2. 015 In det enn ältnie h niat im. Reids Arbeit Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang. . Reid Me Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montage en des inmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Haus für Groß- Berita 10,-. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 M. Für Pok Unter Streifband legug nehmen sämtliche Bostanstalten Bestellungen entgegen. Friseur ogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für bas übrige Rusland 21,50. ganglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. teuer Rebatan. Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße m Ab twirts 1- Kom ab, ba tell de Bethe its a 1. Di zeit in legte en A ern be in, ba ten als eine ange müffen Cafés hne a lunge n Aus Ingeb olution ind be ie n Ta wur Uhr bt be Freitag, 24. Dezember 1920 Nummer 549 Abend- Ausgabe Die edtgefpaltene RomperetKegelle ober beren Ream teftet&-. che Feuerungsanfchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgebruckte Bort 2, M., Jebes weitere Wort 1,50 m., einschließlich Tenerungsgufchlag. Laufende Angelgen laut Tarif. Familien Angelgen and Stellen Befuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Befuche Wort- Anzeigen bas fettgedrückte Wort 1,50 98.. jebes mettere Wort L- R Berufsreder: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4808, 4635, 4840, 4821 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Das Paradies für Verbrecher Reffel amnestiert- Bogel Bogel folgt Die deutsche Justiz hat den Höhepunkt ihrer an Standalen überaus reichen Geschichte erflommen. Hauptmann v. ef el, einer der Hauptanstifter bei der Ermordung der 29 xtile Matrosen, ist auf Beschluß der 1. Straffammer des Landerichts I außer Berfolgung gesetzt worden. Eine Gerichtsbet Torrespondenz meldet darüber: Sten ten Rönk Fel Sta Uhr, ren eut n, Bilb nach Goethe oder Sternickel? Wanzentaftif, glaubten die Sache in Bergessenheit bringen zu tönnen, bis sich auf einmal durch das Amnestiegefeg ein Ausweg fand. Damit fchloß der letzte Teil der Komödie, durch die nun das Gericht dem Volte selbst zeigt, daß es un würdig, erbärmlich und von niedriger Gesinnung wäre, wenn es einer Rechtspflege, die fich derartige Streiche erlaubt, auch nur noch ein Fünfchen von Achtung oder Refpeft entgegenbringen würde. Die Justiz hat sich selbst entlarot. Gie gegenbringen würde. Die Justiz hat sich selbst entlarot. Sie steht gerichtet vor der Geschichte, ihre Wege müssen zur Berwahrlofung und Entsittlichung des Voltes führen, und man muß sich fürderhin schämen, den deutschen Namen zu tragen, wenn nicht wenigstens noch ein Bruchten. des deutschen Boltes Sinn für Recht und Sittlichkeit befigen würde. Deutschlands Mahnung zur Umkehr Der den Rechtssozialisten angehörende Bräfibent bes Reichstags, Paul Lobe, führt neuerdings in ber Prefe und in Bersammlungen einen bemerkenswerten Feldzug. Et richtet sich in der Hauptsache gegen die Regierung, beren realtionären Charakter er enthüllt. Er wendet sich aber auch gegen seine eigene Partei, der er, wenn auch in sehr vorsichti gen Wendungen, den Vorwurf macht, daß sie nicht die nötigen Folgerungen aus der Politit der Regierung ziehe. Er möchte feine Freunde in eine entschlossene Oppositionsstellung hineindrängen, und er sucht sie davon zu überzeugen, daß es nur von Vorteil sein könne, wenn die Deutschnationalen, deren Einfluß von Tag zu Tag wächst, durch den Eintritt in das Kabinett auch die tatsächliche Verantwortung mit über nähmen. In einer Zeit, in der man schnell lebt und schnell vergißt, ist es recht häufig notwendig, die Erinnerung auch an noch nicht weit hinter uns liegende Geschehnisse wieder wachzurufen. Wie war es nach den Wahlen vom Juni? Es gab teine flare parlamentarische Mehrheit, und die Rechtsozialisten wandten sich zunächst an uns, um uns über unsere Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der Regierung zu befragen. Wir lehnten ab, weil für uns eine Koalition mit bürgerlichen Gruppen schlechterdings undistutierbar war. Nach unserer Auffassung sollte die bürgerliche Majorität die Geschäfte übernehmen. Betanntlich waren gegen Hauptmann v. A. im Anschluß an den Marloh- Prozeß schwere Borwürfe erhoben morden, insbesondere nach der Richtung, daß Sauptmann v. Resse Lund Oberst Reinhard durch ihr Verhalten die Tat Marlohs überhaupt erst ermöglicht hätten. Die sofort eingeleitete Untersuchung führte zwar ergebu u dem Ergebnis, daß Kessel, wie Oberft Reinhard eine strafbare Berlegung ihrer Pflicht nicht nachzuweisen sei. Indessen entstand aus diesen Ermittelungen ein Meineidsverfahren gegen b. Kessel, da er in der Boruntersuchung gegen Marloh Aber nicht genug. Mit denselben juristischen" Aniffen, abgeschworen hatte, von Marlohs Flucht vorher Kenntnis die noch mehr find, als bloße Verschlagenheit, soll jetzt auch gehabt zu haben und zu wissen, wohin sich dieser begeben habe. der Oberleutnant Bogel, der Mörder Rosa Luxemburgs, Die Verhandlung gegen Steffel mußte wegen einer meren außer Verfolgung gesetzt werden. Die Moabiter Herren zer Ertrantung des Angeklagten abgebrochen und der Saft brechen sich bereits den Kopf darüber, wie sie das Amnesties 1921 befehl aufgehoben werden. Mit der Aufhebung ber MilitärBerichtsbarkeit ging die Sache an die ordentlichen Gerichte über, gefeß am besten auf seinen Fall ausdehnen fönnen. Das und Staatsanwaltschaftsrat Gerlach war von dem Oberstaats Berfahren schwebt noch, aber wir zweifeln feinen Augenblid anwalt mit der Vertretung vor dem Schwurgerigt beauf daran, daß das Gericht einen Ausweg finden wird. Warum tragt worden. Von dem Berteidiger v. Reffels wurde noz Anbe soll auch gegen Bogel ein Ausnahmegeset geschaffen raumung des Termins geltend gemacht, bab, felbst wenn bez werden? Seine Komplizen find auf freiem Fuße, bie Mörs ngertagte, was diefer nach wie vor Beftreite, feine ber ber Borwärts- Parlamentäre erfreuen sich bester GeEidespflicht verlegt habe, bas Verfahren auf Grund bes sundheit, ber Mord an Eisner, Saafe, Landauer, Amnestiegefeges vom 4. August 1920 niedergeschlagen werden Futran ist ungefühnt, die Schlächter der vier Arbeiter, Stat müsse, denn bie ihm zur Saft gelegte Sandlung hänge mittelbar mit der Abwehr eines gegen das Reich begangenen hochverrätes führer im Tegeler Forst spazieren als ehrfame Bürger mit ations rischen Unternehmens zusammen. Kessel habe dem Garde ten unter anständigen Menschen, der Mörder Leo 30 tavallerieschüßentorps als Führer einer Kraftwagenftaffel angegiches und Dorenbachs ist Leutnant bei der Sicher, hört, welcher die Aufgabe zugewiefen war, jenes hoverräterische heitspolizei in Königsberg, der Mord an den acht Breslauer oziole Unternehmen abzuwehren, das am 3. März zur Berhängung bes Arbeitern, die gefoltert, erschlagen, in die Ober geworfen Belagerungszustandes burch den Reichswehrminister Roste geführt wurden, wird nie einen Richter finden. Ungefähnt werden Bar habe. Der bedauerlige Mizgriff Mazlobs. ber nach bleiben die Schlächtereien während der Märztämpfe in Thütung feine Schwierigkeiten machen und einstweilen ihre deffen Ansicht sich gegen angebliche hochperräterische Angriffe ge richtet habe, sei für die Regierung in hohem Maße gefahrvoll ge ringen, im Ruhrgebiet, in Sachsen, Medlenburg, Berlin und wesen. Wenn v. Reifel, ebenso wie viele auf leiten der Regierung anderswo. Es sind gute Beiten für Mörder angebrochen. chatte tehende maßgebende Männer, der Ueberzeugung gewefen fei, bab Holt noch mehr Verbrecher herein, auch Meineidige finden bie öffentliche Meinung nicht gerade in jenen Tagen durch eine hier eine willkommene Gaststätte. Kommt herbei ihr Schie Gerichtsverhandlung gegen Marloh erregt werden bürfe, und ein ber, Bucherer, Zuchthäusler, Gauner und Hochstabler aus Jolcher Prozeß hinausgeschoben werden müsse, so sei das Motiv bes allen Weitteilen. Die bürgerliche Republit hat selbst die Angeklagten jedenfalls ein politisches im Sinne des Amnestie. gejezes vom 4. August 1920 gewesen. Auf Grund der Richtlinien Form abgestreift, sie wahrt im Gegensatz zum faiserlichen Deutschland nicht einmal mehr die schöne Geste. Dieses des preußischen Justizministers zu dem Amnestiegesek müsse es als ausreichend angesehen werden, daß v. Reffel die Regierung Deutschland, im Zeichen Weimars entstanden, ist nicht mehr ver schwerwiegenden politischen Verwidelungen bewahren wollte das Land Kants, Fichtes und Goethes! Es ist das Bebenn damit feien die Handlungen v. Reſſels als durch die politische Land des Schinderhannes, des Lips Tulians, des Ster Situation bedingt nachgewiefen. Die Straftammer hat sich diesez nidels geworben. Es ist noch unter bie Stufe eines mittels 5. M Auffassung angeschlossen und das Verfahren gegen v. Steffel auf alterlichen Räuberstaates herabgefunten. Es ist ein Baras dies für Verbrecher. Safe Rosten der Staatstaffe eingestellt." Cußlan 5 18 che Co Enden ernat iftif tional Citif Mein emob bau phil be et vo kari mb& Diese haltlose Begründung, mit der das Gericht einen Meineidigen außer Verfolgung zu legen wagt, muß jeden loth Menschen, der nocy Schamgefühl befigt, aufs heftigfte empös ren. Tatsache ist, daß Kessel, Reinhardt und Marloh im März 1919 fein hochverräterisches Unternehmen abwehra tectes ten, sondern daß sie selbst die Träger und Förderer eines hochverräterischen