9. beits bez der öhne ran mer bes : bet Men, pirts ende itter, räfte Σούν elde aus Uns Ber ngen Nicht ichen, und lichen wer afen ifchen Bund Bert Ver Da c An inden Lin. atter Bet ulage nonis regen Den B. Be einet Durbe I DON ochen ng bel sie zur ng bel merben mtlighet Sahn erichuy ing bel ef bet Abret ferent rleben indhent z Low ent Stand 2. D Berlinet leitung ter& tshaus Such 2 T Des zoferte Thr, 18 20414 Be ora. Geibelt It am Borto Ihnen Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags un einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- m. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 m. Für Post bezug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Etreifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50., für das übrige Ausland 21,50 9. uzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Sfterreich 30,-. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8-9. Mittwoch, 1. Dezember 1920 Nummer 509 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Stonpareillezelle ober beren Raum koftet 5,-. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., febes weitere, Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1,- M Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4648, 4921 Freiheis Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die kommunale Krise Anläßlich des Rüdtritts des Oberbürgermeisters Wermuth prach die bürgerliche Bresse von der schweren tommunalen Krise der neuen Stadtgemeinde Berlin. Diese Behauptung ist richtig, und so schmerzlich es ist, sie zugeben zu müssen, so find wir doch der Meinung, es hat keinen 3wed, diese offenichtliche Tatsache verschleiern zu wollen. Sie ist letzten Endes Das Ergebnis der 3ersplitterung der sozialistischen Arbeiterschaft, deren Früchte nun die Reaktion einheimit. Bei den Wahlen am 20. Juni standen sich nur zwei sozias liftische Parteien gegenüber, die eine Mehrheit der Wähler auf ihre Seite brachten. Die Unabhängige Sozialdemofratische Partei wurde doppelt so stark als die rechtssozialistische. Sie konnte deshalb erwarten, großen Einfluß auf die Saltung der Rechtssozialisten in der Gemeinde und auf die gesamte Berwaltung der Stadt ausüben zu können. Diese Erwartung ging auch in Erfüllung. Es wurde durch das zu fammengehen von Unabhängigen mit den Rechtssozialisten verhindert, daß diejenigen Bestrebungen in der S. P. D., die auf Anschluß an das Bürgertum abzielten( Seilmann, Scheidemann) Erfolg hatten. Als aber die inneren Auseinandersetzungen in der U. S. P. begannen und deutlich anzeigten, daß die Partei in furzer Seit zerrissen sein werde, dadurch an Einfluß auf die Massen berliere und in der Zahl ihrer Vertreter in der Gemeinde zurückgehe, gewann die dem Zusammengehen der sozialistischen Graftionen in der Stadt abgeneigte Richtung der S. P. D. an Einfluß. Das fand seinen äußeren Ausdruck in dem halb uldenden Gewährenlassen der bürgerlichen Parteien in der Breußischen Landesversammlung, als sie die Verschlechterung les Gesetzes über die neue Stadtgemeinde Berlin beschlossen. Das Märzablommen muß erfüllt werden! Die Orgesch in Berlin Mie in der Morgenausgabe gemeldet wurde, hat der Polizeipräsident Richter eine Kampforganisation der Rechtsparteien ausgehoben. Der Leiter der Organisation, Hauptmann Bostelmann, ist, nach berühmtem Vorbild, entflohen. Er wird sich nun einen anderen Wirkungstreis suchen und seine bisherige Tätigkeit mit verdoppeltem Eifer fortsetzen. Finden wird man den Verschwörer ebensowenig, wie den berüchtigten Hauptmann feffer, der seit Monaten stedbrieflich verfolgt wird, sich da durch aber nicht im mindesten stören läßt, sondern, unter dem besonderen Schutze der Rechtsparteien stehend, seine Tätigkeit unte gehindert fortfekt. Das außerordentliche Gericht arbeitet nur gegen die Linksparteien. Selbst dem„ Berliner Tageblatt" ist das bekannt; es sieht sich aus Anlaß des vorliegenden Falles ge= zwungen, folgendes festzustellen: ,, Bei dieser Gelegenheit muß wieder einmal hervorgehoben werden, daß auffälligerweise das auf Grund der Verordnung vom 30. Mai 1920 gebildete außerordentliche Gericht noch nies mals gegen geheime Organisationen von rechts in Tätigkeit getreten ist, und daß auch die anläßlich des Weißenfeer Kommunistenprozesses von der Anklagebehörde selbst angekündigten Berhandlungen gegen Rechtsorganisationen, insbesondere gegen ben Hauptmann v. Pfeffer, noch immer auf sich warten lassen. Vielleicht äußert sich einmal das Reichswehrministerium, bem die außerordentlichen Gerichte unterstellt sind, über diese unverständlich lange Dauer des Verfahrens." Warum schreitet der Polizeipräsident Richter, warum schreitet bas außerordentliche Gericht nicht endlich auch gegen den Sportflub" Olympia ein? Dieser„ Sportklub" umfaßt die früheren Beitfreiwilligen des Schuhregiments Groß- Berlin. Er ist jetzt 11 000 Mann start, Führer ist Major v. Seeringen, ein alter Kappist, der vor einer Woche mit Escherich eine Bea jetzt mit seiner Organisation ebenfalls der„ Orgesch" angeschlossen hat. Der„ Sportflub" ist in einzelne Blocs eingeteilt. HauptBlocarlamierungsort ist die Oberfeuerwerterschule, Moabit. Bei einem eventuellen Aufstand erhält der Sportklub Olympia die Bezeichnung Notwehrregiment I. Weitere Führer sind: General Mobius, Major Bischel, Major Brettschneider, Sauptmann Willamowit- Möllenborf. Aus all diesen Tatsachen ersehen wir, daß die militärischen Ge= heimverbände nicht aufgelöst find. Sie haben nur ihren Namen Wir wissen uns frei von einer Ueberschähung der Machtpofition, die das Proletariat innehat, wenn es die Verwal tung der neuen Stadtgemeinde beherrscht. Die Wirksamkeit ber proletarischen Vertreter ist begrenzt durch die Gesetze des Reiches und des Staates. Und solange hierbürger liche Mehrheiten bestehen, wird jede wirklich soziali- sprechung im Palais in der Wilhelmstraße gehabt hat und sich tische Maßnahme stets den entschiedenen Widerstand des Bürgertums und der fapitalistischen Regierungen hervorrufen. Daß dies gegenwärtig in sicherster Aussicht steht, hat ja nicht nur die Verordnung des Reichspräsidenten anläßlich des Elettrizitätsarbeiterstreifs gezeigt, sondern auch die drohende Anfündigung des Ministers Koch im Reichstag und der Ruf der bürgerlichen Parteien nach einem Diktator für Berlin. Es wäre eine Juusion, anzunehmen, daß Regierung und bürgerliche Parteien die durch die Städteordnung garantierte SelbstMerwaltung der Gemeinden als ein Pflänzlein Rühr- michht- an ansehen. Im Gegenteil. Für Berlin steht die Selbst Verwaltung nur auf dem Papier und nur solange, als sie den bürgerlichen Parteien und der Regierung ungefährlich ist und der Einfluß der Arbeiterschaft sie zu erhalten weiß. der 6. B. it bie Stellung der sozialistischen Parteien in der neuen Stadtgemeinde noch mehr erschüttert worden. Boten schon die Verhandlungen zwischen U. S. P. und S. P. D. bei den gegen fählichen Auffassungen zuweilen große Schwierigkeiten, die die Erledigung aller Aufgaben verzögerten, so wurde das nach dem Hinzutritt der Neufommunisten noch schlimmer. Nun bestanden drei Gruppen, die unter einen Hut zu bringen waren. Zwar hatten die Neufommunisten es als eine Selbstverständlichkeit bezeichnet, daß sie für gemeinsam beschlossene Handlungen auch nach außen hin die Berantwortung übernehmen wollen. Daß das aber nicht geschehen werde, unter: lag für die, die die Neufommunisten fennen, faum einem 3weifel. so weniger als damit gerechnet werden mußte, 1 daß durch de Borherrschaft der Moskauer Ideologie in dieser Partei weit über das zulässige Maß hinaus politische und außenpolitische Motive die kommunalpolitische Haltung be: Et find n Sit Be 19 “ ich, 53 geffer nks nn 82. Dow B t cht .9 23 nod timmen würden. S. schaften haben die dringende Pflicht, das Märzabkommen durch zudrücken. Sonst tommen sie über kurz oder lang unter die Räder der Reaktion und drohen, wie in Ungarn, zermalmt zu werden. Kahr hat gefiegt! Der banerische Ministerpräsident von Kahr war Ende lezier Woche in Berlin und hatte mit den maßgebenden Stellen eine Unterredung über die Beibehaltung der Einwohnerwehren. Die Reichsregierung hat sich über das Ergebnis der Besprechung sehr vorsichtig geäußert, unsere Reichstagsfraktion wird sie daher durch eine kleine Anfrage zwingen, I la ren Wein einzuschenken. Nach den vorliegenden Meldungen scheint v. Kahr einen vollen Sieg davongetragen zu haben. In bayerischen Regierungsfreifen wird nicht mit einer Auflösung der Einwohnerwehren gerechnet. Es heißt, die Entente habe sich mit dem jezigen Zustand abgefunden, sie wolle nur, daß sich die bayerischen Einwohnerwehren auf eine bestimmte Mitgliederzahl beschränken, außerdem soll den Wehren der zentralisierte Charakter genommen werden In München