Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang Die Bretheit erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags m einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Beritu 10,- m. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Bofte bezug nehmen sämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 zuzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Osterreich 30,-. Redaktion. Ervedition and Berlag: Berlin 62, Breite Straße 8 Donnerstag, 6. Januar 1921 Nummer 8 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillegelle oder beren Raum koftet 5,-. einschließlich Eenerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,- 9., fedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gefuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Befuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1,- m. Berufprecher: Bentrum 2030, 2845, 4516, 4603, 4635, 4849, 4921 greiheit ber Berliner Organ Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Flensburger Vorgänge Erklärung der Gewerkschaften Reihe der Demonstranten verhaftet worden. Bei einer großen Zahl der Verhafteten find Pistolen vorgefunden worden. Unter und der sozialistischen Parteien ben Berhafteten befindet sich auch der Führer der Kommunisten ( Eigene Drahtmeldung der Freiheit".) Flensburg, 6. Januar. Gestern abend hat eine Funktionärversammlung der Flensburger Arbeiterschaft stattgefunden, die von 400 Delegierten besucht war und sich mit den blutigen Vorgängen in Flensburg beschäftigte. Mit jämtlichen gegen neun Stimmen wurde folgende Entschließung angenommen: Die Vorgänge am Abend des 4. Januar nach der Beerdigung Soffmanns zwingen uns zu folgender Ertlärung: Zu dem Fall Hoffmann ist unsere Stellung bekannt. Wir haben die Vorgänge auf das schärfte verurteilt, und werden nicht ruhen, bis die Schuldigen ihrer gerechten Strafe entgegengeführt worden find. Wie schon in dem Flugblatte vom 5. Januar zum Ausdrud getommen ist, lehnen wir jegliche Berantwortung für das geflossene Blut ab. Diese haben die ver antwortlichen Drahtzieher und Seher zu tragen. Es läßt sich der Eindruck nicht verwischen, daß die verschiedenen Vorkommnisse systematisch vorbereitet worden sind. Daraus entspringen für uns nachstehende Folgerungen: 1. Angesichts dieser Tatsachen gibt es für uns fein 3 sammenarbeiten mit den Kommunisten mehr. 2. Wir stehen nicht an, zu erklären, daß angesichts des An griffs auf die Kajerne einer aus unverantwortlichen Elemen ten bestehenden Menge das Verhalten der angegriffenen und bis aufs Blut gereizten Polizeibeamten verständlich und gerechtfertigt erscheinen läßt. Wir fordern die Arbeiterschaft auf, wie heute, so auch weiterhin ruhig Blut zu bewahren und nichts zu unternehmen, was nicht von den unterzeichneten Organisationen beschlossen worden ist. Der Vorstand des Gewerkschaftskartells. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei. Der Vorstand der Unabhängigen Sozialdemokratie. Angesichts dieser Erklärung wollen wir zunächst die Dartellungen des„ Vorwärts" und der„ Roten Fahne" wiedergeben. Der Vorwärts" schreibt: Anläßlich der Beerdigung des von der Schutzpolizei erschossenen Kommunisten Erich Soffmann ist es am Dienstag abend. gegen 10 Uhr, in Flensburg zu einer Demonstration gekommen, bei der, wie bisher befannt, neun Tote und 22 Verwundete zu beflagen find. Sämtliche Ausschreitungen sind lediglich auf das Konto der Kommunistenführer zu sehen, die sich in einer gemeinsamen Vertrauensmännerversammlung mit unserer Partei verpflichtet haben, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, aber später die Menge zu einem sinnlosen Sturm auf die kaserne aufputschten. Wir geben im folgenden die amtlige var: stellung der Vorgänge durch das Oberpräsidium. Dabei bemerten wir, daß die Darstellung vollkommen übereinstimmt mit der Auffassung sämtlicher parteigenössischer Augenparteigenössischer Augen zeugen. Am 4. Januar 1921 haben bei der Beerdigung des am 29. Dezember anläßlich seiner Festnahme erschossenen Monteurs Hoffmann in Flensburg die Kommunisten, darunter aus Samburg bebeigeeilte Führer, am Grabe aufheßende Reben gehalten, burch welche die Menge aufgefordert wurde, gegen die Schutzpolizei vorzugehen. Flugblätter des gleichen Inhalts find unter die Teilnehmer an der Beerdigung verbreitet worden. Von rund 7000 Teilnehmern hat indessen der größte Teil sich nicht verheyen lassen, sondern ist nach der Beerdigung nach Hause gegangen. Nur etwa 300-400 Personen find in gemeinsamen Trupps vor die Kaferne der Schuh polizei gezogen und haben vor dieser unter Abingung revolutionärer Lieder auf Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, demonstriert. Nachdem die Menge drei Stunden die Polizei auf diese Art in der Kaserne belagert hatte, wobei ein Verjuch, das Tor zu stürmen, durch Sprigen mit einem Hydranten verhindert worden war, zogen die Demonstranten ab und hielten zwei Versammlungen ab. Beider Lokale haben sie sich gegen den Willen der Saalbesitzer mit Gewalt bemächtigt. Hier wurden von führenden Kommunisten erneut Reden gehalten und die Menge aufgefordert, die Schutzpolizeifaserne zu stürmen. Es müsse noch Blut fließen." Etwa 200-300 Demonftranten zogen nunmehr, gegen 12 Uhr abends, erneut vor die Kaserne. Diesen schloß sich eine große Menge Neugieriger an, um von weitem die Vorgänge zu be obachten. Die draußen postierten Beamten der Schußpolizei wur den nunmehr in die Kaserne zurüdgezogen. Die Demonstran ten brückten das Straßentor ein und stürmten auf das innere Kajernentor. Daraufhin rückte die Schuh polizei nach Abgabe von Schreckschüssen wieder bis zum Straßentor vor und verschloß dieses. Erneut stürmte die Menge gegen das Straßenior an, wobei aus ihrer Mitte eine Reihe von Schilsson fiel. Darauf rückte die Schutzpolizei wieder vor, um die Kaserne zu verteidigen. Einige über die Köpfe abgegebene Salven hatten teine genügend abschreckende Wirkung, so daß die Schutzpolizei gegen die angreifende Menge nunmehr scharf feuerte. Darauf stob die Menge auseinander. Es ist bei dem Vorgehen der Schutzpolizei auf ihrer Seite ein Beamter ver= wundet worden; die Demonftranten haben 9 Tote und 22 Berwundete zu verzeichnen. Ferner find etwa 40 Personen aus der in Flensburg. Zurzeit herrscht in Flensburg Ruhe. Die Sozialbemotra. tische Partei hat noch in der Nacht ein Flugblatt her ausgegeben, in dem sie energisch von den Demonstranten abrüdt, die Bestrafung der Aufwiegler fordert und an die Arbeiter die Aufforderung richtet, heute früh in die Betriebe zu gehen. Dieser Aufforderung haben Sie Arbeiter restlos entsprochen. Sämtliche Betriebe find in Flensburg in vollem Gange. Die Polizei fft Soweit verstärkt, daß zu Befürchtungen weiterer Unruhen tein Anlaß vorliegt. Die Rote Fahne" schreibt dagegen: Sier eine Darstellung der wirklichen Borgänge, bie uns von zuverlässigster Seite zugeht und die amtliche Darstellung der Flens burger Bluttat als eine schamlose Fälschung enthüllt. An der Beerdigung des Genossen bern 15 000 Beringen Hoffmann beteiligten sich nicht 7000, fon Personen. Die fich an die Beerdigung anschließende Bersammlung am Südmarkt beschloß, am Abend eine große Bersammlung am Südmarkt beschloß, am Abend eine große Demonstrationsverja mmlung vor der Mordfaserne zu veranstalten. An der Versammlung beteiligten fich nicht 300 bis 400, sondern 6000 bis 7000 Personen. Die Genossen von der plöglich die Schuspolizei aus Querstraßen her: K. P. D. sorgten für ruhiges Abrüden der Demonstranten, als Dorbrach und auf die abrüdende Menge scharf feuerte. 