nb be . Einzelpreis 30 Pfg. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montage m einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10,-. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Pofte bezug nehmen sämtliche Boftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Ofterreich 30,- L Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8 Sonntag, 16. Januar 1921 Nummer 25 Morgen- Ausgabe Ole achtgefpaltene Ronpareillezetle ober beren Raum hoftet 6,-. einschließlic Feuerungszuschlag. Reine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., febes weiters Wort 1,50 m., einschließlich Teuerungsgufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif Familien Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 9. netto pro Beile. Stellen- Gefuche Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50 M.. fedes weitere Wort 1.Semiprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4649, 4921 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Dentfchlands Auf zum Preußenkampf! Wähler und Wählerinnen! Am 20. Februar 1921 werden in Preußen der Landtag, die Provinzial- Landtage und die Kreistage neugewählt. Der Wahlkampf fällt in eine Zeit verschärfter, wirtschaft licher Rot, politischer Zerrissenheit, militaristischer Reaktion und schamloser Klassenjustiz. Teuerung, Mangel und Arbeitslosigkeit lasten schwer auf den Massen der Minderbemittelten, Arbeiter, Angestellten und Beamten. Der Hunger geht um, Frauen verfümmern, Kinder fiechen dahin. Die Bilanzen der Industrie- Könige strogen von Gold und Gesundheit", Großgrundbesitzer machen Riesengewinne, Wucherer und Schieber plündern das Volk. Ein verhängnisvoller Bruberfrieg schwächt den Kampf gegen den Kapitalismus. Große Teile der Arbeiterschaft sind verwirrt und irregeführt. Viele verfallen der politischen Gleichgültigkeit. Die Reaktion der bürgerlichen lassen wird immer attiver. Militarismus, Orgesch und Einwohner wehren treten immer offener auf und treiben das Land in neue inner- und außenpolitische Konflikte. Die preußische Justizschande ist kaum noch zu überbieten. Arbeitermörder werden entweder gar nicht behelligt oder außer Verfolgung gefeßt. Revolutionäre Arbeiter schmachten in Gefängnissen und Zuchthäusern. Waggonfchieber erwuchern ungestraft Millionen. Kleine Händler, notleidende Arbeiterfrauen werden für den Verkauf einer Handvoll Zigaretten oder den Erwerb fleiner Mengen Kartoffeln bestraft. Männer und Frauen der Arbeit! Weber wirtschaftliche Not, noch Verfolgung und Unterdrückung dürfen Euch in Euerm Kampf um die Befreiung wankend machen. Ihr müßt alle Hemmungen überwinden und dem Kapitalis: mus mit nie versagender Energie und Siegeszuversicht auf allen Gebieten entgegentreten. Der Wahlkampf iſt ein Teil Gutes politischen Machtkampfes. Wahlerfolge bringen Euch politischen Machtzuwachs und stärken Euch für den entscheidenden Kampf zur Ueberwindung des Kapitalismus und zur Verwirklichung des Sozialismus. Unserm Endziel, dem Sozialismus, müssen alle unsere Kämpfe dienen. Wähler und Wählerinnen in Preußen! fozialistische Regierung und Mehrheit der Landesversammlung wagte sogar den Vorschlag, den verjagten Hohenzollern Hunderte von Millionen nachzuwerfen auf Kosten der arbeitenden Klassen, diesen Hohenzollern, die mit die Hauptschuld an dem Elend Preußens tragen. Unangetastet blieben die Hohenzollern- Richter, die Träger der berüchtigten preußischen Klaffenjustiz. 3weierlei Recht herrscht in Preußen nach wie vor für Herrschende und Beherrschte, für Reich und Arm, für Ka pitalisten und Arbeiter! Wähler und Wählerinnen in Preußen! Die ganze Tätig feit der Landesversammlung hat die Reaktion gestärkt. Die Männer und Frauen der Arbeit aber wurden mit uten gezüchtigt, die sie sich zum Teil selbst gebunden hatten. Das preußische Volt wählte eine bürgerliche Mehrheit. Deutschnationale, Deutsche Volkspartei, Zentrum und Demofraten beherrschten die Landesversammlung. Ihre Politif entsprach vollkommen der alten reaktionären und volksfeindlichen Preußenpolitik. Wohl haben viele hunderttausende Wähler und Wähle rinnen vor zwei Jahren auch sozialistisch gestimmt. Die meisten stimmten aber damals für die Rechtssozialisten. Die Rechtssozialisten bildeten aber mit dem arbeitsfeindlichen Zentrum und den bürgerlichen Demokraten einen Regierungsblock. Anstatt rüdfichtslos die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten, pattierten die Rechtssozialisten so mit den bürgerlichen Bar teien. Es ist aber unmöglich, die Interessen der besitzenden und besiglosen Klassen zugleich zu vertreten. Die Koalition endete so mit der Stärkung des Bürgertums. Deshalb muß jede Partei, die als Vertreterin der Besiglojen gelten mill, führen. Die Rechtssozialisten find durch ihre Koalitions: den schärfsten Kampf gegen die fapitalistischen Klassen politit mitverantwortlich geworben für alle Berfehlungen und alle Unterlassungen. Die Unabhängigen Sozialdemokraten haben sich mit ganzer Kraft bemüht, die Interessen der Männer und Frauen der Arbeit wahrzunehmen. Sie wandten sich mit aller Schärfe gegen die reaktionären BeBor zwei Jahren habt Ihr die Preußische Landesversamm- stimmungen der Verfassung, bekämpften die Einrichtung lung gewählt. Ihre Tätigkeit ist beendet. Die bürgerlichreformsozialistische Demokratie versprach des Staatsrats und das reaktionäre Verwaltungssystem in Preußen. in Breußen eine der revolutionären Staatsumwälzungen entprechende Neugestaltung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in die Wege zu leiten." Die bürgerlichen Parteien und die Rechtssozialisten erwedten Hoffnungen auf Wunderkräfte einer bürgerlich- re formsozialistischen Temokratie! Was ist aus diesen Juufonen geworden? Die Preußische Landesversammlung hat nichts getan, um die revolutionären Errungenschaften zu be= festigen und auszubauen, sie hat im Gegenteil der Reaktion in die Hände gearbeitet und sich bemüht, von dem in Trümmern gesuntenen wilhelminischen Preußen möglichst viel wieder aufzubauen. Das beweist schon die Verfassung, die die Mehrheit der Preußischen Landesversammlung dem Staat gegeben hat. Ueber die von allen gewählte Boltsver= tretung hat man den Staatsrat gesetzt, der von den Provin zial- Landtagen gewählt wird. Der Volksvertretung wird so ein zweites, aus indirekten Wahlen hervorgegangenes Oberhau's beigegeben, bas insbesondere in Finanzfragen eine entscheidende Stimme hat. In der Verwaltung ist der Die Unabhängigen Sozialdemokraten forderten die Aufhebung der alten, nach dynastischen, militärischen oder politischen Interessen der herrschenden Klassen gezogenen Grendas Aufgehen Preußens und der anderen deutschen Staaten zen der Provinzen und Staaten in Deutschland, fie forderten in einer deutschen Einheitsrepublik und verlangten die Neueinteilung Deutschlands nach wirtschaftlichen Notwendigfeiten. Die Unabhängigen Sozialdemokraten forderten eine vollfommene Reorganisation des staatlichen Apparats unter tätiger und entscheidender Mitwirkung der arbeitenden Klassen, fie traten für die Rechte der Beamten ein, fie forderten die Beseitigung der alten Disziplinarverhältnisse und der geheimen Führungslisten. militarisierung der Polizei, sie wollten, daß Die Unabhängigen Sozialdemokraten bekämpften die die Polizei den Kommunen unterstellt wurde. Die Unabhängigen Sozialdemokraten forderten eine grundlegende Umgestaltung der Rechtspflege und ihre Ausübung durch Erwählte der arbeitenden Bevölke rung, um der Klassenjustiz ein Ende zu machen. Die Unabhängigen Sozialdemokraten erstrebten die Nubarmachung der staatlichen Betriebe für die Interessen der Gesamtheit, forderten die Beseitigung des privatkapitalistischen Einflusses in den staatlichen Betrieben und ver langten u. a. auch die Sozialisierung des Heil volksfeindliche Geist der altpreußischen Reaktion erhalten geblieben. Der alte schwerfällige, jede schöpferische Tätigkeit lähmende, fostspielige bureaukratische Apparat besteht immer noch. Die Selbstverwaltung bleibt verpönt. Die Bevormundung durch den Obrigkeitsstaat ist geblieben. Von sozialistischem Geist ist in der Arbeit der Preußischen Landesversammlung nie ein Hauch zu spüren gewesens und des Hebammendienstes. wesen. Die Staatsbetriebe find bureaukratisch verwaltet worden, statt in die sozialistische Selbstverwaltung der ProDie Unabhängigen Sozialdemokraten bekämpften entbuzenten und Konsumenten überführt zu werden. schlossen die Auslieferung der sogenannten Krongüter an die Feige Kompromißsucht hat der Koalitionspolitik Hohenzollern und verlangten die Konfistation der überhaupt den Stempel aufgedrückt. Die bürgerlich- rechts- Sohenzollernvermögen. Berlin, den 15. Januar 1921. Die bürgerliche Mehrheit der Landesverfamlung hat die Bestrebungen der Unab hängigen Sozialdemokraten bekämpft, unterdrückt, niedergestimmt. Dabei arbeiteten rechtssozialistische Minister mit demokraten. Was Noste im Reiche, das waren Heine und Südetum in Preußen. Die bürgerlichen Parteien verweigerten den Männern und Frauen der Arbeit wohlbegründete Rechte, stießen die breiten Massen immer tiefer ins Elend. Immer frecher erhebt die Reaktion ihr Haupt. Die bürgerlichen Parteien unterstügen die Orgesch und die ande fordern Wiederherstellung der Monarchie und ren bewaffneten Organisationen der Gegenrevolution. Sie die Rückberufung der Hohenzollern. Dann ist der Weg frei zur Niederwerfung der Arbeiterklasse, zur Beseitigung des rechts. Vom Ausgang der Landtagswahl erhoffen sie eine Achtstundentags und zur Einschränkung des Koalitions. Förderung ihrer Zwede. Die Unabhängige Sozialdemokratie ruft Euch, Wähler und Wählerinnen, auf zur Landtagswahl am 20. Februar 1921. Durchkreuzt die Pläne der Reaktion! Verschafft dem revolutionären Sozialismus den gebührenden Einfluß in Preußen! Dentt an das Wort Bebels: Wenn wir Breußen haben, haben wir Alles! Die Unabhängige Sozialdemo fratie ruft Euch auf zur Wahl der Provinzial- Landtage und der Kreistage. Die Provinzial- Landtage und Kreistage find Verwaltungs förperschaften. Solange Ihr noch nicht die politische Macht erobert habt, müßt Ihr bestrebt sein, auf die Verwaltung in Preußen den denkbar größten Einfluß auszuüben. Wähler und Wählerinnen in Preußen! Die Unabhängige Sozials demokratie erblidt im Kapitalismus ihren Todseind. Die gegen den Kapitalismus errungen werden. Befreiung der Arbeiterklasse kann nur im schärfften Kampf hängige Sozialdemokratie lehnt jede Bündnispolitik mit bürgerlichen Parteien ab. Die Unabhängige Sozialdemokratie verwirft den Reforms Jozialismus. Die Rechtssozialisten leugnen die Tatsache, daß es in einem Klassenstaat teine wahre Demokratie geben tann. Hinter der vielgerühmten Demokratie im bürger lichen Staat verbirgt sich die Diktatur der Kapitalisten. Die Diktatur der Kapitalisten fann nur überwunden werden durch die Dittatur des Proletariats. Die Dittatur des Proletariats ist eine historische Notwendigkeit für die Uebers gangszeit vom Kapitalismus zum Sozialismus. Durch die Diktatur des Proletariats wird die wirkliche Demokratie in der sozialistischen Gesellschaft verwirklicht werden. Die Unabhängige Sozialdemokratie lehnt die fom munistische Taktik der finnlosen Butsche ab. Die Kommunisten schädigen die deutsche Revolution burch verderbliche Kampfmethoden, sie haben aus dem Klassenkampf der Arbeiter einen Bruderkrieg von Arbeitern gegen Arbeitern gemacht. Die bürgerlichen Reaktionäre werden zu Angnießern dieser arbeiterschädlichen Kampfess weise und segen ihre Hoffnungen darauf, daß die koms munistische Žertrümmerungspolitik bie Arbeiterorganis fationen immer wehrlofer macht. Unbeirrt durch Schmähungen, Beschimpfungen und Vers folgungen, trägt die Unabhängige Sozialdemokratie ben Männern und Frauen der Arbeit das Banner des Sozialis mus in allen Kämpfen voran. Sie führt den Wahlkampf grundsäglich im Sinne des revolutionären margistischen Sozialismus. Sie ruft das Proletariat auf zum Kampf gegen die kapitalistische Verelendung und für die Eroberung der politischen Macht. In diesem Sinne arbeiten auch die Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokratie in den Bars lamenten, in diesem Sinne werden ihre Vertreter auch im neuen Preußischen Landtag, in den Provinzial- Landtagen und in den Kreistagen tätig sein. Wähler und Wählerinnen in Preußen! Uebt am 20. Februar 1921 Euer Wahlrecht aus. In Euren Reihen darf es.feine Gleichgültigkeit, feine Wahlmüdigkeit geben! Wählt die Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokratie! Dieser Wahltag muß zu einer Niedera lage für die kapitalistische Reaktion, zu einem Sieg des Sozialismus werben! Die Fraktion der Unabhängigen Sozialdemokratie der Preußischen Landesversammlung Das Zentralkomitee der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gun Te P 珍 Koch, der Ordnungsmann Die gute Arbeitsteilung In d«r gestrigen Sitzung des Reichshaushalt aus- schusses unternahm bei der Position„Reichskommistar zur Er- Haltung der öffentlichen Ordnung" Genosse Brehfcheid«inen scharfen V o r st o h gegen den Minister Koch. Er be- handelte unter anderem den vor kurzem bekanntgewordenen Er- laß vom 18. August 1328, in dem der Minister die Staats- anwaltfchaft scharf macht, gegen die von radikaler Seite unternommene Propaganda für einen gewaltsamen Sturz der Verfassung vorzugehen. Der Redner erklärte, dag von einer Propaganda im strafrechtlichen Sinne nicht gesprochen werden könne, sondern daß e« sich hier um theoretische Auseinander- setzungen handelt. Wenn tatsächlich Verstöße wider das Straf- gesetzbuch vorgekommen wären, würde die Staatsanwaltschaft wahrscheinlich ohnedies nicht gezögert haben, einzugreifen. Der Umstand, datz man auch nach dem Erlaß des Ministers nichts von gerichtlichen Vorgehen vernommen habe, beweise am besten, w i e unbegründet seine Scharfmacherei sei. Es müsse hervorgehoben werden, daß ein entsprechendes Vorgehen gegen etwaige Umsturzgeliiste von rechts nicht bekannt geworden ist. Der Minister des Innern in Preußen wende sich wenigstens auch gegen die Orgesch. Der Reichsminister beschränke sein« Aufmerksamkeit auf die angeblichen Umtriebe der Linken. An dieser Stell« macht« Herr K o ch den dezeichnenden Zwischen» ruf'„Das ist denn doch ein« gut« Arbeitsteilung!" Genosse Breitscheid griff den Zwischenruf sofort auf und nagelte den Minister, der natürlich jetzt nichts gesagt haben wollte, auf dieses Eingeständnis seiner Einseitigkeit sofort fest. Dann nahm unser Redner besonders zwei Verfügungen des Reichsministers vor, die ebenfalls den Geist in dem Reichs- Ministerium verraten. Die eine beschäftigt sich mit der Durch- reise der französischen Bürgerin Sadoul. die auf der Fahrt von Rußland nach Frankreich Deutschland passierte. In ihr wird mitgeteilt, daß nach einer vom lettischen Sicherheits- departement empfangenen Nachricht Frau Sadoul eine bolsche- wistische Agentin sei und daß die deutsche Botschaft in Paris be- reits verständigt worden sei. Genosse Breit scheid bezeichnete dieses Aktenstück als einen Beweis für da» Vorhandensein eines internationalen Polizeidienstes. Welchen Zweck habe die Benach- richtigung des deutschen Botschafters in Paris, wenn nicht den, derfranzösischenpolitischenPolizeiHandlanger- dienste zu leisten. Man schreie Zeter und Mord über das Verhalten der Entente gegen Deutschland, sei aber gleichzeitig bereit, mit ihr gemein- sam die bolschewistisch« Gefahr zu bekämpfen. Endlich zog unser Redner die berühmte Anordnung heran, nach der die Photographien und Personalien der Un- terzeichner der Resolution des sogenannten rechten Flügel» der Unabhängigen auf dem Partei- tag zu Halle dem Reichskommissar eingereicht werden sollen. Er ironisierte das Bemühen, gerade diese Personen, die sich gegen Moskau ausgesprochen hätten, in da» Verbrecheralbum de» Reichs- kommissars zu bringen. Es befänden sich darunter eine große Anzahl von Reichstagsabgeordneten, die der Regierung ja ohne- dies näher bekannt seien. Es scheine, daß der Reichskommissar lleberfluß an Zeit und Ueberfluß an Geld habe, wenn er darauf aus sei. in dieser Weise sein Material zu vervollständigen. Die Antwort, die der Minister Koch aus diese Angriff« erteilte. war von einer kläglichen Unzulänglichkeit. Mit dem ihm so wohl anstehenden Brustton verteidigte er sein Recht und leiste Pflicht, den Staat gegen die llsttsturzgelllst« von link» zu �schützen, und er oersicherte, daß er sein Augenmerk auch auf etwaig« Bestrebungen von rechts her gerichtet halte. Geradezu albern waren seine Ausführungen über den Fäll Sadoul und über die Photographien der Resolutionsunterzeichner. In der Angelegen- heit Sadoul suchte er die Schuld dem Außenministerium zuzuschieben. Nach seiner Ausfassung habe man dem deutschen Botschafter in Paris nur mitgeteilt, daß Frau Sadoul unan- gefochten die deutsche Grenze passiert habe. Die Anforderung der Photographien wolle er nicht direkt rechtfertigen, aber man Hab« eben näheres Material über diejenigen Mitglieder der Un- abhängigen Sozialdemokratischen Partei haben wollen, die nicht in die dritte Internationale eintreten. Auf der Linken erzielt« Herr Koch, ebenso wie der nach ihm sprechende Reichskommissar Künzer, nur einen Heiterkeitserfolg. Herr Künzer sprach übrigens, was das Interesse an den Photographien angeht. von einer E n t g l« i s u ng. die ihm bei seiner lleberhäufung mit Arbeit ergangen sei. Während die beiden Regierungsvertreter also immerhin in gewisser Beziehung einen verschämten Rückzug antraten, hielt e» der deutschvolksparteiliche Abgeordnet« Dr. Maretzkq für angebracht. das Vorgehen des Reichskommissars ausdrücklich für berechtigt zu erklären. Dieser Herr sindet nicht da» geringste dabei, daß man auch Mitglieder des Reichstages unter besondere polizeiliche Ueberwachung stellt und ihre Bilder in einem Verbrecheralbum oereinigt. Genosse Breitscheid verspottete weidlich die jämmerlichen Aus- reden des Ministers und des Reichskommissars. Wenn er gewußt habe, daß der Erlaß bezüglich der Frau Sadoul auf eine Galan- ,.t«rte der deutschen Regierung zurückzuführen sei. so würde er natürlich von dem Angriff gegen Herrn Koch abgesehen haben. Auf keinem Fall aber könne Herr Koch stolz auf seine Verteidi- gung sein. Er habe außerdem bewiesen, daß er nicht einmal den Rainen des Generals B i s k u p s k i kenn«, der sich als?