Gwzelpreis 20'Vfg.« 4. Jahrgang Dienstag» 26. April 1921 Nummer 1S1»'Abend-Ausgabe knn Ä s-nnl-g» und M-Nta-, Dros>Bcriin lv— M. � Jl"" Bu("ttung ins Hau- int SPofionftolitn WrfttfTirä« �»ahlbm. Für Poftdrzvg uthinkn sämtlich« »n K U-tt» Sch-ifd-ud' dqog-» für Stutfä- Bolma. A-,lo»d 24.50 M. juj£elich - p lS« D-Utschl-Nd und Okstrrrrich 2S.— Marli. und B«ru.z- Vrr.iu Vr.it. S�ß.»-». Nanpatrillrzrilr od.« drrrn Raum Kostrt 5,— M.«rnichUcfiNq War,"> ün m,!>' r5. I" Anzeigrn, Da, f-ttg«dru-Kt« Wort 2,— M.. jedr- writrr« StomilirtijSmti Trurrung-, Uschlag. Lausendr Anzeigen lau, Tari-. m Wae�A»�"? Siellen�Zesuche 3,20 M, NN!» pro Zeile, Slellen-Sesuch, Wott-Anjngeu; da» fettgedruckte Wort l.?»a M.. jedes weite?? Wort I.— m. Fernsprecher: Zentrum 15230—15239 berliner-Organ bpr Vnabjtfmlßea SotMömotoatfe Oeutßtftani» JA*.ILWL«oii■ Die neuen Vorschläge Deutschlands Der Wortlaut der Note Berlin, 2«. April. Dem stellvertretenden cnneritanischen Geschäftsträger in »erlin ist am 24. d. Vi. folgende Note übergeben worden: Die Regierung der vereinigten Staaten»an Amerika hat durch ihr Memorandum vom 22. AprU in dankenswerter Weise die Möglichkeit eröfsnet, nochmals aus dem Wege von Berhaad» langen das Reparationsproblem zu lösen, bevor es durch Zwangsmassnahmen unlösbar gemacht ist. Di« deutsche Regie« rung würdigt diesen Schritt der amerikanischen Regierung nach seiner ganzen Bedeutung. Sie hat sich bemüht, in den nächste« henden Borschlägen dao Aeuherst« anzubieten, was nach ihm Ueberzeugung die deutsche Wirtschast selbst bei günstigster Ent» «ükelung auszubringen vermag. Sie lauten folgendermasien: I. Deutschland erklärt sich bereit, zum Zweck« der Reparation«im Sesamt Verpflichtung von 5« Milliarde, Goldmark Gege«, wartswert anzuerkennen. Deutschland ist auch bereit, den Wert dirser Summ« in A n n u i» taten, die seiner Leistungsfähigkeit angepaßt find, zum Ee» samtbetrage von 200 Milliarden Eoldmark zu zahlen. Deutschland will seine Zoljlnngsverpflichtungen in nachstehender Zarm mobilisieren: ll. Deutschlaich legt sofort ein« international« Anleihe auf. deren Hüh«. Zinsfuß und Amortisationsquot« zu vereinbaren wären. Es wird sich an dieser Anleihe beteiligen und ihr weitgehend« Vergünstigungen gewähren, sie auch mit solchen Unterlagen an»« statten, daß ein möglichst großes Aufkommen erwartet werden kann. Der Ertrag dieser Anleihe ar""-' fügung gestellt. XL Mit der Annahm« dieser Vorschläge erlöschen sämtlich« anderen Verpflichtungen Deutschlands zu Reparaiionszwecken, auch wird dadurch das deutsche Prioatoermögen im Ausland« srei. XIL seine Vorschläge nur für durchführbar, wenn Sanktionen alsbald aufhört, die Deutschland hält da, System der gegenwärtige Basis der deutschen Produktion nicht noch weiter ver« ringert. die deuttch« Wirtschast zum freien Weltverkehr zugelassen ri i ciuiuxici rorrocn ujirb den Alliierten zur Ver» m. Den Betrag der zu zahlenden Summe, der durch die inter» national« Anleihe nicht gedeckt ist, wird Deutschland noch Maßaab« seiner Leistungsfähigkeit verzinsen und amortisieren. Deutschland hält hieisür zurzeit nur«ine Verzinsung von vier Prozent jährlich für möglich. IV. Deutschland ist bereit, die beteiligten Mächt« an einer Besse« S??*8 J?■, und Wirtschaftslage teilnehmen zu lassen. Die Amortisatron der Restsumme wäre zu diesem Zwecks variabel zu gestalten. Im Falle der Besserung, für die ein Index« ichema lestzustellen wäre, würde st« steigen, im Falle der Ver« schlechterung entsprechend sinken. V. Ilm di« Rrststnnme«öglick» rasch abzntragen. will Deutsch. land fich mit aller Kraft an dem Wiederaufban der zer« störten Gebiete beteiligen. Es hält den Wiederaufbau für die dringendst« Aufgabe der Reparation, weil damit am unmittel« barsten Kriegselend und Völkerhaß gemildert wird. Deutschland erbietet sich den Wiederaufbau bestimmter Städte. Dörfer und Flecken selbst zu übernehmen oder aus jede andere den Alliierten erwünschte Weise mit seiner Arbeit, seinen Materialien und seinen Hilssmitteln am Wiederaufbau mitzuwirken. Die Kosten seiner Leistungen würde es selbst zu tragen haben,(Näheres ist hierüber in der deutschen Wiederaufbaunote an die Reparationskommisston gesagt.) VL Zum gleichen Zwecke ist Deutschland bereit, über den Wiederauf- bau hinaus nach einem möglichst rein kaufmännischen Versahren Sachleistungen für die geschädigten Staaten zu übernehmen. vn. Um de» unverkennbaren Beweis sein«, guten Willen» zu geben, ist Deutschland bereit, der Reparationslommission alsbald den Betrag von 1 Milliarde Eoldmark in folgender Form zur Verfügung zu stellen: a) 150 Millionen Eoldmark in Form von Gold, Silber und Devisen, d) 850 Millionen Eoldmark in Reichsschatzwechseln, die läng« sten« innerhalb drei Monaten in Devisen und ausländischen Wertpapieren eingelöst werden. vm, Fall, e, de« Wunsche der Bereinigten Staaten von Amerika und de. Alliierten entsprechen sollt«, würde Deutschland willens fein, nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit Verpflichtungen der Alliierten aus ihrem Schuldverhältnis zu den Verei- n i g t e n Staaten auf sich zu nehmen. IX. Dcntfchland schlägt vor. daß über die Art und Weife, wie die deutschen Leistungen zu Reporationszwecken auf die deutsche Ee« samtschuld anzurechnen sind, insbesondere über die Festietzung der Preise und Werte unter Hinzuziehung von Sachverständigen ver- handelt wird. � Deutschland würde bereit sein, für alle Arten von Kredit den Geldgebern in einer näher zu vereinbarenden Wc'ie aus ostent- lichem Eigentum und össentlichen Einkünften I«de erforderliche Garantie zu geben. .,——?• o— yr'' � und von unproduktiven Ausgaben entlastet wird. Dies« Vorschläge sollen den festen Willen Deutschland, bezeugen. die Kriegssiyäden bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu ersetzen. Sowohl die angebotenen Summen wie die Zahluugs- Modalitäten richten sich nach dieser Leistungsfähigkeit. Soweit über deren Beurteilung Meinungsverschiedenheiten bestehen soll- ten. empfiehlt die deutsch« Regierung, sie durch eine allen belli- Kommission anerkannter Sie erklärt im vor- als bindend anzu- ligten Negiernngen genehme Sachverständiger prüfen zu lassen. aus, deren gutachtliche Entscheidung nehme«. Sollte eine andere Form der Vorschläge nach Anficht der Re- aierung der Vereinigten Staaten die weitere Behandlung der Angelegenheit erleichtern, so würde die deutsche Regierung bitten, daß sie auf die Punkte aufmerksam gemacht wird, in denen etwa der amerikanischen Regierung eine Aenderung wün- schenswert erscheint. Auch würde die Deutsche Regie- rung andere Vorschläge der amerikanischen Re- gterung bereiwillig entgegennehmen. Di« Deutsch« Regierung ist z« tief davon überzeugt, daß der Frieden und die Wohlfahrt der Welt von einer schleunigen, ge- rechten und billigen Läsung der Reparationsftage abhängt, um nicht alles zu tun, was in ihren Kräften steht, damit die Ver- einigten Staaten in vi« Lage vsrjetzt werden, die Auf» merkfamkeit der alliierten Regierungen aus die Angelegenheit zu lenken. Die Rote der deutschen Regierung verfolgt die ernste Ab- ficht, z» neuen Verhandlungen mit der Entente zu kommen. Di« Gegemoartssumme von 50 Milliarden» die sie anbietet, kommt dem Eegemoartswert der Pariser Forderungen ziemlich nahe. Ebenso erklärt sich die deutsche Regierung bereit, in ihren Gesamtleistungen bis zu 200Milliard«n zu gehen, ein« Summe, die nicht mehr sehr weit hinter den Pariser Forderungen von 226 Milli- arden zurückbleibt. Die Differenz besteht hier nur � darin, daß die deutsche Regierung die Anfangssumme nur ! mit 4 Prozent verzinsen will, während die Entente bei ihren Berechnungen einen Zinsfuß von 5 oder 8 Prozent zugrunde legte. Das würde praktisch bedeuten, daß die Zahlungen Deutschlands fich unter Umständen auf eine größere Zahl von Jahren verteilen würden, als in den Pariser und Lon- doner Plänen vorgesehen waren. Um das dringende Eeldbedürfnis Frankreichs zu beftiedigen, ist die sofortig« Zahlung von einer M i l- liarde Eoldmark und die Aufnahme der internationa- len Anleihe vorgesehen, für die alle gewünschten Garantien gegeben werden sollen. Vielleicht politisch das wichtigste ist aber die Erklä- rung der deutschen Regierung, etwaige Vorschläge der ame« rikanischen Regierung für die Abänderung ihres An- gebots in einzelnen Punkten bereitwillig entgegennehmen zu wollen. Damit ist in der Tat die Möglichkeit für Amerika erleichtert, nach Fühlungnahme mit der Entente eine ver- mittelnde Tätigkeit auszuüben, die zur Wieder- aufnähme der Verhandlungen führen