10 Tote und 30 Verwundete, Frauen und Kinder, von denen inzwischen verschiedene gestorben sind, blieben auf dem Blage. Das Gewerkschaftshaus wurde durch die Sipo bejeßt, die inzwischen aus Kiel auf 1000 Mann verstärkt worden ist. Das Gewerkschaftstartell erklärte darauf den Demonstrationsstrett für einen wilden Streit, mit dem es nichts zu tun habe. Die er bärmliche Haltung der Gewerkschaftsbureaufraten und Rechts fozialisten steht der Bluttat der grünen Nostiden ebenbürtig zur Seite." Diese Darstellung entspricht, wie aus Riel mitgeteilt wird, teineswegs den Tatsachen. Die ZusammenStöße ereigneten sich vor der Kaserne, die tatsächlich zu stürmen versucht wurde. Der Vorsitzende unserer Partei hatte kurz vor der Schießerei unsere Parteigenossen zum Verlassen des Plages aufgefordert. Danach muß gesagt werden, daß die kommunisten unverantwortlich gehandelt haben, indem sie die Massen zu einem Sturm auf die Kaserne oder, wie die Rote Fahne" selbst zugibt, zu einer nächtlichen Demonstration, entgegen den getroffenen Vereinbarungen, aufforderten. Sie haben damit wieder einmal die zugejagte Solidarität und Disziplin gebrochen und durch ihre sinnlose Butschtaktit schwere Blutopfer nuglos der Arbeiterschaft auf erlegt. Sie haben aber damit auch politisch wahn wikig wahnwihig gehandelt. Denn sie haben die Aufmerksamkeit von der fcheußlichen Untat der Erschießung Soffmanns ab gelenkt und so das Spiel der Reattionerleichtert. Trotz alledem bleibt es furchtbar, daß den Salven der Polizei ne un Menschenleben zum Opfer gefallen find. Auch nach der amtlichen Darstellung handelte es sich nur Auch nach der amtlichen Darstellung handelte es sich nur um 300 bis 400 Demonstranten, die fast alle unbewaffnet waren. Die Polizisten waren in geschützter Stellung. Da hätte es möglich sein müssen, mit den Demonstranten auch bei hätte es möglich sein müssen, mit den Demonstranten auch bei dem zweiten Angriff ohne das verhängnisvolle Scharfschießen aus unmittelbarer Nähe fertig zu werden, wie man ja bei dem ersten Angriff, ohne Schießen fertig wurde. Es wird fürchterlich leicht geschossen, und Arbeiterleben sind nur allzu billig. Ueberhaupt ist es ein Unglück, daß der ganze Geist und das In der heutigen Polizei herrscht die durchaus militärische System der Sipo durchaus militaristisch geblieben ist. Auffassung, daß bei Zusammenstößen ganz ähnlich vorgegan= gen werden fönnte, als ob es sich um Gefechte mit dem Feind handelt. Deshalb schießt die Flinte so außerordentlich leicht, deshalb wird es nachgerade als selbstverständlich betrachtet, daß eine ganz unverhältnismäßige Zahl von Toten auf dem diesem System endlich aufgeräumt wird, und es ist Schlachtfeld" liegen bleibt. Es ist dringend nötig, daß mit diesem System endlich aufgeräumt wird, und es ist wieder eine schlimmie Wirkung der kommunistischen Verant Kampf erschwert wird. wortungslosigkeit, daß der Arbeiterschaft auch dabei der Ein Moskauer Sieg". Der Iuremburgische fosial. demokratische Parteitag hat mit 97 gegen 21 Stimmen den bedingungsweisen Anschluß an die Dritte Internationale angenommen. Die Ertremisten, die mit 21 Stimmen den bedingungslosen Anschluß beantragt hatten traten der Partei aus und bildeten eine neue fommunistische Gruppe. Klara Zettin erschien auf dem Parteitag und trat für den bebingungslosen Anschluß ein. Sie macht sich besonders verdient um Die Ausbreitung der Mostaner Spaltungstendenzen. aus Keine Strafverfolgung des ehemaligen belgischen Ministerpräs mission, die den Fall des ehemaligen Ministerpräsidenten de Fidenten. Rach einer Meldung aus Brüssel hat die Kammertom essen des Staates handelte und empfohlen habe, zugunsten des Broqueville prüfte, ob er im Falle Coppes gegen die Inter Feindes während des Krieges Lieferungen zu machen, gestern eine Entscheidung getroffen. Sie hat es abgelehnt, Strafpesfolgung wegen Hochverrats gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten einzuleiten, Staatsbudget, Zahlungsbilanz und Wechselkurs Eine Betrachtung über das Räderwert der tapitalistischen Volkswirtschaft Bon Prof. Emil Lederer, Heidelberg. In allen englischen Zeitungen lesen wir lange Artikel barüber, daß die Wirtschaft in der Welt nicht in Ordnung tommen fann, bevor nicht die Defizite aus den Staatsfinan zen verschwinden. Und auch in Amerika vertreten einflußreiche Geschäftsleute den Standpunkt, man dürfe in Europa überhaupt kein Geld mehr anlegen, solange die Staatswirtschaft der europäischen Nationen in so hohem Grade passiv sei. Welches Interesse haben die Ausländer daran, das unser Budget in Ordnung tommt? Sind Sie doch sollte man meinen um so stärker, je schwächer wit werden? Daß die kapitalistischen Auslandsmächte für unsere wirtschaftliche Gesundung besorgt zu sein beginnen, ist ein Anzeichen dafür, daß ihre Interessen mit den unsern verflochten find. In welcher Weise ist das der Fall? Alle großen Staaten find an einer baldigen Bele. bung bes Welthandels interessiert, um so mehr, als die schleichende Krise die unverfäuflichen Warenlager in erschreckender Weise anschwellen läßt. Sie tönnten sich ja und Amerika scheint das zu wollen zeitweise eine Erleichte rung verschaffen, indem fie Waren ausführen und den Kaufpreis borgen. Solange diese Forderungen in faufmännischem Sinne gut, d. h. ficher find, ist der Industrielle zufrieden. Auch wenn er fein Geld erhält, so schließt doch seine Bilanz günstig ab. Aber er weiß auch sehr genau, daß er nicht auf die Dauer borgen darf. Er würde sich selbst betrügen, da die Rückstände bald anschwellen würden und er nicht hoffen könnte, jemals wirklich die volle Bezahlung zu erhalten. Der Handel des einen Landes mit dem anderen ist aber nur bie Summierung einer Unzahl privater Geschäftsbeziehungen und wird sich daher nur entwideln fönnen, wenn der Abnehmer wirklich bezahlt. Und bezahlen fann nur, das ist im internationalen Sandel genau so wie im Berkehr innerhalb des Wirtschaftsgebietes- wer verdient, d. h. Waren verkauft: Rohstoffe, Arbeitskräfte, Maschinen usw. schließlich nur mit dem bezahlen tann, was er produziert, bzw. probuzieren läßt, so fann auch eine Volkswirtschaft von der anderen nur faufen, wenn sie mit Waren bezahlt, d. h. also, wenn sie produziert und die Produkte ausführt. Im gewöhnlichen Verlauf des internationalen Geschäfts verkehrs wird sich der einzelne Fabrikant oder Kaufmann nicht darum zu fümmern brauchen, wie groß die Ausfuhr des Landes ist, in welches er seine Waren verkauft. Er wird sich im allgemeinen darauf verlassen fönnen, daß jedes Land im großen ganzen soviel erzeugt als es verbraucht und daher feinen Berpflichtungen nachkommen fann. Denn die kapitalistische Wirtschaftsordnung sorgt ja im großen ganzen und auf die Dauer dafür, daß kein Kaufmann, fein Industrieller mehr Kredit findet als er verdient, also mehr Produkte beziehen fann, als er zu bezahlen vermag. Täuschungen mögen vorkommen, betrügerische Bankrotte( wobei alfo Kapitalisten auf Kosten der Allgemeinheit leben) sind teine Seltenheit, aber im ganzen sind alle Menschen durch ihr eignes Interesse barauf angewiesen, das Gleichgewicht in ihrem privaten Haushalt herzustellen. Da nun die Bilanz der Volkswirts schaft nur die Summierung der Bilanzen aller Privatwirts fchaften ist, so sorgt das gleichmäßige Interesse aller Kapitalisten durch die ganze Welt hindurch dafür, daß sich der internationale Verkehr trotz der Verschiedenheiten der Wäh rung der Produktionsergiebigkeit, der Rechtsordnungen usw., furz trotz aller Trennung des Wirtschaftsgebietes, doch relativ glatt und gefahrlos abwidelt. Aber diese Erwägung ist an einem Punft unvollständig. Die Volkswirtschaft besteht nicht nur aus der Summierung der Einzelwirtschaften, sondern wir müssen auch noch die Wirtschaft des Staates betrachten. Diese kann mit einem Defizit abschließen. Sie hat auch in allen Militärstaaten vor dem Kriege mit einem schleichenden Defizit zu fämpfen gehabt. Daß dieses trotzdem sich nach außen wenig bemerkbar machte lag daran, daß der Staat meist imstande war, das Defizit durch Anleihen im Inlande oder im Auslande zu deden. Dabei haben also die eignen oder fremden Staatsbürger Ersparnisse, die sie auch hätten gebrauchen fönnen, dem Staate geliehen, in der wie sich jetzt zeigt trügerischen Hoffnung, einmal denselben Wert zurückzuerhal ten. Das staatliche Defizit war schon damals ein Anzeichen dafür, daß in der Volkswirtschaft mehr verbraucht als produziert wurde, aber es fanden sich immer Leute, welche dieses Mißverhältnis durch Hingabe von Ersparnissen ausglichen. Die Zeichner russischer, österreichischer, deutscher, aber auch französischer und selbst englischer Anleihen sehen jetzt nur zu deutlich, welcher Täuschung sie unterlagen. Diese Erfahrung ist den kapitalistischen Schichten in die Glieder gefahren. Wenn heute Staaten mit Defizit wirtIchaften, so ist das ein Zeichen dafür, daß im Innern mehr verbraucht als erzeugt wird. Sie können daher ihre Einfuhren nicht mit Waren bezahlen. Soll man ihnen tredis tieren? Woher werden sie denn später bezahlen? Freilich, es wäre ungerecht, heute schon von den Staaten, welche durch einen schweren vierjährigen Krieg hindurchgegangen sind, die sofortige Begleichung all ihrer Verbindlichkeiten aus Einfuhren zu verlangen, aber sie müssen Garantien dafür geben, daß sie es wenigstens in Zukunft werden tun fönnen. Das wird aber nur der Fall sein, wenn sie ihre Volkswirtschaft rasch und zweckmäßig selbst wieder aufbauen. Dann ist auch die Möglichkeit vorhanden, daß sich die Valuta bessert und daß das liefernde Ausland nicht nur am Verkauf der Produkte, sondern auch noch an der Valutabewegung profitiert. Eine solche günstige Entwicklung ist aber unmöglich, wenn die fremde Bolkswirtschaft schlecht wirtschaftet, also mehr verbraucht als sie erzeugt. Allerdings- fie muß das jetzt tun. Dann soll sie wenigstens nur produktiv verbrauchen, also Anlagen schaffen, welche die Produktion in Zukunft steigern werden. Das Defizit im Staatshaushalt aber ist ein Zeichen dafür, daß sie unproduttiv verbraucht. 