H 58 pl all .25 ien TAIC Einzelpreis 30 Pfg. 4. Jahrgang te Freiheit erfdbetat morgens und nachmittags, Sonntags and Montage einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10. M. im voraus jablbar, von der Spedition felbit abgeboit 8,50. Für Boft bezug nehmen fänttliche Botanfalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Efterreich 16,50 9., für das übrige Ausland 21,50 züglich Baluza- utschlag, pet Briet für Deutschland und Ofterreichs 30,-. Bebastien Erpedition und Berlag: Berlin 2, Breite Strake& Donnerstag, 20. Januar 1921 Nummer 31 Morgen- Ausgabe De achtgespaltene Ronparetilegelle oder Beren Raum koftet 6,-. einschließlich Seuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,- M., jebes weitere Wort 1,50 m., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen Gefuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellens Gesuche Wort- Anzeigen das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Sentrum 2030, 2645, 4518, 4603, 4635, 4649, 4921 greiheit Berliner Organ er Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Kahr- Regierung ganz Einen Teil dieser Forderungen werden die Unternehmer in der tapitalistischen Produktionsweise freiwillig nie erfüllen. Die unter Anklage Unternehmer verweigern aber auch die Annahme der anderen In Bayern ist eine Protestbewegung gegen die KahrRegierung und gegen die Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes in Gang gekommen, die den lebhaftesten Widerhall bei allen Schichten der Arbeiterklasse findet. Die Tatsache, daß der Belagerungszustand dazu benugt wird, um die wirt. schaftlichen Bestrebungen der Arbeiter, Angestellten und Bea amten, selbst soweit sie sich in den Betriebsräten äußern, in Fesseln zu schlagen, hat der Protestbewegung einen viel größeren Umfang verliehen, als vorher anzunehmen war. Weite Kreise der bayerischen Bevölkerung empfinden eben jeht das Unerträgliche des Belagerungszustandes, der ja in Wirklichkeit nur dazu dient, das hoch verräterische Treiben der bayerischen Reaktion zu ver deden. Daß dies seine Bedeutung ist, und daß deshalb die Par teien der Realtion so start an ihm festhalten, zeigte sich bes sonders deutlich in den gestrigen Reichstagsdebat ten, die durch den unabhängigen Antrag auf Aufhebung der Verordnung über den Belagerungszustand hervorgerufen waren. Den reichen Tatsachenmaterial des Genossen Sold: mann wußte weder der Vertreter der Kahr- Regierung noch auch Redner der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen etwas anderes ais Märchen entgegenzuhalten. Die letzteren waren gar um Argumente so verlegen, daß sie bei dieser Gelegenheit eine blöde Schimpferei gegen den Wasserkopf" Berlin losließen. Herr Strathmann, Professor in Erlangen, aber äußerte seine hochverräterischen Absichten so deutlich, daß felbft er den Orgesch- Minister Koch zu einer Entgegnung herausforderte. Strathmann erklärte nämlich ganz unver blümt, daß die bayerische Regierung gar nicht daran denke, einer rungszustandes zu folgen. Und Herr Koch als Minister des Reiches jah sich nun notgedrungen und sehr gegen seinen Willen gezwungen, den übereifrigen Professor etwas in seine Schranten zu weisen. Glaubte er doch in seinem Vorschlag, der Reichstag möge feine Entschließung falſen und es Der Reichsregierung überlassen, auf dem Wege der Ver= handlungen mit der bayerischen Regierung eine Milderung des Belagerungszustandes herbeizuführen, einen Ausweg gefunden zu haben. Sein Schachzug der bewußten Täuschung der Oeffentlich feit, der allerdings nur bestätigte, was Strathmann allzu offen ausgesprochen hat, dürfte ihm wohl gelingen. Denn für die Demokraten erklärte der Abgeordnete Wieland, daß sie dem Vorschlage Kochs zustimmen würden. Die Rechtssozialisten hatten allerdings vorher durch den Nürnberger Abgeordneten Vogel der bayerischen Willkür und Reaktion Scharf den Kampf angesagt. Die weitere Debatte wurde um 7 Uhr auf heute ver= tagt. Forderungen, deshalb fonnte das Betriebsrätegesetz noch immer nicht zustande kommen. Inzwischen hatte das italienische Arbeitsministerium im Gesezeswege ein neues Organ: Ratio= nalrat für Arbeit" ins Leben gerufen. Die Hauptaufgabe dieses Rates besteht in der Untersuchung und Feststellung der Produktionskosten in der Industrie, Landwirtschaft und im Handel. Auch die Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten soll diesem neugeschaffenen Organ obliegen. Desterreich vor einem Putsch? TU. Passau, 19. Januar. Die„ Donau- Zeitung" in Passau meldet für ben 20. Januar in Wien gemeinsame Straßendemonstrationen der Gewerkschaften und der nationalen Studenten und Bürger. Das Ziel soll der Sturz der Regierung und die Bildung einer Koalitions. regierung unter Broklamation des Anschlusses an Deutschland sein. Die Nachricht flingt reichlich verschwommen. Es ist kaum anzunehmen, daß die Gewerkschaften gemeinschaftlich mit den Studenten einen Putsch machen. Preissturz der Lebensmittel in Dänemark Kopenhagen, 19. Januar. Preisfall bemerkbar. Der Preis für Butter, der am Anfang des Auf dem dänischen Lebensmittelmarkt macht sich ein starter Jahres noch 8 Kronen betrug, ist im Einzelverkauf auf 6,23 Kronen für das Kilo gefallen. Der Preis für Trinkeier, der in der herabgegangen, der Preis für Rindfleisch im Durchschnitt von 2,50 auf 2 Kronen für das Kilo gefallen. Das Pfund Schweinefleisch hat bis vor wenigen Tagen 3% Kronen gekostet, jetzt nur 2% Kronen. Milch ist um einige Dere für das Liter billiger gemorden, doch erwartet man für Milch noch eine weitere Preisermäßigung, ebenso für Margarine. Kaffee ist in den billigen Preissorten in den letzten Tagen um eine Krone für das Kilo gefallen. Für Wurstwaren wird eine durchschnittliche Preisermäßigung von 10 v. 5. gemeldet. vorigen Woche noch 65 Dere für das Stüd betrug, ist auf 35 Dere Leider spüren wir noch sehr wenig von dieser Verbilligung der Lebensmittel. Wigdor Kopp abberufen? Rach der Täglichen Rundschau" soll der russische Kommissar für den Gefangenenaustausch Wigdor Kopp von Seiner Regierung aus Berlin abberufen worden sein, und zwar liege die Ursache dieser plöglichen Rückberufung in der Unzufriedenheit der Sowjetregierung mit den ge= ringen Erfolgen, die Kopp auf dem Gebiet der Revolutionierung Deutschlands. aufzuweisen Wir geben die Meldung unter allem Vorbehalt wieder, aber auch wenn es zutreffen sollte, daß Wigdor Kopp Berlin verläßt, so ist damit die Richtigkeit der von der „ Tägl. Rundschau angeführten Begründung noch keinesDie neue Mecklenburgische Regierung habe. Schwerin, 19. Januar. wegs bargetan. Da fich faum annehmen läßt, daß die Somfet- Regierung das volksparteiliche Organ in ihre piplomatischen Geheimnisse einweiht, tischen Geheimnisse einweiht, liegt die Vermutung nur allzu nahe, daß die Redaktion ihre Wissenschaft aus der Rachdem am letzten Freitag das Mitglied der Sozialdemo tratischen Partei, Stelling, früher Minister des Innern, zum Ministerpräsidenten gewählt war, erfolgte heute die Wahl der glieder der Demokratischen Partei, daß sie sich der Stimme enthalten würden, da ihnen die Bildung eines Ministeriums der Mitte nicht gelungen sei. Es wurden mit 31 Luft gegriffen hat. Stimmen gewählt die Mitglieder der Sozialdemokratischen Par tei Kriegsgerichtsrat Rittweger aus Riel, Lehrer Puls aus Rostod, Bürgermeister Peterson aus Goldberg i. M. und der Angestellte bei der Landesbehörde in Schwerin Evers. Die 28 Mitglieder der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volkspartei gaben ihre Stimmen für das bisherige Ministerium ab. Die drei Stimmzettel der Demokraten waren unbeschrieben. Theodor Leipart- Borsigender des A. D. G. B. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftss bundes hat an Stelle des verstorbenen Rarl Begien ben frü. heren Vorfigenden des Deutschen Solzarbeiter- Verbandes, The o Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt. dor Leipart, zum vorläufigen Vorsitzenden des Allgemeinen Die Arbeiterkontrolle in Italien Nach dem erfolgreichen Kampfe der italienischen Metallarbeiter Der Ausnahmezustand in Bayern. Der Vertrauensmann ber im Herbst bes vorigen Jahres hat sich bekanntlich die RegieB. K. B. D., der Kommunist Horn in Regensburg, wurde in rung verpflichtet, dem Parlament ein Betriebsrätegeseg zu unter Schuzhaft genommen, ohne daß ihm irgend ein Vergehenn noch breiten, welches den Arbeitern sehr weitgehende Kontrollgewiesen werden konnte. Lediglich seine tommunistische Gesinrechte zusichern soll. Es wurde eine Kommission, bestehend nung scheint die Ursache zu seiner Verhaftung zu sein. In der Begründung, die der Staatskommissar für die Oberpfalz zur Veraus Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter eingelegt, um haftung giebt, heißt es, daß von anderen, denr Polizei nicht beeine Vereinbarung zu treffen. Die Forderungen des Gewerk tannten Leuten, Flugblätter der B. K. P. D. verteilt schaftsbundes für die Kontrolle murden. unter Zusicherung der abso Die tommunistische Neue Zeitung" in München betont, daß Horn mit dnieser Flugblattverbreitung nicht das Geringste zu tun gehabt habe. Die Polizei stedt also unbequeme politische Gegner ohne jeden Rechtsgrund in die Gefängnisse! waren die luten Geheimhaltung des Produktionsverfahrens folgenden: 1. Kontrolle bei Beschaffung des Rohmaterials, 2. Kontrolle beim Verkauf der Fertigprodukte und Festsetzung der Preise, 3. Mitbestimmungsrecht bei Festsetzung der Löhne und Austeilung der Arbeit unter den Arbeitern, 4. Kontrolle der allgemeinen Geschäftsuntosten und Entscheidung über die BeSchaffung neuer Maschinen, 3. Beseitigung der fünstlich hervor gerufenen Krisen und des Verkaufs zu Schleuderpreisen. Eine neue Note. Die deutsche Regierung hat gegen die von ber Interalltierten Kommission in Oppeln erlassenen Vorschriften für die Abstimmung in Oberschlesien bei der Botschaftertonferenz und den Regierungen in Paris, London und Rom eingehend be gründeten Einspruch erhoben. Eine neue Note ist nach Paris abgegangen. Die neue Polizei Der neue Kurs in Preußen hat auf dem Gebiete des Polizeiwesens Reformen gebracht, die wert sind, eingehend unter die Lupe genommen zu werden. Im Vorjahre fing es an. Roch unter dem Regime des verflossenen Ministers Heine erstand neben der sogenannten blauen Polizei oder besser im Gegensatz zu ihr, die grüne Polizei. Und sonderbar: niemand wollte glauben, daß die Grünen als Polizei anzusehen seien. Sie waren in Kasernen untergebracht wie Soldaten, sie standen unter dem Kommando von Offizieren aus den alten militärischen Verbänden und betätigten sich auch ganz wie militärische Formationen. Wenn in der preußischen Landesversammlung unsere Genossen den militärischen Charakter der Sicherheitspolizei, mie fie zum Hohn getauft wurde, geißelten, fuhr der sozialdemo= Iratische" Polizeiminister Seine wie von der Tarantel gestochen auf und beschimpfte die ihm unbequemen Kritiker unter dem Jubel der Gegner als„ Agenten des Auslandes" und als Feinde des deutschen Reiches". Er wollte der Entente beweisen, daß diese neue Polizei wirklich Polizei sei und er nicht daran dächte, den Friedensvertrag zu umgehen. Die Entente glaubte Herrn Heine nicht und verlangte immer deutlicher, zuletzt in Spaa, die Ent militari= sierung der Polizei. Und nun ging es an eine neue Reform. Sie bestand darin, daß die Sicherheitspolizei umgetauft wurde und den Namen Schuhpolizei erhielt. Das Wesen dieser Reform sollte zugleich eine Zusammenfassung aller Arten Polizei mit Ausnahme der Gendarmerie und der Landjäger sein. Durch eine möglichst große Bereinheitlichung soll Menschenökonomie getrieben werden, zumal die Zahl der Polizeikräfte durch die Entente begrenzt ist. Diese Neuorganisation der Polizei verletzt wieder viele alte Polizeibeamte, die auf ihren Vereinstagungen ganz offen erklären, daß die grüne Polizei eine ,, Reichswehr Nr. 2" sei, und daß sie mit einer Verkoppelung der alten blauen und der grünen Polizei durchaus nicht einverstanden sind. Ihr Widerstand wird ihnen nicht viel nügen. Alles, was Polizei heißt, wird jetzt in einen Topf geworfen. Diese Reform, Anfang vorigen Jahres angefangen, ist erfolgt, ohne das Parlament zu fragen. Bei uns macht man das so, wie im alten Preußen. Was die Kosten betrifft, so nahm man einfach aus dem großen Topf, um später zu sehen wie man sich mit der Kostenfrage abfinden würde. Die Regierung beruft sich darauf, daß die Umformung der Sicherheitspolizei schleunigst erfolgen mußte, und zwar auf Grund des Spaa- Abkommens bis zum 22. September 1920. Sie hätte deshalb einstweilen auf eigene Kappe wirtschaften müssen. Tatsächlich aber trifft die Regierung der Vorwurf, daß sie mit allen Mitteln an dem militärischen Charakter der Sicherheitspolizei festhält und daß diese immer ein Spielball in der Hand der Militariften gewesen ist. Die Nostepolitit hat sich auf allen Gebieten zum Schaden der breiten Massen ausgewirkt, bis dann wieder die Entente fam, um der immer wieder von Kraut schießenden Militarisierung in Preußen ein Halt! zuzurufen. neuem die Polizeibeamten gegen die Bevölkerung mög= Im alten Preußen bestand das Wesen der Polizei darin, licht abzuschließen. Der Polizeibeamte sollte nur ein Werkzeug des Staates sein, und es wurde ihm die Meinung beigebracht, daß er ein Wesen höherer Ordnung war, der über die Bevölkerung herrsche. Der Polizeiförper war hermetisch von der Bevölkerung abgeschlossen. Das lag im Interesse des alten Polizeistaates, der diese Abschließung der Polizei von der Bevölkerung durch die verschiedensten Einrichtungen förderte. Die Revolution hat auf diesem Gebiete eine Wand= Iung gebracht. Die alte blaue Polizei machte sich los von den Fesseln der blinden Unterordnung und verlangte freiere Betätigungsmöglichkeit und Mitbeftimmungsrecht. Sie fah, daß die Scheidewand zwischen ihr und der Zivilbevölkerung nur zu ihrem Schaden aufgerichtet gearbeitet würde im Interesse der Allgemeinheit. Als poworden war und daß es richtiger sei, wenn Hand in Hand litisches Machtmittel in der Hand des Staates, das sie so lange gewesen war, wollte sich die alte Polizei nicht mehr gebrauchen lassen. Militaristisch gesinnte Kreise wollen den alten Zustand mieder herbeiführen, sie arbeiten mit allen Mitteln daran. Dieses Streben geht auch aus dem Kostenanschlag für das neue Polizeiwesen hervor, mit dem sich die preußische Landesversammlung in den letzten Tagen vor ihrem Auseinandergehen zu befassen hatte. Danach sind die Gesamt= fosten auf 2500 Millionen Mart veran schlagt. Allein für Unterbringung und erstmalige Ausgaben 1080 Millionen erforderlich. Jm Etat für Preußen werden für das Jahr 1920, das Ende März zu Ende geht, 767 Millionen angefordert. Von den Ausgaben entfällt der größte Teil auf die Besoldung der Beamten und Obers beamten. Der Polizeidienst soll so gestaltet werden, daß der Apparat leistungsfähig ist. Zu diesem Zwecke sollen auf 24 Beamte ein Vorgesetzter fommen, das würden bei 70 000 Köpfen 3000 Oberbeamte sein, ohne die übrigen befonderen Chargen. Dieses Verhältnis sei nötig, da im Falle von Unruhen, besonders im Straßenkampfe größere Formationen, als sie bei der Reichswehr vorhanden sind, nicht verwendet werden können, und der Kampf gegen eigene Bolfsgenossen starte moralische Kräfte vorausseßt, die nur durch reichliche Durchsetzung des Polizeiförpers mit Führern wachgehalten und erneuert werden können". Der Umfang der uniformierten Polizei steht noch nicht fest.. Man rechnet mit etwa 90 000-95 000 Mann, wenn die Entente sich nicht noch weitere Tausend abhandeln läßt. Erhalten bleibt uns der Polizeileutnant, von denen sich 800 im Etat befinden, neben 1100 Polizei- Hauptwacht meistern. An Polizeioberleutnants verzeichnet der Kosten anschlag 675 neben 380 Polizei- Obersekretären. Auch PolizeiHauptleute, an 3ahl 602, bringt uns die neue Reform, während 330 Polizei- Majore sich in Gruppe 11 des Besoldungsplanes befinden. Als Kommandeure der uniformierten Polizei fungieren 38 Polizei- Oberstwachtmeister und 20 Polizei- Obersten. Unbezahlbar sind die zwei Kommandeure, die in einer Sonderklasse untergebracht sind. Sie sind für Berlin und Essen bestimmt, da in diesen Städten die Masfierung der Polizeikräfte eine besonders große ist und im Falle des Ausnahmezustandes gerade Berlin und das Ruhrgebiet als taktische Einheit zusammengefaßt werden müssen." Zahlreiche Mitglieder der Sicherheitspolizei, wenn nicht alle, sind in der neuen Schutzpolizei, und diejenigen von ihnen, die in den Kapptagen an Kampfhandlungen beteiligt waren, sollen eine besondere Prämie in Form einer Zulage von 400 m. jährlich erhalten, als Entschädigung dafür, daß ihnen damals in Uebereinstimmung mit dem Reichswehrministerium pro Tag 7 M. Zulage gegeben worden ist. Dem Verdienste seine Krone! war auch unter dem Noste- und Heinekurs Grundsaz. Auf dem Gebiete der Verpflegung werden die Mannschaften besonders behandelt; ihnen wird eine Brotportion von 600 Gramm pro Tag zugebilligt, also mehr als das wurde der Antrag des Unterausschusses, den Paragraphen 45 des Reichsnotopfergeleges dahin zu erweitern, daß statt des 31. Dezember 1920 die Frist bis zum 31. Januar 1921 verlängert wird, angenommen, desgleichen ein deutschnationaler Antrag, sowie eine Entschließung des Zentrums, die auf eine weitere Erleichterung der Zahlungen durch Kriegsanleihe hinausläuft. Die Deckung für die Beamtenbesoldung Der Reichsrat hielt Mittwoch abend eine Sigung ab. Berzeichnis, der auf Reichstosten unterhaltenen Kraftwagen sollte ohne Ausschußberatung durch Kenntnisnahme erledigt werden. Da aber der Preußische Ministerialdirektor Nobis hervorhob, daß es sich um rund 800 Kraftwagen handele, die noch auf Reichskosten unterhalten werden, wurde auf seinen Antrag die Vorlage dem Etatsausschuß überwiesen. Ueber den Gesezentwurf betr. eine weitere vorläufige Regelung des Reichshaushalts für das Rechnungsjahr 1920, der die Neuforderungen für die Beamten enthält, berichtete namens der Ausschüsse Ministerial direktor Sachs. Als nichterträglich erschien es den Vertretern der Länder, daß in der Regierungsvorlage von einer Borsorge für den Mehraufwand der Länder und Gemeinden abgesehen sei. Die Ausschüsse haben deshalb folgenden§ 3 hinzugefügt: Den Ländern sind an den Erträgen der nach§ 2 zu erhebenden oder neu einzuführenden Steuern Anteile zur Bestreitung der Mehrkosten zu gewähren, die ihnen und ihren Gemeinden dadurch erwachsen, daß die Teuerungszuschläge für Beamte und Ruhegehaltsempfänger nach den Grundsägen des§ 1 festgesezt werden usw. Iödner( 3): Das Tempo des Baues an Bergarbeiters wohnungen genügt nicht. 