ühm einer internationalen royalistischen Verschwörerbande in Berlin aufhalte. Schon daraus gehe hervor, wie wenig Interesse er für Umsturzversuche der Reaktionäre besitze. Man solle sich des weiteren einmal vorstellen, daß in einem ande- ren Land« Parlamentsmitglieder wegen Unterzeichnung einer Re- solution, die nicht» strafwürdiges enthalte, in ähnlicher Weife wie in Deutschland von einem Ministerium der Aufmerffamkeit gc- würdigt werden. Zn jedem Parlament der Welt würde man si r% ohne Unterschied der Partei entrüstet gegen ein solches Verfahren wenden, in Deutschland'aber gebe es Leute wie Dr. Maretzky, die nicht nur kein Wort der Kritik fänden, sondern solche Maßnahmen noch ausdrücklich priesen. Die Resolution der Unabhängigen, in dem nächsten Etat Aus- gaben für einen Reichskommissar zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung nichtmehreinzusetzen, wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten abgelehnt, wobei bemerkt sein mag, daß bei dem Hauptteil der Besprechung kein kommu- nistischer Vertreter im Ausschuß anwesend war. Erst am Nachmittag, al« die Debatte bereits ausklang, erschien ein Mitglted der kommunistischen Fraktion, der sich wenigsten» an der Abstimmung beteiligte. Schließlich und endlich hat also Herr Koch wieder einmal gesiegt. Er wird aber wohl einsichtig genug sein, diesen Erfolg nicht seinen Argumenten zuzuschreiben, sondern der Tatsache, daß die Mehrheit des Reichstages einschließlich der Rechtssozialisten nun einmal, toste es. was es wolle, darauf besteht, datz die öffentliche Ordnung im Sinne der Reaktion von einem besonderen Reichskommissar aufrechterhalten wird. Vorher hatte sich bei der Erörterung des E t a t s f ü r die Ueberwachung de» Au» Wanderung» wesen» ve» nossin Wurm über die Ein- und Durchwanderung der Ostjuden verbreitet. Genossin Wurm erhebt Beschwerd« über den preu- ßischen Erlaß vom 17. November 1S20, der den Tin- und Durch- Wanderern, die zu 80 bis SO Prozent polnische Militärflüchtlinge sind, die Durchwanderung durch Deutschland zwecks Auswande- rung nach Amerika außerordentlich erschwert. Der größte Teil dieser Durchwanderer erhält nach drei bis vier Monaten Geld und Paß nach Amerika. In der Wartezeit wurden sie bis jetzt durch das jüdische Fürsoraeamt in Arbeit gekrackt, ohne daß irgend eine Arbeiterorganisation dagegen Einspruch erhob. Der preußische Erlaß vom 17. November 1S20 macht das zukünftig un- möglich. Nach seinem Wortlaut werden alle Kriminellen, alle Verdächtigen, alle Arbeitslosen in Konzentrationslager gesperrt. Damit hört jede Möglichkeit. Arbeit zu finden auf und als„ver- dächtig" kann jeder angesehen werden. Die Reichsbehörd« sollte Konzentrationslager bereit stellen. Einstweilen ist eines bei Harburg in Aussicht genommen, das bis jetzt mit 2000 Rotgardisten belegt war, aber«ur Platz für 1000 Menschen hat und außerdem typyusverseucht ist, also vorerst nicht bezogen werden kann. Urheber dieses Erlasses ist in Wahrheit Herr Reichsminister Koch, der auch hier wieder in übesster Weise Klassenpolitik betreibt. Herr Mumm verstieg sich zu der kühnen Behauv- tung. die Wohnungsnot in Berlin sei durch die zuwandernden Ostjuden verschuldet und weiter, selbst jüdiscke Volkskreise«mp- fänden die östliche Einwanderung sehr peinlich. Herr Hoch von den Mehrheitssozialdemokraten fand es richtig, Herrn Mumm zu Hilfe zu kommen durch Anerkennung schwerer Mißstände bei der Einwanderung. Beweis« für die Richtigkeit dieser Auf- fassung erbrachte er allerdings nicht. Die Antwort auf die Frage, warum er sich bis jetzt noch nicht direkt über die Lage der durchwandernden Ostjuden unterrichtet habe, blieb Herr Koch schuldig, doch kann er da» Verdienst für sich in Anspruch nehmen, arbeiterfreundlicher zu sein als all« Arbeiterorganisationen, was ihn allerdings nicht hinderte zu er- klären, daß er seine bisherige— arbeiterfeindliche— Politik ab- solut nicht zu ändern gedenke. Die Gisenbahnerbewegung Aufruf de« Sechzehnerausschusses Der Sechzehnerausschuh erläßt im Einoerständni» mit den hinter ihm stehenden verbänden folgenden Aufruf:' Nach langwierigen Verhandlunge», die am 1«. Januar in der Reichskanzlei ihren Abschluß fanden, wurde da» in de« Press« ver- ösfentlichte Ergebnis erzielt, f. Freiheit", Sonnabend Abendaus» gäbe.) Das Resultat ist zustande gekommen unter Mitwirkung von Vertretern der großen deutschen Spitzenorganisa» tionen und nach vollständiger Erschöpfung de« Verhandlungswege». Die Vorstände der Eisenbahnerverbände«erden jetzt auf de« schnellsten Wege zu dem Ergebnis Stellung nehmen. Di« ver« treter der Spitzenorganisationen haben de« Sechzehnerausschuß ersucht, trotz der in verschiedener Beziehung nicht zufriedenstellenden Abstufung seine Bedenke« zurück- zustellen und das Ergebnis zur Annahm« zu empfehlen. Sobald die Stellungnahme der verantwortlichen Organisation»- instanzen feststeht, wird dies« mit einer eingehenden Darstellung des gesamten Sachverhalt» den Mitgliedern unterbreitet werden. Di« im Sechzehnerausschuß zusammengeschlossenen verbände er, suchen ihre Mitglieder, diese Stellungnahme der verantwortlichen Verbandsstellen abzuwarten und sich durch keinerlei von un- verantwortlicher Seit« kommend« Beeinflussungen zu Teil- streik» und dergleichen hinreißen zu lassen. Di« vertrete« der Eisenbahnerorganisation«« müssen die groß« Verantwortung für derartig« Aktionen ablehnen und er- suchen die Mitglieder ihrer verbände dringend, die Schlagkraft ihrer Organisationen nicht zu gefährden. * Di« Meldung, datz die Gewerffchaft Deutscher Eisenbahner ihre Vertreter aus dem Sechzehnerausschuß zurückgezogen Hab«, ist da- hin richtig zu stellen, daß diese in den Personen ihrer drei ver- treter auf Wunsch derselben«ine« Wechsel vollzogen hat. Sie hat sich also nicht von den Verhandlungen selber zurückgezogen, sondern ihre seitherigen Vertreter haben sich durch die ersten Abmachungen mit der Regierung gebunden ge- fühlt und wollten ihrer Gewerkschaft freie Hand lassen. Dem Verdienst seine Krone Im neuen Deutschland pflegt man die Beamten oder Offiziere. die öffentlichen Anstoß erregen, dadurch auszuzeichnen, daß man fi« eint Stufe höher klettern laßt. Besonder» im Reichs- wehrministerium ist da» eine beliebte und häufig angewandt« Methode. Wir erinnern nur an die kürzlich erfolgt« Beförderung der Herren Löhberg und Schöler vom Wehrkreiskommando Kassel, die beim Kapp-Putsch sich offen der neuen Regierung zur Verfügung stellten. Nicht weniger dankbar erweist stch die deutsch« Republik jenen Leuten, die in nationalistischer Borniertheit da» ohnehin nicht gerade rosige Verhältnis Deutschlands zur Entente immer wieder erschüttern. So ist der Fregattenlapitän H e i n e ck e, der Festungs- kommandant von Cuxhaven, der hervorragenden Anteil an den blöden Anrempelungen der Ententekommissionsmitglieder hatte, jetzt zum Kapitän zur See befördert worden. Es ist zwar nicht angegeben, ob diese Beförderung au» Anlaß der Eux- havener Heldentat, die uns diplomatische Scherereien und«in erkleckliches Sümmchen Geld gekostet hat. erfolgt ist, aber nach der Praxi» im Reichswehnninisterium ist das wohl anzunehmen. Wenn man allerdings bedenkt, daß hinter dem demokratischen Reichswehrminister Geßler der allmächtige Geeckt steht, so braucht man sich über solche Ding« nicht weiter zu wundern. Ein deutsch« Demokrat wird immer vor den Militaristen kapitulieren. Neue Greuel an rusiischen Gefangenen Die fortgesetzten Verfolgungen russischer Gefangener in den deutschen Lagern beschaftsgen schon seit langem die Oeffent- lichkeit, ohne daß man bisher von wirksamer Abhilfe gehört hätte. Am 31. Dezember richtete der Berliner Vertreter der Sowjet-Regierung, Viktor Kopp, an den Außenminister Simons eine Protestnote, die genaue Einzelheiten über Er- schießungen russischer Gefangener enthielt. Wir forderten damals die Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zu er, greifen, um diesen unmöglichen Zuständen ein Ende zu setzen und die Schuldigen der verdienten Strafe zuzuführen. Es ist aber von feiten der Regierung nicht nur nichts erfolgt, es finden vielmehr fast täglich neue Mißhandlungen russischer Rotarmisten statt, die anscheinend nach einem be, stimmten System vorgenommen werden. Wie die«Rote Föhne" berichtet, wurde im Lager P a r ch i m am 6. Januar ein Gefangener bei einem„Flucht, versuch" so schwer verwundet, daß ihm beide Leine amputiert werden mußten. Ein anderer wurde bei seiner Rückkehr nach einer unerlaubten Entfernung au» dem Lager edenfalls schwer verwundet. Prügelstrafen seien noch immer an der Tagesordnung. Einen im Lager niedergeschlagenen russischen Soldaten hat man wie einen Hund verrecken und zwei Tage liegen, lassen, obwohl er, wie die ärztlich« Untersuchung der Leiche ergab, hätte am Leben erhalten bleiben können. Im Lager Havelberg seien infolge der grausamen Behandlung und völlig ungenügender Ernährung 4000 Internierte in den Hunger- streik getreten. Auch diese Meldungen sind so detailliett, daß sie ein« sofortige Stellungnahme der Regierung erfordern. Wir er- heben nochmals die Forderung, daß die Regierung schleunigst energische Maßnahmen zum Schutz der russischen Gefangenen ergreift und die Bestrafung aller in Betracht kommenden Schuldigen veranlaßt. Bleibt die Regierung auch weiter untätig, so bleibt kein anderer Schluß übrig, al» daß fi« die systematische Mißhand- lung und Terrorisierung der russischen Gefangenen bewußt duldet, um die Pläne jener militärischen Scharfmacher zu fördern, die die llnterst-'llung der russischen Gefangenen unter die Kontrolle des Reichswehrministeriums anstreben. Eine sanfte Mahnung Die Rechtssozialisten sind durch die Wahlen in eine böse Zwickmühle geraten. Emerseits suchen sie, wie die program- i matische Rede Otto Brauns in Königsberg gezeigt hat, aus j der Wahlagitation alles auszuschalten, was— wie z. B. die: Sozialisierungsfrage— den Unwillen der bürgerlichen i Koalitionspartetzen erregen könnte. Andererseits sind sie 1 genötigt, der Massenstimmung Rechnung zu tragen und einen: schärferen oppositionellen Ton gegen die Regierung anzu-- schlagen. Das behagt den bürgerlichen Parteien natürlich' ganz und gar nicht. Das Berliner Zentrumsorgan„Eer- mania" liest deshalb den Rechtssozialisten gründlich den Text und warnt sie, in einen Wettlauf mit den Unabhän- gigen und Kommunisten um die Gunst der Massen einzu- treten. Recht interessant find die Argumente, die das Zentrums- organ vorbringt. Einerseits sucht es die Rechtssozialisten mit dem Hinweis graulich zu machen, daß die Radikalisierung des öffentlichen Lebens schließlich doch nur den Kommunisten zugute kommen würde. Andererseits droht es mit der bürgerlichen Einheitsfront und dem Bürger- krieg: „Die Verbindung oder auch nur da» gelegentliche Zusammen- gehen mit den grundsätzlichen Verfechtern de» Terror» und der Diktatur einer Klasse müßt« alle anderen Parteien a u t o m a« l tisch zum Zusammenschluß drängen, und es käme! dann die bürgerliche Einheitsfront. Diese schroffe j Kampsstellung muß zur Perjchärfung der Gegensätze führen. Die Kämpf«, die dann nnter der Parole:„Hie Sozialdemokratie, hie Bürgertum" au-gefochten»erde«, würde» an Heftigkeit alle« übertreffen, unser voll in zwei, einander bis aufs Messer be- kämpfende Teile spalten«n» den Bürgerkrieg herausbeschwör,«. Eine solch« Belastungsprobe kann Deutschland nicht mehr aus- halten. Will es die Sozialdemottatie dahin mit Gewalt bringen? Wenn nicht, dann mag fi« sich der Verantwortung wieder bewußt werden und mit den anderen Parteien vernünftige Politik mit erreichbaren Zielen treiben.. Wertvoll ist hier da» Eingeständnis, daß Kämpfe' unter der Parole„Hie Sozialdemokratie, hie Bürgertum" den Bürgerkrieg heraufbeschwören würden. Das bedeutet. daß das führende Zentrumsorgan schon jetzt einer einheit« lichen Klassenpolitik des Proletariats den Kampf bis aufs Messer androht, nicht«t«a weil ihm die„Demokratie" be droht erscheint, sondern weil es der großen Mehrheit de». Volkes den Willen einer Minderheit, den Willen des antidemokratischen Bürgertums aufzwingen will. Die Rechtssozialisten find diesem Lürgettum willkommen, solange sie als Verbündet« mithelfen, die Massen über dieft fundamentale Tatsache hinwegzutäuschen. Sobald sie aber — einerlei aus welchen Gründen— den bescheidensten Versuch machen, sich in eine Front mit ihren Klassengenossen 8» Killen, um dem Bürgertum Opposition zu machen, setzt diese» n Bürgerkrieg auf die Tagesordnung. Wir müssen es den Rechtssozialisten überlasse», welche» Ausweg sie au» der bösen Zwickmühle, in die sie geraten find, finden. Die arbeitenden Massen werden jedenfalls aus der gekennzeichneten Sachlage der den Wahlen die entsprechenden Konsequenzen ziehen- Gegen erhöhte Kohlenlieserungen Der fast»00 000 Mitglieder zählrnd« verband der Berg- arbeiter Deutschland» hat einstinnaig folgend« Ent- schließung angenommen: Die am 15. Januar 1021 in Berlin tagende Konferenz dt* Sesamtoorstande» und der Bezirksoertretnngen de» Verbände* der Bergarbeiter Deutschland»»acht die der Bergarbeiter' international« angehörenden Bergarbeiterverbänd«'* Frankreich, Belgien nnd Großbritannien, so«' die Leiter der Allgemeinen Sewerkschaftsinternati«' nale lAmfterdam) dringend daraus aufmerksam, daß n« de» Ablauf des Abkommens von Spaa über die Kohlenliefern* ge« Deutschland» von nn» ein««och höher« Liefernng g* fordert wird, und daß außerdem die 5 Goldmarkprämie n'« mehr gezahlt«erden soll. Dagegen müssen mir««'' schieden Protest erhebe». Der Kohlenmangel'' Deutschland ist jetzt«ett größer al» in den anderen große« 2� dustrieftaaten. Di, Erfüllung de» Spaa-Abkommrns ist nur«*» (ich gewesen durch eine ausgedehnte Ueberschichtarbeit der de« scheu Bergarbeiter. Dies« arbeite« heute»ehr Stunden woch«*' (ich, al» nach dem Beschluß der international«« Arbeitekonser**' in Washingto« zulüfstg ist. Der gefährdet««es«»*. heitszustand der Bergarbeiter»erlangt gebieterisch«<** Abbau der Ueberschichte». während m« un» noch höh*� Kohlenlieserungen gefordert»erden. Der Fortfall der 5 «arkprämie, mit der eine Verbesserung de» Ernährung der arbeiter bezahlt wird, würde ihre» Ernährungszustand derart»yj schlechter«, daß ein unabsehbarer Rückgang& Leistungsfähigkeit«inträte. Ohnehin müssen«ir* Spaa-Kohlen zu Preiseu liefern, die tief nnter den Weltni»'„ preise« liegen. Dadurch entstände« der deutschen Volkswirts#' schon Milliardenverluste. Wir bitten die Kameraden in Bergarbeiter- unb in der großen««werkschaftsint* national«, an» energisch z» unterstützen in unserem*1, «ühen, z» eine» Kohlenabkemmen zu kommen, da» die dewl vergarbeiterschaft nicht noch stärker belastet, soadern in h««"1* Weise entlastet und der deutsche« vollswittschast die Lebens»*' lichkeit gibt. Streichung der Steuerrest«. Unser« Genössen in der PZ*� schen Landesversammlung erhoben dort die Forderung auf Äung der Steuerrest« aus dem Jahr« 1SS0 für die Monate Mai. Juni und zwar für alle Zenstten. die vorwiegend ihrem Arbeitseinkommen leben müssen. Der R«®*„ muß sich in aller Kürze mit derselben Frage beschäftigen, woher sollen die Arbeiter und Beamten die in vielen 800 bis 1000 M.«nd mehr betragenden Beträge für die 6�* teste nehmen? 