tarif ber Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang onen gem geber bis: 3 die Elligt auch Un trie am Ilen fällt, des des urde läge Ge I der ner orfen nicht Des nehV. ennts Bes zung den Beit alet, - 13, dem d. uppe Eber Kol eine Mits unter • Unter Streifband Die Freiheit erichetm morgens und nachmittags, Sonntags and Montags mm einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- m. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Bost bezug nehmen fämtliche Bostonfalten Bestellungen entgegen. bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 9., für das übrige Ausland 21,50 m uzüglich Valuta- Aufschlag, ver Brief für Deutschland und Österreich 30, Rebaktian. Expedition und Berlag: Berlin C 2, Breite Straße 8.0. mit Ein ung. der eben. chrifts Donnerstag, 23. Dezember 1920 Nummer 547 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillezetle oder Deren Raum koftet 5,- einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen. Das fettgedruckte Wort 2, M., jebes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 M netto pro Zeile. Stellen Gefuche in Wort- Anjetgen das fettgedruckte Wort 1,50 m. tedes weitere Wort 1.-. Fernsprecher: Bentrum 2030. 2645. 4516. 4603. 4635. 4840. 4021 greibeif Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Das Zeitgeschent der Scharfmacher Rundschreiben des Verbandes Berliner Metallindustrieller Festkartoffeln- Die christliche Nächstenliebe hme Wie die Berliner Metallindustriellen den Angestellten und be Arbeitern ihrer Betriebe das Weihnachtsfest zu ge= talten gedenten, zeigt das folgende Rundschreiben Berpele liner Metallindustrieller, das die Gewährung von 3 Sonderzuwendungen an Arbeiter und Angestellten aber betrifft, und von dem den Berliner Metallarbeitern nicht unbekannten Herrn Oppenheimer unterzeichnet ist. Die Mitglieder des Scharfmacherverbandes erhalten darin folgende Anweisungen: chein, ungs timmt Arbeiter und Angestellte sind in verschiedenen Betrieben an die Firmen herangetreten mit der Bitte um Gewährung einer Sonder Zuwendung aus Anlaß des Weihnachtsfestes. Teils werden diese Zuwendungen in Form einer einmaligen Kinderbeihilfe, teils noffen einer Rastoffelbeschaffungsbeihilfe, teils in andes rer Form verlangt. Gleichzeitig wird behauptet, daß einzelne Firs men derartigen Wünschen bereits entsprochen hätten. intog, Bars beits e Ges 3 find Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß alle derartigen generellen Sonderzuwendungen, 1. welchen Namen sie auch tragen mögen, unzu häfig find. Was in unseren„ Mitteilungen" Nr. 25, Sp. 491 f begilglich der Angestellten ausgeführt wurde, gilt finnentsprechend auch für Arbeiter. Ebenso wie gemäß Rundschreiben Nr. 002/20 vom 14. Januar 1920 generelle Borschüsse verboten und tur in Ausnahmefällen an einzelne Arbeits nehmer unter Berücksichtigung der individuela len Verhältnisse im Hinblid auf eine besondere Notlage" statthaft sind, gilt dies auch für Sonderzuwendungen jeber Art. vicz and er ant prima Ber it. beit" Von den Angestellten ist verschiedentlich verlangt worden, das Dezembergehalt bereits vor dem Weihnachtsfest zur Auszahlung Das Ergebnis der BölkerbundsVersammlung London, 22. Dezember. Lord Robert Cecil erflärte einem Vertreter des ReuterIchen Bureaus, das Ergebnis der Völkerbundsversammlung in Genf lasse sich wie folgt zusammenfassen: 1. Die Errichtung eines Internationalen Gerichts: hofes. Wenn auch die Rechtsprechung dieses Gerichtshofes von freiwilliger Annahme abhängig sei, habe doch bereits eine jo große Zahl Staaten sich bereit erklärt, ihm ihre Streitfälle au unterbreiten, daß man seine Rechtsprechung in weitem Maße als eine einer obligatorischen gleichtommende bezeichnen tönne. 2. Der Bölferbund habe die Aufnahme neuer Staaten genehmigt. Es sei ein gutes Zeichen für die Zukunft, daß Dester= reich und Bulgarien zugelassen worden seien. Die Zulassung Deutschlands werde denselben Bedingungen unterworfen werden, wie die von Bulgarien. Es werde nicht unumgänglich notwendig lein, daß Deutschland alle seine Verpflichtungen aus dem VerJailler Bertrag erfüllt habe, vielmehr werde es genügen, daß es Beweise feines aufrichtigen und guten Willens gebe. 3. Es feien Maßnahmen betreffend die Entwaffnung ge.. troffen worden. 4. Ein weiteres Ergebnis sei das Ersuchen um die Ratifizierung der Pariser Abmachungen betreffend den Handel mit Waf= fen sowie 5. die Bestimmung der notwendigen Maßnahmen, um einen Drud auf widerspenstige Staaten auszuüben. Endlich bezeichnete Robert Cecil die Beschlüsse über die Mandats: frage als sehr großen tatsächlichen Fortschritt. Die Kosten des Völkerbundes belaufen sich nach seiner Mitteilung jährlich auf 25 Millionen Franks. Da 42 Staaten dem Bölferbund angehören, glaubt Lord Robert Cecil die jedem auferlegten Koften als eine sehr schwache Versicherungsprämie gegen den Krieg bezeichnen zu können. Brüssel vertagt Brüssel, 22. Dezember. Amtliche Mitteilung. In der heutigen Sitzung der Sachver tändigenkonferenz teilte Delacroix mit, daß es zur Feststellung der den alliierten Regierungen zu unterbreitenden Anträge erforderlich sei, die Arbeiten der Konferenz für zwei Wochen zu vertagen. Die Zeit soll dazu benutzt werden, die gegenwärtig im Gange befindlichen Untersuchungen zu Ende zu führen. Dabei soll nach der bisherigen Methode verfahren werden, indem jeder Berichterstatter mit dem für die zu prüfende Frage zuständigen deutschen Sachverständigen in Fühlung bleibt. Staatsefretär Bergmann erklärte, die deutsche Delegation wisse die icht vorbehaltlofe Aufnahme( accueil réservé) zu würdigen, die thren Bemerkungen seitens der alliierten Delegierten zuteil geworden sei, und efflärte sich mit dem für die Wiederaufnahme der Arbeiten vorgeschlagenen Zeitpunkt einverstanden. Die deut tichterstatter nach Möglichkeit fördern. Delacroix forderte die beiderseitigen Delegierten, auf, miteinander in Füh lung zu bleiben, um die Prüfung der behandelten Fragen zu erAus der chemischen Industrie B. A. Jn der Reihe der vom Glücke überreichen Erträgnisse und hoher Dividenden gesegneten Industrien nimmt die deutsche chemische Industrie besonderen Rang ein. Schon vor dem Kriege waren die Erzeugnisse der chemischen Werte in der ganzen Keine Welt hochgeschätzt und die Warenausfuhrstatistit zeigte eine von Jahr zu Jahr steigende 3iffer des Exportes chemischer Produkte. Bevorzugte Abfazgebiete für deutsche Farbstoffe und pharmazeutische Artikel waren England, die Vereinigten Staaten und Lateinamerika. Die Textilindustrie aller Länder war bei der Fertigstellung ihrer besten Erzeugnisse auf die Produkte unserer Farbenindustrie angewiesen, die in bezug auf Fülle der Töne, Exaktheit der Ausführung und Güte der Qualität unbestritten ant erster Stelle stand. Während des Krieges hat eine Reihe neuer Erfindungen den Zweden der Kriegführung gedient. Am betanntesten ist die Gewinnung des Stickstoffes aus der Luft auf Grund des Haberverfahrens. Dieser synthetische Stidstoff ist in größtem Maßstabe in den während des Krieges mit Hilfe bes trächtlicher Summen staatlicher Kredite schnell erstandenen LeunaWerten der Badischen Anilin- und Soda- Fabriken A. G., her= gestellt worden. zu bringen. Nach dem Vorhergejagten ist es lediglich zulässig, den bis Weihnachten verdienten Teil des Cintom= mens, also etwa zwei Drittel, auszuzahlen, da es sich hierbei nicht um einen Vorschuß, sondern um eine Abschlagszahlung auf verdientes Gehalt handelt. Am Ende des Monats darf dann jedoch nur noch der Rest des Dezembergehalts gezahlt werden. Ein Vorschußbetrag, der erst fünftig verrechnet wird, darf nicht entstehen, soweit es sich nicht um einzelne in besonderer Notlage Be findliche handelt. Die Arbeiter und Angestellten erwarten von dieser Seite gewiß feine milden Weihnachtsgaben, am wenigsten die an dergleichen starten Tobat längst gewöhnten Angestellten und Arbeiter in den Berliner Metallbetrieben. Sie wissen, daß nur das ihr eigen ist, was sie mit Silfe ihrer Organi: fationen erkämpfen. Trotzdem ist diese Anweisung, die es dem einzelnen, als Person vielleicht anständigen Unternehmer, verbietet, menschlichen AnwandIungen zu folgen, um den Arbeitern und Angestellten wenigstens zu Weihnachten eine bescheidene Erleichterung ihrer schlimmen Lage zu verschaffen, eine treffliche Jllustra tion zu den in den Festtagen zu erwartenden Artiteln der Bourgeoisiepreffe, die wiederum von Christentum und Menschenliebe überfließen werden. Der Verband der Metallindustriellen entlarvt seine eigenen Goldschreiber vor= zeitig als er bärmliche Heuch ler. Aber diese Haltung der Industriellen hat dennoch etwas Jmponierendes. Das ist Disziplin und rücksichtsloser Wille, wenn es auch auf schäbiger Gesinnung beruht. Darum mag es der Arbeiterschaft, die organisiert ist, um höhere Dinge zu erstreben, als Beispiel dienen. leichtern, und seine Hilfe in Anspruch zu nehmen, sobald