ル t Einzelpreis 20 Pfg. • 3. Jahrgang Donnerstag, 30. Dezember 1920 Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags mue einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berita 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Poft Unter Streifband bezug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,- m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8-9. Nummer 557 . Abend- Ausgabe Ote achtgespaltene Monpareillegeile oder beren Raum koftet 5- M. einschließlich Seuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2.-M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1, Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4640, 4921 greibeif Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Belagerungszustand über Budapest Protestbewegung der Arbeiter ( Eigene Drahtmeldung der Freiheit.") Wien, 29. Dezember.. Die ungarische Regierung verhängte anläßlich der Verkündigang des Urteils gegen die Volkskommissare den Belagerungss zustand über Budapest. Sie hält die ganze Garnison in Be reitschaft, um die Ausdehnung der Protestbewegung des Prole tariats gegen das Bluturteil zu verhindern. Die größte Erregung unter der gesamten Bevölkerung hat das Todesurteil gegen Bos tanyi hervorgerufen, der in der ungarischen Arbeiterbewegung eine Stellung innehatte, wie sie früher Bebel in Deutschland einnahm. Das Gefängnis wurde von Offizierstruppen besetzt und der Verkehr im ganzen Umkreis abgesperrt. 99 Der Bund der erwachenden Magyaren", diese bes rüchtigte Organisation der Weißgardisten, verteilt eine Flugschrift, welche gegen die Einmischung ausländischer Sozialisten in die inneren Angelegenheiten Ungarns hegt., Gemeint ist der Protest zugunsten der Volkskommissare, der in der ganzen zivilisierten Welt lebhaften Widerhall gefunden hat. Die Meuchelmörder fordern Horthy auf, der„ Gerechtigkeit" freien Lauf zu lassen, d. h. die Volkskommissare zu hängen. Dagegen bestürmen die Verwandten der in Sowjetrußland als Geißeln zurüdbehaltenen adligen ungarischen Offiziere die Res gierung, das Todesurteil abzu ändern. Die russische Sowjetregierung fordert Gerüchten zufolge nicht nur die Begnadigung der zum Tode Verurteilten, sondern auch die Freilassung sämtlicher Volkskommissare. Aus Budapest wird ge= meldet, daß Ministerpräsident Teledi in dieser Angelegenheit mit Bertretern der Sowjetregierung unterhandeln will. Die bürgerliche Presse Wiens, selbstverständlich aber mit Ausnahme der„ chriftlichen" Blätter, protestiert gegen die Bluturteile und sagt im voraus, daß die ungarische Regierung nicht den Mut haben wird, das Urteil vollstrecken zu lassen. Der neueste Bayernstreich Verhinderung der Einreise Friedrich Adlers ( Eigener Drahtbericht der Freiheit".) München, 30. Dezember. Der Münchener Polizeipräsident Pöhner hat dem Genossen Friedrich Adler- Wien verboten, nach München zu kommen. Die U. S. P. München hatte den Genossen Adler eingeladen, vor den Münchener Arbeitern über die Frage der Internationale zu sprechen. Genosse Adler fagte zu, aber der Polizeipräsident fürchtete sich vor unserem österreichischen Genossen und schidte der U. S. P. München 25 Tage nach Einreichung des Gesuches folgende Zuschrift: Das Gesuch vom 2. Dezember 1920 um Ge nehmigung des Aufenthalts von Dr. Friedrich Adler in München tann nicht berücksichtigt werden." Eine Begründung hielt der Mann nicht für nötig. Damit ist die bayerische Orgeschregierung und ihr würdiger Polizeipräsident zu den schäbigsten und dümmsten Maßnahmen des alten Regimes zurüdgelehrt. Wie einst die wilhelminische Regierung Jaurès in Berlin zu sprechen hinderte, so die Kahr- Regierung Friedrich Adler. Ihr Vorgehen ist um so blödsinniger, so. Friedrich Adler nicht Ihr nur der heroische Vertreter revolutionär- marristischer Bolitif, sondern zugleich ein hervorragender Vertreter des fozialistisch- internationalen Standpunkts für den Anschluß Deutsch- Desterreichs und Deutschlomds ist. Aber dem jetzt in Bayern regierenden rüdständigen Klüngel iſt der Anschluß gedanke genau so gleichgültig, roie die Einheit Deutschlands überhaupt. Und wenn es der Orgesch zuliebe Deutschlands auswärtige Interessen auf das schwerste schädigt, warum sollte es vor einer lächerlichen reaktionären Blamage zurüdschreden? Fragt sich nur, wie lange die bayerische Arbeiterschaft und die deutsche Gesamtarbeiterschaft diesem Treiben einer überheblichen Clique ruhig zuschauen wird. Wenn schon die jämmerliche Reichsregierung nicht verfassungswidrigen Belagerungszustandes und zur Befolgung der elementarſten politischen Anstandsgefehe anzuhalten, dann wird es notwendig werden, daß die Arbeiter schaft selbst, etwa nach dem anerkennenswerten Beispiel, das die Bergarbeiter gegeben haben, der bayerischen Regierung zeigt, daß die Orgeschleute benn doch noch nicht mit den Geschiden des deutschen Volkes Schindluder spielen dürfen. Einspruch gegen den Belagerungszustand Bayern hat, um den heranschleichenden Rechtsputsch zu verschleiern, den Belagerungszustand verschärft und das bhalten Don öffentlichen Bersammlungen so gut wie unmöglich, gemacht. Der Heltestenausschuß des Nürnberger Stadtrats hat daraufhin folgenden Antrag angenommen: Die Verordnung der Staatsfommissare, die für alle Bersammlungen die Genehmigungspflicht fordert, wird vom Stadtrat als eine völlig unbegründete und unzulässige Knebelung des Vereins- und Versammlungslebens mit aller Entschiedenheit zurüdgewiesen. Der Stadtrat ist nach wie vor der Auffassung, daß die Aufrechterhaltung des Ausnahmezustandes in Bayern, auf Grund dessen die Verordnung erlassen wurde, der gesetzlichen Grundlage entbehrt. Er protestiert daher mit Nachdruck gegen dieselbe und fordert im Hinblick auf frühere Anträge erneut die Aufhebung des Ausnahmezustandes." Der Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Der Protest wird nicht nur der Staatsregierung und dem Landtag, sondern auch dem Reichspräsidenten und dem Reichs: tag zugeleitet. Die Orgesch und das Ausland Bayern in arger Bedrängnis Die Nachricht, daß die Entente durch einen eventuellen Einmarsch ins Ruhrgebiet oder gar in Bayern die Auflösung der Ein wohnerwehren erzwingen werde, hat in der bayerischen Orgesch presse große Bestürzung hervorgerufen. Sie versucht nun durch Beschwichtigungsmanöver den Ernst der Lage zu vertuschen und ermahnt uns, die Angelegenheit doch ruhiger zu behandeln, da sonst das Ansehen Deutschlands im Auslande nur geschädigt werde. Die„ Bayrische Staatszeitung" ist sogar so naiv, von uns zu verlangen, für die Notwendigkeit von Einwohner= langen, für die Notwendigkeit von Einwohner wehren einzutreten. Natürlich, am Ende legen wir um den Hals der sozialistischen Arbeiter noch einen Strid, damit ihn Herr Escherich bloß noch zuzuziehen braucht! Die französische Regierungspresse macht inzwischen lebhaft Stimmung für eine sofortige 3wangsmaßnahme zur Auflösung der Einwohnerwehren in Bayern und Preußen. Sie erinnert Lloyd George daran, daß er selbst in Spaa mit besonderem Nach brud auf die Entwaffnung Deutschlands bestanden habe und gibt der Erwartung Ausdrud, daß England ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen der Belegung des Ruhrgebietes dieser nun mehr endlich zustimmen werde. = Die Times" macht sich die Anschauungen des französischen Ministerpräsidenten 2engues zu eigen, welcher eine augenblickliche Gefahr seitens Deutschlands leugnet, doch bemerkt das Blatt, daß, wenn die Alliierten die Entwaffnung Deutschlands realisieren wollen, sie nicht einen Augenblid ihre scharfe Kontrolle und ihre Entschlossenheit verlieren dürfen. Die französische Kammerkommission für auswärtige Angelegen heiten hat durch ihren Vorsitzenden Barthou den Ministers präsidenten Leygues auffordern lassen, sich erneut über die Entwaffnung Deutschlands und die französische Politit im Orient auszusprechen. Ministerpräsident Lengues wird heute oder morgen vor dem Ausschuß erscheinen. Groeners Rüstungen Dresden erfolgen jetzt eingehendere Mitteilungen, die unsere sofort Ueber die Konferenz der Eisenbahn- Direktionspräsidenten in ausgesprochene Vermutung, daß die Beratung der Borberei tung auf einen Streit der Eisenbahner gilt, beſtätigen. Außer einer Reihe rein laufender Berwaltungsangelegen heiten wurde die wirtschaftliche und politische Lage der gen. Außer einer Reihe rein laufender Verwaltungsangelegen Eisenbahnen besprochen. Es wurde darauf hingewiesen, daß wachsendes Interesse des Personals an den Leistungen der Eisendie ernste Bewegung in der Beamtenschaft und die Versuche, sie