Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang . Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Posts bezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Defterreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 m zuzüglich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Defterreich 30,- m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8.9. Donnerstag, 10. März 1921 Nummer 116 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillezeile oder beren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jebes meitere Wort 1,50 M. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Besuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1,- M. Fernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4849, 4021 Nachtgespräche nur Nr. 4516 und 4603 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Durchführung der Zwangsmaßnahmen Justizkomödie in Stargard Beschlüsse des Obersten Rates London, 9. März. Ein amtlicher Bericht belagt: Die Führer der alliierten Deles gationen traten heute nachmittag zusammen und regelten die verschiedenen Einzelheiten der Anwendung der Sant. tion auf Deutschland gemäß dem Rate der Sachverständigen. Man tam überein, daß die Santtion erst aufhören wird, wenn eine befriedigende Lösung der Re parations, Entwaffnungs- und Kriegsvers brecher Frage durch die Alliierten angenom men worden ist. Die Konferenz beauftragte den Oberkommillar der Alliierten in den Rheinlanden, einen italienischen Bertreter zur Teilnahme einzuladen, wenn wirtschaftliche Fragen, bie sich aus der Anwendung der Sanktion ergeben, zur Beratung tehen. Sierauf wurde die Erörterung über die Frage betreffend Griechenland und die Türkei wieder aufgenommen. EE. London, 10. März. Der Oberste Rat mußte seine Beschlußfassung über die Durch führung der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen, über die er bes reits in einer Bormittagssigung beriet, auf den Abend vertagen Die Sigung nahm um 6 Uhr ihren Anfang. Man beschloß, daß die 3ollinie am Rhein, nicht wie nr sprünglich vorgesehen war, die Brüdentöpfe umfassen sollte, jon dern auch die brei neu besetzten Städte. Demnach wird die 3ollinie ich auch auf das rechte Rheinufer er ftreden. Ueber die Art der Zolltarife, die in Geltung treten follen, ist noch ein Beschluß gefaßt worden. Die interalliierte Rheinlandlommission soll hierüber erst den verschiedenen Regietungen Bericht erstatten. Der Oberkommissar der Rheinlandtommission soll an die Botschaftertonferenz nach Paris berichten, die dann über die Tarife endgültig entscheiden wird. Italien an der Besetzung des Rheinlandes nicht beteiligt ist, wurde der Oberkommissar angewiesen, die italienische Regierung zu ersuchen, einen Vertreter in die interalliierte Rheinlandtommission zu entsenden. Da Die Hauptschwierigkeit bei den gestrigen Beratungen bildete die Erhebung der 50prozentigen Ausfuhrabgabe. In England wird diese Abgabe zweifellos die Höhe von 50 Pros zent erreichen, bagegen dürfte sie in Belgien, Italien, Japan und selbst Frankreich unter dieser Ziffer bleiben. Hinsichtlich der Ver= teilung wurde das provisorische Abkommen getroffen, daß jeder Staat die Einnahmen für sich behält, die er aus der Abgabe zieht. Ferner wurde auch eine Reihe von Nebenfragen, die mit diesem Problem zusammenhängen, geklärt. Es wurde hervorgehoben, daß 3. B. Deutschland Waren in halbfertigem Zustande( Salbfabrikate) nach den neutralen Ländern verschiden tönnte, die dann hier in Fertigfabritate umgearbeitet werden sollen. Man beschloß, auch diese Waren als deutsche Waren zu betrachten, joweit der Wert nach ihrer Umgestaltung in den neutralen Ländern mehr ist als 95 Prozent des Gesamtwertes. Am Schlusse der gestrigen Konferenz hielt Briand eine Anprache en Lloyd George, worin er diesem in bewegten Worten für die durchgreifende Silfe dant te, die England Frank reich bei der Durchsehung seiner Ansprüche habe zuteil werden laffen. Besorgnisse in Holland London, 9. März. Einer Exchange- Meldung aus Amsterdam zufolge, find die holländischen Handelstreise sehr in Sorge wegen der neuen Krise ber internationalen Politit, da sie eine ernstliche Schädigung des holländischen Sandels und besonders der Kohlenaufuhren aus Deutschland nach Holland befürchten. Die Anwendung der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen E.E. Paris, ben 9. März. Lloyd George gab gestern dem Präsidenten der inters alliierten Rheinlandfommission Girard Weisungen für die sofortige Beschlagnahme der deutschen 3ölle. Die interalliierte Kommission solle den Alliierten in fürzester Frist einen Bericht über die Maßnahmen vorlegen, die erforderlich find, damit die Beschlagnahme der Zolleinnahmen in den besetzten Gebieten vor sich gehen kann. Der Präsident der interalliierten Kommission hat in Befolgung dieser Instruktionen bie beut. Ichen 3011beamten bereits dem Befehl der Obers tommission unterstellt. Sämtliche Zolleinnahmen wur ben mittlerweile beschlagnahmt. Die Vertreter der interalliierten Rommission haben die Kontrolle der deutschen Zoll. Rationen begonnen. Zwischen dem franzöfifchen Finanzminister Doumer und dem Oberkommissar Girard fand heute eine Besprechung statt über bie Errichtung der 3ollinie am Rhein. Es steht noch nicht fest, ob bie bezügliche Verfügung am Freitag oder am Sonnabend in Kraft treten tann. Das Abgabengesetz London, 9. März. Reuter erfährt, daß das Gesetz zur Durchführung der Vors schläge betreffend die Abgabe von 50 Prozent des Wertes eingeführter deutscher Waren jetzt im Entwurf fertig ist. Sente nachmittag beschäftigten sich die englischen, französischen, italie. nischen und belgischen Sachverständigen damit, um ähnliche Maßnahmegerichte find bisher grundsätzlich nur dann einges nahmen für die anderen Länder zu entwerfen. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen der Konferenz morgen im Unters haus erörtert werden. Keine Annegionen Besprechungen zwischen Briand und Lloyd George EE. London, 10. März. Ueber die Besprechungen, die Lloyd George und Briand im Verlaufe der gestrigen Nachmittagssigung in London hatte, veröffentlicht Reuter folgende Erklärung: Lloyd George berührte verschiedene, in der französischen Bresse aufgetauchte Kommentare, in denen gesagt wird, daß die Errichtung einer neuen Zollgrenze der Beginn der Annegion der Rheinlande sei, oder wenigstens der Anfang einer tieferen Trennung zwischen bejeztem und unbejeztem Gebiet. Aus Pariser Aeußerungen geht hervor, daß ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung in Frankreich die letzten Beschlüsse Lloyd George volles Vertrauen in Briand und in die geals einen Erfolg der Trennungsbestrebungen betrachtet. Obwohl sunde Bernunft der Mehrheit der Franzosen habe, obwohl er ferner seinerzeit von Clemenceau bestimmte Bersicherungen erhalten hat, der ebenfalls auf der Friedenskonferenz die Annexionisten lebhaft befämpfte, nehme er mit Bergnügen eine neue und definitive Vers ficherung Briands entgegen, daß Frankreich weder Annegionen noch Autonomien in Aussicht nehme. Briand erklärte formell, daß unter den verantwortlichen französi= Ichen Staatsmännern niemand einen derartigen Ge danten hege und fügte hinzu, unter hundert Franzosen seien feine fünf, die sich eine derartige Sache träumen ließen. Lloyd George erklärte sich von dieser Zusicherung durchaus befriedigt und setzte hinzu, er habe seinerseits nie ernste Zweifel an die Haltung des französischen Ministerpräsidenten in dieser Hinsicht gehabt. Die Besegung der Rheinstädte Düsseldorf, 9. März. Die Besehungsbehörde in Düsseldorf hat eine Verordnung ers laffen, wonach der Aufenthalt auf den Straßen von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens verboten ist. Die Straßenbahnen stellen infolgebessen von 9 Uhr abends ab ihren Betrieb ein. Auf Befehl des Oberkommandierenden Generals Degoutte. muß die Grüne Bolizei in Düsseldorf auf 600 Mann vermindert werden. Die Auswahl der Beamten, die hierbleiben dürfen, liegt in den Händen der Bes fegungsbehörbe. TU. Brüssel, 10. März. Die durch den Erlaß Eberts ins Leben gerufenen Aus Schritten, wenn Arbeiter durch Spizel verdächtigt wurden, militärische Verbände gebildet zu haben. In Berlin fanden vor dem Ausnahmegericht zwei Prozesse statt, die sich gegen die sogenannten Weißenseer Kommunisten richteten. Das Material, auf das die Anklage sich stützte, war völlig unzu reichend. Zuträgereien, Mutmaßungen und unvorsichtige Ausdrücke der Angeklagten in der Voruntersuchung bildeten die Beweismittel der Anklagebehörde. Es lag nichts Schriftliches vor, das die Angeklagten hätte belasten können. Der Besitz von Waffen konnte ihnen nicht nachgewiesen werden. Gefängnisstrafen verurteilt. Troßdem wurden die Angeklagten zu teilweise recht hohen Das Gegenstüd zu diesen beiden Prozessen stellt der Pfeffer, ein früherer Freikorpsführer, hat