tes rtBot ben bil QBa chy vo See un gebunk en dur beith Be 8 Guft Der Bud Breit a wifda! But andlu 849. ation Tage erka reibn en isten B M. Schrift id ers g retfe Uhr Beand De-ga xe, ten er 8/39 Jes en gen Starb 7.2 auto Thr Sin gembe rlin tr. g oh perfan smitt bfchai mitt 7 te er 44 ver a Drogen erfari Grama telfar ade der F Gram rmitt abe f Rinb te: 50 Gram te: 25 Marta erit. Be reibell chuk dubu k. a preise Dies Einzelpreis 30 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montags m einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Haus für Graf- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Posts bezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 1,50 M. Juzüglich Baluta- Aufschlag, ver Brief für Deutschland und Österreich 31,- m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Strafie 89. Dienstag, 7. Dezember 1920 Nummer 518 Morgen- Ausgabe Die achtgefpaltene Nonpareillezetle ober beren Raum koftet 5,- M. einschließlich Seuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., fedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Unzeigen und Stellen- Gefuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Gesuche in Wort- Anzeigen das fettgedruckte Wort 1,50 m., tebes weitere Wort 1,- M. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4602, 4635, 4640, 4021 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Drohender Konflitt bei der Eisenbahn In ernster Stunde In Nr. 50 des Deutschen Eisenbahner", die am 11. DeBe 1 ember erscheint, wird der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerberbandes folgenden Aufruf veröffentlichen: In den ersten Novembertugen b. 3. reichte unser Vorstand bem Reichsverkehrsministerium und dem Reichsfinanzministerium den bekannten Antrag ein, möglichst bald mit uns über eine an alle Bedienstete zu gewährende Erhöhung der Teuerungss ulage zu verhandeln. In weiterer Folge hat sich dieser Antrag in präzisere Formen gekleidet. Für die Lohnbediensteten wurde allgemein die Forderung aufgestellt, die bewegliche Teuerungszulage um 1 M. pro Stunde zu erhöhen. Für Beamte wurde unter Ablehnung der von der Regierung vorgeschlagenen geringfügigen Kinderzulage folgende Forbes tung aufgestellt: a) Den Teuerungszuschlag nicht mehr nach der Höhe des EinTomens zu staffeln, sondern ihn für alle Besaldungsgruppen gleich hoch zu bemessen wie folgt: Ortsklasse A und B Ortsklasse C und D Ortsklasse E 8000. 7500 M. 7000 M. Bisher bezahlte höhere Teuerungszuschläge bleiben auch fernerJin bestehen. b) Die Kinderzulagen allgemein um 100 Prozent zu steigern. c) Den nichtplanmäßigen Beamten( Diätaren) ist außerdem der volle Teuerungszuschlag wie für die planmäßigen Beamten zu gewähren. d) Die Vorlage erhält rückwirkende Kraft ab 1. Oktober 1920. Bis zur Stunde hat eine Verhandlung zwischen unserer Drga nisation und der Regierung noch nicht stattgefunden. Was der Sauptausschuß des Reichstages am 4. Dezember beschlossen hat, ist in teiner Weise geeignet, den durch die Not diftierten Forderun gen der Bediensteten gerecht zu werden. Roch einmal wird zur Stunde der Bersuch gemacht, dirette Berhandlungen herbeizuführen. Gelingt dies nicht, oder wird die Regierung ein Entgegenkommen ablehnen, dann wird auf dem schnellsten Wege ber erweiterte Borstand unseres Verbandes zusammentreten, um über die Mittel und Wege zu beschließen, die dann in Anwendung zu bringen sind. Kollegen, die Stunde ist ernst! Seid bereit, wenn der Ruf an Euch ergeht, einig und geschlossen ben uns brohenden Rampf aufzunehmen. Alle Sonderaktionen müssen unterbleiben! Wer heute noch durch irgendwelche Handlungen unseren Kampf stört, ist ein Verräter an den Interessen der Kollegen. Die Leitung unseres Verbandes wird zur gegebenen Stunde die geeignete Parole an Euch ergehen lassen. Seid bereit! Unb feid einig! Immer und immer wieder haben wir auf die Not der Die Regierung blieb und Bureaukratie haben alles getan und nicht das Mindeste unterlassen, was den Unwillen der Beamten zu steigern vermochte. Jetzt scheint Herr Giesberts dem Faß den Boden ausschlagen zu wollen. Er hat an alle Dienststellen ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: „ Gegen Beamte, die streifen oder ihre Unluft zum Dienst fundgeben, wird das Disziplinarverfahren mit dem Ziel auf Dienstentlassung eröffnet. Silfskräfte, die sich dieser Bewegung anjchließen, werben fristlos entlassen." Bereits unter dem 3. Dezember hat der Reichspostminister auf Grund eines Kabinettbeschlusses an die Oberpostdirektionen verfügt, daß bei Dienstverweigerung, gleichgültig ob sie mit Fernbleiben vom Amte verbunden ist oder nicht, gegen Beamte einzuschreiten sei und daß Lohndienstbeschäftigte bei gleicher Veranlaffung fristlos zu entlassen seien. Politische Krise Es war nach den Debatten im Haushaltausschuß flar, daß der Etat des Reichsernährungsministers dem Reichstag einen sogenannten großen Tag schenken würde. Daß die Debatte über die Ernährungswirtschaft sich aber zu einer ernsthaften politischen Krise auswachsen würde, hatten wohl nur wenige vorausgesehen. Daß es zu einer solchen tam, ist der beste Beweis dafür, daß es sich beim Kapitel Hermes nicht etwa um irgendwelche persönlichen Rechthabereien handelt, sondern um den grundsäglichen wirtschaftspolitischen Gegensaz. Herr Hermes begann mit einem der langen von ihm schon so oft gehörten Referate über die gesamte Ernährungswirts schaft, das ängstlich um die Kernpunkte herumzugehen sich bemühte. Trogdem trat deutlich der reaktionäre Geist dieser Ernährungspolitik zutage, die nur ein einziges Ziel fennt, die Rücksicht auf die Agrarier, den Handel und die Düngemittelindustrie und deshalb auch sich von jedem positiven Ziel fernhält, das einen Ausweg zur Besserung zeigen fönnte. Herr Hermes fühlte wohl selbst, daß er sich als Minister für Unterernährung präsentierte. Er verlas des halb, offenbar zu seiner Entschuldigung, einen Teil der Rede, die der Genosse Abramowitsch vor unseren Parteifunktionä ren über die schlechten Ernährungsverhältnisse in Rußland gehalten hat. Mehrmals fündigte aufspringende Empörung und dumpfes Grollen auf der Linken bevorstehende ernste politische Kämpfe an. Herr Hermes war so unsicher, daß er auf feinen einzigen Zwischenruf einging und ängstlich Satz für Sag von seinem Manuskript ablas. So verkündet es eine Meldung des Wolffschen Telegraphenbureaus. Es wird hinzugefügt, daß diese Verordnung der in der Sigung der Preußischen Landesversammlung vom 20. Februar namens der preußischen Regierung und dem Einverständnis mit der Reichsregierung abgegebenen Erklärung entspricht. Man befizt also die Dreiftigkeit, bei dieser Gelegenheit noch hervorzuheben, daß dieser Angriff auf das Koalitionsrecht der Beamten von der Regierungsvorsehung längst voraus bedacht war. Die gleiche Meldung des Wolfschen Bureaus erklärt, daß die Borlage über die Erhöhung der Teuerungszuschläge zu den Kinberzulagen für die Beamten dem Reichstage vorliege, mit dessen Bustimmung zu rechnen sei. Auch die Fertigstellung der neuen Ortstlasseneinteilung werde betrieben. Weiterhin sollen, so weit es möglich ist, noch vor Weihnachten auf Grund der neuen Besoldungsordnung Nachzahlungen ausgeführt werden. Alles das ist richtig aber man weiß auch, was an alledem ist. In unserem Blatte und von unseren Genossen im Parlament ist auf Grund authentischer Mitteilungen und 3ahlenangaben der organisierten Beamten oft genug dargelegt worden, daß die fargen Bewilligungsabsichten der Regierung weder den sehr bescheidenen Forderungen der Beamten entsprechen, noch geeignet sind, das auf das knappste berechnete Existenzminimum für die Mehrzahl der Beamtenschaft sicherzustellen. Trotzdem besitzt der Postminister die Kühnheit, verkünden zu lassen, daß seitens der Re gierung alles zur schleunigsten Regelung dieser Frage geschehen ift." Wenn man weiß, daß absolut nichts geschieht, dann klingt das wie eine Berhöhnung der hungernden und mit ihren Fa milie abgerissenen Beamten. Und es ist nichts geschehen! Systematisch wird die Regelung der Besoldungsangelegenheiten so nachlässig betrieben, wie nur möglich. Hat die Regierung die Absicht, die Beamten in den Kampf zu treiben, will sie nach dem Muster ihres Vorgehens bei den Eisenbahnwerkstätten die Gelegenheit eines Konflittes benutzen, um zahlreiche ihr überflüssig erscheinende Beamte hin auszuwerfen und die Uebrigbleibenden dann um so stärker anzuspannen? Sie treibt ein gefährliches Spiel, aber sie mag sich hüten. Denn es ist durchaus nicht unmöglich, daß die Katastrophe, die sie heraufbeschwört, zur Katastrophe für die Regierung selbst werden kann. Die Beamten haben sich in Berlin, wie wir berichteten, und ebenso in einigen Städten im Reiche bereits scharf gegen diesen Streich gewehrt. Und sie weres weiter tun, der Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft Staatsbediensteten hingewiesen. taub, die bürgerlichen Parteien und ihre Presse höhn= ten. Erst fürzlich machten wir auf die bedrohliche Situation im Eisenbahnbetrieb aufmerksam. Regiering und Bureaukratie blieben unbeweglich. Jetzt stehen ernste Konflikte bevor und der Hauptausschuß des Reichstages sicher. Schachert tagelang um Pfennige. Herr Havensteim emp fiehlt neue Anleiheerperimente, um die Besteuerung des BeEs half ihm nichts. Die Rechtssozialisten fajiten ihren landwirtschaftlichen Fachmann, den Abgeordneten und preußischen Landwirtschaftsminister Otto Braun gegen Herrn Hermes ins Feld. Mit schneidender Sachlichkeit kritisierte der Abgeordnete Braun die Ernährungswirtschaft des Herrn Hermes. Er wies eindringlich auf die gewaltigen Gefahren hin, die der Uebergang der Landwirtschaft zur extensiven Wirtschaft nach sich ziehen müsse und empfahl deshalb im Sinne der von ihm vorgelegten Denkschrift Verbilligung und bessere Versorgung der Landwirtschaft mit Düngemitteln, um zur Steigerung der Erzeugung, und zum Preisabbau für Lebensmittel zu gelangen. Scharf griff Braun den Plan von Hermes an, Düngemittel zur Ausfuhr freizugeben, obwohl wir noch nicht einmal die Mengen von 1913 erzeugen und uns noch viel an den Mengen fehle, die zur Erzielung einer Vollernte erforderlich seien. Sein Vorschlag sei feine Liebesgabe an die Landwirtschaft, sonst würde dieser Plan ja nicht die gehässige Bekämpfung der Landwirte finden. So richtig das ist, so wenig vermag dieser Hinweis die Lüde in dem Braunschen Vorschlag zu vertuschen, daß der Abliefe rungszwang der Landwirte die notwendige Folge der Ges währung billiger Düngemittel sein muß. Dieser scharfen Kritik an der Ernährungspolitit des Herrn Hermes ließ Braun dann einige in der Wirkung vernichtende Enthülluns gen über das Verhalten von Hermes in der Bestechungsaffäre Augustin folgen. Er beschuldigte Hermes der absichts lichen falschen Darstellung des Verhaltens des Staatssetre tärs Ramm und warf die Frage auf, ob nicht dessen Brief mit dem bestrittenen Datum gefälscht worden sei. lizes von neuem hinauszuschieben. Vor den Staatsbedienste. Lohnforderungen im Zwickauer Revier hauptungen behalten würde. Aber Braun verließ seinen ten aber wird die alte öde Sparlitanei gebetet. Will die Regierung den Kampf? Es scheint fast so. Sie soll aber wiss sen, daß in diesem Falle die gesamte gewerkschaftlich orga nifierte Arbeiterschaft hinter den Eisenbahnern stehen wird. Es wird höchste Zeit, daß im Plenum des Reichstages ein ernsthaftes Wort mit der Regierung gesprochen wird, damit die Oeffentlichkeit erfährt, welch fripoles Spiel hier mit wichtigen Interessen der Gesamtheit getrieben wird, indem unumgängliche Forderungen einer unentbehrlichen, Arbeiter- und Beamtengruppe und die Or ganisationen, die die Forderungen vertreten, als Luft behandelt werden. Giesberts wird unverschämt Herr Hermes versuchte sich mit rethorischen Kunststückchen aus der Situation zu ziehen. Er gab sich anscheinend der Hoffnung hin, daß er, dant der parlamentarischen Ge= pflogenheiten, nach der zwar ein Regierungsvertreter jedera zeit das Wort ergreifen fann, die Abgeordneten aber an die Rednerliste gebunden sind, das letzte Wort mit seinen BeAbgeordnetenplay, begab sich auf die Regierungstribüne zu den Sitzen der preußischen Regierung, und als der Reichs ernährungsminister geendet hatte, ergriff er als preußischer Landwirtschaftsminister das Wort. Der Rechten entschlüpften erschreckte Entrüstungsrufe. Der preußische Landwirtschaftsminister beschränkte sich in seiner Antwort sorgfältig auf die sein Ressort berührenden Dinge. Aber in diesen Dingen gelang es ihm, die Ausführungen des Ernährungsministers in allen Punkten als fachlich falsch, ja teilweise fogar als leise Versuche einer fünstlichen Korrektur an den Tatsachen nachzuweisen. Insbesondere in der Bestechungsaffäre Augustin fonnte er auf Grund der Aussagen seines Staatssekretärs Ramm Hermes Haltung in einem höchst eigenartigen Lichte erscheinen lassen. TU. Hohenstein- Ernstthal, 6. Dezember. Im Hotel Drei Schwanen" fand gestern eine Konferenz der Betriebsräte und Bertrauensleute des Lugau- Delsnig: 3midauer Reviers und des Plauenfchen Grundes statt, an der Vertreter beider Bergarbeiterverbände, des Metallarbeiterverbandes und des Bebandes der Heizer und Maschinisten teilnahmen. Die Zugeständnisse der Zechenverwaltungen in Höhe von 50 Pfg. für Jugendliche, eine Mark für Unverheiratete und 1.50 Mt. für Verheiratete je