an den Lasten trägt das Verbrechen des Kriegsbeginns, das Ver- brechen der Kriegsverlängerung und das Verbrechen des schlechten Beispiels, das Deutschland in Brest-Litowsk und Bukarest gegeben hat. E« ist unerträglich zu sehen, wie die Schuldigen von gestern und vorgestern es mit fo leichter Mühe fertig bringen, sich in der Rolle der An- kläger und Sittenrichter von heute zu gefallen.(Beifall bei den U. Soz.) Ihr Auftreten kann wenig Eindruck machen, da man immer wieder feststellen muß, daß für den Fall, daß Deutschland in dem Weltkrieg Sieger geblieben wäre, die Völker der Entente heute denselben oder noch viel mehr Grund hätten, als wir, über die Unterdrückung durch die Sieger zu Iöhneii. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk viel mehr Aussicht hätte, draußen gehört und verstanden zu werden, wenn die Herren H e l f f« r i ch und sein« Freunde schweigen würden, und wenn sie ihre Klagen, zu denen sie am allerwenigsten berechtigt sind, nicht mit den unseren vereinen würden. Wir haben es hier in erster Linie mit den Kosten der Be- fetzung der Rheinland« zu tun. Auch wir halten sie für unerhört und unerträglich. Es ist unmöglich, von uns Wiedergutmachung, wie Frankreich sie zu erträumen scheint, zu erwarten, wenn man gleichzeitig auf dem Wege über diese Okkupation uns die Zah- lungsmöglichkeit nimmt. Der gegenwärtig« Zustand lastet schwer auf unserem gesamten Wirtschaftsleben. Das Ganze läuft auf eine sinnlose Unterdrückung heraus. Eine andere Frage aber ist es, ob die Methoden, die in der letzten Zeit zur Anwendung des Verhängnisses angewendet worden sind, zweckentsprechend waren und ich muß mich da besonders mit den Reden des Ministers Simons am Rhein beschäftigen. Herr Simons hat in Düsseldorf erklärt, Frankreich habe einen Ueberfluß an Kohlen. Hat die Regierung schlüssige Beweise für diese'Behauptung? Erinnern wir uns doch daran, daß auf die Befehle des Generals Ludendorff in Nord« f r a n k r e i ch 220 Kohlengruben zerstört worden sind. Heut« stehen in diesen Gruben noch 80 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Materialschaden bcläuft sich aus 5 Milliarden Franken. Von den 29 Millionen Tonnen, die vor dem Kriege aus diesen Gruben herausgeholt wurden, sind 20 Millionen weggefallen. 1920 hat das monatlich« Mittel der in Frankreich vorhandenen Koks- mengen nur 69 Proz. des Bedarfs der Hochöfen ausgemacht. Tat- lache ist, daß auf Bahnhöfen und Halden in Frankreich Kohlen lagern, aber das hängt damit zusammen, daß die Verkehrsmittel und die Verteilungsorganisation schlecht funktionieren. Selbst- verständlich soll damit nicht gesagt sein, daß es in Frankreich ein« Kohlennot gäbe und in Deutschland nicht. Wir wissen, wie stark sich der Brennstoffmangel in Deutschland fühlbar macht. Aber um zu einer Besserung für Deutschland zu gelangen, empfiehlt es sich nicht, von einem gewaltigen Ueberfluß in Frankreich zu reden. Ich beruf« mich auch ach das Zeugnis unseres Genossen Zouhauz. Dabei ist noch eins in Betracht zu ziehen. Wir haben bisher di« zwei Millionen Tonnen pro Monat geliefert. Wo stecken di« 3« Millionen Mark, die Frankreich im September und Oktober, gemäß dem Abkommen von Spaa, an uns abge- führt hat, unv die doch für die bessere Ernährung der Berg- arbeite: verwendet werden sollen. Im übrigen wird die Regie- rung den Vertrag auch in der bisherigen Weise nur erfüllen können, wenn die Bergarbeiter weiter Ueberschichten oersahren. und das wird nur geschehen, wenn endlich mit der Sozialisierung ernst gemacht wird. Kann sie nicht erfüllen, so rückt die Ee- fahr nahe, von der ebenfalls Minister Simons in Düsseldorf sprach, nämlich die des Einmarsches ins Ruhrrevier. Herr Simons hat einen solchen Einmarsch als feindlichen Akt bezeichnet. � Ich gehe nicht auf die rechtliche Seite der Frage ein. Aver ich frage, ob«s zweckmäßig war, dieses Wort zu gebrau- che«. Herr Simons„t ein vortrefflicher Jurist, aber e, wäre gut, wenn der S�rist nicht mit dem Politiker durchginge. Das heißt, wenn er sich nicht auf den Standpunkt de» formalen Rechts stellt«, sondern«rwa» Psychologie triebe. Von einem feindlichen Akt sollte man erst reden, wenn man weiß, was man tun will, um auf diesen Akt zu antworten. Simons spielt sicher nicht mit dem Ktiegsgedanken, aber drüben kann es so ausgelegt werden. Und Sie dürfen sich nicht wundern, wenn Frankreich sich für de» rechtigt hält, nun fein« Truppen in den Rheinlanden noch mehr zu verstärken. Wir hatten ja nicht einmal einen polltifchen und wirtschaftlichen Bundesgenossen, wenn wir Frankreichs vorgehen entsprechend beantworten wollten. Denn das Auswärtige Mini« sterium ist unter bestimmten Einflüssen von der ersten Idee einer wirtschaftlichen Annäherung an Rußland mehr und mehr abgekommen. Es wäre besser, die Gefahr der Besetzung de» Ruhrreviers nicht so stark an di« Wand zu malen. In Frankreich ist eine starke Strömung vorhanden, die diesem Gedanken widerspricht. Selbst das Eeneralstäblerblatt, das„Echo de Paris", hat neulich er- klärt, die Ruhrbesctzung komme nur in Frage, wenn Deutschland keine Kohlen liefere oder sich mit Rußland verbünd« oder seinen Verpflichtungen, bezuglich der Entwaffnung, nicht nachkomme. Der dritte Punkt ist der wichtigste, und hier haben wir darauf hinzuweisen, daß Bayern noch immer nicht seinen Verpflichtun» gen au» dem Friedensvertrag nachkommt. Was Bayern ver» schuldet, das muß unter Umständen da» gesamte deutsche Volk büßen. Hierauf hätten di« Minister in erster Linie hinweise« müssen. Die Stimmung in Frankreich ist uns gegenüber zwar noch schlecht, aber man merkt schon Anzeichen der Besserung. Beson- der, der„Temps", der wahrhaftig nicht zu den deutschfreundliche« Organen gehört, rät zur Verständigung und zur Versöhnung. E» kommt darauf an, Psychologie zu treiben und vor allem eine fest« Linie zu haben, um diese Stimmungen für Deutschland nutzbar zu machen. Eins der besten Mittel zur Wiederherstellung besserer Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich wäre die ge» meinsame Arbeit des Wiederaufbaues Nordfrankreichs. Für drin» gend notwendig halte ich es ferner, daß die Regierung auf di« Feststellung einer bestimmten Summe für die Wiedergutmachung dringt, damit der unseren Kredit gefährdenden Unsicherheit ei« Ende gemacht ist. Das wichtigste aber ist. daß sie mit einem bestimmten Vorschlag über das, was sie leisten kann, zu den Konferenzen nach Brüssel und Genf geht. Die Revision des Friedensvertrqge, ist ein Wort, unter dem man dies und das verstehen kann. Meiner Ueberzeugung nach sollte man weniger davon sprechen und mehr eine Politik treiben, die die Revision praktisch fördert. Revision braucht nicht zu be» deuten, daß in absehbarer Zeit eine neue internationale Konfe» renz zusammentritt, um das ganze Friedensinstrument noch einmal zur Debatte zu stellen. Aber ein französisches Blatt schrieb neulich, daß der Vertrag sich allmählich entwickle, daß langsam ein Stein nach dem anderen abbröckele. Unser« Au� gäbe ist es. eine Politik zu treiben, die diese Entwickelung des Vertrages fördert. Sie wird noch auf lange Zeit hinaus nicht das Tempo annehmen, das wir im Interesse de» deutschen Wirt» schastslebens und vor allem im Interesse der deutschen Arbeiter» schaft wünschen möchten. Wir hoffen aber, daß die Zeit komme« wird, in der der ganze Vertrag tatsächlich beseitigt und an seine Stelle ein Instrument wirklicher Gerechtigkeit gestellt wird. Da»' wird sich nicht in Brüssel und Genf, nicht auf diplomatischen Kon» gressen oder im Schoß« des sogenannten Völkerbünde» vollziehe� das wird sich nur vollziehen, wenn di« Notleidenden von hübe« und drüben, wenn die Arbeiter in Deutschland und die Arbeit« i« Frankreich und England so stark geworden sind, um diesem kapitalistischen Druckmittel«i« End« zu bereiten. Abg. Korell(Dem.) wendet sich gegen die optimistischen Aeuße» ttinaen des Abs. Breitscheid über einen Teil der französischen fresse. Unerhört sind die Kosten für die Besatzungen, so lostet« in udwigshafen eine einzig« Käsern» 42 Millionen Matk�ein« .Flugplatzstation 15 Millionen Mark. 378 Millionen sind für Woh» nungsbauten gefordert und dabei steht zu befürchten, daß die an- eforderten 15 Milliarden nur«in Bruchteil der ganzen Summ« nv. Redner kommt dann auf di« umfangreichen Schie- u n g e n zu sprechen, di» durch die Besatzungstruppen ermöglicht und vermittelt wnden. Abg. Fries(Reukammunist): Wir sind»n« vollkommen darüber klar, daß eine Revision aus parlamentarische Weise und mit de« Mitteln ver alten Diplomatie nicht erreicht werden kann, denn in Wirklichkeit hat nicht Frankreich oder England den Krieg ge- wonnen, sondern der internationale Kapitalismus und die rnter- nationale Arbeiierschast hat ihn verloren.(Sehr richtig auf der äußersten Linken.) Deshalb kann auch eine Revision nur bu'zö ein« internationale Aktion der revolutionären Aevei:erschaft IM ganzen Welt«zwnngen werden.(Sehr richtig! bei den Kommu- nisten.) Außerdem stelle ich fest, daß es nicht richtig ist, wenn hier behauptet wird, daß di» Bürger des Rheinlandes unerträgliche Lasten hätten, denn es ist Tatsache, daß die Bourgeoisie im be- setzten Gebiet lieber englische Offiziere in ihr« Wohnungen auf- nimmt als deutsche Arbeiter und Angestellte.(Hört, hört!) Redner wendet sich dann gegen den Anfruf Korells an das international« Christentum und weist darauf hin, daß die Verkündiger des Christentums während des Krieges eifrigst mitgearbeitet haben. (Sehr richtig!) Wenn uns heute di« Arbeiter im besetzten Gebiet fragen, warum sind wir so im Elend, dann müssen wir der Wahr- heit gemäß antworttn: Wegen der Schuld der deutschen Bau» gcoisie vor. während und nach d«m Krieg.(Sehr richtig! links.) Redner gibt dann Mitteilungen der Abschätzungskommission�b»» kannt. Daß in diesem Hause Vertreter der deutschnationalen Par« teien im Namen des deutschen Volkes Kritik üben, schädigt uns in den Augen des Auslandes.(Unruhe rechts) Es wird Ihnen be, keiner Gelegenheit geschenkt werden. Wir werden immer wieder darauf hinweisen, gerade weil Sit es nicht flören wollen. Ich bin überzeugt, daß mancher deutsch« Kapitalist ehr traurig wäre, wenn die Besatzung der Entente abgezogen würde. Die englischen Mafchinenqcwehre sind den Herten jetzt stbr willkommen, um den Streik der deutschen Arveiter'chaft zu brechen.(Große Unruh«, der Vorsitzende ersucht den Redner um Mäßigung.— Zurufe von links: Zensor! Weiter! Los!) Wenn diese Herren den deutschen Arbeitern heute zurufen, das Vaterland aufzubauen, so erklären wir, daß der Arbeiter kein Vaterland hat. Die Kosten für den O b e r a u« s ch u ß werden gegen di« Sttm» men der Deutschnationalen und der Unabhängigen von 20 auf 40 Millionen Mark erhöbt. Die dazu vorliegenden Ent- schließungen über die Zahl und Tätigkeit der Delegierten und über die vorzulegende Denkschrift werden angenommen.— Die Ent« schließuivt über die Wiederanstellnng der ehemaligen elsaß-lathrin« fischen Beamten wird angenommen, dosgleichen der ge- amt« Haushalt der Ausführung de» Friedens, Vertrages. Eingezangen ist eine Interpellation Trimborn(Zett- ;rui,U.u1b Genossen die sich gegen die beleidigenden Aeußerungen des Direktors der Reichsgetreidestelle der rheini chen Bevölkerung gegenüber, wendet. Das Haus vertagt sich. Donnerstag 1 Uhr: Interpellation Trimdorn, Gesetzentwurf über di« Autonomie Oberschlesien». Ol'. Max Adier: Engels als Denker ist soeben erschienen Prel« S.— Mark Buchhandkmg„Freiheit", Breite Str. 8— Y Grosser Lebensmiftelmark zu billigen Preisen, soweit Vorrat Konserven 2-PiiJnd-DoJt Suppen-Erbsen........