könnte. Die Zugeständnisie Briands Die französische Presse versichert, daß sich bei der Be- sprechung in Hythe völlige Uebereinstimmung zwischen Briand und Llopd George geherrscht habe und jeder, der bei der Besprechung zugegen gewesen sei, habe sich über die herzliche Aufrichtigkeit zwischen den beiden Premier- ministern gewundert. Aus der Erklärung von Lloyd George im englischen llnterhause aber wissen wir, daß diese Uebereinstimmung nicht fleckenlos gewesen ist. Briand hat versprochen, neue Vorschläge über die Sanktionen zu machen. Er hat also den Bedenken Rechnung tragen müssen, die in England gegen neue Zwangsmaßnahmen Herr- scheu. Wie man aus französischen Blättern hört, will Briand das von der deutschen Regierung vorgelegte Programm für den Wiederaufbau des Kriegsgebietes nicht wieder kurzerhand zurückweisen. Er hat gegen die Verwendung deutscher Ingenieure und Arbeiter im französischen Norden nicht mehr die Abneigung der Bevölkerung geltend gemacht, sondern das finanzielle Bedenken, das schließlich Frankreich für die in französischem Velde zu zablendeu Löhne aufkommen, also neue Vorschüsse leisten müsse. Dafür hat er sich bereit er- klärt, deutsch« Materiallieferungen nach kgung bestimmter Grundsätze für die Verrechnung fest. Zre» >rteg zuzulassen. Briand hat sich auch damit zufrieden geben müssen, daß das Ruhrgebiet nicht ichon am 1. Mai automatisch als Pfand beschlagnahmt wird, sondern, daß die Besetzung erst erfolgen soll, wenn ein Ein- vernehmen mit Deutschland nicht zustande kommt und daß dann die Besetzung nur finanziellen, nicht aber militärischen Zwecken dienen soll. .Dfe von der deutschen Regierung dem amerikanischen Geschäftsträger zugesicherte Schweigefrist läuft heute Mit« tag ab. Herr Dr. Simons wird asso in der heutigen Reichstagssitzung Mitteilungen über die deutschen Eegenvor- sailage machen und sie eingehend begründen. Danach soll die «ltzung abgebrochen werden, um den Fraktionen Ee- legcnheit zu geben, zu den deutschen Vorschlägen Stellung zu nehmen. Nationalistische Aufregung in Paris Nach Meldungen aus Paris war die französische.öffentliche Meinung" am Montag wegen der Berichte über die Konferenz von Hythe außerordentlich erregt. Die Stellung des Kabinetts Briand fei gefährdet, wenn aus England nicht befriedigende Nach- richten einträfen. Bis zum 30. April will man noch warten, aber wenn die Beschlüsse, die der Oberste Rat fassen würde, den Wün- schen Frankreichs nicht entsprechen, dann sei man entschlossen, auf eigene Faust die Zwangsmaßnahmen durckfzusühren, deren Verhängung man für notwendig halte. Ein bezeichnender Zwischen» fall ereignete sich Montag nachmittag in der französischen Kam- mer. Der Senat hatte im Budget«inen Abstrich bei dem Kapitel Artillerie in der Höhe von 20 Millionen vorgenommen. Trotz des Widerspruches des Finanzministers Doumer nahm die Kammer einen Antrag des früheren Kriegsministers Lefebr« an, der das Budget wieder in vollem Umfange herstellte. Nach der Sitzung erklärte man, daß diese Abstimmung eine Kundgebung sei, deren Bedeutung man in der gegenwärtigen Stunde unterstreichen müsse. Im Gegensatz zu dieser Stimmung steht ein Bericht Sauer- w e i u s im.Matin", wonach er Gelegenheit gehabt habe. Ein- ficht in Telegramme zu nehmen, die die französische und die eng- tische Regierung aus Amerika erhalten haben. Er betrachte es als sicher, daß weder der Form noch dem Inhalt nach Präsident Harding und Staatssekretär Hughes etwas unternehmen würden» was die Interessen Frankreichs schädigen oder auch nur seine Hand« kungen behindern könne. Fast die gesamte Presse der Vereinigten Staaten sei das Echo dieser freundschaftlichen Stimmung. Sauer- wein ist von der gestrigen Erklärung Lloyd Georges im Unter» hause sehr befriedigt. Lloyd Georg« habe fich öffentlich für die Besetzung des Rnhrgebiet» erklärt, wenn die Haltung Deutsch« land» keine Genugtuung geben werde. Man könne voraussetzen. daß zwischen den 100 Milliarden Eoldmark, die ungefähr die Rechnung der Reparationskommisston ausmachen würden, und dem Angebot des Deutschen Reiches oder zwischen den Zahlen des Abkommens von Paris und den deutschen Angeboten ein solcher Unterschied sein werde, daß weder Lloyd George, noch Harding noch Hughes darauf bestehen würden, daß Frankreich einen der- artigen Rabatt gewähre. Englische Vorschläge über die Garantien Die französische Presse berichtet: In England erklär« man. daß man nur an ein« zeitweilige Besetzung de» Ruhrgebietes denken könne und daß deshalb andere Pfänder gesucht werden müßten. Co schlägt man in England die Uebertragung des Goldbestandes der Reichsbank nach Köln vor, eine Beteiligung der Entente» industrie an der deutschen Industrie, in weit höherem Maße als dies der deutsch« Vorschlag zu enthalten scheine, ferner eine Kontrolle der deutschen Zölle und vielleicht auch eine Baciliguug an der Ausbeutung des Eisenbahnnetzes. Frankreich stehe auf dem Standpunkt, daß es sich auf weiter« Verhandlungen nicht! einlassen könne, wenn diese nicht durch Pfänder, die Deutschland vorher zu leisten habe, irgendwelche Garantien erhielten. Worauf sich Amerika beschränkt EE. Paris, 25. April. Die„Chicago Tribüne" meldet aus Washington, daß man zwar noch keine genauen Mitteilungen über die deutschen Angebote habe, Staatsekretär Hughes habe im Verlaufe von Gesprächen erklärt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nicht als Vermittler auftreten, sondern fich daraus beschränken werde, die Ausmerksamkeit der Alliierten aus die deutschen Bor- schläg« zu lenken. Eine endgültig« Entscheidung werde erst nach Besprechungen zwischen Harding und Hughes und nach weiteren Konferenzen zwischen Hughes und Vertretern der Alliierten in Washington getroffen werden. Sollten die deutschen Angebots nicht befriedigend sein, so dürsten die Vereinigten Staaten daraus I verzichten, sie zur Kenntnis der Alliierte» zu bringen. Colltea bie bettfföen ÄngeBtrh beftiediyend erschewe«, f» wird, wk bte »Cyicago Tribüne" im Weißen Hause erfährt, eine neue Xonfe» renz zwischen den Alliierten und Deutschland einberufen werden. Vc» der Amerika vertreten sein wird. Ein Vertreter Amerikas im Oberste« Rat tan�n�? Kabelmelduna des New �o�Hc�aw"au?' Äing. lrtA8rc u*}* wahrscheinlich, daß Normann Davis nach Europa abreisen wird, um als offizieller Vertreter der Vereinigten Staaten an den Sitzungen des Obersten Rates teil- ■er ��Sultige Beschluß wird heute von der amcri- .amichen Regierung in der Sitzung ihres Kabinetts gefaßt wer- 'u Europa wird der amerikanische .wahrscheinlich in seiner Vertretung den Sitzungen des Obersten Rates beiwohnen. Für die Resolution Knox TU. Washington, 26. April. Reuter meldet: Die Kommission für auswärtige Angelegen- Helten im Senat hat sich zugunsten der Knoxschea Resolution die w�eendigung des Krieges mit Deutschland erklärt, aüsge- ___ �_ EE. Paris. 26. April. oei: gestrigen Atzung des amerikanischen Repräsentanten- Hauses überreichte der Präsident der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, Porter, zwei Anträge, in denen das Kriegs« ende mit den Zentralmächten erklärt wird. Er erklärte, daß diese Anträge in vollster Ucbereinstimmung mit der Botschaft Hiudings abgefaßt wären. Sie enthalten die vollste Wahrung der Jntereffen und Rechte Amerikas und belassen dem Präsidenten Hardina vollste Freiheit. Die nächste Konferenz der Entente Nach Meldungen der alliierten Presse dürfte die nächste Entente- konferenz kommenden Montag in London beginnen und etwa eine Woche dauern. Es soll keine Entscheidung getroffen werden, be- vor nicht die Vertreter der Reparationskommisston eine genaue Prüfung der Tragweite der neuen Sanktionen vorgenommen haben. Möglicherweise werden die bisher noch unbekannten neuen deutschen Vorschläge Anlaß zur Einladung deutscher Ber» treter geben. Maiaufruf derIweitenInternattonale Das Exekutivkomitee der Zweiten International« erläht einen Maiaufruf, in dem es nach einer längeren Einleitung heißt: Wir fordern: Nationale Gerechtigkeit für alle Völker und dem- entsprechend Revision der Friedensverträge. Wieder- Herstellung des internationalen Handels und Verkehrs. Sicherung des geistigen Kampfes in Wort und Schrift, unbeschränkt durch Willkürgcsetze, die nichts anderes als politische Tyrannei sind. Freilassung aller, die wegen ihrer politischen Gesinnung ge- fangen gehalten werden. Abschaffung des Militarismus in' allen Ländern. Frieden zwischen den Völkern! Wir erneuern unser altes Gelöbnis, zu kämpfen für: Die Sozialisierung der Produktionsmittel und die Ersetzung