Einzelpreis 40 Pfg. • 4. Jahrgang Sonntag, 15. Mai 1921 Nummer 223 Sonntag- Ausgabe Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Postbezug nehmen jämtliche Postanstalten Bestellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Desterreich, Ungarn, Danzig, das Saars u. Memelgebiet fowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luremburgs 209., ür das übrige Ausland 27 M. per Brief bez. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. De achtgespaltene Nonpareillegeile oder deren Raum koftet 5,- m. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,-M., jebes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: bas fettgebruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.- M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 39 Freiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Oberschlesien und die deutsche Politik In einer Unterredung, die er am Freitag dem Berliner Bertreter der„ Chicago Tribune" gewährte, hat sich der Reichstanzler über die oberschlesische Frage ausgelassen. An die Spitze seiner Darlegungen stellte er den Saz, daß Deutschland nicht den Wunsch hat, seine Armee zu einer Kriegführung in Oberile sien zur Verfügung zu stellen. Wenn die Alliierten, insbesondere England und Amerika, die feste Erklärung abgäben, daß sie niemals die von der polnischen Diftatur gefchaffene Lage anerkennen würden, so werde das schon zu einer Entspannung beitragen. „ Selbstverständlich", so fuhr Dr. Wirth fort, wird es nach unferer Auffassung, wie wir die Polen fennen, bei einer solchen Erklärung nicht sein Bewenden haben dürfen. Die Polen werden in ihrer Ueberheblichkeit nur dann nachgeben, wenn die den Alliierten zur Verfügung stehende Macht auch tatsächlich den Rechtszustand erzwingt, wie ihn der Friedensvertrag vorsicht. Das ist, wie ich schon im Reichstag gesagt habe, die heilige Verpflichtung der Alliierten. Wenn die deutsche Demokratie bezüglich Oberschlesiens von den Alliierten keine schmerzliche Enttäuschung nach der Richtung hin erfährt, daß die im Friedens vertrag vorgesehenen Rechte verletzt werden und darauf hoffen und bauen wir dann wird auch die deutsche demokratische Regierung die Mehrheit des deutschen Volkes dauernd für sich ge= wonnen haben." - Diese Unterredung fand statt, als die aufsehenerregende Rede Lloyd Georges noch nicht in Berlin bekannt war. Aber wir möchten fürs erste annehmen, daß die Ausführungen bes englischen Premierministers den deutschen Reichstanzler und sein Kabinett nicht zu einer Aenderung thres Standpunktes in der oberschlesischen Angelegenheit vet= anlassen werden. Schon deshalb nicht, weil sich der große Demagoge nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten über die Deutschland anzuweisende Rolle einigermaßen antlar und zweideutig ausgedrückt hat. Er sei, so soll er gesagt haben, berechtigt, auf dem Alternativvorschlag zu bestehen: entweder sollten die Alliierten mit Rachbrud verlangen, daß der Vertrag geachtet wird, oder fie sollten den Deutschen gestatten, dafür zu sorgen. Aus diesen Worten fann so etwas wie eine Aufforderung an die deutsche Regierung herausgelesen werden, die Reichswehr marschieren zu lassen. Sie tönnen aber auch bedeuten, daß Lloyd George fich auf den Boden des Vorschlags der Regierung Fehrenbach stellt, nach der deutsche Truppen der Interalliierten Kommission überwiesen werden sollen, um unter ihrer Oberaufsicht und an der Seite des Ententemilitärs die Aufständischen niederzuwerfen. Daß die deutsche nationalistische Presse mit Eifer zu der ersten Auslegung greift, versteht sich von selbst. Sie hat von allem Anfang an ohne Rüdsicht auf die internationale Lage das Einsetzen der Reichswehr gefordert und fühlt sich jetzt durch die Rede des ihr sonst so unsympathischen englischen Staatsmanns ermutigt. Deutschland ist", so schreibt der Berliner 2otal- Anzeiger", durch die Fesseln des Versailler Friedensvertrages darauf festgelegt worden, über Oberschlesien die Entente entscheiden zu lassen Wenn stattdessen Herr Korfanty sich nun an maßt, das strittige Gebiet mit echt polnischen Kampfmitteln zu rauben, ohne nach der Entente zu fragen, so find auch wir aller Rücksichten und Verpflichtungen ledig und müssen tun, wozu uns schon das einfachste Naturgefühl antreibt." Jn dieselbe Kerbe schlägt die Deutsche Zeitung": ,, Das wesentliche ist, daß im Gegensatz zu der Auffassung der Interalliierten Kommission die britische Regierung einen Einsah deutscher Streitfräfte zur Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände in Oberschlesien für durchaus möglich hält. Lloyd George nennt dabei das Aufstandsgesiet ausdrüdlich deutsches Gebiet. Das verdient festgehalten zu werden. Unsere Regierung hat also für ein Eingreifen in Oberschlesien die ausdrückliche Billigung der britischen Regierung erhalten." Aber selbst dem friegsluftigen Organ des Herrn Maurenbrecher kommen doch noch gewisse Bedenken. Es hält dafür, daß es Sache der deutschen Regierung sei, sich Sicher= heiten geben zu lassen, damit nicht Lloyd George eines Schönen Tages unter irgendwelchen Vorwänden seine Ansicht ändere. Sein trunkener Blid hat also doch noch nicht völlig die Fähigkeit verloren, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich find. Und sie liegen eben so, daß eine temperamentvolle Rede des englischen Ministerpräsidenten keineswegs maßgebend für die Entschließungen der Interalliierten Kommission oder des Obersten Rates ist. Die Sicherheiten, von denen die Deutsche Zeitung" fabelt, wird Lloyd George niemals geben, einfach, weil er sie nicht geben fann. Und baran ändert auch der offenkundige Gegensah, in dem sich Frankreich und England bezüglich Oberschlesiens befinden, nicht das allergeringste. Im alleräußersten Fall tönnte die englische Regierung der deutschen mitteilen, daß nach ihrer Auffassung Deutschland ein Recht zu bewaffnetem Einschreiten in dem von den Injurgenten besetzten Gebietsteilen befize. Aber es liegt auf | der Hand, daß die Engländer Frankreich nicht zwingen tönnen, sich einer solchen Ansicht anzuschließen. Der Einmarsch der Reichswehr in Oberschlesien würde unter allen Umständen Krieg mit Polen und Krieg mit Frankreich bedeuten. Alles, was durch die Anerkennung des Ultimatums erreicht ist, wäre wieder aufs Spiel gesetzt und noch sehr viel mehr dazu. Es bleibt also dabei, daß den Alliierten die Schaffung des Rechtszustandes in Oberschlesien überlassen werden muß. Wenn England sich bei der Neuregelung den deutschen Ansprüchen sympathisch zeigt, so ist das mit Freuden zu begrüßen, aber sich durch diese Gunst zu irgendwelchen Schritten hinreißen zu lassen, die dem französischen Militarismus den willkommenen Vorwand gäben, die durch die Abstimmung in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai abges stoppte Maschine wieder in Bewegung zu sehen, wäre verbrecherischer Wahnsinn. Deutschland hat jetzt keine andere Aufgabe, als streng nach dem Wortlaut der von ihm anerkannten Verträge und Diftate zu handeln. Nur so tann es das Beste für sich herausholen, um im Lauf der Zeit die Schwierigkeiten, unter denen es jetzt innen und außen leiden muß, zu überwinden. In der erwähnten Unterredung mit dem amerikanischen Pressevertreter hat Dr. Wirth auch allgemein von diesen Verpflichtungen gesprochen: „ Wir haben aufrichtig das Jawort gegeben, wir werden es nicht beim Wort bewenden lassen, sondern alsbald wie in der Frage der Zahlungen zu zeigen, daß wir, was in versuchen, durch Leistungen sowohl in der Frage der Entwaffnung Menschenkräften steht, aufbieten, um die Welt vom guten und festen Willen Deutschlands zu überzeugen." Das ist die Linie, die eingehalten werden muß. De gute und ehrliche Wille Deutschlands darf auf feinem Gebiet in 3 weifel gezogen wer den können. Jedes Abirren nach der Seite der nationalistischen Gewaltpolitiker wäre verhängnisvoll, und wir bedauern nur, daß der Reichskanzler an demselben Tage, an dem er sich zu diesem Programm befannte, einem anderen amerikanischen Pressevertreter Andeutungen gemacht hat, aus denen auf einen Wunsch nach dem Eintritt ber Deutschen Volkspartei in die Regierung geschlossen werden fann. Ein Kabinett, dem es darum zu tun ist, in Worten und Taten seine Vertragstreue und seinen guten Willen zu beweisen, darf auch nicht von weitem in den tun ist, in Worten und Taten seine Vertragstreue und seinen Berdacht kommen, als ob es mit den Parteigängern der Stinnes und Stresemann liebäugle. Briand über Oberschlesien Die drei Meinungen der drei Kommissare Paris, 14. Mai. Ministerpräsident Briand erklärte als Antwort auf die gestrige Rebe Lloyd Georges im Unterhause einem Ber treter des„ Temps", der Auszug aus der Rede des englischen Premierministers, den er besige, jet zu nuvollständig, als daß er ein endgültiges Urteil abgeben könne. Er sei jedoch nicht erstaunt gewesen, daß der französische Standpunkt von dem Lloyd Georges wesentlich abweiche. Der englische Standpunkt werde beeins flugt von der Ansicht des britischen Kommissars in Oberschlesien, bie von den Ansichten des französischen Bertreters und auch in ges wiffer Beziehung von der des italienischen Kommissars abweiche. Es sei wünschenswert und das jei auch die Ansicht der französi fchen Regierung, daß man den drei Kommissaren unbedingt bie nötige Zeit lasse, um ihre verschiedenen Ansichten auss zugleichen und gemäß dem Vertrage einen einheitlichen Borschlag hinsichtlich der Grenzlinie zu machen. Es sei sicher ein Jrrtum gewesen, von der Kommission in drei oder vier Tagen einen Bericht über eine so heifle Frage zu ver langen, der erst in Angriff hätte genommen werden fönnen, nachdem das Ergebnis der Abstimmung endgültig habe bes stimmt werden können. Es seien drei verschiedene Be richte erstattet worden, die die Alliierten noch nicht gemeinsam hätten prüfen können. Das fei der Grund der Unruhen, aber auch die falsche deutsche Nachricht über den endgültigen Charakter der 3usprechung des Industriegebiets an Deutsch. Iand entgegen dem Ergebnis der Boltsabstimmung trage Schuld daran. Briand vertritt den Standpunkt, daß das Uebel noch volls ständig wieder gutgemacht werden könne, denn die Juteralliierte Kommiffion habe ihre volle Pflicht getan, ohne in irgendeiner Weise mit den Aufständischen zu pattieren, noch einen Waf fenstillstand mit ihnen abzuschließen, wie es die tendenziöse deutsche Propaganda, die die Welt überflute, gesagt habe. Die französischen und die italienischen Truppen hätten Berluste an Toten und Verwundeten gehabt und ihren ganzen Eins fluß aufgewandt, um die Unruhen zu bekämpfen. Die Ruhe sei beinahe wiederhergestellt, man habe einen direkten Kampf zwischen deutschen und polnischen Banden verhindert. ( Weitere Nachrichten zweite Seite.). Pfingsten 1921 Friede auf Erden! Auferstehung des Erlösers. Ausgießung des Heiligen Geistes Seit 1870 hatten die großen Nationen feinen Krieg mehr gekannt. 