Unternehmens waren. Die Märzfämpfe Duftri wurden hervorgerufen von den Militärs, die damit die leg ten Ueberreste der revolutionären Truppenteile aus Berlin vertreiben wollten, damit die Bahn frei werde für jene realtionäre Militärpolitif, die geradenwegs zum Kapp- Putsch führte. Nicht um die Aufrechterhaltung der Ordnung handelte es sich, sondern um einen Racheart an der Re: volution, der in der Abschlachtung der 29 Matrosen in der Französischen Straße feine Krönung fand. Dieses Berbrechen hatte mit Bofitit nichts zu tun, es war rein frimineller Natur, und gerade deshalb wehrten sich Reinhardt und Reffel mit allen Mitteln gegen eine gerichtliche Untersuchung. Wenn ihr Gewissen rein gewesen wäre, hätten sie die Ges richtsverhandlung nicht zu scheuen gebraucht. So aber wurde gearbeitet mit Lügen und Intriguen, mit Dieb: Stählen und Urkundenfälschungen, mit der Be einflussung von Zeugen und schließlich leistete Serr Kessel fogar einen Meineid, nicht um den Staat zu schützen, sondern um sich und seine Sintermänner der Strafe zu ents ziehen. Beria Bürid Wie Ber it. tbelt Fer fach uften rba gan ed Zeigt mit Fingern auf die Schuldigen Die„ Berliner Boltszeitung" schreibt: Wie alle früheren Urteile, so ist dieser Prozeßausgang eine nene vernichtende Anklage gegen das System Gustav Rostes, das bie Republi in tiefste Schande und in eine Wirrjal geritten hat, aus ber es so leicht wohl feinen Rettungsweg geben wird. Die Go aldemokratie mag heute noch so laut über die täglichen Gegenrevolutionen des militaristischen Geistes in Armee, Justiz und Berwaltung getern: es bleibt ihre unabwaschbare Schulb, mit einem eijentirnigen Gewaltspolitiker, bem jebe Bindhologie fehlte, durch did und dünn gegangen zu sein, bis ihn der KappRe- Putih But so überaus blamabel hinwegfegte. Ob es nach all ben Erfahrungen in den Fällen Liebknecht, Luxemburg, Landauer, Futran und Baalche noch Zwed hat, nach einer Revision des Spruches der Straftammer zu tufen? Wie dürfen ben Ruf nam Shnung bes angeheuerlichen Berbrechens in der Französcher Straße nicht verstummen lassen, wenn wir nicht wollen, baß die Heranwachsenden Generationen uns einst dem ewigen Fluche des deutschen Bolles preisgeben!" Geschüßlager der Orgesch Die Frankfurter Beitung" meldet aus BielefeIb: In der benachbarten Kreisstadt Wiebenbrüd murben in den Fabrikräumen der Firma Franz Gröne vier vollständige Das ist der Tatbestand. Aber Kessel hatte einfluß Geimhuge( Raliber 7,5, aus dem Jahre 1918, mit Broken), ges reiche Gönner, die bis hinauf in die Spitzen der Res funden, von der staatlichen Bolizei Bielefeld beschlagnahmt funden, von der staatlichen Bolizei Bielefeld beschlagnahmt gierung faßen, er hatte Geldleute hinter sich, die durch einen unb nad Bielefeld gebracht. Da die Geschüßrohre ben inhaltsschweren Händedrud nachhelfen konnten, wenn die Buchstaben„ L" tragen, so vermutet man, daß die Geschüße von dem Freitorps Lightflag stammen. Sache schief zu gehen drohte. Es war schon ein Schlag in die Geschüge feien im April oder Anfang Mai von einem Offizier Gröne behauptet and, vor der Urteils vertündung aus der Haft zu entlassen- ein Verfahren, dem in der Geschichte der deutschen Justiz nur der Fall Eulen. burg zur Seite gestellt werden kann. Die Krankheit hins berte Reffel aber nicht, sich 14 Tage später aftip am Rapp: Butsch zu beteiligen. Und nun jezte der Komödie zweiter Teil ein. Der völlig gefundete Mann wurde nicht etwa er neut verhaftet, er tam in ein Sanatorium; der Staatsanwalt, der Justizminister, von uns immer wieder zur Rede gestellt, hüllten sich in Schweigen. Sie befolgten eine Ansicht gewesen sein, daß er zur Anmeldung bzw. Abliefe zung der Geschüße nicht berechtigt gewesen sei, sondern bab bies die Aufgabe der Reichswehr ware. Munition murde bisher nicht gefunden, doch werden die Nachfuchungen fortgelegt. Bier Geschüße auf einem Gut! Auf taufend anderen, die nicht abgesucht werden, insgesamt soniel, daß einige Armeekorps aus: gerüstet werden fönnen. Das ist die harmlose Orgesch, von ber Serr Simons in feiner neuesten tote so hübsche Märchen zu er zählen weiß Mäthen für politische Kinder! Es wurden bann einige andere Kombinationen versucht. Die Deutsche Volkspartei, die einen scharfen Wahlkampf gegen die Sozialdemokratie beider Richtungen geführt und thren Wählern die Befreiung von den roten Retten ver [ prochen hatte, legte plöglich ben größten Eifer an den Tag, bie Rechtssozialisten für eine neue Roalition, zu gewinnen, und erst als diese nach einigem Schwanken ablehnten, lam bas gegenwärtige Rabinett zustande, gebildet aus Parteien, die nicht über eine Mehrheit im Reichstag verfügen. Die Deutschnationalen sowohl wie die Sozialdemokraten blieben draußen. Die Rechtsfozialisten aber erklärten sich zu einer wohlwollenden Neutralität bereit. Sie wollten der Regie Taten abwarten. Sie glaubten damit wahrscheinlich eine ganz besonders Schlaue Taftif einzuschlagen. Ohne fich unmittelbar burch ein Zusammengehen mit den Stinnesleuten bloßzustellen, wollten sie doch den Finger in der Pastete behalten und bilbeten sich ein, daß die Sorge Dor bem Verlust ihres Wohlwollens bas kabinett zu einer im allgemeinen linis gerichteten Politit und zur Rücksichtnahme auf die Forberungen ber Arbeiterschaft nötigen werde. Wir haben von Anfang an gewarnt und auf bie Fehler in dieser Berechnung hingewiefen. Eine rein fapitalistische Re gierung wird eine rein tapitalistische Politit treiben, und bas umsomehr, wenn außerhalb thres Bezirks noch eine bürgers liche Partei teht, beren Stimmen genügen, um ihr eine Mehrheit zu sichern. Die Haltung der Rechtssozialisten lief. darauf hinaus, daß sie, ohne im Ministerium zu figen, Handlungen bedten, deren Tendenz von vornherein nicht zweifelhaft sein fonnte. Die Ereignisse haben uns in vollem Umfang Recht gegeben. In der inneren so gut wie in der auswärtigen Bolitit ift Die Regierung immer mehr nach rechts abgerutscht. Sie wirte schaftet, oder besser gesagt, sie wurstelt nach fapitalistischen Rezepten fort und treibt das deutsche Bolt in immer größeres Elend hinein. Die Deutschnationalen machen zwar immer noch Oppofition, aber ihr Kampf ist in der Hauptsache Spiegelfechterei, und sie wissen sehr genan, daß der Kurs faum ein anderer fein tönnte, wenn sie selbst im Kabinett fäßen. Bei zahlreichen Gelegenheiten hat sich das wahre Wesen der herrschenden Koalition fundgetan. Wir brauchten nur an die Debatten über das Wirtschaftsministerium und das Ernährungsministerium im Reichstag zu erinnern. Aber zwei Gegenstände seien noch besonders hervorgehoben. Der eine liegt auf dem Gebiet der inneren Bolitif. In der Frage der Sozialisierung ist nichts geschehen. Die Regie rung hat auf jede Initiative verzichtet und überläßt alles dem Reichswirtschaftsrat und seiner famosen Verständigungs tommission, die mit immer neuen und immer unmöglicheren Borschlägen und Entwürfen nur den 3wed verfolgt, die Lö Jung des Problems immer weiter hinauszuschieben. Und in ber auswärtigen Politit beweisen bie neuesten Roten Simons, daß er sich von seinem ursprünglichen Standpunkt mehr und mehr hat abdrängen lassen und unter dem Einfluß der Kahrleute in München und Berlin Wege beallergrößte Freude haben. schreitet, an denen die Nationalisten auf der Rechten ihre Die rechtssozialistische Partei aber hat aus allen diesen Erfahrungen bisher nichts gelernt. Gie begehrt gelegentlich einmal auf, fie schilt und sie droht, aber. fie fann ich nicht entschließen, bie Linie zu verlassen, bie sie im Juni dieses Jahres bezogen hat. In fritischen Momen ten bedt fie noch immer die Herrschenden, und sie bringt nicht den Mut auf, aus ihrer freundlichen Baffivität herauszu treten und in eine wirkliche Oppositionsstellung einzurüden. Ja, es werden in ihren Reihen noch Stimmen laut, bie die Rüdtehr zu ben& leil töpfendes Magierung befürworten und glauben machen wollen, alles Unheil rühre non der Zimperlichkeit her, mit der man die Gemeinschaft mit der Deutschen Volkspartei abgelehnt habe. Ob die Bemühungen Löbes unter diesen Umständen Erfolg haben werden, ist mehr als zweifelhaft, und wir möchten einstweilen annehmen, daß sein Ratschlag, die Deutschnatio nalen zur Uebernahme der Berantwortlichkeit zu zwingen, von seinen Freunden mit Ausrufen des Entsegens über die Eröffnung einer solchen Möglichkeit beantwortet werden wird. Sie werden auf die Gefahren hinweisen, die innen und außen die Teilnahme der Helfferiche an der Regierung im Gefolge haben müsse, und sie werden die Ausschaltung dieser Kreise mit dem Verzicht auf eine grundsägliche Oppos sition gegen das gegenwärtige System nicht für zu teuer erfauft halten. In der Tat bestehen die Gefahren, und auch wir schätzen sie wahrhaftig nicht gering ein. Aber sie werden dadurch nicht verringert, daß ein de motratis- tterifalvolksparteiliches Ministerium in allen Dingen von Belang dastut, was die Deutsch= nationalen wünschen. Selfferich als Souffleur ist bedenklicher, denn Helfferich als Schauspieler. Nichts fann ihm und seinen Freunden genehmer sein, als die Rolle, die fie zurzeit spielen. Man soll sie zwingen, in das helle Rampenlicht zu treten, damit sie vor aller Oeffentlichkeit zeigen, was sie tönnen. Vor nichts haben sie größere Angst, denn es würde sich alsbald herausstellen, daß ihre Kraft nur in ihrem Mauthelbentum