Einzelpreis 30 Pig. 4. Jahrgang Ste Breibett erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montags UE einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berli 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 m. Für Pofte bezug nehmen fämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Ofterreich 30,- M. Rebabtion, Expedition und Berlag: Berlin Breite Straße 8. Mittwoch, 12. Januar 1921 Nimmer 17 Morger- Ausgabe einschließlich Die achtgespaltene Nonpareillezette ober beren Raum koftet& Teuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fertgedruckte Wort 2,- M., febes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen das fettgedruckte Wort 1,50 M.. jedes weitere Wort 1,-. Fernsprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516, 4803, 4635, 4648, 4922 greiheit Berliner Drgan der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands USP. und Landtagswahlen In Büttners Festfälen tagte gestern abend die Bezirksgeneralversammlung Berlin- Stadt. Gegen 7 Uhr eröffnete Genosse Krause die Versammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Die politische Situation und die Landtagswahlen. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Aufstellung der Landesliste. 4. Anträge und Berschiedenes, Genosse Sifferding führte über„ Die politische Situation und die Landtagswahlen" eiwa folgendes aus: Heute bedeutet die Beschäftigung mit der politischen Situation zuerst eine Beschäftigung mit der Situation innerhalb der Arbeiterbewegung. Wenn wir die Bilanz seit der Zertrümmerung der Partei in Salle ziehen, tönnen wir feststellen: wir haben die Mehrheit der organisierten Mitglieder, etwa 60 Prozent, behalten. Aber der größte Schaden für die Arbeiterklasse liegt in der Tatsache, daß von den restlichen 40 Prozent ein sehr erheblicher Teil indifferent geworden ist. Die Kommunisten tonnten die U. S. P. nicht zerschlagen, aber lähmen konnten sie unsere Partei in ihrem Kampfe gegen den Reformismus und die Bourgeoisie. Was die Kommunisten durch die Spaltung angerichtet haben, haben sie durch ihre Tattit seit Halle noch verschlimmert. Die Kommunisten haben ausschließlich gegen unsere Partei_gefämpft, unsere Versammlungen gesprengt, unsere Genossen, die fich irgendwo in verantwortlichen Stellungen befinden, durch Provokationen und unehrliche Kampfesweise angegriffen. Die Kommunisten treiben lediglich eine Radaupolitit, das beweisen auch die Vorgänge in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Die Folgen zeigen sich zuerst in einer verstärkten Agitation der Bourgeoisie gegen die Arbeiterklasse. Die Wahlen in Sachsen, wie auch der Boltsentscheid in Bremen beweisen, daß die Politik der Kommunisten alle indifferenten Schichten ins Lager der Bours geoisie treibt. Nach den vielversprechenden und anspruchsvollen Prophezeiungen ber Sommunisten, die noch in Halle behaupteten, baß die revolus tionäre Entscheidung unmittelbaz bevorstände, nur die Führer der Unabhängigen hindern die Arbeiter an der Attion, berührt es eigentümlich, daß sie jetzt, nach drei Moncien, in einem Offenen Brief die Mitarbeit der RechtsJozialisten, des Gewerkschaftsbundes, der Afa, der U. S. P. fordern! Ebenso eigenartig ist es, daß die Kommunisten plöglich Teil forderungen aufstellen, während sie an unserem Manifest pon Salle ausgelegt haben, die darin aufgestellten Einzelforderungen feien ein Berrat an der sozialen Revolution. Das Tollste ist aber, daß die V. K. B. D. den Gewerkschaften zumutet, mit den offenen Bersplitterern dieser Bewegung, den Unionisten, Syndikalisten, Dreiviertel- Anarchisten zusammen Aktionen zu machen. Dazu werden sich die Gewerkschaften mit Recht nicht bereitfinden, und ebensowenig hat unsere Partei eine Beranlafjung, mit den Kommunisten zusammenzugehen. Wir haben pie Erfahrung machen müssen, daß die K. B. D. noch jede gemeinme Attion zu einer Schmugtonkurrenz in Radikalismus benutzt, um ihre Mittämpfer in Stich zu lassen. Wir haben kein Interesse, den steckengebliebenen Parteitarren der K. P. D. mieder mit aus dem Sumpf herauszuziehen. Der Offene Brief ist die Banlerotierflärung der Kommunisten.. Die Vereinigte Kommu mitische Partei ist bereits in den Auflösungsprozeß einge treten, und wir brauchen diesen Prozeß nicht zu stören. Wir sind Ecawungen, scharf gegen die Kommunisten zu tämpfen, solange eren Bolitit eine atute Gefahr für die deutsche Arbeiteroewegung bildet. Eine dauernde Gefahr aber bildet für die Arbeiterbewegung ber Reformismus. Er ist schuld an der Erfolglojigleit der Novemberrevolution. Der Reformismus veranlahte die Rechtsfozialisten, die Egjald für die Liquidation des Krieges durch den Eintritt in die Prinz Mar- Regierung auf sich zu nehmen. Der Reformismus hat in der Arbeiterschaft die Juujion verbreitet, daß Ministersessel schon Machtpositionen seien. Der Reformismus Ichaft to weit zuriidgeworfen hat. Das Ungeheuerliche an der brutalen Rostepolitit war, daß sie jede Gefahr nur von links jah und jebe Unterſtigung von rechts, von wo in Wahrheit die Gefahr drohte, annahm, im Kampfe nicht gegen die Bourgeoisie, sonbern gegen bas revolutionäre Proletariat! Und diese Rostepolitit bis zu dem abscheulichen Schießerlab, wurde neh von dem rechtssozialistischen preußischen Justizminister Se in e idigt, selbst dann noch, als sie von Kapp und Lüttwig lionis wurde. Nicht die Rechtssozialisten haben mit dieser P chen, sondern durch Sapp und Lüttwiz ist sie liquidiert 21. Bis auf den heutigen Tag halten die Rechtssozialisten an der Politit des Reformismus feft, bei allen politischen Entscheidungen läßt sich die Partei von der Meinung der bürgerlichen Barteien bestimmen. Die reformistische Politik hindert die Rechtsfozialisten daran, reine Arbeiterinteressen zu vertreten, da sie sich beständig nach den Koalitionsparteien richten. Selbst heute noch, da wir eine rein bürgerliche Regierung haben, hält die S. P. D. noch an dieser Politik fest und stützt dieses Feh renbach- Kabinett, dessen einzige Sorge die Unterstützung der gegenrevolutionären Orgesch ist! Nach den Bedingungen, die jelbst die Retssozialisten der Fehrenbachregierung gestellt haben, hätte dieses Kabinett feine Eristenz längst verwirkt. Trogdem wird es von den Rechtssozialisten noch geftügt, weil diese noch immer an dem Reformismus festhalten. Wie weit dieses Liebäugeln und Sichgebundenfühlen an die bürgerlichen Parteien geht, beweist, daß sich der Rechtssozialist Bauer bereitgefunden hat, bas ungeheuerliche Vorgehen des Dr geschbemokraten Roch gegen Bremen zu verteidigen, als Genosse reformistice Roalitionspolitit wird immer eine bauernde Gefahr für die Arbeiterbewegung bleiben, weil keine gemeinsamen Attia | nen des Proletariats zustandekommen können, solange eine sozialiftische Partei das Zusammengehen mit bürgerlichen Koalitionsparteien für wichtiger erachtet. Die Rechtssozialisten lassen auch feinen Zweifel darüber, daß sie an dieser arbeiterfeindlichen, verderblichen Bolitit festhalten wollen. Erst vor turzer Zeit hat der Rechtssozialist Braun erklärt, das Ziel des Wahlkampfes sei die Stärkung der Koalitionsparteien! So sehr wir wissen und darnach handeln, daß der Hauptfeind im bürgerlichen Lager steht, müssen wir doch gerade im kommenden Wahltampf den Reformismus bekämpfen, weil er die Einheit des sozialistischen Kampfes verhindert und die Arbeiterschaft lähmt., Der Wahlkampf für die preußische Landesdersammlung wird ein Stüd Machttampf fein, nicht weil das Wählen an sich eine Tat wäre, sondern weil eine Stärtung der Landtagsfraktion bis zur Mehrheit ein günstigeres Kampffeld für den Sozialismus schafft. Dann muß die Bourgeoisie angreifen und die sozialistische Arbeiterschaft hat alle Schichten der Bevölkerung auf ihrer Seite, die von einer sozialistischen Regierung eine Besserung der Lage erwartet. Dann wird die Bourgeoisie zu den außerverfassungsmäßigen Mitteln greifen müssen, und das wird immer zum Berteil des Kampfes der Arbeiterschaft sein. Der bevorstehende Wahlkampf erhält aber seine besondere Be deutung noch durch die großen Aufgaben, die zu erfüllen sind. Vor allem müssen wir in Preußen gegen Preußen lämpfen, gegen die Bundesstaatenwirtschaft, die nur auf die Interessen der Dynastien zugeschnitten war und endlich zu dem übrigen historischen Plunder geworfen werden sollte. Wir wollen ein einiges deutsches Volf, das sich selbst regiert in seinem eigenen Reich, um so mehr, als die Wirtschaft nach einer zentralen Leitung verlangt. Wir müssen diese Fordes rung auch aufstellen, um damit ben Bestrebungen der Gli Ines und Konsorten zu begegnen, die das Reich zerschlagen und wirtschaftlich und politisch unter ihre absolute Herrschaft bringen schaftlich und politisch unter ihre absolute Herrschaft bringen wollen. Die preußische Verfassung, die selbst hinter dem zurückgeblieben ist, was 1848 geschaffen wurde, beweist, was für Aufgaben auch auf diesem Gebiet noch zu erfüllen sind. Vor allem aber muß festgestellt werden, daß die bisherige Koalitionsregierung nicht das mindeste an der alten Geheimratswirtschaft und Bureaufratie geändert hat. Das beweist das beschämendste Kapitel: Die preußische Justiz. War diese Einrichtung schon vor dem Kriege eine Sache, die man in anderen Ländern nicht tannte, so ist sie jetzt zu einer Angelegenheit geworden, die durch eine systematische Kampagne vor allem auch in der sozialistischen Auslandspresse man so brandmarten müßte, daß sie genau jo in Verruf kommt, wie der preußische Militarismus. Von rechtssozialistischer Seite ist gegen diese Klassenjustiz schlimmster Art aber nichts weiter geschehen, als daß einmal ein Rechtssozialist eine Rede dagegen gehalten hat. Um so mehr haben wir die Pflicht, den schärfsten Kampf gegen die preußische Justiz zu führen. Noch ein Kapitel der Koalitionspolitit sei angeführt, um den ganzen Banterott des Reformismus zu zeigen: Die denische Kul turpolitit. Die daran zu knüpfende Kritik ist mit zwei Worten ausgesprochen, und die lauten: Konrad Saenisch. Zu seiner Charakterisierung genügt vollkommen die Tatsache, daß er sich jetzt als Kultusminister bei den Mechterstädter Studenten entSchuldigt hat! Weder in den Universitäten, noch in den HochSchulen und Boltsschulen ist das mindeste geändert worden. In dem so wichtigen Boltsschulmesen blieb alles beim alten dank des schmählichen Schulfompromisses, an dem die Rechtsjozialisten getreu ihrer reformistischen Politik mitgewirkt haben. So tut sich uns eine Fülle von Aufgaben auf. Wir haben die Pflicht, durch eine nur von den Arbeiterinteressen diftierte Politif das Proletariat um uns zu sammeln. Im Interesse der Gesunbung der deutschen Arbeiterbewegung missen wir das Prole= tariat im Kampf um sozialistische Ziele zufammenführen, dann muß uns der Erfolg beschieden sein. Dann wird es auch gelingen, das Profetariat zu sammeln auf dem Boden des revos Iutionären Margismus.