Ingeftel Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang De Brethette erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags ans einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berita 10,- m. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Bost begug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband et dieje bejogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 2. icht Genüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Diterreich 30,-. Grauman erent Gen sführer b Cuorift. Sammelli Ivon Net igung mit slofen G ber al zern weds Rinder afteurite, 2 en Rommi o muß er t. sführer bd mmlung Wahlen i ber Bob Segirtsführe rechung 6 Uhr twenbig berGo oni Send Thr, St Jugendhei sverordnet Kommiffi Elternti Shulen mi Stahman bringen. elett, Jo ndes Gr Der Jens e Anwele tgliebstat lin. arlsbork Freibel der Redaktion, Expedition und Verlag: Berlin C 2, Breite Straße& d. Mittwoch, 15. Dezember 1920 Nummer 533 . Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillegelle ober beren Raum hoftet 6,- 9. einschließlich Seuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgebruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen- Gefuche En Wort- Anzeigen das fettgebruckte Wort 1,50 R.. jebes weitere Wort 1.- M. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4849, 4921 greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Aufruf für die ungarischen Boltstommiffare Die Henker lechzen nach Blut Tu. Berlin, 15. Dezember. In einem von namhaften Vertretern von sieben Staaten unters Mitt Richneten Aufruf wird darauf hingewiesen, daß das ungaris 7e Ausnahmegericht im Begriff steht, zehn Mitglieder gewefenen ungarischen Sowjetregierung zum Tode durch ben Strang zu verurteilen. In einer länger als vier Moate währenden Berhandlung, die, so heißt es in dem Aufruf, in Der Gegenwart von Offizieren stattfand, die mit Sandgra aten und knüppeln bewaffnet, schon durch hre Anwesenheit einen Drud auf das füglame Gericht geübt haben, in einer Verhandlung, wo den Angeklagten als Berteidiger nur ausgesprochene Klaffengegner berlassen wurden, konnte den zehn Boltstommiffaren feine einzige persönliche Verfehlung nachgewiesen erden. Es ist hier nicht unseres Amtes, mit unserem Protest in den Kampf zwischen sozialistischer und bürgerlicher Weltans auung oder in das Ringen sozialistischer Richtungen einzugrei fen, sondern wir erheben unsere Stimme nur, um zum Ausdrud bringen, daß das öffentliche Gewissen der Mensch eit darin einig ist, daß es nicht zulässig ist, den im Kampfe beefiegten politischen Gegner als einen gemeinen Verbrecher zu bes andeln und für politische Verbrechen die Todesstrafe zu verhän en. Unter den Unterzeichneten des Aufrufes, der für die Am ne= ierung der Boltskommissare eintritt, befinden sich neben den führern der sozialistischen Parteien und der internationalen Areiterbewegung auch zahlreiche Gelehrte und Schriftsteller wie ajo Brentano, Albert Einstein, Bernhard Shaw, Norman AngelL aft .H. 154/19 tel O M. 100 0 0 4.50 91 91 99 3.60 isen. Die Entwaffnungsnote SN. Paris, 15. Dezember. Ueber den Notenwechsel zwischen der deutschen Regierung und Der interalliierten Kommission über die Entwaffnung der Einwohnerwehren schreibt der„ Temps", daß die gegenwärtigen Berhandlungen fich anscheinend auf die Entwaffnung Deutschlands erstreden, in Wirklichkeit handle es sich aber nur um die Ent waffnung gewisser realtionärer Deutscher, die die Republik stürzen wollen. Diese Reaktionäre sollten organis fiert und bewaffnet bleiben unter dem Vorwand, daß man sie brauchen werde, um eine boljchewistische Revolution zu unters drücken. Das Blatt schreibt: Wir freuen uns, daß die alliierte Kontrollkommission einstimmig bes schlossen hat, ihre früheren Entscheidungen auf rechtzuerhalten und feine Vorrechte zu erteilen. Eine politische Rede Trotzkis DE. Helsingfors, 14. Dezember. Die Petersburger„ Prawda" vom 11. Dezember veröffentlicht eine große Rede, die Troyti auf der Konferenz der Gouvernes ments- Agrarabteilungen gehalten hat. Wir sind- jagte Trotti im Vergleich zum vergangenen Jahre ärmer ges worden. Die Hälfte der Kommunisten mußte an die Front geschickt werden. Gegenwärtig wird die Armee fast auf die Sälfte ihres Bestandes herabgesetzt; jedoch das Ausschlaggebende ist nicht die Zahl der Bajonette und wir fönnen die Kommunisten in der Armee nicht entbehren. Wir streben nach Frieden, und sei es um den Preis großer 3ugeständnisse. Ein Beispiel hierfür find die Konzessionen. Wir selbst sind sowieso nicht imstande, die Reichtümer unseres Landes auszunuzen und uns vor dem brohenden Raube durch Japan zu schügen. Mag Japan jeht darauf achten, daß die Amerikaner nach Kamchatka nur Mas schinen transportieren, und feine Truppen. Im Augenblid, wo die proletarische Revolution in Europa und Amerika zur Entwids lung tommen wird, in den nächsten Jahren, wenn der Kapitaliss mus zusammenbricht, wird uns eine wertvolle Nachlassenschaft an technischen Hilfsmitteln zufallen. Besorgnisse erwedt berzett bie Lage im Kantajus; jedoch die Verständigung mit England und andere Tatsachen versprechen einen friedlichen Auss gang. Um die Arbeit zu fördern, werden wir einen Teil der Armee zu einer Arbeitsarmee umgestalten und dadurch das Hinterland und die Front einander näherbringen, um ben gegen wärtig zwischen ihnen bestehenden Antagonismus zu beseitigen. Es ist nicht möglich, das Wirtschaftsleben mit einenmal wieder herzustellen. Zur Durchführung des Planes eines zentralisierten Staates ist eine Reihe von Jah ren notwendig." Berwicklungen in der Wilnaer Frage Straße, wobei die Menge ſchrie:„ An die Laterne mit ihm!" Der Bhaje DE. Warschau, 14. Dezember. Die Frage der Abstimmung im Wilnaer Gebiet ist in eine neue getreten und droht mit Berwidlungen, deren Tragweite lich noch nicht übersehen läßt. Der Vertreter der litauischen Re8.00 gierung, Waldemaras, hat bei der letzten Verhandlung im 2.25 Rate des Bölkerbundes gegen die Entsendung einer internationalen Truppenmacht in das Wilnaer Abstimmungsgebiet Einspruch benspertrag mit Sowjetrußland die Verpflichtung übernommen habe, teine fremden Truppen auf seinem Gebiete zu dulden, und wies auf die Gefahr einer Intervention von seiten Sowjetrußlands hin. Die Sowjetregierung zeige das lebhaftefte Interesse für die Wilnaer Frage und habe die litauische Regierung neuerdings ernstlich auf ihre vertragsmäßigen Pflichten hingewiesen. Falls der dahingehende Beschluß des Rates des Böllerbundes nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, bat erhoben. Er berief sich darauf, daß Litauen in seinem Frieerige etten. ng! talle Blel sing, kauft MER 3 111, beibes skybrücke verfation Den Auf Freibe Entfleben terwert chhandlun reite Str er Tedn R. 19. haunchme entfendung. Die Menge schleppte den Bezirkshauptmann gewaltsam auf die Bezirkshauptmann wurde mißhandelt. Abends tamen neue militärische Verstärkungen heran. Zuerst wurden blinde Schüsse ab gegeben, später scharfe Salven. Auf beiden Seiten sind viele Schwer und Leicht verlegte festgestellt. Als abends Le gionäre eintrafen, gelang es ihnen, alle Gebäude wieder freizu machen und die Ruhe wieder herzustellen. Auch in Brüg fam es zu einem 3ufammenstoß zwischen Militär und Kommunisten, wobei von der Feuerwaffe Gebrauch gemacht wurde. Es gab 5 Tote und mehr als 20 Verlegte. Die deutschen Kohlenlieferungen DA. Paris, 14. Dezember. Die Wiedergutmachungskommission teilt amtlich mit: Die deutschen Kohlenlieferungen im Monat November belaufen sich auf Waldemaras um Verschiebung der Abstimmung und der Truppen 1814 864 Tonnen. Diese verteilen sich wie folgt: 1 242 974,3 Tonnen für Frankreich; 217 686,5 Tonnen für Jtalien; 225 351 Tonnen für Belgien und 128 852,2 Tonnen für Luxemburg. In diesen Mengen sind enthalten 1 020 195,1 Tonnen Steinkohle, 504 542,2 Tonnen Kols und 121 946 Tonnen Braunkohlenbriketts. In seiner Erwiderung wies der Vertreter Bolens, Paderewsli, darauf hin, daß Litauen zurzeit teine gemeinsame Grenze mit Sowjetrußland besige und infolgedessen teine Intervention zu be fürchten habe. Eine bestimmte Stellungnahme des Völkerbundtates ist noch nicht erfolgt. Einem Bressevertreter gegenüber erflärte Bourgeois, er erachte den Hinweis auf den litauisch- rust Oberschlesien hat ihren abschließenden Bericht der ReparaBertrag für hinfällig, weil in dem späteren Rigaer VorfrieIchen Den bie Mostauer Regierung ihr Desinteressement an den Gebie ten In westlich der neuen polnisch- russischen Grenze anerkannt habe. polnischen politischen Kreisen hegt man die Besorgnis, daß das fung einer Konferenz unter Teilnahme Sowjetrußlands für die Borgehen der litauischen Regierung den 3wed habe, die Einberu Lösung der schwebenden Ortsfragen vorzubereiten. Schwere Unruhen in Mähren TU. Prag, 15. Dezember. Die Stadt Göding stand gestern unter der Herrschaft der Arbeiterbittatur. Um 8 Uhr früh zogen die Arbeiter durch die Straßen und besetzten die Bezirkshauptmannschaft, entwaffneten bie Gendarmerie und ergriffen vom Postamt, von der EisenbahnRation und der Tabaffabrit Besiz. Sierauf proklamierten sie den allgemeinen Generalstreit. Nachmitags