find verschiedene englische Generäle eingetroffen, die sich über die Lage unterrichten wollen. General Macolm hatte auch eine Aussprache mit dem früheren rechtssozialistischen Minister Auer. Was bei diesen Unterhandlungen herauskommt, wissen wir zur Stunde noch nicht. Fest steht aber, daß die Arbeiterschaft den Rüstungen der Gegenrevolution nicht mehr ruhig zusehen kann. Drgesch und Einwohnerwehren sind ausgesprochene monarchistische Kampforganisationen. Auch Reichswehr und Sicher heitspolizei sind monarchistisch verseucht. Soll die Republik erhalten bleiben, dann bedarf sie zu ihrem Schuße der Arbeiter. Wenn also Orgesch und Einwohnerwehren nicht aufgelöst werden, dann müssen die Arbeiter schnellstens eine Gegenorganisation ins Leben rufen. Nur so sind sie sicher, nicht wieder wie am 13. März überrumpelt zu werden. Die Pfalz klagt an Auf dem Parteitag der badischen Sozialdemokratie hielt der pfälzische Parteiführer Profit( Ludwigshafen) eine Begrüßungsansprache. Er wandte sich mit scharfen Worten gegen den Abgeordneten Held von der bayrischen Volkspartei. Bon Bayern drohe der Pfalz eine große Gefahr. Bayern, d. h. die Regierung Kahr, glaube ein Reservatrecht auf die Ein. wohnerwehren zu besigen. Die Pariser Politit habe wohl in München erst den Eindrud erwedt, als ob sie für die bayrischen Einwohnerwehren eine stille Billigung zugestehe. Auch arbeitet sie durch die Stärkung der Königspartei darauf hin, die Einheit der deutschen Republik zu zerschlagen. In nicht mizzuverstehender Weise hätten aber die Sozialdemokraten Nordbayerns und der Pfalz der Königspartei zu verstehen gegeben, daß bei einer Revolution von rechts Franken und die Pfalz für sie verloren feien. Die Pfalz tlage darum die bayrische Reund seine Regierung zur Silfe auf. geändert, sind durch Escherich zentral organisiert worden und deshalb heute von viel größerem militärischen Wert als vor bem 13. März. Die Gefahr für die Republit wächst von Tag zu, Tag. Die Regierung fann und will feine Abhilfe bringen. Darum muß der Front der militärisch organisierten Reaktion die Front gierung vor dem Forum des deutschen Volkes an und rufe dieses der organisierten Arbeiter entgegengestellt werden. Die Gewerk feiten; auch in der Arbeiterbewegung gebrauchen Führer das Vertrauen und bedürfen seiner öffentlichen Versicherung, wenn die Gegenrichtung so start ist, daß sonst, ihr Sturz zu erwarten wäre. Die tommunistische Presse macht auch diesen lächerlichen Versuch der Verschleierung zu nichte. Sie gibt offen zu, daß die Neufommunisten Wermuth wegen seiner Haltung im Streif nicht mehr stützen wollten, fie desavouiert also ausbrücklich die eigene Stadtverordnetenfraktion, die sich diesem Diktat fügen mußte. Für diese Untlarheit ist bezeichnend die folgende Stelle in der Polemik der„ Roten Fahne" gegen uns: Wermuth war vielleicht gut und am Blaze in einer Zeit fried licher Entwidlung, eines latenten Klaffentampfes. Wermuth licher Entwidlung, eines latenten Klassenkampfes. Wermuth wurde in dem Augenblid unmöglich, als die Sprengung der fapitalistischen Fesseln, die Sprengung der tapitalistisen Fesseln, die Das ist in der Stellungnahme zu dem Oberbürgermeister Wermuth deutlich hervorgetreten. Es ist richtig, die Neufommunisten waren mit der Haltung Wermuths in der Streifs frage unzufrieden. Aber sie, die ihn mitgewählt hatten, tung zu stürzen. Ihre Anträge vermieden sorgfältig jeden waren trotzdem frei von der Absicht, ihn wegen diefer Halieberringung ber Bourgeoisie im verschärften wurde. lassen fampf zur Eristensfrage des Proleta riats, zu seiner aktuellsten und wichtigsten Gegenwartsaufgabe wurde. der Bourgeoisie im verschärften Klassenkampf zur Existenzfrage des Proletariats werden?- auch die Absicht, fünftig in Groß- Berlin Politit auf eigene Faust zu machen. Denn wenn die U. G. B. eine objektive gegenrevolutionäre Partei ist, genau wie Wermuth, so ist doch selbstverständlich, daß die, revolutionäre" Partei der Neufommunisten mit ihr nicht pattieren tann, sondern sie auch in der Stadtverord netenversammlung bekämpfen muß. Daher anscheinend aud die Erklärung der„ Internationale" sofort nach dem Rüdtritt Wermuths, man werde an Dr. Weyl genauso wenig Freude erleben. Bei dieser Sachlage scheint es, als ob durch das Verhalten der Neufommunisten sich die sozialistische Mehrheit im Nebel aufgelöst hat. Denn sie seht voraus eine Einigung über die gemeinsam zu vertretenden Maßnahmen, die nach dem der neukommunistischen Fraktion vorgeschriebe nen Verhalten nicht mehr zu erwarten ist. Daher die große Freude des Bürgertums über den leichten Sieg, den es dank dieses Verhaltens in überraschend kurzer Zeit errungen hat und den es nun nach Kräften auszuwerten sucht. Ohne die fommunistische Frattion haben zwar die beiden anderen sozialistischen Fraktionen noch eine fleine Mehrheit. Sie verfügen über 104 Sige, die Bürgerlichen über 99. Aber bei der anscheinend im Wachsen begriffenen Hinneigung der Rechtssozialisten zum Bürgertum steigt auch bei ihnen die Neigung, Konflitte zu vermeiden und in manchen Fragen wenigstens mit den Bürgerlichen zusammen zugehen. Forderung der Untersuchung zu dem zwed, das Vorgehen der streifenden Elektrifer zu entschuldigen. Sie verweigerten Es ist Demagogie, echt menschewistische Demagogie, wenn die zunächst zwar die Unterschrift für einen Antrag, der Wer- Freiheit" versucht, den politischen Fall Wermuths in einen momuths Haltung in der Streit frage billigte, halfen aber zu was wollte, später selbst mit, die Formulierung für den Antrag zu fin- fondern was Wermuth objektiv war, steht zur Debatte. Wer Dienste der minderbemittelten Bevölkerung" ausgesprochen en, durch dem Wermuth, Anerkennung für sein Mitten im muth wat objektiv ein Gegenze volutionär, genau is wie ein Rautsty, ein Crispien und ein Blatt wie die Freiheit" objektiv gegenrevolu Da damit der Zweck, den Ansturm der Bürgerlichen gegen tionär und gelb find, trok vielleicht ihres guten Willens, ben. Ganz anders aber gestaltete sich die Situation, als sie gegen dieses Verhalten ber kommunisten nichts einzuwen- solutionäre zu sein. Dem Proletariat ist mit moralischen Urteilen in seinem Rampfe gar nichts geholfen. Es ist endlich Zeit, daß es die Unterschrift unter diesen von ihnen vorher gebilligten politisch denken lernt. Und dazu soll ihm der Fall Wermuth Antrag zurüdzogen, ein Beschluß, den die neufommunistische helfen." Fraktion mit nur einer Stimme Mehrheit gefaßt hat. Die stellen, zeugen deshalb von findlicher Einfalt. Solche Versionen wie soll in der Stadtgemeinde Berlin die Spren fagen, alles außerhalb ihrer Reihen ist gegenrevolutionär, Berjuche, ein solches Bertrauensnotum als überflüjjig hinzu nehmen. Sie pffenbaren neben völlig unberechtigten Illu trauenstundgebungen sind feine bürgerlichen Aeußerlich-| gung der fapitalistischen Fesseln erfolgen, die Niederringung Es ist schwer, diesen Nebensarten einen Sinn zu ent Schon jetzt suchen die Bürgerlichen diese Situation auszu nuken. Ihre Presse bietet ihre Mitarbeit an. Sie spricht deutlich die Erwartung aus, daß nach der Haltung der Neutommunisten eine Einigung über einen gemeinsamen Kandidaten der Sozialisten für den Bosten des Oberbürgermeisters nicht erfolgen fönnen. Sie weist mit Recht darauf hin, daß sos wohl, wenn die Neufommunisten an der Auffassung festhalten, die Bekundung des Vertrauens fei überflüssig, wie wenn sie taum ein Ausweg zu sehen sei, auf dem ein sozialistischer Kaws bidat gewählt werden und wirklich arbeiten önne. Ste außert ferner Hoffnungen auf andere Mehrheitsverhältnisse im Magiftrat und glaubt an eine ihr günstigere Zusammensetzung Der Bezirksverwaltungen. Durch die Bassivität haben deshalb die Neukommunisten den Boden für die größten Schwierigkeiten bereitet. Wenn also gegenwärtig die durch den Rüdtritt Wermuths heraufbeschworene Krise sich in einer Krise des gesamten Gemeinwesens äußert, so tragen die Schuld daran die Neufommunisten. Ihrem Verhalten hat es die GroßBerliner Arbeiterschaft zu danken, wenn die Erwartungen, die sie an die Wirksamkeit einer sozialischen Mehrheit in der Berliner Stadtverwaltung geknüpft hat, nicht in Erfüllung gehen. Die Verankerung der Polizeiwillkür Reichstag und Elektrikerstreik Mit seiner gegen die Streifenden Berliner Elettriter gerichteten Antistreit Verordnung hat Ebert der Reaktion wieder einmal den Finger gereicht, was zur Folge hat, daß sie nun die ganze Hand nimmt. Der Reichstag hat gestern beschlossen, daß die Verordnung in Kraft bleiben spil bis zum Erlaß einer geseglichen Schlichtungsordnung. Bedeutet schon die Verordnung die Aufhebung der in der Verfassung garantierten Grundrechte für einen Teil der Bevölkerung, so ist durch diesen Beschluß der realtionären Mehrheit