@*3 Junge Erbsen.......... ysa Erbsen............. A�3 Bredi.Schnitibohnen G2S Leipziger Allerlei..,. 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Sonnabend: Fran Margit Komödienhans >.'.�8 U.: Die Sache mit Lola '"litt» mit:."n Feienberg iZosefine Tora a. G., Ortrud Wagner, Picha, Hasket, Ttieda, Äiper) Berliner Theater snuscnlli f) 7 Uhr: Die spanische Nachtigall Deutsch. KünstL-Theuter Allabendlich 7>/<, Uhr: Sie SSMuugSteiie (Max Adalbert, Trude Hselerbsrg) Rose-Theater ?>/, Ah-: Heimat ./.» Wus-Theater Ser WM einer M Slg.Z'f, u.: Der Hni-odroche _________ Ißrafet Alexandcriitr.21 Bhf. Jenno�ltrb. fÄ Gala- Sänger Neues Dperettenhaus Iltchtion Jen»«reo 1 Mm« Operette in drei Akten nach einem Motiv Petöfis von Fritz Grünbaum. Neßdeuz- Theater («nhithnf I-mnowikdracke, Uiuergrundbahnhof Klosterstr.) Täglich:'!,» Uhr: Die Freundin Senuingd U.! Die Frepndl». Ad Sonnndend, den Ü7. Nov. Codi) Wiirdenicres ffocher H�rnhanibUduns en lerni mit ihell Wetdici« aoioiutcv Blchci�H „Moweo4*. lttnntaea Siadi» lalmUivl für«maewnrzcl-o u. fchmee*!)« te«etden so Jahre bewührt. To e mit Nefestt. gungSpstaNer 4.- M. Otto KefcheX. Berlin 4,5 HO. f-Ilwenbahn�tr. 4. bar noch Hilfe im Sfotura —-tlikzilich Institut lärztliche Leitung). BlücherplatzZ.(Hallesch.Tpr.lv- t i— S, Sonnt. 11—1. Damen» zimmer separat. Jeder Kranke oerlange vr. mos. LUdvIgs Au? klärnngsschrist für W. 2.M im verschluss. Umschlag ohne Ausdruck. Angabe des Leidens erforderlich. j lZ»p»li leegxle. IdTTtord. 6S21 Spezia I-Ant »er». Schwüche, Sqphtti«.«»»»», ivl»l»»t»rs»dh»»Gen, Bestrahlungen mit Hllhenso»««, Bl»u.«. Alnseii-Lllht; S„r.s&c£ Dir. O. LSser, MUnzstr.9 nah» Blexanderplast. 91, d-S, eormtog» 9.1. 7)«mtn sepern! für Spezial-Arzt Haut« und alle aeechlechlslelden, Harn* und Bluluntersucbungen Dr. med. Karl Reinhardt Potsdamer Str. 117 uSÄ. S.. echflunden �:/,K—« edcnd«. Sonntag 1,1,— t Uhr. Aufklärend» Brefchllre mit Befchteidung(ämil. firilnctfolir.-n im verfchlsssene» Stu.ctt geg. Etnsendnng»on 9S. X— potloirci. Spezial-Arzt hartnäckige Harnleiden. Ausschlc »r. Sdotti Ar alle«eschledits, Haut-, Hern-, Fraueuleiden. Ausschlag. 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WllsiigStt ötrafte 47 Fritzi B!assary fDrlll Wirl, Hn.» A?afz. man», 3.11«» Brandt, emmi, etarm, oiff. engt) M »'/. Uhr: Sru Dia.olö ?uh.. ÜmMMillt... nachm. vrohiüe �ehitot«rung de, SBirtschaftileben» im Vordergrund« nahenden Industriezweigen immerhin zu beachten. Im Berg- °au bedeuten die 152000 Christen neben den 430 000 Mitgliedern alten Bergarbeiter-Verbandes sogar eine Macht, was u°ch deutlicher in Erscheinung tritt, wonn man bedenkt, daß die Ausdehnungsfähigkeit der Organisationen nicht mehr sehr groh Veide Verbände umfassen zusammen 588 000 Mitglieder. kommen die Gruppen der polnischen und Hirsch-Dunckerschen �rgarbeiter und dl« Angehörigen der freien Arbelter-Union, die Ebenfalls gerade im Bergbau eine gewisse Bedeutung erlangt hat. nach der Betriebszählung von 1907 in Deutschland 012 4 85 .�rgarbeiter beschäftigt waren, ist die Bergarbeiter- �aft. obwohl organisatorisch zersplittert, dennoch fast restlos ''flo niste ri Die Bedeutung der christlichen Bergarbeiter- ~*8anilat:on muht« dadurch anerkannt werden, dah ihrem Führ«. ?u» Abgeordneten I m b u s ch, ein Sitz in der Zentral« de» �"trrnationalen Bergarbeiter-Bunde» über- �gen wurde. Aus allen diesen Gründen habe« die Beschlüsse de, christ- (Jchen Gewerkschaftskongresse» in Essen, der am �vnntag begann, erheblich« Bedeutung. Im Bardergrund« de« Meresseg steht die Haltung der christlichen Bewegung zur Frag« � Cozialisierung. Die Frag« ist im Bergbau akut. ?' e g« x n, a l d. der das Thema in einem allgemeinen Referat führte, allerding« ohne auf die SoziaNfierung der Kohlenwirt- direkt einzugehen, erklärt« fich in vieldeutigen Reden ,»chie Umformung unserer Wirtschaft im Geist« de» sozia» Fortschritts und der Umwertung der Persönlichkeit ? Arbeitnehmers vom Objekt zum Mitträger der Wirt- chaft». z,« Arbeiter müsse Rutznieher und Teilhaber des Be- �«bes werden, aber die völlige Ueberführung der Wirtschaft in Besitz der Allgemeinheit sei„an sich schon ein« Utopie". Im JrOtnblick der sinkenden Produktivität aber sei sie unter allen -�ständen ein Wahnsinn. Stegerwald sprach fich für eine iWiressierunjj und Beteiligung der Arbeiter aus und erklärte d i e tle sympathisch. Eine kollektiv« Vertretung t Arbeiter-AktionSre müsse in jedem einzelnen Werk««inge. Nchtet werden und zur Sicherung der Position der Arbeiter.«. nonar« sei eine Bolksbank zu schaffen, die verhindere, dah die Aktien wieder in die Hände der Unternehmer zurückkämen. Das ist eine Absage an den Sozialtsmn», wa« wir nicht näher darzulegen brauchen, nachdem wir in den letzten AZochen immer wieder dargestellt haben, dah all« dies« angeb- iichen Zwischenformen zwischen kapitalistischer und sozialistischer Wirtschaft nichts anderes find als die Verhinderung der �ozjalisierung. Die Haltung de« christlichen Bergarbeiter- ■krbandes im Kampf« um die Sozialifierung wird mithin eine Mst unsicher« und zweideutig«. Als Mitglied der deut- lchen christlichen Gewerkschaftsbewegung wird Herr Imbufch und mit ihm fein christliches Bergarbeitergefolg« dieser Tendenz de» Herrn Stegerwald folgen müssen, der wiederum nicht so reden würde, wenn ihm nicht die Stimmung jener Mächte bekannt wäre, die in der christlichen Arbeiterbewegung den Ton angeben. Als Mitglied de» Internationalen Bergarbeiterbunde» aber ist Herr Imbufch auf die Beschlüsse de» Genfer Internationalen Berg- arbeitertag«» verpflichtet, die für die Durchsetzung der Eoziali- fierung de» Bergbaues jedes Kampfmittel bi» zum inter- nationalen Bergarbeiter streik in Aussicht genommen haben. Die deutsch« Arbeiterschaft wird also den Christen scharf aus die Finger zu sehen haben, und in den Bergrevieren muh schon jetzt eine stark« Propaganda für die Soziali- sierung und gegen jene Pfuschereien, die Sozialifierung vo» täuschen sollen, beginnen, wenn es im entscheidenden Augenblick ge- lingen soll, auch die christlich« Bergarbeiterschaft für den Kampf um die Sozialisierung der Kohlenwirtschast zu gewinnen. von anderen wichtigen Beschlüssen de« christlichen Gewerkschaftv- kongresses ist eine Entschliehung hervorzuheben, die sich mit der Technischen Nothilf« beschäftigi Die Entschliehung er- klärt die Gewerkschaften für unfähig, die Verantwortung für die Verrichtung von Notftandsarbeiten bei Streiks in lebenswichtigen Betrieben zu übernehmen, und fordert deswegen„den zweck- mähigen Ausbau einer unter reichsbehördlicher Leitung stehenden technischen Rothilf«". Bis jetzt hat diese Entschliehung erheblichen Widerstand in den Reihen der Delegierten gefunden. Man hat daher nach den bisherigen Berichten noch nicht gewagt, fie zur Abstimmung zu bringen, sondern hat fie zurückgestellt. Dah die Leitung de» Kongresse? diese Resolution nicht der Gefahr einer Ablehnung aussetzen wollte, sondern sie einstweilen aus dem Feuer des Gefechts gezogen hat. spricht für eine stark« Stimmung dieser Kongrehleltung zugunsten dieser Entschliehung. Auch hier wird die endgültig« Entscheidung sehr wichtig sein. Di« christlichen Gewerkschafter aber schicken fich an. ihr« B«- wegung auch p o li t i s ch fester zu fundamentieren. Steger- wald propagierte in seiner grohen Red« die Gründung einer christ- lich-notionalen Volks Partei, die von dem evangelischen wie von dem katholischen Volksteil gleicherweise getragen sein soll. Um diesen Plan zu verfolgen, hat der Kongreh ein p a r l a- mentarisches Komitee geschaffen und die Gründung einer eigenen politischen Tageszeitung in Ausficht genommen. Wie weit dies« Absichten fich in die wirklichkeif umsetzen«erden, steht noch dahin. Schon der G-dank« bringt die Führer der christlichen Gewerkschaftsbewegung in einen Gegensatz zum Zentrum. dem fie bisher bedingungslos folgten. Stegerwald ist sich dieses Gegensatze» vollkommen b-wuht und er deutete an, dah er die längste Zeit Wohlfahrtsminister in PreuHen gewesen sei. wa» er gegenwärtig nur sein kann als Vertrauensmann der Zentrums- partei. Danach scheint es ihm und seiner nächsten Umgebung mit den anaedeutet-n Absichten durchaus ernst zu fein. Es soll, er- klärt« Stegerwald. keine neu« Klassenpartei geschaffen wer- den. sondern ein« Partei, die fich an alle Klassen und Berufe wendei Di« neu» Partei soll die schwer»ermihte groh« Volks- und Regierungspartei schaffen. Um hierfür die Loraussetzungen zu schaffen, soll die Partei ihre Ziel« so stecken, dah alle ihr anaehäre» können, die demokratisch, sozial und christlich denken.'' Also ein groher Kuddel- muddel, von dem man noch nicht wissen kann, welchen Platz er im Aufmarsch der Parteien einnehmen wird. Nach den Aus- führungen Stegerwald jedoch wird sie eher eine Gefahr, denn ein« Stärkung der sozial und politisch vorwärtsdrängenden Kräfte darstellen. Mag dieser Kongreh zu End« gehen wie immer. Möge« seine Beschlüsse im einzelnen so oder so ausfallen, er hat da» Verdienst, die Bedeutung der christlichen Arbeiterbewegung in Deutschland von neuem ins Licht gerückt zu haben. Die sozialistische Arbeiter- dewegung, die Gt>w-rkschof!sb«wcgung sowohl wie die politische« Parteien, werden ihre Propaganda unter de« christliche» Ar- heitern von neuem verstärke» müssen. Durch den Arbeit»- gemeinschastspakt find die Beziehungen zwischen freien und christ- lichen Gewerkschaften so freundschaftlich-nachbarlich geworden, daß für di�nur gewerkschaftlich interessierten Massen ein Unterschied kaum noch m Erscheinung triti Nicht zuletzt darauf dürfte der starke Zuwach» der christliche« Ge- werkschaftebewegung zurückzuführen sei«. Es ist notwendig, dah da» aufhört. Wir propagieren nicht de» Terror, aber wir müssen uns davor hüten, dah dies« freundschaft- liche« Beziehungen zwischen den Eewerkschaftsrichtungen die Pro- paganda für den Sozialismus hemmen. Der Kampf um die So- zialifierung der Kohlenwirtschast kann die Gelegenheit bieten, um von neuem mit starkem Elan werbendfvrdenSozialis» m u» unter den christlichen Arbeitern, vor allem unter der«nt- scheidenden Gruppe dieser Bewegung, unter den Bergarbeitern aufzutreten. Die Beamten und das Streikrecht Genosse Eduard Zachert schreibt uns: Bon ve�chiedenen Sei» ten, so auch durch die Broschüre des Zentrumvabgeordnete« A l l e» kotte„Die Beamten und da» Streikrecht" wird versucht, den Beamten einzureden, fie hätten das Streikrecht nicht. Diese An- ficht ist eine irrige. Sowohl die Bolksbeauftragten als auch andere Regierungevertreter habe« ganz klar ausgesprochen und verfügt, daß auch die Beamte» das Koalittonsrecht haben. Auch die Verfassung bestimmt da». Der Artikel 128 bautet: „Allen Beamte« wird die Freiheit ihr« politisch«« GesimtunG und die verrinigungsfreiheit gewährleistet." Selbstverständlich haben die Beamten dadurch auch da« Streikrechi Sie haben ihre Organisationen gegründet, nicht. um sich gesellig zu vergnllgen, fondern um ihr» geistigen-»d wirt- schaftlichen Interessen mit allen gesetzlich erlaubten M i t t e l n zu vertreten. So steht es wenigstens in den Satzungen und die Beamten werden, wenn nichts anderes mehr hilft,«ttijh von dem Etretkrecht Gebrauch machen. Der Hinweis Allekotte» in seiner Broschüre auf den Abwehr- streik und die Erklärung für den Ex ist enzstreik, welch« nach Allekotte- Ansicht keine Streik» find und nicht als Bei- spiel herangezogen werden dürften, sind nicht stichhaltig. Gewiß war der Generalstreik der Beamten während de» Kapp-Putsche» kein eigentlicher Streik Die Arbeitseinstellung war ja v o« d« r Reichsregierung angeordnet worden. Aber dies« Hinweis besagt