Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,- M. im voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen sämtliche Poftanftalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutsch land und Defterreich 18,- m., für das übrige Ausland 24,50 m. zuzüglich Baluta Aufschlag, per Brief für Deutschland und Desterreich 36,- Mark. Redaktion, Expedition und Verlag: Berlin C2, Breite Straße 8-3. Donnerstag, 21. April 1921 Nummer 183 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareilegefle aber berm Raum koftet 5,- M. einschließlic Teuerungszuschlag. Kleine Angeigen: Das fettgebruckte Wort 2- M., jebes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jebes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Bentrum 15230-152 89 Freiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Frankreichs wirtschaftlicher Feldzugsplan Paris, 21. April. Nach einer Havas meldung heißt es: Während der Begegnung in Lympnen wird Briand Lloyd George den Plan vor legen, ben die besten Köpfe" Frankreichs für den Fall ausgearbeitet haben, daß Deutschland bei seiner passiven Resistenz beharrt. Dieser Plan, der morgen beendet sein wird, ist ein Niederschlag der fünf Berichte, die von den verschiedenen Sachver ständigen ausgearbeitet wurden. In großen Zügen enthält er unter anderem zugunsten des Reparationstontos die Erhebung eines 3ollaufschlages Don 50 bis 70 Francs pro Tonne Kohle, die aus dem Ruhrgebiet fommt. Der Ers trag( offenbar die Leistung. Red. d.„ Fr.") der Bergwerke wird dem deutschen Personal überlassen bleiben, das aber von französis schen Ingenieuren überwacht wird, die auch die Verteilung übers nehmen. Deutschland wird kein Interesse daran haben, die Kohlenförderung zu hemmen, da es die Verfügung über die Kohlen erhält. Außerdem find Erleichterungen zum Bezug von Lebensmitteln für die Bewohner der besetzten Gebiete vor gesehen. Man schäft, daß der Ertrag der Kohlenbergwerke immer noch 75 Prozent der früheren Förderung von 275 Millionen Tonnen jährlich ausmachen wird. Spediteure sind derselben Ansicht und richten sich darauf ein, Sendungen nur auf fleinere Entfernungen zu übernehmen, weil in den voraussichtlich bald verstopften Güterbahnhöfen eine Erledigung ihrer Aufträge unmöglich sein wird. Die wirtschaftlichen Sanktionen und die Nachfolgeftaaten Die auf der letzten Londoner Konferenz beschlossenen und seit bem 20. April am Rhein in Kraft getretenen wirtschaftlichen Sanktionen in Form der 50 prozentigen 3ollabgabe bleiben nicht auf das Rhein- und Ruhrgebiet beschränkt. Die von ben Aliierten gefaßten Beschlüsse sind ebenfalls den von der Entente abhängigen fleineren Staaten Mitteleuropas, besonders den habsburgischen Nachfolgeftaaten, mitgeteilt worden. Als Mitunterzeichner des Versailler Vertrags sind diese formell verpflichtet, den Beschlüssen des Obersten Rates nachzutommen. Diese einfachen und praktischen Maßnahmen wurden von Le Trocquer und verschiedenen Stellen des Arbeitsministeriums ausgearbeitet. Sie wurden einem von dem Minister Boucheur befürworteten Vorgehen vorgezogen, das wohl einschneiden der, aber auch viel schwieriger in seiner Durchführung gewesen wäre. Letzterer Entwurf sah die Uebernahme des Betriebes durch die Verbandsregierungen für alle Industrien im Ruhrgebiet vor, also nicht nur für die Bergwerte, sondern auch für die Eisen: Ungleich schwieriger noch als für Südslawien ist die Lage für die werte, Tegtilfabrifen und ähnliches mehr. Zu der Abgabe auf die Kohlenförderungen werden noch andere Zahlungsmittel fommen, z. B. Beteiligung an den Industrien, Abgaben auf die Ausfuhr und die ause ländischen Werte, die als Bezahlung für die deutschen Kohlens lieferungen nach dem Auslande eingehen usw. Dieser Plan wird in seiner Gesamtheit unter der Leitung eines Obers iltommissars zur Durchführung gelangen. Englische Bedenken London, 20. April. Westminster Gazette" schreibt, die drohenden neuen 3wangs maßnahmen gegen Deutschland beunruhigten das Unterhaus. Wenn die Franzosen das Ruhrgebiet besetzen, so bedeutet dies einen neuen Schritt zur Erdrosselung des deutschen Sandels. Obwohl die Mehrheit des Unterhauses bestrebt ist, Frankreich zu unterstützen, so sind doch genügend Mitglieder vors handen, die wissen, daß, wenn Deutschland in wirtschaftliches Chaos geworfen wird, dies nicht zum Vorteil für England fein wird. Diese Mitglieder beginnen, die Regierung um eine neue Erörterung über die Anwendung neuer 3wangsmaßnahmen zu ersuchen, bevor diese in Kraft gesetzt werden. Daily News" meldet über die 50prozentige Ber. taufsabgabe: Die Regierung fagte, daß, wenn aller Handel zwischen Deutschland und den Alliierten aufhört, Deutschland auf die Knie gezwungen werde. Die Regierung denkt aber nicht an Südosteuropa, Rußland, ein Zehntel von Asien, Solland und vor allem Amerita. Deutschland überschwemmt den Rest der elt hit industriellen Erzeugnissen und unterbietet uns bereits überall. Wir werden gezwungen sein, in der einen oder anderen Form die deutschen Erzeugnisse aus dem übrigen Teil der Melt zu beziehen Die Zolkontrolle in Tätigkeit Wie die Eisenbhndirektion Köln der Kölnischen Zeitung" mitteilt, besteht in Unterschied zwischen der belgi schen und der nglischen 3one. In der ersteren hat bie Kontrolle de Güter- und Postverkehrs tatsächlich eingefegt; in dr englischen sollte die Kontrolle im Laufe des gestrigen Mitt och beginnen. Da aber zur Ueberwachung des Postverkehrs en fischerseits die nötigen Organe noch nicht bereit sind, wird damit gerechnet, daß in dieser Zone die Rolls grenze zunächst übrhaupt noch nicht in die Erfcheinung tritt wie die Handhabung in der Gegend von Roblenz und weisüblich vor sich geht, ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. er Personen verfehr ist sowohl in der englischen wie in belgischen 3one unbehindert. Wie die Kölnische Zeitung dazu weiter erfährt, haben am Dienstag furz vor 12 Uhr nad die letzten Güterzüge mit unverzollten Waren die Zollbahnh in Ehrenfeld, Rath und Gerresheim verlassen. Der Köln- amburger Nachtschnellzug war bei seiner Antunft im Bahnhof Derendorf, in dem er bisher nicht zu halten pflegte, b erste 3ug aus dem Düsseldorfer Gebiet, der der ne en 3o1lbehandlung verfiel. Der Gepäcwagen war t leer. Von den wenigen Fahrgästen, die aus den Schlafwage geholt wurden, wiesen sich die meisten als Reisende nach Däne art aus, deren Gepäd als Auslandsaut zollfrei blieb. Heute men glich der Bahnhof Derendorf schon einem Warenlager. Auben Bahnsteigen lagen allerlei Waren aus Güter- und Berfone igen. Die deutschen Zoll- und Bahnbeamten geben sich alle ühe, den Verkehr schnell und glatt abzuwickeln, aber mas he vormittag beobachtet werden konnte, läßt berechtigte 3 weif zu, ob ein regelmäßiger Bertehr auf die auer möglich ist. In Sachver ständigentreifen glaubt me daß Bahnhöfe wie der in Derendorf sehr bald vollständig verstopft sein werden. Auch Daß die Erhebung der 50 prozentigen 3ollabgabe für die mitteleuropäischen Länder große Schwierigteiten mit sich bringt, ist bei der unsicheren Wirtschaftslage der neuen Staatengebilde offensichtlich. Trotzdem meldet Havas aus Belgrad, daß die südslawische Regierung gemäß den Entschließungen der Londoner Konferenz die Erhebung einer 50 prozentigen Abgabe auf die deutsche Einfuhr beschlossen hat. Die Maßnahme sei bereits am 16. April in Kraft getreten. verkennen, daß die neuen habsburgischen Nachfolgestaaten start Man darf bei diesem Beschluß de rhüdslawischen Regierung nicht unter der finanziellen Fuchtel der Entente stehen und daher gezwungen sind, die politischen Maßnahmen der Alliierten mitzumachen trotz ihrer wirtschaftlichen Schädigung. Tschechoslowakei und hier steht denn auch die Entscheidung darüber, ob fich das Land an ber 3ollabgabe beteiligen soll oder nicht, im Brennpunkt der politischen Erörterungen. Die Tschecho Slowakei hat bereits sehr starte wirtschaftliche Verbindungen mit Deutschland aufgenommen, die natürlich gestört werden würden, wenn die Zollabgabe erhoben wird. Auch die politische Wirkung dieser Maßnahme trifft die Tschechoslowakei eher als beispielsweise dieser Maßnahme trifft die Tschechoslowakei eher als beispielsweise Südslawien. Die Tschechoslowakei hat eine gemeinsame Grenze mit Deutschland und zählt über 3 Millionen Deutsche in ihrem Staatsverband. Aus dieser Zwangslage heraus ist die Diskussion zu verstehen, die gegenwärtig in der Tschechoslowakei ausgetragen wird. Nach einer Prager Meldung der„ T.