Einzelpreis 30 Pfg. 4. Jahrgang Dhe Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags we einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Pofte bezug nehmen jämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 suzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. Redaktion, Crpedition und Berlag: Berlin& 2. Breite Straße 89. Dienstag, 11. Januar 1921 Nummer 15 Morgen- Ausgabe Die echtgespaltene Nonpareillegeile ober Beren Raum koftet 5,- 9. einfchließfid Senerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 m., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif Familien- Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gefuche in Wort- Anzeigen: bas fettgedrudite Wort 1,50.. jebes weitere Wort 1.-M. Serafprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4040, 4928 Freiheit Berliner Organ Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Kleinen hängt man.. Kein Tag ohne Justizschmach! Nachdem in den kaum noch aufzählbaren Fällen bürgerlicher und militärischer Rechtspflege fich gezeigt hat, daß in der ,, demokratischen" Republik die Klassenjustiz in noch weit Schlimmerem Maße gehandhabt wird, als es selbst im wil helminischen Staat geschah, will anscheinend das Reichsgericht zeigen, daß es um nichts hinter den Kameradengerichten und den zivilen Spruchkammern zurücksteht. Durch das Wolfffche Bureau wurde gestern abend folgende Meldung verbreitet: Der zweite Straffenat des Reichsgerichts, dr mit der Aburteilung der sogenannten Kriegsverbrecher betraut ist, beschäftigte sich heute mit den drei ersten Fällen dieser Art, und zwar handelte es fich nicht um auf der Auslieferungsliste stehende Personen, sondern um Jolche, deren Straftaten zur Kenntnis des Reichsgerichts gelangt und von diesem nach dem Gesetz vom 5. Dezember 1919 zu erledigen sind. Angeflagt waren der Zimmermann Dietrich Lottmann aus der Gegend von Emden, der Schlosser Paul Niegel aus Berlin und der Schiffer Paul Sangerhausen aus Marienwerder bei Potsdam. Die Angeflagten waren im Oktober 1918 als Pioniere in das belgische Städtchen Edingen, in der Nähe von Lille eingezogen. Am Abend des 30. Oftober hatten sie eine Anzahl von Lofalen besucht, und waren schließlich gegen 12 Uhr gewaltsam in eine Wirtschaft eingedrungen. Nachdem Lottmann den aus feinem Schlafzimmer heruntergeholten Wirt mit einem entsicherten Revolver und Niegel ihn mit einem Seitengewehr bedroht hatten, so daß er auf die Straße flüchten mußte, gingen alle drei Angetlagten nach dem ersten Stod, erbrachen und durchwühlten mehrere Behältnisse und stahlen eine größere Geldsumme, eine Anzahl Wertsachen und warfen Wäsche und Kleider im Zimmer umber. Durch einen Hauptmann und mehrere hinzugekommene deutsche Soldaten wurden die Angeklagten Lottmann und Riegel sofort nach der Tat festgenommen. Die Beweisaufnahme in der heutigen Verhandlung ergab den oben wiedergegebenen Sach verhalt. Das Gericht erkannte alle Angeklagten der Blünderung nach§§ 129 und 133 des Militärstrafgesetzbuches für schuldig und verurteilte Lottmann zu fünf und Niegel zu vier Jahren Zuchthaus und Sangerhausen zu zwei Jahren Gefängnis. Gegen Lottmann und Niegel wurde außerdem auf Ehrverlust für die Dauer von zehn Jahren erkannt. Jahre und Tage find vergangen, seitdem die Schuld der getrönten und ungekrönten Kriegsverbrecher erwiesen ist. Den Hohenzollern, den Ludendorff, Helfferich und Konsorten ist bisher fein Haar gekrümmt worden. Hunderte von Offizieren von hohem und niedrigem Adel, die weit schlimmere Berbrechen begingen, als die jekt in Leipzig abgeurteilten Soldaten, laufen noch immer straffrei herum; die lange Liste Don Kriegsverbrechern, deren Aburteilung die Entente vers langt, liegt dem Reichsgericht schon lange Zeit vor, und die " nationale" Presse ist einig in dem Bestreben, gemeinsam mit den Gerichten die ganze Angelegenheit in eine Komödie zu verwandeln. Endlich aber werden drei Kriegsverbrecher festgestellt und verurteilt, und siehe, es sind drei Prole tarier! Wir wollen deren Taten durchaus nicht entschuldigen und wollen voraussetzen, daß das Reichsgericht nach wirklich objettiver Feststellung der Tatsachen sein Urteil gefällt hat. Aber ist es nicht merkwürdig, daß man gerade Proletarier, bei denen ohne weiteres anzunehmen ist, daß sie den alles verwüstenden Wirkungen des Krieges unterlegen sind, ins Zuchthaus wirft, nichts aber davon hört, daß man mit der gleichen unerbittlichen Strenge gegen höhergestellte Kriegsverbrecher vorgeht? Ist es nicht merkwürdig, daß die Liste der Kriegsverbrecher noch immer irgendwo in einem Aftenbündel verstaubt, daß dagegen die rächende Justiz um so heftiger drei proletarische Sünder anzupaden weiß? Die Kleinen hängt man; hier erweist sich die Wahrheit dieses alten Sprichworts in seinem ersten Teil. Der zweite Teil aber lautet: die Großen läßt man laufen! Wird man nun endlich erfahren, wenn das Reichsgericht mit der gleichen Schärfe auch gegen die wirklichen Kriegsverbrecher vorzugehen gedenkt? Der amnestierte Mörder Unsere Mitteilung über die Begnadigung Vogels, des Mörders Rosa Luxemburgs, hat in der bürgerlichen Presse weniger Beachtung gefunden, wie etwa die Mitteilung über einen Schnupfenanfall irgendeiner Exzellenz. Das führende „ demokratische" Blatt der Residenz, das ,, Berliner Tageblatt", nimmt von dem Vorgang überhaupt nicht Notiz. Die daß diese „ Vossische Zeitung" bemerkt, Amnestierung naturgemäß das größte Aufsehen machen muß, findet aber kein Wort der Verurteilung gegen die Justiz, die mit dem Rechtsempfinden des Volkes Schindluder treibt. Die„ Berliner Volkszeitung" begnügt sich damit, daß sie die Erwartung ausspricht, die Justizbehörden würden zur Begründung dieser haarsträuben den Entscheidung umgehend Stellung nehmen. Lediglich die ,, Welt am Montag" findet fräftige Worte der Verurteilung gegen die Justizschande in Deutschland. Die reaktionäre Presse schweigt oder begnügt sich mit einer furzen informatorischen Notiz. Wozu soll sie reden, wenn die Justizbehörden aus eigenem Antrieb für ihren Die Selbstversorgung GroßBerlins mit Nahrungsmitteln Von Prof. Dr. C. Ballod. Der deutsche Kapitalismus bereitet einen völligen Er brosselungsfeldzug vor, gegen die deutschen Großstädte und damit gegen die verhaßte sozialistische Arbeiterschaft, die sich so sehr gefreut hatte, daß sie endlich die Verwaltung der Großstädte durch neuzuwählende Magistratsmitglieder in die deutschen Revolution zwar Fürsten und Könige und Minis Hand bekommen hatte, nachdem man in der glorreichen sterien gestürzt, Magistrate aber, die in den Städten nahezu die Rolle absoluter Herren Spielen fonnten, ruhig hatte weiter walten und amtieren lassen. Und sie haben genügt, diese Zeit zur Bertrümmerung aller sozialen Ansäße, zur 3ertrümmerung der Kriegswirtschaft, der städtischen Selbsts versorgung, die zwar unvollkommen, tapitalistisch, mangela haft war, aber doch die Bedingungen und Reime zu einer sozialistischen, aufs Wohl des Boltes gerichteten Kommunal politik in sich schloß. Die von Volfes Gnaden neu gewählten Magistrate müssen beinahe in allem und jeden von vorne anfangen. Der Kapitalismus aller Schattierungen in schöner Einigkeit, ob er sich nun demokratisch, oder volksparteilich, oder deutschnational, oder christlich benennt, bereitet Gesetzentwürfe für Reichstag und Landesversammlung vor, die eine völlige Abwürgung der Großstädte, eine Auslieferung der deutschen Arbeiterschaft auf Gnade und Ungnade an Land- und Hause agrarier bedeuten. Es soll den Städten glatt verboten werden, Land- und Forstbetriebe au fommunalisteren, verboten werden die Wohnungsversorgung, verboten werden Bauland zu erwerben, selbst Wohnhäuser zu errichten. Selbst die eignen Arbeits- und Stellenvermittlungsbureaus sollen den Städten genommen werden... Also alles, was der frü= here Freifinn, was Sankt Manchester erlaubte, soll in der sozialen deutschen Republit Todsünde sein! Schreiber dieses hatte vor Jahr und Tag die Naivität gehabt( in der Freiheit" vom 8. Februar 1919) darauf hin Schüßling Bogel handeln? Es bleibt ja noch Zeit genug zuweisen, was die Städte, was Berlin insbesondere zur Berübrig, dem in die Heimat zurückgekehrten Mörder den Lorbeerkranz zu winden. Uebrigens bestätigt sich die von uns ausgesprochene Verhielt, um den Widerspruch der Massen gegen diese erneute mutung, daß man die Amnestierung Vogels geheim Schändung des Rechts zu verhindern. Wie die„ Vossische Zeitung" mitteilt, hat die Straffammer des Landgerichts II dem Amnestierungs- Antrag des Verteidigers Vogels be= reits am 28. Dezember stattgegeben. Der Staatsanwalt hat gegen diesen Beschluß Beschwerde beim Kammergericht eingelegt. Eine Entscheidung auf diese Beschwerde ist noch nicht ergangen. Bon Interesse ist ferner, daß Bogel, den die deutschen Behörden bekanntlich seit 1% Jahren steckbrieflich ,, verfolgen", ohne allerdings sein ruhiges Dasein in Holland zu stören, nach Deutschland zurückgekehrt ist. Da die Staatsanwaltschaft den Steckbrief gegen Vogel noch nicht zurückgezogen hat, darf wohl die Erwartung ausgesprochen werden, daß sie den aus der Haft entflohenen Mörder wenigstens jest dingfest macht. Oder erstreckt sich die liebevolle Fürsorge der Justiz für Bogel, die sich u. a. darin äußerte, daß einer der Richter Vogels bei den Vorbereitungen zu seiner Flucht und bei der Beschaffung der gefälschten Papiere mithalf, auch auf seinen Schuß vor jeder behördlichen Belästigung, trotdem der Aufenthaltsort des entsprungenen Mörders den Behörden bekannt ist? Die englisch- ruffischen Verhandlungen Radikale und Sozialistisch- Radikale und 11 sozialiſtiſche ReProf. Lomonossow an Stelle Kraffins in London DA. Kopenhagen, 10. Januar. Die russische Regierung hat dem Berkehrs- und Handelsspezialist Prof. Lomonossow den Befehl erteilt, sich unverzüglich nach London zu begeben, um dort an Stelle Krassins die Führung der bolichemistischen Delegation zu übernehmen. Krassin soll nach Stocholm reisen, wo er bei swedischen Maschinenfabriken Lokomotiven im Werte von 5 Millionen Pfund Sterling für Rußland bestellen soll. Zu der Frage des russisch- englischen Handelsabkommens äußert fich die bollchemistische Presse, daß die englischen Bedingungen vollständig unannehmbar seien. Schreibt, daß England anscheinend der russischen Räteregierung Die„ Jswestija“ Verpflichtungen aufbürden will, selber aber freie Hand behalten möchte. England verlange nicht nur die Einstellung der boliche= wistischen Propaganda in Kleinafien und in Persien, sondern auch im Kaufajus, der nicht zur englischen Interessensphäre gehöre. Unerschütterte Reaktion in Frankreich Das in unserm gestrigen Abendblatt mitgeteilte Ergebnis der franzöfifchen Senatswahlen wird wie folgt berichtigt: Es wurden gwählt 3 Konservative, 13 Republifaner, 26 Rinksrepublikaner, 43 publifaner. Zum Ausfall der Senatswahlen meldet Savas noch, daß im ersten Wahlgange u. a. noch gewählt wurden die früheren Ministerpräsidenten Combes und Doumergue und der frühere Minister Cheron. In den Bezirken Aube und Cher sind die Kandidaten der Kommunisten vernichtend Bezirke. geschlagen worden. Die Rechte verlor im Norden mehrere Pressestimmen Zu den Senatswahlen sagt„ Figaro", in politischen Kreisen hace man erklärt, daß die Senatswahlen zeigen werden, daß das Bolt genug habe vom nationalen Blod und das Vertrauen den Radikalen wieder zuwenden werde. Das sei nicht der Fall. Die Radikalen hätten einige Sige verloren und es sei klar, daß die Wähler einer gemäßigten Politik zuneigten. Die„ Sumanité" meint, bie politische Lage werde nach den Senatswahlen so sein, wie sie gestern gewesen sei. Das„ Echo de Paris" erklärt, daß das Ergebnis des gestrigen Tages flar beweise, daß der Blod der Linken, das heißt die Radikalen und ihre sozialistischen Verbündeten eine große Niederlage erlitten hätten. Die Mehrheit im Senat gehe aus dem Wahlkampfe gefestigt und gestärkt hervor. Zeitungsverbote in Eljah- Lothringen. Durch eine neue Verordnung des Generalfommissariats sind Einfuhr und Verbreitung der deutschen Zeitschriften Die junge Garde" und„ Die internationale Jugend" in Elsaß und Lothringen verboten worden. besserung der Nahrungsmittelbewirtschaftung tun könnten; wie Berlin die Kanalisationsabwässer in hohem Maße zur Erzeugung der wichtigsten Rahrungsmittel, zur Erzeu gung von