nicht, dah die Beamten da» Etretkrecht nicht hätte«. Wäre da» der Fall, dann wäre das ausdrücklich in der Verfassung bei dem bezüglichen Beamtenparagraphen angeführt worden. Selbstverständlich find fich nun die Beamten des durch Streik» verursachten wirtschaftlichen Schaden« vollkommen bewuht und auch «in Generalstreik der Beamten sEisendahn und Post), würde den ganzen Verkehr zum Stillstand dringen und der schwerste wirt- schaftlich« Schaden für die Allgemeinheit, einschließlich selbstver- ständlich der Streikenden selbst, würde eintreten. Da» hat wohl auch die Beamten-Organifationen bis jetzt davon abgehalten. trotz der großen w i r t f ch a f t l i ch« n N o t l a g e. in der fich die unteren und zum Teil die mittleren Beamten, letztere in den An» fangsgehältern, befinden, zum Generalstreik aufzurufen. Aber sollt« de« herrschende« Schichten nicht zu« Bewnßtsetn komme«, in«elcher traurigen wirtschaftlichen Lage sich die Beamten be» finde«, dann wird auch durch den Generalstreit«ersucht«erde« «llsse«, zu einer besseren Ledeuslag« zu kommen. Oft genug sind die Vertreter der Beamten-Organifationen zu der Regierung gegangen und haben die Notlag« der Beamten und die sich daraus ergebenden verhängnisvollen Folgen hingewiesen. Beziehen doch die Beamten bis zur Gruppe 5 so„bescheidene" Ge» hälter. nicht nur jetzt, sondern schon jahrelang, die nicht aus» reichen, um die primitivste Existenz zu fristen. Di« Not ist bei diesen Beamten so groß, daß sie zum Teil vor dem wirtschaftlichen Zusanimenbruch stehen. Da, ist der Regie» ruag bekannt oder es tntth ihr»ekauut fein, denn es ist ihr wieder» mitgdeUi worden. Sollt« nun der herrschenden«esellschaftsschtcht in der zwölfte» Stund« nicht die Einficht kommen, daß hier dringend Abhilfe ge- schehen muß. so werden die Beamten auch von dem Streikrecht Gebrauch machen. Aber die Folge« eines solchen Streike» werf« man nicht den Beamten vor. sondern den herrschende« Faktoren, die trotz der Finanznot immer noch Milliarde« für uuprsduktioe Siurichtllngen hinwerfen, aber den berechtigsten Forderunge« der angeführten Beamtengruppen bisher kein« Rechnung getragen haben. *\ Hunger Roman»ob Itnul Hamsun. .»Beeilen Sie fich!" sagt er und sieht auf seine Uhr.„Ich wbe auf den Zug gewartet', jetzt höre ich. dah er kommt. . Ich nahm das Geld: ich war gelähmt vor Freud« und 'Wte kein Wort mehr, ich dankt« nicht einmal. »Deshalb brauchen Sie sich gar nicht zu genieren." sagt der Kommandeur" endlich:„Sie können ja dafür schreiben." Damit ging er. Als er ein paar Schritt« gegangen war, ftel mir ein. dah .ch ihm nicht einmal für diese Hilf« gedankt hatte. Ich ver- uAte, ihn einzuholen, konnte aber nicht schnell genug vor- f�rts kommen, meine Beine knickten zusammen, und ich war fortwährend nahe daran, auf die Nase zu fallen. Er ent- sich immer weiter. Nun gab ich den Versuch auf, �°tlte ihm nachrufen, hatte aber nicht den Mut dazu, und ich mir dann endlich ein Herz fahte und rief, einmal. rief, war er schon zu weit fort, und meine Stimme "ar allzu schwach. ,,Zch stand aus dem Trottoir und sah ihm nach und weint« vor mich hin. So etwa» ist mir noch nicht vorgekommen. °gtc ich.u mir. er hat mir 10 Kronen gegeben! Ich ging fUruck und stellte mich dorthin, wo'er gestanden, und ahmt« � seme Bewegungen nach. Und ich hielt mir den Zehn- �nenschein vor die Augen, besah rhu von beiden Seit«» fing an zu fluchen— aus vollem Halse zu fluchen, dah � tanc Richtigkeit mit dem habe, was ich in der Hand hielt, war ein Zehnkronenschein..«, � J&W> darauf- vielleicht auch erst f-h* lange darauf. 66 mar überall schon ganz still geworden— stand ich biiiam üenug vor Nr. 11 Tomtegaden. Als iih einen Augen, W gestanden und mich besonnen und darüber gewmScrt trat ich zum zweitenmal in diese Tur, direkt m.. Wirt- M.und Logis für Reisende". Hier bat ich um Unterkunft ** bekam sofort«in Bett. �••• �"nenfecln und Stils,, ein wundersam klarer Dag De, fort: überall Lust und Leben und fröhliche«e- H®kn und Lachen. An« den Ftm�nen stiegen die lich""prahlen in Bogen nnf, gülden von der Sonne, blau. Ii.» blauenden Himmel... V., Don? die Mittagszeit trat ich au, meinem?ogw n der W�gade. wo ich noch wohnte, und begab � Zch war lu/d« Sichsten Stimmung und trieb mich den ganzen Rachmittag in den belebtesten Straßen um» her und sah mir die Menschen an. Noch vor 7 Uhr abend» machte ich einen Spaziergang nach dem St. Olafsplatz und sah heimlich nach den Fenstern in Nr. 2 hinauf. In einer Stunde sollte ich fie sehen! Während der ganzen Zeit ging ich in einer leichten, wundersamen Angst umher. Wae würde Seschehen? Wa» würde ich sagen, wenn sie die Trepp« erunterkam? Guten Abend. Fräulein? Oder nur lächeln? Ich beschloh. es beim Lächeln bewenden zu lassen. Selbst- verständlich würde ich mich tief vor ihr verbeugen. Ein wenig beschämt darüber, schon so früh unterwegs zu fein, schlich ich fort, ging kurze Zeit in der Karl-Johann» Strohe auf und ab und behielt die Unioerfitätsuhr im Luge. Als es 8 Uhr war. ging ich die Univerfitätsstrah« wieder hinauf. Unterwegs fiel mir ein, dah ich vielleicht ein paar Minuten zu spät kommen könne, und nun schritt ich au», so gut ich vermochte. Mein Fuh schmerzt« mich sehr, sonst fehlt« mir nichts. Ich fahte Posta an der Fontäne und schöpft« Atem: lange stand ich dort und sah nach den Fenstern in Nr. 2 hinauf; aber fie kam nicht. Nun. ich konnte ja»arte«: ich hatte keine Eil«: vielleicht hatte fie Abhaltung. Und ich wartete wieder. Das ganze hatte mir am Ende dock nicht bloh geträumt? Die erste Begegnung mit ihr hatte ich doch wohl nicht nur in der Einbildung gehabt, als ich jene Nacht im Fieber lag? Ratlos fing ich an darüber nach- zudenken und war meiner Sache durchaus nicht mehr sicher. „Hm!" sagte es hinter mir. Ich vernahm dieses Räuspern, vernahm auch leichte Schritte in meiner Näh«: aber ich drehte mich nicht um. fon- dern blickte nur unverwandt auf die große Treppe vor mir. „Guten Abend!" sagte es darauf. Ich vergesse zu lächeln, greife nicht einmal sofort nach meinem Hut. sondern wundere mich nur darüber, sie von jener Seite kommen zu sehen. J&aben Sie lang« gewartet?" fragt fie und keucht ein ivenig nach dem schnellen Gang. «Nein, durchaus nicht, ich bin erst einen Augenblick hier," emgegenete ich. «Und außerdem, was hätte es geschadet, wenn ich lang« gewartet hatte? Ich glaubte übrigen», dah Sie von einer andern Seite kommen würden" aberid' �ch�zu�Hau 5" Familie begleitet, fi« ist heute iüotc irfi Jetzt iiug«'«ir unwillkürlich an zu gehe«. An Straßenecke steht«in Polizeidien« und steht uns an. der „Aber wohin gehen wir denn eigentlich?" sagt fi« und bleibt stehen. „Wohin Sie wollen, nur wohin Sie wollen." „Uf. ja, aber es ist so langweilig, das selbst zu bestimmen." Pause. Dann sage ich, nur um etwas zu sagen: „Oben bei Ihnen ist es dunkel, wie ich sehe." „Ja. ach ja!" entgegnete fie lebhaft.„Das Mädchen hat auch Erlaubnis zum Ausgehen bekommen. Ich bin also ganz allein zu Hause. Wir stehen beide und sehen nach den Fenchern in Nr. 2 hinauf, als wenn keiner von uns sie je zuvor gesehen hätte. „Können wir dann nicht zu Ihnen hinauf gehen?" sage ich.„Ich weiche mich dicht an die Tür setzen, wenn Sie wollen." Jetzt aber bebte iH vor Erregung und bereut« tief, dah ich zu frech gewesen. Wie, wenn fie nun böse wurde und von mir ging? Wenn ich fie nie wieder sehen durfte? Ohl der elende Anzug, den ich trug! Verzweifelt wartete ich auf die Antwort. »Sie brauchen durchaus nicht neben der Tür zu fitzen." sagt st«. Sie spricht geradezu zärtlich und sagt genau die Worte: Sic brauchen durchaus nicht neben der Tür zu fitzen. Wir gingen hinauf. Draußen auf dem Gang, wo es dunkel war. nahm fie meine Hand und führt« mich. Ich brauch« gar nicht so still zu sein, sagte sie. ich dürfe sprechen. Wir traten ein. Wäbrond sie eine Kerze anzündete— keine Lampe, sondern ein« Kerze— während fie dies« Kerze anzündete, sagt« sie mit kurzem Auf» lachen: .»Jetzt dürfen Sie mich aber nicht ansehen. Uf, ich schäme mich! Ah« ich will es auch nie wieder Wb?" »Wag wollen Sie nie wieder tun?" «Nie wieder... nein, Gott bewahre«ich... ich will Sie nie wieder küssen." „Nicht?" sagte ich, und wir lachten beide. Ich breitete die Arme nach ihr au», fi« sprang zur Seite, schlüpfte auf die andere Seit« de» Tisches. Wir blickten uns einen Augenblick an. da» Licht stand zwischen uns. „Versuchen Sie, ob Si- rtich fangen können." sagte st«._ Und unter laute«- Catijen versuchte ich. st« zu haschen. Wäh» «nd fi« umher:..,, löste st« de» Schleier und nahm den Hut at: ihr« funkelnden Augen hingen fortwährend an mir und überwachten meine Bewegungen. Ich«acht« einen neuen Ausfall, stolperte über den Teppich and fiel;«ein wunder Fuß wollte mich nicht mehr tragen. Aeuherft verlegen stond ich wieder auf. fÄörtfeinuMi fofoL) » Jr" Der Gesundungsprozetz Eine neue Absage an Moskau E. W. Sinoojeo mußte in Halle sehr wohl, daß auf diesem Parteitag mehr zur Entscheidung stand als nur die Zerreißung der Unabhängig n Sozialdemokratischen Partei. Für ihn bestand kein Augenblia ein Zweifel darüber, daß die Eroberung eines möglichst großen Teiles unserer Partei für die kommunistische Internationale den ersten Schritt zur wirklichen Eroberung der europäischen Arbeiterschaft darstellte und ein solcher Sieg die erste notwendige Voraussetzung für die angestrebte Machterweite- rung der Internationale war. Diese richtige Erwägung nur hat Einowfew in Halle denn auch in erste: Linie bestimmt. Thesen und Bedingungen der kommunistischen Internationale sorgsam zu verhüllen und so auch den wahren Charakter Moskaus zu verleug- nen. Insbesondere verwahrte stch Sinowjew wiederholt und nach- drücklich gegen den von uns erhobenen Vorwurf, die Führer der kommunistischen Internationale würden stch Diktaiorengewalt über die anderen Landesparteien anmaßen.„Es fällt uns nicht ein", führte Sinowjew wörtlich aus,„mit einem Diktat zu kommen. Es fällt uns nicht ein, wie ihr uns unterstellt, daß wir beabstchtigen, einfach in Moskau auf den Knopf zu drücken, und daß die Arbeiter dann zu tanzen haben, wie wir pfeifen, weil wir nicht solche Dummköpfe stnd." Ja, Sinowjew ging sogar noch wei- ter und erklärte, daß der Kongreß dem Exekutivkomitee die Be- fugms erteilt habe, nicht nur weitgehende Toleranz auszuüben, sondern auch neue Verhandlungen über die Bedin- gungen selbst zu führen. Diese überraschende Eröffnung hatte Sinowjew in kluger Berechnung bis zuletzt aufbewahrt. Sie follte die letzten Zweifler an dem ehrlichen Willen Moskaus zur dritten Internationale herumreißen und zweifellos hat Sinowjew damit den Kongreß am meisten verblüfft. Der rechte Flügel ließ stch aber auch durch diesen Kniff nicht einfangen. Man durchschaute dies als Bauern- fängerei und Hilferding erklärte in seiner Erwiderung mit großer Bestimmtheit, daß die neue Erklärung Sinowjews nur das schärfste Mißtrauen erwecken müsse. Die Berechtigung dieses Mißtrauens hat sich schneller erwiesen als irgend jemand damals wohl zu erwarten wagte. Der Triumph Sin?wjews über die Parteitagsmehrheit hat seine Verwegenheit ins maßlose gesteigert. Nicht nur. daß er in zwei Briefen den Vizepräsidenten der dritten Internationale, den Genossen S- r r a t t. einfach aufforderte, seiner abweichenden Ueberzeugung plötzlich zu entsagen und daß er ihm für den Weigerungsfall den schnellten Kampf ansagte, nein. Sinowjews Kampfesmut war nach Halle so gesteigert, daß er seinen Fehdehandschuh auch dem leitenden Redakteur R o b s vom Züricher..Volksrecht" und dem Redak- teur Schneider vom Vasler„Vorwärts", die sich ihm beide nicht vorbehaltlos genug den Bedingungen fügen wollten, hinwarf. Dem„Volksrecht", von dem Sinowjew sagt, daß es„bisher ein anständiges Blatt war", warf Sinowjew u. a. vor.