-U." handelt es sich dabei nicht mehr so sehr um das ,, ob" als vielmehr um das ,, wie". In der Tribuna" ergreift zunächst Dr. M. Oberther, dessen Artikeĭ über die Sanktionen den Streit entfacht hatte, das Wort und verwahrt sich gegen den Vorwurf, er habe die Freiheit des Staates in der Entscheidung über die Santtionsfrage beeinflussen wollen. Wir haben, sagt er, den Friedensvertrag von Versailles unterschrieben und aus diesem Faktum ergibt sich für uns die Vera pflichtung, tonform mit den übrigen Signatar mächten vorzugehen. Es handelt sich also nicht darum, ob wir uns den Sanktionen anschlichen, sondern darum, wie wir sie durchführen werden. In dieser Beziehung wird es gut sein, wenn wir uns über unsere innere wirtschaftliche Situation und unsere Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland flar werden. Wir fönnen ans allerdings nicht den Lurus einer politischen Isolierung gestatten, aber wir fönnen uns auch nicht den Lurus einer wirt schaftlichen Jolierung erlauben. Er wiederholt schließlich, es handele sich nicht um das„ ob", sondern um das„ wie". Anschließend daran erwidert die„ Tribuna" auf die gestrigen Angriffe des„ Cesto Slovo" und fonstatiert, daß sie schon vor drei Wochen betont habe, nach der ganzen politischen Lage bleibe nichts anderes übrig, als die Sanktionen an der Seite der Entente mitzumachen, da die Tschechoslowakei in ihrer schwierigen Situation zwischen Deutschland, Polen und Ungarn ohne die Entente nicht existieren fönne. Dies ist für die Teilnahme an den Santtionen entscheidend, auch wenn sie der Tschechoslowakei wirt. schaftlichen Schaden bringen. Aber die tschechoslowatischen Vertreter sollten die Entente über die Schwierigteiten in formieren und für die Tschechoslowakei Erleichterungen zu erreichen suchen, die nicht ausgeschlossen seien. Eine Entscheidung der tschechoslowakischen Regierung steht noch aus. Sollte sie zugunsten der Zollabgabe ausfallen, so würde die Tschechoslowakei damit einen harten Schlag gegen das eigene Wirtschaftsleben führen. Ein Beweis dafür, wie schwer die Sintansehung des wirtschaftlichen Moments bei politischen Entschlüssen sich rächt. Dieser Vorwurf trifft allerdings in erster Linie den Obersten Rat. Gegenüber den Meldungen, daß die Entente auch an Deutsch österreich das Ersuchen gerichtet habe, sich an ben wirtschaft. lichen Sanktionen gegen Deutschland zu beteiligen, wird von Wien aus erklärt, daß von einem solchen Schritt der Entente bisher nichts bekannt sei. Immer noch Krise? Das Ministerium Stegerwald ist noch nicht gebildet, aber es hat schon bereits seine erste Krise. Dr. Shiffer, ber Minister des Innern werden sollte, hat keine Lust, in dieses Ministerium einzusteigen. Vielleicht schreibt Herr Stegerwald die Stelle in seinem neugegründeten Blatte aus. Er würde badurch dieser Zeitung für furze Zeit einige Beachtung verschaffen und damit zwei Fliegen mit einem Schlag treffen, Lug und Betrug Der Ablieferungsstreit der Landwirte steht vor einem refle losen Erfolg. Jn viel größerem Maße als in irgendeinem früheren Jahre haben die Landwirte in dem laufenden Erntejahr ihr Brotgetreide zurüdgehalten, es an das Vieh verfüttert und im Schleichhandel zu hohen Preisen verkauft. Für die Versorgung der Bevölkerung haben sie nur einen Bruchteil berjenigen Menge geliefert, die erforderlich ist. Seit Monaten leben wir beshalb von dem teuren Auslands getreide. Das alles geschah mit der Absicht, die Unmöglich feit der Aufrechterhaltung der 3wangswirtschaft für Getreibe barzutun. Die Reichsregierung war hierbei willige Dienerin. Nicht eine einzige Maßnahme hat sie gegen diese Ausbeutung der Volksmassen durch die Agrarier gee troffen, ihnen dafür aber unter Lug und Betrug der ge Jeggebenden Körperschaften erschwindelte milliar den in den Schoß geworfen. Trotzdem waren die Agrarier nicht zufriedengestellt. Sie wollen völlige Freiheit, das heißt die Freiheit der schrankenlosen Steigerung der Preise und der denkbar günstigsten Verwertung aller ihrer Erzeugnisse. Diese AbFichten der Agrarier stehen nun trotz aller Warnungen der darunter unerträglich leidenden Schichten der Bevölkerung vor ihrer Verwirklichung. Nach halbamtlichen Mitteilunge ist der Gesehentwurf bereits ausgearbeitet, ber bie fünftige Regelung der Getreidebewirtschaftung enthalten soll Ueber den Inhalt des Gesezentwurfs wird folgendes mite geteilt: Im nächsten Wirtschaftsjahr sind aus dem Inlande für den Be darf der Bevölkerung, ausgenommen die Selbstversorger, 3% Mil lionen Tonnen Getreide durch Umlage aufzubringen, während der Gesamtbedarf etwa 4,3 Millionen Tonnen beträgt. Die Ums Tage entspräche durchschnittlich einer Belastung von faft 3,5 Doppel zentner auf den Hektar der Getreideanbaufläche und würbe und gefähr ein Siebentel der Ernten an Brotgetreide, Gerste unb Hafer ohne Gemenge ausmachen, die im Durchschnitt von 1910 bis 1913 auf dem durch den Friebensvertrag verringerten Boden ein gebracht sind. Selbst wenn veranschlagt wird, daß die Ernte seit bem Kriege vielleicht um 40 Broz. fich verringert hat, würde bie Gesamtumlage von 3,5 Millionen Tonnen doch immer noch be trächtliche Ueberschüsse freilassen. Die Umlage soll von den Ländern nach dem Anteil aufgebracht werden, mit dem Ste an dem Ernteerirage von Brotgetreide, Gerfte und Safer von 1906 bis 1920 durchschnittlich beteiligt gewesen sind. Um den Kleinbejizz mit einer geringeren Umlage heranzuziehen, ba er verhältnis mäßig weniger Getreide im Vergleich zu seiner Ernte abgeben fann, sollen die Länder mit viel Kleinbesig in der Weise begünstigt werden, daß die Umlage für jeden Selbstversorger um einen be timmten Betrag erhöht und von den Anteilen der einzelnen Länder der gleiche Betrag für jeden Selbstversorger des Landes wieder abgezogen wird. Innerhalb der Länder wird das Umlage soll auf die Kommunalverbände und von diesen auf die Gemeinden bzw. die Betriebe verteilt. Die den Erzeugern für das Umlage. getreide zu zahlenden Preise werden von der Regierung mit Zustimmung des Reichsrats und eines Reichstagsausschusses festgesetzt, während die Preisbildung des Ueberfußgetreides den Entwicklung des freien Marktes überlassen bleibt, wodurch auch dem Schleichhandel bas Handwerk gelegt werden bürfte(!). Die Regelung des Verbrauchs bleibt wie bisher Sache der Kommunal verbände nach den Weisungen der Reichsgetreidestelle. Sie haben die Preise für Mehl und Badwaren festzusehen, die Brotfarten, auszugeben usw. Die Einfuhr von Getreide soll zunächst(!) nicht freigegeben werden, um mißlichen Rüdwirtungen auf bie Währungsverhältnisse vorzubeugen. Die Regierung wird bafür Gorge tragen, daß bis zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres ausreichende Vorräte an ausländischem Getreide vorhanden sind. Bereits diese furzen Ichönfärberischen Angaben Taflen erkennen, daß den Abfichten der Agrazier in pollem Umfange entsprochen werden soll. Es ist eine Jrreführung der Deffentlichkeit, wenn in den begleitenden Bemerkungen zu dem Inhalt des Gefehentwurfes behauptet wird, daß der von der Regierung vorgelegte Gefehentwurf nur eine ode rung der Zwangswirtschaft vorfehe und feine völlige Aufhebung beabsichtigt sei. Das Umlageverfahren ist in der Form, wie es bie Res gierung vorschlägt, nichts anderes als die völlige Aufgabe ber zwangsweisen Erfassung der inländischen Bretgetreibes! ernte. Die Erfahrungen mit der Haferumfage in Verbin dung mit den deutlich erkennbarer Absichten der landwirt schaftlichen Organisationen laffen teinen 3weifel daran, daß an eine Erfüllung der Umlage nicht zu benken ist. Denn dann hätten ja die Agrarier weit mehr abzuliefern, als fie in diefem Jahre abgeliefert haben. Der 3 we thres stürmischen Drängens aber ist both gerade die geringere Ablieferung und die Steigerungber reise. Dem entspricht die Regierung durch die Freigabe des von her Umlage nicht erfakten Teils der Ernte in ben freien Handel. Dadurch wird jebe Kontrolle aufhören, und die Möglichkeit, widerstrebende Landwirte zur Ablieferuna su zwingen, wird nicht nur wie bisher an dem fehlenden Millen der Regierung Scheitern, fondern auch an der Unmöglifei des Nachweises über die Verpflichtung und die Kontrolle. So ist denn diefer Plan ber Regierung eine ungeheue liche Bedrohung der Eriftenaalliener Shis. ten der Benölterung, bie nie[ ecotgetrete erzeuger find. Die Kosten ihres Lebensunterhaltes wer den sich direkt oder indirekt ungeheuer steigern. Wird die Regierung durch Staatszuschüsse den Brotpreis verbilligen, so werden bei der heute herrschenden Steuerpolitik durch die Anspannung der die Massen am meisten belastenden Verbrauchssteuern die Lasten doch wieder auf die Masse der Arbeiter, Angestellten und Beamten abgewälzt werden. Von diesen Erwägungen ausgehend haben die Spizenverbände der Arbeiter, Angestellten und Beamten vor einiger Zeit beim Ernährungsminister einen Protest einge reicht, der sich gegen die Aufhebung der Zwangsbewirt schaftung des Getreides wendet, und der unbedingtes Festhalten an ihr und eine Verschärfung der Kontrolle fordert. Wenn jetzt troz dieses Protestes der unterstützt der unterstützt worden ist durch eine in der Sache gleichartige Stellungnahme des Deutschen Städtetages und der Warnung vor den unausbleiblichen Folgen einer solchen Maßnahme die Regierung trotzdem an die Verwirklichung ihrer schlimmen Absichten geht, so ist das die schärfste Herausforde rung aller Lohn- und Gehaltsempfänger. Eine Herausforderung, die bewußt geschieht, obwohl man fich des Widerstandes dieser Schichten und der gewaltigen Verschärfung des Kampfes der Lohn- und Gehaltsempfänger gegen ihre wachsende Verelendung gewiß sein muß. Die parlamentarische Entscheidung über diese Frage wird in furzer Zeit fallen. Die Rechtssozialisten, die bisher die Reichsregierung trog ihrer Liebesgabenpolitit an Agrarier und Industrielle gestützt haben und nun infolge des Hinausdrängens der Rechtssozialisten aus der preußischen Regierung auch im Reiche Opposition angesagt haben, werden hierbei den Beweis liefern müssen, ob sie die Forderungen der Gewerkschaften zu ihren eigenen machen wollen und mit allen Mitteln die Verwirklichung der Pläne der Regierung zu hintertreiben suchen werden. Die Unabhängige Sozialdemokratie hat bisher bereits in dieser Richtung gearbeitet. Wird sie jetzt von der rechtssozialistischen Partei unterstützt, so können weder Regierung noch die bürgerlichen Parteien ihre Absichten durchsetzen. Das theoretische Bekenntnis der Rechtssozialisten zur Opposition wird deshalb bei diesen Fragen der ernstesten Prüfung ausgesetzt sein. Deffentliche Berwarnung Eine solche erläßt die 3entrale der B. K. P. D. an ihre levitischen Mitglieder. In einem Aufruf„ Wahrt die Parteidisziplin" behauptet die Zentrale zunächst, daß nach den bisher stattgefundenen Bezirkstagungen die Mehrheit der Parteimitglieder den Beschlüssen der Zentralausschuß sigungen vom 17. März und 7. und 8. April zugestimmt habe. Damit habe die Mitgliedschaft befundet, daß sie gewillt sei, auf der Linie weiterzufämpfen, die durch jene Beschlüsse des Zentralausschusses festgelegt und beim Osterputsch zum ersten Male angewandt worden ist. Auch die Exekutive ber Internationale habe den Grundsätzen und der Taktik, die in diesen Beschlüssen niedergelegt sind, zugestimmt. Soweit wäre alles in Ordnung. Aber