Brotforn und Kartoffeln in eigener Regie in der nächsten Umgebung verwerten fönnte. Dem verflosse= nen Magistrat durfte man freilich mit derartigen Plänen nicht kommen, das wäre ja ein Verbrechen gegen den Freifinn gewesen, dessen land- und, volkswirtschaftliche Weisheit darin bestand, Düngerwerte von 20 Millionen Goldmark in den Abwässern( 300 Millionen heutige deutsche Papiermark) umfommen und die Umgebung der Rieselfelder" verpesten zu lassen. Ich wies darauf hin, daß, wenn man die Riesel. felder von 7600 Heftar auf 120 000 Heftar ausweitete, man immer noch Wasser und Dungstoffe genug hätte, um auf diesen 120 000 Heftar bei elendester Bodenbeschaffenheit, auf schlechtestem Sande, Marimalernten zu erzeugen, während das heutige Rieselfeldsystem darin besteht, die wertvollen Dungstoffe um jeden Preis los zu werden, den Boden um das 10-15fache zu überdüngen und dadurch zu vergiften, die Ernten zu senten, für Mensch und Rich ungenießbare, überdüngte Produkte zu erzeugen. Groß- Berlin würde frei lich nicht 120 000, sondern 200 000 Heftar Rieselfelder brauchen. Bei derart ausgeweiteten Bewässerungsfeldern fönnte man auf 100 000 Heftar etwa 360 000 Tonnen Brots forn erzeugen, genug für die Brotfarte einer Bevölkerung von 3 Millionen; 25 000 Hektar Kartoffelland würden dreiviertel Millionen Tonnen Kartoffeln liefern, genug für eine 7- Pfund- Kartoffelration pro Kopf und Woche. Auf 50 000 Heftar Wiesen und Kleefeldern fönnte man das Heu für 120 000 Milchfühe gewinnen, die etwa 400 Millionen Liter Milch geben, genug für 100-110 Liter auf den Kopf der Bevölkerung, gerade soviel, wie vor dem Kriege überhaupt aus näherer und fernerer( bis zu 250 Kilometer Entfernung) Umgebung nach Groß- Berlin fam. Auf den restierenden 25 000 Heftar fönnte man sogar Zuderrüben für eine 30Kilogramm- Ration bauen. Aber, aber um 200 000 Heftar Bewässerungsfelder herzustellen und volkswirtschaftlich es auch nur zu der Weisheit zu bringen, zu der die Chinesen seit 3000 Jahren gelangt sind( mit dem menschlichen Abortdünger die Lebensmittel für den Menschen selbst zu erzeugen) dazu gehörte, daß die Stadt das Recht bekam, Land in ihrer nächsten Umgebung nicht nur freihändig zu faufen, sondern auch zum landwirtschaft lichen Werte zu enteignen. Denn es ist selbstverständlich, daß die Grundbesiger der Umgebung, als fluge Leute, gleich die Stadt ein wenig sehr hochgenommen hätten. Es sol aber heute verhindert werden, daß die Städte überhaupt landwirtschaftlichen Grund und Boden erwerben, damit sie ja nicht ihre Nahrungsmittelbeschaffung mit Hilfe ihrer ver derbenden und die Luft verpestenden Abwässer verbilli. gen. Heute ist nicht nur der Handarbeiter, sondern auch der Kopfarbeiter in der übelsten materiellen Lage, nicht weniger der brave, ehrbare Kleinbürger. Sie alle hätten das dringende Interesse, billigere Nahrungsmittel in auss reichender Menge zu bekommen... Sie alle freilich werden nicht für ihre Intereffen tämpfen. Der deutsche Arbeiter ist es, der für das allgemeine Interesse seine Knochen zu Martte tragen muß... Nun wurde Genosse Breitscheid von den tapferen Vorfämpfern für die Revolution fogar mit Kindertrompeten begrüßt, und so sehr wir Ehrungen von dieser Art einzuschäzen wissen, ist es einem Redner nicht gerade leicht, sich gegen solche Instrumente zu be= wurde. In Aachen, wo der Saal ebenfalls überfüllt war, ging es etwas ruhiger her, dafür setzte der kommunistische Sprecher dem frausen Unsinn, den er vorbrachte, die Krone mit der Behauptung auf, die Unabhängigen hätten den Kommunisten ihre Kaffen gestohlen. Läßt sich das gemeinsame revolutionäre Vorgehen des Proletariats wirksamer vorbereiten? Die Entwaffnung vor dem auswärtigen Ausschuß Wird der Kapitalismus seinen Willen betr. Erdrosselung der Städte durchsehen? Sicher, wenn ihm nicht die gesamte Arbeiterschaft mit aller Energie und allen Mitteln entgegen- haupten. Da es Breitscheid aber doch gelang und da der Komtritt in der Umgebung von Berlin liegt ja munist Dahlem wohl einsah, daß er mit dem Gestammel, das noch sehr viel fistalisches Land. Wald, Heide, Geer in der Diskussion vorbrachte, seine Sache nicht gefördert hatte, strüpp, Unland. 3war etwas weiter ab, als die heutigen forderte er zum Schluß seiner Ausführungen seine Freunde auf, Rieselfelder, als das nächstgelegene Bauernland, aber in mit ihm den Saal zu verlassen. Diese ebenso mutige, wie geimmerhin erreichbarer Entfernung. 200 000 Heftar schlechter fährliche Aktion wurde durchgeführt und so waren die Kommufistalischer Waldboden ist in einer Entfernung bis zu 50 bis niften vor der Gefahr bewahrt, daß ihre politische Ueberzeugung 60 Kilometer ficher vorhanden. Er fönnte, wenn ihn der möglicherweise durch das Schlußwort des Referenten erschüttert preußische Fiskus hergäbe, nach Ausrottung der Bäume, Entund Bewässerung mit Hilfe der Abwässer, in ertragreichsten Kulturboden umgewandelt werden. Aber wird der preußis sche Fiskus auch etwas hergeben wollen? Zwar die Regierungsmajorität, die Majorität im Ministerium ist sozialistisch. Sie könnte es, wenn sie wollte, den Städten durch Hers gabe von Land das Leben ermöglichen. Sie muß es, wenn sie nicht den letzten Rest von Vertrauen bei ihrer eignen Groß- Berliner Anhängerschaft verlieren will! Vor Iäufig, im ersten Jahre des neuen Magistrats genügte es schon, wenn man die Mittel aufbrächte, um das im Besitz der Groß- Berliner Gemeinden befindliche Land, etwa 30 000 Heftar, in größerem Umfange für die Beriejelung herzurichten. Auch das erfordert Zeit und Geld: das Land muß meist erst gerodet, umgebrochen ,,, aptiert" bzw. für die Be wässerungswirtschaft hergerichtet werden. Die Herrichtung darf allerdings nicht in der Weise, nicht nach dem Bassinsystem, wie bei den bisherigen Rieselfeldern geschehen. Dies ist zu teuer( 2000 Goldmart per Heftar) und unpraktisch. Gondern es ist da an die Beregnungsanlagen" zu denken, wie sie bei Bromberg ausgeführt sind und die nur den achten Teil der Berliner Bassins tosten. Die letzteren mußten ja auch nur deswegen hergerichtet werden, um möglichst viel tostbare Dungwässer zu beseitigen, um die Möglichkeit zu geben, eine Zweimeter- Abwässerschicht im Jahre zu filtrieren. Die rationelle Bewässerung ist unverhältnismäßig billiger und sie nutzt die Abwässer, wandelt die Dungstoffe derselben in wertvolle Nahrungsmittel um. Man muß zugeben, daß schon die Herrichtung von 10 000, ja von 5000 Heftar Bewässerungsfeldern nebst der Errichtung von 10-20 Guts höfen im ersten Jahre eine respektable Leistung wäre. Auch dazu wären Mittel, in der Höhe von 25-50 Millionen heutiger Papiermart erforderlich. Die müßten aber auch gefordert und beschafft werden. Die neugewählten Magistratsmitglieder haben hier die erste Gelegenheit, ihr Interesse für das Wohl des Volkes zu beweisen. Neben der Landwirtschaft, die ja erst in Jahr und Tag anfangen fann, Erträge zu bringen, wären natürlich alle anderen Kommunalisierungsmöglichkeiten in energischster Weise auszunuzen! Es müßten Kohlengruben, womöglich Städtische Zementwerfe, ein großes Eisenwert erworben werden. Der„ freie Handel" fann auch ein wenig Einschränkung erfahren, dadurch, daß die Stadt in umfangreicherem Maße eigene Fett- und Fleischeinfuhr aus dem Auslande besorgt. Kurzum, die neuen Magistrate haben ein weites, dankbares, aber auch schwieriges Arbeitsfeld, zu dem alle heranziehbaren sa chlundigen Kräfte auch wirklich herangezogen werden müßten! Eine Absage en Wie wird die Einheitsfront wieder hergestellt? Wie der„ Vorwärts" mitteilt, hat sich der rechtsfozialistische Parteivorstand mit dem Offenen Brief der Kommunistenzentrale befaßt und er erflärt nun folgendes: Bis zum 13. Januar hätten die Kommunisten auf eine Antwort warten wollen. Trotzdem habe ihre Zentrale schon am 9. Januar ihre Organisationen aufgefordert, sich unmittelbar an die Mitglieder der anderen Organifationen zur Teilnahme an den kommunistischen Aktionen zu wenden. Der Parteivorstand der S. P. D. sagt dazu: Die Zentrale der V. K. P. D. hat damit ihr eigenes plumpes Spiel entlarvt. Indem sie ohne die Antwort der befragten Ot ganisationen abzuwarten, ihre Organisationen auffordert, den 3ersplitterungstampf weiter in die Arbeiterbewegung zu tragen, hat fie ihre offene Anfrage selbst erledigt. Die Zentrale der V. K. P. D. hat versucht, nach dem Wort thres Meisters Lenin zu handeln, der in seiner Schrift Der Rabitalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus" folgende Parole ausgibt: Man muß es verstehen, wenn es nötig ist, sogar Lift, Schlauheit, illegale Methoden, Berschweigung der Wahrheit anzuwenden, um nur in die Gewerkschaftsverbände einzubringen, in ihnen zu bleiben, in ihnen tommunistische Arbeit durchzuführen. Die geforderte Schlauheit hat die Zentrale der B. K. P. D. allerdings nicht bewiesen, da sie durch ihre voreilige Aufforderung an ihre Organisationen die Absicht zu neuem Wortbruch, wie sie ihn bisher auch bei allen gemeinsam vorbereiteten Attionen verübte, nur allzu deutlich verraten hat. Die Sozialdemokratische Partei wünscht nichts dringender als die Wiederherstellung der Einheitsfront des Proletariats, die von den Kommunisten in verbrecherischer Weise zerstört worden ist. Nur durch die Einheitsfront fönnen Minderheitsaktionen ver= hindert werden, die nußlose Opfern fordern und ein Ver= brechen an der Arbeitertiasse sind. Die Sozialdemo= tratische Partei warnt ihre Anhänger aufs Nachdrücklichste, solchen Barolen, die nur zur Verwirrung und zur Niederlage führen, Folge zu leisten." Wenn man dem Parteivorstand der S. P. D. auch darin recht geben fann, daß die Einigkeitsaktion der Kommunisten nicht aus Sorge um das Proletariat, sondern aus parteiegoistischen Gründen geboren wurde, so muß bei dieser Gelegenheit doch auch den Rechtssozialisten wiederum gefagt werden, daß die Einheitsfront des Proletariats nicht durch Deflamationen und Führerkonferenzen hergestellt werden tann, sondern nur durch die einheitliche Aktion der Massen selbst. Und diese Aftion muß sich aufbauen auf dem Boden des proletarischen Klaffentampfes, muß erfüllt sein von den Grundsätzen des wissenschaft limen Sozialismus. Solange die Rechtssozialisten ebenso wie die Kommunisten sich von diesen einfachsten For: derungen proletarischer Tattit entfernen, indem die einen sich mit dem Bürgertum verbünden, die andern der Reaktion durch ihre anarchistische Verwüstungspolitik in die Hände arbeiten, zerstören sie immer aufs neue die Voraussetzungen zur Wiederherstellung der Einheitsfront des Proletariats. Die Kindertrompeten der Kommunisten Wie die kommunistischen Organisationen in der Provinz den Aufruf ihrer Zentrale zur Einigung des Proletariats verstehen, das zeigt sich deutlich bei dem Auftreten ihrer Anhänger in unseren Bersammlungen. Bis in die letzten Tage hinein haben fte bei diesen Gelegenheiten alles andere eher als den Willen zu einer Verständigung bewiesen. Das zeigte sich beispielsweise in zwei Versammlungen, in benen in der vergangenen Woche der Genosse Breitscheid in Köln und Aachen sprach. Jm überfüllten Gürzinich- Saale zu Köln In der heutigen Sigung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten wird Reichsminister Dr. Simons über die Entwaffnungsfrage und über die oberschlesische Abstimmung Entwaffnungsfrage und über die oberschlesische Abstimmung Erklärungen abgeben. Die Rechtssozialisten beabsichtigen nach einer„ Dena"-Meldung in dieser Sigung von der Reichsregierung bindende Garantien für die Durchfüh rung der Entwaffnung in Bayern und Ostpreußen zu fordern. Die Eisenbahnerbewegung Das Ergebnis der Verhandlungen mit der Regierung Einer„ Dena"-Meldung aus Essen zufolge wird in einem Telegramm, das der Aktionsausschuß der vier Groß- Organisationen der Eisenbahner am Sonntag an den Sechzehner- Ausschuh nach Berlin abjandte, erklärt, daß die Eisenbahner des Westens das Ergebnis der mit der Regierung bisher getroffenen Vereinbarungen ablehnen. Im Falle der Annahme des Abkommens wird eine Sonder attion angefündigt. Die Stellungnahme des Deutschen Eisenbahnerverbandes Wie W. T. B. von beteiligter Seite erfährt, hat der er= weiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahner verbandes in zweitägiger Beratung zu dem durch den Sechzehner- Ausschuß und die Regierung zustandegekommenen Verhandlungsergebnis