zu unüberlegten Beschlüssen zu verleiten, Versuche, sie zu unüberlegten Beschlüffen zu verleiten, gefährdet. ein beginnendes Wiedererstarken des ganzen Apparates und ein Die Präsidenten erfannten einmütig die Notlage der Beamten in weiten Teilen des Reiches an. Der Minister wies darauf hin, daß Reichsregierung und Parlament die Notlage der Be amten ebenfalls durchaus anerkannt und durch die im Dezember getroffenen Maßnahmen begonnen hätten, ihr abzuhelfen. Die Reichsregierung werde an dem in der Kundgebung vom 17. b. M. enthaltenen Standpunkt gegenüber dem Beamtenstreit uners schütterlich festhalten. Die vom Miniſter in der Kundgebung der Regierung erlassenen Richtlinien wurden den Präsidenten erneut eingeschärft. Die Beratung dauerte bis zum späten Abend. Die Präsidenten sind also genügend gegen die Beamten und Arbeiter scharf gemacht- sofern es noch notwendig war. Und die im Dezember begonnene Borschußwirtschaft wurde auch in diesem Kreise als Versuch der Regierung, zur Linderung der Notlage der Beamten, anerkannt. Dieser Zustand ist beschämend. Es ist unstatthaft, die Beamtenschaft mit einigen Rotpfennigen abzufinden, anstatt ihre Lohnverhältnisse durchgreifend so zu regeln, daß sie eine gesunde Grundlage für den Haushalt der Beamten bilden. Einstellung des Verfahrens gegen Staatssekretär Freund. Das gegen den Staatssekretär Dr. Freund eingeleitete Disziplinarverfahren ist auf Anordnung des Ministers des Innern eingestellt worden, weil die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen sich nicht als begründet erwiesen haben. Jm Dienste Rahrs Von Rudolf Breitscheid Das Rätsel ist noch immer ungelöst, ob der Außenminister Dr. Simons die beiden Einwohnerwehr- Noten in der Ueberzeugung verfaßt hat, daß die Erhaltung des Selbstschutes durch das Reichsinteresse geboten sei, oder ob er damit die Hoffnung verband, gestützt auf die Entente, den Druck, den die Reichsregierung auf Bayern ausüben tann, zu verstärken. Die Annahme, es handle sich bei ihnen um eine Art von Verzweiflungsaft, mag eine gewisse Stütze in dem Inhalt der zweiten Note finden, denn die Begründung, Wehren gegeben wurde, war derart fadenscheinig, daß man die hier für die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Sie sich nur mit der Verlegenheit eines Mannes erklären fann, der sich bewußt ist, eine außerordentlich schlechte Sache zu vertreten, der aber bestimmter Rücksichten wegen auf ihre Verteidigung nicht verzichten zu dürfen glaubt. Aber das sind Vermutungen, eine Gewißheit besteht einstweilen nicht. Welches jedoch immer die Leitgedanken des Ministers ge= wesen sein mögen, jedenfalls haben die Noten eine ver hängnisvolle Wirkung ausgeübt, und darüber dürfte sich die Regierung inzwischen wohl auch selbst klar geworden sein. Wir nehmen an, daß sie mit besonderer Aufmerksamkeit den Pariser„ Temps" verfolgt, weil dieses, dem französischen Auswärtigen Amt nahestehende Blatt, das ursprünglich gegenüber Deutschland einen sehr unversöhnlichen Standpunkt einnahm, sich neuerdings mit Eifer und Vernunft für eine Verständigung mit dem ehemaligen Kriegsgegner einsett. Keine Beitung äußert nun lebhaftere Bedenken über die deutsche Politif der letzten Wochen als der Temps", und es vergeht fast tein Tag, an dem er nicht auf die großen Gefahren hinweist, die durch den Widerstand gegen die Entwaffnung heraufbeschworen werden. In seiner Nummer vom 27. Dezember zitiert er die Interpellation über die auswärtige Politit, die die Unabhängige Sozialdemokratie im Reichstag eingebracht hat, und er beschäftigt sich mit dem Artikel, der im Anschluß daran in der Freiheit" geschrieben wurde. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Situation jetzt klar sei, da die Frage der bayerischen Entwaffnung einen Gegensatz zwischen den Parteien der Linken und den Parteien der Rechten in Deutschland geschaffen habe. Links wolle man die Entwaffnung der bayerischen Wehren, weil man sie als eine Gefahr für die Republik ansehe, rechts wolle man diese Entwaffnung unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Bolschewismus vermeiden, wobei man den Hinters gedanken der Wiederherstellung der Monarchie habe. Da der Temps" bereits zu wiederholten Malen darauf hingewiesen hat, daß er die ganze Frage nicht ausschließlich unter dem Gesichtswinkel der restlosen Erfüllung des Friedensvertrages betrachtet, sondern daß sich aus ihrer Erledigung auch er fennen lasse, ob und inwieweit die Reaktion in Deusch Iand noch im Sattel size, ergibt sich die Schlußfolgerung von selbst. Aber er fügt noch ausdrücklich hinzu: ,, Wenn die Botschafterkonferenz( die inzwischen bekanntlich die Angelegenheit an die Ententeregierungen selbst weitergegeben hat), der Interalliierten Kontrollkommission in Berlin Recht gibt, feit, die republikanische Verfassung und die Rechte des Part dann gewährt sie den deutschen Parteien der Linken die Möglichments zu verteidigen. Wenn sie sich dagegen auch nur im allerParlageringsten vor der Weigerung beugte, die der Berliner Regie rung durch das Münchener Kabinett eingeblasen worden ist, so würden die deutschen Monarchisten daraus unvermeidlich den Schluß ziehen, daß die Entente ihre Pläne begünstige. Das aber würde eine große Gefahr für den Frieden sein." Auch Herr Simons und seine Kollegen werden ernsthaft auf eine Nachgiebigkeit der Alliierten wohl nicht rechnert, Borgehens nur darin bestehen, daß neues Mißtrauen und so wird der einzige außenpolitische Effekt des ganzen gegen die deutschen Absichten erweckt worden ist, ein Mißtrauen, das auf alle Fälle die Verhandlungen über die Wiedergutmachung nur höchst ungünstig beeinflussen kann. Aber die Sache hat auch noch eine inner politische Seite, die mit der Sonderstellung zusammenhängt, die sich Bayern in der deutschen Republik zu verschaffen gewußt hat. Sie gibt erneute Veranlassung, mit aller Schärfe die Frage zu stellen, ob denn überhaupt noch ein deut ches Reich existiert, dem Bayern angehört, oder ob bie Kompetenzen dieses Reiches sich nur bis an die blauweißen Grenzpfähle erstrecken. Die bayerische Regierung hat, wie man sich erinnert, gestützt auf die mehr als fühne Auslegung eines Verfassungsparagraphen, seinerzeit eine Wucherver ordnung erlassen, die mit dem Reichsgeseh nicht in Einklang zu bringen war und Strafen festsetzte, die das Allgemeine Strafgesetzbuch nicht tennt. Die bayerische Regierung verhandelt auf eigene Rechnung mit Ungarn über Getreidelieferungen für Bayern. Sie bemüht sich, in der Schweiz eine Spezialanleihe abzuschließen. Sie verlangte bis vor kurzem ein besonderes Bisum für Ausländer, die Bayern besuchen wollten. Und es ist uns bekannt, daß erst vor wenigen Tagen ein englischer Journalist ein Strafmandat erhalten hat, weil er ohne ein solches Visum nach München gefahren ist, und daß ein norwegisches Ehepaar, dem eine solche bayerische Einreiseerlaubnis fehlte, sogar THE TINE 9. SA ad e Lif «erhaftet wurde. Im Namen der ,.Nuhc und Ordnunq" pfeift Bay«'rn auf das Reich und die Reichsverfassung. Im Namen der„Ruhe und Ordnung" ist es bereit, das deutsche Volk in dn' folgenschwersten internationalen Verwirrungen zu stürzen, und da das Reich eine Re- gierung h.tU, die sich mmet mehr geneigt zeigt, das bayerische Ordnungs;«ogiarnm zu dem ihrigen zu machen, feiert die Münchener Politik stets neue Triumphe. Das gefäh rliche Spiel hätte vielleicht nicht einen solchen Umfang anne hmen können, wenn man sich in München nicht auf das Wohl wollen berufen hätte, das die Entente den bayerischen So'lderbestrebungcn entgegenbringe. Man hat eine Zeitlang n rit der französischen Unterstützung geprahlt. und wir möchten' nicht behaupten, datz das nur leeres Ge- rede gewesen sei. Vornehmlich französische Militärs schei- nen in der Tat m it den Vertrauensleuten des Herrn Kah« bedenklich kokettiert haben. Aber in neuester Zeit ist in dieser Beziehung offenbar ein erfreulicher Wandel einge- treten. Die reaktiv näre Münchener Presse fängt an. stch über die Haltung de.' französischen Gesandten in München zu beschweren, und t>er„Tcmps" bestreitet aus* d r ü ck l i ch, daß in Paiis die Absicht bestehe, der bayerischen Reaktion zu dienen. Rur sieht es fast so aus', als ob gewisse englische Stellen die französischen Generale abzulösen geneigt seien. Wir beziehen uns wieder auf den„Ten tps", welcher schreibt' „Wir möchten hoffen, dag England dieselbe Politik wie Frank- reich verfolgt. Es ist wahr, datz die britische Regierung zwischen ?wei entgegengesetzten Doktriiwn steht: auf der einen Seite die