di ban chor be& refs 21844 bie tatuta ben en ng na Anze tätig ertica rattijd B die als Ende d b. M echt en Iten chaft Derban Irbeite us de Des ngen erband Tiebiche Unte en fieb Greif ehrlig er We ung un anifati Semerl Befül ben 5 an als. S en V eichspa Reid onal M.; 32,28 Si tündi wird Twitte lag v Laffung ftar Berani für bo 6 chein Don Dor b daß a werde ben b mü ntl merta Den hung ezemb Bed, te Tabenber sfeier mil ber Cha ben 19 Desemb Reaton e, Sta Sand aler en 5. Tegung tion. leitung Ficher og 6 W Desemb Flammi Whe tsgrupp meinj tenbur er S ialls Erfdhei 1. sberk Freibe Ra Einzelpreis 20 Pfg.. 3. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. in voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Poft bezug nehmen fämtliche Poftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 9. zuzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. Sledaktion, Expedition und Verlag: Berlin 2, Breite Straße B. Freitag, 3. Dezember 1920 Nummer 513 Abend- Ausgabe Die achtgefpaltene Nonpareillegeile oder beren Raum koftet 5,-. einschließlich Teuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jebes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gefuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m.. jedes weitere Wort 1, M. Fernsprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4649, 4921 greibeif Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Partei Stegerwald Auf dem christlichen Gewerkschaftstongreß, der vom 20. bis zum 24. November in Essen getagt hat, ist der ehemalige Generalsekretär des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften, der jezige preußische Wohlfahrtsminister, Adam Stegerwald, mit dem Plan aufgetreten, eine neue Pars tei zu gründen. Was er nach den Berichten der Presse dazu ausgeführt hat, ist stellenweise reichlich dunkel. In der Enthließung, die zu dieser Frage in Essen gefaßt wurde, heißt es: Der zehnte Kongreß der christlichen Gewerkschaften lehnt jebe weitere flaffenmäßige Barteizersplitterung und damit die Be strebungen nach einer besonderen christlich- nationalen Arbeiterpartei ab. Die Partei der deutschen Erneuerung muß alle schaffende Arbeit von Stadt und Land, der Werkstatt, des Handwerks wie des Künstlers und des Gelehrten unter dem Wahlspruch des Wirkens am Gesamtwohl zusammenfassen." Stegerwald will, das mag zur Erläuterung der vorstehenden Säge dienen, eine„ einheitliche und politisch geschlossene Ideengemeinschaft zwischen der ge= mäßigten Arbeiterbewegung Deutschlands auf Der einen Seite und allen übrigen Voltsgenossen, bie in gleichem Sinne wie wir an Deutschlands Wiederaufbau und Erneuerung arbeiten wollen, auf der andern Seite". Das Wesen dieser, starten christlichen Bolts- und Rittelpartei" fennzeichnet Stegerwald durch die vier Begriffe: deutsch, christlich, demokratisch, ial. Ihre Notwendigkeit begründet er so:„ Erstens ist Die Partei geboten, wenn der Wiederaufbau Deutschlands in wirtschaftlicher, staatlicher, sozialer und ultureller Hinsicht gelingen soll. Zweitens fann der evan gelische Boltsteil aus sich heraus diese Partei nicht haffen, dafür streben in ihm die Kräfte zu stark auseinander. Drittens ist der fatholische Boltsteil allein für eine starke Mittelpartei ebenfalls nicht imstande, insbesondere auch deshalb, weil er durch die Gebietsabtretungen start geschwächt ist. Und so ist denn viertens, wenn das große Ziel gelingen soll, eine politische Zujammenfassung der positiven staatlichen und christlichen Kräfte im tatholischen und evangelischen Lager das Gebot der Stunde." Sierzu vorab einige geschichtliche Erinnerungen. Die Geburt des Zentrums im Jahre 1870 war eine schwere Sache. Die Erfahrungen mit der katholischen Fraktion der fünfziger und sechziger Jahre ermutigten feineswegs zur Wiederholung bes Versuchs, Staat und Gesellschaft durch eine fonfessionelle Partei zu retten. Das Zentrum blieb zunächst nach seinem Programm und seiner Zusammenfegung ein recht zweifelhaftes Gebilde, über dessen Lebensfähigkeit selbst die Gründer der Partei sich erhebliche Sorge machten. Leute wie die beiden Reichensperger und Mallindrodt richteten denn auch von vornherein ihr Auge über den engeren fonfessionellen Bereich hinaus auf ein 3usammenwirten mit Gefinnungsgenossen des anderen Bekenntnisses. Am 25. April buch von einer Zusammenkunft katholischer Parteiführer mit Gerlach, dem konservativen Parteihäuptling. Und er betion, wo eine Art Fraternisierung auf dem a II= richtet weiter:„ Heute brachte ich von Gerlach in unsere Fratgemein christlichen Boden stattfand." Auf einem Reichensperger um diese Zeit die Erfahrung, daß in den Tagesfragen durchweg Einverständnis Die Einheitsfront der agrarischen Reattion Der Reichs- Landbund Unter flingenbem Jubel gibt die Deutsche Tageszeitung" an der Spize ihrer heutigen Morgenausgabe in fetten Lettern be tannt, daß die Einigungsbewegung in der deutschen Landwirtschaft zum Abschluß gekommen ist durch die Verschmelzung des Bundes der Landwirte" mit dem Deutschen Landbund". Namen Reichs- Landbund wird die neue Organisation der agrarischen Reaktion am 1. Januar 1921 ihre Tätigkeit aufnehmen. Der Reichs- Landbund erstrebt den Zusammenschluß aller an der Erhaltung und Förderung der deutschen Landwirtschaft interDaß er ein Hauptstütpunkt der Orgesch ist, versteht sich nach alledem von selbst. Dieser Umstand wirft auch ein Schlaglicht auf die verfassungsmäßigen Mittel", mit denen der Reichs- Lanb bund nach seinem Programm sein Ziel verfolgen wird. Wir erinnern uns, daß die nene Bewegung innerhalb des Agrariertums der Deutschen Tageszeitung" zur Zeit ihrer Entstehung ein wenig unbequem war. Unter dem Sie gesteht das heute ein, indem sie zugibt, daß diese neue Gründung die Gefahr einer organisatorischen 3ersplitterung bedeutete. Daher setzten sofort Versuche ein, die beiden Ströme alsbald in ein gemeinfames Bett zu leiten. Sie mißlangen zunächst, da keiner der beiden Führergruppen ihre Macht an die andere abtreten wollte. Diese Differenzen sind nun beseitigt und nach mühevollen Vereffierten Personen des Landvoltes, ohne Rücksicht auf politische Parteistellung, auf nationaler und christlicher Grundlage". Der Zweck des Bundes ist ein wirtschaftlicher und ein politischer zugleich. Die„ Deutsche Tageszeitung" tennzeichnet ihn folgendermaßen: zum Wohle der deutschen Volkswirtschaft, die wirtschaftspolis tischen Interessen des gesamten deutschen Landvolkes zur Siches rung seiner vollen Gleichberechtigung auf allen Gebieten und zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung mit allen ver fassungsmäßigen Mitteln zu wahren, insbesondere auch der Landwirtschaft eine ihrer Bedeutung entsprechende Bertretung in allen aus öffentlichen Wahlen hervorgehenden Körperschaften zu verschaffen." Die Verschmelzung erfolgte auf der Grundlage völliger Parität der beiden vertragschließenden Teile. Bei der Vorstandswahl wurden gewählt vom Deutschen Landbund u. a. Freiherr v. Richthofen und v. Schwerin, vom Bund der Landwirte Freiherr v. Wangenheim und Dr. Röside. Es ist also alles beisammen, was die geistige Blüte der deutschen agrarischen Konterrevolution ausmacht. Kein Wunder daher, daß das Organ dieser Leute seiner Genugtuung in starten Worten Ausdrud gibt. Das Selbstbewußtsein des reaktionären Agrarier tums wächst. Was man vom ,, Bund der Landwirte" zu halten hat, ist seit jeher bekannt. Den ausgesprochen tonterrevolutio nären Charakter des Deutschen Landbundes" aber tennzeichnet die Deutsche Tageszeitung" noch einmal durch eine turze Darstellung seiner Entstehungsgeschichte und seines Aufgabentreises. Er sei im Dezember 1918 geschaffen worden aus der Notwehr gegen die neuen Bedrängnisse des Landvoltes durch die Revolution und ihre Organe, zur Abwehr gegen die neuen revolutionären Gewalten. So sieht der Landbund aus. handlungen, die sich über länger als ein halbes Jahr erstreckten, ist das Einigungswert nunmehr gelungen", frohlodt bie „ Deutsche Tageszeitung". Sie schließt ihren Artikel mit folgenden Worten: 97 Die landwirtschaftliche Einheitsfront ist auf dem Marsche. Das in der Gründung des ReichsLandbundes vollzogene Einigungswert ist ein bedeutsamster Marstein auf dem Wege zu ihrer Vollendung auf dem Wege zum Wiederaufbau und zu neuer Gesun dung des großen deutschen Baterlandes!" Wie dieser Wiederaufbau" und diese Gesundung" des großen deutschen agrarischen Baterlandes aussehen wird, brauchen wir nicht darzulegen. Die Gründung des Reichs- Landbundes ist in der Tat ein Martstein auf dem Wege der Reaktion. Und dieser Weg führt aufwärts. Bourgeoisie und Agrariertum beweisen täglich, daß sie ihren Klassentampf mit weit mehr Einsicht führen als die Arbeiterklasse. Aus solcher Einsicht heraus tommen sie zur Geschlossenheit ihrer Organisation. Die Arbeiterklasse muß wissen, daß diese Organisationen von einem entschlossene Willen getragen werden. Das Ziel ist bes tannt. Die Arbeiterschaft tann es nicht verhindern, daß die Re aftion dieses Ziel erreicht, wenn sie den Prozeß der Selbstzerfleischung, den einzelne Gruppen der organisierten Arbeiterklasse mit wahrer Tollwut betreiben, fortsetzt. Die Erfassung des Brotgetreides. Eine Abordnung des bayrischen Städtebundes wurde beim bayrischen Landwirtschaftsminis fter vorstellig und erhob die Forderung nach schärffter und raschester Erfassung aller Brotgetreidevorräte bei den Er zeugern. Der Landwirtschaftsminister sicherte die strengste. Durch führung der Mühlenkontrolle zu ist nicht einzusehen, wie eine Partei zustande kommen soll dur chdas Zusammenwirken zweier Voltsteile, denen beide die Kraft zu einer Ueberwindung der Gegensätze sogar im eigenen Lager fehlt. Augustusvereins zur Pflege der katholischen Preffe die Aufforderung des jezigen Reichsarbeitsministers, damaligen Volksvereinsdirektors Brauns( M.