3war sorgte die ununterbrochen revolutionierende tapitalistische Entwicklung für Erwachen immer neuer, biss her geschichtsloser Nationen zu selbständigem Leben und un hemmbarem Emanzipationsdrang; zwar führte der Expans fionsdrang der fapitalistischen Defonomie und der auf ihr ruhenden und sie zugleich bestimmenden staatlichen Machtorganisationen immer wieder zu folonialen Eroberungen; aber das alles vollzog sich an der Peripherie der bürgerlichen Zivilisation, war Angelegenheit der Diplomatie und wirkte auf die Völker unmittelbar nur in der Form be ständig sich steigernder Rüstungen. Deutlich lassen sich in dieser Periode zwei Abschnitte erfennen. Der erste, etwa bis 1895, zeigt eine verhältnismäßig langsame, durch lange Depressionen charakterisierte Entwicklung der Wirtschaft; ihm entspricht die Politit, die feine großen Erschütterungen und Machtverschiebungen tennt; von 1895 beginnt eine neue Sturm- und Drangperiode des Kapitals; die kapitalistischen Monopole, die Kartelle und Truste breiten sich aus, das Finanzkapital reißt die Herrschaft über das Wirtschaftsleben an sich. Der Kampf um neue Anlagesphären des Kapitals wird inten fiver, die Staatsmacht wird immer bewußter in den Dienst des Expansionsstrebens gestellt. Es beginnen die vorberei tenden Auseinandersetzungen: der amerikanisch- spanische, der Burenkrieg, die Kriege zwischen Japan und China, Rußland und Japan, die Ballantriege und schließlich der Kampf zwischen Jtalien und der Türkei. Jeber dieser Kriege ändert die Machtverhältnisse auch der nicht unmittelbar beteiligten Staaten, schafft neue Bedingungen und neue Bestrebungen des Expansionsdranges. Von der Peripherie nähert sich die Entscheidung um die Behauptung und Ausdehnung der Macht dem europäischen Zentrum. Aus dem Widerstreit des in rivalisierende staatliche Machtorganisationen ausein. anderfallenden Imperialismus, aus dem Streben früher ges schichtsloser Nationen zur Bildung selbständiger Rationalstaaten entsteht der Weltkrieg. 1. August 1914. Jn der langen Friedensperiode hatte sich eine früher ungekannte Entfaltung der Menschheitskultur vollzogen. Der Sozialismus war gekommen und gab bisher dumpf vegitierenden Massen das Jdeal. Der politische und gewerkschaftliche Kampf zog den Verelendungstendenzen Schranken, vernichtete die verdammte Bedürfnislosigkeit und tötete die stumpfe Ergebung in ein unabänderliches Schicksal. Er schuf die Bedingungen, um die Massen in ach nur allzulangsamem Fortschritt teilnehmen zu lassen an den Schätzen der Kultur, an Wissenschaft d Kunst. Was bis her nur Privileg einer schmalen Schicht, darum fämpfte in neuerweďtem Bildungsdrang der Arbeiter. Allmählich nur, aber doch ununterbrochen, ging es aufwärts. Ein anderer wurde der durch den Sozialismus geistig erweckte, geistig befreite Arbeiter, und Kultur wurde immer mehr auch ihm zum Besitztum. Auch für ihn hatten Goethe und Schiller geschrieben, Dürer gemalt. Gebunden und gehemmt im kapitalistischen Lohnverhältnis, begann er durch den Sozialismus in geistiger Freiheit zu leben. Und seine Partei spiegelte all diese Strebungen wider. Das Ringen um alle großen Probleme erfüllte sie, verhütete Erstarrung, hielt Gleichgültigkeit fern, und so wurde sie gerabe den Besten, den Uneigennützigsten zur Heimat. Und ihr Ringen innerhalb der Partei ging dahin, sie vor dem Versinken in das Alltägliche, vor dem Streben um das bloß materiell Nützliche zu bewahren, in ihr die Trägerin der Menschheitsentwicklung zur Freiheit zu erhalten. Sie tämpften diesen Kampf nicht als einen gegen Personen, sondern als Kampf gegen das System der bürger. lichen Ordnung, gegen beren Jdeologie und ihre Ausstrahlungen in das Reich der Partei, das nicht ein Reich von dieser kapitalistischen Welt der Unfreiheit werden durfte. . Da fam der Krieg, und furchtbar hat er gewütet. Er hat nicht nur die Menschen getötet, die Kämpfenden und die Kinder und Greise. Er hat die Menschheit verwundet, denn er hat die Ideen gemordet. Geistigen Kampf hatte die zivilisierte Menschheit in der Friedenszeit geführt, und Vernunft schien allmählich die Beziehungen der Menschen gestalten zu wollen. Wir Sozia listen wußten zwar, daß auf tapitalistischem Grunde, daß in Klaffenstaaten Gewalt immer wieder hervorzubrechen strebte. Aber wir dachten, daß revolutionäre Gewalt, Gewalt nur im Dienste der Idee, Meister werden müßte der kapitalistis schen Gewalt im Dienste des Ausbeutungsinteresses. Es kam anders. Die Jdeologie der Herrschenden siegte zunächst und riß die Massen in nationalistische Begeisterung und damit in den Verluft ihrer geistigen Selbständigkeit. Der Sieg der Gewalt über die Idee war entschieden. Verhängnisvoll war dieser Sieg. Er verlängerte den Krieg und verdarb den Frieden. Er machte das Schidsal der Menschheit abhängig von dem Zufall der stärkeren Gewalt. Bernunft, die flare, war ausgeschaltet, Gewalt, die blinde, allein regierte. Und diese Ausschaltung der Vernunft war die tiefste Demütigung der Menschheit. Das Verhängnis war um so verderblicher, da dieser Krieg zum erstenmal bie gesamten Massen ergriff, sie der Vernunft beraubte und nicht nur zu Knechten, nein, zu Gläubigen der Gewalt machte. Was der Krieg begonnen, vollendete der Friedenss schluß. Gewalt ist sein Inhalt. Alle großen Ideen scheinen tot. Geschändet ist die Idee der Humanität, vers leugnet das Recht auf Selbstbestimmung der Völker, und statt den letzten Krieg" zu beenden, sind neue Kriegsursachen geschaffen. Aber nicht nur die Jdeen, die aus dem Kampf des revolutionären Bürgertums einst geboren waren, sind getötet. Auch der Sozialismus scheint schwer getroffen. Alle großen Ideen des 18. Jahrhunderts hat der Sozialismus in sich aufgenommen und erhöht. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichtett will er schaffen, indem er die bürgerliche Schranke des Privateigentums niederwirft. Seiner Ethit der internationalen Solidarität aller Schaffenden ist Krieg und Rüstung das schlechthin Verwerfliche. In seinem Streben nach Emanzipation der Arbeit schließt der Sozialismus die Erziehung zur Verantwortlichkeit und die geistige Befreiung als unerläßliche Voraussetzung feines Sieges in sich ein. Er verneint im Prinzip vernunfts lose und interessierte Gewalt und bejaht die Jdee als regelndes Prinzip der menschlichen Beziehungen. Er verwirft fapitalistische Ordnung ja gerade deshalb, weil sie Herrschafts-, also Gewaltordnung ist. 1 Aber der Krieg sah den Sozialismus versagen. Indem er den Krieg bejahte, indem er sein Wesen als imperialistischen Diachtkrieg anerkannte, verleugnete der Sozialismus fein eigenes Wesen, die Grundlage und Berechtigung seiner Existenz. Es war nur eine Folge dieser Todsünde gegen Jeinen Heiligen Geist, daß, als der Sozialismus nach der Re volution stegreich werden konnte, er zum Bolschewis: mus entartete. Denn was den Bolschewismus am tiefsten von uns trennt, ist nicht seine Taftit, find nicht einzelne Maßregeln, oft erklärlich aus den Umständen seiner Lage, sondern ist die Verherrlichung der Gewalt; nicht daß Gewalt im Kampfe gegen Gewalt gefegt werde das ift äußere und oft zwingende Notwendigkeit in bestimmten Phasen des Klaffenfampfes, ist dabei das Entscheidene; sondern daß die Gewalt an sich gepriesen, daß sie Schrankenlos als Terror, alfo als Vergewaltigung SchuldIoser und Unbeteiligter, empfohlen, daß an die übelften und bösartigsten Instinkte appelliert wurde, das riß die trennend tiefe Kluft zwischen Sozialismus und Bolschewismus, seiner militaristischen Entartung. Nur eine Folge ist es, wenn ber bolschewistische Kampf aus dem Kampf gegen ein System zum Kampf gegen Berfonen wurde in der gräßlichsten Juston, die bürgerliche Dekonomie zu beseitigen, wenn man möglichst vielen Bürgern den Kopf abschlägt. Und wieder nur eine andere Folge, wenn man die Einheit der Arbeiterklasse mit denselben Mittein, mit dem phyfifchen Totschlag, wo man es fann, und, mit dem moralischen TotSchlag anderswo herstellen zu können glaubt. Wegen dieser Leugnung seines Wesens durch seine eigenen Belenner gehört auch der Sozialismus zu den Verwundeten dieses Krieges. Er muß aber gefunden, wenn diese zerstörte Welt gesunden soll. Tief geht die Wunde, aber sie ist nicht unheilbar. Bon Anfang des Krieges an haben die Besten und Mutigsten des Sozialismus immer wieder gegen die Unsicheren und Berzagten sein Wesen behauptet. Und sie werden schließlich heilend fiegen. Denn die Gewalt erweist sich unfähig, die Kräfte zu meistern, die sie entbunden hat, und vor der brohenden Zerstörung fehnt sich die Menschheit nach der Erlösung durch die Idee, nach der Ausgießung des Heiligen Geistes. Als ordnende Idee der Wirtschaft, als versöhnende Jbee in den Völkerbeziehungen, als aufmärtsweisendes Ideal für die geopferte Menschheit maß der Sozialismus, befreit von der Besubelung durch das Kompromis mit der Gewalt, auf erstehen. Er muß seine Mission beginnen mit der Selbstbesinnung auf seine lichten. Seine oberste Pflicht ist die gegen sich selbst, gegen die Arbeitertiasse. Wiz müllen wieder lernen, daß wir zusammengehören und eins sind. Wir müssen uns darauf befinnen, daß wir ein System belämpfen und nur siegen werben, wenn wir die geistige Ueberlegung gewinnen. Wir müssen wieder fühlen, daß wir alle, Sozialisten und Arbeiter, nur einer Partei angehören, daß wir verschiedener Meinung über den Weg fein fönnen, daß aber das Biel gemeinsam ist. Wir müfen uns erinnern, daß Sozialismus verpflichtet, verpflichtet zur beständigen Arbeit an uns selbst, zu immer neuer Erfenntnis und neuer Opferbereit schaft. Vor allem aber bies: wir können nur tegen, wenn wir uns ganz erfüllen lassen von jenem Jbealismus, der unsere mit jener Ethit ber Solidarität, der das fremde Leid eigenes Leid, fremde Unterdrüdung eigene Unterdrückung ist. Furchtbar ist die Verwüstung des Krieges. Roch herrscht unumschränkter als je die Gewalt. Gegen diese Gewalt setzen wir unsere sozialistische Idee. Für sie müssen wir fämpfen. Und sie wird siegen, denn die Jdee wird selbst zur Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Das ist die Ausgießung des Seiligen Geist es, die wir Sozialisten gießung des Heiligen Geistes, die wir Sozialisten erwarten! Deutsche Note an Frankreich Berlin, 14. Mai. Jn Beantwortung der Note Briands über den Aufruhr in Oberschlesien ist der französischen Regierung heute folgende Note übergeben worden: orDer Herr Ministerpräsident glaubt in seiner Note vont 7. d. M. den Ursprung des Aufstandes einer falschen deutschen Zeitungsmeldung zuschieben zu sollen. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß es sich um die„ Oberschlesische Grenzzeitung", bas Organ des bisherigen polnischen Plebiisitlommisfers fants, handelt. Diefe abfichtlich gefälschte Veröffentligung follte offenbar als Alarmsignal für die seit langem vorbereitete polnische Aufstandsbewegung dienen. Die Note geht mithin von einer fallen Vorausseyung aus, was übrigens auch Herr General Le Rond dem deutschen Bevollmächtigten in Oppeln gegenüber ausdrücklich anerkannt hat. In der Note wird ferner gesagt, daß die aus deutschen Quellen stammenden Meldungen über die Lage in Oberschlesien tendengiös gefärbt feien. Demgegenüber muß die deutsche Regierung mit Nachdrud feststellen, daß die tatsächlichen Zustände in Oberschlesien einen viel ernsteren Charakter tragen, als sie in der Note vom 7. d. M. dargestellt sind. Troy Wiederaufnahme der Arbeit an manchen Stellen ist irgendeine Besserung der Lage nicht festzustellen. Der Insuraentenführer Kotfanty ist nach wie vor absoluter Herr der Lage, und es gelingt ihm täglich, feinen Machtbereich weiter auszubeunten; so ist am 10. Mai sogar der wichtige Eisenbahnfnotenpunkt andzzin durch einen mit modernen Kampfmitteln und unter Verwendung von Artillerie durchgeführten Angriff in seine Hände gefallen. Die Interalliierte Kommission verfügt in dem größten Teile von Oberschlesien über feinerlei Macht. Die Lage in Oberschlesien Oppeln, 14. Mat. 1 Die Lage im Aufstandsgebiet ist im wesentlichen unverändert. Aus dem Kreise Kreuzburg werden an mehreren Stellen örtliche Vorstöße der Aufrührer gemelbet. Jm Ateise Rosenberg fam es bei Gohle zu einem Zusammenstoß. In der Stadt Kattowig ist von den Insurgenten erneut geplündert worden. Der Hafen von Kosel befindet sich nach wie vor in den Händen der Aufrührer. In Jworog, Kreis Gleiwig, ist der Gemeindevorsteher von den Aufständischen abgesetzt worden. Mehr als hundert Deuts sche wurden festgenommen. Aus dem Kreise Hindenburg wird ebens falls die Berfolgung deutichgesinnter Oberschles jier gemeldet. Jm Kreise Oppeln scheiterte ein Vorstoß der Auf rührer, der aus der Richtung Klein Rottozz erfolgte. Weiter eins getroffene Meldungen bestätigen, daß infolge Mangels an Geld und Berpflegung die Aufrührer an mehreren Orten nicht mehr in der Hand ihrer Führer find, sondern auf eigene Fauft plündern und tauben. EM. London, 14. Mai. Es wird gemeldet, daß die Kommission der Aliierten für Obdr schlesien die Aufmerkjamfeit der alliierten Botschafter in Berlin auf die Tatsache gelenkt hat, daß die Deutsche Reichsbank sich weigerte, die übliche Sendung für die Bezahlung der Löhne nach Oberschlesien zu übermitteln. Als Grund wurde angegeben, daß die Lage noch nicht genügend geklärt sei. Die Botschafter haben die deutsche Regierung aufgefordert, der Reichsbant Instrut. tionen zu erteilen, daß sie bas Geld sofort absenden solle. Das internationale Verbrechen Die C. G. T. gegen Mobilisation und Sanktionen Paris, 14. Mat. Die Berhandlungen bes Nationalrates bes Algemeinen Arbeitsbundes find gestern abend zu Ende gegangen. In der Nachs mittagssigung wurde über die internationale Lage gesprochen und mit 85 gegen 29 Stimmen bei 29 Stimmenthaltungen eine Re= folution angenommen, in der protestiert wird gegen die gewaltsame Lösung des Friedensvertrages von Bersailles, die die Regierung zur Anwendung von Sanktionen und militärischen Interventionen gegen das deutsche Volt geführt habe. Diese Resolution wendet sich gegen die Mobilisation und erklärt, man rüde ab von einer Bolitit, die die Jugend des Landes in Berührung bringe mit ben Krankheiten der Kaserne und neue Schmerzen zu den durch ben Krieg verursachten bringen müsse. Die Resolution verwirft jebe Maßnahme, die dem deute Die in der Note erhobenen schweren Anschuldigungen sind dem- chen Proletariat allein die Folgen des Krieges und ble brüdlich anerkannt worden ist, durchaus unbegründet." nach, wie dies auch bereits von Herrn General Le Rond ausGewerkschaftsvertreter über die Zukunft Oberschlesiens Bon gewertschaftler Seite wird mitgeteilt: Die Verhältnisse in Oberschlesien und die bevorstehende EntScheidung über die Zugehörigkeit dieses Landes haben den deutschen Gewerkschafter Veranlassung gegeben, bei den Botschaftern von England, Frankreich und Italien vorstellig zu werden, um ihnen die Auffassung der deutschen Arbeiter in der oberschlesischen Frage persönlich vorzutragen. Baltrusch, Sassenbach und Wissell wurden im Laufe des Sonnabend nachmittag von den drei Botschaftern empfangen. Den Herren Botschaftern wurde folgende, vom 13. Mai datierte, von den beteiligten Gewerkschaften unterschriebene Denfschrift übergeben: In der gestrigen Tagespresse war behauptet, daß die Interalliterte Kommission in Oppeln mit den aufständischen Polen eine vorläufige Bereinbarung getroffen habe. Wenn schon heute die Tagespresse berichtet, daß die behauptete Bereinbarung nicht getroffen fei, so gibt doch die Tatsache, daß gejest werben, den unterzeichneten deutschen Gewerkschaften Anfolhe Behauptungen offenbar von polnischer Seite in die Welt lag, den beteiligten Mächten folgendes mitzuteilen: Durch Annahme des Londoner Ultimatums wird das deutsche Wirtschaftsleben mit ungeheuren finanziellen Berpflichtungen bes laftet. Wenn auch das gesamte deutsche Wirtschaftsleben diese Bürden einheitlich zu tragen hat, jo gibt sich die deutsche Arbeiterschaft boch feinem Zweifel barüber hin, daß derartige Beträge nicht aus der Substanz genommen werden können, sondern durch Mehrleistung der wertiätigen Bevölkerung erbracht werden müffen. Jebe Schmälerung des deutschen Gebietes erhöht diese Lasten. Die deutsche Arbeiterschaft ist der Ansicht, daß selbst beim Berbleiben Oberschlesiens bei Deutschland Arbeitsleistungen zu vollbringen find, die über das hinausgehen, was nach dem Sinn des 13.( die soziale Gesetzgebung betreffenden) Teiles des Friedensvertrages billigerweise ber Arbeiterschaft zugemutet merDen fann. Die Abstimmung in Obrfchlesien hat eine überwiegende deutsche Majorität ergeben, daß, wenn eine ähnliche polnische Majorität zu verzeichnen gewesen wäre, tein 3meifel gegeben wäre, daß die Polen dieses zum Anlaß genommen hätten, die 3u. weilung von Oberschleften ungeteilt an Bolen zu fordern. Das gleiche müssen die deutschen Arbeiter verlangen.... Die Dentschrift fchließt: Wenn auch die unterzeichneten deutschen Gewerkschaften glauben, annehmen zu dürfen, bak bei der bevorstehenden Entscheidung über Oberschlesien die be teiligten Regierungen die Sachlage objeftin prüfen, halten fie es aus Gorge für die deutsche Arbeiterschaft für ihre Pflicht, auf das bringendste darauf hinzuweifen, daß eine weitere Serabdrüdung der Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft eintreten muß und der 13. Teil des Friedensvertrages in Deutschland night burgeführt werben tann, wenn die Regelung in einem Sinne erfolgen mürbe, mie et gestern ais Beschluf der Interallierten Kommission behauptet worden war. großen Lehrer erfüllt, ihnen den hinreißenden Schwung ver- Das fiehen hat. Denn wenn wir auch wissen, daß die Geseze der Wirtschaft das Proletariat immer zahlreicher und mächtiger werden läßt, so wird dieses Proletariat doch erst dann ben Mut und die Opferbereitschaft zur Verwirklichung des Sozialismus besitzen, wenn es sich nicht seinen Sieg um das Linsengericht materieller Borteile vom Kapitalismus abfaufen läßt. Einst fräumte Aristoteles von den Maschinen, die an Stelle der Menschen die Arbeit verrichten fönnten. Aber ber Traum machte den großen Heiden noch nicht zum Sozia listen. Der arme Jude Jesus Christus träumte nicht von selbsttätigen Maschinen. Aber er fühlte, baß er, bag die Menschheit nur dann glüdlich werben tönnte, wenn es teine Armen, Leidenden und Unterbrüdten gäbe. Und dieses teine Armen, Leidenden und Unterbrüdten gäbe. Und diefes Fühlen machte ihn zum Sozialisten. Seute laufen die felbstätigen Maschinen, heute sind die Produktivkräfte fo riefig, daß es teine Armut mehr geßen braucht. Aber sie wird erst beseitigt werden, wenn das Proletariat erfüllt it Wiebergutmachungspflichten auferlegt. Die Belegung des Gebietes fet ein internationales Berbrechen gewesen. Die Tat sache, daß man bie Lasten des Krieges allein von den Arbeitern zahlen lasse, sei ein unerträglicher Mizbrauch bes internationalen Proletariats. Die Resolution macht sich das Wiederaufbauprogramm ber Ge wertschaftsinternationale zu eigen und ertlärt, daß nur dadurch die Kriegsschuld beseitigt und der Weltfriede wiederhergestellt werben tönne. In der Debatte haben ble Extremisten der Mehrheit der fran zöfifchen Gewerkschaften den Vorwurf gemacht, in ber Suche na der Kriegsverantwortlichkeit die Formel angenommen zu haben, Deutschland werde alles zahlen. Was die Gewerkschaften gegen den Krieg getan hätten, sei ungenügend. Die Sondergerichte Aenderung ber Verordnung Nachdem der Reichstag in seiner Sigung vom 12. b. 3. au Borschlag des Rechtsausschusses die Reichsregierung ersucht hat, zur Verbesserung der Rechtsstellung des Be schuldigten einige Henberungen der Verordnung des Reichs präsidenten vom 29. März über die Bildung außerordentlicher Gerichte zu veranlassen, hai der Reichspräsident unter dem gestrid gen Tage eine Berordnung zur Abänderung seiner früheren Bez orbnung betreffend die außerordentlichen Gerichte erlassen. Rad den neuen Bestimmungen soll die Anklage vor den außerordent lichen Gerichten nur dann erhoben werden, wenn die Tat mit der aufrührerischen Bewegung aus dem März b. J. in Berbin bung steht. Straftaten von Personen unter 18 Jahren follen vor den außerordentlichen Gerichten nicht verfolgt wet den. Die Berteidigung ist in allen Fällen notwendig, bid ohne diese Verordnung vor dem Reichsgericht in erster Instan oder vor dem Schwurgericht zu verhandeln wären. An Stelle der bisherigen nur 24stündigen Einlassungsfrist zwischen Ladung zum Termin und dem Termin selbst tritt nunmehr eine& rist Don 3 Tagen, auch muß in Zukunft jedem Angeklagten eine Antlageschrift vor dem Termin zugestellt werden. Die wesentlichste Abweichung von dem bisherigen Verfahren besteht barin, daß die Beweisaufnahme fünftig nicht mehr in bas Ermessen des Gerichts gestellt ist, sondern die Vorschriften der Strafprozeßordnung für das Verfahren vor der Straffammer Anwendung finden. Erfurt, 14. Mai. In dem Prozeß bes Erfurter Sonbergerichts gegen 34 Angehörige der Roten Armee, die in dem Dorje Bachra von der Erfurter Schußpolizei gefangen genommen wurden, ist heute vormittag nach achttägiger Berhandlung das Urteil gefällt worden. 11 Angeflagte wurden zu Zuchthausstraßen von 2 Jahren 3 Monaten bis zu 6 Jahren, die übrigen zu Gefänge nisstrafen verurteilt. Lohnkürzungen im Saargebiet Das Kapital bringt sich in Sicherheit einverstanden sei, seine Arbeitsstelle tündigen könne. Die Wie den B. B. N. aus Ratto wig gemeldet wird, hat der Geschäftsführer bes Berghüttenmännischen Vereins, Bergrat Geisenheimer, im Auftrage Konfantys die industriellen Werte Oberschlesiens au Mitteilungen und Unterlagen für die Löhnung der Arbeiter und für ble Namen der leitenden Beamten weds Ausstellung polnischer Ausweise für fie erfucht. Nach den Mitteilungen Korfantys tönnten solche Ausweise nur sicheren und zuverlässigen Leuten gegeben merden. Bergrat Geisenheimer tellt den Werten anheim, bie zuverlässigen Leute zu benennen. Der P. B. N. Ilingt diese Meldung geradezu unglaublich. Uns erscheint die Nachricht durchaus glaubwürdig. Das Kapitol hat von je auf das Baterland" gepfiffen, wenn es sich um die Sicherstellung des Profits gehandelt hat. In dem vorliegenden all soll allerdings die gesamte Gleiwiher. und Hindenburger Industrie und die dortigen Gruben es entschieben abgelehnt haben, bem Ersuchen bes Berprats Gallenheimer nachzukommen. Nur einzelne Kattomizer Werte sollen die Ramen ihrer Beamten aufgegeben haben. Aus Saarbrüden wird gemeldet: Trok des Widerstandes ber Arbeiterorganisationen erklärte die Schwerindustrie am 12. Mai, ab 1. Juni einen Lohnabzug ven 20 Prozent eintreten laffen zu wollen. In einem Anschlag in den Werken erklären ble Unternehmer, daß jeder Arbeiter, der mit dem Lohnabzug nicht Erregung unter den Arbeitern über diesen Borgang ist sehr groß. Der Gewerkschaftsleiter des Christlichen Metallarbeiterverbandes hat in einem Schreiben an die Regierungstommission des Saargebiets in der järjten Weile gegen diesen Vorgang protestiert und auf die unausbieiblichen Folgen für das Saar gebiet hingewiesen. Da unter der