des Reichss tages eine Berewigung dieses Ausnahmezustandes herbeigeführt worden. Die Reaktion hat es jetzt faum noch nötig, auf die Fertigstellung einer gegen das Streifrecht gerichteten Schlichtungsordnung zu drängen. Sie hat vielleicht sogar ein Interesse daran, die gesetzliche Regelung der Materie so lange hinauszuschieben, bis sie eines parlamentarischen Erfolges vollfommen gewiß ist. Auch das parlamentarische Glück ist ein un ficherer Kantonist. Die bürgerlichen Parteien tönnen jetzt jene Schlichtungsordnung, nach der auch wir uns nicht sehnen, verwerfen, wenn sie in ihrer reaktionären Wirkung hinter der Verordnung zurückbleibt. Gegen einen parlamentarischen Mißerfolg ist also durch diesen Beschluß eine Rüdversicherung geschaffen, die in ihren Wirkungen vollends im Widerspruch steht zu dem Sinn selbst dieser kläglichen Pofitionen der Verfassung, die einem einzelnen Manne das Recht geben, die verfassungsmäßigen Grundrechte vorübergehend aufzuheben. Wenn diese die Polizeiwilltür in der Verfassung verankernden Baragraphen überhaupt einen Sinn haben, so boch nur ben, daß die vorübergehende Aufhebung der Grundrechte ein Notbehelf sein soll, der auf dem schnellsten Wege wieder beseitigt werden muß. Durch den Beschluß der Reichstagsmehrheit aber erhält die Polizei- Willtür Gesezestraft. Auch der„ Borwärts" schreibt dazu mit vollem Recht: Der Reichstag fann das Recht des Reichspräsidenten, eine von ihm erlassene Verordnung wieder aufzuheben, nicht auch Beschlüsse von der Art des gestrigen einschränken. Dazu wäre ein Geset notwendig, das in vorgeschriebener Weise vom Reichstag und Reichsrat verabschiedet worden ist." Es ist notwendig, daß der bürgerlichen Mehrheit zum Bewußtsein gebracht wird, daß ein solcher Beschluß des Parlaments un= mürdig ist, denn er hebt das sonst so heilig gehaltene Recht des Parlaments selbst auf, indem er der Polizei- Willtür die Arme vollends freimacht. Zur Frage der Sozialisierung erklärte der Abgeordnete Dr. Hugo gestern:„ Die Frage tann nicht im Surratempo einer politischen Stimmung erledigt merden." Auch die Aufhebung der Grundrechte der Arbeiter darf nicht in solcher politischen Hurraftimmung erfolgen. Es ist notbendig, daß die sozialistischen Parteien sofort die Aufhebung des Beschlusses veranlassen. Kommunale Scharfmacher Städtetag und Wohnungsnot Kürzlich hat in Köln eine Tagung des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages stattgefunden. Die Deffentlichkeit ist nur durch sehr unzulängliche Berichte unterrichtet worden. Ein Artikel in der Leipziger Volkszeitung", der anscheinend von einem Teilnehmer der Tagung herrührt, läßt indessen deutlich erkennen, daß die rückschrittlichen Bestrebungen, die dem Aufstieg der Arbeitertlasse und ihrem wachsenden Einfluß in den Kommunen entgegenzuwirken suchen, auch in dieser Körperschaft an Kraft gewonnen Proletarisches Theater Uns wird geschrieben: Das proletarische Theater ist auch ein Gradmesser für den Ernst und das proletarische Selbstbewußtsein in der Arbeiterschaft der Großstadt. Sollte der Aufbau der Bühne aus den Reihen der Arbeiterschaft mißlingen sollte die AnSo zahl der Mitglieder nicht bald um das Doppelte wachsen wäre das ein Beweis dafür, daß die Arbeiter ihren Bedarf an Unterhaltung" und Anregung eben lieber bei ben Stettiner Sängern, bei Hartstein, bei Paulinchen", bei„ Der Frau im Semb" deden als am Aufbau einer Bühne mithelfen wollen, Sie ihrem eigenen Empfinden Ausdruck verleiht. Es wäre eine Schmach, wenn die Arbeiter in der Tat mit der Einstellung des fleinbürgerlichen Kapitalisten ins Proletarische Theater gingen, um für ihr Geld etwas geboten zu erhalten und nicht mit der des Sozialisten, der gemeinsam mit andern tämpfenden Genossen den Geist des menschheitsbefreienden Sozialismus im dramatischen Erlebnis erfahren möchte. Will aber der Genosse ein solches proletarisches Gemeinschaftsgefühl, durch die Kunst angeregt, erleben fo muß er wissen, daß er in dem Theater ist, das er selbst aufbaut und mit verantwortet. Einem proletarischen Theater in der bürgerlichen Gesellschaft stehen Schwierigkeiten gegenüber, die erst durch die Ueberwindung der tapitalistischen Gesellschaft verschwinden. | Allein wir glauben, daß der Versuch einer Arbeiterbühne, die erst in der proletarischen Gesellschaft eine proletarische- dramatische Gemeinschaft werden fann und die den Namen Proletarisches Theater trägt, um in die Zukunft zu weisen, geglückt ist. Nur unter Beteiligung aller revolutionär fünstlerisch schöpferischen Kräfte- nur unter Beteiligung weiter Arbeitertreise, die genug haben an der Lüge des Kino und an dem Wirrwarr der Bühnen des tapitalistischen 3erfalls gelingt es eine Bühne zu schaffen, die sozialistischem Denten und Fühlen Ausdrud gibt. 3m November spielte das Proletarische Theater Die Feinde" son M. Gorti. Am 12. Dezember wird in der Philharmonie noch eine Aufführung,„ Der Feinde" sein. Im übrigen steht auf dem Dezemberspielplan ein Stüd von den durch seinen prole tarischen Roman Jimmie Siggins befannten Upton Sin clair. Es trägt den Namen„ zing Sagen". Hagen ist eine Berkörperung des starten, stürmischen Dranges des fapitalistischen Menschen nach grenzenloser Erweiterung feines Jchs!!- nach Macht. Er tommt aus dem Golbreiche der Nibelungen hinein in die Welt, bedient sich der Moral, bie er als Lüge, aber als Mittel auf dem Wege zur Macht erkannt hat, bedient sich aller fapitalistischen Mittel, um selber der oberste Serr ber Kapitalisten zu werden. Nur eins vergißt er: bden Ernst, die Not, bie Stärke tarische Revolution. Machtgierber lebendige Gebante der schöpferischen Kraft der Gemeinschaften baut die neue Welt. 19 Haben. Die Bahnen, die der Städtetag eine Zeitlang unter der starken Führung des bisherigen Berliner Oberbürgermeisters Wermuth wandelte, Wermuth wandelte, sollen anscheinend vollkommen verlassen werden. Hauptgegenstand der Beratung war die Wohnungsfrage. Man erklärte sich für die Mietssteuer und die Steigerung der Mieten um das drei- und vierfache, da mit den dadurch erzielten Mitteln der Wohnungsbau betrieben und auch die alten Häuser neu hergestellt werden könnten. Die Arbeiter und Angestellten tönnten die Steigerung der Mieten sehr wohl tragen, denn sie verdienten ja die entsprechenden Löhne. Aus politischen Gründen tönne man auch eine Wohnungs- Luxussteuer für die Reichen fordern; sie bringe zwar nicht viel ein, aber man fönne doch nicht der Mieterschaft die ganzen Lasten auferlegen, ohne wenigstens nicht so zu tun, als ob auch die Reichen mitherangezogen werden würden. Der Regierungsentwurf biete eine ge= eignete Grundlage für die Forderungen, die der Städtetag aufstelle. Bemerkenswert waren die Ausführungen des Hauptreferenten, des Charlottenburger Syndikus Sem britti: Er berichtete über die Berhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium. Dort fäßen teine Leute mit praktischem Verständnis, denn sie seien mertwürdigerweise von der Auffassung befangen, daß die Wohnungsnot nicht anders als durch die Sozialisierung des Woh nungsbaues beseitigt werden könne. Er aber meinte, nur der private Wohnungsbau sei jetzt noch möglich. Selbst dem rechtssozialistischen Oberbürgermeister Leinert waren diese Ausführungen unbequem. Er beschwor die Herren, boch nicht gar zu arbeiterfeindlich zu sein. Denn wenn bekannt würde, wie und was hier gegen die Arbeiterschaft gesprochen würde, würde sich ein Strom der Entrüstung erheben. Sogar der Nürnberger Oberbürgermeister uppe, den in feiner früheren Frankfurter Tätigkeit der Glorienschein des sozialen Verständnisses umgab, erklärte, es tönne überhaupt nicht mehr gebaut werden, die Leute müßten wieder aufs Land und die in den Städten Verbleibenden müßten eben mehr zusammengepfercht werden. Was lehrt diese Tagung? Bunächst einmal, daß ber Städtetag in seiner jegigen Zusammensetzung ein durchaus falsches Bild von den in den Gemeinden herrschenden Anschauungen widerspiegelt. Er ist heute nur ein Organ der oberen Gemeindebeamten und hat nicht das Recht für einen anderen Kreis als diefen zu sprechen. Das ist umsomehr der Fall, als in dem fich täglich immer mehr zuspizenden Kampf der beiden Klassen der Gesellschaft auch das obere tommunale Beamtentum sich auf die Seite der Kapitalisten stellt. Die Gemeinden mit soziali darüber benken und welchen Standpunkt die 38 deutschen Parlo mentarierinnen, denen wir unsern Brief mitzuteilen bitten, ein nehmen." Wir haben bereits früher bargelegt, daß auch nach unserer Meinung Deutschland die Verpflichtungen erfüllen muß, die aus seiner Zerstörungsarbeit in den besetzten Gebieten i ergeben. Wir zweifeln nicht daran, daß die weiblichen Ab geordneten der Unabhängigen Sozialdemokratie in ihrer Ant wort auf das maßvolle Schreiben der französischen Frauen zum Ausdrud bringen werden, daß sie diese Pflicht durchaus anerkennen. Die Königsdiener 93 Ein republikanisches Musterbataillon Die Offiziere der ehemalig föniglich preußischen Armee" haben fich regimentsweise zu festen Verbänden zusammengeschweißt, um die Erinnerungen an die große Zeit" wachzuhalten und bei eine etwaigen Rüdfehr der von ihnen so hochverehrten Hohenzollern Schieber schlag bereit zu sein. Die Herren halten regelmäßig Besprechungen ab. Legthin waren die Königlichen Offiziere des Aleranderregiments" in der Traube versammelt. Der General der Infanterie Freiherr von Scheffer, begrüßte die G Schienenen und verlas das Telegramm Seiner Majestät, welches als Antwort auf die an Allerhöchst Denselben gerichtete ,, Glid wunsch Huldigungsbepesche vom 18. 