5 It S It es ig ex eg et bic aft bet Bes Ret ög tets ril DON tag Len Blutiger Zusammenstoß mit der Schußpolizei Ruhiger Verlauf der Demonstration Und wiederum ft in den Straßen von Berlin Blut ge floffen! Die Demonstration, die das Andenken der großen Vorfämpfer des Proletariats friedlich ehren wollte und nur Rechenschaft dafür forderte, daß ihre Ermordung noch immer ungefühnt bleibt, ist der Ausgangspunkt zu einem neuen blutigen Zusammenstoß zwischen einem kleinen Teil der De monstranten und der Schutzpolizei geworden. Die Demonstration der Kommunisten ist, wie auch der Bolizeipräsident Richter in der untenstehend wiedergegebenen Auslassung anerkennt, durchaus ruhig verlaufen. Die Ordner haben das lebhafte Bemühen gezeigt, auch für einen regelmäßigen Abmarsch der Menge Sorge zu tragen, um jeden Zusammenstoß mit der Polizei zu vermeiden. Sie haben ausdrücklich aufgefordert, fich sogleich nach Schluß der Feier zu zerstreuen und feine Demonstrationszüge zu vers anstalten. Trotzdem hat der Zusammenstoß sich ereignet. Der amtliche Bericht Amtlich wird über die Zusammenstöße folgender Bericht ausges geben: Im Anschluß an die heutigen Kundgebungen im Busts garten zum Gedächtnis von Liebfnecht und Rosa Luxemburg be wegte sich auf die Aufforderung eines Rebners, den Bannkreis zu durchbrechen, ein karter Demonstrationszug vom Lustgarten über die Linden in Richtung des Brandenburger Tores. Teile ber Devonftranten eilten auf den Bürgersteigen einzeln dem Zuge voraus und konnten so an der Charlottenstraße passieren. Als der 3ug fich dieser Sperre näherte, wurde er von dem befehligenden Beamten der Schngpolizei aufgefordert, sich aufzulösen oder abzubiegen. Statt dessen fielen die Teilnehmer bes 3uges Hber den Beamten her und trennten ihn von ben übrigen Beamten. In diesem Augenblik brehten die einzeln ben Beamten in den Rüden, gegen die von vorn der Zug an durchgekommenen Demonftranten sich um und fielen geschlossen brängte; von zwei Seiten eingeteilt, fonnten die schwachen Bofties rungen die Menge nicht mehr aufhalten. Der Zug fonnte auf diese Weise in den Bannkreis bis in Höhe der Wilhelmstraße gelangen. Als er Miene machte, auch die dortige Bolizeifette zu überrennen, wurde von der Schuhwaffe mit dem Erfolge Gebrauch gemacht, daß der Zug fich sofort auflöfte. Ueber die Ursachen gehen die Darstellungen ausein ander. Auch die Angaben über die 3 a hl der Demonstran ten, die einen geschlossenen Abmarsch durch die Bannmeile versuchten, schwanken. Es scheint aber durchaus festzustehen, daß es sich nur um einen sehr fleinen Teil der Demonstranten gehandelt hat. Ein Augenzeuge beziffert im 8 Uhr- Abendblatt" die Stärke diefes 3uges auf etwa 250 Mann. Auch der Polizeipräsident Richter spricht nur von einigen Hundert Personen". Ebenso die Meldung einer Lotalforrespondenz. Damit stimmen auch die Angaben überein, die uns von Augenzeugen erstattet worden sind. Der amtliche Bericht aber spricht von einem„ starten Demons ftrationszug" und eine andere Wolffmeldung versteigt sich Jogar zu der die Lügenhaftigkeit an der Stirn tragenden Behauptung, daß sich am Zeughaus 6000 Mann zu einem Zuge formiert hätten, während diefelbe Meldung behauptet, daß an der ganzen Demonstration nur etwa 8000 Personen teilgenommen haben. Die unwahrscheinlichleit, daß drei Biertel aller Teilnehmer nach der einen Richtung hin und noch dazu nach dem Westen abmarschiert seien, ist denn auh zu offensichtlich, als daß sie irgendwelche Glaubwürdigkeit beanspruchen dürfte. Der amtliche Bericht behauptet, daß der Zug, als er die anschließenden Zwischenfall Unter den Linden: Charlottenstraße und damit die Bannmeile erreicht hatte, von dem befehligenden Beamten der Schuhpolizei aufgefor dert worden sei, sich aufzulösen oder abzuliegen. Die Teilnehmer des Zuges aber seien über den Beamten hergefallen und hätten ihn von den übrigen getrennt. Mit dieser Dars stellung, die die Bedrohung des Führers des Kommandos der Schußpolizei an dieser Stelle als den Ausgangspunkt der traurigen Vorfälle bezeichnet, stehen aber die übrigen Darstellungen im Widerspruch, die davon nichts zu berichten wissen. Sie sehen die Ursache des Zusammenstoßes in dem immer weiteren geschlossenen Vordringen der Demonstran ten in die Bannmeile bis zur Wilhelmstraße und dem Pariser Platz. Auf Laftkraftwagen eingetroffene Berstärkungen räumten darauf fofort, ohne weiteren Widerstand zu finden, die Linden und den Pariser Plag. Ob Personen durch die Schüsse verlegt worden sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Jedenfalls aber fönnen etwaige Verlegungen nicht zahlreich sein, da nur wenige Schuß abgegeben wurden. Dem ganzen Borfall eine befondere Bedeutung beizumeffen, liegt tein Anla vor. Der Polizeipräsident hat eine genaue Urr lak vor. Der Polizeipräsident hat eine genaue Ur er fuchung fofort angeordnet. Wie dem aber auch sei, es bleibt der Einbrud, daß ein verhältnismäßig geringer und ungefährlicher Zug von er sonen genügt hat, die mit Schußwaffen ausgerüsteten Sicher heitsbeamten nervös zu machen und zum Schießen zu ver anlassen. Wir haben immer die Anschauun vertreten, daß das Gesetz über die Bannmeile eine völlig überflüllige Einrichtung sei. Trifft das im allgemeinen zu, so im besonderen für die gestrige Demonstration, die in einem Augenblid stattfand, wo der Reichstag, also das zu schützende Objekt, überhaupt nicht versamm elt war. Davon bleibt freilich die Tatsache unberührt, daß den Sicherheitsbeamten die Pflicht oblag, das Gesez, das nun einmal besteht, anzuwenden und daß die Demonstranten angeblich Anhänger der K. A. P. D.-au feigene Faust, entgegen den Anweisungen der Beranstalter, fich über diese Bestimmungen hinwegzusehen suchten und einen 3ug for mierten, durch den die Gefahr eines Konflittes entstehen fonnte. Nach den bis jetzt vorliegenden Darstellungen aber müssen wir die Ueberzeugung gewinnen, daß die Sicher beitspolizei in ihrem übertriebenen Gifer, bie Ordnung, aufrechtzuerhalten, fich zu einem durch nichts zu rechtfertigenden Bor: gehen veranlaßt gesehen hatte. Sie hat offenbar übereilig gegen eine Zahl von Menschen, die unter feinen Umständen die Ordnung ernsthaft gefährden fonnte, Waffengewalt angewendet und damit eine schwere Blutschuld auf sich geladen. Die weitere Untersuchung wird hoffentlich feststellen, wer ben Befehl zu dem Blutvergießen gegeben hat. Schon jeht aber möchten wir hervorheben, daß die Hauptschuld bei denen liegt, die die Sicherheitspolizei mit Shukwaffen ausgerüstet haben.. Gebt einem Ordnungshüter eine Schußwaffe in die Hand und er wird bei dem geringsten Anlaß geneigt sein, von ihr Gebrauch zu machen. Es müssen andere Mittel gefunden werden, das wirklich notwendige Maß von Ordnung aufrechtzuerhalten und es ist unter allen Umständen dafür Sorge zu tragen, daß nicht irgendein nervöser Befehlshaber über Leben und Gesundheit harmloser Demonstranten verfügen fann. Der Konflikt bei Loewe Nochmaliges Anrufen des Schlichtungsausschusses Gestern vormittag beschäftigten sich Vertreter der Berliner Gewertschaftskommission, des Ortskartells der Afa, der freigemertchaftlichen Betriebsrätezentrale und der Berliner Ortsverwaltung bes D. M. B. mit dem Antrag der Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes. Es wurde beschlossen, für nachmittags 2 Uhr eine Borständefonferenz der Berliner Gewerkschaften zusammen zuberufen. Um 6 Uhr sollte diese Körperschaft gemeinsam mit ben örtlichen und zentralen Bertretern der brei politischen Barteien beraten. Die Vorstänbetonferenz befaßte fich eingehend mit dem Bergleichsvorschlag des Schlichtungsausschusses. Die Konferenz war einmütig der Ansicht, daß der Bergleichsvorschlag für die Arbeiterschaft un annehmbar fel. Gemeinsam mit den Ver tretern der politischen Barteten sollte beraten werben, welche Saltung einzunehmen sei. Bu Beginn dieser Berhandlungen wurbe ben Bertretern ber politischen Parteien von dem Sprecher der Gewerkschaftsvorstände mitgeteilt, baß die Frage grundsäglich zu entscheiben fet, ob die Differenzen bei Loewe wirtschaftlicher ober poli. tischer Natur sein sollten. Falls bie Barteien ben Standpunti einnehmen, bas politische Attionen zu unternehmen feien, lo müßten sie die bindende Erklärung abgeben, ob sie gewillt und in der Lage find, diese erfolgreich durchzuführen. Geschehe das Polizeipräsident Richter über die Zusammenstöße Einem Mitarbeiter der P. P. R. machte der Polizeipräsident Richter folgende Angaben über die Demonstration und den sich Der Abmarsch ber 3üge vollzog sich, wie ich zum Teil selbst beobachten fonnte, und wie mir später bestätigt wurde, in völliger Ordnung. Auch die Demonstration selbst nahm einen absolut ruhigen Verlauf. Als ich um 2% Uhr den Lustgarten passierte, befand sich ein Teil der Demonftranten bereits wieder auf dem Heimwege. Ich selbst sah, wie sich einige Ordner fichts lich Mühe gaben, den Abmarsch der Demonstranten nach den Linden zu vermeiden. Ein Teil der Demonstranten fehrte fich jedoch nicht an die Ordner, sondern mar ichierte nach der Richtung Brandenburger Tor. Meinen Anordnungen gemäß waren der Luftgarten und die unmittelbaren 3unungen gemäß waren der Lustgarten und die unmittelbaren 3u gänge völlig frei von Bolizei. Die Posten, die an der Ede Charlottenstr.- Linden zur Sicherung des Banntreises aufgestellt waren, wurden von der Menge umringt und die Demonstranten gelangten in Stätte von einigen hundert Personen in regellofem 3uge in den Banntreis. Bor Eintreffen der Schüsse bie Demonstranten aufgehalten. Verstärkung hat die Brandenburger Tor- Wache durch einige Eine besondere Untersuchung dieses Vorfalles habe ich angeordnet. Wenn auch diesen unliebsamen Borgängen eine daß die Nichtbefolgung des Gejeges über ben Bannkreis deren besondere Bedeutung nicht beizumessen ist, so steht jedenfalls feft, Veranlassung gewesen sind, und daß die Schulb baran jenen zur last fällt, die trok meiner wiederholten Mahnungen ihrerseits bie Menge an Verlegungen des Bannkreisgefeges nicht haben hindern können oder wollen. Hoffentlich wird der besonnene Teil der Arbeiterschaft es in Zukunft zu verhindern wissen, daß unver antwortliche Elemente ähnliche Gesetzesverlegungen provozieren." Der Verlauf der Demonstration garten sollte um 2 Uhr beginnen. Die Anhänger der K. A. P. D. Die von der V. K. P. D. veranstaltete Demonstration im Luftalten aber bereits lange por ber feltgelegten Zeit bie Museums: Freitreppe belegt. Sie warteten auch den offiziellen Beginn der Beranstaltung nicht ab, sondern sprachen bereits früher zu ber Malle, so bag bie Kommunistenführer Däumig, 5offmann, masse, daß Sedert, Geger und Pied große Mühe hatten, sich gegen schränkten sich auf turze Ansprachen, in denen sie der ermordeten über den R. A. P. D.- Rednern durchzusehen. Die Redner beFührer des Proletariats gedachten, deren Mörder 1 h heute unund gleichzeitig bie weitere Mitwirkung am Afabund einstellt. Die Afa- Vertreterfihung wird zu dieser Situation Stellung nehmen und darüber entscheiden müssen, ob sie den Anträgen der ört. lichen Wertmeister Direttionsvereine zustimmen fann, die bis zum Verbandstag des Werkmeisterverbandes in den Ortstattellen des Afabundes verbleiben wollen. Diese Meldung beweist erneut, daß es der Leitung des Werks meisterverbandes auf die unbedingte Trennung vom Afabund ans tommt. Sie befindet sich aber damit im Gegensatz zu den Mits glieshaften. Man wird abzuwarten haben, wie sich die Leitung bes Wertmeisterverbandes vor der Mitgliedschaft über diese Tattit verantworten wird. Der oberschlesische Unruhkessel Die deutschen Parteien in Oberschlesien an Le Rond Die deutschen politischen Parteien in Obers schlesien haben der Interaliterten Rommission am 7. d. M. eine Eingabe überreicht, darin wird erinnert, daß die Kommission bei Uebernahme der Regierungsgewalt am 11. Februar 1920 den Oberschlesiern eine neue Aera der Freiheit und Gerechtigkeit" angekündigt und versprochen hat, alle Unruheftifter rücksichts: und gnadenlos zu verfolgen, wer fie auch seien und was für Unheil fie auch stiften mögen. In den fast 12 Monaten seit dieser feierlichen Proflamation der neuen Aera der Freiheit und Gerechtigbisher nie gefannten Umfang angenommen. feit" habe aber die Unsicherheit in Oberschlesien einen Der friedlichen Bevölkerung wurden die Waffen genommen, das Banditentum aber fehre sich nicht an Verordnungen, sondern triumphiere über die friebliche Bevölkerung. Die Eingabe folgt im wesentlichen den tatsächlichen Angaben, die in der deutschen Note an die Botschafterkonferenz enthalten sind. Am Schluß er= innert die Eingabe die Jnteralliierte Kommission an ihre Pflicht, diesen 3uständen ein Ende zu machen. Eine Abschrift der von der Katholischen Bolkspartei, der DeutschDemokratischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei und der Deutsch- Nationalen Partei unterschriebenen Eingabe ist auch der Botschaftertonferenz in Paris übermittelt worden. Noch kein Kabinett in Frankreich Peret verzichtet- Briand beauftragt Paris, 15. Januar. In einer von Havas veröffentlichten Note heißt es: Ueber die Gründe des bereits gemeldeten Berzichts des Kammerpräsi benten Peret, das Ministerium zu bilden, Peret habe heute vormittag seine Besprechungen fortgelegt. Auf Grund dieser Unterredungen set er zu dem Schluß getommen, daß ein Kabinett, dem Männer wie Poincaré und Viviani ihre Mitarbeit nicht gewähren tönnten, nicht mehr den Charakter ber nationalen Einigung befigen würde, den er ihm Don Anfang an habe geben wollen, und daß einem solchen Kabinett die unentbehrliche Voraussetzung der Dauerhaftigkeit fehlen würde. Der Kammerpräsident set der Ansicht, daß er gerade mit Rücksicht auf sein hohes Amt und auf die Einigkeit, die sich bei seiner Wahl am 11. Januar gezeigt habe, nicht das Präsidium eines Ministeriums übernehmen tönne, dem infolge feiner Zusammensetzung diese doppelte Garantie fehle. Er habe daher den Präsidenten Millerand gebeten, die ihm erteilte Mission als beendet anzusehen. Paris, 15. Januar. Briand hat angenommen ein neues Kabinett zu bilden. Die Ministerkrise in Frankreich dauert: fort. Es ist dem Kammerpräsidenten Beret nicht gelangen ein Rabinett zu bilden. Der Versuch scheiterte a: der Unmöglichkeit die Herren Briand und Poincaré inter einen Hut zu bringen. Beret wollte Briand als Außenminister und bot Poincaré das Finanzministerium oder ein anderes Ressort an. Der ehemalige Präsident der Republik aber wollte selbst Minister des Auswärtigen werden und als solcher die von ihm empfohlene energische Politik sowohl gegenüber Deutsch land wie gegenüber England treiben. Da Peret sich aber auf Briand festgelegt hatte und dabei doch Bedenken trug, den besonders im Senat einflußreichen Poincaré ganz draußen au lassen, tonnte er seine Mission nicht erfüllen. Nach der letzten Meldung ist nun Briand mit der Kabinettsbildung beauftragt worden. Ob ihm das Wert gelingt, ist abzuwarten. Jedenfalls wird er in noch höherem Maße als Peret mit dem Widerstand Poin carés zu rechnen haben. gestraft herumlaufen. Nach einem Soch auf die Weltrevolution Der Wiederaufbau Nordfrankreichs formierte sich die Menge zu einigen Zügen und marschierte singend in die verschiedenen Stadtteile ab. Eine Kranzbeputation legte am Grabe der vor zwei Jahren, Ermordeten große Kränze nieber. Die Zahl der Verletzten Bersonen Schußverlegungen erlitten. Eine Frau hat einen Bruft Wie uns von einem Samariter mitgeteilt wird, haben fünf schuß erhalten, zwei Männer Querschläger am Unterschenkel, ein Mann einen Stedschuß im Oberschenkel, ein anderer einen StreifSchuß am Oberschenkel nicht, dann hätten, bie Gemert[ chaftsporstände zu ents Scheiben, welche gewerkschaftlichen Schritte zu unternehmen seien. Nach mehrstündigen Verhandlungen, über die wir noch berichten ihren Standpunft flarlegten, wurde festgestellt, daß wegen der werden, in ber die Bertreter der Parteien in ausgiebiger Weise unsuperfälligen Baltung bez kommunisten eine gemeinsame Attion bez brei Parteien nicht in & rage fomme. hatten, besprachen die Gewertschaftsverstände nochmals Nachdem sich die Bertreter der politischen Barteien entfernt furz die Situation. Sie stellten sich auf den Standpunkt, daß versucht werden muß, burch nochmaliges Anrufen des Schlichtungsausschusses einen Spruch, der für die Arbeiterschaft annehmbar ist, herauszubekommen. Darüber hinaus wurde beschlossen, sofort eine Bersammlung der Be triebsobleute und der Obleute der Betriebsräte einzuberufen, die gemeinsam mit den Mitgliedern der Berliner Ge wertschaftskommission die gegenwärtige Lage beraten sollen. Afa kontra Werkmeisterverband eine In dem Richtungsstreit zwischen dem Afabund und bem ihm bisher angeschlossenen Deutschen Wertmeisterverband ist Berschärfung eingetreten. Der Wertmeisterverband hat dem Afabund in einem Schreiben vom 15. Januar mitgeteilt, daß er Erklärung der C. G. T. Eine Abordnung der C. G. T. besichtigt gegenwärtig unter Führung des Sefretärs Laurent die verwüsteten Ge biete. Sie traf gestern in Reims ein und erklärte, die C. G. 2. wolle nach besten Kräften mitarbeiten, um so schnell ermöglichen. wie möglich die Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete zu vor Erklärung Uns geht folgendes Schreiben zu: In dem von mir gehaltenen Bortrag Studenten ber Berliner Universität über meine Erlebnisse in wie in Rußland fagte sagte ich ich nicht, W. T. B. meldet, daß die deutsche Delegation zur 3. Internationale oder irgend eines ihrer Mitglieder die Sowjet- Regierung auf mich aufmerksam gemacht oder in irgendeiner Weise meine Berhaftung verursacht hätte. Ich möchte bas Gegenteil feſtſtellen: Als ich verhaftet war, versuchte die deutsche Delegation bei der Sowjet- Regierung alle Schritte zu meiner Freilassung. Ich banke ihr für alles, was sie zu meiner Befreiung geomet und werde das auch in meinen Vorträgen in Amerita immer M. Schwart. lagen. Reine Reichsgründungsfeier im befehten Gebiet. Wie bem Echo du Rhin" berichtet wird, hat die Interalliierte Rheinlandtommission den Einspruch des Reichskommisjars für die bes fekten rheinischen Gebiete gegen das in der französischen Zone erlassene Berbot der Abhaltung jeder öffentlichen Gedenkfeier aus Anlaß des 50. Jahrestages der Reichsgründung am 18. Jas nuar einstimmig verworfen. Sie hat überdies beschlossen, bas Berbot auf das gesamte von den Alliierten belegte Gebiet auszudehnen. Auch der amerikanische Oberbefehlshaber habe etne gleiche Entscheidung für die amerikanische Besatzungszone getroffen. 2 ähne 4 u. 7 Mik. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. 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Was bie Frauen häßlich macht?? UI. Teil Was ist der Frau erlaubt wenn sie liebt? Liebe und Ehe Das Glück der Liebe in der Ehe wie es gewonnen, ge wahrt und erhalten wird Wie Liebe und Ehe untergraben und zerstört werden Welche Charaktere stoßen sich in der Ehe ab? Weiche Charaktere ziehen sich an? Soll man den Schönsten heiraten? Die Kunst, einen gesunden Mann zu bekommen. Warum bleiben so viele Mädchen sitzen? Wie kann die Frau den Mann in der Ehe fesseln? Rarten zu 3.-, 4-, 5- 6.