er t. .. fung 12 ez al tida ung anfil ge lin, 1, Dien 971 nbeit te 1 3. We Berel Thr, Bfu ageni LBfu mitt tsmiti ge Büd ttes uar 1 er Br ber zmer 1 Itte hnitt Bertas Gran arte 78 Wod eifch anita Bude efonden Janu azu n ezembe tRat te wer Gran 1. Bal flaum Einzelpreis 20 Pfg. • 3. Jahrgang herethett erichelet morgens und nachmittags, Sonntags and Montags m inmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Boft. Unter Streifband beng nehmen fämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 m. glich Belute- tuffchlag. per Brief für Deutschland und Ofterreich 30,-. Rebeblo, Capedition und Bering: Berlin 2, Breite Straße 89. Dienstag, 21. Dezember 1920 Nummer 543 Abend- Ausgabe De achtgefpaltene Monparethegefle obez beren Raum koftet 6,-. einschließlich Seuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jebes weitere Wort 1,50 m., einfchließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen das fettgedruckte Wort 1,50 m.. jedes weitere Wort 1.Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4803, 4835, 4640, 4921 greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutfitlands Der Kampf um die Kohlen- Sozialisierung Die Frage der Sozialisierung des Kohlenbergbaues ist Lebeurch die Borschläge der Sozialisierungsfommission und den Bon der U. S. B. eingebrachten Entwurf eines Gesetzes über Kin die Sozialisierung des Kohlenbergbaues aus dem Stadium theoretischer Erwägungen getreten und in den Mittelpunkt ensi der wirtschaftspolitischen Kämpfe der Gegenwart gestellt worden. Sie beschäftigt die gesamte deutsche Arbeiterschaft, erfladeren Verständnis für die außerordentliche Bedeutung dieser einleitenden Sozialisierungsaktion durch eine planmäßige Aufklärung in Bresse und Versammlungen zur Zeit erfreuficherweise start gefördert wird. t 23 Izertr 1 f horlt. Freibe Die bürgerliche Presse erhebt ein Lamento nach dem anberen, daß dieje rein wirtschaftliche und nur unter dem Gesichtspunkt der Produktionssteigerung zu wertende Maß Anahme durch diese aufheßende Wirksamkeit der sozialisti fchen Parteien zu einer parteipolitischen Sache gemacht und in die Sphäre der Politif gebracht werde, in der fie gar nichts zu suchen haben soll. Dem gutgläubigen Spießer wird vorerzählt, daß es ganz undenkbar sei, ein derartiges, nur politischer Agitation entstammendes Projeft durchzuführen, ohne die den Bergbaumagnaten in erster Linie warm am Herzen liegende Förderung zu gefährden und dadurch die Wahr Icheinlichkeit eines tatastrophalen Zusammenbruches herauf zubeschwören, denn mit der Steigerung der Kohlenproduktion stelle und falle unsere gesamte Volkswirtschaft. Im stillen lächeln die fundigen Thebaner, wenn sie diese Begründungen in die Welt setzen, denn sie wiffen ganz genau, daß jede ofonomische Frage selbstverständlich in erster Linie eine Machtfrage, also burchaus politischen Charakters ist, und daß es faum ein verlogeneres Wort geben fann, als das von der Entpolitisierung der Wirtschaft" als Voraussegung unserer wirtschaftlichen Gesundung. # 39 00340 h K Silber trump rea -ledig " Unter dieser Entpolitisierung verstehen die Unternehmer der ganzen Welt die Beherrschung des Staatsapparates durch das Großkapital und die unangetastete Freiheit eines absoluten Manchestertums, um die Ausbeutung der proletarischen Arbeitstraft ohne alle die unangenehmen Hemmungen durchführen zu können, die ihnen die sozialpolitische Gesezaebung espre bez legten Jahre gebracht hat. Betriebsrätegesetz, Achtstun debentag, Arbeitslosenunterstützung usw., die von der Arbeiterschaft mit vollem Recht als durchaus unzulängliche Maßnahmen angesehen werden, erscheinen den koalierten Unternehmern als lästige Fesseln ihrer wirtschaftlichen Macht stellung. Jeder Blid in die Stinnespresse( bei welcher 3eitung weiß man noch, feitdem die Serren sich der Bericht erstattungsbureaus bemächtigt haben, daß sie außerhalb dieser Sphäre steht??) zeigt uns, wie man immer erneut gegen alle berartigen Regelungen Sturm läuft und ber Deffentitsfeit zu fuggerieren sucht, daß darin die Ursachen unferer furchtbaren Not lägen. er To Die Beratungen im Reichswirtschaftsrat und in der von zu den arbeitsgemeinschaftlichen Vorschlägen des schwerinduihm eingesetzten sogenannten Verständigungstommission, die striellen stapitals führten und sich besonders auf den Gebanten einer Beteiligung durch Kleinaftienbesig richteten, haben vielen Proletariern die Augen über das geöffnet, was bei derartigen, Berständigungen“ mit dem historischen Feinde der Arbeiterklasse herauskommen fann. Daß es trotzdem zu neuen gemeinsamen Beratungen und der„ fruchtbaren Idee" der Tehen tam, ist beschämend für die Stellungnahme dieser der Lehen toimem Sozialiſten ſollte es zweifelhaft sein, daß eine derartige weittragende Maßnahme, die in ihren letzten Konsequenzen zur Sozialisierung der gesamten Wirtschaft, zu einer vollständigen Umwälzung der bestehenden Gesellschaftsordnung führen muß, nur im erbitterten Kampf gegen die fapitalistische Klasse durchgefegt werden und daß es in die ler Situation nur die eine Aufgabe geben. tann, bie gesamte Arbeitertlaffe auf dem Boben dieser Forderung zu vereinen und die gefammelte Macht dafür einzusetzen. Weite Kreise des Bür11 gertums, deren Lebenshaltung längst proletarisiert ist, die ma Klaſſe, in der sie aufgewachsen sind, sympathisieren mit dieser Forderung der Ueberführung des Besizes der Kohlenschätze in Allgemeineigentum, und es ist wichtig, daß auch die dadurch gewonnenen Energien, ohne daß man ihre Bedeutung irgendwie zu überschätzen braucht, eingesetzt werden. Wirtschaftstrise und Arbeitslosigteit Versammlung der Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre Mit diesem Thema hatte zu gestern abend die Gewerkschaftstommission die Betriebsräte und Funktionäre der Gewert, chaften und der Afa zu einer Versammlung in die Neue Welt eingeladen. Die Versammlung war nur mäßig besucht. Auf Antrag der Kommunisten wurde mit 150 gegen 141 Stimmen beschlossen, dem Genossen Sedert das Korreferat zu übertragen. In einem eineinhalbstündigen Vortrag legte sodann Genoſe Herz die Ursachen für die Wirtschaftskrise dar. Sie habe alle Länder ergriffen, weise aber in Deutschland besondere Symptome auf. Die Störung der Produktionsnerhältnisse durch den Krieg habe das ökonomische Schwergewicht in die außereuropäischen Länder gelegt und das wirke nun zurüd auf unsere einheimischen Produktionsverhältnisse. Die Verminderung der Kauftraft der Arbeiterschaft habe in Deutschland die Krije gewaltig verschärft und ausschließlich die Arbeiterschaft zu dem leidtragenden Teil ges macht, während die Bourgeoisie aller Produktionszweige ihre Ges winne gewaltig vermehrt habe. Große früher indifferente Maen seien durch das ungeheure Elend, das die Wirtschaftskrise auf sie herabgewälzt habe, in ihrem Glauben an die Beständigkeit des Kapitalismus wantend geworden. Sie zu gewinnen, die Arise, bes Kapitalismus zu einem Kampf für den Sozialismus auszunuzer, jei die große Aufgabe, die die Arbeiterschaft lösen mije. Sie fönne nur gelöst werden durch einiges, geschlossenes Auftreten. ( Lebh. Beifall.) Genosse Herk besprach sodann die Sozialisierung des Bergbaues, er vermarf die Parole der Produktionstontrolle, die untlar sei, bie Masse irreführe und zersplittere. Ebenso wichtig aber sei der Stampf für eine augenblidliche Hilfe für die Arbeitss losen. Erweiterung der Rechte der Betriebsräte, Berhinderung von Stillegungen, Beschaffung von Arbeit, Erhöhung der laufenden und einmaligen Unterstügung, ausreichende Versorgung mit billigen Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen müssen von der Arbeiterschaft gefordert werden. Sodann erhielt Genosse Sedert das Wort. Er enttäuschte diejenigen Zuhörer, die von ihm ein Kor-, d. h. Gegen referat erwartet hatten. Er erklärte zwar, daß die Zeit der Resolutionen