11, مات le te ge ett ng で 、 ift De tr. ut Fir Die ng Die Die 9. Te er. Einzelpreis 30 Pfg. 3. Jahrgang Die Bretheit erscheint morgens und nadmittags, Sonntags und Montags einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berli 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Posts Unter Streifband beaug nehmen sämtliche Poftanstalten Bestellungen entgegen. bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 9. juzilglich Baluta- Aufschlag, per Brief fir Deutschland und Österreich 30,- M. Redaktion, expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8.9. Freitag, 31. Dezember 1920 Nummer 558 Morgen- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareilleselle ober deren Raum koftet 5,-. einschließlich Seuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jebes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gefuche in Wort- Anzeigen: das fettgedrudite Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1,- 2. Fernsprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4640, 4921 greibeis Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Broteit gegen die ungarischen Bluturteile! An die deutsche Arbeiterschaft! Die Gerichtshöfe der ungarischen Weißgardisten fällen fortgesezt Urteile gegen die proletarischen Vorkämpfer, die uns allen das Blut in den Adern erstarren lassen. Dieses Wüten gipfelt in den Todes- und Zuchthausurteilen am 27. Dezember gegen die ungarischen Volkskommissare und andere Sozialisten. Diese fortgesetzten Verbrechen an den ungarischen Arbeitern treffen das Proletariat aller Länder. Jegt gilt es zunächst die Vollendung der schändlichen Grausamkeiten zu verhindern. Wir rufen Euch auf, in machtvollen Rundgebungen gegen die Vollziehung der Todes- und Zuchthausstrafen Protest zu erheben. Beweist Eure internationale Solidarität mit den Opfern des weißen Terrors! Das Zentralkomitee der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei. * An die Groß- Berliner Arbeiterschaft! Sonntag, den 2. Januar, mittags 12 Uhr im Lustgarten Massenkundgebung gegen das ungarische Schreckensregiment! Massen heraus! Redner: Breitscheid, Crispien, Brühl, Herz, Künstler, Ledebour, Moses, Nemiz, Rosenfeld, Wulff, Zieß, Zubeil. Gegen die Schande Europas! Ein Protest unserer Partei Der Parteivorstand der Unabhängigen Sozialdemokratie übersandte der ungarischen Regierung folgendes Telegramm: Herrn Ministerpräsident Teledi, Budapest. Parteileitung und Reichstagsfraktion der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands erheben schärf ten Brotest gegen die Berurteilung der ungarischen Boltstommiffare zu Todes- und Zuchthausstrafen. In der Bollstreckung dieser Urteile würden wir in Uebereinstim= mung mit den Arbeitern und Sozialisten aller Länder ein Werk niedrigster Rachsucht und eine Schändung der Menschheit erbliden. Crispien, Ledebour. Der Protest unserer Parteileitung und unserer Reichstags= frattion leitet die Aftionen ein, die das deutsche Proletariat unternimmt, um dem Wüten der entmenschten ungarischen Justiz Einhalt zu gebieten. Zunächst gilt es, wie es im Aufruf unserer Parteileitung heißt, die Vollendung der schändlichen Grausamkeiten zu verhindern. Es gilt, die Volltredung des gegen die ehemaligen Volkskommissare gefällten Bluturteils un möglich zu machen. In dieser Forderung Find nicht nur die Arbeiter Deutschlands und der ganzen Welt einig, ihr müssen sich auch alle jene bürgerlichen Elemente anschließen, die auch nur einen Funken von Menschlichkeit und Gerechtigkeitsliebe. bewahrt haben. Das Urteil gegen die ehemaligen ungarischen Boltskommissare ist niedrigster politischer Rachsucht entsprungen und stellt einen Hohn auf die elementarste Rechtsprechung bar. Seine Bollſtredung darf nicht geduldet werden, wenn die europäischen Völker nicht selber auf die notwendigsten Voraussetzungen der kultivierten Staatlichkeit verzichten wollen. Unsere Genossen, die ihren Protest an die ungarische Regierung gerichtet haben, sprechen nicht nur im Namen der deutschen Arbeiterklasse, sie dürfen auch das Recht für sich in Anspruch nehmen, dem Gerechtigkeitsempfinden der über= großen Mehrheit Des tes Ausdrud verliehen zu ungarischen Regierung, Handlungen thren haben. auch nur dem und deutschen VolEs fann der allen wenn fie in ent: einer Willen einer rachgierigen menschten Offiziersfamarilla Bezirksverband Berlin- Brandenburg U. S. P. D. Junterkaste Ausdruck verleiht, nicht gleichgültig sein, wie sich die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes zu ihr und ihren Handlungen verhält. Sie kann das um so weniger, als der Protest unserer Genossen im Inlande wie im Auslande lebhaftesten Anklang finden wird. Die Arbeiter in Berlin und im Reiche werden in den nächsten Tagen Gelegen heit nehmen, ihrem leidenschaftlichen Protest gegen das ungarische Blutregiment, ihrer Sympathie für die Opfer des weißen Terrors in Ungarn, Ausdruck zu verleihen. Und überall in der ganzen Welt wird diese Bewegung Nachahmung finden und alle jene Kräfte gegen Horthy- Ungarn zusammenschweißen, die das gegenwärtige Regime in Un garn als einen Schandfled der europäischen Kultur betrachten. Sozialisierung des Bergbaues Vorlage des Gesetzentwurfes noch im Januar Amtlich wird mitgeteilt: In seiner Sigung vom 21. b. M. hatte das Reichstabinett beschlossen, wenn möglich, noch im Monat Januar dem Reichstag einen Entwurf über Sozialisierung des Kohlenbergbaues vorzulegen. Der Reichswirtschaftsminister war beauftragt worden, den Sozialisierungsausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates um Beschleunigung. seiner Arbeiten zu bitten, damit die Ergebnisse der Beratungen noch für die Aufstellung des Ents wurfes benutzt werden könnten. In Ausführung dieses Auftrages hat der Reichswirtschaftsminister an den Vorsitzenden des Sos zialisierungsausschusses ein Schreiben gerichtet, in dem er von der Absicht des Kabinetts Mitteilung macht, und ihn ersucht, auf Beschleunigung der Arbeiten des Verständigungsauss Fort mit der Geheimdiplomatie! uses zu wirken. Die Zustände in der Regierung werden immer unhaltbarer. Das Verhältnis zur Entente verschlechtert sich von Tag zu Tag, ohne daß die Regierung sich veranlaßt sieht, das Bolt und seine parlamentarische Vertretung über den Stand der Dinge zu unterrichten. Ganz wie zu Zeiten der Hohenzollern soll das Volk auf die Gestaltung seiner Ge schide teinen Einfluß ausüben dürfen, sondern alles ruhig hinnehmen, was in den dunklen Kabinetten der Geheimdiplomatie bereitet wird. Der Fraktionsvorstand der Unabhängigen Sozialdemokratie im Reichstag hat nunmehr durch den Genossen Ledebour an den Reichstagspräsidenten das folgende Schreiben gerichtet: Im Namen des Vorstandes der Reichstagsfraktion der U. G. P. D. ersuche ich Sie, den Reichstag fofort zu sammenzuberufen. Das Verhalten der Regierung bei den Verhandlungen mit den Ententemächten, insbesondere die Berheimlichung ents Scheibender Noten macht es dringend notwendig, daß der Reichstag seinen Einfluß auf diese Verhandlungen zur Geltung bringt. Wir erwarten, daß der Reichstagspräsident diesem Antrag stattgibt und das Parlament sofort zusammenberuft. Es artet schon zum größten politischen Standal aus, in welcher Weise die Regierung in dieser gespannten Situation ihr Spiel mit der Deffentlichkeit treibt! Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß das Sozialisie rungsgesetz einer bürgerlichen Regierung nichts damit zu tun hat, was wir unter Sozialisierung verstehen. Wir be grüßen trotzdem die Vorlage des Gesezentwurfes, weil das durch die Frage der Sozialisierung endlich auf die politische Tagesordnung gesetzt wird. Die Vorlage dieses Gesetzentwurfes bedeutet für die gesamte Arbeiterschaft das Signal, den Kampf um die Verwirklichung des Sozialismus mit verstärften Kräften fortzusehen, indem sie die Ausschaltung der Kapitalisten aus dem Bergbau und die Ueberführung der Bodenschäze in die Verfügung der Allgemeinheit durchsetzt. Dieser Kampf muß von der Arbeiterschaft mit aller Energie, Einheit und Geschlossenheit geführt werden. Dieser Kampf, der das Bürgertum von den Deutsch nationalen bis zu den Demokraten zu einer Front zusammenSchweißt, fann nur erfolgreich geführt werden, wenn sich die Arbeiterschaft der Größe ihrer Aufgabe bewußt ist und dem antisozialistischen Bürgertum die geschlossene Front des Proletariats gegenüberstellt. Dänemarks Zahlung für Nordschleswig. Die Reparationss tommission gibt bekannt, daß Dänemark am 25. Dezember der Reparationstommission 65 Millionen Goldmart über. geben hat. Diese Summe stellt den Anteil des an Dänemart ab. getretenen Nordschleswigs dar 1. an der deutschen Cchuld nach dem Stand von 1914, 2. den Anteil an der Schuld des deutschen Bundesstaates, zu dem dieses Gebiet gehörte, ebenfalls nach dem Stand vom 1. 8. 1914, und 3. den Wert der Güter und sonstigen Eigentums des Deutschen Reiches. Das entschleierte Geheimnis Die Entente fordert die Auflösung der Sicherheitspolizei Die Regierung fieht sich heute endlich veranlaßt, die Note zu veröffentlichen, die der Vorfizende der Interalliierten Militärtontrollfommission, General Rollet, an den Direktor der Friedensabteilung im Auswärtigen Amt be= reits am 23. Dezember 1920 gerichtet hat. Die Note lautet: 3wei Monate nach Ablauf der für die Auflösung der Sicherheitspolizei bestimmten Frist ist die Interalliierte Militärkontrolltommission noch nicht im Besize aller Verfügungen, die die beteiligten Länder des Reiches behufs dieser. Auflösung zu erlassen hatten. Außerdem hat sie feine Kenntnis davon erhalten, daß irgend eine Ausführungsmaßnahme zur Anwendung der ihr mitgeteilten Verfügungen getroffen worden wäre. An teine Stelle des Reiches hat die Kontrolle festgestellt, daß die Aufhebung der Sicherheitspolizet durchgeführt oder auch nur im Gange wäre. Sie hat im Gegenteil festgestellt: daß die gegenwärtige Ordnungspolizei nichts anderes ist als die Sicherheitspolizei, verstärkt um einen Teil der früheren„ blauen Polizei"; daß die Stärke der Polizei in Zivilfleidung eine Vermehrung er fahren hat, die sich nach den Bestimmungen des Artikels 162 des Friedensvertrages nicht rechtfertigen läßt. Die Interalliierte Militärtontrollkommission nimmt Att von der Verlegung des Friedensvertrages und der Note von Boulogne, die sich aus den oben wiedergegebenen Tatsachen ergibt. Sie beehrt sich, das Verlangen zu stellen, daß die Sicherheitspolizei sofort vollständig aufgelöst wird, und daß die Gesamtstärke ber Beamten und Angestellten der verschiedenen Arten von Belizei auf das Maß zurüdgeführt wird, das sich aus der Anwendung der Bestimmungen des Friedensvertrages ergibt. Ich bitte außerdem im Anschluß an mein Schreiben vor 17. Oftober Nr. 1176, daß sobald als möglich der Kommission mitgeteilt werde der Bestand aller Polizeibeamten und Angestellten in 3ivil und Uniform nach Klassen geordnet, der in den verschiedenen Staaten des Reiches einerseits im Budget von 1915 und andererseits im Budget von 1920 vorgesehen ist." Auf die Note ist vom Auswärtigen Amt folgende Bor. antwort am 24. Dezember gegeben worden. " Ich beehre mich, den Empfang der Note vom 23. Dezember Nr. 1266, betreffend die Auflösung der Sicherheitspolizei, zu bestätigen. Im Namen der Deutschen Regierung protestiere ich gegen die Feststellung, daß Deutschland die Bestimmungen des Vertrages von Bersailles und der Note von Boulogne über die Polizei verlegt habe. Die Deutsche Regierung erhebt Anspruch auf eine gerechtere Beurteilung. Eine eingehende Beantwortung der Note behalte ich mir vor. Ich bemerke heute nur folgendes: Die Deutsche Regierung hat erit Anfang Sftober nach Icngwierigen Verhandlungen mit den von Ihnen beauftragten Offizieren Klarheit darüber erhalten, was nach Ansicht der Kontrolltommission