A int ne nd ach jeit tent ris er, at ret Ein am Det jas ม น in icht Die nd cent nn ns ten en ge chs en, Без em jab bei tbe net [ te, Ind as ge DIT, er 20 ert tus rit fel be en" Ar 15: Den isa tent ts jent ide te, fte igt rbe gen gs4 Ite. Der Der лет ter ers and bie rte bef ter Die ahl дея ts Cent Der ar Dea ll es il ces bie Die hr, ond Ccis tez bs era bs ret tez er ge 10 g Ite • Einzelpreis 20 Pfg. 3. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montags ne einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Pofte bezug nehmen sämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,- m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8- D. Mittwoch, 29. Dezember 1920 Nummer 555 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillezelle oder beren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Besuche 3,20 M. netto pro Beile. Stellen- Gesuche fn Wort- Anzeigen: bas fettgebruckte Wort 1,50 M... jedes weiters Wort 1,- m. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4648, 4921 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Ein neues Ultimatum? Die Provokation der Orgesch Die deutsche Regierung hat durch ihre Weigerung, die Orgesch zu entwaffnen, obwohl sie diese Verpflichtung der Entente gegenüber eingegangen war, eine Situation geschaffen, auf deren Ernst wir bereits heute früh hingewiesen haben. Der Beschluß der Botschaftertonferenz, die Entscheidung über das weitere Vorgehen den alliierten Regierungen zu überlassen, ließ bereits erkennen, daß die Entente nicht gewillt sei, in dieser Frage den deutschen Mili taristen und Reaktionären entgegenzukommen. Es war flar, daß dieser Beschluß zugleich die Ankündigung bedeutete, daß unter Umständen mit ernsten Maßnahmen gerechnet werden mußte. Jezt bringt eine Berliner Mittagszeitung aus Ententekreisen die Mitteilung, daß in der Tat beabsichtigt werde, der Deutschen Regierung ein Ultimatum zu stellen und im Fall einer fortdauernden Weigerung zur Besehung des Ruhrgebiets oder auch zum Einmarsch in Bayern zu schreiten. Die Meldung hat eine gewisse innere Wahrscheinlichkeit für sich, und die deutsche Regierung hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn es zu solchen Drohungen kommen sollte, in derselben Zeit, in der die schwerwiegenden wirtschaftlichen Verhandlungen in Brüssel geführt werden. Der Antreiber bei dieser Führung der auswärtigen Politik ist freilich in erster Linie die Regierung Kahr und ihr Beherrscher, der Forstrat Escherich. Die reaktionären bayerischen Dummtöpfe haben zuerst mit der Entente geflüngelt, haben sich in hochverräterischer Weise ihr als die Vertreter des Föderalismus und Separatismus zu empfehlen gesucht. Sie haben gehofft, Entgegenkommen zu finden, weil an der föderalistischen Schwächung Deutschlands auch die Entente ihr Gefallen finden fönnte. Nachdem das vergeblich gewesen ist, haben die Kahrleute die Reichsregierung zu ihrem thörichten, das Interesse des deutschen Volkes schwer schädigenden Bors gehen aufgeputscht. Aber was soll man zu einer Regierung, was soll man namentlich zu einer Leitung der aus wärtigen Politit sagen, die sich von der borniertesten Realtion ihre Marshroute vorschreiben läßt? Heute muß jedenfalls gefordert werden, daß die Reichsregierung diesen von ihr heraufbeschworenen Konflikt endlich beilegt und das Vernünftige und Notwendige schleunigst tut. Ob man freilich eine solche Regierung, die sich von jedem reaktionären Brüllaffen einschüchtern läßt, im Amte lassen fann, ist eine Frage, die vor allem die rechtssoziali. tile Reichstagsfraktion zu beantworten haben wird. Das naive Auswärtige Amt Herr Simons hat sich neulich in einem Leitartikel der Frankfurter Zeitung" darüber beklagt, daß er jetzt fast in jeder Woche eine Note der Entente bekäme, die ihm neue Schwierigkeiten bereite. Er hat leider vergessen, hinzuzufügen, daß er mit diesen Der Die Eisenbahner gegen den Streikerlaß Don den Eisenbahnerorganisationen eingesetzte Sechzehner Ausschuß erläßt folgende Erklärung: Die großen Organisationen des Eisenbahnpersonals haben durch die Schaffung einer lüdenlosen Einheitsfront zur Bertre tung ber berechtigten wirtschaftlichen Interessen aller Eisenbahner den Ausbruch wilder Streits verhütet und die Bewegung in ge. ordnete Bahnen gezwungen. Um so unverständlicher ist es, baß der Reichsverkehrsminister, anstatt durch alsbaldige Aufnahme von Berhandlungen die Organisationen in diesem Bestreben zu unterstützen, durch Herausgabe von Streiferlaffen und Drohung von Disziplinmahnahmen, zu denen ein tatsächlicher Anlaß nicht gegeben ist, die Lage verschärft und die draußen herrschende Erregung ins ungemessene steigert. Diesen Erlassen des Ministers fehlt jeglicher Rechtsboden. Der Reichsminister vermag ich lediglich auf eine Erklärung der Preußischen Staatsregierung zu berufen, obwohl bie Reichsverfassung, auf welche die Minister und die Beamten vereidigt find, ben Beamten in Artikel 109 grundsäglich die volle bürgerliche Gleichberechtigung und in Artikel 159 die gewährleistet. uneingeschränkte Vereinigungsfreiheit Was jezt zur Erörterung steht, ist nicht die Frage, ob die Eisenbahner das Recht zum Streit, sondern ob sie für sich und ihre Familien die Mittel zu leben haben. Pflicht einer Regierung, die von ihren Bediensteten Hingabe und hochwertige Leistungen und von ihren Beamten ein besonderes Treue verhältnis verlangt, ist es, für deren Existenz ausreichend zu sorgen. Dieser Noten nur erntet, was er und seine Vorgänger gefät haben, als Sie trotz der Warnungen unserer Partei in der Abrüstungsfrage die Bedingungen des Friedensvertrages nicht stritte erfüllten. Der Einwohnerwehrnote ist nun in diesen Tagen eine bisher vers heimlichte Note des Generals Rollet gefolgt, in der Be schwerde über die Organisation der Sicherheitspolizei erhoben wird.. Es ist bezeichnend für die ungünstige Stellung der Regierung auch in dieser Frage, daß das Auswärtige Amt sich bemüht, diefe Note so lange wie möglich geheim zu halten. Die Ber treter der preußischen Regierung bitten die Presse, die Angelegenheit dieser Note fachlich zu diskutieren, das Auswärtige Amt verweigert aber einfach die Bekanntgabe der Note, so daß niemand in der Lage ist, sich ein Urteil zu bilden. Die Politit des Auswärtigen Amtes nach der Methode des Verstedspielens und der Geheimnisträmerei mag für politische Kinder ganz gut geeignet sein, der deutschen Arbeiterschaft wird man mit diesen Methoden nicht mehr imponieren. Das sollte auch allmählich Herr Simons begriffen haben. Die geheimnisvollen Flugzeuge Das Reichsverkehrsministerium richtet an die Oeffentlichkeit einen Appell, die Flugzeuge abzuliefern, die noch immer in der Bevölkerung verstedt gehalten werden. Da die Ar beiterschaft nicht über Scheunen, Waldbestände, Schuppen und ähnliche Aufbewahrungsorte verfügt, so tann man von ihr nicht gut die Ablieferung noch immer verstedt gehaltener Flugzeuge verlangen. Wo sind also die Berstede? Nun, in den Gehegen der Großagrarier, auf dem Lande, und es ist seltsam, daß aus gerechnet immer die Ententemissionen solche Verstecke aufstöbern und dann der deutschen Regierung die größten Ungelegenheiten bereiten. Erst neulich sind wieder, wie das Reichsverkehrsministerium zugeben muß, mehrere Flugzeuge, die irgendwo versteckt gehalten worden find, nach Polen geflogen. Die Regierung hat die Verpflichtung, sich so harmlos zu stellen, als ob sie diese Spielerei mit Flugzeugen lediglich für Schiebermanöver und finanzielle Spekulation halte. In Wahrheit handelt es sich natürlich um die Waffenlager der Orgesch und der mit ihr verwandten Organisationen, die ihre Waffenvorräte bald hierhin bald dorthin verschieben, um sie nach Möglichkeit den Augen der Ententemisfionen zu entziehen, Eine Aeußerung des Vertreters des Reichsverkehrsministeriums wird die Arbeiterschaft sich recht genau merken müssen. Er wies nämlich darauf hin, daß die Entwicklung des deutschen Luftvertehrs und der deutschen Flugzeugindustrie durch dieses Versteckthalten von Flugzeugen schwer geschädigt werde, da die Entente die geheimnisvollen Flugzeuge zum Anlaß zu steten Beschrän= tungen der deutschen Flugzeugindustrie nähme. Wenn also jetzt ein wichtiger Industriezweig lahmgelegt werden sollte, so sind dafür ausschließlich die militaristischen Geheimbündler verantwortlich, die die Kriegsflugzeuge verschieben, weil sie sie noch für irgendwelche 3wede verwenden wollen. selbstverständlichen Pflicht ist die Regierung nicht nachgekommen und hat dadurch ihre Arbeitnehmerschaft in eine 3wangslage gebracht. Die Frage eines