besteht, und daß weder ihr Programm noch ihre Fähigkeiten ausreichen, den Wiederaufbau Deutschlands durchzuführen. Sie, die jetzt nur davon leben und dadurch erstarken, daß ihnen noch feine Gelegenheit gegeben war, ihr Unvermögen zu demonstrieren, würden sehr bald abgewirtschaftet haben, wenn sie sich nicht mehr darauf beschränken fönnten, den Mund zu spizen, sondern pfeifen müßten. Wir haben sogar die Sorge, daß sie sich einstweilen noch jar nicht bereit finden würden, die Hand ans Steuerruber zu legen. Das wäre bedauerlich. Aber auf jeden Fall fämen Wir nehmen den Leuschen das nicht übel, im Gegenteil, wir sind ihnen für diese Demastierung dankbar. Das erleichtert uns die Arbeit. Wir haben niemals das Vertrauen des Genossen Noste geteilt, daß ein Offizier nicht seinen Eid breche. Heute liegt die Juusionspolitit eines David, Heine, Parvus, Leusch, zerJahmettert am Boden. Sehr, sehr unangenehme Erinnerungen sind mit ihren Namen verknüpft. Der Erfolg der Dinge ist bestimmend für die Taktil! Die Rechtsprechung in einem Staate ist ein Manometer, dessen Stala uns die Spannungen im Staatsförper anzeigt. Noch nie hat die Klaffenjustiz solche Triumphe gefeiert als jest, noch nie hat das Bolt so im tiefsten Efel ausgespuit vor solcher Rechts sprechung. Das sollte uns wahrlich zeigen, wie sehr und wie schmerzhaft uns der Klassenkampf von jener Seite eingehämmert wird. 3uderwaller politit, jo nannten unsere Alten diese felt: fame Tattit noch seltsamerer Seiliger, die sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht hören". Oder sollten sie vielleicht doch sehen und hören? Dann wäre es allerdings höchste Zeit, wieder einmal ernst mit ihnen zu reden! Es gibt nur ein Links und Rechts und dazwischen der Sumpf! Wenn mans so hört, fönnts leidlich scheinen. Aber in der Pragis ist die rechtssozialistische Partei bisher noch immer nicht von der Taktik des Burgfriedens abgewichen, die sie während des Krieges und nach dem Kriege ausgeübt hat. Die Namen, die der Artikel der Chemnizer Volksstimme" nennt, haben bei den Rechtssozialisten noch heute einen guten Klang. Sie erfreuen sich noch des vollen Vertrauens ihrer Partei, wie besonders der Fall Noste beweist, der nach fchen Oberpräsidentenposten flettern fonnte. Nicht nach folfeinem Bankrott in der Regierung noch auf den hannoverchen scharfen Worten darf man deshalb die rechtssozialistische Partet beurteilen, sondern lediglich nach ihren Taten. Und diese Taten sind noch immer so, daß der Artikel der " Chemnitzer Volksstimme" nicht anders wirkt, wie die Stimme des Predigers in der Wüste. Untertänigste Rebellion wir, burch den Verzicht der Rechtssozialisten auf ihre offi- Die" echten" Kommunisten gegen die„ sympathisierenden" jiöfen Regierungsstellen, aus der gegenwärtigen, verlegenen Situation heraus. Indessen, Löbe predigt tauben Ohren. Der Geist, der an den maßgebenden Stellen der Sozialdemo fratischen Partei herrscht, ist nach wie vor der Erfenntnis der roletarischen Notwendigkeiten feindlich. Man hat sich von ber Krankheit des Paktierens mit dem Kapitalismus noch ticht erholt, und wenn sich nicht eines Tages die Massen infraffen, und eine andere Kur energisch verlangen, wird Der Gesundungsprozeß sich niemals vollziehen. Eine Stimme aus der Wüste Die Illusionspolitit der Rechtssozialisten Die Chemnizer Bolts stimme", das Blatt des linken Flügels der sächsischen Rechtssozialisten, schreibt in ihrer Mittwoch- Nummer einen scharfen Artikel gegen die Leute ihrer Partei, die ein Bündnis mit der Deuts schen Bolts partei für möglich halten. Noch bei der Neubildung der fächsischen Regierung war es die Dresdener Richtung unter Führung von Sindermann, bie lieber mit der Stinnespartei als mit der Unabhängigen Sozialdemokratie zufammenarbeiten wollte. Diesen Leuten sagt die Chemnizer Volksstimme", daß sie damit ,, bewußt oder unbewußt" ben Boden des Klassentampfes verlassen hätten. Die Eroberung der politischen Macht sei nicht nur Angelegenheit einer proletarischen Partei, sondern des Gesamtproletariats, das nach sozialistischen Grundsägen orientiert sei. Es wäre darum, Verrat an unserer Sache", würde nicht dem in die Minderheit gebrängten Bürgertum eine gefchloffene Phalanz des Proletariats entgegengesetzt und alle Mittel erschöpft werden, um den Be sitz der gesamten Regierungsgewalt zu erlangen. Das Blatt jagt weiter, daß nach der zerschmetternden Niederlage im Kriege die Rechtssozialisten in die Bresche gesprungen seien; heute aber würden sie von den Rechtsparteien, die sie das mals auf den Knieen angefleht hätten, als Pferdediebe, Bordellwirte und Händler mit Spülklosetts durch den Kot gezogen. Die„ Chemnizer Boltsstimme" bemerkt schließlich: Schmied Bon Hans Siemien. In ber Freien Welt" ist vor einigen Monaten bie reizenbe Kindergeschichte von Rudolf Johannes Schmieb Carlos und Nicolas", erschienen. Das Buch ist jetzt, schön illustriert, leider nur sehr teuer, im Verlag Erich Reiß herausgelommen. Da auch bie Leser ber Freiheit" an der fleinen Geschichte so regen Anteil genommen haben, wird fie auch die folgende fleine Stizze intereffieren, in der der Dichter, der vor dem Kriege in Berlin lebte und hier eine bez interessantesten Persönlichteilen war, von cinem Kameraben geschilbert wird. Eines Abends ging ich mit Emieb spazieren. Schmied war tin Dichter aus Argentinien. Wir gingen den Kurfürstendamm entlang, es war Herbst, über gefallenes Laub nach Charlotten burg. In einer Kneipe am Bahnhof war der Rotwein noch billig. Jch liebe diese Lichter an den Gleisen der Bahn, besonders in der Dämmerung, wenn es noch nicht ganz dunkel ist. Schmied erzählte Don Buenos Aires. Er hatte als Knabe mit seinem Bruder dort auf den Dampfer nach Deutschland gewartet. Ez tam aus den Bampas. Buenos Aires war die erste Stadt, die er in seinem Reben jah. Weiße Häuser, grüne Gärten, Palmen in den Anlagen und aus offenen Fenstern Mufit. In dem Hotel eine Wasserleitung. Abends saß man auf den Dächern in Zelten. Beranden aber auch einfach so unter den Sternen des Himmels. Eines Tages sollte ein Dampfer nach Frankreich fahren. Am Seländer der Landungsbrüde stand eine Dame. Weißt Du," jagte er, so französisch, wie man sie eigentlich nur in Genf sieht." Sie hatte ihren Sohn ins Boot gebracht. Aber es stellte sich nachher heraus, daß es vielleicht gar nicht einmal ihr Sohn war. Sie ab hinunter in das Boot, in bem er jag. Ein etwa fünfzehn jähriger Junge, sehr gut gefleidet. Er saß auf seiner Bank und jah, während das Boot im Wasser schaukelte, unverwandt zu ihr hinauf. „ Das ist nun mehr als zwanzig Jahre her. Ist es nicht sonder bar, daß man solche Sachen in mehr als zwanzig Jahren nicht ver gißt, zwischen Europa und Amerifa?" Ja, es war sonderbar. Wir tranten den Wein. Schmied unterbrach sich. In der Wand hinter unserm Sofa gab es nämlich einen Geist. Schmied tonnte mit ihm sprechen. Wenn et das Gesicht in den Händen vergrub und lautlos rief, dann antwortete der Geist. Etwa wie eine Eule jchreit, wie das Räuschen auf der Bühne, wenn in Macbeth ber Mord geschieht. Schauerlich. Aber manchmal antwortete der Geist auch nicht. Seute antwortete er nicht. Und Schmied erzählte meiter. Es habe so ausgesehen, sagte er, als hätten die beiden, die Dame und der Junge, sich zum Abschied noch viel zu sagen gehabt. In aller Bescheidenheit erlaubt sich Serr Paul Levi in der heutigen Roten Fahne" zu bemerken, daß er mit der Aufnahme der K. A. P.D. als sympathisie: rende Partei in die kommunistische Internationale nicht einverstanden sei. Es trenne die beiden Parteien so vieles, daß ein Zusammenarbeiten nicht möglich sei. In den kommenden Monaten werde die Arbeit in ben Gewerkschaften das Zentrum der fommunistischen Tätigkeit überhaupt sein. Hört es also, Ihr Arbeiter, welche Arbeit die Kommunisten als ihre wichtigste ansehen? Nicht ben Kampf gegen das Kapital, Jondern die 3ertrümmerung der Gewerffchaften, best legten noch geschlossenen Bollwerts der Ar beiterklasse gegenüber der einigen Front ber Bourgeoisie! Diese Arbeit, so sagt Levi weiter, tönne nicht geleistet werden ohne ganz flare, nach Mittel wie nach Ziel hart umrissene Tätigkeit". Wir in der Vereinigten Kommunistischen Partei haben uns diese Klarheit geschaffen, und wir glaubten, daß wir in diesen Fragen wie auch in anderen Fragen, die volle Autorität ner Kommunistischen Internationale hinter uns hätten. Wir gaben auch nach wie vor zu, und nehmen nach Privatmeldungen, die wir erhalten haben, an, daß auch die Kommunistische Internationale bezw. das Exekutivkomitee diese unsere Auffassung nach wie vor teilt. Das Exekutivlomitee der Kommunistischen Internationale aber muß sich dessen bewußt sein, daß diese Einheitlichkeit unseres aber muß sich dessen bewußt sein, daß diese Einheitlichkeit unseres und feines Standpunktes nunmehr verloren gegangen ist. Es werden im Namen der Kommunistischen Internationale zwei sprechen: die Mitglieder und die Sympathisierenden. Die Mitglieder werden ihre Meinung gegen die Sympathisierenden und die Sympathisierenden ihre Meinung gegen die Mitglieder vers fechten, und die Arbeitermassen, vor benen das Schauspiel sich abwidelt, werden daraus nicht den Schluß ziehen, welche wunderbar fein dialektisch geschulte Gehirne in der Kommunistischen Juternationale nebeneinander wohnen, sondern den