eine Anzahl Genossen, die sich in führender Parteistellung befinden", erlauben sich, einen Feldzug gegen diese Beschlüsse zu organisieren. Das verursache nicht nur Verwirrung, sonbern hindere auch die Partei ,, an der Weiterführung berbegonnenen Aktionen, die mit der Beendigung des Märzkampfes feineswegs abgeschlossen ist, sondern mit größter Energie fortgeführt werden muß. Womit von neuem gesagt wird, daß die Arbeiterschaft mit einer weiteren Steigerung des mitteldeutschen Wahnsinns zu rechnen hat. In seinen übrigen Teilen macht der Aufruf der Zentrale zunächst gegen Levi und seine Anhänger scharf. Es wird noch einmal auf die Erfommunitation Levis als warnendes Beispiel verwiesen. Es gebe nur eine Lösung:„ entweder mit der Partei und auf dem von ihr eingeschlagenen Kampfweg zu marschieren oder sich abseits der Parteizu stellen". Die 3ettin, Braß, Däumig, Kurt Geyer, Adolph Hoffmann usw. haben nach der AufGoethe als Sammler Goethe hat als Sammler eine ganz erstaunlich große Menge von Gegenständen zusammengebracht, die heute wohl ausreichen würden, um ein mittleres Museum zu füllen. Außer seinen naturwissenschaftlichen Kollektionen, der Steinsammlung, den Herbarien mit botanischen Seltenheiten, den zoologischen Präparaten und physikalischen Instrumenten, besaß er bedeutende Sammlungen Don Majoliten, Münzen, Gemmenabdrücken, Werken der Kleinplastit, Kunstblättern usw. Der von Christian Schuchardt ver faßte Katalog seiner Sammlungen führt an graphischen Blättern 2369 Nummern auf, von denen manche aber mehrere Einzelblätter enthalten, an großen illustrierten Werfen 200, über 500 Borträtzeichnungen, 29 Delbilder, über 1100 Handzeichnungen, 232 Platetten und Bronzen, 1949 Medaillen, 1991 Münzen, über 5000 Abgüffe von Gemmen, gegen 200 Gipsabgüffe, 110 Majoliken, etwa 150 Figuren in Stein, Elfenbein, Holz usw., im ganzen mehr als 9000 Kunstgegenstände. Dazu kommen noch 17 000 Mineralien aller Art, 110 Nummern, physikalische Gegenstände", mehrere hundert Nummern Zoologisches, Botanisches und Ethnogra= phisches, so daß mehr als 26 000 Objette vorhanden waren. Wie hat nun Goethe all diese Dinge zusammengebracht? Wozu brauchte er sie, und in welchem Sinne stellte er sie auf. Diese Frage behandelt Wolfgang von Oettingen in der im Infel- Verlag zu Leipzig erschienenen Festgabe für Julius Wahle Funde und Forschungen" in einem inhaltsreichen Auffah. Wäh rend die naturwissenschaftlichen Sammlungen ihm hauptsächlich für seine wissenschaftlichen Versuche auf diesem Gebiete wichtig waren, wollte er sich durch seine Kunstsammlungen möglichst eine anschauliche Vorstellung der gesamten antiten und christlichen Kunstgeschichte verschaffen. Fortwährend hielt er, von Karl August und dem„ Kunsch"-Meyer unterstützt, nach neuen Erwer bungen Ausschau und wandte nicht selten verhältnismäßig be deutende Mittel an. Bald war es ein Fund, eine Ausgrabung, bie ihn bereicherte, balb ein Angebot, das er erhielt," so schildert uns der Berfasser die Art von Goethes Sammeln,„ an KunstverSteigerungen beteiligte er sich durch Agenten, denen er aus den Katalogen Aufträge erteilte, auch ließ er sich von Antiquaren und anderen Kunsthändlern Ansichtssendungen fommen; gelegentlich erwarb er ganze Sammlungen, wie die schöne Gruppe von Majolitaschüsseln aus dem Besize Derschaus, die er als Erzeugnisse des tüchtigsten Kunsthandwerks auf Grund hochentwickelter Ueberliefes rung zu schäzen wußte. Vieles geriet auch als Geschent von Berehrern und Gönnern in seine Hände, wobei es dann galt, das minber brauchbare allmählich wieder zu beseitigen." Goethe strebte bei der Auswahl wohl nach guter Qualität, aber wichtiger als alle technische Vollkommenheit war ihm der Geist, der aus dem fassung der Zentrale bas lettere schon getan, indem sie Levis| Haltung und die Herausgabe seiner Broschüre gutgeheißen. Darum werden sie der Fähigkeit entkleidet, Parteiämter innezuhaben. Es heißt in dem Aufruf: „ Dieses Vorgehen zwingt die Zentrale, diese Genossen, soweit fie Parlamentsmitglieder sind, aufzufordern, die Ausübung ihres Mandates bis zur nächsten Sigung des Zentralausschusses einzustellen. Der Zentralausschuß wird darüber zu bestimmen haben, ob die genannten Ge nossen auf Grund ihres Berhaltens befugt sind, in ihrer führenden Stellung weiter zu verbleiben." Wie diese Entscheidung des Zentralausschusses ausfallen wird, ist gar nicht zweifelhaft. Der Reinigungsprozeß wird seinen Fortgang nehmen. Die Anhänger Levis werden aus der V. K. P. D. hinausfliegen genau wie Levi selbst. Die 21 Bedingungen tun ihre Wirkung, genau wie wir es vorausgesagt haben. Nur daß diese Wirkung an der V. K. P. D. selbst fühlbar wird, die auf solche Art rettungslos ihrem Untergange entgegensegelt. Es erscheint wie ein verdientes Schicksal, daß gerade die Däumig, Gener und Wiener„ Roten Fahne" vollzogen und die übrigen Redakteure des Blattes haben sich mit Strasser solidarisch erklärt. Ein Bluturteil T.U. Essen, 21, April Der Redakteur Werner vom„ Ruhr- Echo" ist zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wegen der zwei Aufrufe der Zentrale. Die ,, Rote Fahne" im Gebiete des Ausnahmezustandes verboten Regierungskommissar Dr. Wil rmeling in Münster hat durch eine Verordnung die entgeltliche und unentgeltliche Verbreitung der„ Noten Fahne" und der„ Kommunistischen Arbeiter- Zeitung", Berlin, sowie der Freiheit", Düsseldorf, im Gebiete des Auss nahmezustandes verboten. Auf Zuwiderhandlungen steht Haft, Gefängnis oder Geldstrafe bis 15 000 Mart Genossen, die uns vor Halle stets versichert haben, daß die Es geht auch ohne Einwohnerwehr! von uns vorausgesehenen Folgen der Moskauer Thesen nie eintreten würden, die ersten sind, die darüber stolpern und ihr politisches Dasein auf solche Art beenden. Wir über= lassen sie gern diesem Geschic. Aber wir möchten doch diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne daran zu erinnern, daß die Kommunisten hier in rücksichtsloser Weise das Gleiche tun, was in letzter Zeit einige Gewerkschaften den kommunistischen Zelenbrüdern gegenüber für notwendig gehalten und angewandt haben. In diesen Fällen waren es stets die Kommunisten, die den Gewerkschaftsfunktionären das Recht dazu bestreiten wollten. In 3utunft werden sich die Gewert schaften in ähnlichen Fällen auf das Beispiel und die Gründe der V. K. P. D. selbst be= rufen tönnen. Der Aufruf teilt dann weiter mit, daß der Zentralaus Schuß die Einberufung eines außerordent lichen Parteitages, die von den Leviten gefordert wird, bereits abgelehnt hat. Es wird auch eine Begründung dafür angeführt, die wie folgt lautet: „ Der Zentralausschuß hat es abgelehnt, durch die Einberufung eines Parteitages die Opfer noch zu vermehren, bie ohnehin fich schon in den Klauen der weißen Justiz befinden. Der Zentralausschuß wird zu entscheiden haben, ob die Gefahren, die mit der Abhaltung eines Parteitages für viele Genossen be= stehen, noch vorhanden sind, und ob sich die Einberufung eines Parteitages ermöglichen lägt." Die Arbeiter, die in Mitteldeutschland massenhaft dem Wahnsinn der tommunistischen Taftit zum Opfer gebracht worden sind, haben keinerlei Aussicht, auf einem Parteitag zu ersechinen. Für sie bestünde also die Gefahr, die der Zentralausschuß der V. K. P. D. hier voraussieht, nicht. Aber über die Leichen der in Mitteldeutschland gefallenen Arbeiter hinweg will die V. K. P. D. oder doch das, was von ihr übrig bleiben wird den neuerdings be tretenen Weg weitergehen. Auf dem Parteitag müßten nun die so außerordentlich selbstherrlichen Bonzen erscheinen und den Mund aufmachen, um sich zu ihren Taten und Absichten offen zu be= tennen. Das tun sie allenfalls in den Parlamenten und unter dem Schuh der Immunität. Aber auf einem Parteitag, vor der Deffentlichkeit, ebenso zu handeln, tag, vor der Deffentlichkeit, ebenso zu handeln, das wäre eine Gefahr, in der sie sich nicht begeben. Wozu hätte man denn die Arbeitermassen. Erst wenn der Zentralausschuß findet, daß alle Gefahren vorüber sind, werden die Bonzen hervortreten. Nette Gesellschaft! Der internationale Bankrott In einer Privatmeldung aus Wien teilt die„ Rote Fahne" mit, daß der Chefredakteur der Wiener Roten Fahne" in der Sigung des Parteivorstandes der Kommunistischen Partei Defterreichs eine Erklärung abgegeben habe, in der er sich gegen den Beschluß des österreichischen Parteivorstandes, der der Haltung der Zentrale der deutschen Kommunistischen Partei zustimmt, ausgesprochen und gestimmt hat. Der Chefredakteur Strasser er klärte sich also gegen die deutsche Zentrale und solidarisch mit Levi. Er hat seinen Rüdtritt als Chefredakteur ber Kunstwert leuchtete. Im Gegensatz zu den meisten Sammlern, die Aus Braunschweig wird uns geschrieben: Forstrat Escherich, unser 3ivil- Ludendorff, zieht aus dem Kommunistenaufstand die„ Lehre", daß Unruhen nur dort vorges tommen seien, wo seine Original- Selbstschukorganisationen fehlten oder„ nur schwach vorhanden" waren. Diese Behauptung macht ia seinem agitatorischen Talent alle Ehre, nicht aber seiner Fähig teit, gegebene Tatsachen richtig zu sehen und wiederzugeben. Ins besondere kann der Freistaat Braunschweig als Gegenbeispiel dienen. Die reinsozialistische Regierung dieses Staates ist näm lich in ihrer verbrecherischen Tollkühnheit so weit gegangen, die Landeseinwohnerwehr" schon im vorigen Herbst schlankweg aufzulösen. Den Schutz der Braunschweiger Bürger versieht lediglich die stark republikanisch durchseuchte, aber tadellos diszipli nierte Schuh polizei, die unter einem verruchten sozialistischen Polizeipräsidenten und einem ebensolchen Ressort minister steht, welch letterer, um das Maß voll zu machen, ein sog.