- Gladbach), die Politik nicht ausschließlich auf das Zusammengehen mit den Konservativen zu richten, sondern ,, a uch alles zu tun umben rechtsstehenden liberalen Kreisen wieder 3usammengehen mit uns und den konserliche Gewerkschaftsbewegung, die vor 25 Jahren sich auftat, vativen nahezulegen. Dementsprechend, meinte Brauns, müsse bei den Reichstags- und Landtagswahlen gehandelt werden. Das war der Hauptschmerz des Zentrums: seine Macht, seine Mandate, feine Wählerschaft vor der andringenden Sozialdemokratie zu retten. Und diese seine Sorge ist durch die Revolution, die mit den Klassenwahlrechten aufgeräumt, die die Parlamente Grundstüßen des Bestehenden: Monarchie und Militarismus beseitigt hat, bis ins Unendliche vergrößert worden. Adam Stegerwald, der in erster Linie Zentrumsmann ist, bewegt sich in den Bahnen Reichspergers, Bachems und Brauns, wenn er jegt unter dem Zeichen des Wiederaufbaues zur Sammlung, zur Gründun geiner deutsch- christlichdemokratisch- sozialen Partei aufruft. Es besteht feine Aussicht, daß er seinen Plan verwirklicht sieht. Die Gründung einer Partei vollzieht sich nicht so leicht, und alles in allem: zwischen den konservativen und Katholiken bestehe. Mallindrodt erzählt im Februar 1872 von einem zu Ehrend Windhorsts veranstalteten Festmahl, zu dem auch konservative Abgeordnete erschienen waren. Und als dann Gerlach, der später endgültig zum Sentrumsfraktion beiwohnte und dort eine Ansprache hielt, erwiderte Beter Reichensperger, daß alles, was noch gläubigjei in Deutschland, sich einigen folle mit dem Zentrum zur gemeinsamen rettenden Aufgabe." Serr Stegerwald fann sich also, wie man ficht, auf berühmte Vorbilder in seiner Bartei berufen, wenn er zur Sammlung aller positiv christlichen und wahrhaft staatserhaltenden Elemente aufruft. Damals ist diese Sammlung die Partei, die Herrn Stegerwald vorschwebt, ist ein zu plötz= nicht zustande gekommen. Der törichte Kulturkampf sicherte liches und zu fünstliches Gebilde, als daß es Aussicht auf Verwirklichung hätte auch dann, wenn sich ein Mann von so Bom evangelischen Boltsteil behauptet Stegerwald, daß er nicht imstande sei, die neue Partei zu gründen, da bei ihm die Kräfte zu starf auseinander strebten. Stegerwald ist Zentrumsmann und langjähriger christlicher Gewerkwissen, wie start im katholischen Volfstell, wie start ins Und wer ist der eigentliche Träger des Gedankens der neuen, großen, christlich- nationalen Bolkspartei? Die christmit dem Anspruch, die Sozialdemokratie zu überwinden und auf christlich- nationaler Grundlage die deutschen Arbeiter einer herrlichen Zukunft entgegenzuführen. Und was ist sie heute? Von sechs Arbeitern, die sich gewerkschaftlich organifieren, geht immer nur noch einer ins christliche und gehen fünf ins sozialistische Lager. Hier getreten und da gestreichelt, find die christlichen Gewerkschaften ein zwar nicht unbeacht liches, aber immer doch nur ein Anhängsel der großen durch die Sozialdemokratie und die freien Verbände bestimmten Arbeiterbewegung. Abhängig von dem Wohlwollen des Zentrums und des Klerus, sind sie selbst im katholischen Lager nur mit Widerwillen geduldet. Sie haben es nicht einmal verstanden, die christlichen Arbeiter des anderen Bes tenntnisses in nennenswerter Zahl zu sich herüberzuziehen. Und nun glauben sie, die Massen in Stadt und Land, alle schaffenden Kräfte in Wirtschaft und Wissenschaft zur großen Sammlung fommandieren zu können! wurde, begünstigt durch die Parteiverhältnisse und geleitet viel Eifer, Einfluß und Fähigkeit wie Adam Stegerwald Parteien aneinander, vielleicht auch eine Verschmelzung von flugen Führern, später auf lange Zeit ausschlaggebende, dafür einsetzt. regierende Partei im Reiche. Die Sammlungsrufe aus den Reihen des Zentrums tauchten wieder auf, als die Sozialdemokratie immer bedrohlicher in die Zentrumsgebiete einrückte als nach dem Abbau der Kirchenpolitischen Gesetze aus den siebziger Jahren der Zusammenhalt im Zentrum sich schaftsführer. Aus beiden Eigenschaften heraus sollte er Toferte, als wirtschaftliche und soziale Strebungen und Strömungen gegensätzlicher Art die katholische Gefolgschaft besondere im Zentrum selber die Kräfte auseinander streben. aufwühlten. Da fam am 1. März 1906 aus dem Westen, wo fich die Nöte des Zentrums, am deutlichsten bemerkbar machten, Julius Bachem mit seinem Warn- und Sammelruf:„ Wir müssen aus dem Turm heraus!" Da Er sollte weiter soviel Voraussicht haben, zu erkennen, daß gerade der Krieg mit seinen wirtschaftlichen Nöten die Ge= genfäglichkeit der Interessen noch ganz erheblich auch im Zenfrum steigern wird. Die Schwäche des evangelischen Rolfs= Ham im Januar 1911 auf der Generalversammlung des teils ist auch auf der katholischen Seite vorhanden, und es Die Reaktion in Deutschland wird sich zusammenschließen. Daran ist kein 3weifel. Dabei mag sich, denn alles ist in Fluß, eine Verschiebung, eine Annäherung der bürgerlichen irgendwelcher nahe verwandter Richtungen vollziehen. Aber für die Verwirklichung der in Essen geglaubten, auf das Programm„ deutsch, christlich, demokratisch- sozial" getauften großen und starten Volkspartei" fehlen die Voraussetzungen und Möglichkeiten. Immerhin sind die von Essen ausgehenden Bestrebungen beachtenswert. Insbesondere auch für die Sozialdemokratie. Denn gegen sie richten sich letzten Endes diese Bestrebungen. Und auch wenn die neue Partei nicht zustande kommt, bleibt die Tatsache bestehen, daß die Reaktion von Stinnes bis zu Stegerwald sich rüstet und, wo es nur angeht, sich der Sozialdemokratie gegenüberstellen wird. Die Folgerung: geschlossene Kampffront der sozialistis schen Arbeiterschaft! sollte sich aus alledem von selbst ergeben Regierungsbildung in Sachsen Die Richtlinie« der U. S. P. als Grundlage (Eigener Drahtbericht der„Freiheit-.) Leipzig, Z. Dezember. Aus Einladung der Rechtsfcizialiften hatten gestern in Dresden Mischen den beiden sozialdemokratischen Parteien Besprechungen stattgefunden über die politische Situation und die Regierungs- bildung in Sachsen. Die von der U. S. P. vorgelegten und bereit» veröffentlichten Richtlinien wurden nach längerer Avssprach« als geeignete lSrondlage für die Bildung einer rein sozialistischen Regierung anerkannt. Die endgültige Entscheidung der Parteien bleibt späteren Berhand- langen vorbehalten, die am Sonntag resp. Montag stattfinden. An die Landesinstanzen der Kommunisten find die Frage« gerichtet worden: s) ob fie gewillt seien, fich an der Bildung eine» rein fozialisti- fchen Regierung zu beteilige«, b) ob fie für den Fall der Ablehnung dieser Frag« bereit seien, für den von den beiden sozialdemokratischen Fraktionen oorge- schlagenen Ministerpräsidenten zu stimmen, um die Wahl eines bürgerlichen Ministerpräsidenten zu verhindern. Die Notlage der Beamten Gi« Vorstoß im Hauptausschuß Zm Hauptausschuß des Reichstags machte heute Eenosfi« 3 i e tz auf die Notlage der Beamten aufmerksam. Sie»erwies auf die kritische Situation, die eine umgehende Stellungnahme erfordere, da sonst bedenkliche Folgen«intreten könnten. Di« Beamten, die man bisher über die Teuerungszulage völlig im Unklaren ge- lassen habe, seien sehr erbittert. Die Erbitterung sei deshalb so groß, weil die Notlage eine außergewöhnlich große geworden ist und verschärft werde durch das rigorose Einziehen der Vor- schüfse. Die Beamten, besonders die Verkehrsbeamten, hätten erwartet, daß bis 1. Dezember etwas geschehen würde. Da, sei nicht eingetreten. Die V e r k e h r s b e a m t e n, die schon Aktions- ausschüsse gebildet haben, wollten bis 6. Dezember Gewißheit haben. Es sei deshalb notwendig, daß fich der Hauptausschuß um- gehend mit dieser Angelegenheit beschäftige. Es folgte eine Aussprache, an der fich die Vertreter aller Por» teien beteiligten und aus der fich ergibt, daß morgen unter Hinzu» Ziehung der in Frage kommenden Herren des Verkehrsministertums dieser Punkt als erster behandelt werden soll. Es wurde weiter mitgeteilt, daß fich gestern das Kabinett und auch die Regie- rungsparteien mit dieser Frage beschäftigt und den Ernst der Situation erkannt haben. Genosstn Zieh teilte dann noch mit, daß die Besoldung,» o r d n u n g gestern im Unterausschuß die zweite Lesung vollendet hat. und daß der Hauptausschuß fich nun umgehend mit der Besoldungsordnung beschäftigen müsse. Auch das soll geschehen, und zwar sollen sich die Parteien so schnell wie möglich mit der Vorlage beschästigen und den Vorsitzenden des Hauptausschusses benachrichtigen, damit die