Schicht wurden als zu niedrig abegelehnt. Berlangt wurden 2 M. für Jugendliche, für Ledige und Verheiratete und für lettere außerdem drei Mart Haushaltgeld und eine Mart Zulage je kind. Das Verlangen auf Berfahren der achten Ueberstunde wurde einmütig abgelehnt. An den Sägen soll bei den heutigen, in 3widau stattfindenden endgültigen Verhandlungen, an denen Bertreter der Landes- und Reichsregierung teilnehmen, festgehalten werden. Ein Streif beschluß wurde nicht gefaßt. Der Schlichtungsausschuß soll evtl. entscheiden bzw. die einzelnen Belegschaften der Werke ihre endgültigen Beschlüsse fassen. Krieg im Frieden Streikverbot für die Postbeamten In unserer Betrachtung über die Krise im Eisenbahnbetrieb, die wir an anderer Stelle veröffentlichen, haben wir bereits der Vermutung Ausdrud gegeben, daß die Regierung einen Ronflift mit den Beamten herbeiwünscht. Herr Gies berts, bes Deutschen Reiches Postiminister, scheint berufen zu sein, diese Vermutung zu bestätigen. Er wagt es, das Ctreitrecht der Beamten anzutaften. Auch unter den Bostbeamten herrscht mittags aus unaufgeklärter Ursache eine Explosion im Mish infolge der Verzögerung der Besoldungsaufbesserungen die gleiche Nur die namenlose Gebulb der Beamten erklärt es, daß Neumarkt( Oberpfalz), 5. Dezember. In den bayerischen Sprengstoffwerken Neumarkt sand nachraum statt. Drei Tote, etwa zehn Schwerverlette und Hunderte Don Leichtverletzten wurden geborgen. Die Gebäude sind stark beschädigt. Der Betrieb wird teilweise aufrechterhalten. Unbo Right jhon längst offene Konflikte ausgebrochen find. Reglerung tätigte Berichte melden fünfzehn Tote Herr Hermes stammelte noch ein paar Worte von einem Irrtum", ohne an dem üblen Eindruck etwas zu ändern. Als Retter in der Not trat nun der Reichs= tanzler an, den man inzwischen eilig herangeholt hatte. Herr Fehrenbach entpuppte sich aus dem bekannten Sonntagnachmittags- Prediger zum hausbadendsten Schulmeister, der Zensuren auszuteilen begann und sich bitter befidgte, daß der preußische Landwirtschaftsminister es wage, im Reichstag mit so schweren Anklagen gegen den Reichsernäh rungsminister aufzutreten. Aber er fchien sich doch selbst in der Situation nicht ganz zurecht zu finden, denn er erflärte, daß er unter solchen Umständen nicht mehr in der Lage wäre. Die Geschäfte des Reiches geordnet zu führen. Serr Fehrenbach schien fagen zu wollen, daß unter diesen Umstän ben die Zusammenarbeit mit den Rechtssozialisten in der preußischen Regierung kaum noch möglich ist. Sein« Aus. suhrungen erweckten aber auch den Eindruck, als wenn er die Verantwortung für die Führung der Reichsgeschäfie ab» lehnen wollte für den jetzt durchaus sicheren Fall, daß der von der Unabhängigen Sozialdemokratie gestellte Antrag �nfetzung eines Ugtersuchungsausfchitsies gegen Kermes zur Annahme gelangen würde. Diesen Schritt des' Herrn Fehrenbach könnten wir verstehen. Denn es ist sicher keine angenehme Aufgabe, zusehen zu müssen, wie Stück für Stück der Schleier�von dem höchst anfechtbaren Treiben des Herrn Hermes gelüftet wird und dieser selbst sich immer mehr in der eigenen Schlinge fängt. Durch die Fehrenbachsche Erklärung hat sich die politisch« Situation jedenfalls geklärt. Hermes findet, woran wir ja nie gezweifelt haben, die volle Deckung der bürgerlichen Partelen, deren Interessen er in seiner völlig systemlosen und auf die Profitgier der Besitzenden zugeschnittenen Er- nahrungspoliti? ohne jede Rücksicht auf die Lage unserer Eesamtwirtschast und die Lage der Massen vertreten hat. Der Kampf, den Fehrendach angekündigt hat. ist deshalb der K a mpf der bürgerlichen Regierung gegen d l e A r b e l t e r k l a s s e. die sich zur Wehre setzt, weil sie es nicht dulden kann und wird, von der Wirtschaftspolitik dieser Regierung zermalmt zu werden. Eine edle Gemeinschaft Sittowjew, Radek und Enver Pascha Wir gaben in der Freitag-Morgenausgabe einige Stellen aus der neuesten Schrift Sinowjews gegen unsere Partei wieder. Diese Schrift will anscheinend nur ein ähnliches Cchimpfwerk übertreffen, das von Karl Radek kurz vor dem Parteitag in Halle veröffentlicht wurde. Einige Sätze daraus mögen zum Beweis der übereinstimmenden Tendenz beider Schriften dienen: ..W i l h e l m D i t t m a n n ist, was Einsicht. Mut und Energie anbetrifft, nicht wert, dem letzten Bauernjungen die schmutzigen Stiefeln von den müden Füßen zu ziehen... Hände weg von Sowiet-Rutzland. Ihr Heuchler und Verräter! Kein ehrlicher Ar- beiter glaubt Euch, wen» Ihr gegen Sowjet-Ruhland lugt, und kein ehrlicher Aroeiter wird Euch glauben, wenn Ihr Sympathien für Sowjet-Ruhland heuchelt. Ihr habt die Masken fallen lassen in Eurer schlotternden Angst vor dem ehr- lichen, entschiedenen Worte von Moskau... Die rechten Führer der Unabhängigen Sozialdemokratie sind gegen dteeinzigeZn- 1's 1 e des Proletariats, die existiert, gegen die Kom- munistlsche Internationale. Sie wollen das deutsche Proletariat zurückhalten von der Einigung mit den proletarischen Massen Ruhlands und der Welt, weil sie gegen die Revolution s l A D. In seltsamem Kontrast zu diesen Fußtritten gegen Ar- beiterfuhrer steht folgende Verherrlichung des Armenier» Schlachters En v e r Pascha, die kürzlich von demselben Verfasser in der neukommunistischen„Internationale" am 23. November erschienen ist. Es heißt da u. a.: »Enoer Pascha ist nicht nur ein hervorragender Sol- dat. sondern auch ein Politiker, dem man alles mögliche sonst zum Vorwurf machen kann, nur nicht die Naivität, wie auch mcht die Fähigkeit, sich für kommunistische Revolutio- n e n zu begeistern. Enver Pascha ist ein mit der Weltpoli- tikwohlvertrauterMann.... Er hat die Hoffnung auf eine Wiederherstellung des deutschen Kapitalismus aufgegeben, ist gleichzeitig auch zu der Uederzeugung gelangt, dah das siegreiche Cntente-Kapital sich in der Epoche seines Zerfalls befindet, von deni es sich nicht wieder erholen kbnnen wird. Daher hat Enver Pascha, ohne Kommunist zu sein, seine gewaltige Alltori- t ä t die er bei der muselmännischen Bevölkerung in der ganzen Welt genteht. für einen Bund zwischen den Massen im Osten und Sowjet-Ruhland in die Wagschale geworfen. Wie oorsihtig und mißtrauisch die Kommunisten sich gegenüber dem früheren türki- schen Oberbefehlshaber auch verhalten n lögen— fein Auftreten ist von gewaltiger symbolischer Bedeutung. Es zeigt, wie»in Nuger Vertreter der im Osten herrschenden Kliqoe gezwungen ist. den Versuch zu machen, sich auf die Seite der Werltätigen zu stelle«, wenn er die Befreiung seine» Lande« herbeiführe« will." Sind das nicht kuriose Menschen, die sich da Kommunisten nennen und die deutsche Arbeiterführer als Verräter, Gegen- revolutionäre, Weißgardisten, politische Hochstapler, betrüge- rische Börsenmakler usw. bezeichnen, die sich aber verzückt einem der prominentesten Blutgeneräle des Weltkriege» an die Brust werfen, feine kommunistische Waffenbrüderschaft unbedenklich annehmen und sie aar noch als S y m b o l v o n gewaltiger Bedeutung verherrlichen. Auch wir halten diele Erscheinung für ein Symbol, allerdings für ein solche». das ausschließlich gegen die Kommunisten spricht. Orgesch und Reichswehr vor kurzem weilte der bayerische Forstrat Escherich b-i der sächsischen Regierung, um ihr begreiflich zu machen, daß die Orgesch eine Organisation sei. die sich den Schutz von Regierung und Der- fassung zur Aufgabe gemacht habe. Wie es in Wirklichkeit um die Absichten und Pläne sowie um die ganze innere Organisation der Orgesch bestellt ist. darüber wirft eine Mitteilung der recht». lozialistischen„Dresdener Bollszeitung" einiges Licht. Sie be- .labtet daß der Dresdener Bürgerrat unter der Firma Sächsische Ausgleichsstelle für Qualitätsarbeit"-in Postschlieh- fach Nr. 132 gemietet hat. die Postsachen aber nicht, wie andere Firmen«s tun, durch«inen einfachen Boten oder durch«in Schreibfräulein. sondern durch einen Leutnant abholen lösit Dieser Leutnant wurde durch Beamte der Regierung f« st- genommen. Weiter berichtet das Blatt: Aus den hierauf bei dem Geschäftsführer de« Burgerrat«. D r. Gronau, von der Polizei beschlagnahmten Oraefchakten ist ersichtlich, daß die Orgesch ,u Sachsen ein« völlig mllitarisch ausgebaute und gegliederte Vereinigung ist. d« in ihrem Plan aenaue Angaben von Massen, und Munitionsbe�nden enthält. Ein Brief Gronaus stellt die Verbindung dieses Herrn mit dem «raie n v. d. G o l tz fest. Die Mobilmachungspläne sehen ein« Wasfenentnahme aus den Beständen der Reichswehr vor. Für den Fall bewaffneter Aktionen sind Telegrammschlussel. Anweisungen über Strahensicherungen. Fluhübergangssicherungen und Ee- bübrensätze für Escherich-Leute vorhanden. In einem Befehl über die Mobilmachung im Bezirk Meißen ist g'sagt, wo sich die Mannschaften bei Eintritt der Dunkelheit zu stellen hohem Ein Beispiel aus dem Telearammschlüssel: Es bedeutet die Mitteilung: JBeivrechung nächsten Donnerstag auf Sonnabend verichoben— 'Drohende Kriegsgefahr"! Telegramm:„Besprechung nächsten Donnerstag fällt aus"—„Ordnet Alarmierung an". In einigen Orlen der Dresdener Umgebung wurde Auftrag gegeben. Fest- ttellungen über das Vorhandensein von Pferden. Militärwagen, Heu und Stroh zu treffen und Mannschafte« an« �Soweit' sind also die Vorbereitungen der Orgesch schon gediehen. Was den Regierungen der Einzelländer— Preußen. Baden. Sachsen— über die wahren Ziele der Orgesch bekannt geworden ist das weiß natürlich auch die Reich-regi-rung. Da st» trotzdem nicht neoen die geheimen militärischen Banden eingreift. beweiU sie daß sie im Dienste der Konterrevolution steht. Die Arbt»«» werden bei dem kommenden Putsch ganz aus sich lelbsteestellt sein. Der Kampf gegen die Orgesch mutz daher scho« h«u» M tum K-unpi flefiW die Resirrung wafcan. Die sozialistische Regierung in Sachsen tElge»« Drahtmeldung d«r„Freiheit") Dresden, 6. Dezember. Am Sonntag tagte hier die Landesversammlung der sächsischen Rechtssozialisten, um zur Regierungsbildung Stellung zu neh- men. Im Anschluß daran trat heute die Landesversammlung der Unabhängigen Sozialdemokratie Sachsens zusammen. Die erste Unterlage für die Bildung einer sozialistischen Re- gierung war durch die Erklärung der Kommunisten ge- schaffen. In einem Schreiben antworteten sie auf die Anfrage der Heiden sozialdemokratischen Parteien, daß sie nicht bereit seien, in eine sozialistische Regierung einzutreten. Auf die zweite Frage, ob sie gewillt seien, für den von beiden sozialdemokratischen Fraktionen vorgeschlagenen Ministerpräsident zu stimmen und zu vermeiden, daß ein bürgerlicher Ministerpräsident gewähli werde, gaben sie folgende Antwort:„Ja. unter der selbstver- stündlichen Voraussetzung, daß die Frage 2 sich ebenfalls auf eine rein sozialistische Regierung bezieht." Das Schreiben setzt dann noch hinzu:„Rur um jedes Mißverständnis von vornherein auszuschließen, sei nochmals be- tont, daß die Antwort auf Frage 2 uns zu keiner Handlung ver- pflichtet, die außerhalb wirklich revolutionärer sozialistischer Po- litll liegt. Unsere Stellungnahme für unser zukünftiges Verhol- ten ist Ihnen aus den Ausführungen Brandlers bekannt." Darauf hatte die Landesversammlung dar Rechtssozialisten be- schlössen, unserer Partei drei von den sieben Ministerposten zuzu- gestehen, und zwar die Ministerien der Fimmzen. des Kultus und das Arbeitsministerium. Als Ministerpräsident würde sie den bisherigen Inhaber dieses Postens B u ck vorschlagen. Die Landes- Versammlung der Unabhängigen Sozialdemokratie, die heute um 12 Uhr zusammentrat, konnte diesen Vorschlag jedoch nicht anneh- men, erklärt« vielmehr, daß der Partei das Ministerium des Innern, das nächst der Ministerpräfidentschaft wichtigste politische Amt, zugestanden werden müsse. Ueb« die Verteilung der ande- ren Ministerien lasse sich reden. Die Fraktion und die Parteiinstanzen der Rechtssozialisten tra- ten hierauf nachmittags 4 Uhr zu neuer Beratung zusammen und gestanden nach längeren Verhandlungen diese Forderung zu. Von den der U. S. P. angebotenen Ministerien nehmen sie dafür das Finanzministerium in Anspruch. Auf dieser Basis wurde das Abkommen zwischen beiden Parteien abgeschlossen. Unsere Partei schlägt den Genossen L i p l n s k i für das Mini- sterium des Innern, den Genossen Fleißner für das Kultus- Ministerium und den Genossen Iäckel für das Arbeitsministe- rium vor. Des Letzteren Annahme ist indessen noch von der Zu- stimmung des Textilarbeiter-Verbandes abhängig. Die Ministervorschläge der Rechtssozialisten sind noch nicht be- kannt: es werden aber im wesentlichen die alten Minister bleiben. schast der Kriegshetzer, die aber deswegen ihren Bauchriein« kaum«enger schnüren werden. Der Leidtragende bleibt auch mr hier das Proletariat. Die Krifls im Osten Verschärfung der russisch-polnische» Gegensätze Der polnische Minister des Auswärtigen, Fürst Saoieha. hatte unter dem 23. November die Regierungen von Rußland und der Ukraine durch Funkspruch aufgefordert, unoerzüglm siebe« IahresNassen zu demobUifiereu. Tschitscherin und d« ukraäaische Minister Rakowski haben darauf, einer Meldung avi Moslwu zufolge, in einem gemeinsamen Funkspruch vom 2. De« zember zunächst ihrem Erstaunen über den ungewöhnliche» Perhech, diplomatische Verhandlungen auf telegraphischem Wege zu siehren, Ausdruck gegeben. Dann heißt es weiter: TKe