näherliegenden Schluß, daß die Kommunistische Internationale nicht wisse, was fie wolle. Es fann absolut tein Zweifel sein, daß die Situation, die das Erefutivtomitee der Kommunistischen Internationale jetzt geschaffen hat, weder für uns, noch für die K. A. P. D. zuträglich, Aber die Entfernung war zu groß. Sie hätten schreien müssen. Deshalb schwiegen fte. Und nun tam auch noch der Vater. Er fam in einem Wagen aus der Stadt. Er entschuldigte sich, weil er fast zu spät getommen wäre. Aber die beiden hätten wohl lieber gesehen, wenn er überhaupt nicht mehr gekommen wäre. Er rief nämlich mit lauter Stimme noch viele Ermahnungen in das Boot hinunter. Der Junge antwortete nicht und die Dame schwieg, Feindselig schwieg sie. Aber nun fuhr das Boot ab, und da beugte sie sich rasch ganz weit über das Geländer hinunter und sekte an, noch etwas zu sagen. Aber das hätte der Junge nicht mehr gehört. Da beugtie sie sich noch weiter vor und rief, so laut sie es fonnte, hinunter: Henry!" für die Kommunistische Internationale aber selbst im höchsten Grade abträglich sein wird." Schneller als man erwarten konnte, ist eingetreten, was von uns vorausgesagt worden war. Die Moskauer Inter nationale sieht ihre Aufgabe nicht darin, die Arbeiterklasse zu einen und sie gemeinsam in den revolutionären Kampf gegen das Kapital zu führen, sondern sie sieht ihn darin, das Proletariat zu spalten und seine Organisationen zu zers reißen. Und diese Arbeit setzt sich jetzt in den eigenen Reihen der fommunistischen Parteien fort. Wenn es nicht für die gesamte Arbeiterbewegung so unsagbar traurig wäre, so müßte man für die Leute um Levi und Däumig, die jezt als betrogene Betrüger dastehen, ein Lachen der Schadenfreude haben. Aber damit ist der Arbeiterklasse nicht geholfen. Alle Arbeiter, die sich das flare Denken noch nicht abgewöhnt haben, werden an diesen Auseinandersetzungen sehen, wohin der Weg führt, den die Moskauer Internatio nale weist. Sie werden mit Paul Levi nicht nur sagen, daß die Kommunisten nicht wüßten, was sie wollten, sondern sie werden sich mit Verachtung von diesen Leuten abwenden, die Und nun stand plöglich der Junge auf seiner Bant, obwohl das Boot schon start zu schwanken anjing, tecte sich hoch und rief: Niemals!" Er war ganz bleich, hob die Hand empor und rief, als ob er ihr schwören wollte, noch einmal:„ Niemals, Niemals, Niemals!" Und dabei sah er in ihr Gesicht. Als ob fie gerufen hätte: Komm wieder", oder vielleicht auch„ Vergiß mich nicht!" Ich liebte den Jungen, wie er so dastand, und die Dame noch mehr. Aber ich haßte den Vater. Verstehst du das?" Ich habe sie dann noch wiedergesehen. Sie wohnte im selben Hotel wie ich. Sie spielte Klavier. Ich habe das immer noch in Erinnerung, wie fie mitten in einem Walzer abbrach und an das Fenster tam. Wie die Sehnsucht selbst." „ Ich glaube, das war meine erste Liebe. Ich liebte sie, und ihren Jungen liebte ich auch. Ich glaube nicht, daß es ihr Sohn war. Ihr Stiefsohn vielleicht? Und der Vater wird ihn fort. geschickt haben aus Eifersucht. Was meinst du? Sie liebten sich, Die beiden. Sicher, fie liebten sich! Er war ein fleiner Kavalier." Ich weiß nicht genau mehr, ob Schmied mir das wirklich erdurch ihre Tätigkeit zu Schleppenträgern der Reaktion geworden sind. Daran wird auch die untertänigste Rebellion, die Herr Paul Levi gegen die Moskauer Internationale jetzt aufführt, nichts ändern können. sählte. Aber wenn ich an ihn benfe, wie er so basaß, ein wenig verwirrt, ein wenig verwahrlost wie in der Verbannung, aber ein König, ein Fürst, ein Edelmann, ein Dichter, mit leuchtenden, unendlich gütigen Augen, so ist mir doch, als hätte er mir das erzählt. Tolle Welt! tolle Welt!" so pflegte er zu sagen. Aber Brost, du herrlicher Camarado!" Französische Inschriften auf Relegergräbeen. Im Journal du Beuple finden wir folgende Inschriften, die sich auf dem frans zöfifchen Kriegerfriedhof in Tarnos befinden: Der Krieg war niemals etwas anderes als das Elend der Wölfer. Grinnert euch dazan! Die Menschheit tennt nur einen Weg, den des Friedens. Denen, die im Glauben geftorben sind, die schönsten Kräfte der Menschheit zu verteidigen! Diese Gräberinschriften beweisen mehr als alles Gerede vom Saß, wie friedliebend und kriegsfeindlich das französische Volt ist. Die Die lettische Sozialdemokratie gegen Moskau ( Eigene Drahtmelbung der Freiheit“.) Riga, 23. Dezember. Bom 18. bis 20. Dezember fand in Riga der Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Lettlands statt. Es waren 150 Dele gierte von 97 Drganisationen anwesend. Der Parteitag lehnte mit allen gegen 13 Stimmen die Bedingungen der dritten Internationale ab und bestätigte den Be schluß des Zentralfomitees, an der Wiener Konferenz teilzunehmen. Am Schluß des Kongresses brangen einige Difiziere in den Sigungsjaal ein und versuchten, Un ruhe hervorzurufen. Sie wurden jedoch von den Delegierten fest genommen und der Stadtkommandantur übergeben. Ungünstige Berkehrsverhältnisse im Westen Nach einer Meldung aus Essen waren in der vergangenen Woche die Betriebsverhältnisse der Eisenbahn äußerst kritisch, zu mal infolge des Frostes die Wasserstraßen gegen Ende der Woche fast ganz unbenugbar waren. Die angeordneten scharfen Sperr maßnahmen konnten für einzelne Bezirle inzwischen wieder aufge hoben werden. Die Gestellung und Verteilung der Leerwagen auf den einzelnen Schachtanlagen infolge mangelhaften und stops weisen Zulaufs war nach wie vor sehr schwierig und unregel mäßig, so daß betriebliche Schwierigkeiten für einzelne 3echen nicht ausbleiben tönnen. Die werktägliche Wagen gestellung betrug 19 269 Wagen, gegenüber 21 900 Wagen in der voraufgegangenen Woche. Die Fehlziffern erreichten im Durchschnitt 5121 Wagen ( 2968 Wagen). Die Lagerbestände gingen von 535 061 auf 644 572 Tonnen am 18. d. M. in die Höhe. Der Abtransport auf bem Rhein leibet no immer außerordentlich unter unzureichen dem Wasserstande; theinaufwärts fönnen einstweilen nur pie bringendsten Verfrachtungen ausgeführt werden, und zwar auch nur bis Köln, höchstens bis Koblenz. Der Umschlag der Kipper in den Duisburg- Ruhrorter Säfen ging von 14 841 Tonnen wert täglich auf 12 654 Tonnen zurüd. Der Kanalversand ist in folge des Eises in der vorigen Woche ganz zum Erliegen getommen. Der Umschlag der Kanalzechen betrug 15 118 Tonnen( 19 766 Tonnen) arbeitstäglich. Seit dem 21. Dezember ist der Verkehr durch die Endschleusen wieder aufgenommen wor ben. Der Berland nach Osten und Norden fann aber erit allmäh lich wieder in Gang fommen, einmal wegen der eingetretenen Schleppschwierigkeiten und zum anderen wegen der noch nicht zu Ende geführten Eisbrecharbeiten. Seit dem 23. Dezember ist der Dortmund- Ems- Kanal bis Münster und der Ems- Hannover Kanal bis Minden wieder befahrbar. Aus dieser Darstellung scheint hervorzugehen, daß die Eisen bahnverwaltung die Schuld an diesen Verhältnissen trage, da sie nicht rechtzeitig für die Gestellung leerer Wagen gesorgt hat Haenisch läßt einsperren Schniglers Reigen" im Kleinen Schauspielhans Im Kleinen Schauspielhause ist gestern abend Schniglers Reigen" unter den erstaunlichsten Umständen gespielt worden. Das Wert, das vor 20 Jahren erschienen und in etwa 75 000 Exemplaren verbreitet ist, fonnte bisher, gegen die Absicht des Dichters, nicht aufgeführt werden, weil die Bolizei es unfittlich" fand. Inzwischen haben wir aber eine Repolution erlebt, die zwar die Zensur abgeschafft und dies sogar in der Verfassung ( Artifel 118) festgesetzt hat, die aber auch, ein Unglüd tommt selten allein, Herrn Saenisch direkt von der Bierbant und aus der Gartenlaube ins Kultusministerium gebracht hat. Und infolge dessen ist es nun erreicht, daß die Bolizei nicht mehr die Betten der Dichter durchschnüffelt, ob dort etwas Verbotenes liegen ges blieben ist, Herr Saenisch aber die Gerichte aufruft, die Aufführung des Reigen" zu verbieten, gegen den die Berliner Bolizei vernünftiger Weise nichts mehr einzuwenden hat. Jeder, der die beutschen Geseze fennt, wird nun voll Neugier fragen, wie der Saenisch es fertig gebracht hat, sich vor den Rich tern als berufen zu seiner Berbotsbitte zu legitimieren. Das war nun nicht so schwer. Gibt es doch nicht nur Richter, sondern auch Rechtsanwälte und Geheimräte in Berlin. Und die alle zu fammen Inobelten aus, daß das Theater, in dem dieses Schandstüc gespielt werden soll, im Gelände der Staatlichen Musikhochschule liegt, daß die Musichochschule dem preußischen Kultusminister untersteht und daß das Theater einen Bachtvertrag mit der hohen Behörde geschlossen hat( vor der Revolution), laut dem es teine Werte aufführen darf, die das religiöse, moralische, fittliche Gefühl verletzen.