Eisenbahnerstreiks wird nicht durch pas pierne Erlasse und Verordnungen entschieden, sondern durch das Maß des Entgegenkommens gegenüber den Forde rungen der Organisationen. Gegen den Versuch des Mis nifters, den Verhandlungsboden zu verschieben, erheben die Drganisationen schärfst en Protest. ( Siehe auch Seite 3.) Die Kämpfe um Fiume Tu, Rom, 29. Dezember. Savas Reuter melden: Fiumaner Legionäre haben die Brüde, die Suffa mit Fiume verbindet, in die Luft geiprengt. Die vor Fiume operierenden regulären Truppen sollen 30 Tote und etwa 160 Verwundete haben. Die Fiumaner Legionäre haben bis jetzt vier Brüden über die Resina in die Luft ge Sprengt. Im Laufe des Tages wurde das Feuer von beiden Seiten mit furzen Zwischenpausen fortgesetzt. Es sind bis jetzt fünf Offiziere und 178 Mann leicht verwundet. Wie die Blätter mitteilen, hat Giolitti eine Abordnung der politischen Parteien empfangen und ihnen erklärt, daß Fiume noch im Laufe des Tages durch General Capiglia genommen werden würde. Er habe Befehl gegeben, Blutvergießen nach Möglichkeit zu verhüten. Die Aition habe beschleunigt werden müffen, um einer Intervention Südslawiens vorzubeugen. Der „ Secolo" meldet: Der Dreadnought„ Andreas Doria" vom Blockadegeschwader hat sich dem Safen auf 200 Meter genähert und den„ Estero" aufgefordert, binnen 15 Minuten den Hafen zu verlassen. Ohne den Ablauf der Frist abzuwarten, wurden dann von„ Andreas Doria" Kanonenschüsse gegen den„ Estero" abgefeuert, der start beschädigt wurde. Politische Justiz Es fehrt alles langsam wieder! Die äußeren Formen haben sich etwas geändert, Personen haben gewechselt, kleine Verschiebungen sind eingetreten, der innere Charakter des politischen Lebens in Deutschland ist sich gleich geblieben. Wenn irgendwo und irgendwann, zeigt sich die innere Struktur der Gesellschaft oder einer bestimmten gesellschaft lichen Periode in der Art ihrer Rechtsprechung. Was wir auf diesem Gebiete seit der Revolution erlebt haben, er härtet unumstößlich die Tatsache, daß die November revolution spurlos an der deutschen Bourgeoisie vorüber gegangen ist, daß die einzige Wirkung, die die proletarische Erhebung auf die Bourgeoisie ausübte, zuerst bange Furcht war, und dann Haß nur Haß. Dieser Haß, jeht nicht mehr von der Furcht gebändigt, lebt fich in der Rechtsprechung aus, die, äußerlich den robusten Kräften des politischen Kampfes entrückt, im Zeichen der Unbestechlichkeit und der Unabhängigkeit ihres Amtes waltet. Jetzt stehen die toten Paragraphen des Strafgesetzes zu neuem Leben auf und das harte Gefüge der Worte wird zu weichem Wachs in den Händen der Richter und Staats anwälte. Je nachdem es sich um Revolutionäre oder Reat tionäre, je nachdem es sich um Freunde oder Feinde der neuen Ordnung handelt, wird aus dem Straffoder Schuld oder Unschuld bewiesen. Es ist unnötig, Einzelfälle zu ers örtern, es ist auch nicht nötig, darauf hinzuweisen, daß sich der Protest gegen so manchen Urteilsspruch und gegen so manche Prozeßführung der letzten Zeit bis weit in die bür gerlichen Kreise hinein vernehmen ließ. Diese Dinge find so fest in die Hirne und Herzen der Arbeiter und aller an ständigen Menschen eingegraben, daß die bloße Erwähnung genügt, um jeden Einzelfall in seiner Besonderheit in Rüd erinnerung zu bringen. Wir zetern nicht im geringsten über die Richter und baß die Justiz in der kapitalistischen Gesellschaft Klassen. Staatsanwälte ob ihrer famosen Urteilssprüche. Wir wissen, Richter und Staatsanwälte nicht aus ihrer Haut heraus just iz ist und sprechen das auch aus. Wir wissen, daß die können, und diese Haut ist bürgerlich- reaktionär, ist anti sozialistisch, ist sehr oft arbeiterfeindlich. Aber das bestehende Strafrecht gibt den Herrschaften von gestern erst die Möglichkeit, ihrem einseitig gerichteten Rechtsempfinden Ausdrud zu verleihen. Das Strafrecht in der deuts schen demokratischen Republit ist noch das felbe wieimtaiserlichen Deutschland. Und die Personen, die das Strafrecht handhaben, find erst recht die Menschen des taiserlichen Deutschlands geblieben. Aus dieser ganzen Sachlage heraus ist es nur zu vers ständlich, daß auch der Aufreizungsparagraph wieder zu Ehren kommt. Wie in der guten alten Zeit, der vor- und nachmärzlichen, benutzt man parteitheoretische Aus einandersetzungen, um daraus Aufreizung zum Klassenhak und zu Gewalttätigkeiten zu konstruieren und eine bequeme Handhabe zum gerichtlichen Einschreiten gegen unbequeme Politiker zu haben. So hat der Oberstaatsanwalt beim Landgericht I gegen unseren Genossen Liebschütz als verantwortlichen Redakteur der Freiheit" Antiage erhoben auf Grund eines Artifels von Walter Sto e der Unsere Partei und die dritte Internationale". Stoeder selbst fann nicht strafrecht lich verfolgt werden, da er als Reichstagsabgeordneter Immunität genießt. Dieser Artifel, der vierte und Schlußartifel einer Serie über das gleiche Thema, soll die Voraus setzungen für die Anwendung des§ 130 des Strafgesetzbuches, betreffend Aufreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten" in sich tragen. Das Gericht sieht die Gründe für die Anklage gegeben in den Ausführungen Stoeders, die sich auf die Ueberwindung des Passivgeistes in der Partei beziehen, die nachweisen, daß das Proletariat ge zwungen ist, den grausamen Mitteln des Bürgertums ebenso grausam gegenüberzutreten und die das Proletariat auffordern, sich in jeder Weise für den kommenden Bürgerkrieg vorzubereiten. Man beachte: dieser Artikel ist der letzte einer Artikelserie, die sich mit der innerparteilichen Frage des Anschlusses der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands an die dritte Internationale und mit den Anschlußbedingungen beschäftigt. Es handelt sich um eine reine parteitheoretische Auseinandersehung, aus der nicht im geringsten die Absicht einer Aufreizung abgeleitet werden kann. Dafür fehlen alle Merkmale. Weder wird in dem Artikel an ein tonkretes Problem angeknüpft, wie etwa Arbeitslosigkeit, Betriebsräte, Ernährung und anderes und im Anschluß baran zu„ Gewalttätigkeiten geheht", noch war die Zeit um den 13. September, an welchem Tage der Artikel erschien, so erregt, daß sie als besonders gefahrvoll bezeichnet werden fönnte. Und zum dritten, und das ist das Entscheidende: Weder ist irgendeine Stelle in der politischen Oeffentlichkeit, Parlament oder Presse, durch jene Artikel in Aufregung ge raten, noch haben sich bis heute, fast vier Monate nach Erscheinen des Artifels, gewalttätige Auseinandersetzungen verschiedener Klassen der Bevölkerung gegeneinander ereignet, die mit dem Artikel in direkten oder indirekten Zusammenhang gebracht werden könnten, ) . Ist also die Erhebmtt der Anklage aus diesen Gründen einfach lächerlich, so muß doch mit aller Energie gegen diese Zinklage P r o t e st erhoben werden, weil sie uns in jene Zeiten zurückzuführen droht, wo die Erörterung politi- scher Ctreitfragen, politischer Kampfmittel, des Problems der Eroberung t>er politischen Macht unter das Signum der „S t« a t s g e f ä h r l i ch k e i t" fielen. Es wäre gar zu beschämend, was uns freilich nach den Erfahrungen in dieser Republik nicht wundern sollte, wenn die gerühmte Demo- kratie in Deutschland in nichts über das absolutistische Re- gime hinaus käme. Es ist schlechterdings unerträglich, daß theoretische Auseinandersetzungen selbst jetzt noch nicht in breitester Oeffentlichkeit ungestört von täppischen Eingriffen stattfinden'können. Denn das würde einen Rückfällen die Zeit des Absolutismus bedeuten, in die Aera der Stieber und Puttkammer, die freilich seit der Revolution manchen würdigen Nachfolger gefunden haben. Gänzlich abwegig ist die Erhebung der Anklage aber auch, wenn man bedenkt, daß die Probleme der Eroberung der politischen Macht, des Bürgerkriegs, des Terrors, seit der Revolution in zahllosen Broschüren, Artikeln, Reden und Diskussionen ohne Störung durch die Justiz behandelt wur- den. Dabei soll es bleiben oder man soll versuchen, all diese Erörterungen einfach zu verbieten. Dann wüßte man doch, woran man ist. Dann wäre die„Demokratie" dieser demo- kratischen Republik jedermann ohne Einschränkung erkenn- bar. In Wirklichkeit verstößt diese Anklage gegen eines der elementarsten Recht« der Demokratie, gegen di'e Freiheit der politi- fch e n B e t ä t i g u n g. Denn politische Betätigung ist ohne politische Aussprache, ohne den Kampf der Meinungen über Ziele und Wege nicht denkbar. Und es ist nicht die'Schuld der Politiker, wenn das Fundament des Staates so brüchig ist, daß es von ihren Auseinandersetzungen