nach dem KappPfefferprozeß in Stargard dar. Hauptmann Putsch den Frontbund ins Leben gerufen, der sich die Aufgabe gestellt hatte, einen neuen Putsch zu organisieren. Das gegen den Frontbund und seinen Führer vorliegende Diaterial war so schwerwiegender Natur, daß sich selbst das Reichswehrministerium veranlaßt fühlte, gegen den Hauptorganisierte Hauptmann Pfeffer im Kreise Arnswalde ein mann Pfeffer von Salomon einen 5 aft befehl zu er lassen. Der Haftbefehl wurde nicht ausgeführt. Wohl aber neues putschistisches Unternehmen. Er brachte Teile seines aufgelösten Freikorps auf den dortigen Gütern unter und Schloß sich mit noch anderen Vereinigungen von früheren Freikorps und Baltikumtruppen der Orgesch an, also einer Organisation, die dem Friedensvertrag, dem Abkommen von Spaa, dem Entwaffnungsgesetz und dem Ausnahmeerlaß des Herrn Ebert widerspricht. Gegen den Hauptmann Pfeffer wurde trotzdem monate lang nicht eingeschritten. Die Zeitungen brachten Beweis. stüde über Beweisstüde, die Staatsanwaltschaft des Außer ordentlichen Gerichts hatte gleichfalls schwerbelastendes Mas terial gegen Pfeffer in den Händen, ohne mit der erforder lichen Energie die Untersuchung gegen ihn zu betreiben. Als Pfeffer schließlich, in erster Linie wohl unter dem Drud der öffentlichen Meinung, verhaftet wurde, sette ihn das Ausnahmegericht gegen eine Kaution von 20 000 Mart sofort wieder auf freien Fuß. Und nun endlich findet in Stargard der Prozeß statt. Er ist absichtlich in ein hinter. pommeriches Nest verlegt worden, damit er der öffents Rittergutsbesiger, Freiherren, Gräfinnen und Barone bilden lichen Kritik entzogen werde. Und die Regie klappt tadellos. den Hauptteil der Zeugen. Es sind zum größten Teil frühere attive Offiziere, also Freunde des Herrn Pfeffer und Ges sinnungsgenossen des Außerordentlichen Gerichts, das ja be tanntlich nichts weiter ist, als ein vertapptes Kriegs. gericht. Die Rolle des Staatsanwalts in diesem Prozeß ist empörend und herausfordernd. Er greift nur selten in die Verhandlungsführung ein und fühlt sich nicht verpflichtet, die belastenden Momente hervorzuheben. Der Vorsitzende hat daran auch wenig Interesse, Hauptmann Pfeffer und seine Verteidiger natürlich erst recht nicht. Und so gewann man schon nach den beiden ersten Prozeßtagen den Eindrud, als stehe nicht Herr Pfeffer unter Anklage, sondern die Bes Savas meldet aus London: Die englischen Zeitungen veröffentlastungszeugen, insbesondere aber jene Zeitungen, die das lichen ein Telegramm aus Washington, das besagt, daß die belastende Material gegen Pfeffer der Deffentlichkeit unteramerikanischen Truppen am Rhein bleiben, bis die Reparations- breitet haben. frage geregelt sei. Harding habe beabsichtigt, sie sofort nach seinem Amtsantritt zurüdzuberufen, er glaube jedoch, daß unter den gegenwärtigen Umständen diese Zurüdziehung von den Alliierten ungünstig aufgenommen werden fönnte. Der Chef des belgischen Generalstabes, General Ma glinse, ist gestern nacht ins besetzte Gebiet abgereift, um die belgischen Truppen zu inspizieren. Ein belgisches und drei französische Bataillone haben gestern Duisburg besegt. Die französischen Bataillone werden durch belgische Truppen ersetzt werden. Die amerikanische Besatzung bleibt Paris, 9. März. Die Ermordung. Datos EE. Paris, 9. März Zu der Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten wird aus Madrid noch gemeldet: Der Sekretär Datos erklärte, daß bas Attentat warscheinlich seit längerer Zeit geplant worden war. Schon am vergangenen Sonnabend sei auf das Automobil des Ministerpräsidenten geschossen worden. Die Berichte über das Ministerpräsidenten geschossen worden. Die Berichte über das Attentat, bei dem auch der Chauffeur Datos verwundet wurde, gehen darin auseinander, ob brei oder vier Täter daran beteiligt waren. Die Frage der Nachfolge Datos ist noch ungeklärt. Man nimmt an, daß König Alfons die von Dato eingeschlagenen Richt linien nicht ändern und wiederum einen Bertreter der Rechten an die Spitze der Regierung berufen werde. Sigung der Orientfonferenz. In der orientalismen An gelegenheit ist es heute noch zu feiner endgültigen Rege fung gefommen. Es steht fest, daß Lloyd George weiterhin auf Seite der Griechen steht, während die Jtaliener und Franzosen mit den Türten zu Abmachungen gelangen möchten. Der englisch- russische Handelsvertrag. Der englisch- russische Handelsvertrag scheint noch in sehr weiter Ferne zu liegen. Man gibt in London der Verwunderung Ausdrud, daß Krassin nunmehr die Einführung politischer Bestimmungen in diesen Sandelsvertrag verlangt, die für England unannehmbar Find. Schon am ersten Prozeßtag tam es zu scharfen Zusammenstößen zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Genossen Rabold, der als Redakteur der Freiheit" als Zeuge ers Schienen war. Rabold gab der Staatsanwaltschaft zu vers stehen, daß er hier nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge stehe, und daß die Staatsanwaltschaft, wenn ihr die Schreibweise der Freiheit" mißfällt, die Güte haben möge, den verantwortlichen Redakteur zu verklagen. Das Gericht leuchtete auch nicht in die Zusammenhänge der Pfefferschen Organisation mit der Orgesch hinein. Und doch handelt es sich bei der Arbeitsgemeinschaft Pfeffer nicht um eine Einzels erscheinung, sondern um einen Teil jener großen, über ganz Deutschland verbreiteten Escherich- Organisation. Hauptmann Pfeffer hat für sein Unternehmen riesige Geld= summen zur Verfügung gestellt bekommen. Seine Geldund Auftraggeber werden nicht in das Licht der Oeffentlichfeit gestellt. Das Gericht beschäftigt sich mit Vorliebe mit den beiden Zeugen Bünnemeier und Jsemann, die früher zur Arbeitsgemeinschaft Pfeffer gehörten. Der Zeuge Rabold hat schon bei seiner Vernehmung am Dienstag unter seinem Eid bekundet, daß das in der Freiheit" veröffentlichte Mas terial nicht von diesen beiden Beugen stammt. Uns sind zu jener Zeit von allen Seiten Schriftstüde und Dokumente ber Arbeitsgemeinschaft Pfeffer zur Verfügung gestellt worden. Außerdem kommt es weniger auf den Charakter der Zeugen an, sondern darauf, daß der Inhalt der Dokumente echt ist. An ihrer Echtheit tann aber das Gericht nicht zweifeln. Und was besagen die Dokumente? Sie sind für jedes Gericht, das mit der Orgesch nicht sympathisiert, ein unumstößliches Bes weismittel dafür, daß die Arbeitsgemeinschaft Pfeffer eine militärische Geheimorganisation barstellt. Wir heben aus dem uns zur Verfügung stehenden Material folgende Tatsachen hervor: 1. Hauptmann Pfeffer hatte auf Generalstabstarten fein früheres Freiforps na ch Kompagnien militärisch gegliedert. 2. Die Kompagnien standen unter der Führung von Offizieren und Unterführern. 8. Hauptmann Pfeffer hat Befehle und Erlasse herausgegeben, die durchaus militärischen Charafters waren, b. h. also, die Arbeitsgemeinschaft Pfeffer war nach militärischen Grundsägen organisiert. 4. Hauptmann Pfeffer hat nicht nur arbeitslose Soldaten eingestellt, sondern er hat auch Werber ins Land geschickt und an mehreren Stellen Werbebureaus unterhalten, die die Leute von der Straße oder von den Arbeitsnachweisen wegholten, um sie mit gefälschten Urlaubsscheinen und Fahrausweisen nach Arnswalde zu dirigieren. 5. Hauptmann Pfeffer hat auch mit dem Werbeausschuß der deutschnationalen Boltspartei für Heer und Flotte in Verbindung gestanden und sich von ihm zuverlässige Offiziere nachweisen lassen. 6. Hauptmann Pfeffer hat durch Befehle das Anlegen von Stammrollen verfügt. Diese Punkte hat die Anklagebehörde bisher völlig außer acht gelassen, obwohl ihr wir heben das noch einmal ganz Scharf hervor- Dokumente und Schriftstücke zur Verfügung stehen, deren Echtheit der Angeklagte nicht abstreiten fann. Der Anklagebehörde stehen auch Originaltele gramme und handschriftliche Telegrammentwürfe zur Verfügung, aus denen hervorgeht, daß sich Hauptmann Pfeffer bei bestimmten Anforderungen einer Schlüsselschrift bediente. Mit diesem Beweismaterial mag sich also das Gericht recht eingehend beschäftigen, nicht aber mit dem politischen Charatter der Zeitungen, der das Gericht absolut nichts angeht. Dem Gericht soll auch gesagt sein, daß die Zeitungen feine Detektivbureaus sind, die die Aufgabe haben, den Behörden bis in alle Einzelheiten stichhaltiges Beweismaterial zuzuführen. Die Prüfung des Materials, die Nachforschungen nach den Urhebern, die Herbeibringung von Belastungszeugen ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Und gerade Diese Aufgabe ist von dem Außerordentlichen Gericht gröblichst vernachlässigt worden. Mit Behagen sieht man den Staatsanwalt und die Richter lächeln, wenn irgendein sogenannter Entlastungszeuge aus dem Wirkungsfreis Pfeffers abfällige Glossen über die Zeitungen macht, und die fetten Rittergutsbesizer stimmen im lauten Chorus in das