des Kapitalismus durch das sozialistisch« Gemeinwesen. Die internationale Gemeinschaft der Arbeiterklasse und ein« einige Arbeiter-Internationale. Die Verbesserung der gesamten Lebenshaltung der Arbeit«. Sehr hübsch. Aber mit Befremden findet man unter den Unterzeichnern des Aufrufs auch den Namen Bänder- viel de. Er ist allerdings— als Mitglied des belgischen Chauvinistenkabinetts— ein wahrhafter Kämpfer für„Ee- rechtigkeit für alle Völker" und für„Ncmston der Friedensverträge". wie nicht minder für die„Abschaffung des Mili- tarismus". Der Triumph der Rache Die Unternehmer des mitteldeutschen Industriegebietes benutzen den kommunistischen Putsch dazu. General räche an die Ar- beiterschaft zu nehmen. Maßregelungen find jetzt an der Tagesordnung. Eine Bergarbeiterkonferenz, die am 17. April in Eisleben tagte, hat zu diesen Vorgängen Stellung genommen und sich sowohl gegen die Maßregelungen als auch gegen die Aus- nahmegerichte ausgesprochen. In einer Resolution heißt es: „Die Funktionärkonferenz am 17. April im„Volkshaus" zu Eisleben, welche von Delegierten aus dem Mansfelder See-, Gebirgs- und Stadtkreis Eisleben besucht ist, verurteilt auf das entschredenste die letzten Ereignisse in unserem Bezirk. Auf Grund dieser Vorkommnisse sind viele Käme- raden im Bergbau und anderen Betrieben der Mansfelder Gewerkschaft aus dunklen Erün- den auf die Straße geworfen worden. Die Konfe- renz ersucht die Gewerkschaften, alle Mittel anzuwenden, um die Kollegen ibrem Beruf wieder zuzuführen. Weiter fordert die Konferenz den ADGB. aus, dahin zu wirken, daß die Sonder- gtt'chte aufgehoben werden, und die Abzuurteilenden vor or- deutliche Gerichte gestellt werden." Der Gewerkschaftsbund sollte nun endlich aus seiner Reserve heraustreten und für die oerfolgten Arbeiter ein Machtwort ein- legen, um so mehr, als sich die Rache der Unternehmer wahllos gegen alle richtet, die sich in irgendeiner Weife mißliebig ge- macht haben. Auch die Beseitigung der Ausnahmegerichte wird immer mehr zu einer gebieterischen Notwendigkeit. Man braucht nur die Prozeßberichte zu verfolgen, um zu erfahren, daß diese Gerichte nicht Recht sprechen, sondern in den meisten Fällen ein- fach Rache üben. Das trifft vor allem überall dort zu, wo jugendliche Personen unter Anklage stehen und wahllos zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt werden. Diesen jungen Menschen kann in der Regel nichts weiter zur Last gelegt werden, als daß ste sich im Ueberschwang der Gefühle ein paar Stunden der Bewegung anschlössen. Viele haben das sogar unter dem Zwange der verschiedensten Aktionsausschüsse getan. Es ist des- halb dringende Pflicht, zu verhindern, daß das Leben dieser jungen Menschen nicht hinter Zuchthausmauern begraben wird. Straf- a u f s ch u b müßte das mindeste sein, was auch eine bürgerliche Justiz diesen jungen Leuten zu gewähren hätte. 17 Zentrumsanhängern, 3 Demokraten, S Mtgliedern kleinerer bürgerlicher Gruppen(1 Welfe, 2 Wicderaufbaupartei, 3 Arbeitsgemeinschaft) und 17 Sozialdemokraten. 6 Unabhängigen, 3 Kommunisten. Die bürgerlichen Parteien haben<8 Abgeord- nete. die Linke 26 Abgeordnete. Den Präsidenten für den (?' rat durfte voraussichtlich das Zentrum stellen, genannt v. öerbürgermeister Dr. Adenauer in Köln. Die Lohnsteuer Die Nutznießer Der Nutznießer des mitteldeutschen Putsches ist die Neak- t i o n. Triumphierend meldet die bürgerliche Presse der Provinz Sachsen, daß 1l)8 Gemeinden des mitteldeutschen Ausstandsgebie- tes an die Staatsregierung das Ersuchen gerichtet haben, die Kreis- und Gemein d>ewahlen im Aufruhrgebiet für ungültig zu erklären, um„die Willkürherrfchaft der Kommu- nisten zu brechen". Die mitteldeutschen Arbeiter hatten sich nach der Revolution im Mansfelder Industriegebiet gute Machtposi- tionen erobert. Das ist jetzt alles zerschlagen worden. In vie- len Gemeinden haben die bürgerlichen Vertreter bereits ihre Mandate niedergelegt, um Neuwahlen zu erzwingen, in anderen Gemeinden sind fast alle kommunistischen Vertreter verhaftet oder flüchtig, so daß kein geordnetes Ecmeindeleben mehr möglich ist. Die Neuwahlen werden dem Bürgertum' in vielen Orten wieder die alte Vorherrschaft bringen. Auch das ist ein Erfolg der kommunistischen Putschtaktikl Der Reichsminister der Finanzen hat zur Durchführung des Steuerabzuges für das Rechnungsjahr 1321 bis auf weiteres das folgende bestimmt: Die zur Durchführung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn« für das Rechnungsjahr 1320 erlassenen Anordnungen finden auf die Durchführung des Steuerabzuges für 1321, also vom 1. April ab, mit folgender Maßgabe sinngemäß Anwendung: Jeder Arbeitgeber hat den ständig von ihm beschäftigten Ar- beitnehmern bei jeder Lohnzahlung zehn vom Hundert des Be- träges einzubehalten, um den der auszuzahlende Ar« beitslohn im Falle der Berechnung des Arbeitslohnes a) nach Tagen 4 M. für den Tag, d) nach Wochen 24 M. für die Woche, o) nach Monaten 103 M. für den Monat übersteigt. Der gleiche Betrag ist abzugsfrei zu belassen für die zu« Haushaltung zählende Ehefrau des Arbeitnehmers. ' Ferner erhöht sich der dem Steuerabzüge nicht unterworfen« Teil des Arbeitslohnes für jedes zur Haushaltung zählende minderjährige Kind im Falle der Berechnung des Ar» beitslohnes a) nach Tagen um 6 M. für den Tag, b) nach Wochen um 36 M. für die Woche, o) nach Monaten um 1S0 M. für den Monat. Es sind sonach vom 1. April ab ohne Rücksicht auf die Höh« des Arbeitseinkommens jeweils nur 13 vom Hundert von dem dem Abzug unterliegenden Arbeitslohn einzubehalten. Der 1. Mai in Paris D« Gewcrkschaftsvrrband des Seinr-Departements beschloß in 13 Massenversammlungen am 1. Mai in den Pariser Vororten folgende Forderungen kundzugeben: Beibehaltung des Acht- stnndentages, Amnestie, Aktion gegen den Krieg, Nichteinmischung in die russische Revolution. Die Preußische Negierung Die neu« preußische Negierung wird bereits in dieser Woche Staatsmini st erialsi Hungen abhalten, um ein- I mal den neuen Statsrat einzuberufen und dann Vorbereitungen für neueinzubringende Vorlagen an den Landtag zu treffen. Zu- nächst ist beabsichtigt, dem Landtage den neuen Etat und die » neuen Verwaltungsresormgesetze vorzulegen. Das Staatsmini- sterium wird sich auch über die ins Stocken geratene Frage der Abfindung der Hohenzollern schlüssig machen und dem Landtage eine neue Vorlage unterbreiten. Der neue preußische Staatsrat dürfte in der nächsten Woche in Berlin zusammentreten, um einen Präsidenten zu wählen und sich zu konstituieren. Eine der ersten Vorlagen, mit der er sich zu beschäftigen hat, wird die n e u e V c r w a l t u n g s- r e f o r m sein. Der Staatsrat besteht zunächst, da Oberschlesien noch seine 5 Vertreter nicht gewählt hat. aus 74 Mitgliedern, die die Provinzen gewählt haben. Der Staatsrat setzt sich zu- sammen aus 11 Deutschnatlonalen, 11 Deutschen Lolksparteilern, Erwerbslosigkeit im März Während in anderen Iahren der Monat März eine erhebliche Verringerung der Erwerbslosenzahl gebracht hat— im Jahr« 1923 um mehr als 43 033— ist diesmal eine nennens- werte Abnahme leider nicht zu verzeichnen. Die Zahl der Haupt-llnterstützungsempfänger beträgt— gegenüber 428 633 im Vormonat— 417 333, darunter 337 333 männlich« und mehr als 83 333 weibliche. Entsprechend dem Umstand, daß die geringe Abnahme diesmal ausschließlich bei den männlichen Haupt-Unterstützungsempfängern eingetreten ist, hat auch eine Abnahme der Zuschlagsempfänger(Familienangehörige) stattge- funden. und?.v>ar von 495 005 aus 470 WO. Soweit eine Abnahme der Unterstützungsempfänger zu verzeichnen ist, beruht sie insbesondere ausderBelebungdesBcuwcsens durch die verschiedenen m dieser Richtung wirrenden gesetzlichen Maßnahmen, sowie darauf, daß die mildere Witterung die Rotstandsarbbeiten der produk- tiven Erwerbslosenfürsorge in größerem Umfange ermöglichte. Stellen die Ziffern der unterstützten Erwerbslosen auch nur einen Ausschnitt aus der sehr viel größeren Zahl der Erwerbslosen über- Haupt dar. so daß sie«in abschließendes Urteil. über die Lage und Entwicklung unseres Arbeitsmarttes nicht gestatten, so ergeben sich aus den angeführten Teilziffern doch sehr ungünstige Rückschlüsse auf die Gesamt« rbeitslage. und leider ist— im Zusammenhang mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung—«ine durchgreifende Besserung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die belgischen Gemeinderatswahlen T.U. Brüssel. 26. April. Aus verschiedenen großen Städten ist das Ergebnis der Ee- meinderatswahlen noch nicht bekannt,«zür Brüssel ist erst das vorläufige Ergebnis bekannt: 14 Katholiken. 