ins Wanken käme. Das wäre höchstens ein Anzeichen dafür, daß„etwas faul ist im Staate Dänemark". Wir worden uns jedenfalls nicht hindern lasten, immer und überall das zu sagen, was notwendig ist. Wir sind nicht von jener bänglichen Angst besessen, die in der schrankenlosen Freiheit der Meinungs- äußerung den Ansang vom Ende steht. Wir find vielmehr der Meinung, daß nichts die politische Atmosphäre so reini- gen kann, wie die uneingeschränkteste Freiheit der politischen Diskusston. Und wir überlassen den Hütern dieser demo- kratischen Republik den traurigen Ruhm, die Strafgesetze der wilhelminischen Periode zu benützen, um die politische Mei- nungsfreiheit, jenes Palladium der Demokratie, in den Staub zu zerren. Der Aufstieg eines Renegaten Maurenbrecher, der Nachfolger Wulles Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Reinhold W u ll e stellt am Ende dieses Jahres seine Tätigkeit als Hauptschriftleiter und Direktor der schwerindustriellen und monarchistischen„Deutschen Zeitung" ein. Sein Nachfolger wird Dr. Max Maurenbrccher. Nach der Entwicklung dieses Herrn kann man nur bestäti- en, daß die„Deutsche Zeitung" eine richtige Wahl getroffen >at. Maurenbrecher wird an Nationalismus und Liebe- dienerei gegenüber den schwerindustriellen Machthabern sicherlich hinter Herrn Wulle nicht zurückstehen. Herr Mauren- brecher gab nach dem Verfall der nationalsozialen Partei eine kurze Gastrolle in der Sozialdemokratie, wurde aber sehr tald ein Außenseiter. Bei Ausbruch des Krieges entpuppre er sichols ein Verserker und schrie wacker nach dem Blute der„Feinde". Dan gründete er mit Herrn Kapp die fa- mose Vaterlandspartei, die die halbe Welt und den Mond annektieren wollte. Als dieser schöne Traum durch den Zu- sammenbruch des deutschen Heeres zerstört wurde, reiste Herr Maurenbreiher als Deutsch st oßapo st el durch die hei- mischen Gaue, sang bombastische Loblieder auf das Hohen- zollerntum und seinen desertierten Kaiser. Run ist er endlich rm gesicherten Hafen gelandet. Als Maurenbrecher zur Sozialdemokratie kam, schrieb er zur Reinigung seines Gewissens ein vielbändiges Werk: „Die Hohenzollernlegend e". Jetzt ist er Haupt- redakteur eines monarchistischen Hetzblattes und kann nun täglich seinen Lesern jene Geschichten erzählen, deren Ver- logenheit er einstmals selbst nachwies. Die lebenden Baltikumer Die herrlichen Valtikumtruppen, die im Sommer und Herbst 1913 in den Ostsecprovinzen ihre Taschen füllten und den deutschen Staatssäckel teils durch offenkundigen Betrug einiger Offiziere, teils durch die Unterstützung, die sie bei N o s k e und an- deren Regierungsmännern fanden, um einige hundert Millionen Mark erleichterten, diese Baltikumtruppen sind nicht tot. Die Führer unterhalten mit dem Kern dieser Landsknechtsscharen, die teilweise auch auf dem Lande als Arbeitsgemeinschaften unter- gebracht und der O r g e s ch angeschlossen sind, dauernde Verbin- düngen. Eine Zentrale befindet sich in Karlsruhe, deren Leiter ist ein Hauptmann namens W a g e n e r, und dieser fa- mose Herr verleiht sogar noch, wie der„Vorwärts" meldet, Er- innerungszeichen an die Teilnehmer des glorreichen Raubzuges. Bedingung ist, dag der mit dem Orden bedachte Landsknecht sich „verpflichtet, in jeder Lage und wann es auch fei, für die Ziele der Deutschen Legion einzutreten: Verbreitung deutschen E e i st e s und deutscher Art.AbwehrjedenVersuchs, gewaltsam die innere Ruhe und Ordnung zu stören, Bekämpfung des Bolschewismus von innen und von außen, Verteidigung der deutschen Einheit und Freiheit." Die Baltikumtruppen haben während des Kapp-Putsches schon einmal die Möglichkeit gehabt, für„Deutschlands Einheit und Freiheit" zu kämpfen. Erfolg: tausende hingeschlachtete Prole- tarier im Ruhrgebiet(wo Roßbach hauste), Schießereien auf den Straßen, Plünderungen, Standrechtsmorde. Bei der nächsten Gelegenheit werden sie, trotz angeblicher Auflösung, ebenso wacker ihren Mann stellen. Daß diese Läuse im Pelz des deutschen Schafes sitzen, dafür ist in erster Linie N o s k e verantwortlich. Die Rigaer Verhandlungen Riga, 28: Dezember. Der polnische Delegierte D o m b s k i überreichte Joffe eine Rot«, in welcher er darauf hinwesst, daß die Rote Armee im Rayon Weißrußlands die neutrale Zone überschritten und einige Dörfer geplündert haben soll. Joffe stellte eine diesbezügliche Anfrage an T s ch i t f ch e r i n, der folgende Antwort gab: Im Rayon Borissow sind keine Mißverständnisse vor- gekommen und in Weißrußland überhaupt keine ernst zu nehmen- den Banden vorhanden. Einige Mißverständnisse ereigneten sich in der neutralen Zone an der polnischen Front, zu deren Erledi- gung find bereits ausführlich« Vereinbarungen abgeschlossen. Der weißrussische Rätekongreß ratifizierte den Rigaer Frieden und be- stätigte sein Mandat, welches der russischen Delegation erteilt wurde, um die Verhandlungen mit Polen zu Ende zu führen. Somit erscheint es selbstverständlich, daß Sowjetrußland die Durchführung der Vorfriedensverhandlungen übernommen hat. Die lästige Opposition OE. Riga, 28. Dezember. Nach nachträgllch elngeangenen amtlichen Meldungen nahmen an dem 8. Allrussischen Nätelongreh im ganzen ISSv Kommunisten, 191 Parteilose und 1 Mitglied des„Bundes" mit beschließender Stimme teil. Außerdem nahmen noch mit beratender Stimme 770 Deputierte teil, darunter 792 Kommunisten, 58 Parteilose, 6 Mit- glieder des„Bundes", 4 Menschewisten und vereinzelt« linke Menschewisten, Anarchisten und jüdische Sozialisten. Die zweite Sitzung des Rätekongresses, die am 28. Dezember stattfand, wurd« mit Reden des Menfchcwistenführers Dan und der Vertreter der linken Sozialrevolutionäre und Parteilofen eröffnet, die die Poli- tik der Sowiet-Regitrung einer scharfen Kritik unterzogen und ihre eigenen Resolutionen einbrachten. Diesen erwiderte Lenin, der das Hervottreten der Opposition als„ein Stück der Entente-Politik" bezeichnete. Er erklärt«, daß die Arbeiter und Bauern keine Schuld daran trügen, daß von den Parteien der Menschewisten und Sozialrevolutionäre nnr noch die Namen allein übrig geblieben seien: diese Parteien seien die freiwilligen oder unfreiwilligen Helfershelfer der Feind« der Eowjet-Republik. Nach Schluß der Verhandlungen beschloß der Kongreß einstimmig, die Politik der Cowjet-Rcgierung vollauf zu billigen. Für die Resolutionen der anderen Parteien wurde— wie aus Moskau amtlich gemeldet wird— kein« einzige Stimme abgegeben. Eigenartige Propagandamechoden In einem„Dm. Purmanow" aezeichneten Arttkel in Rr. 263 der amtlichen Moskauer„Jswestija' wird ausgeführt, daß die üblichen Propagandamethoden infolge ihrer Wiederholung an Wirksamkeit eingebüßt haben und durch neue ersetzt werden müssen. Unter anderem wird die Vera n st altungvonpolitischenDis- kussionen vorgeschlagen, durch die den gefährlichen Versuchen der Gegner der Sowfetregierung entgegengetreten werden soll, die Unzufriedenheit der Massen auszunutzen.„Die Diskussion heißt es in dem Artikel,„besteht darin, daß unsere kommunistisch«» Parteigenossen als Anarchisten, Menschewisten, Sozialrevolntio» näre usw. auftreten, entsprechende demagogische Reden h*"«! und irgendeinen Unsinn zu begründen suchen. Darauf widerlegt ein Redner der kommunlstifchen Partei die Ausführungen der Vor« redner, erörtert den wirkliche» Sachverhalt und setzt den Massen den wahren Sinn und die Bedeutung der Diskussionsfrage auseinander." Der Verfasser warnt davor, die Beweisführung der Gegner der Sowjetregierung in einer lächerlichen Form vor- zutragen. Sie soll vielmehr ganz ernsthaft und mit einem An- strich von Wisscnschaftlichkeit vorgebracht werden. \ Aus Sowjet-Armenien OE. Kopenhagen, 28. Dezember. Englischen Blättermeldungen zufolge hat die armenische Sow- fetregierung sich geweigert, die Schulden und Verpflichtungen der früheren armenischen Regierungen anzuerkennen und die amerika» Nische Hilfskommission aufgefordert, das armenische Gebiet, ein- schließlich der von den Türken besetzten Stadt Alexandropol, wo sich einige der wichtigsten amerikanischen Niederlassungen befinden, zu verlassen. Die amerikanische Hilfeleistung für die not- leidende Bevölkerung soll durch eine eingetroffene große Sendung von Lebensmitteln und Kleidungsstücken ersetzt werden, die als Spende des russischen Proletariats für das Rote Armenien bezeichnet wird. Die Türken räumen Alexandra- pol. Wie verlautet, hat die türkisch« Angora-Reaierung unter dem Druck der Moskauer Regierung das Gebiet von Alexandropol und das ganze Gebiet östlich des Flusses Arpa-Ehai als armenisches