auft tin, ment Enge ang ene rale nb gel aft, Ite, Ders ger PL.) ide 5tn hte ge en, ab ale ماع Dea er, tel 824 ex ffe H ft BES et မိမိတို 19. uf let R., Обо ge 面 Sez it" Einzelpreis 30 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erichetni morgens und nachmittags, Sonntags and Montags a einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Poft bezug nehmen fämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. Rebaktian. Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße SB. Mittwoch, 22. Dezember 1920. Nummer 544 19 Morger- Ausgabe Se echtgespaltene Ronpareilleselle oder beren Raum koftet 5.- einschließli euerungszufchlag. Kleine Anzeigen. Das fettgedruckte Wort 2,-., jebes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gefuche in Wort- Anzeigen des fettgedruckte Wort 1,50 M.. jedes weitere Wort 1.-. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4649, 4922 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Tog a Liste Ziska- Urich gewählt Die Bei den Urwahlen für die engere Ortsver. waltung des Metallarbeiterverbandes wur den für die Lifte 3ista- Uriah 31 458 Stimmen, erste Niederlage der Moskauer sin met stärkeres Intereſſe entgegenbringen unten unfert die Kampfesweise, mit Kommunisten Gewerkschaftsgenossen bestürmen, hat auch unter den Metallarbeitern bereits einen starken Efel vor diesen inneren Kämpfen hervorgerufen, der sich bei dieser Gelegenheit in solcher Apathie ausdrückt. Die Massen, die dieser Abstim mung ferngeblieben find, haben fein Interesse an dem Streit um fattische Differenzen. Sie hältnur der Kampf um das praftifche 3iel in Bewegung und dann geben sie mit ihrer großen Zahl den Ausschlag. Ein wichtiger Umstand, der ernsthaft in Erwägung gezogen werden muß. Durch den eflen Spektakel werden diese Massen dem Organisationsleben immer mehr entfremdet und schließlich völlig in Gleichgültigkeit gestoßen. Dann sind sie auch für den Kampf verloren.aldsbur für die Liste Rusch- Poiielt 30 063 Stimmen abgegeben. Die Kandidaten der Liste Zista- Urich sind somit gewählt, die neue Verwaltung wird sich aus Vertretern dieser Richtung zusammensehen. Insgesamt wurden abgegeben 61 521 Stimmen, so daß sich von den etwa 180 000 Mitgliedern des Metallarbeiterverbandes in Berlin ungefähr jedes dritte Mitglied an der Wahl bes teiligt hat. Die Gleichgültigkeit breiter Massen der Arbeiterschaft ist ferner zurückzuführen auf die außerordentlichen Schwierig teiten des Kampfes in der gegenwärtigen Zeit, hervorgerufen durch die ungewöhnlich mißliche Lage, und durch die Stagnation des politischen Lebens. Aus den gleichen Ursachen aber erklärt sich auch der Unwille zahlreicher Arbeitsgenossen, der den Moskauer Helden, die in geschwind wechselnden Parolen jeden Tag von neuem befreiende Aktionen versprechen, mancherlei Zulauf bringt. Die Berliner Metallarbeiter haben sich in ihrer Mehrheit für die energische, sachgemäße Arbeit der Gemertfchaften im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten und mit ihren Mitteln, aber mit dem Ziel der Eroberung der politischen Macht entschieden. Sie haben für eine Taftit gestimmt, die den kleinen Erfolg hinnimmt, um ihn zum Ausgangspunkt größerer Schläge und neuer Siege zu machen, für eine Taftit, die unsäglich mühevoller ist, als das durch die Kommunisten getriebene Hinwegtäuschen über eine völlige Untätigkeit durch dröhnende Posaunenstöke, deren Luftbewegung indes die Mauern des tapitalisti schen Jericho nicht zu stürzen vermag. Die erste offene Schlacht in dem inneren Kampfe, der durch die Mostauer Spaltungsparole in der deutschen Gewerf Schaftsbewegung entfacht worden ist, ist geschlagen. Das Ergebnis ist bedeutungsvoll für die gesamte deutsche Ges wertschaftsbewegung. Der Kampf ist dort zum Austrag gekommen, wo die Moskauer Phrasenflut am stärksten angeschwollen war, wo die eben frisch in die kommunistischen Reihen eingeschwenkte Münzstraße immerhin ihre stärkste Stüße hatte. Er endete mit einem Er folge der Liste 3ista- Urich, der Anhänger der Amsterdamer Internationale und ihrer Methoden, der Schützer der Einheit der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Der Kampf ist mit äußerster Schärfe geführt worden. Für die Moskauer Gewerkschaftsputschisten war er ein Kampf um die Macht, um den Besitz einer Organisation zu dem Zweck, sie ins Lager des Roten Internationalen Gewerkschaftsrates zu führen. Für die Anhänger der Richtung Zista- Urich war er ein Kampf, um freie Bahn zu erlangen für fruchtbare prattische Gewerkschafts: arbeit im Interesse der Lebenshaltung der Arbeiterschaft und für die Erhaltung der Geschlossenheit der Bewegung. Von der kommunistischen Seite ist kein Mittel der Berleumdung und Verdrehung, ist weder die unverblümte Lüge noch das Verschweigen der Wahrheit nach Lenins Anweisung verschmäht worden, um das Ziel zu er reichen. Ma los war die Verhehung und tief ist die Flut von Schlamm, durch die die besonnenen und einsichtigen Elemente der Arbeiterschaft waten müssen, um aus diesem Chaos der inneren 3ertlüftung wieder herauszukommen. Der Ausgang der Wahlen hat bewiesen, daß wir diesen Kampf nicht scheuen dürfen. So sehr wir es bedauern' mögen, daß endlos viel Zeit, Kraft und Wille unfruchtbar verbraucht wird um dieser Dinge willen, so notwendig ist es, mit dem gleichen zähen Eifer den Kampf durchzuführen bis zum legten Erfolg. Breiten Raum unseres Blattes mußten aud wir diesem Kampfe zur Verfügung stellen, breiten Raum auf dem zu größerem Nußen für die Arbeiterklasse Aufklärung schaften stehen die gleichen kämpfe bevor, über Grundsätze und politische Ziele der sozialistischen Bewegung hätte verbreitet werden können. Dennoch werden auch wir diesen Kampf fortsehen müssen. Die Wahlbeteiligung war schwach. Die Metallarbeiter mußten wissen, daß es sich in diesem Kampfe letzten Endes um das Sein oder Nichtsein ihrer Organisation als deutsche Gewerkschaft handelt, sie hätten also diesem Kampfe Kohlennot in Berlin Drohende Betriebsstillegung der Kraftwerke vas Kohlenamt Berlin teilt mit: Infolge der völlig ungenügenden Steinkoh'enzufuhren für die Groß- Berliner Gas- und Elektrizitätswerte fonnte in letzter Zeit der Betrieb nur unter stärkster Inanspruchnahme der eijernen Rejervebestände aufrechterhalten werden. Die Kohlenreserven sind infolgedessen wenn nicht unverzüglich auf ein Minimum gesunken, so daß zitätswerte eingehen – die große Gefahr der Betriebsein: gröte Kohlenzufuhren für die Groß- Berliner Gas- und Elektri tellungen besteht. Das Kohlenamt Berlin hat des halb an den Herrn Reichskohlenkommissar nachstehendes Telegramm gerichtet und die beteiligten Reichs- und Staatsministerien um ihre Unterstügung zu einer schleunigen Hilfsaktion gebeten: Fortbetrieb der Gasanstalten und Elektrizitätswerke in Groß- Berlin wegen ungenügender Kohlenzufuhren schwer ge fährdet. Wenn nicht unverzüglich verstärkte Kohlenlieferungen erfolgen, muß mit völliger Betriebseinstellung gerechnet werden, bie fatastrophale Folgen auslöst." Dieser Zustand bedroht ein ganzes großes Wirtschaftsgebiet in der Tat mit einer Katastrophe. Massenbetriebseinstellungen mit großer Arbeitslosigkeit werden die unausbleib liche Folge sein. Alle anderen Wirkungen brauchen wir nicht erst zu erwähnen, geschweige denn ausführlich zu schildern. Wir erwarten, daß die Stellen, die sofort mit Fiebereifer Wir sind sicher, daß der innere Kampf im Metallarbeiterverband nicht zu Ende ist. Die Stimmenzahlen der Kommunisten sind groß, und diese kommunistische Zelle wird allen ihren gewiß nicht geringen Einfluß auszunuzen versuchen, um eine sichere, erfolgversprechende Gewerkschaftsarbeit zu stören. Die neue Leitung wird feinen leichten Stand haben. Wir sind indes sicher, daß ein Erfolg der Richtung Rusch den Berliner Metallarbeitern maßlose Enttäus schungen bereitet hätte, vor denen sie nunmehr bewahrt bleiben werden. Sie fönnen die Gewißheit haben, daß es vorwärts gehen wird. Aber jeder einzelne unserer Genossen, jeder der diesmal für 3ista und Urich gestimmt hat, hat nun auch die Pflicht, rastlos dafür zu arbeiten, daß taktische Einsicht und gewertschaftliche Disziplin, die eben ihren Triumph gefeiert haben, sich weiter und weiter verbreiten. Und nicht nur unter den Metallarbeitern. In den anderen Gewerk und alle unsere Genoffen müssen rüsten, um überall den gleichen Erfolg davonzutragen. Dieser erste Erfolg darf uns nicht müde werden lassen. Das Ichte Treffen gegen die Zerstörer der internationalen Gewerkschaftsbewegung ist noch nicht geliefert. Immerwährende Tatbereitschaft ist nötig, um die letzte Gefahr für den Bestand der Gewerkschaften zu bannen. in Bewegung geraten, wenn ein Streit in lebenswichtigen Betrieben droht, sofort alles daran setzen, um diesen 3u= sammenbruch abzuwehren. Die hungernden Monarchen In der geftrigen Sitzung der braunschweigischen Lande- perlammlung machte das Staatsministerium, Mitteilung von den ichen Staat gestellt hat. Diese Forderungen haben einen Bermögenswert von zusammen 250 Millionen Marl. Das Herzogs haus macht Rechtsansprüche auf das gesamte braunschweigische a'm mergut( Bergwerke, Forsten und Domänen) geften. Geforbert werden u. a. 8634 Settar Staatsforst, 3412 Settar Do mänen das ist der fünfte Teil der gesamten Staatsdomänen der Ertrag aus den Domänen seit 1. Juli 1919, bas Schloß Blankenbura im Sarz das Gestüt von Hrabura, bie Bibliothel in Wolfenbüttel, bas Landesmuseum in Braunschweig, sämtliches Mobiliar in Ed piern und Sostaatsgebäuden und soweit dies verkauft wurde, bez Geldwert in Goldmart. Das Herzogshaus ers streit mit aller Schärfe durchführen zu wollen, wenn die tlärt, zu einem Bergleiche bereit zu sein, indeffen einen Rechtsbraunschweigische Regierung diese Forderungen ablehnt. Das Staatsministerium hat den Bertretern des Herzogshauses mitges teilt, daß es nicht in der Lage sei, diese Forderungen zum Gegen and von Verhandlungen zu machen, Konzessions- Kommunismus Von 2. Martow. Nun glauben die Bolschewisten, daß, indem man auf solche Weise die Produktion des russischen Landvolks künstlich von jeder Berührung mit dem Weltmarkt fernhalte, man das ganze fommunistische System durch einige Opfer retten fönne. Die Warenproduktion und das Lohnsystem würden- lediglich sich, wie früher, in kommunistischer Richtung weiter ents an der Peripherie des Wirtschaftstörpers fortbestehen, der wifeln werde. So war es schon im Mittelalter, als das im Aufschwung begriffene Handelskapital nur durch Juden, Lombarden und andere heterogene Elemente vertreten war, die um mit Marg zu reden ,, in den Poren der feudalen Gesellschaft lebten". Mit dem übrigens nicht unwichtigen Unterschied, daß der von den fanonischen Wucherverboten bes freite mittelalterliche Jude in der feudalen Gesellschaft stets rechtlos blieb, während die Vertreter des internationalen Kapitals in Rußland nach Lenins Deftet eine privile gierte foziale Gruppe bilden, die allein von allen Konfistationen und Requisitionen befreit sein sollen. Aber auch die Rechtlosigkeit des mittelalterlichen Wuchers und Handelskapitals bildete fein Hindernis für die allmäh liche Auflösung der Grundlagen der feudalen Wirtschaft. Um mie viel stärker wird dieser Auflösungsprozeß sich jetzt mit Hilfe der am Rande des bollchemistischen Paradieses aufges pflanzten fapitalistischen Industrie in der kommunistischen" Wirtschaft vollziehen. Man hat bereits in der sozialistischen Bresse mit Recht darauf hingewiefen, daß die ausländischen Konzessionen alle noch bestehenden ruffifchen Kapitalien unvermeidlich anziehen werden, die jetzt nur auf illegale Weise in Spefulations geschäften aller Art- in Rußlandarbeiten" können. Mit der, Gründung der ausländischen fapitalistischen Unterneh mungen in Rußland wird für die Schleichhändler, die Bauern, die Handwerter und last not least für die an dem Elend des bolschewistischen Kommunismus sich bereis chernden Elemente der Sowjetbureaukratie eine Möglichkeit geschaffen werden, ihren Mehrwert" fapitalistisch anzulegen, anstatt ihn, wie jetzt, in Haufen Papiergeld oder Gebrauchss gegenständen anzuhäufen. Man kann sich leicht vorstellen, wie diese Möglichkeit auf die Festigkeit des tommunistischen Systems in Stadt und Land einwirken wird. Es ist feine Kapitulation vor dem Kapitalismus“, bes haupten Lenin und Trotzki und nach ihnen die Berliner und Pariser Papageien in der Roten Fahne", der Internatios nale" und der Humanité". Ja, wenn die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands und der Internatio nale Gewerkschaftsbund die Kohlenproduktion durch eine uns mittelbare Sozialisierung der kapitalistischen Profits wirtschaft zu entreißen suchen, so bedeutet das eine„ Kapitulation vor dem Kapitalismus“. Wenn die marxistischen Theoretiker sagen, daß das Proletariat auch im Besiz der ganzen politischen Macht nur stufenweise die Sozialisierung der ganzen Wirtschaft zu verwirklichen permag, so daß für eine Reihe von Jahren der Kapitalismus noch nicht gang ausgeschaltet werden kann, o, dann ist es natürlich eine ,, Rapitulation vor dem Kapitalismus". Aber wenn die bols Schemistische Regierung feierlich jedes Eigentumsrecht an den Produktionsmitteln aufhebt, die gesamte Industrie und den gesamten Handel nationalisiert", um nach drei Jahren die ausländischen Kapitalisten einzuladen, auf dem Konzessionswege Fabriten in Rußland zu bauen und die Bodenschäze fapitalistisch, auszubeuten, so ist das teine Kapitulation cor dem Kapitalismus! Wie wäre das auch möglich! Troyki wird schon dafür sorgen, daß an den Eingängen jeder englis schen oder schwedischen Fabrik in Sibiren die stolze fommus nistische Inschrift prangen soll: nistische Inschrift prangen soll: Wer nicht arbeitet, darf auch nicht essen!" Die Ehre wird also gerettet sein. Von sozialistischem Standpunkt ist ein schrittweiser Uebergang von der rein fapitalistischen Warenproduktion zu der sozialisierten Produktion feine Kapitulation vor dem Kapitalismus oder vor der Kapitalistentlasse. Aber vom fommunistischem Standpunkt ist die Aufpflanzung des brutalfte mittel von allen Uebertesten des heimischen Kapi ausländischen Kapitalismus auf den Boden, den man durch talismus zu reinigen sich bemüht hatte, nichts anderes als eine völlige Preisgabe der eigenen GrundPrinzipien. Diese Tatsache werden die Papageien in der Roten Fahne" nicht vertuschen fönnen, selbst wenn sie jeden Tag wiederholen sollten, daß Martow es sei, der für ,, tie Wollten sie etwa ihren domit ihren Lefern den Gedanken freiwillige Rüdfehr zum Kapitalismus in Rußland" ein: zete. einflößen, daß der böse Menjchewismus den heiligen Lenin zu bem opportunistischen Konzessionsdekret verleitet habe? Befanntlich haben auch sehr viele russische Kommunisten die ganze Geschichte- mit den Stonzeffionen als einen Sün benfall ber Partei aufgefaßt. In einer Reihe von Sieben und Artifein bemühen sich die Führer der Partei ihre Schäflein zu beruhigen. Unsere Polizei( die berühmte Außerordentliche Kommiffion)-sagie Lenin, ist dazu da, um die forrumpierende Wirkung des tonzessionierten Kapita lismus auf die sozialistische Ordnung und Wirtschaft unmögs lich zu machen. Glauben die gelehrigen Schüler Lenins in der Roten Fahne" tatsächlich, daß