wurde Militär herangezogen, welches jedoch von der Menge entwaffnet wurde. Die Dragoner fießen die Pferde einfach stehen und liefen davon. Die im Protokoll von Spaa vorgesehene Kommission zur Aufstellung eines Kohlenverteilungsprogramms in tionstommission überwiesen, der er gegenwärtig zur Prüfung unterliegt. Zwischen Deutschland und Luxemburg ist ein Abtommen geschlossen worden hinsichtlich der Beteiligung Lugemburgs an der Zahlung der Deutschland auf seine Kohlenlieferun gen gewährten Vorschüsse. Die Wiedergutmachungskommission hat dieses Abkommen ratifiziert. Weiter prüft die Wiedergutmachungsfommission gegenwärtig mit den Vertretern der deutschen Regierung das Programm der von Deutschland nach Ablauf der im Spaa- Abkommen festgelegten sechs Monate zu bewirkenden Kohlenlieferungen. Der Staatsanwalt gegen Erzberger? Wie die Deutsche Zei tung" meloet, hat der Staatsanwalt den Antrag auf Strafverfolgung Erzbergers wegen Verlegung der Eibespflicht in fünf Fällen geftelt. Von einem Borgehen der Staatsanwaltschaft gegen den Mieineidshauptmann Refsel verlautet nichts! Rüdtritt des französischen Striegsministers. Der französische Kriegsminister ist zurüdgetreten, formell aus Gesundheitsrüajich ten, aber es ist ein öffentliches Geheimnis, dah Lefevre fich nicht mit der Hera bjegung der Militärdienszeit auf 18 Monate einverstanden erklären tonnte. Für den Gebärzwang? Von Marie Kunert Es war zu erwarten, daß der zeitgemäße Antrag ber u. S. P. D. auf Abschaffung der so viel Unheil anrichtenden Abtreibungsparagraphen weite Kreise reaktionärer Frauen mobil machen und zu Protesten veranlassen würde. Diese erfolgen vorläufig zwar nur auf dem Papier oder hinter verschlossenen Türen gewisser Frauenvereine, doch es ist vorauszusehen, daß in den großen öffentlichen Frauenfundgebungen, die kurz vor der parlamentarischen Verhandlung der Gebär zwangsparagraphen stattfinden sollen, Abgesandte der ver-( fchiedenen gegnerischen Frauenverbände erscheinen und ihre Mitschwestern eindringlich warnen werden vor einem so unchristlichen Greuel, wie es das Selbstbestimmungsrecht der Frau in bezug auf die Kinderzahl ist. Es ist gang nüglich, aus den bisher vorliegenden Protesten die Dent- und Empfindungsweise solcher rückschrittlicher Frauenfreise tennen zu lernen. Sie ist übrigens bei den katholischen wie bei den evangelischen Frauen die gleiche und drückt sich in fast denselben Worten aus. Die eine Million Mitglieder umfassende Bereinigung evangelischer Frauenverbände Deutschlands", ebenso wie der 225 000 Mitglieder zählende Katholische Frauenbund Deutschlands" betrachten in ihren Eingaben an den Reichstag die Vernichtung feimenden Lebens als Mord, ihre Straffreiheit als geeignet, die Ehe zu zerrütten, das Fami lienleben und die Reinheit der Sitten zu untergraben. Beiden Richtungen ist das Kind schlechthin ein von Gott geschenttes und anvertrautes Wesen. Die Frage, warum Gott seine lebendigen Geschenke, so massenhaft, wie es heute geschieht, infolge von Unterernährung, nicht genügender Erwarmung und Bekleidung sterben und verderben läßt, scheint den from= men Damen noch nicht gefommen zu sein. Auch nicht die Frage, ob das blödsinnige Kind eines Trinters, das nicht minder, unglückliche eines Syphilitikers oder das einer Vergewaltigung entsprossene auch von Gott geschenkt ist. Die Evangelischen verweisen in ihrer Eingabe auf die vor der Verfassung gewährleistete Bevorzugung finderreicher Familien und wenden sich aus diesem Grunde ,, auf das allerentschiedenste gegen die Unterbrechung der Schwangerschaft aus wirtschaftlichen Gründen". Die Katholischen erheben u. a. Einspruch im Interesse der Volksgesundheit:„ Jede Stö Frauenleiden haben ihren Ursprung in Gewalteingriffen, die rung der natürlichen Entwicklung rächt sich. Zahllose mehr als alle Entbehrungen der letzten Jahre den Körper der Frau schwächen, so daß sie nicht mehr befähigt ist, einem gefunden Nachwuchs das Leben zu geben." Ganz recht, nur werden bei dem Fortbestehen des gesetzlichen Gebärzwanges, gegen den die verzweifelten Frauen sich mit allen, selbst den bedenklichsten Mitteln wehren, diese Gesundheitsschädigungen nicht abs, sondern zunehmen. Deshalb gerade fordern wir die Beseitigung der gefährlichen Abtreibunasvaragraphen, damit der Arzt endlich freie Hand befommt, die aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesundheitlichen Gründen nötige egnahme der Frucht auf die unschädlichste Weise zu bewir fen. So wird das Interesse der Volksgesundheit wirklich gewahrt. Die fatholischen Frauen erheben aber auch ebenso starken Einspruch gegen die Anträge als deutsche Frauen. Deutsche Frauenehre ist es, Trägerin des fommenden Geschlechtes zu sein, deutscher Frauen Tugend, ihr mit unzähli gen Mühen und Sorgen zu dienen. Die Annahme der Anträge schafft Verhältnisse, durch die unsere Frauenehre aufs tiefste verletzt und das hohe Pflicht- und Verantwortungs gefühl zerstört wird, das uns allein befähigt, die ungezählPhrasen wird man keine einzige der vielen Schwangerschaftsten Opfer unferes Standes zu tragen". Ach, mit folchen tragödien verhindern. Auch in streng fatholischen Gegenden nimmt die Geburtenzahl ab aus denselben unerbittlich zwin genden Gründen wie anderwärts, als da find: vorhandene oder drohende Notstände, Wohnungsnot, Nahrungsmangel, Arbeitslosigkeit, unerträgliche Ueberlastung finderreicher Mütter mit Haus- und Erwerbsarbeit usw. Trog aller geistlichen Einwirkungen auf die Frauen im Beichtstuhl ist es so, wie ein guter Kenner dieser Verhältnisse in der Zeitschrift Sexual- robleme" schrieb:„ Es gibt eine Reihe von Sitt lichkeitsverbrechen, die fast ausschließlich dem Beichtvater zur Kenntnis fommen. Sierher gehören vor allem die Vergehen gegen das teimende Leben. Auch in fatholischen Kreis fen wird die Abtreibung in großem Umfange geübt. Man mag noch so oft zur Beichte und zum Abendmahl gehen, der Kinderlegen ist trotzdem manchmal etwas sehr unerwünschtes. Man begeht die Sünde und hat dabei wenigstens den Troft, fie beichten zu können. Damit hält man sie für erledigt.. bis man sie übers Jahr wieder zu bekommen hat." Wenn die rein fonfeffionell orientierten Frauenverbände so zäh an ihren rüdständigen Ansichten festhalten, so ist das immerhin aus mancherlei Gründen noch verständlich. Wenn aber moderne Frauen, wie Werztinnen, und darunter sogar eine der Mehrheitssozialdemokratie anges hörende Aerztin, Fräulein Dr. Wygodzinski, fich in ähnlich verstiegener Weise ablehnend äußern, so ist das ein Beweis dafür, wie auch diese Frauen zum Teil noch in den geheiligten Borurteilen des kapitalistischen Militärstaates ... Sachsen gäbe es in der nächsten Zukunft für die demokratische Partei nur die einzige Möglichkeit, in die Opposition zu gehen und darin zu verbleiben, denn die Bildung der jezigen Regierung sei unvereinbar mit den demokratischen Grundsägen. Es müsse also notwendigerweise Fühlung, wenn auch nur taftische, mit den anderen bürger= lichen Parteien genommen werden. Diese anderen bürgerlichen Parteien sind in Sachsen die Stresemannpartei und die Deutschnationalen, das heißt echte Monat= isten und Antirepublikaner. Ein Zeichen also, daß die republikanische Treue der Demokraten tein Hindedaß die republikanische Treue der Demokraten fein Hinderungsgrund ist für Bündnisse mit den monarchistischen Gruppen, die natürlich auch zu deren Stärkung beitragen müssen. Das haben wir gar nicht anders erwartet und wir sehen in dieser Haltung der Demokraten auch fein Unglück, sondern wir verzeichnen es nur, weil es ein Merkmal ist für bie Vielfältigkeit der Strömungen und Anschauungen in dieser festgeschlossenen Partei des republikanischen Bürgertums und mithin eine lehrreiche Illustration zu den Reden in Nürnberg. leben und wie wenig Verständnis fie für die ungeheure Not| der breiten Massen haben. Frl. Dr. Wygodzinsti verteidigte in einer Sigung, die der Verein weiblicher Aerzte Berlins mit dem deutschen Juristenverein im Lyzeumklub hatte, die Berechtigung der gesetzlichen Bestrafung. Mit erhobenem Zeigefinger wies fie darauf hin, daß unbedingt aus erzieheri schen Gründen für die leichtsinnigen Frauen die Strafbestimmung als abschredende Drohung bestehen bleiben müsse. Die Würde der Frauen würde durch die Aufhebung des§ 218 herabgebrüdt.