14 Liberale, 13 So- z i a l i st e n. 3 Abgeordnete des Mittelstandes,. 3 ehemalig« Kriegsteilnehmer. In Meck>cln: 11 Sozialisten, 8 Ka- tholiken, 5 Liberale und 3 Nationalisten. L o e w e n: 11 Katholiken, 10 Soziali st en und 4 Liberale, Ost ende: 10 Liberale. 9 Katholiken und 6 Sozialisten. Zu Mitgliedern des Gcmeinderats von Antwerpen sind ge- wählt: 16 Katholiken, 14 Sozialisten, 13 Liberal« und 6 Mitglieder der Frontpartei. Der früher« Gemeindcrat bestand aus 39 Liberalen, 7 Sozialisten und 2 Katholiren. Von Münch bis Carrii Die Welt Münchs(Kunst-Salon Paul Easfirer, Vir- toriastraße 35), ist nicht mehr die unser«. Wir erkennen von neuem, wie bedeutende Anregungen von diesem Maler vor 23 Ic-bren gerade auf die deutfche Kunst ausgegangen sind. Aber ein tieferes, als das historische Interesse, bringen wir kaum noch auf. Es sind ausgezeichnete Bilder,.. ganz gewiß! Aber selbst die besten erscheinen uns heute dünn, beinahe geschmackvoll. Es ist in ihnen keine Notwendigkeit mehr. Seit wir Münch nicht mehr sahen, haben wir gelernt, ganz andere, und ohne Frage weit strengere Anforderungen an ein Bild zu stellen. Und gerade dieses Wiedersehen mit Münch läßt uns empfinden, daß eines der wesentlichsten Momente der neuen Kunst ihr Kampf gegen das Literarisch« ist, d. h. gegen alles, was ein Bild inter- essant machen möchte außerhalb seiner eigenen Formenwelt. Das Erotische bei Münch erscheint uns heut« schwül. Seine Por- träts, namentlich der Kopf Strindbergs, neigen zu einer äußer- lichcn, romantischen Interessantheit. Die Akte im Freien sind nicht frei von Sentimentalität, und in manch« Frauenbilder kam ein Zug allzugefälliger Eleganz. So sind es am ehesten die Landschaften— hier namentlich das„bewachsene Haus— die uns noch wesentliches bedeuten. Um wieviel lebendiger ist uns Ferdinand Hodler geblieben, der in seiner hutonschen Stellung Münch verwandt ist. Die kristallene Klarheit und Festigkeit seiner letzten Landschaften— das Kronprinzen- palais zeigt gerade einige sehr schöne Beispiele als Leih- aabcn— verbinden ihn unmittelbar mit der Gegenwart. Münch aber gehört einem Kapitel der Kunstgeschichte, das abgeschlossen ist Innerhalb seiner Generation(Edvard Münch ist 1862 ge- boren) ist er einer der wichtigsten und bedeutendsten Maler, dessen beste Werke— die hier leider fehlen— uns stets mit Respekt erfüllen werden. Es ist in Münch jene Neigung zur Bedeutsamkeit, die ihren größten Meister im Gebiet des Literarischen fand, in den Dra- men Henrik Ibsens. Aber eben dieser Bedeutsamkeit versagen w!r uns heute ganz und gar. und wir brauchen uns dessen nicht zu schämen. Wir sind nicht dummer, nicht sauler. nicht gedan- k-nloser geworden, sondern einfacher und sinnlicher. Doch gibt es besonders bei den Deutschen, immer wieder Rückfälle. Die säustische" Tief« Klingers steht wieder mal auf in den 330 Weltschöpfungsradierungen Jäckels, deren erste Blätter die Berliner Sezession(Kurfürstendamm 232) in ihrer Fnihjahrsausstellung zeigt. In diesen Gott und die Welt in Be- wegung setzenden, dunklen Blättern ist alles— vielleicht!— sehr tief gedacht, aber zur Form ist nichts geworden. Und sind auch die Bilder von Hans Braß(Helle» Kunphaud- hing. Bleibtreustraße 12) nicht eben„literarisch", so umgehen doch auch sie das Wesentliche des Gestaltungsprozesses: sie passen übernommene Formen einem Schema an. Man könnte sie„de- korativ" nennen. Doch stehen sie als Dekoration zurück hinter den Bildern Moritz Melzers aus den Jahren 1311—1916, die er jetzt bei T w a r d y(Potsdamer Straße 12) noch einmal ausstellt. Ihre durchaus echte Einfachheit macht die Arbeiten Melzers sympathisch, schon deswegen, weil Einfachheit bei uns so ungeheuer selten ist. Wie der Deutsche gern alles Komplizierte für tiefsinnig hält, so alles Einfache für oberflächlich oder dumm. Denn der Deutsche ist„gebildet".(Mehr als die geschmackvollen Beweis« einer guten und vornehmen Bildung scheinen mir auch die Zeichnungen des Dichters Dauthendey, die das Gr«- phisch« Kabinett I. B. Reumann, Kurfürstendamm 232, aus seinem Nachlasse ausstellt, nicht zu sein.) Der Weg durch die Räum« der Berliner Sezession macht melancholisch— einige wenige gute Bilder von Stammler. Fetgl, Boddien und Matarä: Graphik von Arthur Eötz, Julius Kroll und Wilhelm Dreßler— bis man vor den 8 Bildern von Otto D i z steht: dem„Skatklub ehemaliger 342-er". dem Bilde„Juden raus" und der„Barri- lade". Hier hat endlich ein Mensch den Mut, einfach— und verdammt lebendig zu sein. Mit einer prachtvollen Entschieden- heit setzt sich Dix über die gut« alte Bilder-Aesthetik hinweg, und gegenüber der van ihm erzwungenen Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit— Eigenschaften, die nicht etwa die selbstver- ständliche Folge der Verwendung bestimmter Eegenständlichkei- ten sind— knicken auch die wenigen guten Bilder der Aus- stellung ins Wesenlose um. Die verlassene öde Straße, in die die Menschen auf der Barrikade hineinfeuern, ist weitaus der stärkst« Eindruck der Ausstellung. Auch Kurt Schwitters, der im„Sturm", Potsdamer Straße 184 A, neue Arbeiten zeigt, hat sich von der alten Oel- Mal-Aesthetik freigemacht und sucht mit allen Mitteln die direkte, einfache und starke Wirkung. Wir haben hier bei seiner letzten Ausstellung(23. 4. 29) eingehend von der Kunst Schwitters gesprochen. Inzwischen hat der„Sturm" als 4. seiner„Bilderbücher" ein Schwitters-Heft herausgebracht, das Zeichnungen, Gedichte und eine Selbstbiographie enthält. Die letzten geklebten Arbeiten Schwitters bedeuten früheren gegenüber eine Verfeinerung, die sie Kleeschen Aquarellen nahe verwandt macht. Paul Klee selbst, einer unserer wertvollsten Künstler, hat zur gleichen Zeit eine schöne, außerordentlich fehens- werte Ausstellung im„Graphischen Kabinett"(Kurfürsten- dämm 232. unentgeltlich). Außer Klee sehen wir hier Lithos von Paul Eangolf und eine Plastik von Otto Freund- lich, die den Wunsch nach einer Kollektivausstellung dieses Künstlers erweckt. Wir werden auf Paul Klee bald einmal ausführlich eingehen. Für dieses Mal raten wir nur dringend zum Besuch seiner Aquarelle, in denen unter Verzicht auf alles Lite» rarische der einfachste und klarste künstlerische Ausdruck gegeben ist. Wer lernen will, was Malerei ist, studiere immer wieder diese Arbeiten, in denen Farben und Formen wirken an der Stelle, an der noch bei Münch Ueberlegungen stehen(also Un- malerisches)! Vielleicht ist kein europäisches Volk in seinem Wesen so einfach, wie das italienfche. Die italienische Kunst ist in ihren stärksten Leistungen von höchster und schönster Einfachheit. Das würde uns deutlicher sein, wenn wir uns nicht verleitet durch den äußeren Glanz einer bestimmten Epoche italienischer Kunst, der sogenannten„klassischen" Zeit der Hochrenaissance(16. Jahr- hundert) eine recht einseitige Auffassnng der italienischen Kunst selbst geschaffen hätten. Die köstlich strenge Einfachheit, die klar empfundene Gesetzlichkeit des Volkes ruht in den herrlichen Meistern ihres 15. Jahrhunderts, in den Paolo Uccello, ! Francesco Cossa, Andrea Mantegna, Andrea del Castagno und vor allen anderen in dem unvergleich- lichen Piero della Francesca.(Studiert ihre Werke in unserem Museum, Genossen. Es ist ein wundervoller Genuß, und wir haben, von einigen wenigstens, außerlefene Beispiele.) Hier ist eine Diesseitigkeit, die in ihrer Erfülllheit fromm wird — himmelweit entfernt von allem aufgeklärten Nationalismus; etwas wundervoll Positives, dos nur ein Banause mit„Positivis- mus" verwechseln könnte. Und diese schönsten italienischen Tugen- den(Tugenden, wie sie auch ein Franzose, FrancisIammes, in seinem„Hasenroman" und in seiner unbeschreiblich schönen „Almaide"— gute Uebcrsetzungen im Verlage Jacob Hegner. Hellerau— beweist) tauchen nach einer Zeit der Verschüttung in jungen italienischen Künstlern wieder herauf. Einige, zu- sammengeschlossen zu einer Gruppe„Balori Plastici"(die» auch der Titel ihrer vortreflichen, von Mario Broglio ! redigierten Zeitschrift) stellen zur Zeit im' Kronprinzen» 1 palais aus. Wir freuen uns herzlich über ihren Besuch, den übrigens im Herbst deutsche Künstler in Rom erwidern werden. Es ist keine Höflichkeitsformel, wenn wir unserer Freude Aus- druck geben. Denn, was jetzt in Italien geleistet wird, hat für uns besondere Wichtigkeit, Die strengt Sachlichkeit, die herbe Ein» fachheit eines Carlo Carrtt, die namentlich in den Land- schaften zu einer ganz erstaunlichen Konzentration wird, bedeutet für uns, die wir ähnlichen Zielen zustreben, aber in unsere» Natur viel größere Hemmungen haben, eine wichtig« Stärkung und Stützung. Bon den plastischen Arbeiten Martinis gilt das nämliche.