Bergarbeiterschaft wegen ber Lohnverhältnisse sowie wegen des entzogenen Erholungsurlaubes eine starte Erregung herscht, ist der Ausbruch eines allge meinen Ausstandes nicht ausgeschlossen. . So ficht der Anfang aus. Nach der Wethode, wem es nicht jest peßt, der mag gehen, belzettert das schwerindustrielle Unter nehmertum des Saargebietes nach anderen Streichen die Lohnkürzungen. Obwohl das Vorgehen bez Unternehmer im offupierten Gebiet durch die dort gegenwärtig eingetretene b jagstodung für Rohle begünstigt zu sein scheint, besteht dennoch bie Gefahr, daß das übrige Shazfrichertum es nich nicht wird_neh men lassen, dem Beijpiel au folgen. Größte Wachsamteit ist also am Plate. Die Auflösung der Getreidewirtschaft Der Reichstag hat am Donnerstag den„ Entwurf eines Gejeges über die Regelung des Verkehrs mit Getreide" dem Bolkswirtschaftlichen Ausschuß zur Beratung überwiesen. Diesen Namen trägt das Gefez aber zur Unrecht. Seine Absicht und noch mehr feine Wirkung ist nicht die Rege= Iung des Verkehrs mit Getreide, sondern die Auflösung jeder Regelung wird der in wenigen Monaten eintretende Erfolg sein. Dieses Spiel mit verbedten Ratten ist in der Ernährungswirtschaft der letzten Jahre keine neue Erscheis nung. Immer ist unter dem Deckmantel sorgsamer Regelung die Regellosigkeit im Verkehr angestrebt und erreicht worden. Die Auflösung der Bewirtschaftung mit Fleisch, die jüngst ergangene Verordnung über die Beseitigung der Erfassungsvorschriften über Milch, und vor allem die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen durchgesetzte Maisverbilligungsaktion mit ihrer mehr als 100 Prozent betragenden Erhöhung der Getreidepreise, sind ausreichende Beispiele dafür. Die Notwendigkeit einer Neuregelung der Getreidewirtschaft ist unbestritten. Bereits im laufenden Erntes jahr wäre der Zusammenbruch der Brotversorgung erfolgt, wenn nicht mehrere Millionen Tonnen teuren Auslandsgetreides eingeführt worden wären. Die Ablieferung inTändischen Getreides deste nur den geringsten Teil des Bedarfs. Die Ursache für diesen Zusammenbruch unserer Brotversorgung aus der inländischen Ernte ist die ungeheure Verantwortungslosigkeit der großen Maffe der Landwirte. Wenn die Arbeiter der Allgemeinheit gegenüber ebensowenig Berantwortungsgefühl gezeigt hätten, wie die Landwirte, dann wäre die deutsche Boltswirtschaft im letzten Jahre feinen Augenblick von den ges waltigsten Erschütterungen bewahrt geblieben. Die Ers füllung des Spa- Abkommens, durch das Deutschland sich verpflichten mußte, monatlich 2 Millionen Tonnen Kohle an die Entente zu liefern, wäre nicht möglich gewesen, ohne die aufopfernde Tätigkeit der Berg- und Transportarbeiter, ohne die Erkenntnis dieser Schichten, daß sie im Interesse der Gesamtheit Opfer zu bringen haben. Unzählige Male hat sich deshalb die Regierung gezwungen gesehen, diesen Leistungen der deutschen Arbeiterschaft Dant zu zollen. Es war selbstverständlich immer nur ein platoniser Dant, der die Regierung nicht davon zurüdgehalten hat, immer aufs neue die Arbeiterklasse mit Lasten zu bedenken. Es ist dabei fennzeichnend für den„ Patriotismus“ der befizenden Kreise, daß sie nie zu den geringsten Opfern bereit waren, und daß der den Agrariern so wohl gesinnte Minister Hermes deshalb nie imstande gewesen ist, einen solchen Dank an die Agrarier auszusprechen. Im Gegenteil, immer und immer wieder hat er an sie die Mahnung zur Pflichterfüllung richten müssen, doch stets, wie wir uns zählige Male vorausgesagt haben, ohne den geringsten Erfolg. Das ist nicht erstaunlich: denn die landwirtschaftlichen Organisationen haben ständig zur Verweigerung der Ablieferung aufgefordert, haben alles getan, um die Ge treideversorgung so zu erschüttern, daß sie mit Aussicht auf Erfolg den Kampf um die völlig freie Wirtschaft aufnehmen fonnten. Ueber die Mahnworte der Behörden machen sie fich deshalb lustig. In den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft schrieb z. B. am 23. April ein Herr von Förster höhnend, daß der Appell an bas Baterländische Pflichtgefühl der Landwirte längst seine WirSung verloren habe, daß dieser Appell von einem ungewöhnlichen Maß von Ahnungslosigkeit zeuge. In welchem Umfange der Ablieferungsstreit Wirkung gehabt habe, wird von der Regierung peinlich verschwiegen, fie stellt sich damit schützend vor die Ernährungssabotage der Agrarier. Selbst in der Begründung des vorliegenden Gejezentwurfes verheimlicht sie die Zahlen über die im letzten Jahre an die Reichsgetreidestelle abgelieferten Getreidemengen, verheimlicht sie, weil sie die unglaublichste Verantwortungs- und Gewissenlosigkeit der Landwirtschaft_ertennen lassen. Während im Jahre 1919 bis zum 26. April noch 3 250 000 Tonnen Roggen und Weizen abgeliefert murden, ging die Ablieferung in derselben Zeit des Jahres 1920 auf 1730.000 Tonnen zurüd und fant im Jahre 1921 fogar auf 930 000 Tonnen. Das ist sein Rüdgang von 1919 auf 1921 um 72 Prozent, während der Ertrag der Getreide ernte feit 1913 überhaupt nur um 46 Prozent zurüdge gangen ist. Die Grundtendenz des Entwurfes ist die völlig freie Wirtschaft, verbunden mit wesentlich höheren Breifen Man hat zwar nicht den, Mut, das Eine noch das andere offen zuzugeben, wagt es aber auch nicht, diese Wirkungen in Abrede zu stellen. Kennzeichnend für die verschlungenen Wege, auf denen man diesem Ziele nahezu tommen sucht, ist die bereits neulich von uns erwähnte Tate sache, daß der Entwurf teine Angabe von Preisen enthält, und nur in der Begründung ganz vorsichtig die Preisfrage behandelt. Während aber eine Denkschrift der Reichs getreidestelle fich auf den den Landwirten feinerlei Opfer auferlegenden Standpunkt stellt, daß der Umlagepreis nur die Produktionskosten bei normaler Bewittfchaftung deden müsse, läßt die Begründung der Regierung zu dem Gesezentwurf erkennen, daß die von ihr in Aussicht genommenen Preise auch für das Umlagegetreide die Wirt schaftlichkeit des Getreideanbaues noch gewährleisten sollen". Darnach ist also die Eröffnung neuer riesiger Gewinnmög lichkeiten für die Landwirtschaft geplant. Während die Produktionskosten sich höchstens auf 1500 bis 1600 9. für die Tonne Getreide belaufen, wird der Preis für Getreide im freien Handel mit Sicherheit nahe an den Weltmarktpreis heranreichen, also zwischen 3500 bis 4000 M. betragen. Damit würden die Landwirte für den größten Teil ihrer Getreideerzeugung Don etwa 150 Prozent erzielen, wozu noch die nicht unbeträchtlichen Gewinne bei dem Umlagegetreide treten würden. Diese ungeheure Begünstigung der getreideerzeugenden Bevölkerung, die nur durch eine Steigerung ber Notlage der Massen möglich wäre, ist die Ursache für das Schweigen der Regierung über ihre Absichten in bezug auf die Preisfest setzung. Um diese Absicht zu erschweren, ist es deshalb bringend notwendig, daß über die Preise für Getreide und über die Form der Bewirtschaftung gleichzeitig ent schieden wird. Diesen Standpunkt hat auch der Ausschuß des Reichswirtschaftsrats eingenommen. Die sofortige Fest setzung der Preise für Umlagegetreide ist um so notwendiger, als der Vorschlag der Regierung darauf hinausläuft, ben burch Umlage nicht erfahten Teil der Erzeugung für den Sandel freizugeben. Würde das geschehen, so würde in Wirklichkeit die Menge, die durch das Umlageverfahren aufgebracht werden soll, nie eingehen. Denn genau wie die landwirtschaftlichen Organis fationen bisher zu Liefer- und Steueritreit aufgefordert haben, genau so wetben sie auch weiterhin die behördliche Erfassung, wenn auch nur eines Telles der Erzeugung, au Werden die Sanktionen aufgehoben? Wiedersprechende Meinungen England für die Aufhebung London, 14. Mat. Reuter meldet aus Berlin: Während die Alliierten bisher zu teinerlei Schlüssen bezüglich der Deutschland nach der Londoner Konferenz im März auferlegten Zwangsmaßnahmen gekommen find, erfährt Reuters Berichterstatter, daß die britische Regierung im Hinblid die Annahme des Ultimatums der Alliierten durch Deutschland für die Aufhebung der 3wangsmaßnahmen ist; besonders über die Rheinzölle und die Bes jegung von Düsseldorf Duisburg and Ruhrort fei ein Meinungsaustausch zwischen den Antierten im Gange. Paris, 14. Mai. Ein Telegramm des Berliner Berichterstatters von Reuter er flärt, daß die britische Regierung einer Aufhebung der im Berfolg der Londoner Konferenz im März verhängten Zwangsmaßnahmen günstig gesinnt sei. Der diplomatische Mits arbeiter von Havas glaubt zu wissen, daß die französische Regierung ganz im Gegensah hierzu Anhänger Der Beibehaltung dieser Maßnahmen ist, welche ges meinsam in London beschlossen wurden, und daß sie diese ihre Aufs faffung in London bekanntgegeben hat. Belgien und die militärischen Maßnahmen E.C. Brüssel, 15. Mat. Der belgische Ministerpräsident Carton De Wiart antwortete auf eine Anfrage, ob die militätischen Maßnahmen als verhindern suchen, sofern nicht eine starte Staatsgewalt sie daran hindert. Das Umiageverfahren ändert nichts an dem bisherigen Versagen der Erfassung, verschleiert und befördert dagegen den Zusammenbruch der Brotversorgung. Die in dem Entwurf vorgesehenen Kontroll- und Haftungsbestimmungen sind völlig unwirksam, besonders nachdem der Reichsrat die ursprünglich in Aussicht genommene Haftung der Länder aufgehoben hat. Es fehlen also jetzt alle Machtmittel, um den Vorschriften Beachtung zu verschaffen, wenn Hunderttausende von Erzeugern dagegen handeln. Der Gesetzentwurf der Regierung ist also nichts anderes, als die Einführung des nöllig freien Verkehrs mit Getreide. Das aber bedeutet, daß die minderbemittelte Be völkerung eine ungenügende, teure und schlechte Versorgung mit Brot erhalten würde, die befizende dagegen eine gute und ausreichende. Es würde sich also wiederholen, was wir bereits bei Fleisch und Milch erfahren haben: die Massen müssen ihren Verbrauch einschränken, während die Besitzenden ihn ausdehnen können. Es gibt deshalb gegenwärtig für die Sicherstellung der Brotversorgung der minderbemittelten Bevölkerung nur den von den freien Gewerkschaften, der Afa und dem Beamtenbund empfohlenen Weg. Solange wir nicht die Möglichkeit haben, eine ausreichende Reserve aus ausländischem Ge= treide anzusammeln, und den Preis des inländischen Getreides zu drüden, muß an der bisherigen Zwangswirtschaft festgehalten und durch Verschärfung der Erfassungsvor schriften und der Kontrolle die ausreichende Ablieferung et zwungen werden. | aufgehoben zu betrachten seien, daß dies nur ein Auf shub wäre. Die Alliierten werden sich erst verständigen müssen um die letzten Modalitäten zur Durchführung festzusetzen. Bezüglich Oberschlesien sagte er, daß es für Polen cine Notwendigkeit fet, daß es alle Bezirke auf die es Anspruch habe, auch zugeteilt erholte. Bolen müsse gegenwärtig, um leben zu fönnen, feine Bevölkerung zur Auswanderung verans laffen. Wenn es aber das Industriegebiet erhalte, werde es fich entwideln und gedeihen können. Bolen müsse start sein, dies sei nicht nur von Wichtigkeit für die Alliierten, sondern auc für ganz Europa. Der Landesverteidigungsminister Device teift dann mit, daß die belgischen Truppen ihre Konzentrationsbewegungen beendet hätten. Sie werden Gewehr bei Fuß an der Ruhr bleiben und alle Befehle, die ihnen erteilt werden, ausführen. Was die eventuelle Demobilmachung betrifft, o sei dies eine Angelegenheit, die der Oberste Rat zu entscheiden habe. Die Kosten des Ruhreinmarsches Deutschland soll zahlen? DA. Straßburg, 14. Mat. Nach einer Bariser Meldung der Rheinagentur hat der französische Kriegsrat beim Botschafterrat befürwortenb beantragt, daß die Kosten der militärte schen Borbereitungen in Frankreich für den Ruhreinmarsch 32 Lasten Deutschlands fallen. Dolmetscher und als Kriegspropagandaredner be schäftigt war. Anstatt in einem Unterstand, habe er in einer Billa gelebt. Kunze habe auch nicht, wie die anderen Soldaten, fein Essen aus der Feldfüche bezogen, sei vielmehr Selbstver forger gewesen und habe einen von ihm gepachteten Acker durch russische Kriegsgefangene bestellen lassen. Weiter wurde ausgeführt, daß der Kläger in Gardelegen in einem solchen Oberst Gruener, ihm mit Einsperren drohte. Schließlich legte der Umfange„ gehamsteri" habe, bak sogar der Lagerkommandant, Artifel Herrn Kunze zur Last, daß er zusammen mit Möbeln ein Engroshamiterlager nach Berlin zu bringen versucht habe, daß jedoch eine Beschlagnahme seitens der Gemeindes behörden erfolgte. In der Verhandlung erklärte der also angeklagte„ Kläger", daß er sich vor allem durch den Vorwurf der„ Drüdebergerei" getroffen fühle, ben man aus der Behauptung des Artikels, er habe in Gardelegen für das Vaterland geblutet", folgern müsse. Er sek nur garnisonverwendungsfähig gewesen und habe des halb nicht ins Feld gehen können. 