Gebiet anerkannt. Horthy plant einen Raubzug TU. Prag, 29. Dezember. Dem Abendblatt des„Pravo Lidn" wird aus Preßburg gemel- det, daß in der Nacht zum 27. Dezember von 2 bis 3 Uhr ein Teil der aufgelösten Hejas-Truppen in der Stärke von zirka 2909 Mann einen UeberfallanfPreßburg unternehmen sollten. Der Angriff sollte auf Kähnen zur Ausführung gelangen. Man war indessen an den kompetenten Stellen von Preßburg schon seit mehreren Tagen über das geplante Unternehmen unterrichtet, so daß rechtzeitig die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden konnten. Di« telephonischen Ort,- und Ferngespräche sind gesperrt: alle öffentlichen Gebäude wurden vom Militär besetzt, und in den Straßen stehen Panzerzüge und Panzerauto- mobile zur Unterdrückung jeden Angriffe« bereit. Indien verlangt Selbstverwaltung HR. London, 29. Dezember. In Nagjur wurde der indische Rationalkongreß er» öffnet. Taufende von Teilnehmern aus allen Teilen Indiens waren anwesend. Der Vorsitzend« der Empfangskommission hielt eine Rede, in der er die Delegierten auffordert«, Versuche zu unternehmen, um der Bewegung, die jedes Zusammenarbeiten mit der Regierung von Großbritannien ausschalten will, zum Erfolge zu verhelfen. Ts wurd« oerlangt, daß sofort die Selbstverwaltung in Indien eingeführt und Indien eine geschrieben« Verfassung mit der Umschreibung sämtlicher Recht« Indiens ge- geben werden solle. Ein dementsprechender Entwurf wurd« der Versammlung bereit- unterbreitet. Hasenarietterstrett in Amerika. Der Verbabd de» Hafen- und Schiffspersonals, der Kapitäne und Seeleute, zusammen 59 909 Mann, beschloß, am 1. Januar in den Stteik zu ttrten, da die Reeder sich weigerten, die K9stündig« Arbeitswoche einzuführen. Ein Wort über Foerster Bon Prof. Georg Friedrich Nicolai Spätere Geschichtsschreiber werden bei der Klage um den schnellen Verfall des alten deutschen Vaterlandsgefühls«u- dem Anfang des neunzehnten Zahchundert- das von1K.0 bis 1929 auf dem Wege über Bismarck und Treitfchke allmahl, ch zu dem Larm der Ludendorff-Schwärmer und modernen Hakenkreuzer entartete. mit Dankbarkeit der wenigen gedenken, die in diesem Wösten Herensabbath dem Genius des deutschen Volkes treu geblieben lind Unter diesen wenigen ist Friedrich Wilhelm Foerster einer der Besten da er trotz seiner Zugehörigkeit zur Klasse der Universi- täisproscssoren die spezifisch deutsche Aufgabe getreu den Grund- sätzen. wie sie die großen Deutschen von Lessing bis auf Humboldt aufgestellt haben, zu lösen versucht, trotzdem er wohl weiß, daß heute schon die Erinnerung an den sogenannten deutschen Zdealis- mus allen Profit-Patrioten als Baterlandsverrat gilt. Denn das. was Foerster grundsätzlich von allen unterscheidet, die sich heute Pattioten zu nennen anmaßen, ist die Tatsache, daß er diese„deutsche Aufgabe" als eine sittliche betrachtet. Man mag über die etwas kirchlich religiös gefärbte besondere Formulie- rung durch Foerster denken wie man will, jedenfalls werden alle, die Foersters neues Buch„Mein Kampf gegen das militaristische und nationalistische Deutschland" wirklich gelesen haben, mit Schrecken erkennen, wohin wir gelangt sind, wenn man solchen Männern wie Foerster das Leben und Wirken im Vaterlande un- möglich macht. Was ich schon vor zwei Jahren schrieb, wird immer mehr grausige Wahrheit: Nächstens werden sie wirtlich den letzten Deutschen aus dem Lande gejagt haben! Dabei kann man Foerster nicht einmal den Vorwurf machen, den die modernen Dunkelmänner so gern erheben: das, was er als Idealismus vertrete, fei nur verschwommene Phraseologie. Förster ist durchaus Realpolitiker, der allerdings auch die sittlichen Forde- rungen als lebendige und reale Kräfte mit wertet. Er geht von der Tatsache aus, daß die Zentrasstaaten, die im Herzen Europas gelegen, in der Periode des brutalen Kampfes durch ihre geographische Lage zum Tummelplatz fremder Heere prädestiniert waren, heute in der Periode des Weltverkehrs durch dieselbe geo- graphische Lnge darauf hingewiesen sind, Mittler in dem kommen- den Verschmelzungsprozeß Europas zu sein. Er hat klar erkannt, daß, wenn die Zentralmächte diese ihre große historische Pflicht zurückweisen, sie überhaupt keine wesentliche Auf- gäbe in der neuen Welt haben können. In gläubigem, von tiefster Vaterlandsliebe getragenem Optimismus hofft er, daß Deutschland feine durch eigene Schuld verlorene Führerstellung wiedererlangen jiönne, wenn es die dem deutschen Genius gemäße und von der heutigen Konstellation geforderte Notwendigkeit begriffe, die neue Aera weltverbrlldernder Liebe herbeizuführen. Denn die Zeit ver- lange gebieterisch die Ueberwindung eines bloßen nationalen Egoismus. Gegenüber den weltweitgewordenen Beziehungen der verkehrstechnisch verbundenen Völker und gegenüber der kommen- den europäischen Kulturordnung, an deren Herausgestaltung wir jetzt mit jedem Gedanken und jedem Worte arbeiten müßten, sei die nationale Gemeinschaft bei all ihrer unersetzlich sittlichen und sozialpädagogischen Bedeutung doch auch nur ein Parti- k u l a r e s. Dieses neue deutsche Streben, das zugleich da» älteste und beste deutsche Streben ist, dieses allerdeutscheste und. wie man wohl sagen kann, dieses einzig deutsche Streben wird heute von den meisten mit überlegener Miene und mit Denunziationen bekämpft. Man kann nicht sagen, daß es heute schon praktisch« Bedeutung als Vollsmelnung hat: aber hoffen wir. daß der Geist der Geschichte milder ist als der alte Jahwe, und er das heutige Sodom und Eomorra neudeutscher Selbstsucht um des einen Loth-Foerster und seiner kleinen geistigen Familie willen so lange verschont, b i s die deutsche Jugend sich wieder darauf besonnen hat. daß hier allein die Möglichkeiten zu einer besseren Zukunft liegen. Aus dieser Voraussetzung ergibt sich die Stellung des Verfassers zu den Tagesfragen: Er weiß, daß Deutschland nur dann andere und richtigere Politik machen kann, wenn es die Welt anders und richtiger steht. Darum sucht er die Vorbedingung aller denkbaren Verbesserung unseres Schicksals in einer inneren Wandlung und so wird ihm die Anerkennung vorausgegangener Schuld zu einem Angelpunkt unserer Entwicklung. Nicht aus Furcht vor Repressalien oder aus Konnivenz gegenüber dem Sieger, nicht um besserer Lebensbedingungen oder irgend welch anderer äußerer Güter willen, solle Deutschland fein« Schuld be- kennen, sondern um seiner selbst willen, um Deutschlands Seele zu retten und um frei zu werden von den Mächten der alten Finsternis und reif für seine gegenwärtige lichte Aufgabe. So kommt es Foerster bei der Erörterung der Echuldfrage dann auch nicht sowohl darauf an, aktenmüßig festzustellen, wer an der Herbeiführung gerade dieses Krieges durch Fahrlässigkeit» Leicht- sinn oder llebcrheblichkeit am meisten Schuld trage, sondern er fragt sich, ob das deutsche Gewissen und die deutsche Seele in den letzten Jahrzehnten sich in der Politik' so eingestellt habe, wie es dem deutschen Humanitätsgedanken entspricht, oder ob sie nicht in verblendetem Egoismus und kurzsichtiger Profithungrigkeit mit da- zu beigetragen haben in der werdenden Gemeinschaft von Europa eine verderbliche Atmosphäre des Hasses zu schaffen? Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet er unsere Konflikte mit Frankreich über Elsaß-Lothringen und die Marokkofrage, unseren Konflikt wegen der Flottenrüstung, wegen der Polen- frage und vor ollem wegen unserer Stellung zur Haagei Konferenz. Aus diesem Gesichtspunkt beurteilt er auch die Schuld und die Mißgriff« während des Krieges, die Tragik der amtliche» Lüg«« und des nationalen Selbstbetruges, sowie die Stellung der leitenden deutschen Klassen zum Zusammenbruch und zum Friedensschluß. Aus dieser Erkenntnis unsere» gegenwärtigen Zustandes und der wirklich vorhandenen Kräfte in Deutsch- land erwächst dann folgerichtig die Zukunft der wahren deutschen Weltpolitik, die auch ohne militärische Macht, ja gerade dann desto besser durchgeführt werden könne: denn nur ein neues Beispiel von jener alten deutschen Liebe zum Fremden kann der Welt die Möglichkeit eröffnen, ihre explosiven J»ter«ssrngegensStze friedlich zu lösen: mit der bloßen Jtftistik des Völkerbundes, mit bloßen utilitaristischen Erwägungen find jene Gegensätze nicht zu überwinden: nur dott, wo es wieder als eine Freud« und als Er- füllung uralter Begabung und Traditton empfunden wird, an Fremdem teilzunehmen und ehrlich fremdem Leben zu dienen, nnr dort wird das Lösungsmittel für die ungeheuren Spannungen der erregten Selbstgefühle und Leidenschaften bereitet und