3war darf man auch da nicht oberflächlich urteilen: die großen De fizite der Eisenbahnen z. B. sind zum großen Teile den Repa raturen und Anschaffungskosten geschuldet, welche die Leistungsfähigkeit des ganzen Betriebes wieder herstellen und Steigern sollen. Die Arbeitslosen- Unterstützungen, deren Betrag meist sehr übertrieben wird, verhüten gefährliche soziale Ausbrüche und sind daher als Versicherungsprämie auch der ausländischen Kapitalisten und ihrer Guthaben bei uns zu betrachten. Hingegen die Ausgaben für die Verwaltung und für die Arme e find unproduktiv, ihnen entspricht weder jetzt noch späterhin eine Steigerung der Erzeugung und insoweit diese Ausgaben nicht aus Ersparnissen der Bevölke rung bestritten werden fönnen, vermindern sie die Zahlungs fähigteit jedes Staatsbürgers und also auch der ganzen Volkswirtschaft. Heute finden sich weder im Jnlande noch im Auslande gutgläubige Kapitalisten, welche wie ehedem ihre Ersparnisse in gutem Gelde an Staaten borgen, damit diese dafür Maschinengewehre und Panzerfreuzer faufen fönnen, späterhin damit einen Krieg führen und ihre Währung ruinieren und die Schulden in einem Bruchteil des ehemals bargeliehenen Wertes zurückzahlen. So erklärt sich der Ruf aller Jndustriellen und Kaufleute: Weg mit dem Defizit im StaatsHaushalt, man muß sparen, um die Maschine des Warenumsages in Gang zu erhalten. So befommt die Forderung nach der Entwaffe nung einen neuen und volkswirtschaftlich vernünftigen Sinn und die sozialistische Politik auf Einschränkung der Rüstungen und Abbau der Militärbudgets erweist sich nicht nur als politisch, sondern auch als voltswirtschaftlich richtig und notwendig. Denn nicht nur das Arbeiten ist imstande, die deutsche Baluta zu heben, sondern das Sparen am richtigen Ort ist ebenso notwendig. Jebe Million weniger für die Reichswehr und die Staatsverwaltung bedeutet eine Hebung des Vertrauens, bedeutet ausländische Krebite und damit Hebung des Wechselfurses und Abbau der Preise. Es ist eben nicht nur wichtig daß, sondern auch woran gespart wird. Aber die Führer der fapitalistischen Volkswirtschaft scheinen die Mechanit ihrer eignen Maschine nicht genau genug zu fennen, und das Volk muß die Beche bezahlen. Die Eisenbahnerbewegung Reine abschließende Verständigung Fast die gesamte Presse sieht in dem Ergebnis der Verhandlungen mit den Eisenbahnern eine Verständigung. Sofern diese Auslegung nicht in der bewußten Absicht, die Deffentlichkeit zu täuschen, geschieht, beruht sie zum minbesten auf einer außerordentlich flüchtigen Beurteilung der Dinge, bei der nur auffallend ist, daß sie gleichzeitig bei Sämtlichen Redaktionen aller Blätter in Erscheinung tritt. Dabei dürfte wohl faum zu übersehen sein, daß schon der Schlußsatz der auch von uns wiedergegebenen offiziellen Meldung die Staffelung und die Höhe der Zulagen ausdrücklich als einen Einigungsvorschlag bezeichnet, den der Staatssekretär Stieler dem Reichsverkehrsminister zur Vertretung in der Reichsregierung empfehlen wird. Es wird weiter gemeldet, daß die Abmachung erst nach der Rückkehr des Reichsfinanzministers Wirth aus Freiburg bindende Kraft erhalten fönne. Er- und mit hat also zunächst das Wort, und ihm die Reichsregierung hat also zunächst das Wort, und nach deren Botum werden die Eisenbahner selbst gefragt werden müssen. Nachdem die Eisenbahner- Gewerk Schaften Urabstimmungen über die Frage des Streits vorGeschichten vom Richter Smidt In unseren Tagen des verschärften Klaffentampfes ist die Justiz zu einer reinen laffen justiz geworden, die im Dienste der Diftatur der Bourgeoisie einsperrt und freispricht. Da ist es vielleicht reizvoll, von patriarqalischen Rigtern zu hören, die auf dem Boben fleinbürgerlicher Verhältnisse nach ihrem gefunden Menschenverstande urteilten und in vielen Ländern und Städten zu finden waren. Bon einem originelleu Richtertyp dieser Art plaubert in anziehender Weise ein Mit arbeiter des Inselschiffs", dem wir die folgende Stizze ents nehmen. genommen haben, erscheint es uns ganz unmöglich, daß sie den Eisenbahnern zumuten können, ein Verhandlungsergebnis bedingungslos zu schlucken. Dem Urteil der organisierten Eisenbahner wollen wir gewiß nicht vorgreifen, aber es erscheint uns doch einigermaßen zweifelhaft, ob sie in den vorgeschlagenen Aufbesserungen ein epochemachende Errungenschaft sehen werden. Die Zulagen sind sowohl für die Beamten wie für die Arbeiter nicht sehr erheblich und sie bleiben vor allem sehr weit zurüd hinter den Forderungen der Eisenbahner, die sich durchaus im Rahmen des Bestrebens hielten, endlich das Eristenz= minimum zu erreichen. So ist die Zulage von 10 Pfg. pro Stunde für die Arbeiter unter Ortsklasse E beim heutigen Geldwert einfach lächerlich. Auch die anderen in Ausficht genommenen Lohnerhöhungen erreichen nach unserer Schäßung nicht das Maß dessen, was angesichts der bestehen den, sehr niedrigen Löhne und Gehälter geboten erscheint. Die Bewegung der Eisenbahner kann somit nicht als durch das Ergebnis der gestrigen Verhandlungen abgeschlossen gelten. Folgende Zuschrift der Ortsgruppe Groß- Berlin des Deutschen Eisenbahner- Verbandes gibt an einigen Beispielen eine Uebersicht über die Gestaltung der Lohnverhältnisse nach dem Einigungsvorschlag und bestätigt unsere Auffassung, daß die Zugeständnisse ungenügend find, vollkommen. Der Vorstand der Ortsgruppe schreibt: Die Gehälter der unteren Beamten betragen in der Gruppe 1, Ortsklasse A der Besoldungsordnung Anfangsgehalt: M. 4000.-, Ortszuschlag M. 2000.M. 6000. Hochst gehalt: M. 6000,-, Ortszuschlag M. 3000.Aufbesserung beim Anfangsgehalt von jährlich. 1200.M. 9000.-. Bisheriger Zuschlag 50 Broz., jest 70 Broz, eine beim Höchstgehalt M. 1800.-. Gruppe 1, Ortsklasse D. Anfangsgehalt: M. 4000.- Ortszuschlag M. 1200.-= M. 5200.- Höchstgehalt: M. 6000.-, Ortszuschlag M. 1760.= 7. 7760.- Bisheriger Zuschlag 50 Broz., jetzt 55 Broz, demnach eine Aufbesserung beim Anfangsgehalt von Mart 260.-, beim Söchstgehalt M. 388.-. Gruppe 4, Ortsklasse A. Anfangsgehalt: M. 5000.-, Ortszuschlag M. 2500.M. 7500,- ochstgehalt: M. 7500.-, Ortszuschlag M. 3500.demnach eine Aufbesserung beim Anfangsgehalt von jährlich = M. 11 000.-. Bisheriger Zuschlag 50 Broz, jest 70 Broz, m. 1500.-, beim Höchstgehalt. 2200.Gruppe 4, Ortsklasse D. Anfangsgehalt: m. 5000.-, Ortszuschlag M. 1450.-= M. 6450.- Höchstgehalt: M. 7500. Ortszuschlag M. 1950.M. 9450. Bisheriger Zuschlag 50 Proz., jekt 55 Proz., demnach eine Aufbesserung beim Anfangsgehalt jährlich von M. 322.50, beim Höchstgehalt M. 472.50. Gruppe 13, Ortsklasse A. Anfangsgehalt: M. 13 200.- Ortszuschlag M. 5000.= 7. 18 200.- Höchstgehalt: m. 20 000.-, Ortszuschlag M. 5000.- M.25 000.-. Bisheriger Zuschlag 50 Proj., jest 70 Broz, demnach eine Aufbesserung beim Anfangsgehalt Don jährlich M. 3640.-, beim Endgehalt M. 5000.1 Gruppe 13, Ortsklasse D. Anfangsgehalt: m. 13 200.-, Ortszuschlag M. 2700.M. 15 900. Höchstgehalt: m. 20 000.- Ortszuschlag M. 2700.- M. 22 700.- Bisheriger Zuschlag 50 Bros., jeht 55 Proz., demnach eine Aufbesserung beim Anfangsgehalt von jährlich M. 795.- beim Endgehalt von M. 1135.Diese Zugeständnisse sind für beide Teile, Beamte sowie Arbeiter, vollständig un genügend und für die ohnehin minimal entlohnten unteren und mittleren Beamten nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ebenso verhält es sich mit den Zulagen von 10-15 fg. pro Stunde für Handwerter und Arbeiter. Auf dieser Grundlage zu einigen ist fast ausgeschlossen. Die Zugeständnisse bringen den Gesamtlohn bei weitem nicht an bas gift engminimum heran. Die Erregung unter den Eisenbahnern ist im Wachsen, und diese Einigungsvorschläge tönnen nicht beruhigend wirken. Die bürgerliche Regierung soll sich nochmals überlegen, daß es ein ernstes Spiel mit dem Fewer ist, wenn den berechtigten Forderungen der Beamtenund Arbeiterschaft nicht im weitgehendsten Maße Rechnung getragen wird. Die Autonomiebestrebungen in Indien. Aus Nagpeur in Indien wird dem„ Temps" unterm 1. Januar berichtet, daß der indische Nationalismus fast einstimmig eine Resolution angenommen habe, welche fich für die Erlangung einer autonomischen indischen Regierung einsetzt. Bei Richter Smidt erschien eine alte Frau: Serr Richter, min Söhn de deit nich god, tönnt Gä em nicht in't Hartmannshus ( so hieß die Besserungsanstalt der Stadt) stecken?"" Wat haav he denn moft?" fragte Richter Smidt. Mott?" Dicho, id meen, har he stohlen?"