1. 1920 eingegan gen war." Im Anschluß daran fand ein Essen statt, das höch angeregt verlief, wozu das sehr gut zubereitete und reichlich be messene Mahl beitrug." Auch bei dieser Gelegenheit wurde bem in der Ferne weilenden Allerhöchsten Kriegsherrn gedacht". Man tönnte diesen ganzen Fest- und Freßrummel für eine finb liche Spielerei halten, wenn die Sache nicht doch einen seh ernsten Saten hätte. Der Offiziersvereinigung des e malig Königlich Preußischen Kaiser Alexander- Garde- Grenadie regiments Rr. I" gehören in der Hauptsache Offiziere an, die heute im Dienste der Reichswehr ober der Sicherheitspolize stehen. Beim Bataillon Alten in Ruhleben befinden sich alle folgende Offiziere: Major von Alten, Hauptmann von Biebahn, Haup mann v. Sase, Hauptmann Freiherr v. Gablenz, Hauptman von Alt- Stutterheim( derselbe, der in München Zeuge der Abschlachtung der 21 katholischen Gesellen war), Oberleutna Graf von Sülsen, Leutnant von Rohr, Leutnant Seide mann, Leutnant von Kries, Leutnant Dreeseler, Fäh ร 3 200 et 6 fr L be 500 31 ge 3 bi be pa hät $ 13 ar mi de bei ein bin Sie De Tich til pa Der De ma Gr tag mid bes arb tischer Mehrheit müssen aus dieser Tatsache die entsprechenden rich von Waldbach und Fahnenjunker von Wiebahn. Ronsequenzen ziehen. Rundgebung französischer Frauen Die Milchnot in den besegten Gebieten Die französische Vereinigung für das Frauenstimmrecht hat unter dem 18. Rovember an die deutschen Parlamentarierinnen ein Schreiben ge richtet, das zu der Frage der Ablieferung von Milchfühen Stellung nimmt. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß Deutschland versprochen hat, die aus den zerstörten Gebieten entwendeten eine Million Stüd Rindvieh zurückzugeben, 220 000 Stüd feien aber bisher nur abgeliefert wor Sen. Gegenüber der in den letzten Wochen in Deutschland entfachten Heze wendet das Schreiben ein: Wir glauben, daß, wenn die deutschen Frauen die trauri. gen zerstörten Gebiete Frantreichs besucht hätten, wenn sie dort, so wie wir es getan, die furchtbare Kinder: sterblichkeit festgestellt hätten, die zum großen Teil auf die Unmöglichkeit zurückzuführen ist, selbst für die zartesten Kinder frische Milch zu beschaffen und auf die Notwendigkeit, diese Kinder in unzureichender und kostspieliger Weise mit tonservierter Milch oder mit Milchpulver zu ernähren, so würden diese Familienmütter nicht versuchen, eine Agitation zu entfalten, um Deutschland an der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu verhindern. Wir wissen, daß auch die deutschen Kinder unter dem Kriege gelitten haben und daß bei Ihnen eine Rationierung der Milch notwendig ge worden ist, aber wir glauben, daß es in dem vorliegenden Fall bebauerlich wäre, wenn die öffentliche Meinung der ver schiedenen Länder Gefahr liefe, irregeführt zu werden. Be wegungen dieser Art sind nicht dazu angetan, die normalen Bes ziehungen der Völker untereinander wieder herzustellen, darum wenden wir uns an Sie, damit Sie uns sagen, wie Sie persönlich Die Spieltage im Dezember find: Reutsiin: Sonntag, 5. Dezember, 8 Uhr abends, Ritems Netsäte. 16. tenberg: Gonnabend, 11. unb 18. Dezember, abends 8 Uhr, Schulaula Bart aue. Rorben: Donnerstag, 9. Dezember, abends 8 Uhr, Bharusfäle. Moa bit: Mittwoch, 15. Dezember, abends 8 Uhr, Moabiter Gesellschaftshaus. Zentrum: Sonntag, 12. Dezember, nachmittags 3 Uhr, Philharmonie, Bern burger Straße. Sonntag, 19. und 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, Beethoven, Jaal, Cothener Straße. Rartenverlauf: Norben: Kroll, Utrechter, Ede Hennigs dorfer Straße; Linienftr. 84, Metallarbeiter- Berband. Moabit: Thürling, Em bener Str. 23; Räte- Zeitung, Luisenstr. 28. Südosten: Köpenider Str. 108, Sporthaus Fichte". Often:" Warschauer Str. 62. Lichtenberg: Gürtelstr. 25. Charlottenburg: Galvaniftr. 1, bei Schwarting. Zentrum: Münzftr. 24. Arbeiter Bildungsschule, Breiteftr. 8-9.' Neuföln: Reglin, Schönleinstr. 24 und Geschäfts stelle des Theaters. Breise: 6 M. für in Arbeiterorganisationen nicht Organis ferte, Vorverkauf 5,50 M.; Karten für Arbeiter 3,50 M., Vorverkauf 3,20 m. Mitglieder des proletarischen Theaters frei! Mitgliedstarten an der Kaffe. Are beitslose 1 M. Neuaufnahmen in den Vorverkaufsstellen und an der Raffe. Wer Karten in Rommiffion nimmt, erhält 5 Prozent der verlauften Karten. Some missionstarten erhältlich durch die Geschäftsstelle Lichtenberg, Kronprinzenstr. 47, Königstr. 85. Das Moos Ein Beitrag zur Kinderpsychologie. Nach Niederschriften Berliner Gemeindeschülerinnen von Lehrer Mah I't e. Das Moos ist ein Teppich für die Menschen, die beim Solz fammeln oder Beerenpflücken ermüdet find. Einen andern haben Also bis auf zwei Mann lauter adlige Herren. Bei einen Butsch von rechts, der dem Sturze der Republik und der Wieber einführung der Monarchie dient, werden diese Offiziere thre ,, Allerhöchsten Kriegsherrn" natürlich nicht die Treue wahre Das tun fie nur im Kasino beim Bechertlang und Tafelgetlin Kommt ein Butsch von rechts, dann stehen sie mit beiden Beine breitspurig auf dem Boden der Verfassung und fämpfen gema ihrem Eide bis zum legten Blutstropfen gegen die Monarchi Das haben sie schon während des Kapp- Butsches getan. D nächste Mal werden sie es noch viel besser machen. Die ungarische Königsfrage be ein Auf eine Interpellation des Abgeordneten Rassay über Verfassungsreform und die endgültige Lösung Königsfrage erwiderte Ministerpräsident Telety in Nationalversammlung, in dieser Angelegenheit müsse das gan Land befragt werden. Der Ministerpräsident verwahrte energisch gegen die Auffassung des Interpellanten, daß die Th frage eine außenpolitische Angelegenheit sei. Die C scheidung der Thronfrage jei eine durchaus innere Ang legenheit ber ungarischen Nation und werde dur Ungarn ganz nach eigenem Ermessen erledigt werden. Die Ansicht, daß es sich bei der ungarischen Königsfrage um innerpolitische Angelegenheit Ungarns handele, ist völlig sutreffend. Die Errichtung des Königtums in Ungarn beutet die Krönung und Festigung der ungarischen Reaktion, deutet die ständige Gefahr ber habsburgischen Reaktion für Donauländer und die mitteleuropäischen Republiken. Wie die ungarische Königsfrage von außenpolitischer Bedeutung beweist der Antrag des tschechischen Außenministers Benef beim Völkerbund, der verlangt, baß der Völkerbund sich je Wiederkehr der Sabsburger und der Errichtung eine nationalen Rönigtums in Ungarn widerset 20 tin er Fett tei Et Jati führ Tan Gen lar Gus Tich Ber jen Gel Бе Be bi Febr ift el Bianist Tibor Szatmary gefällt sich in einer maniriette Virtuosität, so daß in seinem Spiel von innerer Anteilnahme allzuwenig zu verspüren ist. Das Minutiöse Mozarts hauchte mit prideinder Zierlichkeit. Der friegsblinde Sänger Herbert Spohn tann sich eine gut veranlagten Stimmaterials erfreuen, wenn feine Tonbildun in den höheren Registern auch noch sorgsamer, pädagogisc Pflege bedarf. Das Berliner Bofalterzett( Else nüttel, Käte lich und Elisabeth Böhm), das zu feinfühligster Abge stimmtheit herangereift ift, fucht stets aparte Gaben darzureiche Robert Kahns Abend" und zwei Lieder von Philipp Greti waren in der ausgeglichenen, empfindlich nuancierten Wiedergab von hohem musikalischem Reiz. W. Im Großen Schauspielhaus wird Hauptmanns Florian Gener Ivorbereitet. In den Kammerspielen kommt Arthur Schni lers Luftspiel Die Schwestern"( Casanova in Spaa"), in Deutschen Theater Shaws Komödie„ ,, Cäsar und Kleopatra zur Aufführung. Vorher wird Schillers Don Carlos in eine Neueinstudierung im Deutschen Theater in Szene gehen. bi eine bie bes Die ber Tagie beit be aud tum bafi Ste wez Ent find gett wiel bes bak jati ben beit ber ber fah ber tapi Im Kleinen Schauspielhaus findet Montag, 6. Dezember, Bahr statt. Uraufführung des neuen Lustspiels„ Ehe lei" von Herman 3m Theater i. b. Königgräger Straße finden gegenwärtig b sie nicht. Aber der ist auch viel schöner wie die Stubenteppiche, Proben