Gelächter ein, ohne daß sich der Vorsitzende veranlaßt fühlt, derartige Ausschreitungen zu rügen. Die Herrschaften fühlen sich in Stargard völlig unter sich. Gerade dieser Prozeß zeigt den ganzen einseitigen Charakter der Ausnahmegerichte in grellster Beleuchtung. Das Gericht soll sich aber nicht einbilden, daß etwa die Deffentlichkeit beruhigt ist, wenn es feinen Spruch gegen Pfeffer gefällt haben wird, seinen Spruch, der nach der ganzen Art der Prozeßführung ein Freispruch zu merden scheint. Wir wollen dem Ausnahmegericht schon heute zu verstehen geben, daß wir von Anfang an feinen anderen Ausgang des Prozesses erwartet haben. Ausnahmegerichte sind vertappte Kriegsgerichte. Und Kriegsgerichte haben bisher gegen Angehörige ihres Standes grundsäglich nur freisprechende Urteile gefällt. Geht das Gericht nicht auf den Inhalt der nachweisbar echten Dokumente und Schriftstücke ein, lenkt es nicht im letzten Augenblick noch um, dann bleibt die Tatsache bestehen, daß in Stargard teine Prozeß= verhandlung stattfand, sondern eine lächer liche, von vorzüglichen Regisseuren einge= übte Komödie aufgespielt wurde. Regierungsbildung in Preußen Keine endgültige Lösung Weber die Verhandlungen zwischen den alten Koalitions= parteien in Preußen berichtet der„ Vorwärts": Die alten Koalitionsparteien des Preußischen Landtages Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum traten am Mittwoch um 7 Uhr zu erneuten Besprechungen über die Bildung der preußischen Regierung zusammen. Bon der sozialdemokratischen Frattion waren Siering, Limberg Arbeiterkämpfe in Amerika Zu unserm neuen Roman Sinclairs ,, 100 Prozent" Arbeiterkämpfe sind dem europäischen Proletariat nicht unbefannt, besonders seit wir in Deutschland einen Noste erlebt haben. Was wir aber auf dem Kontinent periodenweise vorüberziehen sehen, ist im Gebiet der Vereinigten Staaten als Dauer= 3ust and anzufinden. Und das Paradoxe dieses Zustandes wird uns erst flar, wenn wir uns in Erinnerung rufen, daß die ameritanische Union als das freiefte Land" galt, als eine Republik mit einer Konstitution, nach welcher jeder Bewohner, ganz gleich welcher Rasse und Religion, dasselbe Recht befize. Und dennoch hat in diesem Lande die besitzende Klasse sich eine Borherrschaft errungen, die zur grenzenlosesten politischen und wirtschaftlichen Versklavung des ganzen Boltes und zum größten Raubbau an den Schäßen der Natur und der Menschen geführt hat. Die wirtschaftspolitische Vorherrschaft der amerikanischen Bluto tratie ist bis auf den heutigen Tag taum irgendwie gelockert worden und die amerikanische Union ist der einzige Großindustriestaat der Welt, der noch sozialistenfreie Parlamente aufweist. Wir kennen die Klassenjustiz in Deutschland. Aber die brutal- jesuitische Judikatur amerikanischer Gerichte tann höchstens noch von Ungarn übertroffen werden. Kaum daß sich die ersten Regungen einer folidarischen Klassengemeinschaft im vorigen Jahr hundert in den Kohlendistrikten Pensylvaniens zeigte, jezte auch schon der brutale Kampf der Grubenbarone mit allen Mitteln ein, um Herr der Situation zu bleiben. Die amerikanische Arbeiterschaft tennt nicht nur den offenen mörderischen Krieg, sonbern auch jene tüdisch- versteckten Banditenstreiche, gegen die man wehrlos ist. Eines der hervorragendsten Mittel zur Niederknüttelung der Arbeiter waren die als Spiel agierenden Kronzeugen, jenes verworfene Lumpenproletariat, das für ein paar Silberlinge je= bes Verbrechen begeht. Im Jahre 1850 grünbete Edgar Allan Binterton seine Detektivagentur traurigen Angebentens, die später ihre Haupttätigkeit auf die systematische Bekämpfung jeder gewerkschaftlichen Attion einstellte. Die ganze Ge= wertschaftsbewegung wurde von Spigeln durchfeucht, Spigel wurden höchste Funktionäre, verrieten jede Aktion, die dann stets mit brutaler Gewalt niedergeschlagen wurde. Züchtung von Streifbrechern, Bereitstellung von privater Wert poliBei aus verwegensten Banditen, mit solchen Mitteln wurden Kämpfe abgewehrt, und um die sogenannte öffentliche Meinung gegen die Ausständigen aufzustacheln, wurden Brücken, Schächte und Bauten in die Luft gesprengt, 3üge zur Entgleisung gebracht und Riesenbrände gelegt. Das war dann der Anlaß, daß die Miliz aufgeboten und der Belagerungszustand erflärt wurde. und Seilmann, für das Zentrum Herold, Busch und Gronowski, für die Demokraten Dominicus, Preuß und Otto anwesend. Die Sozialdemokraten gaben die Erklärung ab, daß sie eine Koalition mit der Deutschen Volkspartei ablehnten. Umgekehrt erklärte das 3 entrum, daß es eine neue Regierungstoalition in Preußen nur unter Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei schließen werde. Somit ist zwischen den drei Koalitionsparteien feine Eini gung über die zukünftige Regierung zustande gekommen. jogar ein sehr scharfer Gegensatz, da das Zentrum jetzt mit großem Zwischen der rechtssozialistischen Partei und dem Zentrum besteht Nachdruck auf der Einbeziehung der deutschen Volkspartei in die Regierungstoalition besteht. Sehr aufgeregt wendet sich die 3entrums Parlaments Korrespondenz" gegen die bereits bekannten Beschlüsse der rechtssozialistischen Landtagsfraktion, nach denen die Rechtssozialisten weder eine Regierung mit der deutschen Volkspartei bilden, noch eine bürgerliche Regierung unterstützen werden, der sie nicht selbst angehören. Die offizielle Korrespondenz der Zentrumspartei schreibt: = = ,, Diese Beschlüsse der Rechtssozialisten enthalten eine nicht zu verkennende Schärfe und sind sicher nicht geeignet, die Lösung der Frage der Regierungsbildung in Preußen zu erleichtern und zu beschleunigen. Dabei scheint die Sozialdemokratie zu übersehen, daß für die ihr gangbar scheinende Koalition die beiden anderen Parteien, 3entrum und Demokraten, ebenso notwendige Voraussetzungen sind wie ihre eigene Teilnahme. Es geht sicher zu weit, bei der Lösung dieses Problems auf die Mandatsziffer zu pochen und etwa aus der ganzen Frage eine Machtfrage zu machen. Eine Lösung wäre, soviel fann man heute schon sagen, undentbar, wenn 3entrum und Demofraten sich auf einen ebenso scharfen und einseitigen Standpuntt für den Eintritt in die Koalition stellen würden. Demgegenüber betont die 3entrumsfrattion einmütig nach reiflicher Ueberlegung, daß an Stelle der alten, nunmehr zu schwachen Koalition aus vaterländischen Rücksichten eine neue Roas lition aus den drei alten Parteien unter Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei zu bilden sei." Die Demokraten verhalten sich zwar sehr zurückhaltend, lassen aber immerhin deutlich erkennen, daß auch sie große Neigung zu einer Verbindung mit der Deutschen Volkspartei haben. Um aus der Unsicherheit herauszukommen, haben die Rechtssozialisten vorgeschlagen, daß vorläufig eine endgültige Einigung über die Regierungsbildung zurüd gestellt werden möge bis nach Ostern. Inzwischen müßten die bisherigen Minister und parlamentarischen Staatssekretäre ihre Aemter fortführen. Der Bericht des„ Borwärts" schließt mit folgendem Satz: ,, Zugleich seien die bisherigen Koalitionsparteien bereit, in Verhandlungen über die Regierungsbildung mit anderen Parteien einzutreten". Dieser Say hat einen sehr vieldeutigen Sinn. Auch die Rechtssozialisten gehören zu den„ bisherigen Koalitionsparteien". Eind auch sie bereit, mit anderen Parteien" in Verhandlungen über die Regierungsbildung einzutreten? Und mit welchen anderen Parteien sind sie bereit zu solchen Verhandlungen? Wenn die Rechtssozialisten nicht deutlicher werden, kann dieser Satz ausgelegt werden als ein Abweichen von ihren früheren Beschlüssen. Die Bemühungen der bürgerlichen Koalitionsparteien, die Bolkspartei in die Regierung aufzunehmen und dadurch die rechtssozialistischen Minister noch einflußloser zu machen, sind um so charakteristischer, da die Mehrheitsverhältnisse im neuen preußischen Landtag feine Veränderung der Koalition notwendig machen und zu einer Verquidung der Regierungsbildung in Preußen mit einer Umgestaltung der Reichs= regierung fein Anlaß vorliegt. Die Deutsch nationalen benutzen die Gelegenheit, um ihren Freunden in der Stinnes- Partei und im Zentrum die Brudertage entgegenzustreden. Ueber ihre Beschlüsse wird be richtet: Die Deutschnationale rattion des Breußischen Landtags hat in ihrer ersten Sigung am 9. März fich eingehend mit der politischen Lage, insbesondere mit der Regierungs: bildung in Preußen beschäftigt. Da die Mehrheitssozialisten sich der Bildung einer gegen den Druck des Feindbundes gerichteten Nottoalition im Reich wie in Preußen versagt haben, hat die Deutschnatnionale Landtagsfraktion nunmehr an die Frattionen der Deutschen Volkspartei, des Zentrums und der Deutschdemokratischen Partei die Aufforde einer gemeinsamen Regierungsgrundlage für Preußen einzutreten. Anschläge auf Personen und Mordtaten waren auf