(Auch der bei E u r l i t t, Potsdamer Straße 113. ausgestellte Plastitcr Ernesto de Fiori, geht offensichtlich, immer mehr auf eine ganz einfache, schlagend unmittelbare Formi aus. Doch steckt seine Einfachheit noch immer etwas im Etiles Kronzeugen des Zentrums Bei dem Streit über die preuhische Ncgierungsbildung hat ttr rechtssozialistische Abgeordnete S i e r i n g gegen das Zentrum den Vorwurf erhoben, es Hab? über die gepflogenen Abmachun- gen bei der ersten Wahl des Ministerpräsidenten ein« falsche Darstellung gegeben. Der Vorwurf richtete sich in der Hauptsache gegen die Zentrumsabgeordneten P o r s ch und G r o- nowski. Herr Herold, der Sprecher der Zentrumsfraktion, hat darauf mit Tränen in der Stimme die Wahrheitsliebe der ange- griffencn Personen hervorgehoben und insbesondere den Herrn Gronowski als einen Mann gefeiert, der sich nie in seinem Leben einer Unwahrheit schuldig machen würde. Und in der Tat, Herr Eronowsli ist der Mann der Wahrheit, das wird jetzt durch eine recht interessante Darstellung im„Vor- toärts" bestätigt. Von Herrn Cronowski wurde nämlich während des Wahlkampfes im Januar Iglg behauptet, datz er im Juli 1314 «ine Demonstration der Dortmunder sozialisti- jchen Arbeiter gegen den Weltkrieg verhindert habe, indem er auf der Polizei«ine Gegendemonstration der christlichen Arbeiter androhte, worauf die Polizei die sozialistische Demonstration verbot, angeblich um Zusammenstösi« zu vermeiden. Das Dortmunder Zentrumsblait bezeichnet diese Behauptung als Büge und Herr Eronowski gab eine Erklärung ab, in der er alles bestritt. Das Dortmunder Parteiblatt der Rechts- jozialisten veröffentlichte daraufhin die Akten der Dortmunder Po- lizei vom Juli 1914. Daraus ging einwandfrei hervor, daß Herr Gronowski aus freien Stücken den Polizeiinspektor Richard aufgesucht und seine Entrüstung über die sozialdemokratische Kund- gebung ausgedrückt hat. Nach dem Bericht des Polizeiinspcktors jagte Herr Eronowski folgendes: „Er(Eronowski) sei Vetreter einer Arbeiterpartei von über 2S000 Mann, die mit dem Vorgehen der Sozialdemokratischen Partei in keiner Weise einverstanden sei und schon in ernster Weise gegen dieses Verhalten der Sozialdemokratie protestiert hätte. Man werde seitens dieser Arbeiterschaft zweifellos in Massen die Versammlung be- suchen und gegen die Ma chenschaften der So- zialdemokratijchen Partei energisch protestie- r• n---- Ei:.:t„/ rr------ l'\.■--- i--- r e n. Es unterliege für ihn(Eronowsti) keinem Zwei- fel, daß es in der Versammlung selbst und nach derselben zu Zusammen stoßen kommen wllr.de, die seiner Ansicht nach einen bedenklichen Charakter an» nehmen könnte n" Diese Darstellung wird durch einen weiteren Bericht des Kri- minalkommisfars Ule bestätigt und auch ein Bericht des Bürger- Meisters Dr. E i ch h o s liegt darüber vor. Trotzdem hatte Herr Eronowski die Stirn, vier Jahre später sein Vorgehen wahr- heitswidrig abzu st reiten. Der„Vorwärts" erinnert weiter daran, daß in der preußischen Landesversammlung das ge- druckte Stenogramm der Rede eines Abgeordneten den Ausdruck .Lump" enthielt, der in bezug auf einen anderen Abgeordneten gebraucht war. Im Hause hatte niemand diesen Ausdruck gehört, es war auch kein Ordnungsruf des Präsidenten ver- zeichnet. Die Untersuchung ergab, daß der Abgeordnete, der die Rede gehalten hatte, den Ausdruck„Lump" nachträglich in sein Stenogramm hineinkorrigiert hatte, ohne ihn in seiner Rede gebraucht zu lzaben. Der Abgeordnete mußte sich daraufhin vor dem ganzen Hause wegen seines Vorgehens entschuldigen. Sein Name ist— Johannes Eronowski! Auf Leute dieses Schlages kann die Zentrumsfraktion tatsächlich stolz sein. Schnellfeuerjustiz »Da« Ausnahmegericht in Hall« fällte am Sonnabend das Urteil gegen die Kommunisten, die bei der Aushebung der sog«- nannten„Kampfzentrale" verhaftet worden waren. Der Schloper Walter Becker erhielt 2 Jahre Zuchthaus. S Jahre Ehrver- tust, der Kesselschmied Kurt Weise 2 Jahr« 10 Monate Zucht- haus, 5 Jahre Ehrverlust, der Maurer RichardWendtO Monat« Festung. Zwei junge Mädchen, die auf dem Bureau als Stenotypistinnen beschäftigt waren, standen gleichfalls unter der Anklage des Hochverrats. Die 17 jährige Lotte Leiblich erhielt 1 Jahr 10 Monate Festung, die 10 jährige E m m y L e h- m a n n 1 Jahr 0. Monate Festung. Die Oefsentlichkeit war wäh- rend der Verhandlung ausgeschlösien, auch bei der Verkündung des Urteils wurde nichts über die den Angeklagten zur Last gelegten Tat gejagt. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde damit begründet, daß„die weiteren im Gange befindlichen Er- Mittelungen gefährdet werden und die im Laufe der Verhandlung mäßigen.) Von den Bildern de Chiricos, Morandis, Zur M ü hlens und F r a n c a l a n c i a s. der eine unserem Paul Gösch»erwandte Natur ist, gehen wertvolle Anregungen aus. Es gibt kaum größere Gegensätze, als die zwei Ausstellungen bei Casflerer und im Kronprinzeupalais. Münch: Form und Idee fallen auseinander. Ein geistreiches, bedeutsame, Räsonne- ment über Gott und die Welt. Eine dünne, spannungslos«, weiche Form.— T a r r ä: Form und Idee find eins. Was vor uns steht, ist eine neue Sachlichkeit. Der Einfluß Münchs ist uns nickst immer gut bekommen. Denn wir neigen in unserem Wesen schon mehr als nötig zum Räsonne- ment. Die Kunst dieser jungen Italiener, einfach und erfüllt. kann uns ein kostbares Mitel fein, wenn wir nicht wieder, statt von ihr zu lernen, den bequemeren, aber aussichtslosen Weg wählen, sie nachzuahmen. Das aber bekommt selbst dem gesunden Magen eines George Grosz nickt! Hoffentlich gelingt es bald, nun endlich auch eine Ausstellung neuer russischer Kunst nach Deutschland zu bringen. Das Auswärtige Amt sollte nicht länger Schwierigkeiten machen!— Adolf Sehne Erkennen sich die Tiere? Diese interessant« Frag« wird in einem Ausiatz durch allerlei Beobachtungen bejaht, die ein Kenner des Waldlcbens in„St. Hubertus" beibringt.„Unsere Waldtiere",'so schreibt der Verfasser,„müssen sich doch durch die öftere Begegnung ganz sicher gegenseitig erkannt haben und dabei empfinden, daß jene gesährlich, diese aber ungefährlich sind." Ganz besonders charakteristisch dafür ist das Verhalten der Rehe. Wenn Wildsauen aus dem Walde heraustreten, dann schrecken die friedlich aus einer Waldwiese äsend'en Rehe urplötz- lich zusammen und stieben jählings davon. Das Edelwild da- gegen nimmt von dem Schwarzwild gar keine Notiz und äst sich ruhig weiter, während das Schwarzwild in angemessener, respekt- voller Entfernung bleibt. Wagen es die Sauen in ihrer Fraß- gier, dem Rotwild zu nahe zu kommen, so bekommen sie ein paar kräftige Schläge von diesen und verziehen sich sofort. Beim Damwild, das ja zumeist in Rudeln austritt, übernehmen die jungen Hirsche die Verteidigung gegen die Wildsauen, und diese wisien ganz genau, daß mit den jungen Herren nicht zu spaßen ist, weshalb sie sich meist nickt frech benehmen. Der Hase hat vrtD nrtv fntttÄ" w?nn �lFnH s3 SWJÄ i&Ä® VmIä m7n ohne wÄiliegen. Aber sstfu-ll wie der Blitz sind �st�m-t. wenn Schwarzwild oder gar eur �ucks aur d-h Rehe Bei brütenden Schnepfen kann man beobach�n. da« � � pruz ruhig in ihre Nähe komwen läge», Dre SchWI« genauestens darzulegenden Organisationen der„Roten Armeenachgeahmt werden könnten." Der LockspitzelWrider durfte an der Verhandlung teilnehmen. Vor dem Ausnahmegericht in Naumburg, das in der Regel nur aus Zuchthaus erkennt, wurde der Bergarbeiter Max Sauer aus Oberröblingen zu 15 Jahre« Zuchthaus verurteilt, weil er in seinem Ort einen Aktionsausschuß gebildet und die Einwohner von 18 bis 40 Jahren durch Verkündung der allge- meinen Wehrp, licht zu den Waffen berufen hatte.(Obwohl gar nicht genügend Waffen vorhanden waren!) Das Gericht trug uchhw-'�dem Gedanken, die lebenslängliche Zuchthausstrafe zu Aus dem Kafperle-Theater Die Rebellion der Führer In der„Roten Fahne" ergreift jetzt auch W. P.