- k. mit Steuer en ber bendkaffe. Anfang 7 Uhr Raffenöffnung 1 Stunde vor Beginn Erscheint nur einmal Nr. 25 Schafft gesunde 19 Wohnungen! Das Wohnungselend und seine Abhilfe Unter den zahllosen Röten, welche das Proletariat, namentlich das großStädtische, bebrüden, gehört bas Elend unzureichender Wohngelegenheit zweifellos mit zu den schlimmsten. Nicht nur das Wohlbefinden des Betroffenen wird da burch erheblich gestört und damit seine Arbeitstraft und Lebenslust beeinträchtigt, fein außerordentlich nachteiliger Einfluß macht sich auch auf das heranwachsende Geschlecht und die fommenden Generationen geltend. Die Schaffung guter und gesunder Wohnungen für a 11e Boltsgenossen ist daher für den Staat, der sich nicht selbst aufgeben will, eine besondere Pflicht. Die folgenden Ausführungen eines Bauarbeiters beleuchten die gegenwärtigen schlimmen Zustände in der Wohnungsfrage und weisen Wege, wie wirksame Abhilfe zu schaffen ist. Die Herstellung von Wohnungen in der fapitalistischen Gesellschaft ist ein Geschäft, das betrieben wird, um Geld zu verdienen, nicht etwa aus dem Bedürfnis heraus, die Mitbürger mit Wohnungen zu versorgen. Wird an anderer Stelle mehr Geld verdient als im Wohnungsbau, so wandert das Kapital dorthin. Denn was schert die Befizenden, ob tausende und abertausende Menschen zusammengepfercht wie Tiere hausen müssen, ob Gesundheit und Sittlichkeit dieser Menschen dabei verloren gehen. Sie selbst haben ja ihre Villen und großen Wohnungen, in denen man nichts von Not spürt. 1. Beilage zur„ Freiheit" desgesetze gebunden ist. Die Deffentlichkeit muß mobil gemacht und entsprechende Forderungen müssen an die Staatsund Reichsregierung erhoben werden. Die leidenden Volks genossen müssen aufgeklärt werden über die Ursachen des Elends. Von der organisierten Teutschen Bauarbeiterschaft sind an die geseggebenden Körperschaften im Reich, Staat und den Gemeinden zur Beseitigung des Wohnungselends und für die Sozialisierung des Wohnungswesens folgende Forderungen aufgestellt worden: 1. Rücksichtslose Erfassung des verfügbaren Wohnraumes unter Mitwirkung der wohnungslosen Mieter. 2 Beseitigung des privattapitalistischen Wohnungswuchers durch Ueberführung des Besizrentes der Mietshäuser in die gemeinschaftliche Sand von Heim stätten und Heimitättenverbänden. 3. Schärffte Bekämpfung des Baustoffwuchers. Verbot des Abbruches von Baustoffbetrieben. Ausbau des Beschlagnahmerechtes an Baustoffen aller Art. 4. Soziali erung der Zement- und Raltindustrie und weitestgehende Unters stützung der von der deutschen Bauarbeiterschaft eingeleiteten Sozialtherung der Baubetriebe: 5. Ueberführung des Besitzrechtes am Boden in die öffentliche Hand. Belastung des Bodens mit der Grundpflicht intensivsten Anbaues zur Hebung unserer Lebensmittelerzeugung. 6 Tatfräftige Unterstützung der bestehenden gemeinnügigen Siedlungsgesell schaften mit Land, Baustoffen und Kapital zur Förderung von Heimstätten mit Gärten. 7. Sicherung und Erweiterung der bestehenden Laubenkolonien und sonstigen Kleingärten für landlose Wohnungen. Diese Forderungen müssen durchgesetzt werden, wenn wir aus dem Wohnungselend herauskommen woller. Eine weitere Frage ist nun: Wie soll gebaut wer den?- Wenn man diese Frage stellt, so muß man sich vor Augen führen, was uns an den heutigen Wohnhäusern nicht gefällt und was an ihnen direkt gesundheitsschädlich ist. Es ergibt sich hiernach, daß wir nur zwei gerade Wege haben, aus dem jezigen Wohnungselend herauszukommen. Entweder wir wandeln den kapitalistischen Staat der Pro: fitwirtschaft in einen sozialistischen Staat der Bedarfswirtschaft um, und es werden dann überall Wohnungen nach dem herrschenden Bedarf hergestellt, oder die Volfsgenossen war ten, bis der Wohnungsbau wieder profitabler wird, d. h. bis in der Wohnungsbauindustrie mindestens ebensoviel verdient wird wie in anderen ndustriezu eigen, in denen die Gelder der Kapitalisten jekt arbeiten. Daneben gibt es freilich noch einen Ausweg, den man heute vielerorts zu beschreiten sucht. Einzelne Gemeinden nahmen ihrer seits den Wohnungsbau in die Hand und versuchen, durch mustergültige Wohnungsbauten der Rot abzuhelfen, be schweren sich dabei aber zugleich mit großen finanziellen Lasten. Andere Gemeinden stellen Baraden auf aus Holzhäuser, meist mit einem fleinen Garten dazu. Luft und oder Stein. Eine Lösung der Wohnungsfrage ist aber auf diesem Mittelwege nicht zu erwarten; auch Gemeinden mit sozia listischen Mehrheiten werden versagen müssen, da sie in der Beschaffung ihrer Geldmittel an die Landes- und Reichsgesetze gebunden sind. Die Körperschaften, welche diese maßgebenden Gesetze machen, find in ihrer Mehrheit fapita: listisch, und machen Geseze in ihrem Sinne. Das ist auch gar nicht anders zu erwarten, sie halten ihren Standpunkt für den richtigen, setzen ihn durch und es geht ihnen gut dabei. Leider vertritt die Arbeiterschaft ihren, den sozialistischen Standpunkt, noch immer nicht mit der gleichen Energie und mit der gleichen Tatkraft. Was ist nun zu tun? In Gemeinden mit sozialistischen Mehrheiten sind alle Möglichkeiten auszunuzen, um WohRungen zu schaffen, einmal durch rücksichtslose Beschlagnahme und Teilung der großen Wohnungen, Kasernen und anderce Baulichkeiten, dann durch Neubauten seitens der Gemeinde. Da Wohnungen gegenwärtig nur mit Hilfe von Staatszuschüssen von den Gemeinden gebaut werden können, so sind diese Zuschüsse vom Reich oder Staat energisch zu fordern. Eine Republit, die 5000 Millionen für die Reichswehr jährlich übrig hat, muß Mittel übrig haben zum Wohnungsbau. Aber auch die Wohnungsuchenden selbst rühren fich zu wenig. Sie stehen stundenlang vor den Wohnungsämtern, warten jahrelang auf eine Wohnung. laffen ihre Wut auch hin und wieder mal an Beamten der Wohnungsämter aus, aber in der Deffentlichkeit hört man recht wenig von einer Bewegung der Wohnungsuchenden. Es ist wichti, den Wohnungsuchenden rechtzeitig den Weg zu weisen, den fie zu beschreiten haben, auch yon seiten des Magistrats Sollte dies geschehen. Es ist ihnen zu sagen, daß auch ein sozialistischer Magistrat an fapitalistische Reichs- und an Sonntag, 16. Januar 1921 Verfügung gestellt werden, für solche Gartenliebhaber, die mit einem Hausgarten nicht berücksichtigt wurden. Des weis teren Sandpläge für die Kinder mit Turn- und Spielgeräten. Am besten legt man diese Spielpläge nicht zu dicht bei den Wohnhäusern an, weil der Lärm der Kinder auf die Dauer störend wirkt. Für eine Anzahl von Häuserblocks müßte immer ein Kindergarten angelegt werden, um die Hausfrauen etwas zu entlasten und dabei doch den Kin dern geeignete Erziehung und Pflege zu gewähren. Für 800-1000 Wohnungen werden Wohlfahrtseinrichtungen nötig sein. Ich denke dabei an Bibliothet, Lesesaal, Bers sammlungsräumen usw. Die Verwaltung und Reinigung der Häuser muß von den Bewohnern nach Möglichkeit selbst übernommen werden, jeder soll sich daran gewöhnen, feine Räumlichkeiten und dazu gehören auch die Treppen, selbst in guter Ordnung zu erhalten. Was die Heizung anbelangt, so wird man vorläu fig noch wenigstens in den meisten Fällen bei der Ofenhei zung notgedrungen bleiben müssen. Wo irgend möglich, sollte aber zentrale Heizung angelegt werden. Bei der forts schreitenden Entwicklung der Wärmetechnik wird man in nicht allzuferner Zeit dahin kommen, Fernheizungsanlagen einzurichten und so die großen Wärmemengen, die heut noch nuglos durch die Schornsteine in Form von Rauch, Dampf und Gas entweichen, besser ausnügen. Aus der Wirtschaft Vom Siemens- Konzern Es bestehen heute on Wohngemeinschaften, in den vieles von dem angeführten verwirklicht ist. Die Baugenossenschaf ten haben schon viel gutes geschaffen. Die Echwierigkeiten, Ein Fehler der heutigen Mietstasernen ist, daß die Grunddie der Genossenschaftsbewegung entgegenstehen und ebenfalls die Grenzen, die ihnen in der tapitalistischen Gesellstüde aus Spekulationsgründen zu sehr ausgenutzt wurden auf Kosten der gesundheitlichen Anforderungen an die Woh- schaftsordnung gezogen sind, sollen dabei nicht verkannt wer den. Dennoch fann viel erreicht werden, wenn es auch nungen. Es entstanden so die Mietstasernen mit Wohnun Mühe und Opferwillen tostet. D. Heidrich. gen, in welche selbst im Hochsommer tein Sonnenstrahl hineindringt. Besonders schlimm sind die Wohnungen in den Quergebäuden und Seitenflügeln, sowie die im Erdgeschoß oder Parterre. An eine Durchlüftung ist meistens nicht zu denken. Dazu finster, naß und dumpfig. Man hat längst die außerordentliche Gesundheitsschädlichkeit dieser Mietsfasernen erkannt und baut jezt Ein- und ZweifamilienLicht ist die erste Forderung und das ist recht so. Doch darf man m. E. auch hierbei nicht über die Stränge schlagen, da sonst das Gute ins Gegenteil gefehrt wird. Trotz aller großen Nachteile der Mietstasernen haben doch die meisten der Wohnungen in denselben den Vorteil, daß sie warm sind. Bei der heutigen sparsamen Bauweise, wo alles mögliche versucht wird, um recht billig zu bauen, werden meist die Außenwände zu dünn und zu wenig wärmehaltend gebaut, und schon hört man oft Klagen von Siedlern, die sich deshalb nicht wohl fühlen in ihren Eigenheimen. Also wärmehaltend muß gebaut werden. Weiter: Ist es voltswirtschaftlich richtig, daß man in Industriegegenden jeder Familie ein Haus mit Garten baut? Es wäre sicherlich wünschenswert, ist aber unwirtschaftlich. Jedes kleine Häuschen braucht Fundamentierung und Dachstuhl. Es muß Anschluß an Gas, Wasser, Kanalisation, elektrische Leitung gelegt werden, soweit es sich um Häuschen im Weichbilde von Städten handelt, und man nicht auf Gas und Wasserleitung und andere Kulturerrungenschaften verzichten will. Wir sehen also ungeheure Verteuerungen dadurch entstehen. burch entstehen. Mit dem Garten ist es das gleiche. Für jede Wohnung ist ein Obst- und Gemüsegarten nicht nötig. Es gibt viele Menschen, die gar feine Zeit oder Lust haben zur Gartenarbeit. Treibt heute noch die Teuerung das Ges müse und sonstigen Gartenfrüchte manchen zur Landwirtschaft im Kleinen, so wird dies sehr nachlassen, wenn hier eine Aenderung eintritt. Wie man aber nun baut, ob Einzel- oder Reihenhäuser, oberster Grundsatz muß immer sein, gesunde, luftige Wohnungen herzustellen. Die Gärten müssen so angelegt werden, daß nicht sogenannte schmale Handtücher entstehen, an denen der Gartenbesiker selbst auch nur wenig Freude hat. In der Nähe des Häuserblocks soll Gartenland zur Die Unternehmungen des Siemens- Konzerns, der sich bekannts lich am Ende des vorigen Jahres mit dem Stinnes- Konzern vereinigt hatte, veröffentlichen ihre Abschlußziffern für das verflossene Geschäftsjahr. Die Gewinne find so groß, daß der Konzern es sich ohne Verkürzung der Dividende leisten kann, einen Fürsorgefonds für seine Angestellten mit 12 Millionen Mart auszustatten, um die Arbeiter besser an der Strippe halten zu können. Bon den einzelnen Unternehmungen schneidet die Siemens und Halste A.-G. nach Abzug des Beitrags von 4 Millionen Mart für den Fürsorgefonds mit einem Ueberschuß von 16,4 Min. Mart gegenüber 11,5 mill. M. im Vorjahre ab. Obwohl das Kapital inzwischen auf 126 min. m. verdoppelt wurde, tann doch die bisherige Dividende von 12 Prozent ausgeschüttet werden. Mit Befriedigung stellt schließlich der Geschäftsbericht fest, daß die Arbeitsleistung sich im vergangenen Jahre gehoben habe. Die Aktionäre können auch zufrieden sein, denn Sie erhalten ohne Erhöhung ihrer Arbeitsleistung für das neue Kapital eine 12prozentige Berzinsung. Singegen ist es sicher, daß den Arbeitern die Sebung ihrer Arbeitsleistung nicht durch eine Erhöhung ihrer Real löhne entgolten wurde. Den Siemens Schudert Werten bleibt nach Abzug von 8 Mill. M. zur Deckung des Fürsorgefonds noch ein Rein gewinn von 12,8( i. V. 15,3) Mill. M., aus dem wie bisher 10 Prozent Dividende verteilt werden. Die Elektrizitäts A.-G. vorm. Schuderiu. Co. verteilt aus einem Reingewinn von 7,2( i. B. 6,4) ill. M. 9 Prozent Dividende. Vertikale Zusammenschlüsse Nach dem Muster der großen Siemens- Rhein- Elbe. Schudert Union welchen monströsen Namen sich der monströse Elektromontantrust Stinnes- Siemens beigelegt hat erfolgen jetzt in rascher Aufeinanderfolge ähnliche Zusammenschlüsse von Rohstoff- und weiterverarbeitenden Unternehmungen. Die Hirsch Kupfer- und Messingwerte haben sich die Hüttenwerte C. Wilhelm Kayser u. Co. A.-G., die Kupferwerte und Hüttenwerte betreibt, angegliedert und haben mit dem Metallhaus Aron Hirsch u. Sohn, einer Großattlonärin der Gesellschaft, die über große in- und ausländische Afsrael GEGR 1 8 15 Hominate oute gu aid KÖNIGSTRASSE SPANDAUERSTRASSE Nur noch 3 Tage: Montag, Dienstag, Mittwoch Inventur- Ausverkauf Weitere bedeutende Preisermäßigungen Damen- Kleidung aus bedrucktem Bluse reinwollenen Musselin. 69.Morgenjacke a.Flauschstoff mit farbig. Blende 45.Kleid a. reinwoll. Stoff 225.Tanzkleid seidenem Chinakrepp 390.Wäsche Taghemd aus reinim Rumpf gestickt.... 33.Deckbettbezug vorzügliche Qualität.. 108.Kissenbezug vorzügl. 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Lock oder Ausschnittzeichnung Vierecke 30x30 cm 3.95 Mitteldecke 60x60 19.75 Mitteldecke 60x90 24.75 Kissenplatte 40-60 19.75 Stickmaterial Seidentw.st, 5 Gr.- Knäue, 0.85 oval ca 130 cm gemustert, Mtr. 58, Gobelinstoff aparte Muster, ca. 130 cm, Mtr. 120.Moquetteplüsch gemust., ca. 130m Mtr 150.Gardinen Erbstüll- Halbvorhang mit Bändchen- Arbeit 110.Erbstüll- Garnitur mit Einsatz und Spitze 112.Tüll- Gardinen 112 cm. Mtr 14.75 Gestickter Tupfenmull 115 cm...... Mtr 19.75 Sandelsorganisationen verfügt, eine enge Arbeitsgemeinschaft" beschlossen. Zur Durchführung dieser großen Transattionen er höht die Gesellschaft ihr Kapital um 30 auf 80 Min. M. und gibt für 50 Min. M. Obligationen aus. Die lange geplante Interessengemeinschaft der Essener Steinfohlenbergwerte mit der Bergbau AG. Lothringen und der Maschinenbaufirma Henschel und Sohn in Kassel ist endlich abgeschlossen worden; das Kapital der Effener Steinfohlenbergwerte wurbe zu diesem 3wed von 50 auf 75 Mill. M. erhöht. Die Firma Henschel ist ihrerseits durch den Erwerb eines größeren Attienpostens mit der Frantfurter Maschinenbau A.-G. in engere Verbindung getreten. Interessant und in gewissem Sinn auch als vertitaler ZusammenSchluß anzusehen ist die Ausdehnung des Hamburger Waren hauses Rudolf Karstadt A.-G. Diese Firma hat innerhalb turzer Zeit die Berliner Konfettionsfirma William Herz und E. S. Meyer G. m. b. 5. und die Spinnereien und Webereien G. A. Weyi u. Sohn und Gebrüder Braunschweig in Bocholt aufgetauft und schreitet nunmehr an eine Kapitalserhöhung von 80 auf 110 Mill. Mart. Go bietet das Kapital, sich in immer festeren und widerstands: fähigeren Gebilden zusammenschließend, dem zersplitterten und in fich uneinigen Proletariat die Stirn. Arbeitslosigkeit und Lohnherabseßungen Die Arbeitslosigkeit, dieje furchtbarste Folgeerscheinung ber tapitalistischen Wirtschaftskrise, hat ihren Höhepunkt noch immer nicht erreicht. Sowohl in Deutschland ist sie nach dem legten Ausweis vom 15. Dezember gestiegen Don 350 368 am 1. De zember auf 365 307 als auch in England, wo sie bereits mehr als eine Million beträgt, und vor allem in den Bereinig ten Staaten, wo ihre Zahl auf mehr als zwei Millionen geschäzt wird. Dieses Millionenheer der Arbeitslosen brüdi aber auch auf das Lohnniveau der nog beschäftigten Ar better. Wollen fie das brohende Gespenst der Arbeitslosigkeit abwehren, so müssen sie sich wohl oder übel mit bedeutenden Lohnherabjegungen einverstanden erklären. So wurden etwa 100 000 egtilarbeitern in den amerikanischen Staaten Maine, Rhode, Jsland und New York die Löhne um 22 Prozent reduziert. In Chicago haben die Vertrauens männer von 300 000 Regern, die in Stahlwerten, FleischtonServen- und anderen Fabriken beschäftigt sind, sich bereit ertlärt, eine Herabjegung der Löhne um 15 Prozent für gelernte und 10 Prozent für ungelernte Arbeiter vorzunehmen. Das „ berühmte" Betlehem Stahlwert hat zur Aufrechterhaltung seiner Konkurrenzfähigkeit eine Herabsehung der Löhne um 10 bis 20 Prozent für den 16. d. angekündigt, andere, vom Stahltrust unabhängige Werte sind zur gleichen Maßnahme geschritten. = " Die gewerkschaftlichen Organisationen Deutschlands werden auf dem Bosten bleiben müssen, um Versuche der Unternehmer, bem edlen Beispiel ihrer amerikanischen Kollegen zu folgen, rechtzeitig zu vereiteln. Regelung der Kohlenwirtschaft in Jugoslawien Selbst die jugoslawische Regierung, der gewiß niemand sozialistische Neigungen nachlagen wird, beabsichtigt eine Regelung ber Kohlenwirtschaft, die allerdings nicht nach unserem Geschmad ist, fich vielmehr eher an den Sozialisierungsvorschlag II( Rathenauicher Borschlag) der Sozialisierungstommiffion anlehnt. Es soll eine 3entralbirektion für die Kohlenwirtschaft in Belgrad ernannt werden, die die Kohlenpreise lo regelt, daß bez privat wirtschaftliche Erzeuger eine Provision, die Vergütung ber Kosten für Investierungen und den Aufwand an Arbeitstraft und einen Gewinnanteil zugesprochen erhält, von dem ein bestimmter Teil für die Erhöhung der Förderung verwendet werden muß. Berliner Bühnen- Spielplan Bom 15. bis 24. Januar 18. Danton. Wechselnder Spielplan Staatl. Schauspielhaus: 15, 17. Die Sterne. 16. Tasso. 18. Beer Sant. Staatl. Opernhaus: 15. Fidelio. 16. Ariadne auf Nagos. 17. Flebermaus. Deutsches Th.: 15., 16., 17., 19., 21., 23. Cäsar und Kleopatra. 18. Der lebenbe Leichnam. 20. Romeo und Julia. 22., 24. Rabale und Liebe. Kammerspiele: 15., 16., 17., 19., 22., 24. Florindo. Der Abenteurer und die Sängerin. 18. Die deutschen Kleinstädter. 20. Stella. 