nun vorbei sei, daß die Arbeiterschaft mobilisiert und für den Rampf organisiert werden müsse, aber selbst zurufe aus der Versammlung hatten nicht den Erfolg, daß er lagte, wie er fich bieſe Kampfesführung dente. Dafür aber predigte er einige Wahrheiten, die bisher von den Kommunisten schroff abgelehnt worden waren, so daß die Gesichter seiner eigenen Anhänger immer länger und länger wurden. Während es bis in die lesten Lage hirein für jeden waschechien Kommunisten als selbstverständlich abe Bergrößerung des Glends revolutionär wirte, bemerkte Hedert durchaus zutreffend, daß die Arbeiter unter ben Wirkungen der Wirtschaftstrise zu erst zugrunde gehen. Er unterließ es zwar, daraus die entsprechenden Folgerungen an ziehen, aber schuf doch schon mit der Konstatierung der Tatsache verblüffte Gefichter bei feinen Freunden. tech exflaunter mulige Re, als er ganz im Gegensatz zu der bisherigen Meinung nicht bie Führer der Gewerkschaften für das Verfagen der Organisationen verantwortlich machte, sondern offen aussprach. daß es darauf ankomme, daß die 10 Millionen gewerte schaftlig organisierter Arbeiter fämpfen wollen. Die kommunistische Forderung der Produktionskontrolle suchte er so ausgesetzt ist, wenn die Arbeitsfreudigkeit und der Wille zur Mehrleistung in der unmittelbar in der Produktion tätigen Arbeiterschaft durch den erneuten Bruch des Sozialisierungsversprechens erschüttert werden. Wie das Zechenfapital ben Kampf zu führen beabsichtigt, das fam allerdings bereits in, den Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialisierungskom mission zum Ausdruck und wird jetzt in einer Notiz der " Frankfurter 3eitung" so deutlich beleuchtet, daß es not wendig ist, der gesamten deutschen Arbeiterschaft Kenntnis davon zu geben und es ihr als unverlierbares Wissen einzuprägen. Das Blatt schreibt wörtlich: ,, Auch unter den schwersten politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen war dieser Vorschlag, selbst wenn seine Durchsehung Augenblid, in dem die jetzt im Rohlenbergbau leitenden Männer ihre Mitwirtung versagen, und daß dies geschehen würde, daß die in Betracht kommenden heute schon die Stellungen in anderen Industrien, vor allem in der Eisenindustrie, wissen, in die ste sofort nach Annahme einer derartigen angeb lichen Bollsozialisierung eintreten würden, ist notorisch." Die Bergarbeiter, deren Stellungnahme in dieser Frage Natürlich von besonderer Bedeutung ist, fämpfen mit aller Entschiedenheit für die Durchführung des Vorschlages I der Sozialisierungstommission, und es ist erfreulich, daß Sué mit aller Klarheit zum Ausdrud gebracht hat, daß es für den Alten Bergarbeiterverband, der wichtigsten Organisation der als bie Bergarbeitet, feine andere Regelung geben tönnie Duerfügung zu stellen, sondern sogar ihre Stärksten Energien öllige Husschaltung des Privatunternehmers und it" Mührung ber bem erwähnten Berschlage zu Grunbe liegenben Sebanten einer mit weitgehenden Rechten ausgestatteten und gemeinschaft. Es ist ohne weiteres flat, daß er notung ohne fistalische Bureaukratisierung gestalteten Rohlenproduktion den Gefahren einer weitgehenden Verringerung -9 Wenn die Sorge um die Aufrechterhaltung unserer Volkswirtschaft, um die Sicherung der für die Gesamtheit lebenswichtigen Kohlenindustrie wirklich die erste Sorge dieser sonst so besorgt sich gebärdenden Zechenbarone wäre, dann wäre es ihre selbstverständliche Pflicht, sich nicht nur weiter zur und höchsten Fähigkeiten einzusehen, um diesen Gefahren zu begegnen. Sier aber zeigt i bas wahre Geficht bieler Go sellschaft. Alle Reden und Schriften, in denen fie fich nicht genug tun tönnen in nationalem Empfinden und tiefstem burgbiejennetersen Willensteinert durch diesen notorischen Willen zu einer Tat, ganz tm Vorbeigehen zu begründen, erklärte aber ausdrücklich, was wohl einem Fallenlassen dieser Forderung gleichkommt, daß die Kommunisten bei einem Kampf um die Sozialisierung des Bergbaus nicht beiseite stehen würden und ihm auch feine Schwierigkeiten machen wollen. Die Versammlung beschloß, die Diskussion zu vertagen und stimmte einstimmig dem Vorschlag der Gewerkschaftskommis sion zu, folgende Forderungen den zuständigen Behörden zu unter breiten. 1. Eine einmalige gelbliche Zuwendung an alle Arbeitslosen: a) bei einer sechswöchentlichen Arbeitslosigkeit im Betrage von 150 Mart, b) bei einer vierteljährlichen Arbeitslosigkeit im Betrage von 300 Mart, e) bei einer halbjährlichen Arbeitslosigkeit im Betrage von 400 Mart, d) bei einer dreivierteljährlichen und längeren Arbeitslosig feit im Betrage von 500 Mart. 2. Für Frauen und erwachsene Angehörige, zu deren Unterstützung der Arbeitslose verpflichtet ist, wird zu den Säßen unter ia bis d ein Zuschlag gezahlt, der die Hälfte dieser Säge beträgt. 3. Für Kinder unter 18 Jahren wird zu den Sägen unter la bis d ein Zuschlag gezahlt, der ein Biertel dieser Sätze beträgt. 4. Erhöhung der gegenwärtigen Erwerbslosenunterstügung um 50 Prozent. 5. Invaliden wird die Unterstügung berart erhöht, dak Rente und Erwerbslosenunterstützung zusammen die erhöhten Säße der Arbeitslosen betragen. 6. Die Kinder ber Arbeitslosen erhalten Schulspeilung, und zwar Frühstück und Mittagessen.( Die Quaterspeisung wird damit verbunden.) Rostenlose Abgabe von Milch an Kinder der Arbeitslosen is zum 6. Lebensjahre. 7. Bersorgung der Arbeitslosen und deren Familienangehörigen mit billiger warmer Winterkleidung, Wäsche und Schuhzeug. In besonderen Notfällen unentgeltliche Abgabe. 8. Belieferung der Arbeitslosen, die einen eigenen Hausstand führen, mit billigem Heiz material 9. Feststellung aller größeren Wohnungen, die ungenügend ausgenügt werden und Bereitstellung derselben für die Woh nungslosen. Godann erstattete der Genosse Sabath Bericht über die Ver handlungen mit den Unternehmern wegen Bezahlung der Nachte arbeit. Die Unternehmerorganisation lehnt die Bezahlung schroff ab, doch sollen in den nächsten Tagen mündliche Verhandlungen stattfinden. Es ist nun Pflicht der einzelnen Organisationen, mit ihren eigenen Unternehmerverbänden selbständig zu verhandeln. Die Stimmung der Versammlung ging dahin, die Nachtarbeit überhaupt zu verweigern, wenn die Unternehmer die Bezahlung nicht zugestehen. Die englische Ausfuhr an Webwaren nach Deutschland. Ctr Robert Herne teilte im Unterhaus mit, daß Englands Ausfuhr an Webwaren usw. nach Deutschland im Jahre 1919 den Wert von 14 693 000 Bfund Sterling betragen habe. Die englische Aus fuhr nach Deutschland von Januar bis Oktober dieses Jahres bes trage 17 101 000 Pfund Sterling von der sie erwarten, daß sie zu einer so schweren Krise führen wird, daß die deutsche Volkswirtschaft sich auf Jahre hinaus nicht von ihr erholen tönne. Das, was sie nicht müde werden, als Bolschewismus, Spartafismus und was sie sonst noch für schöne Worte dafür finden, zu bezeichnen, dieses rüd sichtslose Babanque- Spiel mit dem Schidsal bes Boltes, wird für sie zu einer mit lächelnder Miene in Aussicht gestellten Selbstverständlichkeit, sobald es sich um die heiligsten Güter" des Kapitals handelt. Als in Berlin vor wenigen Wochen in dem Streit der Elektriter eine fleine Zahl von Arbeitern Maßnahmen durchführte, welche die p samte Bevölkerung der Großstadt in Mitleidenschaft zogen, ba tobte ein Wutschrei durch die bürgerliche Presse ob dieser Berantwortungslosigkeit, Gewissenlosigkeit und wie die Ausbrüde alle hießen. Der Ruf nach dem Einschreiten der Reichsregierung erschallte sofort und führte zu der bekannten beschleunigten Berordnung, die das Streifrecht in wesent lichem Umfange illusorisch machen soll. Wir sind be. Entrüstung gegen die verbrecherische Streif gierig, zu sehen, ob sich dergleiche Sturm der absicht der Bergwertsdirettoren erheben und ob die Regierung jeben Leiter einer 3eche mit schweren Strafen bedrohen wird, der