mit Hilfe der Polizei alles wieder gutgemacht werden könne? Sinowjews ,, Rote Zeitung" in Petersburg bringt nun ein Argument für die Politik der Regierung, das alle 3weifler zerschmettern muß. Das Blatt meint, daß das Defret über bie Konzessionen vor allem unter dem Gesichtspunkt feiner internationalen sozialrevolutionären Wirkung zu bewerten sei. Die Wirkung dieses Defrets auf den Gang der sozialen Revolution werde ganz famos sein! Denn indem die aus: ländischen Kapitalisten sich entschließen, die den russischen Unternehmern enteigneten Betriebe zu übernehmen, weihen sie den Att der Expropriation selbst ein und weisen, ohne es zu wollen, den europäischen Arbei tern den Weg zu ihrer eigenen Expropriation! Jst es nicht zum Verzweifeln, daß dieses durchschlagende Argument in Petersburg erfunden wurde, ehe es einem deutschen Kommunistenführer gelang, es zur Rechtfertigung des Konzessions Kommunismus in die Welt zu setzen! Alle diese Dummheiten tönnen die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß die russische bolschewistische Partei, die drei Jahre lang in einem dem Sozialismus ungünstigen Mis lieu wirkend, nur eine die Produktion zerstörende Politik zu treiben wußte, am allerwenigsten geeignet ist, die Rolle einer sozialistischen Avantgarde, geschweige denn eines Diktators in der proletarischen Internationale zu spielen. Wie fie auf dem Gebiet der äußeren Bolitit zu Kompromissen mit Nationalisten verurteilt ist, die dem internationalen Proletariat nicht als Vorbild dienen fönnen, so wird sie auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik zu Kompromissen mit dem Kapitalismus getrieben. Die vom utopischen Aberglauben ausgehende Anmaßung, daß man vom patriarchalischen Mostau aus denklassenkampf des gesamten internationalen Proletariats leiten fönne, rächt sich bitter in diesem Augenblid, wo jedem bürgerlichen Politifer und jedem gemäßigten Sozialreformer die Gelegenheit geboten ist, sich über die unbeugsamen russischen Kommunisten luftig zu machen, die das ausländische Kapital ehrerbietigst versichern, daß auch in dem fommunistischen Schlaraffenland fette Dividenden gedeihen fönnen. Das monarchistische Heer Der Wehrminister Dr. Geßler gibt im„ Acht Uhr- Abendblatt"„ Gedanken zum Wiederaufbau des Heeres" wieder. Neues fann er nicht sagen, denn das Heer der Republit wird nach den überlebten Grundfäßen des Kaiserreiches auf gebaut, ohne den Lehren des Weltfrieges, geschweige benn gar der Revolution, irgendwie Rechnung zu tragen. Das wichtigste Moment beim Aufbau des Heeres ist nach Herrn Geßler das politische. Er äußert sich darüber: Reffel in Berlin Sauptmann v. Kessel hat sich jetzt endlich von seinem schweren Grippeanfall erholt. Schon einmal war er vorübergehend gesund geworden, nämlich 14 Tage nach dem urs Sprünglichen Anfall, der just in dem Augenblid eintrat, wo das Kameradengericht das Urteil wegen Meineids gegen ihn sprechen sollte. Mit 41,6 Grad Fieber wurde damals Herr Kessel aus der Haft entlassen, von Fieberfrösten geschüttelt, lag er im Bette, bis ihm auf einmal der Kapp- Putsch derart in die franten Glieder fuhr, daß er sich an die Spize seiner Truppen stellen, in der Elisabethfaserne Tag und Nacht Wache halten und die eingelieferten Arbeiter mit Schlägen und Fußtritten trattieren lassen konnte. Die politische Seite der Frage bietet eine Fülle von Broblemen. Das Offiziertorps it in feiner Mehrheit zweifellos monarchisch gefinnt eine Tradition von dieser Bedeutung tann eben nicht von heute auf morgen vergessen werden. Andererseits find Beftrebungen im Gange, das Heer, insbesondere die Mannschaften und Unteroffiziere zu politisieren. Eine politisiette Wehrmacht würde aber, darüber dürfen wir uns feiner Täuschung hingeben, eine Prätorianergarde werden. Das Schwergewicht wird deshalb barauf gelegt werden müssen, baß ber Soldat, unbeschadet seiner politischen Anschauung, lonal und ber Verfassung unbedingt treu ist, auf bie er vereibigt wurde. Cine politisch neutrale staatsbürgerliche Erziehung wird hier die Haupt Risk arbeituleisten müssen. Als dann der Kappiput verflogen war und damit auch für Kessel die nervenerfrischende Tätigkeit in der Elisabethfaserne, stellte sich die Grippe wieder ein. Sie war so hartnädiger Natur, daß Kessel ein Sanatorium in der Mark aufsuchen mußte. Hier wurde er volle 9 Monate festgehalten. Der Staatsanwalt fand die Traute nicht, an ihn heranzutreten, da jebe, auch nur leise Erinnerung an die Strafgesetze, Herrn Kessel in einen Fieberzustand versetzte. Denn er hatte eine besondere Grippe, die noch der Untersuchung durch die ärztliche Wissenschaft harrt, eine Grippe, die nicht in 14 Tagen heilbar ist, die auch nicht mit dem Tode endet, fondern nur vor der Bekanntschaft mit dem Strafrichter schützt. nob dnDie monarchistische Gesinnung der Offiziere scheint bemnach für Herrn Geßler teine politische Angelegenheit zu fein. Er findet sich mit diesem Zustand ab, hält es aber für angebracht, den Bestrebungen der Unteroffiziere und Mannschaften nach republitanischer Selbstbetätigung entgegenzuarbeiten, indem er in seinen weiteren Darlegungen für den berüchtigten Paragraph 33 des Wehrgesetzes eintritt, der den Soldaten das Recht raubt, sich zur Wahrnehmung ihrer Interessen zusammenzuschließen. Für die Republik, und deren Bestand tommt dabei doch nur in Frage, wird die Sache nicht besser, wenn Herr Geßler die Rechtlos machung der Soldaten bamit begründet, daß der Paragraph 33 von seinem Vorgänger Noste ausgearbeitet wor den ist und die 3ustimmung des Kabinetts Bauer gefunden hat. Ist Dr. Geßler lediglich der Testamentsvollstreder der Rosteschen Luderwirtschaft? Herr Kessel geruht heute in seiner Wohnung, Brüdenalle, dicht beim Bahnhof Tiergarten, Besuche zu empfangen und Gratulationen zu feiner Genesung entgegen zu nehmen. Wie wäre es, Herr Staatsanwalt, wenn auch Sie einen Ihrer Beauftragten zu Herrn Kessel schicken würden, der die Feststellung zu machen hätte, ob der Gesundheit Kessels nunmehr ein Meineidsprozeß zuträglich ist? Wenn Herr Geßler glaubt, durch eine politisch neutrale Staatsbürgerliche Erziehung" den Soldaten loyal und verfaffungstreu zu machen, so entzieht er dieser Aufgabe felbft den fruchtbaren Boden, wenn er die Erziehung in die Hände der monarchistischen Offiziere legt, wie es tatsächlich geschieht. Entpolitisierung des Heeres bedeutet bei der Zusammen. fegung des Offiziertorps Politisierung in monat. dhistischem Sinne, denn so wenig wie ein Sittlichkeits. verbrecher den Kindern Moralunterricht erteilen fann, jo wenig fann ein monarchistischer Offizier bie entrechteten Solbaten zu republikanischen Staatsbürgern erziehen. 3 wei Geschichten, die das Berliner Tageblatt" zu erzählen weiß, geben flaren Aufschluß darüber: Der entflohene Schieber Die blinde Juftia Die Justiz scheint unseren Schiebern das allergrößte Wohlwollen entgegenzubringen. 3war wird ab und zu einer von diesen Gesellen verhaftet und unter Antlage gestellt, aber diese Komödie dauert nicht lange, und die Verbrecher ethalten die Gelegenheit, sich in die Freiheit zurüdzuretten. Die Justiz hat den Berliner Hotelbirektor Birndörfer entwischen lassen. Neuerdings aber auch den Hofrat Rosen thal, von dessen großen Getreideschiebungen wir berichtet haben. Er wurde aus der Haft entlassen, ihm wurde sogar die Kaution von 200 000 m. zurückgezahlt, so daß er ganz ungestört sich aus dem Staube machen fonnte. Er ist natürlich gegenwärtig auch absolut unauffindbar. Sozialdemokratische Partet 840 000 Mart, Unabhängige 735000 Mt., Deutschnationale Boltspartei 555 000 Mt., Deutsche Bolfspartei 540 000 Mt., 3entrum 525 000 Mt., Deutsche Demo fratische Partei 330 000 Mt., Bayrische Volkspartei 177 000 M Dem Reichsrat ist gleichzeitig auch der Entwurf einer Verord nung zur Aenderung der Reichswahlordnung vorgelegt worden ber nur technische Verbesserungen der bisherigen Wahlvorschriften und eine Ersparung von Kosten, sowie eine Erweiterung der Bor schrift über die Ausstellung der Wahlscheine enthält. Warschauer Kabinettskrife Austritt der Sozialisten aus der Koalition Di einen niftif ttad bas Ichlo bige Antr DA. Warschau, 21. Dezember. Born Wie das sozialistische Hauptorgan„ Robotnit" parteiamtlich be ware richtet, hat der Zentralrat der sozialistischen Partei erklärt, daß meist ein weiteres Verbleiben des sozialistischen Vertreters in der Re Depu gierung unmöglich sei. Demzufolge scheidet stellvertretender Mi nahm nisterpräsident Daszynski aus dem Kabinett aus. Er hat be ihrer reits sein Rücktrittsgesuch dem Ministerpräsidenten Witos einge AI reicht. In Warschauer parlamentarischen Kreisen rechnet man öffne mit einer Ausdehnung der Krise auf das ganze Koalitionskabinett ordn Aanbod Trogdem es gibt in Deutschland feine Klaffenjuftiz, teine unterschiedliche Behandlung nach der sozialen Stellung, nur bie objettiveste Beurteilung jedes Bergehens. Was für eine eiserne Stirn müssen diejenigen haben, die nach solchen Schandmalen der deutschen Justiz noch den Mut finden, von ihrer Unparteilichkeit auch nur zu sprechen! Einen Dozenten an ber Berliner Solchule für Bo. Titit fragte ein Leutnant der Reichswehr, ber eine Borlesung belegen wollte, ob es wahr sei, daß die Hochschule eine demos fratisch- republikanische Einrichtung ist. Auf die verwunderte Gegenfrage, wie er denn zu dieser Frage tomme, erwiderte er: fein Borgefehter habe ihm gejagt, der Besuch der Hochschule schide fich für Offiziere nicht, das lei eine bemokratisch- republikanische Einrichtung. Die andere Historie! Bei einer amtlichen Aufflärungsstelle erscheint ein Major, bem für seine Dienststelle eine Anzahl Exemplare der Reichsverfaffung ausgehändigt worden waren, und bittet, aus diesen Exemplaren das Vorwort zu entfernen. Denn in den Ausführungen dieses Vorworts trete der Verfasser offen flir die Republik ein. Und diese Offiziere sollen den Soldaten neutralen" politischen Unterricht erteilen? Sie sind naiv, Herr Geßler. Diese Offiziere werden eine monarchistische Prätorianergarde Ichaffen, gerade deshalb setzen sie sich für die Entrechtung der Soldaten ein, weil sie nur aus Wehrlosen jenes Gebilde fchaffen fönnen, das sie brauchen für ihre politischen Endzwede. Und Herr Geßler, der Demokrat" hilft wader mit. Sparsamkeitspläne Das Reichstabinett beschäftigte sich fürzlich mit einer Reihe von Vorschlägen, die der Reichstom missar für die Bereinfachung und Bereinheitlichung der Reichsverwaltung" vorgelegt hatte. Die Borschläge beziehen sich insbesondere auf die vom Kabinett bereits vor längerer Zeit ins Auge gefaßte Ber minberung ber 3ahl ber Ministerien und auf die Entlastung ber Zentralbehörden von solchen Geschäften, die fach gemäß von nachgeordneten Behörden wahrgenommen werden fönnen. Der Reichstommissar betonte, daß die Flut der Anträge auf Bewilligungen von Reichsmitteln für tulturelle, miri. schaftliche und selbst soziale 3mede entschieden eingedämmt werden müßte. Ueber Einschränkung in den tollen Seeres- und Marineausgaben scheint der Gute nichts gesagt zu haben. Serrn Gezler entschlüpfte in seinem Artitel noch ein interessan tes Geständnis. Er berechnet die jährlichen Kosten für einen Solbaten auf 12 000 Mart ohne Verwaltungstoften, mit Berwaltungstoften auf 25 000 Mart. Das heißt also: Die BerwaltungsToften des Heeres betragen pro Kopf und Jahr 1000 Mart mehr als die Unterhaltungskosten des einzelnen Soldaten. Wo bleiben Deine Steuern? Erzberger gegen Selfferich. Im Erzberger- Helfferich- Prozeß war der Angeklagte zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden. Kläger und Angeklagter hatten gegen das Urteil Revision eingelegt, bie jezt vom Reichsgericht in Leipzig verworfen wurde. Sebung der deutschen Valuta.„ Sollandsch Nieuwbülto" meldet aus London: Sir Robert Horne teilte im Unterhause mit, daß ber Gesezentwurf, durch den der Wechselfurs in Deutschland ver belfert werden soll, in der nächsten Unterhaussigung eingereicht werden würde. Der Reichsminister bes 3nnern verhielt sich bemgegenüber anscheinend recht steptisch. Er erinnerte an die übermäßige Belastung der Arbeitstraft der Ministerien durch die vermehrte Tätigkeit, die ber Reichstag, der Reichswirtschaftsrat und der Reichsrat erfordern, und bezeichnete es als notwendig, eine Reform der Arbeitsweise dieser Stellen in die Erörterung einzubeziehen. Wozu zu bemerken, daß Reichsrat und Reichswirt Ichaftsrat überhaupt ganz zu entbehren wären. Briffel 190 Das bisherige Ergebnis Die augemeine Zufriedenheit in Brüssel hält anscheinend an Eine Havas- Reuter- Meldung schildert den Stand der Beratun gen in folgender Zusammenfassung: die S lung ber wurd Be antro auf, men. bero Pflic Au Mag beits Die Interalltierte Sigung von Montag nachmittag Gein hat den Vertretern der alliierten Mächte gestattet, sich von dem Stande der Arbeiten in der Konferenz Rechenschaft zu geben. Bei tager dieser Zusammenkunft ist flat geworden, daß die seit Sonnabend an Derfolgte Verhandlungsmethode, die in dem Austausch persönlicher geho Ansichten zwischen den beauftragten Delegierten der Alliierten tänd und den deutschen Sachverständigen besteht, gate Früchte ge nati tragen hat. Indes troz beiderseitigem guten Willen, zu einem diese Ende zu tommen, find die zur Besprechung stehenden Fragen ber art tompliziert, daß sie eine vertiefte Prüfung und die ble Heranschaffung von Dolumenten erfordern, was die Besprechung etwas perzögert. Die Ergebnisse, die bis jetzt erlangt wor den sind trotz des offensichtlichen Stillstandes der Verhandlungen eigen sich in zwei Rid tungen: auf der einen Seite find fich die halb Aliterten darüber einig, gemeinschaftlich nach Modalitäten zu mani suchen, die für die Klausel des Vertrages bezüglich de Reparation angewandt werden sollen, auf der anderen Seite tegut haben fie fich einer deutschen Delegation gegenüberbefunden, die Bro flat den Willen gezeigt hat. zu einer prattisen Lösung desh zu tommen. Schon in der ersten Tagung der Konferenz hat man hier den Eindrud erhalten, daß das Terrain, auf dem fie statt findet, eine solide Grundlage für die Diskussion würde. Dies Gefühl hat sich gestern abend nach der Erledigung der ersten borli vorbereitenden Berichte nur verstärft. Wenn noch einige gege Widerstände auf gegnerischer Seite vorhanden sind, so beruht das Na nur auf einigen besonderen Punkten, die selbst nach Ansicht der Rit franzöfifchen Sachverständigen eine besonders aufmerksame Brütorre fung vor einer Entscheidung erfordern, aber in feinem Augenblid nahm ist die deutsche Delegation von ihren guten Absichten abge gangen. Die Verhandlungen haben begonnen und sollen morgen gent weiter gehen in einem in jeder Weise technischen Geist. Man hofft Beber lo, baß man dazu tommen wird, für Mittwoch so viel vorläufige bat Berichte fertianstellen, als es Probleme gibt. Diese Berichte And werden am Mittwoch und Donnerstag veröffentlicht werden verle Sie werden die große Linie des Planes darstellen, der ausge unb arbeitet werden wird und die verschiedenen Delegationen werde ich fich dann aufmachen und ihren Regierungen Bericht erstatter über die Absichten, die sie haben, und werden weitere Inftrut St tionen einholen; aber ihre