- Einer Sos zialdemokratin, noch dazu einer wissenschaftlich gebildeten, war die Entdeckung vorbehalten, daß die Zwangsmutterschaft eine Erhöhung der weiblichen Würde bedeutet! Roch ein Stüd weiter ging die Aerztin Frl. Dr. med. Blum, die im Sinne des Bundes deutscher Frauenvereine sprach. Sie vertrat die von feinerlei Sachkenntnis getrübte Ansicht, daß durch innere Siedelung, Fortfall der Erwerbs= Iosenunterstügung zugunsten finderreicher Familien die Not derselben, die wirtschaftliche Not Deutschlands bald aufgehoben werden könnte. Eine Gemüts= athletin, diese Dame, die faltblütig die Arbeitslosen verhun gern lassen will im Interesse der Ungeborenen! Diese Stichproben mögen genügen zur Kennzeichnung der weiblichen Gegnerschaft unseres Antrages. Auch nicht einen brauchbaren Vorschlag vermögen diese Damen zu bringen, wie den Frauen geholfen werden soll, die sich mit Recht weigern, bie Lüden, die der Krieg gerissen, mit thachitischen und tuberkulosen Säug lingen auszufüllen. Die Beseitigung der Gebär zwangsparagraphen 218 bis 220 des St. G. B. hat gewiß mit Sozialismus nichts zu tun. Allein sie erleichtert unseren durch Ueberarbeit und Unterernährung ausgemergelten Frauen in etwas die leidensvolle Uebergangszeit bis zur Berwirklichung des Sozialismus. Darum treten wir für die Aufhebung des Mutterschaftszwanges ein, mit der Entschiedenheit, die das Interesse des Proletariats in seiner gegenwärtigen unerträglichen Lage erheischt. Die wahren Republikaner Schluß des demokratischen Parteitages Die Arbeiter und Angestellten im Orenstein- Konzern find. Sehr eindrucksvoll waren auch die Berichte der Oble der einzelnen Betriebe, besonders der des Hauptbetriebes Nowawes- Drewih, den der Obmann Gruhl gab. Ueber dasselbe Bild, die Betriebseinrichtungen primitiv und bis a äußerste heruntergewirtschaftet, dadurch häufige Unglüdsfäl hervorgerufen, das Ganze gekrönt durch die schäbige Behandlu der Opfer der tapitalistischen Profitsucht. 23 Die abend i Welt 31 Robert damez Die Versammlung gab einmütig den entschlossenen Willen fu mit diesen Zuständen aufzuräumen. Menschenwürdige Behan lung und eine Entlohnung der Arbeiter und Angestellten, wenigstens eine bescheidene Existenz möglich macht, wurde fordert. In schärfster Form wurde die den einzelnen Betrieb aufgezwungene Sicherheitswehr abgelehnt. Die hierfür Fenster hinausgeworfenen Summen sollen für eine bessere zahlung der Arbeitnehmer verwendet werden, gibt es doch n bei Orenstein Beamte mit einem Monatsgehalt von 630 MaGeno Immer wieder wurde aber auch betont, daß eine gründliche Be internal rung bei der heutigen tapitalistischen Produktionsweise nicht bon der erreichen ist, daß eine scharfe Produktionskontroll ammen und die Sozialisierung der Betriebe nötig ist. tannt. die Herrschergelüfte eines einzelnen, der nur sein Familienintererat, w im Auge hat, unmöglich zu machen. Ein Antrag, der eine ein die aud malige Entschuldungssumme in Höhe eines Monatsgehaltes vrite In langt, wurde angenommen. Ferner eine Resolution, die schärfster Form Abstellung der Mißstände verlang Bujamm und die solidarische Geschlossenheit der Kopf u Handarbeiter in diesem Kampf betont. Die Rampf sammlung nahm einen imposanten Verlauf und wird jedenfall Schaffun auch Herrn Geheimrat Orenstein Anlaß zum Denken geben. Ailfsalt Schon mehrfach hat sich die Oeffentlichkeit in letzter Zeit mit den 3uständen bei der Aktiengesellschaft Orenstein 1. Roppel beschäftigen müssen. Am Sonntag haben nun die Arbeiter und Angestellten der Betriebe der Firma in Spandau, Drewig, Teltow und der Zentrale BerIin in einer öffentlichen Versammlung in den Kammersälen, Berlin, dazu Stellung genommen. Bis auf den letzten Play waren der Saal und die Galerien gefüllt, und hauptsächlich die Beamten, die Kopfarbeiter, waren es, die sehr zahlreich vertreten waren. Keine fremden Redner, nur Arbeiter und Angestellte ergriffen das Wort und das Bild, das sie von den 3uständen in den Betrieben entwarfen, war ein äußerst trübes. Günther, der Obmann des Angestelltenrates der Zentrale Berlin, gab zuerst einen Ueberblick über die Organisation der Betriebe des Konzerns. Er schilderte den Entwidlungsgang der Firma, die sich aus fleinen Anfängen, einem fleinen Handelsgeschäft, zur Weltfirma emporgearbeitet hat. Stets hat die Leitung das Hauptgewicht auf den Handelsgewinn gelegt, dagegen die Produktion als nebensächlich be= handelt. Diesem Krämergeist ist es in erster Linie zu danken, daß die Betriebe und die Betriebseinrichtungen immer mehr vernachlässigt wurden, so daß sie jetzt auch nicht den bescheidensten Ansprüchen genügen. Ohne jeden großzügigen Gedanken ist der der Anbau oder Neubau einer Wertstätte vollständig fertin war, Aufbau der Betriebe vor sich gegangen, so daß, wenn noch nicht sich schon die Unzulänglichkeit herausstellte. Nicht als Betriebe tann man die Anlagen ansprechen, sondern Laubentolonien find es, wie sie einige Redner treffend bezeichneten. Hier haben die Betriebsräte eine dankbare Aufgabe, und Pflicht der Arbeiter und Angeste II= ten ist es, fie in dem Bestreben, die Einrichtungen modern zu gestalten, zu unterstützen. Die Belegschaft hat ein Knochen der Arbeiter und Angestellten herausgewirtschaftet sind, Anrecht auf die Betriebe, denn aus den Ueberschüssen, die aus den ist der Aufbau erst möglich gewesen. Bei diesem Bestreben nach Abhilfe muß auch die Oeffentlichkeit in Anspruch genommen Der demokratische Parteitag in Nürnberg ist zu Ende. Angesichts der Raumnot, unter der wir gemeinsam mit der ganzen Presse leiden, kommen uns Zweifel, ob eine ausführlichere Erwähnung des Parteitages gerechtfertigt ist. Selbst demokratische Blätter zeigen sich von dem Ergebnis der Tagung enttäuscht und fassen sich außerordentlich furz, und Theodor Wolff malte in seinem legten Montagsartifel mit recht deutlichen Strichen das Bild der prinzipien feften, aber kleinen Partei an die Wand der Zukunft. Er sah Gegensäge und beobachtete Strömungen, die bestrebt sind, die Partei in eine engere Nachbarschaft zur deutschen Volkspartei zu bringen. Petersens großes Wort, daß die Anhänger der demokratischen Partei zum mindesten treue Republitaner sein müßten, hat, wie es scheint, nicht bei allen Versammelten in Nürnberg das gleiche willige Echo gefunden. Professor Gerland aber sagte in seiner Schlußansprache dennoch, der Parteitag habe gezeigt, daß die deutsche demokratische Partei eine einheitlich ge= schlossene Partei geblieben sei. Wenns die Demokraten selber glauben, so wollen wir sie nicht stören, denn uns interessiert die demokratische Partei, wie gesagt, nicht genügend, als daß wir gründliche Untersuchungen über diese Frage anstellen sollten. Gerland schloß den Parteitag aber nicht mehr mit dem Ruf: Hie gut republikanisch allezeit!, sondern zog den Spruch vor: Sie gut deutsch allezeit! Auch das dürfte ein Symptom sein. werden. tunins Rongre ben en über ei Gegensätze im Beamtenbund eitige Streifftimmung im Reiche unmitte beiterich olche, Bewegu hältnis bi bei uns cin jagten inzwisch beate e war pl Geno werden. Es war vorauszusehen, daß das tattische Verhalten des Deon der schen Beamtenbundes während der gegenwärtigen Lohnbewegu der Beamten, insbesondere zur Frage des Streitret innerhalb des Beamtenlagers eine heillose Verwirrung richten würde. Die Stellungnahme der Leitung des Beamte ternatio bundes entspricht durchaus nicht den Auffassungen und Absicht wertscha zahlreicher Beamtenschichten. Schon die Stimmung der Be liner Beamten, die am Sonntag im Lustgarten demonftri bedeutet ten, hat gezeigt, daß diese gebrüdten Massen doch noch immer Fragen Kraft in sich fühlen, einen Tanz mit der Regierung zu wagerjtört und daß sie sich nur gehemmt fühlen durch die Bundesleitung beiter Wir haben sogar Anlaß zu der Vermutung, daß das Berlin miterb Ortskartell des Deutschen Beamtenbundes in dieser Fra nicht hinter der Bundesleitung steht. Vor allem aber zeig sich im Reiche starke Widerstände gegen das Ausweichen der 3 trale. So hat die Ortsgruppe Leipzig des Deutschen Beamte bundes einen scharfen Protest gegen die Resultate der Abstimmutationa des Hauptvorstandes erlassen. Die Entschließung der Leipzig lutionä Beamten fordert von den Führern des Beamtenbundes, daß sich der Stimmung der übergroßen Masse der Beamten fügen, biese Stimmung ist, wie sich in Leipzig und an ander den da Pläzen vor allem unter den Eisenbahnern und Bostbeamt zeigt, auf Kampf gestellt. Auch im Wuppertal gärt es. dortigen organisierten Beamten fordern zunächst eine Ura stimmung. Aus einer Versammlung in Barmen wurde ob die die Reichsregierung ein Telegramm gesandt, worin die Drohgeführt des Reichspostministers mit dem Disziplinarverfahren im on D eines Streits, als Eingriff in die verfassungsmäßig gewährlei eigte Koalitionsfreiheit bezeichnet wird. Daraus geht deutlich hero alen daß die Beamten der allein richtigen. Auffassung sind, daß Streichrecht ein unlösbarer Bestandteil des Koalitionsrechts und daß die Aufhebung des Streifrechts gleichzusetzen ist mit Beseitigung der Koalitionsfreiheit. Koalitionsfreiheit h nicht, daß man sich zu einem Kegelklub verbinden darf. Gegen Beschlüsse des Hauptvorstandes des Deutschen Beamtenbunde wurde auch in Barmen Einspruch erhoben. Vielleicht dienen bi Der Umsatz der Firma hat im letzten Jahre die Summe von 1,3 Milliarden Mark erreicht, davon fällt ein Drittel auf die Probuktionsbetriebe, während zwei Drittel auf Handelsunternehmun gen fallen. Die persönlichen Beziehungen der Geschäftsleitung zu den Belegschaften find teine guten. Als Nummern werden die Angestellten und Arbeiter einfach behandelt, daher ist auch der Wechsel der Belegschaft ein sehr starter. Auch das Verhältnis der Leitung zu den Betriebsräten ist ein eigenartiges. Der Chef des Unternehmens, Herr Geheimrat Orenstein, läßt jede Spur sozialen Empfindens vermissen. Wohlfahrtseinrichtungen find so gut wie feine vorhanden, alle Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, finden stets traffeste Ablehnung. Charat