21., 23. Der pathetische Sut. Großes Schau Spielhaus: Allabendlich, außer 18., Glorian Gener. Leifing Theater: Allabendlich, außer 21., Flamme. 21. Beer Gynt. Kleines Theater: Hilabendlich bis 19. Der Selige. Lottchens Geburtstag. Ab 20. Casanovas Gohn. Tribüne: 18., 20., 22., 24. Totentanz. 17., 19, 21., 23. Der gutbezahlte Neumann. Der unsichtbare Mensch. Der Herr mit der grünen Aramatie. Deutsches Opernhaus: 15. Rigoletto. 16. Tosca. 17. Boftillon pon Lonjumeau. 18. Siegfrieb. 19. Wilhelm Tell. 20. Der Freischüh. 21. Oberon. 22. Lohengrin. 23. Carmen. 24. Fledermaus. Bollsbühne: 15., 19., 20, Rabale und Liebe. 16., 22., 24. Räthhen von Heilbronn, 17., 18., 23. Wallensteins Tob. 21. Nam Damastus 2. u. 3. Teil. Schiller- Theater: 15., 16., 19., 22 ,, 24. Der ehemalige Leutnant. 17. Don Carlos. 18., 20. Der Biberpela. 21. Die gutgeschnittene Cde. 23. Alt- Seidelberg. Reyes Bolts- Theater: 16., 17., 18., 20., 24. Benfion Schöller. 19. Nora. 21., 22., 23. Beaumarchais und Sonnenfels. Rojes Theater: 16., 18., 19., 20., 21., 22. Johannisfeuer, Boltsbühne Norben: 18., 10., 20. Marta Magdalena. Urania: 17. Winter in ber Schweiz. 18., 21. Spanien. 19, Kohlenstoffernährung der Kulturpflanzen. 20. Deutsche Kuitur. vergangenheit und gegenwart. 22. Aegypten. 23. Golf von Reapel. Treptow Sternwarte: 16. Mit Ozeandampfer von Bremen nach New Dorf. 18. Gonne und Monb. 19. Die moderne drahtlose Telegraphie. 22. Christoph Columbus. Jeden Abend Metro Deutsches Rünstler- Theater: Die Scheidungsretje. Theater in ber Königgräger Berliner Theater: Straße: Salome. Komödienhaus: Die Sache mit Lola. Die Spanische Nachtigal. Kleines Schauspielhaus: Reigen. Refibeuz- Theater: Lady Windermeres Fächer. Luftspielhaus: Die schwebende Jungfrau. pol- Theater: Das Hollandweibchen. Komische Oper: Baroneschen Sarah. Theater des Westens: Der erften Liebe golone Zeit. Theater am Rollendorf Thalia play: Wenn Liebe erwacht. Neues Operetten- Theater: Du Shi tanzt. Friebrich Wallner- Theater: Der Geiger von Lugano. Theater: Mascottchen. Wilhelmstädtisches Theater: Ihre Hoheit die Tänzerin. Zentral- Theater: Frau Bärbel. Theater in der Kommandantenstraße: Der verjüngte Abolar. Luisen Theater: Das Spreewaldmäbel. Cafino Theater: Der Fehltritt einer Frau. Vor und nachmittags Dentimes Theater: 28. Der Scheiterhaufen. Rammerspiele: 16. Frühlings Ermachen. 28. Er ist an allem schuld. Die Spieler, Der Heiratsanirag. Grajes Schauspielhaus: 16. 23. Danton. Leffing Theater: 23. Frau Warrens Gewerbe, Deutsches Künstler- Theater: 22. Figlifig, der Simmelsschneiber. 23. Kleines Theater: 16., 23. Die Pfarrhaustamödie. Bygmalion. Tribline: 23. Bumburg. Deutsches Opernhaus: 16. norm. Bollstonzert. Nachm. Die Fledermaus. 23. 3ar und 3immermann. Boltsbühne: 16., 23. Stabale und Liebe. 19. Wallensteins Tob. Schiller- Theater: 16., 28. Der Meineibbauer. 22. Don Carlos, Renes Bolts- Theater: 16., 23. Nora. Theater in ber König gräger Straße: 16., 23. Rausch. Romöblenhaus: 16., 23. Der Herr Minister. Berliner Theater: 16., 23. Der letzte Walzer. Buftspielhaus: 16., 23. Familie Hannemann. Komische Oper: 16., 23. Der Raub der Sabinerinnen. Theater des Westens: 16., 23. Die Frau im Hermelin. 19., 22. Gänseliejel. Theater am Rollendorfplan: 16. Eva, 23. Der Zurbazon. Neues Operetten Wallner- Theater: 16., 23. Cine Ball Theater: 16., 23. Der Obersteiger. nacht. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: 16., 23. Sans Sudebein. Zentral- Theater: 28. Seimat. Luisen Theater: 15. Aschenbröbel. 16. Dorn Treptow- Sternwarte: 16., 3 Uhr, Löschen. 22. Rottäppchen. 23. Genoveva. Polarjagben( Film); 5 Uhr Bewohnbarkeit der Welten, JuventurRäumungsBertauj! Die Masken herunter! Abrechnung mit den Deutschnationalen In der preußischen Landesversammlung beschimpfte am Don nerstag der deutschnationale Abgeordnete v. der Osten die Arbeiterschaft. Er verteidigte die Orgesch, die Justizschmach und sang einen Hymnus auf das gekrönte Verbrechertum. Genosse Ludwig( Sagen) gab ihm folgende Antwort: Das Auftreten des Herrn v. ber Osten hier in diesem Sause hat gezeigt, daß man nichts, aber auch garnichts gelernt aus dem Kriege und aus den traurigen Folgen; man sehnt sich wieder zurüd und hat auch schon wieder den Mut gefunden zu demselben Schnobbrigen Ton( ftürmische Zustimmung lints, große Unruhe rechts), wie er früher Sitte war. Das Beschimpfen des Boltes war früher Ihr( nach rechts) Privileg. Bis 1914 waren Ste ja allein in 3hrem Stall, da fonnten Sie den Ton risfieren. „ Die Drgesch, „ Berbrecher",„ Mörderbande"! Diese Morte haben Sie hier hinausgeschleudert. Hätten Sie hier ein flein wenig Scham vor den tausenden Müttern braußen, vor ben hunderttausenden Kriegskräppeln, würden Sie nicht ein solches Wort hier prägen. Millionen find es, die Ihrer Gesellschaft fluchen.( Sehr wahr! links, Zurufe rechts.) Sie und Mostau" rufen! Ich gehöre nicht zur Kommunistischen Partei. Dafür habe ich meine Gründe, die ich jederzeit vertrete. Aber Sie haben das Recht verwirkt, den Namen„ Mostau" dazwischen zu rufen. Solange da drüben der blutige 3arismus regierte, da war Mostau Ideal, da beteten Sie den 3aren an. Die Stiefel geleckt haben Sie diesen Serrschern; wenn sie hierher famen, stellten Sie die Soldaten auf, um sie zu schüßen vor der Mut des Boltes und jekt, weil nun einmal bort ber Wind umgeschlagen ist, weil dieses Gewaltregiment naturgemäß die Gewalt auf der andern Seite auslösen mußte, jest schreien Sie, weil es Ihre Gesinnungs- und Klassengenossen frifft. Serr v. der Osten hat das letzte Mal hier beim Etat des Ministers des Innern das Wort geprägt, das freilich seine Bresse draußen nicht wiedergab: sy -bas ist die lonterrevolutionäre Organisation in ganz Deutschland" und da deutete fie dient zum Rampfe gegen links und gegen er auf diese Regierung. Herr v. d. Often, Sie tönnen nicht sagen, daß Sie anders gesprochen haben. Berichtet freilich hat man braußen: zum Kampfe gegen links und rechts. Wie reimt sich denn das zusammen: zum Kampfe gegen lints und rechts? Nein, zum Kampfe gegen die Regierung, die es gewagt hat, durch ihren Minister die Orgesch zu verbieten, der bereits vor Ihrer Macht in die Knie gejunten ist. Wenn Sie von Aufreizung reden, wenn Sie von Heuchelei und ähnlichem reden, Herr v. d. Often, dann denken Sie daran, daß auf der anderen Seite Sunderttausende von Proletariern stehen, bie einen Etel empfinden über solche Dinge, wie sie sich in legter Zeit unter 3hrer Billigung abgespielt haben. Da nenne ich die Justiz, da nenne ich die Brosesje, da nenne ich die Morbtaten jener Leute, die Sie durch Ihre Presse verhett haben, ba nenne ich die 3ettfreiwilligen, die Reichswehr und Sicherheitspolizei, die Sie in das Ruhrrevier dirigier ten, benen Sie Greueltaten erzählten und bie nachher gegen die Urbeiter losgelassen wurden. Der Minister hat von diefer Stelle ans feltgestellt, baß die Soldaten der Reichswehr planlos Leute aus den Wohnungen herausgeholt und erschoffen haben. ( Sört, hört! Iints,) Der Minister hat hier erklärt, daß ihm das feine Beamten mitgeteilt haben. Es scheint ja gerabe, als ob, je mehr man fich von bem 13. März 1920 entfernt, destomehr bas Gedächtnis und der Bertand jener Leute gelitten hat. Man scheint vergessen zu haben, bab Truppen unter Führung reaktionärer Offiziere die Regierung Ebert- Bauer mit Maschinengewehren, mit Waffengewalt zum Teufel gejagt haben. Die Zentrumsmitglieder und andere schei nen vergessen zu haben, daß sie um bilfe an das Volt appellierten. Sie haben den Generalstreit gewünscht. Ich Jehe noch heute einen Minister vor mir, der sich in Bielefeld am 23, März die Stirn abwischte und sagte: Wenn Sie das mitgemacht hätten, was wir in den letzten 14 Tagen mitgemacht haben, dann werden Sie auch wohl verstehen, daß man manches pergessen tann. So bitter wurde ben Leuten damals mitge spielt. In Dresden, in Stuttgart mußten die Herrschaften flüchten. Sie scheinen vergessen zu haben, daß in diesen Fällen die Regierung mit Waffengewalt davongejagt worden war und daß die Arbeiter und Beamten zum Generalstreit und be waffneten Aufstand gegen diese Reaktion gegriffen haben. Daß es beim Kampf naturgemäß zu Ausschreitungen fam, wissen wir. Das ist aber eine Folge bes Krieges. Das Lob, das Herr v. d. Often dem Minister Severing zum Teil gesungen hat, ist nicht gerade ein Beweis für die Richtigkeit der Maßnahmen des Herren Severing. Deshalb ist der Warn ruf, den wir immer wieder ausstoßen, bie neue Schußpolizei nicht den realtionären Offizieren in die Sand zu geben, berechtigt. Ich habe gestern auf bie Dentichrift des Ministers verwiesen. Derr v. b. Often spielte auch an auf eine Aeußerung von mir und anderen, baß, wenn wir erzählen, die Schußpolizei Jei eine neue Reichswehr, dies eine Denunziation gegenüber dem Feindbund" sei. Kommen Sie uns doch mit Diesen Kinterlichen nicht immer wieder! Das haben Sie immer, schon vor 30 Jahren, in den Parlamenten gegen die Sozialisten gemacht, haben Sie als vaterlandslose Gesellen bezeichnet, das haben Sie im Kriege gemacht, Sie haben mit diesem Vorwurf Liebknecht ins Budihaus gebracht. Den Vorwurf erheben Sie immer, wenn Ihr Geldbeutel in Gefahr ist.( Sehr richtig! b. b. U. Soa.) Es ist bekannt, auch der Zentrumspresse, bag französisches Geld eine große Rolle in Bayern spiele, ( hört, hört! b. b. U. Soz.) daß französisches Geld eine sehr große Rolle spiele in Kreisen, die Ihnen sehr nahe stehen, daß alio der Feindbund ein Interesse daran hat, bie Reaktion bei uns au unterstügen.( 3uruf rechts: Russisches Geld!) Wenn wir es hätten, würde ich mir überlegen, ob ich es nicht annehmen würde, um Sie zu bekämpfen. Wir trauen Ihnen zu, daß Sie jeden Tag und jebe Stunde The logenanntes Baterland verraten, wenn bie Macht des Bolles The Privateigentum angreifen wird. Das ist in der Geschichte schon immer festgestellt, daß die Interessen der Besitzenden so eng zusammenlaufen, daß sie teine Grenzen re Juftiz- u. Verbrecherschutz | fennen und The Patriotismus hat immer beim Portemonnaie aufgehört. Ich will noch ein Wort über bie Organisation der Polizek fagen. Wenn wir diese Organisation als bestehend anerkennen, dann haben wir einen anderen Aufbau zu verlangen, nicht mehr den Aufbau, der Deutschlands ins Elend hineingeführt hat, sonbern ein Mitbestimmungsrecht bet Soldaten und Beamten, d. h. nicht mehr Kadavergehorsam, daß der Untergebene unter allen Umständen nur das zu tun hat, was befohlen wird, sondern die Wahl der Führer durch die Soldaten, durch die Beamten. Damit freilich sind Sie nicht einverstanden; denn damit ist Ihre Hoffnung auf eine Wiederkehr des alten Preußen ein für allemal vorbei. Die Vorgänge in Flensburg, die Herr v. b. Often hier erwähnte, hätte er lieber nicht erwähnen fellen. Das ist überhaupt eins der traurigsten Kapitel, daß das Erschießen der Führer, der Verhafteten gang und gäbe ist. Wenn dort der gefesselte Hoffmann einen tätlichen Angriff gemacht haben soll, so muß man uns das erst mal vormachen, wie das möglich ist. Diese Borgänge beweisen eben, daß der alte Geist der Reichswehr leider bereits in die neue Schußpolizei über nommen ist, und daß wir eine solche Einrichtung nicht unterstützen, fendern belämpfen müssen, ist ganz felbstverständlich.( Sehr rich tig! b. b. 1. Eoz.) Die einzelnen Positionen, bie der Serr Minister in ben einzel nen Etats hier vertreten hat, beweisen mir auch die Unsicherheit des ganzen Etats, Es ist teine Garantie für die Einnahmen gegeben, bie bas Reth Breußen ersehen soll. Es ist doch schließlich ganz Wurst, ob wir sagen das Reich bezahlt die Kosten oder Breußen; denn das Reich nimmt ja heute die Steuern ein. Es ist das Geld der preußischen Steuerzahler, und wir bekommen es auf dem Umwege über die Finanzämter wieder. Für 55 000 Mann Schuppolizei sollten wir nur 1054 Millionen Mart Zuschuß bekommen. 825 Millionen wer ben wir aber nur bekommen. Die Gemeinden sollen zu dieser neuen Organisation noch 156 Millionen zuzahlen. Da tönnen Sie es uns nicht verargen, wenn wir eine solche fostspielige Einrichtung, die zweifellos in der Hand der Offiziere nur tonterrevolutionären Zweden dient und die nicht nur Sunderte von Millionen, sondern 2% Milliarden Mart erfordert, ableh nen, besonders auch, weil wahrhaftig tein Ueberfluß an Geld da ist und Sie tagtäglich erklären, daß Sie für irgendwelche notwendigen 3wede lein Geld hätten. Reichsminister Koch hat die Staatsanwaltschaften ausdrücklich aufgefordert, schärfer gegen Sochvetrat einzugreifen. Es wird sehr schnell zugegriffen, wenn es gegen Arbeiter geht, und dann wundern Sie sich, wenn wir davon reben, daß auss gelprochene 1 alleniustiz betrieben wird. Das bemeijen die Brozesse, das beweist besonders die grauenvolle Tatsache, daß überall bort, wo Anzeigen gegen Angehörige der Reichswehr er stattet worden sind, die heute in der Sicherheitswehr sich befinden, bie mit Namen oder wenigstens mit Angabe bes Truppenteils benannt find, uns einfach überall zurüdgeschrieben worden ift: wegen Auflösung des Truppenteils ist nichts Genaues mehr festzustellen. Und da handelt es sich nicht nur um ein oder zwei Mann, es handelt sich und das soll immer und immer wiederholt und immer wieder in die Oeffentlichkeit hinausgerufen werben um 99 Arbeiter, bie man erfchoffen hat; um 32 Arbeiter bei Haltern, bie man erschossen hat, und trotzdem ist teine Anzeige erfolgt, tein Prozeß eingeleitet worden. Aber dort, wo bann im erbitterten Kampf die Zusammenstöße vorgekommen find, in Dort mund, Bochum, Essen und anderen Orten, da ist Ihre objektivste Behörde" leine Minute ruhig und verhaftet Tag für Tag Arbeiter, und eine Reihe von diesen sist schon seit Monaten in Untersuchung wegen Mordes. Für fie gilt die Amnestie nicht, die Amnestie wegen Mordes ist ja ausgenommen. Es ist ungefähr gegen 30 bis 40 Leute Antlage wegen Mordes erhoben worden. Aber Thr Mörder Bogel und andere werden amnestiert, und von Ihrem ganzen Kapp- Butsch bleiben nur Lüttmik und Kapp übrig andere Führer gab es nicht, aber Tausende von Arbeitern sind nicht amnestiert, troßdem ihre Taten im Zusammenhang mit den hechverräterischen Unternehmungen passiert sind. Also wundern Sie sich nicht, wenn auf Seiten der Arbeiter ein bitterer, ein tiefer Etel vorhanden ist gegen Sie und Ihre Eins richtungen, wundern Sie sich nicht, wenn dieser Efel umschlägt in bitteren Sah, und wenn er zum Teil schließlich umschlägt zu dem, was Sert v. b. Often fordert, daß die Arbeiter fich nicht mehr anders helfen fönnen als durch die Gegenwehr, bah auch sie zum bewaffneten Rampf gegen Sie greifen. Nur so wird endlich der Gewalt begegnet werden fönnen und durch nichts anderes.( Lebhafter Beifall b. d. U.S.) Französisch- spanische Wirtschaftsverhandlungen. Wie„ Temps" melbet, beabsichtigt die französische Regierung, ein Parlamentsmitglied mit einer außerordentlichen Mission in Madrid zu be= trauen, um dort über ein französisch- spanisches Wirtschaftsabtommen zu verhandeln. Es handelt sich um finanzielle und tommerzielle Beziehungen, die zwischen den beiden Staaten tonfolidiert werden müssen, weil der Sandelsvertrag gekündigt wurde und ein Einverständnis über die Rückzahlung des von Spanien an Frant reich im Jahre 1918 bewilligten Kredits erfolgen müsse. Sowjetruffische Einkäufe in Norwegen. Der Ingenieur Bron Stein, ein naher Verwandter Trogtis, hat in seiner Eigenschaft als Handelsvertreter der Sowjetregierung foeben bei mehreren Firmen Chriftianias große Bestellungen auf Elettrizitäts. material im Betrage von vielen Millionen Kronen gemacht. Bronstein ist bereits wieder nach Rußland abgereist, hat aber in Christiania einen zweiten Ingenieur zur Entgegennahme der Lieferungen zurüdgelassen. Die Aufträge werden in Gold bezahlt, das Bornstein bei einer Bant der norwegischen Hauptstadt hinterlegt hat. Gardinen Teppiche Decken marts Künstlergardinen su Etamine mit Einfägen.. Fenster M. 75, 95, 110 Madrasgarnituren, 175 an Lang- u. 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Januar 192� s «WMV Was die Arbeiter lesen Bericht der Bremer Lrbeiterbibliothek Die Geschäftsberichte der verschiedenen Arbeiterbibliotheken ««uschlands geben uns ein anschauliches Bild vom Geistes- leben der deutschen Arbeiter. Wenige Statistiken sind i" lebendig wie Biicherstaliftiken. Da», wa» hier aus Bremen be- nchtet wird, muh natürlich durch Berichte au« anderen Städten �gänzt werden. Aber auch ohne diese Ergänzungen, die wir von Seit zu Zeit bringen werden, gibt uns der Bericht aus Bremen km Bild, das gewiß typisch ist und im großen und ganzen nicht »nerfreulich. Der Jahresbericht zeigt, zum erstenmal wieder seit dem Krieg«, «me aufsteigende Bewegung, und zwar«ine ganz rapid«. 1913/1914 wurden 76 2kg Bücher ausgegeben, die Zahl fiel 1317/1918 auf �OOO. sie fiel noch weiter im folgenden Zahr», um schließlich im 'erflossenenJahre wieder zu der ansehnlichen Summe von «623 Bücher zu gelangen. Die schöngeistig« Literatur war, wie wir im„Biblio- lhekar" lesen, auch in diesem Jahr« am meisten begehrt. Im ver- Menen Herbst bekam man bei Empfehlung politischer Schriften oft die Antwort:.Kein, geben Sie mir etwas an- °ttes, in der Politik bleibt man schon auf dem laufenden, dafür wcgen die Zeitungen, vor allem aber bleiben Sie mir fern mit Bücher« über Krieg oder Kriegserinnerungen". Daß die wltionalistische Kriegsliteratur von den Arbeitern verpönt wird, ist wlr zu begrüßen, bedauerlich aber ist. daß politische Schriften, die wch zur Aufklärung in der jetzigen Zeit so äußerst wichtig nicht genügend Beachtung finden. Erfreulicherweise ist in den WenMonaten auch in dieser Hinficht eine ganz auffallende 7*®egung eingetreten. Die Gemüter kommen allmählich zur Bergung. und man vertieft sich mehr und mehr in die Schriften �PolitischeinschneidendemEharakter. Die Frag« VAätesystem» spornt nachweisbar die Arbeiter zu tieferem an. .