Aufgabe wird noch nicht zu Ende sein lache Man sieht an dieser Art des Borgehens, daß man zu weit bota ginge, wenn man große Ergebnisse in die Welt segen würde, be lung vor die Arbeiten wieder aufgenommen worden sind. Wiederaufnahme der Arbeiten wird erst nach Weih die nachten oder nach Neujahr stattfinden. Die so von den Sachver Ständigen vorbereitete Lösung wird übrigens seitens der in Frage tommenden Regierungen einer Revision unterzogen werdet müllen. Der Minister betonte dann, daß es im Interesse unserer wirtfchaftlichen Leistungsfähigkeit nicht angehe, die Aufgaben auf dem Gebiete der Wissenschaft, Kultur und Sozialpolitik unterschiebslos zu unterdrüden. Den Schwerpunkt der Reformen sieht der Minifter in einer weitgehenden Dezentralisation aller Arbeit, ble nicht im Interesse unserer außen- und innenpolitischen Einheitlich teit unter der unmittelbaren politischen Beranwortung der Reichsregierung geleistet werden muß, durch Abgabe an die den Reichsminifterien nachgeordneten Stellen, Landesregierungen und Gemeinden. Das Rabinett beschloß, bei der Wichtigkeit und Schwierig feit ber Materie bie Minister zu schriftlichen Boten mit turzer Frist darüber zu veranlassen, wie die Gesichtspunkte der Sparsamkeit und der notwendigen Erfüllung der Staatsaurgaben zu vereinigen find. Rach Eingang dieser Boten wird das Kabinett alsbalb weitere Stellung nehmen. Wäre es nicht angemessen, wenn das Kabinett erst gaderte, wenn das Ei wirklich gelegt sein wird? Reichszuschuß zu den Wahlkosten Vergütung von 15 Pf. für jede Stimme Wie der P. P. N. von zuständiger Stelle geschrieben wird, hat ber Reichsminister des Innern bem Reichstat eine Mitteilung zugehen lassen, wonach die Reichsregierung beabsichtigt, die Höhe des Einzelbetrages für den Stimmzettel auf 15 Pfennig festzulegen. Aus einer beigefügten Dentschrift geht hervor, baß der Aufwand der Herstellungstoften für eine Stimme auf rund 10 Pfennig veranschlagt wird. Da auch die Kosten der Berteilung der Stimmzettel in Anrechnung gebracht werden sollen, so glaubt man, mit 15 Pfennig den richtigen Betrag ermittelt zu haben. Ein höherer Saz tomme nicht in Betracht, da das Reich auch nicht zum vollen Ersatz der entstandenen Koften verpflichtet sei, sondern nur zu einem 3uld ug betrag. Ultimatum an d'Annunzio Diese fehr ohne Stat gung Derh N fam Sta eine Eine Melbung aus Rom besagt: Da d'Annunzio nicht bie ficht geäußert hat, sich dem Willen Jtaliens zu unterwerfen, hat prid General Caviglia ihm Montag abend um 6 Uhr ein Ulwirt timatum überreichen lassen, das gestern abend um 6 Uhr ab hin gelaufen ist. Zugleich wird vom Rom aus die Meldung demen der tiert, baß die italienische Flotte, die den Hafen von er d Fiume blodieren sollte, au d'Annunzio übergegangen fei. Man wirf fann auf den Ausgang des Konflikts sehr gespannt sein. D'Annun tebe sto tanzt schon länger als ein Jahr der italienischen Regierung r Ar und den Alliierten auf der Nase herum. Er tonnte seine Position nur deshalb so lange halten, weil er in der italienischen Groß bourgeoisie tatkräftige Unterstützung fand. Der Kampf der Beamten tag nen übe Beschlüsse der Eisenbahnerverbände Ueber den Stand ber Bewegung der Eisenbahner gelangt fol mi gende Nachricht an die Presse: mu St tä die Ar 150 bie ung bef Die Verhandlungen zwischen den Großorganisationen der Eisen bahnarbeiter und Eisenbahnbeamten wegen eines gemeinsamen Vorgehens in der Frage der Erhöhung der Teuerungszulagen bzw. ber Stundenlöhne gegenüber der Reichsregierung haben zu dem Ers gebnis geführt, daß sich sämtliche Großorganisationen der Eisenbahner auf einer gemeinsamen Grundlage ges funden haben. Es ist deshalb zu erwarten, daß im Falle eines Machttampfes zwischen der Regierung und Eisenbahnern fämtliche Cisenbahnerverbände geschlossen vorgehen werden. Ber handlungen des Reichsfinanzministers Wirth mit dem interfrat bas tionellen Ausschuß beziehungsweise Berhandlungen zwischen den Eisenbahnerverbänden und der Regierung haben, trok wieder holter Ankündigung, bisher nicht stattgefunden. Von den Eisen bahnerverbänden wird aber eine Entscheidung noch in diesem Jahre angestrebt. Der Hauptvorstand der Reidsgewert haft Deutscher Eisenbahnbeamten hat in einer gestrigen Sigung prinzipiell beschlossen, bie Farberungen ber Eisenbahnerverbände zu unterstügen, da ein gleiches Versprechen hinsichtlich der Forderungen der Reichsgewertschaft von seiten der Eisenbahnarbeiterverbände abgegeben wurde. Jm Reiche macht fich jedenfalls eine starte Erregung unter der Eisenbahnerschaft geltend und besonders aus ben Direktionsbezirten Frankfurt a. M. Salle, Magdeburg und Stettin tommen immer bringendere Er fuchen um eine umgehende Attion. Bei etwas über 26 Millionen abgegebenen gültigen Stimmen wird sich, hiernach der Aufwand der Reichstaffe für die Wahl am 6. Juni 1920 auf rund 3 Millionen 900 000 Mart belaufen; hierzu tommen noch die ausstehenden Wahlen in Ostpreußen, SchleswigSolstein und Oberschlesien, so daß der Gesamtaufwand rund 4,3 millionen Mazt sein wird. Den einzelnen Barber, weil ber Magistrat die Gewährung einer Teuerungszulage telen werben gemäß der von ihnen erhaltenen Stimmen rund folgenbe Summen burch die Hand der Bertrauensmänner der Kreiswahlvorschläge überwiesen werden: Die Gemeindearbeiter in Breslau legten gestern die Arbeit nie abgelehnt hatte. Die Stadt war ohne Strom. Nachdem ein Schiedsspruch bex Arbeitern eine Lohnzulage zugesprochen hatte, wurde die Arbeit nachmittags 5 Uhr wieder aufgenommen. 3 Ro ba La be Tio me ge be be u fge itiche emos Mt. rord rden iften Bow Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot Erregte Szenen im Stadtparlament Die Sigung der geftrigen Stadtverordnetenversammlung nahm einen äußerst erregten Verlauf. Es sollten Anträge der kommu nistischen Frattion über die Auszahlung einer besonderen Weih. nachtsbeihilfe für Arbeitslose über das Maß hinaus, das die Stadtverordnetenversammlung vor drei Wochen bes chloffen hatte. Es lagen Anträge voz, 300 bzw. 500 M. für Le bige bzw. für Verheiratete zur Auszahlung zu bringen. Um den Anträgen mehr Nachdrud zu geben, hatten die Kommunisten am nber. Bormittag drei Arbeitslosenversammlungen abgehalten, und es be waren Deputationen ins Rathaus gekommen, um dem Bürgerdaß meister die Forderungen zu übermitteln. Nachmittags erschienen Re Deputationen, um die sozialistischen Fraktionen zur Stellungnahme Minahme zu veranlassen und von ihnen nachdrüdliche Unterstützung t be ihrer Anträge zu erwirten. inge Als der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Weyl die Sizung ets man öffnete, wurde beantragt, daß die beiden Punkte der Tagesnett. ordnung, die sich auf die Erhöhung der Unterstützung wie auf die Beseitigung der Wohnungsnot bezogen, zunächst zur Berhandlung, tommen sollen. Da die sozialistischen Frattionen schon vorder übereingekommen waren, diese Punkte vorwegzunehmen, wurde dem Antrage entsprechend beschlossen. att dem Bevor aber in die sachliche Erörterung eingetreten wurde, be antragte Stadtv. Mielik( U. S. P. D.), daß in Rüdficht barauf, daß im Rathause Sicherheitspolizei untergebracht sei, bie Zurückziehung der Polizei. ittag Seine Graftion lehne es ab, unter dem Schuße der Polizei zu Bei tagen. Stadtv. Gäbel( Kommunist) schloß sich diesem Proteste bend an. Der Vorsteher Dr. Weyl erklärte, daß er die Polizei nicht licher geholt habe. Die Aufsicht über das Rathaus unterstehe dem zu erten tändigen Magistratstommiffar. Stadtrat Wege( deutsche ge national) erklärte in brüstem Tone, die Verantwortung über inem dieses Haus trage ich und dieses Recht lasse ich mir nicht neh ber men." Mit hocherhobener Stimme rief er:„ Die Polizei bie bleibt brin!( Rufe: Unerhört!) Das Recht des Stadttung verordnetenvorstehers geht bis vor die Tür dieses Saales. Meine Pflicht gebietet mir, Haus und Personen zu schützen. Und des h die halb bleibt die Sicherheitswehr im Hause unter meinem Rom n zu mando." wor ngen de Auf der finten Seite des Hauses entstand eine ungeheute Er Seite regung Stadtv. Mielik( U S. P. D.) erklärte: Derartige 1, die Provokationen lassen wir uns nicht gefallen. Ja beantrage Ich un deshalb, die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, ben Magistrat zu veranlassen, sofort zusammenzutreten und die Sicher Dies beitspolizei aus dem Hause zu entfernen und bis der Beschluß erften borliegt, die Sigung so lange zu vertagen. Der Antrag witb inige gegen die Rechte angenommen. man tatt t das Nach Wiedereröffnung der Sigung erklärt Bürgermeister tber Ritter: ber Magistrat hat festgestellt, daß Herr Stadtrat Wege Pri forrett gehandelt habe, wenn er Vorsorge traf. Seine Maß nblid nahmen waren durch Vorgänge, gerechtfertigt, die sich heute mor abge gen abgespielt haben. Die Arbeitslosen hatten zu erkennen ge orgen hofft geben, daß fie die Verhandlungen zu stören beabsichtigten. Deshalb iufige bat Herr Stadtrat Wege die Sicherheitsmaßnahmen getroffen. richte An die Arbeitslosen appelliere ich hiermit, sich nicht zu Störungen erden verleiten zu lassen, da wir doch alle nur das Allgemeinintereffe usge und auch das der Arbeitslosen wollen, beshalb soll die Polizei erde ich nicht länger im Sause aufhalten. catter Strut Stadtv. Mielig'erflärt, Ritter nicht zu verstehen. Die Tate fein lache, daß Polizei ins Haus geholt wurde, wirte an fich schon pro weit botatorisch. Die Arbeitslosen denten nicht daran, die Verhand e, be lungen zu stören. Unsere Genossen müßten für die Zukunft es fich Diese sehr verbitten, im Hause Polizei einquartiert zu sehen. Was für Beih die Arbeitslosen möglich und nicht möglich ist, das fönne man her ohne Polizeischutz sagen. Einem eingelaufenen Antrag, dem Frage Stadtrat Wege für sein provokatorisches Auftreten bie Mißbilli gung auszusprechen, wird widersprochen, so daß er nicht sofort berhandelt werden kann. erbet Nach diesem an Aufregungen reichem Borspiel tritt die Vers lammlung in die eigentliche Berhandlung ein. Der Stadtverordnete Na.wtodi( Kommunist) begründete ben Antrag leiner Partei. Als er von der Heuchelei der chriftlichen Diener -hat pricht, die in den Weihnachtstagen von christlicher Liebe reben, Uwird er von der Rechten lärmend unterbrochen, die von der Be abhimpfung der Religion u. a. reben, worauf eine große Anzahl men der Rechten den Saal verlassen. Stadtv. Zobel ist so erregt, daß von er dem Redner Unverschämtheit und andere uten taum noch Man wirft. Es hagelte Ordnungsrufe. Der Vorsteher kann kaum noch nun teben. Nach Beendigung der Rebe erklärt der Vorsteher, daß die rung Arbeitslosen bas Terlangen gestellt hätten, zu den Ber ition Broß Die Hebung der Kohlenerzeugung Im Reichswirtschaftsministerium fand am Diens. tag eine eingehende Aussprache zwischen Vertretern der verschiebes hen Ministerien und einer Abordnung der Technischen Kommission aber schwebende Fragen des Ruhrtohlenbergbaues statt. Die Kom fol mission legte das bisherige Ergebnis ihrer Arbeiten vor. Es wurden heute insbesondere Vorberichte erstattet über den fen Stand ber technischen Einrichtungen der Gruben, die Quali Borät der Kohle, die Frage der Bertehrserleichterung für ber die fernab ben Zechen wohnenden, dem Bergbau zugewanderten Errbeiter, die Frage der beschleunigten Unterbringung ber um fast ten ges nes Ber Polizei im Rathause handlungen zugelaffen zu werden. Dem wird vom Stadtverordneten Lübide( Deutschn.) widersprochen, unter Hinweis auf die Städteordnung, nach der es unzulässig sei, Personen zu den Verhandlungen zuzulassen, die nicht dazu berechtigt find. Nach Befürwortung der Zulassung durch Gäbel wird das Ersuchen abgelehnt. Stadtverordneter Busch von der Wirtsch. Bereinigung wendet fich gegen den Antrag, wonach die Hausbefizer 20 Prozent für Re paraturarbeiten zahlen sollen. Die meisten Hausbesizer Teien pleite. Der Antrag soll einem Ausschuß als Material überwiesen werden. Für den Magistrat erklärte Stadtrat Weise: Es ist tein 3weifel, Zehntausende leiden bittere Not. Die Behörden müssen helfen, soweit das möglich ist. Wir haben hier in diesem Saale vor drei Wochen 8 Millionen für Minderbemittelte bewilligt. Das mals haben die Antragsteller nicht den geringsten Einwand erhoben, erst heute tommen sie mit neuen Anträgen. Das ist Demagogie. Jm September haben wir ebenfalls viele Millionen für die Arbeitslosen besonders herausgeholt. Das genügt gewiß nicht. Aber die Stabt fann da nicht allein helfen, sie ist an die Bestimmungen gebunden, die ihr vom Reich vorgeschrieben sind. Wir brängen das Reich, weiter zu helfen, aber der Magistrat tann über die ihm gezogenen Grenzen gar nicht hinausgehen. Wenn er es täte, würden wir den Arbeitslosen nicht mehr die Unterstützung zahlen können, die sie so nötig brauchen, wir würden die Arbeitslosen schädigen. Wir werden fortfahren, das Reich auf seine Pflichten hinzuweisen, aber die Arbeitslosen sollten sich auch selber an die richtige Adresse wenden. Für die Fraktion der Unabhängigen Sozialdemokratie wies Ge nosse Dr. Weinberg darauf hin, daß unsere Frattion im Stadtparlament zur richtigen Zeit auf die, drohende Wohnungsnot hingewiesen habe, aber stets von den bürgerlichen Parteien verlacht worden sei. Eine wirkliche Beseitigung der Wohnungsnot sei in der tapitalistischen Ordnung unmöglich. Nur eine durchgreifende Sozialisierung, nicht nur von Grund und Boden, sondern auch der Baubetriebe usm., tönne eine nachhaltige und merkliche Besserung des Woh nungselendes bringen. Der Redner verwies bei dieser Gelegenbeit auf die in einzelnen Städten gemachten guten Resultate. Bis zur Belebung des Baumarktes müssen in rücksichtsloser Weise die überfüffigen Wohnräume erfaßt werden. Genosse Dr. Weinberg verwies unter Vorführung einiger martanter Fälle auf den unerhörten Wohnungslurus in den westlichen Berliner Vororten. Die Schlösser usw. müßten endlich bem Allgemeinwohl nugbar gemacht werden. Dem Antrage der Kommunisten nach Renovierung ber städtischen Gebäudeim Interesse der produttiven Erwerbslosenfürsorge stimme unsere Fraktion zu. 3u fordern sei, daß dem Reparaturstreit ber Hauswirte energischer als bisher entgegengetreten würde. Mit Rücksicht auf bie gegenwärtige Gesezgebung stelle die Frattion der Unabhängigen Sozialdemokraten den Antrag, den Magistrat zu ersuchen, zur Bekämpfung des brohenden Ver falls der Berliner Säuser, von den durch Artitel 6,§ 3 des Breußischen Wohnungsgejeges gegebenen Befugnissen rüdsichtslos Gebrauch zu machen. Die auf Grund dieser Befugnisse im Wege unmittelbaren 3wangs vorzunehmenden Renovierungsarbeiten sind in eigener Regie der Gemeinde auszuführen. Der Rebner fette sich weiter bafür ein, daß bas graue Clenb ber Arbeitslosen burch eine möglichst hoch zu bemessende Beihilfe etwas erträglicher gestaltet werde. Der vorliegende Antrag müsse beschleunigt in einer Kommission beraten werden, damit bereits am Donnerstag die Stadtverordnetenversammlung Beschluß fallen tönne. Rach Reben bürgerlicher unb tommunistischer Bertreter wurde ber Antrag bett. Wohnungsfrage der Wohnungsdeputation und der Antrag betr. Beihilfe für die Erwerbslosen einem aus der Bersammlung gewählten Ausschuß überwiesen. Letztere Angelegenheit wird Donnerstag von dem Plenum ent schieben werden. tommensteuer