ben Herrn Geheimrat ist es, daß er die Delegation der Reichstonferenz des Orenstein- Konzerns einfach nicht empfing. Alles dies hat eine ungeheure Erbitterung bei den Belegschaften hervorgerufen und zum engen Zusammenschluß aller Kopf- und Handarbeiter in den Werten geführt. Nur dadurch kann verhütet werden, daß Tausende den Terrorisierungsbestrebungen eines einzelnen, des Herrn Geheimrats Orenstein, wehrlos ausgeliefert Ein anderes Merkmal für die zukünftige Entwicklung der demokratischen Partei und zugleich ein Maßstab für die Richteristisch für die Behandlung der Arbeiter und Angestellten durch tigkeit der Behauptungen ihrer Führer, daß die Partei eine mal treu republikanisch und außerdem fest geschlossen sei, ist die Haltung, die die Demokraten in Sachsen gegenüber der sozialistischen Regierung einnehmen. Der Landtagsabgeordnete Dr. Dehne erflärte in Dresden in einer Mitgliederversammlung ber Demokraten, Beethovenkultus Zum 150. Geburtstag Beethovens. in Siehe, das ist ein Mensch! Di Der 3. Interne Entroid Energie hel Erscheinungen der Zentrale des Beamtenbundes als Warnung allerlegter Stunde. Vielleicht erkennt sie noch, daß sie der amtenbewegung einen herzlich schlechten Dienst geleistet hat. atio ndigun it wa fajt berficha achten müffe mi Das Rüsten zu Wasser. Der amerikanische Senator Bora brachte eine Entschließung ein, in der Wilson ersucht wird, England und Japan zu einem Uebereinkommen zu langen, während der nächsten fünf Jahre den Bau von Krieg schiffen um 50 Prozent herabzufezen. die Vertreter der theoretischen Revolution in Deutschland. aber des Hassers des Kaisers Napoleons L Dem 28 raanii diefes hat de Die wiederh betomm Revo gewü chimpf Taubhe Mufite höchst Bumal tlären bet lutionär Bonaparte war diese Sinfonie( die dritte) gewidmet ber mi wühlte Er hat Da ist dieser Einzige. Alle Widerstände der Welt werfen sich Bühne des Lebens in Paris spiegelte sich wider in der Schein ihm entgegen. Er leidet unsäglich. Aber er überwindet sie. Er ist und bleibt Mensch, zuckt und blutet. Aber diese Widerstände, hoven. Die„ Eroica" ist das offene Bekenntnis des Republikaner bühne des Dramatiters Schillers wie in der des Sinfonifers Beet diese Hemmungen sind der Quell seiner fünstlerischen Produktion. Beethoven, des Verehrers des Konsuls Napoleon Bonaparte Ohne diese menschlichen, allzumenschlichen" Widerstände hätte es teinen Beethoven gegeben. Verlieren seine Schöpfungen etwa ihre ethischen Werte, wenn man sie ihrer idealen Toga beraubt mit der Kaiserfrönung Napoleons, mit dem Berrat an und ihren Ursprung auf diese menschlichen und sozialen Sem republikanischen Jdee flog das Titelblatt der Sinfonie mit mungen und Widerstände zurückführt? Im Gegenteil! Die Widmung ins Feuer. Die Geistesverwandtschaft Beethovens nicht nur zur restlosen Begreifung seines Schaffens, sie übt einen Kenntnis aller Stationen des Leidensweges des Genies führt Schiller besteht fort bis zum Ende, flingt aus in der neunten ungleich stärkeren erzieherischen Einfluß aus. Warum Beethoven im Sinne eines Lesebuchs für mittlere Schulen zurechtmachen, im Sinfonie, wird hier zur Verschmelzung. Während aber Schille in dem Spießbürgerheiligtum Weimar und in der Wattepadun In Sinne spießbürgerlicher Heroenverehrung? Warum verschweigen, Schwungkraft mäßigte, stand Beethoven im haftigeren Pulsschlag was so efel, schal und unerfprießlich und was doch eben Beethoven zu dem Beethoven gemacht hat, den es nur einmal gab? Die bürgerliche, Kunstpflege zeichnet sich dadurch aus, daß sie die genialsten Künstler hungern und verhungern läßt und ihnen nach ihrem Tode Denkmäler baut. Doch das ist kein Widerspruch. Denn es fommt auf ein Unrecht vor und nach dem Tode heraus. Das Unrecht nach dem Tode ist der Kultus, der mit dem verstorbenen Gente getrieben wird. Das heißt einerseits, daß durch den offiziell eingeführten Kultus an Stelle des einfachen, ehrlichen Verstehens des Künstlers und seines Wertes das verlogene und anerzogene Kunstverständnis des Gebildeten" tritt, und andererseits, daß unter dem pompöfen Schein bes kultus ein Künstler im Sinne einer Klasse und ihrer Gesellschaftsordnung einseitig ausgebeutet wird. Allen Schwierigkeiten zum Troy wird das betreffende Genie zu einem Erziehungswert zurecht gemacht, seine Menschlichkeit unterbrüdt und eine Jdealfigur aus ihm gemacht, etwa wie der Bildhauer das Nachbild seines Modells entmenschlicht und es ganz nach seiner Jdee formt. Damit sei der bürgerlichen Kunstpflege nicht der Vorwurf be. wußter Jrreführung gemacht. Ihr ganzes Handeln steht durchaus im Zusammenhang mit der bürgerlichen Ideologie überhaupt. Bon ihrem Gesichtswinkel aus betrachtet, muß sich ihr jeder Gegenstand fügsam verändern. Am 16. Dezember 1770 wurde Ludwig von Beethoven in Bonn geboren. Die Beethovens waren eine alte Musikerfamilie und aus der Löwener Gegend Belgiens eingewandert. Vorfahren gebracht. Genies werden nicht von geistig hervor des von unaufhörlichen Einwirtungen aufgeregten Wiens. gefchrie Klavie Reunte mitten des ganzen Wiener Geschmeißes steigerte sich seine revolu tionäre Brutalität. Trogig betonte er den republifanifchen Mit bewußt plebejischen proletarischen Manieren Plebejer! fränkte er das höfische und spießbürgerliche Gesindel. Spaziergang einigen Fürstlichkeiten begegnete. Es 기 bet fei licht fi Fürft!" Goethe ta Beet anitalt am F Konzer Beeth Rudol mann Bon Don D Feftfor 3u mehr als durchschnittlicher Bedeutung hat es feiner seiner fagte er zu seinem Gönner und Brotgeber Lichnowsky, Fürft! ragenden Eltern erzeugt. Ihm war auch nicht der Sonnenschein bich ich durch mich. Fürsten hat es und wird es noch Taufende Was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt; was ich bin der Kindheit, wie etwa Mozart beschert. Da die musikalische Beranlagung in Ludwig mehr als bloß familientraditionell vorgeben, Beethoven gibt es nur einen!" Und wie ärgerte er fid handen war, begann die Ausbeutung des Knaben bereits in über Goethe, den er sehr verehrte, als er mit diesem bei einem frühester Kindheit. Der Vater, ein Gewohnheitstrinter, wollte Ludwig zu einem Wunderlinde wie Mozart machen, steigerte die budelte und zog den Hut, Beethoven aber stampfte zornigen musikalische Dressur bis zur Unerträglichkeit und zwang das widerAntliges und mit gefreuzten Armen absichtlich verlegend burd strebende Kind frühzeitig zu öffentlichem Auftreten, entfaltete babei marttschreierische Reflame und gab das Alter Ludwigs aus die verblüfft Play machenden Blaublütler. Das ist mehr als der aufrechte stolze Klaffizismus zwischen den Rokoko- Büdlingen Sensationsrüdsichten zu niedrig an. Diese proletarische Kindheit, und Verbeugungen. Das ist die Ueberlegenheit des Revol in zarteftem After schon zum dürftigen Einkommen der Familie beizutragen, die Brutalitäten des ehrgeizigen und verliederten In seinen großen Sinfonien tommt dieses Kraftbewußtsein Um Beethoven ungefärbt und wirklich Beethoven nur tennen zu lernen, darf man nicht den ungeheuren Berg der Literatur über ihn durchstörbern, gewiß liefern fie alle über ihn wertvolles Material, fingen sie ihm alle ein Loblied, aber eben nur ihr Loblied. Ein Beweis dafür ist neuerdings Romain Rolland, der über Beethoven zwar mit seiner ganzen prachtvollen Berebtfamfeit spricht, aber doch zu sehr immer dabei sich selbst treu bleibt als Franzose und Dichter, Um Beethoven fennen zu Ternen, ist es nötig, die politischen und wirtschaftlichen Verhält Geistesströmungen zu überschauen, seine Freunde, Freundinnen und seine Aerzte zu befragen( ein Kapitel, das gerade bei ihm tionärs als Mensch und Künstler. Den 17 Baters, das unter diesen trübseligen Umständen beschleunigte zum Ausdruck, besser: diese Kraft, die sich zum Kraftbewußtsein Dahinwelten der innigft geliebten Mutter, hat von vornherein durchringt gegen die ungeheuerlichsten Widerstände. Es find die Tragit im Schaffen Beethovens bedingt. Die Frühreife des weniger Widerstände sozialer und künstlerischer Natur, es find mentvolle Beethoven, von dem es doch heißt, daß er nie ohne von allergrößter Bedeutung ist und eben aus vorhin erwähnten Knaben, die Wunderkinddressur und damit die Zerrüttung seiner vielmehr solche persönlicher Art. Die Tatsache, daß der tempera ethischen Gründen" absichtlich vernachlässigt wird) und dann die Hauptsache: seine musttalischen Schöpfungen als Produkt all dieser Beeinflussungen voll zu erfassen. Und hier sind es seine Sinfonien, die an die Selbstbildnisse Rembrandts erinnern. Neun Selbstbildnisse sind es, in wesentlich anderer Folge wie bei Rem brandt( vor allem das letzte), aber von derselben Art: fie zeigen durchaus das Gesicht ihres Schöpfers und doch zugleich das Gesicht ihres Zeitalters und aller der diesem verwandten Perioden. Wenn unsere Untersuchung bei Nichtvermeidung des Erwähnens von Menschlichem,„ Allzumenschlichem"( wie der schöne Verlegenheitsausdruck heißt) Beethoven von seinem idealistischen Biedestal herabsteigen läßt, so ist das eher ein Gewinn als ein Verlust. Nerven, die Störung der jugendlichen Entwidlung legten die Keime für alle die späteren Leiden. Ostar Karl Inter fen mi opez. anitalt mann