Stellung genommen. Die völlig unzureichenden 3ugeständnisse und die auf der Eisenbahnerorganisation lastende große Verantwortung veranlaßten den erweiterten Borstand, vor der endgültigen Beschlußfassung erst noch entsprechende Schritte zur völligen Klärung der Sachlage zu unternehmen. Der Beschluß steht demnach noch aus. der Austrittsanmeldungen war die Anfertigung von insgesamt 12 000 Protofollen nötig. Diese Folgerung sollten alle diejenigen ziehen, die mit der Kirche innerlich längst schon gebrochen haben. Sie ist weiter nichts als ein Machtinstrument der Bourgeoisie. Mit dem Geist der Nächstenliebe hat sie nichts gemein. Die Kirche hat diesen Geist vielmehr hinzugefügt. verfälscht und der förperlichen Kreuzigung auch noch die geistige Ihre Selbstentlarvung hat dann die Kirche am stärksten während des Weltkrieges betrieben. Die Geistlichen hezten von der Kanzel herab und in ihren Schriften dermaßen zum Massenmord auf, daß jeder Alldeutsche seine helle Freude baran haben konnte, Das christliche Evangelium der Liebe und der Gerechtigkeit haften sie vergessen. laffenkämpfer von 1890 Raditale Worte für den Wahlkampf Zu einer für die Geistesverfassung der rechtssozialistischen Partei bemerkenswerten Auseinandersegung tam es am Sonntag auf dem außerordentlichen Bezirtstag ihrer Berliner Orgas nisation, der sich mit der Aufstellung der Kandidaten für die Landtagswahl befaßte. Paul Hirsch wünschte in seinem einleitenden Vortrag, daß die Wahl eine sozialistische Mehrheit bringe, damit die Verwaltungsreformen in Preußen vollendet werden könnten. Alle Reformen müßten gefördert werden, die den Weg zur Reichseinheit bahnen. Der Staatsrat ist nach seiner Auffaffung feine zweite Kammer, sondern ein Organ der Provinzen. Die rechtssozialistische Partei tönne mit Stolz darauf bliden, was mit ihrer Silfe in Preußen geleistet worden sei. Von den großen Aufgaben, die in Jahrhunderten nicht gelöst worden seien, hätten die Rechtssozialisten doch einige gelöst. Diese rührende Bescheidenheit mag vielleicht auf den rechtsfozialistischen Durchschnittsbürger Eindruck machen, die Arbeiterschaft wird aber Herrn Hirsch im Wahlkampf erwidern, daß sie von einer sozialistischen Partei mehr erwartet, als daß einige" Aufgaben gelöst werden, die schon„ Jahrhunderte" alt, die also schon durch ihr ehrwürdiges Alter zu Selbstverständlichkeiten geworden sind, von denen man gar nicht mehr sprechen sollte. Wer die rechtssozialistische Politit im Reich und nicht weniger in PreuBen überblidt, der wird im Gegensatz zu ihrem Lobredner zu dem Urteil tommen müssen, daß sie alles andere denn segensreich für die Arbeiterklasse gewesen ist. Den Höhepunkt in der Bersammlung scheint nach dem fümmerlichen Bericht des„ Borwärts" eine Auseinandersehung zwischen Kuttner und Richard Fischer gebildet zu haben. Es lag ein Antrag Kuttner Lüdemann vor, nach dem die Kandibaten verpflichtet werden sollen, bei der kommenden Regierungsbildung in Preußen jede Koalition mit der Deutschen Boltspartei abzulehnen. Kuttner verstieg sich in der Begründung dieses Antrages zu der fühnen Behauptung, daß die Unabhängigen Sozialdemokraten, sobald sie in die Regierung fämen, alles nachmachen müßten, was sie den Rechtssozialisten bisher vorgeworfen hätten. Das stimmt nun freilich nicht ganz; wo unsere Partei sich zur Regierungsbildung in Einzelstaaten, mit den Rechtssozialisten zu= fammengefunden hat, dort haben sie diese gezwungen, die Richtlinien proletarischer Politit anzuerkennen und ihre Liebedieneret vor den Parteien des Bürgertums aufzugeben. Selbst Kuttner, der Rebatteur am Vorwärts" ist, scheint aber nur das Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei abzuleh motraten und zum Zentrum hinüber. Erhöhung der Teuerungszuschläge für die Staatsbeamten und-Arbeiter nen; bagegen gudt er immer noch freundlich lächelnd zu den DeDas Reichstabinett hat sich in seiner gestrigen Sigung mit der Frage einer Erhöhung der Teuerungszuschläge für die Beamten und Arbeiter des Reiches beschäftigt. Dem Wunsche der in Bamberg tagenden Konferenz der Finanzminister der Länder, vor endgültiger Stellungnahme gehört zu werden, wird in einer auf kommenden Mittwoch anberaumten. Gigung Rechnung getragen werden. Das Kabinett hat gleichzeitig die Frage der Beschaffung neuer Mittel zur Beseitigung der bereits jetzt im ordentlichen Haushalt sich ergebenden Fehl= beträge, die durch die Erhöhung der Teuerungszuschläge eine weitere Steigerung erfahren werden, zum Gegenstande einer eingehenden Erörterung gemacht. Es wurde die Notwendigkeit festgestellt, über diese Frage eine grundsägliche Stellungnahme der gesetzgebenden Körperschaften in Verbindung mit der Entscheidung über die Bewilligung der Teuerungszuschläge herbeizuführen. Zurück zum Alten! Der Schlachtruf der Reaktion Auch die zweite Sigung des Preußentags der Deutschen Boltspartei setzte die Bekenntnisse zur Monarchie fort. Sowohl Profeffor Leidig fang das hohe Lieb vom angestammten Herrscher: haus, als auch die Abgeordnete Frau Garnich, die die Erinnerung an die Königin Luise und die Kaiserin wachrief. Ob sie wohl auch davon gesprochen hat, daß sich die vielgerühmte Königin Luise während der Zeit der Erniedrigung Preußens in Petersburg auf den Hofbällen töstlich amüsierte, statt blutige Tränen über ihr geschlagenes Bolt zu weinen, wie es die vaterländische Geschichtsschreibung so rührsam darstellt? Das übrige Gerebe ist herzlich uninteressant und steht ganz auf dem Niveau dessen, was man von der Partei des Wiederauf baues" seit den Reichstagswahlen gewöhnt ist. Auch z wei Renommierarbeiter wurden losgelassen, um zu beweisen, daß die Deutsche Boltspartei wittlich eine Boltspartei" ist. Welch üble Rolle, in dieser Partei der erklärten Arbeiterfeindschaft, des ausgeprägtesten Sandels- und Industrietapitalismus, Statist zu spielen! " Es gibt keine Klassenjustiz! doziert Herr Geheimrat Caspary und nimmt die Richterschaft gegen alle dahingehenden Borwürfe in Schutz. Er braucht allerdings nicht von all den Justizskandalen gehört zu haben, die bis welt in die bürgerliche Justizitandalen gehört zu haben, die bis welt in die bürgerliche Welt hinein Protest hervorgerufen haben. So ein preußischer Geheimrat pfeift auf die öffentliche Meinung. Die Religion muß dem Volte erhalten bleiben! so ruft Herr von 3igewig. Das war von jeher die Weisheit der Röderize, 3igewig. Das war von jeher die Weisheit der Röderige, geplige und 3izewize. Deutsche Volkspartei Deutschnationale Boltspartei- fie gleichen sich wie ein Ei dem andern. Zurück zum Alten, ist ihr Schlachtruf. Vorwärts zu Neuem, antwortet ihnen die Arbeiterschaft. Maffenflucht aus der Landeskirche Wie die Frankfurter Zeitung" aus Riel meldet, setzte dort in den Tagen vom 27. bis 31. Dezember v. J. eine Massenflucht aus der Landeskirche ein. Veranlassung hierzu gab ein in unse rem dortigen Parteiblatt erschienener Aufsatz. 3u Tausenden", so schreibt die Frankfurter Zeitung"," umlagerten die Menschen bas Gerichtsgebäude, um ihren Austritt zu erklären. Ein startes Aufgebot der Polizei mußte die Ordnung aufrechterhalten". Wie das Hamburger Fremdenblatt" weiter mitteilt, sind insgesamt 22 000 Personen allein in den zehn Wochen vor Neujahr ausgetreten. Darunter befinden sich einige wenige Personen füdischen Glaubens und etwa ein Prozent Katholiten. Der Rest gehört der evangelisch- lutherischen Kirche an. Zur Erleichterung Richard Fischer, der Geschäftsführer des Borwärts", aber will sich nicht vintulieren, um mit Scheidemanns totem Freunde Bethmann- Hollweg zu sprechen. Er wandte sich dagegen, daß man die rechtssozialistischen Kandidaten gegen die Deutsche Volkspartet verpflichte. Hänge denn ihr Seelenheil von der Erfüllung dieser Verpflichtung ab?„ Ob ich gegebenenfalls mit einem Deutschnationalen zusammengehe, das hängt davon ab, ob es für unsere Partei vom Vorteil ist oder nicht", so meinte er weiter und er berief sich darauf, daß die alte Sozialdemokratie im Jahre 1890 in der Stichwahl für die Freifiinnigen gestimmt habe. Selbst Parteitagsbeschlüsse könnten die Taktik der Partei nicht für alle Beiten festlegen. Die Versammlung machte sich diese Anschauungen nicht zu eigen, sondern sie stimmte mit großer Mehrheit dem Antrag Kuttner- Lüdemann zu. Richard Fischer ist der typische Klassentämpfer" von anno 1890. Und man darf durchaus nicht glauben, daß er eine Einzelerscheinung darstellt, sondern er vertritt eine in der rechtsfozialistischen Partei so weit verbreitete Auffassung, daß sie bis heute noch deren offizielle Politik beherrscht. Die Leute von seiner Art verbünden sich mit den kapitalistischen Parteien und wollen sich sogar mit der Stinnespartei und den Deutschnationalen verschwistern, wenn sie dadurch Vorteile für ihre eigene Parteimaschine zu erwischen hoffen. Daß dabei die Interessen der Arbeiterklasse verraten werden, daß dabei nur die Stellung des Kapitals gekräftigt wird, das wollen diese Leute, denen der Staub des vergangenen Jahrhunderts die Augen verklebt, nicht erkennen. In Berlin hat zwar ebenso wie in Sachsen die radikalere Strös mung in der rechtssozialistischen Partei gefiegt. Aber die Ar beiter werden sich hüten müssen, auf radikale Wahlkampfworte etwas zu geben, solange die Wirklichkeit eine viel deutlichere Sprache redet. Die Lage in Sowjet- Armenien DA. London, 10. Januar. Wie aus Tiflis gebrahtet wird, hat sich soeben das neue arme nische Kabinett gebildet. Das Ministerpräsidium liegt in den Händen Kassians, während das Außenministerium Botschaparan übernommen hat. Die neue Regierung streng bolschewistischer flüchtige erlassen und die Güter und Liegenschaften der armenischen Richtung hat als erste Amtshandlung eine Amnestie für Fahnens Kirche nationalisiert. Die Eisenbahnen wurden in militärischen Betrieb genommen. Gleichzeitig hat der Sowjet von Erivan die foll reorganisiert und unter Führung von Offizieren gestellt werden Demobilisierung des armenischen Heeres verfügt. Die Armee die ihre militärische Ausbildung in Mostau genossen haben. Die Frist für die Genehmigung der gemeindlichen Zufahrtener zur Einkommensteuer für das Jahr 1920 ist von dem Finanz minifter bis zum 31. Januar 1921 verlängert worden. Nährmittel anstatt Bier und Schnaps. Die unabhängigen Ab geordneten der preußischen Landesversammlung haben im Aus Schuß für Bevölkerungspolitik einen Antrag eingebracht, der vo Sämtlichen Parteien angenommen und mitunterschrieben wurde Er fordert die Verwendung von Brotgetreide statt für Schnaps und Bier zur Herstellung von Nährmitteln für unterernährte Kin der und schwangere Frauen. Eine Anfrage, die ganz ähnliche 3wede verfolgt, ist von den Abgeordneten aller Parteien im Reichstag an die Regierung gerichtet worden. Die belgische Wehrpflicht. Die belgische sozialistische Partei Sie entsandte eine Abordnung zum Kammerpräsidenten, um ihn zeit von sechs Monaten sobald wie möglich auf die Tagesordnung zu ersuchen, die Gesezesvorlage Bouchery bezüglich einer Dienst zu legen Bankrott und Konfusion Die tommunistische Bilanz seit Halle Das Organ der Kommunisten macht uns den Vorwurf, V. K. P. D. in maßloſer Ueberschäzung ihrer Bedeutung für die deutsche Arbeiterschaft an die Organisationen des Proletariats gerichtet hat, nicht flar und deutlich be= antwortet. Wir müssen gestehen, daß uns diese Erwiderung überrascht, denn wir waren der Auffassung und find es noch, daß unsere Antwort an Deutlichkeit faum etwas zu wünschen übriggelassen hat. Vielleicht machen sich die Redakteure der„ Roten Fahne" die Mühe, unseren Artikel noch einmal und mit Andacht zu lesen, und wir sind überzeugt, daß sie danach unsere Auffassung teilen werden. Einstweilen aber verfünden sie großmäulig, sie müßten vor der unabhängigen Arbeiterschaft festnageln", daß wir feine Positive Antwort gegeben haben und nicht auf die fonkreten Forderungen", die die Kommunistische Partei aufstellt, geantwortet hätten. Wenn das nicht geschehen ist, so deshalb, weil ein Teil dieser ,, konkreten Forderungen" fich vollkommen deckt mit den von uns bereits in unserem nach dem Parteitag in Halle verfündeten Manifest erhobenen Forderungen. Es sind das jene Teilziele im Klassentampf des Proletariats, um deren Verfolgung willen wir von den Kommunisten als Berräter, Gelbe, Reformisten und als Schlimmeres bezeichnet worden