( Siehe auch Seite 3.) Protest gegen die Justizschmach Resolution der USPD. Groß- Berlin: Die Generalversammlung der U. S. P. D. Berlin- Stadt nahm gestern zur Amnestierung Bogels einstimmig folgende Resolution an: Die Generalversammlung der U. S. B. D. Berlin- Stadt sieht in der Amnestierung Bogels einen Schlag in das Angesicht des Rechtes, geeignet, Deutschland vor der gesamten Welt herabzusehen. Die Bersammlung verlangt die Wiederauf= nahme des Verfahrens gegen die Mörder Rola Lugemburgs und Karl Liebknechts, da der Prozeß vor dem Kriegsgericht eine Romöbie war und die Mörder und ihre Hintermänner bedte, statt sie zur vollen Verantwortung zu ziehen. Sie brandmarkt das Verhalten der bürgerlichen Bresse, bie gegen die Amnestierung eines Mörders feinen Widerspruch erhebt und damit vor aller Welt dokumentiert, daß die Klassenjustiz, die nachweisbar jeden Berbrecher schützt, wenn er Offi siersuniform trägt, den Wünschen der deutschen Bourgeoisie enta Spricht. Sie verpflichtet sich, alles zu tun, daß dieser Justiz und dieser Bourgeoisie die Maste vom Gesicht gerissen wird und ihre Taten Der gesamten Kulturwelt bekannt werden. Die Lage in Spanien [ Nachdrud verboten.] Von Fabra Ribas Madrid, Anfang Januar. Obwohl Spanien infolge des Bestehens einer Verfassung als fonstitutioneller Staat. gilt, ist es dies feineswegs. Mit Ausnahme eines Falles gab es in diesem Lande niemals fonftitutionelle Regierungen. Die Regierungen dieser Nation verdanken ihr Dasein dem Willen des Königs, der Hoftamarilla oder der Armeeführer. Jst es auch in allen anderen Ländern nur eine Einbildung, daß die Parlamente den Willen der Bewohner des Landes getreu ausdrücken, so gilt dies für Spanien in weit höherem Grade. Hier ist das Parlament fast immer so, wie es die Regierung wünscht, denn diese sorgt nicht nur mit Mitteln aller Art dafür, sich eine Mehrheit zu sichern, sondern erstreckt ihren Einfluß auch darauf, daß die Oppositionsgruppen nur die ihr genehme Zahl von Vertretern im Parlament erhalten. Darunter leiden die republikanischen Parteien fast ebenso wie die sozialistische. Die so zustandegebrachten Parlamente tagen meist nur in furzen Zeiträumen und auch ihre Lebensdauer ist nur eine furze. Seit dem Bestehen der gegenwärtigen Konstitution ( sie wurde 1876 ausgearbeitet) hat nur ein Parlament die normale Lebensdauer( fünf Jahre) erlebt. In dem Zeitraum vom Jahre 1910 bis 19. Dezember 1920 wurden in Spanien fünf Parlamente gewählt. Ein anderes Zeichen für die hier herrschende Mißachtung der Verfassung ist, daß die individuellen Rechte von den spanis schen Regierungen, seien sie tonservativ oder liberal, wenig geachtet werden. Deshalb kommt es häufig vor, daß der diese Rechte betreffende Teil der Verfassung aufgehoben wird. Um diese Unterdrückung in die Wirklichkeit umzusetzen, be darf es für die Regierenden in Spanien teiner schwerwiegen den Gründe. Hierzu genügen ihnen einige größere Arbeitseinstellungen oder eine Arbeiterbewegung von gewissem Ums fange. Obgleich Spanien nicht an dem fürchterlichen Kampfe teilnahm, der so viele Millionen Menschenleben fostete, ge= nügte er den Regierungen dieses Landes als Vorwand, um die verfassungsmäßigen Garantien aufzuheben. Diese wurden zwar bald nach Beendigung des Krieges wieder hergestellt, aber wir haben sie nur furze Zeit genossen, denn vor etwa zwei Jahren wurden sie wieder aufgehoben und blieben es bis heute. Der Grund für die Aufhebung ist die Bewegung, die hauptsächlich durch die Teuerung der Lebens= mittel hervorgerufen wurde, eine Bewegung, die an faft allen Plätzen die gleiche war, und die in einigen größeren Städten bedrohliche Formen annahm. Auch ohne Ausnahmezustand begehen die Behörden und ihre Agenten fortwährend Ungefeßlichkeiten. Sind aber die verfassungsmäßigen Rechte erst einmal suspendiert, dann werden Stündlich Gewalttaten und Unterdrückungen begangen, und die Opfer sind nicht Bürger, sondern fast ausschließlich Arbeiter. Nach dem Gesagten wird es niemanden erstaunen, daß es in Spanien feine wirklichen politischen Parteien gibt, sondern nur oligarchische Vereinigungen mit dem einzigen Ziel, zur Macht zu gelangen. Mit Ausnahme der heute durch persön lichen Ehrgeiz und durch Ungeschicklichkeit gespaltenen Repu blikanischen Partei und der Sozialistischen Partei, die, wenn sie auch nicht sehr zahlreich ist, unaufhörlich Kräfte gewinnt, und eine gute Organisation besitzt, verdienen die übrigen politischen Cliquen nicht den Namen von Parteien. Die Konservativen sind geteilt in drei Gruppen: eine unter Führung von Dato, die zweite geleitet von Maura und die dritte, befehligt von Cierna. Die beiden legten Politiker waren es, die 1909 auf Grund des Protestes, den das Abenteuer von Marotto hervorrief. eine barbarische Berfolgung gegen die Arbeiter verwirklichten, die ihren Höhepunkt in dem Erschießen von verschiedenen Genossen und besonders von Ferrer erreichte, dem man fälschlicherweise die Führung jener Protestbewegung zuschrieb. Wie das tonservative Lager in drei, so ist das liberale Lager in vier Gruppen geteilt. Der Graf von Roma nones ist der Führer einer von diesen, Garcia Prieto einer andern; Santjago Alba führt die dritte, und Melquiades Alvarez ist das Haupt der vierten, die sich reformistisch nennt. Diese letzte Gruppe ist aus der repu blikanischen Partei hervorgegangen und behauptet, um ihren politischen Berrat zu verdeden, daß sie die Monarchie demos fratisieren will. Die spanische Monarchie ist gerade die. richtige zum demokratisieren! Jm Grunde gibt es feinen Unterschied zwischen Konserva= tiven und Liberalen; in der Ausübung der Gewalt wie in bezug auf die Mittel, um an die Regierung zu fommen, die fast durchweg schlimmster Art sind, gleichen sie einander volltammen. Weder Konservative noch Liberale haben die geringste Achtung vor dem Parlament und den bürgerlichen Freiheiten. Es ist überflüssig zu erwähnen, daß, wenn die einen oder die andern an die Macht famen, sie, wenn auch nicht offenfundig, die Intereffen des Kapitalismus vers förperten und verteidigten, in dessen Dienst sie direkt stehen, sobald sie nicht zur Regierung gehören. Um zu zeigen, welches die wirkliche Stimmung in Spanien angesichts der schweren und verwidelten Umstände waren die der große Krieg bei allen Nationen geschaffen hat, muß festgestellt werden, daß Alfons XIII. die letzte politische Krise dadurch gelöst hat, daß er die Regierung Dato, das heißt dem am meisten mit der Plutokratie verbundenen Führer der Konservativen übertrug. Aber nicht genug damit, gab Die Eisenbahnerkrise er kurz darauf demselben Politiker das Recht zur Auflösung Die unbefriedigenden Zugeständnisse zu lassen und sich umso feſter um ihre gewerkschaftliche Organiſas des Parlaments. Obgleich dies ungewöhnliche Vorgehen Alfons XIII. einige Ueberraschung hervorrief, hat er immer noch festen Boden unter den Füßen. In erster Linie sind seine Neigungen reaktionär; bei der Wahl der Regierung stellt er seine Interessen vor die des Landes; dann fühlt er sich sehr hins gezogen zu den großen Reichen, mit denen er Beziehungen unterhält, die die Grenze der Freundschaft überschreiten und schon in die von Geschäften übergehen. Deshalb regiert in Spanien in diesem Augenblick einer der reaktionärsten und zu Gefälligkeiten an die Plutokratie am meisten geneigten Männer. Seine reaktionäre Gesinnung treibt ihn dazu, die organisierten Arbeiter und die sozialistische Partei zu verfolgen, um sie schließlich fast aller Freiheiten zu berauben. In Madrid hat er eine 3ensur für das Organ der Arbeiterpartei„ El Socialista" und durch diese für die Conferacion General del Trabajo, einer fyn difalistischen Organisation, die sehr unter dem Einfluß von rückständigen Elementen steht, eingerichtet, um so viele Gefängnisse mit unschuldigen Proletariern zu füllen und um unter wirklich grausamen Bedingungen die Arbeiter, die nichts Verbrecherisches begangen haben, zu verbannen. Da die Interessen des Landes, wie erwähnt, in den Händen einer oligarchischen Gesellschaft lagen, die die jetzige Regierung mehr oder weniger beherrscht, werden die folgenden Tatsachen niemand in Erstaunen versehen: daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung Spaniens aus Analphabeten be steht; daß zwei Drittel des Landes unbebaut sind; daß es nur 15 000 Kilometer Eisenbahnen gibt, wo trotz eines Mehrbedarfs von 15 000 Kilometern seit vielen Jahren nicht ein Kilometer gebaut wurde; daß es Hunderte von Dörfern ohne eine Landstraße gibt; daß, obwohl die Schiffsbefizer, die Minenbesitzer, die Webereibesitzer, die Mühlenbesiger, die Fabrikanten und andere Spekulanten durch den Krieg Gewinne von 6000 bis 8000 Millionen Pesetas gemacht haben, weder der Staat diesen die geringsten Steuern für ihre Gewinne auferlegt hat, noch diese selbst neue Industrien über die schon bestehenden hinaus geschaffen haben; daß die Hauptnahrungsmittel fortgesezt den hohen Preis oder einen noch höheren haben, als sie schon vor dem Weltkrieg hatten; daß das Spiel in den großen Städten ungeheure Proportionen angenommen hat und unter anderen Uebeln durch Seine Ausbreitung die unendliche Verderbtheit der Jugend fördert; daß wir uns im Beginn einer furchtbaren Ar= beitskrisis befinden, deren Ursprung hauptsächlich in der blinden Habgier und Schändlichkeit unserer Bourgeoisie liegt; daß unser Geld, das vor Beendigung des Krieges höher als alles andere stand, schon sehr niedrig ist im Vergleich zu dem amerikanischen, englischen und schweizerischen; daß die Auswanderung der Arbeiter, die auch während des blutigen Kampfes nicht aufhörte, einen ungeheuren Umfang angenommen hat und fast alle Landstriche betrifft; daß die Landwirtschaft und die Industrie, trotz der durch Maschinen erlangten großen Verbesserungen, kaum den geringsten Aufschwung zeigen; daß das in Marotto 1909 unternommene Abenteuer jedes Jahr mehrere Millionen fostet und das Opfer von vielen Leben fordert; daß von 1910 bis heute die Ausgaben des Kriegsministeriums fich von 216 352 648 auf 475 738 792 Pesetas erhöht haben, und zwar die Ausgaben in Maroffo nicht mit einbegriffen; und schließlich, daß die legten Boranschläge des Staates ein wirklich vorhandenes Defizit von 1000 Millionen Pesetas aufweisen. Wer wird dem allen abhelfen können? Es ist nicht an zunehmen, daß es die bürgerlichen Elemente sind, da In der seit Sonntag tagenden Sigung des erweiterten Bor kandes des Deutschen Eisenbahnerverbandes gelangten die nachstehenden Entschließungen zur Annahme: I. Der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat in gründlicher und gewissenhafter Weise das zwischen dem Sechzehner- Ausschuß und der Regierung zustandegekommene Vers handlungsergebnis geprüft. Angesichts der durch die anhaltende Geldentwertung verursachten Preissteigerungen auf allen Gebieten bleibt die Erhöhung des Teuerungszuschlages für die untes ren Beamten und Arbeiter so erheblich selbst hinter den be scheidensten Erwartungen zurüd, daß eine Beruhi gung des Reichseisenbahnerpersonals ganz ausgeschlossen ist. Was außerdem den besonderen Unwillen der an der Bewegung Beteiligten erregt, ist die unsoziale Abafang der Zulage, die übersieht, daß die durch den Krieg hervor gerufenen Verhältnisse eine gewisse Gleichmäßigkeit der Preise auf dem ganzen bentschen Warenmarkt erzeugt hat. Unter Berüdsichtigung dieses Umstandes sieht sich der erweiterte Vorstand außerstande, beruhigend auf die Mitglieder des Deutschen Eisenbahners serbandes einzuwirken. In der Vorauslegung, daß auch die Vorstände der übrigen großen Organisationen der Eisenbahner trok des erreichten Teilerfolges ähnliche Schwierigkeiten in ihren Mitgliederkreisen vor finden, beschließt der erweiterte Vorstand, die bisher im Sechs zehner Ausschuß zusammengefaßten Verbände zu ersuchen, die Einheitsfront aufrechtzuerhalten, um durch ein gemeinsames Borgehen den unbefriedigenden Teilerfolg zu einem Ergebnis zu führen, bak den Leitungen der Eisenbahner- Berdaß bände ermöglicht, die Bewegung in geordneter Weise abzuschließen. Der erweiterte Vorstand beauftragt den geschäftsführenden Borstand des Verbandes, unter Berücksichtigung der vorstehend angeführten Gründe die Verhandlungen weiter auführen und im Bedarfsfalle auch vor dem legten gewerkschaftlichen Kampfmittel nicht 3urüdzuschreden. IL Die verantwortlichen Verbandsinstanzen: Bezirksleitungen, Ortsverwaltungen und Bevollmächtigte find verpflichtet, sich angekündigten Teilstreits jeder Art mit aller Energie zu widersetzen. Entsteht trotzdem irgend ein Teilstreit, so haben sie die Verpflichtung, jede Verantwortung dafür abzulehnen. III. Der erweiterte Borstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes Tegt Verwahrung ein gegen die unwahre Berichts erstattung über die Berhandlungen des Sechzehner- Ausschusses mit der Regierung, wie sie in der Roten Fahne" beliebt wird. Insbesondere weist der erweiterte Vorstand die in dem Artitel„ Die verratenen Eisenbahner"(„ Rote Fahne" Nr. 15 vom 11. Januar) enthaltenen unwahren Behauptungen ganz energisch zurüd. Der erweiterte Vorstand hält die Pressehehe der „ Roten Fahne" für umso bedenklicher, als