Bert m führun Gener 27, De tell irgendeine Liebe leben konnte, niemals aber eine sogenannte ,, platonische" hinaustam, vor der Ehe und der förperlichen Ber einigung zurückschreckte, diese Tatsache hat zu allerhand Fafeleien so beeinflussen wie die großen Wiener musikalischen Erlebnisse. reine, ideale Liebe usw. In Wirklichkeit aber litt er unfägli Sein Schicksal führte ihn von seiner rheinischen Heimat nach Wien, dem Gegenpol zu Paris. Die Zeitströmungen, die über dieses Kulturzentrum hinwegfluteten, sollten ihn zum mindesten Beranlassung gegeben: Beethovens Liebe sei ohne Luft, fei die Dazu Befreiung. Er trug verwandtes Los mit vielen Großen feines unter sexuellen Verdrängungen und unter der Angst vor thre gleichen. Es sei nur an Michelangelo erinnert Welche Qual zeichnungen, welches Wühlen und Ringen und Sehnen. in seinen Briefen, welches schmerzliche Gestammel in feinen Auf der französischen Revolution spricht aus beiden. Beide waren sie seine anderen förperlichen Gebrechen: eine schredlich zunehmende Wien, die Stadt des sterbenden Feudalismus, mit all den Kennzeichen eines 3ersegungsprozesses der ganzen Kultur, schuf in Beethoven die Aufnahmebedingung für die Ausstrahlungen der großen französischen Revolution. Die Geistesverwandtschaft mit Schiller tritt von hier ab deutlich hervor. Der antifisterende Geist Leitun hoven Eth haben Der S gag e tehen geeign angeh forber Derjan oung forber des De Oblen triebes . Ueber bis au glüdsfä chandl Den fun = Behan ten, wurde Betrieb rfür effere B doch no Gewertschaftsbewegung und Klassentampf Bersammlung der USPD.Funktionäre Die Berliner Parteileitung der U. S. P. D. hatte zum Dienstag abend die Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre nach der Neuen Welt zusammenberufen, wo die Genossen Tony Sender und Robert Dißmann über den Londoner Kongres der AmsterDamer Gewerkschaftsinternationale Bericht erstatteten. von durch die Proklamierung des Bontotts des Transports und der Serstellung von Kriegsmaterial für die Feinde Rußlands. Die von Fimmen unterbreitete Resolution, die als wirksamites Mittel zur Bekämpfung der Reaktion den Massenstreit und den internationalen Bontott erklärt, wurde mit etwa 22 Millionen Stimmen angenommen. Die gesteigerte internationale Solidarität tam auf dem Londoner Kongres sehr schön darin zum Ausdrud, daß gerade die Vertreter det Ententeländer sich für die Annullies rung der durch die Entente von den Mittelmächten verlangten Entfchädigungssummen aussprachen. Der Höhepunkt des Kongresses war die Stellungnahme zur Frage der Sozialisierung. Wir gratufieren. Jeber fommunistische Sieg von solcher er schütternden Größe wird von uns registriert werden als ein ficheres Merkmal dafür, daß die deutsche Arbeiterschaft allem Pas rolegeschwät zum Troß ihren gesunden Verstand zu bewahren versteht. Daran ändern auch die fettesten Ueberschriften und die unge schichtesten Angriffe der„ Roten Fahne" gegen uns nichts. Wir brachten vor einigen Tagen zur Kennzeichnung der tonfusen tommunistischen Gewerkschaftstaftit eine Zuschrift aus Metall. arbeitertreisen, in der das Barolenschnellfeuer ermähnt wurde, das die Stuttgarter Metallarbeiter über den konters revolutionären" Hauptvorstand ausgeschüttet haben. Dazu konnten wir die Bemerkung machen, daß diese Parolen von einer zentralen Stelle aus in zahlreiche Gewerkschaften geleitet werden, und wir bezeichneten als diese Zentralstelle die Münzstraße. Das hat die Rote Fahne" in Berlegenheit gebracht, und sie tut so, als wenn sie nichts davon wüßte. Sie schimpft aufgeregt über unser Geschrei", denn sie scheint nicht zu wissen, daß wir nie so ruhig sind und nie so falt bleiben, als dann, wenn wir uns mit der kommunistischen Partei und ihrer Bresse beschäftigen müssen. Aber noch mehr. Unser Geschrei sei Angst vor der fommen den Attion. Bewahre, verehrteste Rote Fahne"! Die Ers fahrung zeigt doch dem Blindesten, daß Aftionen, die die Kommunisten antündigen, niemand in Angst zu sehen brauchen, dafür aber hellen Jubel hervorrufen bei denen, die das stärkste Interesse an der Verwirrung und Verhetzung und Vergiftung der Arbeiterbewegung haben: bei den Reaktio= nären aller Grade. Damit die Rote Fahne" endlich begreift, wollen wir ihr sagen, daß diese Gefahr der einzige Grund dafür ist, daß wir uns mit den Kommunisten und ihren Taten beschäftigen. Bestände diese Gefahr nicht, so würde man in unserm Blatte nie eine Zeile über diese Vorgänge lesen. Nach den gefaßten Beschlüssen ist jede Organisation, die der Amsterdamer Internationale angeschlossen ist, verpflichtet, sich für die Sozialisierung in ihrem Lande einzusetzen. Als erster Schritt ist die Sozialisierung der Urprodukte, die Soziali. sierung des Bergbaues, anzustreben. Wenn die Kommunisten diesen Weg verwerfen, so fönnen wir erklären, daß wir uns darüber klar sind, daß die Durchführung der Sozialisierung den ersten Schritt auf dem Wege zur Berwirtlichung des Sozialis mus bedeutet. Es sei deshalb erfreulich, daß der Londoner Kongreß sich ein mütig für die fofortige Durchführung der Soziali fierung ausgesprochen hat. In der vom Kongres angenommenen Resolution zur Frage der Sozialisierung wird weiter verlangt, daß die Umstellung der Wirtschaft unter Kontrolle der Gewert schaftsorganisationen vorzunehmen ist und daß in den nichtsoziali fierten Industriezweigen der Kampf um das Kontroll- und Mits bestimmungsrecht der organisierten Arbeiter zu führen ist. Als ein Zeichen der internationalen Solidarität und von großer Bedeutung ist der von Jouhaur Frankreich erstattete Bericht der Delegation des J. 6. B. anzusehen. Er erklärte, daß alles ge schehen müsse, die Lügen zu zerstören, auf die sich die Ententemilitaristen zur Begründung des Einmarsches in das Ruhrgebiet stüzen. Sollte der Einmarsch erfolgen, so wäre es Pflicht der deutschen Arbeiter, die Arbeit zu verweigern, die französische Arbeiterschaft würde in diesem Falle das Aeußerste zur Unterstügung ihrer deutschen Brüder tun. 330 Ma Genoffin Tony Sender entwarf ein Bild der Entwicklung der iche Be internationalen gewerkschaftlichen Beziehungen. Die Erkenntnis nicht von der Notwendigkeit des proletarischen internationalen 3untroll fammenschlusses wurde von den sozialistischen Altmeistern früh gift, fannt. Die erste Internationale, die 1867 zusammenenintererat, wurde von Marr und Engels auf eine Grundlage gestellt, eine ein die auch heute noch allein für uns maßgebend sein tann. Diese altes vrite Internationale ging durch die anarchistische Putschtaktik Ban, die unins auseinander, da Marx die Auflösung einer unfruchtbaren erlan Bujammensetzung der Internationale vorzog. pfu Die alte Gewertschaftsinternationale hatte als gemeinsames Die Rampfziel die Erringung des Achtstundentages, jedenfa Schaffung Arbeiterschuhgesezen, internationale en. A.Silfsaktion bei Streits. Die Aufgaben der internationalen Rongresse waren sehr begrenzt. Sie dienten der Beratung über Den engeren Zusammenschluß der Gewerkschaften aller Länder, über einheitlich zu führende Gewertschaftsstatistiken, über gegen and eitige Unterstützung in wirtschaftlichen Kämpfen und über alle unmittelbar mit der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiterschaft im Zusammenhang stehenden Fragen. Ausgeschlossen Don der Beratung waren alle theoretischen Fragen und bewegu olche, welche die Tendenzen und Tattit der gewertschaftlichen Bewegung in den einzelnen Ländern betrafen. Troß diefes verfrecht hältnismäßig en gezogenen Rahmens der Internationale, bachte ung bei uns in Deu faland fein Gewerkschafter daran, aus dieser internationalen Gemeinschaft auszutreten. Jetzt aber, wo die GeAbsicht vertschaftsinternationale cine Epoche durchmacht, die nicht nur eine gewaltige Veränderung in ihrer bisherigen Tattit monftribedeutet, sondern auch eine kolossale Revolutionierung in sachlichen immer Gragen erfolgt ist, soll diese Internationale auf Befehl Moskaus Bu wagerstört werden. Auf dem diesjährigen Kopenhagener Metallesleitung beiter- Kongres hat selbst Richard Müller die Haltung der erlin miterdamer Internationale gutheißen müssen und den dort ges ser Frakten Beschlüssen zugestimmt. Erst als er in Deutschland die ngwischen eingetroffenen Mostauer Barolen fennenlernte, ent Ser zeig beate er fein revolutionäres Herz, aus der Amsterdamer roten der 3 war plöhlich die gelbe Internationale geworden! Beamte Genossin Sender betonte, daß es nicht die Schulb des interftimma nationalen Bureaus ist, wenn die von dort ausgegebenen revo Leipzig utionären Parolen nicht in den einzelnen Ländern befolgt werden. Bei dem, s, daß Fügen, Bontott gegen Ungarn Beamte er Bet Di rt es. ft mit eit he Gegen tenbunde 期 an ander den das Bureau forderte, war es gerade Jugoslawien, das tbeamter 3. Internationale angeschloffen ist, das völlig verjagte. Die Internationale tann eben nur das Spiegelbild der nationalen Entwidlung sein. An der Geschlossenheit der revolutionären Urab Energie der Organisation in den einzelnen Ländern liegt es, wurde ob die von der Internationale herausgegebenen Parolen durch = Drohgeführt werden. Daß die Amsterdamer Internationale heute hon von einem anderen