sind. Kann man uns wirklich ernsthaft zumuten, daß wir uns jetzt, weil es dieser Gesellschaft gefällt, mit ihr ernsthaft über 3wed und Bedeutung der von uns übernommenen Forderungen auseinandersetzen? Zum anderen Teil geschah unsere Zurückhaltung deshalb, weil die„ konfreten Forderungen" der V K. P. D. so blödsinnig sind, daß wiederum aus diesem Grunde ein ernsthaftes Eingehen auf fie für normale Hirne Ueberwindung beanspruchen würde. Zum Beispiel: An erster Stelle fordert der Offene Brief: " Einleitung von einheitlichen Lohnfämpfen zur Sicherstellung der Existenz der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Verbindung der einzelnen Lohntämpfe der Eisenbahner, Beamten und Bergleute, sowie der anderen Industrie- und Landarbeiter zu geschlossener Attion." Wenn das überhaupt einen Sinn hat, To doch nur den, daß die B. K. P. D. den allge= meinen gewertschaftlichen Streit auf der ganzen Linie erstrebt. Die Entdeder dieser Formel scheinen also gar keine Vorstellung davon zu haben, daß sowohl Zielsetzung wie Erfolgsmöglichkeit des gewerkschaftlichen Lohnkampfes in den einzelnen Produktionszweigen von ganz bestimmten, außerordentlich verschiedenen Bedingun gen abhängig sind. Sie wissen nicht, daß eine über das ganze Reich ausgedehnte gleichzeitige Lohnbewegung heute selbst nicht einmal einer einzelnen Gewerkschaft möglich ist, geSchweige denn der Gesamtheit der Gewerkschaften zu gleicher Zeit. Die Unternehmer würden jubeln über solchen Versuch, denn er gäbe ihnen doch endlich die Gelegenheit, ihre Betriebe einmal eine Zeitlang zu schließen. Die Kom munisten haben ferner nicht begriffen, daß Millionen von gewerkschaftlich organisierten Arbeitern und Angestellten heute daran gewöhnt sind, alle den Arbeitsvertrag betreffenden Angelegenheiten auf einem anderen Wege, als dem des offenen Lohntampfes, zu regeln, und gar nicht daran denken, eine allgemeine große Lohnbewegung der gedachten Art mits zumachen, wenn ihre unmittelbaren Berufsforderungen sie nicht dazu zwingen. Um überhaupt ernsthaft davon zu reben, was außerordentlich schwer fält, muß gesagt werden, erfor folger Versuch von vornherein zu dem gleigen mit erfolg verdammt fein würde, wie der legte von den radikaleren syndikalistischen Elementen in der französischen Urbeiterbewegung blindlings und ohne jebe Rüdicht auf die Gesamtlage des Proletariats Generalstreit zum 1. Mai. Verlangt die Rote inszenierte Fahne" von uns noch eine ausführlichere Auseinandersetzung über solchen Unfug? " gejagt haben, jener Appell der Kommunisten an die großen Aber wenn wir auf unsere Antwort auf den Offenen Brief Organisationen des Proletariats sei die unverkennbare Bantrotterklärung dieser Massenpartei ohne Massen, so haben wir damit noch gelinde ge urteilt. In Wirklichkeit stellt der Offene Brief mehr dar. Nämlich die auf die äußerste Grenze des Möglichen gesteigerte Konfusion. In der Morgenausgabe der Roten Fahne" vom Sonntag wird das deutlich. Die erste Seite dieser Auss gabe wird wiederum geschmüdt von einem„ flammenden" Aufruf zur allgemeinen Erhebung des Proletariats. Dabei wird gesagt, man soll die Reihen um die Unterbrüder zus Sammendrängen und eine Front bilden der Gefnechteten und Unterdrüdten, ob sie sich kommunisten, uns abhängige oder Die Aussperrung bei Löwe Zur Betriebsstillegung bei 23we nahm am gestrigen Montag vormittag eine Betriebsversammlung der Belegschaften der Betriebsbelegung gespielt wurde, warnten die Vertreter des Stellung. Während von kommunistischer Seite mit dem Gedanken Deutschen Metallarbeiterverbandes eindringlich vor einer solchen heit für Gertati ausgesprochen. Provinzialfongreß 3344 Stimmen für die Resolution der Kommunisten und 2070 Stimmen für die Serrati- Gruppe abgegeben, Selbst in der fommunistischen Hochburg, für die Turin längst bekannt ist, besteht also eine ganz beachtliche Minderheit. In Mailand wurden 1051 Stimmen für die Serrati- Gruppe, 448 für die extremen Kommunisten und 265 für die Rechte abgegeben. Auch in Rom hat sich die MehrButschtaktit. Im übrigen werden die Gewerkschaften zur Schlichtung des Konflitis eingreifen. Damit nimmt diese Angelegenheit eine Wendung, die wir nur begrüßen können. Nur die Gewerkschaften find imstande, mit den Unternehmern auf gleichem Fuße zu verhandeln, während eine einzelne Belegschaft einfach der Willtür des Unternehmers ausgesetzt ist und immer riskieren muß, bei unüberlegten Attionen auf die Straße zu fliegen. Die„ Rote Fahne" übergießt uns wegen unserer Stellung zu dieser Angelegenheit in unserer Sonntag- Morgenausgabe mit einem ganzen Schmußtübel, aus dem Anwalt des Unter Preußische Wähler, hört zu! Die Rechtssozialisten haben folgender Vorlage zugestimmt: Um die evangelischen Landeskirchen in die Lage zu setzen, die Besoldungs, Ruhegehalts- und Hinterbliebenenbezüge ihrer preußischen Geistlichen den veränderten Verhältnissen entsprechend zu erhöhen, wird vom 1. April 1920 ab seitens des Staates der Landeskirche der älteren Provinzen eine Rente von jährlich 72 700 000 Mart, den Landeskirchen der neuen Provinzen eine Rente von jährlich 27 500 000 Mart überwiesen. Also 100.2 Millionen. Um die bischöflichen Behörden in die Lage zu setzen, die Be foldungs- und Ruhegehaltsbezüge ihrer preußischen Pfarrer den veränderten Verhältnissen entsprechend zu erhöhen, wird vom 1. April 1920 ab seitens des Staates den bischöflichen Behörden ein Betrag von jährlich 41 500 000 Mart überwiesen. In Summa: 141,7 Millionen Mart. Für die Fraktion der U. S. P. gab Genosse Richter- Lichtenberg vor der Abstimmung eine Erklärung ab, baß wir es ablehnen, aus Staatsmitteln Geld für die Besoldung der Geistlichen bereits zustellen. Außerdem wurden noch zwei Anträge angenommen, wonach die Staatsregierung ersucht wird, für die Hilfsgeistlichen Mittel des Staates bereit zu stellen. Wenn die Arbeiter und Beamten zur Verbesserung ihrer elenden Lage Zulagen verlangen, so sind keine Mittel da. Für die Geistlichen aber werden hunderte von Millionen hinausgeworfen und die Rechtssozialisten geben ihre Zustimmung dazu! nehmertums" noch das zahmste Bruchstück ist. Es ist uns unleztemal sein wird, möglich, auf diesen Schwaz zu antworten, zumal es nicht das letztemal sein wird, wo uns das tommunistische Organ wegen einer sachlichen Stellungnahme der„ Verräterei" bezichtigen wird. Gegen wilde Streiks Der Streit bei Thyssen in Hamborn, über den wir in unserer Die schottische Arbeiterpartei gegen Moskau Die schottländische Arbeiterpartei hat sich auf einem fürzlich stattgefundenen Kongreß mit 93 gegen 57 Stimmen gegen den Anschluß an Mosfa u erklärt. Diese Entscheidung ist um so bedeutungsvoller, als sich diese Partei im Vorjahre mit 158 gegen 38 Stimmen für den Anschluß an die dritte Internationale ausgesprochen hatte. Aus der Wirtschaft Das Gespenst der Arbeitslosigkeit Riesengroß zieht das Gespenst der Arbeitslosigkeit über die Welt. Die Verarmung Europas durch den Krieg hat es gezeugt und es selbst zeugt wieder ein weiteres Sinten der Kauftraft, ein tieferes Versinken in das wirtschaftliche Elend. Die Arbeitslosigkeit ist trise, in deren Gefolge sie auftritt, und die Frage, wie sie be gegenwärtig eine internationale Erscheinung wie die Wirtschaftsseitigt oder auch nur gelindert werden könne, das wichtigste ein im Rahmen der fozialpolitische Problem aller Staaten tapitalistischen Wirtschaftsordnung unlösbares Problem, denn die Schlachten der Kapitalsherren tönnen nicht ohne industrielle Reservearmee geschlagen werden. Wie schwer die Arbeitslosigkeit auf dem deutschen Proletariat lastet, ist den Arbeitern aus eigener Anschauung oder Erfahrung genugsam bekannt. Aber auch die Länder, deren Produktionsgrundlagen Produktionsmittel, Kohle, Rohstoffe unversehrt geblieben sind oder sogar eine stellenweise beträchtliche Ausdehnung erfahren haben, leiden nicht weniger schwer unter Krise und Arbeitslosigkeit denn die tapitalistischen Wirtschaftsgesetze gestatten die Produktion nur unter ganz bestimmten Bedingungen braucherschaft nicht erfüllen tann. Erzielung des Durchschnittsprofits, die die verarmte BerAm drängendsten tritt die Arbeitslosenfrage augenblicklich in England auf, wo die Zahl der Arbeitslosen täglich wächst. In London allein waren bei den Arbeitsvermittlungsämtern am Jahresende eine Viertelmillion Arbeitslose angemeldet, in ganz England, nach den neuesten Nachrichten, 700 000. Einschließlich der nicht angemeldeten Arbeitslosen ist ihre Zahl auf weit mehr als eine Million zu schäzen. Dabei laufen täglich Nachrichten von neuen Betriebseinstellungen und Arbeiterentlassungen ein; so haben in legter Zeit 15 Walzereien in Swansea, 7 Stahlwerte in Wales und 15 weitere Webereien in Lancashire die Arbeit eingestellt, die große Britisch- Amerikanische Tabatgesellschaft in Liverpool hat zahlreiche Entlassungen vorgenommen, die Schiffsreeder in Swansea legen ihre Schiffe auf, da die Frachtraten zu niedrig find; aus demselben Grunde werden zahlreiche Schiffsbautontratte annulliert. Die Regierung ist dieser ansteigenden Welle der Arbeitslosigkeit gegenüber machtlos. Ihre ganze Regierungsweisheit erschöpft sich darin, den Unternehmern und Arbeitern zu empfehlen, zur Kurzarbeit überzugehen, um mehr Arbeiter einstellen zu fönnen. Die Regierung würde dadurch Unterstügungsgelder ersparen, aber weber den Arbeitslosen noch den Arbeitern wäre dadurch geholfen, sondern das Elend nur verallgemeinert. Auch in Amerita dehnt sich die Arbeitslosigkeit noch weiter aus. Die große Automobilstadt Detroit ist eine tote Stadt geworden, die Fordschen Werte sind bis zum 1. Februar geschlossen worden. Die Edison- Phonographenwerte wurden ebenfalls ge= schlossen. In Fall River mußten sich sechs Arbeitervereinigungen ber Textilindustrie damit einverstanden erklären, daß die Löhne um 22% Prozent herabgesetzt werden, um eine völlige Stillegung Der Betriebe zu verhindern. In Kanada wurde vorübergehend die Einwanderung gewisser um Sonntagmorgen- Ausgabe ausführlich berichteten, hat eine Kundgebung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bergarbeiterverbände veranlaßt, Streit hege Gren anlagt, in der gegen bie milbe Märtinfatn Montreal allein und 60 000 Arbeiter ohne Beſchäfti gefordert wird, nur den Losungen der Gewerkschaften zu folgen. dem Aufruf haben sich die Bezirksleitungen der U. S. P. und der S. P. D. des Rheinlandes angeschlossen. Wiederöffnung der Thyssen- Hütte Die Verwaltung der Thyssen- Hütte teilt mit, daß von Dienstag früh ab die Hütte für beschränkten Betrieb wieder er öffnet werbe, da sich im Laufe des heutigen Tages Taufenbe von Arbeitswilligen gemeldet hätten. Der Streit auf den Schachtanlagen im Hamborner Bezirk ist so gut wie beendet. Das schweigsame Reichsverkehrsministerium Die Beunruhigung über die beabsichtigte Stinnesierung der Reichseisenbahnen wächst. Nachdem unsere Parteipresse auf die reaktionären Absichten des Reichsverkehrsministe riums aufmerksam gemacht hat, verlangt nun auch der Vorwärts", sowie ein Teil der bürgerlichen Bresse dringend Aufklärung vom Mehrheitssozialisten Reichsverkehrsminifterium. Auf der einen Seite wendet man sich nennen". Und der Aufruf fährt fort:„ Bereinigt Euch in der Liebe zu den Toten, in dem Haß zu den Mordern und laßt Euch nicht trennen". Auf der zweiten Seite der gleichen Ausgabe wird in einem Artikel über Spaltung oder Vereinigung gesprochen. Mit Stolz erklärt das Blatt im ersten Absatz dieses Artikels: Die Spaltung der sozialistischen Parteien, zuerst der alten Sozialdemokratischen Bartel, bann ber unabhängigen Bartei, ist das bewußte Wert der Kommunisten gewesen, im Lebensinteresse der prole: unternommen tarischen Revolution." gegen die beabsichtigte Stinnesierung der Reichseisenbahnen, die die Gefahr des Eindringens ausländischen Kapitals mit sich bringt und unsere Bahnen schließlich an das Ausland verpfändet, auf der anderen Seite protestiert man gegen die neue partikularistische Zersplitterung der Reichseisenbahnen. Auch in den Handelskammern wächst die Beunruhigung. Das Reichsverkehrsministerium aber schweigt beharrlich. Es hat scheinbar ein sehr schlechtes Ge wissen. Die Sandelstammer in Leipzig hat vier Forberungen aufgestellt, au denen das Reichsverkehrsministerium fich wird äußern müssen. 