Ett bi = bun ahre Arbe hb Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Die Bretheit erfcheint margens und nachmittags, Conntags and Montage einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Haus für Groß- Berli tgebe 10,- m. im voraus zahlbar, von ber Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Bofbe habe bezug nehmen fämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifban bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 uzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,- 9 Rebeltten, Expedition und Verlag: Berlin 2, Breite Straße 8-0. gro ( na cispl a m hafte 3. Ne chtig t fow Iet c. A in d er a Metal : 2 : Ge berfes Cer Elip aber Freit Strefi Tiebsb Elter liedsb iglieb unifter ben. ung Gle Geno Fram Be ft Rind Donnerstag, 9. Dezember 1920 Nummer 523 Abend- Ausgabe Die echtgefpaltene RonpareiKezelle oder beren Raum koftet 5,-. einschließlich Seuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., fedes weitere Wort 1,50 m., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Belle. Stellen Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50.. jebes weitere Wort L.- M Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4648, 4921 greiheis Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Reaktion in Bayern Aufhebung der Reichsgesetze! Der Stabitat in Augsburg hat an die Borsigen ben jämtlicher Betriebsräte in Augsburg folgende Mitteilung ergehen lassen: Rach 3iffer IV a 2 der gemeinsamen Bekanntmachung der Staatstommiljare Bayerns vom 28. 11. 1919 betr. ben rifis Bollzug der Berordnung über die Aufhebung des Kriegszustandes and über einstweilige Maßnahmen nach Art. 48 Abl IV der Reichsverfassung ist für die gemeinschaftligen Bersammlungen der Betriebsräte mehrerer Betriebe, Bowel namentlich für die Versammlungen der Arbeitsgemeinschaft Augs burger Betriebsräte( jog. Bollzugsausschuh) Set, 7.1 babbe 0-41 ng 2. Ng ope and ope The Th Görl ezemb Fra helfe 18. gen ensic rztlic gent Spirit igen Kars ber! mp 110 in Genehmigung des Stadtrates einzuholen. Anträge hierauf wollen vom Einberufez tunlicht 24 Stunden var der Versammlung schriftlich eingereicht oder mündlich( Polizeigebäude, 1. Stod, 3immer 24) angebracht werden. Die angezogene Bekanntmachung der Staatskommissare ver bietet in der üblichen Weise alle Versammlungen unter freiem Simmel und unterwirft Bersammlungen in geschloffenen Räumen ber Anmelde: und Genehmigungspflicht. Auf sehr harfe Strafandrohungen folgt ein Abja B ber Bekannt machung, der innerhalb dieses Ausnahmerechts ein besonderes Inrecht für die öffentlichen Betriebe einführen will. Dieser tabezu unerhörte Bersuch, bie im öffentlichen Dienst stehenden Beamten, Arbeiter und Angestellten durch die Anwendung des Tusnahmerechts besonders zu tnebeln, fautet: Der Wer in Betrieben der staatlichen und der dem öffentlichen Berkehr dienenden privaten Eisenbahnen einschl. Straßenbahnen; dann der Post, Telegraphen und Telephonverwaltung beschäftigten Personen, während diese ihren Dienst ausüben, durch Gemalt oder burd Bedrohung mit Gewalt Widerstand leistet oder solche Beschäf tigte während der Ausübung ihres Dienstes tätlich angreift oder es unternimmt, solche Beschäftigte durch Gewalt oder Be drohung mit Gewalt zur Vornahme oder Unterlassung einer Diensthandlung zu nötigen, wird, wenn nicht die Gefeße eine werere Strafe androhen, mit Gefängnis bis zum einem Jahre, beim Borliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß vorsätzliche Gefährdung von Eisenbahntransporten nach§ 315 des ReichsStrafgesetzbuches mit Zuchthaus bestraft wird. Soweit ist es also in Bayern bereits gekommen. Die Reaktion Ichredt nicht zurüd vor der Unterbrüdung der wichtigsten und unentbehrlichen Bereinigungen der Arbeiterschaft und bedroht burch dehnbare Bestimmungen das Koalitionsrecht der Beamten. Soweit sich die Maßnahme gegen die Betriebsräte- Bereinigungen tichtet, stellt sie sich dar als ein Verstoß gegen die Berfassung. Die Wahl der Betriebsräte und die Bildung der Betriebsräteorganisationen beruht nicht allein auf dem Betriebstäte- Gesetz, sondern auch auf Artikel 165 der Reichsver fassung. Es heißt darin: Die Arbeiter und Angestellten find dazu berufen, gleichberechtigt in Gemeinschaft mit den Unternehmern an der Rege lung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, sowie an der gefamien wirtschaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mitzuSeltsamer Friedenspreisträger witten.... Die Arbeiter und Angestellten erhalten zur Wahrnehmung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Interessen geseg liche Vertretungen in Betriebs- Arbeiterräten." Um diese Möglichkeiten voll auszunuzen, ja, um die Pflich= ten zu erfüllen, die der Arbeiterschaft durch diesen Artikel der Berfassung auferlegt find, muß die Arbeiterschaft ihre Betriebsräte zweds gegenseitiger Betständigung und gemeinsamer Tätig feit in Vereinigungen organisierten und zu Versammlungen zus jammenberufen. Die in der Verfassung geforderte Gleichberechtigung mit den Unternehmern wird aufgehoben durch das Verhot oder durch die Behinderung der Versammlun gen von Betriebsräten. Das Vorgehen der bayerischen Staatstommissare hebt die Verfassung und die Reichsgefeße auf, und wir find neugierig, ob dieser Hinweis genügt, damit die Regie= tung einschreitet. Sie hat Gelegenheit, zu zeigen, ob sie den Willen hat, den Reichsgesehen bei reaktionären Landesregierun gen Achtung zu verschaffen. Die schuldlosen Kappisten Leipzig, 8. Dezember. In der Strafsache gegen den Generallandschaftsdirektor Kapp aus Königsberg in Preußen und Genossen wegen gemeinschaftlichen Hochperrats hat das Reichsgericht, 1. Strassenat, in nichtöffentlicher Sizung vom 23. November 1920 teils auf Anträge von feiten der Angeschuldigten, teils von Amiswegen nach Aeußerungen des Oberreichsanwalts beschlossen: Das Verfahren gegen die Angeschuldigten: 1. Geh. Regierungsrats Dr. Doyé aus Berlin, 2. Sächs. Oberfinanzrats Dr. Bang aus Dresden wird gemäß Paragraph 1 und 2 des Gesetzes vom 4. August 1920 eingestellt und die Beschlagnahme des Vers mögens des Angeschuldigten Doné( Beschluß vom 25. März 1920) wird aufgehoben( Paragraph 480 und 335 der Strafprozeßoro nung), ba nach den Ergebnissen der Voruntersuchung bei diesen Angeschuldigten die Voraussetzung der Straffreiheit gegeben er scheint. Regierungsrat Doge war einer der schwärzesten Reaktionäre im alten Preußen. Er bekleidete das Amt eines Polizeidezernenten im preußischen Ministerium des Innern und war für alle Maßnahmen verantwortlich, die die alte Berliner Polizei gegen die Arbeiterschaft durchführte. Nach der Revolution verlangte die Schuhmannschaft stürmisch den Rücktritt dieses Mannes. Der rechtssozialistische Minister Heine hielt ihn jedoch fest und so tonnte der preußische Dunkelmann seine unheilvolle Rolle weiterspielen. Er verstand es, als Polizeidezernent die Fäden zwischen der legalen und illegalen Konterrevolution herzustellen, hat sich als Mittelsmann der Kappisten bis zum 13. März sehr ver dient gemacht und dann während der Putschtage in der Verbrederregierung Kapp- Lüttwig eine hervorragende attive Rolle gespielt. Das Reichsgericht, die höchste richterliche Instanz in Deutschland, scheint die Verdienste des Herrn Done ganz richtig eingeschägt zu haben. Es hat ihn außer Verfolgung gefeht, was legten Endes einer Anertennung für den Hochverräter gleichfommt. bie Delegierten von Kanada und Australien erklärten, sich an den europäischen 3äntereien nicht mehr beteiligen zu