der Abbau des allgemeinen, lähmenden Mißtrauens eingeleitet: Ist doch wahre Politik' vor allem die Kunst, Vertrauen zu gewinnen— alles andere sogenannte politische Treiben ist ein vergängliches Spiel ohne jede Größe und ohne jeden echten Mrklichkeitsfinn. Hinzu kommen praktisch« Borschläge über Reform der Diplo« matte, die Aussöhnung mit Frankreich, die Stellung zu den abgetrennten Gebieten, nationale und üdernattonale Bildung, die deutschösterreichische Frage und über den Wiederaufbau de» deutschen Welthandel». In der deutschen Innenpolitik tritt Foerster für den Föderalis- nms gegen den Zentralismus ein. Da diese Dinge, ebenso wie seine sozialpolitischen Ansichten mir weniger eng mit dem von ihm aufgestellten fittlichen Erundproblem der deutschen Erneuerung verknüpft zu sein scheinen, möchte ich hier nicht näher darauf ein- gehen. Mögen aber viele Menschen diese Ausführungen lesen:* denn nur, wenn der Geist, der hier zu un» spricht, wieder Macht und Ansehen in Deutschland erlangt, nur wenn wir wieder lernen von diesen an stch selbstverständlichen moralischen Voraussetzungen aus zu diskutieren. Nur dann kann Deutschland wieder glücklichen Zeiten entgegengehen. Foersters Buch ist einer der mutigsten Ber« suche, die deutsch« Kultur gegen die Gegenwatt zu verteidigen. Haenisch legt Wert auf die Feststellung, daß er persönlich mit dem Muckerkanrpf der Musiihochschule gegen Schnitzlers„Reigen? nichts zu tun hat. Wir wurden an Haenischs Stelle auf diese Ve- richtigung verzichten, aber nicht darauf, die Ministerialräte an die Kette zu legen, die diesen Unfug angestiftet höben. Eine Busoni-Premiere. In Halle a. S. wird Sonntag, den 2. Januar, ein Bühnenwerk von Ferruccio Busoui aufgeführt, das der Schweizer Komponist Othmar Schoeck komponiert hat. Es heißt„Das Wandbild" und wird als Pantomime bezeichnet. � j er It it er te 3t d in ett 5= er FO er a= 1= 00 nt, Be It 05 CO m nd es el. eil nn Der ar ett To Fent nb st, Die Weltentwaffnung Der neue amerikanische Präsident Sarding hat in einer Remporter Zeitung einen Artikel über die Entwaffnung ge= schrieben. Er sagt darin u. a.: ,, Die Weltentwaffnung ist eine wichtige Phase, um zu einem endgültigen Frieden zu gelangen, nach dem wir alle streben. Die Völker, die noch die größte Bewaffnung haben, müssen hierbei bie Führung übernehmen. Ich habe niemals daran gedacht, daß die Vereinigten Staaten, die in Friedenszeit niemals triegerisch waren, einen Welttampf mitmachen würden. Meine oft ausgesprochene Auffassung ist immer die gewesen, daß wir eine Flotte haben müssen, die genügend start ist, um unsere Han delsflotte zu schüßen und unsere Häfen zu verteidigen. Da das Weltgewissen gegen den Krieg mach geworden ist und der Wunsch bei allen Völkern zunimmt, zur Entwaffnung beizutragen, kann man redlicherweise auch annehmen, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo Recht über macht siegen muß. Dann wird die Entwaffnung fein Traum mehr sein, sondern Wirklichkeit werden." Die Säße flingen theoretisch sehr schön. Praktisch hat aber gerade Amerika in den letzten Monaten gezeigt, daß es nicht an Abrüstung denkt. Es hat vielmehr seine Flotte ganz gewaltig vermehrt und dadurch wieder das Wettrüsten in anderen Ländern beeinflußt. Die Beamtenbewegung Die Regierung macht, was sie will Die regierende Bureaukratie fährt fort, die Beamtenschaft durch milde Tröstungen hinters Licht zu führen. Gegenüber der in der Presse enthaltenen Behauptung, es sei beabsichtigt, die mit der Auszahlung des Januargehalts zu Weihnachten begonnene Borschußwirtschaft das ganze Jahr hindurch fortzusetzen, wird zunächst anscheinend halbamtlich durch das Wolffsche Telegraphenbureau folgendes mitgeteilt: Die Reichsfinanzverwaltung hat Anordnung getroffen, daß die nächste Gehaltszahlung an die Beamten nicht erst Anfang Februar, sondern bereits vom 20. Januar ab er= folgt, damit nicht mehr als etwa ein Monat seit der vor Weihnachten erfolgten Zahlung des Januazgehalts verstrichen ist. Wegen der von den Organisationen der Reichsbeamten und Reichsarbeiter gestellten neuen Forderungen heißt es weiter, soll unverzüglich nach Neujahr im Reichs: finanzministerium vor Eintritt in Verhandlungen eine Aussprache über die Gesamtsituation mit Vertretern der beteiligten Kreise stattfinden.„ Sonst verbreitete Nachrichten über angebliche Beschlüsse der Staatssekretäre der Reichsministerien entbehren der Begründung." Dieser Plan wird durch allerlei Korrespondenzen, die in der Presse eine günstige Stimmung erzeugen sollen, aus dieser Darstellung im trodenen Amtsstil übersezt in einen wider lichen Schmus von trostreichen Reden. So heißt es in einer folchen Korrespondenznotiz, das Reichsfinanzministerium tenne bie Rotlage der Beamten und fei„ zur Abhilfe bereit". Man sei auch der Meinung, daß sich ein Weg finden werbe, um einen Ausgleich zwischen den Beamtenwünschen und den finanziellen Kräften des Reiches zu finden. sit Die Beamtenschaft fönne ganz beruhigt sein. Der ni Finanzminister werde alles tun, was sich tun läßt" es fei gewarnt vor unüberlegten Handlungen". Dann heißt es weiter: ns elt зи mit ge I ene ge Der nb 000 bie ett ng um gen Τάσ ren ade nes der äge mit zu Et an tur ber Sau och hes los zu ng, bes fiss wie thm ung einen; nicht men gen hen Ber n. mit en" Bee ant ben das Es aber Der Vernehmen nach wird man sich auf eine einmalige Teuerungsaulage einigen, vorausgefeßt, daß der Reichstag die neuen in Vorbereitung befindlichen Steuergesete bald verabschiedet. Damit ist ein Versprechen" gegeben, bas man entweber nicht zu halten braucht oder das schon nach der Zahlung einer schäbigen Abfindungssumme, die bei der großen Notlage in Beamtenfreifen wirken muß wie ein Tropfen auf den heißen Stein, als eingehalten hingestellt werden kann. Es tritt jetzt das ein, was wir vorausgefagt haben, nachdem der Deutsche Beamtenbund durch seine schwache Haltung gegenüber den ersten Angriffen auf das Streifrecht ber Beamten sich jedes Ansehens selbst beraubt hatte: die Zwei neue Operetten Benazky:„ u- Shi tanzt..." Leo Ascher: " Baroneßchen Sarah" 3m Neuen Operettenhaus wurde Yu- Shi abgerollt, die ver operettete Butterfly. Mit billigsten Mitteln variiert bie zusam mengelötete Handlung zum tausendsten Male das Thema Teehaus Die" Music" ist infofern altuell, als fie in unverschämtester Weise mädchen und Geisha- Schiajal. Ende: Wolfenkrazer, Dollar, Lift. Riehlt. Jungitaliener- Schule plus Colportage; nicht ein Schuß eigenes Temperament. Baroneßchen Sarah" im Komödienhaus gibt den Monotelsivilisten Stoff zu ein paar schlagfräftigen Zeitglossen, dem Baroneßchen Gelegenheit zu mancher fiebreizenden Bewegung. Im übrigen alles Schablone, das übliche Konjunkturschema; die ein seinen Nummern fertig zum Gebrauch für Leiertasten und Settbiele, wo man sie bald wird hören können. -sch. Reichsregierung und ihre Bureaufrafie macht mit den Beamten, was sie will. Der Kampf der Eisenbahner Söher gehen die Wogen im Lager der Eisenbahner. Groeners Streiferlaß hat Del ins Feuer gegossen. Der Herr Berkehrsminister aber sett in aller Stille seine Vorberei tungen gegen einen Eisenbahnerstreit fort. Diesen Sinn hatte zweifellos eine eingehende Beratung, die am Dienstag unter dem Vorsitz Groeners mit sämtlichen Präsidenten ber Eisenbahnbireftionen Deutschlands und zahlreichen Ministerialbeamten in Dresden stattfand. Es wird zwar gemeldet, daß die Verhandlungen sich weniger um die Streiffage, als um Fragen des inneren Dienstes gedreht hätten. Womit aber in versteckter Form zugegeben wird, daß sich die Beratungen auch um die Streifiage gedreht haben. Ueber die Haltung der Reichsgewertschaft der Eisenbahner wird gemeldet: Die Gewerkschaft der Eisenbahner nimmt in dreitägiger Be ratung Stellung zu dem Antistreiterlaß des Ministers Das kommende Jahr muß für die Unabhängige Sozialdemokratie und ihr Organ, die Freiheit", werden ein Jahr des Erfolges Restlose und unabhängige Werbearbeit wird unsere Bewegung heben und fördern, die Reaktion aber in ihre Schranken zurückweisen. Deshalb ergeht an alle unsere Freunde und Genossen erneut der Ruf zur unablässigen Werbearbeit für die „ Freiheit"! Groener. Gestern, heute und morgen werden sie darüber beraten, ob eventuell in den Streit eingetreten wird. Da der Minister in seinem Erlaß auf die schweren Folgen von Beamtenstreits für den einzelnen sowie für die gesamte Beamtenschaft und ihre Stellung im Staate, für den Staatsgebanken als auch für unsere politische und wirtschaftliche Entwidlung überhaupt aufmerksam macht, so sehen sich die Beamten ihrerseits