Geiste beseelt ist als vor dem Kriege, im Fal ährlei eigte sich deutlich in dem Bericht des Getretärs des internatio ich heralen Bureaus, Fimmen, über Weltlage und interationale Gewertschaften. Er zeigte, wie nach Be - daß ndigung des Krieges die Bourgeoiste zu Konzessionen besrechts eit war, daß aber sehr bald der Umschlag einfegte und heute fast allen Ländern die Reaktion stärter ist als zuvor. Die Ge bertschaftsbewegung müsse es deshalb als ihre erste Aufgabe betachten, die Macht der Arbeiter im Kampf gegen die Reaktion bie neue Gesellschafsordnung Dabei anzuwenden. müffe man fich darüber tlar sein, die daß Millionen der in ber Amsterdamer Internationale organisierten Arbeiter noch nicht alle von der Notwendigkeit hat der Bund den Boykott gegen Ungarn proklamiert und hat wiederholt versucht, mit den russischen Gewerkschaften Fühlung zu Bord bekommen, ohne auch nur einer einzigen Antwort Sewürdigt worden zu sein. Trotz der Moskauer Be schimpfungen hat sich die gelbe" Internationale bereitgefunden, Sowjet- Rußland wirksame Hilfe zu bieten enen bi arnung e der hat. wird, n zu and. Krieg Die er Schein Cers Beet blitanes Sonapart Revo gewidmet I an ber mit be vens mi E neunte Schille tepadun teit fein Sulsschlag 3 ens. te revolu itanischen Manieren Fürft!" Fürft! ich bin Taufende te er fid Sei einem the tab Bornigen end burd mehr als Südfingen Revolu wußtfein ewußtfein Es find es find tempera nie ohne genannte hen Ber Fafeleien fei bie unfägli Dor ihrer on feines The Qual ten Auf Dazu Rehmende ge 28 flären Taubheit seit dem 30. Jahre... Taubhett, der Fluch des Musiters! Dazu sein chronischer Darmkatarrh, alles Dinge, die höchst profan sind und die doch mitzählen, ja grundlegend sind, Bumal sie die fast unheimliche Tragif seiner Werke mit zu erimstande sind. Dieser leidende, trante, schmerzdurchwühlte menim hat nur eine Befriedigung gehabt: seine Musit. Er hat mit dem wütenden Darmkatarrh im Leibe die„ Eroica" geschrieben, mit vom Fingerwurm zerfressenen Händen seine Klaviersonaten gespielt und für Millionen Ohren die große Reunte geschrieben, nur er fonnte sie nicht hören.... Es entheiligt" die Kunst vielleicht, wenn wir den Künstler bei seiner qualvoll ringenden Arbeit sehen. Aber es vermensch licht sie und gibt sie als Menschenwert den Menschen wieder. Erich Knauf. Der Mord von Mechterstedt Die Wahrheit tommt ans Licht Die Marburger Studenten, die die 15 Arbeiter aus Bad Thal ermordet haben, sind nach ihrem Verbrechen auf fretem Fuß gelassen worden und konnten wie die Mörder Rosa Lugemburgs und Karl Liebknechts eine militärische Lügenge meinschaft bilden ,, die es ihnen ermöglichte, das Gericht zu be schwindeln. Sie haben damit in ihrem ersten Prozeß vor dem Kriegsgericht Erfolg gehabt und auch in Cassel vor dem Schwurgericht trat die Lügengemeinschaft der Angeklagten als geschlossene Einheit auf. Gestern ist es jedoch gelungen, das Gewebe aus Lug und Trug zu zerreißen. Der Zeuge Me 3 stellte fest, daß bei der Führerbesprechung in Gotha Fregatten tapitän Selchow gesagt hat:„ Solche Sachen wie bei Liebknecht und Lugemburg dürfen nicht wieder vorkommen. Bei Erschießungen müssen Rechtsgründe gewahrt werden. Den Toten müssen Waffen in die Hand gegeben werden, damit es aussieht, als ob sie mit ber Waffe in der Sand erschossen sind." Student& eld bestätigte diese Aussage. Er war bei der Führerbesprechung zugegen und weiß, daß Gel chow sagte, den Toten müsse ein Gewehr in die Sand gegeben werden, damit sich die Defentlichkeit nicht aufrege. Wichtig waren in der gestrigen Verhandlung die folgenden Auss jagen: Genossin Sender betonte, daß es angesichts der vom Londoner Kongreß gefaßten Beschlüsse lächerlich wirfe, wenn die Kommunisten die Amsterdamer Internationale als gelb bezeichnen und, wie es Lenin, Sinowiem und Losowski getan haben, sie als gefährlicher als die Weißgardisten, Bürger- und Einwohnerwehren hinzustellen. Sehr blöde sei es auch von den Kommunisten, wenn sie erklären, daß sie nur die Gewerkschafts- Internationale, nicht aber auch die Gewerkschaften sprengen wollen. Die Befolgung der Moskauer Parolen müsse zur Spaltung der Gewerkschaften in den einzelnen Ländern führen. Der Kommunist Walcher schrieb am 16. November in einem Artifel im Halleschen Volksblatt", daß die Kommunisten mit aller Energie zah und ausdauernd zu arbeiten hätten, bis die Einheitsfront, die heute die Dihmänner und Sue mit der Bourgeoisie verbinde, zerschlagen ist." Das ist die Aufforderung zur Spaltung! Angesichts der Geschlossenheit des internationalen Kapitals ist es ein Verbrechen, die einzige bestehende Internationale Kampforganisation, die Amsterdamer Internationale zu zerstören. Sind wir nicht in der Lage, dies zu verhindern, fönnen wir der Ge aftion teine geschlossene Internationale der Arbeit gegenüber fchloffenheit des Unternehmertums, der Einheitsfront der Res stellen, dann wird die proletarische Bewegung auf Jahre zurüde geworfen. Dies zu verhindern, liegt jetzt an der Kraft und der Einsicht des Proletariats.( Lebhafter Beifall.) Der zweite Referent, Genosse Digmann, zeigte in seinen Ausführungen das Zusammenwirken der einzelnen Länder innerhalb der Internationale. Die politische Rückständigkeit in den einzelnen Ländern ist derart groß, daß dadurch internationale Aktionen revolutionärer Art gehemmt werden. Die der Amfterdamer Internationale angeschlossenen Organisationen mit ihren 28 Millionen Mitgliedern haben in den einzelnen Ländern nur eine schwa che sozialistische Färbung, das erhellt am besten die Tatsache, daß beispielsweise in England die GewerkSchaften 8 Millionen Mitglieder haben, während die sozialistische Partei( J. L. P.) gegenwärtig etwa 50-60 000 Mitglieder zählt. Dazu kommen für ganz England 5000 Mitglieder der kommunistischen Partei. In Frankreich hat die sozialistische Partei etwa 100 000 Mitglieder, gegenwärtig wird diese Partei gespalten. Nachdem Dißmann weitere Beispiele angeführt hatte, tommt er zu dem Schlusse, daß es ein Verbrechen an der internationalen profetarischen Bewegung ist, wenn bie einzige aktionsfähige Internationale, Zeuge Rosenstod, ein Bruder des erschossenen Arbeiters rierung von Lebensmitteln auf Anweisung der Bollsbeauftragten gleichen Ramens, jagt aus, fein Bruder habe sich bei der Requi beteiligt, sei festgenommen und dann erschossen worden. Er könne sich nicht denten, daß sein Bruder geflohen sei. Auf dem Wege seien die Gefangenen, wie er gehört habe, mißhandelt worden. Ein Freund seines Bruders habe erzählt, daß der erschossene Röj figer ihm auf dem Wege zugerufen habe, die Zeitfreiwilligen raunten ihm immer zu: Lauf doch davon. Als das von einigen geschehen sei, habe man fie erschossen. Es sei auch gesagt worden, daß die Gefangenen Deutschland, Deutschland über alles" fingen mußten. Zeuge Dreher Rudolf Arnold aus Eisenach bekundet, daß er zum Besuch in Gotha gewesen sei und habe, da feine Eisenbahn nach Eisenach fuhr, zu Fuß zurüdfehren wollen. Unterwegs traf er seinen Arbeitsfollegen Barz, und sie seien zunächst mit einem Baffterschein anstandslos durch die Postentette der Reichswehr ge= fommen. Bei Mechterstädt hätte aber eine Patrouille der Stu denten sie angehalten und festgenommen. Sie wurden in das Sprizenhaus gebracht. Im Nebenraum lag ein Bers wundeter, der stöhnte und immer nach Wasser schrie. Da tam ein Soldat an das Fenster und sagte zu dem Posten: Geh doch einen Augenblid weg, in wenigen Minuten ist alles erledigt. Ein anderer Soldat rief sogar: Die Schweine haben einen unserer Offiziere angeschossen. Wir machen mit ihnen dasselbe. die Amsterdamer, durch das Moskauer Diktat zertrümmert wird. Die russische Revolution fönne sich nur halten, wenn die SowjetRegierung von dem westeuropäischen Proletariat gestützt wird. Um die Weltrevolution vorwärts zu treiben, sei jedoch noch eine gewaltige geistige revolutionäre Entwidelung in allen Ländern notwendig. Genosse Dißmann fommt dann auf die deutschen Gewertschaftsverhältnisse zu sprechen. Der rechtssozialistische Geiſt pagnie herausgebracht. Einige Soldaten jagten: man solle uns verschwindet mehr und mehr aus den Gewerkschaften, so daß die Führer im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund froh wären, wenn sie recht bald mit elegantem Schwung aus dem Arbeitsgemeinschaftsverhältnis heraustämen. Daß die Arbeitsgemeinschaften überhaupt möglich waren, lag aber an der geistigen Rüdständigkeit der Gewertschaftsmit glieder. Das gleiche treffe bei der Schaffung von Industrieorganisationen zu, daran ändere kein Geschrei der Kommunisten etwas. Beethovenjeier. Die Akademie der Künfte zu Berlin veram Freitag, den 17. Dezember, eine Beethovenfeier im Konzertsaal der Hochschule für Musit. Zur Aufführung gelangen nisten unter der Führung des jeßt in Mostau zum wahren Revo Beethovensche Orchesterwerte unter Leitung von Kapellmeister Rudolf Krasselt. Als Solisten wirten mit Professor Gustav Have: Kriegssozialisten gehörenden O. Rusch die Mehrheit bekommen, mann und Professor Waldemar Lütschg. Die Bestrebungen der Kommunisten, die Gewerkschaften international zu spalten, ziche mit Notwendigkeit bie Spaltung der nationalen Gewerkschaften nach sich. Wenn bei den Wahlen zu der Berliner Verwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes die Kommu lutionär gestempelten, bis zum November 1918 zum Lager der wenn sie ihre zahlenmäßige Stärke in der Verwaltung dazu bes nugen, für die Berliner Berwaltungsstelle des D. M. B. den AnBon den beiden aus Anlaß des 150. Geburtstages Beethovens Don der Staatsoper veranstalteten Festabenden findet das schluß an die Moskauer Internationale zu beschließen, dann ist Den 17. b. M., statt. In dem durch eine Festrede Professor Dr. verhindern, müssen sich alle U. S. P.