der Tagesord nung. Die Kämpfe der westlichen Erzgräber in den 90er Jahren lesen sich wie ein Kapitel aus Belgien unter deutschem Militäre Stiefel. Die Menschen wurden in Umzäunungen zusammengetrie ben, ihr Eigentum, ihre Wohnungen verwüstet und teilwetje hunderten von Kilometern entführt und in Wüsteneien abgefeßt. Und all diese Greuel wurden juristisch gedeckt. Riefenprozesse auf Spigelmaterial aufgebaut, löften einander ab. # Sozialpolitisch war der amerikanische Arbeiter und ist es teilweise noch, völlig ungeschüßt. Irgendeint durch politischen Schacher errungenes Gesetz wurde bis an die höchsten Gerichte gebracht und prompt wurde entdeckt, daß dies Gefeß mit der Frei heit der Verfassung follidiere und deshalb untonstitutionell sei. Das Antitrust Gesez wurde gegen die Gewertschaften angewendet und diese bei Streits verurteilt, den Schaden der Un ternehmer zu tragen! Einhaltsbefehle hemmten jede Aftion, durch und durch korrupte Funttionäre taten oft das Uebrige. Die grenzenlose Raffgier der Kapitalisten vergiftete natürlich auch die Arbeiter und zurzeit findet ein großer Prozeß ge= gen solch einen„, Grafter" in Neuport statt. Unsere regelrecht gewählten Parlamentarier werden gewaltsam aus den Pars Iamenten entfernt, der sozialistische Präsidentschaftstan didat sitzt, seiner Kriegsgegnerschaft wegen, im Zuchthaus. Dieses wirtschaftspolitische Inferno wird durch das teilweise fürchterliche Klima des Nordostens noch verschlimmert. Sibirische Kälte im Winter, tropische Hitze im Sommer. An jeder Straßenkreuzung der amerikanischen Städte hat ein Leichenbestatter seinen Laden aufgemacht. Das ist drüben ein gutes Gewerbe! In den mittleren Staaten gibt es von Zeit zu Zeit fürchterliche Unwetter, Tor nados, die teilweise auf die rücksichtslose Abholzung zurückzufüh ren sind. Eine regelrechte Forstwirtschaft gibt es brüben erst seit etwa drei Jahrzehnten. Der Süden bietet erschütternde Kulturbilder durch das Negerproblem mit seinen Begleiterscheinungen, wie Lynchereien, politische Rechtloserklärung troz Verfassung, und der staatlichen Stlaverei, die unter dem Namen des Peonage= Systems" ein trauriges Kapitel bilden. " Auf diesem Boden entstand der hervorragende Dichter, der ame ritanische Zola, Upton Sinclair, ein Sozialist, der sein Debut mit dem„ Sumpf" begann. Die englische Marine machte seinerzeit auf Grund dieser Enthüllungen aus den Chicagoer Fleischfabriken alle Aufträge rüdgängig und gegen Sinclair wurde ein Anschlag versucht, nachdem man die Aussichtslosigkeit eingesehen hatte, ihn zu laufen. In seinem Roman „ Jimmi Higgins", der deutsch zuerst in der Freiheit" er. schienen ist, beschreibt er den Entwidlungsgang eines NationaItsten zum Sozialisten, und in seinem neuen Roman 100 Progent", ber zum erstenmal in Deutschland auch wieder in der " Freiheit" erscheinen wird, schildert er uns die Kämpfe der ameri= tanischen Arbeiterschaft. Der Held des Romans ist ein Spigel, Auch dazu schweigen die Demofraten einstweilen, während dem Zentrum diese Anbiederung offenbar peinlich ist, denn die„ Germania" wendet sich mit entrüsteten Worten gegen die deutschnationalen Freundschaftsbetundigungen. Wir wollen sehen, ob dieser Widerstand von. Dauer ist. Die stinnefierten Rechtssozialisten Der Vorwärts" schreibt: ,, Gegen den Beschluß der preußischen Landtagsfraktion, der eine Regierungsbildung zusammen mit der Deutschen Volkspartei a b lehnt, schreibt in der Deutschen Allgemeinen Zeitung" Professor Paul Lensch. Sowohl der Ort, wie auch ganz besonders der Inhalt, der Ton und die Tendenz seiner Ausführungen beweisen, daß Paul Lensch nicht mehr für die Sozialdemokratie, sondern für die Deutsche Volkspartei journalistisch tätig ist.“ Schön, und von uns bereits wiederholt konstatiert. Lensch spekuliert jetzt auf die Gunst des Stinnes, wie er früher und noch unmittelbar nach Kriegsausbruch auf Radikalismus spetu lierte; damals lief er zu Liebknecht und Rosa Luxemburg, um schärfstes Auftreten zu fordern; nach einigen Wochen, als er sah, wo die Majorität war, schwenkte er um, machte Frieden mit dem P. V., wurde ärgster Kriegsheßer und Englandhasser, sehr gut bezahlter Mitarbeiter der„ Glocke" von Parvus und Haenisch. Nach dem Krieg machte Haenisch seinen windigen Freund, der nicht die allergeringste wissenschaftliche Leistung aufzu weisen hatte, zum Berliner Universitätsprofessor eine vers ächtliche Protettionsgeschichte. Jetzt ist Lensch bei Stinnes gelandet. Aber er ist doch noch und trotz alledem Mit glied der Rechtssozialistischen Kartei. Und er ist doch nicht der einzige! Bei der Zeitung des Stinnes ist doch auch regelmäßiger Mitarbeiter der frühere Staatssekretär August Miller, zugleich Mitarbeiter der übelsten kapitalistischen Wiener Zeitung, der Neuen Freien Presse". Auch er ist Mitglied des rechtssozialistichen Partei. noch nicht imftande ist, die übelsten Gesinnungslumpereien auszu Wir führen das au, um zu zeigen, wie diese Partei auch heute merzen. Die Erhöhung der Zuckersteuer Trotz aller Warnungen hat die Reichsregierung dem Reichs tage den Entwurf über die Erhöhung der Zudersteuer zugehen lassen. Der Steuersatz soll darnach von 14 M. für 100 kilo auf 100 Mart erhöht werden. Die Begründung, die dis Borlage enthält, ist eine einzige Kette von Frechheiten und Un wahrheiten. In einem Augenblick, in dem die bürgerlichen Par teien unter Duldung der Regierung an den Abbau der Best steuern gehen, umfangreiche Steuerbefreiungen für die besitzenden Kreise vornehmen, wird die unwahre Behauptung aufgestellt, daß die direkten Steuern bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit ausgebaut worden seien. Deshalb sei es unvermeidlich, die Ver brauchssteuern zu erhöhen. Der Verbrauch der breiten Massen müsse im Rahmen des Möglichen belastet werden. Wenn auch der Zucker als Nahrungsmittel angesehen werden müsse, so habe er doch im hohen Grade die Eigenschaft eines Genußmittels Deshalb sei die Besteuerung angebracht und notwendig. Diesen Absichten der Reichsregierung wird die Unab hängige Sozialdemokratie, wie ihr Rebner im Ble num bereits ausgeführt hat, den allerentschiedensten Widerstand entgegensehen. Welche Haltung die Rechts sozialisten einnehmen werden, ist ungewiß. Ihr Redner, Hers mann Müller, hat neulich die Geneigtheit seiner Partei, vie e brauchssteuern bis an die Grenze der Erträglichkeit zu belasten erklärt. Wird das auch für die Zudersteuer gelten? Der Reichswirtschaftsrat nahm einstimmig einen Antrag an Die Reichsregierung wird ersucht, die Zuteilung an Verbrauchs zuder für die Bevölkerung auf dasjenige Quantum zu erhöhen welches bei gerechter und billiger Verteilung, der diesjährigen Ernte entspricht. 7 Bankbeamtenstreif in Brag. Wie das Prager Bravo Libu" be richtet, hat der Prager Bantausschuß beschlossen, in allen Brage Banten in den Streit zu treten, falls nicht die Forderunge der Beamten( Einführung von Gehaltstlassen) bis zum 12 d. bewilligt werden. und wer sich mit der amerikanischen Arbeiterbewegung vertraut machen will, fann nichts besseres tun, als diesen Roman, der von einer außerordentlichen Spannung ist, zu lesen. Sinclair ist fein dekadenter Litetat, sondern an natürlichet Uprünglichkeit und gesunder Kraft in gewisser Beziehung dem Amerikaner Walt withman gleichzustellen. Sinclair ging als Arbeiter in die Industrie, als Bedienter zu Millionären, um auch diese Seiten der Gesellschaft tennen zu lernen, furz, er stürzte sich ins Menschenleben hinein, und wo er es anpadte, da wurde es interessant und es entstand ein Kunstwert, das nun den Lesern und Leserinnen der Freiheit" sicher spannende und an regende Wochen bereiten wird. Berthold Rudner August Macke 3ur Eröffnung der Ausstellung im Kronprinzenpalais Ansprache von Adolf Behne Es ist wohl eine undankbare Aufgabe, zu sprechen, während solche Bilder ihre beglüdende Wirkung üben und jeden Empfäng lichen ganz erfüllen. Was will der dünne Ton von Worten, wäh rend solche Mufit ihre Klänge verschenkt? Meine Worte sind nu haltbar als Ausdruck des Dantes, der begeisterten Freude... und der Trauer. August Made war 28 Jahre, als et am 26. September 1914 fiel. Sein Freund Franz Marc fiel am 4. März 1916. J September 1917 fiel bei Langemard Wilhelm Morgnet. Alle drei stammen aus deutschen Landschaften, die eine alti fünstlerische Tradition haben. August Made aus dem Rheinland Franz Marc aus Bayern, Wilhelm Morgner aus Westfalen. Uni alle drei verherrlichen sie die Erde. Der Westfale Morgner gibt in seinem glühenden Wert, das nich mehr als 4 Jahre eines 3wanzigjährigen umfaßt, einen hymn schen Hochgesang auf die Erde als Mutterboden. Der Mensch flein, einsam. Sein Schickjal: Arbeit am Boden. Franz Marc, wenig Liebe zu den Exemplaren Kulturmend fühlend, findet die reine Kreatur, der seine Empfindung gehör im Tier, und er feht sein Schiajal in geheimer