ns 024 als ht ez ind Cent 2112 312 bit beq örd ezd ng cent era nit eta ers ter en e ter el bet exa 42 it hr, Bir ift fes nga ng. 2 bs bs Rita Сена in erg hra ais cot tel, bis hra caff Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Ste Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags us einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zuftellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 9. Für Boft bezug nehmen sämtliche Boftanstalten Beftellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 62, Breite Straße S Dienstag, 28. Dezember 1920 Nummer 553 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Ronparelleselle sbee beren Raum hoftet 5,-. einschließlich Teuerungszufchlag. Rieine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2- M., fedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen lant Tarif. Familien Anzeigen und Stellen Gefuche 3,20. netto pro Zeile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50., jebes weitere Wort 1,- M Bernsprecher: Sentrum 2030, 2645, 4510, 4008, 4035, 4842, 4921 greibeif Berliner Organ Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Der Parteitag in Tours Keine Besprechung der Frage der 3. Internationale Es ist auffällig, daß vom Parteitag ber französi fchen Sozialdemokratie in Tours schon gestern nur die knappe und nichtssagende Meldung vorlag, die wir in unserer Morgenausgabe zum Abdruck brachten. Die frans zösische Presse ist noch nicht eingegangen, so daß ein flares Bild von den Verhandlungen zurzeit noch nicht möglich ist. Dennoch besteht der Eindrud, als hätten die Bemühungen zur Erhaltung der Einheit der Partei Früchte getragen. Darum ist auch die heute eingegangene, ebenfalls sehr knappe und etwas unklare Meldung, die auf ein kompromiß in der Frage des Anschlusses an die dritte Internationale hindeutet, nicht un glaubwürdig. Wir geben sie deshalb, wenn auch mit einem gewissen Vorbehalt, wieder. SN. Baris, 28. Dezember. Der Sozialistentongreß in Tours nahm eine Entschließung an, die bie Besprechungen über den Anschluß an die 3. Internationale verbietet, da die Banern im allgemeinen die von Mostan gestellten Bedingungen noch wenig begreifen. 2onguet und BIum erflärten sich für die Annahme der Entschließung, nur die Rommunisten wandten sich scharf dagegen. Die Konzentration der englischen Gewerkschaften DA. London, 27. Dezember. Die vier Fachverbände National Union of General Worters", Workers Union",„ Municipal Employees Association" und Amalgamated Union of Labour" planen, sich zu einer einzigen Gewerkschaft zusammenzuschließen, die mit 1% Millionen Mitglieder die größte Gewerkschaft der Welt sein würde. Der auf einer Londoner Konferenz aufgestellte Verschmelzungsplan unterliegt nunmehr der Beschlußfassung der Vorstände ber einzelnen Verbände. Kommt die Bildung dieser Riesengewert schaft zustande, so find in ihr über 200 verschiedene Berufe vertre ten. Auch im Schiffs- und Maschinenbau Englands machen sich diese Zusammenschlußbestrebungen start geltend. Sie ben große Fachverbände dieser Industrien wollen ebenfalls eine einheitliche Organisation bilden, über die zurzeit eine Abstimmung unter den in Frage kommenden Arbeitern stattfindet. Bei der Zusammenschließung der vier angeführten Orgas nisationen handelt es sich um die Bildung einer gemeinsamen Organisation der Arbeiter in den Gemeindebetrieben. In der großen Gewerkschaft werden aber auch Gruppen vertreten sein, die bei uns im Fabritarbeiterverband organisiert sind. Das Bestreben, die Zusammenfassung der zahlreichen kleinen Berufs- und Branchenverbände, die in England bestehen, zu fördern, ist gegenwärtig außerordentlich rege. Schon unlängst fonnten wir auf prattiche Folgen Lich Berschmelzungsbewegung in anderen Produktionszweigen hinweisen. Diese neue Meldung zeigt, daß die Beratungen über die Zentralisation der englischen Gewerts. schaftsbewegung, die ständig gepflegt werden, fortschreitend Früchte tragen. Die englischen Gewerkschaften werden da= burch zu wirksamen Trägern der Massen= fämpfe, die auch der englischen Arbeiterklasse bevorstehen. Die Energie, mit der die Bildung von Riesenverbänden betrieben wird, zeigt, daß die englische Arbeiterschaft ent= schlossen ist, diese Massentämpfe vorzubereiten und zu führen. der Die Entwaffnungsaktion Beim Auswärtigen Amt ist eine neue Note der Entente einge. troffen, die sich gegen den militärischen Charakter der Sicherheitspolizei wendet und die Umwandlung des militärischen Charakters der Sicherheitspolizei in einen politisch- vers waltungstechnischen fordert. Die Umwandlung der Sicherheitspolizei wurde schon auf der Konferenz in Spaa angefordert, Scheint aber nach den Erfahrungen der Ueberwachungstommiffion noch nicht gründlich genug durchgeführt worden zu sein. Die Botschaftertonferenz in Paris, die sich, wie wir heute morgen meldeten, mit der Antwortnote der deutschen Regierung vom 22. Dezember befaßte, hat von ihren Entschlüssen noch nichts verlautbaren lassen. General Rollet soll bei der Beratung der Ueberzeugung Ausdrud gegeben haben, daß auf einem gütlichem Wege die Entwaffnung der Deutschen, namentlich ber bayerischen Einwohnerwehren, nicht durchzuführen sein werde. deren Entschlüssen Er bezeichnete die bayerischen Einwohnerwehren als eine gefährliche Nebenregierung, von folgenschwere Verwidelungen im Deutschen Reiche Wohansen tönnen. Das Ministerium Kahr führet icheri in Bayern nur dem Namen nach, während Forstrat Escherich die wirkliche Kommandogewalt in Händen habe und heute dikta. forisch über ein Heer verfüge, das eine völlige Umwälzung in Deutschland herbeizuführen in der Lage sei. Nach diesen Ausführungen scheint es die deutsche Regierung, bie die Orgesch schützt, dirett auf einen Konflikt mit der En tente angelegt zu haben. Möglicherweise werben bie monarchi tischen Kreise in Deutschland versuchen, gerade diesen Konflitt zum Anlaß zu nehmen, um sich in den Sattel zu schwingen. Die Entschädigungsfrage Weitere Verhandlungen in Brüssel SR. Saag, 28. Dezember. Der Sonderberichterstatter bes Nieuwe Rotterdamsche Courant" in Baris meldet über die weiteren Verhandlungen bezüg lich der Entschädigungsfrage: Ueber die Brüsseler Konts ferenz fann mitgeteilt werden, daß die französischen, belgischen und italienischen Delegierten sich untereinander verständigt haben. Deutschland wird bald ein Vorschlag gemacht werden. Der französische Vertreter Seydoux ist Vermittler. 3m Augenblid fann man nicht weitergehen, da Staatssekretär Bergmann nicht genügend Befugnisse hat. Er muß erst mit seiner Re gierung beraten. Man ist in französischen Kreisen der Meinung, daß man Deutschland schon sehr entgegengekommen ist, um so mehr, als im Lande, und namentlich im Parlament, die Opposition gegen eine deutsche Schadenersatzleistung in Naturalien zunimmt. Berkleinerung des Reichstags Verminderung der Zahl der Abgeordneten um 100. Der alte Reichstag zählte 397 Abgeordnete. Diese Zahl war folgendermaßen entstanden: 1871 zählte Deutschland 39,7 Millionen Einwohner, so daß auf je 100 000 Einwohner ein Abgeordneter entfiel. Troß der gewaltigen Bevölkerungszunahme wurde an der 3ahl 397 feftgehalten und es ergabe sich daraus besonders für die volfreichen Großstädte die größten Ungerechtigkeiten. man ging von der Erwägung aus, daß ein Barlament mit faft 400 Mitgliedern gerade die Höchstgrenze erreicht hat, bei der die Arbeitsfähigkeit noch gesichert ist. Der jegige Reichstag zählt 466 Abgeordnete trok der Verkleinerung, die Deutschland durch den Friedensvertrag von Versailles erfahren hat. Es ent fällt jezt auf etwa 60 000 Einwohner ein Abgeordneter. Aber Nach Mitteilungen der Presse ist ein neues Wahlgefeh in Vor bereitung, das eine Verkleinerung des Reichstages dadurch her= beiführen will, daß erst auf 75 000 Einwohner ein Abgeordneter entfällt. Der Reichstag würde dann nicht mehr 466, sondern nur noch 360 Abgeordnete zählen. Auch in Preußen sind ähnliche Bestrebungen im Gange. Die Landesversammlung zählt jetzt rund 450 Mitglieder, während der fünftige Landtag höchstens 350 Aba geordnete aufweisen soll. Berfehlte Entrüftung Die deutschnationalen Berleumder Die demokratische Presse entrüstet sich über einen Artikel der„ Kreuzzeitung", in dem der Versuch unternommen wird, aus dem eben erst eingeleiteten Prozeß gegen den ehemaligen Finanzminister Erzberger einen Prozeß gegen die Demofratie zu machen. In dem Artikel der„ Kreuzzeitung" hieß es u. a. a.: „ Persönlich haben wir den Fall Erzberger nie genommen. Wir haben Herrn Erzberger immer als das genommen, als was er sich selbst in seiner legten Rede in Moabit bezeichnete, als Bertreter der jungen deutschen Demokratie." Für die Redaktion der„ Kreuzzeitung" existiert natürlich in ihrer Verleumdungssucht die Tatsache nicht, daß Erzberger Beamter der Republik wurde. In dem Artikel heißt es dann taiserlicher Staatssekretär gewesen ist, und erst später weiter: „ Wir haben immer behauptet, daß dieser korrupten De motratie die Geschäftspolitit, das Denunziantentum, die Unwahrhaftigkeit und die Unanständigkeit eigen seien, die diesem Vertreter" gerichtlich attestiert worden sind. Darum eben befämpfen wir diese Demokratie, weniger weil sie solche Leute hoch bringt, sondern weil sich solche Leute mit Recht ihre Vertreter nennen tönnen." Es ist durchaus richtig, wenn die Berliner Volts zeitung" dazu schreibt: Diese mit teinem parlamentarischen Ausdrud