voll angerechnet werden. Die Beiträge zu politischen Parteien sollen aber nicht mehr abzugsfähig sein. Die einzige Aenderung, die von größerer sozialer Bedeutung ist, ist die Erhöhung des steuerfreien Betrages, der für Fraues und Kinder von dem Einkommen abgezogen werden tann, 001 500 auf 1000 Mart für jede Person. Es ist beabsichtigt, die No velle am 1. April 1921 in Kraft treten zu lassen. Sie bedarf abei einer sehr gründlichen Durchberatung, denn sie erfüllt durchaus nicht die Wünsche, die von Arbeitern und Angestellte an die Aenderung des Einkommensteuergesetzes gestellt werden. Arbeitslosendemonstration Kommunisten unter Sabaths Führung Die tommunistische Partei hatte zu gestern vormittag drei große Arbeitslosenversammlungen einberufen, die für einen Dringlichkeitsantrag der kommunistischen Rathausfraktion demon strieren sollten, wonach der Magistrat beauftragt werden sollte, an die Arbeitslosen 1. noch vor Weihnachten als einmalige Unterstützung zu zahlen a) an Arbeitslose mit unterstüßungspflichtigen Angehörigen den Betrag von 500 Mart, b) an alle anderen Arbeitslosen den Betrag von 300 Mart 2. zu den bestehenden Unterstützungssägen bis auf weiteres bzw. bis zur Neuregelung des Unterstüßungswesens einen Zuschlag von 100 Prozent zu leisten. Der Aufruf der„ Roten Fahne", der zum Versammlungsbesuch aufforderte, schloß mit dem Ruf:„ Ueberall im Reich stellt die Gemeindebehörden, zwingt sie zu handeln. Versammelt euch, zieht vor die Rathäuser, stellt eure Forderungen". Bon den drei Versammlungen war nur die ins Gewerkschafts haus einberufene gut besucht, während die beiden anderen einen sehr schwachen Besuch aufzuweisen hatten. Die Versammlung im Gewerkschaftshaus wurde außerdem bemerkenswert durch einen recht seltsamen Vorgang. Die Versammelten entsandten eine Abe ordnung in das Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission und zu ihren dort untergebrachten„ tonterrevolutionären Bonzen". Diese Abordnung forderte die anwesenden Angestellten der Berli ner Gewerkschaftskommission auf, in der im großen Saal des Hauses tagenden Versammlung zu erscheinen. Unser Genosse Sabath folgte mit Bergnügen dieser Einladung, und hatte bet einer Rebe, die er vor den Arbeitslosen hielt, durchaus das Ohr der Bersammelten. Die Versammlung forderte den Genossen Sabath ferner auf, sich bei der anschließenden Straßendemonstras tion an die Spize des 3uges zu legen und die Arbeitslofen zum Rathaus zu führen. Der Genosse Sabath folgte auch diesem Wunsche. Der Zug bewegte sich zum Rathause und ge langte vor den Zügen aus den beiden anderen Versammlungen dorthin. Eine Deputation zur Unterhandlung mit dem Bürgermeister Ritter wurde gewählt, und seltsamer Zufall- der Genosse Sabath wurde wiederum zur Teilnahme an dieser Deputation bestimmt. Ritter hörte die Fors berungen der Arbeitslosen, die wir oben wiedergegeben haben, und erflärte, er fönne teine bindende Zusage machen, werde aber sofort Rüdsprache mit seiner Frattion nehmen. Wofür er ein bißchen als Verräter beschimpft wurde ein wenig aufregender und durchaus nicht seltener 3wischenfall, bei dem der Genosse Sabath die Erregung dämpfen konnte. Wie seltsam das doch alles ist. Werben die Kommunisten vor die Aufgabe gestellt, ein positives Biel für bestimmte Schichten des Proletariats zu erreichen, dann suchen sie für diesen 3wed Silfe bei dem fonterrevolutionären, gelben" ersten Borsitzenden der Berliner Gewerkschaftskommission, dann folgen die Massen willig diesem Manne, nachdem sie ihn selbst zu ihrem Führer bes timmt haben. Was die tommunistischen Klopffechter nicht hindern wird, denselben Sabath am nächsten Tage wiederum als„ gelben" Berräter zu beschimpfen. Während der Unterredung mit Ritter waren auch die Züge aus ben beiden anderen Bersammlungen eingetroffen. Vor dem Rat hause waren ungefähr 500-600 Personen erschienen. Als die Deputation nach den Verhandlungen mit dem Bürgermeister vom Balton des Roten Hauses Bericht erstatten wollte, war aber schon ein großer Teil der Versammelten davongegangen. Nur eine fleine Schar von etwa 200 Menschen hatte ausgehalten. Auch bas zeugt nicht von allzu startem Vertrauen in die Kraft der Partei, die zu dieser Aktion aufgerufen hatte. Von den kommunistischen Führern, den alten wie den neuen, I war weit und breit niemand sichtbar. Einige Borlagen betr. Einführung einer Aenderung für die Erhebung einer Gemeindeftener von der Erlangung einer Er laubnis zum Händigen Betrieb der Gastwirtschaft ufw., einer Wohnsteuer bei vorübergehendem Aufenthalt in der Stadtgemeinde Berlin, einer Ordnung für eine Wohnungsugusteuer Zwischenfälle in einem in der Stadtgemeinde Berlin, einer Gemeindeeinkommensteuer und Errichtung eines Ausgleicheltods wurden ohne Debatte einem Ausschuß überwiesen. Reiches entstehenden Folgerungen für die Länder Rechnung zu tragen, b. h. die Länder sollen nicht gezwungen sein, bei allen etwaigen Renderungen bes Reichsbesoldungsgesetzes im einzelnen der Regelung des Reiches zu folgen. Da bas neue Detsklassens verzeichnis frühestens im Januar vorliegen wird, soll die neue Ortstlasseneinteilung insoweit jezt schon in Kraft treten, als die jenigen Orte über 10 000 Einwohner, von denen sich bereits jett mit Sicherheit annehmen läßt, in welche Ortsfiaffe te tommen, fchon vorweg eingeteilt werden. Weiter joll bei benjenigen Orten, beren endgültige Einstufung sich noch nicht über fehen läßt, wo aber jedenfalls eine spätere Erhöhung zu erkennen ist, auch bereits die Einreihung in diejenige Ortstlase vorgenome men werben, in die sie mindestens" tommen müssen. Es handelt wurden abgelehnt. Die Vertreter von Bayern und Braunschweig erflärten, gegen die Vorlage stimmen zu müssen, da die weiter gehenden Wünsche ihrer Länder abgelehnt worden seien. Die Mehrheit bes Blenums ftimmte aber für ben Entwurf. Schließlich wurde noch das neue Wehrgejek mit fleinen Aenderungen der Ausschüsse angenommen. lager GefangenenAm 19. Dezember wurde ohne jeglichen Grund das Internte rungslager Soltau von bewaffneten Mannschaften befeht und über das Lager verschärfter Schuh verhängt. Die Inters nierten durften die Baraden nicht verlassen. Troß dieser Ereig nisse blieb das Verhalten der Internierten vollkommen ruhig. Sie wünschten nur die Befreiung des in Saft genommenen Schauspielers Gurland. Gurland wurde verhaftet, weil er fich von der Bühne aus über den Lagerdolmetscher fustig gemacht hat. Die unerträgliche Behandlung des Arretierten rief in den Reihen der Internierten allgemeine Empörung hervor. Am nächsten Morgen machte auf Befehl ber Lagerverwaltung eine mit etwa 30 Maschinengewehren versehene Polizeitruppe eine Saussuchung und Lei besuntersuchung der Internierten, wobei die den Internierten gesandte Bekleidung sowie verschiebene Dokumente der Internierten beschlagnahmt wurden. Montag um 12 Uhr vormittags, wurden der Borsteher der Garnison des Internierungslagers Soltau, Dobrowohlsti, der Kom miffar des Lagers Lowin und 661 internierte Rotarmisten ver in einer unbekannten Richtung abtransportiert. Durch dieses pro bie Internierten aufs Ichärfte gereist. Als Folge biefer votatorische ungefeßmäßige Vorgehen der Lagerbehörden werden Sandlungen können im Lager Unruhen ausbrechen, für bie aber allein bie Lagerbehörden die volle Verantwortung tragen werden. Es muß dringend eine strenge Untersuchung der Ereignisse in Soltau vorgenommen werden. 150 000 Mann vermehrten Ruhrbergleute und deren Familien, fich um etwa 200 Stäbte. Weitergehende bayrische Wünsche Haftet, zwangsweise in Eisenbahnwagen verlaben und. bie Frage, wie das jezige Mißverhältnis zwischen gelernten und ngelernten Bergarbeitern im Interesse der Fördersteigerung zu mern beseitigen fei. Das find alles ganz gute und schöne Bläne, aber dadurch tann bas Wirtschaftsministerium doch nicht die Tatsache aus der Welt ben haffen, daß die beste und einzige Möglichkeit zur Steigerung ber Rohlenerzeugung die Sozialisierung des Kohlenberg. fen baues ift. tat fem tt Ener ber hen der acht Saft Gr ie age ein tte Beschlüsse des Reichsrats Sperrgesetz und Ortstlaffenverzeichnis In der letzten Sigung vor den Weihnachtsferien stimmte der Reichsrat einem Borschlage seiner Ausschüsse zu, durch den die Lanber erklären, daß fie bereit find, bis spätestens Ende Septem ber 1921 sechs Millionen Festmeter zu Grubenholz und zwei Mil lionen Festmeter zu Schwellenholz aufzubringen. Das Sperrgeleg gegen die Beamten wurde gegen ble Stimmen Don Bayern und Sachsen in der Fassung des Reichstags angenom men. Die Reichsregierung gab nach Annahme des Gesetzes fol Bende Erklärung ab: Es entspricht durchaus der Auffassung ber Reichsregierung, bei allgemeinen Maßnahmen auf dem Gebiet treten. Sie ist auch gewillt, den durch die Maßnahmen bes ber Aenderung des Einkommensteuergefeges Dem Reichstag ist eine Novelle zum Reichseinkommensteuergeset zugegangen, bie vor allem eine Aenberung des Beran lagungsverfahrens vorsieht. Das Einkommen eines Kas lenderjahres foll in jedem Fall nur ein mal, und zwar mög lichst in dem Jahre versteuert werden, in bem es erzielt wurde. Bis zur erfolgten Beranlagang find Abschlagszahlungen nach Maßgabe der legten Veranlagung zu antrichten. Dadurch würden auch diejenigen zur schnelleren Bezahlung ihrer Steuer gezwungen werden, die bisher nicht von dem Steuerabzug getroffen werden. Die Novelle will ferner die steuerfreie Grenze bei Verstümme lungszulagen, Pflegezulagen Schwerbeschädigter, bei den Renten nach den Tumultschadengesetz von 2000 Mart auf 5000 Mart erhöhen. Bei den Kleinzentnern, deren Einkommen nicht mehr als 7500 Mart beträgt, soll bie Kapitalertragssteuer auf die EinBevien freigelassen. Der Kommunistenführer Mag Levien, der nach dem Zusammenbruch der Münchener Räterepublit sich in Desterreich aufhielt und bort interniert war, ist jetzt freiges reattionäre Bresse tobt bieferhalb. Sie hätte ihn gern in.ben laffen und zugleich aus Desterreich ausgewiesen worden. Die Sänden ber Münchener Senter gesehen. Abmarich der Amerifaner? Wie die Dena" melbet, hat ber Rongreß der Bereinigten Staaten befchloffen, bie amerikanischen Besagungstruppen am Rhein in allernächster Zeit zurückzuziehen. Monatlich follen etwa 1200 Mann abtransportiert werden. Die Kosten für die Erhaltung der amerikanischen Truppen haben Deutschland bisher mit 257 millionen Dollar belastet, wovon bisher 37 Millionen Dollar bezahlt sind. Französische Kabinettstrije. In französischen parlamentarischen Kreisen rechnet man mit der Möglichkeit einer Kabinettskrise, da die Mitglieder des nationalen Blodes mit der als allzu radikal bezeichneten Bolitit des Innenministers Steeg nicht zufrieden find. Die Präfetten würden gegen die Politik der Mehrheit bei ben Ergänzungswahlen arbeiten. Weihnachts Geschenke aus Velour- Barchent, schöne dunkle Muster, mit bi eltem Kragen und farbiger Garnierung... Morgenrock er mit Taffet- Unterrock Seide, in vielen modernen Farben mit hohem Volant Wirkwaren 9890 18800 Damenstrümpfe Baumwolle, feinfädig, lang 735 Herren- Socken schwarz od. mode ne Fa ben 895 schwarz.. Damenstrümpfe doppelte Ferse u. Spitze Baumwolle, lang schwarz 10% Damenstrümpfe brettem Doppelrand, 1975 Flor, feines Gewebe mit verstärkter Ferse und Sohle, schwarz oder farbig... Kunstseide, schwarz, mit Damenstrümpfe Florrand und Sohle klares Gewebe.... Damenstrümpfe rand u. Sohle, schwarz Tramaseide mit Floroder tarbig, klares Gewebe.... ult doppelter Ferse u. 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Montag, 27. 3 Uhr: Rindervorstellung: Figlifts Montag 71, Uhr: Die Scheidungsreise Deutsche Märchen Dornröschen Hänsel und Gretel Rotkäppchen Schneewittchen Andersens Märchen Bechsteins Märchen Grimms Märchen. Klaffifche Sagen Andersens Märchen 1001 Nacht Bechsteins Märchen Gebrüder Grimms Märchen Hauffs Märchen Der Märchen- Wundergarten. Jugendzauber. Karl Ewalds ausg. Märchen Schafffteins Bolksmärchen. Bon Sonne, Regen, Schnee und Wind von Sophie Reinheimer Unter Gnomen und Trollen im nordischen Märchenwald Grimms Hansmärchen Grimms Kindermärchen Schafffteins Bolksmärchen und Geschichten Die vier Haymonskinder, Erz. Uus d. Tannenwaldes Kinders ftube von Sophie Reinheimer Im Reiche b goldenen Drachen Bunte Blumen Bon Sonne, Regen, Schnee und Wind von Sophie Reinheimer Unter Onomen und Trollen im nord. Märchenwald. Lederstrumpferzählungen. Schaffsteins Blaue Bändchen, verschiedene Erzählungen Th. am Hollendorfplaß aus und Mollt. Eine Mädels. 7 Uhr: Wenn Liebe erwacht... Nachmittags: Der Jurbaron 2. Weihnachts- Feiertag Drei alte Schachteln Königstadt- Theater Alexanderstr.21 Bhf. Jannowitzb. Täglich Gala- Sänger 7.30 U.: ETROP KABARETT Benrenstraße 54. VARIETE 7K An ang präz. 71 Unr: Riesen- Weihnachts- Spielplan gefchichte von W. Buſch Die schönsten Märchen für die nationale Rinderwelt. Jus Leben hinein! Das beste Buch für die schulentlaffene Jugend Coopers Lederstrumpferzählg. Onkel Toms Hütte Hauffs Märchen Die Judenbuche. Erzählung für bie reifere Jugend Hinkel und Backelaia Robinson Crusoe Rübezahl Till Eulenspiegel Reineke Fuchs Die Schildbürger Barzifal Als ich noch ber Waldbauerns bub war, von Peter Rofegger, 3 Bändchen, jeber Band Sonntage eines Großstädters in der Natur mit Bildern gbb. m. 4.4.4.8.8. 8. pro Banb mit Juftrat. mit Bildern Mein armer Bruder. Erzählung Ulenbrook. Briefe aus der Heibe Gerd Wullenweber. Die Ges fchichte eines jungen Arbeiters Die Höllenkinder i. Steinhaus Bingo u. and. Tiergeschichten Das Sternenkind und andere Gefchichten Prärictiere u. ihre Schicksale 8.95 Bier feine Freunde n. andere 8.95 Geschichten 8.95 Der weifüßler and andere Geschichten Tierhelden. 8.95 8.95 8.95 8.95 9.9., 12. Aus meinem Abenteurerleben Freiherr von Münchhaufens Abenteuer Meister Reineke und andere Geschichten 12. 12.12.12. 12.4 13.60 15.15.15. 15.. 2.9 BOO 8.40 Robinson Crusoes Abenteuer Der abenteuerliche Simplis ciffimus. Don Quijote Wunderbare Reisen des Freis herrn von Münchhausen zu Wafer und zu Lande Das Wrack. Die Dschunke. Zwei Seefahrergeschichten Abenteuer in 13.20 Sven Hedin. Tibet. Reisen und Abenteuer Sven Hedin. Transhimalaje. Reisen und Abenteuer Durch Albanien und Montes negro von Hugo Groth. Geschichten, Skizzen u. Bilder von nord. Wanderungen Wüstenritte und Bulkanbes fteigungen auf Jsland Durch Grönlands Eiswüfte Abbildungen und Karte von Grönland 2. Die Eroberung des Nordpols Das Skandinavierbuch. Bom Tierleben in den Tropen Europas bekannte Schmettere Die Bögel der Erde Die Säugetiere der Erde Aus den Tiefen der Gewäffer Fische, Reptilien und Lurche. linge mit Bilbern : kart. m. 3.75 geb. 9.50 5.40 19.50 19.50 19 19.50 19.50 " 19.50 19.50 19.50 19.50 6.8.95 12.12.12. 14.40 9.60 • . 12.10.50 15. 18. B 18.mit Tafeln 2.40 • u. Beschreibg. " 12. .12. 12. " 12.mit Bildern 12. . 5.40 mit Tafeln. 9 . 19.50 8. Das Ruffenbuch. 8. 8.8.8.8. 8. 8., Berni im Seebab...... 8. 8. Helden der Technik. 12. Das Bastelbud für Rhaben. bert. 9 1.80 Der Sternenhimmel. . 4.50 fcherze und Probleme... mit Abbildung., . 