( Das monarchische Gefühl ist nicht extra erwähnt, aber selbstverständlich miteingeschlossen.) So hatte denn das Kultus ministerium die Möglichkeit, dem Richter zu sagen: Schniglers Reigen" ist ein Stüd, bas aus zehn Szenen besteht. Jebe Szene endet im Liebesbett, nur eine im Ehebett. Die Aufführung dieses Schmutzstückes stellt einen Bertragsbruch dar( Stürmische, langanhaltende Seiterkeit), bas Gericht hat daher durch einstwei lige Verfügung diesen Vertragsbruch zu verhindern. Bor Beginn der gestern angefekten Aufführung trat Gertrud Eyjoldt vor den Borhang und stellte den Fall kurz dar. Nach ihrer Ansicht handelt es sich um nichts anderes, als um den Versuch der Behörde, das Theater herauszuschmeißen und den Saal, ber für Schulzwede gebraucht wieb, freizubekommen. Das Kultus ministerium hat nichts getan, um sich vom Charakter des Stüdes und der Aufführung zu überzeugen. Es hat, trotz wiederholter Bitte des Theaters, es nicht der Mühe wert gefunden, eine Brobe ober die Generalprobe zu besuchen. Es hat dagegen bei Gericht erreicht, daß die Eyjoldt und ihr Mitdirettor für jede Aufführung I die der eine Red die wöh nich ge wor dür bau Dor 165 mai a Στα C dür Im Derl ruft Στα Eng 180 am mi ha Deu Ian beit Jein mil und mit teid alle Ma BO ben $ It e 102 bol ber mi be bin un tel phi to tef 5hi bur en bir tige e En aje 61 bur I r lap Litt De 101 eg 201 er in 00 e in ரு 5 B I 1 t n B e e t, St te E Bes ま ge It cen Su che ge gent zels icht cug men Jen auf auf ente pie Uch per ert in C 1 118 ber Dor وة nent ift Der ett. age, bat s Lers ben. 000 Des ich" bie ung mt ber Iges tes ges Tuf Tizet gier Rich war า น ต์ jus tüd Jule fter hen eine fühl aber tuse Ters zene efes iche, weirub hrer ber fie tus Fides Diter robe richt| ung Der Entente- Imperialismus In der französischen Kammer hat bei der Beratung über die vorläufigen Kredite für die Monate Januar und Februar 1921 der kürzlich zurüdgetretene Kriegsminister André Lefèvre in einer Rede die Gründe seines Rüdtritts dargelegt. Diese Rede ist ganz erfüllt von eben der nationalistischen Beschränktheit, die wir bei unseren alldeutschen und ihren fleineren Brüdern ges wöhnt sind. Lefèvre erklärte, die Gründe seines Abgangs seien nicht in der Art und Weise zu suchen, in der die Militärgeseze in seiner Abwesenheit vom Ministerrat angenommen worden seien. Er verkenne die finanzielle Lage nicht, aber man dürfe doch nicht zugeben, daß man Deutschland für den Widerauf bau der befreiten Gebiete und für die Zahlung der Pensionen Geld vorschieße. Die vorliegenden Budgets betrügen die Summe von 16 Milliarden. Man leihe Deutschland Geld zu 5 Prozent, wofür man selber 6 Prozent zahlen müsse. Frankreich sei also det Bantier Deutschlands. Er stelle deshalb die Frage, ob Frankreich Sieger sei. Er bedauere, daß der Ministerpräsident gesagt habe, Frankreich dürfe nicht des Imperialismus bezichtigt werden. Sei das Imperialismus, wenn man Elsaß und Lothringen wieder zurüd verlange und das Mandat in Cicilien ausführe?( Abg. Ca chin ruft dazwischen: Ja! das ist Imperialismus.) Wenn Wenn Frankreich für seine Sicherheit sorge, dann dürften sich Italien und England nicht wundern. England habe auch 860 000 Mann und 180 000 Matrosen unter den Waffen. Frankreich halte die Wacht am Rhein, wie die Gallier vor 2000 Jahren. Man dürfenicht mit dem Schicksal des armen Deutschland Mitleib haben.( Lebhafter Beifall.) Warum verlange man nicht von Deutschland die Gumme, die es bezahlen könne? Wenn Deutschland bereit sei, seine Fehler einzugestehen, und wenn es die Sichers heit gebe, ncht weder anzufangen, dann tönne man sich leicht mit feiner Entwaffnung zufriedengeben. Frankreich müsse genügende militärische Mittel besigen, um die tschechoslowakische, die polnische und die rumänische Mauer, die den Germanismus verhindere, sich mit dem Boljchewismus zu verbinden, aufrechtzuerhalten. Frant reich verdanke man den Sieg von Warschau, Frankreich trage allein, wie zu Beginn des Krieges, die Kosten der Anstrengungen. Man müsse immer bedenken, daß 60 Millionen Deutsche und 80 Millionen Russen sich gegen den Osten nach Indien und gegen ben Westen nach dem Rhein wenden tönnten. Herr Lefèvre will der Welt glauben machen, und vielleicht weiß It es auch nicht besser, daß die Barriere, die die Entente zwischen mittel und Osteuropa aufgerichtet hat, die germanisch bolschewistische Verbindung verhindern soll. In Wirklichkeit hat der französisch- englische- italienische Imperialismus den Osten von Mitteleuropa abgeschnürt, um ein ungeschmälertes Aus= beutungsobjett zu bekommen. Es soll mit aller Macht ver hindert werden, daß sich in den mitteleuropäischen Staaten ge unde Verkehrs- und Wirtschaftsverhältnisse herausbilden. Aus Diesem Grunde sind die oft gegen jede geographischen, ethnogra phischen, wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen vertoßenden Grenzfestlegungen erfolgt. Die von der Entente neugeschaffenen oder von ihr abhängenden Staaten in Mittel- und Südosteuropa sollen durch diese Abschnürung von den gegebenen, burch jahrzehnte und jahrhundertelange Beziehungen verbun Jenen Wirtschaftsgebieten abgedrängt und gezwungen werden, fich birtschaftlich ganz nach dem Westen zu orientieren. Das ist ber ligentliche Grund der Barrierepolitit, und das ist auch Jm perialismus. Der Aufrechterhaltung dieser Politik dient der Ententemilitarismus und es ist nicht mehr als eitel Ge afel, wenn man sich in Genf, natürlich ohne jeden Erfolg, über brüstung unterhielt. Die Absichten des Entente- Imperialismus bulben teine Abrüstung. Will man abrüsten, so muß man die Irsachen der Rüstungen beseitigen. Damit würde sich die apitalistische Bourgeoisie selbst aufheben. Eine fächsische Königspartei Wie die„ Dresdener Neuesten Nachrichten" von angeblich zuver älfiger Geite erfahren, steht die Gründung einer sächsischen königspartei nach dem Muster der bayerischen Königspartei inmittelbar bevor. Die neue Partei, deren Begründer der Deutinationalen Bolts partet nahesteht, wird sich on dieser hauptsächlich dadurch unterscheiden, daß sie nicht nur rundsätzlich die Wiederherstellung der monarchischen Staatsform es Stüdes mit je 6 Wochen Gefängnis bestraft werden sollen, so schon für die Erstaufführung mit 12 Wochen. Sat man eine solche Schamlosigkeit schon erlebt? Die dimmiten mb eifenstirnigsten Muder haben mit solchen Mitteln den so enannten„ Schmutz" in der Kunst niemals bekämpft. Das blieb inem rechtssozialistischen Kultusminister vorbehalten. Ein einziger Ruf des Unwillens ging durch den Saal. Er vers Dandelte sich in stürmischen Beifall, als Frau Ensoldt erklärte, er Borhang wird heute abend froßdem in die Höhe gehen. Der Vorhang ging in die Höhe, es wurde gespielt. Es war in nach mehreren Szenen starter und reiner Erfolg des Dichters. Die seelische Bartheit des Werkchens wurde durch die Aufführung berhaupt erst entdeckt, obwohl gerade die Frauenrollen ganz hwach gespielt wurden. Schnitzler hat seit gut zehn Jahren nichts mehr von Belang eschrieben. Der Reigen" ist eins seiner besten, sein eigenstes Berr. Es hat nicht seinesgleichen in der deutschen Literatur. Und s har ein Recht auf die Bühne, auf die es den Liebesakt bringt, wie„ Romeo und Julia",„ Die Walküre",„ Die Büchse der Sandora" und viele andere Meisterwerke. Es stellt die Welt einer estimmten Gesellschaft in einem Liebesteigen dar, der sich durch lle Klassen schlingt, Baar folgt auf Baar, indem sich jebes tellt nd die eine Hälfte einer neuen zueilt. Durch alle Szenen tönt ine vernehmliche Stepsis- der Mann ist stets der schlechtere.( Auf iese Weise erzieht" die Dichtung jogar den Mann. Was aber in Kultusminister nicht zu merten braucht.) So wie der Vorwärts" alle Schritte Nostes verteidigt hat, hützt er jetzt Haenisch. Er findet fein Wort des Tadels dafür, daß erstrebt, sondern die Wiedereinsehung des ehemaligen| die enge Verbindung zwischen Reichswehr und Selbstschutzsächsischen Königshauses herbeizuführen sucht. Herrlichen Zeiten führen die Deutschnationalen das deutsche Bolt entgegen. Wenn erst wieder in den 26 deutschen Freistaaten alle Könige, Fürsten, Serzöge in Amt und Würden eingesetzt sind, dann wird mit einem Schlage alle Not und alles Elend verschwinden. Weihnachtsmärchen Die Orgeschnote des Herrn Simons Herr Dr. Simons hat in seiner neuesten Orgesch Note seinen bisherigen Leistungen auf diesem Gebiete die Krone aufgesetzt. Er hat sich mit Haut und Haar den Orgeschleuten verschrieben und paßt nun erst voll und ganz in dieses Stinnes- Kabinett. Herr Dr. Simons bestreitet wiederum schlankweg den militärischen Charakter der Selbstschußorganisationen, er bestreitet auch eine mögliche Verbindung der ostpreußischen Ortswehren, der Reichswehr und der bayrischen Wehren. Dabei ist sich fein flarblidender Politiker im 3weifel, daß es nur des Anstoßes von rechts oder einer Neuauflage der Kappiade bedarf, um Reichswehr, Orgesch und das ganze Selbstschutzgeschmeiß zu einer Front zusammenzuschweißen. Es verlohnt sich nicht, mit Dr. Simons darüber zu streiten, was unbestreitbar feststeht. Der Außenminister zeigt nun in seiner Rote aber auch eine neue Seite seiner Begabung, sein Erzählertalent. Mit echter Lust am fabulieren malt er die Schwere der tom munistischen Gefahr an die Wand, die zwar den Franzosen wegen ihrer fomplizierten Lagerung nicht erkennbar, aber nichtsdestoweniger ungeschwächt vorhanden sei. Hören wir, was Herr Simons dichtet: organisationen aufgedeckt. Die Selbstschutzorganisationen dienen ausschließlich reattionären 3weden, fie find das Aufgebot der Monarchisten und Kapitalisten. Sie sind berufen, das durch die herrschende Wirtschaftsnot zur Berzweiflung getrie bene Proletariat durch blaue Bohnen zur Raison zu bringen. Die Orgesch ist die Schutztruppe des Kapitals und der Stinnesregierung Fehrenbach- Simons. Sie muß verschwinden! Streiks und Aussperrungen 1919 Die Statistit des A. D. G. B. Die Nr. 51 des Korrespondenzblattes" des Allgemeinen deut schen Gewerkschaftsbundes enthält eine Statistit der im Jahre 1919 geführten Lohnbewegungen der im Allgemeinen deutschen Ge werkschaftsbund vereinigten 32 Zentralverbände. Ueber 3a h1, Umfang und Erfolg dieser Bewegungen entnehmen wir der Darstellung das Folgende: Die Zahl der Lohnbewegungen belief sich im Jahre 1919 auf 26 433, die sich auf 42 249 Orte mit 349 166 Betrieben erstreckte, an denen 7 435 709 Personen, darunter 1 442 115 weibliche beteiligt waren. Die Beteiligung der weiblichen Organisierten ist gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen, eine Folge der nach dem Kriege eingetretenen stärkeren Beschäftigung der männlichen Arbeitskräfte. Gegenüber dem Jahre 1918 ist ein Steigen der Bewegungen um 15 574 mit 4 996 052 Beteiligten zu ver zeichnen. 