1. Eine einheitliche Leitung des Tarif- und Fahrplanwesens, sowie eine einheitliche Aufsicht über den Betriebsund Verkehrsdienst, über die Bauausführung, das Personal und bie Finanzgebahrung. 2. Die Forderung nach Wahrung der wirts schaftlichen Zusammenhänge bei der Neueinteilung der Bezirke ohne Rücksicht auf politische Grenzen.( Eine Forderung, die in gröBerem Umfange bereits von unserer Frattion in einem Antrage im Reichstag ausgesprochen wurde.) 3. Die Anwendung faufmänniWie stimmt das überein mit dem Ruf nach Vereinigung in Liebe auf der ersten Seite? Mar die Spaltung unter nommen worden ,, im Lebensinteresse der proletarischen Revolution", so fönnen wir nicht verstehen, wie nun wiederum die gemeinsame Front im Lebensinteresse der Revolution" notwendig wird. Auch über die Mittel des Rampfes fcher Grundsäge bei der Wirtschaftsführung der Reichseisenbahnen. herrscht die gleiche Verwirrung in den Spalten der Roten Fahne". Während uns noch vor ganz furzer Zeit verfündet wurde, daß der entscheidende revolutionäre Kampf un mittelbar bevorstehe, und daß er den Bürger frieg mit absoluter Sicherheit hervorrufen würde, erklärt bie Rote Fahne" nun:„ Aber die Zeit der entscheidenden Schlacht mit der Waffe in der Hand ist noch nicht getommen". Wenn das nicht unglaubliche Verwirrung ist, so ist es ein übler Täuschungsversuch, vor dem das in den großen Parteien und Verbänden organisierte Proletariat unbedingt bewahrt bleiben muß. Die Tattit, die hier von der V.K. B. D. und von der„ Roten Fahne" vorgeschlagen wird, wäre nur geeignet, die mit den Spaltungen, die die, Rote Fahne" Schwächung der deutschen Arbeiterflasse zu steigern zum einen Erfolg ihrer Partei bucht, herbeigeführte vollendeten Ruin, zur großen entscheidenden Niederlage. 4. Entpolitisierung der Eisenbahnverwaltung. Das Reichsvertehrsministerium schweigt bisher auch zu diesen Forderungen. Schweigen scheint jetzt die neueste Methode der Reichsregierung zu sein. Man wird die Herren also im Reichstag zum Reden bringen müssen. Aus der Internationale Vor dem italienischen Parteitag Barteitag ber italienischen sozialistischen Bartet bie weitaus Man tann jetzt schon mit Bestimmtheit feststellen, daß auf dem überwiegende Mehrheit haben wird. Die Anhänger Serratis Serrati, die sogenannten„ Einheits" tommunisten, die akzeptieren war das politische Brogramm der Kommunisten, lehnen aber bie 21 Mostauer Bedingungen ab. Die extremen Kommunisten werden ungefähr ein Drittel der Mandate aufbringen, während sich der Rest auf die Rechte, geführt von Turati, Treves und Modigliani, verteilen wird. Einige Provinzialparteitage veranschaulichen das Stärkever hältnis der einzelnen Gruppen. So wurden auf dem Turiner gung, in andern Städten ein Viertel der gesamten Arbeiterschaft und mehr; dazu tommen die zahlreichen Kurzarbeiter. Die norwegischen Reeder haben 200 Dampfer mit einem Rauminhalt von 100 000 Tonnen, das ist ein Sechstel der gesamten norwegischen Handelsflotte, aufgelegt. In den elsässischen Baumwollspinnereien wurden weitere Arbeitseinschränkungen vorgenommen. Die großen Mülhauser Betriebe arbeiten mit 40stündiger Arbeitszeit, für die ausfallenden Stunden zahlen die Fabrikanten den Arbeitern ein Viertel ihres Lohnes und ihrer Leuerungszulagen. Das China- Konsortium Die Finanzmagnaten von vier Ententeländern der Ber. einigten Staaten, England, Frankreich und Ja= pan haben ein Konsortium für die Ausbeutung Chinas gegrün bet, bem eine sehr große Bedeutung beizumessen ist. Es ist ein tatsächlich arbeitender Völkerbund, schreibt das amerikanische Blatt„ The Nation". Japan ist trog seiner Sonderintereffen in Mongolien und in der Mandschurei und trotz den großen Gegensägen, welche es von den Vereinigten Staaten tren nen, dem Konsortium auch beigetreten. Das Konsortium steht natürlich unter dem Schutz der betreffenden Staaten. Als Zwed bes Konsortiums ist die Finanzierung Chinas durch Anleihen und Konzeffionen angegeben; richtiger sollte es heißen wie das ereine Vereinbarung zur wähnte raditale Blatt sagt Ausplünderung Chinas". Internationale Trusts Die Vertruftung auf internationalem Maßstabe, die durch den Krieg vorübergehend gehemmt wurde, schreitet nun mit RiesenSchritten vormärts. Besonders die deutsche Industrie, die im Kriege vom Weltmarkte abgeschnitten war, beeilt sich, den Anschluß an die Weltwirtschaft auf diesem Wege wiederzufinden. So ist ein chemischer Trust in Bildung begriffen, die beiden größten deutschen Petroleum gesellschaften suchen Anschluß an eine holländische Gruppe. Schließlich sind die deutschen Salpeter. fabrikanten dem Verband der chilenischen Salpes terproduzenten beigetreten, der dadurch zu einem internationalen Trust erweitert wurde, der nicht weniger als 98 Pros zent der Salpeterproduktion der Welt fontrolliert. Nur die nordamerikanischen Produzenten, die aber bloß 2 Millionen Zent ner Salpeter zu erzeugen fähig sind, stehen noch außerhalb des Verbandes, ihr Anschluß wird aber in der nächsten Zeit erwartet. Den deutschen Produzenten wurde eine Erzeugung von 12% Mil lionen Zentner zugestanden, wodurch der Gesamtanteil der Mita glieder des Verbandes auf 86 Millionen Zentner steigt. Das Abkommen wurde bis Anfang 1924 abgeschlossen. Der englische Seifentrust, die bekannte Sanlight. gesellschaft Lever Brothers Ltd., hat den schwedia chen Markt erobert. Unter Ausnutung der ungünstigen Konjunttur gelang es ihm, die sieben bedeutendsten Geifenfabriten Schwedens aufzukaufen. Bor bem Petroleummonopol in Frankreich. Frankreich ist gegenwärtig das Kampffeld eines gewaltigen Konturrenztampfes, ben, die beiden um den Weltmarkt ringenden Petroleumtrusts, der a meritanische und der englisch- nieder= ländische, ausfechten. Um die Selbständigkeit Frankreichs in diesem Kampf zu behaupten, plant die französische Regierung ein Petroleummonopol. Ein Gesetzentwurf ist von der Kommission schon fertiggestellt; er sieht das ausschließliche Privileg des Staates für den Kauf und die Einfuhr von raffiniertem Del vor, der innere Handel und die Raffinerie- Industrie wird von einer besonderen Erlaubnis abhängig gemacht. INVENTUR und Restbestände Gelegenheitsposten andere kommen in fast allen Abteilungen VERKAUF ganz enorm billig zum Verkauf 4.Ser Serien Serie I Blusenstoffe aparte Streifen.... Kleiderstoffe doppeltbreit...... Seidenfrotté in grossem Farbsortiment..... Enorm Meter 19 Kleiderstoffe extra billig 50 Serie II Meter Kostümstoffe 130 cm breit.. Popeline mit feinen Streifen. 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Täglich Salome 8 Uhr: ( Drska, Hartau, Beibt, Liechtenstein, Faerber, Dernburg) Komödienhaus Täglich Die Sache mit Leia mit Max Pallenberg Berliner Theater 7 Uhr: Rose- Theater 71', Uhr: Schneider Wibbel Königħadt- Theater Alexanderstr.21 Bhf. Jannowltzb. 7.30 U.: Täglid Gala- Sänger APOLLO Friedrichstr. 218 Madame Bovary. Filmschauspiel in 5 Akten nach dem gleichnami en Roman. Neue Weltm Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Dienstag, den 11. Januar 1921 Bayr. Bierfest Gr. Schweineschlachten Anfang 6 Uhr Eintritt 2 M. 5 Kapellen 30 bayr. Mad'l Voranzelge: Donnerstag, den 13. Jan. 1921 Prämlierung des schönst. Paradiesreihers 3 bare Geldpreise 300.-, 200.- 100.- M. Briefmarken:: Münzen kauft Großmann, Johannisstr. 4. Bugang v. b. Friedrichft.( Nr.108) Norden 106 21 Spezial- Arzt Dr. Saffé für Gefchlechtss, Hauts, Harns, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Syphilis- Kuren, Blutuntersuchungen, spec.chron.Harnleid. u. Ausflüffe, Licht- u.Finsen- Beholg. Das Bublikum wird gefilmt in bereits Dir. O. 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Die alten Geroffen aus dem Kreise Achtung! Arbeiterräte! Am Mittwoch, den 12. Januar, verm. 10 Uhr, beginnt der Berkauf eines Poftens von ca. 300 Rm. Riefern Aftholz. ca. im lang, zum Preise von M. 30, pro Rm. auf dem Gelände der Stockschen Fabrik in Treptow, Hoffmannstraße 19/20. Der Posten kann im ganzen oder auch meterweise erstanden werden. Roblenkontor Wedding. m. b. S. W 50, Geisbergftr. 41. Tel.: Nollend. 232 u. 233. ΑΑΑΑΑΑΑΑΑΑ Die foeben erschienene Nr. 1 der von Dr. Rudolf Breitscheid herausgegebenen unabhängigen sozialdemokratischen Wochenschrift ,, DER SOZIALIST" enthält folgende Beiträge: Gott( egne England! von Rud. Breitscheid; Die eine proletarische Maffe von Artur Crispien; Das Problem Oberschlesien von Walter Dehme; Manifest der margiftischen Opposition in der kommunistischen Partet Jugoslawiens; Die Arbeitslosigkeit in ben Weftländern von Adalbert Halafi; Ueber die Gefahr einer Proletarisierung Der Kultur von Gerhart Seger. „ Der Sozialist" erscheint wöchentlich einmal und ist burch alle Buchhandlungen, durch die Post od. durch den Berlag T. Breitscheid, Berlin W 15, zum Preise von Diertelj. M. 15.-, Einzelnummer M. 1.50 zu beziehen. Sämtliche ALTMETALLE kaufen laufend Malmöer Strasse 26 Schönhauser Allee 143 Altmetalle kauft zum Tagespreis 1 Oberberger Straße Ecke Schönhauser Allee. ift Beit 70 Jahren Ban Not Haussalbe Rat Dr.Strahls b. Hautausschl., Flech ten, Beine u. Krampfs abergeschwür., Froft schäden, Hämorrhoid., ein bestbewährtes und schnellheilenbes Mittel. Orgl.- Dose 6.25 u.12.009. Elefanten Apotheke, Berlin SWB. 191 Leipziger Straße 74 ( Donhoffpl.) Wer mit feinem Rautabak nicht zufrieden ist, mache einen Berfuch mit dem feit vielen Jahren eingeführten Kapitän- Kautabak. Diefe Sorte wird nur aus reinem amerik. Kentuty- Tabak hergestellt, baher der vorzügliche Geschmach, Rautabak( Rollen, Schleifen) muß den Kapitän Kantabak gefeßlich geschützt Rapitän man somit weife ihn als nicht echt Bettel enthalten: zurück. Neue Berkaufsstellen werden ingerichtet und auf Anfrage ger mitgeteilt: Generalvertrieb: Carl Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22. 4 Fernsprecher: Königstadt 3861 Ein unentbehrliches Notizbuch ist ber U.S.P. D. Taschenkalender Keine Filialen mehr Gut gebunden Nur 1924 4.- Mark Buchhandlung„ Freiheit" Berlin C. 2, Breite Straße 8-9 Nr. 15 Groß- Berlin Mehr Würde Der deutsche Nationalismus treibt doch immer neue seltsame Blüten. Im 3ehlendorfer Ortsblatt fündigte eine Dame französischen Sprachunterricht an, mit den französischen Worten: Cercle de conversation et de lecture française( 3irfel für französische Lektüre und Unterhaltung), Zehlendorf. S'adresser ( Meldungen) an Frau Prof. Welgien, Prinz Handjernstr. 3." Diese harmlose Anzeige hat das Gemüt einiger Zehlendorfer Spießbürger derartig in Wallung gebracht, daß das Ortsblatt zum Schauplatz eines echt deutschen Verteidigungstampfes gegen das Eindringen französischer Sprache in Zehlendorf wurde. Zuerst versetzte ein deutschfühlender Mitbürger" der armen Frau Professor einen gewaltigen Hieb. Aber merkwürdig! Vor lauter Entrüstung fand er in seiner Muttersprache, die zu verteidigen er doch auszog, gar keine Worte und bediente sich ebenfalls der französischen Sprache.( Wie kann man auch so französisch sprechen pfui und„, deutschfühlend" sein?!) Die deutschfühlende, französische Abfuhr genügte wohl noch nicht, deshalb erhob sich ein deutscher Student"( à la Biertimpel?) und schrieb: „ Ist es zu glauben, daß in unserer Zeit und in unserer durch französischen Nationalhaß geschaffenen Not eine Frau, die Anspruch darauf macht, Deutsche zu sein, so das Gefühl für völkische Würde entbehrt, daß sie sich der französischen Sprache bedient, um Schüler für französischen Unterricht zu gewinnen! Oder sollte die Einsenderin dieser Anzeigen nicht deutschen Stammes sein? Ich hoffe, daß sie damit keinen Erfolg hat und von den deutschen Zehlendorfern entsprechend gewürdigt wird." Abgesehen davon, daß die deutschfühlenden" Herrschaften bei: leibe nicht an der Tatsache des Unterrichterteilens im Französischen an sich, sondern nur an der Ankündigung in der Sprache, in der unterrichtet werden soll, Anstoß nehmen, zeigt diese Aeußerung so richtig die durch den deutschen Nationalhaß geschaffene Dummheit dieser Spießer. Es lohnte nicht, auf eine solche Sache einzugehen, wenn nicht durch solche Vorkommnisse die geistige Verfassung deutschfühlender" Kreise bligartig beleuchtet würde. Deputation für die Werke. In der gestrigen Sigung der bis: herigen Deputation für Werke und Koyle wurde beschlossen, den Namen der Deputation in Deputation für Werke" umzuändern. Ferner wurde beschlossen, daß die Deputation fich als Verwaltungsdeputation tonstituiert und bezüglich der Beteiligung der Werksverwaltungen und der Betriebsräte an den Gigungen der Depu tation, daß seitens der verschiedenen Werksverwaltungen 7 Bertreter und seitens der Betriebsräte der Werke 4 Vertreter als beratende Teilnehmer zu den Sigungen der Deputation geladen werden sollen. Die betreffenden Vertreter sollen von der Gesamtheit der Werksverwaltungen und der Betriebsräte selbst gewählt werden. Endlich wurde beschlossen, daß entsprechend der inzwischen mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministeriums eingetretenen Preiserhöhung für oberschlesischen Schmelzlots der Verkaufspreis dafür in Groß- Berlin von 22,90 M auf 25,25 M pro 3tr. für alle Lieferungen, die seit dem 5. Januar 1921 ausgeführt sind, er= höht wird. Der Preis des Essens aus der städtischen Volksspeisung ist anderweit auf 2,50 M. für die ganze Portion und 1,25 M. für die halbe Bortion festgelegt worden. Die Erhöhung tritt vom 17. 