bei einer Sozialisierung des Kohlen. bergbaues in der offen eingestandenen Ab. Sicht der Sabotage feinen Boten perläßt? Wir lassen uns durch diese Drohungen nicht schre fen, aber bas deutsche Proletariat muß wissen, daß der Kampf um diefes nächste Ziel der sozialistischen Bewegung zugleich ein Kampf um weitere Biele werben fann und daß ihm in diesem Ringen ein Gegner gegenübersteht, der vor nichts zurüc Darüber soll great, wenn es bit haltung seiner Intereſſen augeht. Der Feind steht rechts! Die BovrgeoPe bekämpfen, die Klasiengenossen Merzeugen! Zp der bürgi�lichen Preffe finden sich Betrachtungen dar- über, daß das Pürgertum dem Parlamentarismus nicht die notwendige Bedeutung beimesse. Die Parlamente hätten zwar selbst dazu beigetragen, daß ihr Ansehen in der Oeffent- lichkpit nachlieh, aber das sollte für das Bürgertum doch kein Anlaß sein, sich um das politische Leben überhaupt nicht mehr zu kümmern. In der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird bei dieser Gelegenheit besonders darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, daß das Bürgertum Verständnis für die N e u w a h l e n in Preußen habe. Die Rechtssozialisten seien sich der Gefahr, dah die Wahlen ihre vorherrschende Stellung in Preuhen beseitigen würden, völlig bewußt, und sie arbeiteten schon mit allen Mitteln einer starken Agitation, um auf die Wählerschaft in ihrem Sinn« einzuwirken. Anders das Bürgertum. Bei allen Wahlen habe es ein starkes Kontingent der politisch Indifferenten gestellt. Es wäre in Berlin nicht zu der bedauerlichen Einfluhlosigkeit des Bürgertmns auf die Kommunalpolitik gekommen, wenn es nicht so wahllau gewesen wäre. Die Steuerpolitik, die jetzt in Eroh-Berlin einsetze, laste erkennen, wohin der Weg gehen solle, und es fei ganz gut. dah dieses Beispiel in eine Zsrt falle, in der die Agitation zu den Wahlen für den preußischen Landtag einsetzen sollte. Der bürgerlichen Wählerschaft«erde hier ein Beispiel vor Augen geführt. welche Zolgen es haben würde, wenn es durch allzu starke Nichtbeteiligung an den Wahlen freiwillig der Sozialdemokratie das sfeld räume. Der Artikel schließt: Die preußischen Wahlen können und werden eine bürget- liche Mehrheit ergeben, wenn das Bürgertum es will. Nur muß da» Bürgertum sich desten bewußt werden, chaß der Trennungsweg, der hier zu ziehen ist. gezogen werden muß zwischen ihm und dem linksstehenden bürgerfeindlichen Radikalis- mus. Es ist nicht zu erwarten und soll auch nicht verlangt wer- den, daß sich alle politischen Meinu»gsoerschiedenh«iten innerhalb des Bürgertums plößstch verwischen. Nur eines muß si-b er- zwingen lasten' daß sie bei den Wahlen nicht eine Bedeutung gewinnen, die scfjließlich dem Radikalismus zugute kommt. Man muß sich klar dochiber bleiben, daß auch das beste Ergebnis der Wahlen nur Früchte tragen kann in einem späteren Zu- sammen arbeiten der bürgerlichen Parteien. Und aus dies« Erkenntnis auch den Wahslkampf bis zu einem gewissen Grade abstimmen. Es ist von der Sozialdemokratie so oft der Ruf laut geworden:„Der Feind steht rechts!" Mag ihn das Bürgertum endlich einmal in seiner Gesamtheit mit dem figenruf beantworten:„Der Feind steht link,!" Das eigene nteresse gebiete ihm das, Was has Stttmesblatt hier schreibt, das gilt im umgekehr- ten Sinne erst recht für die Arbeiterklaste. Bei den Wahlen zum preußischen Landtag müsten von uns selbstverständliche Grundsätze klar herausgearbeitet werden, die die U n a b- häng ige Sozialdemokratie sowohl von der rechts- sozialistischen Refprmpoliti! wie von der kommunistischen Putsch- und Berzweiflungstattik unterscheiden. Der Haupt« stoß unseres Angriffes muß sich aber gegen den ge» meinfamen Feind der gesamten Arbeiter» klaffe, gegen den Kapitalismus, gegen die Bourgeoisie richten. Der Arbeiter ist unser Klastengenoste, auch wenn er augenblicklich eine andere Meinung hat und wir müsten alles daran setzen, um ihn von der Richtigkeit unserer Ausfastung zu uberzeugen. Die Bourgeoisie dagegen ist unser Feind, ganz gleich, in welcher Pauteiverkleidung sie auf- tritt, und einen Feind überzeugt man nicht, sondern man kämpft ihn auf Leben und Tod. Vertagung des fachfifchen Landtags (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit") Dresden. iL Dezember. Der sächsische Landtag ist bis zum 6. Januar vertagt worden. Als Ergebnis der mehrtägigen großen politischen Debatte, dt« auf die Regierungserklärung des Mtuisterprästdenten Buck einsetzte, ist zu buchen, daß die Lage der fozialtstifchen Regie- rung in Sachsen allgemein als gefestigt gilt Dt« Kommunistisch« Fraktion gab die Erklärung ab, daß sie keinen Hehl daraus mache, es lediglich als ihre Aufgabe zu betrachten, den Parlamentarismus zu sabotieren. Die Deutschnationalen erklär- ten. daß sie vielleicht gerade dann die Regierung stützen würden. wenn die Kommunisten fte stürzen wollten. Im Notfalle würden Durchs oberfchlesische Zechengebiet Bon Walter Oehme Kattowitz, Mitte Dezember 1320. Oestervtichisch« Journalisten sprechen hier vom„Frontgebiet". Sie haben nicht so ganz unrecht. Was der Krieg noch nicht korrupiert hat, verfällt in politischen Zeiten, wie wir ste jetzt in Oberschleften erleben, der Korruptton. Bestechung mit un- erhörten Summen von beiden Seiten, völlige Demoralisierung der mit materiellen Gründen umworbenen Bevölkerung, da» ist zu- nächst das sichtbare praktische Resultat, das die Volksabstimmung begleitet. Vorgestern flog hier in Kattowitz durch polnisch« Sprengung das Kaiser Wilhelm-Denkmal in die Luft. Ein« Affäre, die nie. mand weiter beunruhigt, abgesehen von denen, dt« insolg« der Hunderte von»erbrochenen Fensterscheibe« auf einig« Tag« im kalten Zimmer sitzen müsten. Man ist an solch« Ereignist, bereit» gewöhnt. Terroristische Momente sind an der Tagesord- nuna. Um objektiv zu sein, muh man sagen, daß sie nur deshalb in la großem Umfange von polnischer Seite durchgeführt Verden. weil sie nur für die Polen Aussicht auf Erfolg haben. Di« deutsche Propaganda kann kein Interesi« daran haben, sich auf«in« natio- nalistisch« Bast» zu stellen, da die» für ste da» denkbar Ungünstigste «ör«. Ei« hat all« yernunstsgrllnd« für sich, die wirtschaftlichen wie die foztalen, die antimilitartstischen wie die pazifistischen, und es wäre«in verbrechen, wollt« man vom Reiche au» versuchen. nationalistisch« Motive in dt« Propaganda hineinzutragen. Die polnische Propaganda, die ihr« Basis im Rationalismus suchen muß, tut nachgerade genug zu, Verhetzung der Bevölkerung in Oberschlesien. Man wird das Gefühl de, Krieg»gebiete» nicht los. Spionage. Spannung, beobachtende Blicke, gehässige Zurufe, scheue Kontrolle kennzetchnen die Atmosphäre, in der nun schon seit Monaten und noch für Monat» die gesamte Bevölkerung Ober« schlesiens atmen muß. Roch trennen uns Wochen vom Abstimmungstag«. Und die vergangenen Monate lasten bereits ahnen. Velch grauenvoll« Ereignisse die Welt in Oberschlefien noch wird mitansehen müsten. Bi, in sein« letzten Konsequenzen kann man das Bild vom ,„Kriegsgebiet" ausmalen: Da» Auto rast knatternd durch di« fchtleedev-ckten Felder. Im Flug« zithen all die Bilder eines Lande» mit gemischter Kultur an un» vorüber. Armselig« polnische Katen, Lehmbauten, strohgedeckt, baufällig, wechsiln mit deutschen Steinbauten, rußgeschwärzt vom Kohlenstaub, der überall die Lust d«» Zechengebietes erfüllt, Plötzlich starren die bekannten nackten Esten niedergebrannter Häufe» in die Luft: da» Auto sie den Volksentscheid anrufen. Da für diesen große technische Schwierigkeiten bestehen, so gibt man sich hier der Meinung hin, daß eine Situation, in der sich Kommunisten und Orgeschleute zum Sturz der Regierung vereinigen sollren, sich wahrscheinlich nur unter besonderen Komplikationen ergeben werde. Aus dieser Meldung geht hervor, daß die technische Mög- lichkeit, die jetzige