24. Bu beziehen durch die Elektrotechnisches Bastelbuch ( 2.Bände) Kui ftftücke, Gesellschaftss zahlr. Abbildg. mit Abbildg. u. Beschreibungen" .mit Abbildung. mit Bildern 611111 111g 19.50 37.19.50 Verlagsgenossenschaft ,, Freiheit"/ Abt. Buchhandel/ Breite Str. 8-9 Auch burch alle filialen der Freiheit" Versand auch nach auswärts Kottbuser Damm Charlotte irg Wilmersdorfer Straße Deutscher Metallarbeiter- Berband Berwaltungsstelle Berlin. Todesanzeige Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler Richard Wellach Krüllftr. 6, am 16. b. M. geftorben ift. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Kirch hofes in Baumschulenweg, Kiefholaftr. 221, aus ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollegin, bie Arbeiterin Klara Kaiser Couvryftr. 43, am 17. b. m. gestorben ist. Chre ihrem Andenken! Stoffe zur Damen und Herrenbekleidung Futterstoffe Knöpfe Konfettion für Damen und Mädchen Maßanfertigung Herabgesezte Preise! Die Ortsverwaltung. U. 6. B. D. Mariendor Sonntag, den 19. 12. De starb unfer lieber Genoffe Hermann Bennewiß Chauffeestraße 283. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung finde Donnerstag, den 23., nach mittags 21, Uhr auf dem Gem.- Friedhof, Mariens dorfer Weg statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Borstand. C. Pelz Relwaren 5 Rottbuser Straße 5 Art jetzt sehr billig Kreuzfüchse. v. 250 m. a ltis v. 200 m. a Alaskafüchse v. 195 m. a Große Auswahl in sonstige Pelzwaren. Reparature innerhalb 8 Tagen Spezialarzt Bocater, ürschnermit Dr med. Koeben 1. Haut Harns. Frauens leib.Schwäch., Beinkrank. Behandlg. schnell, sicher 1. fchmerzl. ohne Berufs störung. Blutunters fuch. Fäden i. Harn usw. gegenüb, Königstr.56-57, Rathaus Spr. 10-1.5-8, Sonnt. 10-1, Teilzahl. Sep. Damenzim. Konbuser Damm 15 Nr. und Firma achten! B ettnässel Befreiung sofort. Alter und Geschlecht a geben. Ausk. umfon annst. Gg. Eng bro München B 72. Kapuzinerstr. Berlin W 8 Dr. med. Hollaender oziger Str. 108 Spezialarzt für Haut- und Geschlechtsleiden Harn- u. 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Da er jedoch seine Behauptung, Martow und Abramowitsch hätten zum Teil die Wahrheit direkt auf den Kopf gestellt", mit nichts beweisen tann, und auch nicht den leisesten Versuch macht, au chnur eine einzige von den von uns angeführten Tatsachen zu widerlegen, so ist er gezwungen, einerseits mit Unterstellungen die Menschewisten und Berdrehungen zu arbeiten, andererseits zu beschimpfen, obgleich letzteres doch gar feinen 3wed haben tann. Sind auch die Menschewisten schlecht, so folgt doch daraus noch nicht, daß die Bolschewisten gut sind? Die Unterstellung ist so naiv und linkisch, daß es vollständig genügt, auf sie bloß hinzuweisen.„ Kein objektiver Beobachter sagt Rusch fann den ständigen Rüdgang der Produktion bis zum Sommer des Jahres a'uf das Konto des Sowjetsystems und der Bolsche wifi sezen. Und auch die Menschewiti Martow und Abramowitsch tönnten es nicht, wäre ihr Blid nicht von Parteileidenschaft getrübt." was Rusch uns Ja, aber haben wir das überhaupt gesagt, unterstellt, haben wir denn wirklich die ganze Schuld auf die Bolschewiti abgewälzt? Mit nichten: Jm„ Freiheit"-Bericht, auf den sich Rusch bezieht, fann jeder Lesenstundige folgendes lesen: Die ruffische Wirtschaft bildet gegenwärtig einen Wirrwarr, der die Folge der früheren 3ustände, des langjäh rigen Krieges und des Bürgerkrieges ist."( Spalte 1, unten.( Und weiter: Wenn man die Ursachen erkennen will, die zu diesem wirtSchaftlichen Zusammenbruch geführt haben, muß man in erster Linie dem Krieg, Bürgerkrieg, der Unterernährung der Massen, dann aber auch dem bolschewistischen Regierungssystem schuld geben." Der Leser sieht nun deutlich, wer vom Parteihah geblendet ist. Und wenn Rusch tatsächlich nachweisen wollte, daß unsere Darstellung falsch sei, so müßte er, statt langatmige Ausführungen über die wirtschaftliche Geschichte Rußlands aufzustellen, die hier gar nicht in Betracht tommt, und von der er doch keinen Deut versteht, und all den quasi- gelehrten Mumpik über den viel= tausendjährigen Agrarstaat Rußland", die Wirtschaftspläne Peters des Großen(!)" und dergl. breiizutreten, den Satz widerlegen, den wir aufgestellt haben: Nämlich, daß an dem ständigen Ridgang" der ruischen Wirtschaft, den doch auch Rusch zugibt, einen Teil der Schuld auch die Politik der Bolschewisten trägt. Dies zu tun hat Rusch aber wohlweislich sorgfältig vermieden. Damit fällt aber seine ganze Argumentation ins Wasser. Und daran ändern auch nichts seine weiteren Beweismittel", hauptsächlich die Verdrehung. Ich habe in meinem Vortrage gesagt, in Rußland bestünden gegenwärtig feine Betriebsräte, wie man sie in Deutschland versteht. Doch, antwortet darauf Rusch, es sind die Fabrits tomitees zusammen mit den Gewerkschaften." Man fragte einst einen Jungen, ob er Geld habe.- ,, Doch, meinte der würdige Vorgänger Rusch's ich und mein Vater, wir beide zusammen, haben es." Leider steht hier die Sache für Rusch noch schlimmer als für den Jungen mit dem Geld. Denn Rusch müßte sagen: zusammen mit ben Gewerkschaften und den den Betrieb autokratisch lei= tenden, von den bureaukratischen Regierungsstellen ernann ten Betriebsleitern und Betriebstommissären. Ist der erste Teil des Artikels von Rusch ein von ihm eigenhändig ausgestelltes Armutszeugnis für sich selbst, so übersteigt der zweite Teil an Verlogenheit, Gewissenlosigkeit und Unwissenheit alles, was meines Wissens bisher in der deutschen sozialistischen Presse über unsere Partei geschrieben worden ist. Ein Mensch, der nicht die leiseste Ahnung von den wirklichen Parteiverhältnissen in Rußland hat, ein Mensch, der nicht einmal weiß, daß es in Rußland eine sozialrevolutionäre Partei( die sogenannte S.-R.") gab, ber auch Kerensti angehörte und die eine so ungeheure Rolle in der ersten Periode der russischen Revolution spielte, oder der, wie aus einer anderen Stelle hervorgeht, diese Bartei für eine Gruppe innerhalb der menschemistischen Partei(!!) hält, nimmt sich die Dreiftigkeit, mit einer wichtigtuenden Rennermiene unerhörte Anschuldigungen gegen unsere Partei zu schleudern und sie mit Schmuz zu bewerfen. Ismer Erzählung von Julius Levin ( 2. Fortsetzung) Jsmer war vor der Haustüre stehen geblieben, einmal, weil er nicht wußte, wohin er hätte gehen sollen, und er ein andermal völlig davon überzeugt war, Emilie würde sehr bald zurückkehren. Wohin hätte sie denn auch sollen? Der Frige war ja nicht mehr im Laden, und mit einem ganz fremden Kerl mitgehen? Das tat sie nicht. Uebrigens, an der nächsten Gaslaterne würde er sie ja doch laufen lassen, dachte Ismer fich tröstend vorreden zu können. Aber er glaubte es selbst nicht, und gerade in seinem Zustande wurde ihm die Erinnerung an Emilie ganz besonders drückend. Wenn se nu doch? " Er ließ den Gedanken vor Ankunft ans Ziel entgleisen. Aber, wie sich nach einer Betriebsstörung der regelmäßige Verkehr, sei es auf der unterbrochenen, sei es auf einer Nebenlinie, wieder herstellt, so begann auch bald der Ge bantenbetrieb im Kopfe Jsmers dem vorgeschriebenen Ziele zuzustreben. Emilie hält es doch mit dem Frigen!" sagte er sich aufs Die Geschichte muß jetzt ein Ende haben!" Und seine unrichtig beflügelte und unrichtig beschwerte Einbildungskraft ließ ihn daran vorbeischießen, wobei er sich hätte aufhalten und dort verweilen, woran er hätte vorbei. Schießen sollen. neue. Daß feine Langmut als Dummheit und Gleichgültigkeit um so leichter hätte ausgelegt werden können, als er für ihr richtiges Verständnis nichts getan hatte, wollte er sich nicht lagen, und daß Emilie sich ihm hingab, nur weil sie den Frigen nicht da hatte, verstand sich ganz von selbst. Und plöglich fam ihm der Gedante, doch einmal genau die Wohnung zu inspizieren, besonders die Küchenschubladen. Jsmer fonnte gar nicht begreifen, daß ihm so etwas Bernünftiges, Raheliegendes noch nicht beigekommen war. Emilie war zwar blikschlau, denn sonst hätte es ihm, dem genauen Beobachter, schon längst gelingen müssen, ste zu fappen. Aber, man weiß ja, selbst die schlauesten Frauenzimmer begehen dann und wann eine unvorsichtigkeit. Sie dimmer hh manchmal, nachdem sie alle Spuren verwischt fönnen sich haben, wie die geriebensten Füchse, doch nicht dazu ents schließen, ein Andenken, ein Stüd Papier zu vernichten, das fie schließlich verraten muß. Und es verstand sich ganz von ſelbſt, bag er jegt nur in die Wohnung zurückzugehen brauchte, um ein Beweisstüd für die Schuld Emiliens zu finden. Beilage zur„ Freiheit" Welcher Mangel am primitivsten Ehrlichkeitsgefühl, welches Maß an Gewissenlosigkeit und Ignoranz gehört dazu, um z. B. folgende Zeilen niederzuschreiben: Die Menschenisten, als Verräter an der Revolution, scheuten sich nicht mit der blanten affe, mit Pulver und Blei, mit Berbannung und Zuchthaus um Lohnforderungen streifende Arbeiter in die Betriebe zu treiben." Und weiter: Schritt um Schritt wurden mit Zustimmung der Men sche wisten den Arbeitern die Errungenschaften der Februarrevolution genommen. Beseitigung des Achtstundentages, Verkürzung der Löhne... usw., war das Ziel der Unternehmer, die, un ferstützt von den Menschewitt, mit allen Mitteln des Klassenstaates gegen die Arbeiter vorgingen" Jeder Mensch, der nur etwas über Rußland gelesen hat, weiß, daß hier buchstäblich jedes Wort eine Lüge ist! Es ist während der ganzen, Kerenski- Periode te in einziger Fall vorgekommen, wo irgend welche Repressalien, geschweige denn ,, blanke Waffe" oder„ Pulver und Blei", gegen streitende Arbeiter zur Anwendung fämen. Nicht nur bei ökonomischen Streifen, sondern auch bei politischen. Und es ist während dieser Periode tein einziger Fall bekannt, wo den Arbeitern ihr Lohn gekürzt oder ihnen ihre Rechte( Achistundentag, Koalitions freiheit, Streifrecht u. dgl.) genommen würden. Nicht während der Menschewisten- Herrschaft", sondern unter den Bolsche wisten in den Jahren 1918-20 find Represjalien gegen streifende Arbeiter, Streifverbot, Koalitionsverbot, Einführung von zehn= und elfstündiger Arbeitszeit. Unterdrückung von Streits durch ,, Blanke Waffe“ und„ Maschinengewehre", wieder zur Anwendung gekommen. Man mag es für berechtigt halten oder nicht, an der Tatsache selbst tann es ja gar nichts ändern. Martow und ich haben wahrlich gar keinen Grund, die Koalitions- und Kriegspolitik der menschewistischen Partei während der Kerensti- Periode unter Schutz zu nehmen. Wir gehörten bekanntlich dem linken, internationalen Flügel unserer Partei an, der diese Politik der Gesamtpartei heftig bekämpfte und dem es im Dezember 1917 auch gelungen ist, die Mehrheit innerhalb der Par tei zu gewinnen und ihre Politik unter Bruch mit dem äußersten rechten Flügel zu ändern. " Aber der einzige Vorwurf, der den damaligen Führern der rusfischen Revolution, sowohl den S.-R., als auch den Zeretelli, Stobeleff, Tscheheidse, Dan usw. unter Umständen gemacht werden fann, ist der der Anwendung von Terror" Sei es gegenüber ,, streifenden Arbeitern", sei es den Bolschewisten und Anarchisten gegenüber( die letzteren waren in jener Zeit ziemlich stark). Es gehört wirklich sehr viel sagen wir Mut dazu, um vom„ Terrorismus" der Männer zu sprechen, die während sieben Monate Krieg( im Jahre 1917 stand ja Rußland noch inmitten des Weltfrieges), Bürgerkrieg und Revolution in teinem einzi Weltkrieges), Bürgerkrieg und Revolution in teinem einzi gen Falle Todesstrafe an 3ivilpersonen angewendet, und Soweit bis jetzt bekannt ist, nur in einem einzigen Falle das vom Feldgericht an der deutschen Front ausgesprochene Todes= urteil an einem Militär bestätigt hatten. Die„ Terroristen Beretelli und Stobeleff, die nach dem mißlungenen Juli- Aufstand der Bolschewisten die„ Grausamkeit" hatten, dem Drängen der Polizei und des Militärs nachgebend, die Verhaftung der Führer des Aufstandes zuzulassen. Der ,, blutige" S.-R. Kerenski, der in eigener Person mitten in der Nacht nach der Wohnung von Steflow eilt( gegenwärtig ChefRedakteur der swestja"), um die Verhaftung desselben zu verhindern. Der Unmensch Tschernow, der trotz des Beschlusses des Ministerrates, sich der Verhaftung Troytis widersette.( Siehe die Erinnerungen des General Polowhew im„ Rul".) Und schließlich die Verräter", die Internationalisten Martow, Abramowitsch u. a., die nach den Julitagen ihren ganzen Einfluß einfegten, um gegen ihre Bürgschaft Lanatscharski u. a. zu befreien. Und das alles schreibt ein Kommunist, ein Mann, der die Terrortaktit der Bolschewisten für richtig hält, der also die Hinrichtung pon tausenden Deserteurs rechtfertigt, die Erschießung von tausenden von Geißeln während des„ ,, roten Terrors" und das ganze grausame Terror- System der außerordentlichen Kommission gutheißt. Aber den Gipfel der Ausführungen des wahrheitsliebenden Rusch bilden wohl seine Auslassungen gegen die menschewistische Partei späteren Datums, d. i. während der Jahre 1918/20. Die Menschewiti sollen, nach Rusch, die Sabotage der Intelligenz organisiert haben. Doch nicht genug des Verbrechens, verbündeten sich die Menschewiti mit den weißgardistischen Gene= rälen der bürgerlich tapitalistischen Konter= revolution, zum Teil(?!), wie beispielsweise die Der Gedanke war zu lichtvoll, um nicht sofort ins Werk gesetzt zu werden. Ismer sprang, so schnell er konnte, durch Portal II über den Hof und die drei finsteren Treppen zu seiner Wohnung hinauf, die er noch niemals mit einer solchen Saft geöffnet hatte. Kaum zum Lichtmachen ließ er sich Zeit. Dann stürzte er mit einer wahren Berserkerwut auf alle Behältnisse. Die offenen suchte er nicht erst besonders durch, sondern überflog sie nur, gewissermaßen zur Beruhigung seines Pflichtgefühls. Die verschlossenen, zu denen er die Schlüssel nicht sofort finden fonnte, erbrach er mit um so größerem Bergnügen, als er wußte, wie schwer die Ordnungsliebe Emiliens unter seinem Verfahren Leiden würde. Er suchte und suchte, fand aber lange nichts. Da endlich! Ein Paket Briefe! Glückwünsche von Freundinnen zur Einsegnung. Bezahlte Rechnungen. Ein paar Hefte mit Rabattmarken, besonders viele von dem Kaufmann, bei dem der Frige in Kondition war. Aber weit und breit fein Brief, fein Stüd Papier, auf das hin man Emilie der Untreue hätte zeihen können. auf das hin man Emilie der Untreue hätte zeihen können. Emilie mußte wirklich unglaublich schlau sein, wenn sie es fertig bekam, ihn zu betrügen und dabei noch sich nicht im fertig bekam, ihn zu betrügen und dabei noch sich nicht im mindesten zu verraten. Die Rabattmarten waren allerdings verdächtig, aber ihre Anzahl überstieg nicht unbedingt diejenige, welche bei den Einkäufen von in der Wirtschaft notwendigen Dingen zusammenkommen fonnte. Gut wäre allerdings gewesen zu wissen, auf wieviel Einzelkäufe die Rabattmarken fich verteilten, das heißt, wieviele Male Emilie sich zum Frigen begeben hatte. Denn, daß sie sich nur seinetwegen gerade an diesen Kaufmann gewöhnt hatte, das war doch sonnenklar. Es gab doch noch andere Gewürzfrämer in der Umgegend. Der da an der Krausnidstraße war sogar etwas billiger; wenigstens sagten es die Nachbarn. Aber Emilie mußte unbedingt immer zu dem nach der Ziegelstraße. Die Untersuchung Ismers drohte im Sande zu verlaufen, und je deutlicher er dieses Ergebnis voraussah, um so wüten der wurde er. Immer greifbarer stellte sich seine Niederlage heraus. Da er nichts fand, woran er sich rächen fonnte, nahm er die Photographie Emiliens aus dem vergoldeten Eisengußrahmen und zerriß fie in tausend Stüde. Dann richtete er unter dem Ganzen, das in den Schubladen und auf der Erde lag, wollüftig eine vandalische Verwirrung an, lief die Treppe wieder hinunter und postierte sich vor der Haustüre, um gedankenlos ins Leere zu starren, hinter dem er Emilie vermutete. Sie tam aber nicht daraus hervor. Mittwoch, 22. Dezember 1920 Soz. Rev.