„dummes Zeug über Genossen Enver Pascha" aufgenommen zu haben. Weiter schrieb er.' „Do» Beispiel von Halle wird hoffentlich auch für Sie lehr- reich genug sein. Aus meiner Rede, die ich Ihnen sende, werden �ie unseren Standpunkt sehen. Thesen von Schneider ab- solui unannehmbar. Ohne die Ereulichs, Pslügcr und ndere Noske- Sch idemänner direkt auszuschließen, können -ie selbstverständlich in die Dritte Internationale nicht kom- wen. Keine Rede! Also, eomiltia sine qua non— Ausschluß der Rechten. Wenn Sie darauf elng.'hen, so werden wir unfern Anhängern raten, mit Ihnen einen Block zu bilden. Wenn Sie daraus licht eingehen, so bleibt uns nichts übrig, als oie ebenso zu bekämpfen wie die Crispien- i t t m a n n." Offenbar scheint Nobs aber diese letzte Drohung, die Sinowjew ja auch schon gegen den Vizepräsidenten der dritten International« selbst ausgestoßen hat. nicht zu fürchten. In einer langen, dem Briefe Sinowjews angehängten Erklärung verteidigt Robs ebenso sachlich wie bestimmt seine Haltung und legt dabei fol- sende? Geständnis ab: „Aus dem Brief des S'nosien Sinowjew ersehe ich. daß mein Standpunkt und der Antrag, den ich im schweizerischen Parteivorstand vertrat(Uebereinstimmung mit den Prinzipien der dritten Internationale, Anschluß an diese, Unterhandlung mit dem Exekutivkomitee betreffend die 21 Bedingungens hin- fällig sind, da das Exekutivkomitee selbst kein Unterhandeln will, sondern die Spaltung zur Vorschrift ma cht. Es ist nicht so. wie ich mit vielen anderen Parteigenossen geglaubt habe, daß die 21 Bedingun- gen eine Interpretation zulassen, daß sie nicht buchstäblich zu nehmen seien. Run wissen wir, daß die dritte Internationale aon uns das sofortige, ungesäumte Zerreißen inserer politischen Organisation, die Parteizerstörung ns zur gebieterischen Pslicht macht, ohne deren Er- üllung wir nicht in die dritte Internationale ausgenommen oerden können." Weiter weist Robs auf sein bisheriges Wirken in der Richtung »er Unterstützung Sowjetrußlands und des Anschlusses an die »ritte Internationale hin und bemerkt: . llm o mehr erfüllt es mich mit Schmerzen, daß die drtrte Internationale h:ute meines Erachtens in unzuverlässiger, in zuweitgehender Weise die Lan- ze«Parteien r e g i c r t u n d damit die prolelari- sche Bewegung schädigt... Den Befehl zur Spaltung könne er weder gutheißen noch voll- � An" die von Sinowjew an Serrati gerichteten Briefe erinnernd. in denen dieser aufgefordert worden sei,„das Maul zu halten oder gleich behandelt zu werden wie Crispien und Dittrnann". meint Robs: „Aber wo kommen wir hin. wenn in einer Dr- ganisation ein Genosse nicht einmal mehr das Recht und die Möglichkeit haben soll, seine Meinung zu sagen? Ohne mich irgendwie dem von mir hochgeschätzten Genossen Serrati an die Seite stellen zu wollen, möchte ich doch sagen: Es ist uns beiden gleich gegangen. jahrelang« Unterstützung Sowjet-Rußlands und der dritten Internationale und hundert Artikel und Reden gegen bürgerliche und rechtssozialistische Angriffe zählen nicht. Das erste Mal. wo man eine abweichende Auffassung bekundet wo man. ein Wort der�v itik äußern möchte, wird einem »er Mund zugem a 3ft. Kann man denn in einer Partei oder internationalen Organisation j«in, nur um Hurra zu schreien? Darf strenge mi!� !«irische Disziplin so weit gehen, ohne die Grundlage einer G«' lnnungsgemeinschaft, wie es eine Partei ist, zu untergraben, jje Ueberzeugung und das Gewissen des einzelnen auszu- schalten?".... Rod» glaubt feststellen zu können, daß sich seit dem J®"! Kongreß eine tiesgehende Aenderung in der Taktik der drnt Internationale vollzogen habe. Den vor zwei Monaten von diesem an die italienische Partei ergangenen Befehl halte er m«yi nur für einen verhängnisvollen Mißgriff und Fehler,„ s o n o» für ein lleberspannen und Verzerren der inrer- nationalen Verpflichtungen und Rechte«m Prinzip. Aus dem einen Extrem der alten bedingungslosen zweiten Zniernnationale ist man nun glücklich ins andere Extrem verfallen, nämlich angeschlossenen Landesparteien sogar den Zeitpunkt der Revolution vorschreiben zu wol- l e n. Die italienische Revolution hat sich so undiszipliniert gezeigt, nicht auf Befehl des Exekutivkomitees zu erscheinen." Alle diese Erwägungen und eine Reihe anderer Argumente be- stimmen Rods, dem Briefe Sinowjews ein„Nein" entgegenzu- stellen. Die dritte International« habe in neuerer Zeit Wege eingeschlagen, denen er als Parteigenosse nicht folgen könne..Lei- der", so schließt Nobs bedauernd,„ist bisher die Beitrittsfrage viel zu wenig unter dem Gesichtspunkt der 21 Bedingungen, der auf- gezwungenen Parteispaltung, der unerhörten Einschnürung der Rechte des einzelnen Parteigenossen wie der angescklosienen Landesparteien betrachtet worden. Ich zweifle nicht, daß nach den neuen Tatsachen, wie sie gerade aus den Briefen Sinowjews und der strikten Vorschrift zur Parteispaltung hervorgehen, noch manche an- dere bisherige Anhänger der dritten Inter- nationale ihren Entscheid sich vorbehalten und einer neuen Prüfung unterziehen werde n." Das hierin liegende Geständnis ist uns doppelt wertvoll, denn gerade uns ist bisher als hauptsächlichster Vorwurf entgegengebal- ten worden, daß wir die Beitrittsfrag« zu sehr unter dem Gesichts- punkt der 21 Bedingungen und ihrer Wirlungen betrachtet haben. während der Großteil der Anschlußbefürworter mit einer leichten Handbewegung über sie hinwegging. Auch Sinowjew hat in Halle erklärt, daß die Frage, ob es sich um 18 oder 2l Bedingungen han- dele, schließlich untergeordnet sei. Der in dieser Erklärung und seinem jetzigen Verhakten liegende Widerspruch ist greifbar. Ferner hatte Sinowjew in Halle erklärt, daß. falls von der schweizerischen Partei noch Verhandlungen gewünscht wurden, es Pflicht der Exekutive sei, darauf einzugehen. Aus seinem an Ziobs gerichteten Briefe, der auch für Schneider Geltung hat, wie Sinowjew ausdrücklich bemerkt, geht hervor, daß diese Erklärung nur eine Lüge war. Moskau will kein Verhandeln, Moskau will die glatte Unterwertung. Moskau duldet keine Meinung neben der seinen. Es ist bezeichnend, daß dieses Bestreben im Ausland schon heute aus heftige Widerstände stößt und daß die dritte Internationale dort keine so willfährigen, sklavisch gehör- chenden Elemente findet wie in Halle. Die von Rods ausgesprochene Hoffnung, daß schon heute viele bisherige Anhänger der dritten Internationale zu einer Revision ihres Entscheids gelangen muß- ten. können auch-wir mit Zuversicht aussprechen. >Na Der Prinz-Prozetz Dritter Verhandlungstag. Beginn der gestrigen Verhandlung bittet Heinrich S k l a r z noch einmal vernommen zu werden, da er osfenbar in der letzten Sitzung mißverstanden worden sei. Nach kurzer Be- ratung beschließt das Gericht, den Zeugen noch einmal das Wort zu gestatten. Heinrich Sklarz sührt aus. daß der Zeuge Vater Ende September von Prinz zu ihm in die Wohnung ge- schickt sei. weil Prinz von dem Zeugen 10 000 M. zur Flucht nach Holland haben wolle.— Der Vorsitzende erklärt jedoch, daß diese Aussage mit der Verhandlung nichts zu tun hätte. Der Staatsanwalt H« y n e r weist den Angeklagten darauf hin. daß er nicht nur aus% 270 Str.-G.-B., sondern auch aus K 207 fllrkundenfälschung) und 208 fschwere Urkunden- f ä l s ch u n g) bestrast werden kann.— Iustizrat Werthauer gibt für den Nebenkläger Scheidemann die Erklärung ab, daß eine Beleidigung auch darin erblickt wird, daß sich eine Abschritl des angeblichen Original-Mordbefehls, in der Bro- schüre befand, dt« Prinz dem Rechtsanwalt Nübell übergab. Der nächste Zeuge, der Bauführer H a f f o v. T y s zk a, der feiner Zeit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in der Redaktion der„Roten Fahne" verhaftet hatte, wurde zu seiner Vernehmung aus der Haft vorgeführt. Er gibt an:„Ich habe einen solchen Befehl gehabt, aber ich habe ihg erst später bekommen. Damals. in Dezember 1918, hatte ich meinen Befehl vom Kommandeur des 2. Garderegiment» z. F. erhalten, der öffentlich in der Parole bekannt war, daß derjenige, der Karl Liebknecht und Rosa Luxem- bnra oerhaste and erschieße, als Belohnung 109 000 M. und eine Freftahrt nach Holland erhalte." Der Zeuge schilderte dann die näheren Einzelheiten bei der Verhaftung Luxemburgs und Lieb- knechis und das Dazwischentreten des Angeklagten Prinz.— Vors.: Der Angeklagte behauptet, er hätte Sie damals ver- haftet.— v. T q> z k a: Das ist ausgeschlosien. Ich erhielt erst einen Ausweis von Hauptmann Marx, auf Grund dchfen mir vom Sturmbataillon 21 Mann für einen g e h'e i m e n Auftrag zu stellen feien. Den speziellen Befehl erhielt ich von der Krim!- nalabteilung im Kronprinzenpalais, in der drei Herren saßen. «in Leutnant Licht enstein. Herr Molkenbuhr jun. und ein dicker Herr, dessen Namen ich nicht kenne. Bon welchem Herrn ich den Befehl bekommen habe, kann ich nicht sagen. Unser« Ab- teilung. zu der ich. Leutnant Gürgen und die 21 Mann vom Sturmbataillon gehörten, sollten die 100 000 Mark Belohnung bekommen. Und zwar sollte Georg Sklarz ö0v00 M. und Scheidemann ebenfalls 50 000 M. geben. Das Geld sollte vom Zahlmeister Sonnenseld ausgezahlt werden. Tnszka verwickelt sich bei seinen weiteren Aussagen öfters in Widersprüche gegen früher gemachte Angaben. Er entschuldigt dies mit der Be- eWlussung. der er überall ausgesetzt fei. Auf die Frage, ob auch noch andere Leute Geld gestiftet hätten, antwortet Tpszka:„Jawohl, zum Beispiel die Gehriidee vor. chardt in der Französischen Straße. Herr Hans Borchardt fragte mich jeden Tag. ob die Bande noch nicht erledigt fei. Sie stellten mir chr Auto zur Verfügung und schickten mir Kisten voll Lebensmittel und Sekt." Auf«ine Frage des Rechtsanwalts Nübell erklärt der Zeuge T y s k a weiter, daß seine Abteilung lediglich zu dem Zweck gegründet worden sei. die Kommunisten- führe» zu ermorden. Rechtsanwalt Nübell:„Wer hat die Abteilung gegründet?"— T v tzk a:„Leutnant L i ch t e n st e i n. der Abgeordnete Molkenbuhr und Leutnant Fischer. Die Mittel kamen au« dem Reichsweheministerium." Hierauf wird Gerichtschemiker Prof. Ieserich als Sachver- Sandiger über die vorliegenden«christstucke vernommen. Seine fussagen erbringen keine neuen Gesichtspunkte. Aufsehen erregte die Vernehmung des nächsten Zeugen, des jetzigen Detektivs I u e r g e n. �er früher Offizier beim Nach- richtendienst der Kommandantur war. Er erklärt: Nach Ausbruch der Revolution kam ich als Leutnant zur Kommandantur und sollte dort einen Nachrichtendienst einrichten, der übrigens nichts m,t der Republikanischen Soldatenwehr zu tun hatte. Offi- Zell nannte er sich Nachrichtendienst, inoffiziell aber war es unlere Aufgabe. Material gegen die Führ», der linksstehenden Parteien zu lammaln und gegen sie zu arbeiten. Uns wurde ktändig ge- sagt: Alles was ihr macht, macht ihr auf eigene Kap p e. V o rs.. Sollten Sie die Leute auch beseitigen? Zeuge: Es bestanden damals Stellen zur Beseitigung gewisser Personen. Es waren Finanzleute, die einen Bund gegründet hatten. und Agenten für ihre Zwecke suchten.— Vors.: Hatte der Stadt- kommandant Fischer Austräge für die Regierung übernommen? — Zeuge: Leutnant Fischer hatte viel tn der Reichskanzlei zu tun und brachte von dort seine Aufträge mit.— Vors.: Sie hatten auch den Auftrag, Ledebour zu verhasten und zu beseitigen? Seuge: Ich hatte den Auftrag, ihn zu verhaften und von der WasseGebrauch z u machen, wenn er sich"'cht fügt«. Staatsanwalt Heyner:„Sie haben damals vor dem Unter- suchungsausschuß der Preußischen Landesversammlung von einer Mörder liga gesprochen."