Regierung in Sachsen zu stürzen, nur in besonderen Fallen eintreten könnte. Allerdings wird sich eine sozialistische Regierung nicht auf das Pertrauen der Deutschnationalen stützen, und wenn die Kommunisten die Absicht haben sollten, die Regierung zu beseitigen, so wird man sie die Verantwortung dafür allein tragen lasten müsten, selbst wenn die zahlenmäßige Möglichkeit bestände, das Kabinett weiter bestehen zu lasten. Die Neuwahl der Ortsverwaltung Noch kein endgültiges Ergebnis Die Urwahl im Metallarbeiter-Verband hat am 18., 13. und 23. Dezember stattgefunden. Bon ungefähr 177 033 organisierten Me« tallarbeitern Groß-Berlins haben etwa 3 3 3 3 3 gewählt. Heber das genaue Resultat läßt sich vor morgen nichts sagen, da das Wahlkomitee erst heute mittag 12 Uhr zusammentritt. Soweit sich bi» jetzt die Lage übersehen läßt, wird es sick» nur um ein« knappe Mehrheit der einen oder anderen Liste handeln. KAP. und dritte Internationale Wie die„Kommunistische Arbelterze, tung" mitteilt, ist die K. A. P. D. am ö. Dezember von der dritten Internationale als sympathisierende Partei anerkannt worden und wird von jetzt ab einen ständigen Vertreter in der Exekutive der dritten Znter- nationale haben. Da» Moskauer Exekutivkomitee hat die Anerkennung der K. A. P. D. gegen die Stimmen der deutschen Reukommuniften und Kommunisten und bei Stimmenthaltung der Vulgaren aus- gesprochen. Die Aufnahme der K. A. P. D. wurde beschlostm, ob- wohl die Delegierten der K. A. P. die Erklärung abgaben, daß die Partei auf keinenFallihr Programm aufgeben werde, insbesondere nicht in der Frage der E e w e r k- schaften, der Allgemeinen Arbeiter-llnion und des Parlamentarismus. Es besteht also nun die Tatsache, daß das Exekutivkomitee der Moskauer Internationale, ungeachtet der Vefchlüste des zweiten Kongrestes, ungeachtet der Richtlinien und Thesen, sowie der viel- gerühmten Einheitlichleit der Auffastungen in allen grundlegcn- den Fragen,«ine Partei aufgenommen hat, die sich in den wich- tigsten taktischen Fragen, in der Frage des Parlamentarismus und der Gewerkschaftsbewegung im fchärstten Gegensatz zu den übrigen Parteien der dritten Internationale befindet, und die in ihren programmatischen Auffastungen völlig auf dem Boden des Syndikalismus und Anarchismus steht.' Daß das Moskauer Exekutivkomitee die Aufnahm« der K. A. P. D. beschlosten hat, nimmt uns nicht wunder. Hat doch fein Präsident Sinowjew sich noch neuerdings dahin ausge- sprachen, daß man Leute brauche, die Marx nicht gelesen haben. und daß man es sich sehr überlegen müste, gegen die Syndikalisten ein Wort zu sagen oder zu schreiben. Räch der zunehmenden Ab« kehr aller marxistischen Elemente von der dritten Internationale ist e» nur selbstverständlich, daß dae Moskauer Exekutivkomitee sich um so liebevoller den syndikalistischen und anarchistischen Ele- menten zuwendet, mit deren Anschauungen es allerdings viel mehr gemeinsam hat, als mit den Anschauungen des revolutionären Marxismus, die zu dem Neudakunismus der Moskauer Znter- nationale in schärfstem Widerspruch stehen. Wie sich die vereinigten Kommunisten und Reukommu nisten mit der Aufnahm« der K. A. P. D. in„ihre" Internationale ab- finden werden, die auf die.Leitsätze" de» Moskauer Kongrestes pfeifen, ist ihre Sache. Der ganze Kampf um die sogenannten Heidelberger Leitsätze, die zu dem Hinauswurf der K. A. P. aus der kommunistischen Partei führten, erweist sich nun als ein ver- gebliches Beginnen. Ebenso wird der„Grundsatz", daß es in jedem Land nur ein« kommunistische Partei geben dürfe, einfach bei- feite geschoben: neben den„vereinigten" gibt eo schon wieder die „veruneinigten" Kommunisten. Aber wer weiß, vielleicht lasten dann auf Moskauer Geheiß die„Vereinigten" von ihren Prin- zipten einiges nach. Wir werden dann in dem gemeinsamen kom- hält in dem kleinen Dörfchen Anhalt, einer deutschen Siedlung aus der Zelt Friedrichs II. Inmitten der polnischen Bevölkerung hat die kleine Gemeinde seit 153 Iahren sich friedlich entwickelt, ohne daß es jemals zu irgendwelchen ernsthaften Konflikten oder gar zu nationalistischen Reibereien mit der polnischen Bevölke- rung gekommen wäre. Der polnischen nationalistischen Abstim- n vngiagttation blieb e? vorbehalten, die Verhetzung so weit zu treiben, daß eines Tages im August die Einwohnerschaft der umliegenden polnischen Dörfer das Dorf Anhalt umstellte und 17 Gehöfte rückstchtslos niederbrannte. Di- Klagen und Anklagen des evangelischen Pfarrers, der vom Leid seiner kleinen Gemeinde erzählt, sind letzten Endes nicht nur Anklagen gegen die pol- nisch« Agitation, sondern gegen die irrtümliche Anwendung eines Selbstbestimmungsrechtes, das in Verleugnung jeder marxistischen Geschichtsauffastung alle wirtschaftlichen Momente in den Wind schlägt, und ganze Volksteil«, deren wirtschaftliche Basis klar auf das deutsch« Wirtschaftsgebiet weist, in den Strudel nationalisti- scher Verhetzung reißt. Man kämpft um die Seelen von mehr als 2 Millionen Me». schen, vernichtet unübersehbare moralische Werte durch Agita- ttonsphrasen und Bestechungsmittel und meint doch bei all diesem Ringen nicht eine einzige dieser Seelen, sondern nur dl« ungeheuren Werte der Kohlengruben, das Gewirr von Schorn- steinen, Fordertiirmen, Drahtleitungen, Schienen und Wegen, die ratternden Maschinen, die rauchenden Essen und die landwirt- schaftlich« Produktion. Der Kohlenstaub, der den Schnee im Industricdreieck. das wir auf der Rückfahrt in rasender Fahrt durcheilen, schwärzt, dieser Kohlenstaub ist es. um destentwillen nicht nur die oberschlesisch« Bevölkerung die moralischen Grschütte» rungen einer monatelangen Abstimmungspropaganda zu ertragen hat. um dessentwillen zwei Völker, die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung auf das Engste aufeinander angewiesen sind, in «Inen sinnlosen Haß gehetzt werden. Ja. um dessentwillen die Ententemächt« als Garanten des Friedensvertrages ein« Auf. gab« übernommen haben, die zu lösen sie nie imstande sein wer. den. Da» gewaltigste Truppenaufgebot wird nicht in der Lage sein, in den vielen kleinen Orten dieses gewaltigen Industrie- gebiete» die Deutschen vor dem Terror der Polen zu schützen Di« französischen und italienischen Besatzungstruppen halten sich eng konzentriert in den wenigen gro/en Städten so. dah auf dem Land« die illegal, Organisation der polnischen Agitatien völlig da, Heft t« der Hand hat. Polnisch« Kommissare, die ihre» Amte, auf Grund eigener Machtvollkommenheit walten, k-n. trollieren Handel und Wandel der oberschlesischen Einwohner. geben Ausweise und Erlaubnisscheine aus. und den Entente- truppen fehlt einfach die Macht, diesen die Reinheit de. Ab- stimmnngsresultate, gefährdenden Terror zu hindern oder auch munistischen Sammelbrei die lieblichste« Gegensätze vereinig! sehen: Parlamentarier ünd AntiParlamentarier, Gewerkschaft« und Antigewerkschafter, Syndikalisten und Antisyndikalisten, und alle gemeinsam werden mit ihrer berühmten„prinzipiellen Zielklarheit" und„programmatischen Einheitlichkeit" die übrige M letarische Welt in die Schranken fordern! Die Brüsseler Verhandlungen Mit Rückficht auf die noch in vollem Fluß befindlichen E* sprechungen mit den einzelnen Mitgliedern der deutschen und dec alliierten Delegationen hat am Montag keine Vollsitzung der Reparationskonserenz stattgefunden. Sie wird voraussichtlich erst Mittwoch vormittag abgehalten werden. Die Einzel- bcsprechungen wurden heute den ganzen Tag über fortgesetzt. sonders die Frage der Mindestbegünstigung, der Sach- leistungen, die Schiffsfrage und die Frage der Be- satzungstosten wurden erörtert. Für morgen sind u. a. Be-; sprechungen über das deutsche Eigentum im Auslande und übel das Ausgleichsverfahren vorgesehen. M einungsverfchiedenheiten Zu den Brüsseler Beratungen am Montag schreibt der„Intro«' sigeant". Es scheint so, als ob die Deutschen gewisse VO*' teile durchzusetzen bestrebt sind, wie beispielsweise den Rü»' erhalt eines Teiles der deutschen Flotte, aber die deutsche Delegation muß wissen, daß dieser Versuch in Briijl" nicht angebracht ist. da die Brüsseler Konferenz über die Hü" der Ziffer der Wiedergutmachungen, die Deutschland schuldet, end- gültig zu entscheiden nicht ermächtigt ist. Jedenfalls sind i* Laufe der Besprechungen unter den Delegierten gewisse M«'' nungsverschiedenheiten zutage getreten, die durch de« Umstand, daß die deutsche Delegation, die in Spaa in zwei Lagej geteilt war, noch komplizierter gestaltet ist.