1. 1921 ab in Kraft. Minderbemittelte sowie bedürftige Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene, fönnen das Essen zum bisherigen Preise non 1,30 M. für die ganze Portion und 65 PBfg. für die halbe Portion gegen besondere Ausweistarte weiter beziehen. Für bie Minderbemittelten werden die Karten bei den zuständigen Bezirksvorstehern, für die Kriegshinterbliebenen bei den zustän bigen Bezirksvorsitzenden der Kriegshinterbliebenenfürsorge ausgegeben. Kriegsbeschädigte haben sich zur Erlangung der Ausweistarten schriftlich an die Abteilung des Magistrats für Kriegsbeschädigtenfürsorge, Poststraße 5, zu wenden. Straßenreinigung. Es ist in der letzten Zeit vielfach darüber geflagt worden, daß die Straßen, der Stadt nicht genügend ge reinigt Jeien, namentlich betraf das die Sonn- und Feiertage. Rach den bestehenden Tarifverträgen ist die regelmäßige Sonntags ( 17. Fortsegung.) Ismer Erzählung von Julius Levin HalteOhne etwas zu erwidern, folgte ihm Emilie an die Safte. stelle der Elektrischen, die an der Ede des Potsdamer Plages und der Königgräger Straße hielt. Jsmer, der noch die Spuren seiner Verwundung zeigte, und überhaupt ziemlich angegriffen aussah, erregte die Aufmerksamkeit einiger Mitfahrender, die sich erhoben, um ihm und Emilie Platz zum Sihen zu machen. Ismer fam fich etwas wichtig vor. Er hätte als Arbeiter in der Tischwäre, ſehr alt werden können, ehe jemandem eingefallen wäre, ihn als den Höherstehenden zu betrachten und da= nach zu behandeln. Handtasche gerichtet hielt, wechselte er fein Wort, und um seine Verlegenheit nicht allzu sichtlich werden zu lassen, blickte er zum gegenüberliegenden Fenster hinaus auf die Wege im Tiergarten, die voll Menschen waren, auf die Straßen, deren Belebtheit ihm rätselhaft erschien, auf die Häuser, die dastanden, als wenn es auf der ganzen Welt feine Granaten und Fliegerbomben gegeben hätte. Es war also noch möglich, außerhalb des Krieges zu leben, nicht bloß nicht im Kriege selbst, sondern auch außerhalb aller Vorstellungen, die er erweden und dann für alle Zeit lebendig erhalten mußte. andtaschette, die neben ihm saß und die Augen auf ihre Es wäre doch ganz schön gewesen, wenn er hier hätte bleiben können.. Die Betrachtung der ihm so bekannten und doch so fremd gewordenen Dinge verkürzte ihm die Zeit so sehr, daß er wie aus einem Traume auffuhr, als der Wagenführer ,, Krausnidstraße" rief und Emilie zupfte. Emilie Jsmer am Aermel . gefeiert, so war seine Verklärung vollkommen, als er in die Satte Ismer schon auf dem Wege eine Art Auferstehung Krausnidstraße einbog und sein Haus sah. Auf dem Damm [ pielten Kinder aus der Nachbarschaft. Einige von ihnen ſahen auf, als sie den Urlauber bemertten, und als sie ihn erkannt hatten, famen sie, obwohl sie ihn sonst nicht beachtet hatten, hinzugesprungen und begrüßten ihn. Strobachs fleiner Wilhelm, wegen seiner Selligkeit allgemein Funter „ Freiheit“ Beilage zur„ arbeit in der Verwaltung der Straßenreinigung ausgeschlossen. Jedoch sind in den 33 Depots auch am Sonntag Wachen vorhanden, die verpflichtet sind, die Gullys zu reinigen und sonstige eintretende Schwierigkeiten zu beheben. Es ist weiter Vorsorge getroffen, daß bei Schneefall oder Glatteis die Straßenreinigung in größerem Umfange einzutreten hat. Der Verwaltungsrat hat in seiner letzten Sigung beschlossen, auch bei plöglichem Witterungsumschlag oder wenn größere Niederschläge eintreten, auch an Sonntagen einen umfangreichen Dienst einzurichten. Auf der anderen Seite darf das Berliner Bürgertum nicht außer acht lassen, daß die finanziellen Nöte der Stadt zu größter Sparsamfeit zwingen. Die„ unpolitischen" Mietervereine Der Mieterverband Groß- Berlin hielt am Sonntag im früheren Herrenhause einen„ Kongreß" ab, zu dem die dem Verband angeschlossenen Organisationen insgesamt 217 Delegierte entsandt hatten. Die Erstattung des Geschäfts- und Kassenberichts rief eine längere Aussprache hervor, in der sich große Gegensäge in der Beurteilung politischer und wirtschaftlicher Fragen zeigten. Noch erregtere Diskussionen veranlaßte ein Antrag, von den neuzuwählenden Vorstandsmitgliedern vor der Wahl ein politisches Glaubensbekenntnis zu fordern. Dieser Antrag wurde mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. Dagegen fand ein ganz unbestimmt gehaltener Antrag über die politische Stellung der Borstandsmitglieder zu dem Berbandsprogramm Annahme. Durch diesen Beschluß haben sich die Mieterorganisationen selbst einen sehr schlechten Dienst erwiesen und zugleich eine so geringe Einsicht in das Wesen ihrer Bewegung gezeigt, daß man sich nicht darüber zu wundern braucht, daß ihr so geringe Erfolge bes schieden sind. Die Wohnungsfrage ist eine soziale Frage und daher eine Macht frage. Die Interessen der Mieter fönnen deshalb nur Berücksichtigung finden in einer Gesellschaftsordnung, die nicht auf den Privatbesig an Produktionsmitteln und auf dem Streben nach Profit beruht. Wenn die Mieterorganisationen diese Einsicht hätten, so müßten sie eine bewußt sozialistische Or= ganisation werden, die in engem Zusammenarbeiten mit Partei, Gewerkschaften und Genossenschaften der bürgerlichen Gesellschaft den Kampf ansagt. Denn nur im Kampf unter Niederringung der starten fapitalistischen Interessen, die in allen bürgerlichen Parteien wirtiam sind, lassen sich die sozialen Forderungen verwirklichen, die die Masse der Arbeiter, Angestellten und Beamten in der Wohnungsfrage zu verwirklichen trachtet. Die Mieterorganisationen haben einen anderen Weg eingeschlagen; indem sie ihre politische Neutralität erklärten, haben sie gezeigt, daß ihnen das Wesen der sozialen Frage und die Unvermeidbarkeit des Klassenkampfes und der flaren Stellungnahme zu politischen Fragen völlig fehit. Die Krankenkarten werden in der Zeit vom 11. bis 14. Januar 1921 mie folgt beliefert. Auf die Liter Krantenkarten wird geliefert: Am 11. erhalten die ½ Liter Krantenfarten Liter Frischmilch. Am 12. werden die ½ Liter Krantenfarten nur mit Am 13. und 14. erhalten die Liter Frischmilch beliefert. Liter Krantenfarten Liter Frischmilch. Als Ersatz für die Kürzung der Liter Karten am 10. und 12. Januar wird am 14. eine Büchse ungezuderte Kondensvollmilch zum Preise von 9,95 M. ausgegeben. Die Liter Krantenfarten werden wie folgt beliefert: Am 11. bis. Mts. fällt die Belieferung aus. Am 12 wird ¼ Liter verabfolgt, am 13. fällt die Belieferung aus, am 14. wird Liter verabfolgt. Als Ersatz für die Nichtbelieferung der 1 Liter Krantenfarten am 9., 11. und 13. Januar wird am 13. Januar eine Büchse gezuckerte Inlandsmagermilch zum Preise von 8,10 m. verausgabt. Die angegebene Beliefe rung bezieht sich nicht auf die seit dem 1. Oftober 1920 zu Berlin neu hinzugekommenen Gemeinden. Erhöhung der Fernsprechgebühren. Da die Zahl der Fernsprech hauptanschlüsse in der neuen Stadtgemeinde Berlin sich am 1. Januar 1921 auf mehr als 150 000 beläuft, beträgt nach§§ 2, 3 und 5 der Fernsprechgebühren- Ordnung vom 20. Dezember 1899, abgeändert durch Gesetz vom 6. Mai 1920, vom 1. April 1921 an die jährliche Ortspauschgebühr 880 M. und die jährliche Ortsgrundgebühr 560 M. für jeden an die vorstehenden Vermittlungsanstalten herangeführten Hauptanschluß. Die jährliche Bauschgebühr für den Vorortverkehr mit Rowawes, Oranienburg und Botsdam beträgt wie bisher 1000 M. Die an die obengenannten Vermittlungsstellen angeschlossenen Teilnehmer sind, soweit sie von dieser Erhöhung betroffen werden, bis zum 1. März berech tigt, ihre Anschlüsse zum 1. April 1921 zu fündigen. genannt, sagte:„ Na, Sie oller Knopp?!... Sind Se ooch mal wieder uf Kartoffelpuffer jekommen?" Jekt war Jsmer ganz zu Hause. Er nahm den fleinen Wilhelm hoch und füßte ihn herzlich ab, wie wenn er sein eigenes Kind auf dem Arm gehalten hätte. Jm Hause selbst war große Freude, wenn auch Jsmer auf mehr als einem Gefichte ein wenig Verwunderung über seine Aneinem Gesichte ein wenig Verwunderung über seine Anwesenheit ablesen konnte. Das verdroß ihn einen Augenblid, rief ihm unangenehme Dinge ins Gedächtnis und ließ ihn mehr ahnen, als er sich eingestehen zu sollen für gut fand. War es die Geschichte mit Emilie, die man ihm, ohne es vielleicht zu wollen, nachtrug, oder war gar der Frige einmal so offenkundig ins Haus gekommen, daß man nicht bloß Lunte hätte zu riechen brauchen? Glücklicherweise waren die Mienen der Nachbarn nicht zu aufdringlich geworden, und besonders war der Portier ausDienstag, 11. Januar 1921 Einlösung der Schulfriegsanleihe in Reuföln. Die Auszahlung der Schulfriegsanleihe( Beträge unter 100 Mart) hat in der Zeit vom 2. November bis 29. Dezember 1920 stattgefunden. Säumige fönnen jedoch die Kriegsanleihe noch bis zum 15. Februar 1921 im Rathause, Schulverwaltung, 2 Treppen, Zimmer 213, gegen Vorlegung der Quittungen einlösen.. Unterrichtsfurfe für Arbeiter. In dieser Woche beginnen neue Kurse in Deutsch und Rechnen für Anfänger. In Deutsch wird Rechtschreibung und Sazbau, in Rechnen einfaches Rechnen und Bruchrechnung gelehrt. Die Hörgebühr beträgt für den Kurfus( 12 Abende umfassend) 4 Mart. Arbeitslose erhalten gegen Ausweis Freitarte. Der Unterricht findet einmal wöchents lich abends von 8 bis 10 an folgenden Arbeitsstätten statt: Norden: Gleimstraße 49, 3entrum: Gipsstraße 23a und Niederwallstraße 12, Neukölln Kaiser Friedrich- Str. 208-10, Anmeldungen Oberschöne weide: Realgymnasium. am 1. Unterrimtsabend um 7 Uhr in dem betreffenden Schulfolal, und zwar in Gipsstraße, Neukölln und Oberschönewcide am Diens tag, den 11. Januar; in Gleimstraße am Montag, den 10. Januar; in Niederwallstraße am Donnerstag, den 13. Januar. Die Jugendweihen in Groß- Berlin für die Kinder, deren Eltern teiner Religionsgemeinschaft angehören, finden an den drei letzten März- Sonntagen statt. Anmeldungen müssen sofort in unserem Bureau, Breite Straße 8/9 Sof, lints parterre, in der ArbeiterBildungsschule, erfolgen. In dieser Woche werden die Listen geschlossen! Schülerkonzerte. Die vom Blüthner- Orchester zu veranstaltens den Schülerkonzerte finden im Blüthnerfcal, Lützowstraße 78 am 20., 27. Januar und 3. Februar 1921 statt. Beginn der einzelnen Konzerte nachmittags 4 Uhr. Der Naubmord in der Krausnidstraße restlos aufgeklärt. Auch das letzte Kapitalverbrechen, der Raubmord an dem Kaufmann Moris Henschke in der Krausnidstraße 23, ist durch die ums fassenden Nachforschungen der Kriminalpolizei restlos aufgeklärt worden. Es ist ihr gelungen, die beiden Täter, den Ur= heber und die Mitwisser, insgesamt fünf Personen, hinter Schloß und Riegel zu bringen. Drohender Häusereinsturz in der Friedrichstraße. Das Haus Besselstraße 1, Ede der Friedrichstraße, das schon seit einiger Zeit bedentliche Risse und Spalten aufweist, ist gestern durch eine Niveausenkung des Straßendamms und Bürgersteiges noch schwerer bedroht worden als bisher. Eine unmittelbare Einsturzgefahr Scheint allerdings noch nicht vorzuliegen, jedoch tann angesichts des trügerischen Moorgrundes, auf dem das Haus gebaut ist, von einem Tag zum andern eine weitere Absenkung stattfinden, die zur Katastrophe führen würde. Selbstmordverjuch zweier Freundinnen. Die 71 Jahre alte Emilie Riemann und ihre Freundin, Frl. Grete Joschow, ver= gifteten sich in ihrer gemeinsamen Wohnung im Hause AhornBeide fonnten ins Leben zurückftraße 40, mit Leuchtgas. gerufen werden. Der Beweggrund ist noch unbekannt. Tob durch Leuchtgasvergiftung. Der 42 jährige Händler Albin Reichel wurde gestern in seiner Wohnung, Linienstraße 65, infolge Leuchtgasvergiftung tot aufgefunden. Er hatte den Sahn aus Unachtsamkeit offen gelassen. Ein Einbrecher erschossen. In der vergangenen Nacht wurde ein Einbrecher, als er seiner Berhaftung Widerstand entgegenfette, von einem Kriminalwachtmeister erschossen. Die Leiche des Unbekannten übergab man dem Schauhause. 