3weds Beweiserhebung wurden von beiden Seiten Zeugenladungen beantragt. Das Gericht gab den Beweisanträgen statt und vertagte barauf die Verhandlung. Der Streik in England Appell an die internationale Solidarität Die gemeinsame Tagung der Vollzugsausschüsse hat, wie nun bekannt wird, beschlossen, die Sperre auf eingeführte Rohle zu verschärfen. Damit bestätigen bie Organi fationen eine Taftit, die in vielen Teilen des Landes von den Arbeitern bereits aus eigenem Antrieb befolgt worden alle Organisierten zur Pflicht. Gleichzeitig appellierte die Versammlung an die Solidaris tät der Genossen des& e st landes durch die Annahme fol gender Entschließung: Daß dieser Weg beschritten wird, ist ein Teil der Auf gierung übernommen haben. Mit ihrer Billigung ist Hermes gabe, die die Rechtssozialisten durch den Eintritt in die Resist. Nach diesem Beschluß aber wird ihre Betätigung für im Amte verblieben, der nie etwas anderes gefan hat, als den Agrariern zu Willen zu sein! Jezt muß es sich zeigen, ob sie den Willen und die Kraft haben, den von ihm einge schlagenen Kurs, der die volle Billigung der bürgerlichen Parteien gefunden hat, zu ändern. Wir sind in dieser Bes ziehung nicht optimistisch. Die bisherige Koalitionspolitit der Rechtssozialisten mit bem Bürgertum hat Beweise genug dafür geliefert, daß sie nur durch Opfer der Ararbeiterbundes auf dem Genfer Kongreß hin, der eine Koha beiterklasse ermöglicht würde. Mird das auch bei diesem Anlaß der Fall sein, so würde ernent durch ein prat tisches Beispiel die Stellungnahme der Unabhängigen Cozialdemokratie zur Koalitionsregierung gerechtfertigt sein. Nachbem beschlossen worden ist, die Sperre auf eingeführte Rohle zu sezichärfen, lenten wir die Aufmerksamkeit der hollän bischen unb französischen Transportarbeiter bes sonders auf die Entschließung des Internationalen Transports len blodade für England vorsteht, und fordern, daß der Genfer Entschließung die weitestgehende Wirksamteit verliehen werde. Die belgischen Transportarbeiter und Gees Ieute sind bereits, wie wir mitgeteilt haben, mit einem entsprechenden Beschluß vorangegangen. Die holländis Deutschnationale Herrschaftsgelüfte en Arbeiter werden gewiß folgen und auch die fra n Intervention des Reichs gegen Braunschweig Braunschweig, 13. Mai. Rachdem der Landtag gestern den Bermittlungsvorschlag des Verfassungsausschusses, wonach die Dauer der gegenwärtigen Lans besversammlung nach Verabschiedung des Verfassungsentwurfes und der damit im Zusammenhang stehenden Reformgesetze sich nicht über ben 15. Mai 1922 hinaus erftreden soll, mit 29 Stimmen ber Rechten gegen die gleiche Etimmenzahl der Linken abgelehnt hatte, hat die Landtagsfrattion des Landeswahl verbandes- wie die Landeszeitung" meldet in einer Eingabe an den Reichstanzler die Intervention der Reichsregierung in dem Braunschweigischen Berfassungss fonflift erbeten. zösischen Organisationen werden einzugreifen fuchen, wobei sich allerdings zeigen muß, ob ihr Einfluß und ihre Tatkraft durch die von den Kommunist en angerich tete Berwirrung nicht bereits soweit gelähmt sind, daß ihr Ruf verhallt. Neue Verhandlungsvorschläge London, 14. Mat. " Daily Expreß" zufolge, wird Lloyd George voraussichtlich bie ihrer ber Bergwertsarbeiter und die Gru Benbefiger auffordern, mit ihm in der nächsten Woche in Chequers zusammenzukommen, um die gänzlich neuen Bor jläge zu prüfen. Nach erregten Erörterungen hat eine Massenversammlung bet Eisenbahner in Glasgow sich mit überwiegender Mehr Dieser Borstoß der Deutschnationalen entbehrt je bez geheit gegen einen Ausstand ausgesprochen. setzlichen Grundlage. Von einem„ Verfassungstonflift", wie es in der vorstehenden Meldung heißt, fann gar feine Rede sein, denn bisher ist die Verfassung für den Freistaat Braunschweig insbesondere durch die andauernde Sabotage der bürgerlichen Parteien noch nicht verabschiedet. Ueber den Zeitpunkt der Auflösung der gegenwärtigen Lan desversammlung entscheidet deshalb die Landesversammlung und M die braunschweigische Regierung durchaus Jelb ständig. Eine Einmischung des Reiches in diese Angelegenheit wäre beshalb ein durchaus rechts und vers fassungswidriges Vorgehen zur Untertügung deutschnationaler Herrschaftsgel üst e.. Nur garnisonverwendungsfähig hig Knüppelfunze vor Gericht Knippellunge hatte das Berliner Tageblatt" verklagt. Gestern fand deswegen die Berhandlung statt. In Nummer 245 bes Berliner Tageblattes" vom 27. Mai p. 3. erichten unter der Ueberschrift Der Held von Garbelegen" ein Artikel, ber sich mit der Tätigteit bes lägets wäh rend des Krieges beschäftigte. Kunze fühlte sich durch die in bem betreffenden Artikel gestellten Fragen beleidigt, und was in folgenden Bunkten: Der Artitel behauptete, bah Kunze, einer der wildesten Heimtrieger vom Schreibtisch und Rednerpult und Zubenverfolger, vom Dezember 1015 bis zum Kriegsende nicht in der Front, sondern im Gefangenenigger Garbelegen als Saenisch Ehrendoktor. Die wirtschafts- und sozialwissenschaft liche Falultat verlieh dem Minister Haenisch in Anerkennung Jeiner Berbiente um die Förderung der Wirt hafts- und Sozialwiffenichaften den Grad bes Dottors der Staatswissenschaften. bez gänglich oder teilweise Arbeitslosen in der Schweiz berg Zunahme der Arbeitslefigteit in der Schweiz. Die Gesamtzahl zum erstenmal über 150 000. Die Zahl der gänzlich Arbeits. lofen ist auf 51 000, die der teilweise Arbeitslojen auf über 99 000 gestiegen. Diese Vermehrung ist in erster Linie auf die starte Berschlechterung der Lage in der Uhren und der Metall industrie gutlidzuführen. Der Achtstundentag in Belgien. Der Senat nahm mit 63 gegen 5 Stimen den Gesezentwurf betr. den S- Stunden- Tag und die 48- Stunden- Woche an. Im Kriegsfalle fann es wieder außer Kraft gelegt werden. Das Entwaffnungsgeseh in Amerifa angenommen. Der Senat und das Abgeordnetenhaus haben nunmehr den Gesetzentwurf bes züglich der Entweffnung angenommen. Der Entwurf geht jett bem Brändenten Sarding st. Ein Goldhamster. Nach einer Meldung der Sagener Zeis tung" wurde bei einem Goldwarenhändler in Sagen, dessen Steuererklärung das Mißtrauen der Behörde erweckt hatte, in Gegenwart eines Regierungsrats und eines Ober- Steuerfjefretārs eine Saussuchung vorgenommen. Es wurden in einer Holzver schalung verstedt 600 C00 M. Goldgeld, mehrere Pakete mit Gold zingen und Silbergelb gefunden. Geld und Ringe wurden be schlagnahmt, fie verfallen dem Staat, Reisebüro Wertheim Leipziger Straße Königstraße Fahrkarten ohne Aufschlag A.Wertheim Proben von Kleiderstoffen versendet die Versandabteilung, Berlin W. 9, nach auswärts portofrei Gemustert. Perkal für Blusen und Oberhemden, Mtr.. Weiß. Frotté für Kleider und Blusen, etwa 110 cm breit, Mtr. 1350 3250 Phot. Ateliers Leihbibliothek in allen 4 Geschäften Einfarb. Seiden- Frotté 24 Mk. in vielen Farben.. Seiden. Chinakrepp Mtr. farbig, doppeltbreit. PP Mir. 59 Farbig. Waschkrepon Theater- Anzeigen unsere Gutschein! 1.Beilage vierte Seite Wertvoll! Um fere sahnfteinlösende Zahnpasta wetteren Kreisen bekannt zu machen, veraüten Ausschneiden Seifenhändler decken ihren Bedarf zu konkurrenzlos billigen Preisen Lothringer Str. 38 Seifen- Engros 1. Feiertag geschlossen 2. Feiertag bis 1 Uhr geöffn wir bet Einkauf einer großen Tube Zahnwohlpafta zu 5 t., in allenemichlägigen Geschäften zu haben, bei Vorlegen dieses Zahnwohlgutscheins bis zum 20. 5. 1921 durch alle Geschäfte Eine Mark. Unsere Kundschaft wird diesen Gutschein bei Zahnwohleintauf mit einer Wait in Zahlung nehmen und wir nehmen diesen Schein von unserer Kundschaft im Mai und Juni d. J. in Zahlung. Zahnwohlpasta ist in allen Apotheken, Drogerien und Parfümeriegeschäften zu haben, wo nicht erhält lich, weisen wir Bezugsquellen nach. Berlin Wilmersdorf, Zahnwohlwerke. C. Schmittner& Co., Fernsprecher: Pfalzburg 4074, 3895, 3886. www Kolonie Zeefen. Farbbanddrucker wenige Minuten vom See, landschaftlich schön und bes quem erreichbar gelegen, verkaufe Landparzellen von 1800. an bei kleis ner Anzahlung und güns ftigsten Zahlungsbedingung. Bertreterbefuch kostenlos. W. Koschatzky, Berlin 54, Rofenthaler Str. 39 9-4. Teleph.: Norden 5002. Sonntags Treffpunkt jeder zeit im Restaurant Scholz, direkt am Bahnhof Königs Wusterhausen. Bilder, Kunstblätter, Wands schmuck mit und ohne Rahmen tauft man in der Buchhandlung " Freiheit". Breite Straße 8/9. Hosenfabrik Spezialität: Arbeits- u. Militärshofen von 50 m. an Münzstr. 8. Sonnabends geschlossen Putzen Sie meine Schuhe nur mit € 33 COS Der elegante Schuhputz Fabrikanten.: Gebrüder Kroner BerlinO17 Millotyp wie neu, mit reichlichem Zubehör, gebrauchsfertig Mh. 3000.- zu verkaufen. Anfragen unter B. 76 befördert die Anzeigenabteilung der Freiheit" Berlin C. 2, Breite Str. 8-9. Der elegante caucing J Dutaten- Gold, 900 geft. schen für 75,00 Mart. fugenlos, maffiv, nur bei mir erhältlich, 333/585 geftempelt von 25 Mk. aufwärts, bis zu den feinsten Ausführungen. Jede Größe am Lager. Namen umsonst und gleich mitzunehmen. L Το Für die Mk. Mir. 780 Sommerzeit: Frotte florre Jumperform in ein Blusen farbig und gestreift, offen Röcke Kleider u. geschlossen zu tragen fesche Sportform, Taille gezogen, Gürtel mit Stoffagraffe reizende Mantelkleid formen mit aparter Stickerei 98, 79 ,. 225, Seiden Deutschlands einziges Spezialhans für Trauringe. Kleider Blümchenmuster, ent Eigene Fabrik. Berkauf direkt an Private. Bersand nach auswärts. Ratalog gratis 1 G. Alb. Thal, C19, Seydelstrasse 5 Gewaltiger Preisabbau! Durch Kauf großer Posten Möbel aus erstklassigen Fabriken Speisezimmer komplett von M. 3175 an Schlafzimmer eiche, kompl. m.echtMarmor von M. 3860 an Herrenzimmer eiche, 1,50 m groß. Schrank kompl. von M. 4900 an Küchen modern, in allen Farben, von M. 420 an reinseid. Foulard oder Bast mit modernem Punkt od. zückende Formen reinseid. Basr in feinen Som. same jugendliche Form. Bigarettengroßhandlung Kleider merfarben, sehr kleid Bek. Marken f. Wiederverkäuf. Deffen, Alexanderplat 2, 1 Sr. Seifenhändler! Kern und Toilettenfeifen, Watson. Wagner, Briefterhölzer, Lanolinschuhcreme, Bfeilringfeif. Seifenpulver( rote Packungen). Besuchen Sie mein Lager( 8-7, Sonntag 8-1). Hampe, Brunnenstr. 