Wechselwirtun mit Erde und Stern. August Made verherrlicht die Erde im Spiegel des beweglichel und geselligen Menschen. August Made ist der Einfachste, der Nächste. Er ist der a reichsten Liebende. Keine Spur von Flucht ist in ihm. Wunder voll ist sein herzhaftes Ja- Sagen zu allen Dingen. Er fühlt tein Gegnerschaft. Er fennt feinen Reid, teinen Ehrgeiz. Seine schön ften Arbeiten werden erst jekt bekannt. Er ist nicht geschäftig er malt. To 10 A to te 111 I be fr a D al GRESE น 11 Ii it a K SERGADE fa ge ดู 90 g e D 1 g 68 50 D K ft D h di M m bi de int fo BA I I bi id P SE2FAEF in di if 21 Te शा fi 5 a Ii BURETES A te bi 90 be de at g de D BABAG GEUS SESE BE SURENSA te m ge 90 SO ens ennt die Sen, I ine' bs Die Wahlen zur Wiener Arbeiterkammer j. b. Wien, 6. März. Die Wahlen in die Wiener Arbeiterkammer, deren abIchließende Zahlen jetzt vorliegen, beanspruchen deshalb eine befondere Bedeutung, weil sie die ersten öffentlichen Wahlen unter amtlicher Assistenz in Deutschösterreich waren, an denen nur Arbeiter und Angestellte in den Betrieben teilnehmen fonnten. Es wählten sowohl die Arbeiter als auch die Angestellten in gesonderten Sektionen. Neberdies hatten die Arbeiter und Angestellten des Verkehrswesens( Eisenbahn, Straßenbahn, Telephons und Telegraphenwesen und die Post) gesonderte Arbeiter und Angestelltensektionen. Neben der unter sozialdemotratischer Führung stehenden freien Gewerkschaften waren auch die Kommunisten und die Christlichsozialen und Deutschsch völlischen aufmarschiert. Das Ergebnis ist nun folgendes: for der jen, erit und etus um wo In der Allgemeinen Arbeitersektion wurden 123 712 Stimmen abgegeben. 112 525 Arbeiter stimmten für die Liste der freien Ge: werkschaften, 5932 Arbeiter für die Liste der Kommunisten und 5245 Arbeiter für die gemeinsame Liste der deutschvölkischen und christlichen Gewerkschaften. Die Sozialdemokraten vereinten mehr als 90 Prozent, die Kommunisten 5% Prozent, die ChristRachlichen und Deutschvölkischen zusammen 4% Prozent der Arbeiterstimmen auf sich. B., Iter die Tzubei it: Doch uſt Ener Det eute Szu chs hen auf die Un Bar th ben dağ US Ber en aud abt Isl b Ble eu Ser tent ant Jest Бе ge ge 新 her em ing um rzte rbe ben an I end Eng äh nud 91 J alti and Uni ichl ind Für die allgemeine Angestelltenfektion wurden 52 074 Stimmen abgegeben. Davon erhielten die Sozialdemokraten 39 072, die Kommunisten 228 Stimmen, die Deutschvölkischen und Christlichen zusammen 12 774 Stimmen. 75 Prozent der Handels-, Industries und Bankbeamten und Angestellten gaben den freien Gewerkschaften ihre Stimme. Kaum ein Viesie! der abgegebenen Stimmen entfallen auf die Deutschvölkischen und Christlichen zujammen. Die Kommunisten vermochten taum ½ Prozent der Angestelltenstimmen für sich zu gewinnen. Von noch größerer Bedeutung für die tatsächlichen Machtverhältnisse der Parteien ist das Wahlergebnis in den Sektionen bez Berlehrsunternehmungen. Auch bort stimmten Arbeiter und Angestellte gesondert. In der Arbeitersektion der 18 308 Stimmen ab= Berkehrsunternehmungen wurden gegeben. Die freien Gewerkschaften vereinten 16 493, die Christlichen und Deutschvölkischen insgesamt 1284, die Kom munisten nur 531 Stimmen auf sich. Die Sozialdemokraten erhielten daher 91 Prozent, die Christlichsozialen und Deutschvölkischen zusammen nur 7 Prozent, die Kommunisten etwas weniger als 3 Prozent aller Stimmen. In der Sektion der An= gestellten der Verkehrsunternehmungen wurden 68 063 Stimmen abgegeben. Die freien Gewerkschaften bekamen 50 024 Stimmen, mithin 73% Prozent, die Christlichsozialen und Deutschvölkischen zusammen 14 773 Stimmen, also 21 Prozent, die Kommunist en 2005 Stimmen, also taum 3 Prozent. Die restlichen Stimmen waren zersplittert. Bon den 130 Sigen der Arbeiterkammer werden also die freien Gewerkschaften 113, die Christlichsozialen und Deutschvölkischen zusammen 13 und die Kommunisten 4 innehaben. Go hat diese Wahl wohl neuerdings darüber Klarheit geschaffen, daß die Masse der Hand- wie Kopfarbeiter, der Arbeiter wie der Angestellten, im Lager der Sozialdemokratie stehen und daß alles, was rechts oder links neben der Sozialdemokratie einherläuft, für die Massenbewegung des Proletariats in Deutschösterreich bes deutungslos ist; die„ deutsch- arische" Arbeiterbewegung nicht minder als die kommunistische, die nun schon zum drittenmal erBon anderer Seite wird gemeldet, daß Krasnaja Gorka zu den Aufständischen übergegangen ist. Schüsse werden zwischen der Festung und einem Panzerzug, der in Oranienbaum eingetroffen ist, sowie zwischen dem legtge= nannten Ort und Kronstadt gewechselt. Es sind Versuche ge= macht worden, die Teilnehmer der Militärturfe zum Angriff zu bewegen, aber diese Versuche hatten feinen Erfolg. Ausländische Kuriere dürfen Petersburg nicht verlassen. Einige Truppenteile in Mostau, Peterhof, Oranienbaum und Koporie haben sich gleichzeitig mit der Garnison von Krasnaja Gorka dem Aufstand angeschlossen. Die Garnison Pstow hat sich geweigert, gegen Kronstadt zu gehen. Nationalistisches Liebeswerben Die Bergarbeiter sollen die Karre aus dem Dreck ziehen Die Bourgeoisie ist eifrig bemüht, die deutsche Arbeiterflasse in ihre Nezze zu locken. Das Proletariat soll sich in eine Einheitsfront stellen, nicht etwa um seine Rechte wahrzu nehmen, sondern um die Vorrechte der deutschen Bourgeoisie zu schüßen. Ganz deutlich spricht das Mar Maurenbrecher in der Deutschen Zeitung" aus. Er bezeichnet es in der„ Deutschen Zeitung" als die einzig richtige Antwort, wenn Deutschland durch immer neue Pro= vatationen die Entente dazu verleitet, das ganze Ruhrgebiet und darüber hinaus noch das übrige Deutsche Reich zu besetzen. Deutschland solle es gegenüber der Entente so machen, wie es Rußland im Jahre 1812 getan hat, als Napoleon seinen Feldzug gegen Mostau unternahm. Die Schwierigkeiten sollen aber dann der Entente nicht etwa durch die deutsche Bourgeoisie, sondern durch die deutsche Arbeiterschaft bereitet werden. Die Arbeiter sollen streiten. Sie sollen feine Kohlen mehr fördern, feinen Eisenbahnzug fahren lassen. Wörtlich schreibt Maurenbrecher: Der Reichstohlentommissar glaubte, etwas bes sonders Kluges zu tun, wenn er einem Ausfrager gegenüber andeutete, die feindliche Besegung von Ruhrort tönnte vielleicht unsere Kohlenzüge so in Unordnung bringen, daß die Feinde auf die 2 Millionen Spaa- Tonnen monatlich nicht mehr rechnen fönn= ten. Ach, lieber Herr, nur nicht so furchtsam! Da die Feinde den Frieden gebrochen haben, sind wir auch nicht mehr ,, verpflichtet", ihm noch Kohlen für seine Truppenverschiebungen zu liefern. Wollen sie Rohlen rauben mit nocter Gewalt, können wir's nicht hindern. Also bitte: holt sie euch! Bringen tun wie fie nicht! Aber bitte: bringt gleich die Bergarbeiter mit und seht zu, was fie in unbekannten Stoffen zu finden vermögen. Unsere Bergarbeiter haben durch Sués Mund schon im letzten Sommer erklärt, daß sie im Falle einer feindlichen Besetzung nichts mehr für euch herausbuddeln werden! Es wäre würdiger, ehrenvoller und flüger gewesen, wenn der Reichskohlenkommissar lieber also gesprochen hätte! Wenn die Deutsche Zeitung" für den Streit der Kohlenarbeiter Stimmung macht, dann wissen die deutschen Arbeiter, daß diese Streitaufforderung den Wünschen der deutschen Bourgeoisie entspricht. Die Arbeiterschaft wird aber nicht im Interesse der deutschen Bour= geoisie streiten, sondern gegen die Bour geoisie. Sie wird sich den Zeitpunkt eines Streifs auch nicht von den Monarchisten vorschreiben lassen, sondern sie wird ihn selbst bestimmen. Aus Rheinland- Westfalen liegen bereits verschiedene Rundgebungen vor, die deutlich besagen, fahren mußte, daß die Arbeiterschaft mit the nichts zu schaffen daß die Arbeiter nicht daran denken, infolge der Besetzung in haben will. Der Aufstand in Rußland Kopenhagen, 9. März. Einem Telegramm aus Helsingfors zufolge hat das Artil. Tertefeuer in Kronstadt gestern abend nach 9 Uhr wieder zugenommen. Es wurde mit schwerer Artillerie geschossen. Im Laufe des Montag wurde in Kronstadt eine Anzahl Perfonen getötet. Nach glaubwürdigen Meldungen aus Terijoki ist die Festung Krasnaja Gorta in den Händen der Bolschewisten. Die Meldung, daß eine finnische bosschewistische Kompagnie während des Versuches, über das Eis zu gelangen, vers nichtet wurde, bestätigt sich. Lesen wir seinen schönen Aufsatz„ Masten" im„ Blauen Reiter" bon 1912, so empfinden wir vielleicht erst heute ganz die Reife, die in seiner Einfachheit ruht. Von allen den wertvollen Beiträgen dieses Buches ist der August Mades der einzige, der unpolemisch ist, der nicht anderes kritisieren muß, um sich zu behaupten. Dieser Auffah wird immer ein föstliches Ehrenmal für August Macke lein. In ihm ist nichts von Partei, von Theorie. Er sieht die Ahnen, empfindet feinen Bruch. Er