von Lloyd George, der den K rieg im Namen der demokratischen Grundsätze geführt und so energisch auf die Entwaffnung des be- siegten Deutschlands bestanden hat: auf der anderen Seite die Doktrin« des Generals Malcolm, der die bayerischen Re- aktionäre ermutigt hat. wie tr- dir Organisatoren des Kapp- Lüttwitz-Putsches ermunterte— täe Doktrinen des Herrn S e e d s, der England in München vertritt, und der seine Stellung benutzt. um ein den Gegnern der bayerischen Entwaffnung angenehmes Interview zu geben." Was hier von dem General Malcolm behauptet wird, trifft mit Vermutungen zusammen, die schon häufig geäußert worden sind. Ob sie zutreffen, möchten wir einstweilen nicht entscheiden. Die wahren Absichten dieses Generals sind schwer zu erkennen, und man kann von ihm wie von Wallenstein sagen:„Weiß doch niemand, an wen der glaubt." Daß der englische Generalkonsul in München mit den Ordnungsleuten sympathifiert und sich dabei mit ziemlicher Rücksichtslosigkeit über die andersgeartete französische Politik äußert, steht da- gegen absolut fest. Aber diese Meinungsverschiedenheiten sind schließlich eine innere Angelegenheit der Entente, und der deutschen Regierung würde es schlecht anstehen, den Wün- schen des Orgesch-Kabinctts in München deshalb Rechnung zu tragen, weil es im Lager der Alliierten gewisse politische Dilettanten gibt, die sich für einen Wiederaufbau Deutsch- lands nach bayerischen Rezepten begeistern oder zu begeistern vorgeben. Sie hat nach innen und außen die Interessen desReicheszu vertreten, und wenn sie dabei auf Schmie- rigkeiten von feiten des Kahr-Konzerns stößt, so soll sie nicht„um des lieben Friedens willen" nachgeben, sondern die Gegensätze vor aller Oeffentlichkeit aufzeigen. Kann sie sich dazu nicht entschließen, so hat sie den Anspruch auf Selbständigreit verwirkt, so ordnet sie sich dem verfassungswidrigen Einfluß einer Macht unter, für die das Reich nur solange Wert besitzt, als es- ihren rückständigen Wünschen genügt. Tatsächlich ist es bereits so weit gekommen. Ob sie sich auch nach außen hin zu dieser Unterwürfigkeit bekennen will, wird sich bald herausstellen. Sie kann mit ihrer Politik im Reichstag eine Mehrheit finden, aber nur eine Mehrheit, zu der die D e u t f ch n a t i o n a l e n gehören. Wird sie bereit fein, die ihr von den Deutschnationalen angebotene Unter- stützung anzunehmen und sich in Gegensatz zur gesamten Sozialdemokratie zu stellen, wenn, wie wir vielleicht hoffen dürfen, auch die Rechtssozialistcn die auswärtige Politik der letzten Wochen mißbilligen? Die Beantwortung dieser Frage wird für unsere Gesamtpolitik die so dringend not- wendige Klärung herbeiführen. Die äußere und die innere Sekretion Ihre Funktionen im menschlichen Körper Durch die Steinachschen Berjiingungsverfuche ist dos Interesse, das die wissenschaftlichen Kreise schon längst an der soaenannten„Innern Sekretion" haben, in weit« Volkskreise ge- tragen worden. Es war schon lange bekannt, das, der Gelchlechts- trieb und die sekundären Geschlechtscharaktere wie: Tieferwerden der Stimme beim Mann und Höherwerden bei der Frau. Entw.ck- luna der Brüste der Frau usw. von der normalen Tätigkeit der Hoden und Eierstöcke abhängen, auch daß ihre Entfernung Störun- «n in der Pubertätsentwicklung zur Folge hat. umgekehrt aber künstliche Einpflanzung der Keimdrüsen bei den operierten Tieren diese Folgen wieder aufhebt. Steinach hat diese Versuche mit dem überall bekannten Erfolg fortgesetzt. Weniger bekannt ist ledoch. daß der Körper außer den Ke i m d r ü s« n noch eine ganze Reche weiterer Drüsen mit innerer Sekretion hat. Man unterscheidet äußere und innere Sekretion. Die Sekretion isi im wesentlichen die Arbeit der zahlreichen im Körper«er- teilten Drüsen. Bei den Drüsen mit äußerer Sekretion wird das Produtt der Tätigkeit der Drllsenzellen durch die Ausfllhrungs- gange nach außen befördert. Für den Körperhaushalt haben diese Sekretionen verschiedene Bedeutung. Teils dienen sie dazu, End- Produkte des Stoffwechsels aus dem Körper zu entfernen(Z. B. Sekretion des Harnes aus den Nieren), teils haben sie den Zweck. dem Körper die für die Verdauung der Rahrungsstoffc nötigen Säfte zu liefern, wie die Speicheldrüsen des Mundes, der Magen- soft, die Galle usw. Die Sekretion der Milchdrüsen gibt das Nah- run'gsmittel für den Säugling, die Sekretion der Talgdrüsen eine schützende Decke für die Hautoberfläche und die Schweißsekretion hat eine physiologische Bedeutung für den Wärmchaushalt des Körpers. Im Gegensatz hierzu versteht man unter„innerer" Sekretion die Bildung von chemischen Körpern in Organen des Körpers. ohne daß ein Ausfllhrungsgang nachweisbar wäre. Man nennt diese Körper Hormone. Die Hormone werden direkt in die Blutbahn abgesondert, während bei der äußeren Sekretion das Sekret der Drüse durch die Ausführungsgänge nach außen beför- der» wird. Die Produkte der inneren Sekretion beeinflussen teils die Gewebebildung und den Stoffwechsel, teils das Nervensystem und die Muskulatur. Die bekannteste Drüse mit innerer Sekre« tion ist die S ch i l d d r L s e. Sie ist für da» Leben unentbehrlich. Unter der Einwirkung des Hormons der Schilddrüse geht der Gaswechsel in die Höhe. Nach Entfernung der Schilddrüse treten schwere Krankheitserscheinungen auf, wie Abmagerung, Herab- setzung des Stoffwechsels, Hemmung des Wachstums. Verblödung nnd schließlich Tod. Angeborener Fehler oder mangelhafte Ent- Die Mörder Schottländers Während der Kapptage wurden in Breslau von Freikorps- banden Genosse Schottländer und sieben andere Breslauer Arbeiterführer verhaftet, gefoltert, erschlagen und in die Oder geworfen. Die Staatsanwallschaft ist nicht in der Lage, die Mör- der ausfindig zu machen. Es hat sich eine militärische Lügenge- meinschaft gebildet, die sich kein Staatsanwalt zu durchbrechen getraut. Die Urheber der Mörder sind aber bekannt. Es kommt in erster Linie der Oberleutnant Schmitz in Betracht, der bei der Schisfssteindivisio.n Ostsee in Pillau im Dienste steht. Dieser Geselle hat den Mannschaften der Kampfkraftwagen- stoffel, die er führte, den Befehl zur Ermordung gegeben. Zeugen dafür sind vorhanden. Die Verantwortung der Nechtssozialisten Während der„Vorwärts" die Orgefch- Politik der Reichsregierung zwar verurteilt, ohne jedoch die po- litifchen Konsequenzen für die Haltung der Rechts- f o z i a l i st e n gegenüber der Regierung zu ziehen, schreibt die„Sozialistische Korrespondenz": „So stürzt die jüngste Politik des Dr. Simon« Devischland ganz unnütz in Abenteuer. Man stelle demgegenüber die H a l- tung der deutschen Bergarbeiter, die durch lieber- schichten zwei Millionen Tonnen Kohle im Monat mehr gefördert haben als im Vorjahr, lediglich um den Vertrag von Spaa zu er- füllen und eine weitere Herabdrückung des armen gequälten beut- jchen Landes zu verhüten. Kann irgend ein vernünftiger Mensch erwarten, daß die Bergarbeiter dauernd dies« Opfer bringen, wenn sie eine Reichsregierung von Reaktionären und Narren am Werke sehen, welche nicht nur die Sozialisie- rung sabotieren, sondern auch durch offene Auflehnung gegen den Vertrag von Spaa im Dien st e der Re- aktion das Ruhrrevier der Gefahr feindlichen Einmarsches direkt aussetzen? Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat seinerzeit der Regierung Fchrenbach-Simons keine Steine in den Weg gelegt, weil einmal die Bildung einer anderen Regie- rung nicht möglich erschien und weil auf der anderen Seite da- durch wenigstens die Dsutfchnationalen von der Regierungsmacht ferngehalten wurden. Deutfchnationale im Reichskabinett hätte neue innerpolitische und außenpolitische Krisen bedeutet. Aber die jetzige Reichsregierung hat die Politik sich einfach von den Agrariern. Kapitalisten und Reaktionären auf- zwingen lassen und damit ist der letzte Grund fortge- fallen, der für ihre Duldung angeführt werden konnte. Gegen diese Reichsregierung der Reaktion und der Obstruktion einer vernünftigen Friedenspolitik ktnn es für die Sozialdemo- tratie unseres Erachtens nur noch schärfste, rücksichts- loseste Opposition geben." Dazu ist zunächst zu sagen, daß mit diesen Ausführungen die Verantwortung der Rechtssozialisten für die Regierungspolitik richtig gekennzeichnet ist. Fragt sich nur. was die„Sozialistische Korrespondenz" mit dieser Kampfansage beabsichtigt hat.