(Wilhelm Pieck) das Wort und schwingt drohend den Taktstock gegen die- jenigen ehemaligen— wie man jetzt wohl schon sagen kann— Führer de- V.K. P.D., die, nachdem sie mit ihrer ganzen Kraft für die Moskauer 21 Bedingungen eingetreten find, nun selbst in dieser Schlinge gefangen werden sollen. Den zehn kommunisti- schen Reichstagsabgeordneten, die eine Erklärung gegen die von der Zentrale befchlosiene Disqualifizierung von sieben Abgeord- neten befchlosien haben, wird drohend gesagt: ./Die Partei ist kein K a s p e r l e- T h e a t e r, wo zum Gaudium der Zuschauer sich die Führer katzbalgen und jeder macheu kann, was er will. Die Partei verlangt von jedem Genossen, daß er bei seiner Tätigkeit Rücksicht aus die Partei nimmt und diese nicht zu organisatorischen Maßnahmen gegen ihn herausfordert, die immer peinlich wirken." Lasten schon diese Worte keinen Zweifel an der Absicht der Zentral« der V. K. P. D., die ihr mißliebigen Personen aus der Partei hinauszubefördern, so wird diese Absicht ganz deutlich durch die Mitteilung, daß die Zentrale sich, im Gegensatz zu ihrer bisherigen Haltung, jetzt doch entschlosten hat. einen außerordentlichen Parteitag einzuberufen,„um den Parteimitgliedschaften die Möglichkeit zu bieten, der Rebellion der Führer ein Ende zu machen". Wie der Parteitag entscheiden wird, das ist ja nach der bis- herigen Stellungnahme der verschiedenen Bezirksorganisationen kaum ein Zweifel. Levi, Däumig, Klara Zetkin und ihre mehr oder weniger entschiedenen Anhänger werden in dem Kampf gegen die politischen Analphabeten genau so unterliegen. wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Dezember 1918 unterlegen sind. Schneller als irgend jemand ahnen konnte, hat sie das durch ihr Verhalten in der U. S.P. reichlich verdiente Schicksal �erreicht. * Das Säubern und Reinigen der V. K. P. D. geht jetzt so lebhaft vor sich, daß sehr bald nur noch Reste der„Mastenpartei" vor- Händen sein werden. Der Reiniaungswut ist jetzt auch der an- baltische Parteisekretär der V.K. P.D., Bruno Böttge, zum Opfer gefallen. Wie das Bernburger rechtssozialistische Blatt berichtet, ist in einer Mitgliederverjammluna in Berndurg in Anhalt unter der Mitwirkung eines Mitgliedes der Zen- trale beschlsssen worden. Böttge aus der V. K. P. D. austzu- schließen. Ter Ausgeschlostene war so verwegen, sich als Mitglied der Zentralinstanzen auf den Standpunkt Levis, Zetkin usw. zu stellen. Das sckwerste Verbrechen hat er aber kürzlich in Destau in einer öffentlichen U. C. P.-Versammlung begangen, wo er nach einem Referat unseres Genosten Dittmann in der Diskussion in bezug auf den mitteldeutschen Putsch erklärte, die V. K.P.D. habe völlig bankrott gemacht. Die Leitung der Partei und die Preste habe das Volk belogen und betrogen. Nun hat ihn der Bannstrahl getroffen. Die Wahrheit ist bei der V. K. P. D. sehr gefürchtet. Eine Kammer für Arbeite« und Angestellte wurde Sonntag in Wien feierlich eröffnet. Bundespräsident Hainiich legte den Aufftieg der österreichischen Arbeiterklaste aus der früheren poli- tischen Rechtlosigkeit und aus ungeregelten Arbritsverhältnisten zum Besitz aller politischen Rechte und eines weitgehenden Ar- beiterfchutzes dar. Durch die Arbeitcrkammer werde der Arbeiter- schaff der Republik Gelegenheit gegeben sein, wirtschaftspoliti- scheu Einfluß zu nehmen und am Wiederaufbau der Volkswirt- schaff mitzuwirken. «erztestreik in Wi««.„Utd. Tel." meldet aus Wien: Die Aerzte von Wien haben für Dienstag den Streik proklamiert. Reh und weiß, das es ihm nichts tut. Aehnlich ist es mit Reb- Hühnern. Man kann feststellen, daß Hafen, Karnickel und Rehe ganz nahe bei einem Rebhuhngelege äsen, ohne daß die Henne sich im geringsten stören läßt. Kommt aber mal eine Katze in die Nähe, dann fliegt die Henne sofort weg. Der Kamps um Toller. Während in Nürnberg trotz des Ver- botes der bayrischen Regierung geschlostene Ausführungen von „Masse Mensch" stattfinden konnten, sind die geschlosienen Vorstellungen in Würzburg verhindert worden. Wenn wir nicht irren, wollte der Schutzverband(Gewerkschaft) Deutscher Schrift- steller einen Prozeß gegen die bayrische Regierung siihren. Wa» dabei herauskommen wird, wisten wir zwar im voraus. Aber trotzdem muß der Prozeß geführt werden und wir hoffen, daß der Verband nicht inzwischen Angst vor seiner Courage bekommen hat. Tages-Notizen Nil drr B-NEch-chfei«!«»-«t-Be-II» b-girnien MUtn'-ch. k«i ff. Sptil»ach- Wtnbt fitiift; Si i e fj: Das btUkiistilch-lömifch- Z-italter. TVi Uljt, St-ichs- tngouf« 6.— Ruh!: �iahstosiwinschaft. 8!-j Uhr, iSeorgensti. 31=36.— (neiget: Unehrlich? Kinder und Mütter. 7>,„ Uhr, Bechumrr Str. Ob.— 2 8 t g e: Lied n»» Chctaejang. 8 Uhr, Kletmstr. 49.— Sc e|( e I e t: S»- }tc!p!3:noaU, 7'-, Uhr, ebenda.— Schacht: Mathemattl. 7 Uhr. Pasten»- st-rhe 44-46.— L e r t I ch: Deutfche Peltttk. 1870— ZM 4. 7>4i Uhr. ebenda.— E ch n l tz: Lolkswirlchnft. Ti-, Uhr, Wrifirnsee, Schule an der b! ä!-:estras!e.— Weldenbufch: Eleltrlztiät. 8 Uhr, Lichtenberg. Marktstr. 2-3.— Hau- stein: D»N»hngie»e. 7>-s Uhr. Lichtend erg. Ralhausftr. 8.— SIernterg: veschichl-ohilofegbie. 8 Uhr, ebenda.— Thiel: Palapbone Knnhforinen. 8 Uhr, Lichtenberg, Parkaue it.— Z« r l: KlaMIche Sinfonie. tVi Uhr. Trrp tow. Äeue lcrngallee 5.— P» t» n i 6: Erdgeschichte. 6 Uhr, Cogeui«, Körner- Ichnle.— T u, i n a: Prozrstrrch«. 8 Uhr, Steutolln. Berliner Str. 16.— Horten: So'Inltfierung. 7'�'Uhr. Miltrnwalhei Str. 34-37.— Mon» n o w» r u: Berlin und Potsdam. 7>h Uhr, edcnde.— Leon: Ansteckciid« Kranlhelten. 7>, Uhr. Schönrderg, Lntberfir. 22-23.— b e n m e r: Kunst- hildung durch Zeichnen. 7-, Uhr, ebenda— Srnnroald: Erjiehnngs- piobleme. 7 Uhr, Schönederg. Pelziger CIr, 48-32.— Ernnwald: Logi» jchen Senden. 8lb Uhr, ebenda.— Mtldhrcad! Pegetatien der Erde. « Uhr, Dahlem, KZnlzin-Luife-Str. 8.— BZachtler: lürlechllche Knast. 7 Uhr, Steglitz, Symnastum, Heesestratz-.— Dvpermann: Mikroikotzteren. 8 Uhr. Wilmerohorf, Lberrealschule, Am Seepgrk.— Sachs: Modem Sfui-I. 7% Uhr, Wilmersdorf, llhl-ndstr. 91.92,— Krause:»lülenpflanzen.«* Uhr, Eharlottendarg Schillerstr. 26.— Ewald: Nenaiffance und Baroif- Banien. 8'4 Uhr, ebenda.— S ch» l tz: Peer E-nnt. 6-, llbr, ebenda. Karten und Ledrplline im lüewerpchaftshau,. bei de» vuchhandlunge».2Zor» wärt»" und Freiheit" und an den Abendtuffen. Tbe lmMtstche« Lollotonterle de« BIithae--2rchester» finden an folgende» Toge» statt: vrauerei« 6» i g st e d t: 29, April. 6., 13., 20. und 27. Mal. E, ermanlafile: 2., lt.. J8., 25. Mai. Blillhnerfaal: t7., 23., 31, Mal. Karten 1,50 SB. In der �ireihrit" Breite Etratze und abends NN der «»Is-. >r»ell»l»s«nth«-ter. Sonntag de» 1. Mol. nachm. 3 Uhr»nh abend» 8 llhr, Enden die erste» beiden Sfsenrlichen Borftollnngen de» Berbande» freier ü h n e n l 5 n st l- r der Eenostenschost D. A. Sl.— von Arbeitzlosen für Arbeitslose— statt. Zur A-fsuhrnn, lvmm, Goethe» Ightgente. SU» lüewerlfchafle» haben die Karten recht�ttig abzuholen. Knnstabend. ffptestloniltilch« Dichtungen von August Stramm werden Mi'twoch im..Sturm". PeUdamer Str. 134a, von A u d o I j« l ü«»« r»or- f-tragen. H e r m a r I h W a ld e u spielt die ftlaoierüdertrognng einer neue* iafonie. Museumaoeetrtge. z» der Pnpgr», sammln»«(Steue» Mufouml Hütt Profesjor Schutart jede» Sonnaben» NM 11 Uhr-inen J&rtin». Karre»|« 1«. frrtm Pstrtner, Stoßtrupps gesucht! Der bekannte Antisemiterich Knüppel-Kunze gibt ein Organ heraus, das sich„Deutsches Wochenblatt" nennt und von Zeitungs» frauen, die ein großes Hakeiilreuz um den Hals hängen �"iben. für 50 Pfennig verkauft wird. In dem Blatt wirbt Herr Kunze Mitglieder für die„Deutsch» soziale Partei", mit folgendem Ansinnen: Ms Partei der Tat erwarten wir von jedem Mitglied Arbeitsleistungen. Nur so können wir unser geknech» tetes Volk von der Judenherrschaft befreien. Wir bitten um Angabe, in welcher Abteilung sich jeder betätigen will:») Mit- gliedswcrbung. d) Versaminlungseinbernfung— Bekanntmachung— Leitung— Saalordnung— Stoßtrupp. Damit jich niemand fürchtet, bei dem in Handgreiflichkeiten betriebenen Antisemitismus mal den Buckel voll zu kriegen, wird folgendes angekündigt: Achtung! Heda! Wer sich gegen körperliche Angriffe schützen will, schaffe sich unbedingt das neuersundene. sicher wirkende V e r t e i d i- gungsmittel an. Abgabe nur an zuverlässige Personen. Näheres durch die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Dieses sicher wirkende Verteidigungsmittel ist das s ch l a- g e n d st e Argument der Antisemiten: bestehend aus einem Handgriff mit einer Spiralfeder und einer Bleikugel. Zur Kennzeichnung der ganzen Richtung mit Stoßtrupps und Schlagwerkzeug, wollen wir noch die Firma vom Titel der Zeitung wiedergeben: Für deutsche Art und deutschen Geist!! Eine städtische Zentralstelle für Lehrmittel Mit wichtigen schulorganisatorischen Fragen beschäftigte sich der Stadtverordnetenausjchuß, der zur Vorberatung des Ende v. I. eingebrachten kommunistischen Antrages auf unentgeltlich« Liese- rung von Lernmitteln und auf Errichtung einer. Zentralstelle zur Beschaffung und Verteilung der Lern- und Lehrmittel für samt» lichc Berliner Schulen«ingesetzt worden war. Der Ausschuß, der den Etadto. Rektor Troll(Diu.) zum Vorsitzenden wählte und an denen Verhandlungen Stadtschulrat Pauljen teilnahm, setzt« den Beschluß über die unentgeltliche Lieferung der Lernmittel aus, da mit Rücksicht auf die hierbei mitsprechenden erheblichen finan- ziellen Gesichtspunkte ein Vertreter des Etadtkämmerers den Be- ratungen beiwohnen müßte, und ging aus die Errichtung einer Zentralstelle zur Veschaffung und Verteilung von Lehr» und �.ernmitteln ein. Von kommunistischer Seite wurde dieser Teil des ursprünglichen Antrages dahin geändert, daß die Schuldepu» tation beauftragt werden soll, bis zum 1. Juli d. J. geeignet« Vorschlage zur Durchführung des Beschlusses zu unterbreiten. Von deutMationaler und deutschvolksparteilichcr Seite wurden mit Nucksicht auf die in diesen Antrag liegende Ausschaltung des Buch- handeis und der Buchverlage lebhafte Bedenken geäußert.