näher zu bezeichnende Frechheit ist das vielleicht st ärtste Stüd, das sich die Reaktion in den letzten Monaten geleistet hat. Wenn noch eine Spur von politischem Anstand in den paar ehrlichen Führern der Deutschnationalen Boltspartei sikt, dann müssen sie umgehend von der Leitung eines Blattes abrüden, das man bis gestern noch für das sauberfte der Familie gehalten hatte." Aber wozu diese Entrüstung und der Appell an die„ ehrlichen deutschnationalen Führer? Weiß die, Berliner Boltsdeitung" nicht, daß sich in dieser Gesellschaft, die doch nur von der Lüge und der Verleumdung der Republik und des So zialismus lebt, die Männer wie Helfferich, Wulle, Kerkhoff usw. zu Führern hat, schon lange kein ehrlicher Politiker mehr aufhält? Bombenanschlag in Lissabon. Wie aus Lissabon( Portugal) gemeldet wird, murde ein Bombenattentat auf den Ministerpräsidenten und eine Anzahl politischer Persönlichkeiten verübt. Es wurde niemand verlegt. Arbeitslosigkeit in England ( Von unserem Londoner Korrespondenten) London, Mitte Dezember. Das beherrschende Problem des englischen Wirtschafts lebens ist die Arbeitslosigkeit. Sie tam mit allen eines falten Winters. Die offizielle Statistik gibt die Zahl ihren Leiden und Schrecken zusammen mit den Entbehrungen der in den Arbeitsnachweis- Bureaus registrierten Arbeits suchenden mit 550 000 an. Aber es wird allgemein zugegeben, daß eine weitere halbe Million von beschäftigungslosen Ars beitern und Angestellten hinzugerechnet werden muß, die den staatlichen Arbeitsnachweis gar nicht anrufen. Also mehr als eine Million Erwerbsloser. Mit den Angehörigen sind das rund 4 Millionen Seelen, die seit Wochen, manche seit vielen Monaten, ohne Verdienst herumgehen. Sie bilden ein Zehntel der werftätigen Bevölkerung Großbritanniens. Darunter sind eine Viertelmillion demobilisterter Soldaten, die von der Regierung eine Unterstügung von 1 Pfd. Sterl. pro Woche erhalten. Diese Zahlen geben noch feine erschöpfende Auskunft über den Umfang der Produk tionsstodung im Lande. Dazu kommen mehrere Hunderttausende von Arbeitern, die drei und weniger Tage in der Woche arbeiten. Am schwersten betroffen ist die Textilindu strie. In Vorkshire arbeiten 100 000 Tertilarbeiter bloß von 6-24 Stunden in der Woche. In Lancashire arbeiten etwa die Hälfte aller Fabriken halbe Zeit. In dem Industriebezirk Oldham find 65 000 Textilarbeiter davon betroffen, in Roch dale über 40 000. Daneben sind Dutzende von Fabriken mit Zehntausenden von Arbeitern völlig stillgelegt. Ebenso schwer betroffen ist die mechanische Industrie. Mit den Angehörigen ist es eine weitere Million Menschen, die faum eine Sälfte ihres auch sonst ungenügenden Lohnes heimbringt. Es bedarf nicht vieler Worte, um flar zu machen, welches Maß von Entbehrungen und Leiden in diesen Krisenzahlen zum Ausdrud tommt. Die arbeitende Bevölkerung hat sie bisher mit relativer Geduld ertragen. Zu ernsten Ruhestörnugen ist es seit der Demonstration und den Zusammenstößen mit der Polizei am Tage der Parlamentseröffnung, am 18. Oftober, nicht ge tommen. Aber der Unmut der Massen steigt zusehends. Er machte sich in den letzten Wochen am häufigsten Luft in mehreren Versuchen der Arbeitslosen, leere Häuser, insbesondere öffentlichen Charakters, wie Bäder, Bibliotheken, Rathäuser, zu besetzen. Die so offupierten Räume dienen gewöhnlich zur Einrichtung von Lebensmittel- Verteilungsstellen und der Bureaus der Arbeitslosenvereine. Aber es war auch schon ein Versuch, nicht leerstehende Lagerhäuser in Beschlag zu nehmen. Die Regierung hat bisher auf dem Gebiete der Ara beitsbeschaffung oder der Unterstügung der Erwerbs. losen nichts wesentliches geleistet. Es wurde ein neues Verficherungsgesetz angenommen, das Arbeitslosen eine Unterstügung von 15 Schilling in der Woche durch höchstens 15 Wochen im Jahre gewährt. Die Versicherung beruht auf einer regelmäßigen Beitragsleistung. Die Regierung selbst trägt nur 14 Prozent bei, die restlichen 86 Prozent werden zu einem Drittel von den Arbeitern und zu zwei Dritteln von den Unternehmern aufgebracht. Das Gesetz umfaßt etwa 12% Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen und bedeutet somit eine dreifache Ausdehnung der Arbeitslosen- Versiche rung aus der Vorkriegszeit. Natürlich ist aber eine, Unterftügung von 15 Schilling in der Woche bei der heutigen Teuerung gänzlich ungenügend. Mit den kleinen Zuschüssen für die Angehörigen kommt sie durchschnittlich auf 1 Pfd. Sterl pro Woche, während das Existenzminimum für eine Arbeiters familie mit 4 Bfd. Sterl. zu veranschlagen ist. Dazu kommt, daß mit Ausnahme der beschäftigungslosen demobilisierten Soldaten die 750 000 Arbeitslosen vorderhand feinerlei Zuschüsse seitens des Staates erhalten. Denn das Gesetz wurde zu spät angenommen, um ihnen zugute zu kommen. Man muß wenigstens 4 Wochen Beiträge geleistet haben, bzw. in Arbeit sein, um auf eine achtwöchentliche Unterstüßung Anspruch zu haben. Es entstand somit die unmög liche Situation, daß das Gesez gerade für die Sunderttausende wirkungslos ist, die der Unterstügung am dringendsten bedürfen. Die Arbeiterpartei hat im Barlament ein Gesez zur Verhinderung der Arbeitslosigkeit einges bracht, das aber angesichts des Widerstandes der Regierung feine Aussicht auf. Annahme hat. Die Erefutine der Partei verlangte darum eine Reihe von Rotstandsmaßnah men der Regierung. In ihrem Beschluß verweist die Partei auf die wachsende Rot und die Unfähigkeit der Behörden, Standal, daß unschuldige Menschen Hungers sterben, nicht Arbeit zu verschaffen, und erklärt, daß der gegenwärtige. weiter fortdauern darf. Die Partei fordert zunächst, daß jeder Arbeiter, der durch den staatlichen Arbeitsnachweis feinen Erwerb finden kann, unterstützungsberechtigt ist und daß, ferner, der Unterstützungsbetrag auf 40 Schilling in der Woche für einen Mann und 25 Schilling für eine Frau, samt Zuschüssen für die Angehörigen, erhöht wird. teilt werden. Während einer 3ivifanstellung ruht der Pensions bezug, soweit das Einkommen aus dem Dienstverhältnis unter Hinzurechnung der Pension den Betrag des der Versorgung zu grunde gelegten Diensteinkommens übersteigt." und der Export ist lahmgelegt durch den 3ufammenbruch des europäischen Kontinents. Aber die herrschende Koalition zeigt feine Reigung, die kostspielige Außenpolitik der Curzons und Churchills zu ändern. Das Sparsamfeitsgesarei, das durch den Northcliffschen Blätterwald schallt, bedeutet in der Der Kampf, den seinerzeit Lüttwik gegen die Republik führte, Praxis, daß die Regierungsparteien im Punde mit den Lords war in erster Linie ein Kampf um die Futtertrippe. Er ist dardie Kredite für Behausung und Unterricht beschneiden, jede über gestolpert. Seine Nachfolger haben es jegt meisterhaft verHilfe an Arbeitslose verweigern, lauter denn je nach Restanden, ihre Sonderwünsche durchzudrücken. Für die Tu duktion ihrer Einkommensteuern rufen und im übrigen ein berkulosen, für die dahinsterbenden Proletarierkinder hat der Staat tein Geld übrig. Da muß der Bettelsack geschwungen werneues Flottenprogramm vorbereiten, das Hunderte von Millionen Pfund verschlingen muß. den. Die gesunden Offiziere, die noch arbeiten können, erhalten nach zehnjähriger Dienstzeit eine lebenslängliche Pension. Und was fostet der Spaß? Jm ersten Jahre 120 Millionen, im zweiten 206 Millionen, im dritten 289 Millionen, dann jährlich steigend um 3,7 Millionen, so daß wir nach zehn Jahren etwa 400 Millionen Mart jährlich für Offizierspensionen ausgeben müſſen. ( Der Anteil der Mannschaften an diefer Sineture ist, wie das bei dem preußischen Kommis üblig, sehr gering.) Ist es der Dünfel der Uebermachtsicherheit oder Hochmut vor dem Fall? Die Regierung weiß nur zu gut, welche Gefahren die Steigenbe Arbeitslosigkeit birgt. Sie wehrt sich darum sehr energisch dagegen, wie z. B. Lloyd George in seiner Antwort an den Londoner Grafschaftsrat, daß man sie für die wachfende Rot verantwortlich macht. Um die öffentliche Meinung zu beschwichtigen, operiert die Regierung mit vielstelligen Bahlen. Sie verweist darauf, daß seit dem Waffenstillstand 57 Millionen Pfund Erwerbslosenunterstützung verausgast wurden, 5 Millionen Pfund für die industrielle Anlernung von verwundeten Soldaten, 7% Millionen Pfd. Sterl. für Ansiedlung auf dem Lande, und daß weitere 100 Millionen Pfund für diese 3wede bewilligt sind. Aber wie aus diesen Angaben ersichtlich, handelt es sich nur um demobilisierte Soldaten und Erwerbslose nach dem Waffenstillstand infolge der Reduktion der Kriegsindustrien. Die Tatsache bleibt unberührt, daß die Regierung der neuen Welle der ArbeitsJosigkeit hilflos und tatenlos gegenübersteht. Ihr einziger greifbarer Vorschlag ist die Veranstaltung von öf= fentlichen Arbeiten in größerem Stile. Sie hat den Grafschaftsräten eine Subvention von 50 Prozent für Wege: bauten versprochen, aber vorläufig sind bei diesen Notstandsarbeiten nur 5000 Menschen beschäftigt und es wird immer deutlicher, daß es praktisch undurchführbar ist, beschäftigungs: lofe Textil- und Maschinenarbeiter oder Bureaubeamte in größerer Zahl bei Straßenbauten zu verwenden. Neben den Qualifikationsschwierigkeiten ist auch das Wohnungstungsfosten 3 Milliarden verschlingen. Jezt wird problem in den Gegenden, wo die Wege angelegt werden sollen, in der Regel nicht zu lösen. Der zweite Ausweg der Regierung ist ihr Entschluß, 50 000 gewesene