russisch-ukrainische Abordnung verhandelt ausschließl'� auf der von ihren Regierungen vorgesehenen Grundlage. Dei Verkrag von Riga erlaubt den Banden Petljuras und Ba> lachowitschs, ihre militärischen Vorbereitungen unter de« Schutz der polnischen Besatzungstruppen auszuführen. Die Ans- forlierung, unverzüglich sieben Iahresklassen zu demobilisieren erwieckt den Eindruck, als ob der Fortsetzung der militärische» Operationen gegen Rußland und die Ukraine Vorschub geleisw werden soll. Durch die Vereinigung Petljuras und Balachowitscht ist klar erwiesen, daß sich eine feindliche Koalition gegen Rukä lawd und die Ukraine vorbereitet. Dies» Verletzungen de« S"* trnges haben ans uns so entscheidend gewirkt, daß wir sie tat* bei der Unterzeichnung des endgültigen Friedens zwischen Pole» eipersetts und Rußland und der Ukraine andererseits vergesse« «erden. Es ist sehr wünschenswert, daß das Veihandlungspr»' gmmm und die Bedingungen bald festgelegt werden, damit di» endgültigen Verhandlungen beginnen können. Die Polen habe» die Eröffnung der Friedensverhandlungen hinausgeschoben ua° «eigern sich jetzt sogar, den Beginn der Verhandlungen bekannt zugeben. Hoffentlich werden diese Schwierigkeiten bald beseitig werden. Vorher werden die russische und die ukrainische Regier»»» keinerlei militärisch« Garantien geben können. Rußland und Ukraine sind von dem Bewußtsein durchdrungen, daß es d»' beste ist, sobald wie möglich einen soliden Frieden'» Riga zu schließen, wohin auch ihre Antwortnote überscmdt we den wird. Wie Reaktionäre entwaffnet werden Im Kreis« Teltow sind vor einigen Tagen Haussuchungen nach Waffen vorgenommen worden. Im Anschluß daran wurde Major Stief aus Mahlow in Haft genommen. Dieser hatte zusammen mit dem Rittergutsbesitzer Neuhau» auf Sel- chow, Kreis Teltow, und dem Rittmeister a. D. Richter auf Gut Mahlow die Landbevölkerung sehr reichlich mit Waffe«»ee- sehe«. Di« Waffen— Maschinengewehre, Handgranaten. Infant«» riegewehr«, Leuchtpistolen und dazugehöriger Munition— sind im Kreise Teltow an den verschiedensten Orten versteckt worden. Major Stief veranlaßt«, daß aus dem Kreise etwa hundert Fuhr- werke, deren Begleiter zum Teil sich als Soldaten verkleiden mich- ten. mit Hilf« de» Neuhaua und Richter im Juni d. Z. noch Potsdam fuhren und dort von dem bereits bekannten Hauptmann Zirzow au» den Lberetatsmäßigen Waffenbeständen der Reick/«- wehr belade« wurden. Major Stief und Neuhaus haben auch entgegen den Bestimmungen des Entwaffnungsgesetzes die Be- völkerung aufgehetzt, die Waffen nicht abzugeben, sondern sie zu verbergen. Das alles ist, wie gesagt, der Regierung bekannt. Was geschieht nun gegen den Major Stief? Das außerordentliche Gericht beim Reichswehrgruppenkommando I erklärt sich in dieser Angelegen- heit für nicht zuständig und dieStaatsanwaltschaft lehnte eine Verfolgung ab. Major Stief wurde aus der Haft entlassen. Der„Lokak-Anzciger" führt nun bewegte Klage darüber, daß Etief 72 Stunden„feiner Freiheit" beraubt worden fei. Dies illustriere wieder einmal den Rechtsstaat. Jawohl, das stimmt! Pazifisten, die in den bloßen Pjerdachte stehen, Waffen zu besitzen, werden erschossen, das Verfahren gegen die Täter wird ohne Angabe von Gründen eingestellt. Ein Major, der Waffen verschiebt, wird auf freien Fuß gr- setzt, die Staatsanwaltschaft steht sich nicht veranlaßt, gegen ihn einzuschreiten. Da» sind in der Tat ganz eigenartige Rechtsoer- haltniss«! Die Danziger Regierung Oppofitio» der fozialistisu/en Parteien Dauzig, 6. Dezember. Die heutige Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung � schästigte sich zunächst mit dem Antrag« der bürgerlichen Parl«� auf Grund des Artikels 116 der Danziger Verfassung die?- Die Wiedergutmachung Dem vorfitzenden der deutschen Wiedergutmachungskvmmission in Paris am Sonntag eine Note überreicht worden, in der die Verbündeten mitteilen, daß die technischen Sachverstän- »igen der Verbündeten sich am 13. Dezember vormittags in Brüssel zum Zwecke eines vorläufigen Studiums der Frage der Wiedergutmachung vereinigen werden, die Deutschland nach dem Vertrage von Versailles zu leisten verpflichtet ist. Die Sach- oerständigen, die der Zahl nach zwei für jedes vertretene Land be- tragen aerden. werden einen Bericht an ihre Regierungen er- statten und das Protokoll ihrer Sitzungen wird der Reparation?- kommisston mitgeteilt werden. Da die Sachverftändigen der deutschen Regierung mit denen der verbündeten Mächte zusammen tagen sollen, sollen die Namen der Bevollmächtigten der deutschen Regierung umgehend mitgeteilt werden. Aus London wird hierzu noch gemeldet, daß Deutschland sowohl auf der Wiedergutmachungskonferenz als auch auf der darayf- folgenden Ministerkonferenz vertreten fein wird. Groß- britannien hatte auf der fundamentalen Notwendigkeit der Teilnahme Deutschlands an den Besprechungen bestanden, und Frankreich hatte sich schließlich damit einverstanden erklärt. --------—„.„0 Erlangt. Die deutsche» vorläufigen Verpflichtungen wurden wie solgi festgesetzt. Geflügel 1 746 0006 Stück, welche nach Möglichkeit innerhalb drei oder spätestens vier Jahren zu liesern sind; Ziegen sind zu liefern zusammen 25 165 Stück In drei Jahren: Schweine 15 250 Stück in einer Frist von drei Jahren: Pferde 50 ovo Stück, zu liefern innerhalb sechs Monaten: Schafe 125 000 Stück: Rinder 60 000 Stück(Stiere und Zugochsen): tragend« Kühe und Farfen 80 000 Stück, zu liefern innerhalb sechs Monaten. Da» ist bei der herrschenden Rot sicher eine schwer« Belastung M Deutschland» Levöllerun� Luch sie ist nur ön« HUuedalee» Wohlfahrtss chwindel Die Spandauer Reichswerke schmiede« Kette« „Einem Wunsche weiter Kreise ihrer Arbeiterschaft entspreche� hat sich die Deutsche Werke A.-G. entschlossen, der Gründung e�? Versorgungskasse näher zu treten." Mit diesen Welt«' beginnt ein Flugblatt dieser Gesellschaft, unter deren Rainen Spandau«! Reichswerke fortbestehen, daß die Eiuri� tung eines neuen Wohlfahrtsschwindels mit Bei trittszwang für all« Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie die Angestellten, die nicht der Angestelltenverficherungspft� unterliegen, ankündigt. Di« Lerforgungskasse verspricht zu»«®' eine Sicherstellung gewisser Anwartschaften, welche sich die Arb ter durch lange Dien st zeit erworben haben. Die Kasse P* ferner Zuschüsse leisten in eine Sparkasse, bei Unfällen, Beriorguug der Witwen und Waisen uno bei Unglücksfällen in Familie. Die Beiträge für das Mitglied, die zvangs«e>!. vom Lohn einbehalten werden, stellen sich auf wöche'w � 7,70 M. bei einem Einkommen von 10 000 M. und darüber. Aktiengesellschaft gibt aus eigenen Mitteln einen Zuschuß"v wöchentlich 335 M., den sie, was sie allerdings nicht sagt,«de falls auf irgend eine Art vom Lohn wieder ein treib wird. Weiter enthält das Flugblatt einig« Mitteilungen>rL die Mitroirlung der Versicherten und der Betriebsräte, dt«> r verlockenld klingen. � Die«ganisierten Metallarbeiter der Werke haben diesen Schwindel bereits abgelehnt. Und mit Recht. Die Arbe' schaft muß sich sehr davor hüten, auf Leimruten dieser»ri» krieche»,, die zuguterletzt immer den Zweck und vielfach au« � Erfolg haben, daß sie die Arbeiterschaft gefügig machen, a«"Lj Werk binden und die Solidarität zerstören. eine Zeit gegeben, in der dieser besonder» von Krupp W1* Unfug von den oranifierten Arbeitern unbesehen abgelehnt den ist. Heute find derartige Dinge genau so zu beurteilen. dann, wenn irgend jemand, was durchaus möglich ist, eines s&e» Tages verkünden sollte, daß auf diese Weise die„Soziali sie»®,, Wieda» einmal marschiert. Die Gewerkschaftsorganisalw haben die Pflicht, die Arbeiterschaft schon, bei dieser Gelege»�, zur Ablehnung solcher Experimente in jedem Fall zn � pflichten. In dieser Zeit schwerster entscheidender Kämpft � kein ZTaum sein für gefährliche Illusionen. Klarheit ist � wendig und nichts darf geschehen, was die Einmütigkeit de» � beiterschaft in ihrer Frontstellung zum Unternehmertum im sten Zbeeinträchtigen könnt«. Dieses aber ist der Zweck si" Unfu/zs. Preußische LandesversammlunS Giistern verhandelte die preußische Landesversamw�. über den Etat des Finanzministeriums und die Sw � schuwenverwaltung. Die Rechte benutzte die Eelegenhe» � «ntföNte«(ttSÜL e Lett tut and ligh ber Jus De hen ege Tig Det Dem Tuf cent. hen ftet Τάς Cuf Ber IN Ten Ten bie ben und ints tigt ung bie bas in ver be Hermes auf der Anklagebank Deutscher Reichstag 42. Gigung, Montag, den 6. Dezember 1920, nachmittags 2 Uhr. weitesten. Boltstreifen Plas greift, ehe es zu spät ist.( Beifall Bor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg. Dr. Hugo( D. Bp.) die Erklärung ab, daß er niemals Gelder von der Reisebergesellschaft zum 3wede der Bropagierung der freien Wirtschaft erhalten habe. Die 50 000 0. bie er erhalten habe, stammen vom Verband der Lebergroßhändler. Er habe diesen Betrag an die Parteileitung abgeführt. Abg. Simon( U. S. P.) erklärt darauf, daß Dr. Hugo durch diese Erklärung seine Behauptungen vollkommen bestätigt habe. fteriums. Isen Boll, sondern lekten Endes gegen sich leibt. Ich wünsche und hoffe, daß diese Erkenntnis mehr und mehr in den bei den Goz.) Reichsernährungsminister Sermes bleibt bei seiner Darstellung des Falles bestehen. Der gerichtlichen Aufklärung lebe ich mit voller Ruhe entgegen. Betreffs der Umlagetalle ist mir ein 3rre tum unterlaufen. Reichskanzler Dr. Fehrenbach: Den Abschluß, den diese Debatte genommen hat, bedanze ich aufs tiefste.( Sehr richtig! rechts.) Es wird mir nicht leicht, in die Rechte des Abg. Braun einzugreifen, aber ich darf wohl die Bemerfung machen, daß auch der Abg. Braun, wenn er hier als Abgeordneter sprach und seine Angriffe gegen den Reichsernährungsminister richtete, fich darüber flar sein mußte, daß er vielleicht in die Lage lommen würde, auch als preußischer Landwirtschaftsminister und Ministerpräsident zu sprechen. Wie fann eine gesunde Preispolitif betrieben werden, wenn die verantwortlichen Stellen des Reiches und des größten Bundesstaates fich in dieser bedauer lichen Weise gegenüberstehen, und die Reichspolitit von feiten eines Abgeordneten, der zugleich Ministerpräsident eines Landes ist, in dieser Weise angegriffen wird.( Belfall rechts und in ber Mitte Lachen und Unruhe links.) Es ist nicht möglich, die ne gelegenheiten im Reiche gedeihlich weiterführen zu fönnen, wenn jolche Vorfälle fich wiederholen sollten.( Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte Lachen, Unruhe, Widerspruch und Zwischen: rufe links,) Preußischer Minister Braun: so wird diesem Rausch balb der Kazenjammer folgen, wenn die Verantwortung an Sie herantritt. Die Massen werden die Einlösung der Versprechungen fordern, sie werden die Verwirklichung der vielen leichtsinnig hinausgeschleuder ten Parolen erzwingen wollen. Dann wird man auch bei den ernsten Elementen der Alte und Neufommunisten einsehen, daß es nicht genügt, über Verrat zu schreien und die Massen gegen die Führer aufzuputschen, sondern daß es nötig ist, in ernster Arbeit dem Proletariat die Größe und Schwierigkeit feiner Aufgabe fiarzumachen. Es genügt nicht, den Kapitalismus zu stürzen, es ist nötig, die in ihm ruhenden Elemente des Sozialismus herauszus arbeiten und ihn zu überwinden. Das ist nur möglich im harten Kampf Klasse gegen Klasse. Aber die prole tarische Klasse, auf der die Berantwortung vor der Geschichte ruht, muß und fann diesen Kampf nur führen in voller Klars heit über den ungeheuren Entwidlungsprozeß, den die Ueber winbung des Kapitalismus anbahnt. Je nachdem ihre theore tische Stärke, ihre moralische Kraft, ihr praktisches Handeln, fich gestaltet, wird diefer Entwicklungsprozeß zum Sozialis mus führen oder die Arbeiterklasse zurüdwerfen in neue, uns lösbarere Banden des Kapitals und der politischen Reaktion. Die Ararfrage wurde von Thalheimer im Rahmen eines gebruikt vorliegenden Agrarprogramms erörtert, das auch jur Annahme gelangte. Thalheimer gab zu, daß die Agrarfrage in Deutschland nicht nach russischem Muster ge löst werben fönne. Aber was er und die darauf folgende Diskussion an Lösungen gab, das war mehr als dürftig. Sodann beginnt die Beratung des Etats des Ernährungsminis Ernährungsminister Hermes: Das Reichsminifterium für Er nährung und Landwirtschaft hat die Bestrebungen zum Abbau ber Zwangswirtschaft nur fortgesetzt. An fich wirft die Zwangs wirtschaftliche Regelung auf die landwirtschaftliche Produktion hemmend ein. Der Widerstand der Landwirte einer eits, die Rotwendigkeit der Beschaffung der Nahrungsmittel durch die Berbraucher andererseits, ließen den Schleichhandel wieder aufblühen. Neben Landwirtschaft und Handel traten unter dem Einbrud des Versagens der öffentlichen Bewirtschaftung auch bedeu tende Verbraucherorganisationen für die Aufhebung der Zwangswirtschaft, besonders für Fleisch und Kartoffeln ein. Die Rüdtehr weiter Kreise zum Gedanken der Zwangswirtschaft beruhte dann zum größten Teil auf dem ungünstigen Umschwung im Stande unserer Baluta und auf den für den Winter in Aussicht stehenden Er nährungsschwierigkeiten. Nach Aufhebung der Zwangswirtschaft ift das Angebot an Lebensmitteln bedeutend gestiegen.