Besoldungsordnung dann sofort im Ausschuß verhandelt werden kann. Die Unabhängig« Fraktion wird einen Antrag zur Aufbesserung der Löhne der Staat» arbeit er einbringen. Der Ruhlandkenner Wilhelm Schumacher, der Mann des Zentralverbandes der Kaufleute und Industriellen, schreibt uns: Betresfs des in Ihrem Blatte erschienenen Artikels für eine Versammlung der Berliner Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre der U.S. P.D. bitte ich um Aufnahme folgender Berichtigung: „Zur Rede des Genossen A b r a m o w it s ch in der Versamm- lung der Berliner Partei- und Gewerkschaftsfunktionär« der U. S. P. D. habe ich zu erklären, daß der erschienene Bericht über meine Aussprache in Moskau in allen Punkten unrichtig wieder- gegeben worden ist. Ich habe bei der Besprechung in Moskau nicht gesagt, daß die Verhältnisse noch schlimmer seien, als Ditt» mann sie in seinem Artikel bekannt gab. sondern ich habe ledig- lich dabon gesprochen, daß die Verhältnifi« im allgemeinen in Rußland gebefiert werden müssen und habe hinzugefügt, daß eine Besserung nur erfolgen kann, wenn Rußland durch Wederher- stellung des Friedens an den inneren Aufbau gehen kann. In dieser Sitzung habe ich ferner festgestellt, daß auch der Genosse Abramowitsch den Standpunkt der Diktatur des Proletariats für Rußland anstecht erhalten will, allerdings unter Medereinfüh- rung demokratischer Richtlinien. Auf meine direkte Frage, ob die Menschewisten die kommunistische Staatsform stürzen wollten, gab mir Abramowitsch zur Antwort:„Nein, das bedeute ja die Wiedereinführung einer reaktionär kapitalistisch gebildeten Re- gierung!" Zm übrigen oerweise ich darauf, daß auch der Genosse Abramowitsch nach den Zeitungsberichten erklärt hat:„Ob die Verhältnisse gut oder schlecht in Ruhland sind, kann man nicht ohne weiteres mit ja oder nein beantworten." » Zu der etwas verspäteten„Richtigstellung" des Genossen Schu- macher erhalten wir vom Genossen Abramowitsch folgende Erklärung: „Während unserer Moskauer Unterredung im Oktober dieses Jahres erzählte ich dem Genossen Schumacher, der damals keine Gelegenheit hatte, deutsche Zeitungen zu lesen, daß die Kommu- nisten in Berlin eine furchtbare Hetze gegen Genossen Ditt- mann wegen seiner Artikel über die deutschen Arbeiter in K o- lomna veranstalten. Genosse Schumacher erklärte mir darauf- hin. daß auch er Kolomna besucht und den Eindruck gewonnen habe, daß die Lage dort«och schlimmer sei, als Dittmann fie ge- schildert hatte, und daß er es nicht unterlassen würde, nach seiner Rückkehr nach Deutschland den deutschen Arbeitern darüber die ganze Wahrheit zu sagen, um sie vor der Einwanderung nach Rußland zu warnen. Ich teilt« ihm im weiteren Gespräch« mit, daß in den russischen Blättern eine Erklärung der in Kolomna zurückgebliebenen deutschen Arbeiter veröffentlicht wurde, in der Dittmann als böswilliger Verleumder hingestellt wurde. Daraufhin Schumacher mit verächtlicher Handbewegung: „Ach was, von diesen Zurückgebliebenen reisen schon wieder weitere 40 nach Deutschland." Ich zweifle keinen Augenblick, daß Genosse Schumacher als ehrlicher Mensch ohne weiteres zugeben wird, daß ich unser Gespräch hier wahrheitsgetreu wieder- gegeben habe. Aber genau dasselbe habe ich ja auch in meinem Vortrag in der „Bockbrauerei" gesagt, wie das in der„Freiheit" sehr klar zu lesen steht.(Leider ist der„Freiheit"-Bericht in anderen Teilen nicht ganz einwandfrei und hat viele Druckfehler aufzuweisen.) Warum wird nun meine Darstellung vom Genossen Schumacher als„in allen Punkten unrichtig" bezeichnet? Run, eben darum, weil fie zwar vollständig richtig, aber für ihn aus naheliegenden Gründen eben unbequem ist. Und wie wird diese Unrichtig- keit bewiesen? Sehr einfach: Indem Genosse Schumacher mit keinem einzigen Worte den Fall Kolomna erwähnt und die Aufmerksamkeit der Leser von diesem unbequemen Punkte auf allgemeine Betrachtungen über die Lage Rußlands abzu- lenken sucht, die dadurch bequem find, daß man durch diese Frage. weil zu kompliziert, der unangenehmen Pflicht enthoben ist, ja oder nein zu sagen. In der gleichen Abficht hat er noch andere allgemein politisch« Fragen herangezogen, die mit der Sache gar nichts zu tun haben (Stellung zur gewaltsamen Niederwerfung des Bolschewismus. Diktatur de» Proletariats). Nun bin ich gern bereit, zu bestäti- gen, daß er meine seinerzeitigen Ausführungen im großen und ganzen richtig wiedergegeben hat, aber was hat das alles mit den deutschen Arbeitern in Kolomna und der nicht eingehalte- nen Versprechung de» GenossenSchumacherzu tun? ' K. Abramowitsch. Der europäische Bankerott Wie dt»«nglifch»« Blätter melde«, erklärte Lloyd George in einer Red« vor Vertreter« de» verband«» britischer Jndu- strieller: Di««nropilische« Länder helfe» fich nur durch die B a« k- notenpresse wette*. Aber niemand kann dauernd eine« Sack Papier ans de« Rücke« tragen. EoropaistaufdemWeg« zu« Bankerott. E, kann nicht kanfe« und nicht»ertnnse«. Suropa steht n« nnsere« Schaufenster, dn» mtt den beste« Wa- ren««gefüllt ist, dl« die Welt erzeugen kann. Es ist jedoch in Lumpen und fein« Taschen find nur mit Papier ansesüllt. Europa»nß sich aber zu einer»ollen Börse emporarbeiten. Mtt einer Hnndbewegung, die zugleich Verachtung und Lee« zw« isla ng ausdrückt«, rief Lloyd Georg«: Und da gibt es «och Leute in de, Welt, die denken, je ärmer die europäische« Länder find, nm so reicher mürben«st fei«. Da» beste Mit» tel ist Friede», und dst Männer müssen verttlgt«erden, die in der West mtt Petroleumkanne« umhergehen und die Fener de» Kriege» und der Unruhe schür««. Fortdauer der irischen Unruhen> Die englische Polizei setzt die H a u s s u ch n n g e n in den Woh- nungen der in England lebenden Sinnfeiner in großem Umfang« sort, auch in Schottland werden diese Untersuchungen vorge- nqmmen. In Glasgow wurden drei Iren und drei Irinnen verhaftet, in deren Wohnung man Waffen und Brennstoffe fand. Die Gräfin Markiewicz sollte in Dublin vor einem Kriegsgericht erscheinen, um flch gegen die Anklage der Beteiligung an einer Per- schwärung zur Ermordung von Dienern der öffentlichen Ordnung zu verantworten. Sie weigerte sich jedoch, irgendwelche Antwor- ten zu geben und erklärte, daß fie das Gericht nicht anerkenne, da seine Zusammensetzung ungesetzlich sei. Das Gericht entspreche nicht dem Willen des Volkes, sondern sei auf der M a ch t d e r F e i n d e der irischen Republik begründet. Im Unterhause wurde gestern eine Interpellation, ob denn der Friede in Irland nicht wiederhergestellt werden könne, von Lloyd George dahin beant- wortet, daß er Irland sobald als möglich pazifiziert sehen möchte.' Lloyd George würde jeden Versuch willkommen heißen, der eine« Massen still st and herbeiführen könnt«. Abkommen über Griechenland HR. Paris,' S. Dezember. Laut„Petit Parifien" sollen auf Drängen einiger Mitglieder des englischen Kabinetts insbesondere von Churchill, Llmjd George und Curzon jetzt bereit sein, die Vorfchläge der sranzösilchr» Unterhändler bezuglich des Verhaltens in der griechifchen Frage im großen und ganzen gutzuheißen, fo daß noch heute die Ueber- cinstlmmung im Obersten Rat zu erwarten ist. Bon französischer Seite ist nach diesem Blatt vorgeschlafen worden, sofort eine gemeinschaftliche Warnung England«, Frankreichs und Italiens an das griechische Volk zu richten, in der die Folgen der Rückkehr Konstantins auseinandergefetzt werdeng zweitens werde« die Alliierten, dem neuen Herrscher, wer er auch immer fein mög«, mitteilen, welche Verpflichtungen Griechenland der Entente gegenüber hat. Er muß auch die Bedingungen der Curzonnot« ausdrücklich anerkennen. Diese sieht u. a. Amnestie für vie-An- Hänger von Venizelos. Entfernung der in den Intriauen Konsta«- tins verwickelten Offiziere und Beamten und ebenso ein Verbot des Verbleibens des früheren feindlichen Monarchen auf dem griechischen Thron vor. Ferner wird ein« Polizei- und Finanz» Kontrolle verlangt und gewisse materielle Sicherheit bezüglich del griechischen Nationalbank werden gefordert. Es wird angedeutet, daß der Vertrag von Sevres, namentlich Artikel 9», d" die Einverleibung Smyrnas in Griechenland bestimme, abgcän- dert werden solle. Zwangemaßnahmen würden getrofft«- wenn die eben angeführten Verpflichtungen nicht eingeholt«« würden. Der Streik in Norwegen „Berlingske Tidende" meldet aus Eristiania: Der Eis««' bahnerstreik ist am Donnerstag zum Ausbruch gekomwe»- Der Postverkehr, der wichtigst« Personenverkehr und die Versorgung mit Lebensmitteln weickien aufrechterhalten. Sympathiestreiks der Transportarbeiter, der Hafenarbeiter, der Küste«' schiffer und anderer Arbeitergruppen stehen in Aussicht. Das Lr- gebnis der Beratungen der Führer der Gewerkschaften wird he«� Freitag, veröffentlicht werden. Der Befreier d'Annunzio Bern, g. Dczembtl.