Goldaten im Baufach unterzubringen. Die Bauarbeitergewerkschaft wehrt sich indes gegen diese Ueberschwemmung der Bauindustrie mit unqualifizierten Arbeitern, so lange die Regierung den Bauarbeitern feine Garantien gegen spätere Arbeitslosigkeit bietet. Tatsache ist, daß schon jezt Tausende von Bauarbeitern arbeitslos sind, weil die Materialienteuerung die Errichtung von Baulichkeiten dauernd lähmt. Die Gewerkschaft hat es abgelehnt, am 20. Dezember zu einer Konferenz mit dem Arbeitsminister zu erscheinen und die ultima tiven Vorschläge der Regierung entgegenzunehmen, so lange diese Garantien fehlen. Die Regierung lenkt anscheinend ein. Die Regierung zeigt nur Energie in ihrem Widerstand gegen alle Vorschläge und Forderungen der Arbeiterschaft und der kommunalen Selbstverwaltungsförper, die von der Not der Arbeitslosen zunächst betroffen werden. Sie lehnt alles mit dem Hinweis auf den Geldmangel ab, während zu gleicher Zeit der Kriegsminister Churchill einen Ers gänzungsetat von 40 Millionen Pfund und Marines und Luftdienst weitere 10 Millionen, nahezu ohne Widerstand, bewilligt erhielten. Mit diesem Betrage allein konnte eine Million Arbeitsloser ein halbes Jahr hindurch erhalten werden. Die Regierung verfolgt aber mit ihrer Untätigkeit einen sehr durchsichtigen Plan. Sie handelt in voller Uebereintimmung mit den Industrieherren. Wie immer fämpfen zwei Seelen in der Brust der englischen Bourgeoisie. Es gibt eine Strömung in den Unternehmerkreisen, die zur Vorsicht und Rachgiebigkeit mahnt in vollem Bewußtsein der revolus tionären Stimmungen, die die Not von 5 Millionen Menschen erzeugen muß. Aber vorherrschend ist die Taftit der Scharf macher. Ein adliger Aufsichtsrat hat unlängst in aller Deffentlichkeit ausgefprochen, daß die steigende Erwerbs losigkeit die Arbeiterschaft in ihren Lohnforderungen ges fügiger machen wird. Es ist klar, daß den Kapitalisten diese millionenköpfige industrielle Reservearmee gar will: ommen ist als Mittel, um die Lohnsteigerungen ein für allemal zum Stillstand zu bringen und womöglich die Lebenshaltung der Arbeitermassen herabzudrücken. Schon mußten die Mechanifer, sowie Arbeiter in anderen Produktionszweigen ihre durch die Teuerung durchaus gerechtfertigten Lohnforderungen für 6 Monate zurückstellen, und in der Schiffbauindustrie st schon seit Wochen ein Streit der Holzarbeiter im Gange, weil die Unternehmer den Versuch machten, einen Lohnabzug son 12 Schilling pro Woche durchzudrücken. Die Arbeitslosigkeit ist natürlich nur ein Symptom der großen industriellen und Handelstrise, die England seit Mos naten durchmacht. Die Absatzstockung auf dem inneren Martt ist ebenso vollständig wie der Stillstand der Ausfuhr. Die Bevölkerung ist infolge der Teuerung nicht faufträftig genug, Grische Schauspiele Oscar Wilde: Salome Theater i. d. Königgräger Straße. Bernard Shaw: Caesar und Cleopatra Deutsches Theater. In der Woche vor Weihnachten haben uns zwei Berliner The atet in das Zeitalter Chrifti geführt. Die Dichter beider Werte find Iren, die der englischen Literatur neuen Ruhm geschenkt haben, obwohl der eine, Wilde, an der Moral und Justiz der englischen Bourgeoisie zugrundeging; der andere, Genosse Shaw, ihr schärfster und heiterster Kritiker ist. Wilde und Shaw waren 3eitgenossen. Aber Wilde gehört einer heute schon überwundenen Kultur und Kunstrichtung an, Shaw ist Gegenwartsmensch mit allen Anzeichen, daß er es noch lange bleiben wird. Wilde war Demokrat, aber kein Sozialist. In einem seiner Gedichte erklärt er offen, nicht die zu lieben, Die auf Straßenschanzen Profaner Sand die rote Fahne pflan zen," denn, erklärt er, ihr Reich, erbaut auf tönenden Parolen, tennt teine Kunst, Kultur und Größe, nein!" Shaw ist der entgegengesetzten Ansicht. Er steht zu denen, die auf Straßen schanzen die rote Fahne pflanzen, und er ist als kritischer Geist und Künstler der schärfste Zergliederer der bürgerlichen Kultur und ein Prophet der kommenden. Wilde hat, wie einen Juwelenregen, unzählige Aphorismen in seine Werte ergossen. Aber seine Worte sind talt, sie blenden, doch sie helfen nicht. Wilde ist Künstler, Aesthet, Anbeter und Schöpfer reiner Formen und überzeugt, daß es feine andere Wahrheit gibt, als die der Form, des Scheins, der Kunst. Nichts bezeichnender für ihn als einige seiner Dialoge- ,, Das Leben, eine Nachahmung der Kunst". Ein anderer beklagt den Verfall des Lügens. Ein britter tritt für die Wahrheit der Masken und der Illusion ein. Um Shaw zu charakterisieren, braucht man nur Wort für Wort das Gegenteil zu schreiben. Ihm steht das Leben über der Kunst. Die Kunst dient der Entlarvung gesellschaftlicher Lügen. Die Masten sind eine Jusion, alle Romantik, überlieferte Geschichte und Myfti find Sllusionen, deren Zerstörung Bernard Shaws Lebenswert blent. So viel näher uns danach Shaw als Mensch und Künstler steht, so fann uns doch dies nicht veranlaffen, Wilde als Dichter zu unterschätzen. Die„ Galome" ist( vor seiner„ Juchthausballade", aus der bereits ein ganz anderer Mensch spricht) eine dramatische Dichtung von noch immer nicht erloschener Leuchtkraft. Das Wert ist bald 30 Jahre alt. Wie viele Dramen der legten 30 Jahre machen noch einen so starten Einbrud auf uns. Das Hauptmotiv von Salome, die perverse Begierde der Königs tochter nach den Lippen Johannes des Täufers, hat sich allerdings Wo bleiben deine Steuern? Ran an die Futterkrippe! Die Finanzen Deutschlands befinden sich in einem chaotischen Zustand, der noch dadurch verschlimmert wird, daß für überflüssige 3wede Millionen und Milliarden zum Fenster hinausgeworfen werden, ohne daß an die Dettung der Ausgaben gedacht wird. Voran marschiert die Reichswehr, die jährlich fünf Milliar den verschlingt, wobei auf die eigentlichen Unterhaltungskosten durchschnittlich 2 Milliarden entfallen, während die Verwalden deutschen Steuerzahlern eine neue Rechnung präsentiert. Aus parlamentarischen Kreisen wird berichtet: „ Das Reichsversorgungsgefeg vom 22. Mat regelt die Verfor Sinterbliebenen. Darüber hinaus ist es jedoch notwendig, für die gung der Teilnehmer am legien Kriege, ihrer Angehörigen und Unteroffiziere und Mannschaften der neuen Wehrmacht, des 100 000 Mann- Heeres und der 15 000 Mann- Marine, die eine längere Dienstzeit abgeleistet haben, eine weitere Verforgung eintreten zu lassen. Diesem Zwed soll ein Gesezentwurf dienen, dessen Grundzüge an das Reichsversorgungsgeseh fich eng anlehnen, indem Einzelheiten aber von ihm vielfach abweichen. Die Unteroffiziere und Mannschaften der neuen Wehrmacht gehen dagegen freiwillig eine langjährige Dienstverplichtung ein und werden somit ihrem früheren Berufe im Laufe der Zeit mehr oder weniger entfremdet. In jedem Falle wird der Uebergang in das bürgerliche Erwerbsleben mit besonderen wirtschafRichen Schwierigteiten verknüpft sein. Es muß daher dafür Sorge getragen werden, daß der Nachteil, der ihnen hierdafür Sorge getragen werden, daß der Nachteil, der ihnen hier durch entsteht, ausgeglichen und ihnen gleichzeitig für die abgeleistete Dienstzeit, in der sie nennenswerte Ersparniffe zu machen nicht in der Lage gewesen sind, eine angemessene Entschädigung zugesprochen wird. Unfedingt notwendig erscheint es mithin, die Unteroffiziere und Mannschaften, die nach Dienstzeit Ablauf ihrer 12 jährigen Dienstverpflichtung, aber nach einer von mindestens 4 Jahren entlassen werden müssen, den Uebergang in bie Bürgerlichen Verhältnisse zu erleichtern. Diesem Zwecke sollen dienen: eine entsprechende Vorbildung während der Dienstzeit, die Ezteilung des Zivildienstscheines, die Gewährung von laufenden Uebergangsgebührnissen, einer 3ulage hierzu, eines Bot schusses auf diese Gebührnisse, einer Reichsbürgschaft zur Erleichterung der ländlichen Ansiedlung, von Kinder- und Teue rungszuschlägen, einer einmaligen Uebergangsbeihilfe und Umzugsentschädigung. Für die Versorgung auf Grund von Dienst beschädigungen sollen die Vorschriften des Reichsversorgungsgesetzes Anwendung finden, bei erwerbsbeschränkenden Beschädigungen anderer Art soll gleichfalls die Fürsorge eingreifen. Re na 191 au Te in Tie 00 Fe be Ze am ru 621 163 Der fich Ex & a Zal mi ,, Nur Arbeit und Ordnung fann uns retten!" rufen die militärtschen Befehlshaber in ihren Erlassen aus, wenn es gilt, einen Streit halbverhungerter Proletarier niederzuschlagen. Fünf Milliarden Etat der Reichswehr und das famose Versorgungsgesetz für Heeresangehörige flingen aus in der Tendenz: Bereichert Euch auf Kosten des Staates, sorgt für eine gute Gutterkrippe, die anderen werden schon zahlen!" = Der amnestierte Reffel Der unerhörte Beschluß des Gerichts, das Strafverfahren gegen Refsel einzustellen, und die gewaltige Aufregung, die diese Tatsache in der Presse und der Oeffentlichkeit gefunden hat, hat die Staatsanwaltschaft veranlaßt, gegen den Einstellungsbeschluß Beschwerde beim Kammergericht einzu Tegen. Darob ist der findige Anwalt des Meineidshelden Kessel, Herr Rechtsanwalt Dr. Alsberg, sehr ungehalten. Er verschickt an die Preffe eine Erklärung, die behauptet, daß der Oberstaatsanwalt gegen die Entscheidung der Straffammer feine Beschwerde eingelegt hat, und erst auf den Alarmruf der Freiheit durch eine Gigung des Staatsministeriumsverantlast worden sei, Beschwerde einzulegen. Bon zuständiger preußischer Seite wird dazu in der Presse mitgeteilt, daß der Oberstaatsanwalt noch ver der Sigung des