1919 maren cs 3000, im laufenden Jahre sollen 6000 gebaut werden. Im Frieden sind bereits 8000 Wohnungen gebaut worden. Klöckner tritt für Erhöhung des Kohlenaufschlags von 6 Mt. auf 12 Mt. pro Tonne ein. Dadurch würden mehr Mittel für Wohnungsbau flüssig werden. Mumm( Din.) verlangt gleichfalls beschleunigten Wohnungs bau. Er greift den preußischen Minister an wegen mangelnder Unterstügung der Landgesellschaften und verlangt eine Neurege lung der öffentlichen Lasten. Preußischer Minister Braun: Die preußischen Anordnungen widersprechen nicht der Reichsfiedlungsordnung. Die Güter Ichlächterei ist nicht der 3 wedder Reichssiedlung, sondern vielmehr die Schaffung von Kleinsiedlungen. Er ver-; langt, daß parteipolitische Gesichtspunkte ausgeschaltet werden. Gegenüber dem Abg. Mumm behauptet er, daß der Finanzminister die Erhöhung des Stammtapitals der Siedlungen abgelehnt hat. Reichsarbeitsminister Brauns: Es ist zuzugeben, daß die Bautätigkeit im Ruhrrevier nicht genügend lebhaft war. Das lag an der mangelnden Organisation, die jetzt besser ist. Die Erhöhung des Kohlenzuschlags ist unnötig, da mit dem bisherigen Zuschlag von 37 Millionen Mart schon 10 000 Wohnungen hergestellt werden können. Es fehle also nicht an Geld, sondern an Material. Für den Erzbergbau ist tein Zuschlag möglich. Leopold( Dtn.): Jm Mitteldeutschen Brauntohlenbezirt sind nur 1100 Wohnungen gebaut worden bei einer Vermehrung von 70 000 Mann der Belegschaften. Ein Zehntel der Belegschaften ist auf Eisenbahnfahrten, auf Baradenwohnungen angewiesen. Löwenstein( u. S. B.) weist auf Misstände in der Niederlaufis hin. Ez verlangt die Ausnugung einer Bahn, Sie von Kirchhain und den umliegenden Dörfern nach den Bechen führt, damit die Arbeiter nicht 2 Stunden zu ihrer Zeche zu laufen haben. Auch die ehemaligen Militärdörfer, z. B. Behrensdorf, sind nicht ausgenugt, troz meiner Anfrage an die Reichsregierung. Erkelenz( Dem.): Es müssen jährlich mindestens 50 000 Dann wird noch das reals. Siedlerstellen geschaffen werden. tionäre Treiben einiger Referenten im Reichsarbeitsministerium gegen den preußischen Minister Braun erörtert. Doppelte wie für Zivilisten. Allein für Berpflegungstoften antern, sondern daß wir auf dem Wege des Eta is ben Ländern Waffenschiebungen in Thüringen müssen 164,7 Millionen Mark aufgewendet werden, für Be kleidung und Ausrüstung 158 Millionen. Ein besonderes Kapitel bildet die Bewaffnung. Für Waffen- Nahkampfmittel, Munition, Pioniergerät, Fahrzeuge, Fahrräder, Fahrräder, Kraftfahrgerät und Flugzeuge die Polizei braucht Flug die Polizei braucht Flug zeuge für den Fall eines Eisenbahnerstreifs erklärt der Minister, werden insgesamt 225 Millionen angefekt, von denen 60 Millionen im diesjährigen Haushalt stehen. Und da die Schutzpolizei auch untergebracht werden muß, so werden für Kasernenbauten usw. 181 Millionen benötigt. Noch ist die neue Reform nicht vollständig durchgeführt, so erscheint wieder die Entente und erhebt drohend den Finger, seil ihrer Ansicht nach die Entmilitarisierung nicht vormärts gehe. Der Minister des Innern erklärt, ein gutes Gewissen zu haben und mit Ruhe der Zukunft entgegenzusehen. Da tommt der Flensburger Fall, der wiederum den Beweis dafür liefert, daß auch in der neugetauften Polizei der militärische Geist bestimmend ist. Und wer wollte das leugnen? Tatsächlich sind viele Offiziere des alten Heeres in die Sicherheitspolizei eingetreten und in die Schutzpolizei übergetreten. Sie haben den alten wilhelminischen Geist mitgebracht und sind bestrebt, die ihnen unterstellten Be amten in die Hand zu bekommen. Sie betrachten die Polizei mannschaften wie Soldaten und behandeln sie auch als solche. Es ist bezeichnend, daß fürzlich in einer Zusammenkunft höherer Verwaltungsbeamten ein Oberpräsident erklärt hat, daß weit mehr Offiziere des alten Heeres in den Polizeidienst übertreten müßten, um eine straffere Disziplin herbeizuführen. Dieser Oberpräsident heißt Roske und ist der Bater des Kapp- Putsches. Er ist und bleibt Konterrevolu tionär von reinstem Wasser. Der jezige Minister des Innern wendet sich gegen die Militarisierung. Das hilft ihm aber wenig. Die innere Verwaltung Preußens ist von einer wirklichen Reform fast gänzlich unberührt geblieben. Die paar sozialdemokratischen Landräte ändern daran herzlich wenig. 3wischen Anord nungen und Ausführung flafft eine starke Kluft. Ueberall sitzen die alten reaktionären Verwaltungsmenschen und regieren nach altem Rezept. Und weil dem so ist, wird eine neue Polizeireform über eine Ramensänderung nicht viel hinauskommen. Es besteht pielmehr die Gefahr, daß die wilhelminischen Offiziere das alte Preußen wiederherstellen wollen. Dieser militärische Geist lebt auch in der neuen Polizeireform und bildet eine große Gefahr für jede freiheit liche Bewegung. Ernsthafte Reformen müssen sich auf die gesamte Berwaltung Preußens erstrecken und so sein, daß sie auch den Namen verdienen. Solange das Proletariat noch nicht im Besiz der politischen Macht ist und sie ausübt, hieße es die Reaktion stärken, wenn die Arbeiterklasse nicht jetzt schon mit aller Kraft auf eine Umgestaltung dieser Verwal tung hindrängt. Noch bestehen die alten Städteordnungen, die alten Kreis- und Provinzialordnungen, die gesamte Ge meindeverfassung harrt der Erledigung. Für die Arbeitertlasse ist es nicht gleichgültig, wie diese Verfassungen ausgestaltet werden. Sie mit freiheitlichem Geist zu durchfegen, ist eine Aufgabe, die wir heute schon erfüllen müssen. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei ist bemüht, in diesem Sinne zu wirken. Der be vorstehende Wahlkampf gibt uns Gelegenheit, auf dem Gebiete der inneren Verwaltung Preußens vorwärts: zubringen, ohne unser Endziel aus dem Auge zu lassen. Dieses Vorwärtsdrängen wirb um jo tärter sein, je mehr die Massen hinter der Unab hängigen Sozialdemokratischen Partei Partei stehen. Neue indirekte Steuern! Der Steuerausschuß des Reichstages, der vor der Neujahrspause den Gesezentwurf über das Reichsnotopfer nicht erledigen fonnte und ein Rotgesetz für schnellere Erhebung des Reichsnotopfers an bessen Stellen segte, nahm Mittwoch die Beratungen über den Gesezentwurf wieder auf. Zunächst sollen die Frage der Annahme von Kriegsanleihen zur Bezahlung des Reichsnotopfers, dann die Grundsäge für die Wertermittlung der landwirtschaftlichen Grundstücke und schließlich die Novelle zum Eintommensteuergesetz als dringlich vorweg beraten werden. Auf Anfrage des Abgeordneteen Keil( So.) macht Finanzminister Dr. Wirth Mitteilungen über die bei der lekten Konferenz der Landesfinanzämter ausgesprochenen Wünsche. Die Mehraufwendungen, welche den Ländern und Gemeinden aus der reichsgesetzlichen Beamtenaufbesserung erwachsen, sollen vom Reich in Form einer einmaligen Zuwendung geleistet werden. Zuwendungen an die Gemeinden find aber abhängig von erheb lichen Steuerbewilligungen. Weber neue Steuerprojefte gab der Minister aber feine nähere Auskunft. Neue indirette Steuern oder Erhöhung bereits eingeführter feien aber unausbleiblich. Ein Gesezentmurf über die Erhöhung der Bostgebühren werde zunächst porgelegt, ein solcher zur Erhöhung der Fernsprechgebühren wird folgen. Schließlich Reichsfinanzminister Wirth: Wir waren in der Reichsregierung von Anfang der Auffassung, daß schon die Unterstügung der Länder aus der Reichstasse auf dem Weg des Etats ein finanzpolitischer Schritt von außerordentlicher Trans mette ist. Wir haben deshalb in der Reichsregierung die Auffassung gehabt, daß es nicht möglich ist, dies gefeglich zu verbeispringen wollen, deren Notlage wir nicht verkennen. Nachdem ihr Ausschuß einen ähnlichen Beschluß bezüglich der Gemeinden gefaßt hat, wird die Reichsregierung dem Reichstag eine Sondervorlage zugehen lassen, worin der§ 3 nicht ent= halten ist. Ich verkenne die Rotlage der Länder und vieler Gemeinden nicht, aber, zu einem so weitgehenden Schritt für die Gemeinden sich bereit zu erklären, ist von Seiten des Reiches unmöglich und wäre auch durch die Lage sehr vieler Gemeinden sachlich nicht gerechtfertigt. einstimmig angenommen. Die Vorlage wurde nach den Ausschußbeschlüssen mit dem§ 3 Beschlüsse der Eisenbahner Vertrauensvotum für die Verhandlungsleiter die Zersplitterung Gegen Bom Deutschen Eisenbahnerverband wird uns geschrieben: Der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes, der zur Beschlußfassung über das Berhandlungsresultat in Berlin zusammengetreten ist, hat den in den Sechzehner Ausschuß entsandten Mitgliedern durch den nachstehenden einstimmig ge= faßten Beschluß ein Vertrauensvotum ausgestellt: „ Der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnervers bandes ist nach Kenntnisnahme über den Gang der Verhand lungen davon überzeugt, daß ein besseres Ergebnis nicht zu erzielen war. Er ist ferner der Meinung, daß seine Bertreter im Sechzehner- Ausschuß ihre Pflicht poll erfüllt und alles auf geboten haben, um das Beste für die Eisenbahner herauszuholen. Aus diesem Grunde spricht er diesen Kollegen sein volles Vers trauen aus." Eine weitere Entschließung wendet sich gegen die 3eriplitte rungsarbeit der Anhänger der in Moskau gebildeten Gewerks haftsinternationale. Diese Entschließung hat folgenden Wort laut: ,, Die Vorgänge der letzten Zeit, insbesondere anläßlich der jegt zum Abschluß gekommenen Eisenbahnerbewegung, veranlassen den erweiterten Borstand, mit aller Deutlichkeit auszusprechen, daß die Propaganda für die in Mostau gebildeten Gewerkschaftsinternationale und die Befolgung der von ihrer Leitung empfohlenen Richtlinien mit Naturnotwendigkeit zur gegenseitigen 3er fleischung der Gewerkschaftsmitglieder, zur Lahmlegung der Attionsfähigkeit und damit schließlich zur Spaltung der Gewert schaften führen muß. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache sieht sich der erweiterte Vorstand veranlaßt, in Anlehnung an den be reits in der Nummer 48 des Deutschen Eisenbahner" veröffent lichten Aufruf des Vorstandes zum Ausdrud zu bringen, daß Mitglieder, bie eine solche Echpächung und 3ersegung des Verbandes betreiben, als Schädlinge zu betrachten find, gegen die der Borstand mit ben statutarisch zulässigen Mitteln vorzugehen hat. Der erweiterte Vorstand steht auf dem Standpunkt, daß der Verband nur dann seine Aufgaben erfüllen kann, wenn er bie volle Selbständigkeit seiner Entschließungen wahrt, für die das Statut und die Beschlüsse des Verbandstages maßgebend sind. Dementsprechend tommt als Funktionär nur in Betracht, wer seine Tätigkeit in der Gewerkschaft nicht pon der Weifung außerhalb des Verbandes stehender Perfonen oder Stellen abhängig macht, sondern sich streng auf den Boden der oben flar gelegten, von unserem Verbande beschlossenen gewerkschaftlichen Grundsätze stellt." Die Abstimmung über die vorstehende Entschließung erfolgt abjazweise, und zwar wurde der erste Absatz gegen pier Stimmen und der zweite einstimmig angenommen. Das Abstimmungsresultat bringt flar und beutlich zum Ausdruck, daß die Drahtzieher der Mostauer Internationale mit ihrer Zersplitterungsarbeit im Deutschen Eisenbahnerverband auf Granit beißen. Hauptausschuß Besprechungen über das Siedlungswesen Im Sauptausschuß des Reichstags wurden gestern die Be sprechungen fortgelegt. Es wurde in der Hauptsache das Siedlungswesen besprochen. Soch( Sozialdem.) fritisiert die Organisation des Siedlungswejens. Der Reichsrat habe die Million, die der Reichstag für Siedlungszwede eingelegt hat, ohne Gründe abgelehnt. 3wischen Reichstat und Reichstag bestehe ein unerträgliches Verhältnis. Er stellte den Antrag, 60 000 art für Organisation des Erfahrungsaustausches in Siedlungsamt einzustellen. Einzelnen Genossenschaften dürfe tein Geld zugewiesen werden. Dr. Böhm( Dem.): Das Reichsfiedlungsgeses ist in den einzelnen Bundesstaaten nicht eratt durchgeführt. Die preußische Handhabung ist geleswidrig In Braunimeis enteignet man jogar hon bei 15 Morgen, was dem Reichsfiedlungsgejet widerspricht. Die Kommunisten beliefern die Konterrevolution Vor einigen Tagen wurde aus Erfurt gemeldet, daß man in Thüringen großen Waffenschiebungen auf die Spur gekommen sei. Im Anschluß daran wurde von verschiedenen Berhaftungen berichtet. Ueber den Umfang der Schiebungen und die in Betracht kommenden Täter schwiegen sich die Behörden aus. Sie wollten anscheinend die feudale Gesellschaft, die die Schiebungen zu konterrevolutionären Zweden vorgenom= men hatte, nicht bloßstellen. Jetzt ist der Borwärts" in der Lage, einiges Licht in die dunkle Angelegenheit zu bringen. Es steht folgendes feft: Der verhaftete Waffenmeister Keil lernte in Erfurt den Hauptmann von Frankenberger fennen, der ihn beauftragte, 200 Pirschbüchsen und 125 000 Patronen mit Stahlmantel geschossen zu beschaffen. Später wurde die Bestellung auf 500 Gewehre erhöht. Mit der Herstellung der Waffen wurde die Fabrit Kirchner in 3elle( Thür.) beauftragt. Von der bes stellten Munition waren 90 000 Patronen durch die Firma Gustav Genschow u. Co. in Durlach( Baden) bereits ge=' liefert und bei der Firma Haupt- Erfurt eingelagert worden. Keil wurde dann bei dem Abschluß eines Schiebergeschäftes mit der Reichs Treuhandgesellschaft, die für Frankenber ger 25 000 Gewehrteile und 100 000 Batronen geliefert hatte, abgefaßt. 341 A Hauptmann von Frankenberger hat seinen Wohnsiz in Er furt. Als die Waffenschiebungen bekannt wurden, zog es der tapfere Hauptmann vor, auszureißen. Aus den in seiner Wohnung gefundenen Papieren ging hervor, daß Frankenberger außer den Gewehren und der Munition noch folgende militärische Ausrüstungsgegenstände beschaffen sollte: 5000 Militär- ochgeschirre, 5000 Brotbeutel, 2000 Feldflaschen, 15 große Feldküchen, 1 fomplette Großfunkenstation, 100 000 Meter Felbtabel, 15 tomplette Fernsprechstationen, 5 Blinkgeräte, 3 Sanitätswagen, Sanitätsmaterial für 3000 Mann, 4 Bernsprechvermittlungstände u. a. m. Für jeden Boften waren Dednamen ge wählt, um die Schiebung zu verschleiern. Hauptmann von Frantenberger gehörte bis zum Herbst 1920 der fächsischen Sicherheitspolizei an. Die bei ihm beschlagnahmten Papiere ergaben, daß die zur Bestellung gegebenen Waffens unb Ausrüstungsgegenstände an Offiziere unb Rittergutsbefiger in Thüringen verschoben werden sollten. Ein besonderer Bertei lungsplan war feftgelegt. Der Vorwärts" führt im ganzen 30 Berfonen an, die mit Waffen beliefert werden sollten oder fchon beliefert worden sind. Auch die Technische Rothilfe (!!!) in Erfurt tritt als Empfänger auf. Beschämend ist die Tatsache, daß die Waffen für die Konterrevolution in einem Gebiet angefertigt werden, wo die kom munisten die Oberhand in ben Betrieben haben. Dauernd schreien die Kommunisten nach Kontrolle der Produktion und trotzdem sind sie nicht einmal in der Lage, die Herstellung von Waffen zu verweigern, die eines Tages gegen die Arbeiter gerichtet werden. Als im vorigen Jahre die Waffenschiebungen für Waffenschiebungen für Bolen im Gange waren, er der lebten wir hier in Berlin bas gleiche Schauspiel. In Wittenauer Waffenfabrit waren es gerade die kommunistischen Arbeiter, die sich weigerten, die Waffenproduktion, einzustellen. Hier ist nun wieder ein Beweis dafür erbracht, daß die Stom munisten es wohl verstehen, Lärm zu machen und andere, bie ihren Parolen nicht folgen wollen, mit Schmus zu Feweries, baß fie aber unfähig find, irgendeine praktische Maßnahme durchzuführen, selbst dann nicht, wenn es sich um die Verhinde rung der Herstellung von Waffen für die Konterrevolution handelt! Eine schauberhafte Entdeckung! TU, Dortmund, 19. Januar. Auf Grund van Anzeigen über die Bildung bewaffneter Orga nisationen der Kommunistischen Partei wurden im Auftrage der Staatsanwaltschaft Haussuchungen bei den als Führer in Be tracht kommenden Persönlichkeiten in Essen, Düsseldorf, Elberfeld und Lünen bei Dortmund vorgenommen. Er brüdendes Material über das Bestehen einer Roten Armee wurde gefunden. Verschiedene Festnahmen sind erfolgt. Das erdrüdende Material" wird aus Spielberichte bestehen, die auf Befehl angefertigt worden sind, um bei der En tente Cindrud zu schinden, damit sie dem Wunsch der Orgesch regierung gemäß nicht auf die Entwaffnung der Einwohner wehren besteht! Der Anschlußgedante. Im Tiroler Landtag brachten die Ab geordneten Greil und Genossen einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem die Landesregierung aufgefordert wird. sich wegen ber Abstimmung über den Anschluß Defterreichs an Deutschland fofort mit der Bundesregierung ins Einvernehmen zu sehen und die Boltsabftimmung im eigenen Wirkungsfreis am 27. Februar 1921 burchzuführen, falls die Bundesregierung nicht einen früheren Tag bestimmen oder für die Abstimmung nicht ben ersten Sonn tag im März 1921 festiegen sollte. Gegen die Kommunisten Ausschlüsse im Bauarbeiterverband Der italienische Parteitag Heftige Auseinandersetzungen ( Von unserem Sonderforrespondenten.) W. Livorno, 15. Januar. Erster Berhandlungstag. Heute wurde in Livorno der 17. Nationalfongreß der italienischen sozialistischen Partei begonnen. Während die Partei hei ihrem letzten, im Herbst 1919 in Bologna abgehaltenen Kongreß im ganzen 1891 Settionen mit 81 469 Mitgliedern umfaßte, registriert sie heute 