� DÄnnunzio richtete von Fiume an da» Tressiner Volk e>� Kundgebung, worin er ihm die B e f r e t u n a von der angeblicht« Bedrückung durch die Schweiz und den Anschluß an Italien � nahe Ausficht stellt. Die schweizerische Presse lehnt diesen neuest� Uebergriff des italienischen Dichteroffizier« als lächerlich' Anmaßung ab. Der Thef de» eidgenössischen politischen™ partements gibt bekannt, daß angebliche amtliche Schritte schweizerischer Seit« gegen das Borgehen d'Annunzios vollkom«?? überflusstg erscheinen, da nicht nur die italienische Regierung, � fich zur Blockierung d'Annunzios in Fiume gezwungen sieht. dern auch die große Mehrheit des italienischen Volkes den VvaV tasten d'Annunzios vollständig fernstehe. � Nach Meldung der„Epoca aus Trieft hat d'Annunzio das y suchen de» Generals Caviglia auf Räumung der Inseln SM1,, und Arbe abgelehnt und angefragt, ob da» Ersuchen als Uli> matum angesehen werden müsse. In diesem Falle würde' genötigt sein, seinen Vertreter in Rom abzuberufen«°l sein Gebiet vom S. Dezember ab als im Kriegsznstand«tt>'* Königreich Italien befindlich anzusehen.(??) Die Papiere Von Jgna, Wrobel. Neulich las ich in der„Kreuzzeitung" einen längeren Reklame- nrtikel,. der den jungen Deutschen die Herrlichkeit einer Reich»- wchrsoldatenlaufbahn erklärte. Abgesehen davon, daß darin stand, die Haupttugend des republikanischen Soldaten sei der Gehorsam (Vater Geßler! Geheiligt werde Dein Name! Amen)— war aufgezählt, was der Soldatenaspirant vor seinem Antritt alles für Papiere vorzulegen hätte. Es waren herrlich« Sachen dabei. Militärpapiere. Eeburtsbefcheinigungen. Polizeipapiere. Papier«, Papiere Papiere..... Was foll das alles? Der Reklameartikel verlangte von den Papieren, daß sie den Lebenslauf des einzustellenden Soldaten„lückenlos" erzählten. Was soll das alles? Die hohe Obrigkeit hat mit ihrem Papierfimmel-in ganze» Land angesteckt. Zeder Unternehmer, jeder Haushalt, jeder Ar- beitgeber kann sich gar nicht mit der Lorlage von Papieren genug tun. Man mutz den heiligen Ernst sehen, mit dem der Prüfende die gestempelten Papiere auseinanderfaltet. Ein Papier, das nicht gestempelt ist, ist überhaupt keins. Es ist einmal die lächerliche Abneigung vor sogenannten«vor- bestraften" Leuten, die diese Papiersucht großgezogen hat. Run kann nicht oft genug wiederholt werden, daß die Tatsach« einer deutschen gerichtlichen Bestrafung zunächst gar nichts heißen will. : Dieser Staat hat so viele und so lächerliche Vorschriften erlassen, ! daß es ein großes Wunder ist, nur ein Sechstel seiner Gesamtbe- völkerung— also von 69 Millionen 10— bestraft zu sehen. Jeder > kleine Dorschulze läßt einen Paragraphen auf die Tafeln pappen, um die Notwendigkeit seiner eigenSn Existenz darzulegen. Da die meisten dieser Paragraphen überflüssig und viele schädlich find, so werden sie natürlich übertreten, manche Uebertretung kommt heraus, und drei weife Männer des Gerichts verdonnern den Missetäter. Oder einer hat in einer augenblicklichen Notlage geklemmt, um zu essen— und das hängt ihm nun sein ganze» Leben lang an. Er ist nun vorbestraft. Und hat«inen Klecks in den Papieren. Und mit hochgezogenen Brauen lesens die Arbeitgeber und Markchallenfrauen.... Das wäre also die eine Furcht, der Mann, der da vor dem Ar» . beitgeber steht, könne einmal in seinem Leben gesessen haben. Der . Kenner des preußisch-deutschen Iustizbetriebes kann da nur sNZy ! sagen:„Na-wenn schon!" Diese Richterurteile schaden viel.moer l sie wiegen wenig.. k Der zweite Grund, von jedem Menschen bei seder Gelegenheit ! Papiere zu verlangen, liegt in einer ekelhasten kleinbürgerlichen Reugier. Das alberne Meldewesen in Deutschland, das Zehn- taufende von Schreibern beschäftigt und Millionen von Einwoh- nern plagt, ist eine Ueberslüsfigkett, die kriminalistisch noch nie ge- nutzt und kulturell immer nur geschadet hat. Dein Portier mutz zum Beispiel wisse»,»fc du es mit der Religion hältst, das Fremdenbuch im Hotel hat viel« schöne Spalten, und die verhin- derten bayrischen Monarchisten behandeln augenblicklich alle Preußen al» Ausländer, indem fie ihnen«ine Meldepflicht auf- erlegen, die ungefähr an diejenige fpionageverdächttger Ausländer im Jahre 1914 erinnert. Durch das ganze Getriebe der Papiervorlegunge« in Deutsch- land geht der muffig« Heist widerwärtiger Gesinnung des Obrig. keitsstaates. Der schnauzbärtige Gendarm, der auf alten Bildern den armen Handwerksburschen anherrscht, ist kein Holzschnitt, son- dern Wirklichkeit. Ganz abgesehen davon, daß zum Beispiel hie Spalt«„Religion" nach der Reichsverfassung niemals ausgefüllt zu werden braucht(und es find Fälle denkbar, wo einem fein pro- testantisches oder mosaisches Religionsbekenntnis schaden kann)— ist dieser ganze Glaube an die allmächtige Wahrheit der Papiere überholt und lächerlich. Wie entstehen fie denn? Das Papier möchte ich ,n Deutschland sehen, das ich mir bei einigermaßen guten Beziehungen nicht verschaffen kann. Es ist wie beim Mllrtar: die ungeheuerlichsten Echutzvorschriften türm- ten sich vor Antritt eines Erholungsurlaubes, vor Empsangnahme eines Paar Stlefelsohlen. vor Einlieferung in ein Genesungsheim auf. Und wie wurde es gemacht? War man geschickt und gut angeschrieben, so sprach man mit dem, der solche Papiere auszu» stellen hatte, ein paar freundliche und manchmal auch inhalts. schwere Worte— und siehe da: auf einmal hatte man alles. Denn da» weitaus Widerlichste an der preußischen Korruption im Gegensatz zur russischen ist. daß sie verlogen legalisiert wird. Nach den Akten, Zeugnissen und Papieren ist immer alles in Ordnung. Aber wie die Papiere entstanden find danach fingt kein Mensch. Die erzwungene Vorlage von Bescheinigungen und Zeugnissen ist, wäre sie nicht schädlich, belachenswert. Diese stumpfsinnige Bureaukratie glaubt dem lebenden Steuerzahler nicht, daß er g«. boren ist.„Das kann jeder jagen!" Papiere, Papierel Drückt« man früher einem lieben Gestorbenen sanft die Augen p. so schrel- ben sich hevt« die Familienmitglieder am Totenbett die Fing« krumm, damit jeder Brillenmensch von Assessor seine Schmlerage auf dem Bureautisch vorfindet. Papier. Pap»««! Die Helden- brüst des grün-blauen Wachtmeister wölbt sich höher, wenn er Papier« verlangen oder destempeln darf. Man hat im großen und ganzen den Eindruck, in einem staatlichen Hengstgestüt z« dl- iV mannc$ leben: jedermann bekommt seinen Stempel auf den Hintern.«*J i nur dann mag es ihm erlaubt sein, zu leben. Dieser von stellu«? j gierigen Offizieren und Großindustriellen terrorisierte Staat, als„Republik" firmiert, hat den Papierwahnsinn nicht schafft, sondern zur Blüte gebracht. Er ist aber nicht nur spaßhaft. Er ist auch ungemein gend. Kriegsverletzte können vor Krankheit krepieren: nicht ihre Papiere vorgelegt haben, dann find sie, wie der liner so schön sagt,„Reese". Mag doch so ein von Ludend« ruinierter Stumpf von Amt zu Amt krauchen— Papiere, vier«! Millionen, die nach Verdienst schreien, bekommen t«1 Arbeit, aber vom Magistrat einen Fragebogen, auf dem beantworten haben: wo ihre Großmutter väterlichersetts Windpocken auskuriert, und ob ihre Frau Tante mit mehr drei Männern jährlich die Ehe gebrochen hat, und älteste Sohn zum Offizierstellmacher befördert worden ist das gehts nicht. Man muß sich nur diesen ganzen Irrsinn ei«1 � durchdenken: ein satter und für feine Schreibarbeit überzahl Assessor denkt sich fo ein Monstrum von Liste aus, strahlt, er dafür Regierungsrat werden kann, und bedenkt nicht, dos � armen Menschen, die sie ausfüllen sollen, meist nicht die Tint«'{ niemals die Lust dazu haben. Aber es ist ein Papier zur Vor mehr da!.ai Der Papierwahnfinn schreckt vor nichts zurück. Leben»?»' � und Unfall gibt es für ihn nicht— Kassenarzt. Wachtmeister Regierungsassessor, bestehen auf ihrem Schein und ihren nen. Papiere. Papiere!.. Der Glaube an den Stempel ist beinahe so groß wie der u-1 Militär. Und da» will etwas heißen. �„01 Ihr ersauft in Papier, und bevor fich nicht all«— vnß> nur die Obrigkeit allein— von dem Glauben an diese freigemacht haben, wird dieses Land das am besten reg-!1 und das am schlechtesten regiert« sein. Lieben Freu'ide! Ihr Ijabt polizeiliche Meldeformulare, �., stempelte Lebensläufe, Führungszeugnisse. Militärpäss«, � nigungen, Zensuren. Papiere, Papier«... Wißt Ihr, � damit machen könnt—? Schneidet st« fein säuberlich in viereckige handlich« Blätter, fie auf einen Nagel und—— Wie? Knut Hamsun, der Nabelpreisträger, ist dank feiner nung das Ziel zahlreicher Ansfragungen gewesen.&nf Gespräche dreht sich um den Betrug der Frauen in d« Hamsun, der fich angeblich für die„Vielweiberei" erklärte, hierbei: ,Lch will nichts mehr üb« Frauen schreiben. »u bekannt".