— Zeuge:„Jawohl, diese Liga hat sich Ende Dezember 1018 oder Anfang Ja- nuar 1919 gebildet."— Rechtsanwalt Nübell:„Wer war denn da? eigentlich?"— Zeuge:„Dazu gehörte die Bereinigung zur Bekämpfung des Volichewivmu« und deren Zochter- aejeltjchaft, Liga zum Schatze der deutschen Kaltar." SL-B. Prö l l: Von welcher Seile ist Ihnen denn nun der Befehl zuge- gangen?— Zeuge: Ich möchte betonen, daß uns niemals ei« Vefebl schriftlich gegeben ist."— v. Tyszka ruft dazwischen:..A« dem Abend vor der Verhaftung Liebknechls und Luxemburgs habe« Sie doch aber selbst erklärt, daß Sie stch auf nichts M ü n d» l t ch e s einlassen, und haben etwas Schriftliches verlangt, damit jeder fein richtiges Teil bekäme."— Zeuge I u e r g e n:„v. Tyfzk« verwechselt die Verhaftung Liebknechts und Luxemburgs im De- zember 1918 mit der Ledebours im Januar 1919. Ich hafte nur mit der Verhaftung Ledebours etwas zu tun. Die Ver- Haftung Liebknechts und Luremburgs ging gar nicht von mein« Abteilung, sondern vom Eden-Hotel aus. Außerdem gehörte c« der Republikanischen Soldatenwehr am 8. und 9. Dezember now gar nickt an." Der Zeuae. dem dann der angebliche Mordbefehl voro-s-'vt wft"«rflSrt dnft fr fij-Un vi» v e l» b!> v finf"' Zu sehr bewegten Auseinandersetzungen, die vielfach durck starke Bewegung im Zuhörerraum unterbrochen wurden, kam es bei der Beweisaufnahme über die Aussage der Braut des Am geklagten. Hilde Plaumann. die bekanntlich kurz nach ihrer Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft auf eine noch nicht g«- llärte Art ans dem Leben geschieden ist. Die Auslagen des Film- jchauspiclers Bollen Hägen erstrecken sich auf das Verhältnis, das Fräulein Plaumann zu Sklarz und dem Zeugen eingenommc« hat. Es kommt dabei zu einem Zusammenstoß des Staatsanwalt» H e y n e r mit dem Verteidiger Iustizrat Werihauer. da d» Staatsanwalt die Glaubwürdigkeit der Aussage der Plauman« bei Sklarz bezweifelt. Weiter werden vernommen der Vater un» die Mutter des Fräulein Plaumann. die beide nichts wesentliche» bekunden.„ Rechtsanwalt Richter stellt den Antrag, den Abgeordnete« Wels über das Verlfältnis zwischen Scheidemann un» Fischer zu vernehmen und den früheren Abgeordneten Georg Davidsohn darüber zu laden, daß Scheidemann vor dei» Untersuchungsausschuh der sozialdemokratischen Partei zugegeveil hätte, in jener Zeit sechs Blankctt« ausgestellt zu haben.— Iusftx ral Wert hau er: Vielleicht legt der Angeklagte jetzt einmal den Mordbesebl v o r. der sich in seinem Bcsiü befinden soll- Wir versprechen ihm. deswegen keinen erneuten Strafantrag Z» stellen. Prinz: Wen« ich das Schriftstück oorl-gen würde, da»« würden sofort 15 Mann brotlos werden, die all« in Diensten de» Herrn Heinrich Sklar, stehen, um mich zu verfolgen. fHeiterkeit-I Die Verhanolung wird daraus aus Donnerstag vertagt. Aus der Wirtschaft Kapitdlerhöhuttgen Fast alle Aktiengesellschaften haben im Laufe der letzten Mon-ch ihr Aktienkapital erheblich erhöht, manche Gesellschaften nehm-» im Laufe eines Jahres gleich zwei oder drei Kaprtalcrhohung vor und verdoppeln oder verdreifachen ihr Kavital. D«ese un scheinung ist zunächst ein- notwendige Folge der Geld en- wertung. Für die. im entwerteten Geld ausgedrückt, ungeheuv gestiegenen Aufwendungen für die Fortführung und den Ausva« der Produktion ist die bisherige Kapitalsbasis zu eng, st« durch Inanspruchnahme fremden Geldes(Obligatronenl und � höhung des Eigenkapitals erweitert werden. Aber die Kapitalerhöhungen haben noch«ine andere Bedeutung Di« Gewinne, die die Aktiengesellschaften aus den Kno»»' ihrer Arbeiter herauswirtfchasten. wachsen in einem Ausmaß. 0°° den Kapitalisten selbst davor bange wird und sie nicht wftsen. w hin damit. Allzu hohe Dividenden wirken aufreizend,»ird 0*? das Kapital erhöht, sinkt auch der prozentuale Ante, l der D'w dende— und die Aktionäre fahren doch nicht schlecht dabei, die neuen Aktien werden ihnen zu einem viel niedrigeren als Börsenkurs angeboten und verzinsen sich gleich mit den Horn Dividendenbeträgen. tu Daß aber auch oft die Kapitalerhohung„nichts nutzt und««" genügt, um den Prozentsatz der Dividende zu senken, dafür sei" eines von unzähligen Beispielen aus die von UNS" ösfentlichten außerordentlich hohen Gewinnziffern der Gu'� Hoffnungshütt« hingewiesen. Diese Eeselfschaft verteile S, vorigen Jahr auf 10 Miv. Mark Kapital 0 Prozent Dioidentf»' diesem Jahr auf das verdoppelte Kapital von 80 Mill. Moll 20 Prozent Dividende. Wir führen einige weitere Kapitalerhöhungen an, die in d. letzten Tagen vom Aufsicht<�tz>beantragt oder von der Gener» Versammlung beschlossen w iM�n: Die Brown. Bovert u. Co. A.-G, ,n Mannheim, die 1»' Reujahr dieses Jahres ihr Kapital von 9 auf 10 Mill. Marf. fcstu beantragt eine weitere Erhöhung auf 7a Mill. A«»,. höht.. durch Ausgabe dioidende. von Vorzugsaktien mit Kprozentiger Mindest' Ssil' Die B u d e r u s schon Eisenwerke in Wetzlar geben 2 � lionen Mark Borzugsaktien und 1«� Millionen Mark aktien dieser S t a h________...----„ rus-Röchling, dienen. Auch dieser Konzern bedeutet«' Zusammenschluß von Rohstoff-(Buderus) und weiterverarben' der Industrie lRöchlingf.._ � in«' Die Berliner Elektrizitätswerke, die von 31. E.<5. beherr'cht werden, erhöhen ihr Kapital von 15 Mill. � Grube Leopold bei Edd«''� erhöbe! auf 01 Mill. M., um die Gruoe �enpolv aei vEBu.- j in der sie bereits die Mehrheit der Aktien besaßen, vollends« übernehmen. Die Bayrischen Motorenwerke in München ihr Kapital von 12 auf 21 Mill. M.: durch dieses Kapital su-. sich die Knorrbremfe A.-G., Berlin, die bereits das nehmen kontrolliert, einen verstärkten Einfluß. Die B i n g- W e r k e erhöhen ihr Kapital von 10 auf 00 lionen Mark. Das Rheinisch-Westfälische Elektrizität» werk, ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen, dessen 2li>'■, mchrheit im Besitz mehrerer Kommunalverbände ist. erhöht Kapital, das erst kürzlich von 60 auf 108 Mill. M. gebracht w» um weitere 12 Mill. M. Das Sachsenwerk. Licht und Kraft A. G.. Dresden,«l�i fein Kapital von 20 auf 10 Mill. M. Außerdem soll i" nächsten Zeit eine weitere Kapitalerhöhung durch Ausgabe � Vorzugsaktien mit mehrfachem Stimmrecht zur Verbinde'11 einer angeblichen Ueberfremdiingvgcfahr erfolgen. Die Gasmotorenfabrit Deutz, die in diesem � schäftsjahre 10(im Vorjahre 7) Prozent Dividende verteilt, antragt eine Kapitalerhöhung um 11 auf 10 Mill. M.<»l Die Stoewer-Werke in Stettin verdoppeln ihr Kap auf 16 Mill. M. Krise in Amerika. � Amerika hat im Krieg« und am Kriege glänzend vertmj.� Seine gesamte Industrie war bis zur Grenze der Leistungs�.v, keit im Dienste der Kriegsführung»er Verbündeten und der f nen beschäftigt. Für die Verbraucher aber bedeutete die Kr> i� konjunktur ununterbrochenes Steigen der P!,£.'&> bei manchen Artikeln bis auf das Siebenfache, obwohl der-v Kii seinen Geldwert behielt. Schließlich tonnten die Verbrauche- Preise nicht mehr bezahlen, nach Abschluß des Waffcnstillsta'�; erlahmte die Kaufkraft weiter Bevölkerungskreise. Nu>""� sielen die Preise, besonders im Bekleidu nasgew.,f. dessen Artikel um 50 bis 75 Prozent im Preise yeruniergiw Aehnliche Preisrückgänge find in den meisten anderen Bra« zu verzeichnen.»<> Die Unternehmer aber beantworteten den Preissturz m«'� Stillegung zahlreicher Betriebe. So wurde vor kurzer y gemeldet, daß dreißig Hochöfen stillgelegt worden w In der Bekleidungsindustrie allein find 150 000 y Ionen arbeitslos, in Nen-Enaland arbeiten die Tertilfabriken„� an drei bis vier Tagen wöchentlich, wenn sie nicht gänzli®' V gelegt sind. Besonders schwer betroffen find außerdem Möbel-, Automobil- und Luxusindustrien.„.M Die Arbeiter sind wie immer die Leidtragenden. I" fier Konjunktur müssen sie hohe Preise bezahlen, v>» locht« Konjunktur fliegen sie aufs Pflaster. Wie lanj ahnsinn einer solchen Wirtschaftsordnung noch währen fcftri & Üfe pDe xpr? di »cn !>nd itz. ?lls h i lw( » U, Jaie; hn 0C!|j m Zum Aufbau in Groß-Berliu o�vrs®roBi�crIin werden 17 zentral« Verwaltungsdeputationen ornfc denen einige sehr große Aufgaben erhalten, so ©efahr besteht, daß die zukünftige Verwaltung in unter die alleinige Herrschaft der Direktion und »»v-taSipotsasTeffüicn gerät. Damit wird der Sache wenig oT-""..'e'n und wir müssen darauf hinwirken, daß in nächster ,te'em �°bel abgeholfen wird. Es muß in aller Kürze das -irr e sgebiet der zentralen Verwaltung gegen das der Be- � abgegrenzt werden, um die Arbeit der Bezirksämter zu er- möglichen. Die Konstituierung der Bezirke geht rasch vorwärts. 0"ofe�rt Friedrichshain wurde zum 1. Vorsteher Stadtoerord- cter Waldeck-Manasse durch Zuruf einstimmig gewählt. Die 18 bürgerlichen, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammcnge- >5? logen haben, haben den Posten des stellverrretenden Vorstehers °a"Wucht. wogegen die Linke zuerst heftig widersprach. Erst als Wunsch des Stadtrats Weise die koalierten Fraktionen schrift- 'ch erklärt hatten, daß sie sich als geschlosiene Fraktion betrachte- 5?. beruhigten sich die Gemüter und mit 45 Stimmen wurde '-adtverordneter Ladcndorf(D. Bp.Z zum stellvertretenden Bor- > eher gewählt. 1. Schriftführer wurde Behnsch sU. S. P. D.). zu �/ttdertretern wurden die Bez.-Vcrordnctcn Frau Fahrenwald tu. S. P. DZ, Eudekunst sU. S. P. D.) und Fuhrmann sD. Vp.) �?uhlt. Die Wahl eines Fünfzehner-Ausschusses beschloß dje > �«itzung.— Der 9. Verwaltungsbezirk(Wilmcrsdorf-Schmar- ge.Ndorf) besteht aus 47 Mitgliedern, darunter 7 Stadlverordnete. le Deutsche Volkspartei umfaßt 14. die Deutschnationalc �olkzpartei 19. die S. P. D.. H. S. P. D. und Demo- wrjsche Partei je 6, die Wirtschaftliche Vereinigung und die �kommunistische Partei je zwei Mitglieder und das Zentrum ein "iglicd. Die Versammlung wählte mit SZ von 43 Stimmen den Mnasiallehrer Kudel(D. Vp.) zum Vorsitzenden: durch Zuruf >lrden Oberverwaltungsgerichtsrat Lorenz sDnatl.) zum stellv. �sitzenden, Oberlehrer>n Frl. Bandau(D. Lp.) zur Schrift- mherin und Maurer Sinnreich(Soz.) zum Stellvertreter gewählt. jr' Beratung über den dem Magistrat Berlin zu machenden s.�lchlag über die festzusetzende Zahl der besoldeten und unbe- kneten Mitglieder des 9. Bezirksamtes wurde ein Ausschuß ein- &'• ivo die bürgerlichen Parteien zu schwach sind, um als eigen« ?�«on sich zu konstituieren, haben sie sich zu einem Block zu- jmnmengeschlosfen. um in den einzelnen Verwaltungen Vertre- ungen zu erlangen. Soweit es sich um Ausschüsse handelt, wird eine Vertretung zu ermöglichen sein, da Ausschüsse ein sUegelbj� der Versammlung sein sollen. Anders steht es aber, knn dies« Parteisplitter ihren Zusammenschluß geltend machen r die Besetzung der Bezirksämter. Zu diesen Fällen tritt der nicht als Parteivertretung auf. Man wird in einzelnen gasten prüfen, inwieweit einzelne im Block zufammenge- nhlofsen« Parteien einen Anspruch erheben können. Soweit j®.sich um unbesoldete Mitglieder im Bezirksami handelt, sind �ßgebcnd die von einzelnen Parteien für ihre Kandidaten ab- »kgebeuen Stimmen. provisorische Geschäftsordnung, welche die Konr- �"wnen schaffen sollen, wird am besten die der Stadt Berlin sein. den für die Bezirke erforderlichen Abänderungen über die � toflimensetzuirg der zu bildenden Kommissionen. Man wird »„? d»ch für alle Bezirke eine einheitliche Geschäftsordnung in lischt 5u nehmen haben.. 