zu Ostar Wildes Drama Salome" statt. Die Tit die reiche Leute haben. Denn es sind richtige Glockenblumen darin. Jm Moose haben auch die Spinnen ihre Nester. Die Spinnen und die Fliegen machen immer Krieg. Die Spinnen gewinnen und fressen die Fliegen auf. Darum mag ich die Spinnen nicht leiden. Jetzt halten sie Winterschlaf und darum ist Frieben. Das Moos im Walde sieht aus wie eine grüne Insel. Es fönnte auch eine Stadt sein mit lauter fleinen Leuten. Jedes Mooshälmchen ist ein grüner 3werg mit einem goldenen Krön lein. Nun ist es talt. Die kleinen Mooszwerge zittern fo. Der Winter wird ihnen wohl bald einen weißen Schneemantel fchenfen. Es gibt auch arme Kinder im Winter, die so frieren; aber feiner hat ein bißchen Mitleid. Soliftenkonzerte. In der jungen Cellistin Judith Botor tellte sich eine Künstlerin vor, die über saubere und mühelose Technit( besonders in der Beherrschung des Flageoletts) verfügt und einen innerlich getragenen, flangvollen Ton befigt. Ernst tolle spielt Maria Orsta, ben Herodes Ludwig Hartau. Borträge. Rudolf BIümner spricht am Mittwoch, 1. Dezember, abends 7% Uhr, in der Kunstausstellung des Kubismus"( Malerei, Blaftit, Mufit). be De Lebe Sturm, Berlin, Potsdamer Straße 134e, über„ Den Gei Expreffionismus und Retiam e" spricht Lotb Brieger am 6. Dezember, abends 7% Uhr, im Hörsaa! 3m Graphischen Kabine Kurfürstendamm 233, trägt am Donnerstag, den 2. Dezembe abends 8 Uhr, Fränze Roloff Dichtungen von Else Laste - ,, Aus fremden Gärten" heißt der am 9. Deze ber im Meistersaal stattfindende Vortragsabend von Jise Ram niger, an bem fie Dichtungen von Strindberg, Verlaine, Li- tai Schüler vor. Lagerlöf, Tagore und Verhaeren spricht. Ru Im Künstlerhause stellten sich drei junge Dichter vor: mantischen Gefühls dahin, wobei freilich manches im Dämmer blieb. Bod, Hans Sturm, K. E. Meurer. Es floß ein Strom bland Arno Nabel seht die im vorigen Jahre veranstalteten ,, Ching der Ausgebeutenen. Vom Gipfel der Macht stürzt ihn die prole: Grenzebach, der mit geistiger Reife manche mufitalische Fein- lischen Abende" in einer Vortragsfolge an fieben Mittwe Nicht das Prinzip der individualistischen heit in seinem Vortrag herauszuarbeiten versteht, eignet sich mit Abenden fort.( Weltanschauung und Lebenslehre außerhalb seinen von Natur aus Jehr bescheidenen, wenn auch gut gebildeten Stimmitteln nur wenig für den größeren Konzertsaal-Der über ben Wissenschaften.) Erste Borlesung 8. Dezember Buchhandlung Albrecht Blau, Spichernstr. 7. in Son mer ber 311 weil mer bie mit find tän 20 e babi lich: San Ston Itän i Die Sammlung des Bürgertums (SrUenni die Zeiche« der Zeit! Trotz d«s Widerstand«? einiger Kreis« de» liberalen Bürger- «uns vollzieht sich unaufhaltsam der Verbindungsprozeß zwischen er Deutschen Volkspartei und der Demokratischen Partei. Zn den„Münchener Neuesten Nachrichten" konnte man ?pr einigen Tagen lesen, daß es notwendig sei, zwar nicht eine »usionierung der beiden Parteien vorzunehmen, wohl aber von zu Fall gemeinsam« politisch« Sktione« zu ver- anstalten. Die Demokratische Partgi habe es von jeher abgelehnt, einem Mitglied« das Bekenntnis zur Nepublik zu verlangen. J?« Frag« der endgültigen Staatsform habe mit dem ®*s«n der Demokratie und der deutschen Demokratischen Partei nichts zu tun. Ei« sei ein« Frag« der politische» Zweckmäßigkeit. Wer die republikanisch« Etaatsform wünsche, tue ebenso klug daran, vorerst die weitere Snt- Wicklung abzuwarten, wie die Anhänger einer Monarchie «wa in der englischen Form. Das„Berliner Tageblatt" bemerkte »war dazu, daß die Frage der Nepublik kein« Zweckmäßigkeits- faigr sei, sondern die Demokratisch« Partei habe in allen ihren Kundgebungen das Bekenntnis zur republikanischen Staatsforin Abgelegt. Aber in der Versammlung in Hannover, über die wir •«Kits berichtet haben, hat der Vorsitzende der Demokratischen vwtei, Senator Dr. P«t«rs«n. ausgefiihrt. daß„wir viel zu ichwach" seien,„als daß wir wieder eine Monarchie vertragen unnten". Auch Dr. Petersen hat also nicht grundsätzlich die «Monarchie abgelehnt, sondern er will ebenso, wie das München« "latt, erst„die weitere Entwicklung" abwarten. Damit find die Demokraten den Volksparteiler« schon weit«nt- Angekommen, und aufdttTagungdesdemokratischen Pnrteiausschusse» in Hannooer hat der Parteivorsitzende Gemeinsamkeit d«r Interessen beider Parteien noch besonders �tont. Dr. Petersen führt« dort aus, daß die Deutsch« Volks- »artei durch ihre Beteiligung an d« Neichsregierung gezwungen worden sei, ein« Politik mitzumachen, die die Demokraten dirti«t amen. Die oolksparteilichen Minist« seien in allen Fragen den Maschen d« Demokraten g««cht geworden. Di« Zusammen- arbeit mit den Nechtssozialisten sei viel schwierig« gewesen al, w't den volksparteilern. Es gelt« jetzt, einen Block 'r Mitte zu schaffe«. Irgendwelche Verhandlungen über i>n« Verschmelzung mit der Deutschen Volkspartei hätte« aller- p'bgs noch nicht ftattgefund««. Die Demokraten«ollen also äußerlich«och selbstindtg bleiben. w'« streben aber zum mindesten eine Arbeitsgemeinschaft mit der Mischen volkspartei an. Und dies« Block der Mitte wird ficher- ! Zustande kommen. Es ist in der Tat so, daß d t e d« m o k» a- Ich« Politik sich in nicht» mehr von der»olks- parteiliche» Politik unterscheidet, veide Parteien pertreten kapitalistisch« Interessen, und wenn nunmehr die Demokraten auch die Frag« der Monarchie als ein« rein« Zweck- waßigkettsfrag« erklären, so besteht für die Volkspartei kein �eund mehr, sich dem Liebeswerben von dies« Seit« unzugänglich f1 Zeigen vielleicht wird der bevorstehend« demokratische Partei- in Nürnberg den ein« Allianz mit der volkspartei noch widerstrebenden Elementen einige formelle Zugeständnifl« machen. Wirklichkeit ist d« Block der Mitte im Werden, die Sammlung Bürgertum» auf«in« gemeinsamen antisozialistischen und �beiterfeindlichen Grundlage vollzieht sich mit aller Deutlichkeit. Auch die durch die Essener Ned« des Herrn Stegerwald ange- wndigte Aktion der christlichen Gewerkschaft»» Ijjhr e r verfolgt das Ziel, die parteipolitische Sammlung des Jj'rgertums zu fördern. Di«„Westdeutsche Arbeiterzeitung", das vjtbandsorgan der katholischen Arbeiterverein« Westdeutschlands. "M in ihrer neuesten Numm« folgendes fest:„Stegerwald will LMic neue Arbeiterpartei, er lehnt sie ausdrücklich ab. ,* will auch nicht den Gewerkschaftsbund, die gesamte Organi- W«n der Arbeiter, Angestellten und Beamten als neue Partei ein- , hren.$1 will überhaupt keine neue Partei gründen, er will Ammeln, zusammenfassen." Zu diesem Zweck« habe der ,"Werkschaftskongreß beschlossen: t die Bildung«ine» par» "meniarischen Komitee« christlicher vewerkschaftsführer den verschiedenen Parteilager«. 1 Di« Unterstützung der an N schon beschlossenen Gründung-in« großen politische« �'geszeitung. Es soll« damit vor allem auf die and«en .Twifsstände eingewirkt werden, in denen stch ietzt«in« wach- L.*de Abneigung gegen die Arbeiterschaft zeig«. �ang« mit ihnen keine Verständigung, dann werde die Bildung neuen Arbeiterpartei kaum zu verhüten sein. Wie ab« auch d! christliche volkspartei der Zukunft au»sehen werde, der Kern heutigen Zentrums müsse darin wiederzufinden stm. v le..Germania" begrüßt diese Ausführungen,»eil»ein Ausreifen �egerwaldfchen Ideen fein« Zeit habe» will. was eine ver- -ch'ebung auf unbestimmten Termin gleichkomme, und««» die J'e Lösung überhaupt nur in«in«»ollen Harmonie mit dem �währten Zentrumsprogramm" gefunden werden könne. �Asso t ch in diesen Kreisen vollzieht sich dt« �Sammlung des Bürger- Wenn das„bewährte Zentrumsprogramm als Grundlage Ai« dient, so ist damit schon gesagt, daß die Sammlung, zu der �N-rwald aufruft, sich nur vollziehen wird im Sinn« der er- F'ltigung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. »Wenngleich alle diese Sammlungserscheinungen eine Folg, der �w-lung unserer wirtschaftlichen und politischen Verhaltnisse l° ist damit noch nicht gesagt, daß die«rbeitersthaft ihnen mit Duzten Händen und aowartend zusehen darst«an inuß tmrn« ». daß im«egensatz dazu die Zerlplitterung �'.Proletariats immer weitere Fortschritt« macht und s�? dl« Spaltungsarbeit jetzt auch noch-« den letzten Organi- die bisher noch geschlossen«halten bleiben konnten, an beit."aerkschaften, geübt««den soll. Erkenne« d,« Ar- W! ni�t"och in letzter Stunde dies« Zeichen der Z«t. so wird »»Äsaas» k».-m»>-»x>«»- sah/°pU°listi,chen Lohnknechtschaft eine ungeheure Schwächung dk m« � die Arbeiterklasse wird von neuem um die Eroberung ringen müssen, die st« durch ihre-igen- Schuld den alistische«, gegenrevolutionären Elementen uberlagt. �"geweihten Kreisen wird uns geschrieben: das Deutsche N-tch besteht und MilitSr hat. waren die Herker �. �°adwerl«r ihren Kompagnien Meteilü Dle han� de?