eine 3uSammenarbeit sich als notwendig herausstelle. Die Bolschewistendebatte in der Pariser Kammer Die Regierung hat das Vertrauen der Reaktion Die Bolschewistendebatte in der Pariser Kammer, über die wir im Morgenblatt berichteten, wurde fortgelegt. Die Regierungsvertreter gaben Erklärungen ab, die deutlich erfennen lassen, welches Maß von Macht und Selbstbewußtsein die Reaktion in Frankreich erlangt hat. Die konterrevoIutionäre Kammer hatte vollkommen recht, wenn sie dieser Regierung, die ganz unverblümt den Kampf gegen die klassenbewußte Arbeiterschaft ankündigte, ihr Vertrauen aussprach. Paris, 22. Dezember. Minister des Innern Steeg erklärte, daß man wohl faum von Mitschuld oder auch nur Nachsicht der Regierung gegenüber dem bolschewistischen Problem sprechen tönne. Die Regierung wolle feinen amtlichen Drud bei den Wahlen ausüben. Diese Taktik habe der Senat gebilligt. Die Kammer werde wohl nichts anderes tun. Der Sozialist Sem bat erklärte, man habe in den Wandelgängen der Kämmer schon gestern hören können, was mit der Interpellation Soulier bezweckt würde. Gewisse Kreise hätten es eben für wünschenswert gehalten, daß die Regierung über eine andere Frage als über die Frage der Sicherheit des Landes, die Der ehemalige Kriegsminister Lefèvre aufgeworfen habe, zu Fall täme. Im Laufe der weiteren Debatte betonte Ministerpräsident Leygues, die Orientfrage, die türkische Frage, die russische Frage, die griechische Frage und endlich die Frage des Wiederaufbaues des Landes müsse die ganze Aufgabe der Regierung bilden. Sie wünsche, die nationale Wiederaufrichtung in Ruhe zu vollbringen. Sie werde, wenn notwendig, das Land gegen jede Bropaganda sozialer und wirtschaftlicher Auflösung verteidigen. Es wurden hierauf sieben Tagesordnungen eingebracht, von denen der Ministerpräsident der Tagesordnung Doussaut zustimmte, die die Erklärungen der Regierung billigt und ihr das Bertrauen ausspricht, daß sie die Politik republikanischer, natio naler und sozialer Einigkeit, die das Land am 16. Rovember 1919 durch die letzten Wahlen gebilligt habe, fortsetzen werde. Der erfie Teil der Tagesordnung Doujjaut wurde mit 420 gegen 155 Stim men angenommen. Es paßt durchaus in den Rahmen diefer Politik der franzö fischen, auf die Kanonen des Marschalls Foch gestützten Reattion, wenn sie ausländischen Sozialisten und Kommunisten das Betreten des Bodens Frankreichs verweigert. Wie es unlängst unserem Genossen Ledebour ging. der zur Jaurès& eier in Paris iprechen sollte, so widerfährt es jegt klara 3ettin. Die„ Sumanité" veröffentlicht ein Schreiben von Klara Zetkin, in dem sie mitteilt, daß die franöfifche Regierung ihr die Einreise nach Frankreich verweigert hat und sie infolgedessen an der Konferenz in Toul nicht teilnehmen tann. Die bedeutsamsten. Großunternehmen der chemischen Industrie sind bereits seit längerer Zeit in der sogenannten alten Interessengemeinschaft vereinigt, durch Sinzutritt einer Reihe anderer Unternehmen ist diese Interessengemeinschaft inzwischen beträchtlich erweitert worden. Die wichtigsten Großbetriebe, die zu dieser durch Attienbesitz und Vorzugsaktien sehr eng miteinander verbundenen Gemeinschaft gehören, sind die bereits genannten„ Badischen Anilinfabriken", die„ FriedrichBayer- Werte" in Leverkusen, die Höchster Farbwerke" und die ,, Berliner A.G. für Anilinfabrikation" in Treptow. Jedes dieser Unternehmen tontrolliert wieder seinerseits eine Reihe anderer mehr oder minder hedeutender Werke, so sind die Höchster Farbmerte z. B. an der Fabrit Kalle u. Co. in Biebrich, an der Leopold Cassella 6. m. b. 5.; der A. 6. für Stickstoffbünger in Knap sad sowie der China- Export, Import and Bant Co. beteiligt, ganz abgesehen von ihrer Beteiligung an den anderen Firmen der Interessengemeinschaft und ihren Auslandsunternehmen, die allerdings zum Teil infolge der Bestimmungen des Friedensvertrages liquidiert werden dürften, oder wie die Moskauer Filiale außerhalb der gegenwärtigen Machtsphäre der Gesellschaft liegen. Die Badische Anilin und Soda besitzt z. B. seit Jahren die Aktien der Wallerdorfer Kohlenwerte in Halle a. S., außer= dem die Mehrheit der Gewerkschaft Elise II. und der DörstewitzRattmansdorfer Braunkohlen A. G. Die Auguste- Victoria- Zeche gehört dem gesamten Anilintonzern, weitere mitteldeutsche und rheinische Kohlenvorkommen sind im Laufe der letzten Jahre unter die Herrschaft des Konzerns gebracht worden. Auch hier besteht das in den wichtigsten Zweigen der deutschen Industrie unpertennbar vorhandene Bestreben, die horizontale Trustbildung, die sich in der Zusammenfassung gleichgerichteter und produktionsverwandter Unternehmen schon seit langem zeigt, durch eine vertikale Vertrustung, die eine weitgehende Unabhängigkeit von Rohstofflieferanten herbeiführen soll, zu ergänzen. Jm Kriege hat die chemische Industrie infolge ihrer Monopol stellung und ihrer Bedeutung für triegstechnische Zwecke bereits sehr viel Geld verdient und trotz hoher Abschreibungen, Erweite rungen usw. Hohe Dividenden zu verteilen vermocht. Die Wiederaufnahme des Geschäftsverkehrs mit dem ehemals feind lichen Auslande, die starte fortlaufende Beschäftigung, die sich aus den Bedingungen des Friedensvertrages ergibt und die hohen Breise, die auch auf dem innerdeutschen Markt für pharmazeu tische Produkte, Anilinfarben oder fünstlichen Dünger erzielt werden, haben die Gewinnsummen der einzelnen Unternehmen gewaltig erhöht. Bereits die Abschlüsse des Jahres 1919, die ich seinerzeit an anderer Stelle*) beleuchtet habe, zeigten die Steigerung der Gewinne, die wohl in erster Linie auf die bedeutenden Extraprofite aus dem Auslandsgeschäft flossen. Es scheint aber, daß die Ergebnisse des laufenden Jahres die damaligen Ziffern weit hinter sich lassen werden, denn es ist ein offenes Geheimnis, daß die großen Werte der Interessengemein= schaft geradezu im Gelde schwimmen und kaum wissen, wie sie diesen Segen unterbringen sollen. Bezeichnend für diese Geldflässigkeit, der sich kein Stenerneh mer erbarmt, ist die in Aussicht stehende Gründung einer neuen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die mit einem Kapital voit 500 Millionen Mart ausgestattet werden soll und an der sich die acht Firmen der Interessengemeinschaft im Verhältnis ihrer Quote im bisherigen Konzern beteiligen. Diese neue Gesellschaft wird die Ammoniatwerte Reuna und Oppau übernehmen, allerdings sollen die Auslandspatente und das Haberverfahren nach einer Information der Frankfurter 3eitung" nicht miteinge bracht werden, sondern der alten Interessengemeinschaft erhalten bleiben. Wie es heißt, wird der Reichsfistus, der mehrere hundert Millionen seiner Zeit zum Aufbau der Ammoniakwerke hergegeben hat, an dieser 6. m. b. 5. nicht beteiligt sein. Man beabsichtigt vielmehr, das Darlehen durch die bisherigen Gesellschafter abbezahlen zu lassen. Es ist dringend notwendig, daß in der Deffentiteit über diese Angelegenheit fofort volle Klarheit gefchaffen wird. Trotzdem miz von dem Triumvirat Scholz, Raumer, Hermes mancherle: er warten, verniögen wir noch nicht zu glauben, daß sie die Betei= *) Gozialist 1920 Nr. 21. Itßung an diesen wichtigen Merken, die für unsere künftige Dungemittelversorbung. also für die gesamte Landwirtschaft und unsere Ernährungslage von entscheidender Bedeutung sein müssen, aufgegeben und sich mit' einer geldmäßigen Auszahlung der her- gegebenen Summen einverstanden erklärt haben. Ganz abgesehen davon, daß die geldliche Rückzahlung vor Iahren geliehener Summen in Wirklichkeit nur einen Bruchteil de« effektiven Wer- tes erstatten würde, ist es im Gegenteil erforderlich, daß die Be- teiligung und der Einfluß der Gesamtheit bei diesem Unterneh- men nach Möglichkeit gestärkt wird. Es muß in breitester Oes- fentlichkeit Klarheit geschaffen werden, ob hier wichtige Interessen unserer Volkswirtschaft zugunsten einer Industriegrupp« ge- opfert werden sollen und ob in einer Zeit, in der die realen Be- sitztümer in der Hand des Staates mit Hilfe aller anwendbaren Mittel vermehrt werden müßten, derartige Verzichte vorgenom- men werden dürfen. I einzelnen Gewerkschaftsführer anzuerkennen. Im Gegen- teil. Der Kampf für die Durchsetzung des proletarischen und revolutionären Standpunktes wird von uns sowohl auf nationaler wie internationaler Basis mit aller Entschieden- heit geführt. Er kann aber nur mit Erfolg geführt werden. wenn die revolutionären Sozialisten innerhalb der Eewerk- schaften bleiben. Und weil das der Fall ist, hat die Eewerk- ichafts-Znternationale tatsächlich nicht nur eine ganz andere Macht, sondern auch eine ganz andere Politik als die zweite. Ihre Tagungen beweisen, dah in ihr eine fortschreitende Klärung im Sinne der revolutionären Entwicklung statt- findet. Ist die zweite Internationale im Absterben, so sehen wir in der Eewerkschaftsinternationale kräftiges Leben sich regen. Und