4367 Sektionen mit 216 327 Mitgliedern. Dieser gewaltige Siegeszug hat der italienischen Partei zu einer fast ungeahnten politischen Bedeutung verholfen, die sich äußerlich schon dadurch ausdrückt, daß die Partei heute 156 Abgeordnete gegen 47 zur Zeit des Kongresses von Bologna belizt, während sich gleichzeitig die Zahl der in Händen der Partei befindlichen Gemeinden von 350 auf 2220 erhöht hat. ständnis. Die Linte hält ihn für einen Vertreter der deutscher Sozialdemokratischen Partei und will ihn nicht anhören. Erst nach einer Aufklärung durch Gennari kann Levi seine Ansprache beginnen. Er erinnert daran, daß es genau zwei Jahre sind, daß Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Deutschland ermordet Owurden. Aus jenem Ereignis tönne der Kongreß in seiner ent scheidenden Stunde eine große Lehre ziehen: die Notwendigkeit, daß das Proletariat sich einigt im Kampfe gegen seine Feinde. Aber es gebe auch Momente in der Entwicklung der proletarischer Parteien, wo es heißt: es muß geschieden sein. Levi fors dert auf, daß auch das italienische Proletariat sich die Organi sation schaffe, die es zum Siege führen kann. Er schließt mit einem Hoch auf den Kommunismus und die Weltrevolution. Hierauf wird das Telegramm verlesen, in welchem sich Mostau besonders scharf gegen die Anstrengungen des Genossen Gerrati wendet. Es kommt zu erregten 3wischen fällen. Die in den Logen untergebrachten Delegierten be schimpfen sich gegenseitig unter lebhaften Gestitulationen. Rur ihre Absonderung in die durch Wände abgeteilten Logen scheint zu verhindern, daß der Streit in ein Handgemenge ausartet. Die äußerste Linke schlägt hierauf eine Umstellung der Tagesordnung derart vor, daß zunächst die Frage der Inter nationale entschieden wird. Lazzari, mit großem Beifall bes grüßt, tritt dem entgegen und regt an, daß von dem Kongreß zum mindesten erst ein Bericht der nach Moskau delegiert gewesenen Genossen entgegengenommen werde. In der Abstimmung geht der Antrag der äußersten Linten mit schwacher Mehrheit durch. worauf als erster Redner Grazia dei das Wort erhält. Auch die Eisenbahner wehren sich, wie wir an ande rer Stelle mitteilen, durch einen Beschluß, der den in der Moskauer Frage gefaßten Beschlüssen der Bergarbei ter und Metallarbeiter fast wörtlich gleichlautet, gegen die von der kommunistischen Propaganda drohenden Gefahren für die Einheit der Gewerkschaftsbewegung. Die Beschlüsse heben übereinstimmend hervor, daß sie sich mit ihrer ganzen Schärfe wenden werden gegen Mitglieder, die ihre Tätigkeit in der Gewerkschaft abhängig machen von Weisungen, die sie von Personen oder Stellen empfangen, die außerhalb des Verbandes stehen. Der ZuDer Zusammenhang zwischen der Moskauer Gewerkschaftsinternationale und der kommunistischen Propaganda in den Gewerkschaften ist so offenkundig, daß diese Wendung volltommen berechtigt ist. Es ist in der Tat etwas anderes, ob jemand innerhalb einer Organisation für eine geistige Idee, sei es eine solche politischer oder fultureller Art, Propaganda macht, oder ob er an einer von außen gelei teten und finanzierten Sonderbewegung innerhalb der Gesamtorganisation Anteil hat, die durchsteigert, weil auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung die italienische organisatorische Maßnahmen auf die Zusammenfassung aller Gesinnungsgenossen zum gemeinsamen Kampf gegen die gesamte Tendenz und Führung der Gewerkschaften abzielt. Durch ihre ganze Art, wie die Kommunisten ihre Propaganda betreiben, haben sie diese einmütige Abwehrbewegung der Gewertschaftsleitungen her= ausgefordert. Der Eindruck, daß sich die kommunistischen Sonderbestrebungen innerhalb der Gewerkschaften zu einer Gefahr für die Bewegung zu entwickeln drohen, wird dadurch gesteigert, daß die Mostauer Internationale offenfundigen Absplitterungen von den Gewerkschaften ihre Santtion bereits dadurch erteilt hat, daß sie den syndikalistischen Arbeiterunionen Aufnahme gewährt. Soweit diese Beschlüsse als Warnungen und als Merkmale des entschlossenen Widerstandes der Ge= werkschaften gegen die Zersplitterungsgefahren aufzufassen sind, find sie aus dem Bestreben erklärlich, die Einheit der Organisation unter allen Umständen zu erhalten. Gerade wir haben in dem Augenblid, als die Moskaudebatte in unferer Partei einfekte, auf die Konsequenzen der internationalen fommunistischen Propaganda in den Gewerk schaften aufmerksam gemacht und eindringlich vor dem Betreten dieses verderblichen Weges gewarnt. Dennoch möch ten wir jetzt die Verbandsleitungen darauf aufmerksam machen, daß allzu große Schärfen in ihren Maßnahmen die Gefahr nicht zu mildern, sondern zu steigern imstande find. Die Verbandsleitungen haben gegen die Führer des fommunistischen Treibens die Waffe des Ausschlusses in ihrer Hand. Diese ungewöhnlich scharfe und schwerwie gende Waffe kann, ungeschickt oder im unrechten Augenblid angewandt, sich sehr leicht gegen die Verbandsleitungen felber fehren, und gerade den Schaden stiften, der verhütet werden soll. Außerdem möchten wir darauf aufmerksam machen, daß der Ausschluß aus einer Gewerkschaft heute die betroffenen Arbeiter in hohem Maße wirtschaftlich Schädigen kann. Wir erinnern daran, daß das Arbeitsverhältnis immer mehr durch den kollektiven Arbeitsvertrag geregelt wird, und daß die neuere Entwidlung des Tarifvertragswesens den Arbeiter förmlich zwingt, einer Gewerkschaft anzugehören, wenn er der Vorteile der im Tarif festgelegten Arbeitsbedingungen teilhaftig werden will. Den Anspruch, Träger allgemein anerkannter Tarifverträge zu sein, können die Gewerkschaften nur dann erheben, wenn allen Arbeitern ihre Tore offen stehen. Es ist darum verständlich, daß dem Kongreß von Livorno das augenblidliche Interesse nicht nur des proletarischen, sondern auch des bürgerlichen Jtaliens zugewendet ist. Dieses wird noch gesozialistische Partei von der gewaltigsten aller bisherigen Krisen erschüttert ist, die sie gleichzeitig in mehrere Teile zu zer= reizen droht. Nicht weniger als sechs Frattionen stehen miteinander im Ringen, und von diesen Fraktionen selbst weist fast jede wieder mehrere Tendenzen auf. Gemeinsam ist allen diesen Tendenzen der Wille zur Fortsetzung der Zugehörig teit zur dritten Internationale, nur fnüpft jede mehr oder weniger tonkretisierte Bedingungen daran. Als stärkste Fraktion erscheint die vom Genossen Serrati geführte. Gegenüber dem Kongreß von Tours hebt sich der Kongreß von Livorno auch äußerlich schon wesentlich ab. War jener in einer kleinen, kaum den 300 Vertretern Raum bietenden Halle primitiv untergebracht, so tagt der italienische Kongreß in einem stat t= lichen Theater, das nicht nur die erschienenen 3000 Delegierte leicht faßt, sondern auch eine bequeme Unterbringung der etwa 150 Pressevertreter gestattet. Den Vorraum schmücken die Bilder von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Jean Jaurès und Andrez Corta, während über dem Eingang das Bild Lenins angebracht ist. Der geräumige Theatersaal ist sinnvoll mit frischen Guirlanden und roten Blumen ausgeschmüdt. Ueber der Vorstandstribüne hängt ein gewaltiges, non roten Blumen eingefaßtes Bild von Rarl Marx, dessen Augen den ganzen Kongreßsaal zu durchdringen scheinen. Die Delegierten sind im Barkett und in den vier in lauter fleine Logen geteilten Rängen untergebracht. Damit ist die räumliche Bewegungsfreiheit der Delegierten etwas eingeschränkt, was in Anbetracht der Hizigkeit der Italiener vielleicht nicht ganz ohne Wert ist, denn es zwingt sie, ihre Erregungsausbrüche wenigstens auf das Wort und die beliebten Gestitulationen zu beschränken. Aber die Abweichung von dem französischen Kongreß in Tours beschränkt sich nicht nur auf diese Aeußerlichteit. Gleich zu Be= ginn des Kongresses schon plagen die verschiede nen Tendenzen mit aller Wucht aufeinander und verhindern so stundenlang die Aufnahme der Verhandlungen. Schon die Begrüßungsansprache des Genossen Bacci führt zu stürmischen Unterbrechungen. Es erschallen Hochrufe auf Rußland und Schmährufe auf die Sozialdemokraten. Diese Begrüßungsansprache deutet schon flar auf die bevorstehende Spaltung hin. Was auch kommen wird", schließt Bacci, immer werden wir stolzerfüllt sein können über das, was die sozialistische Partei Italiens war und was sie sein wird". Die Vorschläge des Direktoriums über die Zusammenlegung von Bureau und Kommissionen, die eine gleichmäßige Verteilung aller Fraktionen vorsehen, werden ohne Widerspruch angenommen. Hierauf erhält zu einer Begrüßungsansprache Genosse Mon= dolfi, Bürgermeister von Livorno, über dem seit den legten Gemeindewahlen ebenfalls die rote Fahne siegreich weht, das Wort. Er wird von minutenlangem Beifall des ganzen Hauses brausend begrüßt. Rufe ertönen:" Es lebe das rote Livorno! Es in der sorgfältig lebe das sozialistische Livorno!" Mondolfi heißt die Delegierten im Namen der Stadt herzlich willkommen und wünscht den Arbeiten des Kongresses einen guten Berlauf. Gegenüber der drohenden Zerreißung der bis jetzt in ihren Handlungen so ge= schlossenen und einigen Partei fann er seinen eigenen und perreichende Partei zu erhalten. Dann teilt der Sekretär Gennari mit, daß dem Kongres Delegierte verschiedener ausländischer Parteien beiwohnen. Das Direktorium habe einmütig beschlossen, nur solchen Vertretern das Wort zu gestatten, deren Parteien der dritten Internationale anwesend. Dies löst einen schrecklichen Radau bei der extremen Linken aus, und von der Loge, in welcher sich die extremistischen Führer befanden, wird die Ausschließung des anwesenden Ge nossen Wilhelm Dittmann verlangt. Dieser Lärm legt sich Sten Weise Rüdficht nehmen, und darum erscheint uns der Bannfluch, den jegt der Vorstand des Deutschen Bau= arbeiterverbandes gegen Sedert und Brand ler und gleichzeitig gegen den Vorsitzenden des Chemnizer fönlichen Wunsch nicht unterdrücken, eine von Turati bis Bombacci Ortsvereins Otto Bachmann geschleudert hat, als ein Fehler. Die Rote Fahne" ist in der Lage, den Brief au veröffentlichen, der diesen Ausschluß mitteilt. Als Grund für den Ausschluß wird die Einberufung einer Konfe renz von Verbandsmitgliedern nach Halle zur Gründung einer Reichsfraktion von Mitgliedern der Kommunistischen angeschlossen sind. Es seien aber auch Vertreter anderer Barteien Partei innerhalb des Verbandes angegeben. Uns erscheint die Zusammenberufung solcher Konferenzen nicht als genügender Grund für einen solchen Ausschluß, und wir möch ten an Paeplow, der den Brief des Verbandsvorstandes mit unterzeichnet hat, die Frage richten, was er dazu fagen würde, wenn der Deutsche Metallarbeiterverband ein ähn liches Verfahren gegen seine rechtssozialistischen Mitglieder, also gegen die Parteigenossen Paeplows einleiten würde. Es ist bekannt, daß fie ganz ungeniert„ tonspirieren", um Diefen Ausdruck zu gebrauchen. Die rechtssozialistischen Mitglieder des erweiterten Beirates des Deutschen Metallarbeiterverbandes haben darum auch von ihrem Standpunkt aus vollkommen fonsequent gehandelt, als sie im Bei rat gegen den auf die Moskauer Treibereien bezüglichen Beschluß gestimmt haben. Auf keinen Fall zu billigen find aber die folgenden Säge in Paeplows Brief: Es ist uns bekannt, daß auch andere Mitglieder ( vielleicht Salle) des dortigen Vereinsvorstandes der Kommu niftien Partei angehören, und daß der gesamte Bereinsvor Stand Unternehmungen Bachmanns gestützt hat, die gegen das allgemeine Wohl des Verbandes verstoßen. Immerhin wollen wir mit Bachmann solidarisch erklärt. Sollte er es dennoch tun, fo würde auch er den Ausschluß zu gewärtigen haben, wenn er es nicht vorzöge, vorher aus dem Ber bande auszutreten. Wir werden selbst vor einer Auflösung und Neugründung des Vereins nicht zurückschreden, um den verbrecherischen Unfug, den Berband durch kommunistische der andere Sonderorganisationen zu ruinieren, nieberzu schlagen." Das sind Drohungen im Feldwebelton, die man nicht aus spricht, wenn man nicht in den Verdacht geraten will, daß man felbst nicht vor einer Zerstörung der Organisations einheit zurückschreckt. Dieses Beispiel zeigt, daß äußerste Mäßigung der Verbandsleitungen die Voraussekung ist für ein fruchtbares Wirken ihrer warnenden Beschlüsse. Und zu dieser äußersten Mäßigung möchten wir dringend raten, gerade weil wir noch einmal betonen wollen, wir es maren, die mit außerordentlicher Echärfe auf die schädlichen Wirtungen des tommunistischen Treibens aufmerksam ge= macht haben. Maßnahmen gegen kommunistische Mitglieder der Gemerlschaften sollten nur erfolgen auf Grund von Sandlungen, die auf die Zersplitterung der Organisa tion gerichtet sind, niemals auf Grund eines Berdachts. Der Arbeitsplan des Reichstags. Der Veltestenrat des Reichstages einigte sich über die Geschäftserledigung dahin, daß am Donnerstag die unabhängige Interpellation über die#nbahnung erit, als Gennari mitteilt, daß den Vertretern der kommunistischen Internationale nicht angeschlossenen Parteien nur eine eventuelle Erklärung gestattet sei, daß sie im übrigen dem Kongreß als 3uhörer beiwohnen. Alsdann erhält zu einer Begrüßungsansprache der Vertreter der Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands", Dr. Paul Levi, das Wort. Sein Erscheinen führt zu einem MigperGraziadei steht zwischen der Fraktion Serrati und der äußersten Linken. Er spricht aber ganz im Sinne der Extremisten und verteidigt den Zerror. Von allen zur Frage der Internationale vorliegenden Anträgen seien nur zwei aufrichtig. Der Antrag der kommunistischen Fraktion, welche an die Be dingungen keine Vorbehalte fnüpfe, und der Antrag Ba Iberi, der erkläre, diese nicht annehmen zu können. Welches sind die Motive für die Annahme oder Nichtannahme der Moskauer Be dingungen? Balderi sagt: Wir fönnen sie nicht annehmen, weil wir die Autonomie für die Partei behalten wollen. Das er flären auch Serrati und seine Freunde. Tatsächlich werde die Autonomie von der dritten Internationale auch zugestanden. Freis lich in einem anderen Sinne, als Baratono diese auslege und ver lange. Der Kongreß von Moskau stelle die Autonomie der Partei unter die Kontrolle des Exekutivkomitees der dritten Internatio nale. Das bilde gerade eine der grundlegenden Forderungen der Internationale, und wer diese nicht anerkenne, schließe sich selbst von der dritten Internationale aus. Als der Redner in diesem Zusammenhang den Kongreß von Tours erwähnt und von der französischen Linten spricht, werden ihm die Namen Cachin und Frossard entgegengehalten, worauf Graziadei erklärt, daß wenn immer er von der französischen Linken spreche, er Cachin und Frossard ausnehme. Das ist zwar für die französischen Neufommu nisten wenig schmeichelhaft, aber es zeigt, wie die italienischen Extremen sie bewerten. Graziadei weist dann den Vorwurf des Spaltungswillens zurück und erklärt, daß keine Bewegung etwas vermag, wenn sie nicht mit einem festen inernationalen Stamm verwachsen ist. Disziplin fei nur eine höhere Form der Freiheit. Der Kongreß von Bologna habe im September 1919 den Anschluß an die dritte Internationale gutgeheißen. Die Thesen des zweiten Kongresses von Moskau seiem nichts anderes als die Fortentwicklung der auf dem ersten Kongreß gefaßten Beschlüsse. Die Partei tönne also den Thesen des zweiten Kongresses die Zustimmung nicht versagen, ohne ihren früheren Beschluß zu verleugnen. Mit einem Hoch auf die dritte Internationale und den Kom munismus schließt Graziadei. Hierauf findet Bertagung auf Sonntag vormittag 9 Uhr statt. Livorno, 18. Januar. chil Die Vormittagsfizung des Sozialistentongresses wurde vielfach durch den heftigen Meinungsaustausch zwischen Kommunisten und einem Vertreter des Gewerkschaftsverbandes gestört, die sich ge= genseitig beschimpften. In der Nachmittagssigung nahm der Kongreß eine Entschließung zugunsten der ungarischen Kommunisten an, deren Auslieferung von der ungarischen Regie rung gefordert wird. Darauf nahm Vacirca heftig gegen diejenigen Stellung, die die Anwendung von Gewalt predigen, und wies darauf hin, daß die 3wischenfälle pon Bo logna bewiesen, daß die Staatsorgane noch sehr start seien. Er erklärt, daß die sozialistischen Gewalttaten auf die Bartei selbst zurüdfielen. Seine Ausführungen riefen so lebhaften Widerspruch bei seinen Gegnern hervor, daß er seine Rede unterbrechen mußte. Es tam zu einem wüsten Lärm. Stellen weise wurde man handgemein. Der Anhänger der dritten In ternationale Bombacci zog einen Revolver und zielte auf Bacirca. Andere Kongreßteilnehmer warfen sich auf Bombacci und drängten ihn aus dem Saal. Nachdem sich der Lärm etwas gelegt hatte, gelang es Bacirca, weiter zu sprechen. Doch murde er noch fortgesetzt unterbrochen. Wir müssen die Gewähr für die Richtigkeit der vorstehenden ersten Verhandlungstag, den wir obenstehend wiedergeben, Meldung dem W.T.B. überlassen. Nach dem Bericht über den Scheinen allerdings die Gemüter durch die unglüdselige Spal tungspolitik der Moskauer Internationale derartig erregt zu sein, daß derartige Vorfälle immerhin möglich sein könnten. der Beziehungen zu Rußland zur Verhandlung gestellt und dann Stresemann will das Schwert ziehen! Mit in die Beratung des Etats eingetreten werden soll. In der nächsten Woche soll dann die Beratung der Interpellation betreffend die Lage in Oberschlesien eingeschoben werden. Rüdsicht auf die Wahlen zur preußischen Landesversammlung werden die Beratungen des Reichstages vom 4. bis 22. Februar ausgelegt. Schießt sie nieder! Herr Lebius, der Herausgeber der Staatsbürgerzeitung", richtete por einigen Wochen an seine deutschen Mitbürger die Aufforderung, die Männer des Bundes neues Bater land, einer pazifistischen Organisation, niederzuschießen. Dieser Aufforderung ist zum großen Leidwesen des ehrenwerten Herrn Lebius bisher noch teine Folge geleistet worden; er wiederholt sie deshalb in der neuesten Nummer feines Blattes noch einmal: " Ich rufe deshalb