Staatsministeriums am Donnerstag seine Beschwerde gegen den Beschluß der Straffammer eingereicht habe. Welche Behauptung richtig ist, scheint uns von untergeordneter Bedeutung zu sein. Tatsache bleibt jedenfalls, daß der Einstellungsbeschluß ein unerhörtes Justizverbrechen ist und die Schande der deutschen Justiz um einen neuen Fall bereichert hat. Jst es dem Oberstaatsanwalt jegt aber ernft mit seiner Beschwerde, und ist es ihm nicht nur um eine schöne Geste au tun, die der Deffentlichkeit vortäuschen soll, daß etwas ges schieht, während nun in Wirklichkeit gar nicht daran denkt, Herrn Kessel den Prozeß zu machen, und dadurch seine hohen Gönner bloßzustellen, so muß der Oberstaatsanwalt sofort die Inhaftnahme Kessels verfügen. Denn es unterliegt doch wohl für keinen Menschen einem Zweifel, daß Kessel unerreichbar sein wird, wenn das Kammergericht die Einstellung des Verfahrens gegen ihn aufheben sollte. Unser Zutrauen zu den Justizbehörden ist aber so gering, daß wir davon überzeugt sind, daß ihnen auch in diesem Fall genau so, wie in den Fällen Vogel, Birndörfer und Rosenthal, ein„ merkwürdiger Zufall" zu Hilfe kommen wird. Die Ver Die zur Beratung stehende Wehrmacht Verordnung erstreckt sich auch auf die Offiziere, die nicht ohne weiteres dem Benfionsgelet von 1906 unterworfen werden tönnen, weil in der neuen Wehrmacht auf die Jungerhaltung des Offizier torps besonderes Gewicht gelegt werben muß, und daher die große Mehrzahl der Offiziere nach startem Kräfteverbrauch vors zeitig aus dem Dienst ausscheiden, die Höchstpension also nicht erreichen wird. Ihren Bestrebungen zum Uebergange in guteil werben. Eine lebenslängliche Pension soll sowohl den Offieinen anderen Beruf muß daher eine besondere Fürsorge zieren, die nach Ablauf ihrer gesamten Dienstzeit( 29 Jahre) ausfcheiden, als auch ben nach mindestens 10 Dienstjahren entlassenen Offizieren gewährt werden. Offiziere mit fürzerer, aber mindestens pierjähriger Dienstzeit, die dienstunfähig geworden sind, haben Anspruch auf laufende Uebergangsgebührnisse in Höhe von Gehaltes; bei Dienstbeschädigung tommt außerdem das Reichsversorgungsgesetz bedingt in Anwendung. Pensionsberechtigten Offizieren fann unter Umständen eine Rapitalabfindung Den versorgungsberechtigten Offizieren bis zu Dienstgreden mittisemiten, von dem ein Teil seiner Parteifreunde behauptet, daß er bewilligt werden, für die als Söchstgrenze 6000 Mart gelten. dem Einkommen eines Oberften fann in dem gleichen Rehmen wie Unteroffizieren und Mannschaften ein Zivildienstschein ers ihres abgestumpft. Wir müssen vielleicht erst aus unserer Zeit des ge= sellschaftlichen und daher auch sexuellen Niedergangs heraustommen, ehe uns diese stärkste Dichtung des modernen perversen Gefühls in dieser Beziehung wieder etwas sagen tann. Aber mit diesem Motiv allein ist der Wert des Wertes nicht erschöpft. Zunächst ist seine fünstlerische Form noch immer so rein und rund wie am ersten Tag. Und als Gedicht hat es noch so starke und glühende Farben wie ein Stüd undergängliches Kunstgewerbe. In bewunderswerter Kürze steht eine Galerie der eigentümlichsten Figuren da: ber König, der voll Furcht vor dem Propheten, ein Stüd Tier und ein übermächtiger Mensch zwischen seiner Begierde und herschwantt. jeiner Machtgröße hin und Der Prophet, der aus der Versentung emporsteigt, ist wirklich eine biblische Figur. Wißt Ihr, wie schwer das zu treffen ist? Die Prinzessin Salome ist Wildes Erfindung. Rirgends verlangt bie Salome den Kopf des Johannes, weil sie feinen Mund tüssen will, was der Lebende nicht zuläßt; überall( in allen Evangelienberichten) handelt sie als das Werkzeug ihrer Mutter, die den Johannes töten lassen will, weil er sie in seinen politischen Agitationsreden als Hure bezeichnet. An Stelle des gesellschaftlichen Motivs bringt Wilde ein sexuelles. Bezeichnend für ihn und seine Gesellschaftsklasse! Als historisches Drama kann die ,, Salome" also noch einmal geschrieben werden. Anders, aber nicht geistreicher,„, Caesar und Cleopatra". Das historische Schauspiel ist bei Shaw für die Zuhörer zur historischen Komödie geworden. Warum? Weil Shaw feine Art, menschliche Geschichte zu sehen, in einen Stoff trägt, der sonst für uns mit dem ganzen Nimbus einer pathetischen Geschichtsdarstellung verbunden ist. Es ist für uns, die wir noch nicht selbst wie Shaw geworden sind, sozusagen fomisch, einen solchen Caefar, eine solche Cleopatra zu sehen. Aber in Wahrheit ist die Dar. stellung, die Shaw gibt, an sich nicht tomisch. Sie ist für ihn wahr und daher ernst. Bernard Shaw gehört in allen seinen Werten, am stärksten in dieser seiner bedeutendsten Dichtung, zu den großen Enthüllern und Wahr- Sagern unserer Zeit. Die naturwissenschaftliche For schung hat die Wunder von dieser Erde verdrängt und sie zum Rüdzug bis vor die Simmelstore gezwungen. Die historische und Stonomische Forschung hat das Gleiche mit den gesellschaftlichen Wundern vollbracht. Marr hat das Mysterium des ökonomischen Prozesses und den Fetischcharakter der Ware enthüllt. Die mates tialistische Geschichtsauffassung hat die ganze Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart, um den faulen Zauber ihrer Jdeologien gebracht. Das Religiöse und das Jdealistische hat sie nicht getötet und nicht töten wollen. Aber sie hat uns gelehrt, die Dinge wesentlich zu sehen und stets die wahren Interessen zu fins den, die sich hinter ideologischen Phrasen versteden. Generalstreifultimatum im Braunkohlenbergbaut. bände der im Braunkohlenbergbau beschäftigten Bergleute Mitteldeutschlands, welche unlängst neue Lohnforderungen einreichten, beschlossen auf ihrer Tagung in Salle, bis 15. Januar ein Ulti matum zu stellen, andernfalls der Generalstreit verkündet wird. Er bleibt. Der medlenburgische Landesverband der Deutschnationalen Voltspartei teilt mit, Abgeordneter v. Graefe dente nicht daran, aus Anlaß des jilngsten 3wischenfalls im Reichstage sein Mandat niederzulegen. Die Schnobbrigen Rebensarten dieses Anjüdisches Blut in seinen Adern habe, bleiben also dem Reichs= parlament erhalten. Ein Enthüller auf ähnlichem Wege, ein Fortsetzer der großen naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Enthüller ist Bernard Shaw. Schon aus diesem Grunde zählt er heute zu unseren Besten. Sein Drama behandelt die Geschichte des Aufenthaltes Cäsars in Aegypten. Shaw hätte sich fein besseres Kapitel aus der Geschichte auswählen fönnen. Denn erstens ist Cäsars Berson ein glänzendes Modell zur Darstellung eines großen Mannes, der alles ohne historische Phrase tut. 3weitens diente Cafars Aufents halt in Aegypten selbst wenn man nicht mit Shaws Augen fieht nicht allein historisch- politischen Aufgaben. In Aegypten verhalf er der Königstochter Cleopatra auf den Thron, den ihr die Partei ihres Bruders streitig machte. Kurz nach der Abreise Cäsars betam fte ein Kind von ihm. Daraus ein Spottgedicht zu machen, ist nicht mehr schwer. Shaw macht allerdings viel mehr als ein Spoftgedicht. Er läßt die brei politischen Parteien gegeneinander aufziehen und zeigt dabei das Allzumenschliche, das man, je nach Veranlagung, als das Kleine oder als das wahre Große bezeichnen kann. Cäsar neigt etwas zur Romantik und zu Phrasen, wie sie mehr in ein Drama als in das Leben Cäsars gehören. Aber er überwindet sie in allen entscheidenden Situationen durch sein Genie, das voll Sachlichkeit und List, aber auch voll Größe und Güte ist. In ihm ist eben beides. Das dichterisch Romantische und das flare, nüch terne Reich des Handelns und der Tat. Wie steht es um die Staatsgeschäfte, Kriegspläne, tattischent Entscheidungen? Sie werden zwischen den Botalen, zwischen Scherzen und Schlafen erledigt, ohne historischen Nimbus. Cäsar handelt immer prattis und menschlich. Das ist für ihn der wahre Idealismus. Was sonst zum Bilde eines Cafars gehört, ist Sokuspotus, auf den er verzichtet. Er ist eitel, neugierig, läuft einem den Frauen nach. Er spielt mit Cleopatra wie mit Kätzchen. Er lehrt sie die Königsmanieren des Sinrichtens, denn er weiß, daß ein Badfisch wie Cleopatra ohne dem nicht austommt. Er selbst hat es nicht nötig. Der Kampf um den Thron ist der Kampf von Parteien, politischen Gernegrößen. Königskinder selbst sind vorgeschobene Figuren, mit denen Cäsar wie ein guter Ontei spielt. In dem Spiel verliert er sich nicht wie einige Jahre später sein Rebenbuhler Antonius an dieselbe Cleopatra. Denn er hat nur eine Riebe: fein Seer, sein Vater land. leg 19 tu rei Fe ge 7949 et re ich 5cr 3 D Du Sr Ro Be Des 375 In Be tie 好 bet 19 ter Fe Te un De di br A to ft 23 b in ใน 2 20 D a m 11 K m e 21 if S โร PARAZ ä= UUAA D Die ป Die Aufführung der Salome hatte den betoratischen Gluts stil, der heutzutage zu laufen ist. Der schauspielerische Stil war dafür unerträglich. dafür unerträglich. Sartaus König war eine naturalistische Meisterleistung; sie stand für sich da durch ihre Kraft. Aus dem Stil des Wertes fiel sie allerdings heraus. Eine musikalische Gliederung der Dichtung, die hier so wichtig ist, hatte die Regie gar nicht versucht. In der Mitte der Aufführung stand die Orsta, G g 2 I C fi Sa er 21= Ee, t= er I= ent id 10 1. et ent er fe n= te ent 9, een = en n. B er D ch Te ng de he Sen= bie pe= er te es ft, ent tt es aß Die Fer bir au 11= ets el en, tia 10= cht in Ins er s= gent arb cen Lebenshaltung und Löhne Von Dr. R. Kuczynski, Direktor des Statistischen Amts Berlin- Schöneberg. 