zu geschehen hätte, um den Anforderungen der Note von Boulogne zu genügen. Erst dann fonnten die grundlegenden Verfügungen erlassen und die Durchführungsbestimmungen ausgearbeitet werden. Die getroffenen Anordnungen entsprechen in jeder Hinsicht dem Friedensvertrag und der Rete von Boulogne. Selbitverständlich erfordert die Umbildung eines so großen Beamtenförpers, wie es die deutsche Polizei ist, eine gewisse Zeit, so daß es nur natürlich ist, wenn das Ergebnis noch nicht überall für die Kontrolle erkennbar wurde. Wie wenig die Behauptung, daß die gegenwärtige Ordnungs: polizei nichts anderes als eine noch verstärkte Sicherheitspolizei sei, den Tatsachen gerecht wird, ergibt sich aus der Beunruhigun, die in der öffentlichen Meinung durch die tief eingreifenden Reor ganisationsmaßnahmen hervorgerufen worden ist. In weiten Krei fen ist die Befürchtung entstanden, daß die. Polizei in der neuen vetanderten Gestalt ihren Aufgaben nicht gewachsen sein würde." Außerdem wird offiziös mitgeteilt, daß der Botschafterfonferenz eine deutsche Rote übermittelt werden sei, in der gegen die Unterstellung protestiert werde, daß Deutschland den Friedensvertrag in der Polizeifrage verlegt habe. Die deutschen Botschafter seien angewiesen worden, die Angelegenheit mündlich mit den Regierungen der Ententeländer zu besprechen. Die deutsche Regierung scheint noch immer nicht einsehen zu wollen, daß das Versteckspiel mit der Sicherheitspolizei und den Einwohnerwehren endlich ein Ende nehmen muß. Sie fühlt sich so sehr als Gefangenederbayerischen Reattion, daß sie weder den Mut noch den Willen aufbringt, dem Orgeschsput ein Ende zu machen. Daß in der öffentlichen Meinung eine Beunruhigung über die vor zunehmende Auflösung der vertragswidrigen militärischen Organisationen entstanden sei, hat außerhalb der Regierung und der gegenrevolutionären Kreise des Bürgertums noch fein Mensch gemerkt. Mit solchen Flosteln sollte doch nicht immer wieder die Unterlassung dessen beschönigt werden, was unbedingt zu tun notwendig ist! Ententenote über Oberschlesien Spätere Abstimmung für die außerhalb wohnenden Stimmberechtigten Auf die letzte deutsche Note, die die Antwort auf die Vorschläge der Alliierten enthielt über eine etwaige Berlegung von Ort und Zeitpunkt für die außerhalb des Abstimmungsbezirtes in Oberschlesien wohnenden Abstimmungsberechtigten, ist nunmehr die Antwort der Alliierten eingetroffen. Die neue, Don dem französischen Minister Lengues unterzeichnete Note lautet: Die Botschaftertonferenz ist davon verständigt worden, daß die deutsche Regierung ablehnt, das von den verbündeten Regierungen angeregte Verfahren bei der Boltsabstimmung in Oberschlesien anzunehmen. Die verbündeten Mächte hatten mit ihrem Vorschlage fein anderes Ziel im Auge, als eine Lage zu schaffen, die es gestattet, die Boltsbefragung in Ruhe und Ordnung vor sich gehen zu lassen. Um ein so überaus wichtiges Ziel zu erreichen, schien es den Verbündeten, das Einverständnis der unmittelbar beteiligten Regierungen vorausgesetzt, möglich, den Artikel 88 des Friedensvertrages in dem Sinne auszulegen, von dem die Note vom 30. November sich hatte leiten lassen. Da diese Lösung von den beteiligten Regierungen nicht angenommen worden ist, sehen sich die Verbündeten Mächte genötigt, ben Artikel 88 schlechthin zur Anwendung zu bringen. In dem Bestreben jedoch, bei der Boltsabstimmung bie Drbnung aufrechterhalten zu sehen, für die fie verantwortlich find, haben sie die Pflicht, die Interalliierte Kommission in OberSchlesien zu ermächtigen, Ausführungsbestimmungen zu erlassen, die geeignet erscheinen, die öffentliche Ruhe am wirksam ften zu gewährleisten. Die Botschaftertonferenz hat daher, nachdem sie von den Antworten der deuthnen und der polnischen Regierung Kenntnis genommen hat, beschlossen, die Abstimmung der nicht im Abstimmungsgebiet ansässigen Stimmberechtigten später als die Abstims mung ber einheimischen Stimmberechtigten stattfinden zu lassen, und zwar an Terminen und unter Bedingungen, die die Interalliierte Kommission feitsegen wird, die alle Befugnisse hat, unmittelbar mit ber deutschen Regierung bie Fragen der Beförderung per Stimmberechtigten zu regeln. Die verbündeten Regierungen, England, Frankreich und| Italien, haben also die von der deutschen Regierung vorgeschlagene mündliche Aussprache nicht angenommen. Die nunmehr in ihrem Auftrage erfolgte Entscheidung der Botschafterfonferenz ist juristisch unflar. 3war ents hält der Artikel 88 des Versailler Vertrags nichts über die Gleichseitigkeit der Abstimmung, aber es muß darauf hingewiesen werden, daß die Botschafterkonferenz sowohl bei der Abstimmung in Nord- Schleswig als auch in Ostpreußen die Einheitlichkeit des Wahlattes der Zeit und dem Orte nach ausdrücklich anerkannt hat. Es liegt sehr nahe, daß eine getrennte Abstimmung für Deutschland, ungünstig wirkt insofern, als die Auszählung und Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse, die gemeindeweise erfolgt, dadurch außerordentlich kompliziert wird. Umsomehr muß gefordert werden, daß keinerlei Abstimmungsergebnisse bekannt werden, ehe die Gesamtabstimmung abgeschlossen ist. Es ist die Aufgabe der Interalliierten Rombesonders nach dieser Richtung Sorge zu tragen. mission, für die peinliche Ueberwachung der Abstimmung Die Sicherheitszustände in Oberschlesien Die Führer sämtlicher oberschlesischen Arbeiterorganisationen aller Richtungen, einschließlich der polnischen, hatten heute im Zentralhotel eine Konferenz, in der die bestehenden unhaltbaren Sicherheitszustände in Oberschlesien zur eingehenden Besprechung gelangten. Folgende Entschließung wurde angenommen: " Die Vertret der großen oberschlesischen Arbeiterorganisationen erklären, daß die Sicherheitsverhältnisse in Oberschlesien derart schlechte und unhaltbare geworden sind, daß unbedingt sofort Abhilfe geschaffen werden muß. Die Versammlung bevollmächtigt eine Abordnung von fünf Arbeiterführern, mit dem Chef der Interalliierten Kommission in Verbindung zu treten und ernsteste Borstellungen bei ihm zu erheben." Es ist eine Abordnung aus Vertretern der polnischen Berufsvereinigungen, der Hirsch- Dunderschen Gewerkschaft, der freien Gewerkschaften, des polnischen Zentralverbandes und der Christlichen Gewerkschaft mit dieser Aufgabe betraut worden. Sie sollen über das Erreichte Bericht erstatten. Katastrophenpolitik Die Vertuschungsversuche der Regierung Wir haben in der gestrigen Morgenausgabe die Meldung wiedergegeben, wonach in Berlin eine Deputation der Ruhrbergleute erschienen sei, um der Regierung bestimmte Forderungen zu unterbreiten, und daß dabei insbesondere die rasche Entwaffnung der bayerischen Einwohnerwehr verlangt wurde, weil sonst die Bergleute die Lieferung von Kohlen nach Bayern einstellen würden. Die Regierung versucht nun, diese außerordentlich ernst zu nehmende Angelegenheit zu vertuschen, indem sie offiziös behauptet, die Vertreter der Bergleute feien aus Anlaß anderer Sigungen in Berlin gewesen und hätten nur so nebenbei eine Besprechung in der Reichstanzlei gehabt. In Wirklichkeit wird das Verlangen auf Auflösung der bayerischen Einwohnerwehr von allen Bergarbeiterorganisationen einmütig und mit aller Entschiedenheit gestellt, weil Sie sich nicht länger der Gefahreiner Besehung des Ruhrgebiets durch die Entente aussehen wollen. Die Deputation wurde denn auch von den Leitern der freigewerkschaftlichen, christlichen und Hirsch- Dunderschen Organisationen geführt. Wenn in der offiziösen Mitteilung gesagt wird, daß weder Forderungen gestellt, noch 3usagen gegeben worden seien, so mag das den Absichten der Regierung entsprechen, sich auch fernerhin unter das Diktat des Herrn von Kahr zu beugen. Die Deffentlichkeit wird sich aber mit dieser Vertuschungspolitik nicht täuschen lassen; insbesondere die werttätige Bevölkerung verlangt, daß nunmehr rüdsichtslos gegenüber den reaktionären Plänen bayerischen Regierung durchgegriffen wird. der obwohl doch gerade für sie die Sache nicht so ganz ohne Intereffe sein sollte. Stoeder, der Berfasser des Artikels, ist führendes Mitglied der Vereinigten kommunistischen Partei. Es ist charat teristisch, daß er nicht nur die Gepflogenheiten sozialistischer Soli darität außer acht läßt, indem er in feiner Weise zu diesem Tendenz prozeß Stellung nimmt, sondern auch der direkten Verpflichtung, als Verfasser des Artitels auch in der Oeffentlichteit dafür einzustehen, sich entzieht, trotzdem er durch die Immunität geschützt ist. Kessel und Pfeffer Die Donnerstag- Morgenausgabe des„ Berliner Tageblattes" bringt einen Artikel Politische Prozesse", aus dem folgende Stellen bemerkenswert sind: Besonders auffällig aber ist der schon mehrfach in diesen Spalten tommentierte Verlauf des Kessel: Prozesses, der zu Beginn des Jahres zum erstenmal verhandelt wurde und der am Schluß des Jahres dura die jetzt vom Kammergericht nach zuprüfende Einstellung des Verfahrens einen vorläufigen Abschluß fand. Die Auffassung der Berliner Straftammer, nach welcher sogar ein Meineid des Hauptmanns v. Kessel unter die Amnestie fallen würde, weil er in einem gewissen indiret ten 3usammenhang mit der Abwehr des Märzputsches 1919 steht, wirft namentlich dann grotest, wenn man bedenkt, laß das Reichsgericht in einem anderen Falle die Anwendung des Amnestiegesezes auf einen Beteiligten des Januarputsches, den Tapezierer Karl Kühlmeyer, verneint hat, weil gar nicht feststehe, ob wirklich ein hochverräterisches Unternehmen vorliege. Zwei Monate nach dem Kapp- Putsch, am 30. Mai 1920, erging die Verordnung des Reichspräsidenten, die im Anschluß an die Umtriebe des Frontbundes" unter Hauptmann Pfeffer die Zusammenschließung militärischer und politischer Verbände untersagte. Ein merkwürdiges Gegenstück zum Amnestiegesetz! Auf Grund dieses Gesezes werden Delinquenten begnadigt, an die bei seinem Erlaß niemand gedacht hatte. Auf Grund jener Verordnung werden Uebeltäter bestraft, die bei dem Erlaß der Verordnung feinem Menschen in den Sinn gekommen sind die kommunisten von Weißensee. Gewiß fallen sie dem Wortlaut nach unter die Verordnung, aber es ist doch ein peinliches Gefühl, daß die Verordnung prompt auf jene Bers gehen, bis heute aber noch nicht auf die Delitte, auf die sie von vornherein gemünzt war, zur Anwendung gelangt ist. Wir wissen, daß der Angeklagebehörde ein erdrüdendes Material vorliegt. Wir wissen auch, daß gewisse formale Bedenken, die das Berfahren betreffen, wieder und wieder erhoben werden. Aber fie tönnen doch nicht unüberwindlich sein. Die Antlagebehörden in diesem Verfahren unterstehen dem Reichswehrminister. Vielleicht könnte er darüber Auskunft geben, weshalb eine Antlage immer noch nicht erhoben ist, die der Anklagevertreter im Kommunistenprozeß vor drei Monaten als unmittelbar be. vorstehend bezeichnet hat." Im Falle Pfeffer fönnen wir aus eigener Kenntnis be stätigen, daß dem Gericht seit Monaten Berge von Beweiss material vorliegen, von dem ein geringer Teil aber genügte, den Hauptmann Pfeffer einzulochen. Gegen die Reaktion in der Tschecho- Slowakei Aus Prag wird uns geschrieben: Der Vollzugsausschuß des rechten Flügels der tschechoslowaki schen sozialdemokratischen Partei beschloß, eine dreigliedrige Abgeordnetendelegation zur Regierung zu entsenden, um die sofortige Entlassung der wegen Teilnahme am Generalstreit unschuldig oder wegen fleinerer Delifte verhafteten Vertrauensleute zu verlangen. Gleichzeitig wurde der Abgeordnetenflub aufgefordert, von der Regierung die Aufhebung aller Ausnahmebestimmungen zu fordern. - Schließlich wurde gegen das Bluturteil der magyarischen Sorthyjustiz an den Boltstommissären protestiert und beschlossen, alle Attionen der sozialdemokratischen Partei zur Verhinderung des Bollzugs zu unterstügen. Als Pro test gegen das unmenschliche Urteil wurde der Klub beauftragt, im Parlament sofort eine energische Attion zur Aufhebung der Todesstrafe einzuleiten. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, die Aufhebung der Jmmunität für einige der prominenten Führer der Streitbewegung vom Parlament zu verlangen. Es würde sich offensichtlich in erster Linie um die Verhaftung der Genossen Schmeral und Stalat handeln. In der offiziösen Notiz wird noch vermerkt, daß auch über die Verwendung der Fünf- GoldmarkPrämie aus dem Spaa- Abkommen gesprochen worden sei; es sei vereinbart worden, diese Frage mit dem zustehenden Ressort am Mittwoch nächster Woche ,, an der Hand konkreter Unterlagen eingehend zu erörtern"." Es ist kennzeichnend für den Geist, der in dieser Regierung herrscht, daß sie auch diese Angelegenheit immer weiter zu vertuschen und auf die lange Bant zu schieben versucht. Schon seit Wochen herrscht in der Bergarbeiterschaft die größte Unruhe über die Verwendung der Fünf- Goldmart- Prämie, die unabhängi gen Abgeordneten Pieper und Ernst haben darüber im Reichstag eine fleine Anfrage eingebracht und schließlich veröffentlichten wir am 23. Dezember einen Ar Kongreß der britischen Arbeiterpartei titel, ber die Verhältnisse eingehend darlegt. Jetzt endlich will die Regierung die Frage der Goldmart, eingehend" erörtern. Die Regierung treibt also mit den Ruhrarbeitern ein ebenso gefährliches Spiel, wie mit der Gestaltung der Beziehungen zum Auslande. Glaubt sie, daß die werftätige Bevölkerung diesem Treiben noch lange zusehen und insbesondere gestatten wird, daß durch die bayrische Reaktion das Land einer neuen Katastrophe zugetrieben wird? Auffälliges Schweigen Presse und politische Prozesse Wie wenig in Deutschland die Deffentlichkeit Interesse nimmt an Strafverfolgungen, die geeignet sind, die politische Meinungsfreiheit zu untergraben, zeigt sich wieder einmal in unserm Falle. 3u unserm Artikel, in dem Kenntnis gegegeben wurde über die Anflageerhebung gegen ben verantwortlichen Rebatteur unserer Zeitung wegen Aufreizung zur Gewalttätigteit schweigt die ges samte Presse. Einzig der Vorwärts" nimmt in einer„ Ein überarbeiteter Staatsanwalt" überschriebenen Notiz Stellung zu der Antlage. Das rechtssozialistische Zentralorgan weist darauf hin, daß der Redakteur verpflichtet wat, Stoeders Artikel auch gegen seine Ueberzeugung aufzunehmen, weil es sich eben um eine innere Parteiauseinandersetzung handelte, und fährt bann fort: Sätte diese Erwägung schon allein den Staatsanwalt abhalten sollen, die Klage statt gegen den Berfasser gegen den verantwort lichen Rebatteur zu richten, so ist die fachliche Fundies rung der Klage noch haltloser. Aus dem Artikel Stoeders wird eine Aufreizung der Bevölkerung zur Gewalttätigtett im Sinne des§ 130 des St. 6. B. herausbestilliert. Stoeders Artitel waren eine rein theoretische Abhandlung über parteitattische Probleme. Es wurde wohl über die Möglichkeiten bezw. die Unvermeidbarkeit eines fünftigen Bürgerfrieges gesprochen, aber ohne jeden diretten Appell andie Gewalt. Kein Mensch in Deutschland hat sich damals barüber aufgeregt, mit Ausnahme eines beschäftigungslosen bezw. überarbeiteten Staatsanwalts. Könnte der preußische Justizminister Am Behnhoff seine Staatsanwälte nicht anweisen, bas Ansehen der Justiz in etwas besserer Weise zu wahren, als das jest geschieht?" Bezeichnend ist, daß bisher weber die Internationale" noch die Rote Fahne" fich au der Erhebung per Anlage geäußert haben Für die Arbeitslosen London, 30. Dezember. Arbeiterpartei, der sich ursprünglich mit der irischen Der gestern zusammengetretene Kongreß der britischen Frage befassen sollte, hat eine Entschließung angenommen, in ber die Regierung aufgefordert wird, so schnell als möglich einen Plan zur Behebung der Arbeitslosigkeit aufzustellen. In einer zweiten Entschließung wird verlangt, daß die Regie rung sofort eine Unterstügung von 40 Schilling wöchentlich für arbeitslose Männer und von 25 Schilling wöchentlich für arbeitslose Frauen bewilligen soll, wozu noch Kinderzulagen kommen sollen. Es wurden ferner Entschließungen angenommen, in denen die Aufnahme der Handelsbeziehungen mit Somjet Rußland und die Gewährung eines angemessenen Kredites für die mitteleuropäischen Staaten gefordert wird. d'Annunzios Ende Die Lösung des Fiumefonflittes ist eine vollendete Tatsache D'Annunzios Parlamentäre überbrachten heute ein zweites forms gerechtes Dokument, wodurch d'Annunzio die Gewalt anbie Stadtverwaltung Fiume zurüdgibt und sich verpflich= tet, Fiume zu verlassen und seine Legion aufzulösen. Die italienische Regierung amnestiert die Legionäre. Das ganze Land atmet erleichtert auf, da dieser Bürgerkrieg im fleinen doch sehr schmerz lich empfunden worden war. Wie der Sonderberichterstatter des„ Corriere della Sera" berich tet, sind die Bedingungen der Uebergabe d'Annunzios und seiner Legionäre folgende: Rückzug der regulären Schiffe in den Hafen. Beschlagnahme der irregulären Einheiten. Räumung der Inseln Veglia und Arpo. eine Buchbruckerstreif in Danzig. Die im Freistaatsbezirk beschäftigten Buchdruckergehilfen haben wöchentliche Lohn= erhöhung von 40 M. über den deutschen Tarif hinaus verlangt. Während das unabhängige Organ Das freie Volt", bas mehrheitssozialistische Organ Danziger Boltsstimme" und die Dziennit Gdansti" diese Forderung bewilligt haben, haben die Buchdruckergehilfen in den Betrieben der„ Danziger Zeitung", ber ,, Danziger Neuesten Nachrichten", der„ Danziger Allgemeinen Seis fang" und des Danziger Boltsblattes" megen Richtbewilligung ihrer Forderungen die Arbeit am Donnerstag früh nichergefeat h t t t, H g 五 it It t t t It It t e e 5= ge et 3 5³ er t. It t= ts te ie er is Stürmische Sigung der Stadtverordneten Einkommensteuer Notstandsarbeiten Die gestrige Stadtverordnetenversammlung verlief wiederum zeitweise sehr tumultarisch, weil die Kommunisten zur Unterstützung der von ihnen eingebrachten Dringlichteitsanträge, insbesondere des Antrages auf Fortführung der Arbeiten an der Nord- Südbahn in Neukölln, ArbeitsIose aus Neukölln auf die Tribüne bestellt hatten. als Zunächst nahm die Versammlung den Bericht ihres AusSchusses entgegen über die Einführung einer Gemeindeeintommensteuer. Der Redner der Deutschen Volkspartei, Stadtverordneter Dr. Neumann, stellte sich vor Vertreter des sozialen Gedankens, nach welchem das Eristenzminimum nicht versteuert werden dürfe. Das jezige Finanzelend sei der Mißwirtschaft der sozialistischen Mehrheit zu danken. Ihm leuchtete Genosse Dr. Herz ganz gehörig heim. Er zeigte die wahren und allgemeinen Ursachen der schlechten Finanzlage aller Gemeinden auf, die im wesentlichen der Kriegs- und Wirtschaftspolitik der Rechten zu danken sei, die bisher jeden sozialen Gesichtspunkt habe vermissen lasse. Unsere Partei sei an die Prüfung der Steuervorlage herangegangen mit sozialen Ers wägungen. Sie seien für unsere Stellungnahme ausschlaggebend, nicht die fistalischen. Wir wollen deshalb die untersten Stufen noch weit mehr schonen, als die Magistratsvorlage und als auch die Ausschußbeschlüsse das tan. Genosse Herk begründete sodann die Anträge unserer Partei, bie steuerfreien Grenzen auf 2000 M. über die Ausschußanträge zu erhöhen. Diese Anträge deckten sich mit gleichleutenden der Kommunisten. In namentlicher Abstimmung wurden unsere Anträge abgelehnt und die Ausschußvorschläge angenommen. Gegen die Heraufsehung stimmten die bürgerlichen Parteien und die Rechtssozialisten. In der Gesamtab= stimmung über die Vorlage stimmten die Kommunisten mit den Rechtsparteien dagegen und bekundeten dadurch, daß sie ihre Aufgabe in der Schonung der reichen Leute von der Besteuerung durch eine Gemeindesteuer, erblicken. Echt tommunistisch! Recht tumultarisch gestalteten sich die weiteren Verhandlungen gelegentlich der Beratungen über die Fortführung Tribünenbesucher. Erst bedurfte es einer langen Geschäftsordnungsdebatte, damit der Antrag überhaupt zur Verhand lung tam. Nawrodi von den Kommunisten begründete ihn, und Genosse Krause von unserer Partei brachte wirfungsvoll die Notwendigkeit zum Ausdruck, Arbeit für die Arbeitslosen zu schaffen. Der Kämmerer versuchte, die Notwendigkeit der Magistratsentscheidung im vorliegenden Fall zu begründen und fand damit bei den Rechtssozialisten solche Gegenliebe, daß sie bei der Abstimmung gegen den Antrag stimmten, der aber mit den Stimmen der Unabhängigen und der Kommunisten zur Annahme ge= Iangte. Angenommen wurde auch nach kurzer Begründung durch Genossen Radke ein Antrag unserer Fraktion, zum Zwede von Kleinhausbauten Mittel vom Magistrat bereitgestellt zu sehen. Verschoben werden auf die nächste Sigung mußte die Abstimmung über einen Antrag Dörr und Genossen, die Anrufung des Schlichtungsausschusses in Sachen der Elektrizitätsarbeiter zurüdzuziehen und die Maßregelung der Ars beiter zu unterlassen, wie das die Versammlung bereits beschlossen hat. Genosse Mieliz hatte auf die Richtbeachtung der tariflichen Bestimmungen hingewiesen, nach denen die Gewerkschaftsvertreter vor Anrufung des Schlichtungsausschusses zu hören seien. Die Bertagung der Abstimmung erfolgte, weil die bürgerlichen Parteien die Absicht kundgaben, Die Beschlußunfähigkeit des Hauses herbeizuführen. Mit einer lange Zeit in Anspruch nehmenden Geschäftsordnungsdebatte ging die Sigung am Schluß doch noch auseinander, ohne zur Oberbürgermeisterfrage Stellung genommen zu haben. In der gestrigen Sitzung der Groß- Berliner Stadtverordnetenversammlung, die zum ersten Male in dem vergrößerten SigungsJaal stattfand, gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vorsteher Genosse Dr. Wenl in Worten der Anerkennung der unvergänglichen Verdienste des verstorbenen, ehemaligen Stadtver ordneten Dr. Landau. Die Versammlung ehrte das Andenken an den Verstorbenen in der üblichen Weise. Zum ersten Punkt der Tagesordnung gab Paul Sirsch( S. P. D.) den Bericht über die Verhandlungen des Ausschusses zur Vore beratung der verschiedenen Steuervorlagen des Magistrats. Der Ausschuß habe sich einen Ueberblick über die Finanzlage der Stadtgemeinde geben lassen. Die Finanzlage fe nicht erfreulich. Die Gemeinde habe eine feste Schuld von 2,5 Milliarden Mart und eine schwebende Schuld von 1,8 Milliarden Mart. Erhebliche Kosten hätte die Kriegsfür Die Große Berliner Straßenjorge verursacht. bahn habe ein Defizit von 74 Millionen M. Der jezige Uebergangszustand im neuen Groß- Berlin verursache ebenfalls gröBere Koften. Schnellste Beseitigung dieses Uebergangszustandes ei durch beschleunigte Schaffung der Bezirksverwaltungen notwendig. Der Redner geht dann eingehend auf den Ausschuß= antrag ein und fordert dessen Annahme. Der Vorsteher teilte einige eingegangene AbänderungsUnabhängigen anträge mit, u. a. einen Antrag der Frattion, ber eine Serauflegung aller steuer freien Einkommensbeträge um ie 2000 Mart fordert. Gegen die Abänderungsanträge wandte sich der Stadtkäm merer Boek. Er forderte die Annahme des Ausschußantrages, der das Mindeste darstelle, was bewilligt werden müsse. Die Ausführungen des Stadtverordneten Dr. Neumann ( Deutsche Volkspartei) lösten lebhaften Widerspruch der soziali stischen Parteien aus, der sich besonders steigerte, als Dr. Neumann ausführte, daß in Neukölln, einer Gemeinde mit sozialistis scher Mehrheit eine Migwirtschaft in der Beziehung getrieben worden sei, daß nicht notwendige Notstandsarbeiten ausgeführt worden seien. Tumulte durch die Tribünen Vor mand mehr zu billigen wage. So feien z. B. in Charlottenburg zum Bau von Villen am Bahnhof Heerstraße Zuschüsse, die nach Zehntausenden zählen, bewilligt worden.