«lie am meisten gelesenen Autoren waren folgend«: Engel». Sprung der Familie"».Bebel,„Die Frau und der Soziali»- «Hz» gj �Au-, meinem Leben" 45. Kautsky.„Marz' ökonomi- � Lehren" 36, Da» Erfurter Programm 37, Das kommunistisch« J�nifest 26, Blys,„Französische Revolution" 54, Eorvin.„Der �fsenspiegel" 73, Fuchs,„Sittengeschichte" 15,..Gekrönt« DttUDtfr" 101*17. Ii?„Darwinsche Theorie" vaupter" 123.„Weliall und Menschheit" 3«. ,• Sccaccio,„Dekameron" 55, Easanova 82, Alexander Dumas fc' Maupassant 96, CmileZola 1528, Zules Berne 396, A. de ?%£ 258, Elisabeth Schoyen,„Die«eiße Sklavin" 56. Strind- <8, F. W. Doftojewstq 3«. M.«rzybalchew 47. M. Twain E h. D i ck e n s 27«. M. S o r k i 353. 2. T o Ist- i 268. Berta Cuttnar l5« il Sinclair 141. M. Gyth 98. Th. Heys« 104. Allein Jena oder Sedan" 32, Margaret« Böhme.„Das Tage- yt) einer Verlorenen" 41. Henriette Arendt S«. Fr. Eerstäcker W L a m s z u» 86, G. Freytag 123. H, Heine 44. B, Auerbach x?. Th. Storm 112. Ludw. Eanghofer 753 f!). Klara !�big 417, Frenssen 78, E. Franzos 174, P. Rosegge: 321, E. von ?°l>ogen 136, Marie von Tbner-Eschenbach 70, M. Kxetzer 153, ! Cpielhagen 110, 2. Zacobowsti 53, H. Sudcrmann 176, R. -TWetchel 154, Th. Fontane 229, K. Geißler 30, Minna 95, JL Herzog 67, Eerh. Hauptmann 78, Fr, Reuter 96, S:*«Ollenlaub«" 607,„In freien Stunden" 510.„Die neue LU 400. t!ieB,n Frauen wurden am meisten L. Eanghofer, Klara � E. Zolo. M- Gorki. H. Sudermann. R. Herzog bevorzugt. Frauen im allgemeinen den Borwurf, daß st« viel �"».«ig«. seicht« Literatur tele«, mit von Eourth« Mahler. Die L e f e r z a h l betrug 2534, davon 223 weibliche Leser und 91« Kinder.■* Auf die einzelnen Gewerkschaften verteilen sich die Leser wie folgt: Bäcker 26. Barbiere 8. Bauarbeiter 70, Böttcher 8. Brauereiarbeiter 32, Buchbinder 9. Buchdrucker 65, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 4. Bureauangestellte 6. Dachdecker 4, Fabrikarbeiter 70, Fleischer 3, Gärtner 9, Eastwirtsgehilsen 8, Gemeinde- und Staats- arbciter«5. Glaser 3, Handlungsgehilfen 22, Hausangestellt« 4, Holzarbeite: 171, Hutmacher 1, Kupferschmiede 7, Lithographen 7. Maler 26, Maschinisten und Heizer 30, Metallarbeiter 380, Sattler 18, Schneider 30. Schuhmacher 15. Steinarbeiter 11. Tabakarbeiter 25, Tapezierer 5, Textilarbeiter 16, Transportarbeiter 180, Zim- merer 22. Musiker 4. Eisenbahner 65. Hafenarbeiter 2. Verband der Kriegsbeschädigten 5, Union 14, Junge Garde 55, Seemannsbund 5. Familienangehörige 70, nur polilisch organisiert« 64. Der Besuch des Lesesaals ließ im vergangenen Winter sehr viel zu wünschen übrig. Schuld daran waren wohl in erster Linie die schlechten Heizungsverhällnisse, da«in längeres verweilen in den oft ungeheizten Räumen unmöglich war. In den letzten Monaten steigt auch die Zahl der Besucher de» Lese- saales dauernd. Durch dieBerkürzungder Arbeitszeit, die horrenden Preise der Bücher und dadurch, daß die Verhältnisse viele zwingen, häuslicher zu werden, durch die stetig steigende Arbeitslosig» teit. steigt natürlich da« Lesebedürfnis ganz rapid. Haben wir doch im ersten Monat diese» neuen Geschäftsjahres schon annähernd 500 neu« Leser zu verzeichnen. Fünfmal soviel wie in derselben Zeit des Vorjahre». Boraussichtlich wird der kommende Winter der Bibliothek einen ganz bedeutenden weiteren Ausstieg bringen. was ganz gewiß im Interesse der Aufklärung der Ar- beiter und des Volksganzen zu begrüßen ist. ' n d gehoben. � Gerstäcker, J. Lern« und Alex. Duma« waren di« bevorzugten Witsteller von unseren Jugendlichen. Mit ihren abenteuerlichen. JOdflenollen Schilderungen verstehen sie di« Jugend zu fesseln «te begeistern, und es wäre nicht richtig, wollt« man bei der {�ld den Flug des Geistes hemmen, denn ganz von selbst greifen •C zu anderen Büchern, um zurückversetzt zu«erden. bald zur rauhen Wirklichkeit Die Kraft eines Samenkorns Bon Heinz Welte« Wenn man eine dünnwandige Glasflasche— eine Medizin- flasche zum Beispiel— mit gelben, trockenen Erbsen füllt, dann di« Flasche mit Wasser vollgießt, ste mit einem Korken verschließt und in eine Eck« stellt, wird nach kurzer Zeit aus jener Ecke ein dumpfer Knall vernehmbar werden. Und wenn man dem Schall nachgeht, um seine Ursache zu erforschen, findet man, daß die auf- quellenden Erbsen der Flasche den Boden herausgedrückt haben. Oft zertrümmern sie sogar die Flasche vollständig, so daß man gut tut. bevor man das Experiment anstellt, diese mit einem Tuch zu umwickeln, damit man nicht durch herumfliegende Glassplitter verletzt werden kann. Wie ist der Vorgang zu erklären? Woher gewinnen die Erbsen die Kraft, eine Flasche von innen heraus zu zertrümmern, sie aus- «inanderzureißen? Dies« erste Frage beantwortet fich leicht. Die Erbse ist ein Samenkorn, ist der Same der Erbsenpflanz«. Kommt ein Samen- körn mit Wasser zusammen, dann nimmt es dieses begierig auf: es beginnt zu quellen und vergrößert so seinen Umfang. Und da di« vielen vergrößerten Erbsen nun in der Flasche nicht mehr Platz haben, zertrümmern sie dies». Das ist das Ganze. Es klingt so einfach und selbstverständlich und ist doch so wunderbar. Man versuche nur einmal mit zwei Fingern in den Hal» einer weithalstgen Flasche zu greifen und diese mit Hilf« der beiden Finger auseinanderzudrücken. E» gehört ein« sehr erhebliche Kraft dazu, und nur den wenigsten wird das Kunst- stück glücken. Und die kleinen Erbsen besttzen dies« Kraft? Man darf nicht einwenden, daß die Erbsen nun in ihrer Ge- samtheit so stark sind, um ein« Flasche zertrümmern zu können. Die Anzahl der Erbsen kommt hier nicht in Betracht und das Wort„mit vereinten Kräften" spielt hier kein« Roll«. Denn auch wenn man eine sehr kleine Flasche nimmt, in der nur wenige Erbsen Platz haben, glückt der Versuch genau so. al» bei einer großen Flasche, in der mehrer« Hundert Trbsrn gegen die Glaswand drücken. Di« Kraft liegt in der Erbse selbst und nicht in der Menge der Erbsen. Woher aber gewinnt die klein« runde Hülsenfrucht dies« Kraft, die zu ihrer Größe in gar keinem Verhältnisse steht? Sie erhält ste durch ihre Eigenschaft als Samenkorn. Denn in jedem Samen- körn liegen gewaltig« Kräfte aufgespeichert, die ihm notwendig dem Samenkorn gestellt hat. Um sich deren Größe und Bedeu- tung zu veranschaulichen, vergegenwärtige man sich nur einmal, daß«in Samenkorn gewissermaßen eine Pflanze in ihrem jüngsten Stadium vorstellt, und daß dies« junge Pflanze nicht wie ein junges Tier in seinen ersten Lebenstagen von der Mutter behütet und betreut wird, sondern vom ersten Augenblick an, da es sich von der Mutterpflanze gelöst hat, ganz auf sich selbst angewiesen ist. Ein Samenlorn mutz— in vielen Fällen wenigstens— zuerst die hart« Samenschale sprengen, die die Natur als einen Panzer ihm mit auf den Weg gegeben hat: es muß die Wurzeln in den Erdboden treiben und sie dort verankern, es muß den Stamm nach oben strecken dem Lichte entgegen, muß die Plätter entfalten und anderes mehr tun. Um allen diesen Aufgaben gerecht werden zu können, muß der Samen viel Kraft entfalten und— viel Nah- rung bekommen. Denn ein großer Kräfteverbrauch bedingt eine große Nahrungsaufnahme. Da qber das junge Pflänzchen fürerst noch keine Nahrung aus der Erde und aus der Luft aufnehmen kann— denn dazu braucht es die Wurzeln und die Blätter, die sich erst entwickeln müssen, bevor sie in Tätigkeit treten können muß es die Nahrung selbst mitbringen. Wenn man«ine quellende Erbse zwischen den Fingern drückt. zerfällt st« letcht in- zwei Hälften, und wenn man diese beiden genau ansieht, erkennt man bald an der einen von ihnen ein mziges, pflanzenähnliches Gebilde, den Keim. Der Keim ist die eigentliche junge Pflanze, die fich entwickeln soll: er ist so klein. daß man seine genauen Formen nur mit Hilfe einer guten Lupe erkennen kann. Die halbe Erbse, an der er klebt, ist zwanzig-, dreißigmal so groß als er. Und da nur aus ihm die Pflanze sich bildet, alles andere aber an der Erbse Nährstoffe stnd, so kommt er in seiner gelben Kugel wie in einer richtigen Speisekammer zur Welt, die vollgestopft ist mit sehr guter, kräftiger Nahrung. Denn welchen Wert al» Nährstoffe dir Erbsen, Linsen und anderen Hülsenfrüchte haben, wissen wir selbst, wenn wir einen großen Teller mit Erbsen oder Schoten verzehrt haben und nun fest- stellen können, daß dt« Mahlzeit„recht lange vorhält". Der kleine Keimling, dem di« eine Erbse so viel gilt, al» uns ein Erbsengericht von mehreren hundert Pfund, braucht eine so gute, kräftige Nahrung. Denn die Aufgaben, die seiner harren. wenn er in» Leben tritt, stnd groß, und um ste zu bewältigen, braucht er viel Kraft, weit mehr noch als notwendig ist. um eine Flasche zu zertrümmern. In dielen Tagen wurde vor den iMMltiger Pr gekostet hat. Di« Turmuhr geht vor., W»»_■ dänischen GerlGten«in«iaenartiger Prozeß entschieden, der dem Staat 109 000 Kronen gekostet hat. Der Prozeß war von der ftenerbehörde gegen die Erben de» Lehnsgrafen Moltte auf ystrup angestrengt worden. Graf Moltke starb gegen Mitter- nacht an dem Tag«, an dem das neue Erbschaftssteuer- g e f e tz in Kraft tri~ Steuersatz nur 287 000 Kronen betrug.______ Behörde behauptete, war der Graf eine Minute später gestorben, nachdem die Turmuhr des Schlosses Zwölf geschlagen hatte. Sie forderte daher die Steuer nach den Sätzen de» neuen Gesetzes. Die Zeugen sagten indessen aus, daß die Turmuhr zwei Minuten vorgegangen sei, so daß Graf Moltke tatsächlich ein« Minute vor Mitternacht gcsiorden ist. Das Gericht wie» daher die Klage der Steuerbehörde ab und entschied, daß die Steuer nach dem alten Gesetz zu zahlen sei.— Wenn es stch um einen Arbeiter gehandelt hätte, wäre die Turmuhr aber sicher zwei Minuten nachgegangen. Di« Theaterorganisation de« Zukunft behandelt S. Nestmpke in einer kleinen Broschüre, die soeben im Verlag von H. Wibker k(To. erschienen ist. Wie fich dies für R e st r i e p k e von selbst versteht, ist die Volksbühne die zukünftig« Form des Theatertriebes, die wir schon jetzt emporwachsen sehen. In zehn kurzen Kapiteln stellt Restriept« das Theater von heute dar, das Wesen der wahren Volksbühne, Organisationsgrundlagen. Auf- bau der Berwaltung. Theaterbetrieb. Zusammenwirken mit den Gemeinden, künstlerische Aufgaben der Bolksbühnenvereine und Entwicklung der volksbühnenbewegung. Schließlich zeigt noch Nestriepke, wie ein Volksvühnenverein zu gründen ist und legt ein« Mustersatzung für ihn vor. Die Schrift ist aus der Fülle der Erfahrungen, über die Nestriepke verfügt, entstanden und be- sonder» unseren Genossen im Lande zu empfehlen, die einen Volks- bühnenvexein gründen wollen. Personen befanden sich im Zimmer: Fräulein Maria, 'ie �"in von Beruf, ihr Bräutigam und zwei Genossen, Zu Tode gehetzt van Marion. W«i P»lnlfch«i> W« CUfaiita»•ftimlng. •« r* iv«»n. Die Genossen waren jung >it gekleidet. Der«ine war Arbeiter, der ander«, '«tu ♦ blonden Har und den leuchtenden Augen, Wazlaw, {*1 einen„Intelligenten", aus jenem speziellen Kreise �1!.. �lligenz, die sich aus eigener Kraft durch das Gym- stil. m und die Universität durcharbeiten, mit Nachhilfe- "ist Mutter und Schwestern ernähren, einma? in der sich ein Mittagbrot leisten und im dreißigsten Lebens- wenn die Lebensbahn«inen Aufschwung zu nehmen be- t[,jnUnfc der Name Klang gewinnt, an der Schwindsucht unterhielten sich lejs«. denn Fräulein Maria wohnte 'üt, bei einer Familie, die niemals darauf eingegangen »Du'"verdächtige Genossen" zu beherbergen. Wenn sie >lt> g' klopften ste von der Treppe au» direkt an ihre Wand st ließ sie heimlich herein. Zugleich mit ihnen kam auch «rautigam, den sie mit Wissen der Familie empfing. e Fräulein Maria mit lauter Stimme, lachte ono überhaupt möglichst viel Lärm, damit die anderen ��ungen beraten konnten. heute klang sein Lachen so unnatürlich, daß die bei einiger Schlauheit hätte dahinterkommen L etwas Außergewöhnliches vorging. kann nicht mehr", sagte er schließlich...Poster- mit und Stühlen, oder mach sonst, was du willst, ich kann «d-Anicht länger lochen. Wenn ich bedenke, daß st- uns blick abfassen können." >>Gs Augenblick abfassen können." x. Arbeiter blickte zum Fenster hinaus. V",l hoch Wenn man über „ am Ende de» Hofes ist ein Zaun. stl�un springt, so befindet man sick auf einem anderen V und ln einer anderen Strasse. fragte neugierig:„Muß man über einen Zaun Plötzlich ließ stch ein lange«, starkes Klingeln vernehmen. „Das find fie.. flüsterte Maria. Zugleich klingelt««» auch in der Küche laut und zu- dringlich. „Genosse Wazlaw. folge mir!" rief der Arbeiter, hob da» Fenster heraus und sprang ohne Bedenken in den schwarzen igrund. Wazlaw hinter ihm her. Fräulein Maria rannt« zur Tür. „Wer ist da?" „Ein Telegramm.. Bitte öffnen." Sie öffnete. Ine Zimmer drangen ein dicker Polizei- kommissar. fünf Gendarmen, fünf Schutzleute und eine Frauensperson. Auf der Treppe blinkten die Gewehre der Soldaten. „Sind Sie Maria Zakrzewska?" ..Ja" „Wir kommen, ein« Revision zu machen. Und wer ist dieser Herr?" „Mein Bräutigam. Karol Bolski." Dieser Mann wird nicht herausgelassen. Haltet ihn." das ist nicht nötig, denn ich habe la nicht die Absicht, zu »der et ist nicht hoch. bin liume. auf dem Laude • wie eine Kotze." groß geworden und klettere auf erwidert« Karol ruhig. Die Frau nähert« sich Maria, durchsuchte gewissenhast all« ihre Taschen, betastete die Taille, guckte unter da» Korsett. Der Schutzmann tat ungefähr dasselbe mit Karol. Di« übrigen guckten unterdessen unter das Bett und unter di« Schranke, warfen die Betten aus den Fußboden, durchwühlten sämtliche Kleider. Schachteln und Berstecke, dann stürzten sie sich, wie eine hungrige Rabenschar. auf die Bücher und begannen sie mit Triumph auf den Schreibtisch zu schleppen. Hier ließ sich der Herr Kommissar nieder und notiert« alles eifrig in einem ellenlangen Protokoll. „Euer Wohlaeboren,„Rotkäppchen,«in phantastisches Märchen", buchstabierte der Schutzmann. „Rot?... Gib sofort Herl" „Euer Wohlgeboren, ein Buch ohne Zensur!" „Das ist ja«in englische» Wörterbuch!" sagte Maria. Karol drückte ihre Hand und flüsterte ihr zu: „Sei still, wa» geht e» dich an! „Pollgeschriebene Heftel" „Meine Tagebücher... in den Händen fremder Menschen." „Was geht es dich an, Maria... Polizei... zäh» nicht zu Menschen." „Die Kassette ist verschlossen... Bitte, öffnen Sie sie.. „Da« tue ich nicht." „Warum nicht?" „Weil Briefe darin sind... Familiengeheimnisse..." „Vor der Polizei gibt es keine Geheimnisse!" sagte der Kommissar feierlich. Er drückte auf das Schloß, und die Sprungfeder brach. „Meine teuerste Maria", buchstabiert« der Beamte die olnischen Worte und ließ sich die Worte, die er nicht ver- iand, von dem Schutzmann übersetzen...„Ich erwarte deinen Brief mit Sehnsucht." Auf dies« Weise wurden Karol» sämtliche Briefe durch- gelesen und zusammen mit„Rotkäppchen" in das Archiv der vergehen der jungen Dame gelegt. Die Revision des ?' H abgetrennt ausgehoben. Endlich schickt« sich der Kommissar an, zu gehen und nahm als kostbare» corpus(lolicti das„Rotkäppchen", ein engusches Wörterbuch und Marias Tagebuch mit. Doch plötzkich fiel sein Blick auf da» Fenster. Dort lag. hinter dem Fenster- Vorhang, ein Aufruf, den einer der Flüchtlinge denn Hinausipringen verloren haben mußte. „Aha. so ist die Sache!" rief der Kommissar mit dröhnender Stimme.„Die Unschuldslämmer! Wie ge sich vorstellt haben! He! Militär!" Sporen klirrten. Gewehre rasselten. Zwanzig Soldaten traten in feierlichem Marsch«m und stellten sich kampfbereit auf. „Diese hier umzingeln und vorwärtsgerannt! kam- mandierte der Kommissar. Der Zug setzte sich in Bewegung zur Kanzlei der„Schutz- Verwaltung für Freiheit und öffentliche Sicherheit. und von dort aus nach dem„Pawiak", dem städtischen Gefängnis. Als di« beiden Genossen hinausaesprungcn waren, mußten sie sich trennen. Der Arbeiter hatte sich den Fuß im Knöchel versiauchr und konnte keinen Schritt weitergehen. Das kl-e, HA\««« S«I> Srfi Srk.ttadc _______|____ Wazlaw» macht euch aus dem Staube, so schnell euch di« Füße trogen", sagt« er zu dem Genossen. (Fortsetzung folgt.) 499989 INVENTUR und Restbestände Gelegenheitsposten 10 andere tommen in faft alien Abteilungen VERKAUF ganz enorm billig zum Verkau CeizleWoche Damenbekleidung Baumwollwaren des InventurVerkaufs Reste und Abschnille zu sehr vorteilhafien Preisen Serie I Serie II Damen Jungmädchen Mäntel 12500 19000 Damen- Jackenkleider.............. 39000 59000 Damen- Kleiderröcke. Seidenkleider hochelegant. Wollkleider hodielegant 2950 3950 290°° 390°° 290°° 39000 Gesellschaftstoiletten zum ell mil Perfall.. 59000790°° Morgenröcke Sommer- und Winterstoff............ 85°° 115°° Wasch- Blusen Seidene Blusen Serie I ..... Jetzt 6950 Serie II Jetzt 8950 il Serie I ....... Jetzt 4950 Serie II ....... Jetzt 6950 Serie III..... 