( 3uruflicherweise, wäre ich es nicht mehr tann mich nicht hinaus: Berkürzung der Arbeitszeit bei gleichbei den U. S.: Sie sind aber viel zu teuer!) Die Fleischpreise er reichen jegt immer noch nicht die früheren Schleichhandelspreise. Der Preisabbau tann nicht bei der Landwirtschaft beginnen, ihm muß die allgemeine Gesundung der Wirtschaft vorangehen. ( 3uruf bei den u. S.: Was nennen Sie gesund?) Für Ge. treide, 3uder, Butter und Milch muß die Zwangsbewirtschaftung noch bestehen bleiben. Die deutsche Landwirtschaft macht eine moralische Krise durch. Gegen die Schädlinge der Landwirtschaft des Handels muß das Buchergesetz vorgehen. Die Brotgetreideernte beträgt gegenüber herstellung allein fehlen 2500 000 Tonnen. Dieser Fehlbetrag wird noch dadurch erhöht, daß der Ernteertrag schon vor dem 1. August in Anspruch genommen worden ist. Abgeliefert sind bisher nur 288 000 Tonnen gegenüber 1116 000 Tonnen im Vorjahre. ( Lebhaftes Sört! hört!) Gegenwärtig ist die Reichsgetreidestelle bemüht, auf Grund des Ernteergebnisses die Ablieferungspflicht festzustellen, die wahrscheinlich insgesamt 1 Millionen Tonnen betragen wird. Die Ernte ist wesentlich schlechter als im Borlabre; für Roggen ist in manchen Gegenden geradezu von einer Mißernte zu sprechen. Der Mehlschleichhandel wird durch die Mühlenverhältnisse geradezu unterstützt. Durch die Presse und die landwirtschaftlichen Organisationen soll durch eine umfassende Bropaganda den Landwirten die Notwendigkeit einer verstärkten Ablieferung vor Augen geführt werden. Jeder Landwirt, der seiHer Lieferungspflicht nachgekommen ist, wird für jeden darüber binaus abgelieferten Zentner. Brotgetreibe einen 3eniner Rais zu verbilligtem Breise erhalten. Von einem bes borstehendem Zusammenbruch unserer Brotgetreideversorgung im Besonderen und der Ernährungswirtschaft überhaupt, lann teine Rede sein,(!!) Allerdings müssen wir an der straffen Zentralis tion der Mehleinfuhr festhalten. ie Bet tex ab Bei mit gen ifter ge tten Peren dis ul Ar Dr. # Gent tter menb einer rten bie ridy et filt Ticht كة beb foll Abg. Braun- Düsseldorf( Soz.): Wir müssen uns barüber flar fein, daß, wenn wir nicht mit nem fühlbaren Rud die ganze Wirtschaftsmaschine umstellen, bir unrettbar in den Abgrund faufen.( Sehr richtig!) Der Wahn muß verschwinden, daß man sich durch Papiergeld retten tann. ( Sehr richtig!) Neben anderen Ursachen der heutigen Entwidlung, die noch immer dadurch gekennzeichnet ist, daß wir noch immer viel weniger produzieren, als wir verbrauchen, ist die Sauptursache die Verarmung unseres Bodens.( Sehr wahr!) Die großen Erfolge vor dem Kriege verdanten wir vor allem ber guten Düngung, insbesondere der Zuführung fünftlicher Dünge mittel. Sier muß der Hebel angelegt werden, um von der noch immer weiter umfichgreifenden extensiven Wirtschaft wieder zu einer intensiven zu gelangen.( Sehr richtig!) eine Bei der billigeren Abgabe der Düngemittel an die LandwirtIchaft handelt es sich nicht um eine Art Liebesgabe, sondern um Liebesgabe für die Allgemeinheit. Die Behandlung, die in der Presse der von mir in Raffel ezwahnte Fall Augustin gefunden hat, zwingt mich zu einigen Be merfungen. Ein Beamter meines Ministeriums, ber in dreißig jähriger Tätigkeit dem preußischen Staat wertvolle Dienste ges leiftet hat, Dr. Ramm, ist zum Schuh eines bestechlichen Beamten bember 1919 hat ein Angestellter der Aderbaugesellschaft einem Beamten des Reichswirtschaftsministeriums 1000 m. und später nochmals 6000 M. geschentweise zugehen lassen. Erst im Juni 1920 will man davon im Reichsministerium etwas erfahren haben. Im Hauptausschuß ist der Brief des Herrn Dr. Ramm an das Reichsministerium erwähnt worden. Es steht darin:„ Am 10. abends mußte ich mit dem Minister nach Ostpreußen reisen, tonnte daher zu meinem Bebauern an der am 11. stattfindenden Sigung des Stidstoffdüngerausschusses nicht teilnehmen." Tat Jache ist, daß dieser Brief am 7. Mai geschrieben und am 8. Mai örterung im Reichsministerium für Ernährung gewesen.( Sört, abgegangen ist. Er ist bereits am 11. Mai Gegenstand der Ers höri! bei den So3.) Daß der Brief am 8. Mai abgegangen ist, ergibt sich aus ben Atten. Der Inhalt tann nur beruhen auf einer mir ganz underBur ber tlig Die DON ben ben ber febr ulen iter ct a ben bas hat bene wor Luch Snen ung nen heit Der bat not nde chen g und ats Der Umstand, daß ich preußischer Landwirtschaftsminister bin ( 3urufe rechts: leiber) wenn Sie sagen würden erfreu dern, die Stellung meiner Fraktion zu diesen Fragen mit aller Entschiedenheit zu vertreten. Im parlamentarischen Regime, wo Minister zugleich Abgeordnete find, werden fich folche Vorgänge öfters wiederholen, wie es sich ja in Weimar bereits bei Erzberger gezeigt hat. Was ich als Abgeordneter ausgeführt habe, war durchaus fachlich, und soweit es persönlicher Natur war, war es nicht Angriff, sondern Abwehr.( Sehr richtig and Beifall lints.) Das war um fo notwendiger, als man im Hauptausschuß meinen Herrn Staatssekretär nicht einmal angehört hat. Ich bebaure die Differenzen zwischen dem Reichsernährungsministerium and gewisse Kreise, die ein Interesse daran haben, diesen Gegensat hervorzurufen und zu erhalten. Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Senke( U. S. B.): Im Namen meiner Fraktion erfläre ich, daß wir bebauern, daß der Herr Reichsfanzler in dieser Weise gegen den Herrn Minister Braun Stellung genommen hat.( Sehr richtig links.)- Nachdem der Präfident den Abg. Sente darauf aufmerksam macht, daß seine Ausführungen den Rahmen einer geschäftsordnungsmäßigen Be mertung überschreiten, erklärt der Redner, daß dann seine Frattion im weiteren Verlauf der Debatte zum Ausdrud bringen merde, daß die Stellungnahme des Reichskanzlers sachlich völlig unberechtigt ist. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen werden die Be ratungen abgebrochen. Dienstag, den 7. Dezember 12 Uhr. 1. Anfragen. 2. Entwurf des Rayonsteuergesetzes. 3. Fortsegung der Aussprache über das Reichsernährungsministerium. Schluß 6% Uhr. Der Generalstreik in Spanien DA. Madrid, 6. Dezember. Die Generalstreitbewegung dehnt sich von Katalonien auf an bere Provinzen aus, so daß balb mit der Verhängung des Belage rungszustandes zu rechnen sein dürfte. Die bewaffneten 3. jammenstöße zwischen Syndikalisten und Polizei in Barcelona häufen sich. Im Safen wie in der Stadt steht der gesamte Ber fehr still, Industrie und Handel find vollkommen gelähmt. Die Lebensmittelversorgung vollzieht sich nur unter sehr schwierigen Umständen, Brotmangel sowie Mangel an gewiffen anderen Lebensmitteln ist bereits hier und da aufgetreten. Selbst die Totenbestattung fann nur mit Unterstügung der öffentlichen Gewalten und mit wenigen Wagen aufrechterhalten werden. In Sevilla ruht die Arbeit vollständig. Sier fehlt es der Bevölfe. rung vollkommen an Brot und an Fleisch. Die Banten werden militärisch bewacht. Ein im Hafen eingelaufener ruffischer Dampfer wurde auf Anordnung der Behörden unverzüglich durch Truppen befeht, um zu verhindern, daß die Bemannung an Land Lomme. Im Bergwerksgebiet von Oviedo ist der Streit auf allen Zechen vollkommen. Die ersten Milchfühe in Deutschland. Bei der Auslandsabtei lung des Deutschen Roten Kreuzes ist die Nachricht eingetroffen, daß 124 Rühe, 2 Bullen und 2 Kälber von Fredericksburg in Tezas die Reise nach Deutschland angetreten haben. Die Spende geht von 100 Deutsch- Amerikanern in Frederidsburg unter Leitung des Herrn Holm Ostrow aus. Außerdem hat der„ Gillespie Counety Silfsverein" aus gesammeltem Geld 33 Stühe hinzuge fauft. Selbsttätig hat sich auch eine der Kühe der Hilfsaktion angeschlossen, indem sie noch rechtzeitig ein Kalb warf, das mit der Mutter die große Reise antrat. Parteitag der KPD. Was ist der Ginn der Spaltung? Fälschung. Es wird Sache des Reichsernährungsmini: Hers sein, den Brief durch Schreibsachverständige nachprüfen zu laffen und festzustellen, was bort geschehen ist. Daß gewisse under Itändliche Dinge dort im Ministerium vorkommen, ist gar nicht in Abrebe zu stellen. 3. B. find Möbel angeschafft worden und ein Automobil aus einem Fonds für Stiftoff, und als dann die Sache nisten etwa den Unabhängigen voraus hätten. Und so bleibt etwas fritisch wurde, wurde es auf ein neuangelegtes Borschuhtonto verbucht. 3wei Monate später fommt der Ministerialbiretmachen, die bereits gemacht worden sind. Daraus fann man sich ein Bild von der Wahrheitsliebe gewisser Herren War immerhin bei der Argrarfrage ein reges Interesse merfbar, so wurde die Arbeitslosenfrage in einer dilettantischen Art und Weise behandelt. Sedert, der Re ferent zu diesem Tagesordnungspunkt, gab die neue Parole bleibendem Lohn und der Möglichkeit, diesen Lohn durch den Wirtschaftskampf noch zu steigern. Alle Forde rungen der Arbeitslosen müssen unterstützt werden mit der ganzen Kraft der Partei. Die Diskussion förderte geradezu hanebüchene Anfichten zutage. Neue revolutionäre Aktion, dirette Aftton, Bewaffnung bes Proletariats, bas wirbelte nur so durcheinander. Und man wartete vergeblich auf eine auch nur annehmbase LöJung der Frage. Nach Koenens Referat wird frog starten Widerspruchs bas Organisationsstatut ohne Debatte angenommen. Eine heftige Geschäftsordnungsdebatte entspinnt sich über den Na men der Partei. Es wird beantragt, darüber gesondert abStimmen zu lassen. Thälmann Samburg wirft Koenen vor, daß dieser nicht mitgeteilt habe, daß die Organisationstommission einmütig beantragt habe, den Namen„ Kommunistische Bartek Deutschlands", zu empfehlen. Koenen erwidert, daß man feines wegs einmütig barüber gewesen, und daß dies ein persönlicher lehr bitterer Angriff von Thälmann lei. Der Antrag wird abges lehnt. Es bleibt also bet bem Namen„ Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands". Die Richtlinien zur Jugendbewegung und zur Arbeit in den Elternbeiraten werden angenommen. Zu lekteren macht Klara 3ettin einige Ausführungen, in denen sie den Forderungen nach einem besonderen Kulturprogramm entgegen tritt. Das ganze Programm der Partei lei Kulturprogramm. Sedert referierte nunmehr über die Arbeitslosenfrage Er weist auf die neuesten Veröffentlichungen des Reichsarbeits minifterium fiber die Zahl der Erwerbslosen hin, und schildert die Wirtschaftsfrise und die Unternehmersabotage. Er bringt ver fchiedene Fälle, befonbers aus Sachlen vor, die beweisen, daß der rechtssozialistische fächstiche Arbeitsminister Selb die Unter nehmer fut in ihrer Probuftionssabotage. Er weist dann ferner auf die riesigen Arbeitslofengiffern in Amerita und Englanb hin, und prophezeit nach Weihnachten ein starkes Anschwellen der Arbeitslolen. Sedert legt bar, wie sehr bie Masse der Ar beitslosen Gefahr laufe, den Methoden der Bourgeoisie und der Monarchisten zu erliegen. Diefe gingen darauf aus, die Arbeitslofen gegen die Arbeiter zu bezen. Er flagt die Partei an, daß fie fich nicht mit ihrer ganzen Kraft der Arbeitslofenfrage gewid met habe, daß man die Arbeitslosen im Stich gelassen habe und diese dadurch ziel und führerlos geworden feien. Jest müsse man als große Bartei an die Spitze der Arbeitslosen treten und dürfe nicht zulassen, daß diese der. Konterrevolution zugeführt würden. Alle Kräfte der Partei sollen mobilisiert werden, um die ArbeitsLosen herauszureißen aus ihrem Elend und sie der profetarischen Kampffront zuzuführen. Alle Forderungen der Arbeitslosen müssen unterstigt werden, damit die Arbeitslosen nicht schlechter leben als die andern Arbeiter. Das einzige Mittel sei die Ein alieberung ber Arbeitslosen in den Produktionsprozeß. Die Lofung müffe affo fein: fofortige Serabsehung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn und ber Möglichkeit, biefen Lohn noch steigern zu können bur den Wirtschaftstampf. Man habe gar feine Ur fache, fich um die Schwierigkeiten au filmmern, die dem kapitalistifchen Staat aus der Erfüllung biefer Forderungen erwachsen. Am Rapitalismus fei nichts zu verbessern, sondern man müsse ihn vollends zertrümmern, um bann aufbauen zu fönnen. Vor allen Dingen müßten die Gewerkschaften mobilgemacht werben für diesen Kampf der Arbeitslosen. Dann müsse die Gewertschafts bureaufratie Farbe befennen. Sie werde einfach wegges Schoben werden in das Lager der Kapitalisten, wo fie schon längst hingehöre. Millionen Arbeiter würden so geheilt werden von ihren trügerischen Zulufionen. Die neue Partei werbe fich als führende Arbeiterpartei erweisen und das Vertrauen bes beutschen Proletariats erwerben. Tue man das nicht, dann werde die Partei zugrunde gehen, wie die anderen Parteien auch zus grunde gegangen find. Der.. P. D. legt er die Frage vor, was fie zur Lösung des Arbeitslosenproblems beizutragen habe. die aufgestellten Forderungen anzunehmen, hinauszugehen, um bas ganze fommunistische Proletariat au mobilisieren, zu gewinnen für biefe Barole. Man fragt ich immer mehr, aus welchen Grünben die deutsche politische Arbeiterbewegung und insbesondere ihr Ihre Bolitit lei feine Bolitit. Er schlicht mit der Aufforderung. stärkster 3weig, die Unabhängige Sozialdemokratie, zertrümmert werden mußte. Man fucht vergebens in den Offene barungen, den zielfezenden Proklamationen, den Reden, jenes spezifisch Eigne, Neue, zu ergründen, bas bie Kommu nichts übrig ohne jede parteipolitische Beschränktheit, die Zertrümmerung der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands ist ein Berbrechen an der deutschen Revolution, am internationalen Sozialismus. Denn fie ist nicht erfolgt aus dem ungestümen Drängen der Maffen, wie man es auf diesem Parteitag wieder in die Welt pofaunt hat, sondern durch bewußte Minierarbeit innen und außen, durch Sprengungsarbeit im befonderen Auftrage. Diese Ueberzeugung wird genährt und gestärkt durch den mochen. Man hat mir sogar nachgesagt, ich solle Mitwisser des Loje Notiz abgebrudt haben, werden demnächst vor Gericht Gest famojen Bestechungsplanes sein. Die Zeitungen, die diese tandaTegenheit haben, den Wahrheitsbeweis anzutreten. Herr Selfferich hat im Ausschuß diesen durch unwahrheit konstruier- Verlauf des Vereinigungsparteitags. Wo man wirklich fo ten Fall einen Standal genannt. Ich hoffe, daß Herr Helfferich zialistisch argumentiert, den Dingen nicht einfach aus dem nun nehr einsehen wird, daß tein Fall Ramm vorliegt und auch Wege geht und Theorien im luftleeren Raum fonstruiert, ba tein Standal, und daß er Gelegenheit nehmen wird, dem zu Un ist man genötigt, das„ rechts unabhängige" ArfeUnruhe rechts.) Dieser ganze Feldzug gegen mich und meinen Beamten Genugtuung zu geben.