16. Verwaltungsbezirt. Donnerstag, den 14. Januar, abends 7½ Uhr, im Cöpenider Rathaus, Sigung der Bezirksverordneten und der Kommunal- Kommission. Lichtenberg. Bezirksvorsteher und Stellvertreter. Sizung am Dienstag abend 7 Uhr bei Schulz, Kronprinzenstraße 47. Wenig benutzte Züge auf der Strede Berlin- Stettin fallen aus. Personenzug 597 Berlin- Stettin, der bisher einen Vorzug hatte, wird von nun ab diesen nicht mehr haben, da der Verkehr so gering ist, daß es sich nicht lohnt, einen Vorzug abzulassen. Ebenso wird der Vorzug seines Gegenzuges 410 von Stettin ab 2,32 nachmittags nicht mehr verfehren. Die beiden Vorzüge verkehrten nur werts täglich. Der Personenzug 410 von Stargard tommend, von Stettin ab 2,32 nachmittags, Stettiner Bahnhof an 6,19 abends, wird auf der Strede Berlin- Stettin von jezt ab nur Werktags gefahren. Berichtigung. Zu der am 22. November 1920 unter der Ueberschrift ,, Aus der Praxis eines Wohnungsamtes" erschienenen Notiz erhalten wir vom Wohnungsamt der Stadt Berlin eine Berichti gung, die besagt, daß der Wohnungsuchende R. erst seit dem 14. Juli 1920 in die Liste der Wohnungsuchenden eingetragen ist. Auch seien die sonstigen Behauptungen des R. unzutreffend, aus welchem Das Ver Grunde Strafantrag gegen ihn gestellt worden sei. fahren wird ergeben, wie weit die uns von R. vorgetragenen Beschwerden zutreffend sind; über den Ausgang desselben werden wir berichten. | so fest wie früher. Der Geruch der ganzen Behausung hatte etwas Berstodtes. Jsmer hatte das Gefühl, als ob die Wohnung seit seinem Abmarsche zur Front nicht betreten worden wäre und sich darin alle Wünsche, alle Sehnsucht, alle verhaltenen Lüste und alle Wut aufeinandergehäuft und zusammengepreßt hätten, so daß sie muffig wurden und zu faulen begannen, wie Mehl, das keine Luft bekommt und in sich selbst erstidt. Jsmer riß das Fenster weit auf, und er sah, daß die Gars dinen nicht gewaschen waren. Sein Empfang war nicht sonderlich vorbereitet worden. Das durfte er ruhig be= sonderlich vorbereitet worden. haupten. Und es machte ihm doppelten Kummer, wenn er bedachte, wieviel Bedenklichkeiten er sich gemacht hatte, wie er sich geprüft hatte, welches Verhalten Emilie gegenüber das beste sein würde. Gedanken, von denen er jetzt allergerückt, deſſen Familie das Haus sehr bald banach verlassen Freilich waren fie auch nicht ganz befolgt worden, denn wie hatte. Jsmer fonnte bald lächeln, und lächelnd las er an seiner Korridortür das Schild, das seinen Namen trug, ihm seinen Namen, wenn auch unhörbar, aber doch so laut entgegenrief, daß er sich jetzt wahrhaft ins Leben zurückversetzt fühlte. Es versicherte ihn, daß er noch da war, daß es wirklich einen Mann gab, der Jsmer hieß, daß fein anderer als er selbst dieser Mann war, daß seine Frau wirklich Emilie hieß, denn der Mann, der dort wohnte und der er war, hatte eine solche Frau und keine andere. Das Heim, das er vorfand, war zwar im wesentlichen das alte, wie er es verlassen hatte, und doch schien es Jsmer, nicht so sehr im ganzen, wie in einzelnen Kleinigkeiten. Vor daß es ein etwas neues, fremdartiges Aussehen aufwies, nicht mehr so peinlich in Ordnung gehalten hatte, wie er es in Friedenszeiten von ihr gewohnt gewesen war. Was die Versorgung des Hauses betraf, war Emilie niemals der geringste Vorwurf zu machen gewesen. Sei es, daß ihr die Sauberfeit angeboren war, sei es, daß sie jeden Streit zu vermeiden, ebensoviel Lust wie Grund hatte- soviel stand feit, daß feine Wohnung, die er kannte, und wäre es die properste gewesen, die seine an Reinlichkeit übertraf. Obwohl nun Emilie doch schon einige Monate ganz allein er Emilie jetzt gegenüberstand, entsprach nicht im mindesten dem, was er sich vorstellte, als er sich mit ihr in seinem Innerften versöhnt hatte. Daß gar Emilie mit ihm nicht verföhnt sein fonnte, das sich vorzustellen, war er völlig außer= stande. Er hatte ja alles getan, um die paar von ihm be= Er war in die gangenen Fehler wieder gutzumachen. war verwundet Schlacht gegangen, hatte brav gekämpft, worden. Jsmer befam an dieser Stelle seiner Gedankenreihe einen Scharfen Stich wie von vergifteter Spize. Der Fritze erhob sich aus dem Grabe und fah ihn aus dem einen Auge, das ihm die Granate geíaffen hatte, an, wäh rend der Mund verschlossen blieb, weiter schwieg, nichts vers lauten ließ von dem, was zwischen Emilie und ihm selbst vorgegangen war. Jsmer trat wieder an das Fenster, durch das Emilie ch damals hatte stürzen wollen, und sah in den alten Hof hinab, der verlassen dalag. Nur selten überquerte ihn eine Nachbarin oder ein alter Mann, der die Klapptüre zufallen ließ und einen an einen Schuß erinnernden Knoll auslöste. Aus der Tiefe winkte der schwarzgraue 3ement hinauf. Jsmer sah fast auf ihm die Leiche Emilies liegen. Vielleicht hätte es dazu kommen können, daß sie dort lag! Jsmer empfand am Nacken etwas, das den Schädel eindarin gewesen war und deshalb viel weniger aufzuräumen gehabt hatte als damals, wo er bie Wohnung noch mit ihr spannen zu wollen schien. Er wehrte sich dagegen dadurch, teilte und sie durch die Abfälle von seinen Arbeiten, teilte und sie durch die Abfälle von seinen Arbeiten, daß er wütend den Kopf schüttelte und dabei halblaut sagte: Pfui Deibel! Schnitzel, Späne, kleine Wasser oder Leimflede und an( Fortsetzung folgt.) deres mehr verunreinigte, war doch die Ordnung nicht mehr Gewerkschaftliches Die Eisenbahner und die BKPD. verlassen und in den Sympathiestreit eintreten mürben. Er sei beauftragt, diesen Entschluß der Elektrizitätsarbeiter den Eisenbahnern mitzuteilen. Die Geschäftsstelle Groß- Berlin des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer erklärt, daß dies nicht zutrifft und daß auch die Geschäftsstelle Groß- Berlin nicht weiß, welche Versammlung den früheren Kollegen Sylt beauftragte, obenstehende Erklärung abzugeben. Er fann höchstens nur im Ramen einer fleinen Gruppe der Elektrizitätsarbeiter, die der Von der Ortsverwaltung des Deutschen Eisenbahnerverbandes Kommunistischen Partei angehören, diese Erklärung abgegeben wird uns geschrieben: haben. Die Mehrzahl der Elektrizitätsarbeiter haben ihn zu dieser Erklärung unseres Wissens nicht ermächtigt. Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Buchdrucker! Zur Einleitung einer umfassenden Protestaktion gegen die Borgänge in der legten Generalversammlung, in der die Urwahl, also das Mitbestimmungsrecht unserer 13 000 Kollegen, von der S. P. D.Anhängerschaft niedergetrampelt wurde, beginnen wir mit einer In der Roten Fahne", Abendnummer vom 8. Januar und Morgennummer vom 9. Januar, wurden über die stattgefundene Funktionärtonferenz der Ortsgruppe Groß- Berlin des Deutschen Eisenbahnerverbandes Artikel gebracht, welche nicht in allen Teilen objektiv sind. Zuerst ist es unwahr, daß die Verwaltung durch Funktionärbeschluß gezwungen wurde, die Tagesordnung umzustellen und an Stelle als ersten Punkt der Tagesordnung Stellungnahme zur Generalversammlung" zu setzen„ Unsere Lohnbewegung". Wahr ist vielmehr, daß die Umstellung der Tagesordnung in dieser Weise am Tage vorher erfolgte. Die Funktionärtonferenz wurde demgemäß auch durch den 1. Bevoll- Flugblattverbreitung. Die Flugblätter sind heute abend von 4 Uhr mächtigten, Kollegen Klibor, eingeleitet. Die Ausführungen betreffs der Demonstration lösten allerdings bei dem größlen Teil der Funktionäre, angefacht durch Reden von K. P., D.- Mitgliedern, den größten Widerspruch aus. Allerdings sprachen sich auch Mitglieder anderer Parteien dagegen aus. Nach erregten Debatten fanden nochmals, wie schon mitgeteilt, Drisverwal tungssigungen statt, welche in ihrem Endresultat bei den einmal von der Ortsverwaltung gefaßten Beschlüssen blieben. Böllig aus der Luft gegriffen sind die Abstimmungszahlen 220 zu 28, denn eine Auszahlung der Stimmen hat nicht stattgefunden, also auch in diesem Falle eine bewußte unwahrheit. Ferner ist es eine dirette Lüge, wenn behauptet wird, die engere Ortsverwaltung hätte die erweiterte nicht gefragt, weil die Materie nicht für wichtig gehalten wurde. Gerade weil die Borgänge, welche sich zu dieser Sache abgespielt haben, so wichtig die Verwaltung durch den Kollegen Hermann sind, erklärte Schulz, daß sie sich der Tragweite voll und ganz bewußt wäre und deshalb die volle Verantwortung übernehme und zu diesem Beschluß stehe. Die Gründe, welche die engere Ortsverwaltung zu diesem Beschluß führte, sind ja zum Teil durch die Presse bekanntgegeben worden. Wir sind alle in der Verwaltung der Auffassung, daß die Eisenbahnertundgebung durch die K. P. D. Veranstaltung benugt werden sollte, lettere zu verstärken und dem rein gewertschaft: lichen Unternehmen einen extremen politischen Anstrich zu geben, die unseres Erachtens nach der Eisenbahnersache nicht gedient hätte noch dienen kann. Wenn die V. K. P. D. wirklich die Eisenbahnertundgebung nicht beeinflussen wollte, dann wäre es für die Kommunisten ja ein Teichtes gewesen, ihre nach uns aufgezogene Kundgebung an einem anderen Platze zu veranstalten, aber mir glauben auch, sagen zu tönnen: Spiegelberg, wir fennen dich!" In bezug auf den ruhigen Verlauf der gestrigen Kundgebung wissen wir genau, daß entgegen der zuerst ausgegebenen Parole der B. K. P. D., die Eisenbahnerkundgebung durch Massen aus den Privatbetrieben zu verstärken, plötzlich anders verfügt wurde, um so die angewandten demagogischen Kniffe zu verdeden. Daß bie Eisenbahner gestern unbehelligt geblieben. sind, ist eine Folge der Saltung der Ortsnet= maltung. Dadurch ist unzweifelhaft eine Aftion vermieden worden, welche der Gesamteisenbahnerbewegung im Reiche hätte schaden können. Wie die B. K. P. D. ftritte Unterwerfung ihrer Anhänger fordert, müssen auch Gewerkschaftsmitglieder ihre Disziplin wahren, um im geeigneten Moment in Affion treten zu können. Leider beweisen die Tatsachen der letzten Zeit, daß durch verschiedene Treibereien der Kommunistischen Partei tatsächlich ein Reil in die Gewerkschaftsbewegung getrieben wird. Durch Keilireibereien fönnen niemals Einheiten geschaffen werben. Taten zur rechten Zeit sind besser als Phrasen jeder Zeit Ferner ist es eine bewußte Lüge, wenn behauptet mird, die Ortsverwaltung wolle versuchen, die Annahme der Einigungsvorschläge den Mitgliedern zu empfehlen. Wie wir Schon an anderer Stelle betont haben, sind wir einer Meinung, daß die Vorschläge ungenügend und abzulehnen sind und haben diese unsere Ansicht dem Hauptvorstand des D. E. V. unverzüglich mitgeteilt. Ein Drud von seiten des Hauptvorstandes, soweit es fich um die Ortsverwaltung handelt, hat nicht stattgefunden. Weiter auf die Schimpfereien der Roten Fahne" einzugehen, halten wir unter unserer Würde. Erklärung. In einem Artifel der Welt am Montag" vom 10. Januar, betr. die Demonstration der Berliner Eisenbahner, wurde unter anderem ausgeführt, daß der Führer der Elektizitätsarbeiter, Sylt, der an der Spize einer Deputation der Berliner Elektrizitätsarbeiter erschienen war, erklärte, falls die Eisenbahner in den Streit treten, die Elektrizitätsarbeiter sofort ihre Betriebe KON LINON Die gule MASSARY Zigarette urteilen Sie selbst! Lötzinn! Weißmetall! Zahngebiss., Zahn b. 100.Zinn! Bleil für Spezialgebr. Kupfer! Platinabfälle! Nickel! Goldbruch bis 40.Silberbruch bis 1.20 nach Kurs Messing! Aluminium! Zink! Salpeters. Silber! Quecksilber! Stanniolpapier! Flaschenkapseln! Glühstrumpfasohe bis 150.kauft Edelmetall- Einkaufsbureau, Weberstr. 31. 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Unsere Vertrauensleute und Verbindungsleute in den Betrieben haben dafür zu sorgen, daß aus jedem Betrieb ein Kollege das Material heute abend abholt. Nur eine lüdenlos durchgeführte Flugblattverbreitung verbürgt einen Erfolg unserer Aktion. Die Altionsausschüsse der Opposition. Otto Fiedler. K. W. Schmidt. Achtung! Buchdrucker! Die Buchdruckerei M. Greve( Jnh. May Bash), Berlin S., Ritterstr. 