-> wurden von den gamnierunteroffititttN kontrolliert, auch Wo bleibe« dein« Steuer«? fr» uV'�una. sondern auch mit Personal. Di» Handwerk« mehr bei ihren Kompagnien, sond-ruied« selb- »- 1?', Truppenteil hat sein«, e n t r a l i s'«r t« Sand» d°durck �iube mit Handwerksmeistern. Welch- Aachteil« üch: Ssdem Neichefinanzamt entstehen, ist aus l-lgendem«rstcht- »audw,.»"" Formationen, wie». v. Feldkolonnen, babe« vi« fetoS1 und zwei Werkmeister. Plonierba�.lwn« mit drei haben 10 Handwerker und zwei Werkmeister, selb- Echutzendataillon« haben Ii Handwerk« und»««i Werk-. meist« usw. Die Werkmeister arbeiten de« ganze« Tag nicht» wen«, als baß sie die Arbeit, welche fertig ist, in» Buch ein« schreiben und dabei bemerken, wieviel Material oerwendet wurde. Es ist dieses eine Arbeit, die früh« jeder Kammerunteroffizier nebenbei gemacht hat und auch jetzt noch gerne machen würde. Die Werkmeister, die also ganz überflüssig sind, beziehen jeder «in Gehalt von monatlich 1300 M. Es find dieses ehemalig« Obermeister von den Belleidungsämtern. Daß auch für diese Leute auf Grund ihrer langjährigen Dienstzeit gesorgt werden mutz, ist ganz richtig, aber man braucht diese nicht in einer Flickstube. wo neue Sachen nicht gemacht werden, sie sollen eben indenllleichsbekleidungsämtern oder anderweitig untergebracht werden, denn nicht bloß das Gehalt von den vielen Werkmeistern, sondern auch die anderen Einrichtungen der zentra- lisierten Werkstätten verursachen dem Staat unnötig hohe Kosten. D« einzelne Soldat darf die zentralifierte Hand. »«kerstube«,cht betreten, sonbera er muß die reparaturbedürfti» Sen Stück« beim Kammerunteroffizier einlief««, und dieser bringt « dann, wen» mehrere beisammen find, zur Reparatur. Wenn die Handwerker bei ihren Kompagnien wären, so könnte der Soldaü wenn eine Kleinigkeit an seinen Bekleidungsstücken fehlt, die Sache sofort in Reparatur geben, so aber trägt er fie bis zum äußersten auf. Sind aus den Stieseln die Nägel ausge- fallen oder abgetreten, so würde er fie sofort zum Schuhmacher auf 30 M. und find in kürzester Zeit durchgetreten. Benageln kommt auf 1 M. Dadurch würde man bei ledem Paar St,«fel im Jahre mindestens zwei paar Sohlen sparen, und so ist e» mit allem. Außerdem wird noch ein anderer Schwindel getrieben, und zwar dadurch, daß manche Truppenteile wohl einen Zivilschneider verrechnen, in Wirklichkeit aber statt des Schneid«» ein« Putz- frau beschäftigen, welche dem Herrn Zahlmeister das Bureau. reinigt: verrechnet wird es natürlich auf den Bekleidung?- fonds. Es ist höchste Zeit, daß mit diesem Unfug endlich aufge- räumt'"~—• ihnen Handwerker vom Kammerunteroffizier trolliert werden, wie es auch früher war. Es können dadurch dem Staate jährllck mehr«« hunderttausend« Mark erspart bleibe» und für bessere Zwecke»««endet««de«. . Es ist höchste Zeit, daß mit diesem unsug enou.h aufge- t wird und die Kompagnien die Handwerker erhalten, die l zustehen, und daß die Handwerksmeister verschwinden und die werker vom Kammerunteroffizier und Kompagnieführer kon- Die oberfchlestfche Abstimmung HN. London, 1. Dezember. D« diplomatische Mitarbeit« deo»DaU? Telegraph" schreibt üb« die Unterhandlungen zwischen englischen und französischen Staatsmännern über die Abstimmungsfrag« in Ober» schleften: Man sollte die Abstimmung nicht stattsmden lassen, ohne die interalliierte Truppenmacht unter Le Rand genügend zu verstärken. Man begreift die Gefahr, die leicht durch da» plötzliche Einströmen von 300 000 auswärts lebenden Stimmberech- tigten entstehen könnte. Die Bestätigung der Berechtiaungsnach- weise jedes Einzelnen würde sonst unmöglich lein, ebenso wäre es unmöglich. Einschüchtttungsversuche bewaffneter Bande« zu verhindern, die im geheimen außerhalb d« Provinz organisiert werden. Man beschloß daher am Sonnabend, daß die Abstimmung der in Oberschlesien wohnhaften und der von auswärt» Kommen» den g e t r e n n t erfolgen sollte, und weiter, daß die Wahl selbst so abgestuft werden sollte, daß es möglich würde, immer eine ge- nügend starke interalliierte Truppenmacht zur Hand zu haben, in welchem Distrikt und an welchem Tage auch abgestimmt werde. Der Nachweis jedes von auswärts kommenden Stimmberechtigten kann so angemessen geprüft w«den. Stimmberechtigte, die jetzt im besetztendeutschen Gebiete wohnen, dürfen ihre Stimme dort abgeben. Internationale Eisenbahnerkonferenz Amsterda«, 1. Dezember. Auf dem intttnationalen Eisenbahn? rkongreß in London schlug, wie Reuter meldet, Thomas vor, daß die Organisation jedes Landes«inen Bericht üb« die destehenden Arbeitsbedin- g u n g e n ausstelle. Diele Bericht« sollen dann auf dem näckisten Kongreß besprochen werden. Der Kongreß beschloß, ein Tele- gramm an die b e l g i s ch e R e g i« r u n g und den Justtzminist« Dandervelde zu senden, in dem wegen der Verfolgung d« Eisenbahn«, die stch geweigttt hatten, Munitionssendungen für Polen zu befördern, Einspruch erhoben wird. Ausschluß der USP. aus den Landtagsausschüssen Durch die P a r t e i sp a l t u n g ist die Landtagsfrattion unserer Partei in zwei ungleiche Hälften zerrissen worden. Unser« Parte, besteht aus 14 Mitglied««, während die Neukom- munisten 10 zählen. Da zu einer Fraktion IS Mitglieder ge- hören, hat kerne Richtung mehr die Rechte einer Fraktion. Dieser Umstand hat auf Antrag der Vertreter der Deutschen volkspartei »!LeJnei Neuverteilung der Sitze für die einzelnen Aus- schusse geführt. Diese Neuteilung ist jetzt erfolgt. Alle Sitze, die wir mit den Neukommunisten in den Ausschüssen hatten, find un» dadurch entzogen worden. Da der Landtag dem Ende entgegen- geht, dürfte der Schaden nicht erheblich sein. Für die Aermsten der Arme« Dt« Abgeordnete» Agnes und Eauerbreq haben im Auftrag« unserer Fraktion im Reichstage eine Anfrage gestellt, was sie zu tun gedenk«, um de« Friedensrentenempfängern durch höhere V«- züge ein menschenwürdiges Los zu bereiten. In ver Ansrag« werden einige Fälle angeführt, nach denen Friedensrentenempfän- ger, die vor 1014 militärdtenstbefchädigt wurden, bei völliger Er- werbsfähigkeit eine Rente von insgesamt 100,30 M. inkl. Teue- rungszulage erhalten, in einem andern Falle beträgt die Rente bei 7S Prozent Erwerbsbefchränkung 123,85 M. Die Anfrage gewährt einen Einblick in das geradezu furcht- bare Elend der Frtedensrentenempfänger. Unwahre Behauptungen Die„Note Fahne" schreibt in der heutigen Numm« üb« die Abfindung der Hohenzollern:„Trotzdem sind vi« Mehrheltssozioftst«« und auch die Unabhängige« mft«tue» fetten Summ« für Wilhelm einverstanden. Es soll«»» nicht zuniel werden." Da ist wieder einmal Wort für Wort unwahr. Nns«e Genossen haben im Landtag beantragt, über die Gewährung einer Unter- Haltsrente an unterhaltsbedürftige Mitglieder des Hause» Hohen» zollern nach Maßgabe der allgemeinen Gesetz« zu entscheiden. Der Sprecher der Fraktion. Genosse Ludwig, führt« dazu au»:„Von einem Herrn wurde gesagt, man dürfe kein« Ausnahmegesetze fg, �ie Hohenzollern machen, wir sind ganz d« Auffassung und haben deshalb den Abänderungsantrag gestellt, die S»he«z«llern genau so wie die übrigen Staatsang«» hörigen ,u behanveln, wenn fie in Not geraten«nb die Not nach» gewiesen ist. K«>n Ausnahmegesetz-, auch nicht für die Hohenzollern. die für stch standig Ausnahmegesetz« benutzt haben, denn beim Steuerzahlen waren st« nie dabei. Sie benutzten auch für sich vortosreihrit. Als» haben fie am wenigsten Ursache,»on Ausnahmegesetze» zu rede«, die gegen«in« Familie gemacht wev» den sollen. Wir werden also dafür stimmen, daß der zweite Ab» satz de» vorliegenden Antrage, Hauschild durch unseren Antrag«- setzt wird. Wir können unmöglich für den gesamten Antrag Hau- schild stimmen, dem Hause Hoheuzollern«ine Rente zuzufichern, zu- mal erst ein künftiges Gesetz über die Höhe der Rente entscheide« soll. Wir werden also gegen den Antrag Hauschild stimmen." Man vergleich« damit die demagogische Behauptung der„Roten Fahne", um zu erfahre«, wo die Wahrheit ist. Wahlrecht der Frauen Di« Demokratische Fraktion hat im Reichstag einen Antrag ein» gebracht, der die Regierung auffordert, dem Reichstag alsbald den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, durch das diejenige« reichsrechtlichen Bestimmungen beseitigt werden, die der Wähl- barkeit der Frauen zu Mitgliedern der Behörden der Reichs- Versicherung, d« Ausübung richterlicher Befugnisse der Frauen auf dem Gebiet« d« Angestelltenverficherung, der Wählbarkeit d« Frauen zu Mitgliedern der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte und der berufsständischen Vertretungen sowie der Zulassung Frauen zum vörfenbefuch« entgegenstehe«. von Die aufgelöste Sinekure