'tHe groß die Zahl der unbesoldeten Bezirksamts- i, t g l i ed e r sein soll, wird verschieden sein können. In ein- »Inen fällen ist aber die vorgeschlagene Zahl zu gering. Es dürfte nicht möglich fein, in Irsptow mit I oder in Tempelhof iuit 5 besoldeten Mitgliedern die Arbeit so zu bewältigen, wie das erforderlich ist. Die Wahl von unbesoldeten Mitgliedern haben wir immer be- kämpft. Nachdem aber die Landesversammlung allgemein für Berlin die Wahl unbesoldeter Mitglieder angeordnet hat, wird "i?» in den Bezirken, in denen die Wahl solcher Mitglieder drsolgen soll, diesen Beschluß mildern können, indem man für die Unbesoldeten eine angemessene Entschädigung festsetzt, wie Jds in Groß-Berlin nach unverbindlicher llebereinkunft der Par- 'eien beschlossen werden soll. Zulassung des Briefverkrehrs nach Sowjet-Ruhlaud ejünch Mitteilung des Reichspostministeritkms ist nunmehr ein �chrankter Briesverkehr nach Sowjet-Rußland zugelassen, und wird die deutsche Briefpost für Rußland auf Grund einer .�retnbarung der deutschen Reichspostverwaltung mit dem rnsii- Volkskommissariat einheitlich nach Archangelsk und Moskau » weitet werden. Die bereits vorliegenden Erfabrungen haben aber j�wgt daß der Briesverkehr nach Sowjet-Rußland zur Zeit ein lj�'nimaler ist, daß man sich vorläufig mit einer einmal wöchent- «Jen Beförderung, die stets am Montag der Woche fkatlfindet, Bechen wird. Die gesamte für Sowjet-Rußland aus dem Reich« UnV �te Brieipost wird jn Berlin als der Zentrille gesammelt »5°,»an hier, wie jchon oben erwähnt, einheitlich exvediert. Ein io«.cne Briefe sind vor der Hand noch nicht zugelasien. so- hei* das rusiische Kommisiariat in der Lage ist. alle Sicher- ficin unb Garantien für ordnungsgemäße Beförderung und Be- . 9 solcher Briefe zu geben. Eine Briefbeförderuna nach der die-kfk gegenwärtig nicht möglich, da sowohl die polnische wie I«i U�Arische Postverwaltung mitgeteilt haben, daß ihnen keiner- Verbindung mit der Ukraine zur Verfügung stehe. Die Zöglinge des Professors Kahl Zeichens IW�.�ird geschrieben: Der Abgeordnete Kahl, feines..... �ofeslor der Rechte an der Berliner Universität, hat sich in der B�'gen Reichstagssitzung als Anwalt der yohcnzollttn-Schieber .ufgefp�lt. Genosse B r e i t s ch e i d hat daraufhin gefragt. w,e S«st Studenten des Professors Kahl und scme Freunde Nassen sein müßten, wenn sie solche Lehrer haben. Dazu er- �k>ien wir solaendes' T?« deutschnationale Student S ch w a b e. Vorsitzender und der Berliner Studentenschaft, hat°us AlfS9eld«n sur Studenten 13 M aM�etn Pnva- konw über- ia"i rnen' V'-iuoenien lauw»i uui--------.... �afesior �ai flen-®r ist jetzt flüchtig. Der dem J. 5rnaerP„�L",1i,t- k«nstehendc Unioersitätsrichter hat. anstatt e..�. Nierickte ZU übe dem Herrn 5ie kitn�.�aqi nicht fernstehende Univerniaivrill,»:- hat. anstatt CN ii/n! fafort dem ordentlichen Gerichte zu übergeben. Und f.«" Defraudanten erst dreimal vor sein Forum geladen Ut,ef.eܰwarnt. Natürlich ist er jetzt fort! Ferner: der Bor- � j— r � � /vT«»;.*. Natürlich ist er jetzt fort! F"" � u,.. ian""" � der Frankfurter St ud en zgusend Mark deutschnationaler Korpsstudent, bat mep m t)Crettg im �'«.notleidenden Elsaß-Lothringer gesioDi«" .Gefängnis.... Schiebungen natro- Na�F'nd"°ch mebrere derartige Falle vo" Mir wer- den r k«denten an der Berliner Unlveri'ta �� Professor ,m ocrössentlichen, wenn tmeder em nano«gz�kung-n der den Mund aufzumachen wagt. um � �tga der >9 von Leuten wie Kahl und Konfo. Nation" zu zeigen. v Test Cin� Wassorgescktichte AZau Tag ärgern sich viele Leute in dem Industtie- ?h->n duch�)n. der Mari darüber, daß die Bergverwaltung das u-ii"bgrabt. Die Brunnen geben immer weniger Nlis diesem Grunde ist die Mißstimmung gegen die Bergverwaltung sehr groß. Die kleinen Besitzer des Ortes wurden in der Gemeindeverwaltung infolge des früheren Drei- isiassenwahlrechts mundtot gemacht, da die Grubenmagnaten dort ihre Herrschaft ausübten. Sie beschwerten sich bei allen mög- lichen Instanzen, alles ohne Erfolg. Untersuchungen wurden zwar angeordnet, aber sie waren auch danach. Die Art, wie die Wasiermesiungen vorgenommen wurden, war köstlich. Mit einem Strick, an dem ein Stein befestigt wurde, wurde der Wasserstand gemesien und so kamen oft..riesige Wasiermassen" zustande, je nach dem Zeitpunkt, an dem die Mesiungen erfolgten. Akten häuften sich auf Akten, Termine folgten alle halbe Jahre, damit es ja nicht zu schnell ging. Immer neue Gutachter wurden gehört. von denen jeder einzelne ein halbes Jahr brauchte, ehe er eine Aeußerung tat. Der einzige der half, war Petrus. Der hatte gelegentlich den Einfall, ordentlich regnen zu lasten. Dann gab es reichlich Wasser. Natürlich spielen auch politis6,e Gründe gelegentlich eine Rolle. Aus Recht hoffen die Teuplitzer schon kaum mehr bei dem großen Einfluß, den die Bergverwaltung besitzt. Sie wollen der Oefsent- lichkeit klagen, wie es ihnen ergeht. Sie meinen, daß sie noch lange warten müsten, ehe die Gerichte zu Rande kommen. Und die Gutachter werden auch noch lange Zeit brauchen. Bis die Sache gerichtlich ausgetragen wird, wird wobl eine neue Gene- ration heranwachsen. Die wird sich dann, weiter ärgern können. wenn bis dahin der wasserarme Ort nicht ausgestorben sein sollte. Ardeiter-Bildungsschule U S P D. Eine Friedrich Engels- Gedenkfeier zu feinem 190. Ee- burtstage findet am Sonntag, den 28. November, vormittags ll Ahr. im Großen Schauspielhaufe, im Rahmen der Prole- tarischen Feierstunden statt. Die Festrede hält Genoste Dr. Breitschcid. Es folgen Rezitationen, Musik, Bioline mit Begleitung der Orgel zweite Aufführung der Dichtung von Ernst Toller:„Tag des Proletariats" durch den aus der Ärbeiterscha:t gebildeten Sprcchchor unter Leitung von Margarete Wellhoener. Eintrittskaiien zu 2,50 M. sind in den mit Plakaten belegten Stellen— Buchhandlung„Freiheit". Breitesir. 8-9, Spedition Wutzki, Johaunisstr. 9 und bei den Parteifunktionären zu haben. Die Vorgänge in Lindeichos. Unter Bezugnahme aus die Presse- berichte über die Versammlung der. Jugend, die sich mit dem Wechsel in der Anstaltsleitung im Erziehungsheim Lindenhof be- schäftigtc, teilt uns das Nachrichtenamt des Magistrats Berlin folgendes mit: Nicht erst durch den Eintritt Dr. Wilkers als Direktor in Lindenhos ist die llmwandlung des Geistes der An- stalt hervorgerufen, vielmehr bat bereits fein Vorgänger, Direktor Rake, auf Anregung und mit Billigung der Deputation, auf dem Grunde der freiheitlichen, familienartigen Erziehung gearbeitet. Werkstätten eingerichtet, Gitter durch Blumenkästen ersetzt und eine weitgehende Selbstbetätigung unter den Zöglingen herbei- geführt. Die Leitung des Fiirjorge-Erziehungswefens bürgt dafür, daß die seit einem Jahrzehnt berrichcnde bewährte Methode in den Erziehungshäusern der Stadt Berlin erhalten bleibt. Nicht zutreffend ist weiter, daß Frau Stadträtin Weyl, die seit September 1929 den Vorsitz der Deputation führt, die Strafbestii:«- mungen der Erziehungsheime genehmigt hat. Es handelt sich viel- mehr um ministerielle Sirafbestimmungen. die einen Bestandteil der Hausordnung bilden, die bereits im Juni 1919 die erforder- liche Genehmigung des Ministers für Volksbildung. Kunst und Wissenschaft und oes Ministers des Innern gefunden hat. Daß Direktor Wilker seines Amtes enthoben ist, trifft nicht zu. Er hat beantragt, ihn zum l. April 1921 aus dem städtischen Dienst zu entlasten. Bei Verhandlungen vor dem Mieteinigungsamt kommt es viel- fach vor. daß eine Mieterpartei im Verhandlungstermine vor dem Mietcinignngsamt über die erfolgte Ladung ihre Verwunderung ausspricht und erklärt, der Riitwirkung des Mieteinigungsamtcs hält« es garnicht bedurft: wenn, der Vermieter unmittelbar sich mit ihn in Verbindung gesetzt hätte, wäre es leicht zu einer Ver- jtäffdigtUlg. gelominen. M die Vermieter richten, wip daher hier- mit die dringende Bitte, fortan das Mietoinigungsamt zwecks Zustimmung zur Kündigung usw. erst anzurufen, nachdem ihre Einigunasversuche mit der Gegenpartei fehlgeschlagen sind. Die gleiche Bitte, ergeht an die Mieter für die Fälle, in denen sie an- tragsberechtigt sind. Diese Mithilfe aller Beteiligten ist unerläßlich, um den sehr belasteten Mieteinigungsämtern unnötige Ar-> beu zu ersparen und sie so zur fach-, und fristgerechten Erledigung. wirklich zwingender Anträge in den Stand, zu setzen, sie liegt also j im Allgemeinintereste. Für ein« Verringerung der Strahenbahnausgaden sprach sich. der Stadtverordnetenausschuß aus. der Dienstag unter dem Vor- sitz des Stadtverordneten Schulz fU. S. P. D.) zur Lorberatnny i der Vorlage über die, Erhöhung des Straßenbahntartfes znsam- i mentrat. Sieben anderen Magistratsmitgliedern nahm der Ver-! kehrsstadtrat Dr. Adler wiederholt an der Beratung teil. Im! Ausschuß trat überwiegend die Meinung zutage, daß die Fahr-! vceiserböbung auf 89 Pi. nicht zu umgehen sei: dagegen war � keine Stimmung dafür vorhanden, zum 1. Januar eine Tarif- erhöhung aus 1 M. schon jetzt in Aussicht zu nehmen, vielmehr wurde von verschiedenen Seiten mit Nachdruck darauf hingewiesen. daß versucht werden müsse, die Betriebsausgaben der Straßenbahn zu verringern. Die Abstimmung wurde schließlich auf Donners- tag 4 Uhr vertagt, zumal da vom Magistrat noch die Anregung gegeben wurde, auch die Tarife der Straßenbahnen in den ehe- maligen Vorortgemeinden(Spandau. Köpenick und Heiliacnfee) entsprechend zu erhöhen. Eine Beschleunigung der Tariferhöhung wurde allseitig als notwendig anerkannt, da jeder Tag der Ver- .zögerung der Stadtgemeinde rund 199 099 M. koste. Di« ungenügende Milchbelieferung. Auf-Grund verschiedener Anfragen wegen des Ausfalls der Kraukenmilch wird folgendes mitgeteilt: Die Milchzufuhr ist in erheblichem Maße zurückgegangen und befindet sich noch weiter im Rückgang. Auf den mit Rücksicht hieraus vom Milchamt bei den Reichsbehörden vor länge- rer Zeit gestellten Antrag, die Einfuhr dänischer Frischmilch zu ge- nehmigen, und deren Abgabe zu Inlandspreisen zu ermögliche», ist bisher eine Antwort nicht erteilt. Bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Milch wird im Einvernehmen mit dem Mc- dizinalamt und den Vertrauensärzten von Groß-Berlin in erster Linie Wert daraus gelegt, die Kinder bis zum 9. Lebensjahre mit Fri'chmilch Zu belieiern. da für sie Kondensmilch als Ersatz nicht rn Frage kommt. Auch die Kinder werden bereits nach der niedrigst zulässigen Belieferungsliste versorgt. Für Kranke steht lediglich die nach Deckung des Kindernotbedarfs vorhandene MilGmenge zur Verfügung. Dies« ist zur Zeit so gerinn, daß das Milckamt genötigt ist. starke Einschränkungen in der Belieferung der Kranke, ikarten vorzunehmen. Als Ersatz wird Kondensmilch zur Verfügung gestellt. Da irgendwelche Mittel zur Verbilligung nicht vorbanden sind, kann die Kondensmilch nur entwrechend den Preisen, die die Reichsstelle für Speisefette dem Milchämt be- rechnet, abgegeben werde». Die Konzerte des Pbilbarmenischen Orchesters für Schüler und Schülerinnen der Oberklasien der Temeindeschulen und der Oberstufe der Städtischen Real- und Mittelschulen finden in diesem Wi-ierhalbiabr am 24. November. 1. Dezember. 19. Januar. 2. Februar, 23. Februar. 