„ Nichtfach mann" ist( Junte U. S. P.). Nach der Theorie Professor Orgescherichs hätte also im roten Braunschweig alles drunter bzw. drüber gehen müssen! Aber die Braunschweiger taten ihm diesen Gefallen nicht. In der Stadt Heinrichs des Löwen blieb es gerade zu aufreizend ruhig. Als die ersten Nachrichten von kommunistischen Wahnsinnstaten aus Mitteldeutschland eintrafen, ließ die Regierung in der Presse seelenruhig mitteilen, sie erwarte von der Besonnenheit der Arbeiterschaft, daß sie den Lodungen der Kommunisten nicht folgen werde, und ihre Er wartung wurde nicht getäuscht. Natürlich versuchten die Kommu niften auch hier, unter Aufwand von viel Stimm- und sonstigen Mitteln, eine„ Attion" in Gang zu bringen, aber sie scheiterte glänzend. Alle Versuche, die Boltsseele unter freiem Himmel zum Kochen zu bringen oder den sozialdemokratischen Polizeipräsidenten 3u provozierenden„ Gegenmaßnahmen" zu reizen, mußten sehr bald als aussichtslos aufgegeben werden. Den Höhepunkt der revo lutionären Betätigung unserer Kommunisten bildete neben einem verunglüdten Umzug ein Zusammenstoß zwischen zwei( unbewaff neten) Reichswehrjünglingen und einigen jugendlichen Anhängern Mostaus, bei dem man aber auch über den Austausch von Ohrs feigen und ähnlichen Liebenswürdigkeiten nicht hinaustam. Als trotzdem nachher bei den Demonstranten der Glaube entstand, zwei der Jhrigen feien festgenommen und auf der Wache inhaftiert, ließ der Polizeigewaltige nicht etwa Maschinengewehre auffahren oder Sandgranaten unter das geliebte Bolt werfen, wie es nach dem ,, System Escherich" Vorschrift gewesen wäre, sondern er lud die Rädelsführer Rädelsführerschrecklich zu sagen, dazu ein, sich durch Augen schein von der Haltlosigkeit des Gerüchts zu überzeugen. Am nächsten Tag war er natürlich der populärste Mann in Braun schweig. Ruhe und Ordnung" ist übrigens in Braunschweig, dem einstigen Revolutionsherd" und„ Sammelpunkt der Ber Sprengten", seit langem wirklich heimisch. Als bald nach der Wahl des jetzigen reinsozialistischen Kabinetts in ganz Deutschland Les bensmittelunruhen stattfanden, blieb gerade hier zu jedermanns Erstaunen alles ruhig. Die Regierung hatte in umfassender Weise für Anlieferung billiger Kartoffeln gesorgt, und vor allem genoß sie das Vertrauen der Bevölkerung. Kurz, wir Braunschweiger brauchen Escherichs Volksbeglückungstheorien nicht. Wir wissen: Das beste Mittel gegen den Bolschewismus ist der Sozialismus. auf den unbeschnittenen weißen Rand eines Kupferstiches nur au Arbeit im Dienst unserer Klasse zu oft entscheidenden Wert legen, begnügte er sich sogar mit dem Bruchstück eines Blattes, wenn aus ihm ein Gedanke, eine selbständige Persönlichkeit zu ihm sprach. Es ist Goethe wirklich gelungen, Kunstwerte aus allen Zeiten zusammenzubringen, von ägyptischen Abgüssen, antiken Gemmen bis zu den Künstlern seiner Zeit. Allerdings waren die Gruppen sehr ungleich vertreten. Vom Mittelalter war sehr wenig da, sehr viel aus der Zeit der reifen Renaissance und des Barods, und die Jtaliener überwiegen in allen Abteilungen. Es fehlt aber kein ganz berühmter Künstler in seinen Sammlungen. Diese riesige Massen ordnete nun Goethe nicht so, daß er etwa aus einer Reihe von Zimmern ein abgeschlossenes Museum schuf. Wir müssen uns vielmehr vorstellen, daß die Wände aller Wohnräume mit Gemälden, gerahmten Zeichnungen und Gipsreliefs vollgehängt waren, daß Regale für Kupferstichmappen, Münzenund Medaillenschränke selbst in den Gesellschaftszimmern aufgestellt waren und daß Bücher, Kupferwerte, Kästchen voll antifer und moderner geschnittener Steine auf Tischen und Stühlen herumlagen, wie sie gerade gebraucht worden waren. Ein ganzes Zimmer wurde durch eingebaute Glasschränke für die Majolita. Jammlung eingerichtet. Dettingen betont aber, daß Goethe seine eigene Wohnung im Hinterhause ohne jeden künstlerischen Schmuck ließ; wo die Möbel und Bücherregale etwas von den Wänden freiließen, hingen Tabellen und allerlei Kleinigkeiten.„ Es scheint, daß Goethe bei seiner hochgesteigerten Empfänglichkeit sich von zudringlichen Kunsteinwirkungen, die ihn gestört und abgelenkt hätten, habe freihalten wollen; so ließ er nur das gerade Er wünschte und Notwendige an sich herankommen." Jedenfalls hat Goethe in einer Zeit ohne Museen und ohne phototechnische Nach bildungen mit Energie und unter großen Opfern es verstanden, sich mit einem einzigartigen Anschaungsmaterial zu umgeben, sein Auge und Urteil im Anblid von Kunstwerken beständig zu üben und aus diesen Schöpfungen der Jahrtausende Kräfte für sein eigenes tünstlerisches Schaffen zu gewinnen." Der Aufbau der Universität Jerusalem. Nach den bisherigen Plänen soll die Universität Jerusalem eine Fakultät für jüdische und orientalische Wissenschaften( Philologie, Literatur, Geschichte, Recht, Archäologie, Religion und Bhilosophie) enthalten, die sich vorwiegend mit der jüdischen Wissenschaft, aber auch mit der ara bischen und den sonstigen Sprachgebieten befaßt. Diese Fakultät wird zugleich auch als Lehrinstitut eingerichtet und wird sämtliche Grade verleihen. Ein Forschungsinstitut für die hebräische Sprache schließt sich an. Weiter find ins Auge gefaßt für den Anfang reine Forschungsinstitute für Phyfit, Chemie und Mikrobiologie. Eine Schule für Rechts- und Staatswissenschaft soll der Universität an gefügt werden. Das Leben des flaffenbewußten Arbeiters ist erfüllt von tausend Pflichten. Und es mag tein schöneres Biel für ihn geben, als allen Pflichten zu genügen, als ein rechter Arbeiter zu sein und Tag für Tag zu schaffen an unserem Wert. Biele Stunden stehen wir in der Fabrikfron. Wir sind gedrückt und ohne Besiz und Recht. Wir wollen diesen Zustand überwinden, aber wir wissen auch, daß das nicht geschehen wird an einem Tage. Schon unter den gegebenen Bedingungen müssen wir das Werk beginnen. Wir müssen die Arme frei bekommen. Je mehr Rechte wir haben, je stolzer und geschieter wir sie wahren, um so günstiger gestalten sich die Vorbedingungen für den legten Erfolg. So ist auch die Fabritarbeit nicht einfach mehr Fron, sondern schon Arbeit im Dienst unserer Klasse. Hier sind die um uns, die zu uns gehören, Männer und Frauen, mit denen wir alles gemeinsam haben, was uns drückt und was uns befreit, mit denen wir beraten, auf die wir hier, in der Fabrit, wirken tönnen. Und auch Rechte haben wir im Betrieb zu wahren. Rechte, deren Dürftigkeit zwar unsern Groll erregt, uns aber zugleich anstacheln sollten, fie um so obiger zu vertreten. Gibt man uns schon nicht unser Recht die Achtung vor unserem Willen und vor unserer Leistung soll man uns nicht verweigern. Bor dem Fabrittore harrt wiederum die Pflicht. Die Organisa tionen, ja die Gesamtheit der Staatsbürget, die Kommunen wie die Länder und das Reich, fordern mehr denn je die Mitwirkung der Arbeiter bei allen öffentlichen Dingen Den Spielraum für ein menschheitbefreiendes Wirken, denir erstreben, hat uns die Revolution nicht gebracht. Aber hafen wir schon alle gege benen Möglichkeiten ausgenugt, so daß ein Rest mehr bliebe? Saben wir nichts versäumt? Jeder, det mit offenen Augen die Dinge übersieht, weiß die Antwort. Noch mehr. Auch unsere Familie erhot Ansprüche gegen uns. Wir wollen, Männer wie Frauen, unze Kinder lehren. Und wenn uns auf den anderen Gebiete noch die Organisationen helfen, so sind wir hier ganz auf uns gellt. Sier hilft uns kein System, tein pädagogisches Lehrbuch, er müssen wir uns selbst einsehen. Den Unseren fönnen wir nu geben, was wir aus dem Eigenen schöpfen. So haben wir an allen Orien auzuteilen. Wir sollen sein wie ein Füllhorn, das sich nimmer Irt. Daraus erwächst eine neue Pflicht: wir müssen an uns lost arbeiten, raftlos. Wir müssen empfangen, um geben zu för en, müssen uns burch Bil bung bereichern. Und wiederum ge- einsam mit unseresgleichen, ganz wie es unserer Gesinnung ge emt. In den Kursen und Arbeitsgemeinschaften der Voltsh chschule Groß- Berlin paragraphen enthält der Entwurf noch mehrere. Besonders ge Die Streikbewegung in England ährlich ist der Artikel 52 des Entwurfs, der von der BeschlagAufrechterhaltung der Bergarbeiterforderungen EE. London, 21. April. Die Gewerkschaft der Bergarbeiter veröffentlichte gestern eine Erklärung, in der es heißt, daß die jüngsten Borschläge der Grubenbesizer nichts Neues brächten. Das Zugeständnis, einen Rat einzusehen, sei wertlos, wenn die Unternehmer nicht gleichzeitig das Zugeständnis machen, daß die Ges winne aus allen Gruben in eine gemeinsame Kasse fließen. Die Bergarbeiter in Südwales bleiben unnachgiebig. Sie fordern von ihrem Erefutivkomitee Maßnahmen, um die Notstands arbeiten an den Pumpen wieder einzustellen. Dieselbe Resolution wurde von den Bergarbeitern Schottlands und der Graf= schaft Kent angenommen. TU. London, 21. April. Die Stimmung in den verschiedenen Begwerksbezirken läßt sich dahin aussprechen, daß die Mehrheit der Bergarbeiterschaft beschlossen hat, ihre Forderungen auf Einführung eines nationalen Lohntarifes aufrechtzuerhalten. Die Zukunft der Eisenbahner EE. London, 21. April. Die Vertreter der Eisenbahnarbeiter, Heizer und Lokomotivführer, sowie der Bahnbeamten traten gestern im Transportministerium mit Sir Erik Geddes zu einer Unterredung zusammen. Sie forderten die Zusicherung. daß die Zukunft der Arbeiter sichergestellt werde, wenn die Staatsfontrolle im August aufhöre. Die Antwort Sir Geddes ist noch nicht bekannt, da ein offizieller Bericht nicht ausgegeben wurde. Ungarische Monarchisten unter fich TU. Budapest, 21. April. Die Nationalversammlung hatte gestern einen er regten Tag. Als der extreme Karlist Benazky, der als Innenminister dem Ertönig einen Paß auf den Namen Kovacs verschafft hatte, sagte: Seine Majestät war in Budapest", ertönten von rechts Zwischenrufe: Der gewesene König", worauf der Redner sagte:„ Seine Majestät, der apostolische König". Als Benatty das Verhalten des Reichsverwesers triti fierte, ertönte von rechts der Ruf: Es lebe der Reichsverweser!" Als Benizky mitteilte, er sei dem aus Budapest abgereisten König im Auto nachgefolgt, und