sie geeignet ist, die Einheitsfront der Eisenbahner zu zerschlagen. Er ersucht die Eisenbahner, sich durch dieses Treiben nicht beirren diese gerade, sowohl diejenigen von ihnen, die Geldgeschäfte Rückzugsgefechte machen, wie die, welche Politik treiben, die Urheber aller der aufgezählten Schäden find. Vielmehr muß man annehmen, daß die organisierten Arbeiter eine solche Aufgabe verwirklichen werden, die, wenn sie auch noch nicht mit der zur Erfüllung erforderlichen Masse rechnen können, doch ein besseres Gefühl und mehr Interesse für alles, was das Land angeht, zeigen. Aber eine energische und erfolgreiche Unternehmung des Proletariats muß noch einige 3eit warten; außerdem ist es möglich, daß sie nicht ausführbar ist, ohne daß sich vorher blutige Zusammenstöße, hervorgerufen durch die Belästigungen und die brutalen UnterSrüdungen der schlechtesten Regierenden, die wir hier haben, ereignen. Die organisierten Arbeiterkräfte in Spanien sind die folgenden: Die Sozialistische Partei, der Allge meine Arbeitsbund( Confederacion General del Trabajo) und die Allgemeine Arbeitervereini gung( Union General de Trabajadores). Diese hat ein Programm, das sich faum von dem der sozialistischen Partei unterscheidet; sie führt den direkten Kampf gegen die Arbeit geber, und so wie der Arbeitsbund von Anarchisten beeinflußt wird, ist die Union von hervorragenden Sozialisten geleitet und hält eine brüderliche Verbindung mit dieser Bartei aufrecht. Ich beschließe diese Zeilen mit einer Bemerkung über die Wahlen. Obgleich man noch nicht mit Genauigkeit das Ergebnis der vor einigen Tagen stattgefundenen Wahlen zu der Kammer fennt, gilt es als sicher, daß die Regierung, weit davon entfernt, eine starke Mehrheit zu erhalten, wie sie erwartete( und um diese zu erreichen, hat man mit Mißbräuchen und den schamlosesten Verdrehungen nicht gespart), nicht die Hälfte der Anzahl der Abgeordneten erhalten hat und auch nicht erhalten wird. Also wird es für die Regie: rung unmöglich sein, zu herrschen, wenn sie nicht mit der Ünterstützung einer der oppositionellen Gruppen rechnet. Und das erscheint nicht leicht. Die sozialistische Partei, die in den früheren Wahlen sechs Size behauptete, hat in den stattgefundenen Wahlen fünf erhalten( 2 in Madrid, 2 in Asturien und 1 in Bilbao). Aber man muß, um die gegebenen Resultate richtig zu würdigen, in Rechnung ziehen, daß bei den früheren Wahlen die Sozialisten mit den Republikanern vereinigt waren und daß sie bei den jezigen Wahlen allein vorgegangen sind. Wenn in Spanien die Wahlen mit der relativen Genauig fait gemacht würden, wie in den andern Ländern, hätten die Sozialisten bei dem letzten Wahlkampfe sechs bis acht Size Über hier machen nicht ehrenhafte Bürger die Wahlen, sondern eine Sammlung von Schurken, zum Teil solche, die an der Macht sind, zum andern Teil solche, die außerhalb mehr erobert. der Macht stehen. Reaktionärer Machtzuwachs. Bei den am Sonntag erfolgten Neuwahlen der Stadtverordnetenversammlung in Gorau er hielten die Bürgerlichen die Mehrheit, nämlich tion zu scharen. Im Anschluß an die Vorstandsbeschlüsse fönnen wir noch mite teilen, daß am 12. Januar Berhandlungen des Sechzehner Ausschusses mit dem Borstand des Allgemeinen Deutschen Bes Der erweiterte Vorstand werkschaftsbundes stattfinden. Deutschen Eisenbahnerverbandes tagt aus diesem Grunde weiter. . Auch die anderen Eisenbahnerorganisationen haben ins zwischen Stellung genommen. Der geschäftsführende Vors stand der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter hat sich dahin ausge sprochen, daß die Abmachungen besonders in den unteren Lohn- und Gehaltstlassen ganz unzureichende Eina tommenserhöhungen bringen. Es wird deshalb entsprechend einer vom erweiterten Gewerkschaftsvorstand era haltenen Weisung den übrigen Großorganisationen eine Ers gänzungsaftion vorgeschlagen. Der erweiterte Vorstand der Reichsgewerkschaft der deutschen Eisenbahnbeamten und sanwärter hat ebenfalls gestern getagt Die Vereinbarungen find allgemein als unzureichend abge. lehnt worden. Besonders wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Zugeständnisse der Regierung bei der Regelung der Teuerungszufchläge nach dem Ortsklassensystem unzulänglich sind. Die Stimmung unter den Eisenbahnbeamten wird am besten charakterisiert durch das Ergebnis der Urab= stimmung, das jetzt für die ehemals preußisch hessischen, fächsischen, oldenburgischen und mecklenburgischen Bezirke vorliegt. Danach haben von insgesamt vorhandenen 319 732 Beamten 73,5 Prozent, nämlich 235 000 Beamte, an der Abstimmung teilgenommen. Für den Streit haben nach Mitteilung der Reichsgewerkschaft der Eisenbahnbeamten 192 953 Beamte, also 60,3 Prozent der Beamtenschaft, gestimmt. Zu diesem Ergebnis, das der Regierung eindringlich genug beweist, wie ernst die Lage ist, bemerkt die offiziöse Meldung: Es ist anzunehmen, daß bei Berücksichtigung der noch nicht vorliegenden Ergebnisse aus Bayern, Württemberg und Baden der Prozentsatz der für den Streit stimmenden Beamten noch wesentlich, voraussichtlich bis unter 50 Prozent, zurüdgehen wird. Welchen Sinn diese Bemerkung haben soll, ist unklar. Wie fann man einen voraussichtlichen Rückgang der für den Streif abgegebenen Etimmen erwarten, angesichts des Resul tats, daß von 235 000 Beamten 192 953 für den Streif gestimt haben? Beabsichtigt die Regierung etwa eine 3rreführung der Oeffentlichteit? Es fönnte ihr allerdings nur bei gänzlich harmlosen Seelen gelingen, die nicht zu lesen verstehen. Wie aber, wenn aus Süddeutschland nicht weniger einhellige Stimmen für den Streif tommen als aus Norddeutschland? Dann hätte sich die Regierung oder die offiziöse Stelle, die für diese offenbare Be ruhigungspille verantwortlich ist; wieder einmal blamiert. Solche Blamage erspart man sich, indem man den Kopf nicht in den Sand steckt und der Deffentlichkeit Dinge vormalt, die am nächsten Tage Lüge gestraft werden können! So lauteten die Aeußerungen der führenden tommunisti schen Blätter in jener Frage, über die die ,, Rote Fahne" jetzt und Legendenbildungen erflärt, mit dem Genossen Ledebour vollkommen eins Wie wir vorausgesagt haben, sucht die kommunistische Presse den„ Offenen Brief" ihrer Zentralleitung dazu auszunuzen, um die Aufmerksamkeit der Arbeiterschaft von den Mißerfolgen der kommunistischen Experimente und Radauzenen abzulenten und neue Verwirrung in die Reihen der Arbeiterschaft hineinzutragen. Wie seinerzeit die Parole berpolitischen Arbeiterräte" fich wochenlang durch alle Reden und Artifel der Kommunisten hinzog, mit dem einzigen Erfolg, daß die von der organisierten Arbeiterschaft begonnene Bontottaktion gegen Polen gestört wurde; und wie später die folgende Parole der„ Produktionsfontrolle" in ermüdender Einförmigkeit in alle Versammlungen geschleubert wurde, um die von unserer Partei begonnene Aftion für die Sozialisierung des Bergbaues zu stören, so wird jetzt der„ Offene Brief" mit seinem Sammelsurium teils rich tiger, teils unsinniger Forderungen in die Arbeiterschaft hineingeschleudert, um die in allen Teilen der Arbeiterschaft wachsende Erkenntnis, daß vereintes prattis es Handeln gegen den gemeinsamen Klassenfeind notwendig lei, zu hemmen und eine neue demagogische Hege gegen die Unabhängige Sozialdemokratie zu führen. Bei dieser Hetze ist den Kommunisten jedes Mittel recht, auch das der Legendenbildung und Entstellung der Tatsachen. So wird in der gestrigen Ausgabe der„ Roten Fahne" der Versuch gemacht, einen Gegensatz zwischen der Freiheit"-Redaktion und dem Genossen Ledebour zu konstruieren, der sich bekanntlich in Nr. 556 der„ Freiheit" vom 30. Dezember dahin aussprach, daß wenigstens der Versuch gemacht werden müsse, für Einzelaufgaben eine geschlossene Front des Proletariats zu bilden. Die Rote Fahne" schreibt nun, daß dieser Artikel sich vollkommen in der der Richtung des Ent schlusses der 3entrale der V. K. P. D. be= wegte, die auch der Presse die Direktive gab, den Vorschlag Ledebours nicht abzulehnen, sondern sich bis zur Konferenz der Bezirkssekretäre abwartend zu verhalten. Wie verhielt sich aber die kommunistische Presse in Wirklichkeit zu dem Artikel des Genossen Ledebour? Die„ Rote Fahne" schwieg den Artikel und die in ihm enthaltenen Anregungen vollkommen tot. Die Inter nationale" jedoch, die sich stolz Organ der Vereinigten Kommunistischen Partei nannte, überschüttete in ihrer Nummer pom 31. Dezember den Genossen Ledebour mit Hohn und Spott und erklärte, daß sein Artikel nur ein neuer Versuch sei, durch verschwommene Redensarten das Proletariat davon abzulenten, daß die U. S. P. nicht sein Führer im Kampfe um seine unmittelbaren Tagesnöte sein könne. Und als in unserem Neujahrsartikel ähnliche Gedankengänge entKampfe um seine unmittelbaren Tagesnöte fein fönne. Ute widelt wurden, wie in dem Artikel des Genossen Ledebour, ba wußte die ,, Rote Fahne" nichts besseres zu sagen, als daß wir uns anscheinend mit dem Leitartikler des Vorwärts", bem ehemaligen Reichskanzler Hermann Müller, über die verstanden zu sein. Die Haltung der Kommunisten schlägt dieser Behauptung direkt ins Gesicht. Wir fönnen sie dess halb nicht ernst nehmen, zumal fie mit dem nur allzu durchsichtigen Versuch verkoppelt wird, einen Gegensatz zwischen uns und unserer Parteileitung zu konstruieren. Wenn die Rote Fahne" derartige Mäßchen und Legenden braucht, um ihre Anhänger noch an der Stange zu halten, so muß es vera teufelt schlecht um die fich so selbstbewußt gebärdende koms munistische Partei stehen. Die Waffenablieferung Nach Mitteilung des Reichstommillars für die Ent waffnung ist das Ergebnis der freiwillig abgelieferten, ange tauften, beschlagnahmten und angemeldeten Waffen nach dem Stande vom 10. Januar: 932 Geschütze, Minenwerfer, Flammenwerfer, 18 067 Maschinengewehre, 1680 Maschinenpistolen, 2 201 584 Gewehre und Karabiner, 78 325 Revolver und Pistolen, 85 616 Handgranaten, 3553 Geschützteile, 246 357 Maschinengewehrteile, 312 905 Gewehrteile, 46 241 899 Stüd Handfeuerwaffen- Munition. Jm Monat Dezember beträgt der Zugang an Maschinen gewehren 530, an Gewehren 98 143 Stüd. Von den angemeldeten Waffen der Organisationen find 215 559 Gewehre bereits einge zogen. Durchsuchungen haben bisher in 1086 Städten, Land gemeinden und Gutsbezirken stattgefunden. Das Einziehen der Organisationswaffen und die Durchsuchungen werden planmäßig fortgesezt. Deutsche Note über Oberschlesien Die deutsche Regierung hat durch die deutsche Friedensdelegation der Botschafterkonferenz in Paris eine Note übermitteln lassen, die gleichzeitig den Regierungen in London, Paris und Rom übergeben wurde. Diese Note beschäftigt sich ausführlich mit den Sicherheitszuständen im oberschlesischen Abstimmungsgebiet und weist an Hand zahlreicher Anlagen nach, daß dort von den Bolen politischer Terror in allen denkbaren Formen ausgeübt wird. Die Ursache der troftloſen Lage in Oberschlesien sei in der Unzulänglichkeit der Maß nahmen der Interalliierten Kommission zu sehen. Die deutsche Regierung verlangt ohne jeden Berzug die Ab Sperrung der Süd- und Ostgrenze, da die relative Leichtigkeit der Grenzüberschreitungen von polnischer Seite die schwersten Gefahren bringe. Besonders scharf nimmt die deutsche Regierung in dieser Note gegen die Polizei organisation in Oberschlesien Stellung. Wrangels Abtakelung. Nach Uebereinfunft mit der frana 17 Eige, während die beiden sozialdemokratischen Listen es auf politischen Leitmotive verständigt hätten, um die fischen Regierung hat General Wrangel beschlossen, 13 Size brachten. Das Verhältnis ist gerade umgelehrt wie in Der aufgelösten Bersammlung. organisatorische Vereinigung“ unserer Partei mit den Rechtssozialisten porzubereiten. feine militärische Flotte in Biserta abgerüstet werden foll Heute Zahlabend in Groß- Berlin! Der Widerstand gegen die Entwaffnung Nachdem der Aeltestenausschuß des Reichstags den Antrag der Unabhängigen auf beschleunigte Einberufung des Plenums abgelehnt hatte, war er auf den erleuchteten Ges danken gekommen, eine Sigung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten zu veranlassen, in der der Notenwechsel mit der Entente besprochen werden solle. Die Verhandlungen, so meinte er, fönnten öffentlich sein. Nun hat aber der Aeltestenausschuß über den Charakter der Verhandlungen der Kommiffion für Auswärtiges nicht zu befinden. Sie sind nach den Bestimmungen der Verfassung vertraulich, und die Oeffentlichkeit fann nur mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden. Diese Majorität war auch gestern nicht vorhanden, an der grundsäglichen Vertraulichkeit wurde nicht gerüttelt, und so war unser Interesse an den Verhandlungen sehr gering. Worauf es uns ans fam war, sobald als möglich eine Erörterung der auswärtigen Politit vor der breitesten Oeffentlich feit zu führen. Im übrigen dürfen wir wohl das Geheimnis verraten, daß in der Sigung feine neuen Gesichtspunkte vorgebracht worden find. Die Parteien haben, soweit sie sich überhaupt äußerten, ihre befannten Auffassungen vertreten und der Minister Simons hat sich im wesentlichen auch darauf beschränkt, das zu wiederholen, was er schon in der letzten Sigung vor Weihnachten gesagt hat. Wir warten also die Beschlüsse ab, die die Staatsmänner der Alliierten am 19. Januar fassen werden. Was dann geschieht, hängt leider nicht so sehr von dem Willen der Reichsregierung als von dem des Herrn v. Kahr und seiner Hintermänner ab. Die Kahr- Leute aber sitzen nicht nur in München, und die renitenten Bayern wären nicht so start und nicht so unverschämt, hätten sie nicht die Gewißheit, daß die unent wegten preußischen Jünger des Geistes von Potsdam fie unterstützen. Das besagt eben erst wieder der deutschvolksparteiliche Abg. Marefn im„ Berl. Lof.