„Intransigeam meldet werter, daß die Wiedergutmachungskommil' sion einen Delegierten nach Brüssel entsandt habe, welcher d» Ueberbringer einer Liste der von Deutsckiland bereits durchs führten Lieferungen für Rechnung seiner Schuld sei. Man aw also, sagt das Blatt, feststellen können, ob es wahr ist, daß Deuts«- land bereits, wie es angibt, mehr als 23 Mrlliarden als erf»' malige Zahlung aus seine Schuld geleistet hat. Wenn dem l« wäre, dann müßte man einen gewissen g u t e n W i l l e n bei de« Deutschen voraussetzen, und das würde die künftige Diskussion m» den Delegierten der Alliierten in Brüssel günstig beei«' flussen. Erregung bei den sächfischen Eisenbahnern (Eigene Drahtmeldung der„Freiheit".) Dresden, 21. Dezember. Wie erregt die Stellung der sächsischen Eisenbahner ist, geht an» folgender Entschließung hervor, die am Sonntag die ch r i st l i* Organisation der Deutschen Eisenbahner in Sachfen, nämli« die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner, Landesverband Sachs««- faßte. Es heißt darin:„Die Verbandskonferenz der Gewerkschass Deutscher Eisenbahner richtet an die Gewerkschaftsleitung da< dringende Ersuchen, weiterhin alle Verhandlungsmöglichkeiten � erschöpfen. Sollten aber alle Bemühungen erfolglos sein, ist meinsam mit den übrigen Organisationen das letzte gewerk' schaftliche Mittel ai�uwenden, um das EisenbahnpersoW» vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bewahren. Ende des Wiener Kellnerstreiks Die von der„Internationale" gepriesene Etappe der Weste revolution hat ein schnelles Ende erreicht. In langwierigen Ve� Handlungen, die bis in die späten Nachtstunden dauerten, und zjj' letzt vor dem Bundeskanzler Dr. Mayr geführt wurden, wuri gestern, Montag, der WienerKellner streik zu Ende gefühtt In den wichtigsten Punkten der Stellenvermittlung wurde ein A"- trag von beiden Seiten angenommen, der dahin geht, daß unt«* der Leitung der Bundesministerien für soziale Verwaltung, H»� del und Gewerbe eine gemeinsame Arbeitsvermitt- lung bestehend aus Vertretern der Eewerbeinhaber und W Arbeitnehmer geschaffen werde, die im Mai 1321 in» Leben f treten hat. Auch in der Frag« der Invcntarhaftung und W Lohnerhöhung wurde eine Einigung erzielt. Heute, Dienst«» werden die Betriebe wieder eröffnet. nur die nach Polen offene Grenze gegen da» Eindringen nno«� antwortlicher Agitatoren abzuschließen. Es kann schon heute gesagt werden, daß da» oberfchlesische kli* stimmungsresultat. wie immer es ausfallen möge, nur ein Bewest mehr gegen diese rein formale Auslegung der Selbstbesti»' mung der Völker sein wird, die ohne jede Berücksichtigung»«» wirtschaftlichen Verhältnisse einfach aus nationalistischen Erün- den da» Abstimmungs v e r h S n g n i» über ganze Bolksteist bringt. Der Schmerz und die Freude Don Irene Barta. Der Schmerz und die Freude sprachen eines Tages darüber,»ek von beiden stärker sei.— Es gibt keinen noch so stolzen oder mäo>- tigen Menschen, den ich nicht entkräften könnte,— sagte dri Schmerz und starrte düster mit großen, dunklen Augen vor si® hin.— Kein noch so stolzes Herz, das ich nicht brechen, keine st hochfliegende Seele, die meine Hand nicht au» schwindelnder HöV in den Staub stürzen könnte. Ich berühre das Haar des Me»' schen, und silberne Fäden kommen zum Vorschein; ich berühre sei» Gesicht, und tiefe Runzeln werden sichtbar. Die Träne ist meine Schwester. Sie glänzt an der seidenen Wimper de» Kinde». V füllt brennend die müden Augen der Alten. Ich bin in den Palästen der Könige zu Hause und in den Hütten der Armen. I® verscheuch« den Schlaf au« den Augen de» Reichen, der auf seiden«'! Kissen ruht, und aus den Augen des Bettlers, dessen Kopf aui Lumpen liegt. Ich bin groß und mächtig, ein jeder kennt mifl- ein jeder fürchtet mich! Der Schmerz verstummte. Roch klang feine tiefe, dumpst Stimme in der Luft nach, als einer süßen, sanften Musik glei® die Stimm« der Freude ertönte. — Ich bin nicht mächtig, nicht stark wie du, ich stürze nicht am da» Herz des Menschen wie der Habicht auf seine Beute,>® komme still und leise, aber überall empfängt man mich mit offen»* Armen. Es gibt kein so krankes Herz, das ich nicht heilen, kein» so gebrochene, niedergeschlagene Seele, die ich nicht erheben könnt»- Rosen blühen aus dem bleichen Antlitz, das meine Hand berührt- und eine» neuen Lebens Feuer flammt in de« Augen auf.-' Da, Lachen ist meine Schwester. Die dumTs« Schatte» W* Schme««»»erscheucht sie au» dem Geficht d»» Menschen, wie bi« Senne dl« dunklen Wolken verscheucht. Da» Lächeln spielt u* den Mund de» süß schlummernden Kinde, und verkkart da» runf flg« Gesicht der Alten... Ich bin ein willkommener Gast in d»* Palästen der Könige und in den Hütten der Armen. Ei» segnet mich, ein jeder erwartet und liebt mich.- tig! fter und iel Be Det ng tlich zelBe 。 Be Be iber can 021 die üffel Söhe end im ei ben age Ant if bet hge vird tich erit it so den mit aus iche nligh hfest, chaft das 12 31 onal Belt Ber urde ihrt An nter Dan Ett ber bet tag Deb Ab veis bet cün eile Det ich bez Fich To öhe en ein ine Fie Den Ich en uf ofe ich uf id cen ne te. rt, # te Was geschieht gegen die Wohnungsnot? Von Benno Mash. Je brüdender die Wohnungsnot wird, desto mehr wird darüber geredet und geschrieben und um so weniger dagegen getan. Aus dem Schwalle der Aeußerungen merkt man aber, daß die Flut steigt und mit ihr die kapitalistische Sa Is starzigkeit, Einsichtslosigkeit und Menschenverachtung. Kaum je zuvor zeigte sich der leidenschaftliche Saß der Besitzenden gegen die Besiglosen deutlicher als in der Frage der Wohnungsnot. Bor furzem ist das Beschlagnahmerecht für Reuwohnungen aufgehoben worden, um die Baulust zu fördern. Man dente, in dieser Zeit wird den Kapitalisten die vollste Verdienstfreiheit gewährt, was auf nichts anderes hinausläuft, als daß die Reichen neue, moderne Wohnungen bekommen und die Besizlosen im vera stärkten Maße abdachlos werden. Gebaut muß werden, fo quatte es aus allen Eden, das wäre ,, praktische Erwerbslosenfürsorge". Gemach ihr Schreihälse. Wir haben doch auch eine amtliche Baustatistik und der Parteigründer und Wohlfahrtsminister, Herr Stegerwald, sollte sie endlich veröffentlichen. Dann würde sich nämlich herausstellen, daß seit 1906 die ge= samte Bautätigkeit in Deutschland von Jahr zu Jahr unaufhaltsam zurüdgegangen ist. In dieser langen Zeit schwankte der Preis für 1000 Mauersteine zwischen 17 und 21 Mark und die sonstigen Baustoffe schlossen sich eng diesen Preisen an. Gebaut wurde nicht, weil angeblich kein Bedarf vorlag, in Wahrheit, weil das Spekulantentum zu wenig zu gewinnen hatte. Jetzt aber ertönt immer lauter der Schrei nach dem be. schlagnahmefreien Neubau. Weshalb? Das Kapital hat im wildesten Galopp alles abgegraft: die Börse, die Textil industrie, die gesamte Bekleidungsindustrie, die Schwerindustrie, die Lebensmittelindustrie- jetzt naht das große Stoppen, der Kurssturz winft. Ausgud! Da lodt der Baumartt zu neuen Taten. Bislang baute man Kinos, sittliche Barpaläste und Filmstädte. Das fluscht nicht. Kriegsgewinnler stöhnen nach neuen und eleganten Wohnungen und auch die„ Kunst" brüllt nach Kaviar. Und steigt der Kapitalisten