wollen. Bemerkenswert waren auch die letzten Berhandlungen in der 5. Kommission der Völkerbundsversammlung, wo es sich um die Aufnahme der fleinen Staaten in den Völkerbund Beschlüssen unterwerfen würden, die sich gegen ihre Politit richteten. Damit fam offen zum Ausdrud, daß die Entente den Bölkerbund lediglich als ihr Werkzeug und die fleineren Staaten als ihre Basallen behandeln will. Man bemüht sich nun, in Sonderberatungen von Unterausschüssen eine Verständigung über die Aufnahme der fleineren Staaten, besonders der russischen Randstaaten, herbeizuführen, die formell deren Wünsche befriedi gen, aber die Interessen der Großmächte nicht verlegen soll. Die Auseinanderseßungen im Bölferbund Rach einer Meldung des„ Matin" hat die Kommission für den Robelpreis den Präsidenten Wilson als Träger des Fries handelte. Viviani erklärte offen, daß die Großmächte sich nicht denspreises bestimmt. Wodurch sich diese Entscheidung rechtfertigt, werden wohl außerhalb der Robeltommission nur wenige Menschen wissen. Wilson hat sehr schöne und zuweilen auch geift. volle Reben über den Frieden gehalten. Aber seine Handlungen standen im scharfen Gegensage zu ihnen. Wilsons Politik ist von den tapitalistischen Interessen der Vereinigten Staaten diktiert worden; sie hat dazu geführt, unterstützt allerdings durch den imperialistischen Kriegswahn in Deutschland, daß der Weltenbrand sich immer weiter ausbreitete und schließlich die Menschheit in einen bauernden Kriegszustand hineinführte. Insbesondere der Friebensvertrag von Versailles, an dem Wilson mitgearbeitet hat, trägt nicht der Völlerversöhnung Rechnung, sondern er ist der Ausdruck der brutalen Rache, die die Siegerstaaten an den he fiegten Ländern nehmen wollten. Ueberbies ist es fennzeichnend, baß es felbft Wilson, der doch noch immer Präsident der Ver= einigten Staaten ist, bisher nicht gelungen ist, den Friedenszustand zwischen seinem Lande und dem deutschen Reiche wieber herzustellen. im Inzwischen ziehen die Auseinandersegungen Bolterbund weitere Kreise. Aus Genf wird berichtet, daß die Bereinigten Staaten zur Bedingung ihres Eintritts in den Völlerbund die Annahme der argentinischen Abänderungsvor hläge machen will. Der amerikanische Botschafter in Argentinien hat dem Minister des Auswärtigen der Republit seine Glüc wünsche zum Schritte der argentinischen Kom million in Genf ausgedrüdt. Am Mittwoch tam es in der Bolterbundsversammlung zu scharfen Auseinanderjegungen, da In der 1. Kommission wurde ein chinesischer Antrag ange nommen, wonach für den Völkerbund drei Gige den europäi schen und amerikanischen Nationen und ein Giz Asien und den anderen Erdteilen zugestanden werden sollen. Der Völterbund und Armenien London, 9. Dezember. Einer Reutermeldung aus Washington zufolge, hat Wilson feine Ausführungen über die Grenzen Armeniens dem Völkerbund übermittelt. Einer weiteren Reutermeldung zufolge, hat das Staatsdepartement beschlossen, einen Kredit von 25 Millionen Dollars für die geplante Anleihe an Armenien nachzusuchen. Attentat in der belgischen Kammer. Zum Schlusse der gestrigen Kemmerfizung ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mann, der fich in den öffentlichen Tribünen befand, gab drei Revolver= Ichüsse auf die Abgeordneten ab. Es wurde niemand getroffen. Im Barlament entstand eine Panit. Der Attentäter wurde verhaftet. Es ist ein gewiffer Blot, 50 Jahre alt. Er gab an, daß er nicht wiffe, aus welchem Grunde er geschoffen habe. Nicht Almosen, sondern Recht! Von Marie Kuhnert Seit langem fchon hat die sozialistische Presse auf bas Massensterben der Proletarierfinder hingewiesen. Freilich, in den vornehmen Villenorten, in den luxuriösen Wohnpalästen der Schieber und Kriegsgewinner ist die Uebersterb lichkeit von Kindern eine unbekannte Erscheinung. Dafür wüten die Hungerseuchen in den Tiefen der Gesellschaft in so verheerender Weise, daß jetzt auch der satte Bürger nicht mehr achtlos an der sich immer stärker aufdrängenden Verelendung, an dem förperlichen, geistigen und fittlichen Vertommen unseres Rachwuchses vorübergehen fann. Bo unsere Mahnungen bisher in leere Luft verhallten, da erwachen jegt verspätete und nicht gerade sehr beträchtliche Regungen des Mitleids, und man tut, was man früher schon so manchesmal getan hat, wenn man zwischen Austern und Sedt sein Gewissen salvieren wollte, man ist wohltätig. Diesmal eine ganze Woche lang. Wohltätigkeit ist für die oberen Zehntausend ein Sport, wie ein anderer auch. Man wird an dem Jahrmarkt der Eitelkeit" bemerkt, man lieft seinen Namen in den Spenderlisten der bürgerlichen Zei tungen. Auf Wohltätigkeitsbazaren und festen zeigt man, daß man sich mit Eleganz und Geschmack zu amüsieren versteht. Die charitativen Vereine, deren Kassen dringend einer Auffüllung bedürfen, haben ihre Mitglieder mobilgemacht, die mit Sammellisten und-büchsen in die Häuser der soge nannten„ besseren" Familien gehen und milde Gaben für das notleidende Kind erbitten. Jetzt mit einem Male nimmt sich auch die bürgerliche Presse aller Richtungen der hungernden Kleinen an und bringt Ginzelheiten aus dem Kindere elend unserer Tage, die harte Herzen erweichen und zuges Inöpfte Taschen öffnen sollen. Grelles Bliglicht fällt hier und da auf furchtbare Notstände, die sich manchem bisher im Dunkel verbargen. Der Pazifist Graf Regler veröffentlicht seine Bilder aus der Kinderhölle" Berlins, die darum so erschütternb wirken, weil sie nicht die grauenhaftesten Auswüchse der Not, sondern nur das ganz Alltäglich e schildern, das Elend, das in vier Wochen das Los so manches tüchtigen Arbeiters werden kann, der heute noch feste Arbeit und leiblichen Verdienst hat. Der Wohlfahrtsminister Stegerwald hielt am 27. November in der Preußischen Landesversammlung eine Rede, in der er berichtete, daß in einer Berliner Gemeindeschule von 650 Kindern 161 feine Schuhe mehr hatten, 142 besaßen feinen Mantel, 305 hatten fein Hemd oder nur Lumpen auf dem Leibe. Bei 378 gab es zu Haus teine geheizten Räume. Bei 341 gab es nie einen Tropfen Milch im Hause. Von 106 waren die Eltern nicht in der Lage, die Lebensmittelrationen zu kaufen, 118 waren tuberkulös, 48 hatten durch die Ernährung geistig gelitten, 50 mogen bis zu 10 Kilogramm unter dem Durchschnitts gewicht, 65 starben im Laufe des Jahres an den Entbehrungen. Allein das Kinderelend ist längst nicht mehr das traurige Vorrecht der Großstädte, es breitet sich auch in mittleren und fleinen Städten aus als Folge der entseglichen Teuerung aller Lebensbedürfnisse. Ueberall start abnehmendes Körpergewicht der Schulanfänger und zurückgebliebenes Wachstum. Bei der Untersuchung von 65 400 sächsischen Schulkindern zum Zwede der Quäferspeisung war fast die Hälfte der Kinder ausgesprochen und schwer unter ernährt. Die Medizinalabteilung des preußischen Volks wohlfahrtsministeriums muß für 1919. bereits eine Vera schlechterung der Ernährungs- und Gesundheitsverhältnisse auf dem platten Lande feststellen. Die Menge und Güte der Milch ist zurüdgegangen; die Lebensmittel werden in zu großem Maße in die Städte verschoben, wo sie indes nicht den hungernden Stadtkindern, sondern den gutgenährten Zahlungsfähigen zugute kommen. Dazu überall das zusammengedrängte Wohnen viel zu vieler Menschen in viel zu fleinen, dumpfen und durchfälteten Räumen, dürftige Kleidung, schmutzige Betten ohne Ueberaug, Mangel an Seife und Wäsche und im Zusammenhang damit Hautübel, Ungeziefer und vermehrte Uebertragungen ansteckender Krankheiten, vor allem der Tuberkulose. Und