(Dabei heißt sein neues Buch„Die Frau am 5. ge ent d. ht zu DQ ht de cht nt te. zen Der 5egent ge Ber her eunb ber Den Sge, nte ote An an bot Dem ng der tet, ber än fen, ( ten en ung te ten Er eute ez eine chen in eften che De Don men bie fow haw 40 glia Iti e et unb bem Reklame Unter Wir tommen allmählich zu der Einsicht, daß wir die Kommuniften und Neufommunisten bisher falsch beurteilt haben. Wir haben ihr Gebahren öfter als anmaßend und großipurig bezeich net, finden aber nun zu unserer Ueberraschung, daß grenzenlose Bescheidenheit diesen Leuten zur Zierde gereicht. ber flingenden Ueberschrift Metallarbeiter für Rusch, gegen Zista" brachte die„ Rote Fahne" gestern einen Bericht über eine Betriebsversammlung der Firma Rollez, Maschinenfabrit, Christianiastraße. Nach eingehender Debatte wurde dort ein Be luß angenommen, worin die Belegschaft die Arbeitsgemein chaft" ablehnt und sich auf den Boden bez britten Internationale tellt. Kunststüd! Selbstverständlich begrüßt die Belegschaft daher auch die Aufforderung zur Bildung einer dritten Gewertchafts- Internationale, da die Amsterdamer Richtung den Beweis gebracht hat, daß ihre Führer vollständig im Fahrwasser ber Bourgeoisie segeln Angesichts der Beschlüsse des Londoner Gewerkschaftsfongresses ist das eine freche Berleumdung. Vor allem aber verurteilen die Metallarbeiter ber Firma Roller auf das entschiedenste die Machinationen gegen den Kollegen Rusch". Sie sprechen ihm ihr vollstes Bertrauen aus und geloben, ihn mit allen Kräften zu unterstützen. Allo ein Sieg ber Richtung Rusch. Aber nur ein fleiner. Denn die Belegschaft der Maschinenfabrit von Roller beträgt im ganzen 60 Mann. 60 Mann von 160 000 organisierten Metallarbeitern in Berlin. Wenn man derartige Erfolge als große Siege unter fetter Ueberschrift in die Welt hinausbläft, so ist man wirklich durch grenzenlose Bescheidenheit ausgezeichnet oder aber man zeigt damit, daß man seiner Sache wenig sicher ist. Das letzte heint uns der Fall zu sein. Aber gerade barum wird die Richtung Rusch mit ihrem ganzen Anhang einen erbitterten Rampf um die Belegung der engeren Berwaltung des Metall arbeiterverbandes führen. Nachdem bie Müller und Malzahn thre Position in der Münzstraße verloren haben, werden sie alles an die Eroberung des Metallarbeiterverbandes sehen. Sie wissen biele Stellung zu schäken. Sie faltulieren mit Recht, daß die Ezoberung des Metallarbeiterverbandes der Beherrschung der Berliner Gewertschaftsbewegung nahezu gleich tommt. Ihr Bestreben ist es, von hier aus die zersetzende Bewegung in die gesamte Gewerkschaftsbewegung zu tragen. Es ist us bekannt, daß ihre Vorbereitungen zur Organisation eines tom munistischen Zellengebildes bereits sehr weit fortgeschritten find. Und dieses Gebilde Hellt nicht nur die Drganisation einer Oppo tion bar, fondern es ist so angelegt, daß eine Zusammenfassung Don Absplitterungen durch die Reuschaffung von Sonderorgani Jationen jeden Augenblik möglich ist. Dieles frevelhafte Borgehen muß im Reime unterbrüdt werden. Der Kampf um die Verwaltung im Berliner Metallarbeiterverband ist ber Kampf um die Erhaltung der Ge Bertschaftsbewegung flechthin. Er muß daher auch on unseren Genossen mit der Aufbietung aller Kräfte geführt werben. Uns leitet nicht das Interesse einer Gruppe, nicht das Streben nach einer Machtpofition, sondern das Interesse der Arbeiterklasse, das jeder Einsichtige in der Wahrung der Gefchloffenheit unserer Organisationen erkennen muß Die Studien Friedrich Wilhelms Det scheinend darauf vor, die Geschide ,, feines Vaterlandes" wieder in bie wohlgepflegte Hand zu nehmen. Der arme Mann! Es wird alles umsonst sein. Die Krise im Elsaß. Havas meldet aus Colmar: In den Webereien im Bezirf von Colmar wird von jegt an nur noch 32 Stunden anstatt 48 Stunden in der Woche gear: beitet. Die Arbeiter, die zum Feiern gezwungen sind, sollen als Entschädigung den vierten Teil ihres Lohnes erhalten. In den Spinnereien faßt man für den Augenblick feine Veränderungen ins Auge. Die deutsche Saarnote abgewiesen. Der Botschafterrat hat bie Note der deutschen Regierung über die Berwaltung des besetzten Gebietes besprochen. Da diese Frage bereits von der alliierten Kommission behandelt wird und der Botschafterrat sich nicht als eine Art Appellationsgerichtshof betrachtet, beschloß er, diese Note nicht in Behandlung zu nehmen. Ferner beschloß der Rat, daß die Grenzfeststellung des Saargebiets sofort wieder aufgenommen werden solle. Pestfälle in Paris? Im französischen Senat wurde eine Interpellation über eine geheimnisvolle, aus dem Often stammende Krankheit behandelt, die man in medizinischen Kreisen Krantheit Nr. 9" nennt. Man vermutet, es hier mit einer Art Pest zu tun zu haben. In der Aussprache stellte sich heraus, daß bereits 300 Patienten in den Krankenhäusern liegen. Die Krankheit verläuft nicht lebensgefährlich. Sie tritt besonders in den Gegenden auf, die mit Flüchtlingen aus dem Osten überschwemmt find. Note Tschitscherins an England. Tschitscherin hat wiederum eine Note an die englische Regierung gefandt. Er verlangt darin eine direkte und deutliche Antwort auf die Frage, ob es möglich ist, in nächster Zukunft, das Handelsabtommen abzuschließen und ob England bereit is, in London irgendwelche anderen Friedensverhandlungen zu eröffnen. Falls dies nicht zuträfe, habe ein weiteres Bleiben von Krassin in London keinen Sinn. Der Prinz- Prozeß Neue Zeugenaussagen Der Beginn der gestrigen Verhandlung verzögerte fich start, ba der Gerichtshof über umfangreiche Beweisanträge zu beraten hatte. Der frühere erbindungsoffizier des Regiments Reichstag bei den Boltsbeauftragten, Gr a snid, befundet, daß Sent, der Schwiegerjohn Scheidemanns, ihm gegenüber sich persönlich dahin geäußert habe, daß eine Belohnung auf die Beseitigung Liebknechts und Roja Luxemburgs ausgefeßt sei. Gelegentlich einer Offiziers besprechung im Reichstag habe er dasselbe ertlärt und auf die Grage eines Oberleutnants Schröter nach näheren Einzelheiten geantwortet: Wenden Sie sich an Stlarz. Den Ramen Scheidemanns habe Hent nicht genannt. Er, Zeuge, habe dann auf Grund dieses Befehls seine Leute angewiesen, Lieb fnechts Wohnung zu bewachen, um ihn festzunehmen und ihn nach dem Reichstag zu bringen. Dem darauf vernommenen 3eugen, Assessor Dr. Heymann, früheren Gerichtsoffizier des Regiments Reichstag, ist weder von ber Aussehung einer Belohnung, noch von einem derartigen Gericht etwas befannt. Er befundet, daß ihm ein Mann namens Sensel als Leiter der Abteilung 14 im Reichstag, von der die Erefutinbeamten ausgesandt wurden, bekannt gewesen sei. Dieser habe auch erklärt, daß er bauernd in der Reichstanzlei zu tun habe. Es folgt dann die Berlesung der Schriftstüde. Der verlesene Teil aus einer Broschüre, die Prinz im Gefängnis ge schrieben hat, sowie die Kölner Aufzeichnungen des Prinz deden Bertreter", bie fich freudig der Aufgabe unterziehen, die Sie. Verhaftung Liebknechts und der Luxemburg sowie über das Aufehemalige deutsche Kronprinz hat nicht nur autorisierte sich im wesentlichen mit den Angaben des Angeklagten über die Bergefäfte des Hohenzollernprozesses au rechtfertigen, jon finden des Mordbefehls bei dem Feldwebel v. Tyizta. In dem dritten Schriftstück schildert Bring seine Bernehmung als Benge in der Straffache gegen Heinricht Stlarz. Der Angeklagte erflärt hierzu, daß er die Darstellung seiner für Heinrich Stlarz günstigen Aussage damals auf Beranlassung von Heinrich Stlarz niedergeschrieben habe. ther hat auch ein Presseorgan. Er ist also mit allem Jubehör eines großen Gebieters ausgerüstet. Das Blättlein, das em Kronprinzen zur Verfügung steht, war bisher der Deffentlihteit völlig unbekannt, aber von nun ab wird der Name der Deutschen Wochenzeitung für die Niederlande" in aller Munde Rin. Dieses Blättchen schreibt über ben ehemaligen Kronprinzen: Bon Abgeordneten der äußersten Linten im Reichstag ist dem Kronprinzen zugerufen worden, er solle arbeiten. Wenn diese Herren glauben, der Kronprinz faulenze in seiner Einjamlett, bann irren fie fich gewaltig. Tagtäglich vertieft er fich in die volkswirtschaftlichen und politischen Fragen, von beren glüdlicher Lösung das Weiterbestehen setnes Baterlanbes abhängt. Alle Neuerscheinungen auf diesem Gebiet prüft er gründlich, und die Aeußerungen seiner Ansichten dar über lassen darauf schließen, daß er die Materie gründlich be= Herricht. Also der Kronpring arbeitet. Im Schweiße feines eblen AngeAchts bereitet er sich durch wirtschaftliche und politische Studien anbrunnen".) Aber was sollen die Männer tun?" Sie sollen gut lein," antwortete Samsun.„ Sie sollen, soviel fie fönnen, für Heim und Kinder opfern, und wer feine Kinder hat, tann sich eines non der Straße nehmen. wovon wir einst träumten, so müssen wir den Kindern helfen, weiter zu fommen als wir selbst. Es gibt nichts anderes." Proletarisches Drama. Der Lyrifer Bruno Schönlant hat mei revolutionäre Bersbühnenspiele gedichtet(„ Erlösung". Weihefpiel. Brennende Zeit".) Tragödie in drei Aufzügen. Beide unb ngs bes abge Sabb Ber Dorff Bas teine e qu bie als bet Ohne mal hlter meil bie unb lage efahr und Schei bas night Der Zeuge& ris Hent, der Schwiegerlohn Scheidemanns, ber mit in der Leitung des Regiments Reichstag saß, erflärt:" Ich weiß von dem Mordbefehl nur vom Hörensagen. Ich habe auch wohl mit anderen Leuten über diesen Befehl gesprochen, aber ich habe nicht gesagt, daß mein Schwiegervater oder Georg Stlar ihn erteilt haben. Zeuge Grasnid, einfallend: Das stimmt nicht. Sent hat mit mir wiederholt darüber gesprochen und hat zu mir, da ich es nicht glauben wollte, auch gesagt: Fragen Sie doch Stlarz. Ich war mit Hent damals täglich zusammen, da wir faft 3immer an 3immer arbeiteten. 