veranlaßt, Stellung zu dem Antistreiterlaß des Ministers Groener zu nehmen. Die Beamten stellen schon jetzt zwei Fragen an den Reichstag, deren erste lautet: Werden durch den Streiterlaß des Ministers die Beschlüsse der Reichsregierung zur Ausführung gebracht? Zweitens: Coll als legtes gewerkschaftliches Mittel ber Streit angewandt werden? Die Beamten sind der Ansicht, dah ihnen das Koalitionsrecht durch diesen Erlaz genommen werden soll. Mit dieser Auffassung haben die Beamten durchaus recht. Schüßen sie das Streifrecht nicht, so verliert das Koalitions: recht jeden Wert für sie. Die Fragen an diesen Reichstag aber werden ihnen wenig helfen, denn in ihm haben die Kumpane der regierenden Reaktion die Uebermacht. Dieser Reichstag wird sich zweifellos zum Gendarmen der Regie rung machen und die Angriffe der Regierung auf das Recht der Beamten decken, wenn die Beamtenschaft nicht bald zu erkennen gibt, daß sie in ihrer Gesamtheit bereit ist, für ihr Recht zu kämpfen. Berdorbene Butter In ber Presse war behauptet worden, daß 2000 Faß auslän discher Butter aus den Beständen der Reichsstelle für Speisefette verdorben und für die menschliche Benugung ungenießbar geworden seien. Zu dieser Behauptung erklärt die Reichs= stelle für Speisefette, daß es sich an und für sich um Ware von minderwertiger Beschaffenheit gehandelt habe, für die auch ein geringerer Preis bezahlt worden sei, und daß nach fachmänni scher Behandlung die Ware dem Konsum hätte wieder zugeführt werden können. In derselben Mitteilung versucht die Reichsstelle für Speisefette die Einstellung der Versorgung von großen Bedarfsgebieten wie Warum reinigt die Seife? Jeder weiß, daß Seife auf die Haut eine reinigende Wirkung ausübt; wie aber diese Wirkung zu stande tommt, wird wohl nur wenigen bekannt sein. In der Wirkungsart der Seife auf die Haut muß zunächst zwischen der Wirkung der Seifenlösung und jener der festen Seife unterschieden werden. Nach einer Darlegung in der Pharmazeutischen Centralhalle" geht der Reinigungsprozeß durch die wässerige Seifenlösung in der Weise vor sich, daß das von den Hauttalgbrüisen abge schiedene Fett, in dem sich die winzigen Schmusteilchen, die sich auf der Saut ablagern, feftfeßen, in die Seifenlösung in feinster Berteilung aufgenommen wird. Um jedes einzelne Schmußteilchen bildet sich nunmehr eine gallertige Hülle; dadurch wird der Zufammenhang des Schmuges mit der Saut gelöst und die Reinigung vollzogen. Besseren Erfolg als mit der wässerigen Lösung erzielt man beim Waschen mit fester Seife, weil die Seife in dieser Form besser in die Hautfalten und Boren eindringt und die Schmußteilchen durch ihre Oberflächeneigenschaft stärker festhält, als die Haut sie festzuhalten vermag. Der Schmug haftet in diesem Die neuen Reichsbanknoten. Die Reichsbank gibt demnächst eine Fall ,, wie ein Abziehbild" an der Seife. Ein Beispiel dieser„ abFolge neuer Noten zu 100, 50 und 10 M. aus. Die Entwürfe dazu ziehenden Wirkung der Seife tann man beobachten, wenn man Stammen von bekannten Künstlern. Die neue Sundert marknote versucht, einen Rußfleden von der Saut nur mit einem feuchten Hundertmarknote entwarf G. 2. Habant von der Unterrichtsanstalt des Berliner Lappen zu entfernen, wobei er sich nur wenig ablöst, während er Kunstgewerbemuseums, der neue Fünfzigmartschein geht auf einen Entwurf von Prof. Arthur Kampf zurüd, ben Zehnmartschein zeichnete Marcus Behmer. Leider ist den Noten kein einheitlicher nach dem Bestreichen mit trodener, fefter Seife sofort weicht und an der Seife haften bleibt. So gut sich nun die Seife zur Entfernung von Schmuhteilchen tünstlerischer Entwurf zugrunde gelegt worden, so vieles Reizvolle, eignet, so wenig vermag fie Bakterien von der Haut zu entfernen, tünstlerisch und technisch Gute die neuen Reichsbantnoten auch zeigen. In ihrer Herstellung hat die Reichsbruderei wieder eine vorzüglich technische Leistung vollbracht. Die Hundertmarknote, in Budbrud hergestellt, ist von einem blaugrauen Gesamtton, Bu dem ein fräftiges Gelb gut steht. Sie wird durch den zweimal erscheinenden Kopf des Reiters aus dem Bamberger Dom Haratterifiert eine der edelsten Gestalten unserer mittelalterlichen Kunst tann so ins Bolt bringen. In dem Guillochengrunde erscheint auf der Borderseite des Scheines der Reichsabler in träftiger neuer Form. Die Rüdseite zeigt eine einheitliche graphische Kampfs 50 M.- Note, die schon mehrere Jahre alt Gestaltung. ist, wurde in Kupferdruck vervielfältigt und hat eine grüne Gefamtfarbe. Sie trägt auf der Vorderseite das Bilb einer reiche Früchte tragenden Frau, auf der Rückseite in gleichfalls bildmäßiger Auffassung die Gestalten eines Schnitters mit der Sense, eines Schmiedes mit dem Hammer. Der Behmeriche Zehnmart. Schein verzichtet auf jedes Figurenbilo. Grün auf braun zeigt er in Buchdruck auf einer vom Künstler handgezeichneten graubraunen Guilloche ein zeichverschlungenes Zierbandwerk in etwas an islamische Kunst antlingender Formgebung. Auf die Gestaltung des Drudes von Bild und Schrift wurde die größte Sorgfalt verwandt, so daß die neuen Noten wesentlich freundlichere Aufnahme finden dürften als die alten. zumal von den Händen, weil diese Keime gewöhnlich ganz tief in die Hautrigen eindringen. Für Desinfettionszwede nimmt man daher vorteilhafter Waschungen mit siebzigprozentigem Alkohol vor. Tages- Notizen Boltsveranstaltungen von Charlottenburg. Die Charlottenburger Deputation für fünstlerische Boltsbildung bietet in diesem Winter der Bevölkerung zum erstenmal billige Veranstaltungen, und zwar sechs Opern( Einheitspreis 3,50 m.) und vier Eymphoniekonzerte( 2,50.) im Deutschen Opernhaus, sechs Kammermusit matineen( 1,60 t.), zwölf Dichter und Komponistenabende( 1,25 M.) im Schillersoal, 15 Regitationsabenbe in der Stadtbücheret( 0,75 907.). Die Vera anstaltungen beginnen Sonntag, 2. Jan., 12 Uhr, im Deutschen Opernhaus mit eine: ana matinee. Die Gerhart Hauptmann Vorlesung. In der Dom Schuhverband Deutscher Schriftsteller( Gewertschaft Deutscher Schriftsteller) veranstalteten Borlesung Ger hart Hauptmanns für die Deutsche Kinderhilfe in ber Philharmonie am 8. Jan. wird der Dichter vorlesen: Sonnenhymnus aus der Bersuntenen Glode", Schluß fene aus Sanneles Simmelfahrt", aus einer ungebrudten epischen Dichtung ill Eulenspiegel und aus einer ungebrudien epischen Dichtung Der große Traum", die Reben der Pythia und der Ballas Athene. Theater. An ber Staatsoper wird Michael Bohnen zweimal an je jedys Abenben cuftreten. Er beginnt fein Gestspiel Sonntag, den 1. Jan. als Sachs in den Meistersingern", Meine Mitteilungen. Der Deutschen Triebensgefellfchaft ist bas bisherige Lofal ihrer allwöchentlichen Tagungen, das Café Auftrin, zu eng geworben. Bom Januar ab finben bie Montag sabenbe im Apollojaal bet Neuen Philharmonie Röpenider Str. 96-97 statt. Antimilitaristi. sche Gäste winfommen! Der Mufithiftorifer Prof. Dr. Sugo Gold midt, ein bekannter Gesangspädagoge, ist 62 Jahre alt gestorben. Berlin mit Inlandsbutter mit der Maut Klauenfeuche zu rechtfertigen. Sie wird aber wohl mit dieser Behauptung wenig Glauben finden. Denn Tatsache ist, das bie Abfieferung von Milch und Butter burch die Landwirte weit hinger, bot Erzeugung zurübleibt und jebe Menge diefer Ratsmitter im Schleich handel ohne Schwierigtelh zu haben ist. Da tann man denn doch die Maul- und Klaen che nicht als allein ausschlaggebende Ursache für die Einsteig je er Berfozgung der Groß- Berliner Bevölkerung hinstellen Auch die Tatsache, das den Angestelltender Reichstelle für Speisefette inländische Magermilch ja mäßten Preißenth gelassen worden ist, verdient schärfte rurteilung Milch und Milchpräparate find in so geringer Renge vorhanden, daß ihre Verteilung nur an die dafür in erster Linie Bedürftigen in Frage tommen. tann. Es darf für Angestellt irgendeiner Stelle von diesem Grundsak teine Ausnahme gemach werden. Die in gewiffen Kreisen verbreitete Meinung, daß eine Aufhebung der 3wangsbewirtschafting für Butter im fommenden Frühjahr geplant sei, ist, wie das W. T. B. von zu ständiger Seite erfährt, durchaus irris. Der Ernährungs minister Dr. Hermes ist zu der Ansicht gelang, daß in der weiteren Lockerung der Zwangswirtschaft eine Pause eintreten müsse. Herr Hermes, dem jest endlich vor den Folgen feinez eigener Politik graut, kann dennoch die Berantwortung für den Zusammenbruchy ber Milch und Butterversorgung nicht von sich abwälzen. Das beleidigte Bonzentum Mie von der Ratter gefiodjen, gebärben fich Rote Fahne" und Internationale" ob unserer Feststellung, bak