182( of) Neugebauer Laufdecken 40, 50, 60 2 Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 1281 Ecke Schillerftr. Kein Lad. Luftschläuche 10,15,20 m. Bersand nach auswärts EugenSchmidt, Bin.Badftr.13| 325550, Maassen Oranienstr. 165 ( Am Oranienplatz) G. m. H. Leipzigerstr. 42, ( Ecke Markgrafenstr.) Kleide Dich billig, elegant! Jackett- Anzüge, Cutaways, Ulster im Leihhaus Moritzplatz 58 a teils auf Seide, früher bis 1200 M. jetzt für 400-500 M. Ein Posten Gummimäntel, Stück 300 M. Ferner Damen- Kostüme,-Mäntel, enorm billig! Pelzwaren nach beendeter Saison 50% herabgesetzt: Kreuzfüchse 200 M., Zobel-, Blau-, Weiß-, Silberfüchse. Keine Lombardwaren. Bibliothek der Kommunistischen Internationale Es sind bereits folgende Bände erschienen: Band 1: Manifest, Richtlinien, Beschlüsse des Ersten Kongresses. Aufrufe und offene Schreiben desExekutivkomitees bis zum Zweiten Kongreb. Preis Mk. 10.Band 2: Die kapitalistische Welt und die Kommunistische Internationale.( Manifest des II. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale). Preis Mk. 1.Band 3: Leitsätze und Statuten der Kommunistischen Internationale. Pr. Mk.2.50 Band 4: L.Trotzki: Terrorismus u.Kommunismus. Anti- Kautsky.( II. Aufl.). Preis Mk.4.50 Band 5: Karl Radek: Theorie und Praxis Band 5: Karl Radek: Theorie und Praxis der 2 Internationale. Preis 1.50 Mk. Band 6: W. Newski und S. Rawitsch: Arbeiter und Bauern- Universitäten in SowjetruBland. Preis Mk. 1.Band 7: Der I. Kongreß der Kommuni stischen Internationale.( Protokoll der Preis Mk. 6.Verhandlungen.) Band 8: E. Varga: Die wirtschaftspolitischen Probleme der proletarischen Diktatur. Preis Mk. 3.50 Demnächst erscheinen: Band 9: N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus. Preis Mk. 4.Band 10: A. Losowski: Der Internationale Rat der Fach- und Industrieverbände ( Moskau gegen Amsterdam). Preis Mk. 2.Band 11: Karl Radek: Die auswärtige Politik Sowjetrußlands. Preis Mk. 2.50 Band 12: W. P. Miljutin: Die Organisation der Volkswirtschaft in SowjetruBland. Preis Mk. 1.50 N. Bucharin und E. Preobraschensky: Das ABC des Kommunismus/ N. Lenin: Der ,, Radikalismus" die Kinderkrankheit des Kommunismus( Zweite durchgesehene Auflage)/ J. Larin und N. Kritzmann: Wirtschaftsleben und wirtschaftlicher Aufbau Sowjetrußlands 1917-1920 N. Lenin und G. Sinowjew: Gegen den Strom G. Sinowjew: Der Krieg und die Krise im Sozialismus Protokoll des Ersten Kongresses der Völker des Ostens/ Protokoll des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale/ O. W. Kuusinen: Die Revolution in Finnland S. I. Gussew: Die Lehren des Bürgerkrieges M. Tomski: Abhandlungen über die Gewerkschaftsbewegung in Rußland Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandl. Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg 11 Nr. 223 Ziel und Wege Von Georg Ledebour Unser Ziel ist die Ersehung der tapitalistischen durch die fozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung. Diese Zielfegung, die eine gewaltigere und weltumfassendere Umwälzung der Menschheitszustände ins Auge faßt, als sie sich jemals in den geschichtlichen Jahrtausenden durchgesezt hat, prägt unserer Bewegung den revolutionären Charafter auf. Als Werkzeuge zur Erzwingung dieses Zieles schafft die Bewegung sich Organisationen aller Art, wirtschaftliche und politische. Die wichtigste dieser Organisationen ist die politische Partei. Für uns revolutionäre Sosialisten in Deutschland ist die Unabhängige Sozial= demokratie die gegebene Organisation, in der wir unsere Kräfte vereinigen zur Erfämpfung unseres großen revolutionären Ziels. Mit den Aufgaben der U. S. P. D. haben wir es hier also zu tun. Zu dem großen Ziel führen viele Wege. Welche Maßregeln und wann wir sie zu ergreifen haben, das alles hängt von den Umständen ab. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhält nisse, Aenderungen in der politischen Lage können uns jeden Tag zur Einschlagung eines neuen Weges nötigen. Die Erörterung der Tagesfragen innerhalb unserer Partei dient dem praktischen 3wed, uns über die einzuschlagende Taktik zu verständigen. Der Leitgedanke bei diesen Auseinanderfegungen ist stets, welcher von den Wegen, zwischen denen wir zu wählen haben, uns rascher und sicherer zu unserem Ziele führt. Die Weltereignisse haben in den letzten Jahren uns wiederholt neue Bahnen aufgenötigt. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges war die große einheitliche Sozialdemokratische Partei, in deren Reihen wir fämpften, wesentlich eingestellt auf die praktische Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Reformen. Die Umgestaltung der tapitalistischen Ordnung von Grund auf wurde wohl als späteres Ziel in Aussicht genommen, die Unvermeidlichkeit eines solchen Endtampfes wurden wir nicht müde, den Arbeitermassen flarzumachen; es wurden auch revolutionäre Aktionen, wie der politische Massenstreit als Mittel dazu in Aussicht genommen, aber die Partei wirfte in dieser Richtung nur agitatorisch, in der Praxis blieb es bei den Bemühungen, die bestehenden Einrichtungen in unserm Sinne zu verbessern. Dieser wesentlich reformistische Charakter der Bewegung in der Vorfriegszeit wurde auch nicht dadurch modifiziert, daß wir uns international mit den Bruder parteien über die Gleichartigkeit oder den Parallelismus der in allen Ländern einzuschlagenden Taktik zu verständigen fuchten. Große gemeinsame Aftionen wurden zwar in der Theorie beschlossen für den Fall, daß der eroberungs- und ausbeutungsfüchtige Imperialismus die kapitalistischen Länder zu großen Kriegen gegeneinanderhezen würde, aber als der Ausbruch des Weltkrieges das internationale Proletariat auf die Probe stellte, ob es der Aufgabe der Kriegsverhinderung gewachsen sei, hat es versagt. Die reformistisch geschulten Parteimassen mitsamt der ganz überwiegenden Mehrzahl ihrer Führer gaben den Klassenkampf gegen Kapitalismus und Imperialismus auf und betätigten sich unter dem Banner des Burgfriedens als gehorsames Gefolge der fapitalistischen Regierungscliquen in den brudermörderischen Schlachten im Westen und Osten Europas bis in die Gefilde Afiens und Afrifas hinein. Aus dem Kampf gegen diese neue militaristische Tattit der Parteimehrheit ging die Unabhängige Sozialbemokratie Deutschlands noch im Verlauf des Krieges als Selbständige Partei hervor. Ihrem Ursprung getreu, hat sie fich von Anfang zu einer revolutionären Taftit betannt. Und während in Rußland schon 1917 der militärische Zusammenbruch des Zarismus zwei Revolutionen gezeitigt hatte, bereitete sich auch die deutsche U. S. P. auf den Kampf gegen das monarchistische Handlangertum der weltaus beutungslüfternen deutschen Kapitalisten vor. Wie in Rußland führten schließlich im Jahre 1918 auch in Deutschland militärische Niederlagen zum Zusammenbruch der kapitalistischen Regierungsmacht. Unter Vorantritt der Unabhängigen Sommer- Katalog Kostenfrei 1. Beilage zur„ Freiheit" Sozialdemokratie fegte das Proletariat im Arbeitstittel und Waffenrod die monarchistischen Einrichtungen hinweg und ergriff die Macht. Es bewies sich in seiner Mehrheit jedoch leider nicht einfichtig genug, um diese Macht im Sinne der proletarischen Emanzipation zielflar auszunuzen. Die Mehrheit verstand sich zu kompromissen mit den fapitalistischen Parteien, die den neugeschaffenen staatlichen Zuständen zwar ein republikanisches Gepräge gaben, aber die wirtschaftlichen Machtpositionen und damit auch den maßgebenden politischen Einfluß nahezu völlig unverändert in den Händen der kapi talistischen Herrschaftsorganisationen beließen. Die Erfahrung, die das Proletariat in der Anfangszeit der revolutionären Entwidlung gemacht hat, schufen indes der U. S. P. einen rasch wachsenden Anhang unter den Arbeitermassen, bis schließlich bei den Wahlen im Juni 1920 es sich herausstellte, daß nahezu die Hälfte des klassenbewußten Proletariats in Deutschland sich zu der Taktik unserer Partei als der einzigen wahrhaft revolutionären Klassentampfpartei bekannt hatte. Wäre der so eingeschlagene Entwidlungsgang ungestört weiter verlaufen, dann hätte unsere Partei um die heutige Zeit ganz zweifellos die überwiegende Mehrheit des Klassenbewußten Proletariats in den Kampf für unsere großen Ziele führen fönnen. Leider hat der von den Moskauer Kommunisten ausgehende Versuch, das deutsche Proletariat zur Befolgung ihrer eigenen, auf russische Verhältnisse zugeschnittenen Tattit zu drängen, den Erfolg gehabt, unsere aufblühende Partei zu zerspalten und damit den proletarischen Emanzipationstampf in Deutschland, wenn auch hoffentlich nicht auf längere Zeit, zu lähmen und zu hemmen. Ich will hier nicht die Geschichte des Kampfes um den Anschluß an die 3. Jnternationale erneut aufrollen. Es genügt, die Tatsache festzustellen, daß als Ergebnis dieses Kampfes augenblicklich sowohl die Unabhängige Sozialdemokratie, wie die Vereinigte Kommunistische Partei, nicht nur eine jede für sich, sondern sogar beide zusammen schwächer find als die Unabhängige Sozialdemokratie allein vor der Spaltung. Welche Notwendigkeiten aber erwachsen uns aus der gegenwärtigen Situation? Es ist ganz falsch, unsere Partei aufzufassen als ein Mittel, bing zwischen den halb verbürgerlichten und Rechtssozialisten auf der einen, und revolutionären Kommunisten auf der an= deren Seite. Wir sind vielmehr eine Partei mit einer eigenen Taktik, die über den anderen beiden Parteien steht. Wir sind die grundsäglich auf marristischen Auffassungen fußende revolutionäre Klassentampfpartei des Proletariats. Die Taftif der Rechtssozialisten ist unter der beständigen Einwirkung der Bündnispolitik mit den imperialistischen Parteien während des Krieges zusammengeschrumpft auf rein reformistische Bestrebungen. Die Kommunisten andererseits sind in der sklavischen Nachahmung russischer Methoden zu terroristischen Putschisten degeneriert. Unsere Aufgabe ist es, in fonsequenter Durchführung unseres 1920 in Leipzig beschlossenen Aktionspro gramms den Arbeitermassen voranzugehen. Lassen wir uns weder durch Angriffe von den Reformisten, noch von den Putschisten von unserer Taktif abbringen, dann wird unsere unbeirrte Befolgung der Grundsätze des revolutionären Marxismus ihre Werbekraft auf die Heranziehung neuer Mitkämpfer aus den Reihen des Proletariats ausüben. Unsere Haltung wird aber auch auf die Nachbarparteien einen umbildenden Einfluß ausüben, bis sie durch die Annäherung ihrer Tattit an die unsrige reif geworden sind zum Wiederzusammenschluß mit uns zu der großen Klassenpartei bes Proletariats, der dann ihre Einheit und Zielflarheit den endgültigen Sieg über die entgegenstehenden kapitalistischen Organisationen verbürgt. Die Beschleunigung des fapitalistischen Verfalls durch die skrupellose Gewaltpolitik der Entente bedingt auch die beschleunigte Ausreifung des Proletariats für die Bes wältigung seiner großen Aufgaben. In dem stolzen Bewußts sein, daß wir Unabhängige