3euge ent: 3 halte Ich das für ausgeschlossen. Bei der Vernehmung des Stodmachers Othmar Swoboda, der in den Revolutionstagen des Polizeipräsidiums dort Arbeiter rat war und denselben Dienst wie der Angeklagte Bring tat, tommt es zu einem heftigen 3usammenstoß zwischen dem Zeugen und Heinrich Starz. Swoboda teilt mit, daß burgs in der Roten Fahne" Prinz im Dienst abgelöst habe. Der er am Morgen nach der Verhaftung Liebknechts und Rosa Luxem Angeflagte teilte dem Zeugen die Bortommnisse während der Nacht in der„ Roten Fahne" mit und zeigte ihm Papiere oder Befehle, die dem Feldwebel v. Tyszka abgenommen worden waren. -Bors. Wußten Sie, daß damals Befehle vorlagen, Liebknecht und Frau Luxemburg zu beseitigen? 3euge: Jawahl, denn sie waren den Mehrheitssozialisten doch im Reichstag der Parolebefehl ausgegeben war, Liebknecht und Luxemburg beiseite zu schaffen. Staatsanw. Senner: Das wurde Ihnen von Ihren Genossen erzählt? 3euge: Nein, von Leuten des Wachtdienstes. Staatsanw. Seyner: Das waren doch auch Ihre Genossen? 3euge: Für die Genossen danke ich. Justizrat Werthauer: Haben Sie jemals Pla fate gesehen, in denen zum Mord an radikalen Führern aufge fordert wurde? 3euge: Jawohl, mehrere berartige Flug blätter. Es stand auch darin, daß es eine ansehnliche Belohnung dafür gebe. Rechtsanw. Nübe II: Wußten Sie, daß Serr Ellarz mit den Oberbefehl im Regiment Reichstag hatte? 3euge: Selbstverständlich. Ich sagte wiederholt zu meinen Werte bei A. Seehof u. Co., Berlag. Berlin.) Weich und auf sehr hinderlich. Uns wurde im Polizeipräsidium mitgeteilt, daß spürend im Menschlichen, aber wuchtig im Bau, fnapp im Ausbrudt und start in proletarisch- revolutionärer Gesinnung. Der festipielhafte Charakter hat den dichterischen Wert nicht verfümmert. Die lyrisch- dramatische Form der Gedichte erwuchs aus der Er. dem Geiste proletarischen Gemeinschaftsgefühls ist das Besondere wedung antifer Vorbilder. Die Wiedergeburt alter Formen aus und Neue dieser Dichtungen. Arnold und Bach jetzt ganz willkürlich und nur zwecks Im Luftspielhause heißt der dort übliche Schwant der Firma pitanter Titeländerung Die schwebende Jungfrau". Das biedere Publikum sieht sie immer wieder gern, nämlich die heimlichen Seitensprünge alter Ehefrüppel, und Arnold Riet Genossen: Der hat doch überall seine bredigen Finger zwischen, hat sie nun einmal ohne höheren Ehrgeiz zu seiner Spezialität Heinrich das both wohl nicht bestreiten wollen, Herr Silarz! ertoren. Er ist das Vergnügen des Abends, Ben Schwant, in dem sich auch die anderen Mitspielenden( samt einem echten Neger boyer) luftig tummeln, fann man ihm schenken als des deutschen Spießers Kunst" und Weihnachtsgabe. 23. 3euge: Sie haben doch durch Ihre Machinationen versucht, auch unsere Soldaten auf Ihre Seite zu bringen. Justizrat Werthauer stellt dann drei neue Beweis anträge, betreffend die Eidesfähigkeit des Zeugen Tnizka, ferner einen sehr umfangreichen Antrag dahingehend, die Führer aller Jenseits", Walter Hasen clevers Drama, murde für die Kammerspiele des Deutschen Theaters in Berlin zur Aufführung damals bestehenden militärischen Formationen darüber zu ver erworben und fommt im Laufe des Januar zur Aufführung. nehmen, ob ihnen von einem Mordbefehl etwas bekannt gewesen ( Bühnenvertrieb und Buchverlag Ernst Rowohlt, Berlin.) ichen Kunst veranstaltet die deutsche Künstlerschaft am SonnCine Rundgebung im Reichstagshaus zur Rot der deut tag, den 5. Dezember 1920, mittags 12 Uhr. Das Präfidium führt Professor Max Liebermann. Straumer für den Bund Deutscher Architekten, Hans Ba Tuschef für die Maler und Professor Frizz Klimsch für die ppen ferte abge djel plat Beld Diefes iebe Bert Find Path Bildhauer. Redner find: Professor Heinble Märchenaufführungen. Zur Erstaufführung gelangt das Mär Im Walhalla- Theater beginnen am Sonnabend, den 4. d. M Anfang 4 Uhr. Kleine Eintrittspreise. Leonorenouvertüre) mit dem Blüthnerorchester unter Leitung von drifte Beethoventanzert( fünfte und sechste Sinfonie und fet. Schließlich bittet er um die Vernehmung Scheidemanns darüber, daß dieser zwar einmal mehrere Blanketten unterzeichnet, aber teine Blanfounterschriften gegeben habe. Rübell: Es genügt mir, daß der Vertreter des Herrn Rebentlägers selbst zugibt, daß Here Scheidemann derartige Blanketten aus der Hand gegeben hat. Here Scheidemann ist über diesen Bunft in einer Aussage zweifellos unvorsichtig gewesen.- uitiazat Werthauer: Herr Scheidemann hat burchaus vorsichtig ausgejagt, denn er hat erklärt, daß er als Boltsbeauftragter feine Blantounterfchriften gegeben hat. Rechtsanwalt Richter: Jch Deutscher Krankenkassentag Unter Beteiligung von mehreren Tausend Vertretern aller Krantentassenverbände trat gestern ein allgemeiner deutscher Krantentaffentag im großen Saal des Lehrervereinshauses zusammen. Der Referent, H. Lehmann, Geschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Ortstrantentasjen, bezeichnete als Hauptziel der Krantentassen die Beseitigung der freien Arztwahl, die nach Anficht der Krantentassenvertreter zu einer immer weiteren Ueberfüllung des Aerzteberufes führen müßte und die angeblich Schuld an der unzulänglichen Behandlung der Kassenmitglieder, an dem fogen. Kaffenlöwentum, sowie der finanziellen Belastung der Kassen lein soll. Insbesondere wandte sich der Redner gegen den Leipziger Verband. Der Redner forderte weiter eine Reichsgebührenordnung für Aerzte, die bei Rassen nur die festgesetten Mindestjäge liquidieren dürften. Auf den Standpunkt des Redners stellten sich auch die Vertreter der Gewerkschaften und Angestellten= verbände. Das Ergebnis der sehr eingehenden Diskussion fand in folgender Entschließung ihren Ausdrud: Der schon Jahrzehnte währende, in den schroffften Formen ge führte Kampf der Aerzte gegen die Krantentassen hat in dem im Mai 1920 unter Vertragsbruch eingeleiteten allgemeinen Streif der Aerzte seinen Höhepunkt erreicht. Dieser Kampf schädigt die Bollsgesundheit und die Krantenfürsorge aufs schwerste, insbesondere hindert er die allgemeine Einführung der freien ärztlichen Behandlung der versicherungsfreien Familienangehörigen. Die wiederholten Versuche der Kassenverbände, durch zentrale Vereinbarungen den Frieden oder wenigstens ein erträgliches Verhältnis mit den Aerzten herzustellen, müssen als endgültig gescheitert angesehen werden. Der Aerzteverband ist nicht vertragsfähig, weil die ihm angeschlossenen Aerztevereinigungen vielfach die Gefolgschaft verweigern. Dertlich erkennen die Aerzte von den Bereinbarungen oft nur das als bindend an, was für sie günstig ist. Auch der Aerzteverband hält sich nicht an Vereinbarungen ober gibt ihnen eine Auslegung, die mit ihrem Wortlaut und threm flaren Sinn nicht zu vereinigen ist. Nach jeder unter den schwierigsten Berhandlungen und unter Drohungen der Aerzte zustande gekommenen Bereinbarung entstehen den Krankenkassen neue Schwierigkeiten, so daß sie nicht zur Ruhe tommen fönnen. Der Kernpuntt der Arztfrage liegt in der ungleichen Behand fung der Kassen und Aerzte durch das Gesez. Das Gesez gibt den Merzten ein Monopol auf ärztliche Behandlung der Versicherten, überläßt es jedoch dem Ermessen der Aerzte, ob und unter welchen Bedingungen fie für die Kasse tätig fein wollen. Diese Monopol stellung wird von den Aerzten in rüdsichtsloser Weise ausgenugt. Die heute versammelten Vertreter aller Rassenarten, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ohne Unterschied der parteipolitischen Stellung, fordern daher nachdrücklichsten Schuh der Kassen durch die Gesezgebung nach folgenden Grundsätzen: 1. Die Vorzugsstellung der Aerzte muß beseitigt werden. Sobald bei den Kassen die ärztliche Versorgung gefährdet ist, müssen Behandlung eine Barleistung zu gewähren. In Berbindung hierDie Kassen ohne weiteres berechtigt sein, an Stelle der ärztlichen mit ist§ 80 der Reichsgewerbeordnung dahin abzuändern, daß die Aerzte, wenn fie die Behandlung übernehmen, verpflichtet sind, Bersicherte zu den Mindestfäßen der amtlichen Gebührenordnung für Aerzte zu behandeln. 2. Zur Berbesserung der Krankenbehandlung muß den Krankenfaffen insbesondere bie Errichtung von ärztlich geleiteten Behandlungsstellen( Ambulatorien und dergl.) erleichtert werden. 8. Die Zulassung der Aerzte zur Kassentätigkeit muß nach dem Grundsatz der Bedarfsdedung geregelt werden. 