50, ist aus dem Verzeichnis der tariftreuen Firmen gestrichen. Das gesamte Personal hat den Betrieb verlassen. Die Firma hatte feit längerer Zeit ständig Differenzen mit dem Personal und stellte sich auf den Standpunkt des absoluten Herrn im Hause; fie fügte fich weder den Schiedssprüchen des Schlichtungsausschusses noch den Entscheiden des Tariffchiedsgerichts und Gewerbegerichts, so daß zur Durchführung der Rechte des Personals die ordentlichen Gerichte in Anspruch genommen werden mußten. Kollegen, die 20 bis 30 Jahre im Geschäft waren, wurden entlassen mit der Begründung, sie seien zu alt geworden. Diesen wurde unverbindlich eine lächerlich geringe Summe als Gnadengeld angeboten, deren Auszahlung aber von dem guten Willen des Inhabers Mar Basch abhängig sein sollte unter der Voraussetzung, daß die Kollegen auf alle weiteren AnSprüche verzichten. Desselben Herrn, der sich soviel zugute tut auf seine angeblichen Wohlfahrtsstiftungen zugunsten der Arbeiter, Potemkinsche in Wirklichkeit aber nur Scheinmanöver find Dörfer den Behörden gegenüber, um deren Arbeiten an sich zu ziehen, so daß bereits Ende 1919 das Prinzipals organ dieses Gebahren der Firma in einem Artikel:„ Schmiergelder oder Stiftungen" feftnagelte. Die Firma versucht nunmehr unter an derem Namen ihren Betrieb fortzusetzen, z. B. werden unter der Adresse Hadorff u. Co., Ritterstr. 50, Kräfte gesucht, die jedoch ebenfalls zur Firma Greve gehört, aber fast nur Lichtdruckabteilung ist. Die Deutsche Kassenblock- Gesellschaft" ist gleichfalls ein Zweigbetrieb derselben Firma, auch unter dieser Adresse werden Kräfte gesucht. Organisierte Arbeiter fönnen dort nicht eintreten! Warnung. Von der Fachgruppe Privatversicherung des 3. d. A. wird mitgeteilt; In den Kreisen der Volts- Versicherten der Victoria" wird seit einiger Zeit versucht, sie zur vorzeitigen Aufhebung der bestehenden Versicherungen zu bewegen. Da dies entsprechend den Bestimmungen der Verträge nur unter erheblicher finanzieller Schädigung der Versicherten erfolgen fann, warnen mir das Publikum, derartigen Parolen zu folgen, die der Versiche rungsgesellschaft besonderen Gewinn bringen. Aus den Organisationen 1. Diftritt. Zahlabend am Mittwoch, den 12. Januar, abends 7 Uhr: 1. und 2. Abteilung bei Hagen, Stralauer Bride 8, Tagesordnung: Die Sozialisierungs frage. 3. und 4. Abteilung bei Schirm, Charlottenstr. 8. 5. Abteilung bei Lehmann, Hallesches User 14. 6. Abteilung Zahlmorgen am Mittwoch früh 145 Uhr bei Schirm. Referat. 3., 4., 5. Diftritt. Die Genossen und Genosfinnen werden angewiesen, thre schulentlassenen Söhne und Töchter der Soz. Prol.- Jugend zuzuführen. Die Gruppe Süden- Süd- West tagt Dienstag, 11. Januar, von 7-9 Uhr, in der Schule Wasserthorstraße 31, part. rechts, Zimmer 18. 4. Diftritt, 9. Abteilung. Mittwoch gemeinsamer Zahlabend bei Freudiger, Püdlerstr. 39. 8. Diftrift, 10. Abteilung. Der gemeinschaftliche Zahlabend mit Vortrag findet Alle Genossen der Richtung bei Kröffe, Ebertnstr. 6, statt. Anfang 7 Uhr. Crispien- Ledebour, jomie bie Freiheit"-Leser sind hiermit eingeladen und wird Die Abteilungsleitung. um pünftliches Erscheinen gebeten." 14. Diftritt. Der Zahlabend der Bezirfe 676-681 findet im Lotal von Rasparet, Stromstraße 4, am Mittwoch abend 7 Uhr statt. 15. Berwaltungsbezirt( Treptow, Schönewelbe, Adlershof). Freitag, 14. Januar, abends 7 Uhr, bei Schneider, Niederschöneweide, Brüdenstr. 3, tombinierte Bor Ständefonferenz. Neukölln, Brig, Rudow. Heute, Dienstag, abend 6% 1hr Vollversammlung ber Landagitationskommission bei Cenkt, Hermannstr. 213. Mitgliedstarte mif bringen. Dienstag abend 7% Uhr Funktionärsizung, Neues Echöneberg- Friebenon. Rathaus, Zimmer 143. Charlottenburg. Die Kinder, die im April zur Shufentlaffung tommen und am Moralunterricht teilnehmen, wollen sich bei den Genossen Schmal, Sybelstr. 31, Striefel, Pestalozzistr. 93, Sufeol, Rehringstr. 9, melden. Charlottenburg. Kommunale Kommission. Wichtige Stzung am Freitag, den 14. Januar, abends 7 Uhr, Rathaus, Zimmer 1. Das Erscheinen aller Kommiss Fionsmitglieder, sowie aller Bezirfs- und Stadtverordneten ist dringend erforderlich. Charlottenburg, 3. Gruppe. Mittwoch, 12. Januar, gemeinschaftlicher Zahle abend in der Schulaula Wiebestraße. Charlottenburg. Mittwoch nachmittag 5½ Uhr wichtige Besprechung der Be girtsverordneten im Rathaus, Zimmer 1. Ant Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, Zablabend. Es tagen: Abteilung Salensee bei Piche, Seefenerstraße; Abteilung Schmargendorf im Wilden Eber"; Abteilung 2 bei Gröschte, Nachod straße 13: Abteilung 3 bei Rajper( vormals Shilling), Lauenburger Straße; Ab teilung 4 bei Dorow, Weimarische Straße 14, Ede Saalfelder Straße. Dienstag, 18. Januar, findet in der Bittoria- Luije- Schule, Gasteiner- Efe Eintrittstarten zu der a Uhlandstraße, eine öffentliche Versammlung ftatt. Sonntag, 23. Januar, abends 7 Uhr, in der Hindenburg- Oberreal- Schule am Seepart stattfindenden Beethovenfeier sind bei den Bezirksführern erhältlich. Unter allen Umständen müssen die Mitglieder mehr wie bisher an den Ber anstaltungen der Partei teilnehmen. Steglik. Mittwoch, 12. Januar, abends 18 Uhr, findet in ben bekannten Lotalen unser 3ahlabend statt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wirb dringend ersucht.. Lichterfelde. Mittwoch abend 7 Uhr Zahiabend für den Weften bei Lenzky. Vortrag des Gen. Kunert. Für den Often bei Wollin, Berliner Straße. Maricaborf. Am Mittwoch, 12. Januar, gemeinsamer Zahlabend in der Schul aula Kurfürsten Ede Chauffeeftraße. Tagesordnung: 1. Die Beamtenbewegung; 2. Die politische Lage. Referent: Genosse Boitsefr. Wilh. Hoffmann. 1. Abteilung: Wekenjee. Mittwoch abend 7% Uhr Abteilungszahlabend. Wilhelm Koppe, Sedanstraße 64. 2. Abteilung: Gerlow, Kronprinzenstraße 13. 3 Abteilung: R. Neumann, Charlottenburger Straße 142. 4. Abteilung: E. Krause, Echönstraße 53. 5. Abteilung: Grüner Baum. Erscheinen sämtlicher Mitglieder notwendig. Bezir! Lichtenberg, 5. Biertel. Mittwoch abend 7 Uhr gemeinschaftlicher Zahl abend in der Turnhalle, Schule Friebrichstraße. Friedrichsfelde. Um irreführenden Barolen entgegenzutreten, die von wissen Seiten ausgegeben werden, machen wir allen Anhängern ber U. G. B. D. Friedrichsfelde die Mitteilung, daß unsere Zahlabende und Barteiveranstaltungen nach wie vor ftottfinden. Gleichzeitig wird auf die am Mittwoch, den 12. Januar, abends 7 Uhr, im fofal von Walter Herrmann, Caprivi- Allee 42, Rattfindende Versammlung aufmerksam gemacht, in der Gen. Echlicht leber Breußenwahl Mitgliedsbücher find und Aufgaben des neuen Landtages" rejerieren wird. weds Kontrolle vorzuzeigen. Karlshorit. Mittwoch, den 12. Januar, im Lofal von Behlau, Karlshorit, Prinz- Albert. Ede Rödelstraße, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Vortrag. Johannisthal. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr. Mitgliederversammlung im Lotal Echreiner, Friedrichstraße 6. Wichtige Tagesordnung. Oberschöneweide. Dienstag, 11. Januar, abends 7% Uhr, Vorstandsfigung bei Imberg. Friedrichshagen. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, Mitgliederversamms Tung in Lerches Bürgerfälen( fleiner Saaf). Wichtige Tagesordnung: Land tagswahlen; Referent Genosse Rauch. Dringendes Erscheinen der Mitglieder erwünscht. Siblershof. Mittwoch 7½ Uhr in der Schulaula Bismardstraße gemeinsamer Zahlabend. Niederschönhausen. Donnerstag, 13. Januar, abends 18 Uhr, Sigung der Frauentommission bei Schlegel, Cichenstraße 44. Buchholz. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, im Lokal non Klünder, Mite glieberversammlung. Vortrag des Gen. Volz über Kommunalpolitik". Erscheinen jämtlicher Mitglieder erforderlich. Sohenneuendorf. Mittwoch, 12. Januar, abends 17 Uhr, Zablabend bet Richter, Oranienburger Str. Tagesordnung: 1. Vortrag; 2. Geschäftliches; 3. Vers schiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung( Wahlen) ist das Er. scheinen aller Genossen bringend Pflicht. Röntgental, 3epernid. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, Zahlabend Zahlreiches Erscheinen notwendig. bei Poble, Röntgental, Siemensstraße. Bernau. Mittwoch, 12. Januar, pünktlich 18 Uhr, Mitgliederversammlung bei Blodisch, Kaiserstraße. Niederschöneweide. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, bei Weber( früher Schuster), Briger Str. 17, gemeinsamer 3ahlabend. Wichtige Sigung. Copenid. Mittwoch abend 7% Uhr im Stadttheater große öffentliche Wähler versammlung. Tagesordnung: Die Preußenwahl. Ref. Reichstagsabgeordneter Fr. Künstler. Massenbesuch erwartet. 1. S. B.- Gastwirtsgehilfen. Donnerstag, 13. Januar, vorm. 10 Uhr, Referentene furfus bei Gerhold, Weinbergsweg 26. Zahlvormittag am Mittwoch. 12. Januar. vorm. 10 Uhr. Vereinskalender Deutscher Transportarbeiter- Berband( Textilbranche). Gruppe 6( Kurzwaren, Tülle, Spiken). Am Mittwoch, 12. Januar, nachm. 5 Uhr, bei Mitte, Poftftr. 29, Vertrauensmänner- Bersammlung und am Freitag, 14. Januar, abends 5 Uhr, in der Schule Neue Friedrichstraße, Hinter der Garnisonkirche, Gruppen- Versammlung der Gruppe 6. Angestellte der Metall- Industrie. Mir machen bie Angestellten der Groß- Berliner Metall- Industrie darauf aufmerksam, daß die zu dem am 28. Juni 1920 abgeschlosse nen Tarifverträge für die Angeftellien der Groß- Berliner Metall- Industrie erfolgte Ergänzung bei uns im Drud vorliegt. Der Preis stellt sich pro Exemplar auf 10 Pig. Bestellungen find an das Drtsfartell des Afa- Bundes, Berlin SW 61, Belle Alliance- Str. 7/10, zu richten. Afa- Ortstartell Groß- Berlin. Berband der Brauerei und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Dienstag, 11. Januar, abends 6 Uhr, außergewöhnliche Generalversammlung in Böders Festfälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: Beitragserhöhung. Bersammlung ber Angestellten des Berliner Zeitungsgewerbes. Mittwoch, den 12. Januar, abends 6 Uhr, findet in den Sophien- Sälen( großer Saat), Sophien ftraße 17/18, cine Afa- Bersammlung der Angestellten der obigen Brande statt. Tagesordnung: 1. Wirtschafts- und Ernährungsfragen( Referent Clemens Nörpel); 2. Das Ergebnis der neuen Verhandlungen. Afa- Ortstartell Groß- Berlin. Deutscher Hutarbeiter- Berband. Am Donnerstag, 13. Januar, abends 5% Uhr, findet im Gewertschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5, eine Versammlung aller Der Vorstand. Strohhutnäherinnen ftatt. Attumulatoren- Fabrit Oberschöneweide. Mittwoch, den 12. Januar, mittags 12% Uhr, findet die beschlossene Betriebsversammlung statt. Mittwoch abend 7 Uhr Zentral Sozial. Proletarierjugend Groß- Berlin. Dorstandssigung, Weinmeisterstr. 15( Schule). Cozial. Proletarierjugend Gesundbrunnen. Heute, Dienstag, abend 7 Uhr, in der Mädchenschule Gotenburger Str. 2, Zimmer 1, part. lints. Die Anmeldefrist für die AnArbeiter- Stenographen Berein Stolze- Schren. fängerkurse wird bis 24. Januar verlängert. Der Anfängerkursus in der Görliger Straße 51 wird fortgeführt. Die Teilnehmer werden gebeten, fich um 17 Uhr dort einzufinden. Mittwoch, 12. Januar 148 Uhr, Debattekursus, Stallschreiber Straße 84( Gemeindeschule). Der Vorstand: A. Urban, Schöneberg, Eisenacher Str. 64. Emil Rabolb, Berlin. Ber Berantwortlich für die Rebattion: antwortlich für den Inseratenteil: Ludwig Romeriner, Karlshorit. Drud der Freiheit" Berlagsgenossenicbait reiheit" e. G. m. b. 5.. Berlin, Druderei G. m. h. S., Berlin C.?. Breite Stroke 9-9. MASSARY BERLINS POPULARSTE ZIGARETTENMARKE! Neuköllner MetallEinkaufs- Zentrale Rottbuser Damm 66, am Hermannplag, kauft Kupfer, Mejjing, Blei, Rink. perkleinert Leinenkragen Born, Reichenberger Str. 7. Soeben erschienen! 3u unüberbietbaren Schmelzpreisen kauft Urban tägl. alte Zahngebiffe, auch zerbrochene. Stiftzahn 12 Gramm 160., platins, Golds, Silberbruch), Brennstifte, Münzen nfw. Einkauf täglich bis 7 Uhr. Bei Ankauf Fahrgeldvergütung. Manteuffelstraße 71, Laden. Dynamodraht in Baumwolle, Seide und Emaille, kauft jeden Posten Elektrobüro, Grüner Weg 100. Coeben erschienen! Karl Radek: Rosa Luxemburg Karl Liebknecht Leo Jogiches 48 Seiten, 6 Reproduktionen. Preis: Organisationsausgabe M. 2.-. Kartonierte Ausgabe M. 5.-. 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