86,1 Prozent der gesamten Bewegungen mit 89,7 Prozent Bes teiligten nahm einen friedlichen Verlauf, dagegen führten 15,9 Prozent zu Arbeitseinstellungen, wovon 764 460 Personen, darunter 103 363 weibliche betroffen wurden. Der größte Teil der Bewegungen wurde unternommen zur Erreichung Don Lohnerhöhungen. Nur bei 237 Bewegungen mit 13 095 Beteiligten handelte es sich um Abwehr von Verschlechte. rungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Die Annahme, daß die kommunistische Gefahr, auf die ich in meiner Note vom 9. Dezember bei der Schilderung der bayrischen Verhältnisse unter anderem hingewiesen hatte, für Deutsch land überwunden sei, fann leider nicht als zutreffend be trachtet werden. Ich habe allerdings der Ansicht Ausdruck ge= geben, daß durch das Auftreten der russischen Senolinge auf dem Kongreß der Unabhängigen Sozialistischen Partei Teutschlands in Halle manchem die Augen geöffnet worden seien. Meine Hoff- beitszeit zugrunde lagen. Die geringe Zahl der aus letzterem nungen sind aber nicht someit gegangen, daß ich geglaubt hätte, mit einer Bedrohung von dieser Seite nicht mehr rechnen zu Frauchen. Wenn meine Aeußerungen in der Unterredung vom 9. November anders aufgefaßt worden sind, so liegt ein Mißvers ständnis vor. Aus der Zahl der in Bayern abgegebenen tommunistischen Wahlstimmen fann feineswegs gefolgert werden, baß bei etwaigen Unruhen die Zahl der Kämpfer nicht über die der tommunistischen Wähler hinausgehen werde. Gelänge es einigen radikalen Ele menten, die Straße aufzurufen, so müßte mit weit größeren Maffen gerechnet werden. Die Gefahr wächst mit der wirtschaft lichen Not, die gegen Ende des Wirtschaftsjahres in besonders bedentlichem Grabe zunimmt. Daß die dagegen zur Verfügung stehenden regulären Kräfte die in der Rote vom 11. Dezember genannte Zahl nicht erreichen würden, ist aus meiner Note vom 9. Dezember ersichtlich. Herr Dr. Simons fönnte mit Recht der Theoretiter der Orgesch" genannt werden, so gründlich bemüht er sich nach allen Regeln einer fnifflichen Dialettit so etwas wie eine fommunistische Gefahr zu konstruieren. Fatalerweise ist ihm wieder ein Mißverständnis unterlaufen, mir wissen nicht, das wievielfte es ist seit seiner Laufbahn Nachdem der Boden also genügend vorbereitet ist, holt Herr Simons zum entscheidenden Schlage aus: Um ber Bevölkerung in Ostpreußen wie in Bayern das Ges fühl der Sicherheit zu geben und sie vor Gefahren zu schüßen, bie nur allzu drohend sind, ist es im Augenblid noch nicht angängig, bort zur vollständigen Entwaffnung der Selbstschugorganisationen zu schreiten. Bon den 3664 Bewegungen waren 3378 mit 636 665 Beteiligten Angriffsstreits, denen Lohnforderungen und Verkürzung der Arbeitszeit und in wenigen Fällen nur Verfürzung von ArGrunde geführten Bewegungen ist auf die gefeßliche Einführung des Achtstundentages zurückzuführen, wodurch ein altes Kampfziel der Gewerkschaften als erreicht angesehen wurde. Aussperrungen wurden von den Unternehmern in 60 Fällen unternommen, die 68 008 Personen, darunter 23 747 weibliche betrafen. Die Veranlassung zu diesen waren Forderungen der Arbeiter, Nichtannahme von Berschlechterungen der Arbeitsbedingungen und in 9 Fällen Streits. Die Aussperrungen endeten zum größten Teil mit einem Mißerfolg für die Unternehmer. Für die Durchführung der gesamten Bewegungen entfielen auf die beteiligten Zentralverbände Kosten im Gesamtbetrage von 38 882 375 Mart. Die allgemeine ökonomische Lage Deutschlands, der Stillstand der Produktion und die Umstellung der Betriebe auf die Friedenswirtschaft, sowie der Mangel an Rohstoffen, erschwerten teilweise die erfolgreiche Durchführung der Kämpfe. Wenn trotzdem eine große Zahl der Bewegungen nennenswerte Erfolge aufzuweisen hatte, so lag das vor allem an der treibenden Kraft der Arbeiter schaft, der gegenüber die Unternehmer scharfen Widerstand nicht entgegenzusetzen wagten. Weiter aber habe auch die Batera landsliebe der Unternehmer dazu beigetragen, so behauptet wenigstens der Gewerkschaftliche Nachrichtendienst des Gewett schaftsbundes", dem wir die obigen Zahlen entnehmen. Er lagt dazu wörtlich das Folgende: " ,, Unverkennbar war auch das Entgegentommen der Unter nehmer von dem Gedanken getragen, die beschränkte Aufbaumöglichkeit der Wirtschaft in Deutschland nicht durch schwere Arbeitskämpfe vollends zu zerstören." Dieser ebenso fühnen wie naiven Behauptung bes Blattes wollen wir entgegenhalten, daß uns gerade die Erfahrungen des legten Jahres gelehrt haben, daß zahlreiche Unternehmer ihre Betriebe aus dem Grunde geschlossen haben, weil ihnen nicht ge Und dann kommt die Bitte, die Entente möge sich doch diesen Gründen nicht verschließen und der deutschen Regierung in dieser Sache teine weiteren Schwierigkeiten machen. Fehlt nur noch die Berufung auf das bevorstehende Weihnachtsfest mit seinem Friede auf Erden und den Menschen nügend Profite winkten, trotzdem ihnen Aufträge und Material ein Wohlgefallen", und das Weihnachtsmärchen ist fertig. Aber im Ernst gesprochen: Das, was die deutsche Regie: rung durch ihren Außenminister der Entente sagen läßt, ist bie nad teste unwahrheit. In zahllosen Fällen ist Vor Weihnachtsabend Hoch über den Berirrungen menschlicher Religiosität stehend ist uns das Weihnachtsfest in jedem Jahre ein neues Erlebnis. Nicht meil jener Jude Jesus einst in selbstloser Singabe den Völkern der Erde das Heil gebracht haben soll, nicht weil vor fast zwei Jahrtausenden ein Mensch als Sohn Gottes geboren sein soll: uns ist Weihnachten ein Fest des Friedens und der inneren Har monie. Und es ist uns ein Fest der Weihe, an dem uns der Wunsch beseelt, allen Menschen eine Freude zu machen. Allen! Und besonders die Aermsten der Armen sind es, deren wir an dieJem Tage gedenten, mit wehmütigem Mitleid, aber auch mit starfem Vertrauen auf eine Welt, in der die Macht zum. Recht und bas Recht zur Macht werde. Wir wollen uns vor aller Welt zum Glauben an die sittliche Weltordnung bekennen, die, losgelöst von falscher Religiosität, aber erfüllt vom Segen der Wahrheit und der Gerechtigkeit, ein Reich des Friedens und der menschlichen Solidarität begründen soll. Das Leben ist und bleibt ein Kampf. Und diesen Kampf mit dem Schwert des Geistes und der Schärfe des Verstandes aufzunehmen und energisch weiterzuführen bis zur Erreichung unseres Bieles, fei unser Gelöbnis am Weihnachtsfeste: Auf, ihr Massen! Aufgewunden eure Anter! Frisch von hinnen! Flieget, bis ihr schimmern sehet eurer Zukunft goldne Binnenl F. C. Der Neubau der Staatsschulden- Verwaltung. Der Bund deut scher Architekten ist jetzt beim Reichsministerium wegen des Neubaues der Reichs- und Staatsschuldenverwaltung in Berlin vor in Mietsvertrag(!) zur Begründung eines Verbots einer Dich stellig geworden. Der Entwurf von Bestelmayer wat nach langer anonis. Uz meint, baß„ die zum Teil traffen Szenen bestimmt icht Paradestilde( 1) der Bühne sind. Man führt auch Aretinos Vialoge nicht auf." Baradeftücke zum Parteitag hat Schnigler ewiß nicht geschrieben. Der Vergleich mit dem Italiener Areno beweist dagegen, daß die Kenntnis von Aretino und von inizler beim betreffenden Rebatteur gleich gering ist. Während mlich Aretino der größte 3otendichter aller Zeiten ist, dessen lialoge zum Teil trasse Anleitungen zu Berversionen enthielten, Schniglers Dialoge zarte Charatteristifen, in denen die Men ben mehr aus die Ereignisse von Bedeutung sind. Der Bergleich fit Aretino hat daher nur den 3wed, das Berbot tific" au tchtfertigen. 