diese täglich zunehmende Not will man durch private Wohltätigkeit beseitigen? Wer meint, daß dieses Uebermak von Leiden sich durch die Erträgnisse der organisierten Bettelei auch nur ein wenig lindern ließe, der begibt sich bewußt oder unbewußt auf das Gebiet des höheren Humbugs, als welchen die Arbeiterschaft den ganzen bürgerlichen Wohltätigkeitsrummel immer gekennzeichnet hat. Frei lich, die Staatstassen find angeblich erschöpft. Es ist zum Weinen, wenn Minister Stegerwald ber Preußischen Landesversammlung erfreut mitteilt, daß ein Fonds von 500 000 M. zur Bestreitung der dringendsten Bedürfnisse der Säuglingsfürsorge, Säuglingsstellen, Säuglingsheimen und Kinderkrippen usw. für dieses Jahr auf eine Million erhöht werden soll. Von 297 befragten Säuglingsheimen hat nach einem Bericht von Professor Rott bereits im Jahre 1919 nahezu ein Drittel geschlossen werden müssen oder war von der Echließung bedroht. Da ist die eine Million nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Milliarde, eine Kulturmilliarde, soll nach sachverständiger Schätzung mindestens notwendig sein um Deutschlands Jugend zu retten. Woher sie nehmen? Da, ein« ist klar, mit den beliebten kleinen Mitteln ist das Anschwellen der Not nicht mehr zu bannen. Wir müssen zur gesetzlichen Anerkennung des Existenz- Minimums als eine.s Grundrechtes jedes schaffenden Menschen gelangen. Wir müssen das Existenzminimum durchsetzen für alle Lohnarbeiter und Arbeiterinnen, für alle Mittel- und Unterbeamten, für alle Arbeitslosen, für alle Witwen und Waisen, für alle Alters- und Invalidenrentner, für alle Ruhegehaltsempfänaer beiderlei Geschlechts usw. Das ist auch die beste positive Be- kämpfung der Kindernot! Wir fordern ew sofortiges finan- zielles Eingreifen der Gemeinden, Staaten und des Reiches zugunsten aller, die dieses Existenzminimum nicht haben. So- dann ist der Kampf gegen das Wohnungselend auf- zunehmen durch Kommunalifierung der Wohnungen von Reichs wegen. Da die Wohnungsfrage ein Teil der sozialen Frage ist. kann sie ganz nur im Zusammenhang mit dieser ge- löst werden. Die zur Beseitigung der Kinderholle notwendige ..Kulturmilliarde" wäre vorhanden, wenn man ee zum Bei- spiel nicht für„gerechter" hielte, einem der Urheber des Weltkrieges. Wilhelm Hohenzollern. ausier dem Haus- und Fideikommisivermögen, acht EchXösier, 100 Erund- ftiicfe, Häuser, Güter, Parks. Förstereien mit dem wertvollen Inventar an Möbeln. Wäsche. Geräten auszuliefern. Wie- viele Kinderheime liehen sich auf diesem märchenhaften Be. sitz einrichten. Heimstatten für Tausende der armen Kleinen, deren Eltern vorübergehend oder dauernd wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und unzureichenden Berdienstes ihren Pflichten nicht nachkommen könne! Im übrigen ist Wilhelm ja nicht der einzige überflüssige Reiche, bei dem es sich lohnt, zu requirieren. F. P i n n e r berichtete vor einiger Zeit im„Berliner Tageblatt", daß die Zahl der neuen Privatvermägen in der Großen- ordnung von zehn bis einigen hundert Millionen, die in Er- werbsgesellschaften des In- und Auslandes sorgfältig ein- gehüllt, jeder Kriegsbesteuerung entschlüpfen, sich nach der Schätzung eines Großindustriellen auf einig« Tausend be- laufen. So manche Kulturwohnung wäre aus den Besitz- tümern dieser privilegierten Erpresier herauszuholen, wenn wir eine Regierung hätten, die am rechten Orte rücksichtslos zuzugreifen gewillt wäre. Einmütig und mit elementarer Stärke muß das Volk kund tun, daß es nicht länger gewillt ist. zu dulden, daß die Armut bestenfalls mit den Brosamen abgespeist wird, die von der Reichen Tische fallen. Das ProDetariat will kein« Almosen, e» verab- scheut sie. Das Proletariat ist es. das die Lasten der Ee- sellschaft tragt: seine Arbeit ist es. die die Gesellschaft hält und hebt. Dafür fordert es eine menschenwürdige Eristenz nicht nur für alle, die zu nützlicher, für die Gesellschaft not- wendiger Betätigung bereit sind, sondern auch für deren Kinder. Wehe dem Staatswesen, das dieser Forderung nicht gerecht tmrd!/ Wahl des Bundespräsidenten in Oesterreich «lra.«. Dezember. Heute vormittag trat die Bundesversammlung zur Wahl de« Vundespriisidcntrn der BepudlU Oesterreich zusammen. Die Christlichsozialen. Sozialisten und Großdeut�che« gaben ihre Stimmen für ihre Parteikandidaten ab. Der Thristlich-Soziale Kienböck erhielt lifö, der Sozialdemokrat Seitz 85 und der Groß- deutsche Dinghoser 27 Stimmen. Da trotz der drei Wahlgänge kein Kandidat die absolut« Stimmenmehrheit erhielt, wurde die Sitzung bis S Uhr abends unterbräche«. Um 6 Uhr lv Minuten wurde die Sitzung wieder eröffnet. Im vierten Wahlgang wur» den 2lS Stimmen abgegeben, davon 2l8 gültig«. Die absolut« Mehrheit beträgt llO. Es entfielen aus Kienböck ll». auf Seist 85 und auf Dinghoser 3V Stimmen. Der Präsident Weis» k l r ch n e r unterbrach darauf die Sitzung auf eine halb« Stund« und lud die Parteien zu neuen Verhandlungen ein. Der fünft« W a h l g a n g ergab ungefähr da» gleich« Ergebnis, wie die vor- heroehenden Wahlqänge. Nachdem die hierauf ausgenommen«« Besprechungen zwischen den Partei«»«rgebuislo» verlausen waren, wurde die Sitzung vertagt. In parlamentarischen Kreisen«erlautet. bei der auf morgen verschobenen Wahl des Bundespräsidenten der Republik Oester- reich werde der Wiener sozialpolitische Schriftsteller Michael Hainisch aufgestellt werden. Gin neuer Iuftizskaudal Vor einigen Tagen peröffentlicht« der Berliner Bezirk der Kommunistischen Arbeiterpartei einen Aufruf, worin aus einen neuen Fall deutscher Iustizschande aufmerksam gemacht wurde. Das Mitglied der K. A. V. D. Franz Jung hatte von dem Gründungsparteitag den Auftrag erhalten, als Delegierter der Partei zum Exekutivkomitee det dritten Internationale nach Moskau zu reisen. Da er keine andere Reisemöglichkeit fand, fuhr er als wilder Pasiagier auf einem Cuxhafener Fischdampfer mit. der nach Aussage von Matrosen der Bemannung nach dem Weihen Meer bestimmt war. dessen Mannschaft aber erst aus hoher See die Kursänderung dorthin durchsetzte. Die Initiative zu der Kursänderung sei in keiner Weise von Jung ausgegangen. Trotzdem wurde er nach seiner Rückkehr nach Deutschland unter der Beschuldigung des schweren Raubes verhaftet und seit zwei Monaten sitzt er als nichtpolitischer Untersuchnngsgefangener in Curhafen. Durch ein System von Quälerei und sonst nur in Irrenhäusern üblichen Bewachnngsmethoden iuch« man ihn jetzt wehrlos zu machen. In der heutigen Morgenausgabe des„Berliner Tageblattes" wird dieser Fall, anscheinend von interessierter Seite, folgendermaßen dargestellt: Einige Matrosen des einer Cuxhafener Reederei aehdrigen Fis'bdamvfers„Senator S ch L d e r" er- klärten, daß Jung an Bord kommen könne� sich aber, weil das Schiff sonst kein« Pasiagirn mitnehme, in einem Verschlage auf- halten müsie. bis das Schiff auf hoher See fei. Auf hoher See erst erfuhr Jung, daß das Schiff eigentlich nach Island bestimmt war. Nach Unterbandlunaen mit dem Kapitän schlugen die Ma- trafen den Kur« noch Rußland ein und landeten in A! e r a n- d r o w s k an der Murmanküfte. Das Schiff wurde von ibuen vorläufig russischem Sck>utz unterstellt. Jung erhielt aus die Bitte. die Ankunft des Schiffes den deutschen Behörden umgehend und ordnungsmäßig tu melden, vom dortigen ru'stschen Kommissar die Zusage.