( Sört, hört links.) Das Finanzelend ist zurückzuführen auf die Steigerung der sozialen Aufgaben der Gemeinden, die gewaltige Geldentwertung und die falsche Ernährungs- und Wirtschaftspolitik des Reiches. allem aber auf die Tatsache, daß das Reich die Steuerhoheit fast gänzlich an sich gerissen hat. Jede Steigerung der Kosten der Lebenshaltung verschärft das Finanzelend. Die volle Verantwor tung dafür tragen alle bürgerlichen Parteien.( Lebhafter Bei fall.) Genosse Serz legt sodann die Bemührungen dar, der Vorlage die jetzige Gestalt zu geben und begründet den unabhängigen Antrag. Als Vertreter Neuföfins wies Genosse Radke die Ausführungen des Dr. Neumann entschieden zurück. Neukölln habe lediglich seine Pflicht getan, zu bedauern sei es nur, daß nicht alle Arbeitslosen untergebracht werden konnten. Die Verdächtigungen gegen Reukölln wurden von Leuten ausgesprochen, die gegen jede Kommunalisierung sind. Die Vertreter der Demokraten und Rechtssozialisten setzten sich für den Kompromißantrag des Ausschusses ein. In namentlicher Abstimmung wurde der Abänderungsantrag unserer Fraktion gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten abgelehnt. In der Gesamtabstimmung die Ausschußvorlage gegen die Stimmen der Stinnespartei und der Kom> munisten angenommen. Nach Erledigung der Steuervorlagen beantragten die Kommunisten die sofortige Verhandlung zweier zu Beginn der Versammlung eingebrachten Dringlichkeitsanträge der Kommunisten und Unabhängigen, die von dem Magistrat fordern, daß die an dem Bau der Nord- Südbahn ausgesprochenen Kündigungen und Ars beitszeitverkürzungen rückgängig zu machen seien, und daß zur Bee fämpfung der Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit Mittel für den Kleinwohnungsbau bereit zu stellen sind. Der deutschnationale Pastor Roch widersprach dem Antrag mit der Motivierung, daß die Dringlichkeit der beiden Anträge ledig lich nicht angezweifelt worden wäre, weil sie nach Erledigung der vorliegenden Tagesordnung zur Verhandlung tommen sollten. So lange die Tagesordnung nicht erschöpft sei, würde die Dringlichkeit von ihm und seinen Freunden angezweifelt. Die Ausführungen Kochs wurden von der Zuschauertribüne aus Strolchefuirufen beantwortet. Rufe wie„ Lumpen", „ Schieber" wurden von den Zuschauern in den Saal geschleudert. Der Kommunist Leupold rief zur Tribüne hinauf: „ Holt euch doch den Pfaffen heraus!" Der voltsparteiliche Stadtverordnete Schalldach drohte den Zuschauern mit der Faust und wollte Ruhe auf die erregte Tribüne bringen durch die Worte:„ Haltet die Schnauze, sonst fliegt ihr hinaus!" Angeblich wurde von der Tribüne aus eine Stint bombe in den Saal geworfen. Der Lärm auf der Tribüne und im Saale steigerte sich derart, daß die Sigung auf einige Minuten verta gt werden mußte. Nach Wiedereröffnung der Sigung forderte der Vorsteher von der Bersammlung und der Tribüne die Vermeidung solcher Lärmszenen. Wenn die Tribüne wieder durch Lärm und beleidigende Zwischenrufe die Verhandlungen störe, dann sei er gezwungen, die Tribünen räumen zu lassen. In der nunmehr weitergehenden Geschäftsordnungsdebatte machte der Vorsteher, Genosse Dr. Weyl, die Bürgerlichen darauf aufmerksam, daß es Dringlichkeitsanträge mit Borbehalt nicht gebe. Die Versammlung lönne die Tagesordnung nach Belieben ändern. Bei der Abstimmung wurde gegen die Stimmen der Bürgerlichen beschlossen, die Dringlichkeitsanträge unserer Frattion und der Kommunisten sofort zu ver= handeln. Nach diesem Beschluß verließen die Bürgerlichen bis auf die Demokraten den Saal. Der Antrag der Kommunisten betr. Aufhebung der ausgesprochenen Kündigungen und Arbeitszeitverkürzungen am Bau der Nord- Süd- Bahn wurde von Nawrodi begründet. Stadtfämmerer Boek wollte den Antrag abgelehnt wissen. Es müsse für eine Unterbringung der entlassenen Arbeiter an anderen Baustellen gesorgt werden. Genosse Krause trat den Ausführungen des Stadttämmerers entgegen und vertrat die Auffassung, daß man die Bauarbeiten sabotieren wolle, weil in Neukölln die Kommunalisierung Fortfchritte mache. Sache des Kämmerers sei es, Reich und Staat non der Notwendigkeit der Bereitstellung von Mitteln für 3wede der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu überzeugen. Wenn nicht anders, müsse man auch vor einem Konflikt mit der Staatsregierung nicht zurückschreden. Rechtssozialisten und Demokraten forderten Ableh nung des Antrages. Die zuständige Deputation folle sofort zu sammentreten und über Arbeitsbeschaffung verhandeln. Bei der Abstimmung fand der Antrag Annahme durch eine unabhängig tommunistische Mehrheit. Nahezu einstimmig wurde der Antrag unserer Frattion angenommen, der die Bereitstellung von Mitteln für den Kleinwohnungsbau forderte. Nach Aussprache und einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wurde auf Vorschlag des Genossen Wenl, da sich Beschlußunfähigfeit des Hauses ergeben hätte, die Beschlußfassung über einen Antrag betr. Majregelungen anläßlich des Elettrizitätsarbeiterftreits ausgesetzt. Die Kandidaten für den Berliner Stadtschulratposten Der für die Vorbereitung der Wahl des Stadtschulrats eingesegte Untersuchungsausschuß hat in der heutigen Besprechung beschlossen, für diesen Posten dem Wahlausschuß zwei Kandi baten vorzuschlagen, in erster Reihe den Berliner Stadtschulrat Dr. Reimann, an zweifer Stelle den von den Unabhängigen vorgeschlagenen Hamburger Volksschullehrer Wilhelm Paulsen, der dort eine Reihe von Gemeinschaftsschulen auf neuer Grundlage eingerichtet hat. Die sozialdemokratische Frattion hat sich gegen diesen Kandidaten ihre Stellungnahme vorbehalten. Die übrigen in der Deffentlichkeit genannten Kandidaten find vom Unterausschuß fallengelassen worden. Die Stinnifierung der Eisenbahnen Erstaunen bei den Linksparteien erregte es, als dieser bürger- vollzogen wird, war von vornherein ein Riesengeschäft der liche Vertreter fich gegen die Gemeindefteuer wandte, da sie das Existenzminimum treffe. Zum Schlusse teilte der Redner mit, daß seine Frattion teilweise für die Abänderungsanträge der Linken stimmen würde. Dr. Her scharf gegen die Ausführungen des Dr. Neumann, der Als Sprecher der Unabhängigen Frattion wandte sich Genosse den Versuch unternommen habe, die Schaffung der Gemeinde Groß- Berlin als die Hauptursache des Finanzelends dieser Ge Uns wird geschrieben: Der Uebergang der Staatseisenbahnen in den Besitz des Reiches, der gefeßlich Anfang dieses Jahres Einzelstaaten auf Kosten des Reichs. Die Einzelstaaten wurden auf Grund dieses Staatsvertrages nicht nur ihre ge= samten Staatsschulden los, sondern sie erhielten noch Milliarden= summen dazu gezahlt, obwohl das Reich die Eisenbahnen mit ihren gesamten Lasten übernehmen mußte. Auf diese Weise tamen die Eisenbahnen an das Reich, belastet mit einer Schuldfum me in ber ungeheuren Höhe von 45 Milliarden Mart. Der Damals meinde hinzustellen. In Wirklichkeit hätten die Parteifreunde Reichstag schluckte seltsamerweise diesen ungeheuerlichen Vertrag. des Dr. Neumann in der Landesversammlung durch Aenderung des Gefeges über Groß- Berlin wesentlich zur Verschärfung des Finanzelends beigetragen. Zu der Behauptung des Dr. Reumann, daß Gemeinden mit wahre Zweck dieser Maßnahme war: nämlich die praktische Ber hinderung ber Ueberführung der Eisenbahnen in Reichsbesit. Die Bertreter der Einzelstaaten waren sich bessen bewußt, daß mit Jozialistischen Mehrheiten die Mißwirtschaft vergrößert hätten, einer so ungeheuren Belastung das Reich die Verwaltung der fei zu bemerken, daß man in einigen Wochen flar sehen merde, mennt die Haushaltsrechnungen der einzelnen Gemeinden vor: liegen. Es werde sich dann herausstellen, daß in Gemeinden mit Eisenbahnen nie würde durchführen tönnen. Jezt tauchen bereits an allen Enden die reaktionären und bürgerlichen Mehrheiten Dinge vorgekommen find, die heute nies partitularistischen Pläne auf. Im Schoße des Reichsper fehrsministeriums wird der Gedanke erörtert, die Reichss eisenbahnen in sieben getrennte Verkehrsgesellschaften zu verwandeln. Dieser Gedante steht im trasfesten Widerspruch mit den Bestimmungen der Verfassung, nach denen die Berwaltung der Reichseisenbahnen in den Händen des Reiches bleiben muß. Aber nicht nur die Einzelstaaten hoffen auf diese Weise ihre partikularistischen Wünsche durchzusehen und, nachdem sie dem Reich die Lasten aufgebürdet haben, praktisch wieder die Verfügung über die Bahnen zu erlangen, sondern auch die Herren um Stinnes hoffen auf ihre Rechnung bei dieser neuen Regelung des Verkehrswesens zu kommen. Man mill liche Unternehmungen verwandeln, will also einen Teil nämlich diese Verkehrsgesellschaften in gemischt wirtschaftdes Attienbesitzes dem Privattapital überlassen. Und selbst an die bekannte Gewinnbeteiligung der Arbeiter ist gedacht. Die Arbeiterschaft wird auf diese Pläne rechtzeitig aufmerksam gemacht werden müssen, damit sie nicht wieder wie beim Staatsvertrage vor vollendeten Tatsachen steht. Der Plan der Stinnifierung der Eisenbahnen selbst soll in den nächsten Tagen Gegen stand eingehender Betrachtung sein. Den Eisenbahnern dürften diese feinen Pläne gerade rechtzeitig bekannt werden. Ihnen predigt man Treue und hier plant man, unbefümmert um die Verfassung, den Ab= sichten des Herrn Stinnes ein gutes Stück entgegenzukommen. Wir fordern dringend sofortige und absolut eindeutige Auf* lärung über diese Vorgänge. Internationale Streikstatistik Eine in London veröffentlichte Statistit gibt einen Ueberblic über die Anzahl der Streits in den verschiedenen Ländern wäh rend der ersten sechs Monate d. J.: Durch Streit verlorene Arbeitstage Deutschland Italien Frankreich Schweden Spanien Streifende 18 201 660 1 866 350 1 781 230 21 650 200 1 186 670 19 358 100 180 070 4 779 170 224 700 11 630 100 117 040 6 925 900 Vereinigte Staaten Australien 958 700 11 787 400 203 400 7 602 000 176 940 97 540 2 090 440 902 900 England Belgel Desterreich Es sind insgesamt über 100 Millionen Arbeitstage durch das Streifen von etwa 9 Millionen Arbeitern verlorengegangen. Es handelt sich hierbei nur um Streitbewegungen mit wirtschaftlichem Charakter. Das alles wäre nicht notwendig, wenn das Unternehmertum den Lohnforderungen, die durch die überall unendlich gesteigerten Preise notwendig werden, in vernünftiger Weise Rechnung tragen würde. Dann brauchte niemand über verlorene Arbeitstage" zu flagen. Aber der Hang der Unternehmer zur Ausbeutung ist eben auch international. Die Weltkrise Herabsetzung von Löhnen in England W. T. B. London, 30. Dezember. In Swansea ist zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Eisenblechbranche ein Abkommen getroffen worden, durch das die Löhne um 30 Prozentherabgelegt werdenjiti von der Lohnherabsehung werden 27 000 Arbeiter betroffen. Betriebseinstellungen in Amerita Paris, 30. Dezember. Wie ,, Chicago Tribune" aus Detroit meldet, sind die Ford= Automobilwerte wegen Mangels an Bestellungen bis zum 1. Februar geschlossen worden. Die Edison Phonogra phenwerte in East Orange haben ihren Betrieb auf unbe stimmte Zeit eingestellt. In Fall River haben sechs verschiedene Arbeitervereinigungen der Textilindustrie mit 35 000 Mitgliedern einer Lohnherabsehung um 22% Prozent zugestimmt, um die Fortführung der Betriebe zu ermöglichen. Söhere Einstufung von 300 Orten. Der bereits mitgeteilte Be Schluß, 300 Orte in höhere Ortsklassen einzureihen, ergibt für eine große Zahl von Beamten höhere Bezüge. Es handelt fich hier um eine vorgreifende Maßnahme, um wenigstens einem Teil der Beamtenschaft höhere Bezüge möglichst bald zukommen zu laffen. Die übrigen Beamten werden nicht benachteiligt werden, da das endgültige Ortstlassenverzeichnis, an dem mit größtmög lichster Beschleunigung gearbeitet wird, tüdwirtende Kraft vom 1. 4. 