- Gewerkschaftler für die Wahl Festkonzert am Donnerstag, den 16. d. M., Fidelio" am Freitag, dies der Anfang der Spaltung der Gewerkschaften. Um dies zu Ostar Bies eingeleiteten Konzert wirken mit die Herren Dr. Karl Mud als musikalischer Leiter und Ferrucio Busoni als tungsbestrebungen fönnen wir nur durch praktische Arbeit entInterpret des Es- dur- Klavierkonzertes. In der 9. Sinfonie wirfen mit die gesamte Kapelle und der verstärkte Chor der Staatsoper. Anfang 7 Uhr. Die Singakademie zu Berlin veranstaltet unter Leitung ihres Direktors Professor Dr. Georg Schumann zu Beethovens 150.. Geburtstag am 17. Dezember ein Kon -Die neunte Sinfonie wird 27. Dezember im großen Saal der Philharmonie durch den Kit= telschen Chor und das Philharmonische Orchester unter der gegentreten. Genosse Dißman zerpflüdte dann die sogenannten Stuttgarter fünf Buntte, die Richtiges und Falsches enthalten. Zum Schluß seiner Ausführungen forderte Genosse Dißmann die Partei und Gewerkschaftsfunktionäre auf, sich mit Bert mit dem Philharmonischen Orchester und am 18. eine Auf der Gewerkschaften zu wenden. Nur dann könne die soziale Reführung der„ Missa solemnis", zu welcher am 16. eine öffentliche Generalprobe stattfindet. boven- Feier aufgeführt. am Leitung von Bruno Kittel im Rahmen einer großen Beet- dafür mehrere Beispiele an. Nachdem noch der Genosse Bo11hauspielerforderungen. Die Delegierten der Berliner Theater haben einstimmig beschlossen, das Angebot des Verbandes der Berliner Bühnenleiter betreffs Teuerungszulage, Mindest= gage und der allgemeinen Forderungen abzulehnen. Sie geeignet ist, den berechtigten Forderungen der Berliner Bühnenangehörigen Genüge zu tun. bersammlung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen fordert, daß auch die deutsche Bühnengenoffenschaft zur Entsenbung einer Bertretung im Reichswirtschaftsrat aufgeforbert wird. Die außerordentliche Vertretervolution vorwärts getrieben werden.( Starter Beifall.) In der Diskussion tennzeichnete 3ista die schmutzige Kampfes die engere Ortsverwaltung besonders deutlich zeige. Er führte mershaus die Lage der einzelnen Berliner Gewerkschaften geschildert hatte, schloß der Borsitzende Genosse Friz Koch die Verjammlung. Ein kommunistischer Sieg Rote Fahne" meldet in ihrer Dienstagnummer triumphierend, daß die Belegschaft der Firma Borsig sich für die Annahme der Forderungen der Stuttgarter Metallarbeiter ausgesprochen hat. Das soll beweisen, daß die Borsig= arbeiter für Mostau sind. Tatsache ist nun, daß von den 3000 Beschäftigten 188 Borsigarbeiter in der Versammlung anwesend waren. Davon erhielten die Kummunisten 100 Stimmen, Wir fürchteten, jeden Augenblid erschossen zu werden und vers trochen uns in eine Ede. Am nächsten Morgen wurden wir mit anderen inzwischen hinzugekommenen Gefangenen von der 6. Koman die Wand stellen, dann wäre alles erledigt. Als wir den Bahndamm hinter uns hatten, ging eine Schießerei los. 34nächst hörten wir eine Salve, dann Einzelschüsse. Offens bar handelte es sich um die Erschießung von Hornschuh. Dieser ist nicht auf der Flucht erschossen worden. Ich habe, nachdem ich entlassen war, das Fuhrwert meines Vaters genommen und bin mit einem Bekannten hingefahren. Wir haben festgestellt, daß Hornschuh mit den Händen in der Erde sich festgetrallt und ges wälzt hatte, also nicht gleich tot war, als auf ihn geschossen wurde. Nach einiger Zeit wurde wieder geschossen. Ein Offizier jagte auf die Frage, was los sei, das seien Vorpostengefechte. Ich fand es merkwürdig, daß Vorpostengefechte hinter der Front sein sollen. Nach einiger Zeit stießen wir auf den Transport der Angeklagten. Da wurde uns zugerufen: Das sind auch so elende Spartatiftenhunde. Gebt nur, wir haben nichts mehr zu tun. Der Angeklagte Göbel verhandelte mit unserem Kompagnieführer. Wir wurden ihm übergeben und mußten nun Kehrt machen und auf Mechterstädt zufahren. Göbel begann uns zu brillen. Er fagte, er wolle sehen, ob wir bei den Spartatisten etwas gelernt hätten. Wir mußten auf der Straße Lausschritt machen. Es hieß fortwährend: Marsch, marsch, Rechtsumtehrt usw." Wir mußten auch die Hände über dem Kopf halten. Einige fingen an zu wimmern. Göbel habe ihm wiederholt ins Gesicht geschlagen und mit dem Ausruf: Du Schwein brauchst die deutsche Kofarde nicht, die Kokarde von der Müze geriffen. Der Zeuge hat gesehen, daß etwa 200 Schritte entfernt vier Gefangene des anderen Transports erschossen worden sind. Sie lagen in einem Quadrat zusam men, feien also ficher nicht geflohen. Auf den Einwand eines Ges schworenen, es hätte doch nebliges Wetter geherrscht, erklärt der erschossen wurden. Der Zeuge will auch Schreie der Sterbenden, Zeuge, daß der Nebel sich schon verzogen hätte, als die Gefangenen wie Mutter, meine Frau und dergleichen gehört haben. Dann sei ein General im Auto gefommen und habe angeordnet, daß die Gefangenen dem Göbel abgenommen werden. Göbel sträubte sich zunächst, fie freizugeben. Der Staatsanwalt teilt im Anschluß daran mit, daß gegen Göbel und zwei andere Studenten ein Verfahren wegen Mißhandlung unter Amtsmißbrauch vor der Straftammer durch geführt werde. Der Zeuge Barz schildert in ähnlicher Weise seine Erlebnisse und behauptet insbesondere, daß sie beide im Sprizenhaus in Mechterstädt direkt mit dem Tode bedroht worden seten. Der Nachfolger von Sans Leuß. Der Gutsbesizer BeckerBartmannshagen( Goz.) ist als Nachfolger von Hans Leuß zum Landrat( Drost) des Kreises Stargard mit 4000 Stimmen gegen 3500 Stimmen der Rechten gewählt worden, Groß- Berlin Küchenschluß aller Berliner Gaststätten B. S. Sinter verschlossenen Türen tagte am Dienstag abend in den schönen Räumen des Esplanade- Hotels der Verein Berliner Hotelbefizer und verwandter Betriebe, um Stellung zu nehmen zu den Ereignissen der letzten Tage. Die Beratungen ende ten mit dem einstimmig angenommenen Entschlusse:„ Der Berein Berliner Hotelbefizer und verwandter Berufe beschließt sämtliche Küchenbetriebe jofort restlos zu schließen." Für die Ueberwachung der Hoteltüchen in den nächsten Tagen die Küchenschließung soll vorläufig bis zur nächsten Sigung des Bereins am Freitag nachmittag durchgeführt werden!- wurde eine Kommission gewählt. Es wurde betont, daß die Hotelbesitzer nicht streiten", sondern daß sie freiwillig ihre Betriebe schließen, um nicht durch die Staatsanwaltschaft ruiniert zu werden. Es handelt sich auch nicht um eine Attion für Wucherer und Schlemmerei, sondern lediglich darum, die Sache als Selbstschuhaktion durchzuführen und frei zu bleiben von Denunziationen, Gefängnis und Zuchthaus. Wein, Bier und Spirituosen dürfen in den Schantwirtschaften verkauft werden, aber nicht in den Hotels und in feinem Gastbetrieb darf Essen aus der Küche abgegeben werden, auch Messer, Gabeln und Teller dürfen nicht an Gäste verliehen werden, die etwa mitgebrachte Speisen in den Räumen der Schantwirte verzehran wollen. Die Angestellten werden weiterhin voll bezahlt. Neue Maßnahmen werden erst am Freitag nachmittag nach einer neuen Sigung festgesetzt werden können, wenn die Be hörden nicht vorher die nötigen Zusagen an die mit ihnen verhandelnden Berbandsvertreter gegeben haben werden. Jugendweihe in Groß- Berlin Anmeldungen zu den Jugendweihen, Ostern 1921, bitten wir fofort an unser Bureau, Breite Str. 8-9, Sof, Eingang 6, parterre, gelangen zu lassen. Für die Kinder, die an den Jugend meihen teilnehmen, wird zur Vorbereitung eine Reihe von Borträgen gehalten, die im Januar beginnen. Anmeldungen müssen daher sofort erfolgen. Arbeiter- Bildungsschule U. S. P. 20. Verwaltungsbezirt. Freitag, den 17., abends 6 Uhr, im Rathaus Reinickendorf( Sigungsfaal 2. Tr.), Sigung der fommunalen Kommissionen sämtlicher Ortschaften des 20. Verwal tungsbezirkes. Eine Einschränkung des Expreßgutverkehrs tritt mit sofortiger Wirtung in Kraft. Die Ergänzungen zu den allgemeinen Abfer tigungsvorschriften werden durch eine Bekanntmachung der Eisenbahndirektion Hannover dahin abgeändert, daß solche Stüde zurüdgewiesen werden, die zur Beförderung im Badwagen ungeeignet sind. Das Gewicht des einzelnen Stüdes darf 50 Kilogramm nicht überschreiten. Besonders schwierig zu verladende und fehr umfangreiche Güter, die im Verhältnis zum Gewicht einen ungewöhnlich großen Laderaum einnehmen( Sutschachteln, Korbwaren, Stühle, Drahtmatragen, Feder- und Wolleballen, lebende Pflanzen usw., eiserne Stangen, Stäbe, Röhren von mehr als 4 Meter Länge, leere Fässer, unzerlegte Harasseusen) sollen zur Beförderung nicht zugelassen werden. Ebenso werden auch Stüde unter 5 Kilogramm Gewicht oder solche mit nur ganz geringem Umfange, die in erhöhtem Maße der Gefahr des Abhandenkommens ausgesetzt sind, zurückgewiesen werden. Den Aufgebern soll empfohlen werden, solche Stüde als Postpatete abzusenden. Ebenso follen auch Massenauflieferungen, durch die im einzelnen Falle die Beförderung im Badwagen erschwert wird, in Zukunft zurückgewiesen werden. Auch über die Art der Verpackung sind neue Vorschriften erlassen worden. Vor der Annahme soll die Art der Berpadung genau geprüft werden. Gegenstände, deren Natur eine ordnungsmäßige Berpadung erfordert, werden bei mangelnder Umhüllung und Schuß gegen Diebstähle usw. zurüdgewiesen, besonders Tertilwaren, deren Verpadung in Papier und UmSchnürung mit Bindfaden besteht. Unverpackte oder sehr mangelhaft verpackte Gegenstände dürfen in 3ufunft nur dann zur Beförderung angenommen werden, wenn sie troz mangelnder Verpadung fich zur Beförderung eignen und der Mangel der Berpackung durch den Absender auf der Eisenbahnpaketfarte in dem Raum für Erflärungen mit Unterschrift anerkannt wird. Einen Weihnachts- Unterhaltungsabend veranstaltet das Briger Jugendamt am Freitag, den 17. d. M., abends 6 Uhr, in der Aula der 1. Gemeindeschule Brig, Chausseestr. 