erneut und abermals meine deutschen Mitbürger auf, diese Salunken und Verbrecher nieberzus schießen, wo sich die Möglichkeit bazu bietet. Die Zeiten des feigen Geschehenlassens sind vorüber!" Herr Lebius behauptet, die Ermordung der pazifistischen Fülh rer sei notwendig zur Verteidigung der Republif. Es würde sich fein Staatsanwalt finden, der gegen die Auffor derung zum Mord etwas einzuwenden habe. Herr Lebius hat da= mit nicht ganz unrecht, denn nachdem der Mörber Rogel außer Verfolgung gesezt worden ist, weil er aus„ politischen Motiven" gehandelt hat, wird es Herrn Lebius nicht schwer fal len, den Maschen des Gesetzes zu entschlüpfen, menn er lediglich die Aufforderung zum Mord an die Mitwelt ergehen läßt. Der Staatsanwalt wird ihn sicher nicht stören, auch dann nicht, wenn Lebius zweds besserer Anreizung eine Belohnung aussett. Im Falle des Mordes an Rosa Luxemburg und karl Liebinet fonnte das ja auch ungestraft geschehen! In den letzten Tagen ist bei Vollbier und Rotwein van den nationalistischen Bramabaseuren wieder außerordentlich viel ge= legentlich eines Festaktes, der in Erinnerung an die Reichsgrünredet worden. Natürlich war auch Stresemann dabei. Gedung veranstaltet wurde, erklärte er, die deutsche Macht sei zwar gebrochen, aber es bliebe der deutsche Idealismus und die Hoffe nung auf das neue deutsche Schwert. Auch für ein neues Kaisertum trat er ein. " 1 Wenn sich die Nationalisten auf Stresemann stüßen sollten, sobald die neuen Schwerter" gezogen werden, dann werden sie ben guten Mann lange suchen müssen. Stresemann hat es nämlich schon im Kriege vorgezogen, zu Hause zu bleiben, obwohl er K. v. war. Er wird dieses lobenswerte Verhalten auch in Zu funft nicht abstreifen. Wilhelm Förster Gestern früh ist, neunzigjährig, Professor Wilhelm Förster ge storben. Förster war ein bedeutender Astronom, der von 1865 bis 1904 Direktor der Sternwarte gewesen ist. Er war außerdem ein aufrechter Charakter, dem alles Streber tum ein Greuel war, dessen Streben dem Ziel galt, Wissen und Kunst zum Besitz der arbeitenden Klassen zu machen, fie mit der Ethit der Solidarität zu erfüllen. In diesem Sinne gründete ez mit Gizydi und Tönnies die Gesellschaft für Ethische Kultur und die Urania. Darüber hinaus war er ein Förderer aller Bildungsbestrebungen und des Bibliothekwesens. Er haßte dex Militarismus, unb ber Krieg erfüllte ihn mit Ahieu und Entsezen. Er war, wie auch sein ältester Sohn,& riebrich Wilhelm örster, überzeugter Bazi fift. Ein aufrichtiger Freund der Arbeiterklasse ist mit ihm da hingegangen Inventur- Ausverkauf Mus, selin bedruckt, hübsche Muster... Meter Blusenstoffe und andere außergewöhnliche Gelegenheitsangebote 12.⁹⁰ M2250 gestreift, hübsche Muster. Meter Schotten 2350 doppeltbreit, für Blusen u. Kleider Satin ... Meter seidenglänzend, türkisch gemustert Popeline Meter mit kunstseldenem Durchzug Meter 24.50 2950 Block- Karos 3950 verschiedene Stellungen, doppeltbrelt.... Meter Nur noch Donnerstag, Freitag, Sonnabend Kniebeinkleid Renforce mit Languette........ 2975 Kniebeinkleid Renforce mit Stickerelansatz.. 3350 Damenhemd Renforce mit Stickereigernierung. 3950 Unterrock mit brettem Stickerel- Volant aus gutem Wäschestoff mit reicher Stickereigarnierung 4650 Nachthemden für Demen, aus prime Renforce 8750 Renforce ca. 80 cm breit.. Meter 1290 Meter 1680 Madapolam elegante Qualität.......... Meter 1675 Louisiana Kopfkissenbrette... Bettzeug geblämt Molton gebleicht......... Herrenhosenträger starkes Guriband mitt auswechsel- 750 baren Tellen Meter 1680 Meter 1930 Herrenhosenträger starkes Gummiband mit Leder- 950 verarbeitung. Damenhandschuhe 695 Trikot, farbig, 2 Druckknöpfe....... Damenhandschuhe Trikot oder Imlifert Wildleder, farbig, 2 Druckknöpfe...... 895 Damenstrümpfe 795 lang, schwarz.. Damenstrümpfe leng, schwarz. kräftig: Qualität, mit verstärkter Ferse und Spitze..... Damenstrümpfe Flor, feinfädig, breiter Doppelrand, Doppelsohle u. Ferse, schwarz, farbig Herrensocken 1495 1975 graumeliert, Fuß ohne Naht........ 795 Kaffee JANDORFE frisch gebrannt 1/2 Pfd. 11.- 12.Beile- Alliance- Str. Gr.Frankfurter Str. Brunnenstrasse KottbuserDamm WilmersdorferStr. Theater und Bergnügungen Bolksbühne Lessing Theater 7 Uhr: Rabale u. Liebe Direkt.: Victor Barnowsky 7 Uhr: Flamme Neues Bolkstheater( Dorsch, Hartmann, Klein- Rogge, 7: Benfion Schöller Freitag 7 Uhr: Beer Gynt Deutsch. Künstl.- Theater Köpenicker Str. 68. Staatstheater. Opernhaus 6 Uhr; Die Gezeichneten Schauspielhaus 7 Uhr: Die Sterne Direktion: Mag Reinhardt. Deutsches Theater 7 Uhr: Romeo and Julia Kammerspiele 8 Uhr: Stella Großes Schauspielhaus Karlstraße 7 Uhr: Florian Geyer ( 19. Abteilung, 3. Abend) Prock!) Allabendlich 71% Uhr: Die Scheidungsreife Sonnabend 3 1. Rinbervorst. ( Max Adalbert, Trade Hesterberg) Fizlifiz Theater i. d. Königgräger Str. 8 Uhr: Salome Sonntag nachm.: Rausch Komödienhaus 18 U.: Die Sache mit Lola mit Max Pallenberg Stg. nachm.: Herr Minister Berliner Theater 8 Uhr: Die spanische Nachtigall mit Frigi Maffary Hans Waßmann, Emmy Sturm, Neues Operettenhaus Julius Brandt, Reinhold Basch, Direktion Jean Rren Allabenblich 7 1hr: Bu- Shi tanzt Sonntag 3: Der Obersteiger Trianon Theater : Täglich 7 Uhr: Carl Clewing in Kammermusik Freitag, den 21. Januar, 7 Uhr: Bum 1. Male: Das Wundermittel Komödie von Ludwig Fulda Residenz Theater $ Täglich 7%, lhr: Lady Windermeres Fächer Arnstadt, Sanbrock, Toelle, Korff, Paul Dito, Mamelock Olga Engl. Stg.nachm.: Der legte Walzer APOLLO Friedrichstr. 218 Das Publikum wird gefilmt allabendlich unter persönlicher Regie von Leo Peukert und weitere Attraktionen Theater am Kottbuser Tor Rottbuser Str. 6-7 Täglich 7 n. Sonntag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger Bum Schluß: Tannhäuser ( Parodie) Nachm. halbe Pr. Sonnabend 4 Uhr, kleine Preise: Borverkauf: 11-1, u. 4-6 Aschenbrödel Sonntag 4 Uhr: Die Freundin Th. am Nollendorfplat 31. Räthehen v.Heilbronn 7 Uhr: Wenn Liebe erwacht... Stg. nachm. Der Jugbaron. Rose- Theater 71 Uhr: VARIETE KABARETT Behrenstraße 54. Punkt 7 Uhr Johannisfeuer Riesen- Jubiläums-( 25.) Spielplan 8 Casino Theater 8 Der Fehltritt einer Frau 4,8 428 Etg. 3%, U.: Cine fidele Ehe Folies Caprice am Oranienburger Tor Der Doppelgänger Der fchlave Theophil Pfeffer und Salz Königstads- Theater Alexanderstr.21 Bhf, Jannowitzb. Täglich Gala- Sänger 7.30 H.: Residenz Kasino Blumenstraße 10 Tägl. Gr.Ball f. d. ältere Jugend Nur Rundtänge Dienst.: Gratis- Berlofung Donnerstags: Prämiierung Anfang 6 Uhr 13 Schlager SCALA LUTHERSTRASSE 730 DIE VARIETE BÜHNE Brachtjäle Alt- Berlin Blumenftr. 10, Rino- Eing. Gr. Ball fir bie modern tanzende Jugend Dienstag: Gratis- Berlojung Mittwoch: Walger Donnerstag: Breistangen Anfang 7 Uhr Dynamodraht in Baumwolle, Seide und Emaille, kauft jedes Ponten Elektrobüro, Grüner Weg 100. NEUE WELT Arnold Scholz Hasenheide 108-114 Heute Donnerstag, den 20. Januar 1921 bayr. Bierfest BF Prämiierung Drei bare Gelbpreife 300.-, 200,- 100,- mk. Anmeldungen bis 91% Uhr an der Raffe Anfang 6 Uhr 5 Rapellen 30 bayr. Mabi Theater i. d. Königgräger Str. Mittwoch, den 26. Januar, 7 Uhr: Zum erften Male: Jekaterina Jwanowna Drama in 4 Aufzügen von Leonid Andrejem Sansibarsteller: Lucie Höflich, Paul Bildt, Ernst Dernburg, Ernst Bröckl, R. A. Römer, Margarete Schlegel Regie: Svend Gade Zur bevorstehenden Landtagswahl erschienen soeben: Die Berfassung des Freistaates Preußen Preis 2,00 Mark * Wahlgesetz zum Preußischen Landtag, Provinzial Landtags. und Kreistags Wahlgeseh Preis 2.50 Mart Organisationen Preisermäßigung Buchhandlung ,, Freiheit" Berlin C2 7 Breite Straße 8.9 Spezial- Arzt Dr. Skotte für alle GefchlechtsHaut, Harne, Frauenletben, hartnäckige Ausfüffe, Ausschlag, Mannesschwäche, Syphilis Radwels in alten u. zweifelhaften Fällen durch Blutuntersuchung. Komb. Nen u. Silber- Salvarjan Kuren. Separates Damenzimmer. ältesten Rurs etg.0-1. Dir.:A.Löser sentit fer geöff. Nur Rosenthalerstr.69-70 Rosenthaler Platz. Spezial- Arzt Dr. Saffé für Geschlechts, Hante, Harns, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Syphilis. Ruren, Blutuntersuchungen, Rach beendeter Inventur ganz bedeutend herabgesetzic Preise Möbel Herrenzimmer Speisezimmer Schlafzimmer Farb. Küchen Einzel- Möbel Polsterwaren Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. B. FEDER Norden: Brunnenstrasse 1 Osten: Frankfurter Allee 350 saden: Kottbuser Damm 103 Westen: charlottenburg, Scharrenst.5 Auf Wunsch Zahlungserleichterung! Man meibe Nachahmungen! Reichel's Hustent opfen helfen schnell und sicher Nur echt mit Marke Medico" Flasche M. 4.50 Jn, Drogerien u. Apotheken, wo nicht, burch Otto Relchel, Berlin 46 Eisenbahnstrasse 4 Geschlechtskranke fanden, wenn alles andere persagte, nachweis bar noch Hilfe im Natures Institut( ärztliche Leitung), Blücherplay3.( Hallesch. Tor) 10-1 4-8, Sonnt. 11-1. Damen gimmer feparat. Jeder Kranke Derlange Dr. med. Ludwigs Aufs klärungsschrift für. 2.60 im nerfchloff. Umschlag ohne Aufs bryck. Angabe des Leidens erforderlich. Händler gesucht für den Vertrieb aktueller Broschüren Buchhandlung Freiheit, 4 Breite Straße 8/9. Münzen Vefmarken kauft Großmann, Johannisstr. 4. Bugang v. d. Friedrichst.( Nr.108) Norden 106 21 Gollnowstr. 5 für sämtliche Altmetalle flaumenmus Boftf. 9, fd. 50.- Mark Deutscher Metallarbeiter- Berband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende Rollegen ges ftorben find: Der Arbeiter Max Wenk Prenzlauer Berg 7, am 15. b. mts. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. Januar, nachmittags 11, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Kirchhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus ftatt. Der Dreher Robert Herda Lindower Straße 26, am 16. b. Mts. Die Einäfcherung findet am Sonnabenb, ben 22. Jan., nachm. 2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße, statt. Der Bohrer Heinrich Schönewolf Rostocker Straße 38, am 16. d. Mts. Die Beerdigung findet am Donnerstag, ben 20. Januar, nachmittags 1, Uhr, von der Leichenhalle des Krankens hauses Moabit, Moabit, Birkenstraße, aus ftatt. Der Dreher Gustav Richter Rofenthal, Biktoriaftr. 7, am 16. d. Mts. Die Beerdigung findet am Freitag. Den 21. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle bes Reuen Gemeinde- Kirchhofes in Rosenthal I, Uhlandstr., aus ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Den Kollegen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder verstorben find: Der Arbeiter Ferdinand Buczewsky Charlottenburg, Stallstraße 2, am 9. b. mts. Der Dreher Gustav Lüttge Neukölln, Reuterstraße 98, am 12. b. mis. Der Gürtler Ernst Langjahr Andreasstraße 63, am 13. b. Mis. Der Schloffer August Mex Oberschöneweide, Wilhelminenhofstraße 1, am 14. b. Mts. Ehre ihrem Undenken! Die Ortsverwaltung. Broduktiv- Genoſenſchaft für Metall- u. Holzbearbeitung Groß- Berlin e.6.m.b.5./Berlin D17, Markgrafendamm 28 Am Sonnabend, den 29. Jannar 1921, nachmittags 2 Uhr, in Café Bellevue, Lichtenberg, Hauptstraße 6 2. Statuten- Be außerordenti. Generalversammlung Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. i. 3. Beschlußfaffung über Annahme oder Ablehnung brich, Grünberg L. Schratung. ber bote Smelprelie Kupfer glieber. 5. Erfagmahl für die ausscheidenden Vorstandsmitgliede 6. Ergänzungswahlen der Erfagmänner zum Aufsichtsrat. 7. Anträge Der Vorstand. Spiralbohrer, Meffing. 3inn usw. Reibahlen, Gewindebohrer, Duedilber, Zahngebie Schneideisen, Schmirgelleinen, M. Barth. Windmüller. Brien, and a cram Blatin, Gold, Silberra Berfette Geldschrautſchloffer Feilen, Runde und Bierkante meffing unb chemisch reines Duecksilber Berlin SW 68, Alte Jakobftr. 7 kauft höchsten Tagespreifen Frauzom, Brunnenstr. 11 Beusselstr. 29 Fennstr. Weidenweg 4872 Zinn, Lagermetall, Kupfer usw. Kupfer, Rotgus, effing, Blei kauft Wiemer ( pec. chron.Harnleid. u. Uusflüffe, Licht- u. Finfen- ble Buttbufer Straße 301 berbells Dir. O.Löser, Münzstr. 9 in Ant. Löfer, nake Mleganberplag. 9-1, 4-8, Sonntage 9.1. Damen feparat Mirbaftraße 4, Hof 30 uniberblefbaren Schmelzpreisen hauft Urban tägl. alte Bahngebiffe, auch gerbrochene. Stiftzaba 12 Gramm 160., latin, Golbe, Silberbrach, Brennstifte, Münzen afw. Einkauf täglich bis 7 Uhr. Bei Ankauf Fahrgelboergütung. Manteuffelstraße 71, Laden. Bantow, Wollantstr. 31 kauft TUTEL, Echivelbeiner Straße 5. afterblindeter Genoffe empfiehlt sich alsKlaviterftiminer. Basselbach, Reukölln, Niemen ftraße 10. Alte Gebisse= auch einzelne Zähne Stück 6-200 Mark. Messing Kupfer Blel und Zink Golden. kauft Tagespreifex Ang. u. 67 Inserateuabtlg... Freiheit", Brette Str.8-9 als Kolonnenführer für dauernde Arbeit bei hohem Berdienst von Berliner Werk gesucht Aachener Dombau- Geld- Lotterie. 335500. Berliner Lotterie 16., 17. Februar. M. 75000. Gewinn- Plan i. W.: 50000 25000 10. 8.W. 100000 M 60000* Los 4 M. Porto Liste Los 4 M. Porto Liste Los 300 M. 1 M. mehr. Porto n. Liste 1 M. mehr. G. m. Losvertrieb Emil Haase b b. Berlin, Oranienburger Str. 51, Eckhaus Friedrichstrasse. Scharf& Schmidt, Elſaffer Str. 15 Genoſſen, beachtet unsere Inserenten! 78 Ede Aderfir. Mr. 31 Beilage zur„ Freiheit" Das monarchistische Paradies Deutscher Reichstag Mittwoch, den 19. Januar, 2 Uhr mittags. Bräfident Löbe eröffnet die Sigung mit einer Ansprache, in der er des 50jährigen Gedenktages der Reichsgründung gedenkt. PräFibent Löbe gebentt ferner des Ablebens des Abgeordneten Le= gien( 6oz.), dessen fachliche Tätigkeit ihm Ansehen und Aner fennung auch außerhalb seiner politischen Freunde und über die Grenzen unseres Landes hinaus eingetragen hat.( Der Reichstag hat fich zu Ehren des Verstorbenen von den Blägen erhoben.) Bräfident Löbe gedentt meiter des verstorbenen früheren Reichstanzler Dr. von Bethmann Sollweg, der seine Arbeitstraft in trüber Zeit dem Hause gewidmet hat.( Die Abgeordneten, mit Ausnahme der Kommunisten, haben sich von ihren Blägen erhoben.) Wir wollen uns nicht in den Streit verfenten, der sich an feine Arbeit gefnüpft hat. 3m Angesichte des Todes überbrüden fich die Gegensäge.( Burufe der Kommunisten: Er ist ein Kriegschuldiger! 3wei Millionen Tote! Lebhafte Pfuirufe im ganzen Sause.) Die gute Absicht wird ihm faum von irgendeiner Seite bestritten werden. Wenn der Erfolg ber guten Absicht nicht immer enisprochen hat, so ist das fein Grund, ihm eine stille Ehrung zu verjagen.( Lebhafte Zustimmung.) Vor Eintritt in die Tagesord nung verlieft der Abgeordnete Dr. Levi( Komm.) einen Broteft feiner Fraktion gegen die Feier der Reichsgründung. Das Saus tritt fodann in ble Tagesordnung ein und verweist in erster Lesung die drei Gelegentwürfe über den Er lag von Kriegsschäden im Ausland, über den Ersatz von Kriegsschäden in den ehemaligen deutschen Schutzgebieten und über den Ersatz der durch die Abtretung deutscher Reichsgebiete entstandenen Schäden an eine besondere Kommission. Der Belagerungszustand in Bayern Es folgt der Antrag Aderhold( U. Soz.) beir. Außerkraftlegung der von der bayrischen Regierung auf Grund des Art. 48 Abs. 4 für Bayern getroffenen Maßnahmen. Soldmann- Franten( U. S. P.): Die süddeutschen Staaten, nicht zulegt Bayern, galten bis zum Zusammenbruch des Wilhelminischen Regimes im Gegenjas zum alten Breußen für demokratisch. Das war einmal. Heute gilt Bayern als das reaktionärfte Lagd innerhalb der deutschen Stagtengemeinschaft. Ein halbes Jahr schmachtet das bayrische Bolt unter dem Belagerungszustand. Dauerno erfährt dieses Ausnahmerecht weitere Berlchärfungen. Nicht nur öffent liche Versammlungen, sondern auch Mitglieder nerfammlungen der Gewerkschaften unterliegen allen möglichen Schifanen. Erfreu lich ist, daß die Rechtssozialisten sich gemeinsam mit uns gegen dies Jen unwürdigen Zustand erheben. Wohl nicht zuletzt deshalb, meil fie nunmehr von der Regierung Kahr mit eigenen Ruien geprügelt werden. Neben dem Belagerungszustand bestehen in Bayern noch die mit Gesetz vom 12. Juli 1919 geschaffenen Boltsgerichte. Rein äußerlich hat sich ja nunmehr die Kahrregierung der Reichsverfassung angepaßt. Der Artikel 48 Abs. 4 der Verfassung fieht den Belagerungszustand nur als vorüber: gehend gegeben an. Wenn Cavour einmal den Sah prägte, bak mit dem Belagerungszustand jeder Esel regieren fönne, so mu eine solche Ejelei um jo grotesfer wirken, je länger fie bauert. Richtig ist allerdings, daß die unfähige Regierung Kahr sich nur mit dem Belagerungszustand am Ruder erhalten tann. Der BeTagerungszustand, wie er in Bayern angewandt wird, ist ein bru tales Ausnahmegeleh gegen die sozialistische Arbeiterschaft und alle freiheitlich demokratischen Elemente. Es hat fast den Anschein, als ob die Regierung die Arbeitermassen provozieren wolle. Die nach der Reichsverfassung gewährte Freiheit ber Person, Wahrung des Briefgeheimnifies, unanfatbarkeit der Wohnung ezinieren in Bayern Ion längst nicht mehr. Saussuchung, gestüt auf Denun iationen erbärmlicher Spigel, find an der Tagesordnung. Wahrung des Briefgeheimnisses gilt für verdächtige Berjonen überhaupt nicht mehr. Lautet boch bei Telephonitörung jo mancher unwilliger Ausbrud: Was für ein Spigel mag denn jest wieder mit feinen Ohren in der Leitung hängen. Die Soldmann schildert jobann das Berbot des Augsburger Bolts wille", die Drohung gegenüber dem rechtssozialistischen Blatt von Bayreuth, bak sin völliges Berbot erfolge, wenn man noch einmal on realtionären Bestrebungen ber bayrischen Einwohnerwehr Schreibe. Dagegen tönnen Konterrevolutionäre und monarchistische ( S41sk) Zu Tode gehetzt Bon Marion. Sus dem Bofnissen son Stefanie Gebearing. Wutschnaubend lief er in den Schlafraum. Er war leer. Sie durchliefen das Krantenhaus, sahen unter alle Betten, brüllten, brohten mit Gottesstrafe und Rache der Behörden, donnerten, daß sie das Krantenhaus zertrümmern würden. Erschroden eilten die Hausbiener, die Pflegerinnen, sogar die Aerzte