Not" am höchsten, so ist ein Professor oder Geheimrat am nächsten. Herr Geheimrat Mathusius schreibt im„ Berl. Tagebl." vom 19. Dezember: Die Belebung der Bautätigkeit wird sofort eintreten, wenn erstens wieder, wie es vor dem Kriege der Fall war, jede Art von Bau genehmigt wird, und wenn zweitens demjenigen, der sich ein Haus baut, die öffentlich- rechtliche Zu sicherung gegeben wird, daß ihm das Wohnungsamt die neu gebauten Räume nicht mit Beschlag belegt. Die zweitgenannte Gewähr ist eine unbedingte Notwendigkeit. Es gibt heute Hunderte von Bauherren, die ihren alten Wunsch, sich ein Haus zu bauen, verwirklichen möchten, die auch bereit sind, die hohen, heute dafür nötigen Aufwendungen zu machen. Denn auch hier ist, ähnlich wie es bei Kleidern und Schuhen der Fall gewesen ist, der Zeitpunkt eingetreten, so sich viele sagen, daß sie es müde find, länger zu warten. Roste es, was es wolle, sie wollen ihre lang gehegten Wünsche erfüllen. Roste es, was es wolle! Das gilt in ganz besonderem Umfange für die unbemittelten Wohnungslosen. Staat und Gesellschaft haben die Pflicht, Wohnräume zu schaffen. Wie wir schon bei anderer Gelegenheit schrieben: Das Bolt hungert sich nicht nur tot, nein, es wohnt sich auch tot. In der gleichen Stabt von der politischen Betätigung und alf den mehr oder minder umstürzlerischen Be strebungen so gut wie ausgeschlossen sind; denn nach Schluß der Arbeit wird es den Siedler so schnell wie mög lich nach Jeinem Seim treiben, und einmal dort, wird er ta um noch einmal den Weg nach der Stadt zurüc machen." augenfällig gestützt. Der sogenannte„ Siedlungsgedante" ist Damit wird der Standpunkt, den ich immer vertreten habe, ein reformerisches, arglistiges Täuschungsmanöver und die Arbeiter haben mit diesem Krempel nichts zu schaffen. Der Baugesellschaftsdirefter fast ehrlich, daß nur der Kapitalist der Retter aus der Wohnungsnst fein fann. Er tritt auch für den alten Plan der fleinen Wolfentrazer für Geschäftshäuser ein, über den sich sogar reden ließe. Dann endet er: Es gibt noch mehr Wege, die Wohnungsnot zu lindern. Aber alle find nur gangbar, wenn man den Dingen fachlich ins Auge sieht und sich nicht durch philanthropische, unburchführbare Theorien und Jbeen immer weiter in das Reich der nur zu begrenzten Möglichkeiten führen läßt. Wie die Armut von der Bauvreté, so temmt der Wohnungsmangel durch den Mangel an Wohnungen. Man fann ihm abhelfen, aber nicht durch Bodenreform, nicht durch Mieterschus, nicht durch höchste Ethik, sondern indem man dem Unternehmer Gelegenheit zur Betätigung gibt und ihm einen Rugen läßt." Es ist die Geschichte von der Katze, die immer auf die Beine fällt. Soeben fommt der Berliner Stadtfämmerer mit dem Brojeft einer Lugus wohnsteuer heraus, deren Ertrag für all. gemeine Zwede in Anspruch genommen werden soll. In dieser Form lehnen wir das Projekt rundweg ab. Anders sieht die Sache für uns aus, falls der Ertrag der Wohnsteuer Kleinwohausschließlich für Erstellung von nungen hergegeben wird. Nur in diesem Falle sind wir hierfür und auch für Erhöhung der Säße zu haben. Der reaktionäre Stadtfinanzminister muß jetzt sein wahres Antlig zeigen. Vor wenigen Tagen hat der Wohnungsausschuß des Reichstages zur Wohnungsnot Stellung genommen. Wir verweisen auf den Bericht der Freiheit" in der Abendausgabe vom 18. Dezember. Dort ist mit Silfe der Rechtssozialisten eine vertappte Mietsteuer angenommen worden, wobei festgestellt wurde, daß der Vater dieser unsozialen, reaktionären Steuer der ehemalige Arbeitsminister und Rechts. fozialist Slide ist. Auf diese Dinge wird in der Landtagswahlbewegung nachbrüdlichst hinzuweisen sein. Unsere Partei beharrt grundsäglich bei ihrer Forderung: Sozialisierung des Grund und Bodens, also auch ber Gebäude. Wir fordern im Augenblid die Zwangsbewirtschaftung aller Baustoffe, 3wangseinquartierung und als underrüdbare Krönung des Werkes die Sozialisierung ber Kohle. Nur auf dem Wege über die Kohle ist es überhaupt möglich, die Produktion der Baustoffe zu ver mehren und zu verbilligen. Wer ernsthaft und endgültig die Wohnungsnot meistern will, muß sich mit ganzer Kraft und zähem Willen für die Sozialisierung der Kohle ein. fehen. Beschimpft sei, wer schlecht darüber denkt! Der selbstlose Schuhhandel In dieser Aeußerung tritt das Profitstreben des Kleinhandels deutlich hervor. Aber auch die Unwahrhaftigs feit dieser Händler, die stets den Eindrud zu ermeden suchen, als ob sie die Versorgung der Bevölkerung billiger und besser als die Kommunen durchführen fönnte. Das gerade Gegen teil ist der Fall, so daß es eine fchwere Schädigung der All gemeininteressen ist, wenn die Reichsregierung die Vorlage Ses Kommunalisierungsgesetzes dauernd absichtlich verzögert. Der Entwurf einer Schlichtungsordnung Bom Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt: Ane 14., 15. und 16. Dezember 1920 ist der auf Grund der früheren Kommissionsberatungen aufgestellte amtliche Entwurf einer Schlichtungsordnung mit Bertretern der obersten Reichsbehörden und der Regierungen der Länder im Reichsarbeitsministerium durchberaten worden. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Besprechung wird der Entwurf im Januar nächsten Jahres dem Reichskabinett zur Beschlußfassung unterbreitet und sodann dem Reichswirtschaftsrat zur Beratung vorgelegt werden. Die Arbeiterschaft hat jezt die Pflicht, diesen Entwurf mit aller Gründlichkeit anzusehen. Sie darf und wird sich feinerlei Einschränkung ihrer Rechte gefallen laffen. Berlegung des italienischen Parteitags. Der Zentralvorstand der sozialistischen Bartei Italiens beschloß, ben Zusammentritt bes Parteitages auf den 15. Januar zu vertagen und ihn dann nach Livorno zu verlegen. Groß- Berlin Die neuen Berliner Steuerpläne Unterschied zwischen Berheirateten und unverheirateten Die Behandlung der städtischen Steuervorlagen erfolgt gegen wärtig in der Weise, daß, unabhängig von den Magistrats beschlüssen, die Finanz- und Steuerbeputation die Borlagen durchberät, so daß ihre Beschlüsse und Vorschläge den Stadtverordnetenausschüssen als Unterlage dienen fönnen. Die neue Gemeindeeintommensteuer ist wegen der beson bern Eiligkeit fie muß bis zum 31. Dezember dem Landess finanzamt angemeldet werden bereits von der Finanz- und Steuerbeputation unter dem Borkih des Stadtfämmerers Bses eingehend erörtert und zum Teil geändert worden. Besonders schwere Bedenten wurden son ben Unabhängigen gegen die vom Magistrat vorgeschlagene rückwirkende Kraft vom 1. April 1920 ab, erhoben. Ferner auch gegen die untere Einkommensgrenze Box 10 000 art, bei der nach ber Borlage des Magistrats die Gemeindeeinkommensteuer auf den einkommenssteuerfreien Teil gelegt werden soll. Die Finanzdeputation beschloß, einen Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirateten zu machen und für Unverheiratete die Gemeindeeinkommensteuer bei einem Einkommen von 14 000 Mart, bei Verheirateten bet einem Einkommen von 20 000 Mart beginnen zu lassen. Das moralische Wohnungsamt Ein bekannter deutscher Lyriker, Herr Ernst B., bewohnt mit seiner Frau, die Gymnastikunterricht erteilt, eine fleine Zweizim merwohnung im Gartenhaus Kurfürstendamm 48. Der Hauswirs Ausgabe des„ Berliner Tageblatt" finden wir eine ergreifende hauptet, er habe sich zur Versorgung der ärmeren Bevölkea fündigte die Wohnung, und das Mietseinigungsamt stimmte zu. Stizze„ Höhlenmenschen der Neuzeit". Dort lesen wir: Jit das noch ein Mensch wie ich, bez in einer solchen Söhle sein Leben zubringt? Die ehemals getünchten Wände waren ch muzigschwarz und feucht beschlagen. Bon oben, wo, wie in einer Gefängniszelle, am Tage ein Lichts Strahl durch das Hoffenster drang, siderte jeht das Schneewasser hinunter. Außer der Tragbahre befand sich in dem Kellerraum nur noch ein verschmukter Ausguß und ein verfallener Herb, von