( Beifall bei den Soz. und große Schauspiel ab, daß man die geistigen Grundlagen der„ RechtsStaatsjefretär richtet sich in der Sauptfache gegen meine Vor fläge über die Düngerindustrie. Der Schamlose Genußtaumet unabhängigen" anerkennt und sie gleichzeitig aufs heftigste attadiert. Das muß man tun, um die Berechtigung der 3er trümmerungspolitit zu erweisen. Damit mag man auch mal Erfolg in ungefchulten Arbeitertzeifen haben, die einfichtigen gewisser Leute, die durch Schiebereien und Wuchereien Massen der Arbeiterschaft lassen sich durch diese Manöver einthr Gelb leicht erworben haben und es nergauben, foll uns bar fach nicht mehr täuschen. Und wenn heute die vereinigten her nicht hinwegtäuschen, daß die Not im Bolle non Tag zu In der Diskussion wird von verschiedenen Rednern revo lutionäre Aftivität gefordert. Rid Stuttgart weist darauf hin, bak Sedert wohl Forberungen aufgestellt, aber nicht hinzugefügt habe, daß man dazu auch die Eroberung der politischen Macht brauche. Er tritt für Stärkung der revolutionären Aftionen, für Bewaffnung der Arbeiterschaft, für pofitive Barolen ein. Man mülle endgültig von ber propagandistischen zur revo Tutionären Aftion übergehen. Von einem andern Rebner wird darauf hingewiesen, daß auch die Kontrolle der Produktion nur möglich sei nach der Eroberung ber politischen Macht. Die Forderungen Rüds nach verftärfter revolutionärer Aktivität were ben von verschiedenen Rednern unterstügt. In feinem Schlußwort bezeichnet Sedett, als wichtige Maß-nahme die Demastierung derjenigen Leute, die vorgeben, die Arbeiter führen zu fönnen, und die Demastierung der Wege, die sie einschlagen wollen, damit die Arbeiter sich immer weiter von ihnen entfernen. Solche Mittel, die die Arbeitslosen begreifen, bie fie felbft für notwendig erachten, das ist das, was wir brauchen. Er wendet sich mit großer Schärfe gegen die Broschüre des Allg. Deutschen Gewerkschaftsbundes über die Verhandlungen mit der Sowjetregieruna wegen der Lieferung von Lokomotiven. Die Forderung von 2 Prozent Brovifion bezeichne er als eine Buzien, bie auf Kosten der ruflichen Arbeiter eine Vermine Schmach und die Schreiber dieser Broschüre als[ chamlose Die Ree berung des Elends der deutschen Arbeiter erstrebten. folution bes Referenten zur Arbeitslosenfrage wird einstimmig angenommen. besaleichen eine Resolution des Reichsausschusles wären, bie Heranwachsenbe Bolfstraft, mit der wir des zufammen mäßigen Stärke, bie fe night burg die Gite ihrer ber Gemarbstolenräte und eine Resolution Geithner, die gron gebrochene Bazerland mieber aufbauen mollen. Wer fich diefer politiler Führung erlangt haben, Jonbern burchble Sshemallerabfindung wenbet ot verschließt, begeht nicht nur ein Berbreden en bene komäbliche Unbontwortung einer ehrgeizigen brecffigue De Basisitas wib basout auf Dienstag vertoef Theater und Bergnügungen Bolksbühne Lessing Theater 7 Uhr: Rabale u. Liebe Direkt.: Bictor Barnowsky 7 Uhr: Flamme Röpenicker Str. 68. Neues Bolkstheater( Dorsoh, Hartmann, Klein- Rogge, 7: Berifies v. Tyrus Mittwoch 7. Zum 1. Male Uhr: Pröcki) Amphitryo Proletarliches Denti. Künſtl.- Theater Theater Pharusfäle, Müllerstraße 142 Donnerstag, 9. Dez., abbs. 8 Uhr Prinz Hagen von 11. Sinclaer. Staatstheater. Opernhaus 6% Uhr: Die Jüdin Schauspielhaus Uhr: Fuhrmann Henschel Direktion: Max Reinhardt. Deutsches Theater 7 Uhr: Don Carlos Kammerspiele 7% Die Büchse der Pandora Großes Schauspielhaus Karlstraße 8 Uhr: Jedermann ( 20. Abteilung II. Abend) Theater i. d. Königgräger Str. 18 Uhr: Rausch ( Drska, Abel, Riemann, Richarb, Beldtkirch, Dernburg, Römer): Mittwoch Erbgeist ( Orska, Dernburg) Donnerstag: Rausch Freitag: Frau Margit Allabendlich 71% Uhr: Die Scheidungsreise ( Max Adalbert, Trude Heaterberg) Sonnabend 3: Bum 1. Male Fitzlifitz, der Himmelsschneider Residenz- Theater Täglich 7%, Uhr: Lady Windermeres Fächer von Oskar Wilde Mittwoch 4 Uhr, kleine Preise: Rotkäppchen Trianon Theater 0 Täglich: 7%, Uhr: Kammermunit ( Lustspiel von Heinr. Jlgenstein) Curt Clewing, Eugen Burg, Hans Albers O ga Limburg, Mittwoch 4 Uhr, kleine Preise: Struwelpeter Kreuzfüchse 300 M. Soeben Waskas, Blaus, Bobels, Silbers und Weißfilchfe, Damens Belzmäntel, Herren- Geha u. Sportpelze bis zur Hälfte der Preise herabgefegt. Ferner Cutaways, Baletots, Ulster, früher bis 1200 k., jest 350 bis 450 k. Große Posten Hofen, Stlich 60 Mk.( Reine Lombardwaren) Der billigste Einkauf für Händler u. Wiederverkäufer in Christbaumschmud, Leihhaus Morigplay 58 a. Größtes Spezialhaus bief. Art. in C rschien! Russische Korrespondenz Nr. 17.18 Soeben erschien Aus dem Inhalt Kongreß der Völker des Ostens: G. Sinowiew: Die Aufgaben des 1. Rongreffes der Völker des Oftens. Karl Babek: Die internationale Lage und die Aufgaben der Völker des Oftens. Bela Run: Ueber die Aufgaben der Rätemacht im Osten. Thesen zur Agrarfrage. Deklaration Enver Pafchas. Erklärung des Bertreters, der Regierung in Angora Jbrahim Tali. Resolution zur Erklärung Enver Paschas. Rerl Radek: Die fentimentale Reife Mr. Bertrand Russels nach Rußland. Zur Frage der Elektrifizierung Sowjets rußlands: Tätigkeitsbericht der Staatlichen Elektrifizierungs- Kommission. Grundthefen der Elektrifizierung des zentralen Industriegebietes. Grundsäge des Elektrifizierungsplanes für das Wolgagebiet. Kurze Denkschrift über die Elektrifizierung Westsibiriens. Allgemeine Thefen für die Elektrifizierung Turkeftans. Ch. Rakowski: Die Seele des Sieges( Zur Ges schichte der Roten Armee). G. Sinowfew: Die Sowjetmacht und der Offiziersftand. B. P. Miljutin: Sozialismus und Landwirtschaft./ J. Michailom: Lokomotiven und Wagen in Rußland. Rrestinski: Ueber Organisations ragen. A. Anikst: Organisation des Arbeitsmarktes in den ersten zwei Jahren der Sowjet herrschaft. Allrussischer Lands arbeitersVerband S. Strumilin: Arbeitsausgleich./ St. Krimzon: Die Anfaaben der neuen Wissenschaft. Lenin über die politische Lage. Die Wahrheit über die Krim. China und Sowjetruhland. Die Aufgaben der ruffischen Metallindustrie. Landwir schaftlicher Aufbau in Sowjetrußland./ Aufbau ber Transports mittel./ Kleine Beiträge und Notizen. Illustrationen: Bestattung der Gefallenen während der Februarkämpfe. Petrograd 1917. G. Sinowjew. 2. Trozki./ Bilder von der Arbeitsfront. Preis 5 Mark Zu beziehen durch die Auslieferungsstelle für Deutschland: A. SEEHOF& CO. VERLAG BERLIN C 54. Spezial- Arzt Dr. Skotti für alle Geschlechts, Hauts, Harns, Frauenleiden, hartnäckige Harnleiden, Ausschlag, nerv.Schwäche, gegen Syphilis komb. Salvarjan Kuren, Blutuntersuchungen, im ältesten Kurs 9-1,4-8. Stg.9-1. Dir.: Löser seniorer“ geöff. Nur Rosenthaler Str. 69-70 men jeparat Rosenthaler Platz. 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Dezember 1920, abends 7 Uhr Bersammlung der Drückerlehrlinge im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. 15.- Mark Wir bitten, alle Lehrlinge auf die Versammlung hinzuweife 3 Bände 50.铃 " 4 60." " " " 138." 12 136." " " " 68.9 " 22. 1 Band 15." 2 Bände 30." 60." 99 " 60.60.99 " " 624212444 Buchhandlung„ Freiheit" Berlin C2, Breite Straße 8-9 Auch in allen Filialen der Freiheit" erhältlich Versand auch nach auswärts! Kupfer, Blumenstr. 58 Messing, Zinn, fämtliche Altmetalle neue Tagespreife ( Hof) Nähe Krautstraße für fämil. Alfmetalle Hochstabe 38. bobe Schmelzpreife Händler Extrapreise. Telephon: Humboldt 2779. Super, Meffing Rotguß, Blei, 3ink, 3inn u. Duecksilber kauft zu Tagespreisen Metalleinkaufszentrale Steglitzer Straße 43 Lügow 3167. 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Kongreffes der Kommus nistischen Internationale: Die kapitalistische Welt und die Kommus niftische Internationale. G. Sinowiew: Rebe zur Eröffnung des Kongresses. Aufrufe des Kongresses. Statuten und Leitfäge der Kommunistischen Internationale. G.Sinowiew: Der Il. Kongreß der Kommunistischen Internationale.( Bericht in der Sigung des Petros grader Sowjets). 2. Trogki: Brief an einen französischen Syndikas liften über die Kommunistische Partei. 2. Destinières: Kommuniss mus und Produktion. B. R.: Die ungarische Arbeiterschaft unter dem weißen Terror. Ch. Rakowski: Zur Geschichte der Roten Armee. H. Roland Holft: Kommunismus und Bühne. 3. Reed: Die Industriearbeiter der Welt.. R.: Der Kommunismus in Armenien SultansSabé: Ueber die iranische Kommunist fche Partei. R.: Die Lage in Oftafien. Ch. Rakowski: Die kommunistische Bewegung in Rumänien. M.: Die Arbeiterbewegung in Jugoslawien. Bitali: Brief aus Italien. Dokumente ber internationalen Kommus nistischen Bewegung. Aus der Tätigkeit des Erekutivkomitees der Kommunistischen Internationale./Internationale der koms munistischen Jugend./Illustrationen: N.Lenin/ Kongreßaufnahmen. 325 Seiten- Preis 7 M. 3x beaten burch die Berlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachfolg. Louis Cahnbla Hamburg 11, Admiralitätsstraße 19 Der Höre H bani aus wor tehe Mor Beiti ben Jehn Ta ladyo 1920 46 S Ro Sai " Bum Bla Det hat um குறி unt nid DOT Tei me Ge ger ben nid Gro Zu abe 502 geg 90 un me Gi ich Tid Det 83-85 the g wit len? hr ng теб e veifen inge Ber tellung ang 409% ung! 20 5. eng ulag Der 101 preti Terit stel 00 25 met et, Des + Her Nr. 518 Generalversammlung des 4 Bezirks Potsdam Er Am Sonntag, den 5. Dezember, tagte im Café Bellevue in Lichtenberg die Generalversammlung des Agitationsbezirks Botsdam 4. Genosse Küter eröffnete die Versammlung und prach seine Genugtuung über den starten Besuch aus. stellte fest, daß der Neuaufbau der Organisation nach der Spal tung vollzogen sei. Durch das Ausscheiden der Neukommunisten tonne in den Ortsgruppen nunmehr aufbauende Arbeit geleistet werden. Er sprach die Erwartung aus, daß bei allen lommenden Debatten wohl die Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werben müßten, aber die Distuffion habe sachlich zu sein, da nur auf diese Weise positive Arbeit geleistet werden könne. Hierauf nahm Genosse Breitscheid das Wort zu seinem Referat: Die politische Lage Der Redner führte aus: Die politische Lage ist mit der wirtchaftlichen Lage eng verbunden. Wir haben seit den Reichstagswahlen eine rein bürgerliche Regierung, in der auch die Deutsche Boltspartei vertreten ist, die sich als die Bartei des wirtschaftlichen Wiederaufbaus bezeichnet. Was hat nun die bürgerliche Regierung, was hat vor allem die Deutsche Boltspartei bisher an aufbauender Arbeit geleistet? Ron den vielen Beriprechungen, die den Wählern gemacht wurden, ist biss her nicht eine erfüllt worden. Das liegt zum Teil an der Unfähigkeit der Regierungsmänner, zum anderen auch baran, weil große fachliche Schwierigfeiten vorliegen, bie vom bürgerlichen Standpunkt aus nicht zu lösen find. Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, das nicht die Revolution, son bern ber Krien bie esame an der wirtschaftlichen Zerrüttung it. Der diesjährige Etat schließt mit einer Ausgabe von rund 92 Milliarden Wart ab. Unter diesen ungeheuzen Ausgaben ist nicht ein einziger Posten zu finden, der durch die Revolution verursacht wurde. Für die Erfüllung der Verpflichtungen aus bem Friedensvertrag find allein 42 Milliarden Mart vorgesehen. Das bei ist zu bebenten, daß der Betrag für die Wiebergutmachung in diese Niesenjumme nicht einbezogen ist, ba bie Wiedergutmachung noch nicht festgelegt ist. Die uns durch den Friedensvertrag auferlegten Lasten find einfach nicht zu tragen, felbft wenn wir wirtschaftlich bedeutend starter wären. Trogdem dürfen wir uns nicht dazu verleiten laffen, Rache zu predigen. Wir müssen vielmehr betonen, daß der Vertrag von Versailles Don benen verschuldet wurde, die heute bie lautet en Schreier find. Wären Jie bie Sieger geblieben, dann würde bie Entente sicher noch mehr Grund zum Seufzen haben als heute Deutschland. Der Reichswirtschaftsminister Scholz, ber den Wiederaufbau der Wirtschaft beweristelligen soll, ist ein gebantenazmer Mann. Seine Politik ist geeignet, Deutschland schwer zu hä bigen. Er behauptete vor einigen Tagen, das Deutschland daß cine Rohlen hätte, mährend rantreich im Ueberflus welge. Das ist nicht richtig, Frantreich hat teinen Ueberflug an Kohlen, sondern es leidet ebenso wie Deutschland. Und- bas ann nicht anders sein. Denn Bubendorff hat während des Rüd gs in Nordfrankreich 220 Gruben planmäßig zerstört. In den Gruben befinden sich noch heute über 80 Millionen Rubikmeter Boiler Gifonteile unb Gorennitite. Nur wenige Gruben sind hotbürftig wiederhergestellt. Selbstverständlich stockt unter solchen stinden die franzoiche Kohlenproduktion, und wenn angesichts ejer Tatsachen sich ein Minister dazu hergibt, Lügen au berbreiten, dann wirti eine jolche Bolitit eben nur ger örend. Troftlos sieht es in unserem Finanzwesen aus. Reichs banidirektor Savenstein hat vor wenigen Tagen im Steuer ausschuß nachgewiesen, baß die gegenwärtige Lage unhaltbar ge worden sei. Er mußte zugeben, daß wir am Rande des Abgrundes tehen. Bon Ende 1919 bis jetzt ist allein die webenbe Beilage zur„ Freiheit" Wertzerstörung betrieben, bak Gelb und Menschen verpulvert murden, hat dieses Chaos geschaffen. Der Hauptschuldige an dem Finanzhaos ist Selfferidh. Er war es, der dafür eintrat, daß die Kriegsschulden nicht durch Steuern, sondern durch Anfeihen gebedt wurden. Das deutsche Bolt wurde systematisch bes gebucht, obwohl wir damals absolut teine Einfuhr hatten. Das schwindelt. 