herbei, alle halfen suchen und sahen eifrig unter alle Tische, Betten und Schränke... Bergeblich.dis Wazlaw hielt sich drei Tage an einem sicheren Ort auf. Da ,, in die Welt" hinauszuschauen. Wist Ihr auch, daß man Euch wegen Anftiftung zu be waffnetem Widerstand verbächtigt hat und daß das Urteil bereits gefällt ist?" 26 Wie lautet es?" Der Genosse zögerte. Bum Tode verurteilt sagte er schließlich. Mazlaw machte eine gleichgültige Bewegung mit der Sand. Um so besser. Ich habe nichts mehr zu verlieren." V. Er stand Posten. Der übermenschlich angespannte Wille drängte sich in ihm zu einer alles umfassenden Riefentat. In diesen legten entscheidenden Augenbliden fühlte er fast hellseherisch. Endlich tam die Equipage. Er maß den Raum mit ruhigem Auge, trat vor und schleuberte die Bombe aus aller Kraft. Die Straßen und Häuser erzitterten in den Fugen. Ein langgedehnter, bonnernder Krach ertönte. Aus dem zer trümmerten Wagen fiel der Würdenträger auf ben Straßendamm. Die verwundeten Pferde trugen die Reste ber Deichsel davon und raften vor sich hin, durch die erschrodenen Reihen des Publikums hindurch. Mazlam fiel, von den Splittern des Wurfs betäubt und permundet, aber er fühlte feinen Schmerz Organe die scha miofeste Propaganda treiben. Geradezu lächerlich wirte das Verbot eines Aufrufs, der Stimmenthaltung bei dem legten Bollsentscheid in München forderte. Unterbrüdung und Schitane gegen die Arbeiterschaft auf der einen Seite, Duldung und Unterstügung der reaktionären Institution auf der anderen Seite. Die Verbindung von Reichswehr, Orgejch und Einwohner. wehr ist längst ein offenes Geheimnis. Ebenso das Ränkeschmieden Ludendorffs und der bayrischen Prinzen, die im Borort Solin bei München ihr Spiel treiben tönnen. Die Beziehungen der letzteren zu ihr Spiel treiben tönnen. Die Beziehungen der legteren zu Kapp- Lüttwig bestanden nicht nur beim Märzputsch, wie ein verlesenes Telegramm beweist, sondern bauern auch heute unverändert fort. Die Regierung Kahr, Böhner, Roth- Escherich ist in Wirklichkeit das, was die Urheber des Putsches erstrebten. Eine geradezu ffandaloje Einrichtung sind die der Staats. tommillare. Unser Genosse schildert sodann die Niedertnüppelung der Jugendlichen in Nürnberg, ebenso das Aufbieten Arbeitslosendemonstration. Der Nürnberger Stadtrat hat sich der gesamten Nürnberger Garnison anläßlich einer völlig ruhigen Arbeitslosendemonstration. Der Nürnberger Stadtrat hat sich einstimmig gegen diese Brutalitäten des Staatskommiffars Gareis gewandt, auch eine Deputation nach München gelandt, welche jedoch unverrichteter Dinge zurüctehrte. In gleich brutaler Weise ging man in Würzburg bei einer Lebensmitteldemon stration vor, in Regensburg ließ der Staatstommiffar Gumpenberg die ganze Garnison mobilisieren gegen zirka 100 demonstrierende Schwerkriegsbesaäbigte. Die Gewaltherrschaft des in München so berüchtigten Staatstommifars Böhner eingehend zu würdigen, wäre faft zuviel Ehre jür diesen Herrn. Es jei an dieser Stelle nur auf das vollständig ungesegliche Verbot von Frant Wedetinds SchauSpiel Schloß Wetterstein" hingewiesen, wo man nicht etwa gegen bie Rüpeleien gewisser Mudertreise vorging, sondern der Diret tion der Münchener Kammerspiele furzerhand die Weiteraufführung dieses Stüdes untersagte. Das alles, obwohl in Deutschland laut Verfassung teinerlei Zenjur besteht! Der Herr Justizminister Roth, der eigentlich als Süter des Rechts in Bayern in Frage tommen sollte, gibt offen Mängel und Unhaltbarkeit der Boltsgerichte zu, weigert sich jedoch, diese zu beheben, da sonst diese Ausnahmegerichte auffliegen fönnten. Das abgetürzte Verfahren in eine schlimme Särte für die Angeklagten, das Fehlen jeden Rechtsmittels eine direkte Barbarei. Reuerdings treibt dieser Ausnahmezustand ganz absonderliche Blüten. Die kleinste Bereinigung hat ihre Bersammlun gen anzumelden. und muß sich Ueberwachung gefallen lassen. In Augsburg verlangte man sogar die Anmeldung der Zusammenkünfte der örtlichen Betriebsräte, was eine flagrante Gesegesverlegung ist. Nach§ 165 der R.-B. dienen die Betriebsräte rein wirtschaftlichen Gründen und bedeutet das Verlangen der Augsburger Bolizei eine direkte Unterbindung ehrenamtlicher Funktionen nach Art. 135 des Betriebsrätegesetzes. Unser Genosse geht jobann noch auf einen som 28. November 1920 datierten Geheimerlaß ein, in welchem man von den Verwaltungsbehörden verlangt, daß für verdächtige Personen Berlonalatten anzulegen feien, welche unter besonderen Berschluß des Amtsvorstandes zu nehmen wären. Außerdem sollen bie Ortsbehörden unaufgefordert Berichte von Versammlungen und verdächtige Zeitungsartitel einsenden, soweit man glaubt, daß ein Einschreiten sich ermöglichen lasse. Die im Dezernat 5 a beim Polizeipräsidium München eingerichtete Spigelzentrale erstredt fich nicht nur auf bayrische Staatsangehörige, sondern wird gegenüber allen Personen angewandt, die auch nur einmal in einer politischen Versammlung in Bayern auftreten. Die oft von uns ausgesprochene Befürchtung, daß die Monarchisten einen gewalt. jamen Umfturz zur Errichtung der Monarchie planen, muß heute felbft Graf Bothmer im Königsboten" zugeben, was letzten Endes dem Konturzenzneib entspringt, da ein Teil der Monarchisten für die Wittelsbacher, die anderen, für die Sohenzollern schwärmen. Rebner bemerti zum Schluß: In Bayern besteht der Belagerungszustand als bis ins fleinste ausgeflügelte Klaffenbittatur bet belthenben Klasse. Diese Klasse hat unter Berhöhnung von Recht und Gefes und mit frommem Augenaufschlag Demokratie heuchelnd, ben ganzen mächtigen Apparat der Orgesch, der technischen Nothilfe, der Zeitfreiwilligenverbände und der Klasseniustiz mit Gelbern Ich habe getroffen..." regte sich in ihm die beglückende Sicherheit. Mehrere Gendarmen stürzten herbei, padten ihn und fragten, indem sie ihn unbarmherzig schlugen: Wer bist du? Wer bist du? Sag... Er schwieg. Weder jezt, noch später, als sie ihn mit Nagaitas" peitsch ten, als die unverbundenen und sich neu öffnenden Wunden an seinem Körper eiterten, sagte er ein Wort. Er erstarrte ganz in dieser sonnigen Sicherheit. Ich habe ihn getroffen. Er hätte nicht einmal fagen fönnen, wie man sich an ihm meidete, wie oft er zum Untersuchungsrichter geschleppt wurde, wie man sich bemühte, aus dem Glanz seiner Augen herauszulesen, wer er fei..... Donnerstag, 20. Januar 1921 der Großindustrie und ber Banten sich unterworfen nnd wendet ihn tagtäglich in brutalster Weise an. Man beutons #triert jo flach der Arbeiterschaft, daß Freiheit und Des motratie Sumbug sind und nur eiserne Diktatur ein in fich völlig faules und morsches System noch bis auf weiteres vor bem völligen Zusammenbruch retten tann. Reichsregierung und Reichstag find es ihrer Chre schuldig, bielen unhaltbaren, Recht und Sitte widersprechenden Ausnahmezustand zu beseitigen, wenn sie nicht als mitschuldig an diesem ungejeglichen, in nichts begründeten Ausnahmerecht bezeichnet werden wollen."( Lebhafter Beifall bei der U. S. P. und Kommunisten.) Reichsminister des Innern Dr. Koch: Die Die Reichsregierung ist zur Nachprüfung der Notwendigkeit des Ausnahmezustandes mit der bayerischen Regierung inVerbindung getreten. Im allgemeinen hält es die Reichsregierung nicht für angebracht, in die polizeilichen Angelegenheiten der Länder einzugreifen.( Sört! Sört! bei den U. Soz. und Komm.) Reichsregierung ist bei dem geringen Bestande der Reichswehr nur in ganz außerordentlichen Fällen in der Lage, eine Landesregierung zu unterstügen; diese muß in erster Linie auf polizeilichem Gebiet die Verantwortung selbst übernehmen. Nach den Röten der Kommunistenherrschaft forderten weite Kreise ber bayrischen Bevölkerung einen größeren Schus.( Zuruf von lints: Die Orgesch und Schut!) Bayern steht mit Rüdlicht auf die Forderungen der Entente auf Entwaffnung vor der Möglichkeit einer Umgestaltung seiner Schuzmaßnahmen, was eine neuerliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mit sich ziehen könnte. Das sind die Gründe, weshalb die Reichsregie zung lange Zeit eine abwartende Stellung eingenommen hat und fich auch heute noch eines plöglichen Eingriffes enthält.( 3uzuf von den U. Soz.: Kahr regiert, nicht Sie!) Allerdings erachtet die Reichsregierung die Aufrechterhaltung der weitgehenden Bestimmungen des Ausnahmezustandes bei der fortschreitenden Be unruhigung der Bevölkerung für bebentlich. Die bayerische Regierung hat der Reichsregierung schon jetzt zugesagt, die Be schränkung nichtpolitischer Beriammlungen megfallen zu lassen. Die Reichsregierung hofft, im Verhandlungswege mit der bayrischen Regierung zu einer Berständigung zu gelangen, und ersucht den Reichstag, von einer Beschlußfaffung auf Aufhebung. des Ausnahmezustandes in Bayern zur Zeit abzusehen. Bayer. Staatssekretär Speyer: Jm Reich find über die Verhältnisse in Bayern zum Teil gans falsche Gerüchte im Gange, auch die Ausführungen des Abg. Soldmann entsprechen nicht den Tatsachen. Die Grundlage des dez zeitigen Ausnahmezustandes in Bayern bietet Art. 48 der Reichsverfassung und die auf Grund der Reichsverfassung erlassene Verordnung vom 4. November 1919.( Buruf lints: Es besteht ja teine Reichsverfassung in Bayern!) Orgesch, Einwohnerwehr usw. haben mit dem Ausnahmezustand nichts zu tun. ( Gelächter links.) Die Reichsregierung ist der Staatsregierung Kahr für die Wiederherstellung der Ordnung zu herzlichem Dant verbunden.( 3uruf lints: D. ihr Hochperräter!) Es wäre perlockend, über das Bolizeipräsidium Dorsch etwas zu fagen.( Lärm bei den Komm.) Der Vater der Ausnahmebestim= mungen ist nicht die Regierung Kahr, sondern die sozialistische Regierung Hofmann.( 3uruf links: Nichts als Quatsch, wo find benn die Tatsachen?) Das Ministerium Hofmann legie den allergrößten Wert auf die Einbringung dieses Geleges, denn die Zustände des damaligen April waren eine Schmach für jede Regierung.( Buruf lints: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben? Kahr, Heim oder Ludendorff. Seiterfeit.) Wer glaubt baran, daß die kommunisten die Waffen abge= liefert haben? Die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord nung ist Sache der bayerischen Regierung. Wenn aus den Aus nahmebestimmungen ein Dauerzustand wurde, bann müssen dies die Kommunisten auf ihre Rechnung sehen. Abg. Vogel( Soz.): Wir stimmen dem Anfrage zu, über dessen verfassungsrechtliche Zulässigkeit nach Artikel 48 ber Reichsverfassung tein 3weifel bestehen tann. Es handelte sich, worauf der Reichspräsident ausdrüdlich hingewiesen hat, um eine vorübergehende Verordnung, die durch den Reichstagjeberzeit aufgehoben werden tann. Der Belagerungs zustand ist nicht nur völlig überflüssig geworden, er ist auch ein ganz einseitig gehandhabtes Wertzeug in den Händen der Re attion. Durch die Zwangsmaßnahmen tönnen die Ursachen der bayerischen Unruhen nicht beseitigt merden, sondern nur durch soziales Verständnis und Anpassung an den Geist der neuen Zeit. Wenn Herr von Kahr die Uneinigkeit des Voltes beflagt und von der Gleichberechtigung aller Staatsbürger spricht, so sind das angefichts seiner rigorosen Ausnahmebehandlung gegen die Arbeiter nur leere Worte. Von Kahr hat selbst zugegeben, daß die Zahl derjenigen Arbeiter ständig wächst, die fich bemühen, für eine ruhige Aufwärtsentwidlung zu arbeiten. Wie reimt sich das mit Jeiner Behauptung über das Wachsen der kommunistischen Partei? Am nächsten Tage erschien der Henker. Nach ihm fam der Geistliche. Wazlaw entfernte ihn mit einer Handbewegung. Er wurde unter Bewachung auf den Gefängnishof geführt. Sein Blid fiel auf den Galgen und auf den darunter frisch gegrabenen Graben. Für mich..." Der Henter schnitt ihm das Haar ab und zog ihm ein langes, weißes Hemd über, den Galaanzug der Verurteilten. Wazlaw..." sagte er.„ In zehn Minuten bist du eine Leiche... hier an diesem Hafen... Befinne dich... Sag, wer du bist.. Waglam unterbrach ihn stolz: Tu deine Pflicht.. Der Henter lächelte boshaft. Befriedigung in bem ties risch verrohten Geficht, warf er ihm eine Schlinge um den Hals. Das Militär präsentierte die Waffe. Da rief Waz lam mit dem legten Atem in der Brust mit lauter Stimme: Jm nächsten Augenblid hing er am Hafen. Er fühlte, was die Märtyrer empfinden mußten, die auf der Arena ber römischen Zirtusvorstellungen starben...... Es lebe die Freiheit!" Sein Körper war nur noch ein elender Fezzen.... Fern von der Erde, war er und unbrauchbar... das fühlte er.„ Ich habe getroffen.. Gefängnisses bahin. Lange, endlose Minuten flossen in der Grabesstille des Schließlich trat der Staatsanwalt eines Tages in seine Zelle. Wazlaw..." sprach er langfam. Wazlaw erbebte. Bersted dich nicht.... Wir wissen alles. Du warst unter diesem Namen in den Arbeitertreisen bekannt und hast eine perbrecherische Tätigkeit ausgeübt. Du bist verwundet aus bem Krantenhaus geflohen. Schließlich hast du eine Bombe geworfen. Für alles dies bist du zum Tode verurteilt." Er magnetisierte ihn einen Augenblid mit den Augen. Run, hör mich an, Wazlam. Ich werde dir diese Strafe in lebenslängliches Zuchthaus verwandeln vielleicht auch für fürzer denn die Barmherzigkeit der Behörde ist ohne Maß. Aber sag, wer du bist, wie du heißt und wer beine Mittäter sind." Er wartete mehrere Minuten. ,, Dent bazan, es handelt sich um dein Leben.... Nenne wenigstens einen Namen." Wazlam schwieg. Jn 24 Stunden erfolgt die Sinrichtung..... Der Staatsanwalt ging hinaus, bei jebem Schritt anhaltend, als würde er warten, daß der Gefangene anderen Sinnes werde. Humoristisches Jemand fauft in einer Apotheke Billen. Der Apotheker frägt, ob er diese in eine Schachtel paden soll. Darauf der Käufer ingrimmig: Meinen Sie vielleicht, daß ich die Billen einzeln nach Sauje rollen soll?" Der Lehrer jagt zu seinen Schülern: Ich werde Euch jest zwet Fragen vorlegen. Wer mir die erste richtig beantwortet, braucht bie zweite nicht zu beantworten. Unter anderm fragt er: Wie viel Saare hat ein Efel?" Endlich meldet sich der kleine Moris: Ich weiß es, 6475 Etüd". Darauf der Lehrer: Wieso weißt Du das so genau?" Der fleine Moriz: Herr Lehrer, das ist die zweite Frage, die brauche ich ja nicht mehr zu beantworten". * Anton Bärenfell will in einem Sotel übernachten. Der Steffner erflärt ihm, daß ein Zimmer im ersten Stod 40 Mart, im zweiten Stod 30 Mart, im britten 20 Mart und im vierten 10 Mart loftet. Tut mir leib". erwidert darauf Bärenfeld, Jhr Saus ist mir zu nieorie gebaut". " Kellner: h fann Ihnen Huhn empfehlen". Gaft: Gehen Sie mit alles, blok fein Huhn". Kellner: Dann nehmen Sie doch unser Sühnerfrifalſee, de t alles brin, hloß tein Suhn". Brüftet man fich nicht fortgefeht, Bayern sei ein Borbild an Ordnungswillen und innerer Ruhe? Ueberall font im Reiche, auch im Ruhrrevier, geht es ohne Ausnahmezustand. Ich weiß wirklich nicht, welche ganz besonderen Gefahren ihn in Bayern nötig machen. Die Meldungen über die Bewaffnung der bayerischen Kommunisten haben sich als Schwindel und Fälschung erwiesen. Die bayerische Regierung läßt sich von ihren vielen Spigeln und Achtgrojchenjungen über die Bollsstimmung ganz falsch informieren. In den Geheim berichten werden Redner und Beschlüsse angeführt, die niemals existiert haben.( Hört! Hört! bei d. Goz.) Aber der Regierung Kahr genügen solche Gerlite, um den Ausnahmezustand nicht nur aufrechtzuerhalten, sonder noch zu erweitern. Der Bayerische Kurier" hat es ganz offen ausgesprochen, daß es gegen die Sozialbemotraten geht und nicht gegen die Kommunisten. Man will auch einen Konflikt provozieren, um der Entente die Notwendigkeit der banerischen Einwohnerwehren vor Augen zu führen. An die Ausrufung der Räterepublit denti niemand. Bon Butschplänen tann höchstens auf der rechten Geite die Rede sein. In München fammeln sich alle Anhänger eines monarchischen Umstutzes und Revanchefrieges. Denen tut man nichts, aber die Arbeiter: führer sind rechtlos. Nicht umsonst hat Escherich sich gerühmt, die bayerische Einwohnerwehr sei so start, daß sie jeder Regierung ihren Willen aufzwingen fönne. Die Reichsregierung muß das ihrige tun, um verfassungsmäßige Zustände auch in Bayern herzustellen.( Bravo b. d. Goz.) Abg. Emminger( Bayr. Vp.): In Bayern versteht man es nicht, baß immer wieder über den Ausnahmezustand Debatten geführt werden. Außer einem ganz fleinen Teil der extremen Arbeiters fchaft spürt niemand etwas davon. Redner vergleicht darauf den jegigen Ausnahmezustand mit dem zur Zeit der Räterepublit. Eine Gefahr von Osten besteht noch, wir müssen gegen jede Reattion gerüstet sein. Es ist nicht wahr, daß Bayern in der Wil helminischen Zeit eine Macht oder Mitmacht hatte. Wenn Ludendorff zugunsten eines Butsches von rechts miteingreifen würde, so würden gegen ihn genau so wie gegen jeden anderen alle gesetzlichen Maßnahmen geltend gemacht werden.( Ges lächter lints.) In dieser politischen Frage läßt sich der Baner weder von einem Ludendorff noch von irgendeinem aus Norddeutschland Kommenden etwas hineinveden. Abg. Strachmann( D. Nat.): Der Belagerungszustand ist nichts anderes als eine sehr wohlgemeinte Borbeugungsmaß regel der banerishen Regierung. Die Erfahrungen mit der Räterepublik, die Münchener Geiselmorde und das übrige Blutver gießen dürfen sich nicht wiederholen. Selbst der Münchener Ge jellenmord tommt auf das Konto der Räterepublit. Wer weiteres Blutvergichen herbeiführen und Meuchelmorde, wie den eines Abler, verewigen will, der hebe den Ausnahmezustand auf. ( Bravo rechts.) Am Schluß ergeht sich der Redner in eine vom Haus mit Heiterfeit aufgenommene Haßrebe gegen Berlin. Die Reichsgefahr sitt nicht in Bayern, sondern in Berlin, und in dem Antrag der Unabhängigen erhebt sie wieder sichtbar ihr Haupt. Reichsminister Roch: Die lehte Entscheidung über verfassungsrechtliche Fragen liegt bei der Reichsregierung, die zu ihrer Zurüdhaltung nicht verpflichtet ist. Sie( zu den Deutich nationalen) führen nur den Kommunisten Wasser auf ihre Mühlen.