• Wollen die Rechtssozialisten wirklich diese Regierung stürzen? Daß sie vazu imstande find, unterliegt keinem Zweifel. Wollen sie dann wieder in eine neue Koalition»- regierung mit bürgerlichen Parteien gehen, zu der das „Berliner Tageblatt" sie bereits einlädt? Oder sehen sie end- lich ein, daß ihre bisherige Haltung— zuerst als offizielle und jetzt als offiziöse Regierungspartei— den p r o l e t a r i- schenKampfnurgefchäoigtundaußerordent- lich erschwert haben, und sind sie bereit, die bür- gerlichen Parteien allein und ohne Rückendeckung die Regie- rungsgeschäfte führen zu lassen, bis das in der Opposition ge- sammelte und zu geschlossener Aktion befähigte Proletariat imstande ist, eine wirkliche sozialistische Politik durchzusetzen? Wir werfen die Fragen auf, wenn wir auch nicht glauben, daß die rechtssozialistische Partei sie jetzt beantworten wird. Dazu wird es noch weiterer bitterer Erfahrung« bedürfen. Das Drohen der„Soz. Korrespondenz" wird wohl nur den Zweck verfolgen, der Regierung Fehrenbach den Rückzug Wicklung der Schilddrüse bedingen ähnliche Erscheinungen, insbe- sondere geistige Verblödung. Kretinismus. Die Schilddrüse braucht dabei nicht zu fehlen, sie kann auch kropfig entartet und vergrößert sein, wobei ihre Funktion offenbar aber mangelhaft ist. Die schädliche Wirkung der Entfernung oder Erkrankung der Schild- drllse bleibt aus, wenn man auch nur einen kleinen Teil der Drüse zurückläßt oder wenn man die Schilddrüse an irgendeine andere Stelle des Körpers verpflanzt oder wenn man schließlich frische oder getrocknete Schilddrüsen, wie sie in verschiedenen For- men durch die pharmazeutischen Fabriken erhältlich sind, zum Essen gibt. Läßt man einen gesunden Menschen Schilddrüsen- Präparate verzehren, so kommt es zum Schwund des Körper- fettes und zu Gewichtsabnahme. In der unmittelbaren Nähe der Schilddrüse lso daß sie lange Zeit gar nicht al» ein besonderes Organ angesehen wurden), lagern die Epithelkörperchen, deren Entfernung zu lebens- gefährlichen Krämpfen führen. Eine Erkrankung dieses Organs dürfte die Ursache der im Kindesalter häufigen Neigung zu Krämpfen fein. Die Epithelkörperchen spielen außerdem eine Rolle bei der Knochenbildung. Eine ähnliche Wirkung wie die Entfernung der Schilddrüse hat die der Zirbeldrüse, die am Boden des Gehirns sich befindet. Die Zirbeldrüse besteht aus zwei Teilen, von denen jeder für sich eine Drüse mit innerer Sekretion und zwar von ganz verschiedener Wirkung darstellt. Ein Druck auf den Vorder- läppen der Zirbeldrüse z. B. durch Eeschwüsste in der Nachbar- schaft vedingt ein« Störung in der Funktion der Drüse und hat die Entwicklung einer außerordent- lichen Fettsucht und«in Aufhören des Geschlechts- triebe? zur Folge: beim Manne werden die Hoden auf- fallend klein, die Bart- und Schamhaare fallen aus, die Stimme verändert stch, wird hoch wie beim Kastraten, bei der Frau bleibt die Menstruation aus. die Brüste bleiben zwar aus. verfetten aber. Umgekehrt kommen Fälle von Ueberproduktion dieses Tel- les der Drüse vor: bei derartigen Kranken geht der Wachstums- trieb über das gewöhnliche Maß hinaus, es kommt zum Rie- s e n w u ch s der �Gliedmaßen. Der Hinterlappen der Zirbeldrüse produziert eine blutdruck- steigende und eine blutdrucksenkende Substanz. Sie wirkt ferner auf die Gebärmutter,»erstärkt die Wehen bei dSr Geburt und zieht die Gebärmutter nach der Entleerung zusammen. In der Geburtshilfe wird dieses Hormon sehr viel angewendet. Die Nebenniere, ein kleines, den Nieren ansitzendes Or- gan, sondert als Hormon da» sogenannte Adrenalin ab. Das Adrenalin steigert den Blutdruck. Entfernung der Nebenniere hat daher Erniedrigung des Blutdruckes und Muskelschwäch« zur Folge, die zum Tode führt. Wenn«in Tier in Zorn oder Furcht gerät, sondert es Adrenalin ab: wir wissen, daß z. B. das Sträu- aus einer unhaltbaren Position zu erleichtern und den jetzit gen Schwebezustand zu verlängern. Das bedeutet freilich für die Arbeiterbewegung als Ganzes kostbaren Zeitverlust. Es bedeutet Festigung der bürgerlichen Herrschaft, während die proletarische Opposition gelähmt wird. Ader den Rechtssozialrsten erwachsen aus dieser scheinbar verantwortungslosen Stellung im Halbdunkel einer Politik, die weder Regierungs- noch Oppositionspolitik ist, fraktionelle Vorteile und diese stehen diesen Politikern noch immer höher als das Gesamtinteresse des Sozialismus und der Arbeiterbewegung. Der Kartoffelmangel Völliges Versagen des freien Handels Aus allen deutschen Großstädten kommen Nachrichten, daß die Kartoffelversorgung der Bevölkerung völlig versagt. Der freie Handel hat also, wie dds nicht anders zu erwarten war, die Besserung in der Versorgung der Bevölkerung n i ch t ge- bracht. Selbst ein Blatt wie der„Berliner Lokalanzeiger", der ständig den Ruf nach der freien Wirtschast unterstützt hat, schreibt deshalb: „Wir find über den Verdacht erhaben, als hätten wir für die Ausrechterhaltung der Zwangswirtschaft viel übrig: aber es muß dock, einmal darauf hingewiesen werden, daß der freie Handel, nachdem man ihm auf lebhaftes Begehren feine Aktionsfreiheit gegeben hatte, doch mehrfach sehr entschieden versagt hat. Eier sind seit langem nicht rationiert und sind jetzt glücklich bei einem Preis von 3 M. bis 3,20 M. angelangt. Ein Ei, früher sprichwörtlich etwas Wertloses, ist jetzt ein« Kostbarkeit geworden. die nur noch für Schieber zu erschwingen ist. Das Fleisch ist gleichfalls unerhört teuer, obgleich allein schon die Maul- und Klauenseuche zu sehr starken Schlachtungen führt. Run find auch die Kartoffeln vom Markt verschwunden. An der Ernte kann es nicht liegen, die war relativ reichlich, die Witterung ist dem Transport günstig. Warum sind also zu den an sich hohen Peisen, die man im Kleinhandel anlegen muß, keine zu haben. während.Hintenherum" Kartoffel« zu 1 M. und darüber das Pfund angeboten werden? Das kann doch schließlich nur aus spekulativ« Machenschaften»on«roß- Händlern und Produzeuten zurückgeführt werdrn, d. h. auf schäm- losen Wucher. Wir zweifeln gar nicht, daß sich nun viel« Organisationen aller Art mit ihren Generalsekretären und Syndizi melden und de- monstrieren werden, daß der freie Handel keine Schuld an dem jetzigen Elend hat. aber viel Glauben werden sie bei den Massennichtfiudrn. Das deutsche Volk, das zwischen einer überorganisierten Zwangswirtschafts-Bureaukratie und nicht genügend disziplinierten, selbstsüchtigen Interessenten- grnppen eingeklemmt ist, ist lebhaft zu bedauern." Daß es zu diesen trostlosen Zuständen gekommen ist, ist aber gerade die Schuld solcher Blätter wie der Lokalanzeiger, die monatelang die systematische Irreführung der Oeffentlichkeit betrieben haben indem sie vorgaben, durch den freien Handel werde eine bessere Versorgung gewähr- leistet. Ebenso aber auch die Schuldder bürgerlichen Parteien, von den Demokraten bis zu den Deutfchnatio- nalen, deren Handel nur noch von dem Diktat der pro- itlüsternen Agrariern und Händler be- i m m t wird. Zahlung außerordentlicher Beihilfe» an Rentenempfänger. Alle Empfänger von Renten au» der Invalidenversicherung, die am l. 1. 21 neben ihrer Rente«ine Zulage beziehen, erhalten von diesem Zeitpunkte ab eine außerordentliche Beihilfe, und zwar Empfänger einer Invalidenrente, Altersrente, Krankenrent«, Witwen- und Witwerrente, Witwenkrankenrente monatlich 40 M., Empfänger einer Waisenrente monatlich 20 M. außer den bis- herigen Bezügen. Besondere Beihilfequittungen sind nicht er- forderlich. Sämtliche Beträge wie Rente. Zulage und Beihilfe sind gegen Abgabe einer gemeinsamen Quittung abzuheben. Deutsches Arbeiterrecht im Saargebiet. Sämtliche Eewerk- schasten des Saargebiets haben an die Regierungskommission des Eaargebicts ein Schreiben' gerichtet, in dem erneut die Einführung des B e t r i e b s rä t e g e s etz e s sowie der Verordnung über Schlichtungsausschüssc gefordert wird. ben der Haare, das Weitwerden der Pupillen der wütenden oder verängstigenden Katze Wirtungen des Adrenalins sind. Aeußere und innere Sekretion, können im gleichen Organ vor- kommen. Die Bauchspeicheldrüse, die Pankreas lsi« befindet sich tief versteckt im Leib hinter dem Magen) sondert in den Darm eine Flüssigkeit, den Pankreassaft ab, der eine Reih« für die Verdauung der Nahrungsstofse, insbesondere des Eiweiße« und Fettes wichtige Substanzen enthält, außerdem aber gibt sie in die Vlutbahn einen Stoff ab, der zur Zuckerbildung in der Leber in Beziehung steht und dessen Fortfall durch Erkraisfllmg oder Zerstörung des Pankreas die Entstehung einer schweren Zuckerkrankheit bewirkt. Am bedeutungsvollsten ist, daß die Drüsen mit innerer Sekre- tion sich stark gegenseitig beeinflussen. Di« Wirkung de» einen