- Stohlen? Min Söhn stehlen? Ne, Herr Richter!" Denn tann id em nich bruten," sagte Richter Smidt,„ stohlen mutt he hebben!" Ein Mann hatte nach turzem Wortwechsel einem andern eine Ohrfeige gegeben und stehenden Fußes eine ebensolche wiederbetommen. Aber der zuerst Geschlagene begnügte sich nicht mit In einer unfrer alten Sanfeftädte lebte in der letzten Hälfte des dieser Vergeltung, sondern verklagte den Feind vor Gericht, vorigen Jahrhunderts ein Richter namens Smidt. Er war wohl Richter Smidt sah, daß bei der Sache nichts heraustam, und ging der volkstümlichste Mann der Stadt, nicht nur weil er seit unvor auf den Vergleich zu, denn bestraft müßten sie sonst beide werden, denklichen Zeiten seines damals in jener Stadt mehr als anders fagte er. Aber der Kläger machte geltend, daß er in der Notwo durch Machtfülle verklärten Amtes waltete, sondern vor allem wehr gehandelt habe und daß der, welcher angefangen, jedenfalls weil er das Herz auf dem rechten Fled trug und, was nicht gerade schwerer bestraft werden müßte, und das jei ihm genug. Als war, trumm nannte, weil er als Richer lieber seinen gefunden tein 3ureden half, sagte der Richter Smidt:„ Min Jung, bu büst Menschenverstand zu Rate zog als die papiernen Paragraphen, doch' n Christ?"„ Dscho, Herr Richter."- ,, Un du left doch in den Vergleich mehr liebte als das Urteil und die trockenen Verde Bibel?" Dicho, Herr Richter."" Un dor steit boch handlungen gern durch einen guten Witz würzte; denn er hatte schrewen, so dir einer einen Streich auf die linte Bade gibt, dem von Haus aus Humor, und, was noch seltener ist, er buldete ihn reiche auch die rechte dar. Du mußt doch dohn, wat in de Bibel steit!" Der Kläger geriet bei diesem Argument endlich ins Schwanken, und den Augenblid pflegte Richter Smidt zu nutzen: ehe sich's der Mann verfah, hatte er schon seinen Namen unter den Vergleich gesetzt. Aber zufrieden war er über den Ausgang nicht und kraute sich am Kopf. Da flopfte Richter Smidt ihm auf die Schulter:„ Min Jung, wenn di wedder mol eener wat deiht, denn hau em man wise; wat dorower in de Bibel steit, is all dumm Tüg." bei andern. Ueber diesen guten Richter nun waren schon zu Lebzeiten viele heitere Geschichten und Anekdoten im Schwange, und nach seinem Tode häufte das Bolt, wie es auch sonst zu tun pflegt, auch frem den Wiz und Humor auf ihn, so daß sich endlich ein ganzer Geschichtenkreis um seine Gestalt bildete. Einige von diesen Döntjes wie man derlei an der Wassertante nennt-wollen wir hier aufzeichnen, wie wir Sie in unserer Jugend gehört haben, ohne dafür einzustehn, daß sie alle wirklich vom Richter Smidt her stammen. Ein altes Fischweib war von Richter Smidt verurteilt worden, weil es einige Nachbarinnen mit höchst unflätigen Worten beschimpft hatte. Das tun die Fischweiber heute noch gern, wie man fich leicht überzeugen fann, wenn man in jener alten Sansestadt über den Fischmarkt geht. Aber das Fischweib hatte sich, was ja gleichfalls heute noch vorkommt, aufs Leugnen gelegt und setzte ihren Protest auf dem Flur vor dem Verhandlungszimmer frei schend fort:„ Ja lot mi dat nich gefallen, id will min Recht hebben, min Recht will id hebben!" Blöglich wurde die Tür aufgerissen, und Richter Smidt stedte seinen Kopf in die Spalte: Wat willt Sä hebben? Aehr Recht willt Sä hebben? Bon Recht fann hier gor feene Rede fin!" Und die Tür flog wieder zu. Ein Mann hatte einem Nachbarn, mit dem er in Feindschaft lag, einen Schabernad spielen wollen. Als er spät abends heimtehrte, schlich er sich auf die vor dem Hause des Nachbarn gelegene Beranda und verrichtete dort nachdrücklichst seines Leibes Notdurft. Aber der Nachbar und seine Frau hatten das schändliche Tun durch eine Spalte des Fensterladens beobachtet; sie holten einen Nachtwächter, stellten das Geschehene fest und verklagten den Missetäter. Die Sache tam vor Richter Smidt. Er ließ sich den Fall genau auseinandersetzen, schmunzelte innerlich ein wenig und sagte:„ Worum hebbt Ji denn dat Ding nich eenfach wegnomen, denn wär't doch in Ordnung?"-„ Dicho, Herr Richter," sagte der Kläger, dat wull id of, ober dor seggt min Fru to mi, nä, seggt min Fru, dat bliwt dor liggen, dat is'n Freten for Richter Smidt!" Berteidigung der 2. Internationale Nach einer Amsterdamer Meldung der„ Telunion" hat der von der britischen Arbeiterpartei auf Beranlassung des im Juli 1920 den Wiederaufbau der Internationale an die sozialistischen und in Genf abgehaltenen Kongresses eingesezte Unterausschuß für fommunistischen Parteien der Welt ein Schreiben gerichtet, in dem die zweite Internationale entschieden verteidigt wird. Es wird der Befürchtung Ausdrud gegeben, daß durch das Feh Ien einer einigen Internationale piele guten Gelegen heiten zum Eingreifen ungenug vorübergehen. Der Brief fordert alle Parteien auf, jede Zersplitterung zu ver Ansichten. Der Ausschuß wird alsdann erwägen, wie er am meiden. Er bittet die einzelnen Gruppen um Mitteilung ihrer besten die ihm vom Kongreß zugeteilten Aufgaben erfüllen kann. nationale widerlegt. In den historisch entscheidenden Jahren Diese Anschauungen find durch die Geschichte der 2. Inters hat sie sich aktionsunfähig erwiesen und, was sich wähmeisten ihr angehörigen Parteien während der Revolution rend des Krieges gezeigt hat, hat ihr Verhalten und das der bekräftigt. Neukonstituierung der französischen Partei Die französische sozialistische Partei, die sich nach der Abspaltung der Kommunisten zu einer eigenen Organisation tonstituiert hat, und welche die Anhänger der 2. Internationale unter Führung von Leon Blum und der bedingten Anhänger der 3. Internationale unter Führung Longuets umfassen, wählten zu ihrem Generalsekretär Paul Faure, zum stellvertretenden Sekretär bruar wird ein allgemeiner Kongreß der Partei einberufen, die Rougier und zum Schahmeister Grandvallei. Für den 13. Feauch auf dem internationalen Sozialistentongreß in Wien, her am 22. Februar beginnt, vertreten sein wird. Die französische fommunistische Partei hat bei den Wahlen für ihre Leitung Rodin zum Generalsekretär ernannt. Frossard und Loriot wurden zu Sekretären gewählt. Marcel Cachin bleibt als Leiter der Humanité" tätig. Im„ Echo de Paris" wird die Frage aufgeworfen, welcher der beiden nach dem Kongres in Tours entsandten sozialistischen Parteigruppen die„ Sumanité als Eigentum zufallen werde. Man erachtet es als wahrscheinlich, daß die Generalversammlung der Aktionäre für die Beibehal tung der bisherigen Leitung sich aussprechen wird, so daß die „ Sumanité" das Parteiblatt der neugegründeten Mehrheitspartei bleiben wird. England und Irland De Valera wieder in Maud Es bestätigt sich, daß der Sinnfeinerführer De Valera, der seinerzeit nach Amerika floh und dort mit großem Erfolg für die irische Sache geworben hat, wieder in Jrland weilt. Wie das „ Hollandsch Nieuwsbureau" aus London meldet, stellt sich jetzt heraus, daß die Ankunft De Valeras in Jrland der englischen Regierung nicht unbetannt war. Sie will ihm auch völlige Freiheit lassen in Uebereinstimmung mit dem von Lloyd George vor einigen Wochen gegebenen Versprechen. Man hält es für wahrscheinlich, daß das irische Parlament dieser Tage zu sammentritt und eine Delegation ernennt, um eine friedliche Lösung der irischen Frage mit der englischen Regierung zu bes raten. Die Berhandlungen, bie bereits zwischen Regierung beamten und Bertretern der Sinnfeiner gerunt worden find, haben den Weg für einen Vergleich geebnet, und man glaubt nicht, daß De Valeras Antunft in Jrland dessen Ber suche ungünstig beeinflussen wird. Die englische Regierung das gegen scheint bereit zu sein, einiges Entgegenkommen zu zeigen und den Forderungen der Sinnfeinführer einigermaßen gerecht z werden. Die Forderung nach einer irischen Republik wird man aber fallen lassen müssen. Die englische Regierung glaubt, daß das Homerulegesetz den Jren genügende Entwidlungsmöglich teiten für ihre Nationalität gibt. Lloyd George verhandelt mit De Valera Wie„ Evening Standard" mitteilt, habe man in der Downing Street erklärt, Lloyd George sei bereit, dirett mit De Valera zu verhandeln, wenn er den Beweis erbringe, daß er die Mehrheit des irischen Volkes hinter sich habe und für fie sprechen könne. Es gibt noch piele Geschichten vom Richter Smidt. Seine letzten Worte wollen wir zum Schluß noch aufzeichnen. ihren Söhnen, auch wenn die selbst schon weiße Bärte haben, Richter Smidt gehörte zu den Vätern der alten Schule, die an Laß dich da nicht auf ein! Du verlierst da noch dein Geld bet, immer etwas aussehen müssen: Laß das doch! Muscha nich! usw. Als nun Richter Smidt zum Sterben tam und, von all seinen Kindern und Kindestindern umgeben, dalag, überschaut er im Geiste noch einmal sein langes Leben und sagte dankba ,, Nu ward dat dscho woll Tid! Jd hebb min Deel von haart!" Dann tat er einen tiefen Seufzer und fiel zurüd. Sein ältester Sohn, der in letzter Zeit sich vom Vater ein wenig ferngehalten, da er des ewigen Zuremtgewiesenwerdens in seinem Alter fatt war, beugte sich liebevoll über den Vater, um zu sehen, ob et vollendet habe. Aber da tam