( Zuruf Abg. Koenen: Unsere Mühlen werden schon flappern. Was haben Sie in Bremen getan?) Herrn Vogel sage ich. daß ein Gesetz über den Ausnahmezustand vorbereitet wird. Bittsteller find wir Frankreich gegenüber nicht, Jolche Behauptun gen bereiten der Regierung nur unnötige Schwierigkeiten. Abg. Marezin( D. Bp.): Wir lehnen ben unabhängigen Antrag ab, da der Ausnahmezustand notwendig ist, um den offen eingestandenen Umsturzplänen der radikalen Linten vorzubeugen. Die, tommunistischen Parteien haben einen sorgfältigen elde Tugsplan ausgearbeitet, um die Räterepublit in Deutschland zu errichten.( Burufe b. d. Komm.: Was haben Sie beim Kapps Batich getan?) Wir erkennen Bayern an als vorbildlich für Ords nung, Sicherheit und Freiheit. Abg. Wieland( Dem.): Wir sind mit der Regierungserklärung einverstanden und halten ebenfalls die Aufrechterhaltung des Bes lagerungszustandes für unerwünscht. Ein direktes Eingreifen des Reiches lehnen wir ab. Auf Borschlag des Bizepräsidenten Bell wird hierauf die Beratung dieses Gegenstandes abgebrochen und eine Reihe von Betitionen ohne Aussprache erledigt. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 1 Uhr: Nachtragsetat der Eisenbahner, Fortsetzung von heute. Schluß 7 Uhr. Die Kapitulation der Moskauer vor der KAPD. 3. M. Die Nachricht, daß das Erekutivkomitee der Roms munistischen Snternationale die Kommunistische Arbeiter. Partei Deutschlands als Mitglied mit beratender Stimme aufgenommen hat, tommt gerade zur rechten Zeit, um den Genossen in Frankreich und Italien den Weg zu zeigen, wie die unmöglichen Leitfäße" von Moskau zu beantworten find: Mit Rüdgrat, das den Däumig und Genossen völlig fehlt! Es war schon beachtenswert, als Sinowjew in Salle durch bli fen ließ, er wäre unter Umständen bereit, sich was ab: handeln zu lassen von seinen Forderungen. Er war sich nicht völlig sicher, ob alle Linfen" den Bauchrutsch mitmachen würden. Wäre ein Funke von Stolz in den Stoeckerleuten erwacht, Moskau wäre von seiner Zersplitterungsabsicht abgekommen und die U. S. P. wäre die Einheit geblieben und trondem Mitglied der 3. Internationale geworden. Denn daß es sich nicht um„ Prinzipielles" gehandelt hat, beweist die Erfahrung der K. A. P. D., die nicht eine Konzession gemacht und die den Punkt, es fönne in jedem Lande nur eine Partei geben, die der 3. Jnternationale an gehört, beseitigt hat. Freilich hat die K. A. P. D. durch ihre Bertreter sich feinerlei Kritik an die Moskauer ,, Bons gen" geschenft. Auf einen Schelmen gaben die Repräsentanten ber K. A. P. D. anderthalb. Man lese nur nach, was die K. A. 3. und was einer der sichtbarsten Kritifer der K. A. P. D., was Franz Pfemfert in seiner Aftion" gegen die Parteidiftatur in der 3. Internationale schrieb und man wird zugeben, daß Moskau mit der Aufnahme der Kritiker glatt fapitulierte und die nicht gerade sanften Siebe stillschweigend hinnahm. Denn noch ist nicht bekannt, ob etwa das Strafgericht, daß gegen Otto Rühle gefordert wurde, nun auch gegen dessen Genossen Franz Pfemfert wirs fen soll. Die K. A. P. D. hat sich ja, wie fie stolz erklärt, Teinerlei Bedingungen unterworfen! So zitieren wir denn ein Mitglied der 3. 3nter nationale, wenn wir femferts Urteile micbergeben. In der Aktion" vom 7. Auguft 1920 wendet sich femfert gegen Lenins Kindertrantheit" und schreibt: Die Dritte Internationale soll sein: die Vereinigung des revo Tutionären Broletariats aller Länder, das gegen die Dittatur des Kapitalismus fämpft, gegen ben bürgerlichen Staat, für bie Herrschaft der arbeitenden Menschheit, für den Kommunismus. Daß sie in einem Lande geboren morden ist, in dem die Arbeiter sich diese Herrschaft bereits erkämpft haben, das hat der Dritten Internationale geholfen, sich die Sympathien des Weltproletariats zu erringen. Die Begeisterung für den neuen Weltbund der Ausgebeuteten ist. identisch mit der Begeisterung für Sowjettußland, für den unvergleichlichen Heldenkampf des russischen Proletariats. Das junge Gebilde Dritte Internationale allein hat noch nicht Zeit und Gelegenheit gehabt, sich als Organisation moralische Wirkungen zu verschaffen, Die Dritte Internationale foll sein: die Vereinigung des revo sein, wenn sie den Willensausdrud des revolutionären Weltproletariats darstellen wird, sie wird unzerstörbar und unerfezbar sein als Internationale der fämpfenden proletarischen Klasse. Die Dritte Internationale aber wäre unmöglich und hohle Phrase, wollte sie das Propaganda instrument einer eins zelnen Partei sein oder einzelner Parteien. Ist die Dritte Internationale der Bund des revolutionären Weltproletariats, dann wird sich dieses Proletariat eins fühlen mit ihr, ganz gleich, ob es schon formell angeschlos sen ist oder nicht. Tritt die Dritte Internationale jedoch auf mit der Vollmacht der 3entralgewalt eines Lan des, dann trägt sie den Todesteim in sich und wird die Weltrevolution hemmen." Den 21. August veröffentlicht die„ Aktion eine offi zielle Antwort der K. A. P. D. gegen das Exekutivkomitee ,. das sich gegen die Tendenzen" in der K. A. P. D. gewandt hatte. Daraus nur ein paar deutliche Worte: ,, Wir lehnen es ab, überhaupt mit euch über diese Tendens zen als Vertretung der Gesamtpartei zu diskutieren. Wir erheben aber schärfsten Protest gegen den Ton, in dem sich die Erefutive darüber an die Mitglieder der K. A. P. D. wendet. Es bedeutet einen ganz unerhörten Vorgang, der wohl einzig dasteht in der Geschichte der proletarischen Revolution, daß man revolu tionäre Proletarier, die auf den Straßen und in den Betrieben für die Diktatur des Proletariats schon eineinhalb Jahr im schärfSten Kampf stehen, die alles für die Revolution geopfert haben und weiter bereit sind, Blut und Leben einzusetzen, mit sentimentalen Phrasen zu überfallen. Wir lehnen vor dem Forum des internationalen Proletariats diese Beschimpfung unserer Mitglieder nachdrüdlichst ab." Und Franz Pfemfert refümiert im gleichen Heft das Ergebnis des 2. Rongreß der Moskauer Internationale mit Diesen Feststellungen: Auf dem 2. Kongreß der Dritten Internationale hat dle Jbee gefiegt, die Partei eines Landes müsse die Dittatur ausüben über die Parteien der ganzen Welt. Der Wahlspruch lautet: Proletarier aller Länder, vereinigt euch nach den Anordnungen der Kom munistischen Partei Rußlands! Wer( in Deutschland) die Heiligkeit der Zentrale des Spartafusbundes verneint ist, mindestens, ein Dummtopf. Wer dem Eretutipfomitee nicht alle Macht über die inneren Parteiangelegenheiten einräumt, der wird sich schon damit abfinden müssen, ,, gebrandmarkt" zu sein. Der: Wie fonnte ein Taftiter vom Format Lenins eine Schablone für die Weltrevolution fabrizieren wollen? Wie fonnten ernste, fämpfende Revolutionäre auf den Settiererwahn fallen, einen Parteinamen zu wählen und anzuordnen, alle Gruppen und Strömungen" hätten nun aus der Welt zu ver schwinden, es dürfe in jedem Lande nur eine einzige Bartei geben? Das wirtt wie eine bösartige Satire auf die Parteidiktatur! Die Führer diftatur hat in der Dritten Internationale gefiegt. Diefer Sieg wird tragische Folgen haben, wenn es den revolutionären Proletariern aller Länder nicht gelingt, ihn zu annullieren!" Auf dem Parteitag zu Halle hat Sinowjem dann das Urteil der K. A. P. D. über den 2. Kongreß in die Hand be: fommen, das Pfemfert in Heft 39-40 der Aftion" gefällt hat: Da hieß es vom 2. Kongreß sehr treffend: Der zweite Kongreß der Dritten Internationale wird mit allen seinen Entschlüssen das Gegenteil von dem erreichen, was er erreichen wollte. Er wollte das Parteiprinzip wahren und er hat es heillos fompromittiert. Er wollte eine Massenpartei gewinnen und er hat die legte deutsche Massenpartei zertrümmert. Er wollte einem militärisch stramm fommandierenden Führers tum Respett verschaffen und er hat die Führerrwirtschaft in ihrer vollen Korruption entlarot. Eine einheitliche Parteifront wolle er zurechtrüden Partei, Partei stant, Parteidurcheinander, Parteifräche, Barteiohnmacht hat er produziert. Wertvolle proletarische Energien[ nb auf Monate festgelegt in Parteihaber. Der zweite Kongreß wollte helfen, der Weltrevolution den Weg zu ebnen, und er hat die attiosten Kräfte der deutschen Revolution beschimpft, verleumbet, abgestoßen." Daß auch die K. A. P. D. als„ antibolschewistisch" vers schrien wurde, war bei solchen Respektlosigkeiten, wie Rühle, Pfemfert, K. A. 3. fich erlaubten, zu erwarten. Interesant ist die Antwort, die den 30. Oktober Pfemfert in der" Aftion" gibt: Der Versuch der fleinen politischen Gauner, uns als Feinde Sowjetrußlands erscheinen zu lassen, wird bei selbständig bentenden Arbeitern teinen Erfolg haben. Damit aber auch die naivsten Gemüter nicht der Mache erliegen, will ich hier klar und eindeutig folgende Selbstverständlichkeiten niederschreiben: Wir sind solidarisch mit der russischen Revolution, heute wie immer. Unsere Stellung ist nicht zu beeinflussen durch freundliche oder unfreundliche Atte irgendwelcher Führer gegen uns. Wenn Bolschewismus bedeutet: Dittatur von ein paar Führern eines Landes über die revolutionären Arbeiter aller Länder, wenn Bolichemismus bedeutet: Lügenfeldzug von ein paar Intelleftuellen gegen Revolutionäre, wenn Bolschewismus is: bür gerliche Heimtüde, Gemeinheit, strupellose Bergewaltigung von Tatsachen zugunsten einer fleinen Bonzentlique dann, allerdings, wären wir Gegner. Doch wir verstehen unter Bolschewismus die Herrschaft der Arbeiterklasse, die Dittatur der Räte, wir verstehen unter Bol: Arbeiter und Bauern fämpfen, leiden und sterben! Das ist Bol Schewismus den Sowjetismus, für den Rußlands revolutionäre Ichewismus. Die gefährlichsten Antibolichewiften ligen in Mostau! Antibollchemistisch ist der Ueberfall, ben Mostau auf uns, die deutschen Bolschewisten, ausführte. Antibollchemistisch in der Wirtung ist das Treiben der deutschen Sandlanger Rabets. Antibolschewistisch in der Wirkung ist die 3ersplitterungs arbeit, die bez zweite Kongreß der Dritten Internationale geleistet hat. Antibolschewistisch ist die Hetze, die das Exekutivlomitee gegen uns betreibt." Und in einem der neuesten Hefte sagt Pfemfert gegen Sinowjem folgende Dinge: Jedes Wort in dem Schriftftüd Sinomjews ist Mache, ist vers logen, ist auf Gimpelfang berechnet, ist ein Attentat gegen die Bernunft der Arbeiter, die zur K. A. P. D. Stehen. Wer hat Jrrung und Verwirrung in die Reihen der deutschen Kommunisten" getragen? Radet, das Exekutivkomitee, die Levi: leute, die das Dezemberprogramm des Barteitages des Spartafusbundes mit Füßen getreten. Wir glauben allerdings( und fein Schreibebrief aus Mostau wird diesen Glauben erschüttern fönnen), daß für Deutschlands sozialistische Revolution das Schema einer Partei diftatur unbrauchbar ift; wir glauben allerdings, es uns verbitten zu müssen, daß irgendwer uns mit oppor tunistischen Forderungen in den Arm fällt, wie es Lenin, Gis nawiew, Radet und deren deutsche jungen Leute seit Mos naten tun!" zurüd", aufzugehen in der deutschen ,, Sektion der Kom munistischen Internationale". Diese Leute gehören im Grunde zur zweiten Internationale" ( ,, K. A. 3." Nr. 141). Und dennoch fapitulierte Moskau! Die Genossen, die jetzt in Italien und Frankreich vor ihren entscheidenden Kongressen stehen, mögen das beachten. Dann werden ihre Däumige fein leichtes Spiel treiben können!. 1. Deutscher Arbeitersportkongreß Deutscher Arb k. Jena, 17. Januar 1921. der 1. Deutsche Arbeitersportkongreß. Der Vorsitzende GellertIm hiesigen Gewerkschaftshause tagte am 15. und 16. Januar Leipzig eröffnete die Tagung mit dem Hinweis auf die großen Aufgaben, die der Arbeitersportbewegung zur Lösung übertragen worden sind. Die Arbeitersportverbände dienten nicht nur dem Sport, sie seien fiolz darauf, Arbeiterorganisationen zu sein. Die Verhandlungen des Kongresses wurden durch den Rich tungsstreit in der Arbeiterschaft start beeinflußt. Unter Führung der Berliner versuchten die kommunistischen Delegierten ihre Ansichten und Forderungen durchzudrücken. Schon vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung gab es ein lebhaftes Gepläntel. Die tommunistische Opposition stellte verschiedene Abänderungsanträge zur Tagesordnung, die aber mit übergroßer Mehrheit abgelehnt wurden. = Ueber den 1. Puntt Die Organisation der Zentralfommission und ihre Unterverbände" sprach Sekretär Wildung Leipzig. Er führte unter anderem aus: Trotz der Verschiedenheit der angeschlossenen Verbände haben alle eines gemeinsam: nämlich durch Leibesübungen der Volksgesundheit zu dienen. Es gilt aber, alle zu einem Körper zusammenzufallen: mein Plan war, die gesamten Arbeitersportverbände zu einer einheitlichen schlagfertigen Organisation zusammenzufassen. Wir können trotz der Schwierigkeiten zu einer einheitlichen Organisation tommen. Jegt gilt es zunächst, die einzelnen Arbeitersportkartelle zu Bezirkskartellen zusammenzuschließen und diese wiederum zu einem Provinz- oder Landeskartell, aus denen dann der Zusam menschlß für das Reich( Zentralfommission) hervorgehen soll. Die Zusammensetzung der Zentralfommission soll aus den Spizen der Verbände erfolgen. Ihr ist ein Beirat gebildet aus den leitenden Personen der Bezirks- und Landeskartelle, beizugeben. Es mus zum Beschluß erhoben werden, daß an allen Orten, mo ArbeiterSportvereine bestehen, Ortskartelle zu gründen find, ebenso daß zur Bildung von Bezirks- und Landestartellen geschritten werden muß. Es sezte hierauf eine recht lebhafte, aber sachliche Debatte ein, an der sich zahlreiche Eportsgenossen beteiligten. In der HauptSache wurden innere Organisationsfragen besprochen. Alle Redner erklärten sich für die Bildung eines Einheits- Arbeiter- Sportbundes ( Volfsbund für Sport und Körperpflege), ebenso auch für Anschluß der Arbeiterfänger an die Zentraltommission, auch wurde ge wünscht, daß der Jugendpflege und Jugenderziehung mehr Aufs merksamkeit geschenkt werden muß. Nicht nur der Sport und die Körperpflege, sondern auch die Bildung und Jugendpflege ist in das Programm der Arbeitersportverbände aufzunehmen. Bei der Abstimmung ergab sich eine große Mehrheit für den Vorschlag der 3entraltommission. Den Puntt:„ Warum muß der Arbeiter Körpers fultur treiben?" behandelte Reichstagsabgeordneter Schred- Bielefeld. Er betonte, der Arbeiter müsse sich nicht nur politisch und gewerkschaftlich betätigen, sondern sich auch den fulturellen Bewegungen widmen. In scharfen Strichen zeichnete der Redner die Trennungslinien zwischen den Bürgerlichen und dem proletarischen Sport. Erstere dient zum Teil der Unterwürfigkeit, während der Arbeitersport zum Selbstbewußtsein und zur proletarischen Kulturanteilnahme erzieht. Wenn Lassalle von der verdammten Bedürfnislosigkeit der Arbeiter sprach, so muß gesagt werden, daß dieser Ausspruch auch heute noch für viele Arbeiter und Arbeiterinnen bezüglich der Leibesübungen gilt. Die Ein seitigkeit der Arbeitsweise geben der Arbeiterschaft die Pflicht Turnen, Spiel und Sport zu treiben. Wenn heute von Verwahr lojung gesprochen wird, so muß betont werden, daß gerade diese Kreise, die das aussprechen, der Arbeitersportbewegung entgegens gearbeitet haben. Wer die Verwahrlosung bekämpfen will, der gebe der Arbeitersporibewegung mehr Raum zu ihrer Betätigung. Die Behörden haben uns die gleichen Rechte zuzugestehen wie den bürgerlichen Berbänden. Ein weiterer Grund zur Betätigung von Sport bildet die schlechte Ernährung. Es gilt, durch Sport neue Kräfte zu sammeln für den politischen, ölonomischen und geistigen Kampf der Arbeiterschaft. bürgerligen Berbänden und zu Aemtern für Und Ueber unsere Stellung zu den Behörden, den Leibesübungen" sprachen Gellert und Wildungs Leipzig. Ersterer betonte, daß die zahlreichen Einladungen der lehnend beantwortet worden sind. Wir müssen uns immer die bürgerlichen Sportverbände zu gemeinsamer Tätigkeit jeweils ab Frage auferlegen: Was bist du und woher tommst du? unsere Antwort wird jeder begreifen. In dem brutalen Kampf gegen uns vor dem Kriege sind nicht nur die gewesenen Regie rungen, sondern auch die bürgerlichen Organisationen schuld. Und wie sie sich bei einer etwaigen Umgestaltung der Staatsform wieder einstellen werden, ist nicht schwer zu erraten. Schon heute deuten Zeichen auf ihre enge Freundschaft mit dem alten Staatssystem. Der Reichsausschuß für Leibesübungen hat nicht die Berechtigung, fich Reichsausschuß zu nennen und eine Reichstonferenz der Sports ler einzuberufen. Wir müssen in den amtlichen Ausschüssen mit arbeiten, aber nur, wenn sie auf paritätischer Grundlage aufge baut sind. Redner erhebt sodann die wichtigsten Forderungen an Staat und Gemeinden. Wir verlangen unter anderem die Freiheit der Fortbildungsschüler bei der Auswahl der Vereine, wo sie ihren Sport betätigen wollen. Gegen die heute noch hier und da auf tretenden Schitanen gegen unsere Vereine muß energisch protestiert werden. Die Unterstügungen durch Reich, Staat und Gemeinder sind zu gering; wir verlangen mehr Entgegenkommen. Und mit werden folange unsere Forderungen erheben, bis man uns gehört hat. Ein Rorreferat zu diesem Puntt hielt der Kommunist Lieste Berlin. Er Sprach sich gegen die Beteiligung an staatlichen und städtischen Aemtern für Leibesübungen aus, da er die Zusammen arbeit mit bürgerlichen Berbänden und Behörden verwirft. Erst nach Verwirklichung der Dittatur des Proletariats würden sie sich an derartigen Ausschüssen beteiligen. In der Debatte forderten sämtliche Redner die Errichtung von staatlichen und kommunalen Aemtern für Leibesübungen und Sprachen fich für eine tatkräftige Mitarbeit in den denselben aus. Die von der Zentralfommission vorgelegte Resolution für Mits arbeit in den Aemtern wenn dieselben paritätisch zusammens gelegt find fand Annahme. Diese Resolution fonstatieri ferner. baß die Arbeitersportbewegung nach wie vor mit den bürgerlichen Sportverbänden im Kampfverhältnis steht. Ein Antrag der Bers liner, wonach eine Beteiligung in solchen Aemtern zu verwerfen ift, wurde abgelehnt. Ueber den Reichsarbeitersporttag referierte Bundes turnwart Koppisch Leipzig. Der Reichsarbeitersporttag so am 29. Mai in ganz Deutschland stattfinden und eine gewaltige Kundgebung für die Arbeitersportsache werden. Gewünscht wird, daß die Arbeiterpreffe Propaganda hierfür macht. Der Kongreß stimmt diesen Vorschlägen zu. und Körpertultur berichtete Wildung- Leipzig. Er gab ber Ueber den Internationalen Verband der Spor seiner Freude Ausdrud, daß die internationalen Beziehungen September 1920 in Luzern stattgefundene Internationale Arbe Arbeitersportverbände wieder intatt find. Hierzu habe der tersporttongres wesentlich beigetragen, dessen Beschlüsse Wildung eingehend erörterte. M Der Korreferent Biese Berlin übte an der Luzerner Konfe renz scharfe Kritik und bezeichnete die neue Arbeitersportinternation Es ist bezeichnend, daß die„ Bereinigten" Kommunisten tagelang sprachlos waren und nicht ein Wort davon zu lagen wissen, daß die K. A. P. D. ohne ihre Selbständigkeit irgendwie aufzugeben, vom Exekutivkomitee aufgenommen worden ist. Dieses lange Schweigen war begreiflich, denn die Mitglieder der V. K. P. D. würden sich fragen: ja, weshalb mußte dann die U. S. P. zerschlagen Nach lebhafter Distullion stimmte der Kongreß den werden, wenn das Prinzip" auch unbenugt bleiben Luzern gefaßten Beschlüssen zu. Er sprach weiter die Erwartung fann? Die Kommunistische Arbeiter- Zeitung" hat zum Vereinigungsparteitag der Däumig- Levi geschrieben, bie A. A. B. D. ,, weist es als ein Verbrechen an der Revolution nale als gelbe Internationale. int aus, daß auch fernerhin der brüderliche sozialistische Geist innerhalb der Verbände erhalten bleiben möge. Damit waren die Arbeiten der Tagungen erledigt, die zur startung der Arbeitersportbewegung beitragen dürften. E Groß- Berlin Einigung mit den Neuköllner Notstandsarbeitern Zwischen den Neuköllner Notstandsarbeitern und der Stadtbaugesellschaft ist eine vorläufige Einigung zustande gekommen. In einer Sigung des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin wurde folgender Vergleich abgeschlossen: 1. Die beschwerdeführende Firma verpflichtet sich, an sämtliche Arbeitnehmer bis einschließlich 19. Januar, den Lohn für normale Arbeitszeit zu zahlen. 