Di« reaktionär« Presse tobt wegen d« Auflösung de» Lande» Skonomiekollegiums— ein« völlig überflüssigen Einrichtung— durch das preußische Ministerium. Wie unrichtig die Behauptung ist. daß dies« Körperschaft, die nie ein« etatrechtliche Stellung ein- genommen hat, eine Vertretung der gesamten preußischen Land- Wirtschaft ist, beweist ihre Zusammensetzung: Vertreter des bäuer» lichen Besitzes gehörten ihm überhaupt nicht an. Nach der letzten Mitgliederliste befanden sich unter den 21 Mit» gliedern nicht wenig« als 14 Rittergutsbesttz«. darunter Wied« 10 adelig«, mehrere Kammerherren usw. 12»on den 21 stnd Vor- sitzende von Landwirtschaftskammern, und die wenigen übrigen bezeichnen stch al» Hofbesitzer, d«en Besitz ungefähr dieselbe Größe hat. wie die eine» Rittergutes. Die drei Millionen bäuerlich« Besitztümer stnd also in diesem Klub gar nicht oertreten. Das Ge- schrei der Agrarier ist deshalb nur der Ausdruck der Wut über die Auflösung ihrer Sinekure. Mehlnot in Oesterreich Die österreichisch« Regierung hat stch an Deutschland mit dem Ersuchen gewandt,«ine Mehlaushilf« von ca. 000 Waggon» be- willigen zu wollen. Di« Regierung hat sich zu diesem Schritte ver- anlaßt gesehen, weil die bereit» fälligen und auch schon bezahlten Transporte amerikanischen Weizen« noch nicht eingetrosse« find. Es handelt stch um einen Mehlvorfchuß, den die östemichi- fche Regierung an Deutschland sofort nach Eintreffen der Getreide- transporte aus niederländischen Häfen in natura zurückerstatte« wird. Das Ernährungsministerium hat inzwischen 140 Waggon» Mehl beschlagnahmt, die als Wintervorrat für die Wiener öffent- liche Ausspeisung bestimmt waren. Nunmehr droht diese mit d« Einstellung der öffentlichen Ausspeisung, falls dies« Beschlag- nahm« nicht aufgehoben wird. An der Ausspeisung haben im vorigen wint« 00000 Personen in 23 Küchen teilgenommen. In den letzten Tagen find in Wie« viel« Personen wegen Genuß schlechten Brote, erkrankt._ Nichtzulassung Deutschland» zum Völkerbund. Der neue belgisch« Minist« de» Aeußern teilte auf Anfrag« in der Kammer mit. daß die belgischen Delegierten in Genf die Weisung«halten haben. gegen die Zulassung Deutschland» zum Völker- bundezustimmen, solang« Deutschland leine Verpflichtungen gegen die Alliierten noch nicht«füllt habe. Die Türkei und Bul- garten dagegen seien nicht unmittelbar im Kriege mit Belgien gewesen, und dem werde Rechnung getragen werden. Maßregelung kommunistisch« Lehr« ia Ungar«. Wegen seiner» zeitiger kommunistischer Umtriebe wurden 00 hauptstädtische Lehr« ihrer Stellen für verlustig«klärt und 130 Lehrer zu Disziplinar- strasen verurteilt. Di« Kriegslosten A««ika«. Nach ein« Meldung aus Wasbing- ton berechnete der Staatssekretär de» Krieges. Baker, die Kriegs- ausgaben Amerika» auf 16704000000 Dollar». »»»««»»«««»»»»»» ..................................... Groß-Berlin mr*TT"t"T""T........ T*n**' Unser Vaterland Ran spricht vom Vaterland, auch wir sprechen vom Vaterland, ab« da« unsrige ist ein anderes, nicht eine gepanzerte Faust nach außen, zum Schutze d« Kassenschränle im Innern. Unser Bat«. land hat keine anderen Grenzen al, der Horizont, als die Natur und d« menschlich« Geist. Unser Vat«land ist viel zu groß, al» daß«« die anderen verstehen könnten. Wir wissen, daß die Ra- tionen»on Heut« nicht« find als TrÄmmerstücke der Menschheit. Sie find nur Erdflächen unter dem gewaltigen Himmel, d«e« Randlinien die Zeichen des Streit« und der Zerrissenheit d« Jahrhunderte fragen. Diese Staaten können nur bestehen durch militärische Macht und geheime Diplomatie, unehrliche Kon« kurrenz, Haß und Lüge. Sie find ein« tragisch-lächerliche Miß- geburt.«in« künstlich« Zusammenfassung von Herren und Sklaven. Die„nationalen" Herren, fie wissen stch zu verständigen über die Länder hinweg und ihren Nutzen auf Kosten der Unterdrückte« herauszuschlagen. Gerade diese bestialische Einrichtung verwer- fen wir. Wir sagen, daß die egoistischen Interessen der Herren genau so überall die gleichen stnd. wie die gemeinsamen Inter- «ssen de» Proletariat». All« Völker haben den natürlichen Drang Mr Vereinigung. Slur in einem großen, die ganze Welt um- spannenden„Vaterland" gibt«» ei« wirklich freies Spiel der Kräfte und damit die Harmonie, die den Frieden ermöglicht. Di« Idee der„Nation" war eine vorübergehende Erscheinung in der Entwicklung der Menschheit. Ran sagt un».„arbeitet, um die Zivilisation zu retten," d. h. die Reichen wieder reich zu mach»», damit fie wieder imstande find, de« blutigen Krieg nach innen und außen zu führen. Wir wollen gerne arbeiten, die Arbeit ist unser Glaube, aber wir wol« len auch, daß die, die nichts arbeiten, auch nicht» essen sollen, daß die Parastten der Menschheit, die von der Arbeit anderer lebe«, verschwinde« solle«... Henri Barbusse. Stadtverordneten-Frafttion Groff-Berli« Am Donnerstag, de« 2. Dezember, abends 0 Uhr, findet im Rat» haus, Znnmer igg,«ine Stadtverordneten-Fraltionosttzung statt, Da» Erscheine« atttt Fraktionsmitglieder ist notwendig. Achtung! Charlottenburg! Die votensrauen holen von hent« nachmittag die„Freiheft" v, Wallstr.»4. Wohnung».ab.... Dt» Zeitungsrommissto«, Der Kirchenaustritt wird teurer Durch die gestrige Abstimmung über das Kirchenaustrittsgefeg ist eine bedeutende Verschlechterung des bestehenden Zustandes eingetreten. Auf Grund einer Verordnung der Boltsbeauftragten hatten diejenigen, die aus der Kirche austreten, Kirchensteuern nur noch für das laufende Quartal zu zahlen. Durch das nunmehr angenommene Gesetz ist der aus der Kirche Ausscheidende verpflichtet, noch ein volles Jahr Kirchensteuern zu zahlen. Bis zur Verkündigung des Gesezes gilt die bisherige Berordnung, darum empfiehlt es sich, daß diejenigen, die beabfichtigen aus der Kirche auszuscheiden, ihren Austritt in den nächsten Tagen vollziehen. Der Kirchenaustritt wird beim zuständigen Amtsgericht zu Protokoll gegeben. Besondere Bureaus sind bei fast allen Amtsgerichten dazu vorhanden. Eine Urkunde muk babei vorgelegt werden. Eheleute müssen ieder für sich selbst den Austritt erklären, der Vater fann für seine noch nicht 14 Jahre alten Kinder die Erklärung abgeben. Dem Verdienste seine Krone In der preußischen Landesversammlung vertrat gestern bei der Hohenzollerndebatte der Deutschnationale Abgeordnete Dr. Kaufmann so energisch die Interessen der Hohenzollern, daß die Linte des Hauses sich entschloß, diesen Mann zu belohnen. Die Deut sche Tageszeitung" berichtet hierüber: Der Abgeordnete Menzel sezt seiner Geschmacklofigteit, wohl um sich rauszupaufen, die Arone auf, daß er aus rosa Papier ein großes Eisernes Kreuz ausSchneidet und es mit ironischer Feierlichkeit für Herrn Kaufmann auf den Tisch des Hauses legt. Das Kreuz trägt die Inschrift: In Dankbarkeit Wilhelm. Oben ist eine Krone, unten ein Satenfreuz gemalt. Die Linte mußte sich ausschütten vor Lachen!" Eine Belohnung mußte Herr Kaufmann doch haben. 3m 1. Berwaltungsbezirk( Berlin- Mitte) ist am Montag, den 29. November, die Konstituierung erfolgt. Der zur Vorbereitung der Wahl des Vorstandes, der Zusammenseßung des Bezirksamtes usw. eingesetzte Ausschuß berichtete, daß während seiner Tagung infolge der paritätischen Zusammenfegung( 6 Bürgerliche und 6 Sozialisten) überhaupt fein Beschluß zustande tam. Die Beschlußfaffung tann demzufolge nur im Plenum erfolgen. Nach boraufgegangenen ziemlich lebhaften Auseinandersetzungen wurde zum 1. Borsteher Paul Brendel( U. G. p.), zum Stellvertreter Kunz( D. Bp.), zum Schriftführer Christ( n. K. P. D.) und zum Stellvertreter Menzel( Demokr.) gewählt. Als besonders bemerkenswert wäre hervorzuheben, daß sich die Frattionssplitter der Zentrumspartei, der wirtschaftlichen Vereinigung und der Demokraten unter dem Sammelnamen Frattien der Mitte" zu einer einheitlichen Fraktion zusammengeschlossen haben. Eine endgültige Stellungnahme über die zukünftige Zusammensetzung des Bezirksamtes wurde zunächst ausgesetzt. Die Bezirksversamm lung richtet an den Magistrat das Ersuchen, über die eventl. zuzuteilenden Dezernate an fie Mitteilung ergehen zu lassen. Lichtbildervortrag für Jugendliche in Neukölln. Im Rahmen der vom städtischen Jugendamt veranstalteten Vorträge hält Genoffe Schneider am Donnerstag, den 2. Dezember, abends 7% Uhr, in der Aula der Realschule, Boddinstr., einen mit 185 Lichtbildern ausgestatteten Vortrag Wanderung durch den Harz". Rezitationen Jise Stern. Karten für Schüler und Schüle= rinnen der Obertlassen, Jugendliche und deren Angehörige zum Preise von 50 Bf. find im Rathaus Neukölln, Zimmer 226 und an der Abendkasse zu haben. Ganz aus dem Häuschen geriet in der gestrigen Stadtverord netenversammlung ein Redner der bürgerlichen Fraktion über die Freiheit", weil fie festgenagelt