«» sofort zu veranlasien. Schiff mit Besatzung und Kapitän sind Aniang Juni nach Deutschlaad zurückgelehrt. Jung, der sofort nach Maskau weiterreiste, bat sich wiederholt an maß- gebende« Stellen für Kapitän und Mannschaft verwandt. Im Juli kehrte Z»ng nach Deutschland zurück. In einer Schrift:..Die Reiie nach Rußland" hat er seine Erlebnisse niedergelegt. Ende September wurde er wegen..Schiffsraubes" verhaftet und in das Gefängnis nach Curbafen qebracht. Das Ermitte- lungsverfabren schweb« noch, da Zeugen in Norwegen vernommen «erden müssen. Also auch nach dieser Darstellung steht es durchaus nicht fest, daß Jung die Kursänderung de« Schiffes veranlaßt hat. Aber auch wenn dem so wäre, so kann e« sich nicht im mindesten, um einen „Raub handeln, da Jung anscheinend selbst dafür gesorgt hat. daß da» Schiff wieder nach Deutschland zurückgebracht wurde. Jana hat sich als» im schlimmsten Fall«ines vergebens aus politischen Gründen fchulvig gemacht, und es ist unerhört, daß man au» dieser Sache nicht nur«inen kriminalistischen Fall ,u drehen sucht, sondern Jung noch wie einen Schwerverbrecher rn Ilnteriuchungshaft hält nnd die Folter de« modernen Unter- suchungswesens erleiden läßt. Jung«st von selbst noch Deutsch- land zurückgekehrt,«in Fluchtverdacht liegt affo nicht vor. Wir würden empfehle«, daß die deutschen Justizbehörden ibre Energie nicht in d«r««Handlung solcher politischer Fälle«rschävft. son- dern sie dann z«Iag werden sicher auch solche Schuft« wie ihr vate, einer ist— und werden auch einmal ein armes Mädel Unglück- lich machen.." Und denken St«, deshalb haut sie die Kinder jetz: schon, da» ist doch«in Unsinn— nicht wahr?" „Aber ich Hab' e, ihr schon öfter gesagt, man wird ihr dann«in- mal einfach die Kinder wegnehmen müssen.'« sind zwei so heezig« Buben. Und haben immer Hunger... fi« kümmert sich nicht viel um fie.* „Aber warum", fragt dt« Sprecherin— und schaut wieder so gramvoll—„warum gibt e, denn anch kein Gesetz, wo Männer bestraft werden— da» ist doch auch«ine Schlecht««� — noch schlimmer al» Stehlen— wenn einer«in Mädel in solche Elend sitzen läßt— mit zwei Kindern--?" »Muß er denn nicht etwa» auf die Kinder zahlen?" � „I wo— sie hat ihn ja gar nicht angezeigt— sie sagt, sie wW fich totschämen vor Gericht, wenn die fremden Männer dort P so allerhand fragen würden... Sie ist eben seitdem ei« bißl««* der Weise.. Mutterscin ist doch lein« Schande— nicht wahr? Sie war wieder hereingekommen und hatte«in kleines Blldch'?' ihre beiden Kinder. Ich neigte mich zu ihr und strich ihr leP die roten vtrfrorenen Hände.„ „Es sind doch so arme unschuldige Kindlcin", sagte ich bittet' „sie können doch nichts dasür!.;. Mutter fein ist doch keiP Schande!" „Ach! Danke!" sagt« sie unbeholfen und preßt« mir dle Fl«l�' ..Aber„Vater sein" und Mutter und Kinder im Elend umkonuv lassen— gelt— da» ist doch ein« Schande!" „Ehelei" heißt von Hermann Bahr ein neues,-----(ia(, Lustspiel, da» um die Liebeleien und Ehcbrücheleien eine« geieierten österreichischen Operettenkompanisten«inen KranjJ®', det, in dem e» von offener Getstreichelei und versteckter L, raschelt. Es kommt nur«ine kleine Abendunterholtung PttaM wenn Bahr mit der ganzen„Sittlichkeit" des Bohemien» halbe„lugend" der bürgerlichen Ehe ableuchtet. Letzten«"0 will er auch hier nur ammant fein, aber dies« Absicht gelänge besser, wenn seine Sticheleien knapper zuarspitzt wären.&'tl, zu kürzen und herauszuheben, verlief sich du Regie des freund. Am besten(in der zweiten Ausführung) w�wr« Hagenbruch als verstiegenes Gänschen, das gern«in che« sein möcht«.\ „Amphttrqo". Komödie von Molitee. fLesstngth Af.rii Eine harmlose, stichelnd« Travestie der alte« Saar, von Kot'. wird gesprochen, aber die Herren der Menschen sind g«""-? Schmerzhaft verhüllt« Polemik gegen d.«n Feudalismus., f. frischend im Umriß, malt in der Einzelzeichyung und ganz>"�sU hast in der Frauenschilderung. Nnmen o w s k y holt den f Grundkern heraus�«tftcu� butch, Zurückhaltung des PoJeWy jir wählt«in ironisches barockanttkes Kostüm nnd leistet st Nachahmung einer überflüssigen Vorderbühne. Jans' erst ein strahlender, verliebjer, junger Gott, verliert in seminarhaften Deutlichkeiten und zuletzt in qiner � Gr hat so doch nicht nötig. R.A. Robert» fSosia») ist Mutterwitz und trockener Loune. aber ohne diaÄti che wäre es auch gegangen. Erna Retgbert gibt ein« zellancame, die Torning malt stch draftifth gn, EchrotS fielt« noch aust- Starker Befall. nur Mß ,1 m»"'vi A» $ fes ren, telle mit tum lau telle Sirler anter alte mit smus Ingsa eine be Die eichs auf Tie C 11. Re tune Thaft wenig Res einen hin rdert, n der ionen ceutic ungs Das Aufhebung eines Pfaffen- Privilegs Laienreden am Grabe anzeigefrei! Der Konkurrenzneid der professionellen Leidenrebner gegenüber ben fogenannten Laienrebnern hat oft zu unliebfamen Störungen Don Trauerfeiern geführt. In threm Kampfe gegen bas Frei benfertum wurden die Kirchenbehörden gestüht von der vor der Revolution geschaffenen Jubilatur, die Laienreden auf Grund des Sereinsgesetzes der polizeilichen Anzeigepflicht unterwarf. Mit diesem unerhörten Ausnahmeauanb gegen bie libenten hat ein Urteil des Landgerichts Berlin endA aufgeräumt. Bei der Beerdigung eines friegsbeschädigten Genoffen in AltBlienide verursachte der Vertreter des Kirchenrats eine Glanbal Szene am offenen Grabe, indem er den Genossen Peters, ber Gemeindevorsteher dem Berstorbenen eine Gedächtnis ebe widmete, am Weitersprechen zu hindern suchte. Nicht etwa bez Störenfried, sondern Genosse Peters erhielt ein Strafmanbat Rebe nicht eingeholt hatte. Auf seinen Einspruch hin verurteilte Söhe von 60 M., weil er bie polizeiliche Erlaubnis für bie thn on 8 M., ba der Angeklagte immerhin aus eblen Motiven ge handelt habe. Gegen dies Urteil legte Peters Berufung ein. Am 22. Novem er hatte sich die 5. Straftammer des Landgerichts II mit ber Sache zu beschäftigen. Die Kirchenbehörde jef, legte Genoffe Beters bar, gesetzlich verpflichtet, Andersgläubige auf ihrem friedhof aufzunehmen, da nur ein Friedhof im Orte bestehe. Die Bestimmung der Friedhofsordnung, daß die Begräbnisfeiern nur firchlichen Sinne abgehalten werden dürfen, verstoße gegen die ten Sitten. Diese Friedhofsordnung bestehe aber auch nicht ehr zu Recht. Durch die inzwischen in Kraft getretene Rets faffung ist sie aufgehoben. Die Artikel 135 und 136 ber Reichs Derfassung bestimmen, daß alle Bewohner des Reichs volle Glaus bens- und Gewissensfreiheit genießen, daß die ungestörte Religionsübung durch die Verfassung gewährleistet set, und daß niemand zu einer firchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an Religionsübungen gezwungen werden dürfe. Die Bestattung eines Berstorbenen ber ohne Feierlichkeit widerspreche aber der herrschenden Moral. Art und Inhalt der Feier unters liege nach der Reichsverfassung der freien Bestimmung der Trauer- Versammlung. Das Reichsvereinsgesetz fäme überhaupt Dorgenommenes Leichenbegängnis( Aufzug), sondern um eine von htetet Deffentlichkeit abgeschlossene Veranstaltung. Im übrigen fozia leien durch den Aufruf des Rates der Boltsbeauftragten vom Rovember 1918 sämtliche einschräntenden Bestimmungen des Reichsvereinsgejeges aufgehoben. men. Mung hinzu onflitt en als bings 7 ble burd ge der Da ten einlich iches rage ber. ur bet ibmet. Debatte ts hiet b ein tragen hl ber Genoffe Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, ber in Bertze tung des Genossen Dr. Rosenfeld den Angeklagten verteidigte, bies nach, daß in der Tat der erwähnte Aufruf der Boltsbeauf tragten Gesetzestraft erlangt habe, da er in die Gesezessammlung aufgenommen und durch kein anderes Gesez aufgehoben sei. Dem πατή