9. März. 16. März, nachmittags 4 Ubr, im großen Konzertjaale der Philharmonie. Bernburger Straße Rr. 220-23 statt. Der Besitzer der Philharmonie. Herr Direktor Landecker, hat>» dankenswerter Weife für diese Konzerte die Säle wiederum unentgeltlich zur Verfügung' gestellt. Im fünften Konzert der Boltsbühn«, das am Sonntag, den 28. November, mittags Ubr im Theater am Dülowplatz statt- findet, werden Pwessot Friedberg und Professor Flesch Sonaten von Mozart zum Vortrag bringen. Wilmersdorf. Engels-Feier am Sonntag, den 28. November, abends 7 Ubr. punktlich in der Viktoria-Luiie-Schule, Gasteiner- Ecke Ilhlandltrajz«. Mitwirkende: Jgnaz Wr o b e l, Festrede: Boris Krönt Violine- Hons F« l i r. Re-itationen: Männer- chor Ficht-e-Georgina. Eintrittskarten zu 2 M. bei sämtlichen Vez ir k s f ü hr e r n und an der Abendkasse. Ortsgruppe Wittenau. Durch die Absplttterung der Neukom- mnnisten in unserer Ortsgruppe war auch hier eine augenblickliche Lähmung unseres Parteilebens eingetreten. Mit allen möglichen Mitteln wurde von den Neukommunisten die Agitation betrieben und Verwirrung angerichtet. Kaste, Parteiutensilien, Mitglieder- Verzeichnis usw. nahmen sie mi:, nur die neu angeschaffte Bibliothek blieb in unseren Händen. Durch die sofort einsetzende Agitation unserer Genosten, welche mit verstärkter Kraft und Opferwilligkeit an die Arbeit gingen und an. der sich sogar sehr alte Genossen beteiiigten. sind jetzt alle Schwierigkeiten überwun- den und die Ortsgruppe sieht wieder gefesiigl da. Tägliä)»imiht die Zahl der Genossen wieder zu. Ilm nun wichtige organisaio« rifchc Fragen zu erledige», findet am Donnerstag, den 25. No» vcmber, abends 7'Z Uhr. im Lokal des Genossen Richard Schulz, Oranienburger Str. 184(am Bahnhof), ein Eruazohlabend siatr. Alle Genossen und Genostinneil müsten zu diesen Abend dörl et- scheinen. und dafür Sorge tragen, daß auch alle die Genosten dott erscheinen, welche bisher noch nicht Gelegenheit genommen haben, sich bei ihren Bezirksführern Gen. P. Bentsch, Hauptstr. 18. Gen. Li'dicke, Hauptstr. 24 und Gen. E. Siebentritt, Ehsrlottenburger Stratzc 47. zu melden. Gründung eines Bundes der Arbeiter-Mnjikoereine. Am 25. August d. I. wurde der Bund gegründet, der bereits 26 Musik- vereine umfaßt. Tüchtige fachmännisch ausgebildete Musiker und Dirigenten stehen zur Verfügung uiid helfen mitarbeiten aii deni Aufbau des Bundes. Schon schweben Berhandlungen mit den auswärtigen Kartellen und Munkvereinen, und es ist nur eine Frage der Zeit, daß der Bund über ganz Deutschland ver- breitet sein wird. Für alle Streich- und Blasdilettanten, die den Bundesver- einen nach nicht angehören, findet am Sonntag, de» 28. Novem- bcr. vormittags 19 Ubr, im Lokal von Hümmel, Sophienstjcaße 5, eine Zusammenkunft statt zwecks Gründung einer Streich- und Blasvercinigung. Meldungen an den Bundesschriftfiihrer Robert Ricger, O. 34, Graudenzcr Str. 9. Die Fürsorge für Heimkehrer. Der H i-l f s a u s f ch u ß de� � 4 a* sB« r l i n hat bis zum 1. Lctober 1929, nach fast einjähn- dem Bestehen, rund 29 999 heimgekehrte Kriegsgefangene Berlins betreuen können. Bon dieser Gesamtzahl sind nicht weniger- als 18 999 Heimkehrer mit Wirtfchafisbeih'lfcn bedacht worden, dcreii Höchstgrenze im Einzelfalle 699 M. betrug. Zu diesem Zwecke lind aus Reichsmitteln rund 5'/; Millionen Mark verausgabt wor- den. Günstige Kleidungseinkäufe ermöglichten es, die Wirtschafts- beihilfen nicht nur in Form von Bargeld, sondern auch zum gro- IKii Teil in Kleidung zu gewähren, wodurch an sich geringere Uusgabeu dem Hilfsausschuß entstanden, während den Kriegs- gefangenen große Vorteile zukamen. Wären die Bc?oilligungsn "str in Gestalt von Bargeld zur. Auszahlung gelangt, so wäre es der Mehrzahl der Kriegsgefangenen bei den heiitigcn Marktpreifen f"1.Detstilten nicht möglich gewesen, auch nur das Rotwe'idigste zu beschaffen. So war es z. B. bis zum April d. I. möglich, bei einer Bewilligung von insgejaml 399 M., den Heimgekehrten zu verabfolgen: 1 Paar amerikanische Schnürstiefel, 1 amerikani- schen Tuchmantel. 1 amerikanische Uniform als Arbeitsan.zug und einmal wollene Unterwäsche und Strümpfe. Auf die Gesamt- summe von ö'/j Millionen Mark entfallen rund 359 999 M. städti- si»e Mittel. Zugleich enthält diese Ecsamtfuinme eine Ausgabe ,ur Kleidungsstücke von rund i Millionen Mark. Es wird be- sonders darauf hingewiesen, daß zur Bewältigung dieser umfangreichen Arbeiten ein bestehendes Bureau verwendet werden tonnte, so daß au Verwalrungslosten im Perhältnis zu den unge- Heuren Ausgaben, ganz geringe Summen notwendig waren. Notstandearbeiten im Neuköllner Industrieviertel. Die Stadt Neukölln läßt zurzeit umfangreiche Bauarbeiten zur Ausgestaltung ihres Industrieviertels hinter der Ringbahn ausfuhren. Dadurch wird, abgesehen von der bereits beim Bau der Untergrundbahn untergebrachten großen Zahl von Notftandsqrbeitern. weiteren Hunderten von Erwerbslosen lohnende Verdienstmöglichkcit gc- schaffen. Die Arbeiten werden allgemein in einem Umfange durch- geiiihrt. wie ihn die Verhältniste nur irgendwie gestatten, um auf diese Weise möglichst vielen Arbeitslosen die Fürsorge durch eine geregelte Tätigkeit zu ersetzen.".Demgemäß, ist auch, ist letzter Zeit «in verhältnismäßig jchuelles. Fortschreiten fämrlicher Bauten zu beobachten. Eine große Zahl von Babnübrr- und Unterführungen ist bereits fertiggestellt, so die Unterhasenbrücke, die Brücke über die Straße 393, zwei Brücken im Zuge der Grenz-Allee und bie Kaiser-Friedrich-Brücke mit Ausnähme der Zugänge zur Anlege- stell« für den Pcrsoncnschiffahrtsverkehr. Die zu dieser Brücke rührende Ladcstraße konnte mit dem dort errichteten Kran dem Betriebe übergeben werden, während die im Hafengebist befind lichen Hebeanlagen mit einer Tragfäbigkeit von 2,5 und 19 Tonnen in der Bauausführung soweit vorgeschritten sind, daß auch deren Inbetriebnahme in Kürze bevorsteht! Die Vollendung der Köllni- schen Allee-Brllcke ist Anfang des neuen Jahres zu erwarten. Vor kurzem ist auch mit der Verlegung des Oberbaues der Industrie- bahn begonnen. Ihr Anschluß an die bereits bestehende Bahn- linie in der Lahnstraße soll noch im Laufe dieses Monais bewirkt werden. Jugendweihe in Neukölln. Die Frühjahrsjügendweihen der U. S. P. Neukölln finden am Sonntag, den 13. März und Sonntag, de» 29. März 192l. im großen Festfaal der Neuen Welt fiait. Waren die bisherigeit Jugendweihen schon wirkungsvolle Kundgebungen für die sozialistische Weltautchauung, so dürfte dies in noch höherem Maße für die Lammenden Jugendweihen zutreffen, injofern. als bereits jetzt die Teilnehmerzahl vom Herbst überhalt ist. Der Vorbereilungsunterricht findet n�u r ini Gc- fangsfaal der Knaben-Mittelfchule. Donauftr. 129, Freitags von 1—5 Ilhr statt und wird nur. vom Genosfest Schneider erteilt. Anmeldungen werden n u r dort, oder beim Genossen Schneider, Weiseftr. 61, entgegengenommen. Falsche Zwei-Markscheine. Seit einiger Zeit� werden falsche Zwei-Markscheinc in den Verkehr gebracht. Die Fälschungen sind sehr schlecht hergestellt und. leicht erkennbar. Der Magistrat hat in der gestrigen Sitzung die Richtlinien s ll r d i e A u f st c l l u n g e s Haushalts für 1921 festgesetzt. Danach soll jede Gemeinde den Haushaltsplan wiederum für ihre» Onsbezirk aufstellen und zwar nach einem einheitlichen Muster und nach einer, einheitlichen Gliederung. Diese einzelnen Ge meindehaushal'.spiäne werden zu Bezirtshaushaltsplänen zusammengelegt, die. sodann die Unterlage für drn Gesamthaus- haltoplan der neuen Stadtgemeinde Berlin bilden. Ein besonderer Abschnitt des Gejamtbaushaltsplans umsaßt die Zell- tralhaushaltspläne. worunter auch die größeren Gcmeindebetriebe und die Steuern fallen. In den Verkaufsstellen für städtisches Fleisch wird von jetzt ab versuchsweise auch Wurst zum Verkauf gelangen. Die Wurst wird ohne Marken abgegeben und kann somit auch von den- ienigen Personen gekauft werden, die sich nicht für den Bezug von städtischem Fleisch angemeldet haben. Es kommen zum Verkauf: frische Blutwurit zu 16 M.. frische Leberwurst zu 16 M., Hildesheimer Wurst zu 29 M. das Pfund. � Unentgeltliche Beratung für Kleingärtner in Neukölln. Die Stadt Neukölln hat in ihrem Kleingartenamt. altes Rathaus. Zimmer 524, eine Aüskunfts- und Beratungsstelle für Obst- und Gemüsebau eingerichtet und dadurch den berechtigten Wünschen zahlreicher Neuköllner Laubenkolonisten und Kleingärtner nack) sachkundiger Beratung aus diesem Gebiet Rechnung getragen. Es bietet sich hjex für jedermann Gelegenheit, kostenlos Auskünfte über Fragen der Bodenbearbeitung, Düngung. Aussaal, Sorten- wohl. Schädlingsbekämpfung, Zinirnerbluinenpflege usw.. zu. erhalten. Di« Inanspruchnahme dieser Beratungsstelle, dw Dienstags und Freitags von 2—3 Uhr geöffnet ist,, wird allen Kleingärtnern im Interesse einer ausgiebigen Bewirtschaftung ihrer Gärten angelegentlichst empfohlen. Der geplante Urnenfriedhof in der Seestrahe. Der Psa». die Abteilungen g, 7, g. g„nv Kinderabteilung 4 des ftadnsiyen Friedhofes in der Seestraße in-in Urnenheim umzuwandeln. hat bei den Angehörigeil der dorr Beerdigten nicht geringe Em- pörung ausgelöst. Zu dieser Angelegenheit Huben wir eine ganze Anzahl Zuschriften aus dem Leserkreise erhalten Abgesehen, da- von, daß die Stätten aus 29 Jahre gepachtet stnd, darf unter leinen Umständet, das-Pietätsgefühl der Angehörigen verletzt werden. I rem Gewerkschaftliches iftUU Das Strcikrecht In l beuswichtigen Betriebe« Aus Anlaß der Vorgänge beim Berliner Elektrizitäts- arbeiterstreir veröffentlicht der Vorstand des Afa-Bundes folgende Stellungnahme: Der Borstand des Allgemeine« freien Angeftelltendnndes fAsa- Band)«endet stch mit aller Entschiedenheit gegen die von den Moslaaer Drahtziehern eingefädelte« Versuche, die Angestellten an» Arbeiter lebenswichtiger Betriebe in wilde Streiks zu trei, bea und so chaotisch« Zustände herbeizuführen. Angeftchts dieser Patschifteutaktik von links und den dcnnit motivierte« scharf- «acherifcheu vegenmahnahmeu der Sieaktion werde« die gewerk- schastlich organisierten Arbeitnehmer aufgefordert, aus dem Weg« der Selbsthilfe durch ihr« gewerks«haftlichen Or- ganisationen Sntscheidungsftellen zu schassen, deren Zustimmung für die Einleitung»oa Streik» in lebenswichtigen Betrieben vorher«ingeholt »erden muh. Hierbei lehnt der Afa-Bund fed« Einschränkung de» Streikrecht» entschieden ab uud protestiert gegen die Verordnung de» Reichspräsidenten anlählich des Elektrizität», arbeiterstreik». Sie stellt nur eine Wiederbelebung de» von alle« Gewerkschaften abgelehnten Entwurfes der Schlichtungsordnung dar. Ebenso wird die Technische Rothilfe nach wie»er «l» eine behördlich sanktionierte Organisation des Streikbruch» abgelehnt. Die Grundsätze der Menschlichkeit und der Arbeitnehmersoli» darität gebieten es aber, dah die Belegschaft eine» Betriebe», dessen Stillegung das gesamte Wirtschafts- und Gesellschaftsleben auf» empfindlichste berührt, ihre Entscheidung in der vorgeschlage» nen Weis« und unter unmittelbarer Mitwirkung einer Körper- schast trifft, die als Vertretung der Gesamtheit aller Ar- bettendeu angesprochen«erden kann. Mit dieser Stellungnahme des Afa-Bundes scheint nur der Weg gewiesen zu sein, der zu einer befriedigenden Lösung des Problems der Streiks in lebenswichtigen Betrieben fuhrt. Eine eingehende Erörterung dieses Vorschlages behalten wir uns noch vor. Schiedsspruch für Augestellte uud Werkmeister Am 8. November 1820 wurde für die kaufmännischen und tech- nischen Angestellten und Werkmeister de» Möbelhandels und der Abzahlungsbranche ein Schiedsspruch gefällt, welcher folgender- maßen lautete: Der bisherige, am l. Oktober außer Kraft ae- treten« Tarif gilt weiter vom 1. Oktober 1320 bis S1. März 1321. Di« gesamten Bezüge, einschließlich der Brot-Teuerungszulage, er- höhen sich wie folgt: Bei Lehrlingen um 53 Prozent, bei allen anderen Angestellten um 70 Prozent. Der Holzindustrietarif ist zugrunde gelegt worden. Die Arbeitgeber hatten zu dieser Per- Handlung leinen Bevollmächtigten gesandt, sondern einen Boten, in der Person des Eefchäftsmhrers vom Deutschen Möbelfach- »erband. welcher dem Schlichtungsausschuh eine Erllärung über- tab, die dahin lautete, daß die Arbeitgeber im gegenwärtigen itadium keinen Tarif abschließen können, weil sie die Verhält- nisi« in ihrem Gewerbe auch nur für die allernächste Zeit nicht voraussehen können. Dieser Herr Geschäftsführer ließ durch- blicken, daß die Arbeitgeber einem ISprozentiaen Abbau geneigter gegenüberstehen, als einer Lohnerhöhung. Der Schlichtungsaus- schuß fällte dann in Abwesenheit der Arbeitgebcrverbänd« obigen Spruch. Alle weiteren Auskünfte erteilen d« drei Afa-Organisa- tionen: Zentraloerband der Angestellten. Belle-Alliance-Str. 7/10, Bund der technischen Angestellte« und Beamten, Werftftr. 