hat, daß die Kinderhilfswoche nichts anderes ist als ein großer Boltsbetrug. Erst läßt man die Zustände so weit treiben, daß hunderttausende von Kindern immer mehr der Verelendung anheimfallen und dann ruft man zu SammSammlung oder Silfe an diesem Zustand etwas ändern fönnte. lungen für diese verelendeten Rinder auf. Als ob eine einmalige Die Agrarier verfaufen ihre Produkte zu immer höheren für die breiten Massen unerschwinglichen Preisen, die Milch wird den Rindern entzogen und zu Butter verarbeitet, die den Besitzenden zu hohen Schleichhandelspreisen verkauft wird. Dieser Heuchelei darin durch das Geschrei der jetzt in Kinderfreundlichkeit machenden bie Maste abzureißen, ist unsere Pflicht und wir werden uns Kreise nicht stören lassen. Ein Ehedrama fand gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I seinen Abschluß. Die Gastwirtsfrau Berta Kasse war beschuldigt, zur Beseitigung ihres Ehemannes fich Helfershelfer gedungen zu haben. Diese haben den Mann niedergeschlagen und schwer verletzt. Frau Kasse und die von ihr zur Beseitigung ihres Mannes gedungenen Helfer, der Obersignalgast Sans König, der Schmied Friz Granat und der Buchhändler Milli Magdeburg, standen deshalb gestern vor dem Gericht. Das Urteil lautete: gegen König auf 5 Jahre Zuchthaus. Granat 4 Jahre Gefängnis, Magdeburg 4 Jahre Zuchthaus, Frau Kaffe, die als schwachsinnige, geistig minderwertige Person anzusprechen sei, 5 Jahre Zuchthaus, ferner auf Ehrverlust je 5 Jahre. Sämtlichen Angeklagten wurden einige Monate Untersuchungshaft angerechnet. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umschung am Don nerstag. Ziemlich trübe und neblig, mit Niederschlägen und mäßigen, anfangs füdöstlichen, später südwestlichen Winden. Temperatur nahe bei Null. Gewerkschaftliches Mobilisation in der Metallindustrie Montag fand in den früheren Arminhallen, Kommandantenftraße, eine überfüllte Bersammlung der Betriebsvertretungen und Funktionäre der Afa- Berbände statt. Es wurde zunächst über die beabsichtigte weitere Ausgestaltung der Spizenorganisation der Afa- Berbände von Flatau berichtet. Die bisherige Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände hat, um den festeren 3ufammenhang und den Gemeinsamkeitsgedanten auch äußerlich zum Ausdrud zu bringen, sich umgewandelt in den Allgemeinen freien Angestelltenbund" Sowohl die Zentrale für das Reich wie auch die Berliner Geschäftsstelle sind mit der Reorganisation beschäftigt, die von weittragender Bedeutung werden tann, vor allem durch die engere Berbindung mit den Arbeitergewerkschaften, die gesucht werden soll und erreicht werden wird. Zugleich wurde mitteilung gemacht von der Beschaffung eines eigenen Bureau- und BerSammlungshauses. Sierfür müssen die Kräfte aller auf freigemertfchaftlichem Boden stehenden Angestellten tätig werden. Tro einiger Bedenken, die in der Versammlung laut wurden, wird wohl in absehbarer Zeit der Gedanke verwirklicht werden. Weiter beschäftigte man sich mit der durch die inzwischen erfolgte Kündi gung der Lohnfäge afut gewordenen Tariffrage. Man beschloß nach längerer Diskussion mit überwältigender Mehrheit, einen einheitlichen prozentualen Zuschlag zum Grundlohn zu fordern in der Erkenntnis, daß gegenwärtig noch ein Grundlohn gelte, welcher auf die Wirtschaftslage om September 1919 zurüdgeht. Zum Schluß berichtete Liebeskind über den Neuaufbau der gemeinschaftlichen Berliner Betriebsrätezentrale der Gewertfchaftstommission und des Ortstartells. Der lebhafte Beifall, den gerade seine Worte fanden, bemies, daß alle Anwesenden davon überzeugt waren, daß nur ein völliges Zusammengehen zwischen Hand- und Kopfarbeitern den Betriebsräten ermöglicht, ihre Aufgaben, vor allem in bezug auf die Kontrolle der Produktion, zu Lösen. Streit der Darmarbeiter. Ein Teil der Arbeitgeber will ben Arbeitnehmern im Darmgewerbe ihr Koalitionsrecht nehmen. Sie erkennen die Forderung derselben als Notwendigkeit an, nicht aber beren Organisation. Sie weigern sich ganz entschieden, mit bet Berufsorganisation einen Tarifvertrag zu tätigen Die Arbeits nehmer, gewißigt durch ihre Erfahrung, lassen sich aber von den Herren nicht so gering einschägen und haben nicht die Absicht, fig der Willtür der Arbeitgeber tampflos zu überliefern und find am 30. November in den Streit getreten, um die Arbeitgeber zwingen, den Zentralverband der Fleischer als ihre Berufsorgani fation anzuerfennen. Die Berantwortung tragen die Herren Ar beitgeber durch ihre ganz unverständliche Handlungsweise. Bon 18 Firmen haben 10 bis zum 30. November abends den eingereich ten Tarifvertrag unterschrieben. Brüst ablehnend verhalten si die Firmen: A. Jakubowski, Lehrter Str. 40; W. Janzen, Greifs walder Str. 224; Gengelbach, Wilhelmsberg; Firma Jakob, Schön Hauser Allee 62; Levi, Landsberger Str. 111; Fischer, Lindower Straße 16/17: C. 2. Shulz, Memeler Str. 34; C. Röder, Rhi newer Str. 10. Wir bitten, die im Streit Stehenden zu unter stizen und diese Betriebe zu meiden. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdrud gebeten. Die Streitleitung. Aus den Organisationen 4. Diftritt. Freitag, abends 7 Uhr, engere Borstandssigung bei Lier, Naung Straße 9. 5. Zittritt. Arbeitslose Genossen, welche nach Beschluß der Mitgliederversamm Tung Anspruch auf Gratislieferung der Freiheit" haben, müssen sich sofort mit austeidenber Legitimation bei Krüger, Waffertorftr. 41, melben. 7. Diftrift. Zur Beerdigung des Genossen Bogel. Der Bug fährt nicht 1½ fondern mittags 1.10 Uhr vom Briehener Bahnsteig ab. 8. Diritt. 7. Abteilung. Donnerstag, 2. Dezember, abends 7 Uhr, im Tut faal bet 218. Gemeindeschule, Petersburger Play 3, Frauenversammlung. Bortta ber Stadtverordneten Gen. Agnes Fahrenwald über: Die Frau und die Boliti 9. Diirilt. Sigung der fommunalen Kommission Donnerstag, 7 Uhr, bet Flantnet, Winsftr. 69, Ede Raabestraße. 9. Diftrift. 6. Abteilung. Freitag, 3. Dezember, abends 7 Uhr, Funktionär fizung bei Lies. 10. Diftritt. 4. Abteilung. Die Abteilungsfizung findet Freitag bei Sah Wörther Str. 15, tatt. 13. Diftritt. 2. Abteilung. Freitag, abends 7 Uhr, bei Mored, Kopenhagener Straße 9, Sigung der Abteilungsfunktionäre. 15. Diftritt. Bildungstommission. Mittwoch, 1. Dezember, Köllnisches G nafium, Donnerstag, 2. Dezember, Schilleringeum Pantstraße, abends 7 Uhr, i Naturlehrerzimmer wichtige Besprechung. Mitgliedsbücher bei beiden Sigunge als Legitimation mitbringen. 18. Diftrift. Kommunaltommission. Die Bollfigung am Freitag, ben 3. D zember, findet nicht statt. Nächte Sigung wird noch bekannt gegeben. Bitenberg. 1. Biertel. Am Freitag, 3. Dezember, 7 Uhr, Funktionärtonferen bei Mohnke, Gärtnerstr. 1. Bereinskalender Bund der technischen Angestellten und Beamten. Am Donner tag, den 2. Dezember 1920, Mitgliederversammlung Norden abends 7 Uhr, im Restaurant 3um Subertus, Bornholmer Str. 8 Wilmersdorf: abends 7% Uhr, im Augustohof, Auguftaftr. Charlottenburg 1: abends 7% Uhr, im Restaurant Geldat, Kaile rin- Augusta- Allee 63. Charlottenburg 2: abends 7 Uhr, in de Aula der 18. und 14. Gemeindeschule, Bestalozzistr. 40. Charlotten burg 3: abends 7% Uhr, im Deutschen Haus, Windscheidstraße Friedenau: abends 7% Uhr, im Sohenzollern, Sandjernstraß Often 2: abends 7 Uhr, im Logentasino, Knorrpromenade Steglitz: abends 7 Uhr, im Restaurant Althoff, Althoff Ed Körnerstraße. Berlin 8. Ind gu Da bie au ton ten tre fon die erf ma wi de da tau tri Ge ber beh tan bar Deutscher Wertmeister- Werband. Fachgruppe Metallindustrie, Bezirksverei Sonnabend, 4. Dezember, pünktlich 7 Uhr, Generalversammlung 1. Vorstandswahl. 2. Bortrag des Kollegen Bohl vom Parität- Arbeitsnachwe ber Stabt Berlin, über Stellenlosenfragen und Arbeitsversicherung. 3. Tar angelegenheiten. Bollzähliges Erscheinen Bebingung. Republikenischer Führer- Bund, Bezirt 24, Neutoun- Brig. Freitag, 3. Dezembe abends 7 Uhr, im Restaurant Praegel, Reutölln, Roseggerstr. 17, Bollversammlu Gäste willkommen. Verantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für ben Injeratenteil: Ludwig Romeriner, Karlshort, Verlagsgeneffenschaft Freiheit" e. 6 m b. S.. Berlin. Drus ber Freiheit Truforoi& m. 5 5 Berlin Breite Stroke S- 0 Besuchen Sie unsere Weihnachts- Bücher Ausstellung Breite Straße 8/9 Vereinigte Verbände Berlin C 2 heimattreuer Oberschlesier Nur solange Borrat reicht liefern wir Ortsgruppe Neukölln Geschäftsstelle: Rathaus Zr. 451 Geschäftszeit: 3 bis 6 Uhr Allen Abstimmungsberechtigten Klassiker Chamiffo- Werke Freiligrath» Goethes Goethes stehen Zeitungen zur Verfügung, Heines Heines bfens Lenaus Leffings über Fahrt, Abstimmung welche usw. Auskunft geben. Legitimation zur Empfangnahme ist erforderlich. 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