dem der Rauch nicht mehr abzog, sondern frei ausströmte. Wir bitten die Leser uns weiter durch Mosses Literatur- Bazar für Jedermann aus dem Volte" zu folgen. Dem Schrei nach dem Lugusbau, den Höhlenmenschen der Neuzeit" folgt ein Erguß des Direktors einer Berliner Baugesellschaft. Müßte er mit ben Steinen bauen, die sein Wehtlagen erreichen soll, da fäbe es böse aus. Seine Lamentationen erhalten eine gewisse Bebeutung durch eine immerhin interessante Enthüllung: Die Begünstigung der Bodenreformer durch die Regierungen por der Revolution hatte im wesentlichen ihre Urfame in ber Erwägung, daß Siebler außerhalb der Winterliche Sonnenwende 3um 21. Dezember Wenn wir einsam Bon Mag Dortu Jm ftidigen Stollen Nächtlich Die Kohle hauen und fördern, Abgesondert von denen, da droben, -Dann lebt uns im bittern Gefühl Nur eine Liebe, nur ein Glaube: Sonne und Licht! Wer ist enger verbunden wie Sonne und Bergmann? Mir die Männer der ewigen Nächte Wir lieben wie feiner die Sonne! Der Tag, der die Geliebte zurückruft, Er ist unserm Herzen ein Fest! Friedmanns Tuberkulosemittel. Chrlichs Nachfolger am Georg Spener- Hause in Frankfurt a. M., Geheimrat M. Rolle, hat jest bie Friedmannschen Schildkrötentuberfelbazillen auf ihre Beein fluffung der experimentellen Meerschweinchentuberkulose, geprüft und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß es feinerlei experimentelle Anhaltspunkte gibt, die es aussichtsvoll oder berechtigt erfcheinen lallen, das Friedmannsche Mittel beim tuberkulösen Menschen als Heilmittel oder beim gefunden als Schuhmittel an zuwenden. Zu einem gleich negativen Ergebnis bei seinen Ber uchen an Kaninchen und Meerschweinchen fam Prof. Uhlenhuth in der bakteriologischen Abteilung des Reichsgesundheitsamtes. In der gleichen Nummer der Deutschen Medizinischen Wochen. schrift", in der diese beiden Batteriologen ihr Ergebnis mitteilen, veröffentlicht Geheimrat Schwalbe das Resultat einer Umfrage bei den Direktoren der deutschen Kliniken über den flinischen Seil. wert des Mittels. Auch bei wohlwollendster Beurteilung ergibt fich aus diesen Antworten, daß das Friedmannsche Mittel höchftens basselbe leistet wie andere Tuberkulosemittel, ganz rewiß nichts besseres. Geheimrat Georg Klemperer vom Moabiter Krankenhaus schreibt, das Mittel fet nicht imstande, den Fortschritt der Lubertulofe aufzuhalten. Geheimrat Friedrich Müller- München hat nicht den Einbrud gewonnen, daß das Mittel bem Tuberkulin Borauziehen fet, im Gegenteil. Nach Geheimrat GoldscheiderBerlin werden nur bie ranten gebeffert. Die von vornherein eine günstige flinische Brognese hatten. Geheimrat Max Wolff- Berlin hreibt u. a., fehr häufig verschlechtere sich das Anemeinbefinden ganz erheblich. Geheimrat Bier- Berlin hat ich von einer Hell. wirtung des Mittels nicht überzeugen fönnen. Mit unseren erprobten Seilmitteln sei es nicht im entferntesten zu vergleichen. Geheimrat Sauerbruch- München fah nirgends einen günstigen, In der Fachpresse lesen wir, daß der Schuhfleinhandel bea rung mit billigem Schuhwert in Jelbstloser Weise zur Verfügung gestellt. Demgegenüber verweisen wir auf den Bericht derselben Fachpresse, die über einen öffentlichen Vortrag des Synditus der Schuhwarenfleinhändler, Herrn Dr. Auerbach, wie folgt, berichtet: Serr Dr. Auerbach fam im weiteren Verlauf seiner Ausführungen auf die Gefahren zu sprechen, die dem SchuhwarenKleinhandel durch die konkurrenz der Kommunen ent Rehen. In erster Linie sollte jedoch von Kleinhändlern an die Schuhfabrikanten herangetreten werden, daß sie an die Kommu nen nicht zu allzu billigen Preisen liefern. Auch empfiehlt der Referent, daß die Geschäftsinhaber durch ihre Angestellten, die eventuell, wenn die Konkurrenz durch die Kommunen zu groß würde, entlassen werden müßten, auf diese wirten sollen. Die Angestellten sollen ihnen flar machen, daß sie es sind, die darunter besonders zu leiden hätten und daß hiervon das Großfapital viel weniger betroffen würde, als die Angestellten, die Arbeitnehmer." mehrmals einen ungünstigen Erfolg. Diese Urteile der bedeu tendsten deutschen Kliniter find wohl geeignet, die Aerzte und bie Deffentlichkeit vorsichtig au machen und die Kranten vor übertriebenen Soffnungen zu warnen. Lohnbewegung an der Staatsoper. Die Mitglieder des Chors und des Balletts der Staatsoper befinden sich in einer Lohn bemegung. Die Verwaltung hat ihnen allmählich netgedrungen tleine Aufbesserungen bewilligt, die aber längst nicht mehr ge nügen. Die Mitglieder haben sich bisher damit begnügt, weil sie annahmen, daß sie weiter Pension beziehen werden, die ihnen zwar rechtlich nicht zusteht, bie fie aber unter dem alten Regime im fogenannten„ Gnadenwege" erhalten haben. Die Benfionex find aber noch immer so niedrig wie 1914. Die Alt- Pensionäre des Chors und Balletts erhalten z. B. eine monatliche Pension von 37,50 M. aufwärts. Die in legter Zeit pensionierten it glieder haben überhaupt feine Pension erhalten, sondern zunächst einen Vorschuß von 100 m. monatlich. Unter diesen Umständen find die genannten Angestelltenkategorien nicht mehr in der Lage, ihrer Berelendung ftillschweigend zuzusehen. Bisher haben fie fich immer in der Soffnung auf eine Bension mit Gehältere weit unter dem Tarif begnügt. Allen Tarifen zum Sohn müssen bie Ballettmitglieder ihre teuren Bühnenanschaffungen felbft bestreiten. Das sind allerdings vorsintflutliche Berhältnisse, benn welcher Arbetter denkt daran, die Maschinen für seinen Fabritherrn zu laufen. Die Chor- und Ballettmitglieder fordern nun ein Monatsgehalt in Staffelungen von 1250 bis 1600 Mart. Dazu soll eine angemessene Benfionierung fommen. Die For: derungen find dem Kultusministerium mit einer Antwortfrist bis zum 28. Dezember überreicht worden. Tages- Notizen Brofetarische Beranstaltungen: Ditritt Weihnachismatinee 23. De 12 Uhr, Rafe- Theater, Große Frankfurter Cir. 182. Ansprache: albed Manaffe. Doppelquartett, Rezitation( Refi Langer), Kammermusif. Kartex yreiheit"-Buchhandlung und Funktionäre. Städtische Boltstunstabende in Lichtenberg. Der städtische Tussuz für Belts unterhaltung in Lichtenberg labet zu einer Reihe sex Boltsfuxftabenben in ben Monaten Januar bis April 1921 etn, für bie bas Blüthner- Drefter, Boffshor und Lehrer- Gelangverein Ligtenberg, Rapellmeister Ebuard äride, Serthe Stolzenbers, 3elef Blaut, Brof. Heffing, Sermann Bittier gewonnen werben inb. Die Beranstaltungen findex in ben fetalen ber beiben Lichtenberger Kealgymnaften fait. Einzelabonnements zum Preise x 15. für 6 uf führungen( Teilzahlung in zwei Matex auf beferberen Sun) Raba w Husgabestellen( barunter Stadtschulabteilung, Rathausfte. 10, Räbtige Jugend Sühne, Softeikt. 7-9, Ausgabestellen bec Zeltungszentrale und in der Freiheit) erhältli. Sedile genbat Son. Staroscleroike Self" xet Stationen. barua tus black 7. Ancien Redhaus, Bimmer 2. $. Kleine Mittellungan: Stanholens Romen„ Gump" in movits** boten werben tre orinantie obergung bes Boufases. Sep fember 1921 with die gesamte ulurwen on 600. Zabestag von Daxte b gehen, bem größten Dichter Statens einem her grades es getter. Sur Torbereitung bet beutschen Belec Fix awei Feltausfalle gebildet werben. Berträge. Felebri Kangler Donnerstag, 35. Des., 7 ihr, Bellevueftr. 15, „ Aus der Mystit after Zeiten". Grund: Mißbrauch der Wohnung. 