- Anz.". Er bemüht sich, die bürgerlichen Parteien gegen die französische Forderung scharf zu machen: Sicher ist, daß England dem französischen Willen in dem Augenblick nachgeben wird, in dem in Deutschland selbst die bürger lichen Kreise die Einwohnerwehren fallen zu lassen sich an schiden. Jede Nachgiebigkeit der bürgerlichen Barteien, sei es, daß diese in eine nahe befristete Entwaffnung willigen, oder eine wesentliche Verminderung der Einwohnerwehren zugestehen, muß die unbedingte Wirkung ausüben, England in seiner uns etwas günftigeren Haltung wankend zu machen und dem Willen Frantreichs zum Siege verhelfen. Hübsch, wie dieser Marekky, der während des Krieges zweifellos auch das ,, Gott strafe England!" gebetet hat, jetzt von demselben England das Heil erwartet. Ob er sich aber am Ende nicht doch in der Hoffnung täuscht, daß die britische Regierung im Bunde mit den deutschen Maretzkys die Front gegen Frankreich nehmen werde? eid häftigte sich iers und des Der Ausschuß für auswärtige Angelegen am Dienstag bei Anwesenheit des Reich. Ministers des Aeußeren im Reichstag mit dem legten Notenwechsel mit der Entente und insbesondere mit der ober= Ichlesischen Frage. Die Verhandlungen waren vertraulich. Unter allen Parteien bestand Uebereinstimmung darüber, daß die gegenwärtigen Verhältnisse in. Oberschlesien und das eben veröffentliche Abstimmungsregelement alsbald nach Zusammentritt des Reichstages in der Plenarsizung zum Gegenstand öffent liger Aussprache gemacht werden sollen. Die nächste Sigung wird voraussichtlich für den 20. ober 21. Januar einberufen werden. Die republikanische Justiz Kahls Ehre = drei Monate Gefängnis Die deutschen Richter scheinen es mit Absicht darauf an zulegen, die Massen gegen die Justizpflege aufzubringen und ihnen zum Bewußtsein zu bringen, daß es höchste Zeit wird, dieses Geschwür am deutschen Volksförper auszuschneiden! Gestern wurde in Moabit gegen den Genossen Riebeling perhandelt. Es war ihm vorgeworfen worden, den Pro fessor Dr. Kahl von der Deutschen Volkspartei in einer Wahlversammlung am 25. Mai dadurch beleidigt zu haben, daß er einen Verein, in dem Kahl Vorstandsmitglied war, Der Korruption, des Titel- und Ordensschachers beschuldigte. Der Staatsanwalt hatte 500 Mart Geldstrafe beantragt. Das Gericht ging über diesen Antrag weit hinaus und verurteilte Riebeling zu drei Monaten Gefängnis. Es stützte fich in seinem Urteil lediglich auf die Aussagen des als Rebenfläger zugelassenen Professor Kahl, lehnte die Ver= nehmung weiterer Zeugen ab und ersah den Wahrheitsbeweis nicht für erbracht. Herr Kahl stellte zwar feine Strafanträge, aber er bat doch, man möge den Beschuldigten zu Gefängnis verurteilen. Der Verteidiger von Riebeling, Genosse Theodor Lieb= fnecht, hat gegen dieses Urteil sofort Revision eingelegt. Die angeblich beleidigenden Aeußerungen sind kurz vor der Reichstagswahl, also in einer politisch bewegten Zeit und in einer Wahlversammlung gefallen; bisher hat es noch wenige Politiker und ebensowenige Richter gegeben, die nicht anerkannten, daß man bei solchen Gelegenheiten nicht jedes Wort auf die Goldwage legen dürfe. Selbst der Staatsanwalt ging von dieser Auffassung aus und wollte die Miffetat dura) die Verhängung einer Geldstrafe als gefühnt_ansehen. Das Gericht jedoch stützte sich lediglich auf die Ausfage des in einer Person als Nebentläger und Zeugen auftretenden politisierenden Herrn Professors und schätzte dessen Ehre so hoch ein, daß sie unbedingt durch die Verhängung von drei Monaten Gefängnis gereinigt werden mußte. Aus der Landesversammlung rod begangen worden, vier Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust; wenn Leute von Besiz und Würde in Betracht fommen: nichts! Für die angebliche Beleidigung eines Der Sturm der Hebammen professoralen Politikers drei Monate Gefängnis. Wer wollte noch daran zweifeln, daß wir in dem Lande der größten Freiheiten und der besten Rechtsordnung leben? Die Bestrafung der Kriegsverbrecher Gesellschaft", erhalten wir folgende Zuschrift: Von Herrn Dr. Ernst Dieke, Serausgeber von„ Natur und ,, Die uns durch die Tagespresse vermittelten drei Aburteilungen von Kriegsverbrechern" des Arbeiterstandes als erste Opfer höchste, wenn schon unser eigenes Gerechtigkeitsgefühl diese Sühne des Auslieferungsverzeichnisses erregt unser Befremden aufs billigen muß. Aber die Frage darf denn doch erlaubt sein, warum nicht mit Verbrechern des höheren Offiziersranges, deren es doch mehr als genug gibt und in derem Befehl der ge= meine deutsche Soldat die Produktionsstätten der Feinde aus purer Bosheit zu zerstören hatte, begonnen wurde, mit Offizieren, die in Belgien ganze Wohnungseinrichtungen gestohlen haben, sehen ist. Wir mögen nicht glauben, daß mit dem ersten Urteil wie dies im Hause der Schwiegereltern des Unterzeichneten zu dem zur politischen Macht über Deutschland gelangten Proletariat(?) bewiesen werden soll, daß es nunmehr habe, wonach gewisse seiner Führer gerufen. Wir werden dem Herrn Reichsanwalt Fälle aus Belgien bekannt geben, die sich zur Verfolgung deutscher Kriegsverbrecher höheren Ranges vorzüglich eignen, falls die nächste Aburteilung wieder Arbeiter betreffen sollte. In Mons wurde z. B. ein vornehmer belgischer Jurist schwer be= Straft, weil er 2000 Liter Wein vor der germanischen Trunksucht ( wir bedienen uns Nietzschescher Ausdrucksweise) verstedt hielt. Mit diesem Alkohol betranten sich lediglich Offiziere, während der Frontsoldat fast Hungers starb; ein Recht auf, Wein gewährt fein Kriegsgeley...“ Aufstellung der Kandidaten ( Fortsetzung des Generalversammlungsberichts.) Landwirtschaftsetat Gewaltstreich der Reaktionäre Ein Die preußische Landesversammlung bot bei der gestrigen E öffnung ihres legten Tagungsabschnittes ein unges wohntes Bild. Nicht nur die Voltsvertreter waren zahlreich anwesend, auch die Tribüne war dicht gefüllt. Sogar die Bresse tribüne mußte vor dem Ansturm der Besucher geöffnet werden, und selbst in den sonst so heilig gehaltenen Logen der Diplomaten und Minister nahmen Tribünenbesucher Play. Es waren fast ausschließlich Frauen, die ein so außerordentliches Interesse für die Berhandlungen des Hauses betundeten. Des Rätsels Lösung ergab sich aus der Tagesordnung, die als dritten Punkt die zweite Beratung des Gelegentwurfes über das Heb. ammenwesen vorsah. Es waren Hebammen, die von nah und fern herbeigeeilt waren, um den Verhandlungen darüber beizuwohnen. Bei manchem Vertreter der Regierungsparteien tam angesichts dieser lebhaften Teilnahme der Hebammen ein wehmütiges Gefühl zum Ausdrud, wenn er an die Teilnahmslosigkeit dachte, unter der die Beratung der Verfassung zu leiden hatte. Die Hebammen auf der Tribüne mußten aber zunächst eine Ge duldsprobe bestehen. Zuerst wurde der Rest des Etats für Landwirtschaft und Forsten erledigt. Der Landwirts schaftsminister Braun verteidigte sich in längerer Rede gegen den Vorwurf der Rechten, daß er zu wenig für das Gied Iungswesen getan habe. Braun meinte, es sei auf diesem Gebiete das möglichste geschehen, was dem rechtssozialistischen Minister aufs Wort zu glauben ist. Die rechtssozialistischen Ree gierungsmitglieder sind ja den bürgerlich- reaktionären Wünschen sehr zugänglich. Der Minister mußte aber noch einen Angriff abwehren, der von den konservativen Deutschnationalen ausging wegen der Auflösung des Landesökonomie tolle. giums. Diese Körperschaft hat nach den Angaben von Braun in der Zeit von 1908 bis 1914 fünf Sigungen abgehalten und ist Seitdem überhaupt nicht mehr zusammengetreten. Für ein solches Dekorationsftüd der alten preußischen Herrlichkeit besteht wirklich fein Bedürfnis mehr. Nach dem Minister sprach für unsere Partei Genosse ner zu dem Etat. Er ging mit der Aushungerungspolitit der Agrarier Iauß didaten entstand eine Debatte über die Frage der Zugehörig Bei der Aufstellung der Vorschläge für bie Ran feit zu einer Religionsgemeinschaft. Bom 2. Distrift war der Genosse Alfred Berger nominiert worden, der die Bes bingung, daß die Kandidaten einer Religionsgemeinschaft nicht scharf ins Gericht. Die Notlage der industriellen Bevölkerung angehören dürfen, nicht erfüllt. Genosse Rosenfeld trat dafür ein, daß man den Beschluß revidieren solle und begründete das damit, daß die Zugehörigkeit zu einer jüdischen Religionsgemeinschaft etwas anderes bedeute als die Mitgliedschaft bei einer Institution, die, wie die evangelische Landeskirche, zu einer Institution geworden ist, die vom Proletariat betämpft werden muß. Ein dahingehender Antrag, der vom 2. Distritt gestellt wurde, wonach diese Bedingung der Nichtzugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft fallen soll, fonnte aber nicht zur AbStimmung gebracht werden, da die Generalversammlung von Ber lin- Stadt allein dafür nicht zuständig ist. Im übrigen wurden wesentlichen feine Einwendungen erhoben, so daß die Tagesord gegen die von den Distrikten vorgeschlagenen Kandidaten im nung der Versammlung glatt erledigt werden konnte. Es wurde ein Antrag angenommen, wonach der Genosse Leid an die Spige der Kandidatenliste gesetzt werden soll. Die Abstimmung über bie Kandidatenliste ergab folgendes Resultat: 1. Carl Leid, 2. Theodor Liebknecht, 3. Otto Meier, 4. Hermann Wey1, 5. Waldeck Manasse, 6. Gustav Sabath, 7. Elise Bed, 8. Eduard Bachert, 9. Reinhold Faß, 10. Luise Krämer, 11. Karl Ballod, 12. Bruno Groppler, 13. Erich Gade 1, 14. Frizz K reimbrint, 15. Alfred Berger. Die Vorschläge für die Landesliste lauten folgendermaßen: 1. Genosse Clajus, 2. Genosse Wilhelm Hoffmann, 3. Genosse Otto Maier, 4. Genosse Rettschlag. Nachdem Genosse Krause einen eindringlichen Appell an die Versammlung gerichtet hatte, alle Kräfte im Wahlkampf einzuJegen und bei dieser Gelegenheit auch fleißig für die Presse zu agitieren, machte noch ein Funktionär des Holzarbeiter- Verbandes auf die wichtige Urabstimmung aufmerksam, die die Holzarbeiter vorzunehmen haben bei der Wahl der engeren Ortsverwaltung, genau wie es im Metallarbeiter- Verband der Fall war. Darauf wurde die gutbesuchte Versammlung geschlossen. Abtretung von Rhein- Tonnage an Frankreich Der Versailler Vertrag in der Praris In Anwendung des Artifels 357 des Verf iller Vertrages über die Abgabe von Schleppern un Schiffen, sowie Hafeneinrichtungen, Dods, Lagerplätzen usw. der deutschen Rheins häfen hat der amerikanische Schiedsrichter folgenden Schiedsspruch gefällt: An Frankreich sind abzutreten: 1. Kahnraum in Höhe von 250 150 Tonnen, Schlepptraft in Höhe von 23 761 Pferdestärfen. 