es mit letter Kraft heraus: Uemmer so nigierig, ümmer so nigierig!" Dann starb Richter Smidt. Das Verbot des„ Reigen" aufgehoben Das Urteil im Prozeß des Kultusminifteriums gegen die Dire tion Ensoldt wurde heute gesprochen. Die einstweilige Verfügung ist. aufgehoben, der Reigen" freigegeben worden. Wir tommen auf den Fall noch zurüd. " Der Kampf gegen Toller. Die bayerische Regierung hat nun mehr nicht nur die öffentlichen, sondern auch die ges schlossenen Aufführungen von Tollers Drama„ Malle Mensch" verboten, die die Nürnberger Gewerkschaften veranstalten wollten. Das beweist, daß die bayerischen Regierungen auch die legten Reste bürgerlicher Freiheit, die schon vor dem Kriege un antastbar waren, beseitigt hat. Toller wird butch den Schuh verband Deutscher Schriftsteller( Gewerkschaft Deutscher Schrift steller) den Kampf gegen diesen Gesetzes- und Verfassungsbruch aufnehmen lassen. ein episches Wert in Terzinen, an dem Gerhart Hauptmann fel Eine epische Dichtung von Hauptmann. Der große Traum heißt feit Jahren arbeitet. Die Dichtung spiegelt in großen Visionen un Phantasien die fulturelle Entwidlung der Menschheit wieder. Ja nuar vorlesen. Das Universitätsstudium der Bolfsschullehrer. Der preußische Unterrichtsminister teilt mit, daß die Verordnung vom 19. Gep tember 1919 betr. Zulassung von Volksschul-( Mittelschul-) Lehrern und Lehrerinnen zum Universitätsstudium nur für das Studium preußischer Lehrer und Lehrerinnen an preußischen Sonntag vorm. 10 Uhr große Protesttundgebung der Eisenbahner im Luftgarten Deutscher Eisenbahner- Verband Groß- Berlin Der europäische Brandstifter Wilhelm II. als Kriegstreiber Immer mehr lichtet sich das Dunkel, in der die Vorgeschichte des Weltfrieges gehüllt war, immer deutlicher tritt zutage, baß die imperialistischen Zetteleien der internationalen Diplomatie untrennbar mit der Katastrophe vom August 1914 verknüpft sind. Insbesondere wird die Rolle der von Wilhelm II. fommandierten deutschen Diplomatie, die in den Jahrzehnten vor dem Weltkriege überall die Rolle des Brandstifters spielte, immer deutlicher erfennbar. Einen interessanten Beitrag zu diesem Kapitel liefern die gegenwärtig in der„ Bossischen Zeitung" zum Abdruck gelangenden Memoiren des Grafen Witte, der bekanntlich lange Zeit leitender Minister Nikolaus II. war. Witte berichtet über den Besuch Wilhelms II. Ende Juli 1897 in Petersburg, gibt Einzelheiten seiner Unterredungen mit schwächt. Für diejenigen, die den extremen Nationalis= mus anbeten, ist Kaiser Wilhelm ein Musteridea! eines hervor ragenden Herrschers. Er schreckt vor nichts zurüd, wenn es sich um das Wohl des Volfes und des Landes, das er beherrscht, handelt.(?!) Am Schluß der Manöver bei Reval, im Sommer 1902, bei denen beide Kaiser anwesend waren, nahm Kaiser Wilhelm Abschied, mit folgenden Worten:„ Der Admiral des Atlantischen Ozeans sendet seine Grüße de m Admiral des Stillen Ozeans," was in flarer Sprache ungefähr das heißen soll:„ Ich versuche, die Atlantit zu beherrschen; was Dich anbetrifft, so rate ich Dir. zu verinchen, der Herr des Baziji! zu werden, und bin bereit, Dich in diesem Unternehmen zu unterstügen." In den Depeschen, die Kaiser Nikolaus an den Statthalter des fernen Ostens 1902 und im folgenden Jahr sandte, tommt wirklich offen der Wunsch zum Ausdruck, eine herrschende Stellung im Bazifit zu erlangen. Ich zweifle nicht daran, daß diese unfelige Gedantenzihtung teilweise dem Einfluß Wilhelms auf unseren Kaiser zu= zuschreiben ist." Die hier wiedergegebenen Einzelheiten über die UnterhandWilhelms II. mit dem Zaren ergänzen in sehr wir Groß- Berlin Das Ortsgesetz für die Bezirksämter Der am heutigen Nachmittag stattfindenden Stadtverordnetens versammlung liegt auch der Eríaß eines Drts geseges über die Zusammensehung der Bezirksämter und die Besoldung ihrer Mits glieder zur Beschlußfassung vor. In seiner Begründung der Borlage betont der Magistrat, daß bei der Festsetzung der Zahl der Mitglieder der Bezirksämter für die größeren und größten Bezirke davon auszugehen sei, der 3medmäßigkeit und den Grundsätzen einer richtigen Finanzgebahrung entsprechend die Zahl der besoldeten Mitglieder so zu beschränken, wie es nach Lage der Sache irgend tunlich ist und, so= weit das Bedürfnis es verlangt, die notwendige Zahl der Arbeits fräfte im Bezirksamt durch unbesoldete Mitglieder zu er dem deutschen Kaiser wieder, der Rußland für die Aufrichtungsvoller Weise das Bild, das die auf Entfesselung friege- gänzen. An Neukölln und Charlottenburg als den tung einer Zollmauer gegen Amerika gewinnen wollte, und fährt dann fort: Während dieses Aufenthaltes des deutschen Kaisers in Petershof fand ein Ereignis statt, das bie weittragendsten Folgen für die weitere russische Geschichte hatte. Das wurde mir dann später vom Großfürften Alexej Alex androwitsch erzählt. Als beide Kaiser allein aufs Land fuhren, so erzählte unser Kaiser später dem Großfürsten, fragte der deutsche Kaiser, ob Rußland vom chinesischen Hafen Kiautschou irgendeinen Gebrauch machen tönne. Er möchte nämlich diesen Hafen gern besehen und ihn als eine Basis für die deutsche Schiffahrt benuhen, möchte aber diesen Schritt nicht ohne sein, Ritolaus', Einverständnis unternehmen. Kaiser Nitolaus sagte dem Großfürsten nicht, ob er sein Einverständnis erteilt habe, erzählte ihm nur, daß sein Gast ihn in eine sehr unangenehme Stellung brachte, und daß die ganze Geschichte ihm außerordentlich unangenehm war. Ich zweifle nicht daran, daß Kaiser Ritolaus, der außerordentlich wohlerzogen ift, es unmöglich fand, das Ersuchen seines Gastes glatt abzu lehnen, und daß legterer seine Haltung als eine indirekte Bestätis gung und Zusage deutete. Bald nachher fuhren deutsche Kriegsschiffe in den Safen von Kiautschou. Ich Bemerkte nicht ohne Verwunderung, daß die Nachricht von dieser Besitznahme unserm damaligen Minister des Aeußern Grafen Murawiew nicht als eine vollkommene Ueberraschung vortam. Die Besignahme von Kiantschon war ein Signal für unsere Befignahme von Port Arthur und Da- Lyan- Bang. Es war das erite Glied der Kette, die zum verhängnisvollen Japanischen Kriege führte. was Als ich erfuhr, daß trog meines verzweifelten Widerstandes wir beschlossen hatten, diese beiden chinesischen Säfen zu besetzen, eine flagrante Berlegung sowohl unserer Versprechen an China als unserer traditionellen Politik im fernen Often war, ging ich direkt zum deutschen Ges sandten Tschirschka und bat ihn, seinem Kaiser zu telegraphieren, daß ich im Interesse sowohl von Rußland als von Deutschland ernstlich befürworte, daß die Deutschen Kiautschou räumen sollen, wenn die Schuldigen bestraft worden sind und China eine Entschädigung gezahlt haben wird. Sonst würde dieser Schritt ganz fürchterliche Folgen haben tönnen. Nach einigen Tagen brachte mir Tschirschty folgendes Telegramm des Kaisers: " Sagen Sie Witte, daß, wie aus seinem Telegramm hervorgeht, einige sehr wesentliche Einzelheiten der fraglichen Angelegenheit ihm unbekannt sind. Ich kann daher seinem Rat nicht folgen." Einige Zeit später gab Graf Murawiew mir zu, daß wir„ unüberlegt unsere Zustimmung zum Schritt gegeben haben, den Deutschland unternommen hat". Der Lauf der späteren Ereignisse überzeugte mich, daß es der Wunsch der deutschen Diplomatie und des deutschen Kaisers felbe war, uns, tofte es, was es wolle, in Abenteuer im fernen Often zu stürzen, so daß fie freie Sand in Europa bekommen. Es soll dabei erwähnt werden, daß Kaiser Wilhelm auch für den Burentrieg teilweise verantwortlich ist. Er ermutigte den Präsidenten Krüger, indem er ihm ein außerordentlich demonstratives und provozierendes Telegramm schickte. Als der Krieg nun ausgebrochen war, zog er sich bistret in den Hintergrund. Auf diese Weise wurde die TransvaalRepublit zerstört und England für eine Zeitlang bedeutend geUniversitäten gilt. Lehrer und Lehrerinnen aus anderen| deutschen Ländern dürfen an preußischen Hochschulen nur dann immatrikuliert werden, wenn jene Staaten die Lehrer unter denfelben Bedingungen wie Preußen gleichfalls zum Hochschulstudium zulassen und gegebenenfalls an den von ihnen unterhaltenen Hochschulen auch die preußischen Lehrer und Lehrerinnen als vollberechtigte Studierende. Soweit es sich um Angehörige von Länbern ohne Hochschulen handelt, fann eine Entscheidung über die Zulassung nur von Fall zu Fall getroffen werden. Das Ende der englischen Landschaft. Das Bild ber englischen Landschaft, das so oft von britischen Dichtern bejungen und Malern gemalt wurde und auf das der Engländer so stolz war, hat sich in den lezten Jahren vollkommen geändert. Das, was man früher als die typische englische Landschaft bezeichnete, gibt es nicht mehr. Dies betont Arthur Mothersole in einem Londoner Blatt: Die einzelnen Bäume, die