4. Zur Förderung eines gedeihlichen Zusammenwirtens find Schiedsausschüsse bei den Versicherungsämtern, Schiedsämter bei den Oberversicherungsämtern und in Zentralschiedsamt beim Reichsarbeitsministerium zu errichten. Die geldliche Lage der Kassen ist infolge der gewaltigen Berteurerung aller Fürsorgeleistungen bedrohlich. Da aber die Höhe der Kassenausgaben von den Aerzten ausschlaggebend beeinflußt wird, richtet der Allgemeine deutsche Krantentassentag an Reichsregierung und Reichstag die dringende Bitte, die Arztfrage unverzüglich auf obiger Grundlage zu ordnen." Groß- Berlin Achtung! Freiheit- Abonnenten"! Borsicht beim Geldgeben! Einige von uns entlassene Zeitungs frauen versuchen, bei ihren früheren Abonnenten Geld einzutassieren, indem sie dafür eine selbstgeschriebene Quittung an bieten. Wir bitten unsere Abonnenten, den Betrag für das Abonnement nur gegen Abgabe der vom Verlag herausgegebenen hellroten gebrudten Quittungen zu zahlen und alle anderen Quittungen zurüdzuweisen. Der ahnungslose Elternbeirat Daß fich Elternbeiräte von den Bürgerlichen auch einwidelin lassen, scheint folgender Fall zu beweisen: Ein Elternbeirat farbte an den Turnverein„ Fichte" nachstehende Erklärung: ,, Gelegentlich des am 25. September im Stadion stattgefunde nen Schauturnens von dem Magistrat aus veranstaltet, wurden von dem Turnverein Fichte" diejenigen Kinder, welche dem Berein angehören, durch die Monatsschrift des Vereins aufge= fordert, dem Schauturnen fernzubleiben. Da es sich im vorliegenden Falle um eine nolkstümliche, unpolitische Veranstaltung handelte, dürfte die Handlungsweise bes Turnvereins Fichte" lediglich auf falsche Informationen zurückzuführen sein. Der Elternbeirat der 163. Gemeindeschule bittet in Zukunft bei derartigen Gelegenheiten sich mit der in Betracht kommen den Stelle, welche diese Veranstaltungen leitet, in Verbindung zu setzen, um über den Zwed der Beranstaltung unterrichtet zu sein. Da dieses Schauturnen lediglich der törperlichen Ertüchtigung unferer Kinder diente, liegt es im Interesse derselben, wenn derartige Unzuträglichkeiten in Zukunft unterbleiben." Unterschrift. Wir möchten der Mehrheit dieses Elternbeirats dringend raten, ich bei ähnlichen Anlässen doch lieber bei den Genossen von Fichte" zu informieren, damit sie von dem, was Arbeiterkindern dienlich ist, eine proletarische Auffassung bekommt. Denn der Magistrat war nur Namengeber, Veranstalter dagegen die bürgerlichen Sportvereine, die die Rekrutendepots der Einwohnerwehren bilden. Das Fest sollte den awar nicht ausgesprochenen 3med erfüllen, die Kinder für diese gegen die Arbeiterschaft, neutral" wirkenden bürgerlichen Sportvereine einzufangen. Das wußten die Genossen des„ Fichte", weshalb fie die Eltern durch das Blatt darauf aufmerksam machten. -W Aber selbst wenn sie das nicht gewußt hätten, wäre es jetzt bewiesen, daß der Magistrat und die in der Deutschen Turnerschaft organisierten Lehrer sich hier einen patriotischen Rummel geleistet haben. Der Auf- und Abmarsch erfolgte mit schwarz- weiß- roten Fahnen, die Leitung nicht lag in den Händen bürgerlicher Turnlehrer Rechtsanwalt der Schule! Das Turnen der Erwachsenen wurde nur von den bürgerlichen Sportlern ausgeführt! Das sollte jedem genügen, ber noch proletarisches Empfinden besitzt, um seine Kinder davon fernzuhalten. So hat sich die Mehrheit dieses Elternbeirats bestehend aus Rechtssozialisten und Demokraten dazu herge geben, ihre eigenen Kinder einem patriotischen Rummel mitmachen zu lassen, ohne es zu wissen. Wenn nun Demokraten und ihre politisch" anleben mollen, ist das ihre Sache. Die auf unserem Boden stehenden Eltern, müssen wir aber auffordern. fich solche Rebensartenvertretung vom Salse zu schaffen. Ein Lehrer mit fozialistischem Empfinden hat den Eltern unserer Kinder im„ Soz. Erzieher" nachstehende, beherzigenswerte Worte zugerufen: chen Der tleine Däumling" oder„ Der böse Menschenfresser. ann nicht behaupten, daß Herr Scheidemann in seiner Aussage rechtssozialistischen Helfershelfer das als volkstümlich und un Dr. Max Burkhardt, findet nächsten Sonntag, den 5. Dezember, verschiebener Zeugen nicht. nachm, 4 Uhr, im Blüthnerfaal, statt. laat, wirti Lambinon als Solift mit. Dirigent: S. Meyrowis tonzert bes Blüthnerorchesters, am 5. b. M., 7% Uhr, Blüthnersehr vorsicht war, denn auch die Angaben, es sei ihm erst nach einem Jahr zu Ohren gekommen, daß man ihn mit dem sogenannten Mordbefehl in Verbindung brachte, stimmen nach den Befundungen Das Gericht beschloß, die Beweisanträge des Justizrats Werthauer als unerheblich abzulehnen, und vertagte die Sigung auf Montag Morgen 9% Uhr. Proletarter, der du dich zum Sozialismus bekennst, willst du deine Mädchen und Jungen aus Gleichgültigkeit oder Nach giebigkeit noch länger solchen Vergiftungen aussehen? Es tönnte dir passieren, daß einst deine heranwachsende Jugend, mit der Flinte in der Hand, zu fanatischer Begeisterung und mont archischen Wahnwig aufgepeitscht, der Fahne schwarz- weiß- rot folgend, den Schießprügel gegen dich selbst kehrt, da sie in dir den Feind ihrer Weltanschauung sieht. Proletariat, heraus mit deiner Jugend aus allen firchlichen und bürgerlichen Bereinigungen. Unter dem Dedmantel der Neutralität" treiben diese Vereine Bauernfang mit deiner Jugend." = Gewerkschaftliches Zur Aussperrung bei A. Borsig Da in dem Streite über die Zusammensehung der Ortsverwal tung, welche in den Kreisen der Berliner Metallarbeiter lebhaft erörtert wird, die Aussperrung der Borsigwerfe eine große Rolle ein paar Worte gestatten. Leider ward es mir in der General versammlung des D. M. B., durch einen Antrag auf Schluß der Debatte, unmöglich gemacht, zu Worte zu kommen. Wenn der Kollege Rusch dort dem Kollegen 3ista den Vorwurf machte, daß lekterer den Streif von Anfang an lokalisieren wollte und logar dazu übergegangen sei, die Rotstandsarbeiten zu bewilligen, jo möchte ich dazu folgendes ausführen: ,, Am 1. November entlich die Firma Borfig sämtliche Arbeiter und motivierte das mit der Lohnbewegung der Lohnfacharbeiter. Die Frage des Elektro- Ojens wurde dabei garnicht erwähnt. Am anderen Tage besprachen wir, d. h. der Obmann des Betriebsrates, der Obmann des Arbeiterrates und der Kollege Zista die Situation. Der Kollege Rusch war ebenfalls anwesend. Wir Die Vollmilchkarten für Januar 1921 werden in den zum Milch- spielt, so wird man dem Obmann von Borsig wohl auch amt Berlin gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen ausgegeben und zwar in Berlin für die Kinder im 1. und 2. Lebens jahr am Montag, den 6., und Dienstag, den 7. Dezember, für die Kinder im 3. und 4. Lebensjahr am Mittwoch, den 8., und Donnerstag, den 9. Dezember, für die Kinder im 5. und 6. Lebensjahr am Freitag, den 10., und Sonnabend, den 11. Dezember 1920; jedoch find den Haushaltungen, denen Karten für ver schiedene Altersstufen zustehen, sämtliche Milchfarten an einem Tage auszuhändigen. Die Inhaber von Vollmilchkarten haben die Januarfarte bis zum 26. Dezember 1920 einschließ Tich den Kleinhändlern vorzulegen. Es dürfen sich Inhaber von A- und B- kinderfarten und von Karten über% Liter, welche mit A gefennzeichnet sind, nur in den durch ein Blatat gefennzeichneten A- und B- Milchgeschäften, Inhaber der übrigen Vollmilchlarien nur in den durch Aushang fenntlich gemachten C- Milchgeschäften zum Bezuge von Bollmilch anmelden. Nährmittelbezugsscheine über je 1% Pfund werden an die am 1. Januar 1920 und später geborenen Rinder, Rährmittelbezugsscheine über je 1 Pfund an die in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1919 geborenen Kinder zusammen mit den Januar- Milchkarten verausgabt. An alle Ortsgruppen der„ Sozialistischen Proletarier- Jugend" im Bezirk Berlin- Brandenburg. Am 5. Dezember findet in der Schule Tilfiter Str. 4-5, Berlin D., die 4. Bezirkskonferenz des Bezirks Berlin- Brandenburg statt. Zu dieser Konferenz hat jede Ortsgruppe, die auf dem Boden des Programms der Sozialistischen Braletarier- Jugend" steht, Delegierte zu entienden. Auf je 50 Mitglieder entfällt ein Delegierter. Die Delegierten müssen durch Ausweise der Ortsgruppen mit Stempel und Unterschrift des Borstandes der Gruppe legitimiert sein. Die Tagung beginnt um 10 Uhr. Wegen der umfangreichen Tagesordnung ist pünktliches Erscheinen Pflicht. Diftriftsleiter Berlin- Stabt! Die Mitteilungsblätter für den Monat Dezember tönnen heute und die folgenden Tage in der Zeit von 10-5 Uhr im Parteibureau, Breite Str. 8/9, Hof, 1. Aufgang, 1 Treppe, in Empfang genommen werden. Am Lotensonntag wurde unser Genosse Stimming auf bem Friedhof Bornigstr. in Lichtenberg tätlich angegrif fen, als er in seiner Eigenschaft als Stadtrat mehrere Personen zum Verlassen des Friedhofs aufforderte. Da gegen den Haupttäter, den Lehrer 3eiseweis, durch die Stadt Strafantrag gestellt ist, werden die 3eugen ersucht, die Adresse bei dem Ge nossen Stimming, Lichtenberg, Oberstr. 4, abzu geben. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonn abend. Ein wenig wärmer, größtenteils trübe und neblig mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen südlichen Winden. Im städtischen Krankenhaus Hasenheide Reukölln sind seit der Uebernahme in die eigene Verwaltung der Stadtgemeinde umfangreiche Erneuerungsarbeiten, insbesondere innerhalb der einzelnen Stationen, zur Ausführung gelangt. Diese im Interesse einer geregelten und geordneten Durchführung des gesamten Krantenhausbetriebes getroffenen Maßnahmen erstrecken sich nicht nur auf die völlige Neueinrichtung zahlreicher Räume wie die Kochtüche, die mit einer großen Kochanlage modernster Konstruk tion und mehreren elektrisch betriebenen Wirtschaftsmaschinen ausgestattet worden ist, ferner Waschküche, Operations- und meBico- mechanischer Saal, Einrichtung einer Anstaltsapothete usw., vielmehr sind auch auf dem eigentlichen Krankenhausgrundstüd außerhalb der Stationen mehrere Neubauten und Verbesserungen vorgenommen worden. Durch Anpachtung eines rund 9000 Qua braimeter großen Teils des angrenzenden mit altem Baumbestand versehenen Schießstandgeländes in der Hasenheide hat der Hause garten eine für die Kranken überaus vorteilhafte Erweiterung und Abrundung erfahren. Die Anlage eines befestigten Weges gestattet den Patienten das Betreten der Heide auch nach Wittezungsniederschlägen. Winke für die Hausfrau. In der neuen Rummer der„ Freien Welt" finden wir einen längeren illustrierten Artikel Winte für die Hausfrau", Ratschläge zur Schonung der Kleider, Möbel- und Hausgeräte, ben wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. Die Nummer enthält ferner zahlreiche auf das Kind bezügliche Beiträge. Wir erwähnen die padende Aufnahme Hamburger Kinder, die Müntästen nach Lebensmitteln absuchen, zwei lehrreiche fleinere Artikel Gewerbliche Kinderarbeit in Deutschland" und„ QuäferSpeisung und Schulkinder" und vieles andere. 