deswegen überlasien wir es dem„Vorwärts", seine Toten zu begraben und bleiben mit dem Leben verbunden. Die deutsche chemische Industrie hat für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft noch unabsehbare Aufgaben zu lösen. Sie ,st außerdem durch die Absatzmöglichkeiten im Auslande, die zu einer wesentlichen Verbesserung unserer Handelsbilanz beizutragen vermögen, für unsere zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen von außerordentlicher Wichtigkeit. Die Fragen, die diese Jndu- strie betreffen, sind keine privatwirtschaftlichen Angelegenheiten. sondern von eminentem allgemein-wirtschaftlichem Interesse. Der Kampf, den wir um die Sozialisierung de» Kohlen, b e r g b a u e s in den nächsten Monaten führen werden, muß unser Augenmerk auch auf diejenigen Industrien lenken, deren gesamte Entwicklung von der Kohle abhängt. Da- ist außer der Eisen- Industrie mit in erster Linie die chemische Industrie, deren Pro- dukt zum großen Teil aus Nebenprodukten der Kohle erzeugt wer- den. Die Herrschaft über die Kohle sichert dem Proletariat- auch die Fortführung seines Kampfes um die anderen Prozesse der industriellen Erzeugung. Der Kampf um die Sozialifierung des Kohlenbergbaues ist aus diesem Grunde keine Einzelaktion, son- dern der gewaltige Auftakt zur Sozialisierung d e x g e s a m t e n W i r t s ch a f t und die Bourgeoisie ist sich über die Bedeutung der kommenden Kämpfe durchaus im klaren. Für die deutsche Arbeiterschaft aber wird es darauf ankommen, ob st« die Zusammenhänge der Wirtschaft klar zu erfassen vermag und. ohne sich um die verwirrenden Parolen der verschiedensten Art zu kümmern, die einheitliche Kampffront herstellt, die uns in diesem Ringen zum Siege führen kann. Kleine Scherze Von Zeit zu Zeit rührt der„Vorwärts" die Reklame- die trommel für die zweite Internationale. Wozu die Erinne de----' rung an den merkwürdigen Versuch, den Kriegerverein auf internationaler Basis zu begründen? Denn es zweifelt wohl niemand, daß die Mitglieder dieser Vereinigung im Ernst- falle wieder genau so den Burgfrieden mit ihrer Bourgeoisie schließen und den blutigen Krieg gegen das Proletariat fuhren wurden, wie einst im August. Was bedeutet denn die Anerkennung des famosen Prinzips der Landesverteidigung anderes. Die zweite Internationale ist heute im wesent» uchen eine Vereinigung der rein reformistischen Tendenzen, v mit den bürgerlichen Parteien, $1«!?£, selbständigen Führung des Klassenkampfes ihr politisches Prinzip haben. Eben deshalb fühlen diese Par, teien sich immer mehr an die Interessen ihrer bürgerlichen Staaten gebunden, hören immer mehr auf, international zu seist. Oder glaubt man wirklich, daß die gegenwärtigen oder künftigen Mitglieder der belgischen, schwedischen oder däni- schen Regierungen jene Entschiedenheit in internationalen Fragen aufbringen werden, die sie in der Führung de» Klassenkampfes im eigenen Lande so sehr außer acht lassen? Deshalb trifft auch der Scherz des„Vorwärts" völlig da- neben, daß die zweite Internationale nichts anderes sei, als die Eewerkschaftsinternationale auch. Er vergißt, daß die Gewerkschaften ihrer Natur nach Klassenkampforganisationen sind, daß auch dort, wo die Eewerkschaftsbureaukratie von der Pontik des Klassenkampfes abweicht, die Masse der Mitglieder immer wieder zum Standpunkt des Klassen- kampfes zurückkehren muß. Der„Vorwärts" übersieht ferner. daß, die Einheit der Eewerkschaftsinternationale und die Einheit der Gewerkschaftsbewegung in jedem einzelnen Lande vertreten, nicht etwa heißt, die Richtigkeit der Politik der Deutschnationale Unverschämtheiten In der.Deutschen Zeitung" wendet sich der Regierungsrat Julius Schwartzkopf aus Stuttgart gegen die Sozialiste- rungsforderungen. Er behauptet, daß man bei den heute fchon sozialisierten Einrichtungen beobachten könne, wohin die Wirt- jchaft gerate, wenn die Sozialisierung fortgesetzt werden sollte. Das abschreckendste Beispiel seien die Eisenbahnen, deren Leistungen ganz bedeutend zurückgegangen seien. Statt früher 17 000 Lokomotiven seien heute kaum 12 000 betriebsfähig, die Zugoerbindungen seien schlecht, die Züge im Winter meist nicht geheizt, die Fenster zertrümmert, die Lederriemen und Posster meist zerschnitten, der Fahrpreis und die Frachten werden nahezu unerschwinglich. Das Personal sei ungeheuer angewachsen, aber überall, wohin man blicke, sehe man meist Leute, die den Tag mit Nichtstun totschlagen. Regierung, Parlament und Volk seien aber zu feige, die Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Das werde solange nicht anders werden, bis eine unzweifelhafte Mehrheit deutschnational wähle, und damit wieder Einfluß auf die Regierung bekomm«. Diese Ausführungen stellen ungefähr den Gipfel deutschnatio- naler Unverschämtheit dar. Unter Sozialisierung verstehen wir die Ausschaltung des Kapitalisten aus dem Produktionsprozeß, die Umwälzung des Produktionsprozesses aus der Profit- und Be- darfswirtschaft, die Kontrolle der Produktion durch den Pro- duzenten und die Verbraucher. Die Eisenbahnen, die Post und die anderen Unternehmungen der gleichen Art sind nicht sozialisiert, sondern lediglich v e r st a a t l i ch t: der Besitzer der Produktions- mittel hat gewechselt, die Produktionsform ist dieselbe geblieben, die Stellung des Arbeiters im Produktionsprozeß hat sich dabei nicht geändert. Es ist auch eine Lüge, die unzweifelhaften Mißstände bei diesen verstaatlichten Unternehmungen darauf zurückzuführen, daß dort nicht das private, sondern das staatliche Kapital herrscht. Alle die von Herrn Schwartzkopf geschilderten Dinge waren schon in der Kriegszeit zu beobachten, als noch der Mili- tarismus und die Bureaukratie unumschränkt herrschten. Diese Erscheinungen haben sich nicht durch die Revolution, sondern als Folge des Krieges dann noch weiter verschlimmert. An dem Kriege und seinen Folgen tragen aber die Deutschnationalen, wenn sie früher auch unter anderer Parteioerkleidung aufgetreten find, die Hauptschuld i Die werttätige Bevölkerung wird aus alledem die Folgerung ziehen, daß die Eozialisierung erst recht durch» geführt werden muß. damit der Schandwirtschast de« Kapitalismus endlich ein Ende bereitet wird. Ein Ende bereitet wird aber auch dem deutschnationalen Verbrechergefindel, das das deutsche Voll in die wirtschaftliche und politische Katastrophe, m Verelendung und dauerndes Siechtum hineingejagt hatl Holländische LiebestättgKeit Der Deutsche Ausschuß für Auslandshiffe teilt mit:„Das hol- ländische Zentralkomitee zur Linderung der Nahrungs- und Kleidernot in Deutschland(Sitz im Haag) hat dem Deutschen Ausschuß für Auslandshilfe in Berlin mitgeteilt, daß es beträcht- liche Spenden für Deutichland zur Verfügung stelle und weitere Liebesgaben zu senden beabsichtige. Es handelt sich zunächst um fünf Waggons Kartoffeln. Angekündigt sind ferner: 14 Säcke mit Kleidung aller Art und 20 Kisten konden- flerter Milch, Reis. Kindermehl. Außerdem hat das hol- ländische Zentralkomitee dem Ausschuß für Sicherung der Milch- Versorgung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet zunächst 1500 holländische Gulden zur Verfügung gestellt. M Sachsen hat das Komitee einen besonderen Waggon Liebes- gaben aller Art übersandt. Der Waggon enthält vor allem Reis, Butter, Kakao. Zucker, Hafermehl, Seife, kondensierte Milch, Lebertran, Knabenanzüge, Kautschutunterlagen und Sauger. Das Komitee hat sich endlich, gleich dem Central-Relies-Komitet New Äork und den amerikanischen und englischen Quäkern, dem Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe angeschlossen, und benutzt diesen Apparat zur Verteilung seiner Liebesgaben. Aus dem Sumpf Die kommunistischen„Bruderparteien" unter sich Mit saurer Miene muß die„Rote Fahne" endlich ihren Lesern davon Kenntnis geben, daß die K. A. P. D. am 5. Dezember als sympathisierende Partei von der 8. Internationale anerkannt worden sei. Der„Roten Fahne" ist dieser Beschluß des Exekutiv- komitees außerordentlich unangenehm. Aber da es bei ihr so heißt, wie bei den Katholiken: Der Papst hat gesprochen!, so muß sie das Urteil von Moskau hinnehmen, ohne mehr als eine versteckte Kritik daran wagen zu dürfen. Nun hatte die„Kommunistische Arbeiter- zeitung" mitgeteilt, die K. A P. D. werde dafür sorgen, daß„jener katastrophalen Entwicklung in den Sumpf hinein" Ein- halt geboten werde. Mit dem„Sumpf" aber war niemand anderes gemeint, als die Partei der Herren Levi und Däumig. Daraus erwidert die„Rote Fahne" folgende«: „Die Kommunistische Arbeiterpartei sieht in der Entwicklung des Spartakusbundes zu einer Kommunistischen Massenpartei dir Entwicklung zum Sumpfe. Sie verwirft unsere Taktik, die, statt von heute auf morgen die Revolution erzwingen zu wollen, an- knüpft an die gegebenen Nöte und Bedürfnisse der arbeitenden Massen, um so das Proletariat uner- müdlich gegen die Schranken zu