in der Bariei der K. P. D. eine Menge Personen in bezahlte Boften untergekrochen sind. Personen, die bisher nicht weit genug über das„ Bonzentum" den Mund aufreißen fonnten. Beide Blätter suchen sich über die ihnen unbequemen Tatsachen hinwegzuhelfen, indem sie von Lügen" der antibolschewistischen Freiheit" reden, um so die Aufmerksamkeit von der Sache selbst abzulenten. Unsere Feststellungen find lediglich auf Beröffentlichungen in der Roten Fahne" und der ihr verwandten Blätter zurückzuführen; fie haben nur den einen Fehler, daß sie noch nicht umfassend genug sind. Es sei beispielsweise daran erinnert, daß auch in den Gewerkschaften solche Feinde des Bonzentums" an die Stelle ber abgelegten Gewertschaftsbonzen getreten find: siehe Meta IIarbeiterverband in Halle. Es soll Antibolichewismus sein, daß wir an die Sinowiewsche Anfündigung in Halle erinnert haben, die Linksradikalen auch materiell zu unterstützen, wenn sie zur dritten Internationale tommen; es sei in solcher Unterstügung nichts Unwürdiges zu erblicken. Das haben wir nicht behauptet, aber es wird verständlich, wenn eine Bartei, die start auf fremde materielle Hilfe fich stügt, in eine Abhängigkeit gerät, in die sie sich ohnehin burch die Annahme der Mostauer Dittatur begeben hat. Daß auch in der K. P. D. selber erhebliche Mittel aufgebracht werden, daran zweifelt niemand. Aber man bleibe uns vom Leibe damit, daß die Leute als reine Idealisten anzusehen sind, die heute über das Bonzentum reden, um morgen selber Bonze" zu werden. 13 Bei dieser Gelegenheit wollen wir einen Druckfehler in ber von ber Roten Fahne" angegriffenen Rotis richtigstellen. Wir schrieben, daß die Kosten für bie Wahlen im Halleschen Bezirk nicht von den Beiträgen, sondern durch besondere Samme lungen aufgebracht werden müssen. Der Seherteufel hatte aus Wahlen" das Wort Kohlen gemacht, was die Redaktion der Roten Fahne" nicht gemerkt hat. Sonst hätte sie ihre fleinliche neig Bolemit bagegen nicht anbringen können. Zunahme der Schlachtungen In den letzten drei Monaten betrug die Zahl der beschaupflichtigen Schlachtungen an Kühen 218 188( in der gleichen Zeit des Vorjahres 164 608), an Kälbern 296 041( 188 043), an Schweinen 356 427( 79 027), an Schafen 210 458( 84 257). Nur die Zahl der geschlachteten Jungtiere ist von 228154 auf 179 868 gejunten. In der Zunahme der Schlachtungen fommt die Wirkung der Aufhebung der Bewirtschaftung des Fleises zum Ausdruc. 3um Teil ist die Zunahme nur eine scheinbare, indem die Schwarzschlachtungen aufgehört haben, zum Teil aber bildete das Sinaufschnellen der Preise durch die Freis gabe des Fleisches einen Anreiz zu vermehrter Schlachtung. Die arbeitenden Massen bekommen wenig davon zu spüren, im Gegenteil: bas größere Fleischangebot findet nur in einem Mehrverbrauch der Befihenden seinen Ablaß, für die Arbeiter aber sind die Preise unerschwinglich geworden. Und nicht nur das, sie haben auch die Kosten des Mehrverbrauches der Bestzenden zu tragen. Denn jede Vermehrung des Viehbestandes bedeutet eine Ber ringerung der Anbaufläche für Getreide. Annullierung ruffisch- amerikanischer Verträge. Der frühere Bes vollmächtigte der Räteregierung in Amerika erklärte, daß seine Regierung wegen seiner Ausweisung die Annullierung aller zwischen der Räteregierung und amerikanischen Firmen geschlosse nen Verträge abgeordnet habe. Die Summe der dadurch für nichtig erklärten Berträge beläuft sich auf 55 Millionen Ausschneiden! Außerhalb Groß- Berlins Wohnende bitte beim Bostamt bestellen! Der Unterzeichnete bestellt hiermit vom 1 Exemplar der zweimal täglich erscheinenden Zeitung „ Freiheit" Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands zum Preise von M. 10 monatl., halbmonatl. M. 5 bei freier Zustellung ins Haus Dollar. Der Bering. Nr. Diefen Bestellschein bitten wir an die Hauptexpedition, Berlin€ 2, ( Mamen deutlich schreiben. Adresse genau ausfüllen: vorn, Hof, Stfl., Quergeb.) Breite Straße 8-9, einzufenben. Straße: Name: Drt: Groß- Berlin Das Berliner Gesundheitswesen Nachbey del Magistrat die von der Deputation für das Gesundheitswesen festgestellte Organisation des Gesundheitswesens angengamen ha, wird zunächst die Verteilung der Geschäfte folger.oermaßen geregelt: Pas gesamte Gesundheitswefen in der neuen Stadtgemeinde Berlin wird von einer Deputation für das Gesundheitswesen der euen Stadtgemeinde Berlin verwaltet. Der Vorsitzende ist der Stadtmedizinalrat ber Stadtgemeinde Berlin, Dr. Rabnow. Die Deputation hat ein zentrales Gesundheitsamt. Die Deputation unfast folgende Abteilungen: I. Generalia und Personalia. Dahin gehören: 1. Aufstellung allgemeiner Richtlinien für das Gesantgebiet. 2. Vereinheitlichung der Tarife, AnStellungsbedingungen, Deinstanweisungen usm für das Gesamtgebiet. 3. Einheitlihe Formulare und einheitliche Berichterstat 4. Sammlung von Materialien für Medizinalstatistit. 5. Aufsicht über etwaige in der Stadtgemeinde Berlin vorhandene oder neu zu gründende tommunale Lehranstalten auf dem Gebiete des Gesundheitswesens, die bestehenden Einrichtungen zur Ausbildung von Pflegepersonal usw. 6. Aufsicht über private Einrichtungen, die von der Stadtgemeinde unterstützt werden. II. Die Institute. 1. Hygienish- batteriologisches Institut, zu dessen Wir fungstreis auch Desinfektionen, Impfungen und sonstige allgemeine Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung gehören. 2. Chemisches Institut. III. Sozialhygienische Abteilung. IV. Krantenanstalten. 1. Allgemeine Krankenhäuser. 2. Spezialanstalten( Irrenhäuser, Hospitäler, Heimstätten, Seilstätten usw.). V. Rettungswesen. VI. Das Zentralgesundheitsamt bearbeitet ferner die Angelegenheiten der Krantenernährung, die ärztlichen Angelegenheiten der Kriegsbeschädigtenfürsorge, die Angelegenheiten der Armenärzte, der Vertrauensärzte und der Rezepturprüfung. Es hat ferner Karten. Eine Ermäßigung der Steuer auf den Steuersatz, welcher| dem tatsächlich gezahlten Eintrittspreise entspricht, tann grundsäglich nicht erfolgen, da ein Erlaß oder eine Niederschlagung der Steuer nur ausnahmsweise erfolgen, also teineswegs zur Regel werden darf. Einziehung von Reichseinkommensteuerbeträgen durch Abs schreibung vom Bankkonto. Für die Reichseinkommensteuerbeträge war bisher die Abschreibung vom Banttonto nicht zugelaffen. Die Steuerdeputation des Magistrats hat sich aber zu ihr auch für diese Steuerart entschlossen. Es ist jedoch in jedem Falle ein neuer Antrag auf vorgeschriebenem Vordruck zu stellen. Vordrucke sind bei den Banten und bei den Steuerhebestellen des Magistrats erhältlich. Es erscheint im Interesse möglichster Steigerung des unbaren Zahlungsverkehrs dringend erwünscht, daß von dieser Zahlungsmöglichkeit weitestgehender Gebrauch gemacht wird. Ausgeschlossen sind solche Steuerzahler, die dem Steuerabzug vom Arbeitseinkommen gemäß§§ 45/52 des Reichseinkommensteuergesetzes unterliegen. Autobuslinie 5. Die Allgemeine Berliner Omnibus- A.- G. etöffnet am 1. Januar eine neue Kraftomnibus- Linie 5, die den Verkehr der alten Pferdeomnibuslinie gleicher Nummer übernimmt und vom Stettiner Bahnhof, durch die Friedrichstraße, Leipziger Straße, über Potsdamer Platz nach Schöneberg Ede Haupt- und Eisenacher Straße führt. Die Wagen verkehren in Abständen von etwa 10 Minuten. Die Teilstrecke foftet 1 M., die ganze Fahrt 2 M. Maul- und Klauenjenche. Die zur Zeit herrschende Maul- und Klauenseuche tritt nicht selten in einem das Leben der Tiere bedrohenden Grade auf. drohenden Grade auf. Es empfiehlt sich daher, die Tiere bei bedenklichen Krankheitserscheinungen sachverständig behandeln und erforderlichenfalls rechtzeitig schlachten zu lassen, damit das Fleisch der menschlichen Ernährung möglichst erhalten bleibe, sodaß erhebliche Berluste vermieden werden. Im Falle einer solchen Rotschlachtung bestehen teine Ansprüche auf Grund der Biehseuchenentschädigungssatzung. Breslau, Kassel, Münster, Stettin, Wilhelmshaven sämtlichen An gestellten, bei dem Reichsbekleidungsamt Hannover sämtlichen Angestellten der Schuhmacherhandwerkstätte, somie zwei Drittel der Bureaus angestellten und bei den Reichsbekleidungsämtern Berlin, Dress den, Kiel, Königsberg, Ludwigsburg und München die Hälfte der Bureauangestellten zu fündigen. Sollte die Möglichkeit bestehen, die Aemter in dem bisherigen Umfange beizubehalten oder in geringem Maße, als vorgesehen, abzubauen, werden mit den gekündigten Angestellten oder einem entsprechenden Teile neue Verträge abgeschlossen werden. Bei der Kündigung sind die dargelegten Gründe anzugeben §. 84 3. 