(Soll heisicn: Der Profit der privatkapitalistischen Geschäfte ist in Ge- fahr, deshalb müssen die Behörden schlecht gemacht, d. h. ihnen vureaukratijches Arbeiten vornervorsen werden. Das trifft gewi� in vielen Füllen zu, dann muß man aber die Organisation der Behörden verbessern!) Stadtschulrat Pauljcn verwies auf die in Hamburg von der dortigen Lehrerschaft gemachten Erfahrungen, die neben der städti- schen Schulverwaltung einen eigenen Verlag begründet und durch ihn Schulbücher usw. zu erheblich niedrigeren Preisen als bis dahin herausgebracht habe. Der Stadtschulrat regte auch für Berlin einen solchen neben den städtischen Behörden stehendsit Verlag an. Von bürgerlicher Seite wurde weiter ausgeführt, daß vor allem die Lieferung von Rohmaterialien zur Verarbeitung il, den Schulen einheitlich geregelt werden müßte, und betont, daß durch die geplante und an sich durchaus wünschenswerte Verein- heitlichung der Schulbücher sowohl in den Voltsschulen al« auch in den höheren Schulen die Freiheit der Auswahl der Lernmittel nicht beschränkt werden dürfe. Es dürften nicht mit jedem neuen Stadtjchulrat oder Schulinspektor sofort neue Bücher eingeführt werden. Der Ausschuß nahm einen dentschnationalen Zusatzantrag an, wonach„eine Beschränkung der Wahlfreiheit der einzelnen Schulen bei Bestellung der Lernmittel nicht beabsichtigt ist", un» stimmte dem kommunistischen Antrag aus Errichtung einer Zentralstelle nur bezüglich der Lehrmittel(Rohmaterialien, Maschinen usw,) zu: die Ausdehnung der Zentralstelle auf die Beschaffung und Verteilung von Lernmitteln wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Angenommen wurde der Antrag, wonach die Schul» deputation bis zum 1 Juli geeignete Vorschlüge zur Durch- sührung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung unter» breiten soll. Ebenda fand ein von seilen der Deutschen Volk»- pariei gestellter Antrag, das Berliner Schulmuseum zu einer Ausstellung von Lehrmitteln auszubauen, Annahme. Zum Tie» rickterstotter wurde der Vorsitzende gewählt. Die Angelegenheit soll beschleunigt und in einer der nächsten Sitzungen der Stadt» verordneten erledigt werden. Der Badebetrieb im ersten Erhoknugsbeim der Stadt DerNn. lieber das Erholungsheim de: Stadt Berlin wird uns mitgeteilt: Die maschinellen Anlagen im Badehause von Alexisbad sind zurzeit soweit instandgesetzt, daß der Badebetrieb dort in kür- zester Zeit aufgenommen werden kann. Alexisbad hat«In« der stärkstcn Eisenquellen, welche die Veranlassung zur Begründung des Bade- und Kurbanses bereits vor über 100 Jahren gegeben haben. Es ist erkrenlich, daß>iie Stadt Berlin mit dem Erwerbe dieses Heimes endlich etwas für die Gesundheit der gesamten Arbeitnehmerschaff getan hat. Zn begrüßen ist die rege Mit- arbeit, welche sämtliche Arbeitnchmcrverbände an dem Betriebe und der Ausgestaltung des Heimes leisten. Eine Karawane der„Deutsch-sozialistislhen Partei" versuchte am Sonntag in Tegel eine Versammlung unter freiem Himmel ab- zuhalten. Die„Agitatoren" dieser d-utschnationalcn Abart ver- juchten vergeblich, vorübergehende Passanten zur TeilNabm? an der..Veranstaltung" zu bewogen, da auf Eiolad-ung durch ß'vie Plakate niemand erschienen war. Einige unserer Genossen, die zur Jnformat'on erschienen waren, erbaten sich dafür, die ganze „Versammlung" aus den �wcirädiaen Karren der N'lseaescllsckaft zur nabeliegenden Schuttabladestclle zu fahren, was jedoch dan- tend abgelehnt wurde. Nachdem man die imposant aussebcnde ..Gefellschaft allein ließ, suchte sie, ein« Staubwolke hinterlassend, schnellstens das Weite. Der Dquamitanschlag«nf da» Kraftwerk Untcrspr-e vor Gericht. Vor dem Sondergericht des Landgericht» III, unter Vorsitz des Landgcrichtsdirektors Ernst, beginnt heute der Prozeß gegen die Urheber des Attentat» auf das Kraftwerk Ilnterfpree. Wie er- innerlich drangen in der Nacht vom Ostersonntag zu Montag. mehrere fiinge Burschen in das Maschinenhaus des in der Nähe von Nubleben liegenden Kraftwerk? Unterfprec der Hoch- und Untergrundbahnen ein. zwangen mit vorgehaltenen Revolvern dl« dort beschäftigten Arbeiter, ihre Plätze an den Kesseln zu ver- lassen und brachten an der Schaltanlage ein« Sprengladung an, , IL. einer Handgranate zur Erplosion zu bringen suchten. Glücklicherweise mißlang der verbrecherische Anschlag, der u. 7 Mk. mtt Frledensliairtscfiufe 5 Söhre sdirlKIIrfie Corcntle. Zohnriehcn mit lletäudung bei lleetelluug vor Gebissen gratis. Kronen v. SO lllk. an. Spez.: Zflhne ohne Gaumen. Kein? tmiu-preis« Zahn-Praxis Hatvani, v sonst da. Werft gelegt, wo ste den Versuch gemacht haben sollen, die Stromzufuhr von Eolpa zum Kraftwerk Rummelsburg zu stören. Die Angeklagten werden von Rechtsanwall Dr. Weinberg und von den Iustizräten B r o h und Victor F r ä n k l verteidigt. Der Prozetz beansprucht besonders deshalb erhebliches Interesse, weil die Bejchuldigten, die im arogen. und ganzen geständig sind, die Behauptung aufgestellt haben, sie seien zu ihrer Tat von � kürzlich erschossenen Führer der Berliner Elektrizirätsarbei- ter, Wilhelm Sylt, angestiztet worden. Schwerer Raubübcrfall in Oranienburg. Drei Räuber mit Parabellumpistolen, drangen an» Sonnabend abend gegen 8 Uhr nach Ladenschluß in das Kaufmannsgeschäft von Stenzel zu Oranienburg ein, bedrohten den Geschäftsmann und seine Frau und Kind, und verboten ihnen mit vorgehaltener Waffe, um Hilfe zu rufen. Dann schloffen ste hinter sich ab und machten stch daran, den Laden auszuräumen. Dem Kinde, einem 10jährigen Mädchen, gelang es, Hilfe heranzuholen. Ein Schlächrer Man- gelsdorf un dein Fuhrmann Elsmann, dt« die Kleine herbeirief, gerieten mit den Räubern in einen schweren Kampf. Mangels- dorf. wurde durch einen Bauchschuß schwer, Elsmann durch einen Kopfschuß leicht verletzt. Das Ende war, daß die Räuber ent- kamen. Sie erbeuteten für 1000 Mark bares Geld, für 500 Mark Schlackwurst. S Kisten Zigarren und 500 Zigaretten. Die Ver- brecher sind wahrscheinlich Berliner, die eigens zu diesem Ueber- fall nach Oranienburg gekommen waren. Auf dem Rückwege sind ste in�Stolp gesehen worden. Angaben, die zu ihrer Ermittelung und Festnahme dienen können, nimmt Kriminalkommiffar Werne- bürg im Zimmer 30 des Berliner Polizeipräsidiums, Haus- anruf 001, entgegen. Die Räuber stnd noch junge Männer von A) bis 25 Iahren. Der eine ist 1.70 bis 1,75 Meter groß und schlank, hat blondes Haar, ein blaffcs schmales Eeficht mit einem kleinen Schnurrbart und trug einen dunkelbraunen Ueberzieher, der oben geschlossen ist und einen dunklen Velourhut: der zweite ist 1,00 bis 1.65 Meter groß, hat ein blasses, rundes Gestcht mit einem kleinen Schnurrbart und hellblonde Haare und trägt einen grauen Ulster aud Militärstoff, der ebenfalls oben geschlossen war, und einen»grauen Hut. und der dritte ist 1,60 bis 1,63 Meter groß und trug eine feldgraue Joppe. Alle drei hatten Rucksäcke, von denen einer aus Zeltstoff gefertigt war. Zuckerhöchstpreiie im Kleinhandel. Der Preis für Zucker im Kleinhandel darz nicht übersteigen: für j« ein Pfund Melis 3,85 M.. Raffinade 4 M.. Würfel- und Hartzucker 4,10 M. Die vorstehenden Preis« tteten am 1. Mai 1021 in Kraft. Ein Zu- schlag für Verpackung darf nicht berechnet werden. Tharlottenburger Vorträge wer Psychopathenfürsorge. Der nächste Vortrag der vom Charlottenburger Jugendamt veranstal- teten Vortragsreihe über Psychopathenfürsorge findet am Diens- tag, den 26. d. M., 6 Uhr, im Tharlottenburger