liebt alle guten Maler, von denen er Auguste Renoir an die erste Stelle rüdt( später hätte er sicherlich auch den Namen seines Freundes Robert Delaung noch hinzugefügt), er liebt alle guten Maler... und malt. liebenswürdige Optimismus, den man dem Rheinländer gern als Marte auforüdt. Er war nicht Positivist, gesund und munter. Er fühlte schmerzlich- glückhaft hintér allen Formen aller Art ein Wesent= liches, Geistiges. Durch alle Formen, die er hingerissen aufnahm in sein Blut, fühlte er sich verschmolzen mit einem neuen größeren Jch, sein Leben eines werben mit einem neuen größe= ren Leben. Und so war sein Dasein ein ständiges Schweben, verbrüdert mit allen Dingen. August Made spiegelt die Erde im beweglichen und geselligen Menschen. Immer zu zweien, zu dreien, in Gruppen, in Gesellschaft ist der Mensch auf seinen Bildern. Er liebt es, den Spaziergänger, ben Betrachter wie in einem Spiegelbilde zu verdoppeln, und auch die Damen vor den Auslagen der Modegeschäfte stehen wie bor einer Spiegelscheibe. Das Liebespaar, Gäfte eines Kaffeegartens und Tänzer und Tänzerin sind niemals einsam. Wenn er Tiere malt, fo find es die gesellig lebenden: Rehe, Wasservögel, Papageien. Der Rehbod trägt seine Hörner wie die Frau ihren Modehut. Der Schmuck des Papageies ist wie der Sonntagsstaat des Mädchens. Die blaue Wasserfläche glänzt wider im Auge des staunenden Kindes. Porträts gibt es nur wenige von Mades Hand. Das Indivibuelle interessierte ihn nicht tiefer. Die individuellen 3üge der lungen Mädchen würden nur verengen, abschließen, Halt gebie ten. Seine Empfindung aber geht weiter, meidet deshalb das Ein malige, Fertige. nid örf un het an Det ein Gön Seine Liebe gilt dem Spielenden, das sich schmückt und sich verwandelt: Mädchen, Frau, Theater, Modeladen, Blumen, Tiere im Garten und dem Abenteuerlichen der Indianer. August Made nahm die Elemente seiner Bilder nicht aus der gegenständlichen Begrifflichkeit des Gehens und der Beobachtung. Er folgte ihrem Uriprung, und dieser Ursprung führte in eine Welt, die unermeßlich, berauschend mogte in Farbe. Das Leben nimmt alle Formen an. Für August Made war das Leben Farbe! Das Auge, das rechnen, abschäzen, sich behaupten und arbeiten will, schützt sich instinktiv gegen die Farbe. August Mades Auge folgte den Dingen hinter ihre Schale und wirft sich den Streit zu treten. Der Friedensvertrag und die Pariser Beschlüsse sind zum größten Teil die Folge der deutschen Kriegspolitik, die gegen den Willen der Arbeiter betrieben wurde. Ginge die Arbeiterschaft jezt mit der Bourgeoisie zufammen, dann würde sie ihr die Lasten von den Schultern nehmen, die die Bourgeoisie allein zu tragen hat. Sie würde wie im Kriege durch die Burgfriedenspolitit, den Machthunger der Kapitalisten sättigen, sich selbst aber der HandTungsfreiheit berauben. Die Sonderfihung des amerikanischen Kongresses erst im April. Laut Nachrichten aus Washington hat Sarding gestern den Kongreßführern mitgeteilt, daß eine Sonderjigung des Kongresses nicht vor dem 4. April, vermutlich sogar erst eine Woche später einberufen werde. jubelnd, liebend in die sich öffnenden Wogen der Farbe. Aus ihr läßt sein fünstlerischer Geist alles neu erstehen, und die rauschartige Seligkeit seines Farbeschauens schlägt uns aus seinen schönsten Bildern wie eine ungreifbare zärtliche Woite entgegen, wie manchmal eine Wolfe berauschenden Harzes in einem heißen Walde. Dieses reine Auge darf nicht mehr glüdlich schauen, diese Hand nicht mehr malen! Wir lieben das foftbare Wert August Mades. „ Die Unwissenheit," sagt Karl Marx, ist ein Dämon. Wir fürchten, sie wird noch manche Trauerspiele aufführen." Die Berteuerung der Mujeen. Wir haben an den angeordneten Eintritisgeldern für Museumsbesuch bereits scharfe Kritik geübt. Wie wir hören, werden Nationalgalerie und Kron prinzenpalais die zwet Mart Eintritt nicht erheben. Das Kronprinzenpalais erhebt nach wie vor an drei Tagen, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, einen Eintritt von einer Mart, die aber nicht für einen billigen Katalog" bestimmt sind, sondern für eine gerade im Interesse der arbeitenden Bevölkerung wünschenswerte Lichtanlage, die den Besuch auch in den Abendstunden ermöglichen soll. Wie verhängnisvoll die Erhebung eines Eintrittspreises von 2 Mart in den Museen wirten würde, geht daraus hervor, daß der Besuch des Kronprinzenpalais in den freien Tagen genau doppelt so groß ist, als an den 1- Mart- Tagen. Schon jetzt ist die Galerie im Kronprinzenpalais, das weitaus am stärksten besuchte Museum Berlins, Das wird sie natürlich noch mehr werden, wenn die historischen Museen ich verteuern. So erfreulich an sich die Tatsache ist, daß das Publikum sich immer mehr der Kunst der eigenen Zeit zuwendet, so bleibt diese Methode, den Arbeitern den Besuch der historischen Museen zu erschweren, unzulässig. Tages- Notizen Beranstaltungen ber 1. S. 3. D. Bierzehnter, nfzehnter Distritt und Charlottenburg: Der 9. Runstabend findet Sonntag, 7 Uhr, in der Aula Zwingliste. 2, statt und ist dem Gebenten der Kom mune gewidmet. Mitwirkende: Jlse Taffo- Lind( Rezitation), Otti Delfer ( Tanz), F. F. Windisch( Geige), Otto Meter( Ansprache). Karten 2 M. an der Kaffe. Giebzehnter Dikrift: Jugendveranstaltung 18. März, Schulaula Utrechter Str. 30. 6 Uhr Lichtbilbervorführung. Erster Teil: Mit Kindern in die Weite. Zweiter Teil: Wilhelm Busch, Hans Sudebein, der Unglüdszabe. Karten 50 Pfg. Greitatten für Kinder von Erwerbslosen bei P. Atoll, Utrechter Str. 21. Sonstige Ratten bei ben Funktionären und an ber Staffe. Große Voltsoper. Wagnerabend im Marmorsaal am 11. März. Josef Mann, Melanie Kurt und Margarete Arndt- Ober fingen Stüde aus„ Tannhäuser", Meistersinger"," Götterdämmerung", Tristan und Jiolbe", Rienzi" und„ Lohengrin". Das Orchester leitet Bruno Seidler- Wintler. Der Boltscher Tempelhof, Mariendorf( M. b. A. 6. B.), veranstaltet Sonnabend, 8 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Kaiserstraße ein Boltskonzert. Borträge. Boltsbühne: Sonntag, 7% Uhr, spricht JuItus Bab in ber Aula zum Grauen Klokker über ble 3 ufunft des Theaters. Karten 1. und 1,20. Groß- Berlin Immer langsam voran! Ein Vorgang, der ganz charakteristisch für die bureaukratische Manier ist, in der wenn nun schon einmal bestätigt werden soll die Bestätigung der Bezirksamtsmitglieder auch von seiten des Magistrats betrieben wird, bietet die Bezirksamtswahl in Char lottenburg. Mehrere der dort gewählten Herren, die schon jett ein besoldetes Amt innehaben, gaben ihre Einverständniserklärung zur Wahl mit einer Vorbehaltsklausel ab, in der sie ihre erworbenen Rechte auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung wahren wollten. Es waren wie gesagt mehrere der Herren, nicht etwa alle, nicht einmal die Mehrheit. Der Berliner Magistrat hielt folche Vorbehaltstlausel für unzulässig. Er forderte nun nicht etwa die Totsünder auf, möglichst umgehend eine neue Erklärung abzugeben, sondern machte aus dem gesamten Aftenbündel ein großes Patet, das er dem Vorsitzenden der Bezirksversammlung 7 ( Charlottenburg) in einem Anschreiben übersandte, das begann: Anliegend senden wir das gesamte Material über die Wahlen der Bezirksamtsmitglieder zurüd." Das Schriftstück schloß: „ Wir stellen daher ergebenst anheim, daß die betreffenden zu besoldeten Mitgliedern gewählten Herren eine unbedingte Erklärung über die Annahme der Wahl abgeben. Andernfalls vermögen wir nicht, die Bestätigung des Herrn Oberpräsidenten nachzusuchen. gez. Bö B." Jetzt fönnen auch die anderen, ordnungsgemäß verfahrenen Mitglieder des Bezirksamtes Charlottenburg auf ihre Bestätigung noch länger warten. So fördert man von Magistrats wegen den Zusammentritt der Bezirksämter! Schwangerens und Säuglingsfürsorge in Reinickendorf Die Säuglingsfürsorgerinnen finden bei ihren Hausbesuchen von Zeit zu Zeit neugeborene Kinder vor, deren es an der nötigsten, manchmal an jeglicher Leibwäsche mangelt. Es scheint demnach nicht genügend bekannt zu sein, daß die Reinickendorfer FürsorgeStellen Säuglingswäsche in dringenden Fällen an Mittellose unentgeltlich abgeben und an Minderbemittelte zu billigem Preise verkaufen. Wenn die mittellosen, schwangeren Frauen fich beizeiten dorthin wenden, tönnte dem ersten Mangel gesteuert wers den. In den Beratungsstellen wird für gesundheitlich schwache Schwangere auch Mehl aus der Ameritahiffe abgegeben. Außerdem sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Fürsorge stellen ledigen werdenden Müttern, denen ihre Niederkunft meistens besondere Sorge bereitet, manchen guten Rat erteilen fönnen inbezug auf Entbindungsanstalten, Heims für stillende Mütter u. a. 3u diesem Zwecke müssen sie von den Ratsuchenden am besten schon in der Mitte der Schwangerschaft, wenigstens act Wochen vor der Entbindung, aufgesucht