1919 Der Februar 1920 bildet einen Marfstein in der deutschen Reichsstatistit. In diesem Monat wurden zum ersten Male nach einem nicht ganz geglückten Versuch im November/ Dezember Teuerungszahlen gewonnen. In diesem Monat wurde auch die erste allgemeine Lohnerhebung durchgeführt. Die Teuerungszahlen wurden Ende August veröffentlicht. Die Löhne find erst für einige wenige Gewerbe bekanntgegeben. Immerhin liegt schon genügend Zahlenstoff vor, um sich ein ungefähres Bilb von dem Berhältnis von Lebenshaltungskosten und Löhnen im Februar 1920 machen zu können. Für den Durchschnitt aller deutschen Städte über 10 000 Einwohner betrug damals die Teuerungszahl 621. Das bedeutet: der vom Statistischen Reichsamt angenommene Bedarf einer fünftöpfigen Familie an Nah rungsmitteln, Brennstoffen, Leuchtstoffen und Wohnraum tostete 621 M. Für Groß- Berlin betrug die Teuerungszahl 659, d. h. 165 M. pro Woche. Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß sich nach meinen Berechnungen die Kosten des wöchentlichen Existenzminimums für die gleichen Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie auf 121 M. stellten. Das Weniger gegenüber der Reichszahl erklärt sich dadurch, daß ich nur mit einer vlerköpfigen Fa milie rechne und eine noch anspruchslosere Ernährung zugrunde lege. Unter Einbeziehung aller in der Reichsstatistit nicht berücksichtigten lebensnotwendigen Ausgaben( Bekleidung, Wäsche reinigung, Hausrat, Fahrgeld, Steuern usw.) tam ich für den Februar zu einem Gristengminimum von insgesamt 254 Mr. Deme gegenüber ergab die Reichsstatistik als durchschnittlichen Wochen erdienst des erwachsenen männlichen Arbeiters in Groß- Berlin: Baugewerbe.. Glas und feramische Industrie Industrie der Dele und Fette Lederindustrie • 175 M. 171 907. 160 M. 199. Sezt man den Gesamtdurchschnitt für alle erwachsenen männe lichen Arbeiter in Groß- Berlin auf 170 M. an, so wäre er um etwa ein Drittel geringer gewesen als die damaligen Kosten des Eistenzminimums für eine vierköpfige Familie( 254 Mort). Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß dasselbe Existenzminimum im legten Vorkriegsjahr mit fnapp 29 M. um reichlich ein Sechstel geringer war als der damalige Durchs schnittsverdienst von rund 35 M. 4 Es wirft sich nun die Frage auf, ob das Berhältnis von Lebenshaltungskosten und Löhnen im Februar 1920 besonders unzünstig war. Diese Frage ist bei dem Mangel an zuverlässigem Material schwer zu beantworten. Im August 1919 habe ich den Durchschnittsverdienst der männlichen erwachsenen Arbeiter in Broj- Berlin auf 100 M. gesägt. Das wöchentliche Existenzmini mum mag damals etwa 130 M. betragen haben. Der Verdienst wäre also um annähernd ein Viertel geringer gewesen als die Roften des Existenzminimums. Im Frühjahr 1920 aber war das Berhältnis noch ungünstiger als im Februar 1920, denn die Kesten des Eristenzminimums tiegen auf 322 91. im März und auf 375 im April, ohne daß die Löhne entsprechend erhöht wurden. In der Folgezeit trat dann wieder eine Erleichterung ein, da die Lebenshaltung etwas billiger wurde, während die Löhne weiter tiegen. Für den November 1920 schäße ich den durchschnittlichen Bochenverdienst auf 240 M.; die Kosten des Existenzminimums betrugen 316 M. Der Verdienst war also, ähnlich wie im August 1919, um etwa ein Viertel geringer als die Kosten des Existenze minimums. 40 Wöchentliches Existenzminimum nk. 29 etwa 130 . 1913 14 1 1 4% Februar 1920 254 9 . 816 11 August 1913/ Jult 1914. August 1919 November 1920 Wöchentlicher Bordienst Mk. 1913/ 14-1 etwa 85 8 100 " 170 5 240 7 Darf man daraus schließen, die Lage der Groß- Berliner Arbeiterschaft sei heute die gleiche wie im August 1919 und besser als im Februar 1920? Das wäre nicht richtig. Im August 1919 hatten fehr viele und im Februar 1920 immerhin noch recht zahlreiche Arbeiterfamilien hinreichend Kleidung, Schuhwert und Wäsche, um zuz Not ohne die Neuanschaffungen, bie an fich erforderlich waren und die in den Berechnungen des Existenzminimums selbsts verständlich einbezogen sind, auskommen zu fönnen. Heute ist das die auch die Salome mit ihren bekannten Gemachhetten und Aufbringlichkeiten spielte, daß es den Lebejünglingen von Lodz nur fo über den Rüden gelaufen wäre. Ihre Art hat sich in Berlin feinbar schon abgespielt. Auch deutsch hat sie noch nicht gelernt. Dem Henter des Johannes rief sie zweimal Chau tiu" nach. Er fonnte sicher nicht verstehen, deß das„ Sau zu" heißen sollte. Als fie aber zum Tanz in Schwimmhosen und mit einem fleinen ein Brustbehang auftrat, entschädigte ihre Schönheit für ihre unheilbare schauspielerische Ohnmacht. ts Bes Der nts gen ten bie ife Caesar und Cleopatra wird im Deutschen Theater nicht In einem leicht moussierenden, ironischen Shaw- Stil gespielt, aber Iuftig und, nur selten geschmadios, als schmiffige Offenbachiabe. Werner Krauß riz als Caefar die ganze Aufführung in die Höhe. Mährend die kleinen Rollen nur von Tini Senders, Beter Clot, cht Diegelmann und Gülstorff geſtaltet wurden und bietersberg aus der Cleopatra eine ungezogene und uninteressante Soubrette machte, fefelte Krauß mit jedem seiner Worte. Sein Aussehen und seine Stimme machten die Rolle immer interessant. Seine Kunst verstand Caesars Größe und Caesars Schwächen unver mittelt nebeneinander zu stellen und doch als Teile eines intereffanten Charakters, die sich nicht widersprechen. Ihm verdankt die Aufführung ihren literarischen Wert, so daß auch das Geistige in Feliz Stöffinger ihr zu seinem Rechte tommt. Et nd ng, Τατ ein Det oll m c= Dert Den Jar re ist uft em Int 16Cont Die Tar Echt be ets ute par dhe ent che gie ta, Zum Verbot des ,, Reigen" Die Empörung der gesamten Oeffentlichkeit über die Absicht des Kultusministeriums, Gertrud Eyjoldt einsperren zu lassen, hat dahin geführt, daß das Ministerium von seinem Diemer im Wege des Zivilprozesses bas Bertragsverhältnis zwischen der Musikhochschule und der Direktion Sladek- Ensoldt zu lösen Juchen. Das Ministerium und die Musikhochschule verfolgen alfo energisch das Ziel, das Theater aus dem Gebäude der Musikhochschule her auszuwerfen. Die Musithochschule braucht für ihre fünfterijchen und pädagogischen Aufgaben den Theatersaal, der jet rau Eyfoldt gehört. Wir tönnen verstehen, daß die Wufthochschule die Cinquartierung fäftig findet und auf Mittel und Wege finnt, den Theatersaal freizubekommen. Wir tönnen sogar annehmen, daß für die Kunst dabei mehr herauskommen wird. Die Mittel aber, mit benen das Minifterium arbeitet, find gerade für ein Kultusministerium völlig unanwendbar. Wir sind begierig, welche Sachverständige im 3ivilprozeß Schnitaber nur noch vereinzelt der Fall. Seute müssen die meisten Die Reichstagswahlen in Ostpreußen Arbeiterfamilien Neuanschaffungen vornehmen, wenn sie nicht elend verkommen wollen, und deshalb ist heute ein Leben mit einem Berbienst, der erheblich hinter den Kosten des Egiftenz minimums zurübleibt, viel qualvoller als vor einem Jahre. Borschuß- Wirtschaft Gnadengeschenke für die Beamten und Schleswig- Holstein Wer ist wahlberechtigt? Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung des Reichss präsidenten vom 17. Dezember, derzufolge die Hauptwahlen sum Reichstag in den Wahlkreisen Nr. 1( Ostpreußen) und Rt. 14( Schleswig- Holstein) am 20. Februar 1921 stattfinden. Gleichzeitig erläßt der Reichsminister des Innern eine Bekannt machung über die Wahlen zum Reichstage in den beiden Wahltreifen. Danach ist wahlberechtigt, wer am 20. Februar 1921 in den Reichstagswahlkreisen Ostpreußen und Schleswig- Holstein wohnt, Reichsangehöriger und zwanzig Jahre alt ist, es sei denn, daß er bereits am 6. Juni 1920 an einem Det außerhalb dieser Wahltreise seine Stimme abgegeben hat. Wer am 6. Juni 1920 in den Wahlkreisen 1 oder 14 gewohnt und nach diesem Tage seinen Wohnort an einen Ort außerhalb dieser Wahlkreise verlegt hat, fann sich in die Wählerliste oder Wahltartei seines Wohnortes vom 6. Juni 1920 eintragen laffen. Auf Grund dieses Eintrags ist er berechtigt, an dem Wohnort vom 6. Juni 1920 feine Stimme abzugeben oder fich einen Wahlschein ausstellen zu lassen und auf Grund dieses WahlDie Nasführung der Beamten wird fortgesetzt. Schon der Beschluß der Reichsregierung, die Januargehälter an die Reichsbeamten bereits am 15. Dezember auszuzahlen, barg in sich die Gefahr einer verderblichen Vorschußwirtschaft und be= deutete außerdem eine Täuschung der Beamten über ihr wirtliches Einkommen. Es wurde deshalb von den Beamten nicht gerade begrüßt. Was die Beamten fordern, ist nicht eine auf Umwegen erlangte momentane Verbesserung ihrer Lage, sondern eine durchgreifende, der Lebensmittelteuerung entsprechende Reform der Besoldung. Nun soll sogar bei der Reichsregierung die Absicht bestehen, die frühere Auszahlung der Gehälter auch für die folgenden Monate anzuordnen, so daß im Jahre 1921 die Ge hälter statt fült 12 für 13 Monate gezahlt werden würden. Und man scheint sich von einer derartigen Verschiebung der Gehaltsscheins an einem beliebigen Ort der Wahlkreise 1, oder 14 auszahlung, die im Rahmen einer ordentlichen Etatführung überhaupt nicht möglich sein sollte und die den Etat des Staates sowohl wie die Hauswirtschaft der Beamten gleichermaßen in Unordnung bringen bilrfte, sogar eine Beruhigung der Beamtenschaft zu versprechen. In einer Pressenotiz, die diese feltfame Regelung" mitteilt, heißt