die Felder und Wegraine um rahmten, find niedergehauen, und ebenso find die blühenden Heden, die uns so sehr erfreuten, dem Erbboden gleichgemacht. Das Unterholz, das vielfach die Einförmigkeit der Rasen unters brach, ist ausgerobet, weil Kohle teuer ist. Wo neue Baumpflan zungen angelegt waren, da werden jetzt meistens Eschen gewählt. Während man früher Eiche für unsere Flotte brauchte, verlangt man jezt Elche für die Flugzeuge. Die Eiche ist aber nicht o malerisch wie die Eiche und verändert das Landschaftsbild. In Oftengland verschwinden die Schafe mehr und mehr. Es wird immer schwieriger, für diese stimmungsvollen„ Staffagen" unserer Landschaft im Winter Nahrung zu finden. Ein grimmiges Schlachten hat unter den zarten Lämmern aufgeräumt. An den Gräben und um die Felder herum findet man teine Blumen mehr. Der Bauer, der in unserer Beit praktisch und betriebsam geworden ist, duldet solches Unkraut" nicht mehr, weil es für das Wachstum des Kornes schädlich sein soll. Zum Zwecke der besseren Bewässerung sind die Flüsse und Gräben gesäubert wor den, und die Fülle von Wasserpflanzen, die den Spiegel ber Flüsse und Bäche mit einem romantischen Schleier verhüllte. ift perschwunden. Der Gutsbesiker. ber die Landwirtschaft als Wis= senschaft betreibt, hat fein Gefühl für die alten liebvertrauten Werte unferes Landschaftsbildes. 3u welcher Kahreszeit man fie auch betrachten mag, unsere alte idyllische englische Landschaft ist bahin!" Die Schilderung zeigt, wie die wirtschaftlichen Verhältnisse bas Landschaftsbild verändert haben. Die Landschaft wird nun wieder eine ganz neue Art Bilder und Gedichte schaffen so daß hier ein hübscher Beitrag für die materialistische Geschichtsauffassung vorliegt. Denn die neue Kunst wird wie immer Tekten Endes auf der neu entstandenen ökonomischen Grundlage fußen. Ein Institut für physikalische Grundlagen der Medizin ist als erste Einrichtung dieser Art in Frankfurt a. M. gegründet worden. Zugleich wurde eine Professur für dieses bisher auf deutschen Universitäten noch nicht vertretene Fach geschaffen. Wie Prof. Dr. Friedrich Dessauer in der Münchener Medizinischen Wochenrischer Konflitte berichtete Tätigkeit des Admirals des Atlantischen Ozeans" bietet. Wenn die Nationalisten und Patrioten" aller Schattierungen noch heute über die„ Einfreisung" Deutschlands durch die Entente zetern, so unterschlagen sie die Tatsache, daß Wilhelm II. durch seine größenwahnsinnige imperialistische Politit die Isolierung DeutschZusammenbruch selbst heraufbeschworen hat. lands und damit seinen militärischen und wirtschaftlichen Die Reichsgründung Schlichte und stille Schulfeier Jm preußischen Kultusministerium scheint es sehr naiv zuzugehen. Die Reichsregierung hat in einem Rundschreiben an die Landesregierungen die Bitte" ausgesprochen, man möge veran lassen, daß am 18. Januar in den Schulen die Gründung des Reiches gefeiert werde. Dieser Wunsch ist dem Unterrichtsminister in Preußen Befehl. brudsvoll durch eine dem Ernste der Zeit entsprechende Er ordnet an, daß der Tag, in allen Schulen würdig und ein schlichte und stille Feier" begangen werde. Der Unterrichtsminister ist der Meinung, daß im deutschen Bolte das„ Bewußtsein seiner Einheit" von Bismards Säbel unseres gesamten Boltes heraus gestaltet" werden könne. lebendig sei, und daß die Feier darum aus bem Empfinden Dann fährt der Erlaß fort: Jede Ausnuzung der Feier zu parteipolitischen Zweden, insbesondere zur Berherrlichung der früheren Staatsform, ist daher unbedingt zu unterlassen. Angesichts unserer inneren und äußeren Lage spreche ich die bestimmte Erwartung aus, daß in diesem Sinne von allen beteiligten Stellen verfahren wird. Der Unterricht fällt an diesem Tage nicht aus." Unter den preußischen Oberlehrern jener Kategorie, die sich als wichtigste Tragpfeiler der Hohenzollernherrlichkeit fühlten und noch immer fühlen, die, jezt mehr denn je, in der Schule nur eine Pflegestätte altpreußischer Gesinnung fehen und sie bilden die Mehrheit dieser Gattung von Zeitgenossen wird es ein fchallendes Sohngelächter geben über diesen Unterrichtsminister, der ihnen zumutet, die Feier zu begehen ohne Berherrlichung der früheren Staatsform", der aber niemals wagen wird, auch nur gegen einen dieser Gesellen vorzugehen, der etwa doch gegen diese Anordnung verstoßen sonte. Aufstellung der preußischen Wählerlisten. Die Anordnungen für die fofortigen Vorbereitungen zur Aufstellung der Wählerlisten für die Landtagswahlen in Breußen sind nunmehr ergangen. Aufzunehmen sind in die Wählerlisten alle Wähler, welche bis zum 20. Februar d. Js. das 20. Lebensjahr vollendet habent. Die preußischen Kafernen zu Wohnzweden. Die Verkleinerung des deutschen Heeres von 800 000 auf 100 000 Mann hat die Heeresverwaltung veranlaßt, in 138 bisherigen Garnisonstädten 145 Kasernen und 200 andere Gebäude freizugeben und sie den Kommunen zur Linderung der Wohnungsnof anzubieten. schrift" ausführt, wird damit den Medizinern eine bisher nicht vorhandene Gelegenheit geboten, ihr physikalisches Wissen zu ver tiefen und ihr physikalisch- technisches Können zu vermehren. Aber auch für Phyfiter und Ingenieure ist die Zusammenarbeit in diesem Institut von Wichtigkeit, denn nur auf diese Weise tönnen die Kenntnisse und Studien über die großen, der Medizin dienen den physikalischen Entdedungen, die Röntgenstrahlen, die LichtStrahlen verschiedener Wellenmengen, die Elektrizität und Radioattivität, vertieft werden. Dame Warum die Preise steigen. Zum Kaufmann tommt eine alte so lesen wir in einem Geschichtenbuch der napoleonischen Beit und bittet um drei Kerzen, das Stüd zu 3 Pfennig wie gewöhnlich. Der Kaufmann aber erklärt ihr, daß infolge des Krieges der Preis der Kerze nun 5 Pfennig betrage, worauf die gute alte Frau in die Worte ausbright:„ Um Himmelswillen, führen sie denn Krieg bei Kerzenlicht?" Tages= Notizen Proletarische Feierstunden. Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, den 16. Januar, vormittags 11 Uhr, im Großen Shauspiel. haule, Karlstraße, ftatt. Eintrittskarten aus M. fnb zu haben im Bureau ber Verbands- Bildungstommiffion, in der Buchhandlung reiheit", Breite Str. 8-90, in ben Zeitungsspeditionen ber Freiheit" und bei den Partei und Gewerkschaftsfunttionären. Boltshochschule Groh- Berlin. Für die Teilnehmer der Reihe 18a: Dr. Bud fegt am 8. und 15. Jan. Kants Grundlegung zur Metaphyfit bez Sitten" fort. Eine Wilhelm- Böllhe- Feier findet anlählich bes 60. Geburtstages von Bölsche Sonntag, 9. Jan., vorm. 11% Uhr, im Neuen Boltstheater statt. Fest rebe: Brof. Sed, Direttor des Zoologischen Gartens. Ferner wirten mit: ber Berliner Lehrergejangperein Kammermusikvereini gung des Blüthner Oresters und Rose Liechtenstein. Theater. Spielplanänderung. Neues Voltstheater: 7., 8. Jan. Berifles von Tyrus mit Paul Bildt. Bortragsabende: Am 9. Jan., vormittags 11 Uhr, findet bie 3. Mittags. perantaltung im Staattigen Schauspielhause Angl mezitaner" tatt. Bortrag: Paul Wiegler. Sierauf Vorlesungen aus Byron, Boe, Rustin, Thaderan, Didens, Swinburne, Wilde und Whitman. Bier Stefan Georgeben de veranstaltet Theodor Stiefens hofer in ber Seseffion. Er lieft am 10., 18., 25. Jan, und 1. Febr. abends 8 Uhr, die Danteübertragung, Teppich des Lebens, Siebenter Ring, Stern des Bundes. Twarbowsti lieft am 11. Jan. Seseffion, Uhr, Novellen des Tobes.( Frant, Seym.) Stunit. Der Bund für Sulkuneustellungen veranstaltet am 28. Jan. unter Teilnahme der Behörben eine neue Ausstellung in einer Berliner Schule. Unter dem Titel Ba uwanblung" hat sich in Darmstadt ein Areis von Architekten aus ganz Deutschland zu einer Arbeitsgemein Ihaft zufammengeschlossen. Sie bereitet eine Architettut- us stel. Iung Darmstabt 1921 vor, um ein zusammenfassendes Bilb der neuen Bauform zu geben. Alcine Mitteilungen. Ife Lastet Silets Ghauspiel Die apper", bas im Deutschen Theater, Berlin, mit großem Erfolge aufgeführt wurde, gelangt im Januar im Albert Theater, Dresden, zur Aufführung. 