führen, die der Kapitalismus seiner Emanzipation entgegenstellt, um so die Massen zur revo- lutionären Aktion bereitzumachen und in selbsttätige Traget dieser Aktion zu verwandeln. Freilich, dieser Taktik f e h l t d e l pathetische Schwung und die große Gebärd« de« traditionellen Revolutionars. Es handelt sich hier um jene zähe, opferreiche, unermüdliche..Maulwurfsarbeit', um jene» Minieren und Graben, das erst die große Erplosion herbei- führen kann, eine Explosion der revolutionären Massenenergien, die nicht im Chaos endet, sondern im bewußten methodische« kommunistischen Aufbau." Die„Rote Fahne" erwartet zuversichtlich, daß auch die revo- lutionären Arbeiter der K.A.P.D. die Notwendigkeit dieset Taktik einsehen würden. Wir sehen aber voraus, daß die K A. P. D ihrer nunmehrigen..Bruderpartei" erst recht sagen wird, daß sWI diese Taktik in nichts von der Taktik der„Hilferdinge unterscheid« Daran wird auch die Beteuerung der„Roten Fahne" nichts an- dern, daß die deutsche Revolution„von Tag zu Tag mehr in ei' akutes Stadium" trete, und daß„Kämpfe von ungeahnten D-' mensionen" uns vielleicht schon in den nächsten Wo che bevorständen. Die K.A.P.D. wird daran erinnert, daß di«s gleichen Prophezeiungen im Sommer 1010 für die vorigen Winter- monate und im Sommer 1020 für diesen Winter ausgegeb* worden find, ohne daß die von den Kommunisten annonciert« R» Solution sich«ingefunden hätte. Roch am 18. Dezember hat die„Kommunistische Montag«' zeitung" bei der Besprechung des kommunistischen Bereinigung Parteitags verkllndet. daß ein« ganze Welt die K.A.P.D auch von der K. P.D. scheide. Wird sind gespannt darauf, wo diese ganze Welt von den beiden„Bruderparteien- ttbernrnnd-� werden wird. Aber schließlich ist das ihre Sache. Für den je* stits dieses Sumpfes Stehenden ist bemerkenswert die Tatsach« auf die wir schon hingewiesen haben, daß nämlich die Moskau«. Internationale alle anarchistischen und putschistischen Elemente w sich aufzunehmen bemüht ist, dagegen die sozialistischen Parteie> von sich abstößt und sie zu zertrümmern sucht. Richtigstellung. Der Leitartikel unserer Sonnabendabendau« gäbe über die Mißhandlung der Beamten hat im Drw ein« sinnentstellende Verstümmelung erfahren. Der erste Satz d* dritten Absatzes muß heißen:„Diesen Antrag, der weiter nicht' bedeutet, als das Einkommen der Masse der Beamten auf d-u Existenzminimum zu bringen, haben die vorgenannten Fraktion«' trotz ihres angeblichen warmen Herzens für die Beamtenschaft i' "atl gebracht, weil angeblich dem Reich keine Mittel zur V«k gung stehen." K Wäre länger Krieg gewesen... Was die Amerikaner vorbereitet hatten! Bon Otto Lehmann-Rußbüldt Die Mitteilungen der„Freiheit" aus Washington, wonach die Amerikaner in das Kriegsjahr 1010 mit fünf Millionen Mann hätten eingreifen können und die daraus gezogenen Schlußfolge- rungen, welche Niederlage uns das gerade noch rechtzeitige Kriegsende erspart hat. erfahren ein« interessant« Bestätigung durch einen Bericht über Technische Kriegsvorbereitungen der Amerikaner für 1010. der schon im Juni in der von Dr. Alfred H Fried redigierten„Friedenswarte" erschienen ist. E. P. Stock- bridge hat danach in einer großen amerikanischen Revue au,- «inandergesetzt. welche kriegstechnischen Erfindungen bei Beginn de« Frühjahrfeldzuges 1010 von ben Amerikanern zur Anwendung gebracht worden wären. Es ist eine Parade der raffiniertesten Mordwerkzeuge. Die Ma- schine macht alles. Die M a f ch i n e erstickt, zerreißt, zermahlt, zer- stäubt. Der Mensch ist lediglich dazu da, um auf ein« möglichst gediegene Manier in Atom« zertkilt zu werden. Da wird ein Monoplan von allergeringstem Gewicht angezeigt, ein automatischer Aeroplan, der ohne eine menschliche Seele an Bord fliegen und 50 Meilen von seinem Ausgangspunkt entfernt Gasbomben fallen lassen kann. Schwere Artillerie, die nach der Art der Tanks auf„Raupen" fortbewegt wird und damit aller Hindernisse spot- lit. Aber die erfreulichste Erfindung ist jedenfalls ein Granaten, anzeiger, der imstande ist, in einem Umkreis von 1,1 Meilen jede fliegende Granate 10 Sekunden vor ihrer Ankunft anzuzeigen. Als schweren Mißstand haben die Yankees die Füllung lenkbarer Luftschiffe mit dem leicht entzündlichen Wasserstoff empfunden. Ein erfinderischer Kopf kam deshalb auf den Gedanken, zur Füllung Helium zu verwenden, jenes von Lord Raleigh und Sir William Ram'ay in der atmosphärischen Luft entdeckt« Gas. Es ist nur wenig schwerer als Wasserstoff und gänzlich unentzllndbar. Allerdings ist die Gewinnung des Heliumgases ein wenig kost- spielig, eine Füllung würde 2 000 000 Dollar kosten, versichert Herr Stockbridge. D'ß das„Lewisit" nicht mehr g braucht werden konnte, ist «i- wih�es Gl ck für Europa. Denn Lewisit ist«in so unerhört tödliches Gas. daß es auch da, stärkste der bisher angewandten um das 72 fache übertrifft. Als Erfinder wird ein Vrof. W. Lee Lewis genannt, dem jeder Mensch, der das Ziel der«Chemie nicht im wissenschaftlichen Mord steht, eine kräftige Inhalation von seiner eigenen Erfindung wünschen wird. Lewisit wurde ganz im geheimen hergestellt. Drei Monate nach Waffenstillstand wurde die ganze Einrichtung der Laboratorien und Baracken vernichtet. der vorhandene Stoff aber in gußeisernen Behältern in Baltimore auf ein Schiff geladen und in 50 Meilen Entfernung von der Küste an einem Punkt, wo der Atlantische Ozean drei Meilen tief ist. sanft über Bord gesenkt. In Washington werden in strengster Versiegelung die Muster und die chemische Formel bewahrt. Le- wistt soll eine ölige Flüssigkeit von Bernsteinfarbe sein und wie Pelargonienblüten riechen. Ein einziger Tropfen auf der Hand führt den Tod im Laufe weniger Stunden herbei. Das Blut wird vergiftet. Nieren, Lungengewebe und Herz werden zerfressen. Herr Stockbridge sieht voraus, daß im nächsten Kriege die In- fanterie ausgeschaltet sein wird. Ihre Stelle wird von den „Baby-Tanka" eingenommen werden, kleinen Miniatur-Tanks für zwei Mann und ein Maschinengewehr, die außerordentlich leicht zu handhaben und von fabelhafter Beweglichkeit sind. Sie können Abhäng« mit einer Steigerung von 45 Grad hinaufklimmen und in einem Graben von fünf Fuß Tiefe auf der Spitze stehen. Es find zwei Motore vorhanden, und indem man den einen vorwärtsgehen läßt und den anderen rückwärts, kann man den Tank auch wie einen Kreisel drehen lassen. Das hatten also Benjamin Franklins Enkel für die alte Welt in Bereitschaft. Selbst wenn einem diese Avparate durchaus plausibel erscheinen, kann man doch eine Frage nicht unterdrücken: Wo soll man die Menschen hernehmen, diese Ungeheuer zu be- dienen und wichtiger noch, diejenigen, die sich ihnen aussetzen? Oder sollte nicht doch einmal der Zustand eintreten, daß nach dem Stande der Kriegstechnik der Krieg sich selbst schließlich aufhebt? Gin vorgeschichtlicher Fund in Mähren In P r e d m o st, am Südende der bekannten mährischen Pforte, eine halbe Stunde von dem Eisenbahnknotenpunkt Prerau, ist in den letzten Iahren die hervorragendste Station Mitteleuropas au« der Steinzeit und eine der wichtigsten überhaupt aufgedeckt wor- den, mit der sich nur die weltberühmten urzeitlichen Fundstätten Südfronkreickis vergleichen können. An die wissenschaftliche Be- arbeitung stellte dieser Rie'enfund so gewaltige Aufgaben, daß eine Verfiffentllckning auch nur des Wichtigsten bisher ausge- blieben ist. Um ss wichtiger ist der zusammenfassende Bericht von Dr. Karl Absolon. Kustas am Landesmuseum zu Brünn, den der Ethnologe Dr. Adolf Heilborn-Berltn in sein« Ausgab« des schönen nachgelassenen Werkes von Prof. Dr. Hermann Klaetsch, „Der Werdegang der Menschheit und die Eni- stehung der Kultur", aufgenommen hat. Die Hauptsunde von Predmost werden da überhaupt zu», erste« Male abgebildet, so vor allem die wohlerhaltenen Schädel von Urmenschen. Sie fanden sich in einem Grabe in Hockerstellung, zwanzig Individuen vom kindlichen bis zum Greisenalter, neben Knochen vom Mammut. Ein Kind hatte Echmuckbeigaben. bei einem Ekelet� lag der Kops eines Eisfuchses. Das Ganze befand sich unter ein«- Kalksteinklippe, die dem Mammutjäger als Schlupfwinkel um ständige Wohnstätte gedient hat und in der er in einem regelrecht«« Grabe seine Familie bestattete. Der Skelett-Typus wurde al» Mischtyvns aus dem Iungpaläolithikum bestimmt und stellt wähl' scheinlich eine Kreuzung des im Reanderthal gefundenen Mensch«« mit dem südfranMschen Aurignacmenschen dar. Ein erwachsenes Paar ist das besterhaltene und vollständigst' fossile Menschenskelett überhaupt. Charakteristisch für diesen Ul' menschen sind die flach« fliehende Stirn und die starken, Z«' sammenfließenden Ueberaugenwülste. Das Ungeheuerlichst« dem Funde ist aber das riefige Mammutleichenfeld, dm sich hier öffnet, gering geschätzt etwa 1000 Tiere. An ansgezeichn� erhaltenen Backenzähnen des Mammut fanden sich allein et«« 2000. Und vieles davon lag so sorgfältig aufgeschichtet, daß W der Urmensch die Knochen absichtlich sortiert haben muß. Die Mammutleichen scheinen ihm nicht als Nahrung gedient Z« haben, sondern nur die Knochen und Zähne als Material für seist' Werkzeuge. Bon diesen wurden etwa 40 000 Stück aufgedeckt.'