Hormons wird durch das andere teils gehemmt, teils unterstützt. Das Wachstum des Körpers z. B. hängt u. a. von der Zirbel- drüse ab und endigt in der Hauptsache mit der Pubertät, die unter dem Einflüsse der Keimdrüsen steht. Wir gewinnen so ein Verständnis dafür, warum die früher gefchlechtsreifen Frauen durchschnittlich kleiner sind als die Männer. Ebenso greifen beim Zuckerstoffwechsel die Wirkungen der Pankreas, der Nebennieren, der Schilddrüse, ineinander. Alles in allem kann man heute schon, ohne daß die innere Sekretion der Drüsen bis in alle Einzelheiten aufgeklärt ist. sagen, daß von ihr bis zu einem hohen Grade das menschliche Leben abhängt. Ihre Organe sind weit bedeutungsvoller als man es bei ihrer Größe, beziehungsweise Kleinheit, vermuten würde. Eigentlich nur ein Arbeiter Mr streichen die Fenster eine»„besseren" Hauses. Bei der einen Partei des Stockes bin ich eben fertig geworden. Ich läuie rechts. Der Gucklochschieber bewegt sich, und dann öffnet eine Frau. Eine schöne Frau. Pflichtgeireu gehe ich geradewegs durch Zimmer und Salon« bis dorthin, wo ich beginn«, steige auf das Fensterbrett und streiche die Rahmen. Die schöne Frau schaut mir zu. Ich gebe mir Mühe, an nichts zu denken, als an Fenster, Pinsel und Farbe. Xöin Fenster ist fertig. Ich steige herein. Ganz unwillkürlich fällt mein Blick aus ein an der Wand hängendes Oelbild. Ein Stück Bergland. Do» Bild ist gut. So duft« sah ich die Berg« in der Schweiz während meiner Wandertage. So duftend und der Neuschnee so blendend leuchtend. „Gefällt Ihnen dieses Bild?" „O ja. e, ist gut." Jetzt stehen wir beide betrachtend davor, ich und die schöne Frau. ei» einfältige», dummes, kindische» Glücksgeftlhl beschleicht mich. �Interessieren Sie sich für Bilder?/' e 3 t h t D It ち et m i It D T= it t, I= It 0= Te m ont ce, ., S fe t. ng er Der Parteitag in Tours Anschluß an die dritte Internationale beschlossen Paris, 29. Dezember. Det sozialistische Parteitag in Tours hat heute nachmittag die Debatte über den Anschluß an die dritte Inters nationale beendet und ging sofort zur Abstimmung über. 3252 Mandate von 4763 haben sich für den Anschluß an die tommunistische Internationale ausgesprochen. Für die mittlere Richtung onguet erklärten fich 1022 Mandate. Die Tagesordnung Blum, die für die zweite, Internationale eintritt, wurde zurüdgezogen; ihre Anhänger, 397, haben sich der Ab: Rimmung enthalten. Mostau fordert Longuet Ausschluß ( Eigener Drahtbericht der„ Freiheit".) W. Tours, 29. Dezember. Ein an den Parteitag gerichtetes Telegramm, das von Sino jew, Lenin und Trosty unterzeichnet ist, bezeichnet Longuet als Agenten der Bourgeoisie und verlangt feinen Ausschluß. Heute mittag gibt Frossard Erklärungen ab. Die Aussprache trägt einen zugespitzteren Charakter. Mit großer Mehrheit ist beschlossen worden, daß die gefrige Rebe Blums im Drud erscheinen soll. Unter den Befürwortern des Anschlusses an die 3. Jnternationale herrscht darüber große Erregung. Eine Rede Sembats ( Von unserem Gonderforrespondenten.) W. Tours, den 27. Dezember. ,, Die Spaltung der Partei besteht und es bleibt dem Kongres nur übrig, diese Tatsache festzustellen" so schloß die„ Sumanité" ihren Leitartikel vom legten Sonntag. Dieser Satz tennzeichnet in der Tat die Lage, welche der Kongreß von Tours vorfindet. Die Mühe, welche die Gegner der Bedingungen noch für die Darlegung ihrer Auffassung verwenden, fönnte daher als völlig vergeblich und zwedlos betrachtet werden, wenn sie nicht gebieterisch von der Verantwortung diftiert würde, noch in letter Stunde mit aller zu Gebote stehenden Kraft der Ueberzeugung die Partei vor cinem Entschluß zu warnen, der notwendigerweise nicht nur die Partei, sondern auch die Arbeiterschaft in die verhängnisvollsten Gefahren bringen muß. Bon diesem Gefühl der Verantwortung allein war die Rede getragen, mit der noch am Sonntagabend Sembat die große Aus Sprache eröffnet hat. Mit größter und angespanntester Aufmerk famkeit wurde dieser Rede, die bisher einen Höhepunkt des Kongresses darstellt, von allen Delegierten gefolgt. Zwei Tatsachen, so führte Sembat aus, traten mit aller Klarheit aus den Buichten der Organisation heraus. Einmal, daß der Wunsch nach diese Pläne der französischen Bourgeoisie und vertagt den 3usammenbruch, dem sie notwendigerweise entgegengehen muß. Sembat begrüßt die russische Revolution. Kein Sozialist tönne sich der erhebenden Tat entziehen, aber die russische Revolution habe sich unter ganz besonders gelagerten Berhältnissen zugetragen unb tönne nicht richtunggebend für das französische Proletariat werden. Wenn dieses nach einem Borbild sucht, so müsse es nach England bliden, wo die Gewerkschaften einen Kampf entfesselt haben, der selbst einen Sinowie zur Begeisterung hingerissen habe. England weise für Frankreich den Weg, den es zu seiner Befreiung zu beschreiten habe. Sembat erinnert dann an die Worte, welche Jean Jaures an die Reformisten gerichtet hat. Reformen, die das Proletariat in seiner Lage heben und in seinem Kampfe stärten, müßten er zwungen werden. Ueber den Kampf um Reformen dürfe aber nicht die Revolution vergessen und noch weniger dürften sie um den Preis auf das Recht zur Revolution ertauft werden. Und den Radikalen habe Jaures zugerufen: tämpft um die Revolution, prüft aber genau eure Stärte, damit ihr nicht in eurem stürmischen Drang nach vorwärts das Proletariat rüdwärts werft. Mit einem leidenschaftlichen die Notwendigkeit der Einheit betonenden Appell schließt Sembat. Die Rechte und die Mitte bringt ihm zum Dant eine große Kundgebung dar. Es war, als spürten die Delegierten zum ersten Male die entsetzliche Tragit, welche die Spaltung der französischen sostalistischen Partei über das französische Proletariat bringen wird. Am Montagvormittag sprach als erster Marcel Cachin. Seine Rede ist eine Berherrlichung der russischen Revolution. Mit feinem einzigen Wort ging er auf die Mostauer Thesen und ihre Bedingungen ein. Die Rede war lediglich aus einer Aufwallung bes Gefühls geboren und richtete sich auch nur an das Gefühl, ohne aber sichtbaren Eindruck selbst bet den eigenen Freunden auszuLösen. Insofern war diese Rede, eine glänzende Bestätigung der von Sembat gemachten Feststellung, daß nur das Gefühl die Be fürworter des Anschlusses leite. Einem von der Mehrheit einge= brachten Antrag auf Druck der Rede wird darum auch von der Rechten des Hauses begeistert zugestimmt. Einige Genossen der Rechten rufen sogar, die Rede möge gleich in mehreren Sprachen herausgegeben werden. Nach Cachin spricht Paul Faure, über dessen Rede wir noch berichten. Wie tam Klara Zettin nach Tours? Paris, 30. Dezember. Da die deutsche Kommunistin Klara 3ettin ohne Paß die Grenze überschritten hat, um auf dem Kongres in Tours eine furze Rede zu halten, wird heute in der Kammer eine An= frage an die Regierung gestellt werden, wie es möglich war, daß Frau Klara Zetkin die französische Grenze über schreiten konnte. tenben Medaille einer Beihilfe für die Invalidenrentner nicht aufmerksam geworden ist. Außerdem ist das Gesetz im Reichsgesetzblatt noch nicht ver öffentlicht und somit noch nicht rechtsträftig. Trogdem wer ben schon die erhöhten Beiträge eingezogen. Ster ben muß. Es ist die Frage aufgeworfen, ob die so wesentlich erliegt eine UntIarbeit vor, die unbedingt sofort beseitigt wer höhten Beiträge noch in einem vernünftigen Verhältnis zu den eistungen der Versicherung stehen. Sie sind nämlich nicht verdoppelt worden. Der Reichstag wird nicht umhintönnen, das Gesetz, das sich als eine in der Eile hingenommene Pfuscherei darstellt, sofort nach seinem Zusammentritt noch einmal zu prüfen. Deutschlands Zukunft In der neuesten Nummer der Weltbühne" lesen wir: ,, Auf einem stillen Ort der Staatsbibliothet finden sich die folgenden Berse: Was ist Deutschlands höchste Pflicht, willst nicht lang im Staube wohnen? Brot und Arbeit seinen Treuen. seinem Böbel blaue Bohnen." Darunter: Wenn es Euch an Kohlenmangelt, dann verbrennt Berliner Luden, werfet unter Eure Kessel Proletarier und Juden." Auf dem gleichen Ort der Universitätsbibliothet:„ Um den Juden auszuroden, schneide man ihm ab die Hoden, doch den weiblichen Semiten wolle man. Unmöglich zu drucken, was hier punktiert ist. Die Verfasser und Anschreiber dieser Poesie werden einmal preu Bische Richter, Berwaltungsbeamte, Lehrer und Geistliche. Ihre Berufstätigkeit ist hiernach au werten." Eine Niederlage der Kommunisten. Die Kommunisten versuch ten in Elberfeld die Leitung des deutschen