unterliege das Versammlungsvereinsrecht teinerlei Be rantungen. Jede beliebige Anzahl Menschen tönne überall und Reben gehalten werden. Genosse Liebknecht unterbreitete dem Ges tgegen stehen, sich frei versammeln und natürlich dürfen auch tint ein ausführliches Gutachten des bekannten Staatsrechtsfeh Ts, ordentlichen Brofessor Dr. Jellined, an ber Universitat Riel, bas feinen Standpunkt eingehend begründete. Auch De nehme eine grundsäglich ähnliche Saltung ein. Aus Der Staatsanwalt beantragte Berwerfung der Berufung. Das Bericht jetzte die Urteilsverkündigung auf 8 Tage aus. Es tam Montag zu einem Freisprud, indem es fich ber Beweis ung der Berteidigung anfchloß. Bufunft dürfen alfo Laienreben am Grabe ohne jebe polizeiAnmeldung von Jedermann gehalten werden und derjenige fich strafbar, der störend eingreift. Die Wiederbelebung des Handels London, 8. Dezember. Wie bie Blätter melben, hat bie russische Räteregie. ng in London mitgeteilt, daß die hauptsächlichsten Bestimmun en bes englisch- russischen Sandelsabtemmensentwurfes füz fie nehmbar seien. Sie ersucht jedoch darum, bak in einer euen Konferenz zwischen englischen und russischen Delegierten gewisse Einzelheiten beraten wird, bevor man zur endgülti den Ratifizierung des Abkommens übergeht. Daily Chronicle" meldet, daß die britishe Regierung Grangenblidlich zwecks Förderung des Hanbels mit den Ländern, die durch den Krieg gelitten ommu Rom cafibent Aus aus folche Tolchem Aber uropäischen baben, einen wichtigen Plan mit ihren Handelsberatern erörtert. In diefem Plan wird die Bildung eines Central Clearinghouses Europa für den britischen Handel vorgesehen, verbunden mit Borlehrungen zur Berteilung der Waren. Im Unterhause wurde das Farbstoffgesek, durch das die Einfuhr Stigtet usländischer Farbstoffe für die Dauer von 10 Jahren nur unter Lizenz gestattet wird, in zweiter Lesung mit 277 gegen 72 Stim e mit bort fie BI aus br?" dchen, r leile bittend teine Finger Commen attiges s blob z win Moral heraus Enbes ens ble tge ihm Statt Aleinen ten bet Wether ar Fl Luber B. ater) Götters gemeint us, mangel ernften nhaften nur bic ift 5 später Mitapte t pollet Färbung e Bar s un Ka men angenommen. Aus der Wirtschaft Industrielle Wuchergewinne Die Gutehoffnungshütte, ein Familienbesik der Fa milie Saniel und Grundstod eines mächtigen Montan- und Schwezeifentonzerns, erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Bruttogewinn von 57,1 Mill. Mark( im Vorjahr 10,7 mill Mart) und nach 15,4( 8,2) Min. Mart Abschreibungen einen Rein gewinn von sage und schreibe 40,8( 3,6) Min. Mart. das ist mehr als die Hälfte bes erst fürzlich von 40 auf 80 Mill. Marf erhöhten Afttentapitals. Davon werden den Attionären 16( 2,4) Mill. Mart, das find 20( 6) Prozent des Kapitals, als Dividende zur Berfügung gestellt, 23,2( 0,9) M. Mark werden den Rüdlagen zugeführt. Diese unerhörten Gewinne sind aber feineswegs einer Erhöhung der Produktion zu vezbanken. Aus den veröffentlichten ffern geht hervor, daß die Kohlenförderung und die Produktion von Roheisen und Walzwerkerzeugnissen ganz unwesentlich gestiegen, bie Rofs- und Eisenerzproduktion hingegen zuzüdgegangen ist. Troßdem stiegen die Einnahmen für vertaufte Gr. geugnisse von 294 auf 1198 Mi11 Mart Wie berechtigt biele Breissteigerung auf bas mehr als Bierfache mar, geht schlagend aus dem erzielten Reingewinn hervor. Die Oberschlesische Eisenbahnbedarfs- A.- G. schüttet ihren Affionären diesmal 25 Brozent Dividende gegen 6 Prozent im Vorjahre aus. Auch diese Gesellschaft weist zur Rechtfertigung auf die Geldentwertung und die dadurch bedingte Steigerung des Gesamtumsages" hin. Ja, so ist ber Lauf ber Welt. Für die arbeitenden Massen bedeutet die Geldentwertung Steigendes Mißverhältnis zwischen Preisen und Löhnen, steigende Berelendung, für die Kapitalisten bedeutet sie Steigen der Umjäge und der Dividenden. Schwierige Verkehrslage im Ruhrrevier Die Verkehrstage der Eisenbahnen im Ruhrbezirt ist unner ändert schwierig, namentlich im Verkehr von und nach dem linfen Rhein. Durch diese Verhältnisse ist die Berteilung der leeren Wagen auf die einzelnen Bechenanlagen sehr erschwert, vornehmlich soweit fie auf den genannten Streden liegen. Zu Beginn dieser Woche ist die Anzahl der beladenen im Bezirk be findlichen Wagen zurüdgegangen, so daß zum Teil nur noch wenige Wagen über den Normalbestand nicht abgefahren find. Die Lagerbestände haben sich von 415 439 Tonnen am 27. Nopember auf 491 533 Tonnen am 4. Dezember erhöht. Die Wagengestellung ist in der letzten Woche mit 20 470 im Bergleich zur vergangenen Woche annähernd die gleiche geblieben, während die Fehlziffern von 5468 auf 4474 auridgegangen find. find durch thre Geburt bazu bestimmt, im Siechtum zu vers tommen. Alle wissen das. Sie müssen es wiffen. Die Zeitungen find voll mit Aufrufen an das tapitalfähige Publikum. In allen Straßen hängen Anschläge, welche den Vorübergehenden das Schauerliche Dasein jener Unglüdlichen ins Bewußtsein hämmern. In diesen Tagen findet eine Spende für die Kinder in Not statt.... Und in diesen Tagen wagt es jemand, in der verkehrsreichsten Straße der Stadt, allen zur Schau, ein Schlaraffenland auszustellen!!... Führt die Kinder dahin! Eine Armee fönnt ihr sammeln, Laßt sie dort auf und abgehen!... Aber seht euch vor, daß nicht bie Scheiben in Trümmer fliegen......! Die Arbeit im neuen Magistrat Die Verteilung der Geschäfte innerhalb des neuen Berliner Magistrats ist nunmehr endgültig erfolgt. Es haben erhalten und übernommen: die Stadträte Sorten, Koblenzer und Schfich ting die städtischen Werke und die Kohlenversorgung, die Stadts zate Wege und Koblenzer die Gilter- und Forstverwaltung, die Stadträte Wugfy, Rohl, Rante, Dr. Diller und Aug. Singe das Ernährungswesen. Stadtrat Wusty ist der Nachfolger des Stadtcats Sintonjohn in der Brot, Mehl- und Milchversorgung. Stadtrat Kohl hat die Zuderabteilung, Stadtrat Rante dent Bich und Schlachthof, das Fleisch und Petroleum, Stadtrat Dr. Diller die Fisch und Kartoffelverteilung. Stadtrat Singe hat bie Markthallen übernommen, dazu das allgemeine Wohlfahrte wefen. Stadtrat Benede hat das Stiftungswesen behalten. Stadtrat Schüning ist der Leiter der Kriegsbeschädigtenfürsorge, Stadtrat Gallas Dezernent der Blindenpflege, Synditus Dr. Lange hat das Dezernat für die Darlehnskasse übernommen. Frau Stadträtin Dr. Weyl behielt das Dezernat für die Jugend wohlfahrt und für die städtischen Heimstätten, des Waisenhauses und bergleichen. Stadtmedizinalrat Dr. Rabnow als Nachfolger von Professor Weber ist der Leiter des Gesundheitswesens. Stadtrat Benede hat bas Dezernat für die Jrrenanstalten erhalten und Stadtrat Scholz das für die Hofpitäler, während Stadtrat Kob lenzer zu feinen anderen Dezernaten noch das Rettungswesen überwiesen erhalten hat. Die Zentrale Buch untersteht nun dem Stadtrat Benede. Für alle Lohn- und Tariffragen ist jetzt Stadtrat Koblenzer zuständig, für die städtischen Betriebsräle Stadtrat Weise. Stadtrat Brühl ist alleiniger Dezernent für Arbeit und Gewerbe, während die Gewerbe- und Kaufmanns gerichte dem Stadtrat Dr. Diller unterstellt sind. Stadtrat Poezich als Nachfolger von Stadtrat Maaß ist Dezernent filt die städti Ichen Arbeitsnachweis, die Straßenreinigung, bas städtische Fuhre wesen, die Ratswagen usw. Stadtrat Weise hat ferner die Er werbslosenfürsorge übernommen. Geh. Rat Stadtbaurat Dr. Ludwig Hoffmann hat das Dezernat für Hochbau behalten, wäh zend Stadtbaurat Sahn das für Tiefbau, für die Bebauungs pläne