sei dann im Namen des Reichsverwesers verhaftet worden, und er erwarte teine praktische Reparation des Unrechts, weil hier eine militärische Kamarilla Habsburger Latai". herrsche, wurde ihm zugerufen: Seine Ausführungen wurden vom Ministerpräsidenten energisch zurückgewiesen. " Ein schweizerisches Sozialistengesetz Die freie Schweiz"! Welch' guten Klang hatte dies Wort zu einer Zeit, als die Schweiz noch freies Asyl für alle politischen Flüchtlinge und eine Stätte für freies Wort war! Aber diese Beiten sind entschwunden. In der freien Schweig" herrschen heute bie Reaktion und ein engherziges Spießertum. Und diese Reaktion findet ihren Ausdruck in dem Entwurf zu einem Anti- Sozialistens gefeh, das dem Bismard'schen abgeguckt ist und sich sowohl gegen die sozialistische wie auch gegen die gewerkschaftliche Bewegung ichtet. Gefängnis und Zuchthaus sind die Mittel, mit denen han in der Schweiz der Hydra Arbeiterbewegung die Köpfe abSchlagen will. Zuchthaus und Gefängnis drohen jedem, der es un ternimmt, allein oder mit vereinten Kräften auf anderem als ejeglichem Wege, insbesondere durch Androhung oder Anwendung pon Gewalt gegen Personen oder Sachen die Verfassung des Bundes oder eines Kantons abzuändern, StaatsbehörDen abzusehen oder die öffentliche Gewalt auszuüben versucht. Zuchthaus wird auch jedem angedroht, wer an einer Zusammenrottung sich Για beteiligt, um einen Beamten zur Vornahme oder Unterlassung einer Amtshandlung zu nötigen, um einen Beamten zu mißhandeln oder um einen Gefangenen oder Verhafteten zu befreien. Mit Gefängnis wird bestraft, wer im In- und Ausland öffentlich in Wort, Schrift oder Bild zu einer auf ungefeglichem Wege durchzuführenden Gefährdung oder Störung der staatlichen Ordnung oder der inneren Sicherheit der Eidgenossenschaft oder der Kantone auffordert, solche Sandlungen androht oder verherrlicht. Zuchthausstrafe steht auch auf der Aufforderung und Verleitung zur Verlegung der Militärdienstpflicht, und Gefängnis auf der Untergrabung der militärischen Disziplin. Aehnliche Kautschukund in den ähnlichen, nur auf andere Biele eingestellten Veran staltungen unserer Partei finden wir die Stätten dazu. Ster wird fein Wissen gepautt, sondern gemeinsam geforscht. Nicht die Autorität eines Lehrenden, sondern der gemeinsame ernste Wille der Sörer ist die Triebfeder der Arbeit. Der Erfolg, den wir in uns spüren, die Bereicherung, die uns merkbar zufließt, Find Prämie und Zeugnis zugleich. Unsere Partei hat an vielen Stellen Lese- und Lerngemeinschaften eingerichtet, die Volkshochschule Groß- Berlin eröffnet am 25. April wieber ihre Kurse. Es lohnt sich, ihren großen Lehrplan anzuschaffen, der in der Buchhandlung„ Freiheit", Breite Str. 8-9, für 1 Mart zu haben ist. Der fleine Lehrplan wird dort und im Gewerkschaftshaus umsonst abgegeben, und er ist auch in vielen Betrieben durch di Bertrauensleute der B. 5. S. zu haben. Die Zahl der Kurse wichst immer mehr, und wir versagen es uns daher, einzelne zu nennen. In den nächsten Tagen wird die Ankündigung der rschiedenen Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften in unseem Blatte erfolgen. Also: auch hier ruft nicht müßiges Spiel, nicht eine Gelegenheit zum behaglichen Genießen hübscher Bortäge, sondern eine neue Pflicht: die Pflicht zur Arbeit a uns selbst und im Dienst unserer Klasse. R. S. Die Sperre über das Neue Voltstheater. Die Bühnengenossenschaft hat über das Teue Voltstheater die Sperre verhängt. Direttor Goldberg hat achtzehn Mitgliedern seines Theaters ges fündigt, darunter sämtlhen Genossenschaftsfunktionären, die, wie Dr. Czempin als Führ der radikalen Richtung des Berliner Bezirksverbandes, fich s Mißfallen der Theaterunternehmer und der bürgerlichen effe zugezogen haben. Die gekündigten Mitglieder haben die Kibigungen nicht zur Kenntnis genommen, während Goldberg die cheidung des Bühnenschiedsgerichts angerufen hat. Das Reue oltstheater bedarf, wie wir hier schon zum Ausdrud gebrachten, einer gründlichen schauspielerischen Erneuerung. Wahrschein ist, rein fünstlerisch betrachtet, nicht zu vielen, sondern zu igen Mitgliedern gekündigt worden. Gerade bei einer Boltsbite ist die Qualität der Vorstellungen von größter Bedeutung, binderwertige Vorstellungen eine Gefährdung der Ob allerdings Dr. er aus gewerkschaftlichen Gründen entlassen wurde, tönnen nicht entscheiden, da ja schließlich Herr Goldberg Herrn Czen engagiert hat und auch für das Fehlengagement der anderso 17 verantwortlich ist. Jedenfalls scheint es uns als Berirrupe wenn Goldberg als Leiter eines Boltsbühnentheaters in eine Waschzettel an die Presse von der gewerkschaftlichen Tätigkeit mpins schreibt, daß sie nicht geeignet jei, ihm Sympathie erwerben". Das ist allerdings auch nicht ihr 3wed; Gew. haftsführer brauchen die SymCzempin aus fünstlerischenee bedeuten. 01 nahme von Druckschriften handelt. Hiernach fann der Bundesrat Drudschriften, Bilder und Darstellungen, die den Umsturz der bestehenden staatlichen Ordnung verherrlichen, androhen oder hierzu auffordern, auch dann einziehen lassen, wenn eine Strafverfolgung oder Verurteilung nicht eintritt. Gegen den Entwurf macht die Arbeiterschaft der Schweiz energisch Front. Würde er Gesetz, so müßte man das Wort:„ Der Freiheit eine Gasse" auslöschen und an dessen Stelle setzen:" Der Willtür und der Reattion freie Bahn" in der freien Schweiz". Rote Hilfe Unter diesem Namen hat die V. K. P. D. eine UnterstügungsDie aktion für die Opfer des Osterputsches ins Leben gerufen. Die Zentrale der V. K. P. D. fordert nun zur Abgabe eines Tagelohns auf. Auch sind Sammellisten ausgegeben worden, die in den Betrieben in Umlauf sind. Die bestehende Un. terstütungstommission der Berliner Arbeiterschaft, in der Vertreter aller sozialistischen Parteien sowie der Gewerk schaften figen, ist durch die B. K. B. D. ausgeschaltet worden. Unsere Genossen werden gegenüber der Roten Hilfe" 3urüd haltung üben müssen, da sie teinerlei Gewißheit haben, daß die Gelder in der von ihnen beabsichtigten Weise Verwendung finden. Wir empfehlen darum unseren Genossen, in allen Betrieben, in denen für die Opfer des Osterputsches gesammelt wird, die Beträge nicht an die„ Rote Hilfe", sondern direkt an die Unter ftüßungstommiffion abzuliefern, bzw. zur Weiterleitung an diese an den Kassierer der U. S. P., Genossen Herbst, Breite Str. 8/9. Nur auf diese Weise haben unsere Genossen die Sicherheit, daß die aufgebrachten Mittel tatsächlich im Sinne ihrer Geber ver wendet werden. Zum Kommunistenprozeß in Caffel In unserer Sonntagausgabe hatten wir eine„ Dena" meldung wiedergegeben, die gegen die Verteidiger por dem Außerordentlichen Gericht in Cassel den Vorwurf erhob, sie hätten außer ordentlich hohe kostenrechnungen für die Angeklagten aufgestellt. Wie uns dazu von Rechtsanwalt Dr. Sede! mitgeteilt wird, entspricht diese Behauptung nicht den Tatsachen. Keiner der Angeschuldigten habe die Frage gestellt, ob er ver pflichtet sei, das Verlangen des Verteidigers zu erfüllen, für dessen Honorar im Bon voraus Sicherheit zu leisten." den Angeschuldigten sei weder ein Pfennig Honorar be= ansprucht noch bezahlt worden. Vielmehr sei das Honorar von den den Angeklagten nahestehenden Personen fret willig angeboten worden. Dieses Honorar bleibe unter den Sägen erheblich zurück, die von den Verteidigern in größeren Strafprozessen sonst genommen werden. In diesem Honorar feien die besonderen Auslagen für die Reise und für den Aufenthalt auswärts und die allgemeinen Kosten für das Bureau, die außer ordentlich gewachsen seien, einbegriffen. Nach Abzug der Kosten für Vertretung usw. bleibe für die Verteidiger nur eine Summe, die den Kosten der allgemeinen Lebenshaltung entspreche, be sonders wenn man berücksichtige, daß für größere Prozesse auch ganz erhebliche Vorarbeiten notwendig seien. Eine vernünftige Reparation. Wie das„ Echo du Rhin" meldet, trafen auf dem Bahnhof Bischofsheim bei Mainz sechzehn Waggons aus Deutschland ein, die mit Kanonen, Mör fern und Maschinengewehren aus dem Jahre 1870-71 beladen waren. Diese Kriegstrophäen müssen auf Grund des Artikels 245 des Friedensvertrages ausgeliefert werden. Die Kriegsgeräte gehören übrigens allen Abschnitten der französischen Geschichte an von der Zeit Ludwigs XIV. bis zur Neuzeit. Auch die im Weltfriege eroberten Geschütze müssen an Frankreich ausgeliefert werden. Beginn der Kriegsverbrecher Prozesse. Am kommenden Dienstag beginnt im Londoner Polizeigericht von Bowstreet das amtliche Verhör der Zeugen, die sich zu den Ende Mai stattfindenden Berhandlungen gegen die beutschen Kriegsverbrecher" nach Leipzig begeben. Das Verhör ist öffentlich. Etwa 50 Zeugen begeben sich nach Leipzig. Roalitionsfieg in England. Bei der infolge der Ernennung von Stanley Baldwin zum Präsidenten des Board of Trade ( Sandelsamt) notwendig gewordenen Ersakwahl für das Unterhaus im Wahlkreise Bewdley( Worcestershire) wurde Baldwin mit 14 537 Stimmen wiedergewählt. Mills, Arbeiterpartei, erhielt 1680 Stimmen. pathien der Arbeitnehmer und nicht die der Unternehmer.