« mannigfaltigster Form aus Hornstein, Feuerstein. Berakristau- Jaspis u. a. hergestellt, aber besonders viel« auch aus Knoches Aus den Wadenbeinen des Löwen und Bären haben sich diest Menschen ihre Dolche bereitet. Küchengeräte, wie Löffel, sind«« sich in großer Zahl. Rätselhaft sind vorläufig mehrere Schabe- aus Mammutrippen, noch rätselhafter die gezähnte Gabel am Elfenbein, die an ein Zeremonialgerät erinnert, wie etwa die MeE schenfleischgabel auf Fidji. Die Angeln sind geschickt aus Elf«m dein und einem MammutbackenzaM geschnitzt. Der Predmostmensch— seine Kulturschicht wird etwa v. Chr. angesetzt— war aber auch schon ein ausgespr..,. Künstler. Viele Geräte verzierte er mit geometrisch eing� ritzten Strichen. Punkten, Grübchen, er bedeckte Knochen mit kow dinierten Zeichnungen, die oft aus unzähligen Strichen besteh««! Ein Mammutstoßzahn ist mit der stilisierten Zeichnung eim: weiblichen Gestalt bedeckt: die Frau ist nackt und reich tätowie«« Deutlich zu erkennen sind die üppigen Hängebrüste, aus del«« Wiedergab« die Künstler der Altsteinzeit fast stets besondek« U nprmrttthtßn. 05ut tff Mi» fniiffr»pr<>nrt�rHrtfl, v» 80 0"' wollte damit vielleicht das Wunder der Geschlechtes verherrlichen. Ja, es fanden sich 5 aus fußknnchen geschnitzte, kleine Statuetten solcher Schwangeren. Das bedeutsamste Stück aber ist wohl die aus Mammutza« geschnitzte Statuette eines Mammuts, die sich nun im Laiw� museum zu Brünn befindet, bisher die einzige plastische Dm stellung dieses Riesentieres aus der Hand seiner Zeitgenossen,.«� erstaunlicher Naturwahrheit in der Charakteristik des gewaltig'. Körpers. Nach diesen Leistungen war der Predostmensch wilder Troglodvt mehr, wenn er auch durch seine Schäoelbildu«» noch an seine Ahnen erinnert«, sondern mit seiner künstlerisch" Begabung bekundet«r den Fortschritt des Menschengeschlechts- niä sie sin, Ct, hie wo Gel vsic Di« seir 3ol Cch s 40C ver lche sie Hai Hai ihm "N, «in »uf »ich gm <5ai Er i 1 Für Liebes Reis, Milch, . Das omitee , dem loffen, ben. , Refern er als tannt efutins heißt, ie das Kritil beiter „ jenet Eins nderes Darauf dlung tei die e, ftatt , an niffe uner Cismus revo Träger t bet e des ch hier ", um herbei ergien, dischen e revo dieser .P. D paß fi Scheibe its än in ein en Di обст ag bie Binter gegeben te Re ontags gungs .B. D. uf, wie vunder en jen Catfache ostaue ente i Sartele enbaus Dru Satz be nicht uf das ftiones haft ar Ver Eel und rechten be als twahr enschen Kommunistische Demagogie Das Ruhegehalt des Oberbürgermeisters Wermuth ,, Rote Fahne" und" Internationale" weisen auf die Pensionie rung des Oberbürgermeisters Wermuth durch die Stadtverordnetenversammlung hin; sie meinen, daß die Bewilligung einer verhältnismäßig hohen Pension nicht im Einklang mit dem Hunger der großen Masse der Arbeitslosen zu bringen wäre. Diesem kommunistischen Demagogenkniff gegenüber stellen wir folgende Tatsache fest: Unsere Partei ist von jeher für eine Versorgung alter Beamten, Arbeiter und Angestellten bei Arbeits- und Dienstunfähigkeit, wie im Alter eingetreten. Wir haben deshalb an der Schaffung der Sozialgesete mitgewirkt. Ihre Unzulänglichkeit muß zum weiteren Ausbau führen. Soweit die Beamten in Frage tommen, so find für den Fall ihrer Dienstunfähigkeit oder ihres Alters genaue Bestimmungen für Pension und Hinterbliebenenversorgung getroffen. Die Rechte der Beamten sind in der Verfassung festgelegt und sie werden von den Beamtenorganisationen gewahrt. Unsere Partei tritt für die Rechte der Beamten genau so ein, wie für die der Angestellten und Arbeiter. Sie fann grundsäglich keine Ausnahme machen, wenn es sich um den höchsten Beamten der Stadt handelt, und nur darum, daß seine Pension verhältnismäßig hoch ist. Die Höhe der Pension richtet sich nach der Höhe des Ge= halts und nach dem Dienstalter. Das ist bei Wermuth festgestellt; er hat Anspruch auf seine Pension, und sogar einen flagbaren. Seine Rechte ihm streitig zu machen, ist deshalb überhaupt nicht möglich. Die Kommunisten wollen gegen ihn ein Ausnahmegese erlassen, weil ihnen die Pension in heutiger Zeit zu hoch ist. Es sei darauf hingewiesen, daß den nicht wiedergewählten Stadträten und dem Bürgermeister Reide das Gehalt in voller Söhe weitergewährt werden muß auf Grund der gesehlichen Bestimmungen. Wäre Wermuth nicht wiedergewählt worden, so hätte auch ihm das volle Gehalt fortgezahlt werden müssen. Weil Wermuth ein Arbeiterfreund war, wurde er wiedergewählt. Seine ohnehin gesetzlich feststehende Pension ist geringer als das Gehalt, das der Reaktionär Reide jett ruhig weiter beziehen fann, so daß Wermuth eigentlich be= straft ist dafür, daß er als Freund der Arbeiter wiedergewählt wurde. Uns hat die Gehaltsfestsehung, wie fie das Reich durch die 50prozentige gleichmäßige Teuerungszulage getroffen hat, nie gefallen; wir haben sie bekämpft, sie zu ändern ist notwendig. Soweit aber das Beamtenrecht in Frage fommt, werden wir die Rechte der Beamten schügen und können auch tein Ausnahmerecht statuieren, wenn es sich um den Oberbürgermeister von Berlin handelt, der in einer 3eit großer Arbeitslosigkeit aus dem Dienste scheidet. Und deshalb nageln wir diese fommunistische Demagogie hiermit fest. Verletzte Hühneraugen Unsere Notiz in der Morgenausgabe vom Mittwoch, worin mir mitteilten, daß die von den Kommunisten einberufene Ar. beitslosenversammlung im Gewerkschaftshause unseren Genossen Sabath zum Führer ihrer Straßendemonstration und zum Sprecher beim Bürgermeister Ritter erwählt hatte, hat die Sühneraugen der Internationale" unangenehm berührt. Mit einem wilden Aufschrei über„ U. S. P. D.- Lügen" wendet sie sich gegen unsere Darstellung und gegen den Genossen Sabath. Wir haben vollkommen richtig prophezeit, wenn wir sagten, daß die plöglich entdeckte Vorliebe der Kommunisten für den Genossen Sabath fie nicht hindern würde, denselben Mann am nächsten Tage um so heftiger als Verräter zu beschimpfen. So geschieht's prompt in der Internationale". Im übrigen wird der unangenehme Eindrud zu verwischen ge sucht durch allerlei Verdrehungen des Tatbestandes. Zunächst wird gesagt, daß es doch eigentlich selbstverständlich sei, daß die Berliner Gewerkschaftstommiffion sich um die Arbeitslosen fümmere, und das es darum, bezeichnend ist", daß erst ein Ber treter der Berliner Gewerkschaftskommission geholt werden mußte. Wozu wir zu bemerten haben, daß die Arbeitslosen deputation, die den Genossen Sabath zur Teilnahme an der Versammlung aufforderte, schon lange vor Beginn der Versamm l'ung bei ihm war und seine Zusage erhalten hatte das heißt, zu einer Zeit, da die wohl taum mit hellseherischer Begabung ausgerüsteten Kommunisten doch noch garnicht wissen fonnten, ob die Gewerkschaftskommission nicht unaufge. fordert einen Vertreter in die Arbeitslosenversammlung ent fandt hätte. Dann soll es nicht richtig sein, daß der Genosse Sabath bei seiner Rede ,, das Ohr der Versammlung gehabt" habe, wie wir uns ausdrüdten. Der Vorsigende, der Kommunist Nawrodi, habe Sabath erst Ruhe verschaffen müffen. Nawrodi renomiert hier ein bißchen. Nur einmal unterbrachen die Versammelten unStelet Ostar Panizza wurde im Jahre 1895 von einem bayrischen Geer eine schworenengericht zentrümlicher Richtung wegen Gottesläste= tung zu Gefängnis vertnadt. Er hatte eine Komödie Das Liebestonzil" geschrieben, in der der liebe Gott mit Familie nicht sehr gut weg fam. Die Schriften Oskar Panizzas haben ein sehr merkwürdiges Schicksal: sie sind fast alle vergriffen und sehr teuer, und sie werden zunächst nicht mehr aufgelegt, weil der Dichter selbst entmündigt ist und seine bigotte Verwandtschaft, auf die die Urs heberrechte übergegangen find, nicht erlaubt, daß diese Schriften wieder gedruckt werden. Es wäre sehr nötig. Hier zwei vers dammt aftuelle Proben aus den„ Dialogen im Geiste Suttens", die im Jahre 1897 erschienen und nun ebenfalls nicht mehr zu haben find: Sindigit en n, zu te a b, da zeichne nt, etwa aß hie ient 叫 ir feine Dedt, in tristall Enochen ch die finder Schaber Sel aus e Men Elfen Woher tommen fie, diese Norddeutschen? Kommen Sie nicht aus dem Often? Sind sie nicht Steppen- Söhne? Kommen " fie nicht aus dem Lande der Knute? Woher sollen Die Herrscher. finn haben? Können sie nicht in deren Familienbüchern noch die Striemen verzeichnet finden, die ihre Ahnen" aufgezählt er hielten? Woher sollen Die den Kopf hoch tragen? Die glüdlich waren, von ihres Fürsten Rossehufe den Staub leden zu dürfen! Gehen Sie nach Berlin! Was sehen Sie dort? Ist es nicht der asiatische Ton, ber dort herrscht? Der Ton des„ Väterchens"? Die Kniebeugung vor dem Mufti? Mudte Berlin jemals auf vor leinem Fürsten? Was ist das Söchste, was Berlin leistet? Eine Bote, oder ein schmutziges bon mot über ihn, das wie eine Schmeißfliege von Wand zu Wand prallt und den Leuten um die 30 000 Ohren schwärmt. Das ist immer so: wem die Hände gefesselt sind, rochener dem schlägt sich die Wut ins Gehirn. In Berlin werden täglich 40 000 Majestätsbeleidigungen begangen im Flüsterton. Sonst verständigen sie sich politisch durch Zeichen und Fisematenten. Er Seftehen Scheint Er aber, dann regt sich in ihnen das asiatische Geblüt und he stürzen zu Boden und füssen des Roffes Sufe. Sind es teine Saustnechte? Wollen Sie mit diesen Leuten die Welt erobern? Sat ER nicht Recht, ihnen die Knute überzulangen?.... » Heute, wenn Einer einen freien Gedanken ausspricht, bleiben g einer ihm nur drei Wege: Irrenhaus, Gefängnis oder die Flucht. Beutjäger fennt er sich offen zur Geistestrantheit, so brüdt der Bezirksarzt ein Auge zu und. einge it tom 8 einer towiert i deren fonder ung, bie feines ammut mutsahn ent. Bandes e Dar en, Don paltigen ch fein bildung Cerifchen chts. auf seinem Verstande stehen, dann nimmt das Gericht seinen Lauf er verschwindet. Berläßt er das Land des Asphalts, bevor und ihm die Schuhsohlen verbrennen, so schließt sich hinter ihm die Barriere under verschwindet." Auch dem Dichter Panizza blieb nur einer dieser Wege offen. Er lebt noch heute in einem 3rrenhaus in Franken. ten der Wiener Staatstheater fämpfen seit einiger Zeit für eine Lohnbewegung an den Wiener Staatstheatern. Die AngestellWährend die Verhandlungen mit dem Seren Genossen Sabath in lebhafter Weise, und zwar als er hervorhob, daß die Forderungen der Gewerkschaften in der Arbeitslosenfrage sich nicht ganz deckten mit dem kommunistischen Antrag. Da wir aber in tommunistischen Versammlungen an stärkeren Toback dieser Art gewöhnt sind, haben wir diese kleine Störung als einen harmlosen Scherz aufgefaßt. Bewußte Lüge aber ist es, wenn behauptet wird, Sabath habe gegen die Aufforderung, am Des monstrationszuge teilzunehmen, zunächst Einwendungen erhoben. Ist ihm garnicht eingefallen. Besonders empfindlich aber scheint es berührt zu haben, daß wir erwähnen mußten, teiner der fommunistischen Führer sei bei der Demonstration weit und breit sichtbar geworden. Die„ Internationale" behauptet, Gäbel, Dörr und Nawrodi seien anwesend gewesen. Mag sein, aber dann an einer Stelle, wo sie nicht sehr in die Erscheinung getreten sind. Vielleicht empfiehlt es sich, einmal daran zu erinnern, daß es in den Moskauer Leitsägen über die Kommunistischen Parteien und den Parla= mentarismus unter Hauptabschnitt III( Der revolutionäre Parlamentarismus) in der These 6 folgendermaßen heißt: Bei Straßendemonstrationen der Arbeiter und sonstigen revolutionären Aktionen hat der kommunistische Abgeordnete die Pflicht, an der Spike der Arbeitermassen an erster leitender Stelle zu stehen." Wo waren die fommunistischen Abgeordneten, wo war Ernst Däumig? Ist es den Neukommunisten mit ihrem Betenntnis zum Mostauer Glauben so ernst, daß sie schon so turze Zeit nach dem Verschmelzungsparteitag in so offensichtlicher Weise gegen wichtige Bestimmungen ihres revolutionären Programms verstoßen? Die neue Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes Der Hauptvorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Stuttgart hat die Wahl der engeren Verwaltung bereits telegraphisch be stä tigt. Das Statut des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes sieht allerdings kein ausdrückliches Bestätigungsrecht des Hauptvorstandes vor, sondern gibt dem Hauptvorstand nur die Mög lichkeit, gegen die Wahlen Einspruch zu erheben. Die telegraphische Bestätigung ist also so zu verstehen, daß der Hauptvorstand einen solchen Einspruch nicht beabsichtigt. Die neue Ortsverwaltung tritt somit in Funktion und sie hat die Geschäfte bereits übernommen. Die Entvölkerung Europas Auch eine Folge des Stahlbades Die schwere wirtschaftliche Not, von der Europa durch den Krieg und seine Folgen heimgesucht wurde, hat weite Kreise der Bevöl ferung einen Anreiz zur Auswanderung gegeben, der alles bisher dagewesene übertrifft. Gelegentlich der Berhandlungen im Preußischen Wohlfahrtsministerium teilt Dr. Mag Sirsch im Berliner Tageblatt" mit, daß bereits 15 Millionen Euro. päer durch die transatlantischen Linien dem amerikanischen Einwanderungstommiffar gemeldet sein sollen. Unter diesen 15 Millionen befinden sich fünf Millionen Deutsche. Dazu komme die Auswanderung in andere Teile der Welt. Hirsch weist darauf hin, daß Deutschland im nächsten Jahre nicht viel mehr als 50 Prozent seiner Bevölkerung ernähren tann, und er würde von diesem Gesichtspunkte aus die Auswanderung be grüßen, wenn sie nicht auch einen rassenhygienischen Saten hätte. Der Friedensvertrag beeinflusse die Auswanderung dahin, daß gerade die geistig und körperlich tüchtigen Boltsglieder verloren gingen. Salte diese Auswanderung jahrzehnte an, so erleide Deutschland einen dauernden Verlust von bestverans lagten Menschen, was die Regenerationsfähigkeit des deut schen Boltes ungünstiger gestalten werde. Er fordert daher Auftlärung in der Richtung, daß die rund 2% Millionen Hektar Oedund Moorland Raum für mehrere Millionen Menschen und Nahrungsmittel für 10 Millionen geben tönnen. Dazu kämen 2% Millionen Settar Sumpfland, die auf Entwässerung und Be bauung warten. Während in den Urwäldern Brasiliens und Argentiniens die Gewinnung von Neuland mit größten Gefahren für Leben und Gesundheit und mit jahrzehntelanger Entbehrung ver bunden und die mitgenommenen Barmittel infolge der Entwer= tung des deutschen Geldes bald erschöpft sein würden, ließe sich in der Heimat mit weit günstigeren Aussichten eine fichere Existenz auf eigener Scholle gründen. Burgtheater zu einer Einigung geführt haben, dauern die Verhandlungen mit der Staatsoper noch fort. Die Vertreter der Organisationen fordern zunächst, daß sämtliche Angestellten der Staatstheater noch vor Weihnachten einen Borschuß von je 2500 Kronen erhalten. Da der Vorschuß nicht bewilligt wurde, sollen die Proben eingestellt werden. Wenn das nichts nügt, die Borstellungen. Aus einer Versammlung. Ein englischer Parlamentarier wurde, als er seine Rede hielt, von seinen Gegnern mit faulen Eiern beworfen. ,, Sabe ich nicht immer gesagt", bemerkte zu den Umehenden, die sich die Nase zuhielten,„ daß die Argumente em um Tages- Notizen Arbeiterhöre an ben Feiertagen: Am 25. Dez. Männerchor Norb beutle Shleife" in der Hochschule für Mufit, Charlottenburg, Fasanenstr. 1, 7 Uhr, unter Mitwirkung von Arnold Dreyer( Orgel), Frau Sopf- Geidel( Harfe), Herm. Hopf( Cello), Elfriede Sopf( Klavier).- 26. und 27. Dez. Berliner Boltsor( Dirigent: Dr. E. Zander), Sonntag um 7 Uhr, Montag 7½ Uhr, Garnisons firche Neue Friebrichstraße unter Mitwirkung hervorragender Solisten. Charlottenburger Liebertafel in der Hochschule für Musit, - 27. Dez. Fasanenftr. 1, unter Mitwirkung des Beder- Trios. Die Programme aller brei Beranstaltungen versprechen einen schönen Abend. Theater: In der Wolfsbühne am 25. Dez., 7 Uhr, 50. Aufführung des Rathgens Don Heilbronn" von Kleist mit Charlotte Schulz in der Titelrolle. Märchenvorlejung: Reinidenborfest, 5. Gemeindeschule, 26. Dez., 3 Uhr, lesen Emil und Elsa Kühne Märchen, danach Lieder zur Laute. Kinder 50 f., Erwachsene 2 M. Arbeitslose mit Kindern gegen Legitimation Eintritt frei. Weihnachten in der Kunst: Vorführung von Transparentbildern Bers finer Künstler und Reproduktionen nach Gemälden aller Zeiten, in der Aus Stellungshalle bes Schöneberger Rathauses vom 23. bis 31. Dez. täglich Don 25-27 Uhr. Unentgeltliche Museumsführungen: 1. in der ägyptischen Abteilung( Neues Museum) vom 6. Jan. ab an jedem ersten und briften Donnerstag des Monats um 11 Uhr. Karten beim Oberaufseher. 2. In der Bapyrussammlung ab 8. Jan. an jebem Sonnabend um 11 Uhr Vortrag über Geschichte des Altertums. Karten beim Pförtner bes Neuen Museums. Beides zu empfehlen. Runkt: George Gross, bet Järffte Karikaturist bes Rostemilitarismus, unseren Lesern sowohl als Mitarbeiter der Freien Welt", wie burch staats anmaltliche Berfolgungen betannt, ist Dresbener Stadtmuseum hat eines feiner Sauptwerte, ben benieurer", et museumszeit geworden. Das morben. Deut französische Austaulauskellungen find von einer franzöfifchen jungen Künstlergruppe beutschen Kunsttreisen vor gefchlagen worden. Die franzöfifchen Künstler wollen ihre Werte in Deutschland zeigen und innerhalb ihrer franzöfifchen Ausstellungen beutsche Künstler mit voller Gleichberechtigung austellen. Wir begrüßen diese Absicht aufs herzlichste. Musstellung graphischer Arbeiten von Georg Alexander Mathey in ber Gutenbergkunsthandlung Tauengienstr. 5, bis 31. Dez.