Metallarbeiterverbandes des Wuppertales an sich zu reißen. Sie vereinigten aber auf ihre Kandidaten nur 130-132 Stimmen und erlagen damit gegen die Listen der Funktionäre, die 500-545 Stimmen aufbrachfen. Eine gleiche Niederlage erlitten sie bei den Wahlen der Vertreter zum Gewerkschaftsausschuß. Die Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten. Wie aus Nem Bort gemeldet wird, schätzen die amerikanischen Arbeiterorgantsationen die Zahl der Arbeitslosen in den Bereinigten Staaten auf 2% Millionen. Die Zahl nimmt fortdauernd zu. Groß- Berlin Ein Kapitel zur Wohnungsnot! Mit der Tätigteit des Wohnungsamtes hat sich die Presse schon des öfteren beschäftigen müssen. Heute liegt uns wieder mal ein sehr trasfer Fall vor, welchen wir der Oeffentlichkeit zur Kenntnis geben wollen. Während Hunderttausende in elenden Löchern zu hausen ges zwungen sind und andere überhaupt ohne jedes Obdach sind, fühlt sich der Direktor des Wohnungsamtes Herr de Laporte veranlaßt, Anschluß an Moskau einer gewaltigen, das ganze Land burch Verdoppelung der Invalidenbeiträge einem tinberlosen Ehepaar, namens Stein, am Selgoländer laufenden Welle des Enthusiasmus entspringt und zum andern, daß diese Welle insbesondere die ländlichen, erst seit meniger Zeit von der Partet erfaßten Kreise ergriffen hat. Man mag diese Welle des Enthusiasmus begrüßen, man kann be= Man wird sie dann fie aber auch bedauern. Ents dauern müssen, wenn sie zu Handlungen und schlüssen zu treiben droht, über deren Folgen man geflissentlich hinwegsieht, und wenn man sich einzig und allein von diesem Enthusiasmus treiben läßt. Diese Gefahr besteht heute für die französische Partei und darum ist es erforderlich, mit scharfem Blid die prattischen Folgendes Anschlusses an die Mostauer Internationale zu prüfen. Die französische Bourgeoisie ist augenblidlich von schweren Erschütterungen finanzieller und wirtschaftlicher Art erfaßt. Sie weiß genau, daß sie sich ihrer nicht erwehren tann und blidt mit Angst auf die wachsende Macht der Arbeiterklasse und ihrer Or ganisationen. Dieses Wachstum will sie unter Aufwand aller Mittel verhindern und wird versuchen, der Arbeiterschaft schon vorzeitig einen Kampf aufzuzwingen, um ihre Organisationen um so besser zertrümmern zu können. Durch die Annahme der Mosfauer Thesen würde der Bourgeoisie ein Vorwand gegeben, um die Regierung auf die Arbeiterorganisationen zu heben. Unmöglich darf man das Gewicht verkennen, das in Frankreich die von der bürgerlichen Presse gemachte öffentliche Meinung darstellt. Sie kann der Regierung einen solchen Kampf gegen das Prole= tariat abzwingen. Eine Spaltung der Partei erleichtert ,, ja, wenn sie gut sind." ,, Wie meinen Sie das?" " Ich meine nicht für Bilder im allgemeinen, sondern für fünft lerisch wertvolle Bilder." Berstehen Sie das denn?" " Nein, nicht ganz, aber ich gab mir Mühe, es zu lernen." Wie gefällt Ihnen dieses da?" Unter der Unsumme von größeren und fleineren Gesetzen, die der Reichstag im Augenblid feines Auseinandergehens vor den Weihnachtsferien im Handumdrehen zur Erledigung brachte, befand sich auch ein Gesezentwurf über eine Beihilfe für die Invalidenrentner. Der von den Sozialdemokraten, dem Zentrum, den Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei, den Demokraten und der Bayerischen Volkspartei einmütig einge= brachte Antrag über eine außerordentliche Beihilfe für Empfänger von Renten aus der Invalidenversicherung wurde angenom= men. Er enthält auch einen Absatz über die Deckung der Untosten für die Beihilfe, der folgendermaßen lautet: ,, Bur Dedung der Aufwendungen für die Beihilfe werden die Beiträge zur Invalidenversicherung(§ 1392 der Reichsversicherungsordung in der Fassung des Artitels II des Gesezes über Abänderung der Leistungen und der Beiträge in der Invalidenversicherung vom 20. Mai 1920, Reichs- Gesetzbl. S. 1091) zum doppelten Geldwert berechnet. Die Vorschriften der Reichsversicherungsordnung über die Entrichtung der Beiträge durch die Arbeitgeber(§§ 1426 ff.) finden entsprechende Anwendung." Diese Berdoppelung der Beiträge für die Invalidenverficherung tritt jetzt zum ersten Male in Kraft, und daraus erklärt es sich, daß gegenwärtig auf den Bostämtern die Beitragsmarten bereits zum doppelten Geldwert verkauft werden. Die Erhöhung der Invalidenbeiträge tam für die Beteiligten einigermaßen überraschend, weil die Oeffentlichkeit durch die schnelle Erledigung der ganzen Angelegenheit auf diese Kehrseite der blinEs flingelt. Besuch fommt. Er und mit ihm die schöne Frau gehen in den Salon. Mir wird auf einmal flar, daß ich zum Fensterstreichen da bin. Ich steige wieder hinauf und muß mir viel Mühe geben, an nichts als an Pinsel, Farbe und Fenster zu denken. Wie ich dann gehe, geleitet mich die schöne Frau zur Tür. Ste wünscht mir herzlich Glück und alles Gute und schenkt mir eine feine Zigarre. Diese rauche ich dann nach dem Mittagessen, int Hof auf einer umgelegten Leiter sigend. 3arte Wolten voll lieblichen Duftes Wie fönnen Sie bas sagen, wo Sie die Stadt nie gefehen umgeben mich. Die sommerliche Gluthike drückt schwer, und bald Stolz wende ich ein, daß ich sie gesehen habe! ,, So? Waren Sie schon so weit?" et ts es Fin he es ie Benedig. et tg Die schöne Frau lächelt. ,, Auch das ist ausgezeichnet." en haben?" ce= ent st. el ie in ent im 11, te le en eit fe zen ts. Ja, dort begann meine Italienreise." Sie lachte laut. ,, Sind Sie ein reicher Mann und streichen Sie nur Fenster an, um einmal einen Roman darüber zu schreiben?" ,, Nein, leider nicht, ich bin ein armer Teufel." Und Sie reden von Ihrer Italienreise?" Ja, ich war als Handwerksbursche unten und habe fast ganz Italien zu Fuß durchwandert." Ja und haben Sie sich denn auch etwas an ,, Ach was! gesehen?" " Ich glaube schon." Und nun examiniert mich die schöne Frau über Italien. Gie hat von dem Land nur Benedig gesehen. Aber sie fennt es aus Büchern und Bildern. Ihre Sehnsuchtsphantasie malt es ihr noch fchöner als es wirklich ist. Sie spricht begeistert von Florenz und Don Raffael, von Michelangelo und Botticelli, von Siena und Rom und Neapel, von Capri und Sizilien. Im Geiste schwelgt fie in lauter Schönheit, und ich muß ihr bestätigen, ob alles fo ift, wie sie es sich so groß und schön vorstellt. Mit glänzenden Augen hört sie das, was ich ihr mit trodenen Worten darüber sagen kann. „ Ja Sie sind doch eigentlich nur ein Arbeiter...., daß Sie das alles so verstehen?" Ja, weil ich mir damit mein Brot verdienen muß." ,, Sie werden aber vielleicht einmal etwas Besseres werden." aber ich meine ns the he, Cich Ein ge ,, Auf welche Art glauben Sie?" 2 Sie schaut mich groß an, und ich lächle. „ Richt?" Da Sie vielleicht" sagen, will ich's zugeben." In meiner freien Zeit bin ich Schreiber." Schreiber? Was schreiben Sie da?" Meift Dinge, die ich erlebte." 011. ,, Ach, Sie dichten?" Ja nein- eben schreiben." L Ahh was!" umfängt mich ein Halbschlummer, dessen Träume mir italienische Sonnenbilder vorgaufeln, und wie eine Fata Morgana schwebt immer und über allem das Bild der schönen Frau. Kurt Hängeforb Der englische Flugverkehr. Ueber 32 000 Reifende sind in diesem Jahre auf dem Luftweg in England eingetroffen und auf den Flugplägen in Overjund und Cridlewood gelandet. Aus der Abfertigung dieser Bassagiere erwächst den 3öllbeamten eine um so gewaltigere Arbeit, als die Versuchung zum Schmuggel so groß ist, daß ihr nur wenige widerstehen tönnen. Die Zollbehörde hat deshalb auch ihre feinsten Spürnafen in den Dienst der Bollrevision auf den beiden Landungsplägen der Flugpost gestellt. Sie durch Suchen nicht nur das Gepäd der Reisenden, auch diese selbst werden, wenn ihr Körperumfang einen verdächtigen Eindruck macht, einer jorgsamen förperlichen Untersuchung unterworfen. Aber auch das mit ist es nicht getan, da das Flugzeug selbst dazu herhalten maß, um in den unmöglichsten Verstecken Uhren, Tabat, Zigarren, 3igaretten, Parfums und andere Artitet, deren Einfuhr verboten ist, nach England einzuschmuggeln. Tages= Notizen Bfarrer Bleier spricht über Weihnachtsgebantenfex" Heute abend in ben Schultheiß- Festfalen Berlin- Südende, Lichterfelber Str. 17. Die Große Voltsoper Berlin beginnt jetzt auch den Rotben Berlins in ben Kreis ihrer Beranstaltungen zu ziehen. Am 4. Jan. findet i. b. Brauerei Sönigstadt am Schönhauser Tor thr erstes Konzert( Wagner- bend) unter Leitung von Leo Blech statt. Kattenverkauf: Theatertassen Wertheim, Bote& Bod und Brauerei Königstadt. Bitlus". Vortragsabende. Sellmuth Krüger( Deutsches Theater) und Walter igelset lefen am 2. Jan. in der Sezession Grotesten von Wedekind, Wehring, von Sobbis usw. unter bent Titel:„ Literarilet Floh Jm Buchlaben. Kurfürstendamm, Aret" Junder, Kurfürstendamm 22, Heft neftine Cota unter bem Titel te Tiefe bene" am 4. Jan., 8 hr, Seine, Wedekind, Sardefopf, Mehring u. e. Bus ben Museen. Im Kupfertigtabinett ber staatlichen Museen with am 2. 