2. Die Parteien erklären sich damit einverstanden, daß vom 20. Januar ab sämtliche Arbeitnehmer in den auf den 20. Jamuar folgenden drei Wochen mit verkürzter Arbeitszeit und zwar 24 Stunden wöchentlich arbeiten. 3. Beschwerdeführer verpflichtet sich, bis zum Ablauf dieser drei Wochen wegen Arbeitsmangel feine Entlassungen vorzunehmen. 4. Unter Hinzuziehung eines von den Parteien bis zum 22. Jas nuar zu vereinbarenden Sachverständigen sind innerhalb des Betriebes sofort Verhandlungen aufzunehmen über die Rentabili tät und Weiterführung des Betriebes. Falls die Parteien sich bis zum 22. Januar über den zu benennenden Sachverständigen nicht einigen tönnen, tann jede Partei den Demobilmachungstommissar um Benennung des Sachverständigen ersuchen. Verwaltungsbezirk 15. Donnerstag, 7 Uhr, Sigung der Fratfion mit den Wahlvereinsvorsitzenden und den Obleuten der tommunalen Kommissionen der 6 im Bezirk 15 gelegenen Orte im Zimmer 50, Rathaus Treptow. Die 3 den Klagen über die mangelhafte Schneebeseitigung schidt uns der Betriebsrat der städtischen Straßen= reinigung folgende Erklärung:„ Die eingestellten Silfsarbeiter konnten, weil sie durch den Regen völlig durchnäßt waren, nicht die volle Schicht aushalten. Kalamität der Schneebeseitigung liegt in der ungenügen ben Ausnugung der Schneepflüge, welche bisher teilweise noch mit Ponys bespannt werden. Am 17. 12. v. Js. machte der Betriebsrat einen Versuch mit einem Kraftwagen als Vorspann. Das Ergebnis war, daß ein Schneepflug mit Kraftwagen minde tens 4 pferdebespannte Schneepflüge ersetzt. Der Betriebsrat beantragte, mit einer genauen Einteilung, schriftlich bei der Direktion die Inbetriebsetzung der Kraftwagen zum Vorspann für die Schneepflüge und ersuchte um Beschleunigung. Wäre nach diesem Antrage verfahren, hätten die Berliner Bürger um 8 Uhr paffierbare Hauptstraßen gehabt. Statt die Vorarbeiten zu erlebigen, verfertigte die Direktion eine Verwarnung für den Be triebsrat, weil dieser angeblich durch den angestellten Versuch seine Pflichten überschritten hätte. Dieses Schreiben erhielt der Betriebsrat am Morgen des 18. Januar d. J. zur Kenntnis. Durch das Eingreifen des Herrn Stadtrat Poetsch am 18. Januar d. Js., morgens 9 Uhr auf der Direktion, gelang es dem Betriebsrat, einen Kraftwagen zum Schneepflug zu erhalten, welcher auch sofort in Betrieb gesezt wurde. Es war nun möglich, eine große Fläche zu reinigen, weil dieser Pflug ununterbrochen arbeiten fonnte. Am Nachmittag wurden noch weitere 4 Kraftwagen in Betrieb gesetzt, welche im Beisein des Betriebsrats bis 7 Uhr abends mit gutem Erfolg gearbeitet haben. Wir Betriebsräte stellen an die Bürger die Forderung, diese Betriebsleiter, Herrn Baurat Szalla und Herrn Subdirektor Nobiling, sofort ihrer Aemter zu entheben, weil nach unserer Ansicht absichtlich der neuen Stadtverwaltung und der Bürgerschaft Schwierigkeiten bereitet werden." Dem Marttarif für die Straßenbahn hat nun auch der Magistrat zugestimmt. Ferner sollen Umsteigefahrscheine zum Preise von t. 1.50 zur Ausgabe gelangen, deren Gültigkeitsdauer auf zwei Stunden festgesetzt wird. Es sollen weiter Zeittarten ausgegeben werden, und zwar für eine Linie Mt. 90, für zwei Linien t. 115., für drei Linien Mt. 145.-, für alle Linien Mt. Schülertarten Mt. 20.-, Arbeiterwochentarten für sechs Fahrten Mt. 5.-, für 12 Fahrten Mt. 10.-, für 48 Fahrten Mt. zurüddauer, Köpenider, Heiligenseer- und Stegliger Straßenbahn demnächst auch auf denen der Teltower Kreisbahnen Tarife sollen nach der Zustimmung der Stadtverordnetenversammgelegt werden, betragen die Fahrscheine Mt. 0.80. Die neuen lung, die alsbald beantragt werden wird, in Kraft treten. Die Einführung von Notgeld ist mit Rüdsicht auf die Tarifsätze von Mt. 1.- bzw. Mt. 1.50 abgelehnt worden. „ Grunewald erforderlichen Kosten in Höhe von 445 975.50 Mart aus dem auf das laufende Jahr aus 1917 übernommenen Restbetrag, der 1.000 000. Mart Ueberschüsse des Rechnungsjahres 1917 zur Vermehrung und Verbesserung der Spielpläte bestritten werden. Begabungsprüfungen. Es finden demnächst zwei Prüfungen für hochbegabte Schüler und Schülerinnen statt, und zwar a) eine tünstlerische und b) eine technische Prüfung zeichnerisch oder handfertig hochbegabter Schülerinnen aller Schulen, auch der höheren Lehranstalten, die Ostern 1921 die Schule verlassen und vor der Berufswahl stehen. Die technische Prüfung soll Schüler und in Intelligenz besondere Anlagen zu qualifizierter Handarbeit aufbesonderen Fällen auch Schülerinnen umfassen, die neben guter weisen und sich dem Metallgewerbe und verwandten Gebieten widmen wollen. Es ist gestattet, an beiden Prüfungen, der fünftlerischen und technischen, teilzunehmen. Gesuche um Zulassung zu genannten Prüfungen sind umgehend burch den Rektor be= ziehungsweise Direttor der einzelnen Anitalten dem städtischen Jugendpflegeamt Berlin, Neue Friedrichstr. 79 6-81 zu übermitteln. Festsetzung der Schulgeldjäge für die städtischen höheren Lehranstalten und Mittelschulen für Mädchen. Wie bereits mitgeteilt, ist beabsichtigt, die Schulgeldsäge bei den städtischen höheren Lehranstalten und Mittelschulen für Mädchen vom 1. April 1921 ab zu erhöhen. Demgemäß hat der Magistrat die Stadtver= ordneten- Bersammlung durch eine entsprechende Vorlage ersucht, die Schulgeldfähe ab 1. April dss. Js. festzusetzen: an den Vollanstalten nebst Vorschulen sowie an den Lyzeen jährlich 500 mt., an den Realschulen und Mittelschulen für Mädchen jährlich 300 Mt. Von den Schülern und Schülerinnen, deren Eltern außerhalb von Groß- Berlin wohnen, wird ein Zuschlag von jähr lich 100 Mt. und 60 Mt. erhoben. Freiquartiere für Delegierte. Zu einer Sigung des Reichsausschusses und der Reichszentrale der Sozialistischen Proletarierjugend" mit dem Parteivorstand, werden zu Sonnabend und evtl. Eonntag dieser Woche, dringend Quartiere benötigt. Jeder Genosse, der irgend in der Lage ist, ein Freiquartier zur Berfügung zu stellen, melde dieses sofort an beim Bezirksverband Berlin- Brandenburg U. G. P. D., Berlin, Breitestr. 8-9," schriftlich oder telephonisch unter Zentrum 4603 an. Genossen! Beweist hierdurch Euer Interesse für die Jugend. Sprachschule für Proletarier. In den nächsten Tagen beginnen neue Anfängerkurse( Abendunterricht) in Englisch für Genossen ohne Vorkenntnisse. Jedenfalls soll auf Wunsch mehrerer Genossen ein Kursus für Borgeschrittene( evtl. in englischer Handelsforrespondenz) eingerichtet werden. Anmeldungen Donnerstag, von 6-7 Uhr abends, in der 24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisontirche( Nähe Bahnhof Börse und Neue Friedrichstr.), 3immer 7, Hof, rechter Seitenflügel. Selbstmord oder Verbrechen? In Hermsdorf an der Nordbahn zwischen dem Kurhaus und der Albrechtstraße wurde heute früh die Leiche einer Frau aufgefunden, die an der linken Brustseite eine Schußverlegung zeigte. Neben der Toten, deren Persönlichkeit bisher noch nicht festgestellt werden konnte, lag ein abgeschossener Revolver. Ob ein Verbrechen oder Selbstmord vor= liegt, bedarf noch der Aufklärung. Eine Liebestragödie. Geffern wurde der Rechtsanwalt Dr. Esch in seiner Wohnung in der Brüdenstraße tot aufgefunden. Seine Geliebte, ein Fräulein Frida Bartsch, die sich in demselben Zimmer befand, gab noch schwache Lebenszeichen von sich und wurde nach dem Urban- Krantenhause gebracht. Der Raum war mit Gas angefüllt. Allem Anschein nach hat sich hier eine Liebestragödie abgespielt, deren Motive aber noch nicht aufgeklärt werden konnten. Von Wegelagerern überfallen und beraubt wurde in Neukölln ein 17 Jahre altes Lehrmädchen der Neuköllner Großhandelsgesellschaft aus der Pflügerstraße 7. Das Mädchen sollte turz vor 7 Uhr abends 2160 Mart nach dem nächsten Postamt bringen. Es legte das Geld in das Poftquittungsbuch und stedte es mit diesein in die Manteltasche. Diesen Gang besorgte es jeden Abend zu der gleichen Zeit, und Verbrecher müssen das beobachtet haben. Gestern fiel an der Ede der Hobrecht- und Lenaustraße plötzlich ein Mann über die Ahnungslose her, warf sie zu Boden, würgte sie, riß ihr das Buch mit dem Gelde aus der Tasche und entfloh mit der Beute. Das Mädchen rief um Hilfe und verfolgte mit mehreren Leuten, die dazutamen, den Räuber noch ein Stüd Weges. Er enttam jedoch unerkannt. Auf der Flucht fielen ihm aus dem geraubten Buche 660 Mart heraus, die von den Verfolgern aufgelesen und dem Mädchen zurückgegeben wurden. Die Neuköllner Kriminalpolizei verhaftete auf Grund ihrer Ermittelungen zwei Männer, von denen der eine wahrscheinlich den Aufpasser gemacht hatte. Aus der städtischen Arbeitsvermittlung und Erwerbslosenfür forge in Neukölln. Während im vergangenen Jahre die Zahl der Antragsteller auf Erwerbslosenunterstützung bis zum Oktober zurüdgegangen war, ist im Monat November und Dezember wieder ein Steigen der Erwerbslosenziffer beobachtet worden. Im Oktober hatten insgesamt 2397 Personen die Einleitung der Fürforge beantragt, im November dagegen 2557 und im Dezember 2591. Hierzu stehen die Zahlen der die Vermittlung des städtischen Arbeitsnachweises beanspruchenden Personen in einem Gegensaz, und zwar insofern, als in der Hauptsache nur ungeEine halbe Million für Spielplätze. Diebstähle, Einbrüche und Sachbeschädigungen auf den städtischen Spielplätzen erfordern neuerdings Aufwendungen für den Schutz des städtischen Eigentums und die Erhaltung dieses Erholungsaufenthalts und der Ferienspiele unserer Kinder. Einfache Wohnhäuser für anzuneh mende Plazwächter, neue Abortgebäude und Wasserleitungsanlagen zur Bereithaltung größerer gesundheitlich einwandfreier Wassermengen erscheinen erforderlich. Außerdem genügen die vorhandenen Kochanlagen zur Bereitung der Speisen nicht, und einige Refsel müssen beschafft werden. Angesichts der noch nicht abgechloffenen Steigerung der Löhne- und Materialpreise und der ichon am 7. Juni der Spielpläge und zweds Beschaffung einsetzenbeitsgelegenheit hat die Hochbauabtei während erwerbslose Facharbeiter zumeist die Vermittlung bes lung der Kanalisationswerte bereits Auftrag erhalten, einen Teil der Arbeiten auszuführen. Die Koſten 445 975.50 Mart jollen aus dem Restbetrage der 1 000 000.- Mart aus den Ueberschüssen des Rechnungsjahres 1917, zur Vermehrung und Verbesserung der Spielplage, der noch in Söhe von 450 013.15 Mart vorhanden ist, bestritten werden. Der Magistrat hat daher die Stadtverordnetenversammlung ersucht, damit einverstanden zu sein, pläge Wuhlheide", Hohenschönhausen“,„ Buch". Tegel", Blanfenfelde 1"," Blankenfelde 2"," Wartenberg"," Planterwald“ und Verbandes in Anspruch nehmen. Diesen Arbeitsuchenden standen verhältnismäßig nur wenige offene Stellen gegenüber, so im Oftober 1250, im November 923 und im Dezember 1040. Der weitaus größte Teil dieser Stellen war ungelernten Arbeitern und Hausangestellten vorbehalten. An Unterstützungsgeldern wurden von der Stadt Neukölln im letzten Vieteljahr rund 5 000 000 Mark gezahlt. Diese Summe stellt jedoch nicht die gesamte Unterstügung dar, da die Beträge für diejenigen Erwerbslosen noch hinzutreten, die ihre Unterstützung im Auftrage der Stadt von den einzelnen Facharbeiterverbänden ausgezahlt erhalten. Gewerkschaftliches USPD- Holzarbeiter! Für die auf dem Boden der U. S. P. D. stehenden Holzars beiter findet am Donnerstag, den 20. Januar, abends 6 Uhr, in der Schulaula, Petersburger Str. 4, eine Versammlung statt, welche die Vorbereitung für die am 5. und 6. Februar stattfins dende Urwahl zur Tagesordnung hat. Parteis und Gewerks schaftsbuch legitimieren. Bezirksverband Berlin- Brandenburg U. 6. P. D. Die Geschäftsleitung J. A.: Friz Schneider. Achtung Eisenbahner! Neue Philharmonie, Pilaster Gaal, Köpenider Str. 96-97, Freitag, den 21. Januar, abends 7 Uhr, Versammlung aller auf dem Boden der U. S. P. D. stehenden Obleute, Funktionäre und Delegierten zur Generalversammlung. Mitgliedsbuch oder Ausweis der Gewerkschaft( Funktionärkarte) und Parteibuch legiti miert. Bezirksverband Berlin- Brandenburg U. S. P. D. Die Geschäftsleitung. J. A.: F. Schneider.. Betriebsräte, Angestellten- und Arbeiterräte! Die nächste Gruppenversammlung der Freigewerkschaftlichen Bes triebsräte- Zentrale findet statt: für Gruppe 8( Landwirtschaft), Freitag, den 21. Januar, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 3. Gruppe 2( Bauindustrie), Montag, den 24. Januar, abends 6 Uhr, Max und Morig- Saal, Kommandantenstr. 57. Gruppe 3( Bekleidungsindustrie), Montag, den 24. Jas nuar, abends 6 Uhr, Blauer Saal, Kommandantenstr. 57. Zutritt nur mit Legitimationstarten der Freigewerkschaftlicher Betriebsräte- Zentrale und Mitgliedsbuch der Gewerkschaft. Freigewerkschaftliche Betriebsräte- Zentrale für den Wirtschafts bezirt Groß- Berlin. Arbeitslosigkeit und Lohnherabsetzungen Durch die bürgerliche Presse macht ein Waschzettel die Runde, welcher leider auch von der Arbeiterpresse abgedruckt worden ist, wonach sich in Amerika sechs Textilarbeiterverbände zu erheb lichen Lohnkürzungen hätten bereitfinden lassen müssen. worden, um dem Unternehmertum in Deutschland VorspannDie Notiz ist jedenfalls mit der Absicht in die Presse gegebent dienste zu Lohnherabsetzungen zu leisten. Das Informationsbureau des Textilarbeiterverbandes hat zur rechten Zeit ein Schreiben des Vorsitzenden der vereinigten Textilarbeiter- Verbände Nordameritas erhalten, das wir zur Beurteilung dieser Tatarennachrichten in seinem wesentlichen Inhalt hier folgen lassen. Es heißt da: Auch bei uns( in Amerika) besteht eine Krise, find Fabriken geschlossen, oder wird nur zeitweilig gearbeitet, aber ich bin erfreut, zu fonstatieren, daß, außer an einigen Stellen hier und da, kein Versuch des allgemeinen Abbaues oder der Re duktion der Löhne gemacht worden ist, obwohl sie später eintreten fann, auch ist kein Versuch gemacht worden, die Ars beitszeit zu verlängern. Die Arbeitszeit in der Textilindustrie hier im nördlichen Teil des Landes ist auf einer Basis von 8 Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich aufgebaut, mit Ausnahme der Seidenindustrie, von der ein Teil auf einer Basis von 44 Stunden wöchentlich eingerichtet ist. Der Durchschnittslohn für Spinner ist 24 Dollar wöchentlich, für Gehilfen ungefähr 36 Dollar, für Gehilfinnen ungefähr 22 Dollar wöchentlich. Die Baumwollweber werden durchschnittlich mit 28 bis 30 Dollar bezahlt, wobei kein Unterschied zwis schen Männern und Frauen gemacht wird, da beide mit Akkordlöhnen in derselben Höhe bezahlt werden. Wäscher und WollSortierer erhalten 30 bis 35 Dollar die Woche. Die Löhne in der Wollindustrie sind durchschnittlich 4 bis 5 Dollar höher als in der Baumwollindustrie und die Löhne in der Seidenindustrie steigen noch ein wenig höher um 2 bis 5 Dollar. Indem ich glaube, daß dies die Instruktion sein wird, die Sie wünschen, und indem ich bedaure, Ihnen nicht früher habe antworten zu können, bin ich Ihr getreuer John Golden, Generalpräsident der vereinigten Textilarbeiter Amerikas. Da ein Dollar schon seit langem 72 bis 74 Mart wert ist, was ungefähr den Jahresdurchschnitt darstellt, tann man sich leicht ausrechnen, wie die ausländische Lohnkonkurrenz aussieht. Es sind Wochenlöhne von ca. 2000 Mark. Zur Lohnbewegung in der Berliner Holzindustrie schreibt uns der Holzarbeiter- Verband, Zahlstelle Berlin: Die Wirtschaftslage in der Berliner Holzindustrie hat auf die Gestaltung der Löhne einen großen Einfluß ausgeübt. In der Zeit guter Geschäftslage war es möglich, die Löhne auf einen normalen Stand zu