werden. Die Fürsorgestelle für Schwangere ist im öftlichen Ortsteil Mitt wochs nachmittags von 5-6 Uhr geöffnet, im westlichen Ortsteil Donnerstags nachmittags von 5-6 Uhr. Eine scherzhafte Anordnung Im neuen Landtage hat man sich bei der Siganordnung der sozialistischen Abgeordneten einen Wig erlaubt. Auf den drei vordersten Blägen des linten Flügels fizen nebeneinander: Auf Platz 1 der weißhaarige Adolph Hoffmann( K. P. D.); Auf Play 2 der schwarzhaarige Konrad Ludwig( U. S. P.); Auf Play 3 der rothaarige Heilmann( S. P. D.). Ist das nun Zufall oder Absicht? Raubüberfall in einer Garage Ein breifter Raubüberfall ist in Schmargendorf verübt worden. Das Räuberſtüd tlingt so romantisch, daß man an seiner Wirklich feit zweifeln fönnte, wenn nicht die jeht verhafteten Räuber selbst die Darstellungen der Ueberfallenen bestätigten. Als sich in der Garage Spandauer Straße 20 zu Schmargendorf ein wertvolles Automobil befand und sich außerdem darin gerade der Chauffeur und der Pförtner aufhielten, wurde die Tür plög lich mit Nachschlüsseln geöffnet, und den Ueberraschten traten zwei dunkle Gestalten gegenüber, die beide eine Pistole schußbereit in der Hand hielten. Die Ueberfallenen mußten es sich gefallen lassen, daß der eine der Räuber sie fesselte, während der andere auch dessen Pistole an sich genommen hatte und so in jeder Hand eine Schußwaffe hielt. Nachdem der Chauffeur und der Pförtner an Händen und Füßen gefesselt waren, mußte der Chauffeur den Räubern noch erflären, wie der Kraftwagen in Be trieb gesetzt wird, und beide fuhren dann, nachdem sie die Garage wieder hinter sich verschlossen hatten, mit dem Automobil davon. Die Gefesselten wurden erst nach einiger Zeit aufgefunden und befreit. Die Kriminalpolizei, die von dem Automobilraub erfuhr, ers mittelte, daß die beiden Räuber mit dem Kraftwagen nach einem Plaz am Tegeler Weg gefahren waren, wo sie sich dabeigemacht Breite Straße 8-9 Berlin C2 Ausschneiden! Haupterpedition der Freiheit" An die Drucksache Marke 10 Pfg. C hatten, den Wagen abzumontieren und die einzelnen Stüde zu verkaufen. Sie hatten zunächst die Reifen abgezogen und dieje mit einigen anderen Teilen in einem Keller verkauft. Als sie gestern wieder erschienen, um den geraubten Kraftwagen weiter abzubauen, wurden sie festgenommen. Die Verhafteten wurden festgestellt als ein 30 Jahre alter Arbeiter Habuta aus der Stegliger Straße und ein 32 Jahre alter Arbeiter Josef Niemez aus der Flottwellstraße. Bei ihrer Bernehmung gaben sie zu, daß sich der Vorfall so abgespielt habe, wie die Ueberfallenen ihn geschildert hatten. Jm Kokainrausch als Mörder verhaftet Eine geheimnisvolle Mordtat, die erst jetzt ihre Aufklärung gefunden hat, wird am Freitag den Gegenstand einer längeren Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts II bilden. Da es sich um einen der gefährlichsten Verbrecher Groß- Berlins handelt, der einen vor nichts zurückschreckenden Anhang besitzt, ist von dem Vorfizenden um die Ueberwachung der Verhandlung durch eine Abteilung Sipo ersucht worden. Angetlagt ist der als Ein- und Ausbrecher, sowie als„ Eisenfresser" bekannte angebliche Artist Adolf Schuster. In der Nacht zum 5. März 1919 wurde ber Hauseigentümer Waldemar Hennig in dem Hausflur seines Hauses, HauptStraße 120 zu Schöneberg, in einer großen Blutlache liegend tot aufgefunden. Die Obduktion ergab als Todesursache mehrere durch Schläge mit einem stumpfen Werkzeug verursachte Schädelbrüche. Die Ermittlungen nach dem Täter blieben lange Zeit erfolglos, bis es jetzt endlich der Kriminalpolizei gelang, eine Spur zu entdecken, die auf den jezigen Angeklagten hinwies. Dieser war inzwischen unter die Kotainschnupfer gegangen und wurde eines Tages, als er im Kotainrausch in einer Weinstube in der Bülowstraße saß, verhaftet. Die Ermittlungen hatten ergeben, daß Schuster am Morgen nach der Tat mit blutbefledten Kleidern nach Hause gekommen war, und zu einem Bekannten geäußert hatte, er habe in Schöneberg einen Menschen totgeschlagen. Außerdem ließen sich Zeugen ermitteln, die Schuster in der fraglichen Nacht am Tatorte gesehen haben wollen. Diesem Indizienbeweise gegenüber ist vom Verteidiger ein umfangreicher Alibibeweis angetreten worden, so daß die Verhandlung, die interessante Einblice in das moderne Verbrechertum gestatten wird, einen ziemlichen Umfang annehmen dürfte. 16. Verwaltungsbezirk. Freitag, abends 6 Uhr, Bezirksverfammlung im Copenider Rathaussaal. Fraktionssigung um 5 Uhr. Tribünenkarten vor Beginn der Sigung erhältlich. 9. Verwaltungsbezirk( Wilmersdorf). Am Sonnabend, den 5. März, hat die Bezirksversammlung des 9. Bezirks nach mehrfacher Verschleppung das Bezirksamt gewählt. Bereits in den Ausschußverhandlungen hatten die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei unzweideutig erklärt, daß sie die Wahlen nur solange hinausgeschoben hätten, damit sie nun ohne die Gefahr einer Vergeltung die Unabhängigen von der Beteiligung an ben befoldeten Stellen des Bezirksamts ausschließen tönnten. Sie beriefen sich hierbei auf die Vorgänge in Spandau und Reinidendorf und nahmen auch den anderen Parteien gegenüber, ihrer wahren Natur entsprechend, den reinen Gewaltstandpunkt ein. Demgemäß erfolgte die Besetzung des Bezirksamts in folgender Weise: 1. Bürgermeister wurde Stadtrat Augustin aus Char lottenburg( D. B.), Stellvertreter Magistratsrat Frande( Dnat.), Synditus Junghans( Dem.), Bezirksschulrat Spanier( D. V.), Stadtbaurat Henring( D. B.), Stadtrat für das Jugendamt Dr. Crüger( D. V.). Ferner wurden als befoldete Stadträte gewählt; Synditus Steinhoff( Dnat.), Stadtrat Oppel( S. P. D.) und als unbesoldete Stadträte: Obersekretär Clauß( U. S. P. D.), Schöffe Emmel( S. P. D.), Synbifus Leibholz( Dem.), Stadtrat Seenemann und Dr. Vilmar( D B.), Oberbürgermeister Habermann und Stadtrat Wenzel( Dnat.). In der Aussprache erhob Dr. Leidig( D. B.) Vorwürfe gegen die neue Gemeindeverwaltung bon Berlin, weil sie die Organisation der Bezirksämter nicht ge nügend vorbereitet und nicht mit der erforderlichen Beschleunigung herbeigeführt habe. Mit diesen Darlegungen stand ein Antrag der Partei des Herrn Dr. Leidig in schroffem Widerspruch, der sich gegn die Anregungen des Magistrats zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der Verwaltung der Bezirke wandte. Auf diesen Widerspruch wurde von unseren Genossen energisch hingewiesen und hervorgehoben, daß es nicht Schuld der sozialistischen Parteien sei, wenn nach der Verschlechterung des Gesetzes und den 4. Erwerbslosen- Konzert. Am Freitag, den 11. März 1921, nachmittags 5 Uhr, findet in dem MoabiterGesellschaftshaus Wiclefstraße 42 ein Konzert statt. Das Orchester besteht aus 40 ermersblosen Musikern unter Leitung des Genossen Paul Sonnetalb. Der Zweck des Konzerts ist, auch Unbemittelten einen genußreichen Nachmittag zu bieten. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 1,00 Mart erhoben.. Ausschneiden! halbmonatl. bei freier Zustellung ins Haus Außerhalb Groß- Berlins Wohnas de bite beim Postamt bestellen! Der Unterzeichnete bestellt hiermit vom 1 Exemplar der zweimal täglich erscheinenden Zeitung ,, Freiheit“ Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands mit der wöchentlich einmal erscheinenden illustrierten Unterhaltungsbeilage Freie Welt" zum Preise von Mk. 10.- monatl., Mk. 5.zahlreichen Verzögerungen seitens der Aufsichtsbehörden die Berwaltung Berlins noch immer nicht endgültig geregelt sei. Der Erziehungs- und Fürsorgeverein für schulentlassene Waisen hat in seiner legten Vorstandssitzung beschlossen, seine fürsorgerischen Bestrebungen, die sich bisher nur auf das engere Berlin erstreckten, nun auch auf die Stadtgemeinde auszudehnen, damit allen geistig schwachen Kindern Groß- Berlins die Segnung einer umfassenden fürsorgerischen Bemühung zuteil werde. Um über die Bedürfnisse in den Bezirken jederzeit genau unterrichtet zu sein und ihnen genügen zu können, hat er seinen Beirat durch Zuwahl mehrerer Herrren erweitert, die das Hilfsschulwesen in den früheren Vororten gefördert haben. Der Verein öffnet schon jetzt seine Hilfsschul- und Sammeltlassen- Horte, seine Lehr- und Beschaffungswertstätte, seine Ferienkolonien den Hilfsschultindern der Borertgemeinden und seine Beratungsstellen den Erziehungsverpflichteten dieser Kinder. Bei der Eröffnung des vom Jugendamt geschaffenen Heimes für schwer schwachsinnige, in der Deffent: lichkeit nicht erwerbsfähig werdende Jünglinge und junge Männer, wird der Verein in der Lage sein, Anträge aus den Bezirten zu unterstützen. Anfragen und Mitteilungen nimmt der Schriftführer des Vereins, Herr Lehrer Gnerlich, NO. 18, Kniptobestraße 18, entgegen. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung im Freitag. Zeitweise neblig, sonst troden und vielfach heiter, nachts leichter Frost, am Tage ziemlich mild bei mäßigen südlichen bis südöstlichen Winden. Gewerkschaftliches Gewerkschaftliches aus Polen Das Organ Der Fleischer" berichtet in Nr. 3 von den Verhältnissen aus den ehemaligen preußischen Gebieten, die an Polen abgetreten werden mußten. Die polnischen Nationalisten wenden ungarische Methoden gegenüber den freien Gewerf= schaften an, um diese zu vernichten. Auch die polnischen Separatisten der P. P. S. find nationalistisch so verrannt, daß sie diesem Vorhaben Vorschub leisten. Der Woywode von Posen verstößt gegen die elementarsten und auch gegen die im Friedensvertrag zugestandenen Rechte, und verbietet die reie Gewerkschaft", das Organ der Verbände, läßt die Redaktionsräume polizeilich versiegeln und Funktionäre in Haft segen!- Wegen angeblicher Beleidigung, und zwar im Anschluß an eine Lohnverhandlung vor einem Schlichtungsausschuß wurde ein anderer Funktionär der Transportarbeiter zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt und trog sofort eingelegter Berufung sofort in Saft genommen. Auch im eigentlich polnischen Staatsgebiet herrscht berselbe Terror. Wegen Veröffentlichung eines Aufrufs in einem Konsumgenossenschaftsblatt erging gegen den Redakteur ein 3uchthausurteil von vier Jahren, das sich auf einen Artikel des russischen Strafgesetzbuches stützte. Für den nationalistisch- polnischen Größenwahn, der sich dort breitmacht und sich in erzreattionären Bahnen bewegt, find aber auch die polnischen Scheidemänner, wie der ehemalige ber natürlich auch der zweiten Internationale angehört. Auch österreichische Abgeordnete Dascynsky, verantwortlich. der Brigadier Pilsudsty war ja sogenannter Sozialdemokrat, beide warfen sich aber dem polnischen Imperialismus zu Füßen. Diesen Zuständen den Garaus zu machen, müssen legten Endes die deutschen und polnischen Gewerkschaften gemeinsam zufammenstehen. Denn beiden geht es sonst an den Kragen. Streik bei der Mitropa" Uns wird mitgeteilt: Der Streit der Angestellten bei der Mitropa" hat am gestrigen Tage eine wesentliche Verschärfung erfahren. Die Dis reftion der Mitropa hatte am Sonntag eine Anzahl Trans portarbeiter, die sich geweigert hatten, mit arbeitswilligen An= gestellten zusammen zu arbeiten, turzerhand entlassen. Eine Versammlung der bei der Mitropa tätigen Transportarbeiter erklärte fich mit den gemaßregelten Kollegen solidarisch, da es einem anständigen organisierten Arbeiter nicht zugemutet werden Stoffe für Herren- Anzüge, Ulfter, Paletots, Damenskostüme, Meter 50.-, 100.-, 150.-, 200.- Mark. Nur langjährige Berbindungen mit altbewährten Fabrikanten bürgen für preiswerte, gute Dualitäten. G. m. Koch& Seeland: m: Gegr. 1893. Gertraudtenstr. 20-21. Gegr. 1893. b. H. Zeitungs- Ansträgerinnen ftellt ein Spedition Marie Döring Steinmeßstraße 23 Nr. Straße:. Name: Drt: Diesen Bestellschein bitten wir an die Hauptexpedition, Berlin C2, ( Namen deutlich schreiben, Adresse genau ausfüllen: vorn, Hof, Stfl., Duergeb.) Breite Straße 8-9, einzusenden. Der Berlag. Heinrich Heine Die foziale Weltrevolution" enthält die berühmten prophetischen Ausblide Dieser Banb ist noch von ber Erstausgabe ber Bermischten Goriften" von 1854 vorhanden und fann wegen ber Parifer Briefe als eine besondere literarische Denkwürdigkeit angesehen werden! Preis 12.- Mart Leinenband 18.- Mart Buchhandlung Freiheit Berlin Breite Str. | kann, mit Streifbrechern zusammen zu arbeiten. Es wurde der Beschluß gefaßt, die Arbeit lofort niederzulegen. Durch dieses Verhalten der Transportarbeiter dürfte der Streit eine neue Wendung nehmen. Bisher tonnten die Speise wagen noch mit den nötigen Speisen und Getränken versehen wer den. Nachdem das jetzt unmöglich sein wird, dürfte die Direktion bei den morgigen Verhandlungen vor dem Reichsarbeitsministe rium einen anderen Standpunkt einnehmen, so daß die Beilegung des Streits in einigen Tagen zu erwarten ist. Konditoreibesitzer als Scharfmacher Seit Dezember 1920 wird mit den Konditoreibefizern über eine Aufbesserung der recht niedrigen Löhne des Personals verhandelt. Nachdem der Schlichtungsausschuß zweimal durch Schiedsspruch eine Lohnaufbesserung festgelegt hat, haben die Arbeitgeber diese immerhin noch recht minimale Lohn aufbesserung abgelehnt. In einer neuen Einigungsverhand lung unter einem unparteiischen Vorsitzenden wurde von seiten der Arbeitnehmer eine weitere recht erhebliche Abstreichung von dem durch den Schiedsspruch festgesezten Löhnen zugestanden. Aber auch diese Vereinbarung wurde von jeiten der Arbeits geber abgelehnt, ja, fie verpflichteten sich, für jede beschäftigte Person 1000 Mart als Konventionalstrafe zu hinterlegen. Diese sollte verfallen sein, wenn der Arbeitgeber die Forderung bewilli gen würde. Das ist das soziale Verständnis der schwerreich ge wordenen Konditoreibefizer gegenüber ihrem Personal! Der Streit ist nun unvermeidbar. Wir appellieren att die Unterstützung des Publitums und wir werden der Deffentlichkeit bei Ausbruch des Kampfes die Gewinne der Kon ditoreien bekanntgeben. Wir bitten Geschäfte, die bereit sind, Konditoreiwaren zu verkaufen, Mitteilung an die Organisation zu machen. Gleichzeitig bitten wir die Genossen, die bereit sind, Personal vorübergehend in Wohnung zu nehmen, ihre Adressen ebenfalls bei uns anzugeben, da in den Konditoreien ein großer Teil Personal noch gegen Kost und Logis beschäftigt ist. Zentralverband der Bäcker und Konditoreien, Engelufer 14, 3 T Morigplatz 2396. Aus den Organisationen Achtung, Distriktsleiter! Treffpunkte zur Demonstration am Sonntag find bis Freitag nachmittags 4 Uhr, im Parteibureau anzugeben. Mitteilungen, die später einlaufen, tönnen nicht berüdsichtigt werden. Donnerstag, 10. März 4. Diftritt. Abteilungsführer Material abholen heute abend 7 Uhr, bei Lier, Naunynitr, 9. 15. Diftritt. Die Funktionäre holen die Plakate bei Kaiser, Goglowstoft, 34, ab. Freitag, 11. März 6. Berwaltungsbezirt, Sallejches Tor. Kommunale Kommission. Abends 7 h Schulaula Boedhstr. 12. Sämtliche Mitglieder müssen anwesend fein. 6. Diftritt. Abends 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Boefer, Webertr. 17. Tagesordnung: Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genoffen Mertel über Boli tische Tagesfragen". Sonntag, 13. März Diftritt Königswusterhausen. Borm. 10 Uhr in Königswußterhausen, Renes Schützenhaus, gemeinsame Demonstrationsversammlung. Treffpunkt aller Orte gruppen 9½ Uhr vor dem Lotal„ Siegestrang". Von hier Zug durch bie Stadt zum Versammlungslotal. Banner und Embleme find mitzubringen. Copenid. 10 Uhr Treffpunkt zur Demonstration, Wilhelmsplay. Vereinskalender Freitag, 11. März Bund der technischen Angestellten und Beamten. Mitgliederversammlung Re nidendorf im Restaurant Schulz, Wittenau, am Bahnhof, abends 7 hz. Norden 3 im Restaurant Sagenbed, Müller, Ede Seeftraße, abends 71 Uhr. abends 716 hr.- Tegel, Café Hohenzollern, Graßenbahn- Enbbaltestelle, abends Uhr. Bertrauensmänner versammlung des Bundes im Margareten- Lyzeum, fflanbftr. 11, abends o Das Erscheinen sämtlicher Vertrauensmänner, Fachgruppenausschußmitglieder aller sonstigen Funktionäre ist bringend erforderlich. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Ortsgruppe Oberschönewelbe. Abends 7% Uhr im Vereinslotal Schulz, Luisen, Ede Klarastraße, außerordentliche Mi gliederversammlung. Bericht von der Gaukonferenz und Neuwahlen. Bünktlige Erscheinen erwartet der Vorstand. Berantwortlich für die Rebattion: Emil Rabolb, Berlin. Verantwort für den Inseratenteil: Ludwig Komeriner, Karlshort. Berlag genossenschaft Freiheit" e. G. m. b. H., Berlin. Drud der Freiheit Druderei G. m. b. 5., Berlin C 2. Breite Strake 8-9. Abrechnung mit den Rechtssozialisten Bon Artur Crispien Marf 1.00 Dermoralische Zusammenbruch der SPD. Mart 0.75 Die Kriegsschuld der Rechtssozialisten Bon Heinrich Ströbel Mart 2.00 Bu beziehen durch die Buchhandlung Freiheit", Berlin C2, Breite Str. 8.9 Annahme in allen Speditionen des Berlages wwwwww Kleine Anzeigen Geschäftsstellet Berlin 2, Breitefis Das Ueberschriftswort 2.-M., jebes weitere Wort im Text 1.50 9. ette. Stellungsgefuche: Ueberschriftswort 1.50 k., jebes weitere Wort im Tegt 1. Verkäufe Künstlergareinen find heute die praktischfte Fensterbekleidung und bringen wir in diefer Woche infolge günftiger Einkäufe au unerhört Preisfturz in Gardinen? billigen Preisen sirka 400 Gars Das Spezialhaus Herzig und nituren in Englischtüll, Erbs Weininger, Gormannstraße 1, till und Etamine zu Mark mur zwei Treppen,( Ecke Weins 85.-, 105. 132. 160. per Garnitur. meifterstraße) hat fich swecks 190.- 205, Reklame entschloffen, zum Ofters Ferner billige Schalgardinen, fest einen Boften erftklaffiger bauerhafte Qualität 55.-, 75.-, Ware zum Verkauf zu ftellen, 95 Mark per Fenster. 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