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Sie hatten sich zu Sunderten auf den Tribünen niedergelassen und beobachteten von dort aus, ob diese in den letzten Zudungen liegende Landesversammlung noch Kraft genug besitzen würde, den Hebammen und Müttern eine einigermaßen annehmbare Erbschaft zu hinterlassen. Sie sahen, wie ein Kampf um das Teftament entbrannte. Damit das überhaupt zustande tomme, munterten sie durch Zustimmungen von der Tribüne die Volts: vertreter auf, die für Errichtung eines Nachlasses eintraten. Das paßte dem Präsidenten der Landesversammlung nicht, der da meinte, das Testamentmachen müsse ohne fremde Hilfe geschehen. Und vielen anderen, die da mitwirken sollten, war es unangenehm, daß ausgerechnet Geburtshelferinnen beim Hebammengesetz Hebammendienste leisten wollten. Hebammen sollten sich um ihre eigentlichen Aufgaben bekümmern und den Gesetzgebern überlassen, was sie in ihrer Weisheit beschließen würden. Ueberhaupt sei es eigentlich eine schwere Vernachlässigung der Be rufspflicht, wenn Geburtshelferinnen sich an das Sterbebett Jegen, anstatt an das Wochenbett zu gehen. Die Mütter in ihren Noten tönnten doch nicht warten, bis das Hebammengesez fertig fei. Was tönnte nicht alles in der Zeit passieren, da die Sebammen auf der Tribüne sizen? Es wäre bei uns doch nicht so wie bei den Naturvölkern, wo die Mütter ohne Hebammen Kin der zur Welt brächten. Ein paar Hebammen könnten ja schließlich noch ablommen, aber 500 bis 600, das sei doch zuviel. Unsere Hebammen ließen sich nicht irre machen, fie hielten tapjer aus. Sie meinten, fie feien ans lange Warten gewöhnt, fie müßten oft tage und nächtelang am Bette der Wöchnerin figen. Tagelang jaßen sie auf den Tribünen und übten ihren Einfluß aus. Der war so start, daß das Zentrum nicht mehr wagte, der Berhandlung zu widersprechen. Aber der Schlußeffett tam erst Donnerstag Nacht. Hebammen waren nicht mehr da, der Verabschiedung des Gesetzes wurde widersprochen, da die end gültige Frist nicht gewahrt sei. So kam der Freitag, an dem die Landesversammlung die legten Züge aushauchen sollte. Bom Hebammengesetz war feine Rede mehr, die Hebammen tamen um den erwarteten Nachlaß. Die Landesversammlung liegt auf der Totenbahre, sie hat den Geburtshelferinnen, die so wader am Sierbebette ausgehalten hatten, nichts, auch gar nichts hinterlassen. An den Wochenbetten der vielen Mütter werden sie erzählen tönnen, wie grausam die Volksvertreter mit ihnen gespielt haben und wie sie behandelt worden sind. Und sie werden ihre Schützlinge, die sie betreuen, auffordern, am 20. Februar, dem Tage, an dem ein neuer Landtag gewählt werden soll, nur Vertreter der U. S. P. D. zu wählen, die bestrebt gewesen sind, Sehamme und er wirksam zu unterstützen. Naulwürfe an der Arbeit Die bürgerlichen Parteien sind eifrig an der Arbeit, um die von der sozialistischen Mehrheit im Steuerausschuß beschlossene Wohnungslugussteuer zu verhindern. Sie suchen die Staatsbehörden zu beeinflussen, die Genehmigung für diese Steuerordnung zu verjagen. Deshalb hat jetzt auch ein Abgeordneter der Deutschnationalen Boltspartei eine fleine Anfrage an die Regierung gerichtet, in der er behauptet, die Steuerverordnung verstoße gegen das Kommunalabgabengejek und sei rechts. ungiltig. Da aber sowohl der preußische Minister des Innern, als auch der der Finanzen, sich auf den Standpunkt gestellt haben, baß Wohnungsluzusteuern rechis gültig seien, da überdies eine entsprechende Bestimmung im Reiche in gefeglicher Borbe reitung ist, fordern wir mit aller Entschiedenheit, daß das Bers langen der Reaktionäre, das aus der Angst um ihren Geldbeutel und ihren Wohnungslugus geboren ist, unbeachtet bleibt. Auch gegen die Wahl des Lehrers Paulsen zum Oberstadtschulrat wird heftig Sturm gelaufen, obwohl Baulsen die Befähigung für dieses Amt zweifellos beigt, was selbst seine Gegner, soweit fie mit anständigen Mitteln fämpfen, anerkennen müssen, suchen die Duntelmänner aller Konfeffionen die Aufsichtsbehörde anzustacheln, der Wahl Paulsens, weil er tonfessionslos ist, die BeStätigung zu versagen. Die Reaktionäre wollen eben die Arbeit der neuen Verwal tungstörperschaften Berlins unter allen Umständen stören, weil fie wissen, daß, wenn erst einmal die ganze Verwaltung aufgebaut und in das richtige Geleis gebracht worden ist, die Bevölkerung einficht, daß nun doch ein neuer 3ug in das Gemeindewesen Berlin tommt. Betriebsleitung und Betriebsrat der Elektrizitätswerke Moabit Am 15. Januar fand eine Sihung des Betriebsrates ber städtifchen Elektrizitätswerte, Zentrale Moabit, mit Herrn Stadtbaurat Sorten und Herrn Stadtrat Schlichting statt. In dieser Sigung wurde der im„ Berliner Tageblat" am Freitag, den 14. Januar, erschienene Artikel unter dem Titel„ Räteherrschaft in den städtischen Betrieben" besprochen. Der Arbeiterrat erklärt ausJuventur 2. Beilage zur„ Freiheit" brücklich, daß er mit diesem Artikel nichts zu tun hat und auch Jeitens des in der betreffenden Betriebsversammlung aufgetretenen Sprechers Sylt die im Artikel ihm zugeschriebene Aeußerung nicht getan ist. Der Arbeiterrat lehnt es ab, in dem in dem Artikel geschilderten Sinne zu arbeiten, sondern steht auf dem Boden der jezt in den Betrieben geübten Arbeitsmethode. Der Arbeiterrat verpflichtet sich, in diesem Sinne auftlärend unter der Belegschaft zu wirken, damit ein besseres Zusammenarbeiten zwischen ArbeiterSonntag, 16. Januar 1921 13. Bezirk erfolgt für Tempelhof bei Georg Neumann, Stolbergs traße 9, für Mariendorf bei Otto Günther, Kurfürstenstr. 19, für Marienfelde bei Manschte, Bülowstr. 46, für Lichtenrade bei Georg Dietrich, Berliner Str. 13. Weißensee, Grüner Baum, Sigung der Kommunalen Kommissio Weißenfee, 18. Verwaltungsbezirt. Sonntag vorm. 10 Uhr in nen und Bezirksverordneten. Nach erfolgter Umgestaltung eines Leils des Friedhofes in Friedhof stattfinden. schaft und Betriebsleitung ermöglicht wird. Es wurde festgestellt, Friedrichsfelde fönnen nunmehr wieder Beerdigungen auf diesem entstandenen Differenzen hiermit beigelegt find. daß die in letzter Zeit zwischen Betriebsleitung und Arbeiterrat Preßtommission Tumultgeschädigte. Infpige des völligen Bersagens der Bes hörden bei Erledigung unserer Anträge auf Entschädigung macht sich ein gemeinsames Vorgehen notwendig. Zu diesem 3wed findet am Donnerstag, den 20. Januar, abends 6 Uhr, in der Schulaula Nächste Sigung am Mittwoch, den 19. cr., pünktlich 6 Uhr, Tilsiter Straße eine Versammlung aller Tumultgeschädigten statt. Breite Str. 8-9. Bollzähliges Erscheinen unerläßlich. Riesige Liebesgabenschwindeleien einer Deutschamerikanerin Das Landespolizeiamt hat dieser Tage einen Einfuhrschwindel aufgebedt, der seinesgleichen faum finden wird. Die Deutsch: amerikanerin Miß Birginia Mo11 hatte es verstanden, bei hohen Beamten von Reichseinfuhrbehörden den Anschein zu er meden, daß fie amerikanische Geldmittel für die Aufbesserung der Ernährungsverhältnisse Deutschlands zur Verfügung habe. Für dieses Geld sollten Lebensmittel im Auslande aufgekauft und bedürftigen Bevölkerungsgruppen und Wohltätigkeitsanstalten als„ Liebesgaben" unentgeltlich übermittelt werden. Auf Grund dieser Angaben wurde ihr eine Einfuhrgenehmigung für etwa 100 Waggons Lebensmittel, Tabat usw. erteilt, deren Werte in die Millionen gehen. Da es sich um Liebesgaben handelte, wurde dafür größtenteils 3011freiheit gewährt. Die Waren wur ben aber weder mittels amerikanischen Kapitals angetauft, noch wohltätigen Zweden zugeführt. Es handelte sich vielmehr um eine gewöhnliche Lebensmittelschiebung. Geldgeberin war zunächst die Schweizer Exportfirma Wyler Sohn in St. Gallen. Den Antauf besorgte die Kopenhagener Firma L. Hirschfeld& Co., den Vertrieb hier in Deutschland deren Vertreter Mautner aus Wilmersdorf. Um die Einfuhrbehörden ganz sicher zu machen, trat Miz Moll mit Sirschfeld und Mautner als Vertreter der Wirtschaftshilfe, Amerikanischer Unterstützungsverein, Sitz Ber lin" auf. Diese Wirtschaftshilfe errichtete in einer hiesigen Einund Ausfuhrüberwachungsbehörde mit deren, Genehmigung fogar eine Küche für die 1000 Angestellten. Das besondere Vertrauen der fraglichen Einfuhrbehörde erwarb sich die Wirtschaftshilfe" durch die Beranstaltung einer Weihnachtsfeier für die Angestellten der vorerwähnten Behörde, wofür das amerikanische Komitee 18 000 m. für Kuchen, Aepfel und Nüsse, 63 000 M. für Liebesgabenpafetchen, 1800 m. für eine Mufittapelle bezahlte. Beamte des Landespolizeiamtes stießen bei der Befämpfung der wilden Ein- und Ausfuhr auf eine aus Samburg antommende Kataoladung und stellten feft, daß dieje, als Liebesgabe zollfrei eingeführt, verschoben werden sollte. Hierdurch tam man auf die Spur der Schwindler. Es war gerade noch Zeit, den Reichs: fistus vor schweren Schaben zu bewahren, denn von den hundert für die Einfuhr freigegebenen Waggons waren zunächst etwa 30 über die Grenze gelommen. Bezüglich der anderen ist die Einfuhr sofort gesperrt worden. Die hier bereits auf Lager be findlichen Waren, Kondensmilch, Rinderfett, Katao, Mehl, Tee, Kaffee usw. Find beschlagnahmt, ebenso die Banktonten der be teiligten Personen. Zunächst find Miz Moll und Mautner in Untersuchungshaft genommen worden. Für die Familien politischer Gefangenen einen Stundenlohn zu der Firma C. Bechstein in der Johannisstraße. Wie uns mitopfern, beschloß mit großer Mehrheit eine Betriebsverfammlung lung erklärt, es schade den Eingesperrten nichts, denn wenn sie geteilt wird, hat ein Mitglied der S. P. D. nach dieser Versamm draußen wären, würden sie nur etwas neues ausfressen. Diese Aeußerung muß entschieden zurückgewiesen werden, zumal wenn fie von Arbeitern tommen. Natürlich wollen sich solche Selden nur davon drücken, für den genannten Zwed ein fleines Opfer zu bringen, daß doch nur den Familien zugute fommen soll. Das Kind muß einen andern Namen haben! Die Regierung fleht die Presse an, in Zukunft für die Grünen nicht mehr ben Namen Sicherheitspolizei anzuwenden, sondern dafür Schußpolizei oder einen andern weniger unlieblam bekannten Namen zu ge brauchen. Wir sind gespannt, ob sich mit dieser Namensänderung auch das Wesen der Sicherheitspolizei verändern wird. Vorläufig unterzeichnet die Schuhpolizei" ihre amtlichen Schreiben selbst noch mit Sicherheitspolizei". Der Unterschied dürfte auch ziem lich schwer zu definieren sein. Ueber die Munitionsexplosion in dem Waffen- und Munitions lager der Firma Bauer u. Co., Alte Jakobstr. 106, schreibt uns der Betriebsrat der Reichsbruderei: Freitag, 12 Uhr vozmittags, erfolgte eine mächtige Explosion in dem Munitionslager der obigen Firma. Das einige 100 Mann starte Personal der Reichsbruderei, welches in dem Gebäude beschäftigt war, mußte Reichsbruderei hatte schon mehrere Male gegen die Firma flüchten, teilweise unter Zurüdlassung der Garderobe. Die Bauer die Räumungstlage beim Mieteinigungsamt eingereicht, mit dem Hinweis auf die Gefahr für die Menschenleben und bie untergebrachten Geldwerte. Das Mieteinigungsamt gestattete der Firma, ihren gefährlichen Betrieb weiter in dem Hause auf recht zu erhalten. In dem Hause befindet sich außerdem noch eine Zelluloidfabrit. Es ist geradezu unerhört, in einem mit pielen arbeitenden Menschen angefüllten Hause derart gefährliche fchenleben. Jegt, wo das Unglüd passiert ist, wird das MietBetriebe zu dulden. Das ist ein frevelhaftes Spiel mit Mens einigungsamt wohl anderer Meinung sein. Ein langgejuchter Dieb verhaftet. Ein Verbrecherpärchen, zwei Diebesspezialisten, die beide auf ihrem Gebiet Großes" leisteten, fonnten Freitag von der Kriminalpolizei in ihrem gemeinfamen Schlupfwintel verhaftet werden. Der Bräutigam ist der frühere Kutscher Wünsch, nebenbei Artist. Als es den Beamten des Kollidezernats im Dezember 1919 gelungen war, ihn mit einer großen Kollidiebesbande unschädlich zu machen, gelang es dem Artisten schon bald darauf, wieder aus dem Bolizeigefängnis zu entweichen. Er nahm sofort sein altes Treiben wieder auf und lebte mit seiner Geliebten, einer Geritud Buda, in dem gemeinsamen Bersted in der Andreasstraße 38. Wünsch, der auch geleGenossen! Schidt Eure Kinder nicht zu den Schulfeiern gentlich als Einradfahrer auf tleinen Bühnen auftrat, hatte jegt am 18. Januar. Proletarische Feierstunden. Die heutige Veranstaltung ist zugleich dem Gedächtnis der Opfer der Reaktion im proletarischen Befreiungstampfe gewidmet und verdient eine rege Teilnahme unferer Genossen. Die Gesundheitsbeputation der Stadtverordnetenversammlung nahm in ihrer letzten Sigung Stellung zu der Erhöhung der Gehälter der Aerzte in den Berliner Krankenhäusern und sonstigen Kranken- und Fürsorgeanstalten. Es wurde eine Gehaltsbeschlossen. Bei der Beratung famen erhebliche Mißstände sowohl erhöhung nach Maßgabe der Magistratsvorlage vom 5. 10. 20 in der Verwaltung einzelner Krantenanstalten als auch in bezug auf die Behandlung von Kranten zur Sprache. Herr Stadtmedis zinalrat Dr. Rabnow fagte in allen Fällen eine eingehende Untersuchung und Abstellung der Mißstände zu. Es muß erwar tet werden, daß diese Untersuchungen sich nicht lediglich auf AusJagen der angegriffenen Verwaltungen und Aerzte beschränken, daß vielmehr auch die davon betroffenen Leidenden zu Gehör tommen. Hiervon wird unsere endgültige Stellungnahme zu dieser Angelegenheit abhängig gemacht werden. Die Bildung der Bezirksämter tann nun endlich erfolgen, da Die einzelnen Barteien haben schon zur Kandidatenfrage Stellung die Stadtverordneten- Berjammlung das Ortsgesetz beschlossen hat. genommen. Zunächst wird die Bürgermeisterwahl behandelt werden, dann die der übrigen besoldeten Mitglieder des Bezirks: amtes. Die Wahl der unbesoldeten Mitglieder erfolgt auf Grund bes Berhältniswahlsystems. Es mangelt noch in verschiedenen Bezirten an geeigneten Räumlichkeiten. Soweit solche vorhanden find, müssen fte aber erst entsprechend hergerichtet werden. Die Beschleunigung der Wahlen für die Bezirksämter scheint geboten, damit die Leitungen der Bezirke von vornherein bei der Einrichtung der Aemter bestimmend mitwirken tönnen. 13. Berwaltungsbezirk( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade). Die Anmeldung zur Jugendweihe für den breitägiges Probeengagement bei einer 3igarettenfabrik gefunden, für die er auf seinem Einrade durch die Straßen Berlins Reflame fahren sollte. Er erhielt dafür einen Stundenlohn von 50 Mart. Diese Retlamefahrten wurden ihm zum Verhängnis. Die Bes amten stellten fest, daß er sich in der Andreasstraße 38 einlogiert hatte. Sie hatten ausgefundschaftet, daß das Zimmer einen zweiten Ausgang nach dem Dache hatte, den Wünsch im Falle der Gefahr benutzen wollte. Die Beamten brangen aber ein und nahmen ihn fest, als er mit der Braut im Bett lag. Sie griffen so schnell zu, daß er auch von seiner Pistole, die er ständig bei sich führie, feinen Gebrauch mehr machen tonnte. Frauenberatungsstellen in Neukölln. Der Magistrat Neukölln hat neben der Frauenberatungsstelle im Rathaufe eine besondere Beratungsstelle für werdende Mütter( Schwangeren- Beratungsstelle) eingerichtet. Sie ist in den Räumen der Hebammenlehranstalt, Reukölln, Mariendorfer Weg 28/30, untergebracht. In dieser städtischen Schwangeren- Beratungsstelle werden Sprech Stunden, die mit den vormittags stattfindenden Politlinitsprech Stunden nicht identisch sind, nur Donnerstag von 5 bis 6% Uhr nachmittags abgehalten, in denen neben ärztlichen Ratschlägen auch Auskünfte in Versorgungs- und Rechtsangelegenheiten der Mütter erteilt werden. Auch tönnen für werdende Mütter Scheine für die Sonderzuwendungen von Lebensmitteln bezogen werden, ohne daß hierdurch besondere Kosten entstehen. In ber allgemeinen Frauenberatungsstelle, Rathaus, 3immer 241, amei Treppen, werden in der mit Ausnahme von Donnerstag täglich von 11 bis 1 Uhr stattfindenden Sprechstunde alle Fälle von Frauenratlosigkeit und Frauennot behandelt. Es wird noch darauf hingewiesen, daß die Inanspruchnahme beider Einrichtun gen auch durch Frauen aus Brik, Budow und Rubow erfolgen tann. Borübergehende Schließung des Wohnungsamtes in Bichten berg und Friedrichsfelde. Die Inspektionen des Wohnungsamtes A und B bleiben vom 17. d. Mts. ab vorübergehend auf acht Tage für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Räumungs Verkauf in fast allen Sorten Schuhwaren, vorwiegend erstklassige. deren Fabrikate unter dan Einkaufspreis weit abgebe! Stiefelkönig Friedrichstr. 