- Der Verlauf hängt wohl vom Ergebnis der Vertreterversamm Iung der Bühnengenossenschaft in Frankfurt a. Main ab. Ridelt Sprach sich einem Ausfrager ber B. 3." gegenüber energisch gegen die Prominenten aus, die die Leitung der Genossenschaft an sich zu reißen suchen und darin auch von der Bresse unterstügt werden. So fordert vorgestern ein fapitalistisches Blatt, daß Ridelt durch Wegener ersetzt wird. Das heißt, die proletari fierten Schauspieler sollen sich einen Schwerstverdiener zum Führer nehmen, der seit Jahren auf die Kunst zugunsten seiner Ein nahmen verzichtet hat! So bumm werben sie wohl nicht sein. Die Entwicklung drängt jedenfalls zu einer Verschärfung des Ge werkschaftstampfes, was bei der ungeheuren Arbeitslosigkeit und schlechten Bezahlung der Bühnenangehörigen das Natürliche ist. Ruffische Akademie- Reform. Die Sowjetregierung reformiert jetzt die Kunstakademien, die sie für alle geöffnet hat, und die feftdem ein Tummelplay des Dilettantismus waren. Sie sollen fich von nun an dem gewerblichen Leben ihrer Umgebung anpassen. Der Unterricht in den Künsten wird einen Rüglichkeitscharakter haben und die Schüler werben verpflichtet, gewisse Zeit in allen Erwerbszweigen praktisch zu arbeiten. Tages- Notizen Die Meifeler ber Boltsbilhne. In ben beiben& eftaufführungen von Kurt Eisners Götterprüfung", die der Verein Volksbühne unter ber Regie von Heinz Goldberg am 1. und 8. Mat, vormittags 11 Uhr, im Theater am Bülowplay veranstaltet, werden in wichtigen Rollen außer Maria Leito, Baul Meberow, Lothar Mendes noch beschäftigt sein: Gertrud Kanig, Ludwig Dubelsko, Friedrich Lobe, Heinz Hilpert und Belt Sarlan. Karten find nur noch in besräntter Anzahl zum Einheitspreis von 5 Mart für Mitglieder des Vereins und 10 Mart für Nichtmitglieder erhältlich. Zur Malfeler. Der Betriebsrat des Schillertheaters teilt mit: Wie im Borjahre, so soll auch dieses Jahr am 1. Mai allen freigewerkschaftlich organi fterten aber ben sozialdemokratischen Barteien angehörenden Arbeitern gegen Bor zeigung der Mitgliedsbilcher an der Staffe eine Ermäßigung von 30 Prozent gewährt werden, Der Meinetesche Männerchor Berlin 1900( 9. b. A.-S.-B.) veranstaltet Sonntag 7% Uhr in der Hochschule für Mufit, Charlottenburg, Fasanenstr. 1, unter Mit wirtung von Margarethe Blume( Sopran) und Curt Vogel( Geige) ein Ronzert. Die Urbeltsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen( Bezirks gruppe Berlin) forbert eine durchgreifende Reuordnung der Rechtschreibung: 1. fleine Anfangsbuchstaben der Dingwörter, wie im Alt- und Mittelhochdeutschen unb im Sinne der germanischen Forschung. 2. Beseitigung aller Dehnungs zeichen. 3. Lauttreue Schreibung, z. B. f für vo. 4. Altschrift. Großes Schauspielhaus. Jeber bennent erhält bas Recht auf eine fiebente Abonnementsvorstellung im Deuthen Theater. Die Preise füz bicfe Rebente Abonnementsvorstellung des Gesamtabonnements find biefelben, wie die einer Einzelvorstellung des Gesamtabonnements für das Große Schauspielhaus. Das bedeutet Ermäßigung gegenüber den Kassenpreisen bes Deutschen Theaters. Die Inhaber der bereits gelösten Abonnementsbefte 1921/22 baben bas Recht, innerhalb von vier Wochen von Mittwoch, den 20. April b. 3., ab diese fiebente Vorstellung an der Abonnementstaffe bes Großen Schauspielhauses gegen Vorjeigung des Abonnementshefies 1921/22 nachzulösen. Groß- Berlin Der Fall Nowarra Auf unsere 30 Fragen hat bisher nur der Justizrat Krüpfe gang geantwortet und zugegeben, daß auch er Nowarra nicht getraut habe, deshalb eine Revision veranlaßte, und als diese sonderbarerweise ergebnistos verlief, sich schleunigst zurücgezogen hat. Inzwischen haben auch die Beratungen der Berliner Stadtverordnetenversammlung stattgefunden, bei der die bürgerlichen Parteien eine merkwürdige Zurückhaltung übten und auf die schweren Anklagen und einwandfreien Feststellungen unserer Genossen teine Antwort fanden. Wir haben deshalb alle Veranlassung, unsere Fragen aufrecht zu erhalten und in ihrer Nichtbeantwortung durch die vers schiedenen darin bloßgestellten Persönlichkeiten so etwas wie eine Bestätigung unangenehmer und nicht einwandfreier Dinge zu erblicken. Gilt das bereits für die in die Angelegenheit mit verwidelten bezüglich des Personen, so steht es wohl ganz außer Zweifel Hauptangeflaten Nowarr a. Um so merkwürdiger muß dess halb die Mitteilung berühren, die vor einigen Tagen die Presse. durchlief, daß die Enthaftung Nowarras durch die Gerichts= behörden unmittelbar bevorstehe. Wir würden uns zwar über ein solches Verhalten nicht mehr wundern. Die deutsche Justiz hat in den letzten Jahren vollkommen den Beweis erbracht, daß man ihr alles zutrauen darf. Und die Enthaftung Nowarras würde ja nur ein Glied in der Kette jener unzähligen Berbeugun. gen der Justiz vor hochstehenden Gesezesvers ächtern sein. Aber daneben muß doch wiederum mit allem Nachdrud die Deffentlichkeit auf die Tatsache gelenkt werden, daß das Treiben des Herren Nowarra nur möglich war dank der Lässigkeit wir gebrauchen mit Absicht diesen milden Ausdruck, obwohl wir der Ueberzeugung sind, daß hier vielmehr als Lässigkeit vorliegt der Aufsichtsinstanzen, die Herren Nowarra und seine Ges Schäftsführung zu überwachen hatten. Diese Ueberwachung scheint aber in ihrer Wirkung eher einer Beförderung der Absichten des Herrn Nowarra entsprochen zu haben, denn einer Berhin. derung. Und so ist denn die Frage aufzuwerfen, die die Justiz zu prüfen hätte, ob diese Herren den Verpflichtungen nachge lommen sind, die ihnen als Aufsichtsratsmitglieder gesetzlich auferlegt find. Bon allgemeiner Bedeutung aber ist hierbei die Tat sache, daß diese ausgewählten" Fachleute eine Unkenntnis an den Tag gelegt haben, die erneut bestätigt, daß diese von dem Bürgertum immer und immer wieder verlangte Mitwirkung von Fach leten nur der Mantet ist, unter dem sich rein egoistische Motive versteden. Fachlundig sind diese Serren eben immer nur in ihren eigenen Angelegenheiten, in den Angelegenheiten der Allge meinheit tritt bei ihnen ein viel größerer Mangel an Fachkennt nis und Verantwortungsgefühl hervor, als sie die profetarischen Kreise haben, die sich nicht von eigenen Interessen, sondern von den der Allgemeinheit Iciten lassen. Geschäftsbericht der Untergrundbahn Aus dem Geschäftsbericht der Berliner Hoch- und Untergrundbahnen, der jetzt vorliegt, geht hervor, daß gegenüber dem Vorjahr ein beträchtlicher Rüdgang des Verkehrs zu verzeichnen ist. So wurden 1919 rund 111% Millionen Fahr gäfte( genau 111 341 224), in 1920 aber nur rund 984 Millionen Fahrgäste( genau: 98 586 878) befördert. Dabei waren die in folge von Streit entstandenen Ausfälle diesmal geringer als im Vorjahr. Nur der März brachte eine zehntägige Arbeitsein Stellung, doch hatte auch diese immerhin die Wirkung, daß für den ganzen Monat März die Zahl der Fahrgäste( 7 188 619) hinter derjenigen des um zwei Tage fürzeren Februar( 10 235 816) um reichlich 3 Millionen zurückblieb. Zur Dedung der Betriebskosten, die infolge von Erhöhungen der Kohlenpreise und der Löhne immer weiter gestiegen sind, mußte in 1920 der Fahrpreis mehrere Male erhöht werden, ab 1. Januar, ab 1. April, ab 23. Mai, ab 2. Dezember. Die Verkehrsziffern der einzelnen Monate laffen erkennen, daß die Minderung des Verkehrs hauptsächlich auf diese immer wiederholten Fahrpreiserhöhungen zurückzuführen ist. Trog Verkehrsrüdgang stiegen infolge der Fahrpreiserhöhungen die Einnahmen von 29% Millionen Mart in 1919 auf fast 57% Millionen Mart in 1920. Zurzeit besteht der Wagenpark aus 226 Motorwagen und 174 Beiwagen, zusammen 400 Wagen. Am Schluß des Geschäftsjahres beschäftigte die Gesellschaft 8120 Ange stellte und Arbeiter, darunter 450 Frauen. Deutscher und Preußischer Stäbtetag Der Preußische Städtetag hielt am 17. April in Altona, ber Deutsche Stadtetag am 18. April in Samburg eine Vorstands fihung ab. Es fanden dabei bie Neuwahlen für die Vorsitzenden posten statt. In beiden Städtetagen besteht neuerdings die Eins richtung, daß der Borsiz im Deutschen Städtetag nach drei Jahren, im Preußischen Städtetag nach zwei Jahren unter den Bertretern ber verschiedenen Städte wechseln soll. Für die nächste Wahl periode wurde sowohl für den Deutschen wie für den Preußischen Stäbtetag Herr Oberbürgermeister Böh Berlin gewählt. Bu Stellvertretenden Vorsitzenden wurden gewählt: im Deutschen Städtetag Oberbürgermeister Blüher Dresden, Adenauer. Köln, Schmid München; im Preußischen Städtetag Obers bürgermeister Dr. Adermann Stettin, von Bruchhausen Trier, Dr. Lohmeyer Königsberg t. Br. $ Die fachlichen Verhandlungen betrafen die wichtigen jhwebens den Gefehentwürfe Jugendwohlfahrtspeses, Reichsmieten gesez u. a. Vor allem aber war die Reichsfinanzgefchgebung, insbesondere die neue Ropelle zum Reichseinkommensteuergeses, Wirkung für das bereits abgelaufene Jahr, in die auf der biss herigen Gesetzgebung aufgebaute schwierige Finanzgebahrung der Stäbte eingegriffen hat, Gegenstand lebhafter Erörterung und Kritif. Im Anschluß an die Verhandlungen fanden Besichtigungen tait, in Altona eine allgemeine Stadthefichtigung, bei der vor allem die großzügigen gemeinnügigen Siedlungen und der in den lekten zwei Jahren unter Beschäftigung Erwerbss Tofer geschaffene 500 Morgen große Bolts part die ridhalta Joje Anerkennung der verjammelten Kommunalvertreter fanden, in Hamburg eine Besichtigung des Hafens. In Altona wurde der Borstand vom Magistrat, in Samburg vom Senat begrüßt. Samburg ist ebenso wie die anderen Sanfeftädte feit einiger Zeit auch Mitglied bes Städtetages. 12. Verwaltungsbezirt.