(!), zum Terror grefiend, die die Sabotage grunds säglich abgelehnt hatte. Das wird von einer Partei geschrieben, die sich seit der Novem ber- Revolution auf den Standpunkt gestellt hatte, dah man den Bollewismus nicht mit Waffengewalt und nicht im Verein mit den bürgerlichen Barteien befämpfen dürfe, die den tschecho- flowa fischen Aufstand und die Gründung des Nationalversammlungsfomitees verurteilte, die diejenigen wenigen Parteimitglieder außerhalb ihrer Reihen stellte, die sich als Einzelpersonen im Gegensatz zu den Beschlüssen unseres Zentralfomitees an der Gas maraer Regierung beteiligten, welche wohlgemerkt noch immer eine revolutionär- demokratische war. Und als später Admiral Roltschat ans Ruder fam, die Samaraer Regierung gewaltsam stürzte und sie durch seine reaktionäre Diktatur ersetzte, so ers öffneten unsere Genossen in Sibirien sowohl als auch die S. R. einen heftigen Kampf gegen die Koltschafregierung. Und in dem Moment( Anfang 1920). wo die Banden Kolischats vor der Roten Armee nach Oftfibirien zurüdfiuteten, führten die S.-R. und die Menschewifi im Rücken Koltschafs einen Guerillatrieg. der durch den Aufstand, in Irkutsk und Gefangens nahme Koltschats und seiner Minister seinen Abschluß fand. Auch der gesamte s. 3. in die Hände Koltschaks gefallene russische Goldvorrat( 600 mill. Goldrubel) wurde bei dieser Gelegenheit von den aufständischen S.-R. und Menschewiti genommen und freiwillig zusammen mit den verhafteten KoltschatMinistern der Sowjetregierung übergeben. So schaut in Wirklichkeit die Zusammenarbeit" der mensche wistischen Bartei mit Koltichat aus! Und als Denitin vor Tula stand und die Revolution bedroht war, erklärte unsere Partei, treu dem Grundsaße: Gemeinsame Front gegen die gemeinsamen Feinde der russischen Revolution, eine Militär mobilisation der waffenfähigen Parteimits glieder, die dann der Roten Armee zur Verfügung gestellt wurden. Und auf dem siebenten Rätetongreß im Dezember 1919 äußerte sich Trozki sehr lobend über die Tätigkeit der menschewistischen Arbeiter- Brigade" bei Charkow. Eine zweite Mobilisation erklärten unsere Parteiorganisationen in Kiew, Chartow. Jekaterinoslaw, Mostau, Smolenst, Witebst, Homel usw. im Frühling d. J., bei Beginn des polnischen Angriffs. Das alles bezeichnet Rusch als Verbrüderung mit weißgardistischen Generälen". Sollte aber jemand noch immer an der Wahrheitsliebe Ruschs zweifeln, der lese die Schlußfäße seines Artikels. Da wird er erfahren, daß die Menschewisten in Sowjet- Rußland vollständige Freiheit genießen. Sie dürfen öffentliche Versammlungen einberufen, dürfen Zeis tungen herausgeben, Broschüren und Bücher drucken lassen usw. Das ist so verblüffend und geistreich, daß man unwillkürlich tachen muß. Was würden Sie gegenüber einem Manne tun, der beispielsweise ganz ernst behaupten würde, in Berlin gäbe es teine Stadt- und Straßenbahnen mehr, das ganze Publikum sei daher gezwungen, auf Kamelen herumzureisen? Aber wie tief muß man das deutsche Proletariat verachten, um folche„ Wahrheit" den Arbeiterlesern vorzusetzen! Im Zeichen der Sichel Sowjetrußland führt in seinem fünfzadigen Stern als Wahrs zeichen der Arbeit einen Hammer und eine Sichel. Deutschland fennt ein solches Symbol nicht, aber es besigt dafür einen Sichel Konzern, dessen Transaktionen und Manipulationen für die ebertinische Republik nicht weniger charakteristisch sind. Der Sicheltonzern ist eine jener industriellen Zusammenballuns gen, welche sich nicht auf eine bestimmte Industriegruppe bes schränken, sondern die mannigfaltigsten, vielgestaltigsten Tätig teitszweige umfaßt. Chemische Fabriken, Fabrikation von Eisens waren, Eisentonstruktionen, Hüttenbetriebe, Delwerbeye Vers zintereien, Handelsinstitute, ja selbst Bantunternehmen sind schon heute in die Interessensphäre dieses Konzerns einbezogen. Dabei zieht sich dieser Kreis noch mit jedem Tage weiter. Noch bis zum Beginn dieses Jahres betrug das Attientapital insgesamt 4 Mil Nonen Mart. Dann wurde es aufs Vierfache erhöht und nun hat die Verwaltung eine weitere Erhöhung auf 50 Millionen Mart beschlossen. In einem einzigen Jahre wird sich das Kapital aljo Wachstum ist heute durchaus tein Sonderfall. Viele Unternehmen mehr als verzwölffachen. Dieses ebenso gewaltige wie plögliche sind in einem Jahre schon zu drei- und viermaligen Kapitals erhöhungen geschritten und haben ihr Tätigkeitsfeld taum weni ger mannigfaltig erweitert. Die nähere Betrachtung des Sichel= Konzerns soll daher nur einen Einblid in das Wesen der jetzt wie Pilze aus der Erde schießenden Konzerne bieten. Aus dem vorliegenden Jahresbericht geht hervor, daß die letzte Kapitalserhöhung von 12 Millionen Mark der Gesellschaft allein Nicht mehr betrunken, aber noch nicht nüchtern, halb ver zweifelt, halb vertrogt, ließ er sich von einem der herums ziehenden Frauenzimmer ansprechen, antwortete so frech abs weisend, daß eine noch frechere Antwort erfolgen mußte, was ihm die Möglichkeit eröffnete einzulenten, sich zureden und sich schließlich verschleppen zu lassen. Als er etwa drei Stunden später, ernüchtert und so ziem lich ausgeraubt, nach Hause fam, fand er Emilie in einer Ecke sigend und weinend vor. Hätte er nicht soeben sich vergangen gehabt, so wäre es ihm wahrscheinlich möglich gewesen, sich mit ihr in einer Weise zu unterhalten, daß sie sich mit ihm vertrug. Aber er war nicht mehr betrunken und er fürchtete sich vor den Fol gen, die die Versöhnung nach sich ziehen konnte. Da er an Emilien so schweres Unrecht begangen hatte, haßte er sie immer noch genug, um ihr vielleicht nochmals wehe zu tun, wenn sie ihm unangenehm wurde; aber unglücklich wollte er sie doch nicht machen. Deshalb hielt er es für das Beste, fich auf einen Stuhl zu sehen, den Kopf in seine Hände zu legen und vielleicht so zu schlafen, wenn es ihm nicht gelingen sollte wach zu bleiben. Auch Emilie ging nicht zu Bette. Und, als er zur Stunde, da er zur Arbeit gehen sollte, aufwachte, sah er seine Frau, in sich zusammengefunten, auf der Tischkante schlafen. Er schlich sich ohne Frühstück davon und fühlte sich so aufgeregt, daß er erst furz vor der Fabrik sich dazu entschloß, einige Stärkung zu suchen, die er in einer Raffeeflappe zu finden hoffte. Seit dieser Nacht efelte sich Emilie, die etwas ahnte, sichts lich vor ihm. Als er sie einmal unwirsch fragte:„ Was willst du denn überhaupt hier?", antwortete sie ihm:„ Na, wer hat mich denn zu ernähren?" Jsmer hätte gerne gesehen, daß Emilie ihm seine Verfehlung vorhielt. Dann wäre ihm wieder Gelegenheit geboten gewesen, ihr grob zu kommen, und vielleicht wäre er Emilie so los geworden. Aber ihr war es offenbar ganz gleichgültig, ob und mit wem er sich herumtrieb oder nicht, wenn er nur fie völlig in Ruhe ließ. Als er sie, weniger aus Liebesbedürfnis, als um eine Kraftprobe zu machen, umarmen wollte, stieß sie ihn zurück und drohte zu schreien, wenn er sie nicht freigab. Die Zornesglut ergoß sich ihm über die Stirn und er schrie:„ Wozu habe ich denn eine Frau?" Dazu nich! ,, erwiderte Emilie ,,, bas is nu mal ganz sicher." ( Fortsetzung folgt.) a n a at at er 4 einen Agio- Gewinn von 16,2 Millionen Mark eingebracht hat. Die neue Erhöhung um 34 Millionen Mart soll so erfolgen, daß auf vier Aktien drei neue zum Kurs von 325 Prozent entfallen. Der Rest soll einem Konsortium zum freien Verkauf übergeben werden. Welche Vorteile das Bezugsrecht für die alten Attionäre einschließt, geht daraus hervor, daß die Attien des Eichelfonzerns an der Börje zurzeit mit 1425 Prozent notiert sind. Angesichts dieses Geschenks wird die auf 20 Prozent festgesetzte Dividende beinahe bedeutungslos. Aber der Sicheltonzern läßt es bei Bezugsrecht und Dividende noch nicht bewenden. Auf je 4000 M. Attien Nennwert verschenkt er noch eine Attie der von ihm im Juni d. J. mit 2 Millionen Bartapital gegründeten 1.-G. für Industriewerte in 2zern im Rennwert von 500 Tranfen. Das entspricht, zum heutigen Tagesturs umgerechnet, iner Summe von 4150 M. Sicher werden die Aftien des Luzer ez Unternehmens aber mit dem drei oder mehrfachen des Nennpertes an der Börse notiert, so daß der den Aktionären des Sichelfonzers auf diese Weise zufließende Gewinn noch um das entsprechende zu vervielfachen wäre. Die Gewinne biefes Sichelfonzerns laffen fich also schon gar nicht mehr ermessen. Die Attionäre werden geradezu mit Geld überschwemmt. Angesichts solcher Rentabilität begreift man auch, daß allein dem Geschäftsführer Ganz ein Gewinnanteil von über den Normalbedarf 5000 M., für 6 Wohnräume über den Normalbedarf 10 000 M., für jeden weiteren Wohnraum 5000 m. mehr. Hat ein Hausstand mehrere Wohnungen in der Stadtgemeinde Berlin zur Benugung, so wird die Zahl der Wohnräume dieser sämtlichen Wohnungen für die Steuerberechnung zusammengezählt und als eine Wohnung behandelt. Haben ein oder mehrere Mitglieder des Hausstandes noch eine oder mehrere andere Wohnun gen in der Stadtgemeinde Berlin, so werden sie für die anderen Wohnungen besonders veranlagt und in der gemeinschaftlichen Wohnung nicht mitgezählt. § 2 besagt: Als Wohnraum im Sinne dieser Steuerordnung gilt der Raum einer Wohnung, welcher durch zusammenhängende Wände, Deden und Fußboden in sich abgeschlossen ist und mit anderen Räumen nur durch Türen und Fenster verbunden ist. der ferner mit wenigstens einem Fenster und einer Tür versehen und größer als 12 Quadratmeter Bodenfläche und höher als 2,50 Meter ift. Werden in einem Sausstande ein oder mehrere Hausange ftellte gehalten, so find die für diese vorhandenen Räume ohne Rüdlicht auf Größe und Höhe den Wohnräumen hinzuzurechnen. Als Wohnräume gelten nicht die Räume, welche als Küche, Bad, Flur oder Gang benugt werden, ferner nicht Kellerräume und Bodenkammern, welche nach den baupolizeilichen Vorschriften nicht 700 000 m.( i. 3. 150 000, M.) und bem gullightsrat ein Der med biefer Steuer fall ein zweifacher sein. Einmal will solcher von annähernd einer halben Million Mart ( i. 3. 100 000 M.) gewährt worden ist. Weniger flar aber bleiben, auf welchem Wege die zwei Millionen Franken des Sichelfonzerns in die Schweiz gelangt find. Nimmt man felbft an, daß das Luzerner Unternehmen zurzeit des günstigen Kursstandes gegründet worden ist, so hätte der Aufwand noch immer 18 bis 20 Millionen Mart, also auf jeben Fall mehr als das eigne Attientapital, beansprucht. Dies fonnte dem Sichelfonzern nur dadurch möglich werden, daß er durch Export im Auslande geschaffene Kredite einfach stehen ließ und fie nun in Form von Attienanteilen den Aktionären zuführt. Sört man aus dem Geschäftsbericht, daß der Jahresumsat des Konzerns eine Milliarde Mart übersteigt, so erscheint eine solche Möglichkeit gar nicht verwunderlich. Es wäre jebenfalls intereffant, von biefem ganz außer jedem Berhältnis zum Attientapifal stehenden Umlah zu erfahren, an welchem Prozentsatz der Erport baran beteiligt ist. 91 Selbstrebend ist der Geschäftsbericht auch in der vorliegenden Form noch frisiert" und abfichtsvoll so aufgemacht, daß er mög lichst wenig Erreauna schafft. Das zeigt insbesondere der Divis dendensaz. In Wirklichkeit gibt auch dieser Abschluß noch fein lückenloses Bild von der eingebrachten Ernte. Aber ungefähr fann man doch die Bedeutung des Gicheltonzerns erfennen. Auch auf dem Leichen und Trümmerfelb des Weltkrieges reift ihm noch üppige Frucht. Fast ifts, als hätten überhaupt erst das geronnene Blut und die verwesenden Knochen den Rährboden für biele bividendenschwere Ernte abgegeben. Mas tut das deutsche Proletariat, um zu verhindern, daß bies fer unheimlichen Sichel noch immer weiteres elb zum Opfer wird, daß sie immer weiter vorbringt und schließlich auch die Ueberlehenden des Weltkrieges hinmäht? Vergessen wir nicht: der Eichelfonzern stellt nur eine folche Sichel bar. In Deutsch land find deren viele. Sie alle bedrohen die Menschheit mit nie geahntem Elend und Schrecken. Groß- Berlin Die Jugend- Boltsbühne, ein Streiter gegen die Kinofeuche Der Kampf gegen die Kinopest ist in ein neues Stadium ge treten. Die Volfsbühne hat die Jugend- Wolfsbühne" ins Leben ge rufen, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, neben Theatervorstel lungen für bie reifere Jugend, den jüngeren als Vorstufe gute Marionettenvorführungen zugänglich zu machen. Alle Bersuche der in Frage tommenden Kreise, wie Bildungsausschüsse, Lehrervereinigungen etc. Icheiterten an der Anziehungs fraft, die die Kinos durch ihre schreiende Reklame auf das jugendliche Gemüt ausübten und die hauptsächlich während des Krieges und bis zu einem gewissen Grad heute noch die Kinos zu Sam melstellen der Schuljugend machten. Wenn nun der Kinofapitalismus auch jest bazu übergeht, neben den Lehrfilmen auch Bildungsfilme für bie Schuljugend herzus stellen, so ist dies zum weitaus größten Teil wohl auf den Kampf und die Rührigkeit ber interessierten Kreise gegen die verheerende Wirkung der Kinos zurückzuführen. Um so erfreulicher ist es aber, daß die Jugend- Boltsbühne jetzt mit ihrer Neueinrichtung vor die Deffentlichkeit tritt und bie Veranstaltung von Marionetten- und Kasperletheater, durch Mitwirtung guter Kräfte, systematisch betreibt. Wir hatten Gelegenheit, einer derartigen Beranstaltung in Niederschönhausen beizuwohnen, die auf Anregung unserer Ge noffen im Gemeindebildungsausschuß stattfand. Verheißungsvolle Kinderblide suchen erwartend in die Mysterien einzubringen, die sich hinter dem sehr gefällig aussehenden Theater vor ihren Augen auftun follen Cine würdige Umrahmung geben die leichten Weisen zwischen den einzelnen Alten, die dem Klavier entlodt werden. Nur wäre es zu wünschen, daß nicht moderne und hypermoderne Weisen, sondern vielleicht gediegene Mufit Sumperdinds, etwa Stellen aus Hänsel und Gretel" ober aber Offenbachsche Sachen, die sich mit ihren zarten Weisen gut in ben intimen Rahmen derartiger Beranstaltungen einfügen dürften. Das luftige Märchenspiel mit Gelang vom Tapferen Schneider lein" fesselte bie fleinen Zuhörer bis zum Schluß. Die Ber tonung der einzelnen Stellen ist dem findlichen Gemüt und dem Rahmen berartiger Vorführungen angepaßt und sehr nett. Recht nieblich hörte fich das fleine Liebchen: Schrumm wie die Bumm, schrumm wie die Bumm, Das Leben ist ein Sühneret, Schrumm wie die Bumm, frumm wie die Bumm, Wie leicht bricht das entzwei. an, das natürlich zuletzt von den kleinen Zuhörern schon mitge fummt wurde. Die„ bühnentechnische" Einrichtung läßt auch nichts zu wünschen übrig. Vor allem der Schloßhof des 2. Attes, Jomie die WaldSzene des 3. Attes wirkten sehr lebendig. Wahre Lachsalven löfte der zweite Teil des Programms: „ Kasperle und das Gespenft" aus. Sier Anb bie immer wieder: fehrenden Bersonen und Feinde des Kasperle, der Tod, der Teufel, die Here usw., afte. immer gern gesehene Freunde unserer Jugend. Nur besteht auch hier wieder ein großer Unterschied zwischen ben bisher gewöhnten Jahrmortisaufführungen" und dieser Ver anstaltung. Es wird nämlich hier nicht mit dieser Bernerfität alles tntaeschlagen, und vor allen Dingen wird ein gutes Deutsch acfprochen. Alles in allem also ein Verdienst der Boltsbühne. Hier bahn brechend vorangegangen zu sein. Run fiegt es an unferen in den Kommunen und deren Bildungsausschüssen tätigen Genoffen, biefe Einrichtung für unsere Jugend burch rege Inanspruchnahme nutbar zu machen. Die Wohnlurusfteuer Unter ben Steuerprojetten, bie bisher ber Stabtverordnetenver Tammlung zugegangen find, befindet sich unter andern auch eine Wohnlurussteuer. In der Ftenerordnung. bie ber Stabtfämmerer ber. Stadtverordnetenversammlung vorlegt, heißt es im entscheidenden Para graphen: § 1. Uebersteigt tie Zahl der Wohnräume einer Wohnung in der Stabtgemeinde die Zahl der zum Hausstand gehörigen Ber sonen( Normalbedarf), so wird für jeden weiteren Wohnraum eine Steuer nach folgenden Jahressägen erhoben: Die Steuer betragt: für 1 Wohnraum über den Normalbedarf e M., für 2 Wohnräume über den Normalbedarf 500 m., für 3 Wohnräume über ben Normalbedarf 1000 m., für 4 Wohnzäume über den Normalbedarf 2000 t, für 5 Wohnräume über der städtische Finanzminister neue Einnahmen haben, er rechnet aus der Steuer einen jährlichen Ertrag von 25 Millionen heraus, dann aber soll ein Druck auf die Inhaber größerer Wohnungen ausgeübt werden, Wohnräume abzugeben und dadurch zur Linderung der Wohnungsnot beizutragen. Getroffen werden sollen mit dieser Steuer leistungsfähige Kreise, bie heute noch Luxus mit Wohnräumen treiben, während die breiten Massen nicht wissen, wie sie ihr Wohnbedürfnis befriedigen sollen. Der Grundgedante dieser Steuer ist deshalb ein auter. 