99 Genoffen und Genoffinnen! Beachtet den Organisations- Kalender. tamen zu dem Ergebnis, vom Arbeitsministerium zu verlangen, daß man von dort aus Borsig zur Wiedereröffnung des Betriebes zwingen solle. Es soll auch nicht bestritten werden, daß Kollege 3ista dabei die Notwendigkeit aussprach, den Konflikt auf Borsig zu beschränken. Es ist nun bezeichnend, daß diese im internen Kreise gepflogene Unterredung am nächsten Tage in der Internationale" gegen Zista ausgeschlachtet wurde, weil er sich auf den Standpunt gestellt hatte, den Streit lokal zu behandeln. Die Unternehmer mögen schön geschmunzelt haben, als ihnen die Meinungsverschiedenheit, welche zwischen den beiden Bevoll mächtigten über die einzuschlagende Tattit bestand, sofort durch ein Arbeiterblait mitgeteilt wurde. Jedoch glaube ich nicht annehmen zu dürfen, daß die Herren um Borsig, wenn sie sich mal über die Taftit uneinig sind, bas der Arbeiterschaft durch die Unternehmerpresse sofort mitteilen werden. Jm Arbeitsministerium, als wir unser Anliegen vorbrachten, hielt es der Minister Brauns für notwendig, daß Herr von Borsig zu einer Besprechung, welche Mittwoch, den 3. November, stattfinden sollte, hinzugezogen wurde. Borsig eine Betriebsversammlung, wo ich ihnen Bericht erstattete. Am Nachmittag des 2. November hatten die Angestellten von Die Angestellten verpflichteten sich dort, Streitarbeit unter allen Umständen zu verweigern und sprachen den Ausgesperrten ihre Sympathie aus. Am 3. November morgens tam eine Abordnung der Angestellten mit ihren Gewerkschaftsvertretern in das Bureau des Kollegen 3ista und wünschten, daß von der Streifleitung ein Heizer gestellt würde, um die Zentralheizung im Berwaltungsgebäude zu bedienen. Die Angestellten sprachen die Befürch tung aus, falls der Heizer verweigert würde, sei mit der Möglich feit zu rechnen, daß sich schließlich ein Angestellter dazu bereit fände und es waren die Vertreter der Angestelltengewerkschaften, die das verhindern wollten. Kollege 3ista fonnte sich den Argumenten der Angestellten nicht ganz verschließen, sagte jedoch, daß die Heizer barüber beschließen müßten. Soviel über die Bewilli gung der Rotstandsarbeiten, die der Kollege Nusch dem Kollegen zum Vorwurf machte. Am 3. November nachmittags, bei der Verhandlung im Arbeitsministerium, brachte Herr p. Borsig dann die Ofenange Iegenheit, die Frage des Rauchverbotes usw. zur Sprache und machte die Wiedereröffnung des Betriebes davon abhängig; auch wollte er alle Arbeiter nicht wieder einstellen. Damit hatte die ganze Bewegung einen anderen Charakter bekommen. Der Ausgang der ganzen Attion endete mit der Freigabe des Ofens und die Firma Borsig hat also damit ihren Willen durchgelegt. Wir als Borsig- Arbeiter haben alle Ursache, mit dem Ausgang des Kampfes unzufrieden zu sein. Doch nun ausgerechnet ben Kollegen 3ista allein dafür verantwortlich zu machen, halte ich für durchaus verfehlt und ob der Ausgang ein anderer gewesen wäre, wenn der Kampf auf eine breitere Basis gestellt worden wäre, wie es Rusch wünschte, ist bei dem Beschäftigungsgrade in der Berliner Metallindustrie sehr zweifelhaft." gez. Georg Brandi, Obmann der Borsigwerte Arbeitskleidung Berufskleidung kaufen Sie am besten und billigsten in dem größten Spezialgeschäft von Kohnen& Jöring Berlin Alexanderstr. 12 Rosenthaler Str. 53 = Landsberger Allee 148 Neukölln, Bergstr. 61. An die freigewerkschaftlich organisierten Angestellten Groß- Berlins Nach dreiwöchentlicher Dauer haben die Angestellten des Be liner Tertilgroßhandels ihren Kampf beendet, der ihnen auf gezwungen worden war durch das provokatorische Verhalten eine Unternehmergruppe, die in ihrem Scharfmachertum fich der be fannten Borbilder der Industrie würdig erweisen wollte. Dieje Kampf hat für die Angestellten mit Erfolgen geendet, er ha aber auch wie jeder Kampf finanzielle Opfer gefordert, die zu Teil ausgeglichen worden sind durch die Erfüllung der statutat schen Verpflichtungen der Verbände. Die Unternehmer haben en gegen den Bestimmungen einer besonderen Vereinbarung na träglich auch Maßregelungen vorgenommen, sodaß eine Anza Don Berufsgenossen noch nicht wieder in den Betrieben tätig i Sier fann jetzt nur die Solidarität der gesamten freigewerkschaf lich organisierten Angestelltenschaft Groß- Berlins in prattije Weise helfen. Die Angestelltenschaft muß erkennen, daß dief Rampf schließlich auch für sie mit ausgefochten wurde als ei Teil des großen wirtschaftlichen Ringens, an dessen Ende di entscheidende Generalabrechnung stehen muß und wird. Wit wissen sehr wohl, daß die Kolleginnen und Kollegen schlecht ent lohnt werden. Wir wissen aber auch, daß die Angestellten al Klassenfämpfer fich dessen bewußt sein werden, daß jeder Betrag ben sie jetzt von ihrem fargen Arbeitsverdienst in selbstlose Weise opfern, zu einer Waffe wird gegen den gemeinsamen Feind Kolleginnen und Kollegen, helft schnell! Sammelt unter Eure Arbeitsgenossen in den Betrieben, bei Versammlungen und 3 fammenfünften. Die eingegangenen Gesamtbeträge wollt Ihr m einer blauen Postschecüberweisung, die auf jedem Bostamt haben ist, einzahlen auf das Bostschedtonto:„ Berlin 83 737 Grid Flatan, Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände" der Rüdseite des Abschnittes muß vermertt werden Tertilgro handel". Jrgendwie durch diese Sammlungen Euch entstehend Roften tönnen vom einzuliefernden Gesamtbetrage gleich gefü werden. Weber die Sammlungen wird in unseren Verbands zeitungen öffentlich quittiert werden. Afa, Ortskartell Groß- Berlin. Erwerbslosenräte Groß- Berlins! Am Montag, den 6., mittags 12 Uhr, Bollversammlun Breite Straße( Marstall). te einm 10, bego Juji Der geschäftsführende Ausschuß der Reichserwerbslosenräte. Die Räteschule der Groß- Berliner Arbeiterschaft. Wir bitten dav Kenntnis zu nehmen, daß die Räteschule der Groß- Berliner beiterschaft von der gewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale übe nommen wird. Das Bureau der Schule befindet sich vorläufig Gewerkschaftshaus, Berlin SO. 16, Engelufer 15, 1 Treppe, 3 mer 13. Zuschriften sind von jetzt ab dorthin zu richten. Weiterführung des unterbrochenen Kurses Betriebsrätegeset" b Genossen Schönbeck wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Oppositionelle Buchdrucker, Bezirk 3. Sonntag, vorm. 10 im Lotal Klug, Danziger Str. 71, wichtige Besprechung. Kollegen beider Richtungen müssen erscheinen. Aus den Organisationen De De blig Land tam es Do taltic Euere eine ben G Ru ten T fie rii gegen Der moller baron 4. Diftritt Sonnabend, 8 Uhr, Referentenzufammenkunft bei Bier, Ra Straße 9. 11. Distrikt. Alle arbeitslosen Genossen melben fich in einer wichtigen legenheit am Freitag, abends 7 Uhr, beim Genoffen Spizing, Stralfunder Nr. 28, 1. Aufg. 1. ftrake 6. Werb 11. Diftrift. Seute, Freitag, abends 7 Uhr, Sihung der Kinderschuh Frauenarbeitskommiffion im Lotal von Dams, Schlegelstr. 9. Genosfinnen, w fich in der Kinderschuh- und Frauenarbeitskommission betätigen wollen, um ihr Erscheinen erfuht. 18. Diftritt. Montag, abends 6 Uhr, Borstandssigung in der Schule Chriftian 18. Diftritt. Elternbeiräte. Sonntag, vormittags 10 Uhr, Sigung ber leute bei Schuchhardt, Christianiaftr. 110a. 12. Diftritt. Kommunale Kommision. Sonntag, vormittags 9 Uhr, im von Baaje, Raumerstr. 15, Ede Dunderstraße Bersammlung. Ehöneberg- Friebenau. Sonnabend, abends 7% Uhr, bef Glawe, Ma Frig- Reuter- Straße Frauentonferenz. Wir bitten alle Genoffinnen ju erd Bentow. Sigung der Landagitationsfommission Montag, abends 8 Chylla. Berliner Str. 118. Charlottenburg. Elternbeiräte( Crispien- Ledebour). Montag, abends in der Schulaula Gueridestraße, Bersammlung. Obleute der Schulen find pflichtet, die Elternbeiräte hierzu einzuladen. Wauftr. 7. bei Charlottenburg. Heute, Freitag, 17 Uhr, Zeitungskommiffion bei Gemball Rieberschönhausen. Seute, Freitag, abends 8 Uhr, Sigung der Landagitatio tommission bet Schlegel, Eichenstr. 44. lung in Mühlenbeck. Die Genoffen treffen sich um 12 Uhr am Straßenbahnbe Sonntag, nachmittags 2 Uhr, Berjam Vereinskalender Nordend. Freireligiöse Gemelabe. Sonntag, vorm. 11 Uhr, im Bürgerfaal des Ratha Königstraße, Vortrag des Herrn F. Rogal: Religion und Wissenschaft. nium: Abagio as- Dur( Beethoven). Nachm. 4 Uhr, Bappel- Allee 15-17, 3 versammlung. Borttag des Herrn H. Zeller: Die Stellung des Freidenfers Christentum. 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