05 Herr Saenisch Frau Eysoldt einsperzen wird, wollen wir bwarten. Aber das Gerücht davon möchten wir doch erleben. ur um lesen zu lönnen, wie der„ Vorwärts" auch das noch verfidigen wird. F. St. worden, denn er unterschied sich vom Schema F! Bejtelmayer entwarf ein ovales Bauwerk von etwa 40 Metern Höhe. Der Bund deutscher Architekten macht nun mit Recht geltend, baß es durchaus nicht Aufgabe der Baupolizei ist, zu prüfen", ob dieser Wolkentrazer den Nachbarstraßen Luft und Licht wegnehme. Das wird wohl ein Künstler vom Range Bestelmayers auch beurteilen tönnen. Die Baupolizei hat sich auf die Beurteilung des Ent wurfes auf Feuer und staatische Sicherheit hin zu beschränken. Wenn nun trobem der landläufige Entwurf des Baurats von Bandel ausgeführt werden soll, so wird wieder einmal eine außer gewöhnliche fünstlerische Leistung hinter die Durchschnittsarbelt eines Baubeamten zurildgestellt. Mogegen mit Recht zu protestieren ist. Tages- Notizen Braletarische Bereaftaltungen: Die Weihnachtsfeier bes 6. Difttttts finbet ant 25. Dezember, vorm. 12 Uhr, im Rose- Theater statt. Theater: Die nächste Erstaufführung der Voitsbühn.e bringt velt Rabindranat Tagore Das Bosamt und Shakespeares Somödie der 3rrungen in genügender Zahl vorlag. Ebenso falsch ist es auch, wenn das Blatt wetter sagt:„ Gichet war die Tätigkeit der aus der Kriegszeit übernommenes Schlichtungsinstanzen, die durchaus zugunsten der Ar beiterschaft wirkten, nach dieser Richtung( des Nachgebens zugunsten der Arbeiter) eingestellt." Demgegenüber brauchen wir nur an die Zusammensetzung der Schlichtungsausschüsse zu er innern, um zu beweisen, wie wenig durch diese bisher für die Arbeiterschaft herausgeholt werben fonnte. Der Bergleich der Zahlen mit denen des Vorjahres zeigt, daß der Anteil der erfolgreichen Bewegungen höher, da gegen der der teilweise erfolgreichen geringer it als 1918. So endeten 81,7 Prozent der Bewegungen( 1918: 79,9) erfolgreich und 16,7( 19,5) teilweise erfolgreich. Die ohne Erfolg gebliebenen waren gleich dem Vorjahre an Zahl unbedentend. Der Ausgang einer großen Zahl von Bewegungen blieb infolge mangelhafter Berichterstattung unbekannt. Die Bewegungen ohne Arbeitseinstellungen ver Tiefen günstig. Bon diesen endeten 83 Prozent erfolgreich und 16,9 teilweise erfolgreich. Der Erfolg der Bewegungen war der, daß eine Berbeffe. rung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für ins gesamt 7 257 036 Personen erzielt wurde; 797 825 erreichten eine Verkürzung der Arbeitszeit und 6470 960 eine Lohnerhöhung. Durchschnittlich wurde für jede Person eine Ar beitszeitverkürzung von 7% Stunden und eine Lohnerhöhung von 22,31 Mart durchgesetzt. Zu Abschlüssen von Tarifverträgen tam es anläßlich der Bewegungen in 11 501 Fällen, die für 4 600 879 Personen Geltung hatten. Bei der Beurteilung aller dieser Erfolge muß noch berüdsichtigt werden, daß bei der Statistik eine große Zahl von Verbänden nicht erfaßt ist, auch die Berichterstattung der einzelnen Ortsgruppen an bie Borstände ist oft sehr mangelhaft, so daß in Wirklichkeit ein günstigeres Resultat in die Erscheinung treten würde. Das Jahr 1920 wird voraussichtlich ähnliche Refultate ergeben, wenngleich schon jetzt Anzeichen dafülz vorhanden sind, daß der Widerstand der Unternehmer gegen Berbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen immer größer wird. Deshalb wird es Aufgabe der Gewerkschaften sein, in geschlossener Front gewappnet au bleiben. Aus aller Welt 2000 Tofe durch ein Erdbeben I U. Rewport, 24. Dezember Ciu Kabeltelegramm au sShanghai, datiert vom 22. Dezember, teilt mit, dah in der Provinz von Kanau, die schon durch die Sungersnot schwer heimgesucht worden ist, infolge eines schweren Erdbebens am 18. Dezember 2000 Mann nws Leben gekommen sind Groß- Berlin Und Friede auf Erden... Wieder ist Weihnachten gekommen, in allen Bevölkerungskreisen hat man je nach der Größe des Geldbeutels gerüstet, um das„ Fest der Liebe" feierlich zu begehen. In den meisten Familien der arbeitenden Bevölkerung wird ficherlich keine rechte Freude und feine fröhliche Stimmung auf kommen, dazu lastet zu sehr auf der Arbeiterschaft die materielle Not. Biele arme Kinder werden heute leer ausgehen, für viele Kinder wird der Weihnachtstisch recht ärmlich sein. Graue Weihnachten werden die Arbeitslosen und ihre Familien erleben. Auch die in Stellung befindlichen Arbeiter werden fein Fest haben die Zukunft für alle, die von ihrer Hände Arbeit leben, ist mehr als düfter. In den Kirchen wird es nach dem Läuten der Gloden heißen: „ Und Friede auf Erden!" Für die Unterdrückten und Ausgebeuteten wird es keinen Frieden auf Erden geben, bis die Sklavenketten gesprengt sind. Weiter muß der Kampf gehen his zur Morgenröte des Sieges über die Ausbeuter, die uns an ihren Produktionsmitteln mit den Ketten des Hungers fesseln. Grau mie der heutige Tag wird für die Klasse der Proletarier das Fest der Liebe sein und bleiben bis zum Aufflammen der heiligen roten Flamme, bis zum Tage des millionenfachen Schreies der Böfferbefreiung. Bis dahin Kampf auf Erden und Entbehrungen der Besitzlosen. Millionenschwindel einer Einkaufsvereinigung Gintaufsvereinigung für die Beamten und Arbeiter von Handel und Industrie, J. H. Ruck u. Co., Berlin W. 35, Potsdamer Str. 50, nannte sich eine Schwindel firma, die von der Kriminalpolizei jegt aufgelöst wurde. Ihre Inhaber waren ein Herr Rück und ein Deutschamerikaner Welz, die den Betrieb im März d. J. in einem einzigen Raume eröffneten. Die Einrichtung dieses Raumes bestand lediglich aus einem Tische und einem Stuhle, sowie einer Schreibmaschine. Um To größer waren dieser Bescheidenheit gegenüber die Geschäfte der Einkaufsgesellschaft. Nur waren sie nicht auch ebenso einwandfrei. Rüd und Welz hatten es verstanden, eine Auskunftei so zu täuschen, daß sie über ihre Gesellschaft die allerbesten Ausfünfte gab. Deshalb trugen die Geschäftsleute, mit deien die Einfaufsvereinigung" in Verbindung trat, teine Bedenten, für die gelieferten Waren ihre Wechsel in Zahlung zu nehmen. Die Gefellschaft faufte vor allem Exportwaren, Manufafturwaren, Eisenund Stahlwaren ufw. Die Güter wurden gleich nach Hamburg geliefert und dort zur Ausfuhr nach England und Amerika ver Sifft. Weil die Firma zunächst fleinere Beträge pünktlich zahlte, gewann sie immer mehr Vertrauen. Als dann aber große Summen fällig wurden, löfte fie die Wechsel nicht mehr ein. Es lam endlich soweit, daß der Gerichtsvollzieher ein- und ausging. 3u pfänden aber fand er nichts, als die Schreibmaschine und die anderen geringen Einrichtungsfachen. Die Gläubiger, die auch persönlch erschienen, lernten so einander fennen, erfuhren erst jetzt, welchen Umfang der Betrieb angenommen hatte und überzeugten t, daß das ganze Unternehmen von vornherein auf einen großen Schwindel angelegt worden war Jeht wandten fie sich an die Kriminalvolizei. Diese fahndete sofort auf die beiden Geschäftsingaber, längere Zeit jedoch vergeblich. Beide waren stets unterwegs. Gestern endlich gelang es, Rüd festzunehmen, als er von einer Londoner Reise zurüdfehrte. Welz ist unterdessen nach Almerita abgefahren, um dort die erschwindelten Waren zu Geld machen. Nach den bisherigen Ermittelungen betragen die Schulden, die die Einlaufsvereinigung" hinterlassen hat, schon ber eine Million Mart. Die außerordentliche Belastung der Stadt und Ringbahn, die folge der Ungleichheit zwischen den Straßen- und Eisenbahnarifen eingetreten ist, macht eine Neuregelung der Preise auf er Stadt, Ring- und Vorortbahn zum 1. Januar erforderlich. hierbei wird mit dem zurzeit bestehenden Drei- Zonen- Syftem völlig gebrochen und ein Einheitspreis für jebe Einzelfahrt eins eführt, der in der 3. Wagentlasse 0,50 M. und in der 2. WagenTaffe 0,70 M. beträgt. Ebenso werben auch die für den Bororts Erfahrenen Altmetallfortierer gesucht zu melden( auch Sonntags) Berlin W. 9, Bellevueftraße 13. Gewerkschaftliches Ein vorbildlicher Betriebsleiter Staatsbetriebe, die dem Reichsarbeitsministerium unterstehen, sollen eigentlich vorbildlich sein und, gestützt auf das Betriebs rätegeseß, auf ein harmonisches Zusammenarbeiten der Betriebsverkehr gelfenben Mindestfahrpreise erhöht. Wie die Einzelfahr- 1 tarten, so werden auch die Zeitkarten in den Mindestfägen gegen die bisherigen Preise bedeutend erhöht. Die billigste Monats farte( für die gesamte Stadt und Ringbahn geltend) tostet ab 1. Januar 13,70 m.( 3. Klaffe) bezw. 19,50( 2. Klasse), für die billigsten Monatsnebentarten( Borortverkehr) 6,90 m. bezw. 9,80 Mart. Dementsprechend erhöht sich auch der Preis für die Schüler monatstarten auf 5 bezw. 7,50 m., während die billigsten Wochenfarten 8,20 m. toften werden. Mit dem 1. Januar werden alle Fahrkarten, deren Preis unter den oben im einzelnen aufgeführten Beträgen bleibt, ungültig. Bereits im voraus gelöste Fahrleitung mit dem Personal sich einstellen. Der Betriebsleiter des tarten werden ohne Rüdsicht darauf, wo sie gelöst find, an jedem Schalter der Berliner Stadt, Ring- und Vorortstationen bis zum 31. März f. 3. gegen Erstattung des dafür gezahlten Betrages zurüdgenommen. Die Lösung von 3ufagfazten zur Weiterfahrt über die Zielstation hinaus oder zum Uebergang in eine höhere Wagenklasse wird von der bevorstehenden Neuordnung nicht berührt. Wie bisher müssen die Zusagfarten von Antritt der Fahrt gelöst werden. Der Zuschlag wird in der Höhe des tarifs mäßigen Fahrpreises erhoben, und zwar für die Reftstrecke, für die der Reisende eine gültige Fahrkarte nicht mehr besitzt. Eine Preisunterschiebsberechnung fommt auch fünftig nicht in Frage. Dienstwohnungen und Wohnungsmangel. Wegen Wohnungsmangel ist es häufiger vorgelommen, daß Dienstwohnungen nach Benfionierung, Bersegung oder Tod ihres Inhabers wegen Woh nungsmangel noch weiterhin zu Wohnzweden belassen werden. Dies hat zu dienstlichen Unzuträglichkeiten geführt. Da die Wohnungen nur für den Inhaber bestimmter Stellen vorgesehen sind, so müssen sie auch von dem betreffenden Stelleninhaber bezogen werben. Wie wir erfahren, find in zukünftigen Fällen bei even tuellem Ausscheiden aus der Dienststelle die Wohnungen sofort dem Amtsnachfolger zu überlassen. Wenn der Amtsnachfolger die Wohnung sofort beziehen möchte, lo fann dem Vorgänger bezw. seinen Angehörigen höchftens ein Teil der Wohnung und gegen Berechnung des auf die Räume entfallenden Mietswertes vorübergehend überlassen werden. Die bisherigen Dienstwohnungsinhaber sollen so schleunigft als möglich anderweit untergebracht werden, daher sollen die Betriebsämter die Bemühungen um Erlangung einer anderen Wohnung unter Klarlegung der Sachlage bei den Wohnungsämtern dringendst unterstügen. Anträgen der Betriebsämter auf Berüdsichtigung ehemaliger Dienstwohnungsinhaber soll von den Wohnungsämtern vorzugsweise stattgegeben werden. Ein eigentümlicher Verein. Schon vor dem Kriege bestand in Berlin ein Verein für das Kleinwohnungswesen". Der harmlose Wohnungssuchende gibt sich vielleicht der Soffnung hin, daß dieser Verein, seinem Namen gemäß, die Beschaffung von Kleinwohnungen fördere. Weit gefehlt! Zunächst ist der Verein gar nicht der Meinung, daß der anständige" Mensch in einer Kleinwohnung existieren könne, deshalb gebraucht sein Geschäftsführer Erich Leyser für sich und seine Frau 6 Zimmer in der FriedrichWilhelm- Straße. Und als Bureau für seine umfangreiche Tätigfeit gebraucht er noch einmal 5 Zimmer( Matthäitirchstr. 