bekleidet und Stadtrat Schüning die Häfen verwaltet. Stadtrat Dr. Moler ist Berkehrsdezernent, Stadtrat Ahrens Vor Figenber ber städtischen Bart- und Gartenverwaltung sowie bes ftabtischen Bestattungswesens. Die Feuersozietät untersteht dem Stadtrat Stauße, dem auch die Verwaltung der herrenlosen Erba schaften, bie Swangsvollstredungssachen usw. unterstellt sind und ber gleichzeitig Kommiffar für Militärangelegenheiten ist. Die städtischen Verwaltungsgebäude verwaltet Stadtrat Wege, bie Kleingärten Stadtrat Stolt, das städtische Siedlungs- und Woh nungswesen Synditus Dr. Lange, die Mieteinigungsämter Stadl rat Wukty. Stadtrat Dominicus ist für das Fach- und Fortbil bungsschulwesen Dezernent. Stadttämmerer Boeß als Leiter des Finanzwesens ift gleichzeitig alleiniger Dezernent für die Spar fasse und das Hypothefenamt. Stadtrat Hinge hat das Dezernat für das städtische Grundeigentum beibehalten. Das Anschaffungs amt und Bekleidungswesen ist dem Stadtrat Weise unterstellt, das Kunst- und Bildungswesen dem Geh. Rat Dr. Hoffmann, die Museen der Frau Stadtrat Dr. Weyl, die Bibliotheken usw. bem Stadtrat Benede, die Personalien dem Syndifus Dr. Lange, die allgemeine Polizei und das Feuerwehrwesen dem Stadtrat Ahrens, die Arbeiter und Hilfskräfte dem Stadtrat Weise, das Statistische Amt dem Stadtrat Kohl, die Standesämter dem Synditus Dr. Lange, die Wahlangelegenheiten dem Stadtrat Schüning, Borfizender der Magistratsfommission für das städti fche Pfandleihamt ist Stadtrat Wege. Bürgermeister Ritter hat neben seinem Dezernat als Bürgermeister noch das für gemein nügige Angelegenheiten übernommen. Stadtrat Schüning ift außerdem Dezernent für alle Personalien der unbesoldeten Ge meindebeamten. Stadtrat Brühl Generaldezernent für den De mobilmachungsausschuß und Synditus Dr Lange Generafdezer nent für die neue Stadtgemeinde Berlin. Mitbezernate befleiden noch einige Stadträte. Das große Dezernat für das Schulwesent ist noch nicht verteilt. Die Schulräte Dr. Fischer für das Ge meindeschulwesen und Prof. Dr. Reimann für das höhere Schul wesen bleiben noch im Amt. Die Bantbeamten vor dem Schlichtungsausschuß. Wie ber Deutsche Bankbeamtenverein mitteilt, sind die öffentlichen Ver handlungen vor dem Schlichtungsausschuß für die Verlängerung des Reichstarifs im Bankgewerbe gestern abend zu Ende gegangen, ohne daß es zu einer Einigung gekommen wäre. Im Gegensatz zu den aus früheren Mitteilungen bekannten Forderungen der Angestellten, wurde von den Bankleitungen nur 10 Prozent Auffchlag auf das bisherige tarifmäßige Mindestjahreseintommen ans geboten, wofür eine Verlängerung des Tarifvertrages bis zum 30. Juni 1921 verlangt wird. Der Schlichtungsausschuß tritt heute au seinen inneren Beratungen zusammen. Der Schiebs. spruch soll heute abend gefällt werden. Die deutschen Delegierten für Brüssel. Die deutsche Regierung hat der französischen Regierung eine Note übergeben lassen, in der für die Verhandlungen in Brüssel der Staatssekretär Bergmann und Karl Friedrich D. Siemens als Delegierte be stimmt werden. Die deutsche Regierung erflärt in der Rote, fie gehe non der Voraussetzung aus, daß durch die Zusammenfunft in Brüssel an der Konferenz, die in Spaa zur Prüfung der non Deutschland in der Wiedergutmachungsfrage gemachten Bor schläge vereinbart ist, nichts geändert werde. Hannoverisch- Krähwinkel. Die gestrige zweite Aufführung von Seinrich Lautensads Pfarrhausfomödie" im Deutschen Theater anno per rief wiederum berartig tumultuarische Szenen hervor, daß ein Weiterspielen nicht möglich war. WIB. meldet bazu: Nach polizeilicher Räumung des Theaters bildete fich ein Demonstrationszug der Gegner des Stüdes, der sich zur Wohnung des Polizeipräsidenten in Bewegung fegte und bort gegen weitere Aufführungen proteftterte. Wie wir hören, hat fekt der Bolizeipräsident bie weiteren Aufführungen des Stüdes infolge der badurch hervorgerufenen Unruhen verboten.(!!) Die ruffischen Sandelsbeziehungen. Die Mostauer Jsweftija" bringen in einem Leitartikel die Nachricht von der nahe benot stehenden Wiederaufnahme der Handelsverbindungen Rußlands mit den anderen Staaten. Das Blatt erklärt weiter, daß sich bereits eine Zunahme des Importes feststellen laffe. So trifft über Solland und Dänemart viel 3inn und Blei ein. Aus Schweden werben große Mengen Bapier nach Rußland transportiert. Tschechisch- russische Wirtschaftsverhandlungen in London. In London ist der Bertreter der tschecho- flomatischen Industrie ein getroffen, um mit der ruffischen Delegation über die Möglichkeit Die Verpflegung für das Donezbecken einer Ausfuhr nach Rußland au verhandeln. TU. Paris, 9. Dezember, Die Wohnungsnot der englischen Arbeitslosen. Entlaffene Soldaten haben fünf leerftehende Säuser in Swanseau besetzt. Die Bolizet hatte die größte Mühe, die Leute wieder zu vers treiben. Die Arbeitslosen in London haben eine öffentliche Wache in der Borstadt geftürmt und dort ein Platat angebracht: Haupt quartier der Arbeitslosen. Die Bulgarische Gesandtschaft in Berlin gibt befannt, daß bie Die Kommission, die beauftragt worden war, die Kohlens Produktion des Donezbedens zu fördern, ist nach Mostau faridgefehrt. Die beiden Kommiffare Lemaw und Khala. top ertlären, daß die Lage besser ist als fie erwartet haben. Die Kommission, die von Trogfi geleitet wird, verbrachte zwei Wochen in der Region. Sie hatte ich in 10 Romitees eingeteilt, Salgeinfuhr nach Bulgarien bis auf weiteres verboten ist. bie bie Arbeit, sowie die Existenzbedingungen der Bergleute ftu biert haben. Der Rat der Boltstommissare hat die Borschläge ber verichiebenen Komitees gebilligt. Die Ernährungstommiffare Don Rußland und der Ufraine find beauftragt worden, die Ber Anzahl tommunistischer Verpflegungsanstalten zu schaffen. egung der Bergleute au organisieren und eine große Das irische Problem merdam, 9. Dezember, Wie verlautet, wird sich Lloyd George zu Berhand. lungen über den Frieden in 3rland bereit erklären, jebot unter der Bebingung, bah die Ginnfeiner von der irischen Republif Abstand nehmen und daß der Mordfeldzug eingestellt werbe. Generalstreik in Spanien TU. Madrib, 9. Dezember. Ein Generalstreit, ber im Anschluß an eine Bewegung in Barcelona, Madrid, Valencia, Sevilla und in ben meisten Städten proflamiert worden ist, wird als gescheitert be. trachtet. Auch aus der Proving wird das Scheitern ber Bewegung gemeldet, bie non extremistischen Elementen hervorgerufen worden baß es fich schon jeht um eine Bewegung ohne Führer und ohne Dar. Die Zeitungen von Madrid und von Barcelona erklären, Biel handele. Ein Ministerrat, ber in der Racht zum Mitte moch stattgefunden hat, hatte beschlossen, ben Zivilgouverneuzen leine Unmeifung zur Unterbrüfung des Aufstandes zu geben. Zn getötet und mehrere vermundet murben. Groß- Berlin Kinder in Not! In dem Laden eines großen Geschäftshauses ist eine Ausstellung von Egwaren zu sehen. Hinter den Schaufenstern türmen fich Berge von Früchten, Speisen und Lederbissen auf: mitten dar unter steht eine Tafel, besetzt mit tostbaren Torten, garnierten Tellern, Rörben übervoll von Obst, Wein und Liförflaschen.... ( man hätte noch ein paar Leute mieten follen, die den Straßengängern ein Gelage nach Art der Schieber vorführten)..... Gegenüber diesen Schaufenstern hängt ein Anschlag: Der An fchlag zeigt ein Weib, das ein nadtes, vom Hunger entstelltes Kinb in ben Armen hält. Das ausgehungerte Kind blidt gerabe in ben Laben mit ben Ehwaren, in den Laden, welchez Reklame für Gelage und für Schlemmerei macht. Sein abgezehr. tes, fleischlofes Geficht verharrt in stierez BerwunderungAber beruhigt euch: es ist nur das Kind auf dem Anschlag. Das wirkliche Kinb würde sich ganz anders betragen..... Führt es vor diesen Laden!.. Ihr tönnt eine Azmee von jenen Unglüd lichen jammeln..... Unzählige Kinder hungern haben nicht das Rotbürftigste zu effen. Sie sterben nicht tönnen aber auch nicht leben. The Da Balencia tam es zu einem Zusammenstoß, bei dem eine Berson fein ist nur ein Sich- Dahinschleppen von Tag zu Tag, ein Ab Expreß Daily gelechhe Regierung gegen König Konstantin Daily bernimmt unter dem& b. Mts, aus Athen, bak bie griechische Regierung an den König Konstantin ein Telegramm gelandt habe, morin fie thn bittet, in inbetracht ber Saltung Η οντισιον mariern unter dem Sunger, bez in ihren Gliedern und Eingeweiben fist n ben fleinen, schwachen Körpern niften fich die Brantheiten und sehren an ihnen. Die ber Nahrung entwöhnten 3ähne faulen ab, bie Augen werben Stumpf und gierig, und bie Gefichter bekommen ein greifenhaftes Aussehen. 