1. S. P. D. und Sportvereine Aus dem Parteibureau wird uns geschrieben: Auf vielfache Anfragen in der Zentrale, wie wir uns zu den Arbeitersportvereinen tellen, ift zu sagen, daß wir es für die selbstverständliche Pflicht aller Genossen halten, die sich sportlich betätigen, dies in den Arbeiter Sportvereinen zu tun. Jebe Teilnahme an bürgerlichen Sportvereinen stärkt deren Einfluß und damit die Macht der Gegner. Die Erwerbslosenfürsorge hat mitgeteilt, baß für den ersten Weihnachtsfeiertag( Sonnabend, den 25. Dezember) und den Neujahrstag( Sonnabend, ben 1. Januar 1921) auf Beibringung der Kontrolltempel verzichtet wird. Diele Regelung greift für die Angehörigen bes Musiker und Gastwirtsgewerbes nicht lag, vielmehr müssen diese auch an den Sonn- und Feiertagen ihrer Kontrollpflicht nachkommen. Die städtische Boltsbadeanstalt an der Schillingsbrüde wird am Weihnachtsheiligabend und am dritten Weihnachtstage bereits um 5 Uhr nachmittags geschlossen, An den ersten beiden Weihnachtsfeiertagen sowie am Neujahrstage ruht der Betrieb in ben städtischen Boltsbadeanstalten völlig. Ueber bie Eröffnung der noch immer geschlossenen Wolfsbadeanstalten ist bisher noch nichts mitgeteilt worden, trotzdem es im Interesse der Boltsgesundheit bringend notwendig ist. Die Zentrale des Wohnungsamts, Neue Friedrichstraße 80, ist vom 28. Dezember b. 3. bis zum 2. Januar 1921 einschließlich für ben Publitumverkehr geschloffen. und Schmuckfachen von hohem Wert, goldene Taschen, Armbänder, Uhren und Ketten usw. Auf die Wiederbeschaffung der gestohlenen Sachen ist eine hohe Belohnung ausgelegt. 3weddienliche Mit teilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, find an das Zimmer 92 des Berliner Polizei- Präsidiums zu richten. Festnahme von Zuderschiebern. Bei der Verschiebung von acht Zentner 3uder wurden gestern der 33jährige Arthur Juhl, der 30 Jahre alte Ostar Ebling und der 44jährige Arthur Woll Schläger festgenommen und dem Landespolizeiami Schöneberg zus geführt. Hierbei erfuhr die Polizei, daß in Hamburg noch 30 000 Beniner Streuzuder und 1000 3entner Würfelzuder lagern, die nach Bolen verschoben werden sollten. Das Landespolizeiamt beschäftigt sich bereits mit der Untersuchung dieses Falles. Tötlicher Strahenunfall. Vor dem Hause Hauptstraße 85 in Schöneberg wurde gestern ein etwa 65 Jahre alter Mann von einem Straßenbahnwagen der Linie 5 angefahren und zur Seite geschleudert. Er trug einen schweren sädelbruch davon und verstarb schon auf dem Transport nach der nächsten Rettungsstelle. Die Leiche des Unbetannten übergab man dem Schaus hause. Der Mann führte teinerlei Papiere bei sich und dürfte ein Bettler oder Haufierer gewesen sein. Die Internationale Artiklen- Loge veranstaltet am 3. Weih nachtsfeiertag( 27. Dezember 1920) im Reichshallen Theater, Dönhoffplay, nachmittags 2 Uhr, eine Wohltätigkeits- Borstellung Namhafte Künstler zugunsten ihres Altersversorgungsfonds. erfter Barleté- und Kabarettbühnen haben ihre Mitwirtung freundlichst zugefagt, unter anderem Gudrun Hildebrandt, Friz Brandt, bret Riegels. Otto Allison- Truppe, Dr. Wehler- Hubertus, Mario Costa, Starn u. Mazimow. 6. Verwaltungsbezirk Hallesches Zoz. Kommunale Kommission und alle Bezirks- und Stadtverordnete Mittwoch, abends 6 Uhr, pünktlich, Schulaula, Boechstr. 9-10. Gewerkschaftliches Der unfehlbare Demobilmachungskommiffar Die Schlichtungs- Ausschüsse find zu dem 3wed geschaffen, Streis tigteiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu schlichten. In Berlin find nach Branchen eingeteilte Kammern gebildet, in benen branchefundige Personen beraten und Beschlüsse fassen. Die lo zustandegekommenen Beschlüsse mögen oftmals manchem Juristen Schreden einflöken, weil sie nicht immer juristischen Spinfindig feiten folgen. Als zweite Instanz, bie endgültig entscheidet, ist der Demobilmachungsfommiñar beftimmt. Was biefer aus man hem fachkundigen Urteil des Schlichtungs- Ausschusses macht, ist jedoch vielfach für jeden vernünftigen Menschen unverständlich. Zwei Tariftontrahenten vereinbaren eine Gruppierung der Ars beitnehmer für den Tarifvertrag. Der Schlichtungs- Ausschuß ents scheidet eine Streitigkeit im Sinne der Tariftontrahenten dahin, baß der Arbeitnehmer einer bestimmten Gruppe des Tarifvers trages entsprechend entlohnt werden muß. Irgend ein Rechts anwalt, der zufällig zum Dezernenten beim Demobilmachungs tommiffar ernannt wurde, ist aber anderer Meinung, obwohl er bei der Verhandlung des Tarifvertrages nie babei war, gar nicht weiß, was die Tariffontrahenten gewollt haben, entscheidet nach seinem eigenen Kopf, daß ber beim Schlichtungs- Ausschuß gefällte Schiedsspruch abzulehnen ist. Der unerhörte Zustand liegt bes fonders barin, daß diefem nichtsahnenden Rechtsanwalt als einem Eleinen Diftator eine unerhörte Macht in die Hand gegeben ist. gegen die fein Kaiser mehr anzufämpfen vermag. Obwohl dieje Dezernenten beim Demobilmachungskommissar vielfach noch eine Lehre nötig haben, wie man Tarifverträge auszulegen und anzus wenben hat, hält man es aber nicht für nötig, fontradiftatoris zu verhandeln und fich dabei von den Tarifparteien beraten zu lassen. Obwohl das Ministerium für Sandel und Gewerbe, das ja Auf fichtsinstanz für den Demobilmachungstommiffar ist, auf wieders verpflichtet sei, bei der Erledigung der Streitfälle mündliche Berholtes Drängen erflärt hat, daß der Demobilmachungstommissar handlungen anzulegen, fümmert sich der Unfehlbare" auch darum soll uns sehr wundern. Die Vermittlungsstelle für Schwerbeschädigte( Berufsberatung und Arbeitsvermittlung) bei ber Hauptfürsorgeftelle für Kriegs beschädigte und Kriegshinterbliebene ber Stadt Berlin für ben Bezirk der neuen Stadtgemeinde Berlin( bisher Stadt Berlin und Groß- Berlin) ist eröffnet. Sprechstunden bis auf weiteres von 8% bis 10% Uhr vormittags und zwar: A- 5 Montag und Don nerstag, 3- Dienstag und Freitag, R- 3 Mittwoch und Sonnabend. Rentenbescheibe bzw. Ausweispapiere find vom Besucher bortfelbft vorzulegen. 3medmäßig ist ferner Arbeitspapiere und Zeugnisse mitzubringen. Die Einhaltung der festgesetzten Zeit ist unbedingt notwendig. Die Fürsorgestellen werden gebeten, die Schwerbeschädigten bazu anzuhalten.- Leichtbeschänight. Wie lange ich das die Arbeitnehmer noch gefallen lassen, bigte und solche mit weniger als 50 Prozent, aber mindestens 33% Brozent Rente tönnen nur vorgelaffen werden, wenn fie eine Bescheinigung ihrer örtlichen Fürsorgestelle bzw. bes Arbeitsnad weises vorweijen, die dahin lauten muß, daß Arbeitsvermittelung wegen der Schwere der Beschädigung bisher erfolglos war. Erleichterungen bei Bostanweisungen und Nachnahmen nach dem Ausland. Bostanweisungen nach dem Ausland waren bisher nur bis zu 100 M. oder dessen Gegenwert ohne weiteres zulässig Dieser Gag ift jest auf 3000 M. erhöht worden. Wer mehr einzahlt, muß Inhalt und 3wed des Geschäfts angeben und durch Frachtbriefe, Mitteilungen der 3ollbehörde usw. belegen. Gleich Beitig eingezahlte Anweisungen besselben Absenders werden da bei zusammengerechnet. Auch für Bostaufträge und Nachnahmen ist jetzt ber frühere Meistbetrag wieder zulässig. Am 1. Januar wird auch der Boftanweisungs-, Boftauftrag und Nachnahmevertehr mit Luxemburg wieder aufgenommen. Achtung Radfahrer! In letzter Zeit mehren die Alagen, daß Radfahrer angehalten werden, die in der Dunkelheit ihr Rab nicht beleuchtet haben. Wie der Berliner Bolizeipräsident mitteilt, ist die Vorschrift über die Beleuchtung ber Fahrräder immer noch durch eine während des Krieges vom Oberkommando erlaffene Verfügung außer Straft gelegt. Es ist beabsichtigt, im nächsten Monat einer Neuregelung der Frage näher zu treten. 3wei Tariftontrahenten schließen am 21. Mai d. 3. einen Tarifs vertrag, in dem bestimmt wird, daß der Vertrag vom 1. April 1920 bis 31. März 1921 gilt. Selbstverständlich haben für das Gebiet bes Tarifes alle während der Zeit vom 1. April 1920 ab Beschäftigte das Anrecht, die Borteile des neuen Vertrages auch für diese Zeit zu beanspruchen. Ist nun ein Arbeitnehmer vor der Unterzeichnung des Bertrages entlassen worden oder aus dem Bes trieb durch eigene Kündigung ausgeschieden, so bleibt ihm nach wie vor das Recht, aus diesem Kollettivvertrag alle Ansprüche zu ers heben. heben. Der Schlichtungs- Ausschuß, der auch ein solches Urteil gefällt hat, weil er mit fachtundigen Leuten befest ist, hat aber auch hier teine Gnade vor dem unparteiischen Demobilmachungss fommissar gefunden. Die Herren Rechtsanwälte, die als Dezer nenten beim Demobilmachungskommissar figen, find eben Juristen und finden irgend einen Borwand heraus, der gegen solche berech tigten Schiedssprüche ins Feld geführt werden kann, um den Ar beitnehmern ihre geringen Ansprüche vorzuenthalten. Sie ents puppen fich dabei als eine Waffe der Arbeitgeber gegen die Ar beitnehmer. Sie haben feine Ahnung. wozu fte eigentlich da sind, find fich nur ihrer Macht bewußt und schwingen das Szepter ohne Störung. In biefem uneingeschränkten Machtgefühl schreden die jungen Herren des Demobilmachungstommissars auch nicht vor einer Ein Amofläufer mit dem Revolver richtete in ber geftrigen glatten Berlegung derjenigen Berordnungen zurüd, benen fie Racht im Rorben der Stadt großes Unheil an. Der 41 Jahre überhaupt ihr Borhandensein zu danken haben. Die Verordnung alte Italiener Emanuel Ricci aus der Invalidenftraße 21 geriet über das Tarifwesen vom 23. 12. 18 sieht bekanntlich vor, daß in der Nacht gegen 1 Uhr in der Nähe feiner Wohnung mit dem ein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisation geschlos Fräser Michael Morig aus der Gerichtstraße 25 in einen Wort-. fener Tarifvertrag für die Mitalieber dieser Organisationen E wechsel. Blöglich griff der angetrunkene Italiener zum Revolver bend ist. Ausnahmen von dieser Bestimmung tennt die Verorde und feuerte auf Morig. Die Kugel verlegte biefen an der Hand. nung nicht, sie sind demnach also auch nicht zulässig. Erst dem Moris ergriff darauf bie Flucht und lief in die Vorhalle des Demobilmachungstommissar von Groß- Berlin blieb es vorbehal Stettiner Fernbahnhofs hinein. Der Italiener fegte ihm, fort- ten, au entscheiben, daß ein dem Verbande der Zentralheizungs während aus feinem Revolver feuernd, nach. Als er auch die Borhalle des Bahnhofs erreicht hatte, imo et aiellos auf die industrie als Mitglied angehörender Arbeitgeber nicht verpflichtet schoß werden könne, ben mit den Gewerkschaften abgeschlossenen Tarifbort anwesenden Zivilpersonen und Bahnangestellten. Durch die vertrag einzuhalten. Schüsse wurden mehrere Leute zum Teil erheblich verwundet. Der Labefchaffner Emil Brinz aus der Gottlanditt. 6 erhielt einen Schuß in den Unterarm, ber Schneidermeister Franz Solwein aus ber Aderftr. 138 wurde an der Schulter verlegt und der Kaufmann Josef Müller aus Gräfenbroich, der sich hier vorübergehend auf. hielt, wurde von einer Kugel am Knie getroffen. Die Getroffenen wurden nach dem Lazarustrantenhause gebracht. Der Revolverschüße wurde schließlich überwältigt und festgenommen. Millionenbente der Einbrecher. Das Treiben der Einbrecher am goldenen Sonntag und in der Nacht zum Montag war, wie aus ben nachträglich eingelaufenen Meldungen ersichtlich, noch viel umfangreicher, als mitgeteilt. An einzelnen Stellen haben Die Einbrecher ganz bedeutende Werte erbeutet. So ftahlen fie bei Eltan in der Spandauer Straße 12 für 200 000 Mart Damenfleiber und Stoffe, bei Sirschfeld in der Oberwallstr. 9 für 100 000 Mart Seide und andere Stoffe, bei Rosenthal in der Ritteritz. 88 für 40 000 M. Leberwaren, bei Mandel in der Frankfurter Allee 191 für 24 000 MR. Wollwaren, bei Kunde in der Kanonierstr. 