17). Allerdings ist er ein sehr geschäftiger Mann mit viel Interesse". 3m Interesse der Wohnungs- und Erwerbslofen läge es gewiß, wenn er eine oder mehrere seiner vielen Nebenbeschäftigungen zur Verfügung stellte. Es finden sich gewiß manche tüchtige Leute, die geringere Ansprüche an Arbeitsräumen n und weniger durch Nebenbeschäftigungen in Anspruch geno men sind. Der Wohnungsnot würde vielleicht dann mehr entgegengearbeitet. Magistrat wird uns geschrieben: In den Lichtenberger Zeitungen Die Kartoffelversorgung in Lichtenberg. Vom Lichtenberger wurden in letzter Zeit 3uschriften abgedrudt, die an der Art des Einmietens der von der Stadt eingekauften Kartoffeln und an der Beftimmung über die Sammlung der Küchenabfälle"( Kartoffelschalen) Kritik übten. Auch werden Unterschriften auf den Märtten gesammelt, um eine Broteftattion gegen den Lichten berger Magistrat wegen der Anordnung über die Küchenabfällelammlung zu veranstalten. Die Angriffe richten sich insofern an eine falsche Adresse, als die Anordnungen über die KartoffelSchalensammlung von einer Berliner Stelle ausgegangen find. Auch ist in Kartoffelversorgungsangelegenheiten die Lichtenberger Behörde nur ausführendes Organ des Berliner Magistrats. Zur Kartoffelversorgungsfrage im allgemeinen wäre noch zu be= merten, daß die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln im laufenden Wirtschaftsjahr nicht die erwartete günstige Wirkung gehabt hat. Die Händler, die sich hierfür mit allen Kräften ein gesetzt haben, haben ihre Versprechungen hinsichtlich der regelmäßigen ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln nicht erfüllen fönnen. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonn abend. Etwas fälter, vielfach heiter, zeitweise neblig oder wolkig bei mäßigen füdöstlichen Winden. Keine erheblichen Niederschläge. Briefmarken, Münzen Rur solange Borrat reicht liefern wir kauft Grossmann, Johannisstr. 4 Hordan 10 6.25 Nicht in 6-8 Wochen sonders in 3-5 Tagen werden sämtliche Militär- und Zivilgarderoben gefärbt. Trauersachen binnen 24 Stunden. Schnellfärberei u.chemische Waschanstalt Moab. 5242 NORD- WEST. ( Gatz Gebrüder) Klassiker ChamiffosWerke Freiligraths» Goethes Goethes 4 Heines 1 Band 15. Mark 3. Bände 50. 60.138.136.19 " " " Heines 4 68." Hansa 1075 Jbsens 2 22." " Lenaus 1 Band 15." Leffings 2 Bände 30.99 Reuters 4 4 60." 60." 60." Fabrik und Expedition: Alt- Moabit 60. 2. 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Ein gewiffer Kaspar Ganghof, kein Held, sondern nur ein kritischer Liebhaber, begreift, weil weder von der Natur noch vom Glück besonders begünstigt, den Unwert der bürgerlichen Moral und verlobt sich am Schluffe ganz fittsam mit feiner Jugendliebe, der es ähn lich ergangen ist. Konrad Loele. Der Weg zum Haß. Geschmackvoll gebunden 11. m. Bwei Menschen verzweifeln an sich und ihrer Beit und hoffen nur noch auf das Kind. Die Schicksale und Gedanken des Peter Wenk gehören der Vergangenheit an. Aber es ift nüßlich, fie nicht zu vergessen. Bielleicht ist der Abstand, den wir von jener Zeit gewonnen haben, noch zu gering. Es mag sein, daß dieses Buch erft in ein paar Jahren erkannt wird. Aber es wird anerkannt werben. In seinem künstlerischen Stil ift Loele ein ganz Eigener, durchaus ohne Sentimentalität, von einem feltfam ironischen Humor erfillt, dann wieder in knappen Wendungen tiefe Tragik offenbarend. Bei alledem ein Sprachkünftier, den die neuerdings beliebte Breite und Verfchwommerheit völlig wesensfremd find. Seine Blicher find die genußreichfte, die anregendfte und originellfte Lektüre, die man im deutschen Roman heute endet. Annahme in allen Speditionen des Verlages Versorgungslazaretts I Berlin, ein ehemaliger Stabsarzt, hat dar über eine andere Ansicht. Die Mitglieder der Betriebsvertretung empfängt er nur in ,, Audienz". Sie haben zu schweigen, ihm zuzuhören und nur auf Befragen zu antworten. Wichtige Verfügungen des Reichsarbeitsministeriums werden der Betriebsvers tretung absichtlich nicht zugestellt. Ein Raum zur Abhaltung einer wichtigen Betriebsversammlung wird der Betriebsvertretung verweigert mit der Begründung der Ersparnis von Licht und Heizung. Für eine mäßig besuchte Weihnachtsfeier war plöglich Licht und Heizung für den geforderten Raum vorhanden. Als ob eine Betriebsversammlung minder wichtig ist als eine Weihnachtsfeier mit einem sich als Vereinsredner geberdenden Betriebsleiter! Bei wichtigen Besprechungen wegen Massenentlassungen, versuchte der Betriebsleiter den Borsigenden des Betriebsrats glatt auszus schalten. Als dieser sich derartige Provokation nachdrücklichst ver bat, bedeutete der Betriebsleiter ihm er solle den Mund halten, er habe nur zu antworten, wenn er gefragt würde. Der Betriebss leiter würde ihn hinauswerfen usw." Um die Geschäftsführung der Betriebsvertretung zu hindern, untersagte der Betriebsleiter die Benugung der seit einem Jahre verwendeten Schreibmaschine. Es liegt flar auf der Hand, daß derartige Betriebsleiter nur dem Personal die Lust am Arbeiten verleiden. Auf solche Bosten ge hören Personen, die man nicht erst mit„ Knigges Umgang mit Menschen" beschenken muß. Grobe Unteroffiziersmanieren aus der wilhelminischen Zeit, um 3ug in die Bande" zu bringen, verfehlen ihren 3wed und bewirken das Gegenteil. Bezeichnend für die Befähigung des Betriebsleiters ist übrigens, daß er den Entwurf einer Arbeitsordnung vorlegte, der aus sage und schreibe 6 furzen Paragraphen bestand. Und das für einen Betrieb, der ca. 200 mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigten männ lichen und weiblichen Personen umfaßt. Wer lacht da? Inventuraufnahme in den Reichswerten. Von einigen Lesern unferes Blattes geht uns nachstehendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Den Arbeitern wird von Arbeitgebern sowie von staatlichen Behörden stets zugerufen:„ Nur Arbeit fann uns retten!" Trotzdem sezen die Deutschen Werke int Spandau, die doch schon Eigentum des Reiches sind, in der Zeit vom 27. Dezember 1920 bis 2. Januar 1921 wegen Inventurauf nahme aus und verbieten in dieser Zeit das Arbeiten. Eine ganze Woche wird in den Reichswerken nicht produktiv gearbeitet. Dies ist im Interesse des Deutschen Reiches ein Schaden; außerdem haben Tausende von Arbeitern, die von der Hand in den Mund leben, eine ganze Woche Lohnausfall und wissen nicht, wovon sie in dieser Zeit leben sollen. Ist dieses nötig? Im Jahre 1919 wurde in den Reichswerten auch während der Inventur gearbeitet. Die alten Kollegen, die seit 30 Jahren dort beschäftigt sind, haben noch niemals wegen Inventuraufnahme gefeiert. Wir fragen die Direktion: Aus welchem Grunde müssen in diesem Jahre Tausende von Arbeitern eine Woche aussehen?" Wir sind der Meinung, daß die Inventuraufnahme auch ausgeführt werden fann, wenn gearbeitet wird. Die Erwerbslosenunterstützung, die hier unnötig auf die Straße geworfen wird, sollte man lieber den in Not und Elend geratenen Kindern zuteil werden lassen. Wieder ein Beweis, wie herrlich weit wir es gebracht haben in der freien deutschen Republit." Aus den Organisationen Treptow- Baumfahulenweg. Am 3. Weihnachtsfeiertag veranstaltet der Orts verein seine diesjährige Weihnachtsfeier bei Nitschte, Am Treptower Bart 25-26. Anfang 6 Uhr. Eintritt 1,50 M. Reichhaltiges Programm. Arbeitslose Ges noffen freien Eintritt. Kleine Geschente sind von den Eltern für ihre Kinder mitzubringen. Kinder der Erwerbslosen werden beschenkt. Vereinskalender Sosialiische Proletarier- Jugend Neukölln. Am Sonnabend, ben 1. Weihnachts feiertag, Weihnachtsfeier im Jugendheim Cannerstr. 46. Heimöffnung 3 Uhr. An fang 4 Uhr. Berantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb, Berlin. Ber antwortlich für den Inferatenteil: Ludwig Romeriner, Karlshort. Verlagsgenolienibaft Freiheit" e. G m b. S.. Berlin.- Drud der Freiheit" G Truforoi 6 m. 6. Berlin 9 Proite trabe on Kleine Anzeigen Geschäftsstelle: Berlin 2, Breiteste. B Das Ueberfchriftswert 2-9k, jebes weitere Wort im Zegt 1.50 Mh. netto. Stellungsgesuche: Ueberschriftswort 1.50 Mk., jedes weitere Wort im Tegt 1.- Mk. 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