20 erhält. Die Gewerkschaften in Finnland. Die Gewerkschaftsbewegung in Finnland weist in lezter Zeit eine schnelle Entwidlung auf. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder, die zu Anfang dieses Jahres 40 000 betrug, ist jegt auf 55 000 gestiegen. Innerhalb neun Monaten hat sich die Zahl der Mitglieder werkschaften um 34 Prozent erhöht. 10 Pfg.Marke Ausschneiden! Drucksache An die Haupterpedition der„ Freiheit" der finnländischen Ge Berlin C2 Breite Straße 8-9. B DIE GUTE MASSARY ZIGARETTE र Sradbatnsteig V THI 2 Prosit Neujahr allen MASSARY Raucher Parole 1921 Die gute MASSARY Zigarette MASSARY SILVESTEN AM BAHNHOF FRIEDRICHSTR. Herren Damen Friseur Die gute MASSARY ZIGARETTE BERLINS populárste ZigarettenMarke KON LINON DIE GUT MASSARY ZIGARETTE URTEILEN SIE SELBST 21 d be 見 b be tu bo er ge to TABRESENTEN ES be n m T G 11 HERALDEARE fi SAFE AND FR h f Theater und Bergnügungen Bolksbühne Lessing- Theater 7 Uhr: Althgen v. Heilbronn Direkt.: Victor Barnowsky Neues Bolkstheater Röpenicker Str. 68. %:„ Amt Steinplatz 456" Staatstheater. Opernhaus 61, Uhr: Der Barbier von Sevilla Schauspielhaus 6 Uhr: Die Journalisten Direktion: Mar Reinhardt. Deutsches Theater U.: Casar und Kleopatra Kammerspiele 7 Uhr: Die Spieler Der Heiratsantrag Er ist an allem schuld Rarlstraße Großes Schauspielhaus Gesellschaftsabend 7 Uhr: Flamme ( Dorsch, Hartmann, Gög, Bröckl) Sonnabend bis Montag 7%, Uhr: Flamme Deutsch. Künstl.- Theater 71.: DieScheidungsreife ( Max Adalbert, Trude Hesterberg) Sonnabend bis Montag 7 Uhr: Die Scheidungsreife Neues Operettenhaus Direktion Jean Kren Allabendlich 7.30 Uhr: Ba- Shi fanzt Sonntag 31: Der Obersteiger Walhalla- Theater Täglich Raffelbinder 71% U.: ( Alfred Läutner a. G.) Th. am Nollendorfplaß Täglich 7 Uhr: Theater i. d. Königgräger Str. 8 Uhr: Salome ( Orska, Hartau, Liechtenstein, Beibt, Faerber, Dernburg) Neujahr: Salome Nachm.: Rausch Sonntag: Salome Nachm.: Rausch( Drska) Montag: Salome Dienstag: Salome Komödienhaus Täglich: 1/8 U.: Die Sache mit Lola mit Max Pallenberg Neujahr und Sonntag nachm. 3 Uhr:, Sie" Berliner Theater 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit Frigi Maffary Neujahr und Sonntag nachm. Der letzte Walzer Rose- Theater 7%, Uhr: Ein vorsichtiger Mann 3/8 3 8 Cafino Theater 8 Der Fehltritt einer Frau Am 1. u. 2. Januar nachm. 3, Uhr: Eine fidele Che Königstadt- Theater Alexanderstr.21 Bhf. Jannowitzb. wenn Liebe erwacht... Gala- Sänger Ausschneiden! Außerhalb Groß- Berlins Wohnende bitte beim Boftamt bestellent Der Unterzeichnete bestellt hiermit vom 1 Exemplar der zweimal täglich erscheinenden Zeitung „ Freiheit“ Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands zum Preise von M. 10 monatl., halbmonatl. M. 5 bei freier Zustellung ins Haus 7.30.: Nr. Straße:.. Name:. Drt: Diesen Bestellschein bitten wir an die Hauptexpedition, Berlin C2, ( Namen deutlich schreiben, Adresse genau ausfüllen: vorn, Hof, Stfl., Quergeb.) Breite Straße 8-9, einzusenden. Der Verlag. Trianon Theater Heute abend 6% Uhr: Kammermusik Luftspiel von Heinr. Jlgenftein Carl Clewing, Eugen Burg, Olga Limburg, Hans Albers. Sonnabend u. Sonntag 4 Uhr, halbe Pr., Der Roman einer Frau Residenz- Theater Heute abend 7 Uhr: Lady Windermeres Fächer von Oscar Wilde ( Hanfi Arnstädt, Adele Sandrock, Carola Toelle, Arnold Korff) Sonn. u. Sonntag 4 U., halbe Pr. Die Freundin APOLLO Friedrichstr. 218 Auftreten Kapitän Nanfen mit seinen dreffierten Seelöwen und die übrigen Dezember Sensationen!!! Residenz- Kasino Blumenstraße 10 Heute, den 31. Dezember 3000 Personen faffend Tivoli 3000 Personen faffend Chauffee- Str. 25 am Stettiner Bahnhof Täglich: Großes Konzert Baudeville und Cabarett- Schau Beg. a. d. Wochentagen 6 Uhr, a. Sonntagen 4%, Uhr Nachm. Freitag, den 31. Dezember Gr. Carneval- Silvester- Feier unter Mitwirkung fämtl. Künstler und Künstlerinnen sowie eines großen Teiles der für Januar verpflichteten Artiften. Bühnen 2 Kapellen Sonnabend, 1. Januar( Neujahr) Gala- Première Tivoli auf Stelzen m. Erich Carow und die neuengagierten Spezialitäten. Die Direktion. Gr.Silvester Feier Königstadt- Theater Königstadt- Kasino unter Mitwirkung erster Künstler Anfang 7 Uhr Tischbestellungen Rgft. 3095. Theater a. Kottbuser Tor Kottbuserstr. 6-7 Tägl. 71, u. Sonntagi nachm. 3 Uhr Elite- Sänger Nur noch bis31.12. Das herrliche Weihnachtss Programm! Ab 1. Januar: Neues Programm! Am 1. u. 2. Januar, nachm. 3 Uhr: Gr. Nachmittagss Borstellung zu ermäßigten Preisen bei vollem Abend programm! Vorverkauf: 11-1, u. 4-6 U. Alexander- Straße 21 Holzmarkt- Straße 72 1,8 Gala- Sänger Neujahrstag und Sonntag, den 2. Januar 2 Vorstellungen 3 Uhr 7%, Uhr Nachmittags 1 Kind frei. Folies Caprice am Dranienburger Tor 128 | 9 Monate a dato mit Ferd. Grünecker, Rud Rudolfi, Georg Er.Schm dt. Gr. Ball am Silvester- Abend. Neujahr u. Sonntag, den 2. Januar Großer Ball Meyers Konversationss Deutscher Metallarbeiter-Berband Berwaltungsstelle Berlin. Todesanzeige Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende Kollegen geftorben sind: Der Schloffer Paul Roll Neukölln, Pannierstraße 63, am 29. d. Mts. Die Einäscherung findet am Montag, den 3. Jan. 21, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Der Bohrer Hermann Weiland Böttcherstraße 22, am 29. b. Mts. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 4. Januar, Dorm. 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Rollege, der Schloffer Karl Wolf Bethanien Ufer 9, am 5. d. Mts. verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Berband Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienſtr. 83-85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Achtung! Achtung! Unsere Bureaus werden ant 31. Dezember 1920 lerikon, 6.( legte) Auflage in um 1 Uhr geschlossen. Die Ortsverwaltung. 22 Halblederbänden verkauft Buchhandlung" Freiheit, Breite Straße 8/9. Silvester- Scherze Prosit Concordia- Palast- Theater Neujahr 64 Andreasftraße 64 Lotte Neumann in Moi" " Der geheimnisvolle Steinbruch, I. Teil Auf der Bühne: Gaftspiel Walter Formes Brüderlein fein! Etablirement Zielka Friedrich 18.59-60 Etkeleipziger Friedrichstr., Ecke Leipziger Große Silvesterfeler in allen Sälen des Etablissements Grosses Programm! Beste Küche.-ff. Weine. Scherzkorken mit Schlange oder Sprühregen 1 M. Verlobungs- Orakel 2 M. Zigarren mit Nichpulver 1 M. Knallende Schneeflocken 1 M. Rauchender Schornstein, rauch. Kerze 1 M. Stinkzigarren 50 Pf. Zigaretten mit Feuerwerk oder stinkend, Karton 10 Stk. 1 M. Schneefall 50 Pf. Rußfall 50 Pf. Scherzpralinee Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berband Filiale Berlin:: Sebastianstraße 37-38 Herren- Konfektion, Hosen- u. Westens Schneider und Schneiderinnen! Am Montag, den 3. Januar 1921, abends 7 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17 Branchenversammlung Tagesordnung: Bericht von den zentralen Berhande lungen. Referent: Kollege Fifcher. Kolleginnen und Kollegen! Gorgt durch Agitation für Karton 1,50 M. Fliegende Massenbesuch, es gilt unsere Zukunft zu bauen. Würste 1 M. Sterb. Schwein 1,50, 2,50 M. Ulkwürste, wie richtige, 1,50, 2 M. GießDie Kommiffion. blei Dizd. 2., 3., 4.- MZuschneider- und Zuschneiderinnen der Nasen, Masken, Mützen, Fächer, Girlanden, Lampions, Blumen, Schneebälle, Konfetti, Papierschlangen, größte Auswahl, billig. Knallbonbons Dizd. von 5. Mbis zu den Herren-, Knaben- und Gummimäntelfeinsten. Radauartikel. Käppi mit Stimme 1,50 M. Hüte, die beim Grüßen laut schreien, 3.- M. Feuerwerk aller Art, Sortimente in 5, 10, 20, 40, 60 M. Bengalfeuer. Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Gegründet 1890. A. Maas& Co., BERLIN, Markgrafenstr. 84, an der Lindenstraße, Mpl. 3672 Briefmarken Münzen kauft Großmann, Johannisstr. 4. Zugang v. d. Friedrichst.( Nr.108) Norden 106 21 * Dynamodraht in Baumwolle, Seide und Emaille, kauft jeden Posten Elektrobüro, Grüner Weg 100. Konfektion Am Dienstag, den 4. Januar 1921, abends 5 Uhr bei Schulz, Königsgraben 2 Branchenversammlung Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Kollegen und Kolleginnen erscheint in Maffen. Die Kommission. ANLEGERIN für Steindruck verlangt durch Arbeitss nachweis der Stadt Berlin, Rückerstr.& 85 3! 20 3. ம் ts er s Mr. 558 Kohlenwirtschaft und Wiederaufbau Jouhaur berichtet über seine Eindrüde in Deutschland Auf Veranlassung des Internationalen Gewerkschaftsbundes weilten vor einiger Zeit unter Führung bes Genossen Fimmen einige Persönlichkeiten aus den Kreisen der internationalen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland, um die Zustände im Ruhrgebiet zu studieren und mit den deutschen Gewerkschaften über die Frage der Wiederherstellung der zerstörten Gebiete Frankreichs Beratungen อน pflegen. Darunter befand sich auch der Genosse Jouhaux. " In dem französischen Gewerkschaftsblatte L'Atelier" be= richtet jetzt der Genosse Jouha ur über seine Eindrücke in Deutschland. Er richtet zunächst an die französische Regierung die dringende Warnung vor der Besezung bes Ruhrgebiets.„ Die Arbeiter des Ruhrgebiets", threibt Jouhaug, machen beträchtliche Anstrengungen, arbeiten mit allen Kräften, um die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen." Man dürfe aber nicht darauf rechnen, baß sie unter dem Druck der Bajonette denselben Eifer entwideln würden. Von ihrem guten Willen könne man alles erwarten, aber nichts unter einem Gilanenregiment. Jouhaur schließt seine Betrachtungen über die Erfüllung des Kohlenabkommens von Spaa mit den Worten: Die Frage nach den Kohlen, die wir gebrauchen, die die Deutfchen gebrauchen, fann durchaus nicht gewaltsam gelöst werden. Die Losung ist, daß man den Arbeitern, die die Kohlen fördern, gestattet, ihre Kräfte wieder zu erlangen, damit sie fortfahren lönnen, ihre sämtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Es ist jedo mehr als die Frage eines Landes an ein anderes. Es ist nicht das allein. Es verbindet sich mit einer Reihe von Fragen, beren Regelung das ganze Europa angeht." Die Lösung des Kohlenproblems, das in der Tat ein internationales ist, auf die von Jouhaur angedeutete Art, ist nur möglich durch die Einsetzung der Kräfte des internationalen Proletariats mit dem Ziele, die Kohlenwirtschaft der Ausbe'utung durch das Kapital zu ent= ziehen. Eine andere Lösung gibt es nicht. Es war daher richtig, daß schon der internationale Bergarbeiterfongreß in Genf und ebenso der internationale Gewerkschaftskongres in London den Kampf um die Sozialisierung der Kohlenwirtschaft auf das Programm der internationalen Gewerkschaftsbewegung gesetzt hat. Wir erwarten von Jouhaur, baß auch er in seinem Wirkungsbereich die Kolonnen für diesen Kampf formiert und seinen Einfluß zur Verwirklichung der Sozialisierung aufbietet. In einer weiteren Ausgabe des gleichen Blattes beschäftigt fich Jouhaur mit der Frage des Wiederaufbaues und Schreibt: Unsere Genossey in Deutschland haben formell erklärt, daß sie es als ihre Pflicht betrachten, an dem Werte der Wiederher: tellung teilzunehmen und daß sie bereit sind, sich dazu zur Verfügung zu stellen. Wir haben unsererseits erklärt, daß die französi schen Arbeiter bereit sind, ihre Mitarbeit anzunehmen, und daß wir die Bürgschaften für gerecht und notwendig halten, die sie fordern in Hinsicht auf das Gewerkschaftsrecht, die Bewegungsfreiheit und die Anwendung der sozialen Gesetze, die sie in ihrem Lande genießen. Das sind nun nicht leere Versprechungen. Die Bertreter der Bauarbeiterorganisationen Deutschlands haben darauf hingewiesen, daß ihre Regierung fie schon aufgefordert habe, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Es haben im Januar 1919 Verhandlungen mit Bertretern der deutschen Regierung, der fran zösischen Regierung, der