37 für 20 000 Mart Kleiber, bei Lift in der Oranienstraße für 30 000 Marf Hemben, bei pan Erten in ber Mohstraße 33 für 75 000 art Belzwaren und bei Zimmermann für 3000 Mart Herrenartikel. Ebenso hoch ist der Schaden, den Wohnungseinbrecher angerichtet haben. Diese erbeuteten in der Nachoitraße für nicht weniger als 700 000 Mart Schmud- und andere Wertsachen. in der Michael firchstraße für 80 000 Mart, in der Kurfürstenstraße für 75 000 Mart, am Luifenufer für 20 000 art, in der Shintelstraße für 60 000 Mart, in der Berliner Straße zu Schöneberg für 45 000 Mart und an vielen anderen Stellen fils 10 000 Mart und mehr an Teppichen, Schmudsachen, Kleibungsstüden ul. Auch außer halb waren Berliner Einbrecher tätig. Go ftahl eine Bande, biz, wie festgestellt werden konnte, nach dem Einbruch wieber nach Berlin zurüdgefahren ist, in Bolzin für 30 000 Mart Silberzeug In Stettin fuadten e ben Gelbichrant und Bahlen beraus Gol Es ist höchste Zeit, daß der Demobilmachungskommissar mit feinen realtionären Alüren beseitigt wird. Und wenn die Bera fonen, die dort figen, noch so anständige Kerle sind, fie sind ein Teil des Snstems der Unterbrüder der Arbeitnehmer geworden. Sinweg mit ihnen! Versicherungsgewerbe Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Die Verhandlungen über den Reichstarif für das Versicherungsgewerbe, die zwischen den Arbeitgeberverbänden deutscher Versiche rungsunternehmungen und den Angefteltenorganisationen feit einigen Tagen im Gange waren, find gescheitert. Die Angestelltenorganisationen hatten Borschläge eingereicht, die neben der Ers höhung der Gehaltsläge, die bisher immer recht unzulängli waren, lediglich Berbefferungen einiger anderer Vertragsbestim mungen anstrebten. Der Arbeitgeberverband ver langt eine erhebliche Verlängerung ber re beitszeit, einen Berzicht auf wesentliche Teile bes Urlaubs und eine Einschräntung der Bestim mungen über die Fortzahlung des Gehalts in tantheitsfällen. Er erklärte fich bei Bewilligung dieser Berzichte bereit, gewiffe" Erhöhungen der Gehälter ein treten zu lassen, ohne fich trok miederholten Verlangens über die Höhe der angebotenen Säte zu äußern. Die Angestellten- Organi fationen fönnen die Verschlechterung der sozialen Bestimmungen bes Tarifvertrages nicht annehmen. Der Arbeitgeberverband lehnte die Erhöhung der gegenwärtig milftigen Gehälter rundweg ab, wodurch die Verhandlungen ergebnislos murben. Die Ange telitenorganisationen haben baraufhin bas Reichsarbeitsminis fterium angerufen und beschlossen, bie Sperre über die Betriebe n verhängen und bie Leistung der Ueberstunden und Hausarbeit bie ohnehin freiwillige find, einzusteДen. te Die ite D la te Di S der, enen Mit dant acht der Bolls zus 0.000 , die iamt 5 in Don Seite und ingss chaus ürfte Beihs cater, Hung mitler fung Friz ertus, Iffion Uhr, Streis chten. et, in - Die riften Enbigs et, ist man t, if lich. r Ars 3 ents Dahin, ifvers Rechts. ungss ohl er nicht nach efällte st bes einem en ift. diese eine anzus toris laffen. Aufs wieders millar e Ver Darum Haffen, Tarifs April r das 20 ab s auch or der n Bes hwie u ers Urteil 3 aber ungss Dezers riften Serech n Ar ents e Ars find, = ohne ungen einer en fie onung , daß Schlos E erorde t dem behal sungs lichtet Tarifs mit Bers b ein orden. ieben: zungss erfiches 1 feit eltener Ers Engli eftim Det Are Ceile tim. Es in dieser einer die rgani ungen rband noweg Ange sminis triebe arbeit igewerkschaftliche Arbeitsgemeinschaft tommunaler Arbeitnehmer( Fata) Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Zentralver der Angestellten, Bund der technischen Angestellten und Be und der Verband Deutscher Berufsfeuerwehrmänner haben it ihre in Gemeinden und Gemeindeverbänden beschäftigten ter, Angestellten und Beamten zu einer freigewert tlichen Arbeitsgemeinschaft fommunaler itnehmer zusammengeschlossen. 3wed dieser Arbeitsgemeinschaft ist: ie gemeinsame Vertretung aller sozialen wirtschaftlichen Fragen der kommunalen Arbeiter, ellten und Beamten durch Berständigung über gemeinsames Vorgehen bei Abschluß von Tarifverträgen und bei der Einwirkung auf Besoldungsordnungen. Einwirtung auf die gesetzgebenden Körperschaften. Förderung der Sozialisierung und Kommu alisierung. Die Ausbreitung des freigewertschaftlichen antens unter den kommunalen Arbeitern, Angestellten und en sowie Verständigung über Abgrenzung der Werbegebiete. Die zentrale Leitung liegt in den Händen eines Zen sichusses, det aus Vertretern der Hauptvorstände der angenen Verbände besteht. In ihn entienden der Berband der nde- und Staatsarbeiter drei, der Zentralverband der Anen zwei und die übrigen Verbände je einen Vertreter. Schäbigkeit Mitteilungsblatt der Berliner Verwaltung des Holzarbei rbandes berichtet der Schriftführer Grothe über die legte alversammlung. Dieser Bericht enthält eine wesentliche ung. In der von Siegle und 3irtel zu Protokoll nen Erflärung heißt es u. a.: iejenigen, die unsere Nachfolgerschaft angetreten haben, en sich durch Annahme dieser statutenwidri Wahl zu Mitschuldigen der dadurch eingetretenen anoren Zustände in der Verwaltung gemacht. gesperrt gedruckten Worte streicht er einfach weg, um dem einen ganz anderen Sinn zu geben. Damit bestätigt der fiende, dem schon einmal der Vorwurf der Verleum unwidersprochen gemacht worden ist, daß er an dieser dauernd festzuhalten gedenkt. Knopfarbeiter Berlins zum neuen Lohnabkommen im Deutschen Holzarbeiter Berband organisierten Knopf er beschäftigten sich in zwei Branchenversammlungen mit im November in Hannover abgeschlossenen Lohnastommen em Reichstarifvertrag. Danach sollen ab 1. Dezember folLohnsätze Geltung haben: rchschnittslohn für Facharbeiter über 18 Jahre früher legt 6,60 M., Silfsarbeiter früher 5 M., jezt 5,50 m., Sinenarbeiterinnen früher 3,25 m. jest 3,60 M., Silfs terinnen früber 2,70 m. jest 3,10 M. Mindestlohn für rbeiter über 18 Jahre früher 4,85 m. jetzt 5,40 M., Silfs ter früher 4,35 m. jetzt 4,85 M., Maschinenarbeiterinnen 2,75. jet 3,05 m., Hilfsarbeiterinnen früher 2,40 M. 2,85 M. den Versammlungen wurde diese Abmachung, die eine unbliche Knidrigkeit der riesige Gewinne schludenden Unter hervortreten läßt, scharf gegeißelt. Folgende Resolution angenommen: und Geschlossenheit erreicht, daß sie jetzt in fast gleicher Weise wie. andere Arbeiter entlohnt werden. Die Beteiligten welche, restlos dem Deutschen Transportarbeiter Verband als Mitglieder ang hören, stehen mit dem Arbeitgeberverband in einem Tarifver tragsverhältnis. Das Lohnablommen war zum 31. Dezember von der Organisation gefündigt worden. In einer vor wenigen Tagen stattgehabten Verhandlung wegen Neuregelung der Lohnläge wurden nachstehende Vereinbarungen getroffen: Die Ellig arbeiter erhalten pro Stunde 5.50 m., Hof und Silfsarbeiter 5 M. Jugendliche von 17-20 Jahren 3,50 M., Jugendliche von 14-17 Jahren 3 M., Weibliche 3,40 M., Kuijcher pro Woche 280 Mart. Der Betriebsrat der Hochbahn fandte uns folgende Zeilen: ,, Der Aufruf der Gewertschaften, die Arbeitslojen von Groß Berlin durch Kleben von Arbeitslo enmarken zum Weihnachtsfest zu unterstützen, hat auch bei einem Teil der Hochbahner freudigen Wiederhall gefunden und zwar bei denjenigen die Verständnis. für das Elend und die Not dieser Klassengenossen haben. Das Ergebnis ist folgendes: Das technische Berjonal hat 13 740 M., die Angestellten und Meister haben 1403,50 m. für diesen 3wed aufgebracht. Vom uniformierten Verkehrspersonal ist noch kein Ergebnis bekannt. Lohnbewegung der Gastwirtsangestellten in Hirschberg i. Schl. Seit mehreren Wochen befinden sich die Gastwirtsangestellten des Riesen und Jergebirges in einer Lohnbewegung. Das starre Berhalten der Vorstandsmitglieder der Gastwirte und Hotelbesitzer hat bisher jede gütliche Verständigung unmöglich gemacht. Das Gewerkschaftskartell des Kreises Hirschberg hat aus diesem Grunde die gesamten Hotels des Rie en- und Jergebirges gefperrt. Der Streit der Gastwirtsangestellten scheint unvermeidlich. In den nächsten Tagen ist mit größeren Demonstrationen der ge amten organisierten Arbeiterschaft gegen die Hotelbesitzer zu rechnen. mir bitten aus diesem Grunde, die Bevölkerung der Großstädte während der Feiertage von einem Besuch des Riesen- und Jiergebirges abzusehen. Gehaltsbewegung an der Berliner Staatsoper Der Ortsausschuß Berlin- Staatsoper des Deutschen Chorfänger und Ballettverbandes bittet um Aufnahme folgender Erklärung: Während seit Monaten an allen großen deutschen Bühnen, zulegt am Staatstheater in München, Chor- und Ballettpersonal durch energisches Vorgehen ihre Bezüge wenigstens einigermaßen der herrschenden Teuerung angepaßt haben, hatten sich diese Migliederkategorien an der Berliner Staatsoper bisher durchaus zurückhaltend gezeigt und der schwierigen Lage der Staatstheater dadurch Rechnung getragen, daß sie sich mit den Aufbesserungen begnügt haben, die ihnen von der Verwaltung allmählich not gebrungen augebilligt worden sind. Sie waren dabei auch zumeist von dem Gebanten geleitet, daß ihr Alter gegen Not gesichert sein werde, weil sie voraussetzten, daß die Regierung der Republik genau so den alten Mitgliedern der Oper, die ihr für wenig Geld gedient haben, wenigstens Pensionen den Zeitverhältnissen entsprechend aussehen werde, wie früher der Kaiser. Nach langem Ueberlegen hat sich die Verwaltung bereit erklärt, nach Maßgabe der mineriellen Anordnungen genau wie früher sogenannte Gnader Ruhegehälter weiter zu bewilligen. Aber die Höhe ihrer Bemessung will fie, trotz aller Geldentwertung, die Norm der Benfionen, wie sie vor 1914 gezahlt wurden, nicht überschreiten lassen. So tommt es, daß die Altpensionäre der Chor- und Ballettmitglie ber der Staatstheater heute noch auf Bezüge von 37,50 M. im Monat aufwärts angewiesen find, und daß man Mitglieder, die in den letzten Monaten penfioniert wurden, überhaupt noch feine bestimmte Pension zugebilligt, sondern ihnen zunächst für drei Monate einen Vorschuß von 100 M. pro Monat(!) allergnädigst gewährt hat. e am 23. Nov. und 2. Dezember versammelten Knopfarbeiter en mit Entrüstung Kenntnis von den in Hannover ges nen Lohnvereinbarungen. Sie betrachten die Zugeständnisse Unternehmer als eine Verhöhnung der Arbeiterschaft, der en jegigen schwierigen Verhältnissen nicht im geringsten ung getragen wird. Mit diesem Zugeständnis" beabsichten Gage von 1200 M. und der anderer Bühnen im Reich zurüddie Unternehmer die Arbeiterschaft zum Lumpenproletariat udrücken. Die Bersammelten geloben daher, fest zusammen hen, bis die privattapitalistische Produktionsmeise von der istischen abgelöst ift." e Lohnjähe in der Essigindustrie. Die Effigarbeiter, welche zug der Bezahlung ihrer Arbeit mit zu der schlecht bezahl Arbeitergruppe gehörten, haben durch ihre Einmütigkeit JAK KON LINON Stadtgeschäft I Bergstraße 145 Unter diesen Umständen sind die Chor- und Ballettmitglieder nicht länger in der Lage, der zunehmenden Verelendung in ihren Reihen stillschweigend zuzusehen. Sie haben bisher Gehälter bezogen, die ganz erheblich unter der tariflich für Berlin festgelegbleiben,( es werden z. E. noch Gehälter von 810 M. monatlich ges zahlt) und die dadurch beim Ballett noch verschlechtert werden, daß seine Mitglieder, allen Tarifen zum Sohn, teure BühnenanSchaffungen felbft bestreiten müssen. In dieser höchsten Notlage haben Chor und Ballett der Staatsoper Forderungen überreicht, die mit einem Existenzminimum von monatlich 1250 M. und einer Staffelung bis auf höchstens 1600 M. im Laufe von 16 Dienstjahren weit hinter dem Einkommen der Cine besondere WeihnachtsFreude! Städtische Werke Neukölln PERNSPRECHER: Neukölln 1523-30 meisten Handarbeiter zurückbleiben. Die Mitglieder wollen sich mit diesen bescheidenen Einkünften, über die nur die Gagen für inige Soloballettangehörige hinausgehen sollen, begnügen im Sinblick auf die gleichzeitig von ihnen stritt verlangte Regelung einer Benfionierung mit angemessenen Bezügen. Bis diese er folgt ist, Jollen den türzlich penfionierten Mitgliedern( welche bis au 42 Dienstjahre zurüdgelegt haben) monatliche Borschüsse von mindestens 300 m. gewährt werden. Diese Forderungen find dem Kultusministerium am Montag nachmittag überreicht worden. Frift für die. Beantwortung ist bis zum 28. Dezember gestellt worden. Achtung, Holzarbeiter! Betr. Weihnachtsbeihilfe des Magis Strats. Alle Erwerbslosen ohne Unterschied, welche am 11. Des zember unterstüßungsberechtigt waren, resp. sich an diesem Tage an- oder abgemeldet haben, erhalten ab 20. Dezember eine Weihnachtsbeihilfe von 20 M. Für jedes zuschlagsberechtigte Familien mitglied 10 M. Die Anmeldung ist sofort in unserer Auss zahlungsstelle im Marinehaus, Am Kölln. Part, Ede Branden burger Ufer unter Borzeigung der Ausweise zu vollziehen. Deute scher Holzarbeiter- Verband, Örtsverwaltung Berlin. Streit bei der Normalzeit- Gesellschaft. Das technische Personal der Normalzeit- Gesellschaft befindet sich wegen Lohnstreitigkeiten seit Montag, den 20. Dezember, im Streit. Zur Illustrierung sei mitgeteilt daß bei der Gesellschaft Stundenlöhne für Facharbeiter und Ungelernte von 4,-, 4,10 bis 4,60 Mart gezahlt werden. Buchbinder- Verband! Kartonagenarbeiterinnen und Arbeiter! Die Lohndifferenzen bei den Firmen Venesti, Neuenburger Straße, Garbaty, Pankow, Massarn, Ritterstraße, Muratti. Köpenider Straße, Karmitri, Boppstraße, sind beigelegt. Die Sperre ist aufgehoben. Buchbinderverband, Die Leitung der Kartonagen branche. Parteiliteratur Die Sozialistische Gemeinde Die soeben erschienene Doppelnummer der obengenannten fom munal- politischen Zeitschrift der Unabhängigen Sozialdemokratie hat folgenden Inhalt: Das Kommunalisierungsgesek. Eine dringliche Reform. Berufsausbildung von förperlich und geistig anormalen Kindern. Das Verbrechen und seine Ursachen. Landesgesetzliche Regelung des Schularztwesens. Die eigene Regie.- Städtische Bekleidungsstellen. Kommunalisierung des Schuhmachergewer bes. Kommunale Gartenbaupolitik. Bayrischer Städtetag. Kleine Nachrichten. Aus den Gemeinden. Aus den Par Iamenten. Literatur. Aus den Organisationen hz, 8. Siirift. Bildungstommiffion. Um 2. Weihnachtsfeiertag, vorm. 11 findet im Rosetheater unter Mitwirkung hervorragender Kräfte eine Matinee tatt. Karten u 2,50. M. Find noch beim Genossen Biebermann, Zorndorfer Str. Rr. 9, Rettichlag, Schreinerstr. 18, Wittschuk, Petersburger Str. 5, zu haben. 14. Diftritt. Seute, nachm. 5 Uhr, Weihnachtsgabenverteilung für die vorge mertten Kinder unserer arbeitslofen Genossen im Lofal von Kaiser, Goyfowski Straße 34. Intereffierte Kinderfreunde find herzlichst eingeladen. 17. Diftritt. Die Weihnachtsbelagerung findet heute nachmittag 5 hr, in ber Lütticher Str. 47-48, ftatt. 18. Diftrift. Die Weihnachtsfeier für bie Rinber ber Arbeitslofen findet am Donnerstag, 23. Dezember, nam. 5 Uhr, in berula, Christianiat. 5-6 Ratt. Es wird gebeten, die Kinber möglichst allein zu schiden. Charlottenburg. Mittwoch, den 22. Dezember, abends 7 Uhr, Extrazahlabens in sämtlichen Gruppen. 2. Gruppe bei Bleschte, Botsdamer Str. 45. 4. Gruppe bei Tehlen, Kaiser- Friedrich- Str. 456. 6. Gruppe bei Meri, früher Kellotowski, Goethestr. 56, Ede Weimarer Straße. Für die anderen Gruppen in den be tannten Lotalen. Botsbam 4. Die für Montag, den 27. Dezember( 3. Feiertag) angefekte G meindevertretertonferenz fällt aus. Späterer Termin wird bekanntgegeben. Vereinskalender Deutscher Muffterverband, Abteilung Kinsmaster. Mittwoch, 22. Dezember, vorm. pünktlich 10% Uhr, findet im großen Saale bes Vereinshauses eine Ber Jammlung aller Kinomufiler statt. Da äußerst wichtige Beschlüsse zu fallen find, ist das Erscheinen aller Kollegen bringende flicht. Der Bolts- Feuerbestattungsverein Grah Berlin hält am Mittwoch, 22. Dezember, abends 6 Uhr, in ben Sophien- Sälen, Sophienstr. 17-18, eine aukerarbentlide Mitgliederversammlung ab. Ohne Mitgliedstarte ober Ausweis fein Zutritt. Der Vorstand. Touristen- Berein Die Naturfreunde, Ortsgruppe Oberschönewebe. Mittmod abends 7 Uhr, Mitglieder- Bersammlung im Vereinslotal Schulz, Klara Ede Lutjenstraße. Bez Berantwortlich für die Redaktion: Cmil Rabaib, Bertin. antwortlich für den Inseratenteil: 2nd wig Romezinez, Razishorit. Verlagsgenoffenfchaft reiheit" e. Gm b... Berlin. Drud ber seibelt Truferei m. 6. S., Berlin 2. Preite Strake 9 MASSARY Stadtgeschäft II Hermannstr.95/ 6 Reichhaltige Ausstellung modernster Gasund elektrischer Beleuchtungsgegenstände Besonders günstige Preise in Elektrische Tisch-, NachttischBeleuchtungskörpern: Gas- und elektrische Kronen Zugkronen Zugampeln Deckenbeleuchtungen Pendel und Ständerlampen Gastischlampen 1. und II. 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