es wörtlich:„ In dieser Form soll, da eine Erhöhung der allgemeinen Teuerungszulage von der Reichsregierung nicht bewilligt worden ist, den Forberungen der Beamtenschaft, die in den legten Tagen wieber mit starfem Nachdruck erhoben worden sind, Rechnung getragen werden." Die Beamten werden sich bebanten müssen. Sie werben es nicht zulassen dürfen, daß man auf solche Art in der Oeffentlichkeit den Einbrud zu erweden fucht, thren gerechten Ansprüchen sei Genüge geschehen. Es wird fogar mitgeteilt, daß zurzeit über dieses Experiment Erwägungen schweben, bie noch nicht abgeschloffen sind. Wer stellt diese Erwägungen an? Sat man mit den Be= amtenorganisationen darüber beraten oder ignoriert amtenorganisationen darüber beraten oder ignoriert man sie wieder einmal? Gibt man sich etwa der Hoffnung hin, daß eine größere Anzahl von Beamten sich auf solche Art und burch ein solches Gnadengeschenk für die Regierung gewine nen lasse und der Parole und Führung ihrer Organisation die Treue aussagen werde? Dann täme zu der Dummheit, die aus dem Versuch einer solchen Regelung der Dinge spricht, noch eine une hrlichkeit des Sanbeins feitens der Regierung, die die schärfste ritit und den lebhaftesten Wibet. stand der Beamtenschaft herausfordern muß. Arbeitsgerichte Das Reichsarbeitsministerium wird, wie schon turz berichtet, demnächst den gesetzgebenden Körperschaften einen Gelegent wurf ber Arbeitsgerichte borlegen. Diese sollen eingesetzt werden für die Anstellungsverhältnisse und das Entlassungsverfahren bei Arbeitnehmer it. Die Gerichte haben Entscheidungen zu treffen über die Recht mäßigkeit der Entlassungsgründe, Innehaltung der tarifften Abmachungen, Ausstellung von 3eugnissen, namentlich auf Innehaltung der Pflicht des Arbeitgebers zur Ausstellung eines Zeugnisjes, ferner über die Innehaltung der Borschriften über die Versicherungen und viele ähnliche Fragen des Arbeitsverhältnisses. Die Gerichte werden ausgedehnt auf Arbeiter und Angestellte im weitesten Sinne, beispielsweise auch auf solche Gruppen wie bie Angestellten der Rechtsanwaltsbureaus. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden zu gleichen Teilen Beisitzer ber Gerichte sein. Man wird zu dem Gesetzentwurf erft Steffung nehmen tönnen, nachdem er im Wortlaut vorliegt. Es tommt darauf an, wieweit durch die Befugnisse der Gerichte das bisher unumschränkte Recht des Unternehmers, den Zeitpunkt der Schlie Bung und Lösung des Arbeitsvertrages und dantit den Umfang der Berwendung oder Brachlegung Don Arbeitstraft einseitig zu bestimmen, im Interesse der Gesamtheit geschmälert wird. fatton darauf übrig, daß die Berliner Richter, bei ihrer bekannten deutschnationalen Gesinnung, gegen den Juden und Schmugschrift fteller Schnitzler entschelben werden. Damit würde bas Ruftuse ministerium sich an einem Richterspruch mitschuldig machen, ber von jeder reattionären Bleje gegen alle Kunst nach Belieben an gewandt werden kann. Ein gefährlicher Weg! Ein gefährliches Mittel! Darum muß die Direktion Eyjoldt, was man immer ihr sonst vorwerfen kann, gegen diese Art der Ermission, aufs energischste unterstützt werden. Das Marionettentheater in Neuföln. Die Aufführungen des Marionettentheaters des Jugendamtes in Neukölln hatten bisher ben größten Erfolg. Die fröhliche Heitertelt der Kinder konnte zeigen, wie sehr hier das Richtige getroffen worden ist. Das Marionettentheater ist sicher ein hervorragendes Mittel zur Bes tämpfung des volksverderbenden Schmuges in Wort und Bild. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird Dr. Faust" achtmal gespielt werden, und zwar am 28., 29., 80., 31. Dezember, nachmittags 8 Uhr und 5 Uhr in der Lyzeumaula, Berliner Straße 10. Eltern und Elternbeiräte werben auf die Beranstaltungen besonders aufmertjam gemacht. Ein Institut für praktische Psychologie haben jetzt Albert Moll und Dr. Kurt Piortowsti in Berlin eingerichtet. Diese zugleich wiffenschaftliche und praktische Arbeitsstätte, die auf dem Zusam menwirten von Arzt und Fachpirchologie beruht Blottowsti lettet zugleich die psychologische Abteilung des Provinzialberufs amtes in Berlin und ist beratenbet Psychologe ber städilschen Des putation für das höhere Schulwesen wird, abgesehen von alaufgaben, die sich auf die Kriminalistil, den Dffultismus Spes die Behandlung von Kopfhußverlegten beziehen, besonders eine Reihe pädagogischer Arbeiten behandeln: Schullaufbahnberatung, Berufsberatung von Kopfarbeitern und Behandlung von Störungen des Gedächtnisses. Französische Kunstpropaganda in Amerita. Ein Pataft für frants zöfifche Stünstler joll jest mit Unterstügung der amerikanischen mil fiarbärin Mrs. Spredels in San Francisto errichtet werden. Ma ler und Bildhauer Frankreichs sollen dort arbeiten und ausstellett tönnen. Wie ein Rompreis, to foll bet Geemannjden chronir" zufolge, auch ein san tangisto Breis eingeführt werden. Tages- Notizen Iers wertvolle Dichtung unittlich nennen werden. Der Partet Sorten Gezer spielt Gugen stipict.- Miimmed), 30, De, Theater Enjoldt werden dann jedenfalls die besten Männer Deutschlands als Sachverständige für die Sittlichkeit des Wertes zur Ber fügung stehen. Der Musikhochschule bleibt dann nur die Spefu Theater. Die nächste Erstaufführung bes Großen aufpiefbautes mirs Gerhart Hauptmanns lorian Geber fein. Die Première i am 5. Nanuar, genau 25 Jahre nach ber Uraufführung im Deutschen Theater, die am 5. Januar 1898 ftatfand. Die Inszenierung teilet tariheing matin, ben bes Westens, 3% Uhr, Erstaufführung des tatens Ganfelles!". Die erfte fransönide Ausstellung nach dem Strieg wird Wiittwoch, den 20. Des zember im tum" eröffnet. Es beteiligen fia fügtende franzöfifche tubiften ( täglich 10-6, Gonntag 11-2). zu wählen. Von Sinowjews Gnaden Auf dem Parteitag in Halle verkündete der Vertreter des Eyetutivkomitees der russischen kommunistischen Internationale, Si nowjew, daß sie die russischen Machthaber in der Lage wären, den deutschen Kommunisten, zu denen die linken Unabhän gigen stoßen würden, auch materielle Silfe leisten zu lönnen. Dieser Versicherung bedurfte es nicht, denn es war fein Ge heimnis, daß auch vor der Tagung in Salle aus dem Osten reich lich Mittel in die Taschen deutscher Kommunisten flossen. Es wäre sonst nicht möglich gewesen, den Apparat für die fommanistische Propaganda im Gange zu halten. Jezt, nachdem die Eheschließung der Kommunisten mit einem Teil der U. S. P. stattgefunden hat, scheinen die Geldquellen noch reichlicher zu fließen als vorher. Auf dem Vereinigungsparteitag find 10 Sefretäre und eine Anzahl Beisitzer gewählt worden. Sehen wir flüchtig die bekannten Namen durch, finden wir ca. 30 Bonzen", die allein in der Zentrale tätig sind. Wir nennen nur folgende Namen: Levi, Däumig, Brandler, Zettin, Bied, Braß, Koenen, Stoeder, Remele, Gäbel, Braunthal, Heckert, Walcher, Thalheimer, Hörnle, Schönlant, Düwell, Eichhorn, G. Geyer, Bartels, R. Müller, Siewert, Wegmann, Hesselbarth, Malzahn, Stu vent, Wolffftein. " Zu diesem Agitations- und Verwaltungstörper tommen noch die Wanderredner, die Bezirtsjettetäre und das in der Zentrale tätige Silfspersontal. Nicht vergessen werden darf die Münzstraßenzentrale, die schon immer etwas los hatte in der Verschwendung von Geld und in der Anstellung von Hilfskräften. Hier sitzen die Leute, die den Mund immer Jowett über das Bonzentum aufreißen. Wie haben sie gewettert, die Wegmann, Malzahn, Stewert, Hesselbarth und nicht zuletzt Neumann. - Holzhaderneumann nannte man thn in Parteitteisen - über die Parteis und Gewerkschaftsbonzen. Man wetterte ges gen die Bonzen", um selber„ Bonze" zu werden und jegt Ober bonze" zu sein. Es ist erreicht! Kutz nach dem Vereinigungsparteitag ist man daran gegangen, sich auch in der Provinz zu vereinigen. Der Bes sittsparteitag von Berlin- Brandenburg leistete.!! fich gleichfalls eine Reihe von Gefretäten. Es find anges stellt und besoldet: 2 Borsitzende, von denen einer die Kassenge schäfte verwaltet. Ferner je ein Sekretär: für Betriebstäte, für die Gewerkschaften, für Auskunftet, für Kommunalpolitit, für Lanbagitation, für Frauen, einer für die Parteileitung Berlin und einer für Brandenburg. Schließlich ein Sefretär für die Jugend, von der ihre Jugendvertreter bestimmt werden. Obwohl in ber Diskussion einige Redner sich gegen die ihrer Meinung nach zu hohe 3 ahl der Sekretärstellen wendeten, wurden doch die beantragten Stellen bewilligt. felbst aufzubringen. Im Bezirk Halle war man befchefdener. Dort wurden für bie Bezirksleitung" nur" sechs befoldete Stellen geschaffen( als Gefretärin für die Frauen wurbe Minna Reichert- Berlin ges wählt), dagegen wurden neun befoldete Unterbegirls. führer für einzelne Bezitte besonders gewählt. In blefemt Bezirk ist man bemüht, die Kosten für die Verwaltung Der Kassierer stützt sich allerdings barauf, daß der Mitgliederbestand stabil bletbe. Er rechnet für Gehälter eine Ausgabe von 255 000 m. heraus, dazu filz Siffsträfte 24 000 m., und für das Bureau 16 000 9., für Jonftiges 50 000., zusammen 345 000 M. Die often für tohlen tönnen aus den Beiträgen nicht bestritten werden. Es wird sich zeigen, daß auch diese Rechnung falsch ist, und daß die Dinge auch im Halleschen Vezirt einen anderen Gang nehmen werben. Aber es bleibt immer noch die Hilfe Sinowiews, bie schon ein treten wird, um die verschiedensten Breßerzeugnisse zu stügen unb die sonstigen