deutschen Gewerkschaften, unjeres Bauarbeiterverbandes und des französischen Gewertschaftsbundes stattgefunden. Sie erzielten nichts, und die Berantwortung für das Scheitern fällt gänzlich auf die französischen Minister zurüd, die sich verpflichtet hatten, im Deauf die man noch wartet." zember eine Antwort zu geben Zouhaur macht der französischen Regierung den Vorwurf, daß sie die Vorschläge nicht habe berücksichtigen wollen, die ihr gemacht worden sind, daß sie sie ohne Antwort gelassen hat, daß sie noch nicht begonnen hat, sich wirklich zum Zwecke des Wiederaufbaues zu bemühen. Aus welchem ( 9. Fortsetzung) Ismer Erzählung von Julius Levin Als er in den Unterstand einrüdte, schleppte er im Tornister etwas mit, das ihn zwang, mehr nach vorne übergebeugt zu gehen, als es bisher seine Art gewesen war. Er hatte in fich etwas Ranziges noch obendrein, und es verdarb ihm die Reinheit des Geschmacks, der er bisher einen wesentlichen Teil seiner guten Stimmung verdankt hatte. Mit einem Male war ihm wieder so, wie wenn er nichts Gutes ahnte. Fast hätte er sich geschämt. Er bäumte sich auf gegen die Last des Tornisters, mit dem er bei den sonstigen Märschen verwachsen gewesen war wie mit seinen Schultern und seinem Rücken, und die er so wenig gemerkt hatte, wie was darauf lag. Der Kanonendonner, an den er sich schon gewöhnt zu haben glaubte, tönte ihm heute als etwas Fremdes, unheimliches in die Ohren. Teufel auch! Mut, alter Junge! In Ismers Gemüt ging es drunter und drüber. Der Gesang der Kameraden, der wenigstens den Tritt zu erleichtern pflegte, erschien ihm heute als eine Störung, da er ihn zu sich zurüdrief, während er ihn sonst seiner selbst vergessen machte. smer tam es neuerdings fomisch vor, daß Leute sangen, die nicht wußten, ob sie den Tag überleben werden. Freilich war es möglich, daß es ihnen so gleichgültig war, wie er es selbst früher angesehen hatte. Aber er zweifelte jegt daran, daß es ihnen gleichgültig sein konnte. Er glaubte sicher zu sein, daß sie sich verstellten. Alle nicht, aber mehr als einer. Ismer empfand heute seltsamerweise Lust, den Gedanken nachzuhängen, die er sonst meistens abgewiesen hatte. Er Todte sie an sich, wie die Köchin die Hühner, nahm sie auf und hätschelte sie. Es waren wieder richtige Todesgedanken. Er stellte sich nun wirklich einmal vor, was denn mit ihm und überhaupt geschehen würde, wenn ihn die Kugel traf. Er selbst wäre dann fort, und alles, was ihm lieb und teuer war, existierte nicht mehr für ihn. Krausnickstraße adjö! Kein Wiedersehn! Und Emilie Kriegerwitwe! Aber nicht in Schwarz. Dazu würde es nicht langen. Mehr als hundertmal hatte Ismer dasselbe gedacht, was ihm heute einfiel, aber niemals davon einen wirklichen Eindrud verspürt. Heute lastete es auf ihm, wie ein Stein, wie Beilage zur„ Freiheit" Grunde? fragt Jouhaut. Und er gibt die Antwort selbst, indem er fortfährt: ,, Unser Besuch in Deutschland, das sagen wir rund heraus, hat neue Bestätigungen über die Gewißheit gebracht, über die beson deren Interessen, die hier noch immer voranstehen und das Allgemeinwohl ausbeuten. Die Unternehmer, eifersüchtig auf die Kriegsgewinne ihrer Kollegen in der Metallindustrie und der Zwischenhändler in der Lebensmittelversorgung, betrachten die verwüsteten Gebiete als ihr eigen. Es ist ein Kuchen", den sie mit niemand teilen wollen; die deutsche Mitarbeit in Arbeitsträften, in Baustoffen, in Geldmtteln würde ihren Anteil vermindert haben Wir stellen fest, daß es möglich gewesen wäre, fie( die zehn zerstörten Departements) schnell wiederherzustellen und ohne den Ruznießern der Erdarbeiten und des Bauwesens einen Vorwand zu ungemessenen Profiten zu geben. Man hat nichts in diesem Sinne getan. Wir glauben jedoch auf keinen Fall, daß man vor dieser Gier, vor diesen Bestrebungen zurückweichen soll. Und wir haben in Berlin beschlossen, uns an die natio nalen und internationalen Arbeiterorganiz fationen zu wenden, einen Aufruf an die Bewohner der unglüdlichen Gebiete zu erlassen, die öffentliche Meinung zu unterrichten und dieser zu zeigen, daß es nicht nur im Interesse der in Rede stehenden Gebiete liegt, sondern im Interesse ganz Europas, aller Nationen, die von dem Zusammenbruch ergriffen oder doch von derselben. Gefahr bedroht sind." Daraus geht hervor, daß die Profitgier des französischen Kapitals bisher den Wiederaufbau verhindert hat. Das ist feine Enthüllung und es ist kein Vorwurf, der die französische Kapitalistentlasse allein trifft. Ein Narr ist, wer vom Kapital etwas anderes erwartet hätte. So pflegt das Unternehmertum grundsäglich in allen Fällen gleicher Art zu handeln, und auch der innere wirtschaftliche Wiederaufbau Deutschlands- oder wie man die Herstellung geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse, die das Leben möglich machen, immer bezeichnen mag wäre leichter möglich, wenn nicht die Macht und das Profitinteresse des Kapitals der Belebung der Wirtschaft hindernd im Wege stünde. Die Arbeiterklasse und der Sozialismus find allein imstande, den Zusammenbruch, von dem auch Jouhaur spricht, abzuwehren und eine Wirtschafts or d nung zu schaffen. Es ist daher zu begrüßen, daß der von Jouhaur erwähnte Berliner Beschluß die daß der von Jouhaux erwähnte Berliner Beschluß die Frage des Wiederaufbaues zu einer Ang'elegenheit der internationalen Arbeiterbewegung macht. Der Beschluß ist zugleich ein neuer Beweis für die praktische Aktivität der Amsterdamer Jnternationale, und es ist nur zu hoffen, daß er bald in die Tat umgesetzt werde. Ohne ein freies Zusammenwirken der Völker bei dieser Arbeit", schließt Jouhaur seine Betrach tungen, ohne eine Solidarisation der materiellen, moralischen Interessen der Nationen, treibt Europa zu einem Zusammenbruch und mit ihm die Welt". Groß- Berlin Zur Protestaktion am 2. Januar Zu der am 2. Januar im Berliner Lustgarten statt findenden Demonstration fönnen die Gewerkschaftsfunttionäre und Distriktsleiter heute Freitag, den 31. Dezember, in der Zeit von 10 bis 4 Uhr im Berliner Parteibureau, Breite Straße 8/9, Agitationsmaterial in Empfang nehmen. Legitimation ist mitzubringen. Die Geschäftsleitung. Ein Millionenschieber verhaftet Dem Landespolizeiamt in Essen ist es durch Ermittlungen ge= lungen, größeren Schiebungen auf die Spur zu kommen, die noch während des Krieges von einer Anzahl von Personen verübt worden sind und durch die das Reich um viele Millionen geschädigt wurde. Einem Grenzsekretär des Landespolizeiamtes in Ejen gelang es nämlich festzustellen, daß in der Nähe von EmmeHolland geschmuggelt werden sollten. Einer der Schmuggler rich an der holländischen Grenze Effekten von Deutschland nach fonnte festgenommen werden. Es wurden bei ihm größere Summen festgestellt, und er gestand, im Auftrage eines Fabrikanten H. zu handeln, der mehrere Personen mit Kapitalschmuggel beschäf tige. Das Landesfinanzamt in. Essen, dem von dem Geständnis ein Gift durchdrang es ihm die Säfte und verpestete sie so, daß ihm das bittere efelhafte Ziehen von der trockenen Kehle auf die tönerne Zunge und zurüdlief, ohne daß ihm Zeit blieb, auszuspuden. Alles blieb drinnen steden und kollerte ihm die Adern entlang, die schienen davon schwitzen zu wollen. Oder war der Tag ohnehin so heiß? Heute ging es sicher nicht gut ab! Trippe, trapp! Trippe, trapp! Jmmer vorwärts marsch! Plötzlich schlägt nicht weit vor der Mannschaft eine Granate ein. ,, Dedung suchen!" schreit mit einemmal der Hauptmann, der nach vorn stürzt. Was feine Dedung sieht, wirft sich platt auf die Erde hin. Der Alarm ging bald vorüber. Nach rechts zu vorfriechen, dann den Graben entlang!" hieß jetzt der Befehl. Die Mannschaft wagte schließlich den Graben entlang zu laufen, und fam auch, ohne Schaden zu nehmen, an die Stellung heran. So' ne Afferei!" meinte der lange Emil.„ Eenmal zu funken! Bloß det man de Pfeife nich zu Ende roochen fann! Det wollen se!" " Dafftesache!" sagte der Bonbonmacher, mit dem der lange Emiljanz speziell Brüderschaft getrunken hatte, obwohl die Mannschaft sich schon ohnehin untereinander duzte. Jsmer hörte zwar darauf, was da gesprochen wurde, aber es machte ihm nicht die Sohlen naß, geschweige denn den Stiefelschaft. ,, Das war das Signal oder der Anfang der Vorstellung!" dachte er sich. Merkwürdigerweise ging ihm das Wort, das er einmal auf einem Jahrmarkt ausgesprochen gehört hatte, durch den Sinn. Und plöglich stand vor ihm die ganze Schaubude, in die er einmal mit einem Mädchen gegangen war, das seine Braut hieß, als er in Oberschlesien in Kondition stand. Zu dumm! dachte er sich und schüttelte sich, wie um sich zur Wirklichkeit zurückzurufen. Drei Stunden später fiel der lange Emil. Er hatte frecherweise über die Böschung gegudt, und noch Freitag, 31. Dezember 1920 des Schmugglers Kenntnis gegeben wurde, ließ nun den Fabritanten H. überwachen, und es wurde festgestellt, daß der Fabrikant, mit einem vor dem Kriege in Berlin wohnhaften Tischler, der in der jetzt ein Vermögen von nahezu 45 Millionen Mark besikt, äußerst bedürftigen Verhältnissen lebte, identisch ist. Die weiteren Nachforschungen ergaben nun, daß der Fabrikant H. zu Beginn des Krieges von der Wumba Aufträge zur Lieferung von Munitionstiften erhielt, die er weiter vergab, wobei er pro Kiste 6 bis 7 Mart verdiente. Die immer größeren Umfang annehmenden Aufträge verschofften dem Fabrikanten H. Schließlich eine Art Monopol in der Herstellung von Munitionstiften. 5. wird nun beschuldigt, durch Bestechung einen Beamten verleitet zu haben, ihm weit größere Aufträge zu erteilen, als er eigentlich berechtigt war, und daß bei der Verrechnung der gelieferten Waren große Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Durch das Hineinziehen der Wumba in die Affäre wurden die Ermittlungen in Berlin fortgesetzt. Diese Ermittlungen wurden dadurch erleichtert, daß von der Abwicklungsstelle der ehemaligen Feldzeugmeisterei bereits ein Verfahren gegen H. eingeleitet worden war. Die Feldzeuz meisterei hatte nämlich verschiedene Unregelmäßigkeiten fonstatiert und war dabei auf die bereits eben geschilderte Verbindung und auf das Material gestoßen, das sich schon start verdichtet hatte. Die Feldzeugmeisterei hatte dieses Material dem Staatsanwalt übergeben, der gegen verschiedene Angestellte der Wumba ein Verfahren einleitete. Bisher sind 5 Personent verhaftet worden, doch scheint damit der Ring der belasteten Personen noch nicht geschlossen zu sein. Ein goldener Fang Der Stegliger Kriminalpolizei ist gestern vormittag ein guter Fang gelungen. Es war ihr zur Kenntnis gelangt, daß in einem fleinen Leder- und Kofferwarengeschäft in der Kommandanten Straße Goldverschiebungen in großem Umfange betrieben werden. gewissen Sigmund Spielmann in dem Augenblid zu verhaften, Die Polizei beobachtete das Haus, und es gelang tatsächlich, einen als er ein vor dem Haus stehendes Auto mit drei schweren Koffern und Handtaschen beladen ließ, um zum Potsdamer Bahnhof zu fahren. Spielmann wurde verhaftet und das Gepäd einer eingehenden Prüfung unterzogen. Es ergab sich, daß die Koffer einen doppelten Boden enthalten, in dem 50 Barren Gold in Platten- und Stangenform im Gesamtgewicht von 60 Pfund und im Werte von etwa 1% Millionen Marf verborgen waren. Es tann angenommen werden, daß die Koffer schon mehrmals zur Verschiebung von Gold ins Ausland benutzt wurden, da sie mit Gepädaufbewahrungszetteln der tschechoslowakischen Eisenbahnen beflebt sind. Jm Besiz des Berhafteten wurde eine Schlafwagenkarte 2. Klasse nach Köln vorgefunden. Berhaftung einer zwölfföpfigen Einbrecher und Hehlerbande. Den umfangreichen, unausgesetzten Ermittelungen der Beamten des Dienstbereiches BI 14 der Berliner Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, durch