Rathaus statt. Der Leiter der heilpädvgogischen Sprechstunde, Lehrer Hauschild, wird über„Berufsberatung psychopathischer Kinder" sprechen, im Anschluß an seinen letzten Vortrag über die Behandlung der psy- chopathisch veranlagten Kinder in pädagogischer Beziehung. Verloren. Am Mittwoch, den 20. April d. JL früh i» der Zeit von 6— J47 Uhr, ist im Stadtbahnzug auf dem Bahnhof Gesundbrunnen eine rotbraun« Aktentasche mit Metallarbeiter- Verbandsakten liegen gebNeben, ebenfalls befinden sich Betriebs- ratsakten darin. Dieselben stnd für den Finder wertlos. Der ehrliche Finder wird ersucht, dieselben abzugeben im Metall- arbeiterverband. Linienstrahe 83-85, 1 Treppe. Zimmer 3, oder beim Eigentümer Paul Züge, O. 84, Heidenfekdstraß« 20. Voraussichtliches Wetter für vertt» und Umgebung am Mitt- B»och. Etwas wärmer, vielfach heiter, veränderlich, wieder stärker bewöM, bei mäßigen östlichen bis südöstlichen Winden. Keine erheblichen Niederschläge. Für Amsterdam— gegen Moskau Generalversammlung Berliner Metallarbeiter. Am Montag fand die F o r t s e tz u n g der ordentlichen Jahres- Generalversammlung der Berliner Metallarbeiter, die sich am 18. d. M. vertagte, statt. Es wurde die Debatte über den von dem Bevollmächtigten Zisla gegebenen Jahresbericht und den Bericht von der letzten Sitzung des erweiterten Beirats in Stutt- gart fortgesetzt. Der Kommunist H e l l w i g versuchte in einer etwa eineinhalbstündigen Rede die Haltung der kommunistischen Partei in der Eewerkschaftsfrage zu rechtfertigen. Auch versuchte er die von der Ortsverwaltung Berlin geleistete Arbeit herunter- zusetzen, da er prinzipiell den Standpunkt vertritt, dag Anhänger der Amsterdamer Eewerkschaftsinternationale nicht in der Lage seien, sozialistische Gewerkschaftsarbeit zu leisten. In diesem Teil seiner Ausführungen erregte Hellwig oftmals Widerspruch und Heiterkeit bei der Mehrheit der Eeneraloerjammlungsdelegierten. Dem Bevollmächtigten Zisla war es in feinem Schlußwort ein leichtes, alle Argumente der Kommunisten, die stch gegen die Amsterdamer Gewerlschaftsinternationale, gegen die Beirats- beschlüsse des D. M. B., sowie gegen die Haltung der Ortsoerwal- tung richteten, zu widerlegen. An Hand einzelner Beispiele zeigte er, daß die von den Kommunisten betriebene Taktik unbedingt dazu führen müsse, daß das letzte Bollwerk der Arbeiterbewegung, die freien Gewerkschaften zerschlagen oder zum mindesten in ihrer Attionskraft gehemmt und geschwächt werden. Die Ausführungen Ziskas fanden in der Generalversammlung lebhaften Wider- hall. Die Generalversaunnlung bewies aber auch in der Abstimmung, daß ste sich von der Illusion freigemacht hat, daß der von Moskau oorgezeichnet« Weg gangbar wäre. Sämtlich« Anträge der Kom- miuniften, die stch gegen die Amsterdamer Gewerkschaftsinter, iatio- nale, gegen den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund. g«6en Hauptvorstand und Beirat des Deutschen Metallarb-itervcrbandes sowie gegen die Berliner Ortsverwaltung richteten, wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Wegen der vorgerückten Zeit mußte die Generalversammlung abermals vertagt werden. Schuckcrt, wobei Herr Odert ngeni ein-«ehrend eine mehr als " Unter�dcn� Streikenden� herrscht seste Zuversicht, den Kampf er- folgreich durchzuführen._ Bundestag der technischen Angestellten Der Bund der technischen Angestellten und Beamten beruft leinen zweiten ordentlichen Bundestag'wch Berlin ein, der am 6. und 7. Mai im Hoiel„Deutscher Hoz, "uckauer£tc. 15. tagen wird. Die reichhaltige Tagesordnung steht verschiedene wertvolle Referate vor. Ueber die n o rt- s ü b r u n g der Rätegesetzgebung,. Soz'.a.polittk,.-chnzt- wesen Schul- uiw Rechtsangelegenheiten sprecht A u t h a u> c r, während über die Neuordnung des Wohnung-- und Bauwesens Kaufmann refspieren wird. H a n d e l e r bespricht Frage der Durchdringung der Verwaltung m.t t e ck n isch e m Geist, ein Punkt, der uns sehr wichtig dünkt. Zur Ta ifpolitik her te-chnischeu Angestellten� wird Gramm �richten, während Lustig, über den Ausbau der Bundes- arbeit und Neuordnung der inneren Verwaltung sich cugem wird. Den Geschäftsbericht des Voistandes und Abrechnung gebe» Schweitzer und Heinze. Ueber den Verlaus der �agunz, werden wir ausführlich berichten. Betriebsräte der Banken, Versichsruvgen und des Liandelsqewerbes! Vom Streik in Breslau Von der Zentral-SttetNeitung wird uns gemeldet: Der Streit dauert unvermindert fort. Neu in den Streit«inbe- zogen stnd folgende Automobilfirmen: Hansa Lloyd, N A.G., Benz. Daimler und Opel, während die Firmen Prötzel u. Küster, Sirowatky«.Hübner, sowie Hardegen ausscheiden. Die bestreikten Firmen haben sämtlichen streitenden Angestellten für Montag bei Ziichtwieder- aufnähme der Beschäftigung durch vorgedruckte Formulare fristlose Entlassung angedroht. Diese Maßnahme, eine stete Begleiterscheinung jedes Streiks, übt auf die Etrei- kenden keinen Einfluß aus, und wird selbst in Arbeitgeberkreisen al» wirkungslos betrachtet. Die Maßnahme der Zentralstteik- leituna, durch Gestellung von Angestellten den Arbeitern an Stelle des Wochenlohnes Pauschalbetrag« auszuzahlen,-1-v kl" Oefsentlichkeit allgemein günstig beurteilt. Von gebern werden Gegenüberstellungen der Gehälter schlesischen Plätzen verbreuet: diese Ausstellungen Zentralstreikleitung durch Nachprüfung festgestellt und irreführend. Sonnabend nachmittag dem Vorsitz von Herrn Gewerberichter Bauer Verhandlungen beider Parteien in kleinerem Kreif« statt. Gemeldet werden erneute Uebergriffe der Elcher- der Firma Siemens- wird in der den Arbeit- an anderen find, wie die hol. falsch fanden unter heitspoltzet vor dem Geschäftslokal rkungeii aus.....,...... Breitschcid. 2. Freie Aussprache. 3. Eruppenangelegenheiteii. Um bestimmtes Erscheinen wird gebeten.— Bew-dsrats-Aus- weiskarte der F.B.R.Z. legitimiert. Freigew.-rkichait.iche Be» triebsrätezentraie, ßruppe 1: Dand und Handel. � a c o o o lv l � Vorsitzender. Aus den OrgcnüsaLiouen Dienstag. 26. April CTpmM.(TtoriH VA 61 Buna der Mailel-UommyKon«nb«ezkr-filhr«, bei Rose. Borkmannstr. 5. Mittwoch. 27. April !, Setraaltungsbejirl. EtternbeuS». Sbenbs 7 Uhr bei Cranert, P-isstr. M. �i�B�IUnMbejirf(griebrirbehain). Bbenb« GH Uhr«ejitffBerortner»*» Verlam�q. ig.soibn.nfl: Mührunz der St-btr-r.. gr°tt.-n..i>ynna?u.« >> Ubr ZsrnnNurte: Büee 37, im Burgermrilterzimmer., ».?i!t-i!t. JunftionSifcnicrenj bei ZTril-hke. �?ur>enbu>raer Str 31. i. Sieb. lunanabme ,nr Z??iise>«-. 3. Die poliiisib- Uoge. Berichte-ftntter«tnajl« Schent. il. Siitrllt.'Sbtetlung. Bbenb« 7 Uhr Mi!gli«deiu«rZn»mIung SBattitt. IV ewöri1mb«rf. Bit F-rllehnng be« autrs» b« Senefffn Seger f�be« w arbeileconrn bet t. Eemeindeschnle Kursuiste»sti°h-. abenbs 7% Ub., ft-tt. Di« Teilnehmer«erben ersucht,°-d'«HUs»ub pSnlil'ch ,n erscheinen. Lichtenberg. Tie Bierielzsührer wollen bie Platnie f2t bte aKaUismanBrune«, von Sf�pfe abholen. Vereinskslender S»J. BJ»I»t«rlffi«ge»b, Vinn* 5£»en und««»»es}. L-k'Nseberm,?. Tomn, jeden Dienstng. Schule Wosseril,°ipr. 3l, gl rechl», t. TSr. Zimmer Wjchiig« Doge—rbnnng._.. Mittwoch, 27. April � Zentrnlnerbenb bet NngeHcIttcn.«njeHanbel: Übende 714 «etsammlnng, Lebrernerein-Hn»«,«lejantcrftr. B0.it. «benbe 7 Ahe Sttlgliebei.Beisniimlung, MufitersZI-.«siset-SBiIbelm-Stt. 51, Donnerstag, 28. April Deutscher Tten»i.»rt»,b»it«e.«erbnnb.»eNeibunneinbnfirt«. NetrsebeeN� Ntbettertäi«,«etriel-eebleute. Bbenb» b'h Uhr bei SCilie, P-ststr, 2», Bollve»- (ommlnng. Sl'ubt be« Branchenousschusr«,. tztijargebllftB«nb �ebllftnnnu Bbenb»( Uhr, Nene Nöntgstr. vB. Deine»« (hailnuabenb. «erm>im»rIUch fllr politit nnb tzenllleten: LeeSIebsch«,.«erlin�Zu ebena� — vernntworilich für aommunolgelittt, Letale« nnb ibeenerycholilicke«: StiSait € e g e e, Berlin.— Beranl wörtlich für den Inseratenteil: Lubmlz a»s»e r i n, r, Karleborst.— Berlagsgenossenschatt.Freiheit", e, S.«. b. v-,»l», — Droit der Berliner Drnrlerei S. m. b. p, Berlin D S, Stelle Str. 8-3. f BpftiibstSfc! ßaafiDral MkvmeMstt! Xrnvarft... Sfb. 18.00 3 fftrtfdnonefl. Pft>. 1T.00 enUmitonrf«.. 18.00 J L-»»Iebe,»»«st, 16.50 10.00 z Srbrrrrtantrft., 10.00 10.00:l Sil! Urft.... 17.00 ;-SatterRjOCettM-. 18.50. mit Nnoblanch, 16.00 ,-....... 82.0O jl«oNftchtnlie«., 20.00 Wleoer- nnb Bt strafte 7.___ kurrenzlofe Niefennnswnhl, � obres garantie, besonder-' preisweri. Konkurrenzgumln': 40.--. Schlawc, Weinmeister- ft.cfl? vier. NlotorrSd-r, Autozubehör, Motore kaufc Hanmann, �abr- jeugfadrik. 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