1917 wurden 7 Millionen Mark Rölle als Einnahmen war ein aufgelegter Betrug, und es ist tief beschämend für die polis tischen Zustände in Dentschland, bak Leute, die diese Verbrechers politit getrieben haben, heute noch als Retter des Baterlandes auftreten fönnen. Auch in der Nachkriegszeit find große Fehler gemacht worden. Das Schlimmste war, daß nicht sofort Steuern ausges Ichrieben und eingetrieben wurben, wie es die Unabhängige Bartei verlangte. Die Rechtssozialisten widersetzten sich einer solchen Steuerpolitit. Schiffer und Dernburg, die beiden ersten bürgerlichen Finanzminister der Nachfriegszeit, waren ein Unglüd, fie taten überhaupts nichts zur Gesundung der Finanzen. Erst Erzberger hatte den Mut und den Willen, den Finanzen eine gesunde Grundlage zu geben. Es wurden ver schiebene Steuern ausgeschrieben, aber nicht eingetrieben. Rur Arbeiter, Angestellte und Beamte sind rücfichtslos zur BeSteuerung herangezogen worden, die befizenden Kreise haben nichts ober nur sehr wenig gegeben. Das Kriegsnotopfer, das die besitzenden Klaffen bringen follen, ist zwar veranlagt, aber nicht eingezogen. So wird die Rot immer größer und ab 1. April 1921 werden wir im Reichshaushalt mit einem Fehlbetzag von 80 Milliarden zu rechnen haben. Jezt ist nun der Vorschlag einer 3 wangs: anlethe gemacht worden. Die Kapitalbefizer sollen mit 20 Brogent ihres Vermögens, die Betriebe und Gesellschaften mit einem Achtel zur Zwangsanleihe herangezogen werden. Die Kapitalisten find mit diesem Borschlag sehr zufrieden, denn sie bekommen für bie Zwangsanleihe noch 4 Brozent 3insen und brauchen das Notopfer nicht mehr entrichten. Selbst wenn sie die Anleihe mit 50 Brozent Berlust mieber abstoßen würden, hätten sie immer noch 50 Prozent Gewinn. Eine verzinsbare Anleihe ist eben feine Steuer, und deshalb zeigen die Kapitalisten für die 3wangs anleihe sehr großes Verständnis. Dienstag, 7. Dezember 1920 Unternehmungen ist ungehener groß, Dividenden und verftedte Gewinne find riejig angeschwollen, und das, obwohl die Produks tion vielfach gefallen is. Die Riefengewinne der Schwerindustrie stammen daher, daß ein großer Sunger nach Eisenwaren vorhan den war und daß die Preise von den Industriellen nach Belieben festgesetzt wurden. festgelegt wurden. Leider sind auch die Arbeiter teilweise füz Diese Breispolitif eingetreten, obwohl sie dadurch selbst den größ ten Schaden haben. Genosse Breitscheid besprach bann bas Sozialisierungsproblem. Er wies unter den Beifall der Versammlung die Pläne bes Serrn Stinnes zuriid und betonte, daß es für die Arbeiter in dieser Angelegenheit tein kompromis geben tönne. Für uns gebe es nur eine Barole: die volle Ausschaltung der Unters nehmer. Die Sozialisierung sei der einzige Weg, um aus dem Chaos herauszutommen. Aber auch dann, wenn es uns gelungen ist, den Sozialismus zu erfämpfen, wird es langer Jahre bes dürfen, bis die Bedarfswirtschaft auf der Höhe ist, um ein einiger maßen geordnetes Wirtschaftsleben wiederherzustellen. Aber es muß der Anfang gemacht werden, ba es einen anderen Weg als ben der Sozialisierung überhaupt nicht gibt. Wenn die Kommu nisten sagen, die Sozialisierung sei eine Machtfrage, so ist das eine Binsenwahrheit. Wir wissen, daß in dieser Frage die gesamte bürgerliche Gesellschaft gegen uns ist und alle Macht mittel zur Berhinderung der Sozialisierung enmenden wird. Geben wir uns feiner Läuschung hin, der republikanische Ge banke sigt lange nicht so fest, wie wir es wünschen. Wir hätten vielleicht schon längt wieder bie Monarchie, wenn die Wionars chikten einen Monarchen und feine allzu große Ungit vor der Entente hätten. Aus allebem geht hervor, baß uns ein schwerer Kampf bevorsteht. Wir müssen den Diut haben, die Wahrheit zu fagen und den Arbeitern bie Schwere bes Weges au zeigen. Irgendwo muß pratiisch angefangen werben, und das tann nur dort sein, wo die Wurzeln der Probuftion liegen, also beim Bergbau. Die Sozialisierung ist nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch eine Frage des Wissens und Erfennens. Dieser Gedante ist durch die Demoralisierung des Krieges und durch die kommunistische Heze völlig in den Hintergrund getreten. Es ist aber an der Zeit, daß die Arbeiter wieder zum Studium zurücklehren, wie in den 80 er Jahren, wo mancher nächtelang bei der Lampe saß, um sein Wissen zu vervollständigen. Berfehlt ist es, wenn die Kommunisten glauben, allein durch einen Vortrupp die Macht erobern zu können. Ein Vortrupp fann wohl einen Schüßengraben erobern, wenn ihm aber der Zusammenhang mit ber Armee fehlt wird er auf einfamem Bosten schnell zugrunde gehen. Unsere Aufgabe ist es, den Zusammenhang zwischen den Massen und dem Bortrupp herzustellen. Nur burch gemeinsamen Kampf werden wir zu unserem Ziele gelangen!( Lebhafter Beifall.) Betrachten wir die Finanzen des Staates, fo fehen wir, daß es feinen Ausweg gibt, das Chaos mit fapitalistischen Methoden zu beseitigen. Wir stehen vor einem schwarzen Tor. Die Notenpreffe fann uns nicht helfen. Bon den 80 Milliarden Noten, die im Umlauf find, find etwa 10 Milliarden gehamstert worden, ein anderer Teil ist angelegt in Werten, die durch Steuern schlecht zu erfassen sind. Dadurch wird der Wert ber Mart immer mehr herabgelegt. Der Gath, daß nur durch produttive Arbeit Deutschland gerettet werden fann, ist burdhaus richtig. Rur vermag es der fapitalistische Staat nicht, rbett zu verschaffen. Große Massen bes Boltes wollen sich durch Arbeit retten, finden aber feine Beschäftigung. Die Erwerbslosenunterstützung reicht zur Dedung des Unterhalts nicht aus, belastet aber die Finanzen noch mehr. Die Abjagtrifis nad die mangelnde Kauftraft sind die Ursachen der Arbeitslosigkeit. Uns fehlen bie Rohstoffe, die bei bem Tiefstand der Baluta nicht eingeführt werden fönnen. Is Käufer können heute nur noch die Kapitalisten und die Agrarier auftreten. Ihre Zahl ist aber nicht groß genug, um eine stärkere Nachfrage zu erreichen; zudem find fie sehr oft Käufer von Bugusprobatten, die nicht einmal in Deutschland hergestellt werben, während die erwerbstätigen Schichten ihr gesamtes Eintragsfähigkeit infolge des Raubbaues im Kriege, der Absperrung tommen fast ausschließlich für Lebensmittel ausgeben müssen, also für andere Gegenstände als Räufer nicht in Betracht tommen tönnen. Die Lebensmittelnot ist die Ursache der Lebensmittelteuerung. Wir haben während des Krienes Raubbau getrieben. Der Boden ist ausgemergelt, die natürlichen Düngemittel fehlen infolge des Rüdganges der Biehwirtschaft, bie fünstlichen Dünge mittel sind zu teuer, um in erforderlichem Maße zur Fruchtbar machung des Bodens verwendet zu werden. Die Landwirte treiben Sabotage und weigern sich, bie erforderlichen Mengen Getreibe abzuliefern, weil sie auch in der Getreibebewirtschaftung die Zwangswirtschaft beseitigen wollen. Die Ablieferung an Brotgetreide in der Zeit vom 1. Ottober bis 11. November 1920 betrug noch nicht den neunten Teil des vorjährigen Betrags. Wahrenb im Borjahre 603 438 Tonnen abgeliefert worben find, find bis jest eeft 78 650 Tonnen Brotgetreibe abgeliefert worden. Hafer wurbe überhaupt nicht abgeliefert, so daß nicht einmal die für die Ernährung der Kinder notwendigen Haferpräparate hergestellt Gulb von 86 auf 146% Milliarden angeschwollen; von Ende April 1920 bis jetzt sind die Ausgaben allein um 52.8 Milliarden gestiegen. Während wir vor dem Kriege etwa 5 Milliarden Schul ben hatten, haben wir also allein von April bis November 1920 ehnmal mehr verausgaben müssen. Der Papiergeldum. lauf wächst ständig. Er ist von Ende 1919 bis Enbe November Während durch die Krise und die Teuerung die große Masse 1920 allein von 50 auf 75 Milliarden gestiegen. Nur die Tat bes Boltes in bittere Rot geraten ist, geht es ber Schmerlache, daß wir während des Krieges feine Wertschöpfung, sondern industrie ausgezeichnet. Die Profitrate der industriellen 46 Hunger Roman von Knut Samfun. Kopfe herum, als meine wirtin im Begriff war, mich zum Alles dies ging mir in diefem verzweifelten Augenblid im Sause hinauszujagen. Er hört nicht!" rief fie. Ich sage Ihnen, daß Sie sich aum Sause hinaus cheren! Daß Sie's nur wiffen! Jah glaube, hol mich der Satan, daß der Kerl verrüdt ist! Auf Der Stelle machen Sie, daß Sie fortkommen- und damit hat's ein Ende!" Ich blidte nach der Tür, nicht um zu gehen, burchaus nicht um zu gehen; mit tam ein frecher Gedanke: wenn ein Schlüffel im Schloß gestedt hätte, würbe ich ihn umgedreht nicht gehen zu müssen. Ich hatte ein hysterisches Grauen da. Dor, wieder auf die Gasse gesezt zu werden. Aber es ftecte tein Schlüssel in der Tür, und ich stand auf. Keine Hoffnung mehr! Da plöglich mischt sich die Stimme meines Wirts in bas Geschrei der Frau. Erstaunt blieb ich stehen. Derselbe Mann, ber mit soeben noch gedroht hatte, nimmt jetzt felijam genug meine Partei und sagt: Rein, das geht nicht, nachts fann man die Leute nicht aus bem Hause jagen. Darauf steht Strafe." Ich wußte nic, ob Strafe darauf stand, ich vermochte es nicht zu jagen; aber vielleicht verhielt es sich so, und die Frau befann sich schnell, wurde ruhig und sprach nicht mehr 3u mir. Sie legte mit sogar zwei Butterbrote zum essen hin, aber ich nahm fie nicht; aus reiner Dankbarkeit gegen den Mann nahm ich sie nicht und gab voz, in der Stadt ein wenig Gegelfen zu haben. is ich mich endlich ins Borzimmer begab, um schlafen ju geben, tam das Weib mir nach, blieb auf der Schwelle stehen und sagte laut, während ihre gewaltigen, schwangeren For Das ist aber ble legte Nacht, daß Sie hier schlafen, merken men mir entgegenstrogien: Gie fich das." Ja, ja!" entgegnete ich. werben fönnen. wegen hatte ich mich vollständig angeffeidet schlafen gelegt und brauchte mich jeht nicht erst anzuziehen. Nachdem ich ein wenig Waffer getrunken und ganz leise die Tür geöffnet hatte, ging ich fort, weil ich fürchtete, meiner Wirtin abermals zu begegnen. Einige Konstabler, bie Nachtdienst gehabt hatten, waren bie einzigen lebenden Wesen, benen ich auf den Straßen be gegnete; bald darauf famen ein paar Männer, die überall die Gaslaternen auslöschten. Jch trieb mich ohne Zwed und Ziel umher, tam in die Kirtegabe und schlug ben Weg nach ber Festung ein. Salb Wege fchwach in den Knien und im Rüden, fegte ich mich auf erfroren und immer noch schläfrig, hungrig, nach dem weiten eine Bank und busefte lange, lange vor mich hin. Drei Wochen hatte ich ausschließlich von Butterbroten gelebt, die meine Wirtin miz morgens und abends gegeben; jetzt waren es genau vierundzwanzig Stunden, seitbem ich meine letzte Mahlzeit genossen, der Sunger nagte wieder schlimm an mir, und ich mußte mich so schnell wie möglich nach einem Aus weg umsehen. Mit diesem Gedanken schlief ich abermals auf ber Bant ein. Ich ermachte davon, daß mehrere Leute in meiner Nähe Sprachen, und als ich zu mir gelommen war, sah ich, daß es heller Tag geworben, und die Menschen bereits auf den Füßen waren. Jd stand auf und ging. Die Sonne stieg über den Hügeln empor, der Simmel war weiß und zart, und in meiner Freude über den flaren Morgen nach den vielen düsteren Wochen vergaß ich alle Sorgen, und es schien mir, als habe es gar manches Mal schon viel schlimmer für mich ausge fehen. Ich flug mich auf die Brust und fang eine Leife Mieloble. Meine Stimme flang fo frant, so recht schwach flang fie, und ich selbst wurde zu Tränen über sie gerührt. Dieser prachtvolle Tag, der weiße, lichttrunkene Simmel wirften zu mächtig auf mich, und ich begann laut zu weinen. Was fehlt Ihnen?" fragte ein Mann. dh antwortete nicht, eilte nur fort und verbarg das Geficht vor allen Leuten. Jch tam nach den Quais hinunter. Ein großes Bartschiff mit russischer Flagge lag und löschte Kohlen; an der Seite ich mir rechte Mühe gab. 3rgendein Schlumpfwinkel mußte las ich den Namen„ Copégoro". Eine Beitlang zerstreute es Morgen wirbe wohl Rat zu einem Obdach werden, wenn fich doch finden. Vorläufig freute ich mich nut, daß ich bleje mich, zu beobachten, was auf biefem fremben Schiffe vorging. Racht noch nicht hinaus brauchte. Die Labung muste beinahe fchon gelöscht[ ein, denn es Tag bereits neun Fuß über Wasser trok des Ballasts, den es bod wohl eingenommen hatte, und wenn die