2 Betriebsrätegeseh. Ueber die Ausführung dieser Ver fügung ist zum 10. 1. 21 zu berichten. In Vertretung: Unterschrift. P. S.: Bei den Bekleidungsämtern Hannover, Berlin, Dresden, Kiel, Königsberg, Ludwigsburg und Münster hat sich die Kündi gung nicht auf diejenigen Angestellten zu erstrecken, die buchhalte risch mit dem Abschluß per 31. 3. 21 zu tun haben." Aus dem Vorstehenden erhellt die feste Absicht, einen Teil der Reichsbekleidungsämter und zwar die Hälfte sofort aufzulösen und fortgesetzten Bemühungen datieren schon seit ca. 1½ Jahren; e die andere Hälfte bis auf ein geringes Maß zu reduzieren. Diese tonnten bisher dadurch abgewehrt werden, daß die Reichsbeklei dungsämter, wie nachweislich feststeht, im letzten Jahre teine Zu schußbetriebe mehr waren, sondern sich im Gegenteil außerordent lich günstig entwidelten und ca. 12 000 Personen, davon in Berlin allein ca. 1500, eine Existenz boten. Wenn sie auch nicht immer glänzend genannt werden konnten, da insbesondere die Lohnver hältnisse zu fortwährenden Beanstandungen führten, so hatten fie doch den einen Vorteil, daß anstatt Heimarbeit leistungsfähige Betriebswerkstellen vorhanden waren. Es lag auch tein Anlaß vor, die Bekleidungsämter zu schließen. Im Gegenteil. Der Bes Kleidungsarbeiter- Berband hat erst in der letzten Zeit wiederholt Anstrengungen gemacht, den Bekleidungsämtern Aufträge, die von der Warenbeschaffungsstelle für Minderbemittelte des Reiches zur Verteilung fommen sollen, zuzuwenden. Wir stellen aber fest, firmen und dort zum großen Teile in der Heimarbeit angefertigt werden. Es wäre voltswirtschaftlich für die Gesundheit der Bes schäftigten durchaus notwendig, solche Aufträge in Betriebswert stellen auszuführen. eine Mitwirkung bei der Wohnungsaufsicht und Wohnungspflege. Untersuchungsgefangener, der deswegen zu einer längeren Frei- daß die jetzigen Aufträge der Warenbeschaffungsstelle bei Privats Die Zentraldeputation bildet Ausschüsse: 1. Ausschuß für Heimstätten, Vors. Frau Dr. Weyl; 2. Ausschuß für Rettungswesen, Bors. Stadtrat Koblenzer; 3. Ausschuß für Hospitäler, Bors. Stadtrat Scholz; 4. Ausschuß für Jrrenhäuser, auch Zentrale Buch, Bors. Stadtrat Benede; 5. Ausschuß für Sozialhygiene, Bors. Stadtmedizinalrat Dr. Rabnow; 6. Ausschuß für Krantenanstalten, außer Heimstätten, Irrenhäuser Sospitäler, Bors. Stadtmedizinalrat Dr. Rabnow. und Die Ausschüsse verwalten ihre Angelegenheiten selbständig; wichtige Angelegenheiten müssen vor die Deputation gebracht werden. Das Verhältnis zwischen der zentralen Deputation für das Gesundheitswesen und den Bezirken wird nach Besprechung mit den selben endgültig geregelt werden. Es steht bereits jetzt fest, daß in jedem Außenbezirt eine Deputation für das Gesundheitswesen geschaffen werden wird. Diesen Lokalgesundheitsdeputatio nen wird ein gewisses Mitverwaltungsrecht für die in ihrem Bezirf gelegenen Anstalten eingeräumt werden. Die Außenbezirte behalten völlig die Verwaltung der ihren besonderen Zweigen dienenden Anstalten und Einrichtungen. -Die Steuerbeputation, Abteilg. III des Magistrats, gibt bekannt: Es wird vielfach in den eingereichten Rapporten für die Billette, welche nicht zum Kassen-, sondern zum Vorzugspreise an einen Kreis von Personen Mitglieder eines Vereins verkauft worden sind, nur der Steuerfaz angefeht, welcher dem tatsächlich für das Billett gezahlten Preise entspricht. Das ist nicht zulässig. Die in Betracht tommende Bestimmung der Lustbarkeitssteuerordnung vom 6. Februar 1920 lautet: Als Eintrittsgeld gilt die Gesamtsumme der für die Teilnahme an der Veranstaltung von dem einzelnen Besucher zu entrichtenden Geldbeträge. Maßgebend für die Berechnung der Steuer ist lediglich der jeweils geltende Kassenpreis der Eintrittsnachweise, auch für die unter diesem Preise ausgegebenen und für Freitarten, abgesehen von dem Fall der Ziffer 4 dieses Paragraphen." Besteht die Absicht, an einzelnen Tagen billigere Eintrittspreise zu erheben, so bietet die oben zitierte Borschrift hierzu die Möglichkeit, indem der Kassenpreis anderweit festgesetzt wird. Voraussetzung ist dann allerdings, daß zu diesem Kassenpreise jedermann der Zutritt gewährt wird. Soll der billigere Eintrittspreis nur einem Teile der Theaterbesucher zugute tommen, so wird bei der Kaltulation zu berücksichtigen jein, daß auch für die zu ermäßigten Preisen verkauften Karten derselbe Steuersatz erhoben werden muß, wie für die anderen Spezialität: ohne Gaumenplatta Billige Wohnungen erzielt man durch Patent Schlafmöbel Berwandelbare Chaiselongues, Bett Bettsofas, Bettstellen, Stühle, Tischbetten usw. Be fichtig. ohne Raufawang erbet. Nippe& Pasche, Pat.Schlafmöb.Fabr., Berlin, Dranienftr. 112 10 Pfg. Im Polizeipräsidium geschlagen worden zu sein behauptet ein heitsstrafe verurteilt worden ist. Er bittet nun die Personen, die bei Bernehmungen durch Beamte im Polizeipräsidium geschlagen worden sind, oder etwas davon wissen, daß im Zimmer 48 oder 61 Drahtseile( Lizenkabel) vorhanden sind, die für solche 3wede gebraucht werden können, ihre Adresse an den UntersuchungsAlfred gefangenen Martin, Strafgefängnis Plögensee, einzusenden. 13. Berwaltungsbezirt, Tempelhof, Mariendorf. Marienfelde, Lichtenrade. Am Donnerstag, den 30. Dezember, abends 6% Uhr, in Mariendorf, Rathaus, Zimmer 26, Bezirks- Funktionärtonferenz. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Donnerstag. Etwas fühler, zeitweise heiter, aber noch überwiegend bewölkt, mit wiederholten Regenfällen und ziemlich frischen südöstlichen Winden. Gewerkschaftliches Was geht bei den Reichsbekleidungsämtern vor? Dem Deutschen Bekleidungsarbeiter- Verband, Filiale Berlin, ging in diesen Tagen die Abschrift eines Schreibens des Reichsfchazministers vom 23. Dezember d. J. folgenden Inhalts zu: Der Reichsschahminister Berlin, den 23. Dezember 1920. Nr. IV 6/21 123.20 V. Bittoriaftr. 24 An das Reichsbekleidungsamt, Berlin Lehrter Straße 57 Der Aufgabenkreis der Reichsbekleidungsämter wird im nächsten Jahre, voraussichtlich noch im Januar, neu geregelt werden. Da damit gerechnet werden muß, daß infolge Einschränkung der Aufgaben noch im laufenden Etatsjahre ein Teil der Aemter gefchloffen wird und die übrigen verfbeinert werden, ist es notwendig, noch in diesem Kalendervierteljahr einleitende Maßnahmen zu treffen. Es ist daher sofort, spätestens aber am 3. 1. 1921 zum 31. 3. 1921 gegen Empfangsbescheinigung bei den Reichsbekleidungsämtern Wir bemerken noch, daß der von den Bekleidungsämtern einge segte 3entral- Betriebsrat von dieser weitgreifenden Aenderung nicht unterrichtet worden ist. Das Reichsschahministerium erlaubt sich hierbei einen Uebergriff über das Betriebsrätegesetz, den wir entschieden zurückweisen müssen. Selbstverständlich werden sofort Verhandlungen zur Rückgängigmachung dieses Erlasses stattfinden. Besonders verbitternd wirkt eine derartige Maßnahme der Reichsbehörde dadurch, daß sie ausgerechnet am Tage vor dem Weihnachtsabend bekanntgegeben wurde. Wahrlich, eine treffende Juustration zum Evangelium der Liebe. Gastwirtsgehilfen. Die Mitglieder, die an der Beerdigung des Vorsitzenden des A. D. G. B., Genossen Legien, sich beteiligen wollen, treffen sich am Freitag, vorm. 9% Uhr, vor dem Verbands haus Elsasser Str. 88, um im geschlossenen Zuge zum Gewert schaftshaus zu gehen. Die Ortsverwaltung. Beschlußfaffung der Angestellten der Metallindustrie. Donners tag, den 30. Dezember, abends 6% Uhr, findet im Schultheiß- Ausschant, Hasenheibe 22-31, eine Versammlung der Betriebsräte. An gestelltenräte, Betriebsobleute und Funktionäre des Afa- Bundes aus der Metallindustrie statt. In dieser Versammlung wird die Entscheidung der Unternehmer mitgeteilt werden. Ebenso werden weitere Beschlüsse gefaßt. Jedes Mitglied einer Betriebsvers tretung, jeder Funktionär muß kommen. Afa, Ortskartell Groß Berlin.& Iatau. Liebeskind. Reinsberg. Aus den Organisationen 18. Diftrift. Donnerstag, abends 7 Uhr, sämtliche Funktionäre in der Schult Christianiaftr. 4-6, 3immer 18. Charlottenburg. Donnerstag, den 30. Dezember, abends 7 Uhr, Sigung ber Geschäftsleitung mit der Zeitungskommission im Rathaus, Zimmer 1. Vereinskalender Freie foz. Broletarierjugend Neuföln. Mittwoch, den 29. Dezember, Vortrag bes Genossen Wengler über„ Broletfunst". Ber Emil Rabb1b, Berlin. Verantwortlich für die Rebattion: antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst. Verlagsgenoffenichaft reiheit" e. G m 6. S.. Berlin. Drud der Freiheit" Berfin 2 Pruderei 6. m. 6. S. 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