( Steglis, Lichterfelde, Lantwik, Sild ende). Freitag abend, 8 Uhr, Rathaus Steglik. Vollversamm lung der Kommunalen Kommission. Vortrag des Genossen Schüning: Berlin als Safenstadt". Alle Mitglieder der K. K., bie Bezirksverordneten, Delegierten der Elternbeiräte, sowie alle Funktionäre des 12. Verwaltungsbezirks müssen erscheinen. Was sind Kleinwohnungen für Minderbemittelte? Der Reichss finanzminister hat in einem an ble Landesfinanzämter gerichteten Runderlaß die Frage geliärt, was unter dem Begriff„ Kleinwohnungen für Minderbemittelte" zu verstehen sei, die nach dem Grunderwerbssteuergeles der Befreiungsvorschrift unterliegen. Der Minister führt u. a. aus: Diese Umgrenzung wird bei der Starten Entwertung der Reichsmart und der ungewöhnlichen Vers fchiebung der gesamten Einkommensverhältniffe heute weniger nach den Einkommensbezügen der bisher zu den Minderbemittel. ten gerechneten Bevölkerungsgruppen( Arbeiter, Sandwerker, mittlere und untere Beamte usw.) vorzunehmen sein, als viels mehr nach der Art und Beschaffenheit der Wohnungen selbst. Danach werden als Kleinwohnungen für Minderbemittelte solche Wohnungen anzusehen sein, die nach ihrer Größe und Ausstattung ben gegenwärtigen ortsüblichen Bedürfnissen in einfachster Form entsprechen. Nach den Aeußerungen der zu der Frage gehörten Fachminister erscheint folgende Regelung zur Herbeiführung eines möglichst einheitlichen Verfahrens zweckmäßig: Als„ Kleinwohnungen für Minderbemittelte" find im allgemeinen nur solche Wohnungen anzuerkennen, bei denen der Flächeninhalt der nugbaren Wohnfläche( Wohn- und Schlafräume und Küche) 90 und, soweit es sich um Edwohnungen handelt, 100 Quadratmeter nicht übersteigen und die Bodenräume in den ortsüblichen Grenzen bleiben. Geringe Mehrflächen einzelner Wohnungen find als über eine Kleinwohnung hinausgehend dann nicht anzusehen, wenn die Mehrfläche ausnahmsweise auf einer wirtschaftlich notwendigen Grundrißgestaltung der einzelnen Baufläche infolge der Abteilung des Baugeländes beruht. Auch wenn ein Hauswesen neben Kleinwohnungen größere Wohnungen enthält, tritt nicht teilweise, sondern Steuerfreiheit für das ganze Grundstück ein. Mit Rücksicht auf besondere örtliche Verhältnisse hat der Reichsfinanzminister die Landesfinanzämter ermächtigt, erforderlichenfalls für ihre Bezirke besondere Richtlinien aufzustellen, die die erwähnten Grundsätze den besonderen örtlichen Verhältnissen anpaffen. Silbermünzenfund am Wannsee. Bei den Ausschachtungsarbeiten des am Wannsee im Bau befindlichen Bootshauses der Nordflugwerke Berlin- Teltow ist man in einer Tiefe von einem Meter auf eine Urne gestoßen, in der sich ungefähr 200 Silbermünzen befanden. Bei näherer Besichtigung stellte sich heraus, daß man einen äußerst wertvollen Fund gemacht hatte. Die Münzen stammen aus den Jahren 1135 bis 1150 und zeigen die Prägung des Königs Wenzeslaus II. von Böhmen. Die Nordflugwerte werden diesen Silberschatz einem Museum überweisen. Aus der afritanischen Wildnis" ist der Titel eines Lehrfilms, ber am Sonnabend, den 23. d. M., abends 7 Uhr, im Gemertschaftshaus, Engelufer 15, auf Veranlassung der Jugendabteilung des Zentralverbandes der Angestellten gezeigt wird. Der Film, der durch einen Vortrag erläutert wird, hringt Bilder von Jagd und Fang, die hauptsächlich von der Expedition des Afrikaforschers Schumann stammen Karten sind zum Preise von 2 M., BelleAlliance- Str. 7-10 und an der Abendkasse zu haben. Kommunales Marionettentheater in Reinickendorf. Eine Ueberraschung sondergleichen war die am vergangenen Sonnabend in der Aula des Reinidendorfer Realgymnasiums für Lehrer, Elternbeiräte, Kinderschußkommission usw. stattgefundene Mustervorstellung des fommunalen Marionettentheaters. Ein Puppenspiel von Bocci mit Krokodilen, Menschenfressern, mit Bliz, Donner und untergehenden Schiffen gelangte mit großer Farbenpracht und padenden Effekten zur Darstellung. Der zweite Aufzug wurde mit einem Ah" der Bewunderung begrüßt. Eine Kleintadt, winklig und bunt, vom Mondlicht übergossen. Feueralarm mit Glodenläuten, Trommelwirbel und Hornsignalen. Spannung ohne Ende. Dazwischen Kasper Larifari mit seinem tollen unverwüstlichen Humor. Was nügen alle Zeitungsnotizen, BroSchüren, Bücher, in denen der Bannstrahl gegen das Schundtino geschleudert wird? Wenn nichts Besseres da ist, gehen die Kinder, leider auch die unserer Genossen, ins Kino, um dort rettungslos verkitscht zu werden. Denn die Kinder brauchen für ihre phantafievolle Vorstellungswelt das Abenteuer und den Ueberschwang. Beides aber tann ihnen gegeben werden ohne Meuchelmörder mit geheimen Erkennungszeichen, ohne Jagd über die Dächer von " Paris", ohne die verlogenen Gesten und Augenverdrehungen sogenannter Filmsterne. Die Bemühungen des Boltsbildungsausschusses, den Kindern das Kino in seiner heutigen Gestalt nicht nur entbehrlich zu machen, sondern zu verefeln, müßten die tatfräftigste Unterstügung aller dentenden Eltern und jedes wirtlichen Erziehers finden. Kindervorstellungen finden statt am Donnerstag, den 21., und Sonntag, den 24. d. M., um 4 Uhr nachmittags. Gespielt werden zwei Stüde von Franz Bocci: Kasperle unter den Wilden" und„ Die drei Wünsche". Eintritt für Kinder 75 Pf., für Erwachsene 1,50 Mart. Die städtische Rechtsauskunftsstelle Neukölln hat in dem soeben beendeten Geschäftsjahr eine über das Ergebnis des Vorjahres hinausgehende Inanspruchnahme aufzuweisen. Die Art der Betätigung ist in bezug auf die hauptsächlichsten Rechtsgebiete im wesentlichen die gleiche geblieben. So haben insbe Sondere die Ehestreitigkeiten( Ehescheidungs- und Unterhaltungstlagen) feine nennenswerte Verminderung erfahren. Auch ist die große Zahl der Militärrentenstreitfachen nur unerheblich zurüdgegangen. Insgesamt sind im Berichtsjahre 11 779 Besucher gezählt, die in 272 Sprechstunden abgefertigt und für die 4141 Schriftsäge angefertigt wurden. Die Zahl der erteilten Ausfünfte, die in der Sauptsache das bürgerliche Recht betrafen, be läuft fich auf 12 137. Die Schülerrückfahrkarten. Um den nicht am Wohnort der Eltern die Schule besuchenden Schülern an den Sonn- und Festtagen den Besuch des Elternhauses zu erleichtern, hat die Eisenbahnverwaltung die Einführung von Schülerrüdfahrkarten beschlossen. Die zur Erlangung dieser Fahrpreisermäßung erlassenen Bes stimmungen sind soeben festgelegt worden. Danach gelten diese neuen Karten zur Fahrt nach dem Wohnort der Eltern an Tagen vor Festen oder an den Sonn- und Festtagen selbst und zur Fahrt nach dem Schulort an den Sonn- und Festtagen oder am darauf folgenden Tage. Sie werden für Entfernungen bis zu 100 Kilometer, jedoch nur im Fernverkehr, ausgegeben. Sie gelten allgemein für die 4. Klasse und tosten für Sin- und Rückreise den einfachen Fahrpreis 4. Klasse ber betreffenden Strede. Neben eigenhändiger Unterschrift und dem Lichtbild des Schülers muß Stoffe für Herren Anzüge, Ulfter, Paletots, Damen- Kostüme, Meter 50.-, 100.-, 150.-, 200.- Mark. Nur langjährige Berbindungen mit altbewährten Fabrikanten bürgen für preiswerte, gute Qualitäten. Koch& Seeland Gegr. 1893. Gertraudtenstr. 20-21 Gegr. 1893. G. m. der Antrag auf Ausgabe von Schülerrückfahrkarten noch die Bes| scheinigung des Schulleiters über Besuch der Schule usw. sowie eine Bescheinigung der Ortspolizei enthalten, daß sich der Schüler nicht in selbständiger Lebensstellung befindet. Der Antrag selbst muß halbjährlich erneuert werden. Warnung vor nicht genehmigten Geschäftsfäufen. Erfah rungsgemäß werden trotz der bestehenden Anordnungen des Magistrats der Stadt Berlin häufig in Kenntnis oder aus Unfenntnis Mietverträge aller Art, insbesondere aber solche über gewerbliche Räume abgeschlossen, ohne daß die Verträge dem Wohnungsamt( bzw. der zuständigen Wohnungsinspektion) zur Genehmigung vorgelegt werden. Es wird wiederholt auf die Unzulänglichkeiten hingewiesen, denen sich die Barteien, insbe sondere die Mieter, durch ein derartiges Verhalten aussetzen. Ins besondere bei den sogenannten Geschäftsfäufen, bei denen der Käu fer dem Verkäufer gewöhnlich eine größere Summe für die Ueberlassung des Inventars usw. zahlt, führt solch ungefegliches Vorgehen zu den größten Weiterungen. Das Wohnungsamt muß unbedingten Wert darauf legen, daß sämtliche getätigten Mietsverträge, seien es solche über Wohnungen, seien es solche über Geschäftsräume oder Läden, angezeigt werden. Wenn auch im allgemeinen teine Schwierigkeiten gemacht werden, soweit es fich um reine Geschäftsräume handelt, so muß das Wohnungsamt doch in die Lage verlegt werden, dies nachprüfen zu fönnen. Das Wohnungsamt ist bei der fich andauernd steigernden Wohnungsnot gezwungen, erforderlichenfalls mit 3wangsmitteln Parteien aus den von ihnen bezogenen Räumen zu entfernen, wenn es sich bei nachheriger Prüfung herausstellt, daß es sich bei den unerlaubterweise bezogenen Räumen um solche Räume handelt, die als Wohnräume Verwendung finden können. Das Wohnungsamt tann sich bei seinen Maßnahmen nicht von wohnungswirtschaftlich schädlichen Billigkeitserwägungen leiten lassen, insbe= sondere wird, wenn 3wangsmaßnahmen notwendig werden, gewöhnlich nicht berücksichtigt werden tönnen, daß der Mieter ein für ihn erhebliches Kapital für den Erwerb des Geschäfts oder für die Einrichtung desselben aufgewendet hat. Denn die energische Beschaffung von Wohnräumen und die Durchführung der zu demselben Zwed erlassenen gesetzlichen Maßnahmen muß allen anderen Erwägungen Raum machen. Das Publikum wird dess halb nachdrüdlich gewarnt, bei Geschäftstäufen die Kaufgelder herzugeben, bevor die Kaufverträge genehmigt sind. Ein dreister Diebstahl. In der Haberlandstraße wohnt die Ba ronin v. C. Als ihr Dienstmädchen vor einigen Tagen den Hund auf die Straße führte, wurde es von einem feingekleideten jungen Manne angesprochen. Dieser fragte fie unauffällig nach diesem und jenem aus dem Haushalt und der Wohnung aus. So erfuhr er eines Tages ,. daß die Baronin nicht zu Hause sei. In dieser Zeit bestellte er das Mädchen durch den Fernsprecher in ein Café. Sier Jaß mit ihm noch ein junger Mann, der bald darauf auf eine halbe Stunde megging, dann zurückkehrte und mit der gleichgültigsten Miene wieber Platz nahm. Wie sich später ergab, hatte er währenddessen mit Selfershelfern die Wohnung ausgeräumt. Der einzige Wächter, der in der Wohnung zurüdgeblieben, der Sund, fand sich, in eine Belzjade eingehüllt, in einem Schrante wieder. Die Einbrecher hatten für über 200 000 Mart Wertsachen gestohlen. Für die Ergreifung der Täter und die Wiederherbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 30 000 Mart ausgesetzt. Mitteilungen werden im Zimmer 87 des Berliner Polizeipräfidiums oder bei der Kriminalabteilung des Reviers 3 in der Wilhelm- Hauff- Straße zu Schöneberg entgegengenommen. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Freitag: Zeitweise heiter, aber fühl und überwiegend bewölft, mit geringen Rieber lägen und mäßigen nordwestlichen Winben. Gewerkschaftliches Das wirklich sehr kleine Kind Es sitzt in der Gewerkschaftsredaktion des Vorwärts" und tommt noch einmal auf die Angelegenheit der Anrufung einer Arbeitsgemeinschaft als Schiebsorgan beim Streit der Möbeltransporteure zurüd. Es zieht einen „ Extraft" aus unseren Windungen" und macht dazu einen schlecht geratenen Wig. Woran nur zu erkennen ist, daß wir nicht eine Notiz von dreißig Zeilen, sondern einen langen grundsätzlichen Artikel hätten schreiben müssen, damit der Unterschied begriffen wird, auf den es antommt. Das tonnten wir uns damals nicht leisten, und auch jetzt wollen wir es unterlassen. In trüber Vorahnung dessen, was nun lommen mußte, haben wir damals über unsere Notiz geschrieben: Mancher lernt es nie. Damit haben wir einen Puntt berührt, in dem wir mit dem Gewerkschaftsredakteur im Vorwärts" übereinstimmen. Er bestätigt uns in seiner fleinen Anrempelung die Richtigteit dieser Aussage, erstens ausdrüdlich, und zweitens- durch seine Notiz. Womit wir uns empfehlen. Jahresbericht des B. t. A. B. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten versendet leinen Jahresbericht über das Jahr 1920. Aus der umfangreichen Schrift ist zu entnehmen, daß in dieser größten und anerkannt äußerst rührigen freigewerkschaftlichen Organisation aller Techniker im Vorjahre eine Fülle gewerkschaftlicher Arbeit, und zwar nicht nur im Interesse der direkt beteiligten Mitgliedschaft, sondern bar über hinaus auch im Interesse der gesamten Arbeitnehmerschaft Rat, Beistand, mäß. Breffe, Teilzahlung. Landgerichtsrat Dr. von Kirchbachs Alexanderstr.45 Gefelich.( geg. Tieg) 87. Glänz. Erfolge. Beobacht. Mitm. nahm. Jurist. Sonnt. 10-12 Bertrauensfach. Prozesse, Ches, Aliments, Straffachen. Gnadengefuche. Wanderfarten Billig! für alle Gegenden erhält man in ber Buchhandlung, Freiheit Breie Straße 8-9. Neue verbesserte Auflage! Billig! Röcke, Mäntel, Blusen, Kleiber verkauft Strehlow, Treskowstr.21 3m Monat April müssen alle Einfommenempfänger über 10000 Mart ihre Steuererklärung abgeben. Ein unentbehrlicher Ratgeber hierfür, insbesondere für bie Lohn- und Gehalts empfänger und für Gewerbetreibende, ist die Schrift: Das Reichseinkommensteuergesetz Mit Einleitung und Erläuterungen von Eugen Prager 56 Seiten Preis 4.- Mart Die fnappe, übersichtliche und allgemeinverständliche Darstellung wird jebem Steuerpflichtigen restlose Aufklärung über die wichtigsten Steuerfragen verschaffen, wie die Abzüge vom Einkommen, ben fleuerfreien Teil des Einkommens, bie Berllafichtigung besonderer wirtschaft licher Berhältniffe, ben Steuerabsug usw. In einem Nachtrag find die durch die Novelle zum Reichseinkommensteuergesetz vom 19. März 1921 vom Reichstage beschloffenen Menderungen klar und übersichtlich dargestellt, so daß die Grift alle für die jetzt vorzunehmende Vers anlagung notwendigen Angaben enthält. 3u beziehen durch bie Buchhandlung Freiheit", Berlin C 2, Breite Straße 8-9 Auch durch alle Filialen der Freiheit" Annahme in allen Speditionen bes Berlages geleistet worden ist. Der Abschnitt über Sozialpolitik zeigt deuts lich, daß wir im vergangenen Jahre auf sozialpolitischem Gebiet nicht vorwärtsgekommen sind. Durch seine intensive gewerkschaftliche Arbeit hat der Bund erhebliche Verbesserungen der Arbeitss verhältnisse der technischen Angestellten und Beamten erreicht. Nicht weniger als 269 Torifverträge wurden im Jahre 1920 vort ihm abgeschlossen; in 16 Fällen müßte dabei zum letzten Mittel, zur Arbeitseinstellung, gegriffen werden. Das Bindeglied zwischen ber Bundesleitung und der Mitgliedschaft bildete die Deutsche Technifer- Zeitung", die Jeit Mitte des Jahres achttägig mit fünf Fachgruppenblättern erscheint. Besonders hervorzuheben sind die großzügig ausgebauten gewerkschaftlichen Wohlfahrtseinrichtun gen. Von der Rechtsschutzabteilung wurden über 500 000 mt. an Gehältern und 47 Zeugnisse erftritten. Für Stellenlosen-, Streifs, Gemaßregelten, Notfall- und Hinterbliebenenunterstützung wur den über 730 000 M. aufgewandt. Diese hohen Unterstützungs läge sind ermöglicht durch die großzügige Beitragsreform, die der Bundestag Mitte des Jahres vorgenommen hat und durch die auch die Mittel geschaffen wurden, die gewaltige Fülle an gewerk schaftlichen Arbeiten zu erledigen und frohdem einen Vermögenss zuwachs pon über 1% Millionen Mark zu erzielen. Trotz Beis tragserhöhung und ständiger Angriffe von rechts und von links wurde der Mitgliederbestand gehalten. Er betrug Ende des Jahres 93 552 ordentliche Mitglieder und 8205 Hospitanten ( Schülermitglieder). Die Zahl der Ortsverwaltungen vermehrte sich von 675 auf 828, die sämtlich ehrenamtlich geleitet werden. Jm Reich unterhielt der Bund am Ende des Jahres 22 Geschäfts Stellen. Stanzer, Breffer, Knopfarbeiter. Eine gut besuchte Versamm lung der Schnittarbeiter, Stanzer, Presser, 3u. Schneider, Knopfarbeiter und Arbeiterinnen des Deuts schen Metallarbeiterverbandes fand am 12. 4. in der Aula Weins meisterstraße statt. Der Branchenleiter Schulz gab den Jahress bericht und führte aus, daß ein gutes Stild Arbeit im vergans genen Jahr geleistet ist. Besonders bei den Knopfarbei tern ist es gelungen, ihre Verdienste annähernd denen in der Metallindustrie anzupassen. Wenn nicht mehr erreicht wurde, lag das einmal an der schlechten Konjunktur, dann aber auch an der Gleichgültigteit vieler Kollegen. Die Unfälle, die in der gesamten Branche vortamen, find sehr zahlreich, weil noch leider viele Kolleginnen und Kollegen ohne Schuhvorrichtung arbeiten. Bei der Eingruppierung in die einzelnen Lohntlassen müssen die Kollegen mehr als bisher versuchen, ihren Leistungen entsprechend bezahlt zu werden, evtl. die Hilfe der Branche in Anspruch zu nehmen. Als Leiter der Branche wurde gegen zwei Stimmen Genosse Mag Schulz wiedergewählt. Arbeitersport Arbeiter- Radfahrer- Bund„ Solidarität". Fahrwarte Berlins und Umgegend. Freitag, ben 29. April, abends 7 Uhr, findet in der Neuen Philharmonie( Bier tibl), Köpenider Str. 96, 3entralfahrwartsfigung( Gansportausschuß) betreffs Reichsarbeitersporttag und Gauausfahrt statt. Sämtliche Ortsgruppen von Große Berlin müssen Fahrwarte entsenden. Die Bezirksleitung bes 2. und 21. Begirts. Der Gauvorstand. J. A.: Otts Hantel, Gaufahrwart. Agitationstommiffion. Sigung am 28. April, 7 Uhr, bei Heinrich, Rungeftr. 7. Auch umliegende Ortsgruppen tönnen, soweit fie Interesse daran haben, Bertretes entsenden, Sonntag, ben 24. April: Bezirksfternfahrt bes 1. Bezirks nach Gofen, Restaurant Hartkopf. Start der Abteilungen 7 Uhr. Nachmittags nach Köpenid, Re staurant Schweizergarten. Start 1 Uhr an den bekannten Stellen. 2. Bezirt. Bezirkssternfahrt nach Zossen, Gewerkschaftshaus. Sammelstart 12 Whe Dabendorf, Seefahloß. 21. Bezirt. Bezittssternfahrt nach Schönwalbe. Sammelftart fämtlicher Orts gruppen 2 Uhr in Schönerlinbe. Zahlreiche Beteiligung ist Pfight. Sonnabend, ben 23. April: Langstredenfahrt nach Guben. Gute Räder, g Fahrer mögen fich beteiligen. Start 4 Uhr nachmittags Hermannplag. Aus den Organisationen Freitag, 22. April 14. x. 15. Diftrift. Die Arbeitsstätte tagt wieder abends 8 Uhr in der Schut, Bochumer Str. 8a, 1. Stod, Nr. 108. Copenid, Friedrichshagen, Rahnsdorf, Grlinan, Bohnsdorf. Borständekonfere im Rathaus Copenid, 3immer 42, abends 28 Uhr. Bantow. 7 Uhr findet im Zeichensaale der Schule Raiser- Friedrich- Straße bet zweite Vortragsabend durch den Genossen Kubig statt. Sonnabend, 23. April 7. Diftrift. 1., 2. Abteilung in Stralau. Handzettelverbreitung am Son abenb um 7 Uhr von den bekannten Bezirkslokalen aus. Arbeiter und Angestellte der Städtischen Betriebe bes Berwaltungsbegirts 14 Abends 7 Uhr Kliems Theatersaal, Safenheide, Garteneingang, Borstellung bes Proletarischen Theaters Die Kanafer", Schauspiel von Franz Jung. Erscheinen aller Kollegen Pflicht. Vereinskalender Freitag, 22. April Bund der technischen Angestellten und Beamten. Fachgruppenversammlung, Elettrotechnit, Start, und Schwachstrom, im blauen Saal des Nordischen Sofes, Invalidenstr. 126, abends 7 Uhr. Bersammlung der Berufsgruppe für Ber messungswesen im Berliner Clubhaus, Ohmstr. 2, abends 7% Uhr. Mitglieders verfammlung Reinidendorf. Reft. Schulz, Wittenau, Am Bahnhof, abends 7% Uhr. Zentralverband der Angestellten. Metall.( A. E. G., Siemens, Bergmann, Osram- Konzern, mittlere und fleinere Elettrobetriebe, Maschinen-, Werkzeug, Metallwaren- Fabriken, Gießereien und Eisen- Konstruktions- Betriebe und private Elektrizitätswerke) Funktionärversammlung, Saberlands Festfäle, Neue Friedrich Straße 35. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: Leo Liebschy, Berlin- Friedenau. - Berantwortlich für Kommunalpolitit, Lotales und Gewerkschaftliches: Gerhart Seger, Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil: Ludwig kome ziner, Karlshorst. Verlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. 5., Berlin -Drud der Berliner Druderei 6. m. b. 5., Berlin C2, Breite Str. 8-9. Kleine Anzeigen Befchäftsstelles Berlin 2, Breiteftr. 80 Das Ueberschriftswert 2.- k., jebes weitere Wort im Eegt 1.50 9k. hetto. Stellungsgefuche: Weberfchriftswort 1.50 Mk., jebes weitere Wort im Tegt 1. th. Berkäufe Schreibmaschinen, Sicht fchrift, fämtliche Systeme, neu und gebraucht, kaufen Sie vor teilhaft bei Hans Bähr, Spittel markt 7, Bentrum 3225. Reparaturen an Schreib maschinen, Ladenkaffen und Rechenmaschinen fchnellftens und preiswert bel Hans Bähr, Spittelmarkt 7, Bentrum 3225. Preisfturz in Gardinen? Das Spezialhaus Herzig und Weininger, Gormannstraße 1, nur zwei Treppen,( Ecke Weins meifterstraße) hat fich amecks Herrenanzüge! Hosen! Chaiselongues 150, bis Senfationell herabgejette Spott 600,-, Metallbetten 250-, bis preife! Keine Berfagware! 2000,-, weiße Schlafzimmer, Pfandleibhaus Schönhauser Meicke. Auguftftr. 32a, Qugb. 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