Kohlenträger mit hell, als ich erwachte, aber ich stand dennoch auf; der Räfte hohl im ganzen Schiffe. Ich schlief bis fünf, fechs Uhr morgens. Es war noch nicht ihren schweren Stiefeln liber Ded stampften, dröhnte es Bon einer Distuision wurde Abstand genommen. Genoffe Stein sprach nach einer turzen Pause über Agrarprogramm und Landarbeiterfrage Er begann mit einer Schilderung des jetzigen Standes der Landwirtschaft und des politischen und sozialen Kräfteverhältnisses auf dem flachen Lande. An dem Verfall der Probuftinttäfte Deutsch lands ist natürlich auch die Landwirtschaft beteiligt, deren ErDas Dom Weltmarkt und der Mucherwirtschaft der Agrarier geJunten ist. Dennoch zeigt sich auf dem flachen Lande ein entgegengesetter Prozeß als bei der großen Masse der städtischen Bevölterung. Während die Lebenshaltung des städtischen Brole= tariats um mehr als die Hälfte gefunten ist, sind die Einkünfte ber bäuerlichen Bevölkerung, trok der gesteigerten Ausgaben, unt bas Doppelte und Dreifache gestiegen. Der Gegenjas zwischen Stabt und Land hat sich außerordentlich verschärft. Auch auf dent flachen Lande haben die Klaffengegenfäge zugenommen. Landproletariat ist erwacht und tämpft gegen bas mittlere und große Bauernium wie gegen den Großgrundbesik. Die Möglich teiten, die die Novemberrevolution bot, sind auch auf dem flachen Lande nicht ausgenugt worden. Das feudale Junterium steht uns gebrochen ba, unterstützt von dem mittleren und großen Bauern tum, das in geschlossener Front dem Proletariat gegenübersteht. Das flache Land ist heute wirtschaftlich und politisch der Haupts tägpunkt der Konterrevolution. Die Siedlungspolitik der Demos traten und Rechtssozialisten hat an dieser Tatsache nichts geändert, fte läuft vielmehr legten Endes auf eine Unterstügung des großen Grundbefizes hinaus. Die Agrarpolitik der sozialistischen Parteien leidet an Berriffen heit und Berworrenheit. Während die Rechtssozialisten durch Die Sonne, bas Licht, ber alzige Hauch vom Meere her, bies ganze gefchäftige und luftige Leben stärkten mich und machten mein Blut lebendig pulfteren. Plötzlich fiel mir ein, daß ich vielleicht ein paar Szenen an meinem Drama machen fönne, während ich hier sag. 3ch zog also das Papier aus ber Tasche. Ich versuchte eine Replit für einen Mönchsmund zu bilden, eine Replit, die schwellen soilte por Kraft und Intoleranz; aber fie gelang mir nicht. Ich schlug also den Mönch über und wollte eine Rede ausarbeiten, die Rede des Richters an die Tempelschänderin; ich schrieb nur eine halbe Seite an dieser Rede und hörte dann wieder auf. Es wollte sich nicht die rechte Stimmung auf meine Worte legen. Das Treiben um mich her, der Gesang der Matrosen, der Lärm der Gangspille und das ununterbrochene Rasseln der Eisentetten pagie so wenig zu der Luft des düsteren, moderigen Mittelalters, bie wie ein Rebel über meinem Drama liegen sollte. Ich padte also meine Papiere zufammen und ging. Benn ich jetzt nur ein Obdach hätte! 3 überlegte und lann; mit fiel aber nicht ein einziger fleiner Fled in ber ganzen Stadt ein, wo ich auch nur cine turze Stunde hätte berweilen fönnen. Mit blieb nichts anderes übrig, ich mußte nach dem Kosthause in Baterland zurüdgehen. Ich frümmte mich bei dem Gebanten und sagte mir fortwährend, das gehe nicht an, aber ich ging doch weiter und näherte mich tetig bem verbotenen Ort. Natürlich sei es jammervoll, gob i miz selbst au, ja, es sei schmachvoll, geradezu schmachvoll; aber es half nights. Jo besag nicht den geringsten Hochmut, ich durfte das große Wort aussprechen, daß ich einer der am wenigsten hochmütigen Menschen sei, bie es heutzutage gab! Und ich ging. Jest war ich aber doch glücklich ins Geleise gefommen und empfand tiar, daß ich etwas würde aussichten können, wenn alles gut ging. Vor der Tür blieb ich stehen und überlegte noch einmal. Ja, tomme, was da wolle, ich mußte es wagen. Es brehte sich doch nur um eine Kleinigkeit. Erstens handelte es fich nur um einige Stunden, zweitens sollte Gott verhüten, daß id) später jemals meine Zuflucht wieder nach diesem Hause nahm. Ich trat in den Hof. Noch während ich auf diesen unebenen Steinen über den Hofplay ging, war ich uncutschlossen und wäre an der Tür beinahe wieber umgefehrt. Jch big ble 3ähne zufammen. Rein, jeht nur feinen schlecht angebrachten Stols! Im schlimmsten Falle hatte ich ja bie Ausrede, daß ich gelommen fel, am ablen zu fagen, ordentlic Abschied zu nehmen und eine Wereinbarung bezüglich meiner Schuld zu treffen. Ich öffnete die Tür zum Vorzimmer. ( Fortfegung folgt.) Es brei legigenannten haben sich zu einer Fraktion zusammengeschlos Jen. Gewählt wurden als erster Borsigender Justizrat Dt. Meibingen( D. Bp.), zweiter Borsigender Soge( Deutignat.), erfter Schriftführer Ballentin( U. S. P.) und Quaß( E. B.). Dann wurden eine Geschäftsordnungstommission und eine Kommiffion zur Vorbereitung der Wahlen zum Bezirksamt gewählt. Ferner wurde beschloffen, daß während der Verhandlungen alle Titel, auch die akademischen, wegfallen sollen. Die Zuderversorgungsstelle des Magiktais Berlin gibt bekannt: Der Preis für Kandis im Kleinhandel darf nicht übersteigen: Für meisen Kandis für 1 Pfund 4,60 Mart, für Pfund 3,45 Mart, für farbigen Randis für 1 Bfund 4,50 Mart, für Pfund 3,40 Mark. Die vorstehenden Breise sind am 3. Dezember 1920 in Kraft getreten. Ein Zuschlag für Verpackung darf nicht berechnet thre praftische Arbeit wie durch ihre Beschlüsse auf bem Ralfe: I totrai, Bürgerliche Bereinigung und Kommunalbeamier. Die Ter Parteitag felbft bas Erfurter Programm verleugnet und fich auf ben Boben Kleinbürgerlicher Reformpolitit gestellt haben, betreiben die Kommunisten, namentlich nach Annahme der Moskauer Leitfäge, Bauernfang, indem fie bie Barole der Anfa teilung großer Güter in die bäuerlichen Massen werfen. Die Unabhängige Sozialdemokratie hat sich bisher viel zu wenig mit ber Agrarfrage und der Agitation auf dem Lande befaßt. gilt auch hier, flare Richtlinien aufzustellen und die Soziali: ierung des Großgrundbesizes in den Vordergrund ber praktischen Agitation zu stellen. Wir dürfen auch auf dem flachen Lande feine Stimmungspolitit treiben, miz müjien viel mehr, gestützt vor allem auf die Landarbeiterschaft, die Borbebins gungen für die Sozialisierung der Landwirtschaft schaffen. Die mittlere Bauernschaft tann hierbei im beffen Falle neutrali: fiert werden, die Klein- und Zwergbauernschaft jedoch fann burch intensive Propaganda gemonnnen werden. Boz allem aber it es notwendig, bie Lanbarbeiterschaft geistig und organisatorisch für die Uebernahme der Produktion vorzubereiten und die Landarbeitergewerkschaft von innen heraus zu revolutionieren. Wenn bie Gegenrevolution heute mit Recht das flache Land als ihren Hauptstützpunti betrachtet, so muß die Unabhängige Sozialdemo fratie mit aller Energie darauf hinarbeiten, biejen Stützpunkt zu zertrümmern und in den Dörfern und Gütern ein großes Hin ferland für die soziale Revolution zu schaffen.( Lebhafter Beifall.) Nach einer lebhaften Debatte, in der vor allem die Einzelheiten der Sozialisierung der Landwirtschaft erörtert wurden, und nach einem Schlußwort des Referenten wurde die Diskussion über diese Frage gefchloffen. Das Referat des Genoffen Stein wird laut Be chluß als Broschüre erscheinen und den Genoffen für dic Landagitation zur Verfügung gestellt werden. . An Stalle der durch die Spalinng ausgeschiedenen Mitglieder des Bezirksvorstandes wurden die Genofen Kranz, Lemm, Sahne, Süning und Geitsch gewählt. Am nächsten Sonning wird eine Gigung der Gemeindevertreter bes Begiris stattfinden, ferner eine erweiterte Sigung des Vorstandes, bie zu ben Landtagswahlen Stellung nehmen soll. Agemein, murde betont, die Arbeit auf dem Lande mit Energie auf: zunehmen. In spätestens 14 Tagen sollen mehrere Gefretäre mit ihrem Gig in der Provinz angestellt werden. Die Versammlung, bie den Delegierten gute Anregungen gab, wurde gegen 4 Uhr geschloffent. Groß- Berlin Die Bildung der Bezirksämter Die Bezirksversammlungen beschäftigen sich allenthalben mit den Bork reitungen zu den Bezirtsämtern. Es ist gelungen, die Raum frage ohne Inanspruchnahme von Schulen zu lösen. Der Bezirk Berlin- Mitte wird jedenfalls die Räume der in Auflösung be: griffenen Fettftelle Groß- Berlin( Butter) beziehen tönnen. Jin 3. Nermaltungsbezirk( Wedding- Gesundbrunnen) mezden die unpermieteten Räume des Zebigenheims am Brunnenplay benutt werden fönnen, ohne Benachteiligung der Bewohner des Heims. Die Bezirksveriammlungen hatten sich zu beschäftigen mit ber Zahl der Mitglieder der Bezirtsämter. Diese Zahl ist abhängig pon dem Umfang ber dem Bezirksamt übermiesenen Tätigkeitsgebiete. Diese Gebiete stehen noch nicht feft. Bestimmte Gebiete Der Stäbtischen Berwaltung müssen zentral verwaltet werden. Die bürgerlichen Barteien find bestrebt, das Tätigkeitsfeld möglichst meit zu ziehen. um es der Zentrale zu entziehen und es gibt Bezirke, in denen auch von jozialdemokratischer Seite diese Bestrebungen Unterstügung finden. Wir halten diesen Weg für faffch. Es ent zieht der Zenitale den Einfluß, den gerade wir allgemein ausüben wollen. Soweit es sich um die Zahl der Bezirksamtsmitglieber hanbelt, o fann man darüber verschiedener Ansicht sein. Für die Berliner Bezirke dürfte die vorgeschlagene Zahl von neun befoldeten Mitgliedern vollkommen ausreichen, in verschiedenen Vorortbezirken merden fünf. mie vorgeschlagen, nicht genügen. Es wird sich fragen, ob man, wie vorgeschlagen, unbefoldete Mitglieder hinzunimmt ober nehmen muß. Wir haben immer betont, daß überall da, mo Magistrats oder Gemeindevorstandsmitglieder ihre volle Arbeitstrait zur Verfügung stellen müssen, auch volle Entschädigung geleistet werden muß. Diefen Kampf haben wir ausgekämpft. Jeht gilt es, die Bezirke so schnell wie möglich auf die Füße zu stellen. Es find 3weifel entstanden, ob nach dem Geist des Ge: feges auch in die Bezirksamter unbefoldete Mitglieder aufge nommen werden sollen. Nach dem Geles soll das Bezirksamt aus fieben Mitgliedern bestehen, die in der Regel befoldet sind. Es find nun höhere 3ahlen vorgesehen, darunter aber unbesofdete Mitglieder, für die Berliner Bezirke 9 befoldete und 6 unbeholdete. Das Ortsgeseh, das geschaffen werden foll, wird in der Stadtverorbnetenversammlung beschlossen werden müssen, und es muß dem Oberpräsidenten zur Genehmigung vorgelegt werden. Wie die Dinge gelaufen find, bleibt taum ein anderer Weg übrig, als jetzt fchon einige unbefoldete Mitglieder in das Bezirksamt zu nehmen, um eine weitere Verzögerung der Bezirksbildung zu vermeiden. Ein weiteres Sinzuziehen führt nur dazu, die alten reaktionären Magistrats und Gemeindevorstände ohne jebe Kontrolle der Ge meindevertretungen im Amie zu lassen. Das darf nicht sein. Bei ausreichender Besehung der Bezirksämter mit besolbeten Mits gliedern werden die unbesoldeten nur noch eine mitberatende Aufgabe haben. In Groß- Berlin handelte es sich bei den Wahlen befolbeter Magistratsmitglieder um eine politische Frage, in den Bezitten liegen die Dinge anders. Es muß jest Schlag auf Schlag vorwärts gegangen werden, wenn Groß- Berlin überhaupt auf die Beine, fommen soll. Die Belegung ber Beamtenktellen in den Bezirksämtern. In einem Rundschreiben meist der neue Berliner Magistrat die bisherigen Magifirate und Gemeindevorstände darauf hin, daß das Ernennungsrecht für die Beamten und Angestellten, das den fünftigen Bezirksämtern nach dem Eingemeindungsgesehe zusteht, nicht etwa die Bedeutung hat, daß bei der erstmaligen Einrichtung ber Bezirtsämter dieje bas Recht hätten, aus den bisher in den früheren Einzelgemeinden beschäftigten Beamten die Beamten auszuwählen, die sie beschäftigen wollen. Bei der ersten Einrich tung der Bezirksämter handelt es fich lediglich um eine Berteilung vorhandener Beamten, die fraft des ihm zustehenden Ber fegungsrechtes dem Magistrat obliegt. Kein Bezirksamt fann da her die Beschäftigung eines ihm erstmalig zugeteilten Beamten ablehnen. Eine Klage gegen die Stadtverordneten- Bersammlung hat der Stadtverordnete Herr von Ennern angestrengt. Er geht davon aus, baß bie Stadtverordneten- Berjammlung nicht rechtmäßig zufammengesett fei und daß deshalb alle gefaßten Bejchlüffe und Wahlen ungültig find. Die Klage ist an alle 225 Stadtverordnete gerichtet. Er dürfte menig Glüd haben, da feine Behauptungen den Tatsachen gegenüber nicht Stich halten.. Die erste Bezirksversammlung im 10. Berwaltungsbezirk wurde am 23. 