Propagandatosten zu befriedigen. Die Entwidlung der Dinge in Deutschland zeigt heute schon, daß die Schwächung der sozialistischen Bewegung durch die Mostauer Diftatoren nur der Reaktion night. Immer bretter erhebt sie the Saupt, troß aller täglich wechselnden Parolen der Zentrale der K. P. D. und ihrer russischen Inspiratoren. Entbedung eines Kohlenlagers. Auf Ländereien der Göbinger Ziegelei in Mähren, welche vor kurzem durch die Zipnostontsta Banta erstanden worden ist, wurde in Neudorf bet Breßburg ein wertvolles Kohlen lager entbedt. Nach der Zusam mensehung der Schichten fann man annehmen, daß das Lager einen sehr ergiebigen Ertrag liefern wird. Die Wrangel- Flotte. Die Flotte des Generals Wrangel, bes stehend aus awet Kreuzern und über 20 Torpedobootszerstörern und Unterseebooten, ist mit 6000 Militär- und Bivilpersonen an Bord im Sajen von Bizerta eingelaufen, wo sie vorläufig bleiben und die weiteren Ereignisse abwarten wird. Wrangel jelölt bleibt mit dem Kern seiner Truppen in den Dardanellen. Jedoch wird fich feine Familie dieser Tage nach Toulon einschiffen, um sich ins Frankreich niederzulassen. Fiume entwölfert sich Messaggero melbet, baß ble 50 000 Ein wohner der Stadt Flume der unhaltbaren Zustände milde find. Biele Einwohner haben schon die Stadt verlassen, um der Sungersnot zu entgehen. Aus der Partei In die eigene Tasche gelogen Vor furzem berichtete die rechtsfozialistische Preffe, im Frant furter Bezitt feien 17 Ortsgruppen der U. G.. zur S. P. D. übergetreten. Diese Nachricht beruhte auf Schwindel, was schon daraus hervorgeht, daß im eigenen Bezirt der S. P. D. nut von bem Uebertritt einet Ortsgruppe berichtet wird. Welchen Charat ters diese eine Ortsgruppe aber war, mag man daraus ersehen, daß die Leute, als die Spaltung vollzogen wat, zunächst sich mit bem Gebanten trugen, zu den Kommunisten überzutreten und fchließlich es aber doch vorzogen, bet den Rechtssozialisten zu landen. Groß- Berlin Die neuen Gemeindesteuern Um aus der bedrängten Finanzlage einigermaßen herauszu Tommen und den Etat auch nur annähernd ins Gleichgewicht zu bringen, hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung ein Steuerbündel vorgelegt, das er schleunigst zurüderbittet, um es der Groß- Berliner Bevölkerung schon am 1. Januar überreichen zu tönnen. Wir geben im Folgenden zunächst eine knappe Ueberficht des Inhalts der geplanten Steuergeseze, uns ein spezielles Eingehen auf den Charakter der Steuern vorbehaltend. Die Schantstener soll erhoben werden beim Verkauf von Gastwirtschaften und Erhalt einer Konzession. Die Steuer hat derjenige zu zahlen, welchem die Erlaubnis erteilt wird. Falls das Gewerbe für einen Brein, eine eingetragene Genossenschaft oder sonstige juristische Personen durch einen die Erlaubnis befizenden Vertreter( z. B. Geschäftsführer, Lagerhalter, Kastellan) ausgeübt wird, haftet neben diesem solidarisch die das Gewerbe betreibende juristische Person. Bei Erlaubniserteilungen an Bertreter oder bevollmächtigte juristische Personen berechnet sich die Steuer nach der Veranlagung der juristischen Berson zur Gewerbesteuer. Die Steuer beträgt, wenn die Erlaubnis zur Errichtung einer neuen Wirtschaft oder eines neuen Kleinhandels erteilt ist und der Gewerbetreibende wegen geringen Ertrages und Kapitals von der Gewerbesteuer frei ist, wenn er 800 M. zur Gewerbesteuer veranlagt ist: in der Klasse 4 2000 M., Klasse 3 4800 M., Klasse 2 7200 M., Klasse 1 10 000 M. Wenn der KleinHandel mit Branntwein und Spiritus in versiegelten oder vertapielten Flaschen stattfindet, so wird eine Steuer von 50 v. H. der Steuersäge des Abschnitts 1 erhoben. Die Steuer ermäßigt sich um die Hälfte, wenn die Erlaubnis zum Ausschant von Spiri tuofen ausgeschlossen ist, wird diese jedoch nachträglich erteilt, so ist die Hälfte der Steuer nachzuzahlen. Im Falle der Uebernahme einer bestehenden Wirtschaft durch einen anderen Gewerbetreibenden beträgt die Stener: bei Uebernahme innerhalb dreier Jahren nach Erteilung der Schanferlaubnis an den Vorgänger 90 Prozent, nach fünf Jahren 80, nach acht Jahren 70, nach 10 Jahren 60, darüber hinaus 50 Prozent der im§ 2 festgesezten Steuerbeträge. Der Ertrag dieser Steuer wird auf 8 Millionen Mart geschäßt. Weber die Wohnfugustener haben wir die Einzelheiten ausführlich mitgeteilt. Dann folgt eine Beherbergungssteuer, die von denen erhoben wird, die in Groß- Berlin gegen Entgeld übernachten, also eine Fremdensteuer. Endlich will man auch noch eine Gemeinde Einkommen= feuer einführen. Die Notwendigkeit dieser wird begründet mit der Dedung des Finanzbedarfes, der nach den Mitteilungen vom 11. b. M. mit sämtlichen bisher angemeldeten Nachforderungen 1,3 Milliarden Mart beträgt. Nach den bis jest abgeschlossenen Ermittelungen werden auf Grund des Reichseinkommensteuergesetzes der Stadtgemeinde Berlin 800 Millionen Mart zugewies jen werben. Nun ist bekannt, daß nach§ 30 des Landessteuergesetzes vom 30. März 1920 die Wohnsizgemeinden eine Steuer von demjenigen Mindesteinkommen beschließen, das von der Reichseinkommen fteuer nicht erfaßt wird. Es werden nur die natürlichen Personen von der Steuer erfaßt, bie in Berlin ihren Wohnsiz oder Aufenthalt haben. Die juristi schen Personen müssen von der Gemeindebesteuerung ausscheiden, weil ihnen nach dem Körperschaftssteuergefeß ein steuerfreier Teil thres Einkommens nicht belassen ist. Die Stener wird erhoben: 1. von dem ganzen steuerfreien Teil, sofern er nicht mehr als 1500 M. beträgt. Es handelt sich um solche Personen, die entweder teinen Saysstand haben oder in deren Hausstand Fich weder eine Ehefrau noch Kinder usw. befinden, deren Unterhalt der Steuerpflichtige zu bestreiten hat; 2. von der Hälfte des steuerfreien Einkommensteils bei den übrigen Steuerpflichtigen. Nach§ 3 sollen die wirtschaftlich Schwächsten geschont und diejenigen Steuerpflichtigen von der Steuer befreit sein, deren Steuerbares Gesamteintommen 10 000 m. nicht übersteigt. Je nach der Lage bes Gesamthaushalts wird später zu prüfen sein, ob nachträglich weiter entgegengekommen werden tann. Aber auch hiergegen wurde gestern im Ausschuß start gefämpft. Besonders schwere Bedenken wurden von den Unabhängigen gegen die vom Magistrat vorgeschlagene rüdwirtende Kraft vom 1. April 1920 ab, erhoben. Ferner auch gegen die untere Eintommensgrenze von 10 000 M., bei der nach der Vorlage des Magistrats die Gemeindeeinkommensteuer auf den einkommens= Steuerfreten Teil gelegt werden soll. Die Finanzdeputation beSchloß, einen Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirate ten zu machen und für Verheiratete die Gemeindeeintommensteuer 11.6.8.9. Weißenfee . Am Sonntag, dent 28. Des zember, verftarb unfer lieber Genoffe der Maurer Wilhelm Schneider Albertienstraße 1 Ehre feinem Andenken! Die Beerbigung findet am Mittwoch, den 29. Desbr., Rachmittag 3 hr, auf dem Gemeinde- Friedhof, Falkenbergerstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung erfucht. Der Vorstand. selon- Diffe Der kleine Samariter bient zur Selbsthilfe bei leichteren Krankheiten und gibt Berhaltungsmaßregeln bisa. Erscheinen des Arztes Bei einem Einkommen von 14 000 M., Bei Berheirateten bei einem Einkommen von 20 000 M. beginnen zu lassen. Von dieser Steuer erhofft man einen Ertrag von 140 bis 150 Millionen Mart. Eine Steuer für Hausangestellte soll für alle Hausangestellte vom 1. Januar 1921 ab erhoben werden, die von den Haushalten zu entrichten ist. Die Steuer beträgt für den ersten Angestellten jährlich 100 M., für den zweiten 500 m., für den britten 1500 m., für den vierten 2000 M. und so fort. Zu den Sausangestellten gehören nicht nur Dienstmädchen und Köchinnen fondern neben Stubenmädchen, Ammen, Kinderfrauen und Kindermädchen auch Erzieherinnen, Sprachlehrerinnen, Gesellschafterinnen, Stügen, 3ofen, Aushilfsmädchen, Aufwartefrauen, Ausbesserinnen, Näherinnen, Gärtner, Sauswarte, Erzieher, Sprachlehrer, rinnen, Näherinnen, Gärtner, Hauswarte, Erzieher, Sprachlehrer, Gesellschafter und ähnliches Personal. Die in Vierteljahrsraten zu zahlende Steuer wird bereits fällig, wenn das Dienstverhältnis im Vierteljahr auch nur eine Woche gedauert hat. Steuerfrei ist das Halten eines Hausangestellten, wenn der Haushalt aus mehr als drei Personen mit zusammen nicht mehr als 20 000 M. Einkommen besteht. Steuerfrei bleiben auch Haushalte mit mehr als 5 Personen und 30 000 m. sowie mit mehr als 7 Personen und 40 000 m. Gesamteinkommen sowie frauenlose Haushaltungen mit einer Haushälterin, die für die Führung der Wirtschaft unentbehrlich ist, z. B. beim Vorhandensein von Kindern und tranfen oder gebrechlichen Personen. Endlich ist eine vollständige Aenderung der Luftbarkeitssteuer vorgesehen. Der Magistrat bringt eine Neuordnung der Besteuerung der Kinotheater usw. Der Begriff der Kabarettvorstellungen wird genau erläutert. Auch Pferde= rennen werden jegt besteuert. Grundfählich wird Kartensteuer erhoben, sobald Eintrittsnachweise gegen Entgelt zur Ausgabe gelangen. Die musitalischen Darbietungen in Weinrestaurants werden steuerlich neu geregelt. Die Biersteuerordnung, die in Berlin besteht, wird auf alle Gemeinden ausgedehnt, und es werden die zulässigen Höchst= fäge angewendet. Die Grundsteuer, die auch besteht, findet allgemeine Anwendung mit der Maßgabe, daß die zu veranlagenden Grundstücke, bebaute und unbebaute, verschieden veranlagt werden. Noch eine