3hze nezzentien und perfimmerten Gliedmaßen gengen von greuenhofter Rot, Box einem Clenb, für bas es teine Worte gibt. Diese Mensolein Berwaltungsbezir? 19. Am Montag tagte die Bezirksverfamm fung des 19. Berwaltungsbezirks. Die Tagesordnung umfaßte nur einen Bunft: Bericht der Kommission zur Belegung des Bezirksamts. Genosse Buchweiz, als Berichterstatter, begründet in furzer fachlicher Form den Vorschlag der Kommission, bas Bezirksamt aus 9 Mitgliedern bestehen zu lassen, welche alle befoldet fein sollen. Die Herren der Rechtsparteien glaubten in ber Aussprache noch einmal gegen den Antrag Sturm laufen zu milfen. Sie beflanten sich bitter barüber, daß bie befoldeten Mite glieber auf zwölf Jahre gewählt werden sollten. Unsere Genoffen Rubig, Geitig und Siege fagten ihnen in aller Deutliche feit, daß gerade ihre Parteien es gewesen sind, welche in ber Landesversammlung für die zwölfjährige Amtsbauer der besolde ten Mitglieder gestimmt haben. Auch die ehrenamtliche Tätigteit wurde von den Vertretern aller brei sozialistischen Parteien tref fend gefennzeichnet. Die Herren Deutschnationalen glaubten auch hier ihr vaterländisches Gefühl zum Ausdrud bringen zu müssen. Nach ihrer Auffassung würden die ehrenamtlich tätigen Mitglieder aus Sparsamteitsrüdfichten unentbehrlich sein. Wie diese Spar famteit in der Wirklichkeit aussieht, tonnte ihnen nom Genoen Rubig burch ein treffendes Beispiel gesagt werden. Der An trag ber Kommission wurde mit 18 gegen 16 Stimmen ange nommen. Thren Namen geändert hat nunmehr die Fraktion der Neufemmunisten im Berliner Stadtparlament. Sie hat dem Stabb verordnetenbureau mitgeteilt, daß sie nicht mehr die Bezeichnung ( U. 6. B. D., Lints), sondern Frattion der Vereinigten Kommu nistischen Bartet fährt. Bolitische Gefangene und Inhaftierte! Es ist in letzter Zeit mehrfach vorgekommen, daß die Gerichtstassen noch nachträglich Lohnforderungen gepfändet haben für die Gerichtstoften, die aus Anlaß der unter die Amnestie vom 4. Auguft fallenden Straftaten entstanden find. Diese Pfändungen find unzulässig, ba nach den Ausführungsbestimmungen vom 7. Auguft alle Gerichtstoften, lo welt fie nicht bereits bis zum Erlaß der Amnestie bezahlt waren, restlos erlaffen find. Wir bitten die Genossen, uns alle diese Fälle unter gleichzeitiger Einsendung des Zahlungsverbotes fofort mit zuteilen und die Lohntassen der Betriebe zu ersuchen, die geperrten Beträge vorläufig nicht an die Gerichtstasse abzuführen, bamit ich die Rüderstattung des Geldes nicht unnötig verzögert Zusammenschluß ber gewesenen politischen Gefangenen und In haftierten. J A.: George, Manteuffeliz. 72 Der Bund der Konfeffionslosen veranstaltet am Sonnabend, den. 11. Dezember 1920, abends 7 Uhr, eine öffentliche Versammlung in der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16-17, mit dem Thema: Gegen Gott, Religion. Kirche und Geistlichkeit." Rebner: Dr. C. Landi, B. Petersdorf, Dr. G. 3epler. Freie Aussprache. Z ähne 4 u. 7 mk. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen grails. Kronen D. 30 Mk. an Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Buxuspreise Zahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1 1e Beethovenjeter. Am Sonntag, nachm. 3 Uhr, veranstaltet der 10. Diftritt zum 150. Geburtstag Beethovens eine Feier unter Mitwirtung des Genossen Dr. F. Günther. Sozialistische Elternbeiräte und Kandidaten an höheren und mittleren Schulen werden gebeten, ihre Adressen abzugeben, und zwar balbigft, zum Zwed Eintritt und Vorbesprechungen, bei Laufmann, Berlin O., Zelterstr. 27, nicht Kaufmann, Zöllerstr. 26. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Feels tag. Zeitweise aufklärend, jedoch vorwiegend trübe mit leichten Schneefallen, mäßiger Frost und frische nordöstliche Winde. Gewerkschaftliches Die Spandauer Bertrauensmänner gegen die Moskauer Gewertschaftszertrümmerer Die Bertrauensmänner des Deutschen Metallarbei terverbandes, Bezirk Spandau, befaßten sich in einer in der vergangenen Woche abgehaltenen Konferenz u. a. auch mit der Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskartell. Die DisZuffton über den Monatsbericht ergab bereits eine lebhafte Aus: einanderlegung mit ausgesprochen politischer Tendenz. Unsere Anhänger liegen feinen Augenblid einen 3weifel darüber auftommen, daß fie fich einer fommunistischen Orientierung mit allen Kräften entgegenstellen werden. Waren wir in der Distussion den tommunistischen Wortführern gegenüber mit unferer Argumentation fhon im Vorteil, so ergab die Ab. #immung einen völligen Sieg für unsere Richtung. Mit 31 gegen 16 Stimmen wurden nur Bertreter der IL G. P. D. in das Gewerkschaftskartell entfandt. Die bisherige Zusammenlegung mar: 2 Kommunisten, 2 Reutommunisten und 1 Delegierter der 1. S. P. D. Warum werden feine Arbeitslosen eingestellt? Der Betriebsrat der Güterabfertigung des Anhalter Bahnhofes Aberfandte uns folgendes Schreiben: 3m Oftober 1920 trat bas Berfehrsamt 4 an den Betriebsrat ber Güterabfertigung Anhalter Bahnhof heran mit dem Erfuchen, einen Sonntag zur Arbeitsleistung heranzuziehen. Der Verkehr hatte seiner Zeit hier große Ausdehnung angenommen. Der Be triebsrat lehnte dieses Erfuchen mit der Begründung ab, daß in nbetracht der großen Arbeitslosenziffer eine Ueberstundenleistung nicht angebracht sei. Nachdem der Berkehr Mitte November auf einige Tage abflaute, schnellte er sofort wieder hoch. Die Dienstftelle war nicht mehr in der Lage, mit ihrer Belegschaft den Ver fehr bewältigen zu fönnen. Die Reste häuften sich derart, daß von den Bahnmeistereien, pie üblich, Leute zur Unterstüßung an gefordert werden mußten. In der vorigen Woche wurde der Bahnhof zwei Tage für abrollende Güter gesperrt. Diese Maßregel erwies sich als trügerisch. Unserer Aufforderung, doch Arbeitslose bis wenigstens Weihnachten einzustellen, wurde abgelehnt. In dieser Woche muß der Bahnhof wieder einen Tag gesperrt werden. Ob dadurch die Reste beseitigt werden, ist zweifelhaft; an dem ber Sperre folgenden Tage müssen die Fuhrwerte stundenlang auf Abfertigung warten. Warum stellt man teine Arbeitslosen ein? Das Fest der Liebe" steht vor der Tür. Hunderttausende wissen nicht, womit fie ihren Kindern den Magen füllen sollen. Auf der Bahn soll aber in allertürzester Zeit bas Affordsystem eingeführt werden." Die Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten, Begirt Groß- Berlin, soll au einer Stätte der allgemeinen und gewerk