137. Weihnachtsaufführungen, Musik und Gesang versprechen genußreiche Stunden, so daß der gesamten Schuljugend sowie auch den werten Eltern der Besuch der Veranstaltung nur angelegentlichst empfohlen werden fann. Eintrittstarten zu 50 Pf. find in den Schulen sowie an der Saalfasse zu haben. Bei der Abholung eines Liebesbriefes verhaftet wurde ein gewerbsmäßiger Heiratsschwindler, durch den eine ganze Reihe heiratsluftiger Damen um erhebliche Beträge und wertvolle Schmucksachen bestohlen oder betrogen worden sind. Der Gauner meldete sich auf Heiratsanzeigen und machte in Gesellschaften die Bekanntschaften junger Damen und Witwen. Er trat sicher und gewandt auf und wußte sich durch sein liebenswürdiges Wesen bald in das Bettrauen der Damen einzuschleichen. Er nannte sich gewöhnlich Assessor Dr. Harry Wolff und lernte zunächst in BresTau eine Dame kennen, die ihm bares Geld und Schmud achen im Werte von 10 000 M. opferte. Einem Berliner Herrn, dessen Tochter er sich genähert hatte, nahm er 12 000 m. ab. Außer dem Heiratsschwindel betrieb der Verhaftete auch einen anderen ganz neuartigen Schwindel. Er trat an Rechtsanwälte heran und erbot fich, sie während ihrer Urlaubszeit zu vertreten. Auch Scheckschwindeleien verübte der Betrüger, indem er große Einfäufe machte und mit wertlosen Sheds bezahlte. Seine Festnahme erfolgte, als er auf dem Bostamt in der Dorotheenstraße Briefe von einer Dame, mit der er zweds Seirat" in Verbindung getreten war, abholen wollte. Auf dem Polizeipräsidium gab er an, Heinz Wolfenberg zu heißen und 26 Jahre alt zu sein. Ueber seine sonstigen Verhältnisse und seine Herkunft verweigert er jede weitere Auskunft, ebenso jede Unterschrift. Wer er eigentlich ist, steht noch nicht fest. Ein Militärpaß, den er bei sich hatte, ist dreimal gefälscht. Ein Einbruch in das Café Standinavia in der Fried richstr. 94-95 beschäftigt die Kriminalpolizei. Die Diebe erbrachen einen Geldschrank und stahlen daraus ungefähr 15 000 m., außer AAAAA bem nahmen fte eine Schreibmaschine und größere Vorräte at Wein, Lifören und Zigarren. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung a Donnerstag. 3eitweise auftlärend, jedoch überwiegend bewöl bei ziemlig firengem Frost und frischen nördlichen Winden. Keine erheblichen Niederschläge. Aus den Organisationen 2. Diftrift. Alle arbeitslosen Genossen werden gebeten, zweds Weihnachts bescherung ihrer Kinder ihre Adreffen bis Freitag, den 17. Dezembeer, abends 7 Uhr, bei der Genosin Kreft, Steinmenstr. 60, porn i Tt. abzugeben. Späten Meldungen fönnen nicht mehr berücksichtigt werden. 7. Distift. Agitationstommission. Donnerstag, abends 7 Uhr, Stzung bel Schulze, Rominteher Str. 34. 8. Dirit. 9. Abteilung. Freitag, abends 7 Uhr, bei Seiler, Strahmanne Nr. 22, Sigung der kommunalen Kommission. 10. Siftritt. Freitag( nicht Donnerstag), 7 Uhr, Versammlung der kommunale Rommission bei Büttner, Schwedter Str. 23. Vortrag: Die Aufgaben de Armentommission". Ref.: Gen. Jülich. 12. Diritt. Abrechnung der Bescherungslisten Donnerstag, abends 7 h Kinderschuttommiffion 8 Uhr, bei Hoffmann, Lrchener Str. 8. 18. Ditritt. Alle Sammellisten und Listen der Kinder der Arbeitslosen find bis heute Abend bei Barleben, Burgdorfstr. 13, abzugeben. 16. Diftritt. Donnerstag, abends 7 Uhr, tombinierte Sigung der Schultom mission und sämtlicher Elternbeiräte im Physifzimmer der Schule Tegeler Straße 17. Di trift. Bildungs- und Frauenarbeitskommission. Donnerstag, den 16. De gember, 7 Uhr, gemeinsame Sigung bei Paul Kroll, Utrechter Str. 21. Wichtige Tagesordnung. Schöneberg- Friebeneu. Heute abend 5% bis 6% Uhr Sandzettel und Plakate abbolen in der Spedition Gothenstr. 40. Niederbarnim- Nord. Gonnabend, abends 6 Uhr, in Pankow, Schulaula, Gr nowstraße, Diftrittstonferenz. Alle Orte müssen vertreten sein. Die Landagi tationstommission der drei Agitationsbezirle müssen unbedingt erscheinen. Vereinskalender at Zentralverband der Angestellten. Jugendgruppe( Abteilung Neukölln): teilungsversammlung am 15. Dezember, abends 7 Uhr, Neutoun, Perliner E Nr. 10. Jugendgruppe( Abteilung Norden); Abteilungsversammlung 15. Dezember, abends 7 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11-12. Fachgruppe 1b( Posts und Telegraphenbehörden): Mitgliederversammlung a 15. Dezember, abends 7 Uhr, in den Mufiterfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Fachgruppe sa( Rechtsanwaltsangestellte): Mitgliederversammlung am 16. zember, abends 7 Uhr, im Englischen Sof, Alexanderstr. 27c.- Fachgruppe 1 ( Seifenhanden): Mitgliederversammlung am 15. Dezember, abends 8 Uhr, Rosenthaler Hof. Rosenthaler Str. 11-12. Fachgruppe 17 lb( Konsum- Genssen schaften, Verkaufspersonal): Mitgliederversammlung am 16. Dezember, abends 8 Uhr, in ben Sophiensälen, Sophienstr. 17-18. Sozialistische Proletarierjugend. Sämtliche Jugendgenossinnen und Jugend genoffen der S. B. 3., Gruppe Wedding, welche auf dem Boden der Soziali fchen Proletarierjugend stehen, werden zu einer Aussprache zum Freitag, bes 17. Dezember, 7 Uhr, im Lofal von Paul Kroll, Utrechter Str. 21, eingeladen Die erwachsenen Genossinnen und Genossen, welche zum Leipziger Aktionspro gramm stehen, werden gebeten, ihre schulentlassenen Tochter und Söhne zu biele Zusammenkunft zu senden. Geschäftliches Trotz der wirtschaftlichen Krisis, unter der Hauptsächlich die minderbemittelte Bevölkerung wegen der gewaltigen Teuerung leiden hat, werden sehr viele zu Weihnachten einen praktischen Gegenstand für die ihrigen zu laufen suchen. Jeder hat Gelegen heit wirklich reell und billig bei Altberg, Neukölln, Bergstr. 155, zu taufen. Verantwortlich für die Rebattion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für ben Inferatenteil: Ludwig Komeriner, Karlshort. Verlagsgenoffenicbaft Freiheit" e. Gm b. S.. Berlin. Drud der Freiheit Truferet m. h 5. Porfin 9 Breite Strake on Zwei Romane für den Weihnachtstisch! Adlung, Brantleutel Für die fculentiaene Jugend Konrad Loele. Der Krötenteich. Geschmackvoll gebunden 8.-. Cine bürgerliche Biebesgeschichte aus der Zeit vor dem Kriege. Die tiefsinnige und doch ganz zwanglos fich ergebende Dialektik wird von einer( pannenden Handlung getragen. Cin gewiffer Kaspar Ganghof, kein Selb, fondem, nur ein kritischer Liebhaber, Begreift, weil weder von der Natur noch vom Glück besonders begünstigt, ben Unmert ber bürgerlichen Moral und verlobt sich am Schluffe ganz fittfam mit feiner Jugendliebe, der es ähn lich ergangen ist. Konrad Loele. Der Weg zum Hab. Geschmackvoll gebunden 11.-. Zwei Menschen verzweifeln an sich und ihrer Zeit und hoffen nur noch auf das Kind. Die Schichfale und Gedanken des Peter Wenk gehören ber Bergangenheit an. Aber es ift nüglich, sie nicht zu vergeffen. Bielleicht ist der Abstand, ben wir von jener Zeit gewonnen haben, noch gn gering. Es mag sein, daß dieses Buch erst in ein paar Jahren erkannt wird. Aber es wird anerkannt merben. In feinem künstlerischen Stil ift 2o ele ein ganz Eigener, durchaus ohne Sentimentalität, von einem feltfam ironischen Humor erfüllt, dann wieder in knappen Wendungen tiefe Tragik offenbarend. Bei alledem ein Sprachkünstler, dem die neuerdings beliebte Breite und Verfchwommenheit völlig wefensfremb find. Geine Bücher find die genußreichste, die anregendste und originelste Lektüre, die man im deutschen Roman heute findet. Verlagsgesellschaft ,, Freiheit" e.G.m. b. H., Berlin C2, Breite Str. 8-9 Spezialität: ahna Gaumenplatte Abteilung Buch banbInn g. Zahn- Praxis Endter Nflg. Alvenslebenstraße 21, Hochbahnhof Bülowstraße Nur 2 feste reise Goldkronen:: Bellcken Stiftzähne. Ganmenlofer Zahnerfag. Zähne 5 M. und 7,50 M. Schöne natürliche Farben und Formen mit Mundunterfuchung gratis. Reine Luruspretfe. echtem Kautschuk und schriftlicher Garantie. Sprechstunden wochentags 9-12, 2-6 Uhr. 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