Sozialdemokraten hier in Deutsch land, wie die uns gleichgesinnten und verbündeten Genossen in den anderen Ländern, die Wegbereiter dieses endgültigen | CEA Conntag, 15. Mai 1921 Sieges find, rufen wir dem Proletariat aufmunternd zus ,, Vorwärts, an unserer Seite in den Kampf für alle so zialistischen Forderungen bis zur Vollendung der Weltrevolution!" Die Lage in Sowjetrußland Ein Notschrei des Petersburger Gewerkschaftsblattes Im Zusammenhang mit der Stillegung der Fabriken, die durch die Heizmittelkrise verursacht war, ist das wirtschaftliche Leben in Sowjetrußland in letzter Zeit völlig zum Stillstand gekommen. Das Petersburger Gewerkschaftsblatt Machowit" versucht der Arbeiterschaft die Lage zu erklären: die letzten Vorräte seien auf gebraucht. Es gäbe auch tein Altmaterial mehr, das sich ausnuten ließe. Die Heizmittel seien erschöpft. Die wirtschaftliche Not habe ihren höchsten Grad erreicht. Die Fabriten vermögen faum 1 Prozent der Bedürfnisse zu befriedigen. Sowjetrußland befinde sich in einer Periode der Katastrophe und werde bis zum Sommer noch ein Drittel derjenigen Transports mittel einbüßen, die augenblicklich noch in Betrieb find. Man tönne feinem einzelnen die Schuld an diesen Zuständen zuschieben, die Schuld treffe alle miteinander. Drei Jahre lang habe man vorhandene Maschinen abmontiert und mit ihren Teilen andere geflidt. Jetzt sei auch dies nicht mehr möglich. Das sozialistische Baterland sei in Gefahr. Die Selbstversorgung der Arbeiter Ein Defret des Rates der Volkskommissare hat angeordnet, daß versuchsweise den Arbeitern außer ihrem Geld- und Naturallohn ein Teil der Erzeugnisse ihres Betriebes zugewiesen werden soll Der auf diese Weise gebildete Warenfonds soll entweder unter den Arbeitern für ihren Eigenbedarf unmittelbar verteilt oder durc Vermittlung der lokalen Konsumgenossenschaften gegen andere Waren ausgetauscht werden. Für die Betriebe, in denen nach Art ihrer Erzeugnisse diese Regelung undurchführbar ist, ordnet bas Dekret an, den Arbeitern die Möglichkeit zu geben, nach Schluß der Arbeitszeit mit den Betriebsmitteln Bedarfsartikel für den Austausch herzustellen. Es dürfen sogar Gruppen von Arbeitern ihre ganze Zeit den neuen Produktionsgattungen zuwenden, wenn die übrige Belegschaft Gewähr dafür übernimmt, daß die Pro duktion des Betriebes dadurch nicht geschmälert wird. Das Detret bildet einen völligen Bruch mit der bisherigen Poli tit, da die Entlohnung der Arbeiter durch Erzeugnisse ihrer Be triebe bisher streng verpönt war. Die Petersburger Arbeiter und die Sowjetregierung Berichte ihrer Delegierten von der Arbeiterkonferenz meist wenig Die Petersburger Presse stellt fest, daß die Arbeiterschaft die günstig aufnehme. In den Versammlungen wird von mensche wistischen und sozialrevolutionären Rednern besonders darauf hingewiesen, daß die Konferenz die Erörterung der allgemeinen politischen Fragen, von deren Lösung doch die Gesamtlage der Be völkerung und der Arbeiterschaft abhänge, umgangen habe. In verschiedenen Fabriten wird die Forderung erhoben, die von ungeeigneten Persönlichkeiten verwalteten Bosten neu zu bea sehen, wobei von den Rednern scharfe Kritik an der Sowjetregies rung geübt wird. Einer Anzahl von Delegierten wird von seiten dieser Oppositionsredner der Vorwurf gemacht, daß fie fich zu großen Konzessionen an den Bolichewismus hätten verleiten lassen. Es wird zwar für notwendig erklärt, daß die Arbeiter ihre Ber trauensleute zur Kontrolle in alle Sowjetinstanzen entenden aber die Arbeiter bezweifeln, daß die Aufnahme einer Anzahl Parteiloser" in den Dienst der Sowjets die nötigen Erfolge zei tigen fönne. Danach hat der Verlauf der Konferenz an dem Verhältnis der Petersburger Arbeiter zu den Kommunisten offen bar vorläufig nichts zu ändern vermocht. Politische Wirren in China. Der von den südlichen Provinzen zum Präsidenten erhobene Dr. Sun yatsen und die damit vers bundene Gründung einer füdchinesischen Republit, tönnen natürd lich auf die Zentralregierung in Beling nicht ohne Einfluß bleiben. Man scheint sich aber auf einen friedlichen Ausgleich einzurichten. Havas meldet aus Peting, trog der offenkundigen Ungeseglichkeit der Wahi Sunnatsens zum Präsidenten, trog des Ausscheidens zahlreicher Parlamentsmitglieder und No. tabeln von Kanton und trotzdem zur Gewalt gegriffen worden sei, um die Stellung Sunyatsens sicherzustellen, sowie trotz hartnädiger Gerüchte, nach denen Sunyatsen Beziehungen zu den russischen Bolichemisten unterhalte, habe die 3entralregierung im nationalen Interesse beschlossen, gegenwärtig teine Politit zu treiben, die einen Bürgerkrieg herbeiführen würde. Nosrael Abb.1 Abb.2 Abb. 1. Herren Bademantel auch als Schlafsock zu benutzen, grauer Kräuselstoff mit farbig. Bet 170.Abb. 2. Damen- Bademantel, moderne Form, aus gestreiftem oder gemustertem Kräuselstoff, halefrei oder 275.hochgeschlossen zu tragen.. Demetbe einfarbig 210.Badgtiket mit Rech schwarz m. farb. Garnierg Abb. Mittelgröße... 127 Badewäsche Trikot- Bade- Anzug Kinder- Wäsche Mädchen- Taghemden viereck. mit Einsatz u. Langette od. marine, Mittelgr.31.50 L 45 f. Herren, schwarz Trikot- Bade- Anzug 50 60 70 30 35 40 80 45 90 50 100 cm 55 em Decken Schlafdecke Halbwolle, vorzgl. Qualität, 140x190 110.eitig. 280.Satin, 150x200 cm Daunendeckebunt gemust. 840.Aus best. einfarb. 1250.12.- 14.- 1950 24.- 27.- 30.- 33.- Steppdeckelfür Damen, schwarz 36.- Mädchen- Beinkleider Knieform mit Stickerei- Ansatz 150x200 cm.... 14.- 16.- 18.- 20.- 22.- 24.- 26.Zephir m. rot. Blend. 65.- Mädchen- Nachthemden Kimono m. Stickerei- Ansatz od. marine, Mittelgr. Bade- Anzug für Damen, Lg. 25 Hemdhose a.marine Waschstoffe Schleierstoffe bedruckt, halbhelle 9.25 Muster... Mtr. Bedruckt. Voile u. Batist 100-112 cm, Mtr. 22.50 Dirndlstoffe 75-80 cm.. Mtr. 14.50 Weißer Krepp 22.50 100 cm..... Thin Mtr. Wollmusselin in neuen Mustone.. Ma 39.Ls. 70 80 90 100 Satin, 160x210.. 110 120 130 em 32.- 3550 39.- 4250 46.- 50.- 54.Wirkwaren Kinder- Söckchen Bettwäsche Deckbettbezüge aus Hemdentuch, 6.75 124 × 200 cm.... neue Muster mit Wollrand, Gr. 1 Jede weitere Gr. 0.60 M. mehr Kinder- Sweater m. eckigem Aus- 23.25 schnitt, Mittelgr. Kinder- Trikots gelbliche Baumwolle, Mittelgr. 29.50 79.vorzügl. Madapo- 108.lam, 120x200 cm Kissenbezug Hemdentuch 80X80 25.Laken Madapolam 140x220 cm.... Preiswerte 59.Garten- u. Balkon- Möbel in grosser Auswahl Bettstellen Eisenbettstelle aus nahtlosem Rohr mit Messingverzierg., Patent- Matratze, in Holzrahm. schw. 285.90 × 90 cm weiß 295.Ruhebett mit oliv Moltonbezug 325.Weiß lackiert. Schránk für Wäsche und Kleider, 100 cm br. 900.Kissen Feder- 88.- Garten- Schürzenkleid Deckbett Federfülle.225.www.www.m Halblein., einfarb. od. gestreift, halafrei ed. hochgeschl. 125.zu tragen.. GEGR.1815 BERLIN C✶ KÖNIGSTRASSE SPANDAUERSTRASSE Gewerkschaftsstrategie der BKPD.[ daß im neubelegten Gebiet( Düſſeldorf- Duisburg) die Bevölke und Arbeiterschaft der chemischen Uns wird geschrieben: Industrie Unter Gewerkschaftliches" bringt die„ Rote Fahne" am 11. Mai einen Aufruf zur Beschidung einer Reichstonferenz der chemischen Industrie, unterzeichnet von einer sagenhaften Reichsgewerkschaftszentrale der B. K. P. D". Adressen find an den früheren Antiparlamentarier( wie aus dem Aufruf ersicht lich, jezt M. D. R.), Heinrich Malzahn zu senden. Der Zwed ist ersichtlich aus der Tagesordnung, die lautet:„ Unsere Arbeit in den Gewerkschaften und der bevorstehende Kongreß der Roten Gewerkschaftsinternationale". Nachdem die Kommunisten überall mit Sympathieerklärungen und Anträgen für eine Beschidung des Kongresses in Moskau abgerutscht sind, soll auf diesem Wege eine Scheindeputation der Fabritarbeiter zustande kommen. Nebenbei tann man dann fein parteipolitisches Süppchen tochen, indem man tüchtig auf die Bonzen und engftirnigen Gemertschaftsbureaukraten schimpft und bie Kommunisten als die alleinseligmachenden Arbeitervertreter anpreist. Der Aufruf ist geradezu ein Musterbeispiel für den Leninschen Grundsay: Falls nötig, muß man mit Lift, illegalen Methoden, Berschweigen der Wahrheit usw. in den Gewerkschaften arbeiten. Wenn in dem Aufruf gesagt wird, daß in feiner Industrie den Arbeitern ein brutaleres Ausbeutertum gegenübersteht als in der chemischen, so dürfte das zwar für die Berliner Metallindustriellen vom Schlage Pfeil, Borsig sowie für die Herren Stinnes usw. sehr schmeichelhaft sein. Aber es widerspricht der Tatsache, daß fich das Kapital überall gleich bleibt, wo es dem Arbeiter ausbeutend gegenübertritt. Aber wir vergaßen, daß man von der Kenntnis von Tatsachen und Malzahn nicht in einem Atemzuge sprechen fann. Wenn weiter gesagt wird, daß nirgends die Röhne niedriger, die Arbeitsbedingungen schlechter sind als in ber chemischen Industrie, zeugt das wiederum von einer Un= tenntnis, die taum noch übertroffen werden kann. Reichsgewertschaftszentrale der B. K. P. D. fann nur empfohlen werden, in ihrer Bezeichnung das gewerkschafts" wegzulassen, denn von gewerkschaftlichen Dingen hat sie so viel Ahnung, wie ein Rashorn vom Geigenspiel. Weiter: in feiner Industrie wird mit den Errungenschaften der Revolution waghalsiger um gegangen wie in der chemischen, in teiner Industrie ist die Ges mertschaftsbureaukratie unentschlossener für die Masse einzutreten, als im Fabritarbeiterverband." Der Gerade zur rechten Zeit veröffentlicht der bisherige Vorsitzende bes Betriebsrates der Leunawerte, Daniel, bisher Mitglied der B. K. P. D., einen Artikel in der Metallarbeiterzeitung", überschrieben Vor und nach dem Verbrechen". Wie im Leunamert mit den Errungenschaften der Revolution und der mit Hilfe der geschmähten Gewerkschaftsbureautraten festges legten Arbeitsbedingungen in unverantwortlicher Weise von den tommunistischen Gewerkschaftsstrategen umgegan gen wurde, wie die Arbeiter immer wieder, trotz Abratens von Roenen und Daniel, zwei Betriebsratmitgliedern, von Niederlage zu Niederlage bis zum 3usammenbruch geführt wurden bas ist sehr lehrreich dort nachzulesen. Vor dem März= putsch: weiteste Mitbestimmung, 3. T. Selbstbestimmung der Ar beiter im Betriebe; heute: ausgeliefert dem brutalen Unternehmertum" durch die Schuld der Kommunisten.. 