( 9 bis 7 Uhr). Kleine Mitteilungen: 3m 3nftitut für praktische Psychologie findet im Januar an jebem Freitag 7 Uhr ein Lichtbildervortrag mit Demonstrationen statt über 3t2tum unb Swindel im Oftultismus und Spiritis mus". Beginn 7. Jan. Anfragen an Geheimrat Moll, Kurfürstendamm 44. Reues von Doltolemsty. Dostojewskys Tagebuch eines Schriftstellets" erscheint jegt in ber ungetürzten Form der russischen Originalausgabe zum erstenmal in vollständiger Wiedergabe von Alerander Eliasberg im Münchener MufarionBerlag. Das Tagebuch enthält die Artikel, die der Dichter als Rebatteur in autobiographische und novellistische Arbeiten, Die nach Meinung Sirschs so guten Vorschläge werden wol lange auf ihre Erfüllung warten lassen. Die Darstellungen zeige aber, wie sehr das zähe Festhalten an der kapitalistischen Produ tionsweise das Wirtschaftsleben zerschlagen hat. Alle quacksalb rischen Versuche, den Kapitalismus wieder zu galvanisieren, wel den vergeblich sein. Nicht der Kapitalismus und nicht die Stel lungspolitit, wie sie im tapitalistischen Staatswesen getriebe werden kann, rettet die Gesellschaft. Dazu ist nur der Sozialismu imstande. Er wird sich durchsetzen, ganz gleich, ob man ihn dur tapitalistische Quadsalbereien oder durch Gewaltmittel irgendwe cher Art zu verhindern sucht. Fortschritte der Konsumgenossenschaftsbewegung Die Umsäße der deutschen Konsumvereine weisen ein starte Wachstum auf, das nicht allein auf die gestiegenen Wares preise zurückzuführen ist. So stiegen im Verbande nord westdeutscher Konsumvereine im dritten Quartal 192 die Umsätze von 79 758 603 M. auf 213 718 324 M., in den erste neun Monaten von 196 550 896 M. auf 582 710 701 M. In dieser Zeitraum erhöhte sich auch die Mitgliederzahl um 70 97 auf 497 683. Die 53 Vereine des Verbandes, die ihr Geschäftsjah am 30. September abschlossen, verzeichneten einen Umsatz vo 109 572 316 M., gegen nur 38 077 941 M. im vorigen Geschäftsjah Aehnlich war die Entwicklung auch in allen übrigen Revisionsvet bänden. Die Großeinkaufs- Gesellschaft deutscher Konsumvereine hat i der Provinz Hannover ein Torfmoor erworben, um e zweds Versorgung der organisierten Konsumenten in eigene B wirtschaftung zu nehmen. Die Bevölkerungsziffer der Bereinigten Staaten. In den Bei einigten Staaten hat fürzlich eine Bolkszählung stattgefunde deren Ergebnisse jetzt offiziell bekanntgegeben werden. Es wurde gezählt 117 857 509 Einwohner, von denen auf die Gebiete außer halb des amerikanischen Kontingents( Philippine, Porterico usm 12 148 730 entfielen. Groß- Berlin Sprechende Atten Seit mehr denn 15 Jahren türmte sich tagtäglich vor mir efi Berg Atten auf, die ihrer Erledigung harren. Meine Zeit mul ich mir abstehlen, um die Arbeit so nebenher im unbesoldetei Ehrenamt zu erledigen. Und doch ist mir die Arbeit noch nie zuvie geworden. Aus diesen Aften reden Proletarierschicksale. Und we tönnte ein besseres Verständnis für die Aermsten der Armen habet als ein Proletarier selber, auch wenn er heute ein Mann del Feder geworden ist. Schon auf dem ersten Blatt der Akten der städtischen Waisen deputation- denn um solche handelt es sich steht es geschrieben ,, Mutter der Kinder hat um Abnahme gebeten, da arm. ,, Mutter tritt morgen eine Dienststelle an und hat um Abnahm gebeten." Oder: ,, Bater gefallen. Mutter im Virchow- Krantenhaus gestorben! Auf einem anderen Attenstück ist zu lesen als Grund der Auf nahme im Waisenhaus: ,, Vater fümmert sich nicht um das Kind. Mutter muß arbeiter gehen." gehen," Tragischer ist der folgende Grund: Bater sitt im Zuchthaus Mutter im Frauengefängnis." Andere Kinder wieder erhalten Aufnahme, weil den Eltern das folgende trockene Zeilen verraten: Sorgerecht aberkannt ist. So geht es weiter; soziale Not dürfter ,, Geburtsort und Geburtstag des Kindes unbekannt. Alter etwo 3-4 Jahre, Name Annemarie A...( folgt ein fingierter Name). Zulegt wohnhaft: Polizeirevier Nr. 7. Vor dem Anhalter Bahn hofe aufgefunden. Nähere Angaben unbekannt." Welche Not spricht doch aus diesen paar Zeilen. Allem Anschein konnte. Was mag aus der Mutter geworden sein? Ist das Kind nach hat die Mutter das Kind ausgesetzt, weil sie es nicht ernähren nirgends vermißt worden? Alle diese Zweifelsfragen tauchen beim Lesen solcher Blattvermerke auf. Blättern wir in den Atten weiter, so lesen wir, wo die Kinder untergebracht sind; wir finden Berichte, wie sie sind. Andere Blätter sagen uns, wohin die Kinder gekommen sind, wenn sie aus der Schule entlassen sind, ob in Lehre oder Dienst.f Wir finden Vermerke der Dezernenten, in denen genaue Auskunft verlangl Fristbestimmungen, wonach der Lohn erhöht werden soll, und auch wird über die Höhe des Lohnes und von sechs zu sechs Monaten Rechnung getragen worden ist, mit Androhungen, das Mädchen Kontrollvermerte der Dezernenten, ob diesen Anforderungen auch aus der Stelle zu nehmen, wenn innerhalb 14 Tage Lohnerhöhung nicht erfolgt. Verfügungen, die tiefes soziales Verständnis verraten. So erzählen uns die Aften Proletariers Werden. Ld. Sprechende Aften! Erleichterte Einfuhr von Liebesgaben. Die Einfuhr von Liebesgaben zu erleichtern bezwedt eine besondere Verfügung des Reichs ministers der Finanzen. Wenn Reisende für Verwandte und Betannie in Deutschland Liebesgaben mitbringen, so sollen fie, wenn es irgend möglich ist, sofort beim Grenzeingangsamt abgefertigt werden. Soweit es die allgemeinen Verkehrsverhältnisse erfordern, kann die Schlußabfertigung auch bei einem anderen als dem örtlich zuständigen Zollamt erfolgen. Ergibt sich bei der Abferti gung eine hinreichende Sicherheit, so kann das Grenzeingangsamt Liebesgaben sofort abgabenfrei ablassen, wenn es im übrigen zuständig ist. Wenn die Zollbehörde zwar teine Zweifel an der Eigenschaft der Sendung als Liebesgabe hegt, aber eine Ergänung der Belege oder aus besonderen Gründen eine Nachprüfung für erforderlich hält, so hat das Abfertigungsamt entweder dem Beauftragten des Empfängers oder Absenders zu veranlassen, für die Ergänzung des Nachweises Sorge zu tragen. Fleischbeschau bei Liebesgabensendungen. Die zuständigen Miniterien haben verfügt, daß die allgemeine Fleischbeschau bei allen Liebesgabenfendungen ohne Rücksicht auf die Gewichtsgrenze nicht mehr vorgenommen werden soll. Im Interesse des Empfängers liegt es aber, daß die Trichinenschau, die u. a. in den Vereinigten Staaten nicht üblich ist, auch bei den Liebesgabensendungen weiter erfolgt. Die Zollbehörden sollen deshalb die Sendungen auf tris chinenschaupflichtige Schweinefleischwaren im frischen oder zubereiteten Zustande prüfen und zur Untersuchung auf Trichinen der zu Ständigen Beschaustelle oder dem nächsten erreichbaren Schlachthof oder Trichinenschauer überweisen. Trichinöses Schweinefleisch wird vorschriftsmäßig brauchbar gemacht und dem Empfänger dann schleunigst zugestellt. Der Leichenfund in der Blücherstraße. Der in dem möblierten Bimmer des 35 Jahre alten Schauspielers Hermann Klieg aus der Blücherstraße 49 aufgefundene Tote ist festgestellt worden als der 2 ähne 4 u. 7 mk. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bel Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine fruxuspreise leiner Zeitung Grafbanin 1873 veröffentlichte, ferner literarische, politische, Zahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. Relter Wilhelm Heinz II vom Reiterregiment 4 in Potsdam. Dort wurde der Soldat bereits seit einigen Tagen vermißt und ange nommen, daß er fahnenflüchtig geworden sei. Die gerichtsärztliche Untersuchung der Leiche am Fundort durch den Gerichtsarzt Prof. Dr. Strauch, gab teine bestimmten Anhaltspunkte dafür, ob Heinz erschossen worden ist oder selbst Hand an sich gelegt hat. Die Schuß wunde befindet sich an der rechten Kopfseite, in der Nähe der Schläfe Nach der Darstellung des Klick fell sich Heinz im Bette liegend erschossen haben. Bei einer genauen Untersuchung der Bettwäsche wurden auch noch einige Blutspriger daran gefunden. Bei der Durchsuchung des 3immers wurden unter dem Bett ver stedt ein Rudsad und eine Markttasche gefunden, die beide mit Weinflaschen gefüllt waren. Der Wein wurde beschlagnahmt. Klieg hatte die Absicht, Berlin zu verlassen und nach Oberschlesien zu gehen. Angeblich hatte er dort ein Engagement erhalten. Unter bieser Angabe hat er sich auch am Montag einen Paß für die Reise nach Oberschlesien ausstellen lassen. Das Naturhistorische Schulmuseum der Stadt Neukölln hat durch die Einrichtung eines besonderen Heimatsmuseums" eine wertvolle Ergänzung erfahren. Während das Schulmuseum in der Sauptsache den 3wed verfolgt, das Verständnis der Jugend für naturkundliche und wissenschaftliche Gegenstände zu meden und zu fördern, will das Heimatsmuseum alles auf Neukölln Bezügliche auf dem Gebiete der Geologie, Geschichte und des Kunstgewerbes der Nachwelt erhalten. An Neuerwerbungen hat das Neuköllner Schulmuseum u. a. eine Anzahl wertvoller tunstgewerblicher Metallgegenstände, wie z. B. Leuchter, Lichtschirme und Mörser aufzuweisen: Auch die Heimatjammlung, für welche besondere Räumlichkeiten am Körnerpart bereitgestellt sind, ist durch Einver Teibung bes„ Eisernen Ritters", des bekannten Neuköllner Kriegswahrzeichens, um ein bedeutungsvolles, historisches Objekt bereichert worden. Die Besuchszeiten für das Heimatsmuseum werden noch bekanntgenebent. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Freitag. Ein wenig fühler, zeitweise heiter, aber veränderlich, mit geringen Niederschlägen und mäßigen südöstlichen Winden. Gewerkschaftliches Die Berliner graphische Hilfsarbeiterschaft gegen den Reichstarif Nach dem vorläufigen Abschluß über den Reichstarif sollte die Berliner Mitgliedschaft in einer Urabstimmung ihre endgültige Stellungnahme festlegen. Trotzdem die Verbandsbureaukratie mit allen Mitteln für die Annahme des Tarifs gewirkt hatte, erlaubte fie fich in letter Stunde noch eine besondere Beeinflussung der Mijolie jchaft, indem sie an den Stimmetteln zur Urabstimmung noch folgenden fettgebrudten Aufruf anhängte: ,, Wer dafür eintritt, daß endlich auch für die Hilfsarbeiter Ichaft in allen Orten und Betrieben gleichmäßige und tariflich geordnete Berhältnisse playgreifen, wer die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen aller Silfsarbeiter und-arbeiterinnen will, der fülle seinen Stimmzettel mit Ja aus!" Die Urabstimmung war für die Berliner Kollegen, chaft noch ein besonderer Prüfftein, da auch die beiden Bevollmächtigten auf dem Verbandstag in Frankfurt a. M. für diese Tarifvelitit ge= stimmt hatten. Die Stellungnahme gegen diesen Tarif hieße auch zugleich die Haltung der Bevollmächtigten auf dem Verbandstag verurteilen. Die Berliner Kollegenschaft hielt an ihrem bisherigen tariffeindlichen( im Sinne der Buchdruder- Tarifgemein schaften) Standpunkt fest und lehnte den Tarif mit 5873 gegen 1305 Stimmen ab. Es ist dies ein geradezu vernichtendes Refultat, bedeutet diese Ablehnung doch fünf Sechstel der abgegebe nen rimmen und bem mebernur aufs moue, daß die Ber iner revolutionäre graphische Hilfsarbeiterschaft ihren Klassenkampfstandpunkt noch nicht verlassen hat. Das Für die Kriegszermalmten veranstaltet der RepublifaniIme Führer: Bund am Dienstag, den 28. b. M., nachmittags 2 Uhr, einen Bunten Nachmittag. 1000 Heute noch in den Lazaretten liegende Kriegsbeschädigte werden im großen Saal ber Philharmonie bewirtet, beschenkt und unterhalten. Orchester der Staatsoper. Carl Clewing, und andere namhafte Aünstler stellen ihre Kunst in den Dienst der guten Sache. Karten für diese Veranstaltung Logen und Balton zum Preise von 20, 10 und 5 Mart. find an den Theaterkassen A. Wertheim, Bote 11. Bock und Invalidendant zu haben. Unter Beifügung der Eintrittspreise tönnen Bestellungen auf die Karten auch der Bundes= leitung des R. F. B., welche auch Spenden und Geschenke entgegennimmt, Berlin 6, Luisenstr. 31, eingesandt werden. " Das Dezember- Programm der Sca a" weist u. a. neben einer Anzahl beachtenswerter Schaunummern auch mehrere hochintereffante Vortrags- und Tanzdarbietungen auf, von denen besonders bas dänische Tänzeronar Teje und ndree zu erwähnen ist. das mit seiner expreffionistischen Rhythmit eine Neuheit in der Tanzfunst bietet. Das Ballett„ Nächtliche Phantasie" von Professor Otto Sas Sene zeichnet sich durch geschmadvolle Ausstattung und eine reizvolle Mufit von Hanz Albrecht aus. Der Ballettmeister ber ,, Scala", Hanns Gerard, tanzt mit einem außerordentlich starten Temperament einen Step. Interessant ist das TierEnsemble der Ssahib Nadchura, sowie die ganz neuartigen Darbietungen des Schwankenden Phänomen" mit Cliff Curran. Ebenfalls ganz ausgezeichnet sind die Darbietungen Walter Greiners. 99 Auch die Leipziger Kollegenschaft lehnte mit 2100 gegen 1400 Stimmen den Tarif ab, trozdem auch die Vertreter Leipzigs auf dem Verbandstag ebenfalls für die Tarifresolution stimmten. Technische Nothilfe Berlin, den 1. Dezember 1920. Schlüterstr. 46. An den Vorsitzenden des Betriebsrates der Technischen Nothilfe, Berlin. ,, Sierdurch möchte ich Sie dringend warnen, an der Berhandlung vor dem Schlichtungsausschuß teilzunehmen. Aus sehr gut informierter Quelle weiß ich, daß Ihnen Tätlichkeiten drohen. Legen Sie diesen Zeilen bitte Bedeutung bei. Menn auch der Schreiber derselben seinen Namen aus naheliegenden Gründen nicht nennen fann. Glauben Sie, es ist ein Freund." Dieser Warnungsbrief ergeht aus einer Reichsdienststelle, aus einer Organisation, von der die Reichsregierung behauptet, sie sei neutral. Es handelt sich um die Technische Nothilfe. Der Betriebsratsvorsitzende ist unter nichtigen Umständen fristlos entlassen worden. Der wahre Grund ist die gewerkschaftliche Zugehörigkeit, ist die Zugehörigkeit zur S. P. D. und sein Eintreten für die Angestellten. Aber damit nicht genug, die. Leitung erlaubt sich auch son Uebergriffe jeder Art gegen ihre Angestellten. Koalitionsfreiheil scheint sie nicht zu kennen. In einem Rundschreiben an die Landesstellen warnt sie die Angestellten davor, dem Zentralver band der Angestellten das Mandat zum Abschluß eines Tarif vertrages zu übertragen, wobei sie wörtlich folgendes ausführt: Es ist nun Sache der Angestellten, sich darüber zu entscheiden ob sie die Wahrung ihrer Interessen dem Zentralverband der Angestellten übertragen wollen, wobei nicht zu übersehen ist, daß ein entscheidender Einfluß von dieser Seite sehr leicht das Ziel der radikalen Verbände, die Technische Nothilfe zu zerstören und wirtungslos zu machen was auf anderer Weise nicht mehr er reicht werden fann, für die Gegenseite in greifbare Nähe rüdt Einzelne Mitglieder des Betriebsrates der Hauptstelle haben entgegen der anscheinend vom Zentralverband der Angestellten beeinflußten Mehrheit des Betriebsrates vorgeschlagen, möglicher weise für die Angestellten der Hauptstelle der Rothilfe einen Wirtschaftsverband zu errichten. Auf diese Weise wäre es vielleicht möglich, die Interessen der Angestelltenschaft wirksamer_zu vertreten, als dies durch einen Verband geschehen kann, dessen folgerichtiges Ziel die Beseitigung der Technischen Nothilfe sein müßte, und der jedenfalls entsprechend dieser Zusammensetzung eine geeignete Vertretung der späteren Interessen der fehiqen Mitglieder der Technischen Nothilfe feinesfalls gewährleisten tann." Das Reichsministerium des Innern, bei dem sowohl seitens des Betriebsrates als auch feitens der beteiligten Angestellten organisationen dieser Vorfälle wegen Beschwerde erhoben ist, hat anscheinend nichts unternommen. Wir glauben uns zu folgender Anfrage berechtigt: Min die Reichsregierung noch immer behaupten, die Technische Rethiffe fei eine neutrale Einrimtung? Mill die Reichsregierung die Deffentlichkeit noch länger glauben machen, die Technische Rothilfe sei fein reaktionäres Gebilde? Will die Reichsregierung immer noch nicht missen, wozu die leitenden Herren( größtenteils natürlich Offiziere) die Technische Rothilfe langsam aber sicher reif machen?" Berantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb Berlin Ver antwortlim für den Inferatenteil: 2u bwin Romeriner. Rarlshorst. Verlagsaenoffenibaft Freiheit" e Gm 5 Berlin- Drud der Freiheit". andrei G 199 ८ Martin 2 Muito Ctra Der fleine Hans an feinen Freund Beter! Lieber Peter! Laß Dir zu Weihnachten das Buch Ueber See und Heide von Paul John fchenken! Meine Mutti hat es gekauft. Ich habe es gefunden. Ich habe drin gelesen. Es find viele schöne Bilder brin. Manchmal habe ich beim Lesen gelacht, manchmal habe ich gemeint. Aber wo ich weinen mußte, da war es am schönsten. Da ist mein Vater gekommen. Ich habe es nicht gemerkt. Da hat er mir das Buch fortgenommen und hat gefagt: Marfch) ins Bett!" Da hat es mein Bater gelesen. Er hat gedacht, ich feh es nicht. Er hat es ganz ausgelesen, ehe er ins Beit ging. Mutti bat gefagt:„ Gas ift fo teuer!" Am andern Tage war es fort. Ich kann es nicht mehr finden. Wenn bloß erf Weihnachten wäre, damit ich alles darin lefen kann. Sage es auch Friz Müller aus Deiner Klaffe. Dein Freund Hans. Besuchen Sie unsere Weihnachts Bücher Ausstellung Breite Straße 8-9. Stoffe Hir Herren- Anzüge, Ulfter, Baletots, Damen- Kostüme, Meter 50,-, 100.-, 150.-, 200.- Mark. Mur langjährige Berbindungen mit altbewährten Fabrikanten bürgen für preiswerte, gute Qualitäten. Koch& Seeland& m. Gegr. 1893. Geriraudtenstr. 20-21 Gegr. 1893. b. H, Den ganzen Tag geöffnet./ Nur solange Vorrat reicht liefern wir Klassiker Chamiffo- Werke Freiligraths Goethes Freiheit- Leser he erhalten als Weihnachtspräsent den Ledebour- Prozess statt 36 Mk. für 25 Mk. Die politische und furistische Beden des Ledebourprozesses stempelt das Wer: zu einem zeitgeschichtlichen D kument, in welchem die Konterrevolution, ir beso dere den auch die Klassenfustiz, erbarmung os a Pranger gestellt wird. 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