Illustration zum Kapitel„ Wohnungsnot" Die Behandlung der Wohnungsfrage gegenüber einigen Inhabern umfangreicher Luruswohnungen hat in neuerer Zeit berechtigten Anlaß zur Kritit und zur Ünzufriedenheit gegeben. Wir find in der Lage, einen weiteren Beitrag zu diesem Kapitel zu liefern. Im Landratsamt des Kreises Niederbarnim am FriedrichKarl- Ufer zu Berlin hat man es für angemessen erachtet, eine Gruppe von acht Diensträumen, durch Niederlegung einer Wand und Errichtung einer Trennungsmauer zur Schaffung eines Ganges, zu sieben Wohnräumen umzugestalten. Selbstverständlich wurden die erforderlichen Wasser-, Gas- und Abflußröhren neu verlegt, auch Barkettfußböden, Küche und dergl. hergerichtet. Einen wertvollen Teppich, der sich in den Räumen befand, hat man liebenswürdigerweise dort belassen. Die Kosten dieser Umgestaltung belaufen sich auf die Kleinigkeit von annähernd 70 000 Mart. Die Auswahl der Räume war mit gebührender Sorgfalt erfolgt; schöne helle, heizbare Räume waren gewählt worden. Demgegen über sei bemerkt, daß ein Teil der Bureaus völlig ohne Licht und nur bis zu 10 Grad Wärme erheizbar sind, so daß die in diesen Höhlen arbeitenden Beamten und Hilfskräfte in den Wintermomaten wie die Bergleute die ganze Woche hindurch das Tageslicht nicht erbliden und aus dem Erkältungszustand nicht heraustommen. Am sonderbarsten aber mutet die Tatsache an, daß obige mit so viel Liebe und Kosten hergestellte Wohnung von sieben Räumen für eine Familie von sage und schreibe zwei Personen geschaffen worden ist. Daß es sich dabei um den reaktionären Personalchef und geheimen Vertrauensmann des Landrats handelt, ist nebensächlich. Wichtiger wäre es, festzuftellen, ob der Herr, wie verlautet, auch eine Wohnung in der ihm gehörigen Villa in Zehlendorf innehat. Wie wir hören, ist er nicht gezwungen, diese Wohnung aufzugeben. genden Beschluß vorzuschlagen: Die Stadtv.- Bers. ersucht den Magistrat, der Deputation für Kohlen und Werke aufzugeben, für gleichmäßige Organisation in der Verwaltung und bei allen Brü fungen in jämtlichen 20 Bezirksämtern zu sorgen. Ferner mit den Reichsstellen unter Hinzuziehung der Betriebsräte in Ber bindung zu treten, um eine strengere Kontrolle der Kohlenants fuhr zu ermöglichen. Weiter ist eine Nachprüfung der technischen Möglichkeiten über das Abdrosseln von einzelnen Räumen mit Sammelheizung vorzunehmen. Die Direktionen der Gas- und Elektrizitätswerte sind zur genauesten Durchführung der erlaffenen Borschriften über Leucht-, Kraft- und Kohlenverbrauch anzuhalten und bei Uebertretungen dieser Vorschriften im Gewerbebetrieb den zuständigen Wohnungsämtern usw. von Amtswegen zur evtl. sofortigen Beschlagnahme der Räume für Wohnzwede zu schreiten. Gleichzeitig ersucht die Stadtv.- Vers. den Magistrat, bei der Kon zeffionierung von Schankwirtschaften usw. die Bedürfnisse zu prüfen und zu diesem Zweck ein besonderes Ortsgesetz zu erlassen. Proletarische Weihnachtsfeiern haben in den meisten Distriften stattgefunden. Ueberall hatten sich gebefreudige Parteigenossen gefunden, die für die Kinder Arbeitsloser noch etwas von dem Wenigen, das sie selbst hatten, hergaben. Und unsere Genoffinnen haben überall die Vorbereitungen für die schlichte Weihnachts feier in die Hand genommen. Die Veranstaltungen gingen teils vor, teils nach dem Feste vor sich; so im 18. Distrikt, im 3. Di stritt und anderen. Aus dem 3. Distritt wird uns geschrieben: Am 3. Feiertag veranstaltete der 3. Distrikt in der Aula des Gymnasiums Mittenwalder Straße eine schöne Weihnachtsfeier. Borgesehen waren Orgelspiel und Gesang. Der Orgelspieler und die Sängerin tamen leider nicht. Trotzdem fiel die Feier doch zur Zufriedenheit der Kinder und Eltern aus. Die leuchtenden Blide der Kinder bestätigten das. Gen. Schneider hielt die Festrede, in welcher er den Erlösergedanken der Kirche mit dem Erlösungss gedanken des Proletariats in Vergleich stellte. Es kam ein Weih nachtsspiel„ Der Weihnachtsmann", von drei Kindern dargestellt, zur Aufführung.„ Liese und Lotte" wurde von zwei Mädchen vor getragen, ferner ,, Was die Jugend spricht" von Emma Dölk. Außer dem sprach ein Knabe ein Gedicht ,, Weihnachten ohne Baum". Biel Freude erregte der„ Kinderreigen" von Kindern der Neuköllner Genossen. Drei jugendliche Mandolinenspieler brachten zu Gehör ,, Krönt den Tag". Seitere und ernste Vorträge folgten ab wechselnd. Genoffin Jacobowsky forderte Jung und Alt auf, treu zur U. S. P. zu halten. Die Bescherung der arbeitslosen Genossen hatte in aller Stille am Donnerstag, den 23. Dezember, stattgefunden. Es waren reich lich Spielsachen, Bücher, neue und getragene Sachen gespendet worden. Ebenso erhielten die Arbeitslosen und die Kinder der selben Geldgeschente ausgehändigt. Boranssichtliches Wetter für Berlin und Umgebung. Mild und zeitweise aufklärend, jedoch überwiegend trübe und neblig mit Teichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Gewerkschaftliches Achtung! Klavierarbeiter! Das in unserer Sonnabend- Nummer erschienene Inserat der Branchenversammlung, welche heute abend 5 Uhr im„ Gewert schaftshause" stattfindet, soll für Klavierarbeiter gelten Deutscher Solzarbeiter- Berband, Verwaltung Berlin. Ein Die einmal. 10,9 bezug bezogen glich Redak Vie Die lie in themal eine haben gericht Welt bez Bojej u m Franz Mega liche beit, fangen toch n Die engefl 1. Diftritt. Die Weihnachtsbescherung findet am 28. Dezember, abenbs 6 h, sehen, im Lofal von Müller, Neue Robitr. 14-15, ftatt. Padmaterial ist mitzubringen. 2. Diftritt. Die nicht verlauften Billetts' zur Weihnachtsfeier müssen spätestens bis Mittwoch abend 7 Uhr bei Willmert, Bülowftr. 58, abgerechnet werden, wibrigens die 2 falls gelten diefelben als vertauft. Ferner ist ein schwarzer Samtfindergürtel ges funden worden, abzuholen bei Döring, Steinmetzstr. 23. igenn Ro grünb mutbe Aus den Organisationen 7. Diftritt, Bildungskommission. Mittwoch, abends 7 Uhr, bei Redling, pernitusstr. 23. 8. Diftritt. Elternbeiräte. Mittwoch, 29. Dezember, abends 7 Uhr, Bollveren Stunde früher. Aber man ist im Landratsamt überhaupt recht weitherzig hin- sammlung bei Rettschlag, Schreinerstr. 18. Arbeitskommission und Obleute eine ihrem sichtlich der Ueberlassung von Wohnräumen. Hat doch der frühere Landrat des Kreises, Herr von Bredow, noch immer seine frühere Dienstwohnung im Gebäude des Landratamts inne. Er ist Junggeselle und wirtschaftet mit einem Diener und einer Köchin. Diesen drei Personen stehen nicht weniger als 16 3immer zur Verfügung, fürstliche Räume, die bequem 6 bis 10 Familien beherbergen tönnten. Sind dem Berliner Wohnungsamt diese doch wohl taum zu billigenden Tatsachen bekannt? Oder sollte es etwa auch in diesen Fällen versagen? Gegen die Kohlenverschwendung. Mit dem Antrage des Stadtverordneten Dr. Weyl und Genossen betr. die Einstellung der Kohlenlieferungen an Bars, Dielen usw., beschäftigte sich am Montag abend spät ein Stadtverordneten- Ausschuß unter dem Borsitz des Stadtverordneten Radtte. Nach mehrstündiger Be ratung wurde beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung folGoeben erschienen! Die Berfaffung des Freistaates Preußen Preis 2,00 Mart Wahlgefeh zum Preußischen Landtag, Provinzial Landtags. und Kreistags Wahlgefek Preis 2,50 Mart Organisationen Preisermäßigung Buchhandlung ,, Freiheit" Berlin C. 2/ Breite Straße 8-9 Ich höre wieder burch diesen famofen elette. Hör- Apparat ber Majofone G. m. b, H. 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Dezember, abends 6% Uhr, Sihung sämtlicher Funktionäre im Restaurant Becker, Residenzstr. 130. San Niederschöneweide. Donnerstag, abends 7 1hr, bei Schuster, Briger Str. 17, werder tombinierte Sigung des Vorstandes, der kommunalen und der Landagitattons tommission. Pünktliches Erscheinen ist notwendig. Unschl Tätig haben. Arbeitslosen Schönebergs. Mittwoch, den 29. Dezember, abends 7 Uhr, in det der bi Aula der Fichte- Realschule, Kolonnenstraße, Bersammlung. tuhr Vereinskalender Kartell für Sport und Körperpflege( U. Sp. R.) Wilmersdorf- Schmargendorf Mittwoch, abends 7% Uhr, findet im. Turnerheim" die Generalversammlung des gezoge Kartells statt, wozu alle dem Kartell angeschlossenen Vereine möglichst vollzählig Faljd zu erscheinen haben. Vorher um 7 Uhr Borstandssigung zweds Abrechnung. Emil Rabolb, Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Romeriner, Karlshort. Verlagsgenofienfchaft reiheit" e. 6. m. 6. 5.. Berlin. Drud ber Freiheit Druderei G. m. b. 5., Berlin C. 2. Breite Stroke 8-9. Kleine Anzeigen Der U Ber chema lebens Ditt bes Staat Die Geschäftsstelles Berlin 2, Breitests. S ungar Mich je Butic bruchs Das Ueberschriftswort 2- k, jebes weitere Wort im Text 1.50 k. netto, Stellungsgefuche: Ueberschriftswort 1.50., jebes weitere Bort im Tegt 1- h. Verkäufe Gebrauchte Treibriementederabfälle 1000 Anzüge und Paletots in allen Größen, darunter erste klaffige maßverarbeitete Geb rodianzüge, Frackanzüge, Smo kinganzüge, Jackettanzüge, Cutawayanzilge, Winterpaletots Winterulster, Schlüpfer, Sofen, aus besten Friedensstoffen, teil weise wenig getragen, auf Seibe gearbeitet, verkauft fehr preis Schnapek, Skaliger Röbel, gebraucht und neu, Stube und Küche, gut erhalten, 1800.-. Rehfeld, Badstraße 34. Hausnummer achten. Fahrräder m. 10,- pro Kilo auch in kleinen Poften abzugeben. Fahrradgummi billiger! 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