2. Die Einrichtungen der Badischen Aktiengesellschaft für Rheinschiffahrt und Seetransport, die sie im Hafen von Rotterdam am 1. August 1914 besaß. 3. 76 Prozent der Aftien der Rheinschiffahrts- Gesellschaft vormals Fendel- Mannheim. 4. Schiffsraum und Schlepptraft von Fendel wird auf Tonnage und Schlepptraft zu 1) voll in Anrechnung gebracht. Bis zum 10. Februar soll eine Einigung über die Auswahl der Schiffe und die anderen Modalitäten und Bedingungen der Uebertragung zwischen Deutschland und Frankreich erfolgen. Anderenfalls wird der Schiedsrichter an diesem Tage die nötigen Bestimmungen treffen. Die im Artikel 357 vorgesehene Modifita fichtlich bis zum 10. Mai stattfinden muß. tion wird alsdann erfolgen, so daß die Ablieferung vorausDie deutsche Luftfahrt Beschluß der Botschafterkonferenz Der deutschen Regierung ist ein Beschluß der Botschafterkonferenz schen Flugpläge in den Rheinlanden und in der vom 15. Dezember 1920 mit den Bestimmungen über die de utneutralen 3one zugegangen. Darin heißt es, daß deutsche Zivilflugzeuge, folange Deutschland noch nicht Mitglied der Kon Bölferbundes sei, die Rheinlande nicht überfliegen dürfen, aber vention über die Regelung der Luftfahrt oder Mitglied des pom Landen überhaupt teine Rede sein kann. Nach Erfüllung Benutzung der militärischen Anlagen für die alliierte Luftfahrt in der obigen Bedingungen steht den deutschen Zivilflugzeugen die frei. Aber auch nach Aufgabe der Befehung durch die Aliierten Für die Justiz im republikanischen Deutschland kann jetzt bald ein Tarif aufgestellt werden, der der etwa folgende Positionen enthalten würde: Für Ermordung von Arbeiter führern ehrenvolle Untersuchungshaft, danach Gerichtstomödie und schließlich Entlassung ins Ausland; für Erben Rheinlanden und aber auch ein Ueberfliegen der Rheinlande schiehungen„ auf der Flucht" Freisprechung mit allen 3eichen der Anerkennung durch das Bürgertum; für die Ermordung von 30 Matrosen 30 Mart Geldstrafe; für die Leistung falscher Eide ein Stückchen Untersuchung, darauf Versorgung in Erholungsstätten und schließlich Amnestie; für Kriegsperbrechen, wenn sie von betrunkenen Arbeitern im Waffendarf die deutsche Zivilluftschiffahrt in den Rheinlanden niemals feste Einrichtungen unterhalten. Dasselbe gilt auch für die neutrale Zone, deren Ueberfliegen der deutschen Zivilluft Beitpunkt an, wo die Herstellung von Luftfahrtgerät wieder auffahrt gestattet sei, sobald es eine solche gibt, das heißt, von dem genommen wird. schreit zum Himmel. Die Frauen des Boltes perfümmern wegen zu schlechter Ernährung. Für die ausgehungerten Kinder schwingt man öffentlich den Bettelsack. Die Agrarier aber verfüttern Ge treide und Kartoffeln an die Schweine, damit die Befizenden einen faftigen Schweinebraten auf den Tisch haben. Gegen die Zwangswirtschaft hat man Sturm gelaufen bis sie abgebaut wurde, und statt des Preisrückganges, den man uns bei der freien Wirtschaft in Aussicht gestellt hat, ist die Teuerung der Lebensmittel noch unerträglicher geworden. Nur für die Besitzenden besteht keine Not, sie fönnen sogar ihren Schoßhündchen Delikatessen taufen, die die Kinder des Boltes nicht einmal dem Namen nach kennen. Eine Hotelrechnung aus Hotel Adlon weist u. a. Poften auf für die Verpflegung des Hundes eines Gastes. Dort wird aufgeführt als tägliche Lieferung für den Sund: Ein Bad 40 Mart, ein Beefsteat 45 Mart, ein halber Liter Milch! Unser Redner wies dann die Klagen der Großgrundbesiger wegen der hohen Löhne der Landarbeiter zurüd. Gemäß den Eintaufspreisen für alle Existenzmittel, insbesondere für landwirtschaftliche Erzeugniffe seien die Löhne nicht als zu hoch, sondern eher als zu niedrig zu bezeichnen. Es sei lediglich Profitgier, die die Agrarier nach polnischen Landarbeitern und Landarbeiterinnen verlangen lasse, weil diese in ihrer größeren Bedürfnislosigkeit mit geringerem Lohn zufrieden seien. Wenn Herr von der Often den Arbeitern Einschränkung empfohlen habe, so solle er diese Forderung lieber an die Besitzenden richten, dort sei sie angebrachter. Zum Schluß sprach Genosse Klaußner noch gegen die Sieblungspolitit der Bürgerlichen und Rechtssozialisten, die viele Kleinbauernstellen schaffen wollten. Demgegenüber verlangen wir die Sozialisierung der Landwirtschaft, die trok mancher Schwierigkeiten durchführbar ist, wenn In dustrie- und Landarbeiter Hand in Hand gehen. Dieser Schluß paßte dem nachfolgenden Redner, dem Demokra ten Siemen, Hof- und Villenbesizer mit großer Schweinemast, nicht. Er lobte die Siedlungspolitit über den grünen Klee, machte weiter lehrreiche, aber sehr längliche Ausführungen über Maul- und Klauenseuche, die aber weber im Haus noch bei den Hebammen auf der Tribüne besondere Aufmerksamkeit fanden. Minister Braun ging noch mit einigen Worten auf die Fordes rungen unseres Genossen, Klaußner ein, die Arbeitslosen der In dustrie mehr als bisher in der Landwirtschaft zu beschäftigen, und gab zu, daß diese Möglichkeit noch nicht voll ausgenügt jet. Bei der Abstimmung wurde der Gesezentwurf über die Bereits stellung von Mitteln zur Urbarmachung von Mooren einstimmig angenommen. Ueber einen Gesetzentwurf, der das gleiche für die Selbstbewirtschaftung von Domänen verlangt, fand namentliche Abstimmung statt. Der grundlegende Paragraph 1 dieses Gesetzes wurde mit 171 Stimmen der Linken gegen 121 Stimmen der Rechten und des Zentrums angenommen. Darauf leisteten sich Rechte und Zentrum einen Gewaltstreich. Bei der namentlichen Abstimmung über Paragraphen 3 gaben fie feine 3ettel ab, sodaß der Präsident die Beschlußunfähigkeit des Hauses feststellen mußte. Damit flog die Sigung auf. Die nächste Sigung soll Dienstag 5% Uhr nachmittags, beginnen. Kommunistische Taftit. Die gestrige Morgenausgabe der„ Roten Fahne" besteht von Anfang bis Ende aus Schimpfereien gegen die Freiheit". Mit einer einzigen Ausnahme. Die„ Rote Fahne" drudt das Geständnis Runges ab, das wir an das Licht des Tages gezogen haben. Aber ohne, wie es bei einem derartigen wichtigen Dokumente journalistischer Brauch ist, die Quelle an zugeben. Natürlich: Die Leser der„ Roten Fahne" dürfen nicht wissen, daß auch die Freiheit" ihre Pflicht und Schuldigkeit tut im Kampfe gegen die Reaktion. Sie muß schimpfen und alles das Gute in den Kot ziehen oder totschweigen! Absturz eines Bostflugzeugs. Das Postflugzeug F. 33, das am Montag um 10 Uhr in Berlin- Johannistal aufgestiegen war und fich auf der Fahrt nach Braunschweig befand, ist um 11½ Uhr bei dem herrschenden Sturm über der Weterizer Farft abgestürzt. Das Flugzeug ist total zertrümmert, der Führer war sofort tot. Parteigenossen verlangt im heutigen Zahlabend den U.S. P.- Taschenkalender 1921 Preis für die Organisation 3.- Mark. C Spiffelmarit, Ede Ballstraße Alexander- Platz, mahe singer S Koltbufer Damm 10 nabe Warenhaus Sandori W Friedrich- Str. 193a, Ede Leipziger Straße Leipziger Str. 113, Ede Mauer- Straße Cint- Straße 1, Ede Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bhf. Norbing Friedrich- Str. 106, Ede Biegelfiraße Javallben- Str. 164, Ede Brunnenftraße Invaliden- Str. 117, am Stettiner Bht. Chauffee- Sit. 72, nabe Müllerstraße 0 Frankfurter Allee 14, nabe Lieg Das ist der Kneifer, den Sie suchen! So feft fitzt er, daß Sie damit springen, turnen und tanzen tönnen. So fanft figt er, daß Sie abends vergessen werden, ihn beim Zubettgehen abzunehmen. Und was für Sie die Hauptsache ist und bleibt: Sta brauchen nicht erft zum Optifer zu gehen, falls er nicht mehr gerade oder festligt, denn Sie selbst fönnen ihn regulieren mit einem leichten Fingerdruck, daß er fester oder loser, näher oder weiter, höher oder niedriger, geneigt oder gerade ror den Augen figt, und doch können Sie ohne Furcht sein, ihn dabei zu zerbrechen. Aber selbst, wenn dies geschieht, es tut nichts, Optifer Ruhnte garantiert dafür! Er wird Ihnen fostenlos den Kneifer innerhalb dreier Jahre reparieren, oder Sie erhalten umsonst einen gleichwertigen Erfaz dafür. 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Ich bin mit den beiden Sachen aufs höchste in jeder Beziehung zufrieden. Endlich ist die Migräne gefchwunden, die ich früher beim Tragen eines flecht fonftruierten Kneifers ftets empfand. Das Sehfeld ist bei der Schleifart Ihrer Gläser erweitert und nach jeder Richtung hin flar und scharf. Ich werde nicht verfehlen, vo fommenden Falles meine leidenden Kollegen auf die hervorragenden Leistungen Ihres w. Instituts zu verweisen. Hochachtungsvoll Marimilian Maulbeder. Gemeindeverordneter und Schriftsteller. Beachten Sie, bifle, die hier folgenden Preise: Garanfie Kneifer ohne Einfafung Kreifer mit Einjaffung 6 8.50 12.8.50 12.15.6. Brillen 10.15.1 Jahr 10.50 1816 20.27. 31.2 Jahre 22.28.28.38. 45.3 Jahre 36.Echt Gold, 14 farätig 4 Jahre 38 174.- 184.48.36.48.58.54. 66.84.320.340.320.M. 27. Hornbrillen von M. 36.- an. Moderne Lorgnetten, Silber von W. 95.- an, Gold- Doublé von Dt. 82.-- an. 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Heilbronn Sente und Sonnerstag 7½ U.: Neues Volkstheater Köpenicker Str. 68. 71, Uhr: Jugend Staatstheater. Opernhaus 71 Uhr: V. Sinfonie- Konzert echanfpielhaus 7 Uhr: Die Sterne Dircktion: Mar Reinhardt. Deutsches Theater 8. Uhr: Cäfer u. Kleopatra Rammerspiele 1,8 Uhr: Florindo hierauf: Der Abenteurer u. bie Sängerin Flamme ( Dorsoh, Hartmann, Klein- Rogge, Präck) Freitag 7 Uhr: Peer Gynt Deutsch. Künstl.- Theater Hente und Sonnabend 3 U. Kindervorstell.: Figlifts Allabendlich 7, Uhr: Die Scheidungsreise ( Max Adalbert, Trude Heeterberg) Residenz- Kasino Blumenstraße 10 Tigl Gr.Ball f.d. ältere Jugend Nur Rundtänze Dienst.: Gratis- Verlosung Donnerstags: Brämiierung Anfang 6 Uhr Brachtsäle Alt- Berlin Blumenftr. 10, Rino- Eing. Gr. Ball fürbie modern tanzende Jugend Dienstag: Gratis- Berlosung Mittwoch: Walzer Donnerstag: Pretstangen Anfang 7 Uhr Möbel auf Bar oder Kredit zu den billigsten Preifen und leichtesten Bedingungen. Liefere auch auswärts. 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Jlgenftein ( Cart Clowing, Eagen Burs, Olga Limburg, Hans Albers) Sonnabend 4 Uhr, kleine Preise: Sänsel nad Gretel Residenz- Theater Seute nachm. 411., kleine Preise: Rotkäppchen Täglich 7% Uhr: Lady Windermeres Fächer von Oscar Wilde Arnstädt, Sandrock, Toelle, Korff, Falkenstein, Dito, Mamelod Sonnabend 4 Uhr, kleine Preise: Aschenbrüdel Theater i. d. Königgräger Str. Täglich 8 Uhr: Salome ( Orska, Hartan, Beibt, Piechtenstein, yaerber, Dernburg) Komödienhaus 48: Die Sache mit Cola mit Max Pallenberg Josefine Dora a. G., Drtrub Wagner, Picha, Haskel, Stieba, Siper allabendlich unter persönlicher Regie von Leo Peukert und weitere Attraktionen Theater am Rollbujer Tor Kottbuser Str. 6-7 Täglich 7, n. Sonntag nachm. 3 Uhr Ente- Sänger Neues Programm Borverkauf: 11-1 u. 4-6 Berrons Fake 54. Punkt 7% Uhr Riesen- Jubiläums-( 25.) Spielplan 13 Schlager Neue Welt Arnold Scholz, Hafenheide 108/114. Heute Mittwoch, 12. Sanvar 1921 Berliner Theater bayr. 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Januar, nachm. 2/ Uhr, vpn der Leichenhalle des Kirchhofes in Karlshorst aus ftatt. Die Arbeiterin Anna Siewert Eisenbahnstraße 5, am 9. d. Mts. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. Januar, nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmauskirch hofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Der Dreher Paul Bentz Neue Königftraße 39, am 10. d. Mts. Die Einäfcherung findet am Freitag, den 14. Januar mittags 12, Uhr, vom Krematorium Gerichtstraße aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin Anna Wallun Ackerstraße 90, em 26. Dezember v. 5. verstorben ift. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Zum Todestage Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs ( 15. Januar 1919) DER MORD an Karl Liebknecht u.Rosa Luxemburg Mit Porträts der Ermordeten und Bildern der Angeklagten 7 115 Seiten Preis 6.- Mark Karl Liebknechts letzte Tage Preis 40 Pfennig Postkarten mit Porträts Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs à 30 Pfennig * Wiederverkäufern hoher Rabatt! Buchhandlung„ FREIHEIT" Berlin C 2, Breite Straße 8-9 Mr. 17 Beilage zur„ Freiheit" Der demokratische Orgeschminister Ein Sozialist" verteidigt den Der Saupiausius des Reichstages beriet gestern| den Etat des Reichsministeriums des Innern. In der General: debatte griff Genoffe Rosenfeld den Minister Koch wegen seiner reaktionären Haltung scharf an. Unser Redner führte aus: Das Schreiben des Ministers Roch an den Senat in Bremen verstößt gegen die Verfassung. Der Minister hat darin zum Ausdrud gebracht, daß er durch die Beschlüsse der Bürgerschaft, die Ordnungspolizei zu verringern und die Stadtwehr aufzulösen, die öffentliche Ordnung in Bremen für gefährdet ansehe und sich endgültige Entscheidungen vorbehalten müsse. Damit fann doch nur in Aussicht gestellt sein, Ausnahme- Maßnahmen gegen Bremen zu treffen. Gegen Bremen, wo die Mehrheit der Bürgerschaft Beschlüsse gefaßt hat, die dem Minister nicht passen, geht er vor. Aber gegen Bayern unternimmt er nichts. Er möge zuerst für die Auflösung der Einwohnerwehren in Bayern sorgen. Ein merkwürdiger Demokrat, dieser Minister, der Mehrheitsbeschlüsse der gewählten Bertretung der Bürgerschaft Bre mens aufheben wolle! Bayern lehnt sich offen gegen das Reidh auf. Da schweigt das Reim. Ja, die Reichsregierung beugt sich Jogar vor Bayern, selbst auf die Gefahr von Berwidlungen mit her Entente. Den angedrohten Ausnahmezustand kann nur der Reichspräfident verhängen. Das Schreiben des Ministers ist verfassungswidrig. Außerdem hat er in die Bremischen Bezfaffungstämpfe durch Jein Schreiben eingegriffen und die Volts entscheidung beeinflußt. General Rollet hat ausdrüdlich die AufLösung der Bremer Sicherheitswehr verlangt. Der Minister verhindert diese Auflösung. Herr Minister, Sie spielen mit der Besetzung des Ruhrgebiets! Genosse Rosenfeld verlangte ferner die endliche Borlegung der in der Reichsverfassung angekündigten Schulgefehe. Unter ftaatssetretär Schulz hat die Vorlegung dieser Geseze im vorigen Jabre schon für den Serbst 1920 angefündigt. Noch heute sind sie nicht einmal dem Reichstage zugegangen. Das Wohl der her: anwachsenden Jugend erfordert eine schleunige Durchführung der auf fulturellem Gebiete durch die Verfassung vorgesehenen Ge lege. Minister Koch: Der Reichspräsident hat dieselbe Stellung wie früher der Monarch. Ob wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung irgendwo einzuschreiten ist, darüber liegt in erster Linie die Entscheidung beim Minister. Der Reichspräsident tann die Unter zeichnung einer Verordnung wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung verweigern. Ich habe nicht die Absicht gehabt, in Bremen den Ausnahmezustand zu verhängen. Der Senat in Bremen hat sich an die Reichsregierung gewendet, da mußte ich eingreifen. In dem Schreiben ist ausdrüdlich gesagt: Die Ents waffnung muß durchgeführt werden, entsprechend den Anordnun gen des Entwaffnungstommiffars.( Rosenfeld: Das W. Z. B. hat diesen Gag nicht peröffentlicht.) Also tann die Entente daran teinen Anstoß nehmen. Woher weiß Dr. Rosene feld, daß wir gegen die Zustände in Bayern nichts unternehmen? ( Rosenfeld: Dann veröffentlichen Sie doch solche Verordnun gen!) Wir können über schwebende Berhandlungen nichts publi zieren. Aber das fann ich sagen: Bayern hat schon ganz andere Verfügungen bekommen in bezug auf die Einwohnerwehren, als Bremen! Genosse Rosenfeld: Alles, was der Reichspräsident tut, geschieht unter Verantwortung der einzelnen Minister. Aber nur der Bräsident selbst fann den Ausnahmezustand verhängen. Das Schreiben des Ministers in der Bremer Angelegenheit verstößt gegen die Verfassung. Der von dem Minister mitgeteilte Gaz: Die Entwaffnung muß entsprechend den Anordnungen des Ent waffnungstommissars durchgeführt werden", ist in der„ W. T. B." Meldung nicht enthalten. Das W. T. B. bringt über. haupt in der letzten Zeit eine ganze Reihe von un wahren Meldungen. Ich erinnere nur an ben völlig ents tellten Bericht über unsere Luftgartenbemonstration gegen bas Blufregiment in Ungarn. In seinem Schreiben nach Bremen hat fich der Minister gegen die Mehrheit der Bürgerschaft selbst gewandt. Nach Bayern sind derartige Schreiben bisher nicht ge richtet worden. Der Minister hätte auch die Wirkung auf das Mustand berücksichtigen sollen. Es wäre überhaupt besser, wenn derartige Schreiben nicht auszugsweise, sondern im Wortlaut erscheinen würden, auch in bezug auf die Dinge, die sich gegen Bayern richten, damit Klarheit sowohl im Innern, als nach außen hin, herrscht. Jedenfalls steht felt, bas ber Minister bisher gegen Bayern nichts unternommen ( 18. Jarlegung.) Ismer Erzählung von Julius Levin Emilie, die noch nichts gesprochen hatte, fand das Benehmen ihres Mannes recht seltsam, aber sie regte sich darüber laum soweit auf, daß sie sich fragte, was er eigentlich hatte. Sie fannte ihn übrigens genügend, um zu wissen, daß er früher oder später genaue Auskunft über seine Ge= banten geben würbe. Besonders neugierig war fie darauf nicht. Sie hatte sich vorgenommen, ihn, obwohl er ein störender Besuch war, nicht nur zu dulden, sondern sogar in einer Weise zu behandeln, daß er, falls er aus dem Kriege zurüd fehrte, sein Heim aufsuchen konnte, ohne sich vor sich selbst allzufehr schämen zu müssen. So weit mußte sie es bringen, weiter aber durfte er nicht vorgelassen werden. Seitdem er von Hause fort war, hatte sie mit dem Frigen jenes tolle Liebesleben angefangen, das zu führen fie s mers bloße Gegenwart verhindert hatte. Nicht, daß fie fich geniert hatte, au handeln und zu fehlen, wie sie es wünschte. Aber die Anwesenheit ihres Mannes, die bloße Möglichkeit eines Worts oder gar einer Tätlichkeit verbitterte ihr den Genuß. Der andere, ihren eigenen, durch den Aerger Jsmers zu verfüßen, war ihr längst verloren, da er als Mann ihr nicht einmal mehr verhaßt, sondern ganz gleichgültig geworden war. Selbst der Etel, den sie eine Zeitlang vor feinen Bärtlichkeiten empfunden hatte, war ihr entschwun ben. Die gewöhnlichste Dirne aus der Aderstraße stand ihrem Käufer näher als Emilie ihrem Manne, da die Dirne wenigstens im allgemeinen sich etwas Neuem gegen über befand, während Emilie ihren Partner und sein ganzes altes, fchon zum Auswachsen abgespieltes Programm fannte und nur das Eine davon mehr hatte, daß sie nicht davon gejagt wurde, wenn es vorbei war, sondern traft thres Berorgungsvertrages bleiben durfte, solange es ihr gefiel, und es selbst in der Hand hatte, ihn aufzuheben, wenn ihr an derweitig die genügende Sicherhett geboten worben wäre. Nichtsdestoweniger empfand Emilie vor der Nacht einiges Grauen. Sie stand nor bet neuen Singebung an Ismer als vor etwas Abstoßendem, das sie nicht empfunden hatte, Solange der Verkehr mit ihm nicht unterbrochen worden war. Jetzt, da ihre Empfindung über den Faben der Ereignisse hinglitt, ftich fie fich an dem die fünstliche Berknüpfung der Rizenden sichernden Knoten, und das Hindernis selbst schal Drohbrief gegen Bremen! hat, dagegen stellt das, was er in der Bremer Angelegenheit getan hat, einen Verfassungsbruch dar. Minister Koch: Das Reichsschulgeset über fonfessionslose Schulen und das Jugendwohlfahrtsgefeß werden in nächster Zeit dem Reichstag zugehen. Ein Fortbildungsschulgeleg ist in Borbereitung. Mein Schreiben an den Bremer Senat widerSpricht nicht der Verfassung. Die Verfassung ist in meiner Sand beffer geschützt als in der des Herrn Dr. Rosenfeld. Ich habe mich nicht mit einem Beschluß einer Mehrheit der Bürgerschaft zu begnügen, sondern die verfassungsmäßigen Maßnahmen zur Menderung der Beschlüsse zu ergreifen, die der Bremer Bürgerschaft unerträglich sind. Bremen ist für Deutschland von größter Bedeutung. Die Lebensmitteleinfuhr über Bremen muß im Reichsinteresse sichergestellt werden. Für Tumultschäden, die in Bremen entstehen, muß das Reich in weitem Umfange aufkommen, für die Bremer Polizei leistet das Reich erhebliche Zuschüsse. Gegen die ortige Beleitigung ber Stabebe where him öffentlichen Interesse Stellung nehmen. Ich aber den Ausnahmezustand Für die Beschwerde gegen W. T. B. bin ich nicht zuständig. Ich werbe aber feststellen, wie das 3. T. B. zu ber unrichtigen Darstellung der Luftgartendemonstration gefommen ist. Abg. Bauer( So.): Wir tönnen der Regierung nicht das Recht nehmen, wie in Bayern, so auch in Bremen zu intervenieren. Das Schreiben des Ministers Koch an den Bremer Senat gibt zu Beanstandungen feinen Anlaß. Bebauerlich ist nur seine Beröffentlichung.( Das sagt ein„ Sosialist"!) Staatssetretär Schulz: Die Hoffnungen auf schnelle Durchfüh rung der Schulgelege fonnten leider nicht verwirklicht werden. Sie haben eine zu große finanzielle Tragweite. Abg. Simon( U.S.B.): Man tann nicht Bayern und Bremen in Barallele stellen. In Bayern regiert nicht die Regierung Rahr, sondern die Orgejch. Der Ausnahmezustand ist dort zum Dauers zustand geworden. Jede Versammlung muß iegt angemeldet werden. Nicht einmal ein Kaninchenzüchterverein fann Bersamm lungen ohne Genehmigung abhalten, wenn er nicht die Legitimaton feiner Mitglieder vorzeigen läßt. Die bayrische Regierung ist nicht nur verfassungswidrig, zuftande gekommen, fie arbeitet offen und verstedt auf eine Wiederaufrichtung der früheren Zustande hin. Der Kultusminister fprach öffentlich von der„ vorübergehend nur gefundenen Stailertrone". Und dieser Minister hat bie republitanische Berfassung beschworen! Minister Koch: Der bayrische Minister Matt hat allerdings bas gefagt. Das halte ich für durchaus unangebracht. Besonders menn eine solche Rede in Anmefenheit eines republikanischen Reichsministers gehalten wird. Für ein verfassungswidriges Zustandekommen der bayrischen Regierung liegen teine Beweise por. Jedenfalls haben die Neuwahlen bie bayrische Regierung legitimiert. Etwaige Geburtsfehler der Regierung find dadurch aus der Welt geschafft. Wegen der bayrischen Versammlungsverbote wird sich die Reichsregierung mit der banzischen Regierung in Berbindung setzen. Wir werden barüber verhandeln.( Abg. Simon: Wie lange noch?) In der weiteren Aussprache dedten sämtliche Parteien von der äugerften Rechten bis zu den Demokraten das Vorgehen des Ministers Koch gegen Bremen. Ein Vertreter der Kommunisten war nicht erschienen. Ferner liefen die Vertreter aller bürgerlichen Parteien Sturm gegen die tonfessionslojen Schulen. Die Weiterberatung des Etais wurde auf heute vertagt. Aus der Partei Material zur Agrarfrage Bei den Debatten in unseren Barteiversammlungen wird bie Wichtigkeit der gitation auf dem Lande allgemein be. tont und auch die große Bebeutung erkannt, die die Agrarfrage im Rahmen unserer Parteipolitit hat. Es scheint aber wenig be fannt zu sein, daß die Genossen in unserem 2andboten", dem für die Landagitation herausgegebenen Organ ber u. 5. B. D., ein sehr wirtjames Silfsmittel finden, das auch viel Material über allgemeine Agrarfragen enthält. Außerdem ist allem Anscheine nach viel zu wenig bekannt, daß im Berlage ber ,, Reipziger Boltszeitung" eine Broschüre des Genossen Marchionini erschienen ist, die sich mit der Frage der Sozialisierung der Landtete die Ueberlegung ein, eben dasjenige, was Emilie augenblidlich möglichst in Untätigkeit zu erhalten wünschte, da sie fich noch immer einzureden versuchte, fie fönnte Jsmer entgehen, wenn fie auch selbst nicht recht daran glaubte. Wenn er nur nicht gleich. Der Blid, bent er auf sie warf, als sie mit dem Kaffeegeschirr aus der Küche fam, war vieldeutig, und Emilie trieb sich um so mehr dazu an, ihn in einer ihr günstigen Weise auszulegen, als er ihrer Ueberzeugung nach Unheil verkündete. Was hast du, Rerlchen?" fragte fie, möglicht ohne Jsmer anzusehen, indem sie sich an der Schublade des Speiletisches zu schaffen machte, in der die Teelöffel lagen. Jch?" gab Jsmer zurüd, der irgend etwas sagen zu ntüssen glaubte. ,, Na, wer denn?... Du stehst da, mie wenn dir' n Schiff untergegangen wär... Vorläufig bist du doch auf Urlaub Vorläufig bist du doch auf Urlaub bei Muttern." Emilie war mit ihrer Art im stillen sehr zufrieden. fuchre Emilie zu erhaschen, die sich auch, nach einigen angeb ,, Gewiß doch!" gab er mit luftigem Tonfalle zurüd und lichen Bezsuchen zu entfliehen, fallen und füssen ließ. Das war schließlich noch besser, als ihn zu reizen und bazu 31 bringen, eine etwa erzwungene und nicht eingeräumte Uebermacht in heimlicher Weise auszunuzen. Jsmer wiederholte seine Küsse, ohne Widerstand zu fin den. Erst da sie heißer wurden, als es Emilie für ihre Sicherheit geraten glaubte, entzog fie fich sanft und meinte: So' n Schlingel! Couffieren muß er doch immerzu!" 