7. Deutscher Werkmeisterverband, Stralauer Str. 56. Für ei« zentrales Kaufmanusgcricht Der Zentralverband der Angestellten schreibt uns: Zu dem Artikel unter dieser Uebcrschrift hat das Reichsarbeits- Ministerium mitgeteilt, daß die Notoerordnung vom 23. 10. 20 lediglich ergangen sei, um die durch die Erhöhung der Löhne und Gehälter seit dem Frühjahr de» Jahres eingetretenen Schwierig- leiten, insbesondere bei der Auswahl der Beisitzer innerhalb der Zustandigkeitsgrenze. zu beseitigen. Di« Entscheidung grundsätz- licher Fragen mußt« der ordentlichen Gesetzgebung überlasten werden. Dazu bemerken wir, daß da» Reichsarbeitsministerium übersehe« hat, daß die Entwertung des Geldes auch bei der Berufung,- summe in Betracht gezogen werden mußte, weil durch die Nicht- heraufsehung der Berufungssumm« praüiich die Ausdehnung der Zuständigkeit des Kaufmannsgerichtes auf alle Angestellten bis zu 30 000 M. Jahreseinkommen für einen erheblichen Teil der An- gestellten illusorisch wird, weil für die Angestellten mit mehr als 12 000 M. Jahreseinkommen die große Mehrzahl aller Prozeste bei einer Berufungs.umme von 1000 M. berufungsfähig werden und damit an die ordentlichen Gerichte gehen, wodurch die Schwie- rigkeiten erneut in die Erscheinung treten, die durch das Kauf- mannsgerichtsaesetz gerade beseitigt werden sollten. Die Behaup- tuna des Reichsarbeltsminifteriums, daß die Entscheidung grund- sätzlicher Fragen der ordentlichen Gesetzgebung überlasten werden sollt«, ist irrig, denn in der Verordnung ist bereits eine grund- sätzliche Frage, nämlich die des Frauenwahlrechtes, entschieden, in- dem man den Frauen das aktiv« Wahlrecht zugestand. Aus wel- chen Gründen die Verleihung des passtven Wahlrechts an die Frauen unterblieb, wird in der Einsendung des Reichsarbeits- Ministeriums nicht gesagt. Wir müsten auf alle Fälle unser Ersuchen, den Frauen das pafstve Wahlrecht auf dem Verordnungs- weg« zu gewähren, wiederholen, wie wir auch darauf bestehen müssen, daß die Berufungssumme entsprechend der Erhöbuna der Zuständigkeitsgrenze heraufgesetzt wird. Irgendwelche stichhaltigen Gründe für die Ablehnung unserer Forderungen bestehen nach dem vorher Gesagten nicht. Berlüngeruug der Arbeitszeit iu de» Speditious- Betrieben? Räch einer Notiz einer Arbeitgeberzeitung hat sich die N« i ch s- ardeitsgemeinfchaft für Spedition. Möbeltransport. Lagerei und Speicherei in ihrer letzten Sitzung damit beschäftigt eine Kommisston zu wählen, welche die Dauer der Arbeitszeit in den Speditwnsbetrieben einer Rachprüfung unterziehen soll. Sei- tens des Vereins Deutscher Spediteur« ist ein Antrag bei der Ar- beitsgemeinfchast eingebracht worden, die Arbeitszeit in den Spedition?- und ähnlichen Betrieben auf zehn Stundenoro T a g zu erhöhen.— Diesen Standpunkt oer Arbeitgeber müsten wir aufs schärfst« bekämpfen, da die Zeit nach der Einführung Aus der Partei Generalversannnluug der USP.-Gastwirts aehilfe» Am letzten Mittwoch fand die außerordentliche Eeneralveisanu» lung der ll. S. P. D.-Gastwirtsgehilfen statt. Die TagesordnunS lautete: Bericht vom Parteitag. Referent: Eenoste Schweikartl. In hervorragender Weife und streng objektiv behandelte Eenofü Schweikardt dieses Thema. Die Abstimmung über die eins» brachte Resolution, die ganz eindeutig sich auf den Standpunv Crispien-Ledebour stellt, und für die Befürworter der Bediw gungen keinen Zweifel übrig ließ, daß auf Grund dieser Enü sthliehung ihr Ausschluß aus der Abteilung erfolgen müsse, wurde gegen ganz« 3 Stimmen angenommen. Die Abteilung hat hieo durch wieder einmal gezeigt, daß ihr Platz nur bei der Bannen trägerin des reinen revolutionären Proletariats der U.S.V (Richtung Erisplen-Ledebour) ist. Aus den Organisationen t. WflrlH. Zu bcn a« 58. Havtmitt ftelffhibeiibm?r,l. F-ierkundr»(TSnflJJ (SebenfftieO ftnb noch«arten ja 5,50 W. beim ttalfierer DSring. Steimnetzftr. 9, zu haben. 5. rginUt. Freitaa. pLnklltch 7 Uhr. Mltgli-deroerlainmlnng in der Schulam» Pri»je»ftr. 51. I-ge»-rdn»ng: Eoziallfierung-srngen. Aeferent: Zteichntog»' ad-eordaeter tt-Le. Mitali-dsbnch l-gitimiert...„.„ e«, j. Si|(ri«. Bilduno-lonimishon. Donnerbta«, 8 Uhr, bei 8o«I«t, SauW Stiche 55 Eitz»»» iQet Mit , Freitag, 7 Glieder nabebi $ des achtstündigen Arbeitstages gezeigt hat, daß es möglich ist auch im Speditionsgewerb« mit einer Arbeitszeit von acht Stunden auszukommen. Gerade in dieser Branche hat die Einführung de« Achtstundenarbeitstages keine Schwierigkeiten verursacht, da man in der Lage war, den Betrieb durch Schichtwechsel so aufrecht zu erhalten, daß eine prompte Verladung der Guter sich ermöglichte. Wir sind der Auffassung, daß die gesamt« Arbeiter- und Ange- stelltenschaft sich einer Verlängerung der Arbeitszeit in den Spe- vitionsbetrieben mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln int- egenstellen werden.— Wir erwarten von der Kommission, daß die Aufhebung des Achtstundentage» strikte ablehnt und daß sie ihre Beschlüsse so einrichtet, daß dieselben keine Gefährdung des Wirtfchaftsstledens hervorrufen. Reuregelung der Löhne du Fuhrgewerbe In einer Perhandluna vor dem DemobilmachungskommMar am IS. d. M. wurde nachstehender Beraleich geschlossen: Mit Wirkung ab 1. November 1320 beträgt der Lohn:») für Schwerfuhrwerks- kutscher, Arbeiter. Stalleut« und Wachler pro Woche 278 9L; d) für Leichtfuhrwerkskutscher(«l« für Eefchäfts- und Kaufhäuser, Epreng-Fegmaschinen und Aktenwagen usw.) pro Woche 288 M.: o) für mgendliche Kutscher im Alter bis 18 Jahre«, die nur Zeitungs- und Aktenwaaen fahren, pro Woche 170 M.: ck) für Lcichtfuhrwerkskutfcher, Etalleure und Wächter, die durch Unfall oder Invalidität weniger leistungsfähig find, können besondere Lobnoereinbarunaen getroffen werden, jedoch dürfen dieselben nicht unter dem Satz von 230 M. pro Woche liegen:«) für un- ständige Arbeiter pro Stund« 8,50 SK.; pro Woche 187 M. ______ t) Arbeiterinnen erhalten . Für Ueberstunden und Puüstunden werden bei ?Eage 6 M.. nachts 6,35 M. gezahlt. Als Nachtarbeit gilt die Zeit von 8 Uhr obcuds bis 6 Uhr morgen«. Jugendliche, die unter Absatz o aufgeführt sind, erhalten für die lleberstunde 3.78 M. D,e Pferdeofleae an den Sonntagen vormittags, welche zwei Stunden nicht überschreiten darf, wird für die erste Stunde mit 6 M. bi» zu Stunden mit 10 M. bezahlt. Für Stall- und Wachdienst, sowie Füttern der Pferde an den Sonntagen nach- mittags werden pro Stunde 8 M. gezahlt. Außerdem ist jedem Kutscher eine Decke zu liefern. All« übrigen Bestimmungen des Tarifvertrages vom 24. April bleiben bestehen. Die Tarikdauer ist, soweit die Löhne in Betracht kommen, vi» zum 31. Januar 1321 festgesetzt worden. Die Nachzahlung der erhöhten Löhn« hat bis zum 26. d. M. zu erfolgen. »nbebiagt erl-rderlich. Ältglledskalte mltbiingen. 8. SHt-i«. 8. abtellanj. ftornrnanale Äommilfam. im E-tal vor Lieqmimd. ligit« Sit. 85. Erlcheioe« aller "fA Heute abend 7 Uhr. Sflenttich««erfamml-Rg iR der viebhosebirl» lhema: P-Ittllch««09- und S-ÜaUft-rnng-kag-n. i. 8. DipriU. 4. Sbt«Uing. Die©enoffen der Bejirle 3o7, X! 1 und" «eich« gewillt finb. weiter Mitglieder der ll. S. P.-RichtuRg Crispien-Ledeb»? z» bletbeR. werden gebeten, ihre«dress-R-n> Scn»is-R SchwerseRZ, Pettenl-i»' Masse M w übermitteln. 11. Tibritt. CinlaWarteR zum SaRRlag, dem 58. Xtmembti fSt Pr-let. SeierpRRdeR, Buk noch beim 6en,«tall, Utrechter Sir. 81,«arteleU. Sl: itrahe 53 uxd Sur-ngel, Siorduier ll, ßu haben. st( 17: listritt. 2, Abteilenn IwrutMioo. 7 llbr. LbteUnnaaverlammluRa iR°? Renen Echulaula Lütticher S SttetefJü" �tute" obntj 7� Uhr, Ägitatisn-kommissisR bei Stahmann. MaRwe»" de»©cnnslen Dr. Pbiim-RR iib« S->ziali|t«ra*«. 8.?erich>-d«ne,. Wir in Anbetracht ber wichtigen lage-ordRNRg püRlNiche» nnd iwlljahlige, Eiick«� NeiRlaeRdari-Seft. Donnerstag, den 55. Haaember, abend« 7 Uhr, im Hans Eihnng der©eichdftsleitnng nnd de» Aktiansraies.-j Licht-ricld-. Freitag,». Saaembet, abend, 7 Uhr. Mitgliedaraarsaannlun« � AbUtiben"'Heule' adand 7V4 Uhr. in der Schulaola Aardickestratze,»litgli»� sarfasnnldng.«artrag«dar Sazialimnu, und«ammuniamna. Vereinskalender eitag. abend, 5 Uhr. Saal 1,«awarkichafiaha». ünanhut- und Aeparaiurbetriabtn beschäftig tan Arbeb- Saia-baiterchta-Sand. fammlung aller in da» und Arbeiterinnen. Deutscher Dr-nap-riarbeiter.Verbnnd. abend, 7 Uhr. in den«ndiaasf-stial-R. �.. jS'sSI�BRa �«-ittaüsf'raa«' und Urabstimmung,«-llzäbiiga» ErfcheimM � Delegiert«, ist notwendig. Miig'.iedsbuch und Ägitimatianstarten stnd am 6 .. garzulegen. Ohne Buch und garte>-? Betirisverwaltung Srab-Serli». fifreOA Andreasstt. 21, austerarbentiich« S-n-ZA " 8. Etellungnab? . ,. � Wllamradael-Schmargendorf!?5 Eoeke und Atidtbttg."*** fear Tages-rdnu»« muh all«,»artreten fein. Mitglied-Iarta legitinriart. Zentr-laarSaad dar«lalar. Zahlstell, Berlin. Sreitag, nbeak, 7 10� a, «CTjerttchaftrtcu, Mitgliederversammlung. Tagesordnung:«aricht dar ''enchbiiikct-Sobank. Freitag, abend, 5 Uhr, tm grehen Saale de,«e-A ichastshausa». Engalufar IS, Fartsehung dar MiigNedar.varsammlang � 24 Novtmbtt. t.ifft Ä6 t�bÄSfÄR� Ammb. *----- ffit Cfwri»ud Jtir|M»yit8« im irUIQ besucht«m Sonntag, den_ das SRu�eum ffit Völkerkunde, �öniggr ätzer Str. haj unm laajranoigec der Herren Professoren Stämer. Eoetz« und ftcideberg. Rtchtwitalieder 1 3K., Kinder 0�0 M. Abfahrt vom Bahnhof Schmargendorf 8'4 Uhr. 1 1. Weihnachtsfeiertag findet v« i refp. ö llhr in der„Urania" Tarnbenst�b? ein Lichtbilder-Vortrag über de»..Erok-Elockner.(�asrein nnd die Salzbu Alpen" statt. Sintrittslarten zu 0.75 M., 1 SR., 1,50 M., 8 SR. uud 2,50_ sind auf dem Turnplatz erhältlich. Tel. llhland 9l«0. An der Aaste d»pp� Tageapreif«. Arbeiter �Semariter-Aalannen verlln«. B. gliedeivatiammlung im Slealgpmnafium, «eranwartlich PI, die JUdaBian:«mil Stabalk. Sättig antworUich für den Znieratenieil: Ludwig«ameriner. Aa-lsha'8�, Berlagmienntzenibait.Frribeii" a. S m i y. Berlin— Drv» der ilrrW" Kupfer Hetfina Bl«i,Zinn.zinb, Quecksilber. «Aa mimtiaHt Kausen -Prem, lauer Strub« 84 Svaldstrab» 8 ebnhenrr Straste»S «ainstrake 4«. SchSneberg SKallster Str." INl nsi sitz er Pla» «rstra »8«, Erste «MMlerstrub» ,0 Mtmetalle höchst, Ochrneljarets« Ludwig, e-intuatiatrav« ,» G»»,I«SNn»e b4»t»II» »I>»>e»u»».T»nkeAl« «attduser»anim UN, am Hermannplatz, baust VS" Kupfer, Mrssing, Blei, Zinu, Zinb usw. Zahl» stet, Ta,r»»r»ise l Kvtallsobmelro, Siemensstrah« 0 lBahnhoi Beustrlstr.I Sstvltt. «atgast. Biel, Sind. J u Quemsllber kauft zu Tag«,- Kisrn Wriallrinkaussjentrale Ttevv« 42 Lügow 2167. I Klistier is«.W baust«u eehlh'. Preis.■ afinei Weg 43 1 nahe«apprnftratze» Kupfer. Messing »ad s»mittch» S0»ia»la Oteuc echlluliaufcr Str. lg, Parteigenossen! Parteigenossen! Kauft Eure stllstn U in I-lUiVili!» _ schon jetzt_ Wftr in Eurer Buchhandlung"VK! Sachgemäße Pera ung/ Reiche Auswahl/ Billige Preise Buchhandlung„Freiheit". 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