3n Berlin ist ein neuer rufiler Berlag Stythen"( Eisenacher Str. 10) gegründet worden, bellen Werte russisch, beutsch und französisch erscheinen werben. größten Bezirken lasse sich ermessen, wieviel besoldete und unbe foldete Stadträte zu wählen sein werden. Neukölln habe mit Brig 13 befoldete und 18 unbesoldete Magistrats- bzw. Gemeindevorstandsmitglieder gehabt, Charlottenburg ohne die hinzukommenden Gutsbezirke 11 besoldete und 16 unbe foldete Magistratsmitglieder. Bei sachgemäßer Fortführung der Geschäfte müßten selbst bei der größten Einschränkung dem Berwaltungsbezirk 14( Neukölln) 10 befoldete und 7 unbesolbete Mitglieder, dem Verwaltungsbezirk 7( Charlottenburg) 8 befoldete und 7 unbefolbete Mitglieder zuerfannt worden. Sichere Schlüsse auf andere Bezirke würden aber trotzdem nicht gezogen werben fönnen, weil die Mitarbeit der unbesoldeten Mitglieder. in den früheren Einzelgemeinden verschiedenen Umfang gehabt haben. Nach§ 2 des Ortsgesetzes ist demnach für die einzelnen Ver waltungsbezirke folgende Besetzung vorgesehen: Verwaltungsbezirk 14 10 besolbete, 7 unbefoldete, Verwaltungsbezirk 7, 9 u. 11 8 befoldete, 7 unbesoldete, Verwaltungsbezirk 1-6, 12 u. 17 7 besoldete, 6 unbesoldete, Verwaltungsbezirk 8, 15, 19 u. 20 7 besoldete, 4 unbesoldete, Verwaltungsbezirk 10, 13, 16 u. 18 5 befoldete, 4 unbefoldete. An Gehalt sollen beziehen vom Tage des Dienstantritts ab die Bezirksbürgermeister 25 000 M. und 5000 M. Ortszulage( ohne Alterszulagen), beren Stellvertreter ein Gehalt von 22 000. und 5000 M. Ortszulage( ohne Alterszulagen) und die Bezirksstadträte ein Gehalt von 13 200 M. und 5000 M. Ortszulage bis 20 000 Mart Gehalt und 5000 M. Ortszulage mit zweijährigen Alterszulagen von zweimal 2400 M. und zweimal 1000 M. Hierzu treten der jeweilige Teuerungszuschlag und die Kinderbeihilfe nach den Staatlichen Sägen. Dieser Entwurf dürfte von der Stadtverordnetenversammlung mohl sofort einem Ausschuß überwiesen werden, der dann das Gesez einer späteren Versammlung zur endgültigen Beschluß fassung zuweist. Neuregelung der Biersteuer Der Steuerausschuß der Berliner Stadtverordnetenver Jammlung hat am Mittwoch abend seine Beratungen unter dem Borfth des Stadtv. Bruns fortgesetzt. Die Verabschiedung der Wohnungslurussteuer soll in zweiter Lesung am Sonnabend nach mittag stattfinden. Angenommen wurde die Magistratsvorlage über die einheitliche Regelung der Biersteuer in der neuen Stadtgemeinde Berlin. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung wurde gegen diese vom Magistrat vorgeschlagene Erhöhung Oppo fition gemacht. Man ging davon aus, daß das Bier abermals in Berlin erheblich verteuert werde. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte aber der Vorlage zu, da eine einheitliche Regelung für Groß- Berlin notwendig erscheint und die Befürchtung von der Berteuerung des Bieres vollständig unbegründet ist, da die Steuer dazu viel zu geringfügig ist. Einzelne Gemeinden erheben nämlich in Berlin bereits schon den vom Magistrat Berlin vorges schlagenen Sag von 65 Pfg. pro Hektoliter, weshalb die Richtausdehnung der Steuer auf das ganze Gebiet von Groß- Berlin oder gar ihre völlige Beseitigung nur einem Geschent an die Brauereibesiger gleichkommen würde. Neue Knträge der Kommunisten Die„ Rote Fahne" fündigt neue Anträge der Kommunisten zur Arbeitslosenfrage für die heutige Sigung der Stadtverordneten an. Man wird sich demnach auf ähnliche Szenen gefaßt machen müssen wie in der letzten Versammlung. Nach den Angaben der„ Roten Fahne" richten sich diese Anträge gegen angebliche Verfügungen des Kämmerers Boeß auf Einstellung der Notstandsarbeiten. Die Unabhängige Fraktion hat nie einen Zweifel daran ge lassen, daß sie die engherzige und unsoziale Stellung des Kämme rers zu den Notstandsarbeiten für völlig verfehlt hält und mit aller Entschiedenheit bekämpft. Sie hat überdies den von uns in der heutigen Morgenausgabe veröffentlichten Antrag ein gereicht, der überaus großzügig eine ganze Reihe von wirtschaft. lichen Arbeiten neu in Angriff zu nehmen wünscht, durch den Tau sende von Arbeitslosen Beschäftigung finden würden. Die Anträge der Kommunisten aber dienen nie diesem Tachlichen 3wed, sondern lediglich einer ganz üblen Stimmungsmache. Wäre den Kommunisten an sachlicher Arbeit gelegen, so würden sie in erster Linie von der Möglichkeit Gebrauch machen, in den Deputationen für eine Rückgängigmachung der Anordnungen des Kämmerers zu sorgen. Das würde schneller und leichter zum Ziele führen. Aber an den Arbeiten in den Deputationen und Ausschüssen finden die Kommunisten keinen sehr großen Gefallen. Ihre Taftit, ungezählte Anträge einzubringen, bie in der Stadtverordnetenversammlung einfach nicht erledigt werden können und nur wochenlang die Tagesordnung belasten, ist keine Silfe für die Arbeitslosen, sondern nur eine Störung der Arbeiten der Stadtverordnetenversamm= Iung, die endlich erledigt werden müssen, damit erst einmal der gesamte Verwaltungsaufbau der Einheitsgemeinde in Wirksamkeit treten tann: Daß das bisher nicht geschehen konnte, ist zum erheblichen Teil die Schuld der Kommunisten. Die Belegung des nächtlichen Obbachs ist im Monat Dezember erheblich gestiegen. Es befanden sich im Obdach im Dezember 62 618 männliche und 3 953 weibliche Personen, zusammen 66 571. Die Belegung ist gegen das Vorjahr um mehr als das Dreifache Z ähne 4 u. 7 Mk. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. Zohnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 MR. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise Bolltisch keht er ungefähr auf der Linie der linken Solution Zahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 1. gestiegen. Die höchste Besuchsziffer war der 21. Dezember mit 2336 Personen. Säuglingspflege. Im Kinderhaus findet wieder Unterricht in Säuglingspflege statt mit praktischen Uebungen wöchentlich einmal. Meldungen mündlich von Montag bis Freitag von 10 bis 1 Uhr oder schriftlich im Kinderhaus, Blumenstraße 97. Schulstreit in Moabit. Der Streit an der 82./90. Gemeindeschule um Räumung derselben von der Erwerbslosenfürsorge geht auf Grund eines in überfüllter Elternversammlung am 3. Januar in ber Aula Wildenserstr. 20 erneut gefaßten Beschlusses in ver schärfter Form weiter. Der Grund hierzu lag in einem Schreiben des Prov.- Schulfollegiums an die Beiräte auf. Wer ist der Knabe? Aus der Havel gelandet wurde die Leiche eines 4 bis 5 Jahre alten Knaben, dessen Persönlichkeit nicht festgestellt werden tonnte. Sie wurde nach der Halle in Charlottenburg gebracht. Der fleine Tote ist 80 Zentimeter groß und hat blondgeloctes Haar. Er trug sehr gute Kleidung: einen grauwollenen Sweater mit drei weißen Knöpfen, einen schwarzen Mantel mit Plüschtragen, einen graugelben Schal und schwarze Schuhe mit Ueberzuggamaschen. Vielleicht liegt dem Fund, die noch nicht bekannte Tragödie einer Mutter zugrunde, die mit ihrem Kinde ins Wasser gegangen sein mag. Totgefahren. Die sechsjährige Hertha Strehlte wurde gestern vor dem Hause Ererzierstraße 2a von einem Lasttraftwagen überfahren und schwer verlegt. Man brachte das Kind nach dem Jüdischen Krankenhause, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Die Schuldfrage bedarf noch der Aufklärung. Kein Leichenteil. Der Fund eines vermeintlichen Leichenteiles. beschäftigte seit gestern die Kriminalpolitzet. Frühmorgens sahen Beamte der Schugpolizei auf einem Rundgang durch den Tiergarten in der Nähe des Großen Weges in einem Gebüsch an der Brüdenallee ein Patet liegen. Es enthielt Fleisch, und man vermutete nun, daß es sich wieder um einen Leichenteil handelt, der vielleicht mit dem Knochenfund bei Nitolassee in Zusammenhang teht. Die Untersuchung des Fundes durch die Gerichtsärzte hat jedoch ergeben, daß man es mit Tierfleisch zu tun hat. Auf frischer Tat ergriffen wurden in der vergangenen Nacht ber 24jährige Theodor Barte und der 26 Jahre alte Franz 310binsfi in der Strausberger Straße, als sie mit schweren Säden beladen einer Streife der Schußpolizei begegneten. Sie führten für etwa 3000 M. gestohlenes Gut bei sich. Ueberraschte Glidsspieler. In dem Lotal von Zuglah, Wilhelmtraße 67, wurden drei Personen beim Glüdsspiel überrascht, von benen eine, da fie sich nicht legitimieren fonnte, zur Mache mußte. 523 Mart bares Geld und Spielgerät wurden beschlagnahmt. Ebenfalls drei Personen wurden in dem Lokal von Marta Schult, Lothringer Straße 82, bei verbotenem Spiel ertappt. Sier fielen ben Beamten der Schuhpolizei 682 Mart in die Hände. Acht Goeben erschienen! Bersonen traf man in dem Lokal der Frau Meyer, Speyerer Straße 21, beim Glücksspiel an. Verwaltungsbezirk 6( Sall. Tor). Freitag, 6 Uhr, Bezirkss perordnetenjigung. Die Sigung ist öffentlich, jeder Parteigenosse hat das Recht, zuzuhören. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgegend am Freitag. Mild und iemlich aufflarend, jedoch überwiegend trübe und etwas neblig, mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Gewerkschaftliches = Wandlungen im Wertmeister- Verband Aus Afafreifen wird uns geschrieben: Im Afa- Bund hat sich seit einigen Monaten eine Opposition gebildet, die gegen seine freigewerkschaftliche Betätigung anfämpft und vom Hauptvorstand des Deutschen Wertmeister- Verbandes gebildet wird. Die Mitgliedschaften des Deutschen WertmeisterVerbandes hatten ihre Leitung nach Ausbruch der жеvolution dazu gedrängt, in den Afa- Bund einzutreten. Doch schon gelegentlich der Abwehr gegen den Kapp- Putsch zeigten diese starte Neigung, bei passender Gelegenheit wieder in das Lager der bürgerlichen Angestelltenbewegung überzugehen. Mit dem Einlegen der Wahlen zum Reichstag hat sich die Lage zwischen dem Wertmeister- Verband und der Afa- Leitung verschärft. Der Vorsitzende des Wertmeister- Verbandes fandidierte für die Deutschdemokratische Partei und persuchte seitdem eine Reform des Afa- Programms herbeizuführen. Diese Richtungsfämpfe traten Anfang November auf einer großen Vorständetonferenz besonders deutlich in die Erscheinung. Inzwischen hat der Wertmeister- Berband eine eigene Vorlage für das fünftige Afa- Programm herausgebracht, von deren unveränderter Annahme er seine weitere Zugehörigkeit zum AfaBund abhängig machen will. Vor allem aber sieht der Düsseldorfer Wertmeistervorstand in dem Bekenntnis des Afa- Bundes zum Internationalen Gewertschaftsbund, Siz Amsterdam, eine Verlegung der parteipolitischen Neutralität. Die übrigen Afa- Verbände stehen indes auf dem Standpunkt, daß jede freie Gewerkschaft mit der Zugehörigkeit zum Internationalen Gewerkschaftsbund steht und fällt. Falls der Wertmeister- Verband angesichts dieser Situation seinen Austritt aus dem Afa- Bund vollziehen sollte, so ist damit zu rechnen, daß ein großer Teil seiner Mitgliedschaften und Bezirksvereine dieser Parole nicht folgen, sondern die Einberufung eines Verbandstages verlangen würde. Seitens der Bezirtsvereine liegen beim Afa- Vorstand Anträge vor, ihnen für den Goeben erschienen! Fall eines formalen Austrittsbeschlusses durch den Düsseldorfer Borstand das weitere Verbleiben in den Afa- Ortskartellen bis zum Verbandstag zu ermöglichen. Protokoll des außerordentlichen Parteitages der U.S.P.D. in Halle 1920 Preis 30.- Mt. Für die Organisationen 18.- Mt. Buchhandlung, Freiheit", Berlin C2, Breite Str.8-9. Todesanzeige. Am 4. Januar, 7, Uhr abends, entschlief im Hubertus Brankenhaus in Lichtenberg an den Folgen eines am 31. Dezember vorigen Jahres erlittenen Schlaganfalles, mogu am 3. Januar noch Lungenentzündung hinzutrat, ber Hauptkaffierer des Verbandes der Brauerei und Mühlenarbeiter August Hapke im 56. Lebensjahre. Die Organisation verliert in dem Berschiedenen einen gewiffenhaften und pflichttreuen Ans geftellten und feine Mitarbeiter in der Hauptverwaltung einen lieben Freund und allseitig gefchäßten und geehrten Kollegen. Die Einäscherung findet am Sonnabend, ben 8. Januar, nachmittags 1 Uhr im Krematorium, Baums fchalenweg, Kiefholzstraße, statt. Der Berbandsvorstand des Verbandes der Brauerets u. Mühlenarbeiter und verwandten Berufsgenoffen. U.S.P.D. Weißensee. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Mon tag, den 3. Jamuar der Genoffe Karl Salzmann Gruppe 26, verstorben ist. Ehre fetnem Andenken. Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. Jan., nachm. 3 Uhr, auf dem Weißenfeer Friedhof in Der Falkenberger Straße Natt. Rege Beteiligung er wünscht. Der Borstand. U.S.P. Neukölln 17. Bezirk An den Folgen feiner Kriegsverlegung verftarb unser Genoffe Karl Rack Die Beerdigung findet am Freitag, d. 7. Januar, mittags 12 Uhr, Garnisonlazarett Dom Bots dam, aus ftatt. Bug dort hin fährt 10 vom Pots damer Bahnhof. Händler gesucht für den Bertrieb aktueller Broschüren Buchhandlung Freiheit". Die Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten veranstaltet am Sonntag, den 9. Januar, abends 7 Uhr, in der Aula, Weinmeisterstr. 15, einen Unterhaltungsabend mit Lichtbildern über das Thema: Unsere schöne Heimat"( Gesang, Rezitationen, Bortrag). Eintritt 99 Pfennige. Berlin, Universitätsstraße 2-3a, bestehen Streitigkeiten zwischen Ein vornehmer Arbeitgeber. Bei der Firma Cohrs u. Ammé, Stoffe Hr Herren- Anzüge, Ulftes, Baletots, Damen- Roftlime, Meter 50.-, 100.-, 150.-, 200,- Mark. 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Seit dieser Zeit fühlt sich der hiesige Leiter, ein Profurist Herr Hutfils, bemüßigt, die bei uns organisierten Kollegen in der unanständigsten Weise zu sahifanieren. Redens arten wie:„ Ich werde Sie schon treten, daß Sie am Leben verzagen" oder„ Sie sind eine ganz gemeine Person" sind an der Tagesordnung. Dieser Serr scheint der Ansicht zu sein, daß der Kasernenhofton auch eine Umgangsform für hochgebildete kaufmännische Angestellte ist. Die Organisation warnt ihre Kollegen aus der Speditionsbranche sich bei obiger Firma anstellen zu lassen. Buchbindereiarbeiter und sarbeiterinnen! Die beiden Firmen, Greve, Ritterstraße 50, Deutsches Druds und Verlagshaus, Linden Straße 26, find wegen Differenzen für Verbandsmitglieder gesperrt. Arbeitsaufnahme in den obigen Betrieben fäme daher einem Streitbruch gleich. Buchbinderverband. Aus den Organisationen 1. Diftritt. Generalversammlung am Freitag 7 Uhr bei Fleischmann, Studen Straße 110. Ref. Gen. H. Weise: Die Landtagswahl. 4. Distritt. Freitag, 7. Jan., abends 7 Uhr, in der Schulaula, Manteuffel Straße 7 Generalversammlung. Tagesordnung: Die bevorstehende Landtagswahl ( Ref.: Gen. 3ista); Aufstellung ber Kandidaten. Mitgliedsbud legitimiert. 8. Diftritt. Generalversammlung am Freitag 7 Uhr in der Biehhofvörse". Tagesordnung: Die Landtagswahlen und Aufstellung der Kandidaten. Referent: Gen. Mielit. Mitgliedsbach legitimiert. 10. Pritt. Freitag 7 Uhr Mitgliederversammlung in Büttners Festfäle, Schwedter Str. 23. 1. Die prensischen Landtagswahlen; Ref. Gen. Dr. Went. 2. Aufstellung der Kandidaten. 11. Diftritt, 3. Abt. Freitag abend 7½ Uhr Mitgliederversammlung bei Klatt, Bernauer Str. 14. Mitgliedsbuch legitimiert. 11. Diftritt. 3m gesamten Diftrift findet am Freitag abend 7 Uhr ein Ertro zahlabend statt. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Parteigenossen in ihren Zahlabendlotalen unbedingt notwendig. 13. Dirift, 3. Abt. Freitag abend 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Franke, Swinemünder Str. 30. 16., 15. Diftrift and Charlottenburg. Bildungstommiffion. 7 Uhr Sigung bei Kaljer, Goglowstuftr. 34 Heute abend 14. Diftritt. Freitag abend 7 Uhr Gigung der Kinderschuh- und Frauenarbeits Tommission bet Kaiser, Gozlewefyftr. 34. 15. Diftritt. Freitag abend 7 Uhr in der Schulaula Siemenstraße Distrikts generalversammlung. Tagesordnung: Aufstellung von Kandidaten zum Landtag. Lichtenberg. Freitag, abends 7 Uhr, Vorstandssitzung bei W. Günther, Tas Dorferstr. 20. Lichtenberg, 1. Biertel. Die Sigung der Funktionäre muh umständehalber heute Donnerstag abend 7 Uhr bei Monte, Gärtnerftr. 1, stattfinden. Treptom- Baumsgulenweg. Heute 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Gerhardt, Baum gulenftr. 6. Vortrag des Gen. Leid. Funktionärsihung 6 Uhr bei Woges. Weißenfee. Freitag 7 Uhr im Realgymnasium, Wold- Bromenade, Bortrags abend. Ref. Genoffin Sinneder. Thema: Strafgesetzbuch und Gebärzwang. Genossen, sorgt für rege Beteiligung eurer Frauen! Steglig. Sigung der Agitationstommission Freitag 17 Uhr bel Rant. Tages ordnung: Landtagswah! und Landagitation. Erscheinen aller notwendig. Bantow. Frauenfommission. Freitag 7 Uhr Sigung bei Jüttner, Gaillertstr. 25. Bantow. Funktionärfonferenz Montag, 6 Uhr, im Rathaus, Bimmer 17. Settion Beit und Telegraphie. Freitag abend 8 Uhr Funktionärversammlung bei Bomeleit, Boststraße 7. 1. S. ehrez. Sigung am Freitag, 7. Januar, abends 6% Uhr, im Reichss tag, Obergeschoß, Zimmer 15a. Vereinskalender Deutscher Transportarbeiter Berband. Gewerbliche Angeftelte ber Reichse organisationen. Am Freitag, 7. Januar, nachm. 5 Uhr, findet bei Feyfare, Melchiorftr. 15, eine Bertrauensmänner- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Die Ablehnung der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspraches betr. Weih nachtsgratifitation; 2. Welche Maßnahmen haben wir zu ergreifen; 3. Stellung| nahme zur Neumahl der Branchenleitung. Soz Broletarierjugend, Gruppe Often. Freitag 7 Uhr Zusammenkunft in der Schule Petersburger Str. 4, Zimmer 6. Genossen von Frankfurter Borstadt find dazu eingeladen. Ber Berantwortlich für die Rebattion: Emil Rabolb, Berlin. antwortlich für den Inseratenteil: abwig Komeriner, Karlshorft. Berlagsgenofienfchaft Freiheit" e. G. m. b. S. Berlin. Drud ber Freiheit" Truforei G. h. S., Berlin 2. Breite Strake 9-9. Nicht in 6-8 Wochen sondern in 3-5 Tagen werden sämtliche Militär- und Zivilgarderoben gefärbt. Trauersachen binnen 24 Stunden. Schnellfärberel u, chemischeWaschanstalt Moab. 5242 NORD- WEST. Hansa 1075 ( Gatz Gebrüder) Fabrik and Expedition: Alt- Moabit 60. 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 13.- 3. Geschäft: Schönhauser Allee 176.4. Geschäft: Wilmersdorf, Uhlandstr. 74.- 5. Geschäft: Charlottbg., Suarezstr.14-6 Gesch.: Steglitz, Mittelstr.40 Kapitän- Kautabak wieder reichlicher in der früheren guten Qualität zu beziehen burch die bekannten Berkaufsstellen C. Röcker, Berlin. Lichtenberger Str. 22. 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