die Verhaftung einer gefährlichen Einbrecherbande und ihres Anhangs eine große Zahl der in den letzten Monaten im Westen der Stadt verübten Einbrüche aufzuklären. Besonders zahlreich waren, wie wir wiederholt berichteten, die in Berlin W, Schöneberg, Wilmersdorf und Charlottenburg, sowie der westlichen Vororte Berlins verübten Einbrüche in Wohnungen im hohen Erdgeschoß. Da den Einbrechern dabei an Teppichen, Silbersachen und Kunstgegenständen an den einzelnen Stellen Werte von mehreren Hunderttausend Mart in die Hände fielen, fo ging ihre Gesamtbeute bald in die Million. Die Einbrecher gingen dabei stets nach einem besonderen Plane vor. Tagsüber fundschafteten sie im hohen Erdgeschoß belegene herrschaftliche warfen sie dann mit einem Stein ein Fenster der an der StraßenWohnungen aus, deren Schlafräume nach hinten liegen. Nachts seite liegenden Wohn- oder Arbeitsräume ein und warteten die Wirkung des Klirrens der Glasscherben ab. Wenn das Geräusch nicht von dem im Schlafe liegenden Wohnungsinhaber gehört worden war und alles ruhig blieb, so stiegen zwei der Einbrecher, der Kellner Friedrich Riez aus der Invalidenstraße und der Stellmacher Rudolf Achterberg aus Luckenwalde, in die Wohnung ein, rafften dort an Teppichen, Tischdecken, Wandbekleidungen, Silbersachen usw., was sie schnell erlangen fonnten, zusammen und warfen es aus dem Fenster hinaus. Dort wurde die Beute von dem Kraftwagenführer Karl Zoll aus der Wartburgstraße, der mit einem Automobil in der Nähe wartete, ausgelesen, in den Wagen gepadt und dann damit fortgeschafft. Behilflich war ihnen dabei außerdem noch ein gewisser Erich Kessel, durch den die Kriminalpolizei der Bande auf die Spur getommen ist. Er hatte erzählt, daß er bei mehr als 30 berartigen Einbruchsdiebstählen, so auch bei dem in die Chilenische Gesandtschaft beteiligt gewesen Emil so ganz still, ohne eine Bemerkung zu machen, vor ihm lag und schließlich sogar unter der Erde verschwand, ohne einen Ton zu reden. In der Heimat... ein Wiedersehn?" Sicher war die Sache nicht... Das sah Ismer immer deutlicher. Am nächsten Tage wurde Jsmer abgelöst. Für die darauffolgende Nacht aber war eine größere Ers fundungsunternehmung geplant. Freiwillige vor!" sagte der Hauptmann. Jsmer zögerte einen Augenblid. Dann aber trat er aus der Reihe heraus. Keine Schwäche! Wenn Emilie doch Witwe werden sollte, dann lieber bald! Wenigstens war sie dann Witwe eines tapferen Kriegers. Eine Karte von ihr lag wohl schon auf dem Postamte hinter der Front. In der Nacht wird die Karte in die Linie gelangen, und bei der Verteilung wird der Feldwebel fragen: Wo ist Jsmer?" Dann wird er bald Antwort haben, wenn die Patrouille zurüd ist. Es wird heißen:„ Gefallen". Und, wenn die Patrouille noch nicht zurüd ist, wird er dieselbe Antwort später bekommen und auf die Karte schreiben:„, Er starb den Heldentod!" Emilie zugeschickt werden, die darüber weinen wird. BielSo wird es immer heißen. Und seine Sachen werden leicht das erstemal seit dem Abende, wo er sie geschlagen. hatte. Donnerwetter! Muß ihm auch gerade jetzt diese ekelhafte Geschichte wieder einfallen! Weg damit! Sie tönnte auf seinem Gesichte abfärben... Das fehlte noch gerade! Keine Schwäche! Der Leutnant mußte ihn abfommandieren! Ohne weiteres, im Vertrauen auf seine Tapferkeit! Der Leutnant ließ den Blick über die Vorgetretenen schweifen. Jsmer wurde ausgewählt und trat mit einer gewissen Würde auf die Seite. Sobald die Patrouille gebildet war, gab es die InStruktion. Es handelte sich darum, in der Nacht sich an die Draht sie zu durchschneiden und, wenn möglich, in den Graben eins zubringen, mindestens aber festzustellen, ob er noch besetzt war oder nicht. ehe er den Kopf zurückziehen konnte, war er von einer fran- verhaue des nächsten feindlichen Grabens heranzuschleichen, zösischen Kugel durchbohrt. Man schaffte den Toten beiseite, um ihn zur Nacht einzuscharren. An der Chaussee nach Arras zu wurde er begraben, als es finster wurde und die Käuze in den Bäumen zu leiern begannen. Jsmer befand sich unter den Begleitern. Es war ihm eigen zumute, als der lange „ Zu Befehl!" ( Fortsegung folgt.) hergehenden Versammlung nicht imstande war, die kommunistische Parole nach Produktionskontrolle einleuchtend zu erklären, war in dieser Entschließung die Forderung nach Kontrolle der Rohstoffgewinnung" wiederum aufgetaucht. Das Phrasenhafte der Entschließung der Kommunisten sah dann letzten Endes die Versammlung selbst ein, indem sie noch eine weitere Resolution, die sich für die sofortige Sozialisierung der dazu reifen Betriebe aussprach, annahm. [ ei, war dann aber verschwunden, als ihm die Kriminalpolizei| Obwohl z. B. der kommunistische Korreferent Sedert in der nor nachspürte. Kriminaloberwachtmeister Lahmann mit seinen Beamten sezte die Nachforschungen nach Kessel jedoch unausgesetzt fort, bis jetzt endlich seine Festnahme und die Entlarpung der ganzen Bande gelang. Er erfuhr, daß Kessels Mutter gestorben war und ließ deshalb bei der Beerdigung den Kirchhof observieren. Aber Kessel erschien nicht. Es gelang aber bei dieser Gelegenheit festzustellen, daß er sich in einem Quartier in der Joachimsthaler Straße aufhalte. Dort wurde er dann verhaftet. Bald darauf gelang es, auch Riez, Achtenberg und 3oll ausfindig zu machen und festzunehmen. Alle drei hatten noble Passionen". Rieg und Zoll waren Sportsleute". Riez unterhielt ein Rennpferd, daß er vorläufig in einem Tattersall untergestellt hatte. Zoll hatte sich ein eigenes Automobil getauft Mit den Einbrechern verhaftet wurden bisher noch weitere acht Personen, Schieber und Hehler, die die reiche Beute zu Geld machten. Ein brutaler Hauswirt. Gestern geriet der Hauseigentümer Karl Chirong auf seinem Grundstück Kaiserstraße 43 mit dem Bortier Johannes Saerte in einen Streit. Jm Verlaufe des selben zog Chirong einen Revolver aus seiner Tasche und gab auf Saerte einen Schuß ab, durch den dieser am rechten Oberschenkel verlegt wurde. 5. mußte nach einem Krankenhause gebracht werden. Wegen einer folgenschweren Explosion von Feuerwerkskörpern wurde die 6. Kompagnie am Donnerstag nach der Müllerstr. 14a alarmiert. Dort waren in einem Papierwarengeschäft beim Verfauf von Feuerwerkskörpern mehrere explodiert, wobei eine Frau und ein Knabe lebensgefährlich und ein zweiter Junge leicht verlegt wurden. Der Mädchenmörder Willy Birkholz wurde gestern abend unter sicherer Bedeckung noch einmal nach dem Tatort seines Berbrechens und seiner Umgebung gebracht. Dieser Lotaltermin, an dem auch der Staatsanwalt Cauer teilnahm, bestätigte weiter alle bisherigen Ermittelungen der Kriminalpolizei. Das Publifum, das sich ansammelte, war sehr erregt und drohte gegen den Mörder handgreiflich zu werden. Die Beamten schütten ihn jedoch vor jedem Angriff. Birkholz wird nunmehr dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Weiteren Vergehen und Verbrechen an fleinen Mädchen, die ihm ebenfalls zur Last fallen fönnten, geht die Kriminalpolizei jezt noch näher nach. Für die schleunige Bildung der Bezirksämter tritt ein von der Deutschen Volkspartei eingebrachter Antrag an die Stadtverordnetenversammlung ein. Der Magistrat wird darin ersucht, die Borlagen über das Ortsgesetz wegen der Besetzung der 20 Bezirtsämter mit besoldeten und unbesoldeten Mitgliedern und beren Besoldung schleunigst einzubringen. Diese Borlagen sollen nach dem Antrage ebenso wie die Wahl der Bürgerbeputierten in die Verwaltungsdeputationen als erste Punkte auf die Tagesordnung der nächsten Sigung gestellt werden. 4. Berwaltungsbezirt, Prenzlauer Tor. Montag, den 3. Jannar, abends 7 Uhr, Gethsemanestr. 4, 3immer 3, Frattionsfizung. Mittwoch, den 5. Januar, abends 6 Uhr, in der Aula der Schule Gethsemanestr. 4, Bezirksversammlung. 6. Verwaltungsbezirt( Sall. Tor). Die Frattion tritt heute um 5 Uhr zu einer kurzen Besprechung im Zimmer 3 zujammen. Silvesterfeier des 5. Diftriftes. Der 5. Distrift peranstaltet heute abend 7 Uhr in den Räumen des Gewertschaftshauses eine große Silvesterfeier mit Musit, Theateraufführung, Tanz, Ueberraschungen usw. Gewerkschaftliches Untlarheit und Lauheit Die letzte Versammlung der Gewerkschaftsfunktionäre macht einige fritische Bemerkungen notwendig. Sie zeigte bei der Abstimmung eine bebauerliche Untlarheit und Lauheit der Anhänger unserer Partei, die eine schwere Schädigung unserer und der Ge wertschaftsbewegung zur Folge haben kann. Nach den zu Beginn der Versammlung gemachten Feststellungen waren etwa 400 Funktionäre zugegen, von denen sich zur S. P. D. 142, zur U. S. 3. D. 148. und zur K. P. D. 115 rechneten. Bei der Abstimmung aber waren nur noch etwa 325 zugegen. Dieses vor= zeitige Berlassen der Versammlung, so zwingend der Grund auch für den einzelnen gewesen sein mag, ist eine der Ursachen für den unklaren Verlauf der Abstimmung, die durchaus nicht die wirkliche Meinung der Gewerkschaftsfunktionäre darstellt. Die von der Gewerkschaftskommission vorgelegte Entschließung enthielt nicht nur eine grundsägliche Betrachtung der Ursachen der jezigen Wirtschaftskrise, sondern sie zeigte auch die jetzt bereits gangbaren Wege, die eine Linderung der Not der Arbeitslosen herbeiführen können. Gegen diese klar und bestimmt formulierten Forderungen konnten deshalb die Kommunisten auch nicht das geringste einwenden. Trotzdem reichten sie eine eigene Entschließung ein, die im Gegensatz zu der der GewerkschaftsTommission den Gipfelpuntt der Untlarheit darstellt. 1.6. 8. 9. 8. 9ftrikt. Kupfer Am B. Dienstag, den 27. Dezember 1920, vers starb unfer lieber Genosse, der Bauarbeiter August Anders Rigaer Straße 1. Die Einäscherung findet am Montag, ben 3. Jan., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. ftatt. Um zahlreiche Bes teiligung ersucht Der Borstand. Möbel bequemste Zahlungsweise GREBLER Weinbergsweg 4 Achtung Stoffe! Schwarze und blaue Wollstoffe, Leinen für Hemden und Bettzeug spottbillig abzugeben Ehlert, Tegeler Straße 6 Laden. Altmetalle tauft Lychener Str. 5 an der Hochbahn Danziger Str Ich brauche dringend: Zinn, Weissmetall Kupfer, Messing Auch für andere Metalle Metallankauf Charlottenburg Bafftraße 53. Wilhelm 1871. Meffing, 3inn usw. Quecksilber, Bohngebisse Blatin, Gold, Silberbru kauft Brunnenstr. 11 Beusselstr. 29 Fennftr. 