11. im Lyzeum zu Zehlendorf burch den Stadtrat Wege eröffnet. Sie zählt im ganzen 19 Verordnete, davon 7 Deutsche Boltspartei, 4 Deutschnationale, 3 U. G. P., 2 S. B. und je 1 Des KON LINON werben. Milchbelieferung vom Dienstag, den 7. b. Mts., bis einschließlich Sonnabend, den 11. Dezember d. Js. Am Dienstag, den 7., Mittwoch, den 8., Donnerstag, den 9., und Freitag, den 10. b. Mts., merden die-Liter- Kranfentarien nicht mit Milch beliefert. Als Erlaz hierfür wird am Dienstag, den 7. d. Mits., auf die Dauer von 4 Tagen eine Büchie holländische gezuderie Magermila zum Breise von 8,75 Mark an die Berbraucher abgegeben. Am SonnFrischmilch. Die Liter- Krantenfarte wird vom Dienstag, ben abenb, ben 11. b. Mis., erhält die y- Liter- Krantenfazie Liter 7. b. Mts., bis einschlienlich Freitag, den 10. b. Mts., mit 16 Liter Stischmilch beliefert. Am Sonnabend, den 11. d. Mts., erhalten die-Liter- Kranfenfarten nur Liter Frischmilch. Die angegebene Belieferung bezieht sich nicht auf die seit dem 1. Oftober 1920 zu Berlin neu hinzugekommenen Gemeinden. Bom Eisenbahnelend. Zum 1. Dezember wurden von der Eisenbahndirektion Aenderungen des Fahrplans einzelner Schne11: 3ige vorgesehen. Notwendiger wäre eine Aenderung der Ab. fahrtzeiten der Züge, melde hie Arbeiter morgens und abends nach und von der Arbeit befördern. So ist z. B. unbedingt eine Menderung nötig für die Kaulsdorfer Strede. Bis zum 15. Juni fuhr morgens ein 3ug 6.11 ab Biesbori und abends der lezie 3ug ab Jannowitbrüde 11.26. Ohne Rüdficht auf die Arbeiter läkt man seit 15. Juni jezi den. Zug morgens 6.17 ab Biesdorf und den legten Zug 11.06 cb Jennomigbride verfehren. Der Zug 6.17 tommt seit 15. Juni mit einer regeimägigen Verspätung von zehn Minuten. Bahnhof Jannomisbrüde an, so daß es unmöglich ist, um 7 Uhr die Arbeitsstelle zu erreichen. Den Schichtarbeitern ist es ebenso unmöglich, den Zug 111.06 zu erreichen: fie milffen früher Feierabend machen und ich demzufolge am Schluß der Woche einen erheblichen Lahuabzpg gefallen fallen. Warum ist eine Henderung überhaupt am. 15. Juni erfolgt? Sollte eine Schädigung der Arbeiter absichtlich herbeigeführt werden? U.. w. g.! Die vereinigten jozialistischen Elternbeiräte vor Schöneberg und Friebenan( 11. Bezir) berufen zum Donnerstag, den 9. Dezember, abends 7 Uhr, in die Aula det Hohenzollernschule, Belziger Str., Ede Eisenacher Str., eine große öffentliche Boltsversammlung ein, in der Dr. Löwenstein( u. S. B.) und Prof. Oestreich ( S. B. D.) über das Theam Die Schule der 3ufuift" sprechen werden. Aussprache folat. Zur Nachahmung empfehlen. Bis zum 1. Dezember hat das gesamte Bersonal der Konfum- Genossenschaft Lichtenberg an die Unterstützungstommiffion der Berliner Arbeiterschaft für Inhaftierte und deren Familien 177 775,08 M. abgeliefert. Mögen sich andere daran ein Beispiel nehmen und es ebenso machen. Der Elternbeirat der Schule für Sehfchwache ladet zu einer Elternnersammlung am 7. Dezember, abends 7 Uhr, im Schul hause Georgenkirchplatz 18, ein. Herr Lehrer Herzog wird über diese neue, noch wenig bekannte Schuleinrichtung sprechen. Eftern Jehschwacher Kinder und Gäste sind herzlich willkommen. Gewerkschaftliches Zur Generalversammlung der Berliner Holzarbeiter Die Funktionäre des Holzarbeiterverbandes der Berliner Ber waltungsstelle, soweit sie auf dem Boden der U. E. V. D. fiehen, folgten am Sonntag einem Rufe der Berliner Parteileitung, um zu den gegenwärtigen Tagesfragen Stellung zu nehmen. Rach einem Referat des Genossen Berget und nach aus: giebiger Diskussion darüber murde folgende Resolution einstimmig angenommen, die der heute stattfindenden Generalversammlung unterbreitet werden soll: „ Die Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiterverban bes, Berwaltungsstelle Berlin, lehnt die Bestrebungen auf An schluß an die Mostauer Gewerkschaftsinternationale und die fich barans ergebende Bilbung von Lommunistischen Reimzellen in den Gewerkschaften ab. Sie erhlidt darin eine Gefahr, die in ihrer Auswirkung auf eine Spaltung der Gewerkschaften hinaus laufen muk. Der Londoner Kongres der internationalen Se werkschaften hat sich durch seine Beschlüsse unzweibentig auf den Boben des prinzipiellen Klaffenlampjes und bes revolutionären Sozialismus gestellt. Es liegt jomit gar feine Berantajjung vor, die noch gecinten Gemerschaften zu zerreißen, wie es zum Schaben der Arbeiterbewegung mit den sozialistischen Parteien geschehen ist." Gegen Lehrlingsausbeutung Da sich in legier 3eit die Klagen häufen, daß Lehrlinge unzu läffigerweise zu Ueberstunden und Aufräumungsarbeiten nach der achtstündigen Arbeitszeit herangezogen werden, halten wir es fir notwendig, eine Meinungsäußerung des Polizeipräsidenten an eine Berliner Innung, wiederzugeben. „ Auf Ihre Anfrage ermibere ich ergebenst: Zu L Die Aufräumungsarbeiten der Lehrlinge gehören zu ben Arbeiten im Sinne der Anordnung vom 23. 11. und 27. 12. 1918 und find in die achtstündige tägliche Arbeitszeit einzurech In diesem Sinne haben sich auch einige Ober- Landesgerichte( Rofiod, Schmerin) ausgesprochen. nen. 3u II. Die auf den Besuch der Pflichtfortbildungsschule ver. wendete Zeit gilt nach einem Etlas des Reichsarbeitsministers ebenfalls als Arbeitszeit im obigen Sinne." Die Bestrebungen der Innungsscharfmacher, die Arbeitszeit für Lehrlinge zu verlängern, find bainit fürs erste erledigt. Aufgabe ber Arbeiter und Elternschaft muß es sein, Uebergriffen in diefer Sinficht zum Schutz der Jugendlichen entgegenzutreten. Wo ner langt wird, daß Lehrlinge Ueberzeitarbeit Teisten follen, ist diese abzulehnen. Auch die teilweise Verlegung der Arbeitszeit in die Abend und Rachtstunden bedingt nicht ohne weiteres die Aufhebung des ge fehlichen Jugenbichutzes. Nach diesem dürfen Jugendliche bis zu 16 Jahren nur in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends gejeglichen Anordnungen verstoßen, find die Betriebsräte oder auch die Jugendlichen verpflichtet, dem zuständigen Gewerbeauffichtsbeamten Anzeige zu erstatten. Unehrliches Poffenspiel Am 22. November ist vor dem Demobilmachungskommisar ein Tarifvertrag für das Berliner Ladenfleischergewerbe zwischen dem 3wedverband für das Fleischergewerbe in Groß- Berlin und den Zentralverband der Fleischer( Ortsverwaltung Berlin) abg schlossen worden. Der Gesamtvorstand des 3wedverbandes versucht nunmehr die Verhandlungskommission der Fleischermeister, der unter anderen der zweite Borjizende des 3medverbandes, Herr Obermeister He wig- Copenid, angehörie, als nicht autorisiert den Tarifvertrag a zuschütteln. Diese sehr merkwürdige Haltung des Gesamtvorstandes vo 3medverband läßt sich nur dadurch erklären, daß die Berline Fleischermeister immer noch nicht ein Tarifvertragsverhältnis mit dem Zentralverband der Fleischer billigen wollen. Der zweite Vorsitzende des Zwedverbandes( der erste ist fürzlid verstorben) erklärte vor dem Demobilmachungstommiffar auf Be fragen durch den Vorigenden, daß die anwesenden Fleischermeister zum Abschluß eines Tarifvertrages mit dem Zentralverband de Fleischer beauftragt feien. Das elende Bojjenspiel, das jetzt de Gesamtvorstand unter Vorfik dieses selben Herrn Selwig aufführt fann an dem abgeschlossenen Tarifvertrag absolut nichts meht ändern. Es fennzeichnet aber die Fleischermeister, die in der Not jmar eiwas versprechen, sich aber sofort um dieses herumbrüde wollen, menn fie glauben einen günstigeren Moment entdeckt haben. Genivalverband der Angeitentes. Arbeitslose Verbandsmitglieder werben hier mit nochmals aufgefordert, ihre Kinder für die Weihnachtsfpende der Ortsgrup Groß- Berlin anzumelden. Gemeit dies noch nicht geichehen ist, gilt als let Teri bet 10. Dezember 1920. Die Anmeldung mit nur im Berbandsbure Unterfügungsabteilung, entgegengenommen. Zur Anmeldung werden benötigt das Verbandsbuch sowie die Arbeitsnachweistarte des Mitgliedes und die Fo milienausmeile der Kinder. Die Ortsverwaltung. Aus den Organisationen 1. Diftritt. Dienstag, 7. Dezember, abends 6% Uhr, Vorstandsfisang bei Sau Stofffreihertr. 47. Erweiterte Barkandshigang um 7 Uhr. 1. und 2. S tellung. Mittwoch, 8. Dezember, abends 7 Uhr, gemeinschaftlicher Zahlabend Sagen, Straianer Bride S. Vortrag des Genohen Kraje über Sozialisierung 4. b 5. Abteilung. Semeinschaftlicher Zahlatens bei Fleischmann. Linde Straße 110. Bortrag des Genossen Dr. Kopp( Kriminalbeamter) über Reformer Der Sexualgeiezgebung. 3. Dijtrift. 1. Abteilung. Mittwoch, abends 7 1hr, Juhlabend bei Ridel, Tel temer Str. 27. 5. Diftritt. Heute, 7 Uhr, Borstandsstynug bei Koht, Brandenburg Str. 6. Diftrift. 2. Abieilang. Miliwach, 7 Uhr, bei Grogmann, Weberstr. 24e. teilungsversammlung. Borirag. 7. Diftritt. 2. Abteilung. Der Zahlabend findet bei Hoffmanu, StralauerRr. 17, fatt. 8. Dikrift. S. Abteilung. Mifiwody, 7 Uhr, im Lokal von Siebert, Elbenan Ee Thaerfrage Abteilungsverjaminfung. 8. District. 7. Ableitung. Millas, abends 7 Uhr, im Turnseal der 218. Gr weindefiule, Belersburger Blak 3. gemeinsamer Zahlabend. 9. Diriti. Die Jahlabende finden talt für die 1. bieifang Cothenius. 2. Abteilung Kaiprodeftr. 12: 4. Abteilung Winsitr. 69 und Karienburger Rr. 31 bei Metshte; 5. Abieilung bei Boltlich, Jablonstift. 9; 6. Abteilun Rengarierfir. 14 Ede Carmen- Sylua- Sirage. 3. Abteilung Pasteurs. 2 bet Scheibe 13. Diftrift. Wir bitten alle ermerbslosen Genossen und Senoffinnen, fomeit dieselben Mitglieder unseres Diftrifis find, fich am tommenden Zahlabend be Bezirfsführer zu melden. Es handelt sich um die Weihnachtsbescherung eure Riuber. 14. Diftritt. Senie, abends 7 Uhr, bei Brehme, Melanchthonstr. 28, Funktionä fonferenj. Rectöln. 14. Bezitt. Zablabend Milimah, 8. Dezember, abends 8 Uhr, Kne bedjtr. 118. Die Funktionäre treffen sich eine Stunde früher. Nestöllu. Mittwoch, 8. Dezember, abends 7 Uhr, Bezirksversammlunge 9. Bezirf bei Sajent, Rosenftr. 24. 7. Begirt bei Fujjuhn, Ertjie. 8. Rentään. Donnerstag, 9. Tezember, abenes 7 Uhr, Grauenügung der Arbei fontmiffion in deaf- Calino, Weichielt. 8. Affe Bezirle ilijen vertreten feiz Lichtenberg. Alle Elternbeltäte der Richtung Crispien- Ledebour wählen ihrer Schule einen Obmanu, ba bie Seufeinmunisten jede 3njammenarbeit lehnen. Die Spaltung erfolgte am 2. Dezember. Die Oblente jenden sofort Abreffen fämtlicher Genoffer an Qurefter, Weserstr. 36. Lichtenberg. Ciutrittstarten zu der Proletarischen Feierstunden am 12. S ember, im Großen Schoajpiethanje unb ga ben zoletarischen Märchenspielen en 19. Dezember, 3 Uhr, im Cafe Bellevue, Erwachsene 1 M., Kinber 50 Bfg.. fin zu haben bei Emil Richter, Citelstr. 72, 1 Tr. und bei Willi Klüfener, meberfir 53, 1 Ir. Earn Copenia. Bitwa, abends 71 Uhr, Zehlabend in folgenden Lokalen Dem workabi: Roje, Borgmannstraße. Altstadt: Hentschel, Wilhelmsplay. Kiekvor Badt: Reitig, Müggelheimer Straße. Köllnische Vorstadt: Bayernhof. Wilhelm- Str. 1. Bortrag des Genossen Herz über Sozialisierung. Oberfänemeibe. Hente, Dienstag, 7% Uhr, Borstandshikung bei Imberg Karlshorit. Dannerstag, abends 7 Uhr, tm Vereinshaus Huth, Trestow- A Ede Krausestraße, Karlshort, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: siafiflerung. Johannisthal, Mittwoch, 7 Uhr, Mitgliederversammlung bei Wieland, Kaise Tempelhof U. S.. Mittwoch, 7% Uhr, in der Aula ber Gemeindesaule der Sirage, gemeinsamer Zablabend. Vortrag bes Genaffen Kuchenbeder. Shwergenberf. Wiitwach, abends 7 Uhr, 3ahlabend Restaurant Wilder Ebe sember, 7 Uhr, im Rathaus, Zimmer 304. Das Erscheinen aller Remmiffion Charlottenburg. 3ahlabend für bie 3. Gruppe: Bezirf 276 und 28a: Restaurant Reabed, Reuchlinstr. 6; Bezirt 286: bei Tegimener, Huitenstr. 24. 5. Grupp mitglteber if notwendig. Ballshaus, Rafinenstraße( Stebbierhalle). 6. Gruppe: Restaurant Male Goethekr. 30. 7. Grappe: Thunad, Wielandstr. 4. abend stait: 1. Sez.: Smidt, Sologir. 68. 2. Bez.: Rangt, Fichtet. Steglig. Mittwoch, abends 8 hz, findet in folgenden Bezirkslotalen Za 3. Bez.: Burmeister, Solfejnije Sir. 30. 4. Bez.: Ghönhauser Straße, felber Str. 21. Sachsenwaldstraße. 5. Bez.: Kagel, Rugeйr. 6 Ede Berlinidestraße. 6. Be Mehlis, Marienborfer Straße, Ede Bismardstraße. 7. Bez.: Stehlau, Lidter Lighterfelde. Mittwoch, 7 Uhr, Zahlabend für hex äftlichen Ortsteil bei Wolle Berliner Straße, für den westlichen Ortsteil bei Schäfer, Hindenburg. Ede Nar Dienstag, abends 7 Uhr, Funktionärstigung bei Fleischer, Bäder Ortsgruppe Witteman. Der Zahlabend für den 1. Bezirf( Dorf und Siebelung finbet bei bem Sen. Rih. Saufje, Oranienburger Str. 184 statt. Die Genoffe bes 2. Bezirks( Charlottenburger Straße und Mitteßrake) haben ihr Zablaben Tefal beim Gen. Biarkgraff, Charlottenburger Straße( am Bahnhof Eichbornstraße) Eichwalbe. Mittweh, abends 18 Uhr, Zablabend bei Lindner, Bahnhoftrofe 8. 3. Den Betrag von 50 M. haben wir dantend erhalten. Unabh. Soz. Partei teuffelstraße. fizage 7. Vereinskalender Bestler Wertmeister- Berbaub, Berlin 7. Außerordentliche Generalversamm lang Dienstag, 7. Dezember, abends 6% Uhr, im Bakenhofer Turm. Eile Strow ftrage. Ben 6-7 Uhr Ausstellung und Annahme anf Bestellung billiger Aleibel Borstandswahl. Reppenplak. tag, ben 7. Dezember, abends 615 hr, Vollverjammlang in der Schulaule Kraftfahrer alles Brauen und aller in ber Auio- Jubuftrie Beschäftigten. Dien Berein Welle", Abietung Lichtenberg. Hebungsfunkefie Männer, Ingend, Knaben, Frauen und Mäden Abteilung gemeinsam jeben Mitte von 7-8 Uhr( reserviert) in ber Badeanstalt an der Shillingsbri Lebensmittelkalender ati ehlenberf. Kriegsbeschäbigte über 30 Brezent Erwerbsunfähigkeit erhalten Zbignitt 2 bes Senbericheines 2 Bib. Saferflsden zu 2,30. pro Brund und femeit noch Borrat, 2 Bd. Gerstengrüge zu 2,10 pre Pfund. Die Ausgabe folgt bei R. R. Schmidt, hauptstr. 51. Berantwortlich für ble Rebaftion: Emil Rabelb, Berlin antwortlich für den Injezatepteti:£ mbris kameriner, Rarishorl. Berlagsgenoffenf@ aft telbeit e. 6. m. 6. 5., Berlin. Drud ber Freiheit Draferei 6. ur. 6. S., Berlin E.?. Breite Strake S- A. FREIE WELT Heft 46 Winke für die Hausfrau Ratschläge zur Schonung der Kleider, Möbel- und Haus beschäftigt werden. 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