131 an der Karlstr Gegr. 1895 Beachten Sie bitte unsere Hausnummer 131 c Gewerkschaftliches Achtung, Eisenbahner! Erscheint in Massen zu der am Sonntag, den 16. Januar 1921 stattfindenden Demonstration. Zahlstellen, welche Generalverlammlung haben, marschieren punkt 11 Uhr vom Versammlungs: Iotal ab zur Demonstration nach dem Lustgarten. Den mit roten Binden gekennzeichneten Ordnern ist unbedingt Folge zu leisten. Die Ortsverwaltung des D. E., V. Die Lohnbewegung der Hochbahner Die Hochbahner nahmen am Freitag abend in einer außer ordentlich start besuchten und sehr stürmisch verlaufenen Bersamm lung des gesamten Personals Stellung zu dem neuen Angebot ber Direktion. Die Verbandsvertreter und der Vorsitzende des Betriebsrates gaben Bericht über den Gang der Verhandlungen. Nachdem die Direttion anfänglich ein Angebot von 40 Pf. für alle Arbeiter und Angestellte gemacht hatte, erhöhte sie dieses zu legt auf 60 bezw. 65 Bf. für die männlichen und 45 Pf. pro Stunde für die weiblichen Arbeiter oder bei monatlicher Zahlung auf 125 Mart für das männliche und 90 Mart für das weib: liche Personal. Die Versammelten waren aber auch durch dieses Zugeständnis bei weitem nicht befriedigt und gaben ihren Unwillen über das geringe Entgegentommen stürmischen Ausdruck. Man fand es vor allem unerhört, daß seitens der Direktion zwar fortgesetzt Fahrpreiserhöhungen vorgenommen werden, aber bei ihr nie Neigung bestehe, ihre Arbeiter und Angestellten an den erhöhten Einnahmen teilhaben zu lassen. Nach längeren Erörterungen, und nachdem vom Vorstandstisch erflärt worden war, daß von weiteren Verhandlungen nichts zu erwarten sei, die Abstimmung über eventuellen Streit jedoch erst erfolgen fönne, nachdem die mit dem Verkehrs- und Werkstattpersonal solidarisch verbundenen Bureau- usw. Angestellten zum Abschluß ihrer Tarifverhandlungen gekommen feien, wurde Schließlich folgende Resolution angenommen: An dem am 9. d. M. in der Vollversammlung gefaßten EntSchluß, uns mit dem Bureaupersonal solidarisch zu verhalten, ist unbedingt festzuhalten. Die Abstimmung über das Angebot der Direktion für die Handarbeiter ist solange zurückzuhalten, bis die Berhandlungen mit dem Bureaupersonal vollzogen find." Es ist nunmehr damit zu rechnen, daß die Abstimmung Anfang nächster Woche vorgenommen wird. Anschließend daran nahm der Vorsitzende Stellung zu bem jezt in Uebung gekommenen Justizverfahren und glaubt annehmen zu dürfen, daß sich alle Bersammelten in der Verurteilung der Justizschande einig seien. Diese Annahme fand dann auch durch einstimmige Annahme einer Resolution ihre Bestätigung. Urwahlen im Schneiderverband Am Dienstag, den 11. Januar 1921, fand in den GermaniaSälen die Jahresversammlung des Deutschen Bekleidungsarbeiter verbandes statt. Lange vor Beginn derselben war der große Saal bereits überfüllt, so daß Tausende von Kollegen und Kolleginnen wieder umtehren mußten. Der Kollege Wilhelm Schumacher gab zunächst den Geschäftsbericht, in dessen Endresultat er versuchte, den Mitgliedern zu beweisen, daß nur durch einen Anschluß an die 3. rote Gewerkschafts- 3nter nationale der Kollegenschaft geholfen werden tann. In der Diskussion hatte man reichlich Gelegenheit, auch gegen teilige Ansichten zu hören, so daß die Kollegen Lehmann und Sabath im einzelnen die Ansicht des Kollegen Schumacher zer pflüdten und darauf hinwiesen, daß es besser set, sich ber Amft er bamer Internationale anzuschließen, als umgelehrt neben ber schon bestehenden eine neue zu gründen und damit die Spal tung der Gewerkschaften herbeizuführen. Der Kollege Schumacher war dann in seinem Schlußwort auch merklich schwach, so daß es ihm nicht gelang. Die Mehrheit der Mitglieder von seiner Ansicht zu überzeugen. Interessant ist weiter, festzustellen, daß beim 2. Punkt der Tagesordnung Stellungnahme zur Neuwahl der Ortsverwaltung durch Urwahl" der Kollege Slamet sich als Gegner der Urwahl entpuppte. Er versuchte mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln den Kollegen und Kolleginnen plaufibel zu machen, daß nur durch eine vorgenommene AbStimmung in der Generalversammlung die richtige Entscheidung gefällt werden könnte. Dem wurde von der Versammlung lebhaft widersprochen, so daß der Rebner dauernd am Weitersprechen gehindert wurde. Schließlich wurde der Antrag. die Wahl durch Urabstimmung vorzunehmen, mit übergroßer Mehrheit nach zweimaliger Abstimmung, nachdem dieselbe von den Kommunisten angezweifelt wurde, angenommen. Beim 3. Puntt der Tagesordnung:„ Aufstellung der Kandidaten zur Neuwahl der Ortsverwaltung" wurden zwei Liften abgegeben, und zwar eine Liste der Kommunisten mit dem Namen: Wilhelm Schumacher als Bevollmächtigter an der Spige und eine Liste unserer Richtung mit dem Namen: Willy Lehmann als Be vollmächtigter an der Spize. Die Urwahl selbst findet am 29. Januar statt und wir wollen hoffen, daß die Entscheidung an bem Tage so fällt, daß ein geordnetes Arbeiten für die Mitglieder bes Deutschen Bekleidungsarbeiter- Verbandes gewährleistet wird. Am 29. Januar werden also die Mitglieder ber Berliner Zahl stelle des Deutschen Bekleidungsarbeiter- Verbandes den gleichen Kampf ausfechten müssen, den die Berliner Metallarbeiter eben mit Erfolg beendet haben. Schon jett gilt es zu räften. Un sere Parteigenossen müssen in allen Betrieben und in allen Ber jammlungen für die Liste Lehmann werben. Es gilt auch hier, den Schaden abzuwenden, den eine Ueberführung der Leitung einer Gewerkschaft in fommunistische Hände unter allen Umständen bedeutet. Herr Schumacher hat umgelernt. Er hat fich nicht gescheut, das Ergebnis seiner„ Studien" in Rußland vor den versammelten Berliner Scharfmachern des Bereins Der Kaufleute und Industriellen vorzutragen. Am 29. Januar muß ihm die Quittung dafür gegeben werden. Mostau erhält Zuwachs 3u einem imposanten Protest gegen die Machinationen des Vorstandes des Vereins Berliner Buchdrucker gestaltete sich die am Donnerstag von der gemeinsamen Opposition einberufene Versammlung. Längst vor Beginn derselben war sowohl der Bersammlungsfaal als auch die angrenzenden Restaurations räume der Arminhallen" bis auf den lezten Blaz gefüllt und selbst nachdem sämtliche Tische entfernt, fand ein großer Teil der Dinge wieder umtehren. Erschienenen feinen Einlaß mehr und mußte unverrichteter Der Referent, Genosse Bierath, verstand es, den Zuhörern in ruhiger und fachlicher Weise noch einmal die Vergewaltigung stand ängstlich bemüht ist, ihn noch in legter Minute vom der 13 000 Buchdruder vor Augen zu führen und wie der VorSprechen in dieser Versammlung abzuhalten. Es ist bezeich nend für den Geist dieser Herren, die aus Furcht vor der Urwahl sich mit Blumenthal- Thomas'schen Unratquellen identifizieren und von der seit Jahrzehnten geübten Praktik abrücken. Jeber ehrliche Demokrat verlangt das dirette Wahlrecht und das weitgehendste Mitbestimmungsrecht für die Massen, die prominenten Vertreter der„ prattischen Gewerkschaftsarbeit" aber tun das nur, wenn es ungefährlich erscheint. Ihre Auffassung von der Meinungsfreiheit des Einzelnen fonnten sie wirklich nicht besser charakterisieren, als daß fie bei der Besprechung über die Haltung des Borstandes dem Schlußantrag der S. P. D.- Frattion auch die Ablehnung der Kritik an der Haltung des Borstandes Folge gaben. Beides, sowohl die Ablehnung der Urwahl, als ergänzen fich finngemäß und laufen in ihrem Endziel auf die Dittatur des Proletariats hinaus. Wir gratulieren unseren Freunden von links zu diesem Zuwachs. Selbst einem Diskussionsredner der S. P. D.- Fraktion ging diese Macherei zu weit und er wandte sich ganz entschieden gegen den Vorwurf, an dieser positiven Gewerkschaftsarbeit" mitgewirtt zu haben. Auch die nachfolgenden Diskussionsredner unterstrichen bie Ausführungen des Referenten recht scharf, sodaß der BerSammlungsleiter mit Recht darauf hinwies, einem Vorstand, der nicht den Mut aufbringt, sich zur Urwahl zu stellen, jede Anersolution abrät. tennung zu verjagen und deshalb von der Absendung einer ReEinen wahren Sturm der Entrüstung löfte die Mitteilung eines Vertreters des vom Deutschen Drud und Ver lagshaus ausgesperrten Berjonals aus, daß sich bis dato noch fein Organisationsvertreter in ihren Versammlungen hat sehen lassen, obwohl sie bereits seit einer Woche ausgesperrt sind und der Vorstand sofort in Kenntnis gesetzt wurde. Auch praktische Gewertschaftsarbeit. Kollegen, ihr habt es in der Hand, diesen scheinheiligen Demo traten bie richtige Antwort zu geben. In den Bezirksversamm lungen am Montag, den 17. Januar, verlangt ganz entschieden daß sich der Vorstand zur Urwahl stellt und gebt eure Stimme geschlossen für die Kandidaten der Opposition ab. Berleumdungen gegen Betriebsräte blidlich wird der Betriebsrat der Berliner Straßenbahnen mogehen in letzter Zeit durch die ganze bürgerliche Presse. Augenralisch hingerichtet". Es wird u. a. behauptet, daß 40 Betriebs räte vorhanden sind, von denen teiner unter 15 000 m. verdient unb bie alle von der Arbeit befreit sind, meil sie ständig über bie Schaffung neuer Aemter" beraten und im Verband tätig sein müssen". Daß die Räte ber Straßenbahner Rechte haben, die über den gefeßlichen Rahmen hinausgehen, haben sie einmal ihrer Orga nisation zu danten und dann der sozialen Einsicht des Berliner Magistrats, der begriffen hat, daß das Betriebsrätegese nur ein Rahmengesez ist, das Mindestrechte für die Arbeiter geschaffen hat. Selbstverständlich ist es eine Lüge, daß sämtliche Be triebsräte von der Arbeit befreit sind. Die gewissermaßen als Gesamtbetriebsrat amtierende Körperschaft besteht aus 30 Ber sonen, von denen aber nur fünf von der Arbeit befreit sind. Daß bas für eine Belegschaft von 22 000 Personen, die sich auf 35 Bahnhöfen, 18 Bahnmeistereien, 3 Hochbauabteilungen, 6 Wacht stationen der Oberleitungsbauabteilung und die Hauptwerkstatt mit 1400 Arbeitern verteilen, nicht zuviel ist, wird jeder be greifen. Der Betriebsrat hat dem Magiftrat und den Stadtverordneten eine Denkschrift zugehen lassen, worin zugegeben wird, daß für bie Direktoren Privatarbeiten gemacht werden. Der Rücktritt der Gesamtdirektion ändert nichts an der Tatsache, daß die Stadtverordneten eine Kommission einfegten, die die Anflagen des Betriebsrats zu prüfen hat. Die Aufregung der bürgerlichen Bresse scheint also den 3wed zu haben, den flaren Tatbestand zu früben. Die Anwürfe gegen den Betriebsrat find nichts als ein Rachemert. Wir begnügen uns vorläufig mit dieser Zurüd weisung und wollen abwarten, was die Kommission feststellen wird.( Gewerkschaftlicher Nachrichtendienst.) Sarmlose Agrarier Als nach der Revolution mit der Einführung von Tarifverträgen in der Landwirtschaft, und des Erlasses der vorläufigen Landarbeitsordnung der Systemlosigkeit und der Willtürheit der Agrarier bei der Festlegung der Arbeitszeit für die Landarbeiter Schranken gezogen wurden, wurde seitens der Agrarier ein Sturm der Entrüftung entfacht und das Gespenst des Zusammenbruches der Ernährungswirtschaft in grellen Farbentönen an die Wand gemalt. Seit jenem Tage ist den Herren Agrariern die Anwen bung jebes Mittels recht, um die Landarbeiterschaft von neuem zu löbern und ihr die Notwendigkeit einer Berlängerung der Arbeitszeit schmachaft zu machen. Sie scheuen sogar bavor nicht zurüd, eine Frage, die dem gesamten Bolte am Herzen liegt, die Förderung der Fürsorge für die notleidenden und unterernährten Kinder, als Agitationsmaterial für ihre dunklen Bestrebungen in Anwendung zu bringen. So veröffentlicht die Deutsche Tages zeitung" in ihrer Morgenausgabe vom 6. Januar die Melbung bie gesamte Arbeiterschaft des Rittergutes Silberberg, im Kreife Beestow- Storfow, habe beschlossen, in diesem Jahre 100 Opfer tunden Mehrarbeit zu leisten und die Sälfte des Lohnes disser Mehrarbeit den armen städtischen Kindern zu opfern. Getroffene Feststellungen haben ergeben, daß diese Meldung völlig unwahr ift. Wohl hat die Arbeiterschaft des genannten Gutes fich mit einem beträchtlichen Anteil an der feitens der Kinderhilfe" inszenierten Sammlung beteiligt, eine Verpflichtung auf Leistung Don 100 Stunden Mehrarbeit ist jedoch nicht erfolgt. 990 Die Landarbeiterschaft ist die letzte Arbeiterkategorie, die nicht die Notwendigkeit der Beteiligung an dem edlen Hilfswert für die Wiedergefundung unferer 3utunft anerkennt. Entschieben ba gegen protestieren muß sie aber, daß die Arbeitgeber in der Land wirtschaft glauben, hierin ein neues Köderungsmittel gefunden zu haben.. Berband der Fabritarbeiter. Betriebsräte, Arbei terräte und Betriebsobiente, bie an den im Februar beginnenden freigewerfichaftlichen Räteturfen teilnehmen wollen, müssen sich unter Borlegung ihrer Legitima tion und des Mitgliedsbuches in unserem Bureau, Engel- Ufer 15, bis zum 21. Januar 1921 melden. Soweit bie Obengenannten noch nicht im Besitz der neuen Legitimationstarten find, müssen bieselben ebenda baldmöglichst abgeholt werden. Die Ortsper waltung. Oppofitionelle Buchbruder, Bezirk 3. Sonntag, vormittags 10 Uhr, bei Klug, Danziger Straße 71, wichtige Besprechung, Er scheinen unbedingt notwendig. Aus den Organisationen 4. Difirift, 6. Abteilung. Montag, 17. Januar, 7 Uhr, bei Pensft, Wiene Straße 55, fommunale Angelegenheiten. 4. Diftrift, 13. Abteilung. Abrechnung am Montag abend bei Schzent, Wrangeltr. 70. 4. Diftritt. Frauenarbeitstommiffion. Montag, 17. Januar, abends 7 h Dienste Sigung bei Lier. Ae Kommisionsmitglieder müssen erscheinen. 18. Januar, abends 7 Uhr, Berwaltungshigung. Die Abteilungsführer haben all zu erscheinen. 8. Distritt, 7. Abteilung. Montag, 17. Januar, abends 7 Whr, im Lote von Bünning, Betersburger Str. 19, Ede Berndorferstraße, Sigung fämtliche Funktionäre und Kommissionsmitglieder der Abteilung. 18. Diirilt. Montag, 17. Januar, 7 Uhr, in ber Shulaula Chriftianiaftr. 46 Bolligung der Kommunalen Kommission. Erscheinen sämtlicher Mitglieder no wenbig. Reutian, Brig, Budow, Rubom. Vollversammlung ber Agitations unb S bungskommission am Dienstag, 18. Januar, abends Uhr, bei Cent, Reato Hermannstr. 213. Bericht ber Tourenführer. Alle rebebegabten Genossen un Genoffinnen tönnen fich bort melben. Mitgliedsbud legitimiert. Lichtenberg. Am Dienstag, 18. Januar, abends 7 Uhr, findet im Refor Gymnasium, Bartaue, eine öffentliche Bersammlung für bie weltliche Schule tal Die Elternbeirate müssen unbedingt Stunde früher erscheinen. Lichtenberg. Dienstag, 18. Janunt, pünktlich 7% Uhr, Sigung der Schieb Lommission bet R. Sievert, Kantftz. 3. Charlottenburg. Der Frauenabend muß leiber am 17. Januar ausfallen findet am Montag, 24. Januar, statt. Versammlungslofal wird noch befann gegeben. Wilmersdorf, Schmargenbert, Grunewald. Bezirksführer holen Blakate bie öffentliche Bersammlung am Sonntag bei Schilling, Lauenburger Straße, Dienstag, 18. Januar, abends 7 Uhr, öffentliche Bersammlung in b Vittoria- Louisen- Schule, Uhland- Ede Gasteiner Straße. Referent: Genosse Em Barth. Sämtliche Genoffen haben pünktlich zu erscheinen. Treptow- Baumschulenweg. Montag, 17. Januar, abends 7 Uhr, Bei Gerhard Baumschulenftr. 6, öffentlicher Bortrag. Gen. Dr. Krische Spricht über„ Sozialis mus und Familje". Tempelhof. Dienstag, 18. Januar, abends 7 Uhr, wichtige Zusammenfun fämtlicher Funktionäre bei Beil, Dorf Ede Neue Straße. Bantow. Der Frauenaufklärungsabend findet Montag abend 7 Uhr nicht der Grunarstraße, sondern im Restaurant Bater, Mühlenstr. 12, statt. Die noffin Serz spricht über„ Der Kampf gegen die Paragraphen der Zwangsmutte schaft". Gäfte willfommen. Reinidenborf Belt. Gruppenführer! Die am Dienstag stattfindende Mitgliede verfammlung tagt umitänbehalber im Voltshaus, Jugendheim. Settion Boft und Telegraphie. Montag abend 8 Uhr finden folgende Be Jammlungen att: Gerichttz. 74 und Joftyftr. 7 bei Boweleit. U. G. 3. D. Krantentaffen- ngtellten. Montag, 17. Januar, nachm. 4 Uhr, Restaurant Alt- Berlin, Blumentraße, findet die Vollversammlung statt. Vereinskalender Gruppenausschuh eller Betriebsräte, Arbeiterräte, Betriebsablente ber e Cifenwaren, Röhren-, Werkzeugmaschinen, Altmetall, Glas- and Keramils, R Galanteries and Spielwaren, Cgport. und Alabasterbranche. Am Montag na 6 Uhr bei Fenfara, Melchiorftr. 15, Gruppenversammlung. Tagesordnung: richt über die Tätigkeit des Brandenausschusses im verflossenen Jahre. fcheinen aller Obengenannten bringend erforderlich. Betriebsräte ber graphischen Hilfearbeiter. Dienstag, 18. Januar, aben 5 Uhr, Versammlung bei Senning, Alexandrinenstr. 44. Chemil Zentralverband der Angestellten. Krantenfassen: Mitgliederversammlung 17. Januar, nachm. 4 Uhr, Festfäle Alt- Berlin, Blumenftr. 10.Industrie und Großhandel: Mitgliederversammlung am 17. Januar, aben 28 Uhr, Neue Philharmonie, Copenider Str. 96-97. Siemenstonzern: Settions versammlung am 17. Januar, abends 8% Uhr, Mufforsale, Kaiser- Wilhel Straße 31. Samenhandlungen: Gettionsverfammlung am 17. Januar, aben Uhr, Aite Geheimratstneipe, Jerufalemer Str. 8. Bug- Engros: Mitgliede verafmmlung am 18. Januar, nahm. 5% Uhr, Schultheiß, Rene Jakobjir. 24 Deutscher Transportarbeiter Berband( Tegtilbrande). Gruppe 1( Tume, il Kleiberstoffe): Montag, 17. Januar, nachm. 5 Uhr, bei Witte, Bottz. Bertrauensmänner- Bersammlung. Gruppe 3( Sami unb Seiben): Mittwo 19. Januar, nahm. 5 Uhr, in der Schule Rieberwallstr. 12, Gruppen- Bersam fung. Riftenbrange. Am Dienstag, 18. Januar, abends 7 Uhr, findet Kraak, balbertstraße 21, eine Versammlung sämtlicher Kutscher und Si arbeiter tatt. Deutscher Transportarbeiter Berbanb( Bezirk Groß- Berlin). Vertrauenste Betriebsobleute und Betriebsräte ber Branche Bau- und Arbeitstutscher. Dienstag, 18. Januar, abends 7 Uhr, im Lofal von Fenfara, Melchiorft. Bertrauensmännerfihung. 15 Deutscher Holzarbeiter- Berband, Berwaltung Berlin. Die befannie Rome fchriftstellerin Alara Biebig lieft heute abenb 7 Uhr in ber Aula, Weinmei izage 16, aus eigenen Werten. Karten zu 1,50 m. find noch an der Kalle haben. alle Deutscher Bauarbeiter.Berband, Bezirksverein Berlin. Am Dienstag, 18, Janu nachm, 3 Uhr, findet in der Kommandantenftr. 58-59 eine Bollversammlung Baudelegierten für das Soch und Tiefbaugewerbe statt. Um zege Beteiligu wird ersucht. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Montag, 17. Januar, abe 7 Uhr, Branchenversammlung ber Ballschuhmacher bei Boeter, Weberstr. Branchenversammlung der Schäftemacher, Stepperinnen und Borrichter( innen) nider Str. 127a. Mittwoch, 19. Januar, abends 7 Uhr, Versammlung aller trauensteute und Betriebsräte, Berliner Ronzerthallen, Rommandantenftr. 58 Zielta's Margareten- Saalepiger Str. 101 Friedrich Rachmittag: Gudrun Hildebrandt in ihren neuesten Tanzkompofitio Janos und Olivia mit modernen Tängen. Unterhaltende Borträge, Rünftlerkon Abends 8 Uhr Heiteres Programm." Erftklaffige Rüche. Inventur: AusverkaufWir haben unsere Verkaufspreise in großzügigfter Weise ohne Rücksicht auf den Einkaufs. preis ganz enorm herabgesetzt und verkaufen nur wirklich erstklassige Qualitäts- Schuhwaren fabelhaft billig Wafere Chaufenster- Auslagen zeigen ein sprechendes Bild von den beispiello en Preisvorteilen Winter Artitel und Damen Tanzschuhe Extra billig Stiller Rest Bestände und Gelegenheitspoffen Extra billig