48 Weidenweg 72 Kupfer, Messing, Zinn, fämtliche Altmetalle sable Tagespreife Neue Hochstraße 38. Händler Extrapreise. Telephon: Humboldt 2779. Geld für jebe Bertfache. Höchfte Ans kaufspreise für Pfandscheine, Brillanten, Golbgegenstände, Teppiche, Bücher usw. Wolff, Friedrichstr.41, Ill. Ecke Roch ftraße. Arbeiteringend Seruelle Frage von Hans Hackmack Breis 2 Mark Buchhandlung " Freiheit“ Breite Straße 8-9 Ein solches Durcheinander ist nicht geeignet, den Kampf der Gewertschaften für die ArbeitsIosen zu fördern. Anstatt der Arbeiterschaft flare und eindeutige Wege zu weisen, haben sie von dieser Bersammlung wiederum nur unflare Barolen erhalten, die den Kampf nicht stärken und den Massen der Indifferenten nicht das Zutrauen geben, daß sich die Gewerkschaften selber über die Wege im Klaren sind. Es erscheint uns deshalb endlich an der Zeit, daß diesem von den Kommunisten mit Absicht in die Gewerkschaften hineingetragenen Wirrwarr ein Ende gemacht wird. Wenn die Gewerkschaften solche Bersammlungen einberufen, so müssen sie durch eine gründliche Vorbereitung und durch die lebhafte Anteilnahme der Elemente, die wissen, was sie wollen, auch dafür sorgen, daß diese Versammlung dann schließlich ein positives Ergebnis haben. Sonst dienen sie weder zur Stärkung des Ansehens der Gewerkschaften noch zur Förderung der Hilfe für die Arbeitsloen. Eine Affenkomödie Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, sucht die ReichsStelle für Textilwirtschaft die paritätische Zusammensetzung der Reichswirtschaftsstelle zu hintertreiben. Der Haupttreiber in dieser Sache ist ein Herr Regierungsrat von Schöller. Zunächst sollte durch Fragebogen festgestellt werden, welche Arbeitnehmer fich als Vertreter einer Reichswirtschaftsstelle eignen. Daß die Berufsverbände, welche die Vorschläge für die Arbeitnehmer machten, auch ein Interesse daran hatten, Männer, die Sach- und Berufstenntnis in die Reichswirtschaftsstelle mitbrachten, nur in Borschlag zu bringen, genügte der Reichsstelle für Textilwirtschaft nicht. Sie will unter allen Umständen ein Recht haben, legten Endes die Vorschläge zu prüfen, um endgültig darüber zu entscheiden, wer Mitglied einer Reichswirtschaftsstelle der Tertil. industrie werden tann oder nicht. Dieses gilt natürlich nur für die Vertreter der Arbeitnehmer. Nachdem vom Deutschen Textilarbeiter- Verband die Beantwortung dieser Fragebogen abgelehnt worden war, versuchte Herr von Schöller auf andere Weise zu seinem Ziel zu fommen. Er will jezt durch die einzelnen Reichswirtschaftsstellen die Eignung der vorgeschlagenen Arbeitnehmervertreter, sowie auch die der Arbeitgeber einer Prüfung unterziehen. Das Zugeständnis", daß auch die Arbeitgebervorschläge geprüft werden sollen, ist selbstverständlich nur ein Vorwand, durch welchen man ereichen will, daß die Berufsverbände der Arbeit nehmer in die Prüfung ihrer vorgeschlagenen Vertreter einwilligen sollen. Der Deutsche Textilarbeiter- Verband lehnt nach wie vor eine solche Affentomödie ab. Die Vorschläge. die er gemacht hat, find das Ergebnis einer ernsten fritischen Prüfung. Das Vorschlagsrecht aber selbst muß ein unantastbares Recht der Berufs: verbände bleiben, denn wenn einem anderen Cremium eine Nachprüfung der Vorschläge eingeräumt würde, so wäre dies gleichbedeutend damit, daß der Einfluß der Berufsverbände auf die Reichswirtschaftsstellen beeinträchtigt würde. Der Textilarbeiter. Verband steht deshalb auf dem Standpunkt, daß, wenn das Vorschlagsrecht, welches den Berufsverbänden zusteht, in dieser Weise von der Reichsstelle für Textilwirtschaft angetastet werden soll, auf jede weitere Mitarbeit in der Reichsstelle und den Reichswirtschaftsstellen verzichtet wird. Arbeitslose Mitglieder bes Deutschen Eisenbahner- Verbandes. Kollegen, welche bis zum 15. Dezember arbeitslos waren, sich der Kontrolle unterzogen haben und die Weihnachtsgratifitation noch nicht abgeholt haben, werden legtmalig aufgefordert, dies selbe bis zum Donnerstag, den 6. Januar 1921, im Bureau der Ortsverwaltung, Bethanien- Ufer 10, 1 Treppe, in der Zeit von 9 bis 12 und 2 bis 5 Uhr abzuheben. Die Ortsverwaltung Berlin des D. E. V. Hungerlöhne zahlen in jetziger Zeit fast alle sogenannten Wohlfahrtsunternehmungen. In welcher Weise diese Unternehmungen auf Kosten ihrer Arbeiter und Angestellten Wohltätigkeit ausüben, davon ein Beispiel. Der Verein für Kindervoltstüchen und Volks finderheime, Berlin e. V., welcher seit 1893 besteht, richtete während der Kriegszeit die Speisung für Arbeiter, Angestellte und Beamte in den jogenannten Mittelstandstüchen ein. Während der Kriegszeit hat er aus diesem Unternehmen enorme Gewinne erzielt. Statt aber den Angestellten und Arbeitern mit Hilfe dieser Gewinne die Gehälter und Löhne zu erhöhen, wurden dafür Kinderheime erworben. Die Löhne für die in den Küchen be schäftigten weiblichen Hilfskräfte betragen jest monatlich 192,50 bis 236,50 M., wozu nebenher noch Mittagstoft gewährt wird. Daß lettere nicht so ist, wie man es billigerweise eigentlich bei so niedrigen Löhnen annehmen sollte, ersieht man daraus, daß fast 3u unüberbietbaren Schmelzpreisen hauft Urban tägl. alte Zahngebiffe, auch zerbrochene. Stiftzahn 12 Gramm 160., Platins, Golds, Silberbruch, Brennstifte, Münzen usw. Einkauf täglich bis Uhr. Bei Ankauf Fahrgelbvergütung. Manteuffelstraße 71, Laben. Durch Ausstellen leicht beschädigte Bücher 20% Preis. ermäßigung Man verlange Berzeichnis Buchhandlung„ Freiheit" Breite Str. 8-9 Neu eröffnet! fäglich Alagen über schlechtes Ellen beim Betriebsrat und Sen Organisationen eingehen. Um diesen Mißständen einmal Einhalt zu gebieten, traten die beteiligten Organisationen an den Bors fizenden des Vereins, Herrn Hermann Abraham, heran, zweds Abschluß eines Tarifvertrages. Der wohltätige" Herr lehnte aber fategorisch alle Forderungen für das gewerbliche. Personal in den Küchen ab und drohte jedesmal mit Schließung des Be triebes. Die Organisationen riefen, da alles Verhandeln sich als zmedlos erwies, den Schlichtungsausschuß an, damit dort eine Entscheidung herbeigeführt werden sollte. Die Gehaltsforderung, welche sich für oben bezeichnete Angestellte auf 350 bis 400 Mart monatlich stellte, wurde vom Schlichtungsausschuß als nicht zu hoch anerkannt und durch Schiedsspruch festgesetzt. Bom Verein wurde derselbe abgelehnt und wieder einmal in Gegenwart des Be triebsrat und der Organisationsvertreter in einer Vorstandsfihung die Schließung des Betriebes beschlossen. Beim Demobilmachungsfommissar wurde nun die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beantragt. Aber dieser Herr scheint nur dazu da zu sein, um die Geldsadinteressen der Unternehmer zu schützen. Trogdem der Verein einen Refervefonds in beträchtlicher Höhe hat, lehnte er die Berbindlichkeitserklärung ab mit der Begründung, da der Betrieb geschlossen wird, fann eine Erhöhung der Löhne nicht erfolgen. Wann wird der Betrieb geschlossen? Vorstandsbeschlüsse: 31. März 1920, 31. Dezember 1920, 31. Januar 1921, bezw. Ende März 1921. Bis dahin ist der Verein imitande, seine Arbeitskräfte weiter auszubeuten, um für notleidende Kinder Gelder aufzubringen. In erster Linie sollte er erst dazu übergehen, dafür zu sorgen, daß die Kinder seiner Angestellten und Arbeiter von seiner Wohltätigkeit" etwas zu spüren bekommen, aber diese Wohltätigteit tann er doch nicht in die Oeffentlichkeit hinausposaunen. Es ist hier unseres Erachtens nach Pflicht der Stadtverwaltung und der Erwerbslosenfürsorge, sich diesen Betrieb einmal näher anzusehen. Eile tut not, sonst fallen die rund 280 Arbeiter und Angestellten dieses wohltätigen" Unternehmens bald der Allgemeinheit zur Last durch Bezug der Erwerbslosenunterstügung. " Ana". Am Freitag, 31. Dezember, vormittags 10 Uhr, Streifversammlung in ben Sophiensälen, Sophienfirage. Streiflettung. Aus den Organisationen 3. Diftritt. Montag 7 Uhr erweiterte Borstandssigung bei Bieler, Dieffenbach Straße 76. 5. Bitritt. Die Mitglieder ber Zeitungskommission treffen fich Sonnabend ( Reujahrstag), vormittags 149 Uhr, bet Krüger, Maiferthoritr. 41. 8. Diftritt, 7. Abt. Sonnabend, 1. Januar, nachm. 5 Uhr, im Saale bes Baradiesgarten", Landsberger Atee 155, Weihnachts- und Familienfeier mit Gesang, Rezitation, Verlosung, Ueberraschungen für die Kinder und nachfolgen dem Tanz. 10. Diftritt. Montag, 3. Januar, abends 7 Uhr, Vorstandsßigung bel Kurzrod, Zionstirchplay 5. 11. Diirilt. Die Eintrittstarten von ber Weihnachtsfeier find spätestens bis Freitag, 31. Dezember, beim Gen. Lehmann abzurechnen. Alle bis zu diesem Termin nicht abgerechneten Ratten werden als verfauft gerechnet und müffen bezahlt werden. Weizenjee. Montag, 3. Januar, findet im Lotal von Neumann, Charlotten burger Straße, eine bringende Sigung der Agitationstommission und Gruppen führer statt. Vereinskalender Die Hauptgeschäftsstelle des Afa- Bundes, Werftstr. 7, bleibt heute anläglich der Trauerfeier für Carl Legien geschlossen. Berband der Buchbinder. Da unsere Organisation eine gemeinsame Beteiligung an Legiens Beifegung abgelehnt hat, bleiben die Bureaus wie gewöhnlich bis 4 Uhr geöffnet. Transportarbeiter- Berband. Die Mitglieber machen wir darauf aufmerksam, bak die Bureaus im Gewerkschaftshaus am 31. Dezember nur bis 10 Uhr vorm. geöffnet evtl. zu erreichen Jein werben, da wegen Beisetzung des Genossen Legien bas Engelufer fowie das Gewerkschaftshaus gesperrt werden dürften. Arbeiter- Stenographen- Berein Stolze- Schren, gegrünbet 1909. Fortbildungs Iurse beginnen: Görliger Str. 51 am 4. Januar, 8-10 Uhr; Straßmannstr. 6 am 4 Januar 18-1610 Uhr; Müllerstraße Ede Triftstraße am 10. Januar, 8-10 Uhr; Bremer Str. 13-17 am 7. Januar, 8-10 Uhr; Weißenfee am 4. Januar, 8-10 Uhr. Auskunft erteilt A. Urban, Schöneberg, Eisenacher Straße 64. Freireligiöse Gemeinde. Am 1. Januar, vorm. 11 Uhr; im Rathaus, KönigStraße, Festvortrag des Herrn Dr. A. Rosenberg: Die Stellung des Freibenters zum Judentum. Am 2. Januar Herr Dr. M. Brie: Des Berbrecher in der Weltliteratur. Gäste willkommen. Boltsfürsorge. Allgemeine Mitarbeiterversammlung der Boltsfürsorgefunktio näre am Montag, 3. Januar, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1, Engelufer 14-15. Geschäftliches Wir verwelfen unsere Lefer auf das heutige Juferat der Mallarn- Zigaretten fabril, das in humorvoller Weise allen Massaty- Rauchern ein frohes, nexes Jahr wünscht. Friedrichstraße 59/60, Etablissement Zielka, Peipsiger Straße Sälen Große Silvesterfeler. Rüdje, 3n allen ff. Der Tag des Proletariats Ein Chorwert von Ernst Toller Preis 3.- Mark tst foeben erschienen. Buchhandlung" Freiheit", Berlin C.2, Breite Straße 8-9. Neu eröffnet! Ein Arzt schreibt Mar Zirkel's NeuköllnerZigarrenhaus Berliner Straße 96 Telephon Beukölln 9482 über die Schrift„ Der fleine Gamariter"( Preis 1.50 Mt.) Diese Zusammenstellung ist tatsächlich ausgezeichnet. Ich glaube, daß diefe kleine Schrift manches Gute bewirken wird. Ich fann die Berbreitung derfelben empfehlen." Billigste Bezugsquelle in Zigarren( eigener Derkleine Samariter" Fabrikation), Zigaretten, Rauch- und Kaus tabaken Für Wiederverkäufer und Betriebskantinen hohen Rabatt Läuse- Plage auch Flöhe f. Brut( Miffe) bei Mensch. u. feb. Tier m. m. gef. gefch. Mittel Eckolda. Für Haut u. Haar unschädl. Zu haben in Berlin bei den Drogiften. Ochert, Moabit 21, Waldenferstr. 18, Klopsch, ND 43, Linienftr. 8, A. Prager, C, Neue Promenade 2, Bagelt, Chart., Wilmersdorfer Str.155, Central Drogerie, Dresdener Str. 18, 2. Horn, W9, Linkftr. 46, Fris Krap, M, Reinickendorfer Str. 119, Humboldt Drogerie, N, Brunnenstr. 99, Otto Haan, Pankow, Breite Str. 40, Franz Hempel, R, Schönhauser Allee 82, Grüne Drogerie, Weißensee, Berliner Allee 19, Andreas- Drogerie, D, ist ein unentbehrliches Taschenbuch für jedermann Gegen Einsendung von 1.50 M. zu beziehen von ber Berlagsgenossenschaft Freiheit". Abt. Buchhandlung Berlin C. 2., Breite Str. 8-9 Auch durch alle Filialen der Freiheit". Charlottenburg Kleine Andreasftr. 12, Heinrich, Lichtenberg, Frankfurter Allee 287. Die„ Freiheit"-Spedition Central Drogerie, Neukölln, Boddinftr. 65( Am Rathaus), C. W. Weirich, S., Blicherstraße 1. Bertreter A. Mattick, S, Raftanienallee 78. Weitere Wiederverkäufer gesucht. Spezialarzt für Syphilis, Harns, Frauenleiden, Schwäche, Behandlg. schnell, ficher u. fchmerzlos in Dr.Homeyer & Co. kons. Labor. Bluts unterf.Fäden i. Harn usw. gegenüber Friedrichstr.81anoptik. Spr. 10-1,5-8, Sonnt. 10-1 Teilzahl. Separ. Damenz. Spez. Beh. nur für Asthma Husten anfällen. starker Verschlei mung findet wirksame Hilfe durch Relchels echte Astbmatropfen, berühmt durch ihre Wirkung. 801hz. glänzende Erfolge. 9.50 Ischias Otto Reichel, in Hilft., Gefäß u. Bein. Da Berlin 46 SO. Elsenbahnstr. 4 fchw. Fälle in 15 Tagen be Metallbetten, Stahldrahts feit. ., hierüber unantaftb. matragen, Seilerf. besteb. u. Referenzen. Rinderbetten, Balfter an feder mann. Ratalog frei. wird am 1. Januar 1921 nach Wallstraße 90( Restaurant) verlegt. Botenfrauen für größere Touren stellt sofort ein Spedition Thornseifer Lübecker Straße 11. Botenfrauen gesucht Invalid 108, Jacoby make Spedition Sinner, Skalitzer Str, 101. 9-3.