97 Und sie schloß etwas wie einen Vorwurf an wegen der fleinen, in Feindesland gemachten Versuche, nicht ganz aus der Uebung au fommen, den aber Jsner mit Entrüftung zurüdwies. Eolange er von Deutschland fort wäre, hätte er fein Weib berührt. Erstens, weil er sich das so morge nommen hatte, und sweitens, weil viele Kameraben frant geworben wären, wegen ber ungefunden Hygiene nsw. Emilie hörte darauf mit anscheinend großer Aufmerfamfett, Die freilich nicht den the von Semer untergelegten Grund hatte. The war os bebenfith, daß Jomer aufer allem ano been auch noch ausgehangert fein fonnte. Worauf en ihr vor allen Dingen antam, mar, ben bend zu erreichen, shne von Jsmer genommen worden zu sein. Wenn es ihr nut gelang, ihren Mann bis dahin hinzuhalten, so würde sie sich schon zu helfen missen. Jetzt sollte er erit Raffee trinfen, dann fish fräftig waschen und abreiben. Während der Zeit würde sie sich hübsch anziehen, dasselbe Kleib, in dem Mittwoch, 12. Januar 1921 wirtschaft befaßt. Da ble preußischen Landtagswahlen vor der Tür stehen und in diesem Wahlkampf Landarbeiter- und Agrarfragen sicher eine nicht unbedeutende Rolle spielen werden, sei auf den Landboten" sowohl als auf die bezeichnete Broschüre hiermit empfehlend hingewiesen. Beide sind beim Verlage der Leipziger Volkszeitung" zu erhalten. Groß- Berlin Das„ deutsche" Taktgefühl Als die Arbeiterschaft am 9. November den Tag der Revolution feierte, entrüsteten sich bürgerliche Organe darüber, daß die Arbei terschaft auf das Empfinden des Bürgertums feine Rüdsicht nehme. Man hätte daraus schließen tönnen, als ob das beutsche Bürgertum ein ganz besonders zart belaitetes Gemüt besäße. Nun sind aber in der letzten Zeit Dinge passiert, die mit dem vielgeliebten beutschen Kaiserhause zusammenhängen und eher zeigen, daß diese nationalen Kreise über ein erstaunliches Maß Don Gemüts athletit verfügen. Es beschäftigt sich nämlich nicht nur die Umgebung des ausgerissenen Wilhelm in Solland mit den Zeremonien des eventuell bevorstehenden Begräbnisses der ehemaligen Kaiserin. Offenbar machen die dabei zu treffenden Veranstaltungen soviel Mühe, daß jetzt schon mit den Vorarbeiten begonnen und ein ganz erstaunlicher Apparat in Bewegung gesetzt wird, damit nachher alles flappt. Der wandlungsfähige Bastor Mag Maurenbrecher richtet in der Montagabend- Ausgabe der Deutschen Zeitung" die Anfrage an die Regierung, ob die Kaiserin in Deutschland begraben werden dürfe. Die Sache ist zu ergöglich, als daß wir sie unseren Lesern vorenthalten dürfen. In einem jetzt schon schwarz umränderten Raften( obwohl unseres Wissens Frau Auguste Viktoria noch lebt) heißt es: Anfrage an die Regierung. Jebem liegt die Frage auf der Zunge. Die meisten empfin den es als tattlos, sie auszusprechen. Aber es hilft nichts, wir müssen vorher wissen, woran wir find. Wenn das langgefürchtete Ereignis eintreten sollte, wenn die ehemalige Staiferin ihrem Gemahl, ihren Kindern und den Treuen im Lande in den nächsten Tagen(!) durch den Tod wirklich entrissen werden sollte, barf sie in heimatlicher Erde bestattet werben? An dem Ort, ben ihre Angehörigen nach eigenem Ermessen dazu auswählen? Darf die Bevölkerung, soweit fie es will, an dieser Feier ungehindert sich beteiligen? Wir bitten um schleunigte Antwort en die Oeffentlichte it! Wir sind auf diese Antwort des Minifteriums gespannt; um somehr, als die amtlichen Stellen sich mit einer anderen Beranstaltung in derselben Angelegenheit auch schon befassen müssen. Das„ Berliner Tageblatt" meldet: Der evangelische Oberkirchenrat hat einen Erlaß an sämtliche Konsistorien gerichtet, der sich ebenfalls mit Borbereitungen für den Fall des Abscheidens der Kaiserin befassen soll, insbesondere den Gemeinden in verhüllter Form bas Glodenläuten empfiehlt. Das preußische Ministerium des Innern hat hiergegen Einspruch erhoben mit der Begründung, daß die Bestimmung über das Läuten der Gloden ihm zustehe. Daran tnüpft bas demokratische Organ dic Anregung, daß es doch gelingen möge, durch einen Zusammenfchluß der anständig gesinnten aus allen Lagern solche Berfuche, die Majestät des Tobes in ben Dienst patteipolitischen Streites und Sabers zu rüden, unmög lich zu machen. Wir sind der Auffassung, daß, wenn irgendeine Gruppe das Ableben der Kaiferin zum Gegenstand einer politischen Demon firation machen will, dies die Gruppe um Herrn Maurenbrecher ist! Gerade er als Pfarrer beweist eine eigentümliche Auffassung über den Begriff der Anständigkeit und ber Berehrung für seine Raijerin. Es ist gerade, als ob es bie beutschnationalen Areise gar nicht erwarten tönnten, daß der Tod der ehemaligen Kaiserin eintritt, und man fann den Gedanken nicht fie dem Frigen so gut gefallen hatte, und Jsmer würde ohne Widerrede einen fleinen Ausgang machen müssen, nach Treptow oder in eine andere schöne umgegend mit Kon zert, Abendunterhaltung und bayrischem Biere. Nachher würde er schon mübe und gewiß froh darüber sein, sich mit einem Bruchteile der Zärtlichkeiten, die er sich etwa vor genommen haben sollte, begnügen zu dürfen. Der Kaffee schmedte vortrefflich, und Jsmer wurde guter Laune. Unter Küssen, die er Emilie gab und sie zu erwis dern den Anschein zu erweden wußte, erzählte er von seinen Erlebnissen, an denen er Freude zu haben schien, soweit sie imstande waren, Emilie zu unterhalten. Das waren sie um so mehr, als sie gemertt hatte, daß sie ihn um so ferner von sich hielt, in je gleichmäßigere Stimmung fie ihn brachte. Sie sah es denn auch mit größter Besorgnis, als er, bei der Geschichte von seiner Verwundung angekommen, plöglich an hielt, fich verfärbte, aufiprang, im 3immer hin und her trat und sich erst wieder jeste, als sie sich dazu entschloß, ihn mit einer fast mütterlichen Umarmung zur Ruhe zurückzuführen. Du bist ermüdet non der Reise..." sagte sie. ,, Erster seid ihr woll nich jefahren!" ,, Gut genug für einen preußischen Soldaten, der zu seiner jungen Frau nach Hause darf." ,, Sast du manchmal an mich gedacht?" fragte sie so, daß er hätte glauben fönnen, es läge ihr etwas daran. Ra ob!" antwortete er, indem er von dem zuerst herzlich angelegten Ton leicht abbog. Ka, weißt du!"... meinte Emilie gemütlich tuend ,,, weil du nu so brav warst, sollst du einen guten Rat von mir haben.... Wasch dich jetzt ordentlich und retbe dich kalt ab! Das wird dir schön tun nach deiner Ermüdung. Dann gehen wir ein bißchen an die Luft und trinken ein Glas Bier. Gelb haben wir noch etwas." Meinst de?" fragte Jemer, der sich schon wieder gefangen. fühlte. Gr wunderte fich, daß er nicht felbft fchon barauf gefommen war, fich ein bißchen fein zu machen. Wenn es benn fein mußt" fegte er hinzu und Bagab ta tn bie Stidhje, bie er auch nicht so orbentlich fand, wie fe feiner Meinung nach hätte sein müssen. Schließlich aber fonnte man es Emilie auch nicht allzu sehr übelnehmen, daß sie sich um die Wirtschaft nicht fo fümmerte, wie vorher. Dia Saupiperjon mar boch nicht mehr da. Wenigstens fonnte er es für einen Augenblid dozu bringen, sich etwas berartiges ( Fortjagung folgt) einzureden. loswerden, ob diese Kreise irgendeine besondere Demonstration, an dieses Ereignis anzufnüpfen die Absicht haben. Wie dem auch sei, wenn wir das deutsche" Tattgefühl nach diesen Aeußerungen bewerten sollen, dann ist es allerdings nicht weit her! Bezirksverband Berlin- Brandenburg Das Referentenmaterial ist soeben erschienen. Bestellungen sind an das Berbandsbureau, Breite Str. 8-9, aufzugeben. Es ericheint monatlich zweimal, und zwar am 10. und 20. b.. Der Versand erfolgt durch die Buchhandlung„ Freiheit", Breite Straße 8-9, und beträgt ber Breis mit Porto pro Eremplar 80 Pt. Im Abonnement vierteljährlich 4,80 m. einschl. Borts und ist der Betrag der Buchhandlung vorher einzulensen. Die Geschäftsleitung. Proletarische Feierstunden Eintrittstarten zu der Veranstaltung am Sonntag, den 16. Ja nuar und Sonntag, den 20. Januar, sind heute in allen Zahlabenden zu haben. Ferner in der Buchhandlung„ Freiheit", Breite Straße 8-9, in ben Speditionen der Freiheit", in der Berliner Gewerkschaftstommiffion und in den Bureaus der Verbände. Sprechchor. Morgen, Donnerstag, abends 7 Uhr, pünktlich, in dez Aula des Sophien- Realgymnasiums, Steinstraße, Hauptprobe zur Aufführung am Sonntag:„ Erlösung" von Bruno Schönlant. Tile Mitglieder müssen bestimmt erscheinen. Tarifverhandlungen im Rathause Die Aufnahme der vor acht Tagen gescheiterten Verhandlungen zwischen dem Magistrat und den Arbeitnehmerorganisationen er folgte am Dienstag, ben 11. b. M. Die Tarifdeputation des Ma gistrats hatte hierzu beschlossen, alle Organisationen, die an ben Tarifen der Arbeiter oder Angestellten beteiligt waren, heranzuziehen. Dieser Beschluk fand nicht die Zustimmung der im Lohnfartell vereinigten Organisationen. Die im Lohntariell stehenden Arbeiter beantragten hierauf gesonderte Berhandlun gen, analog den bestehenden Berhältnissen der besonderen Tarife für Arbeiter und Angestellte. Um den Fortgang der Berhandlungen zu ermöglichen, zogen sich nunmehr die Vertreter der verschiedenen Angestelltenorganisationen zurüd; es wurde darauf in die Verhandlungen eingetreten. Nach den Darlegungen der Vertreter der Arbeitnehmerverbände wurden die Verhandlungen veriagt. Verzweiflungstat einer unglüdlichen Frau Die Poftfhaffnersfrau Frieberite Lindemann, die im Hause Am Faitplag 2 wohnte, vergiftete fich mit einer noch nicht fest= gestellten Flüssigkeit, nachdem sie ihre beiden Kinder, die 10jährige Jise und die 7jährige Margarete, mit einer fleinen Pistole zu er schießen versucht hatte. is man die drei Personen auffand, gaben fie noch Lebenszeichen von sich und man brachte ste chleunight nach dem Birchow- Krankenhaus. Frau Lindemann ist hier bald darauf der Wirkung des offenbar starten Giftes erlegen. Die beiden Kinder haben Schußverlegungen an ber rechten Schläfe. Ob sie mit dem Leben davonkommen, ist noch zweifelhaft. Rach ben bisherigen Feststellungen hat ein unglüdliches Eheleben die Frau zu der Berzweiflungstat getrieben. Die Deputation für Jugendwohlfahrtspflege beschäftigte sich beschäftigte sich unter Boritz der Frau Stadträtin Weyl heute mit den Fragen ber Organisation der Jugendpflege und der Leibesübungen und mit den bazu gemachten Vorschlägen. Die Aussprache ergab die Absicht, einen besonderen Ausschuß für Jugendpflege und einen solchen für Leibesübungen zu bilden. Außerdem soll der Zentra len Deputation für Jugendwohlfahrt ein britter Ausschuß unter tehen für Jugendfürsorge und Vormundschaften sowie ein AusSchuß für Ueberwachung und Bewilligung von Mitteln an private Anstalten und Einrichtungen. Der Gesamtplan wird alsbald bem Magistrat unterbreitet werden. Notgeld bei der Straßenbahn. Der Verwaltungstat der Ber liner Straßenbahn hat in der von der StadtverordnetenversammTung angeregten Frage der Ausgabe von Notgeld die Leitung ber Straßenbahn ermächtigt, die Versuche und Erhebungen über die Einfahrung von Zelluloidmarten im Werte von 10 und 20 Bfg. fortzusehen. Diese Wertmarken Jollen gleichzeitig der Reklame dienen, wodurch die Straßenbahn fostenlos in den Besiz des Notgeldes gelangen würde. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen. Sech fingt das Bieb. Der 43jährige Wächter Anton B. fürzte sich gestern in den Landwehrkanal und wäre unfehlbar ertrunken, wenn ihm nicht der Monteur Mar Wendler, PhilippStraße 13a, lofort nachgelprungen und ihn herausgezogen hätte. Der Lebensmäbe fand im Elisabeth- Krankenhause Aufnahme. Das Zwischen der HerkulesMotin zu der Tat ist noch unbekannt. und Cornelius- Brüde sprang gestern abend bie 22jährige KrantenKON LINON schwester Margarete L. ins Wasser. Die Unglüdliche, die in Siemensstadt wohnte, wurde von Passanten wieder herausgezogen. Getränktes Ehrgefühl soll sie zu dem Schritt getrieben haben. Schwerer Unfall eines Botomotivführers. Der 33 Jahre alte Rotomotivführer Kurt Rawenoff von der Betriebswerkmeisterei des Schlesischen Bahnhofes führte gestern abend einen Zug, der von Spandau tam. Als der Zug in die Halle des Bahnhofs 30ologischer Garten einfuhr, beugte sich R. so weit aus der Lotomotive hinaus, daß er mit dem Kopfe gegen einen Pfeiler fliek und auf die Straße hinabstürzte, wo er schwer verlegt und betanungslos liegen blieb. Man brachte ihn zunächst nach der Unfallstation am Kurfürstendamm. Zu der Etschiehung des Krimina wachtmeisters Behnke wird uns mitgeteilt, daß von Beamten der Oftwache gestern abend in einer Schantwirtschaft in der Rigaer Straße ein Mann feftgenommen wurde, der sich durch Aeußerungen verdächtig gemacht, entweder an dem Berbrechen beteiligt zu sein oder über den Täter näheres zu wissen. Auf der Wache leugnete der Verhaftete an der Tat beteiligt zu sein oder von ihr zu wissen. Berloren. Eine Attentasche mit Beitragsmarten und Mitgliedsbüchern des Buchbinder- Berbandes ist einem Bezirtstassierer im Stadtbahnzug zwischen Potsdamer Plaz und Weißenfee abhanden gekommen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe im Bureau des Buchbinder- Verbandes, Engel- Ufer 15 II. 3immer 39, abzugeben, da der Verlierer ersatzpflichtig ist. Aus den Berliner Organisationen Mitgliederversammlung 10. Siftrift. Die am Freitag stattge= fundene, start besuchte Mitgliederversammlung. nahm Stellung aur preußischen Landtagswahl und Aufstellung des Kandidaten. Genosse Dr. Went sprach über die Bedeutung der kommenden Landtagswahlen. Die Diskussionsredner sowie der Vorsitzende Genosse Grohmann unterstrichen die trefflichen Ausführungen des Genofen Weyl. Die Aufstellung des Kandidaten ergab einstimmig bie Kandidatur des Genossen Dr. Weyl. Als 2. Borsigender wurde der Genosse Hempel einstimmig gewählt. In die Landagitations Kommission, welche in Verbindung mit dem 9. Distrikt den Wahlkreis Angermünde zu bearbeiten hat, wurden fünf Genoffinnen und sieben Genossen gewählt. Gewerkschaftliches Wo bleibt die Achtung vor der Reichsverfaffung? Bom Bund der technischen Angestellten und Beamten wird uns mitgeteilt: Seit einem Jahr bemüht sich der Bund um Einleitung von Verhandlungen mit dem Herrn Landesdirektor der Provinz Brandenburg zweds Regelung der Arbeits- und Wirtschaftsbedin gungen der technischen Beamten der Provinzialverwaltung. Vor furzum verschanzte sich der Herr Landesdirektor bzw. sein Pers fonalreferent hinter dem Argument, daß die technischen Beamten boppelt organisiert seien und zwar außer bei uns auch noch in ber Gewerkschaftlichen Bereinigung der Provinzialbeamten", einer lediglich die Provinzialbeamten umfassenden Splitterorganifation, deren Vertreter infolge ihrer wirtschaftlichen Whhängigkeit von dem Herrn Landesdirettor wohl etwas vorsichtiger" auftreten Mit der Interessenals der Gewerkschaftsvertreter des Butab pertretung durch diese Vereinigung im höchsten Grade unzufrieden, beauftragte ein erheblicher Teil der technischen Beamten schließlich den Butab schriftlich mit der alleinigen Interessenvertretung. Auf die Ueberreichung dieser Attiv- Legitimation antwortete der Herr Landesdirettor mit Schreiben vom 28. Dezember 1920, daß er es auch weiter ablehnt, über die Angelegenheiten ber technischen Beamten mit Ihnen( d. h. dem Butab) zu verhandeln. Nach den zurzeit geltenden gefeglichen Bestimmungen hat hier lediglich der Beamtenausschuß mitzu= wirten." So sieht die in Artifel 159 der Reichsverfassung„ jederman" gewährleistete Bereinigungsfreiheit zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen" und die andert: Aneztennung ber Organisationen heute halb Jahre nach Berabschiedung der Reichsverfassung in Wirt lichkeit aus. Wie wir hören, ist der preußische Minister des Ins um seine Ansicht über diese Praris als Aufsichtsbehörde des Herrn Landesbirektors gebeten worden, der hoffentlich die erAber das ist nur forderliche Rechtsbelehrung erfahren wird. fern eine der unsäglich vielen Einzelvorfälle, die erst dann restlos beseitigt werden tönnen, wenn endlich das längst in einem gemeinfamen Entwurf des deutschen Beamtenbundes, des A. D. G. B. und der Afa vorliegende Beamtenrätegesez zur Verabschiedung gelangt. Arbeitersport- Kongreß in Jena Den Delegierten hiermit zur Mitteilung, daß infolge tommu nistischer Machenschaften fich eine Vorbesprechung der Delegierten am Freitag, den 14. Januar, nötig macht. Wir berufen die Gigung auf abends 8 Uhr nach Jena, Gewerkschaftshaus ein und bitten alle Delegierten, so zeitig einzutreffen, daß sie an der Sigung teilnehmen tönnen. Zentralfommission für Sport- und Rörperpflege. Wildung. Aus den Organisationen 3. Distrist. Jahlabendlotale: 1. Abteilung: Ridel, Teltower Str. 16; 2. teilung: Schneetoppe, Roftiaftr. 29; 3. Abteilung, Bez. 115-117, 123, 124, 130, 132: Bieler, Dieffenbachstr. 76; Bez. 121-122: Bärwald Ede Bergmannstrake; Bez. 118-120: Rösner, Barwaloftt. 12; Bez. 131: Krüger, Grimmftr. 1; 4. be teilung: Schulaula Dieffenbachstr. 51. 3. Diftritt. Donnerstag 7 Uhr Sigung der Agitationstommiffion bei Bieler, Dieffenbachstr. 76. Alle Mitglieder der Kommission müssen unbedingt erscheinen. 2. Abteilung. Das Zahlabenblotal ist von Mach, Bergmannstraße, nach bet Schneetoppe, Neftigftr. 29, verlegt. 4. Tiftritt. Gemeinichoftliner 3ahlabend. 1. bteilung: abends 7 Uhr in bet Schule Briter Str. 17-18. Vortrag des Gen. Sehner. 8. Abteilung: 7 Uhr bei Wellichläger Rechf., Adalbertstr. 21.- 5. Abteilung: 7 Uhr bei Rohnte, Grünauer Str. 17. 7. Diftrift. Die Abteilungsführer holen vor dem Zahlabend vom Genossex Dietrich, Romintener Str. 46, Material ab. 8. Ditrift, 1. Abteilung. Mittwoch, 12. Januar, abends 7 Uhr, gemeinschaft licher Zahlabend bei Biebermann, 3orndorfer Str. 9. 8. Dijirift, 6. Abteilung. Die Zahlabende finden in folgenden Lofalen statt: 1. Bena, Echreinerftr. 7; 2. Topper, Rigaer Str. 85, Ede Prostauer Straße; 3. Adam, Frankfurter Affee 318. 3. Diftritt. Der 3ahlabend am Mittwoch ist für bie 1. Abteilung bei Kramer, Cothenineftr. 3; 2. Abteilung bei Schöngella, Aniprodeftr. 11-12; 3. Abteilung bei Scheibe, afteurstr. 2; 4. Abteilung bei Flodner, Winsstr. 29, und bei Matite, Marienburger Gir. 31; 5. Abteilung bei Jung, Wins Ede Danziger Straße: 6. Abteilung bei 2ies, Carmen- Sylvas Ede Naugarberstraße. Uhr 12. Därift. Frauenarbeits- und Kinderschutzfommission. Donnerstag Sigung bei Voltmann, Wichertstr. 10, Ede Greifenhagener Straße. Einberufer: der Borstand. 13. Dikrift. Freitag, 14. Sanner, abenbs 7 Uhr, Frauenversammlung in ber Schulanla Sonnenburgerstraße. Vortrag der Genoffin Hanna Herz: Der Kampf gegen bie Baragraphen ber Zwangsmutterschaft. 18. Diftritt. Am Freitag abend 6 Uhr große öffentliche Wählerversammlung in der Bad- Brauerei, Chauffeeftr. 64. Material hierzu holen bie Funktionäre heute abend ven 6 Uhr ab aus ben Abteilungslofalen. 17. Distrift. Sigung der Frauenarbeits- und Kinderschuhlommission am Donnerstag, 13. Januar, abends 7 Uhr, im Lofal Brüsseler Str. 15. Erscheinen aller Genolinnen notwendig. 18. Bezirt. Alle Interessenten am Bezirksjugendamt werben gebeten, am Donnerstag, 18. Januar, zu einer Besprechung int Restaurant Masche um 7% Uhr abends erscheinen zu wollen. Neukölln. 1. Bezirk bei Kirmse, Schinfeftr. 12. 17. Bezirk bei Rophammel, Thomasitr. 32. Stenton. Dez 1., 2., 7., 11., 12., 13., 15., 17., 18., 19., 20. und 23. Bezirk wählt heute je eine Genoffin zur Frauenarbeitsfommission und teilen die Namen und Adressen bem Gen. Kaufmann mit. Renton, 14. Bezirt. Zahlabend am 12., night 13. Januar, abends 7 Uhr, bei Mebes, Emfer. Ede Boberftraße. Charlottenburg, 5. Gruppe. Zahlabend heute Boltshaus- Stehbierhalle. Charlottenburg, 4. Gruppe. Zahlabend bei Lübke, Suarezftr. 4, und Thelen, Railer- Friedrichstr. 456. 6. Gruppe. Zahlabend bei Mebe, früher Rollotomsty, Goetheftr. 56, Ete Weimarer Straße. Cigung der Frauenarbeitss und Kinderschuttommiffion am Donnerstag abend 7 Uhr bei Rebrige, Borfiaftr. 24. Die Genoffen müssen bestimmt erscheinen. Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte von Steglig, Lichterfelde, Lantwig, Gib. enbe. Eine Blenarligung findet am Donnerstag, 13. Januar, abends 8 Uhr, im Gumnafium, Steglis, Seesestraße, statt. Besondere Einladungen ergehen nicht Erscheinen Pflicht. Vereinskalender Ale Deutscher Solzarbeiter- Berband, Berwaltung Berlin. Donnerstag, 13. Jannar, abends 5 Uhr, findet im Lofal von Kranz, Adalbertstr. 21, eine Versammlung aller in den Goldleistenfabriten beschäftigten Grundierer, Beleger, Bader, Be legerinnen, Hilfsarbeiter und Jugendlichen statt. Wichtige Tagesordnung. Die Branchenleitung. abengenannten Gruppen müssen unbedingt erscheinen. Zentralverband der Angestellten, Bezirt Groß- Berlin. Fachgruppe 3a( Ariegs organisationen): Mitgliederversammlung am 12. Januar, nahm. 5 Uhr, im „ Schwarzen Abler", Schöneberg, Hauptstr. 144. Buchbinderperband. Donnerstag abend 145 Uhr bei Graumann, Naunynftr. 27, Betriebsrätesikung aller Brandjen. Tagesordnung: 1. Die Aufgaben der Be triebsräte vor ber Eroberung der politischen Macht( Referent&. Sedert); 2. Be shidung der Rätefule; 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Betriebsräte un bedingt erforderlich. Ausweis legitimiert. Alte Ausweise, soweit noch nicht umgetauscht, werden bort zum Umtausch entgegengenommen. Die Ortsverwaltung. Lebensmittelkalender Berlin. Es entfallen auf die Abschnitte 79/80 ber Groß- Berliner Lebensmittels farte 600 Gramm ausländisches Kochmehl zum Preise von 5,10 M.( 4,25 m. Bfund). Die Ausgabe erfolgt ohne Voranmeldung in der Zeit vom 13. bis 31. Januar in sämtlichen Berkaufsstellen der Konfumgenoffenschaft und des Be amten Wirtschaftsvereins, ferner in den Verkaufsstellen der Meierei C. Bolle, in ben burch rote Aushängeschilber fenntlich gemachten Verlaufstellen und in ben burch blaue Aushängeschilber tenntlich gemachten Verkaufsstellen, soweit bort no Reftbestände lagern. Zehlendorf. Ariegsbeschädigte über 30 Prozent Erwerbsunfähigkeit erhalten auf Abschnitt 3 bes Gonderscheines 2 fund Saferfloden, Pfund 2,50 M. Die Ausgabe erfolgt beim Sändler Max Grieshaber, Potsdamer Str. 1. Geschäftliches Das Schuhwarenhaus Arthur Caffet, Babstraße 54, bietet in seinem Inventure Ausverkauf eine sehr gilnftige Kaufgelegenheit für alle Sorten von Schuhwaren. Es sei hier befenbers auf die heutige Anzeige hingewiesen. Emil Rabelb, Berlin. Berantwortlich für die Rebaftion: antwortlich für den Inseratenteil: ubwig Romeriner, Rarlshort. Drud der Freiheit" Verlagsgensfierichaft Freiheit" e. 6 m. b. S., Berlin. Berlin 9 Proite Strahe Pryderet mh Ber Stoffe Für Damen und Herrenbekleidung Die gute MASSARY Zigarette urteilen Sie selbst! Futterfioffe Snipie Konfettion für Damen und Mädchen Maßanfertigung Serabgelegte Bretje! C. Pelz 5 Rottbufer Straße 5 MASSARY BERLINS POPULARSTE ZIGARETTENMARKE! Spezial- Arzt Dr. Jeffé Hir Geschlechts, Hauts, Harus, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Syphilis- Sturen, Blutuntersuchungen, Schlafzimmer pec.chron.arnield. u. Ausfüffe, Licht u. Finfen- Vehbig. fer, Dir. O. 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