3wei 3eugen, der Bertier bes Sauses und der Inhaber der angrenzenden Wohnung, der Kon fettionär F., fagten aus, fte hätten einmal eine Schülerin des Gymnastikunterrichts durch die Fenster na dt gesehen, ber Por tier vom hinteren Garten aus durch einen Spalt im Vorhang, F. in einem Korridor der Wohnung, der ihm zur Benugung eines gemeinsamen Badezimmers zur Verfügung steht. Der Portier muß das öffentliche Wergernis na angestrengter Beobachtung durch einen Spalt im Borhang genommen haben; Serr F. fonnte in dem bunflen Korriber nicht erkannt haben, das fich die Schülerin im Trikot befunden hat. Herrn Fr. ist merkwürdigerweise vom Wohnungsamt die Einweisung in die Räume der B.'schen Wohnung gegeben worden. F. befigt im Sause sechs außerordentlich große Räume und will sein Geschäft und seine Wohnung nun noch auf Kosten der B'chen Familie vergrößern. Um die 3wangsvollstreckung zu ere möglichen, hat Herr F. eix leeres fleines 3immer ohne Licht, Hei zung und Nebengelak zur Verfügung gestellt, bas bis jetzt als Wäschetrockenraum diente. Das zuständige Wohnungsamt Charlottenburg hat als Räve mungsfrist den 1. Januar festgesetzt. Frau B. befindet sich in ande ren Umständen. Die Entscheidung des Wohnungsamts Charlottenburg ist nur burch Ueberarbeitung des betreffenden Dezernenten zu erklären, ber ben Fall offenbar nicht genügend aufgeflärt hat. Eine Lokale inspektion hat niemals stattgefunden. Es läge im Interesse der Mieterschaft, wenn solche unsozialen Entscheidungen ganz unterblieben oder zum mindesten wieder rüld gängig gemacht werden. Es ist nicht Aufgabe eines Wohnungsamtes, Spießermoral, bie ben Klatsch als Vorwand zur Wohnungsvergrößerung nimmt, a fördern. Sier scheint eine Nachprüfung bringend am Play. Die juristische Sprechstunde unserer Redaktion findet täglich, nachmittags von 3-7 Uhr, Breite Straße 8/9, Hof links, Aufgang 8, statt. Am Freitag nachmittag fällt die juristische Sprechstunde aus. Die Besucher proletarischer Kunstveranstaltungen und Borträge machen wir hiermit aufmerksam, daß alle Ankündigungen ven inhaltsreichen Vorträgen und fünstlerischen Veranstaltungen fortan im Feuilleton der Freiheit" stehen werden und nicht bisher die vielseitigen Interessen unserer Leser berüchichtigen. Und mehr hier unter Groß- Berlin". Das Feuilleton Jell mehr als ba es zunächst ein Arbeiter- Feuilleton zu sein hat, sollen unsere Lefer auch bie tünstlerischen und bildenden Beranstaltungen, bie von Arbeiterfreifen ausgehen, bort finben. En alle, die sich für folche Veranstaltungen intereffieren, ergeht daher die Forberung: Test das Feuilleton aufmerksam, besonders die fleinem Rotizen, damit ihr die für euch wichtigen Veranstaltungen nicht überseht! Die Bildungstowwisten des 3. Distrifts veranstaltet am zweiten Weihnachtsfeiertag, vermittags 11 Uhr, eine Matinee im Berna hard- Rose- Theater, Große Frankfurter Straße. De ein gutes Brogramm vorgesehen, ist für einige genusreiche Stunden gefergt, Karien u 2,59. in ne beim Genonex Wittfou Beters burger Str. 5, Biebermann, 3erndorfer Str. und Ketillas. Schreinerstr. 18, zu haben. Die Abteilung Krantowernährung des Magistrats Charlotteus Eng gibt vom 1. Januar 10 ab Bortrittsjoine aur haelleze Abfonigung in Bureaus und Geffien z** we bende tter ans, Boi bem fehlge Stande ber Sebena mittelversorgung i bie Gewährung other Bortvitte be gungen an rante Perfenen nicht mehr erfordern. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Mitt mod. Größtenteis trübe und neblig, mit geringen Niederschlägen und mäßigen füdwestlichen Winden. Temperatur etwas über Gewerkschaftliches Schlichtungsausschußbeisizer! Die Zusammenkunft der Schlichtungsausschuß- Beißiger in diesem Monat fällt aus. Die nachste 3usammenkunft findet am legten Donnerstag im Monat Januar 1921 ftatt! Afa, Ortsfartell Groß- Berlin. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Differenzen im Gastwirtsgewerbe Seit 1. Oftober befinden sich die Berliner Angestellten des Gastmirisgewerbes in Lohndifferenzen. Nach fünfmonatiger Berhandlungen sind mit dem Verein Berliner Hotelbefizer und dem Berein der Kaffeehausbesiger von Groß- Berlin Tarifverträge zum Abschluß gefommen. Mit der Lotalfommission der Berliner Gastwirte find die Verhandlungen am Sonnabend nacht abgebrochen worden. Die Arbeitgeber erklärten, daß sie Montag. Dienstag und Mittwoch Versammlungen ihrer Auftraggeber einberufen haben. Mittwoch, den 22. Dezember 1920, abends 10 Uhr, wollen fie eine endgültige Erklärung abgeben, ob fte den Tarifvertrag unterzeichnen. Die Gehilfenschaft ist nicht gewillt, von ihren Forderungen abzugehen, und hieht dem von der Gastwirtszeitung angedrohten Kampf mit Ruhe entgegen. In Frage kommen zirka 2000 Betriebe. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Kaffeehausangestellten, 3weigverein Berlin, hat für Mittwoch, den 22. b. M., nachts 12 Uhr, in folgenden Lotalen: 1. Kaffee Stern, Oranien burger Tor; 2. Residenz- Festfäle, Landsberger Straße 31; 3. Berliner Vereins- und Konzertfäle, früher Arnimhallen. Kommandantenstraße 58/59, Bersammlungen einberufen. Ist die Ers flärung der Arbeitgeber nicht befriedigend, ist nicht ausgeschlossen, baß der sofortige Streit beschlossen wird. Schlichtungsverhandlungen in ber Metallindustrie. Dienstag, den 21. d. Mts., nachmittags, beginnen vor einem vom Reichsarbeitsministerium eingesetzten Schlichtungsausschuß die Verhandlungen wegen der von den Angestellten geforderten Lohnerhöhungen. Als Unparteiische fungieren Unterstaatssekretär a. D. von Möllendorf als Borsigender, Landrichter Jenne und Schuldirektor Krühne. Die Entscheidung dürfte wohl noch am Abend zu erwarten sein. mitgeteilt wird diese werden den in Afa- Berbänden organisierten Betriebsräten, Angestelltenräten, Betriebsobleuten und Funktionären in einer Versammlung, welche Mittwoch, den 22. b. Mts., abends 6% Uhr im Mufiter- Bereinshaus, Kaiser- Wilhelm- Straße 31, großer Saal, stattfindet. Weihnachtsunterstühungen und besondere Notlagenunterftigung für stellungslose Wertmeister bringt der Bezirk X, Geschäftsstelle Berlin des Deutschen Wertmeister- Verbandes, für leine Mitglieder noch in dieser Woche zur Auszahlung. Gezahlt werden: 400, 300, 250, 200, 150 und 100 Mart und Notlagenunterstügung bis zu 200 Mart. Die Anmeldung hierzu und Auszahlung erfolgt durch die Kommission auf dem paritätischen Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, Abt.„ Wertmeister", Oranienburger Straße 54-57, vormittags von 9 bis 1 Uhr. D. W. F. Kugel- und Kugellagerfabrit Berlin- Wittenau. Diejenigen Kollegen, die am 12. Dezember noch bei der Firma beschäftigt und Lohnarbeiter waren, haben nach Vereinbarung zwischen Metallarbeiter und Industriellen- Verband Anspruch auf die erste Rate der Pausen- Abgeltung. Die Auszahlung findet am Donnerstag, den 23. Dezember 1920, mittags 12% Uhr, in det Kantine, statt. Der Betriebsrat. Arbeitslose Metallschleifer, Galvánijeure und Krager. Aus zahlung der Weihnachtsunterstüßung am Donnerstag, den 23. De zember, nachmittags von 4-7 Uhr, bei Ehlert, Kottbuser Str. 19. Einkassierer vom Deutschen Transportarbeiter- Verband. Auf dem Wege Leonhard-, Suarez, Wizlebener Straße ein hellgelber Briefumschlag mit 500 Marken à 3 M., 88 à 2,50 M., 150 à 2 M., 168 à 0,70 Mark verloren gegangen. Gegen Belohnung abzu geben, Gewerkschaftshaus, Zimmer 48. Aus den Organisationen 18. Distritt. Elternbeiräte. Am Mittwoch, abends 7½ Uhr, Sigung der Ob leute bei Schuchhardt, Christianiaftr. 116a. Wichtige Tagesordnung. Das ge famte Billettmaterial ist mitzubringen und abzurechnen Mederfchönhausen. Dienstag, den 21. b. M., abends 7 Uhr, bei Schlegel, Eichenstr. 42, Sigung der Lanbagitationstommiffion. Vereinskalender Goz. Proletarierjugend Neuföln. Seute 7% Uhr wichtige Mitgliederversamm Jung Cannerstr. 46. Ber Verantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für den Injeratenteil: ud mig Romeriner, Karlshorst. Drud der Freiheit" Verlagsgenoifenibaft reiheit" e. 6 m 6. S.. Berlin. Rorlin 9 Proito trahe e Was jede Dame wünscht, Kostenlos ift, modern und elegant zu sein. Bu gediegener| Aussehen wir drei Jahre garantieren in den PreisEleganz gehört heute für den Get rauch auf der lagen von M. 80.- bis 300.Straße, in Geschäften, im Theater usw eine schöne Borgnette start des Kneifers oder der Brille." 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