3an. eine Ausstellung eröffnet, die die Gefife ber Rabie rung von den Anfängen bis zum heutigen Tag illuftriert. Gin gebrudter Führer zu blefer Ausstellung erscheint im Verlage von Bruno Cassirer und wird im Kupferstichtabinett täuflich fein. Ausstellungen. 3m Graphismen sabinei 3. B. Reumann, Rurs fürstendamm 232, with Montag, ben 3. Jan, bie 23 115eim Matgner. Gebainisausstellung eröffnet. Ufer 6 eine Sieben- Zimmerwohnung nebst Zubehör anzuweisen. Serr Stein will allerdings die eidesstattliche Versicherung abgeben, drei engere Verwandte in seine Wohnung aufzunehmen. Herr Direktor de Laporte scheint der Meinung zu sein, sich im Falle der Gräfin Wartensleben noch nicht genügend blamiert zu haben. Es ist endlich an der Zeit, daß die Leitung des Wohnungsamtes einem Manne entzogen wird, bei dem Klagen oben geschilderter Art nicht aufhören wollen. 30 Monats- und Schülertarten der Berliner Straßenbahn Nachdem nunmehr die Berschmelzung der verschiedenen Straßen bahnbetriebe zur Berliner Straßenbahn" stattgefunden hat, wer den neben den im Preise unverändert bleibenden Monatstarten für den Binnenverkehr der vormaligen Einzelbetriebe Große Berliner Straßenbahn, Berliner Städtische und Berliner elettrische Straßenbahnen, Städtische Straßenbahn Copenid, Straßenbahn ber Gemeinde Heiligensee vom Januar 1921 ab übergreifende Monatstarten im Wechselverkehr der Bahnen ausgegeben. Für Linien der vormaligen Großen Berliner Straßenbahn, Berliner Städtischen und Berliner elettrischen Straßenbahnen be trägt der Preis der Monatstarten im Binnen- wie im Wechselverkehr der Bahnen untereinander für eine Linie 70 Mart, für zwei Linien 88 Mart, für drei Linien 114 Mart, für alle Linien 175 Mart. Die Monatstarten für alle Linien zu 175 Mart berechtigen fünftig zur Benutzung sämtlicher Linien der oben genannten Bahnen, gelten also für den Gesamtbereich der„ Berliner Straßenbahn", mit Ausnahme der vormaligen Spandauer StädtiIchen Straßenbahn( das sind die Streden westlich Spandauer Bod und westlich Siemensstadt), für die Monatstarten nicht bestehen und auch bis auf weiteres nicht ausgegeben werden. Die vorstehenden Preise der Monatstarten für 2 und 3 Linien find auch für die Preisbildung der Monatstarten im Wechselverkehr der Bahnen maßgebend. Bei der Preisbemessung gelten Monatstarten für alle Linien der vormaligen Städtischen Straßenbahn Copenid als eine Karte für 2 Linien. Die Preise der Schülermonatstarten im Binnenverkehr ber einzelnen Bahnen bleiben ebenfalls unverändert. Die Schülermonats= farten der vormaligen Großen Berliner Straßenbahn, Berliner Städtischen und Berliner elektrischen Straßenbahnen Preis 18 Mart 10 Pfg.. Marke gelten für eine, im Bedarfsfalle zwei Linien dieser Ausschneiden! Drucksache An die Haupterpedition der„ Freiheit" Berlin C2 Breite Straße 8-9 Bahnen. Als zweite Linie fann auch eine Linie der vormaligen| Städtischen Straßenbahn Spandau, Städtischen Straßenbahn Copenid, der Straßenbahn der Gemeinde Heiligensee gewählt werden. Die Monats und Schülermonatstarten für den Binnenverkehr werden bis auf weiteres in den bisherigen Ausgabestellen ausgegeben, jedoch tritt an die Stelle der wegfallenden Ausgabestelle Berlin, Poststraße 13, die Hauptausgabestelle Berlin W9, Leipziger Plag 14. Die Karten im Wechselverkehr werden lediglich in der Hauptausgabestelle, Leipziger Play 14, ferner am Monatslegien und ersten auch in den Zweigstellen Nollendorfplatz( Hochbahnrampe), Bahnhof 7( Aderstraße) und Bahnhof 16( Westend, Spandauer Straße) ausgegeben. fleinen Besucher mit. Sier ist wahres Kinderland und Sache des| Berliner Jugendamtes wäre es, auch für die Berliner Kinder solche Vorstellungen einrichten zu lassen... Die Schöpfer dieses Theaters sind Frau Toni Diege und ihr Gohn Lothar, der neben der fünstlerischen Leitung mit viel Talent die Puppen schnigt, die zweifellos hohen fünstlerischen Wert haben. Die Kleider der Puppen verfertigt Frau Dieze. Des niedrigen Eintrittspreises wegen müssen auch sämtliche Rollen von der Familie Dieze gesprochen werden, und sie werden sehr gut gesprochen, weil die Darsteller voll und ganz mit den Kindern fühlen. Für die Kinderschuhkommission zur Weihnachtsbescherung gingen folgende Beträge noch ein: durch den Gen. Stadtv. Weyl 1279,55 Mart, 7. Distritt durch Koch 300 Mart. Jm ganzen sind 10 194,55 Mart eingegangen. Nochmals im Namen der Kinder sagen wir Die juristische Sprechstunde fällt am Freitag, den 31. De- allen Spendern vielen Dank. M. Demmning. zember, aus. Der Berliner Frauenarzt Professor Dr. Leopold Landau ist gestern im Alter von 72 Jahren gestorben. Landau hat sich auf dem Gebiete der Frauenheilkunde sehr wirksam betätigt. Seine reichen Kenntnisse stellte er auch in den Dienst der Stadt Berlin. Landau war ein geachtetes Mitglied der früheren Berlines Stadtverordneten- Versammlung und half mit großer Liebe an dem Ausbau des Berliner Gesundheitswesens. In sozialer Beziehung wich Landau von seinen Parteifreunden oft ab und stimmte in vielen Fällen in der Stadtverordneten- Bersammlung für die Anhänger der Sozialdemokraten. Gültigkeit der Sammelfarten für die gesamten Berliner Straßen bahnen. Vom 1. Januar 1921 ab ist die Gültigkeit der Sammelfarten für 8 Fahrten zu 6 Mark nicht mehr auf den Bereich der ausgebenden Berliner Straßenbahnverwaltung beschränkt, sondern die Karten berechtigen zur Fahrt auf den Linien der vormaligen Großen Berliner Straßenbahn, Berliner Städtischen und Berliner elektrischen Straßenbahnen nach Wahl des Fahrgastes. Die Gültigkeitsdauer der von der vormaligen Großen Berliner Straßenbahn ab 1. Dezember d. J. herausgegebenen Sammeltarten für 8 Fahrten zu 6 Mart( gelber Kontrollaufdruck), die laut Aufdruck am 31. Dezember erlischt, wird bis einschließlich 28. Februar 1921 verlängert. Algemeine Begnadigung des Forstdiebstahls. Gegen Forstdieb stahl find durch die Novelle vom 14. die absoluten Strafandrohungen des Forstdiebstahlgefezes beseitigt und die Bestimmungen über die Freiheitsstrafe an Stelle der Geldstrafe gemildert. Der Justizminister hat deshalb die Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, sofort sämtliche noch nicht erledigte Fälle auf die Möglichfeit der Begnadigung zu prüfen, wenn wegen Forstdiebstahls eine Geldstrafe von mehr als 30 Mart festgesekt und nicht bereits eine Milderung der Strafe durch Erlaß ausgesprochen ist. Wird von feiner Stelle ein Gnadenerweis befürwortet, so find die Akten der Strafvollstreckungsbehörde zurückzusenden. Die Strafvollstreckung ist bei allen Verurteilten aufgehoben, wenn ein Gnadenerweis vor= geschlagen wird. Eine begonnene Strafvollstredung wird unterbrochen. Kinderland. Mehr als je muß heute Geltung haben: Gebt den Kindern, was ihr Recht ist, gebt ihnen wahres, sonniges Kinderland, gebt ihnen Freude, daß troh ihrer furchtbaren materiellen Rot ihre Augen glänzen. Glänzende, freudige Kinderaugen, sie find der schönste Lohn für die Erziehungsbeflissenen, überhaupt für alle Erwachsenen. Dem Jugendamt Neukölln kann das Zeugnis ausgestellt werden, daß es durch die Einrichtung von Märchen- Marionetten- Vorführungen für die Kinder Neuköllns dem Schundkino erfolgreich das Wasser abgräbt und den kleinen und Kleinsten etwas bietet. was ihre helle Freude auslöst. Die Kindervorstellungen des Dresdener Künstler Mario netten Theaters, die zurzeit in Neukölln bei außer ordentlich billigen Eintrittspreisen und vollem Hause" statt finden. erfreuen nicht nur die Kleinen, für die sie eigentlich sind, sendern auch Erwachsene tommen wegen der Kunst, die geboten wird, voll auf ihre Rechnung. Sie fühlen sich zurückversetzt in die Seit der Kindheit, der Zeit ohne Sorgen. Man ist mit den Kleinen ganz im Banne der Puppen, man lacht genau so herzhaft wie das Jungvolt. Daß die Kleinen und Kleinsten mustergültige Ruhe halten man tann sagen. bald besser wie die Erwachsenen ist der beste Beweis dafür, daß sie voll und ganz bei der Sache find. Und wie die Kleinen lachen, vor Freude in die Hände klatschen und den Helden der Puppen Beifall spenden! Die Altpausen werden mit leichter Musit ausgefüllt, die bekannten Lieder singen die U.S. P. D 5. Distrikt Bernau. Anmeldungen zur Osterjugendweihe bitten wir schon jetzt beim Genossen Ernst Kühne, Bernau, Sohesteinstr. 