bringen, denn bei Abschluß des Reichstarifs fam der für die 1. Tariftlasse geltende Lohn von 4.20 Mt. für Berlin schon nicht mehr in Frage, weil seinerzeit schon wesentlich höhere Lohnfäge gezahlt wurden. Sämtliche mit den Arbeitgebern der Berliner Holzindustrie angebahnten Verhandlungen, die tatsächlichen Löhne schriftlich festzulegen, scheiterten an dem Widerstand der Arbeitgeber, sie stellten sich ständig auf den Standpunkt, daß sie als einzelne Ortsgruppe Inventur: Ausverkauf Unsere fabelhaft billigen Preise erregen allgemeines Aufsehen. Unsere Umsätze vergrößern sich mit jedem Tage, weil jeder Verkauf uns neue Kunden bringt. Diese Tatsache beweist am deuts lichsten, welche Wirkung unsere beispiellofen Angebote auf alle sparfamen Verbraucher ausüben Man besichtige unfere vielseitigen Schaufenster- Auslagen, sie sagen alles! Winter Artifel und Damen Tanzschuhe 0 Extra billig Stiller Rest: Bestärde und Gelegenheitsposten Extra billig d ge Q3 ம் pet eis ng fea 10 int ang 1 1 feine Aenberungen des Vertrages vornehmen önnen, trotzdem murde anerkannt, daß auch nach ihren Informationen der Lohn ungefähr 7-7.50 Mt. beträgt. Die Solzarbeiter Berlins mußten hich nunmehr damit begnügen, betriebsweise die Löhne, den Ber hältnissen entsprechend, zu regeln. Dieser Regelung setzten auch die Arbeitgeber feinen ernsten Widerstand entgegen und beteilig ten sich an den in Frage fommenden Verhandlungen ebenfalls. Unsere Verwaltungsstelle hatte aber ein Interesse, die Lohn fäge möglichst einheitlich festzulegen, und stellte erneut im April v. Js. den Antrag, die Tariflöhne von 4.20 Mt. um 50 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitgeberorganisation wollte seinerzeit gütigst 15 Prozent zugestehen, was von unserer Verwaltungsstelle abgelehnt wurde. Der Antrag wurde zur weiteren Behandlung dem Zarifamt übergeben, welches nach mehreren Beratungen dann am 14. Juli unter Borfig eines Unparteiijchen folgende Entscheidung fällte: Ab 14. Juli werden die Mindestlohne auf 5.40 t., die Durchschnittslöhne auf 6.00 Mt. festgesetzt. Diese Entscheidung hat den Berliner Arbeitgebern eine ficht. fiche Erregung gebracht, und der Obermeister, Herr Paeth. hat fofort alle Hebel in Bewegung gelegt, um den Spruch des Tarifamts illusorisch zu machen. Ein jofort eingereichter Antrag an die Berliner Verwaltung, der einen Abbau der Löhne vorsah, war die Antwort, und bei den Beratungen stellte sich heraus, daß man bie inzwischen eingetretene Wirtschaftstrise ausnußen will, um die Löhne so festzulegen, wie es den Wünschen der Herren Arbeitgeber ent pricht. Durch Stillegung der Betriebe und Entlassung von Arbeitsfräften hatte man auch bald die noch höheren Löhne ausgemerzt, und die fast verzweifelte Lage in bezug auf Beschäftigungsmöglichteit gestattete es nicht, einen Borstog auf der ganzen Linie zu unternehmen. Das weitere Anziehen der Preise für die wichtigsten Bedarfsgegenstände veranlaßte uns, auch die Lohnjähe erneut einer Regelung zu unterziehen, und so stellten wir Anfang November 1920 einen Antrag, auf die bestehenden Löhne einen Ausgleich von 20 Prozent zu fordern. Als die Barteien beider Organisationen zusammentraten, mußten wir die Wahrnehmung machen, daß man uns wiederum einen Antrag auf Abbau der bisherigen Löhne ( b. h. 5.40 Mt. 6.00 Mt.) porlegte. Als Begründung führten die Arbeitgeber an, daß der Antrag schon lange vorliege und noch nicht erledigt sei, sie würden aber geneigt sein, den Antrag zurückzuziehen, wenn wir den Antrag auf Erhöhung der Löhne ebenfalls zurückziehen. Davon konnte natürlich feine Rede sein, und wir übergaben den Antrag dem Tarifamt für das Holzgewerbe, das in einer Sizung am 25. November verhandelte und denselben ablehnte, weil nicht beide Par teien die Entscheidung beantragt hatten. Inzwischen fanden auch zentrale Verhandlungen statt, die vor bem Reichsarbeitsministerium ihren Abschluß fanden und als Ergebnis 10 Prozent auf die bestehenden Löhne vorfahen. Auch diesen Vorschlag lehnten die Berliner Arbeitgeber ab, indem sie erklärten, aus dem Arbeitgeberschutzverband ausgetreten zu sein und alle Lohnfragen für Berlin felbständig zu regeln. Wir mußten, da alle tariflichen Schlichtungsstellen erschöpfenb verhandelt hatten, nunmehr den Schlichtungsaus dus Groß Berlin anrufen, welcher auch Verhandlungen zum 8. Januar an fekte, der aber wegen unvollständiger Besetzung nicht in die Materie eintreten tonnte und sich vertagte um am 15. Januar diefelben fortzusetzen. Inzwischen hatten die Arbeitgeber bas Reichsarbeitsministerium angerufen, und als die Verhandlungen am 15. Jamuar beim Schlichtungsausschuß beginnen sollten, bezweifelte der Vertreter ber Arbeitgeber die Zuständigkeit, legte auch gleichzeitig ine Einlabung des Arbeitsministeriums vor, aus der hervorging, daß ein Termin zum 27. Januar festgelegt ist, um über die Streitfache zu berhandeln. Dadurch hat nunmehr der Schlichtungsausschus sich für unzuständig erklärt. Der Zwed, bas Reichsarbeitsministerium anzurufen, ist, den Antrag der Arbeitgeber auf Abbau der Spikenlöhne erneut zur Beratung zu bringen und im übrigen die Löhne der Berliner Solzindustrie auf einen Stand zu bringen, damit die Herren auf Rosten der Arbeiter sich größere Einnahmen sichern. Aus bem ganzen Werbegang unserer Lohnbewegung ist erfichts fich, wie man versucht, den Arbeitern der Berliner Holz ndustrie bas Existenzminimum zu beschneiden; wir haben versucht, alle friedlichen Wege zu beschreiten, sind nun bei der lekten Instanz angelangt und werden sehen, ob die Arbeitgeber den Faben in der von ihnen beliebten Form weiterspinnen werden. Det 27. Ja nuar wird uns zeigen, ob in der Berliner Holzindustrie die Lehnregelung eine friedliche Lösung findet, oder ob man es auf einen Rampf antommen lassen wird. Mit außerordentlicher Ruhe haben unsere Kollegen dem Treiben der Berliner Schatfmacher zugesehen, ihre Geduld ist auf eine scharfe Probe gestellt worden, aber nun ist dieselbe zu Ende. Buchdruder Die Buchdruderei von W. Greve( Inh. Mar Bash), Ritterstr. 50, ist für organisierte Arbeiter nach wie vor gesperrt! Das Bersonal hat den Betrieb restlos verlassen, und der Herr Kommerzienrat ist nunmehr Herr in seinem Hause". Die ihm dadurch gewordene freie Zeit benutzt der Herr, um sich endlich einen genauen Ueberblick über die ihm infolge der Kriegsaufträge zugeflossenen Millionen zu verschaffen und bann eine neue Wohlfahrtseinrichtung" größten Stils ins Leben zu rufen. Wie bekannt, hat Herr Basch neben seinen andern Wohlfahrtseinrichtungen" einen Weltkriegs- Gedächtnisstod" auf das Jahr 2116" geschaffen, der in 200 Jahren auf 50 Millionen Mart anwachsen wird und am Tage der 200. Wiederkehr der Friedensfeier zur Erinnerung an den gegenwär tigen Weltkrige aufgelöst werden soll". Ein Teil des Erträg nisses foll Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser in seiner Eigenschaft als Haupt des Königlichen Hauses der Hohenzollern, angeboten werden zum Andenken an Seinen ruhmreichen Ahnherrn Wilhelm den Zweiten, den fraftvollen Führer des Vaterlandes im Weltfriege". Diesem Gedächtsnisstod" mill Herr Kommerzienrat Pasch einen namhaften Betrag zuführen mit der Bestimmung, daß nach genannten 200 Jahren das Personal, das ihm bei der„ Grarbeitung" feiner Millionen bes hilflich war, bei der Ausschüttung der angemachfenen Summe an erster Stelle beteiligt sein soll. Die Tarifbewegung der Leitergerüstbauer. In der am Sonntag stattgefundenen Bollversammlung der Leitergerüstbauer wurde Stellung zur Frage des Tarifabschlusses genommen. Einleitend führte mig vom Deutschen Transportarbeiter- Verband aus, daß die Verhältnisse, unter welchen die Kollegen zurzeit arbeiten, auf die Dauer nicht haltbar seien. Um den Streitigkeiten, welche im lezten Jahr bei einzelnen Firmen entstanden sind, zu entgehen, riet er zum Abschluß eines Vertrages. In der einsehenden Distuffton sprach sich der Branchenleiter Walter im Prinzip gegen den Tarifabschluß aus, da er sich aber den Anregungen des Bortedners nicht verschließen fönnte, wolle er dem Abschluß teinen Widerstand entgegensehen. Er schlug vor, eine Kommission zu wählen, die einen Entwurf ausarbeiten soll.-Nach Erstattung bes Tätigkeitsberichtes, den Lenzner gab, wurde die Neuwahl der Branchenleitung vorgenommen. Einstimmig wurde Mir als Branchenberaber wiedergewählt, als erster Branchenleiter 5. Walter. Nunmehr wurde der Antrag der Arbeitslosen det Organisation, welcher von jedem in Arbeit stehenden über 200 Mart verdienendent Kollegen Abführung von pro Woche 2,50 M. verlangt, aur Diskussion gestellt. Einmütig wurde zum Ausdruck gebracht, daß durch derartige Mittel die Lösung des Arbeitslosenproblems nicht erfolgen tönnte. Selbst die Arbeitslosen der Branche lehnten diese Almosen ab. Die Betriebsversammlung der Firma Schwarzkopf, Scheringstraße( von etwa 1200 Personen besucht), beschäftigte sich mit ber allgemeinen wirtschaftspolitischen Lage. In einem Referat bes Kollegen Kittler wurde den Versammelten besonders an der Hand der Loewe'schen Differenzen, der Frage der Notstandsarbeiten in Neukölln, der immer mehr und mehr anwachsenden Zahl der Arbeitslosen, die Frage vorgelegt, was das Proletariat in bem ihm aufgezwungenen Kampfe tun müsse. Der Referent glaubte eine fiegreiche Beendigung dieses Kampfes für das Proletariat nur dadurch erreichen zu können, daß, unbeschadet aller parteipolitischen Theorien, das Proletariat zu einer Einheitsfront zusammengefaßt werden müffe, weil es sonst schlechterdings nicht möglich wäre, dem Kapitalismus mit dem hinter ihm stehenden Militarismus, der Sipo, dem Spigeltum und der Sabofage der Unternehmer fiegreich entgegentreten zu fönnen. Die Versammlung zeigte ihr Einverständnis mit den Ausführungen des Referenten darin, daß von teiner Seite irgend ein Widerspruch gegen diese Ausführungen gemacht wurde. Die Ber sammlung stimmte entgegen der Absicht eines Kollegen, welcher die in dem offenen Brief der V. K. B. D. aufgeftellten 5 Buntte, als gemeinsame Verhandlungsgrundlage betrachtet wissen wollte, gegen zirka 10 Stimmen einer Resolution zu, welche besagte, daß die Schwarzkopf'schen Arbeiter den bei der Firma Loewe aus gesperrten Arbeitern ihr vollstes Sympathie- und Solidaritätsgefühl zum Ausdrud bringen, und daß fie fich bereit erklären, allen Anordnungen, die getroffen werden, um die Loewe'schen Arbeiter zu unterstützen, unbedingt Folge leisten werden. Auch in dieser Versammlung hat es sich gezeigt, daß, wenn die Arbeiter schaft objektiv unterrichtet wird, ihr proletarisches Klassentampf gefühl und ihre Zusammengehörigkeit non feiner Seite erschüttert werden kann. Wahl der Vertreter zur örtlichen Generalversammlung des Zens tralverbandes der Angestellten, Bezirk Groß- Berlin. An ber Urwahl nehmen nur die Mitglieder der Fachgruppe 4( Vers sicherungen, Ktantentassen und Berufsgenossenschaften) und Fachs gruppe 18( Verbände, Gesellschaften, Vereine und Sandelsschulen) teil. Die Stimmabgabe findet Donnerstag, den 20. Januar 1921, von nachmittags 3 Uhr bis abends 9 Uhr, in den an den Anschlaga säulen bereits bekanntgegebenen Wahllotalen statt. Aus den Organisationen 2. Diftritt. Sonnabend, 7 Uhr, bei Wiemers, Bülowftr. 58, Bezittsführerfthung Wichtige Tagesordnung. 3. Siftritt. Nächste Sigung der Bildungstommiffion Sonnabend, 22. Januar, abends 7 Uhr, bei Stiller, Urbanstr. 129. 6. Diftrift. Sigung jämtlicher Mitglieder der Bildungskommission am Dienstag, 7 Uhr, bei Gallas, Georgentirchstraße. 6. Bistritt. Abteilungsführer, Sonnabend Material vom Genoffen Gallas ab holen. Sonntag, 23. Januar, vorm. 11 Uhr, bei Gallas, Sigung des ges häftsführenden Borstandes. 7. Diftritt. Freitag, abends 7 Uhr, bei Bläßing, Gubener Str. 24, engere Bore standssitung, dazu die Agitationstommiffion. 8. Diftritt. Donnerstag, 20. Januar, abends 7 Uhr, Borstandssitzung und Ab rechnung aller Abteilungsführer bei Rettichlag, Schreinerstr. 18. 9. Ditrift. Freitag, 7 Uhr, Sigung des Vorstandes mit den Funktionären, ben Oblenten der Stommissionen sowie allen Mitgliedern der kommunalen Kommiffion bei Scheibe, Baiteurstr. 2. 9. Diftritt. Montag, 24. Januar, abends 7 Uhr, Frauenleseabend bei Matschte, Marienburger Str. 31. Die Genossinnen werden ersucht, dazu besonders einzus Laden. Vortrag der Genosin Synneder. 10. Diftritt. Diftrittstonferenz Freitag, abends 7 Uhr, bei Büttner, Schwedtes Straße 23. Der engere Vorstand trifft fich% Stunde früher. 10. Diftrift. 4. Anteilung. Sämtliche Funktionäre um 7 Uhr bei Sahn, Wörther Straße 15. Abrechnung und Legitimationstarten in Empfang nehmen. 11. Diftritt. Freitag, 21. Januar, abends 8 Uhr, Zusammenkunft der Genossen die fich für die Lanbagitation gemeldet haben, bei Dahms, Siegelstr. 9. 13. Diftritt. Donnerstag, 7 Uhr, bei Gliesche, Stopenhagener Str. 74, Sigung fämtlicher Elternbeiräte der gesamten Schulen, auch die außerhalb des Distrikts fiegen. Ferner alle nicht gewählten Kandidaten der alten Liste haben auch zu erscheinen. 14. und 15. Diftritt. Bildungskommission. Seute abends 7 Uhr, gemeinsame Sigung Charlottenburg, Rathaus, 3immer 304. 16. Berweltungsbezirt. Freitag, 21. Januar, abends 6 Uhr, Bezirksversamme lung. Die Frattion trifft sich pünktlich um 26 Uhr zu einer Besprechung. Tria bünenfarten find beim Genossen Lampe, Copenid, Waldstr. 8, erhältlich. 17. Distritt. Freitag, 21. Januar, 7 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21, Bota ftandsfihung 18. Diftritt. 3. Abteilung. Freitag, 7 Uhr, Funktionärtonferenz bet Knapp, Grünthaler Str. 6. Borsigwalde. Montag, 24. Januar, 7½ Uhr, in den Borfigwalder Festsälen Frauenleseabend mit Referentin. Gäfte willkommen. Weigenfee. Frauenarbeits- und Kinderschustommiffion. Sigung Freitag abend 7 Uhr, bei Neumann, Röldestraße. Jede Funktionärin muß unbedingt erscheinen. Vereinskalender Berband der Steinjeher und Berufsgenossen. Die Aussprache der Betriebsräte und obleute fowie der Vertrauensleute aller Branchen findet tatt am Freitag, abends 7 Uhr, im Logenrestaurant, Kl. Auguststr. 14. Verbandsbuch legitimieri. Erwerbslofenräte Groß- Berlins. Montag, mittags 12 Uhr, Marstall, Breite Straße, Bollversammlung. Erscheinen dringend erforderlich. Sos. Proletarierjugend, Agitationsbezirt Often. Donnerstag, 7 Uhr, Funktis närturfus in der Schule Petersburger Str. 4, 3immer 6. Es ist Pflicht jeden Funktionärs der einzelnen Gruppen, pünktlich zu erscheinen. U.S. B. D.- Elternbeiräte bes 6. Berwaltungsbezirts Hallesches Tor. Hierzu gehören ber 3. und 4. Diftrift ganz und Teile des 1. und 5. Diftrifts. Heute, Donnerstag, 20. Januar, abends 7 Uhr, in der Schulaula Dieffenbachstr. 50-51 Zusammenkunft aller U. S. P. D.- Elternbeiräte und ber nichtgewählten Kandis daten fowie Interessenten. n Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen dringend notwendig. Typograph. Betriebsversammlung am Donnerstag nachm. 3 Uhr bei Lange, Nostoder Str. 28. Betriebsräte und Funktionäre eine Stunde früher. Arbeitsgemeinschaft der fog. Elternbeiräte bes 12. Verwaltungsbezirks. Die ferhs Bortragsabende des Gen. Dr. Kriesche über Entstehung und Entwidlung ber Religionen beginnen am 21. Januar, abends 8 Uhr, im Gesangsaal Lyzeum, Steglty, Rothenburger Straße. Rarien an der Abendkajfe zu 3 M. für sechs Abende. Ortsverband derzeit nicht engagierter Bühnentünstler der Genossenschaft Dent scher Bühnenangehöriger, Freitag, 8 Uhr abends, Bollversammlung im Wilhelms hof. Anhalter. 12, Engagementslose, auch nicht Genossenschafter, herzlich will tommen. Berband Bollsgesundheit. Bortrag des Genossen Scafe Phyfiologie bes Blutkreislaufes" 28 Uhr, in der Nieberwallstr. 12. Sonntag, 23. Jaguar, Ber fichtigung des Naturkundemuseums in der Invalidenstraße unter Führung bes Herrn Rettor Seinig, 12 Uhr mittags. Berantwortlich für die Redaktion: Emil Rabolb, Berlin. Ver antwortlich für den Inferatenteil: Ludwig Romeziner, Karlshort Verlagsgenoffenschaft Freiheit" e. G. m. 6. S., Berlin. Drud der Freiheit Druderei 6. m. b. S., Berlin C. 2. Breite Stroke 9-0 Grosser Lebensmittelmarkt Wild, Geflügel, Fische Suppenhühner... Phund 14.00 Puten................. Plund 1300 ' Hasen gestreiff......... Plund 1150 gestreiff...... Kaninchen........... Plund 900 Hirschfleisch.... Plund von 900 an Lebende Plötzen. Plund 390 Grüne Heringe Plund 390 2004 zu billigen Preisen, soweit Vorrat Wurstwaren, Hüse Blutwurst............ Plund 800 Sülzwurst............ Pfund 1750 Rotwurst.......... Pfund 1750 Landleberwurst..Pfund 2000 Mettwurst Braunschweiger Art........ Plund 2500 Landkäse.......... Pfund 760 Briekäse............ Pfund 810 Fleisch Suppenfleisch..... Pfund 1250 Kalbsvorderfleisch, 1250 Kalbsrücken....... Pfund 1250 Gehacktes Rindfleisch Pid. 1300 Kalbskeule........ Pfund 1400 Schmorfleischnoen Pid. 1400 Kalbschnitzel..Plund2200 Kolonialwaren Salz..................... Pfund 24 Pl. Rangoon- Bohnen Pid. 120 Braune Bohnen.. Pfund 125 Hülsenfrüchte geschalt, Plund 225 Erbsmehl........ Plund 225 Maisgriess gelb...... Pfund 325 Tafel- Reis..... Pfund 375 .... Pfund 375 Obst, Gemüse Weisskohl...... Kohlrüben .......... Plund 60PL .......... Pland 25PL Rotkohl.......... Plund 70 PL Mohrrüben......... Pland 30PL Apfelsinen.... Stock 60PL Mandarinen Plund 575 Dauerzwiebeln.. Plund 80PL 80 Tafel- Margarine Pand 1250 Schweine- Schmalz r. 1380 1380 1450 Gebr. Kaffee Pd 2200 Bücklingend 5° Bockenheimer Rotwein für Kochzwecke, Flasche gar. rein holl., Pfd. Pfund Flasche Billige Weine kemer 700 1917/18. Ingelheimer15 1917 St. Emilio, 200% 1918 Graves einschliesslich Flatcha, 20%, Steuersurching Montagna- Naturrotwein: 10 1918. Edenkobener Flasche 1000 1918 Neustadter Bohl.200 Portwein 18 20 weiss, Flesche 2000 Madeira, Sherry, 1/4 Fl. 3000 ное сінов слиною бакой слой сное словененное славесное си Leipziger Strasse Alexanderplatz Allein- Vorverkauf für Zirkus Sarrasani HERMANN TIETZ Die gute MASSARY Jn aller Munde! RON LINON Figareffe