Ichaftlichen Bildungsarbeit für die laufmännisch tätige Jugend ausgebaut werden. Deshalb hat die Ortsverwaltung die An ftellung eines besonderen Jugendsekretärs beschlossen und für diesen Bosten den Kollegen Dr. Bruno Löwenberg gewählt. Es ist zu erwarten, daß die Jugendgruppe in noch größerem Maße als bisher ihre besonderen Aufgaben wird erfüllen fönnen. Die gesamte taufmännische Jugend, soweit fie unter 17 Jahre alt ist, und unterhaltende Borträge, durch Spiele und Wanderungen Anwird in der Jugendgruppe des Zentralverbandes durch belehrende regung und Gelegenheit zur Weiterbildung erhalten. Vor allem soll das Zugenbfefretariat sich mit den Fragen, die die Lehrlinge betreffen, beschäftigen. Alle Kolleginnen und Kollegen müssen in den Betrieben und unter ihren Bekannten für die Jugendgruppe bes Zentralverbandes werben. Ihre Veranstaltungen werben in Zukunft im Bereinskalender unter Bentralverband der Angestell ten" bekanntgegeben. Deshalb müssen alle Jugendlichen den Bereinstalender beachten. Zuschriften find zu richten an den Zentral verband der Angestellten", Bezirk Groß- Berlin, Jugendsette taziat, Belle- Alliance- Str. 7-10. Aus den Organisationen 11. Dikritt. Donnerstag, spätestens Freitag, bent 10. Dezember, find die Kinder der Arbeitslofen und Rurzarbeiter bet Genoffin Spizing, Stralsunder Str. 28, 1. Hufg.. vore i Iz., anzugeben. Die Abteilungsführer werden er Juht, bafür Sorge zu tragen, Aud arbeitslose Ledige und Arbeitslose ohne Kinder find zu welben. 14. Dikrift. Atung! Betrifft Weihnachtsbescherung der Rinder der arbeits Lofen Genoffen. In den Zahlabenben nicht erfaßte Genoffen und Genoffinnen müssen ihre Adresse spätestens bis Sonntag beim Genoffen Kaifez, Gottomski trake 34, abgeben. Spätere Meldungen fönnen nicht mehr berüdsichtigt werben. Deutscher Metallarbeiter- Berband Todesanzeige. Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienftr. 83-85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephen: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Are Freitag, den 10. Dezember, abends 7 2hr, im 0- beltsnachweis des Berbandshauses, Linienftr. 83-85 Bersammlung aller Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, Kollegen und Kolleginnen, foweit fie in ben Betrieben des Arbeitgeberverbandes für Feinmehanik und Optik beschäftigt find. Eagesordnung: 2. Bericht über die zweite Verhandlung mit dem Arbeitgebere Berbanb. . Annahme ober ablehnung bee gemachten Lohnerhöhung. Berfchiedenes. Achtung! Dyne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Arbeitslose! Achtung! Un der Urwahl darf kein Witglied abne Borzeigung des Mitgliebsbuches teilnehmen! Um jedem Arbeitslosen Gelegen belt zu geben, ex der Ulawall teilnehmen zu können, müssen Sie Rollegen, deren Bahlwoche 18. Dezember exbet, ihr Buch am 15. Dezember abs geben und erhaltex a 99 16. Dezember ihre Unterfügung. Bahlwoche Kollegen, beren " 19. und 20. Dezember endet, geben ihr Buch 59 16. Desember ab und erhalten 17. Dezember ihre Unterftügung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Auf Beschluß bez Generalversammlung müffen in eden Bers fammlungen, bie zur Bolitik unferes Gewerkschaft Stellung ehmen, alle Richtungen zu Worte kommen, Die Drtsverwaltung. Rauchen Sie ruhig weiter, denn Optikermeister Max Trusch Dresdener Strasse 191 ( Kattbaser Tor) prüft die Schkraft der Augen sorgfältig und vollständig kostenlos.. Grosse Auswahl in Feldstechern, Lorgnetten, Operngläser von 47.50 M. an, Double- Kneifer von 15.- M. an, Nickel- Brillen von 6.50 M. an. Freiheit- Leser erhalten als Weihnachtspräsent den Ledebour- Prozess statt 36 Mk. für 25 Mk. 10. Distrikt. len Genoffex sur Nach icht, daß ber lange jährige Genoffe Gehricke Rheinsberger Straße 35 geftorben ift. Chre feinem Anbenken! Die Einäfcherung findet am Freitag, den 10. Des., vormittags 10 1hr, im Rrematorium Gerichts straße statt. Rege Beteiligung wirb erwartet. Der Borstanb Allgem. Driskrankenkaffe Berlin- Briz. Freitag, den 17. Desemb. b. 3., abends 7, Uhr, bet Otto Röppen, Wilhelmstr. 1 Innungskrankenkasse der Tischler- Innung zu Berlin. Bu der am Dienstag, beu 21. Desember 1920, abends 6 Uhr, im HolzarbeitersBers bandshaus, Rungestraße 30, of part. links im Sigungs faal ftattfindenben ordentlichen Ansschußßigung. werben die Bertreter der Junung und der Kaffenmitglieber hiez burch eingelaben. Regesprbuung: Rieber Barnim- Nord. Am Freitag abend 8 hr im Türkischen Bett, Ba Breite Str. 14, Frauenkonferenz. Jeber Ort muß unbedingt vertreten fein. Aktionsausschuß der Auslandsdeutschen. Donnerstag, den 9. Dezember, 7½ Neue Stadthalle, Klosterstraße( Untergrundbahn), öffentliche Versammlung Auslandsbeutschen aus allen Ländern. Klein- Schönbed- Schöneiche. Sonnabend, den 11. Dezember, pünktlich 7½ Zahlabend im Kurpartrestaurant, Fichtenau Erscheinen aller Genoffen wichtig. Vereinskalender Der Zentralverband der Angestellten teilt mit, daß die, Bereinstalender angezeigte Berjammlung heute im Lehrervere haus eine Versammlung der Funktionäre aller Fachgruppen. Zentralverband der Arbeitsinvaliden Deutschlands, Bezirk Gesundbru ( Rorben 2). Sonntag, den 12. Dezember, vorm. 10 Uhr, Mitgliederversamm im Lolal von E. Surzmann, Stettiner Str. 11. Deutscher Wertmeister- Berband, Berlin 17. Freitag, den 10. Dezember, 5 Uhr, Generalversammlung im Alexandriner". na Reimsband der Kriegsbeschädigter, Kriegsteilnehmer u. Kriegshinterbliebe Sonntag, den 12. Dezember, vorm. 10 Uhr, im Lehrer- Vereinshaus, feron plak, große öffentliche Versammlung. Helmuth von Gerlach spricht über Verwenbung der Staatsgelber und die Versorgung der Kriegsopfer. Zur De der Unkosten wird ein Eintrittsgelb von 1 M. erhoben. Die Gauleitung Arbeiter Samariter- Rolonnen Berlin c. B. Abteilung Charlottenburg- Wilm dorf: Donnerstag, ben 9. Dezember, Schule Schillerstr. 125/26, besonderer trag über das Thema: Frauenfrankheiten und die soziale Bedeutung der schlechtsfrankheiten. Sozialistische Broletarier- Jugend, Gruppe Often und Frankfurter Borstadt meinjame Mitgliederversammlung am Freitag 7% Uhr Petersburger St Schule, I. Seitenfl., pt., Zimmer 6. Genossen von Nordoften, die auf unse Standpunkt stehen, haben ebenfalls Zutritt. Berantwortlich für die Rebattion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für den Inferatenteil: Ludwig Romeriner, Rarlshor Verlagsgenofienibaft teiheit" e. 6 m 6. S.. Berlin. Drud der Freib Pruforef 6. b. 5. Rerlin C 2. Frotte Strabo 90 Der fleine Hans an feinen Freund Bete Lieber Peter! Laß Dir zu Weihnachten das Buch Ueber See und Heide von Paul John fchenken! Meine Mutti hat es gekauft. 3d babe es gefunden. Ich habe gelesen. Es find viele schöne Bilder brin. Manchmal habe ich beim Tefen gel manchmal habe ich gemeint. Aber wo ich meinen mußte, da war es am fchön Buch fortgenommen und hat gefagt: Marsch ins Bett!" Da bat es mein Vater gelesen. Er hat gedacht, ich seh es nicht. Er hat es ausgelesen, ehe er ins Bett ging. Mutti hat gefagt: Bas ift fo teuer!" Am andern Tage war es fort. Ich kann es nicht mehr finden. Wenn blo Weihnachten wäre, damit ich alles darin lefen kann, Sage es auch Fris Müller aus Deiner Klaffe. Kreuzfüdhje 300 M. Munahme in en Speditionen des Berlages Alaskas, Blaus, Zobels, Silbers und Weißfüchse, Belzmäntel, Herren- Gehe u. Sportpelse bis zur Hälfte Breife herabgefekt. Ferner Cutaways, Paletots, 21 Große Bo früher bis 1200 k., jest 350 bis 450 M. Hofen, Stück 60 Mk.( Reine Lombardmaren) Leibhaus Merigolas 58 a. 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