26, zu vollziehen. Es können auch Kinder aus der Umgegend von Bernau daran teilnehmen. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Freitag. Mild und größtenteils trübe, mit wiederholten Regenfällen und leichten südwestlichen Winden. Später zeitweise aufklärend. Gewerkschaftliches Ueber die Mißhandlung von Flugblattverbreitern gelegentlich der Wahl zur Ortsverwaltung des Metallarbeiter verbandes durch Arbeiter der Firma Drig haben wir in unserer Nummer vom Sonntag, den 19. Dezember, unter der Ueberschrift: „ Kommunistische Rohlinge" eine Zuschrift veröffentlicht. Dazu schist uns der Betriebsrat der Firma eine Berichtigung, in der die Angaben bestritten werden. Unparteiische Zeugen des Vorfalls, ein Chauffeur und Angestellte des Betriebes hätten befundet, daß von einem Entreißen der Flugblätter feine Rede sein fönne. Wohl hätten Arbeiter der Firma den Flugblattverbreiter aufgefordert, ihnen mehrere zur Verbreitung zu überlassen. Der Angestellte des Metallarbeiterverbandes sei aber aus Furcht ausgerüdt, wobei er infolge der Glätte hingeschlagen sei." Auf diese recht merkwürdige Berichtigung, die uns obendrein auf Grund des§ 11 des Preßgefezes zugeht, sei bemerkt, daß nach unseren Erfundigungen die Darstellung den Tatsachen widerspricht. Fest steht, daß der Flugblattverteiler der Richtung ZistaUrich direkt vor dem Eingang der Firma Rossemann u. Kühnemann stand, die Fabrikpfeife der Fa. Orig das Signal zum Arbeitsanfang gegeben hatte, als ein Arbeiter der Fa. Orig um die Ede tam und mit den Worten Flugblätter her" den Verteiler derselben vor die Brust stieß. Als der Angreifer diesen Stoß noch einmal wiederholte, gab der Verteiler demselben den Rat, diese Angriffe zu unterlassen, da er sonst mit gleicher Münze zahlen würde. ,, Bor unserem Betriebe hast Du nichts zu suchen, scher Dich weg, Du Lump, sonst werden wir Dir den Schädel einschlagen, war die Antwort. Nach den verschiedenen Schimpfworten verschwand der Angreifer mit den Worten ,, Dir werde ich schon noch wegschlagen", um nach furzer Zeit mit 2 neuen Kämpfern zurüdzukommen. Durch die Erfahrungen mit dem ersten Helden gewißigt, hatte der Flugblattverteiler wirklich keine Luft, die beiden neuen Klassenfämpfer fennen zu lernen und ging, die Flugblätter in der Brusttasche verbergend, die Koloniestraße entlang, die 3 Verfolger hinter ihm her. Als der Verfolgte den freien Platz, der zwischen der Verlänger= ten und der Koloniestraße liegt, erreicht hatte, stürzte sich einer der 3 Helden mit den Worten Flugblätter her", auf ihn, wobei beide zu Boden fielen. Durch die Hilferufe des Ueberfallenen ließ der Angreifer von feinem Opfer ab, um vereint mit seinen beiden Kumpanen eine Schimpftanonade, wie„ Konterrevolutionär“,„ Strolch" und der gleichen loszulassen, sowie anzudeuten, wenn er nun nicht verschwinden würde, man ihm die Knochen taputschlagen würde. Der Ueberfallene, der nur durch den Angriff mit dem Angreifer zu Boden gestürzt ist, hat sich in ärztliche Behandlung begeben U.S.P.D. Deuticher Metallarbeiter- Berband Um Freitag, den 31. Dezember 1920 Gr. Silvesterfeier in den Gesamträumen des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15 Musik, Theateraufführung, Rezitation, Ueberraschungen Tanz in zwei Sälen Eintrittskarte 3.00 Mk. einschließlich Tanz Caalöffnung 6 Uhr Anfang 7 2hr Billetts sind bei den Funktionären und abends an der Raffe, außerdem bei Schweikarbt, Alte Jakob Straße 24 und Krüger, Waffertor Straße 41, zu haben. Botenfrauen für größere Touren stellt sofort ein Spedition Thornseifer Lübecker Straße 11. Ausschneiden! Außerhalb Groß- Berlins Wohnende bitte beim Postamt bestellen! Der Unterzeichnete bestellt hiermit vom 1 Exemplar der zweimal täglich erscheinenden Zeitung „ Freiheit“ Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands zum Preise von M. 10 monatl., halbmonatl. M. 5 bei freier Zustellung ins Haus Verwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienftr. 83-85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Selephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Achtung! Achtung! Unsere Bureaus werden am 31. Dezember 1920 um 1 Uhr geschlossen. Die Ortsverwaltung. Charlottenburg Die„ Freiheit"-Spedition wird am 1. Januar 1921 nach Wallstraße 90( Restaurant) Nr. Straße: Name: Ort: Diesen Bestellschein bitten wir an die Hauptexpedition, Berlin C2, ( Namen deutlich schreibent, Abreffe genau ausfüllen: vorn, Hef, Stfl., Duergeb.) Breite Straße 8-9, einzusenden. Der Berlag. verlegt. müssen, da ihm durch den Sturz innere Verletzungen zugefügt find Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterver bandes bittet die 4 Zeugen, die zusahen, wie der Ueberfallene am Boden lag, der Angreifer auf ihm, und dieselben dann die: Koloniestraße in Richtung Badstraße entlang gingen, sich münd lich oder schriftlich im Bureau des Vervandes beim Kollegen Mielig zu melden, um die Angelegenheit endgültig zu klären. Wohltäter der Menschheit Nachdem der Verein für Kindervoltstüchen während des Krieges große Gewinne eingeheimst hat und dadurch in der Lage ww, diese in Grundstücken anzulegen, geht er jegt dazu über, die Ar beiter und Angestellten rücksichtslos aufs Pflaster zu werfen und sie dem Elend und der Not preiszugeben. Soweit geht der Wohl tätigkeitsfinn des Leiters dieses Unternehmens, Herrn Hermann: Abraham, nicht, zu versuchen, den Betrieb aufrechtzuerhalten oder bei den notwendigen Entlassungen unbillige Härte zu vermeiden.. Im Gegenteil, es wird dabei eine Tattit angeschlagen, die dem robustesten Scharfmacher alle Ehre machen würde. Er hat sich in dem Obmann des Betriebstates ein willfähriges Werkzeug ge= Bogen, das entgegen dem Beschluß des Betriebsrates zu den Kün digungen sämtlicher Angestellten seine Zustimmung gegeben hat.. Selbstverständlich befinden sich die anderen Angestelltenratsmit glieder unter den Gekündigten. Dabei soll der Betrieb nicht gänz lich stillgelegt, sondern nur eingeschränkt werden und glaubt dieser eble Wohltäter der Menschheit, daß er heute noch mit seinen Angestellten so rumspringen fann, wie früher einmal, wo nur die größere Rüdgradgeschmeidigkeit es ermöglichte, zu einer einigermagen ausreichenden Bezahlung zu gelangen. Hungerlöhne wer den noch heute gezahlt. 192,50 M. monatlich erhält eine Hilfs frau. Jede Forderung nach Lohnerhöhung wird mit der Drohung der Schließung des Betriebes beantwortet. Jest soll eine Radikaltur vorgenommen werden, um in erster Linie die unbequemen Elemente aus dem Betriebe zu entfernen. Es wird nunmehr Aufgabe der gewerkschaftlichen Organisationen sein, dieser Unternehmerbrutalität entgegenzutreten und der Deffentlichkeit die Augen zu öffnen, die nach privattapitalistischen Prinzipien geleiteten Wohlfahrtsunternehmen" verschwinden zu lassen, um sie in die Hände der Kommune überzuleiten. Die Geschäftsstelle des Ortstartells Groß- Berlin des Afa- Bundes bleibt Freitag, den 31. Dezember 1920, am Tage der Bei segung Karl Legiens, geschlossen. Berhandlungen mit den städtischen Arbeitern. Zu unserer Notiz in der geftrigen Morgennummer über Verhandlungen mit den städtischen Arbeitern wird uns mitgeteilt, daß an den Tarifver handlungen nur Bertreter der freien Gewerkschaften teilnehmen. Achtung Buchbinder! Die fommunistische Ortsverwaltung hat jede offizielle Beteiligung bei der Beerdigung des Genossen Karl Legien abgelehnt. Auch ein Kranz ist nicht bewilligt worden. Wir ersuchen euch aber, recht zahlreich, soweit es die Zeit erlaubt, bei der Beerdigung zu erscheinen und unserem toten Führer die legte Ehre zu geben. Der Aftionsausschuß. J. A.: Paul Schade. Aus den Organisationen 3. Distrikt. Die Kinder vom 3. Diftritt treffen sich zum Spielen Freitag um 3 Uhr Kreuzbergstraße Ede Belle- Alliance- Straße. Alter 6-14 Jahre. Charlottenburg. Arbeitslose Parteigenossen werden ersucht, sich in der Freis heit" Spedition Wallstr. 94, Barade 10, zu melden. Vereinskalender Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Zur Bei fegung des Genossen Legien treffen sich unsere Mitglieder vormittags 10% Uhr: Michaelfirchstraße Ede Wusterhausener Straße. Ber Verantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für ben Inferatenteil: Ludwig Komeriner, Karlshorst. Verlagsgenolienibatt reiheit" 6. m. 6. S. Berlin.- Drud der Freiheit". Tinderei G. m. 5. S., Borlin 9 Breite Stroke 8.0. 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