44 Leveztusen? Bedrohung des Achtstundentages? Frivoler, leichtsinniger und unvorbereiteter ist wohl nie in einen Streit eingetreten worden wie in Lepertufen. Selbst der Abgesandte der Zentrale der B. K. P. D., Heinrich Ma Izahn, M. b. R., erlärte den Funktionären der Levertusener Farbwerte: Kollegen, thr habt mit der Proklamierung des Streits eine große Dummheit begangen." Dort waren die Gewertschaftsbureaufraten Mitglieder der B. K. P. D., wenn auch die Leitung des Streifs vollständig in den Händen der Zentrale der B. K. P. D. lag, weil man beabsichtigte, ausgerechnet von Leverkusen aus eine große Aktion einzuleiten zur Entfachung der Weltrevolution". Die Frucht dieses Streifes ist Maßregelung von Hunderten von Arbeitern, Stärtung der christlichen Gewerkschaften, Berfinken großer Massen in den Sumpf des Indifferentismus. Der Name Leverkusen steht allen Arbeitern der chemischen Industrie als Menetetel fommunistischer Gewertschaftsstrategie vor Augen. Sollen wir daran erinnern, wie unsere Parteigenossen, die von der Aussichtslosigkeit des Unternehmens überzeugt nend ihre Stimme erhoben haben, niedergebrüllt, tätlich bedroht und bei jedem Schritt bespielt worden sind? Sollen wir weiter baran erinnern, daß der Borsigende des Ar beiterrats, unser Genosse Mädge, fein Amt niederlegte, weil war er das unverantwortliche Treiben ber tommunistischen Gewert schaftsbureautraten" nicht mitmachen tonnte? Wir haben bisher über den Streit in Leverkusen geschwiegen, meil wir es für unsere Pflicht halten, auch dann an der Seite tämpfender Arbeiter zu stehen, wenn sie eine große Dummheit gemacht haben. Den chemischen Arbeitern aber lagen wir heute, bag nie Arbeiter jajamloser belogen wurden, als über den Streit in Leverkusen von den kommunistischen Drahtziehern. Jede ge= wertschaftliche Disziplin und Tattit ist dort mit Füßen getreten worden. Da hat man, getreu der Anweisung der Ben trale der B. R. P. D., jeben Konflikt, auch den fleinsten im Be trieb, auf die Spige zu treiben und dann den ungünstigen Ausgang auf das Bersagen der Gewerkschaftsbureaukratie zu schieben, gehandelt. Der Gipfel der Heuchelei wird erreicht, wenn in dem Aufruf, alle, die gewillt sind, mit den Kommunisten für bessere Brhält nife einzutreten, die weiter gewillt sind, den Zusammenhalt des Fabritarbeiterverbandes gegenüber den Spaltungsbestrebungen der Gewerkschaftsbureaukratie aufrecht zu erhalten, eingeladen werden, an der Konferenz teilzunehmen. Wie bie tommunistischen Gewerkschaftsstrategen für bessere Verhältnisse" in der chemischen Industrie sorgen, dafür find Leunawerte und Leverkusen Schulbeispiele. Verhinderung von Spaltungsbestrebungen im Fabritarbeiterperband war gerade in diefer Organisation bisher nicht notwendig, da überall der Wille zur Wahrung der Einheit zum Ausdrud fam. Jetzt allerdings scheint der Augenblid gekommen zu sein, wo wir den Fabritarbeitern, den Arbeitern der chemischen Industrie zurufen müſſen: „ Schütt eure Organisation vor politischen Kindss töpfen und kommunistischen Gewerkschaftszerstörern. Beteiligt euch nicht an Konferenzen, die von einer Reichsgewerkschaftszentrale der B. K. B. D. einberufen werden. Bedenkt, wie ge rade ihr euren Verband mit unjäglichen Opfern aufbauen muß tet. Denkt daran, bah, wenn ihr euch bei dem starken Unters nehmertum der chemischen Industrie Respett verschaffen tonntet und wenn ihr heute nicht mehr als die Parias unter den unges lernten Arbeitern geltet, dies nur eurer Geschlossenhett im Fabritarbeiterverband zuzuschreiben war. In den Betrieben muß die Losung sein, feinen Pfennig für Sammlungen zu bem gewertschaftsschädigenben Treiben unverantwortlicher Kommunisten. Sett den Yommu nistischen Keimzellenstrategen schärften Wider it and entgegen. Schüßt die Gefchloffenheit eurer Organisation. Schügt den Fabritarbeiterverband Deutschlands. Bringt die Waffen beiseite! Affs bas Ruhrgebiet nor der Gefahr ber Befehung stand, brachte die reaktionäre Presse im dortigen Gebiet bereits Anweisungen an die Bevölkerung, wie sie sich beim Vormarsch der Ententes truppen zu verhalten habe. Das in Hagen erscheinende West fälische Tageblatt", ein Drgelhorgan, machte barauf aufmertjam, rung gewisse Erfahrungen gemacht habe. Es berichtete: Ferner finden jezt von Haus zu Haus Nachforschungen statt und alle Gewehre, Maschinengewehre, Jagdgewehre usw. werden beschlagnahmt. Darum empfiehlt es sich, in dem bis jetzt noch unbelegten Gebiet alle Kriegswaffen zu beseitigen." Nach dem Entwaffnungsgesetz soll jeder bestraft werden, ber Waffen verborgen hält oder andere auffordert, versteckte Waffen nicht abzuliefern. Das Gesetz ist bisher allerdings nur gegen Arbeiter angewendet worden. Die Orgeschleute läßt der Staatsanwalt ungeschoren. Durch diese Begünstigung werden die reaktionären Blätter ermuntert, die Bevölkerung zu ungesezlichen und strafbaren Handlungen aufzufordern. Wesentlich für uns ist jedenfalls, daß sich in den Händen der bürgerlichen Bepölkerung noch Kriegswaffen befinden und daß diese Waffen auf Gebot eines bürgerlichen Blattes dem Zugriff der Entente entzogen werden sollten. Was würde der Staatsanwalt jagen, wenn ein sozialistisches Blatt die Arbeitez auffordern würde, Kriegswaffen beiseite zu bringen? Wandern und Aus der Reichswehr Uns wird geschrieben: Bei verschiedenen Gelegenheiten hat der Reichswehrminister Geßler von der Fürsorge" gesprochen, die er für die zur Ent lassung tommenden Mannschaften getroffen habe. Für weite Kreise dürfte es daher von Interesse sein, an einigen der Wirklich feit entnommenen Fällen zu erfahren, wie es mit diesen schönen wehrangehörigen manchmal der Uebertritt ins Zivilleben er Worten in Wahrheit aussieht und wie den ausscheidenden Reichss leichtert wurde. Ende Mai 1920 wutde infolge der Heeresverminderung auf 200 000 Mann das Reichswehr- Infanterie- Regiment 103 in Spandau aufgelöst, ein Teil der Mannschaften wurde in die neu formierte Reichswehr übernommen, ein anderer Teil wurde schaften waven seinerzeit schriftlich durch Vertrag für die Reichss innerhalb weniger Tage plöglich entlassen. Die Mann wehr verpflichtet worden und insbesondere war nereinbart, das die Verpflichtung fich jeweils um 3 Monate verlängere, wenn fie nicht von einem Teil mit einmonatiger Frist gekündigt werbs Das Regiment 103 hatte diefe Berträge nicht gekündigt, sobaß also den Mannschaften bei ihrer plöblichen vertragswibrigen Entlassung zum mindesten die Löhnung bis zum Ablauf der Kün bigungsfrist hätte ausbezahlt werden müssen, was dem Regiment aber gar nicht einfiel. An Stelle der versprochenen Fürsorge sehen Militarismus wir also hier Bertragsbruch. Dem Reichswehrministerium wurde dieser Fall zur Kenntnis gebracht, ohne daß ich dasselbe zu einem Eingreifen veranlaßt jah. Wandern hat nichts mit Bolitik zu tun." Vor mir liegt das„ Groß- Berliner Wanderbuch für Jugendpfleger und Jugendpflegerinnen", verfaßt von Alfred Döhring, städt. Turnwart am Köllnischen Gymnasium zu Berlin. Herausgegeben vom Hauptausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege. Der„ Sauptausschuh" ist wie allgemein bekannt- eine politisch neutrale Organisation, die deshalb von den Behörden recht erhebliche Mittel zum 3wed der Jugendpflege erhält. Lesen erhebliche Mittel zum 3wed der Jugendpflege erhält. Lesen wir also, was uns bie unermüdlichen Förderer der Jugendpflege" Berzeihung: Jugendbewegung" heute zu jagen haben. Seite 32:( ,, Gangarten") auf der Straße.. empfiehlt fich Marsch in geschlossener Abteilung( Gruppenkolonne); Tempo am besten gleich das militärische, 114 Schritt in der Minute. Gelegentlich und auf furze Streden sollte Gewalt- oder Sturm marsch eingefügt werden. · Seite 66: In solcher Umgebung ein Nachtgefecht mit Beobachtung und Ueberfall des Feindes ist überaus lehrreich und auch eine notwendige Vorbereitung zum Kriege. Seite 78: Satten sie( die großen Jugendgeländeübungen mit bis 8000 Teilnehmern) durch die Massenwirkung, in der der einzelne mit feinen Wünschen unterging, einen starten äußeren Erfolg, so trat gleich anfangs der Uebelstand hervor, der das Nachahmen rein militärischer Formen bei der Jugend meiner Meinung nach unmöglich macht, das ist das Fehlen der Feuer wirtung... und die Unmöglichkeit, ohne Strafmittel die straffe Durchführung der militärischen Formen zu sichern. Alle biese militärischen Stilblüten finden sich unter dem Haupttitel: Bon der Kunst des Wanderers"(!), die beiden legten außerdem in dem Abschnitt Ariegerisches auf bez Wanderfahrt", der mit der Forderung schließt: Für jede Stadt müßte... ein militärischer Jugendführer ge schaffen werden, der die Jugend in die Geheimnisse der militäris fchen Geländetunde ihrer Heimat einführt. Diesen Zitaten möchte ich noch einige hinzufügen, die beweisen, daß der Verfasser auch Wig hat. Seite 61: Auf Herbst- und Osterfahrten mit ihren längeren Abenden nehme man Schachspiele und Lesestüde mit, auch Dame, Mühle und Sechsundsechzig mag gespielt werden. Stat sollte nicht geduldet werden. Das ist anerkennenswert! Ich empfehle statt dessen für Jugend liche noch Mauscheln und Meine Tante deine Tante in den Spielplan aufzunehmen! Bon geradezu unwiderstehlichem Reiz auf die Lachmustein aber ist ein Vorschlag zur Urlaubsregelung für die arbeitende Jugend in dem Kapitel: Förderung des Wanderns und Forderungen der Wanderer". Seite 108: Jeht haben sie( die Jugendlichen) nur zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten das Recht, sich einmal als Menich zu fühlen. Vielleicht tönnen für die Jahrgänge 18 bis 20 von der Militärbehörde jährlich eine Reihe von Marschtagen gejehlich festgelegt werden, so daß jeder teilnehmen müßte. Vermutlich, um sich als Mensch zu fühlen! Im übrigen ist es selbst zu Ludendorffs Glanzzeiten niemals fo weit gekommen, daß bie Militärbehörde irgend etwas gefeßlich festzulegen hatte. Ist es' nun an fich schon ein startes Stüd, ein berartiges Buch ein Jahr nach Krieg und Revolution in die Deffentlichkeit zu bringen, so muß man als direkt gemeingefährlich bezeichnen, was der Bers fasser in einer Anmerkung zur Einleitung schreibt. Es heißt dort: andererseits wird infolge der Berminderung des Heeres bestandes die Pflege derartiger Uebungen( wie oben erläutert) in absehbarer Zeit den Schulen zugewiesen werden müssen. Das Ganze Ilingt derart unglaublich, daß man meinen sollte, bis in die Reihen der bürgerlichen, angeblich neutralen Wander verbände hinein auf Ablehnung zu stoßen. Meit gefehlt! In der Dezember- Nummer 1919 bes„ Märkischen Wanderer" schreibt Herr Lange schreibt Herr Lange Stabtjelretär im Berliner Jugendpflege amt über das Döhringsche Buch wie folgt: Seit langem angekündigt und mit Spannung erwartet(?), it jekt dieses verdienstvolle Buch erschienen.( Folgt eine Aufzäh lung der schönen" Sachen, die das Buch enthält, dann heißt es. weiter:) Das Buch ist ein unentbehrlicher Ratgeber für jeden Wanderführer... Man muß die Vielseitigkeit(!) und den Kenntniszeichtum des Verfassers bewundern. Jedem Freund des Wanderns in der Mart sei das Buch auf das wärmste empfohlen." Ist diese Lobeshymne für einen frischgebadenen Jugendpfleger der roten Stadtgemeinde Berlin nicht etwas fompromittierlich? In den Monaten März und April dieses Jahres veranstaltete das Jugendpflegeamt unter Zeitung des Stadtsekretärs Lange einen Wanderführer- Lehrgang, wobei auch Herrn Turnwart Döhring Gelegenheit gegeben wurde, seine furiofen Ansichten zu entwideln. Es hat ja nun schon zu allen Zeiten Leute gegeben, die in jeder Situation, wie die Kage, immer auf die Beine fielen. Ob sie aber auf die Dauer bei der scharf beobachtenden Jugend Erfolg hatten und in Zukunft haben werden, ist frei lich eine andere Frage! „ Das junge Deutschland", die Rattenfängerflöte des teutschen schrieb vor kurzem, ihrer selbst spottend, daß sich die Jugend immer Barden Reinhold Wulle der auch in Jugendbewegung machtvon den Führern abwenden werde, depen Reben und Handeln im Gegensatz zueinander stehen. Das ist ein sehr wahrer Say und wird auch in der sogenannten märkischen„ Wanderbewegung" Geltung behalten! Denn was diese Leute unter dem Dedmantel der Wander- und Jugendbewegung zu tun belieben, ist glatt eine Schändung des Begriffes Wandern" und ein mig. brauch der Jugend. Man begreift, warum die Reaktion bei ben lehthin stattgefundenen Beratungen des Jugendwohlfahrts. gejekes nach wie vor bas Sauptgewicht auf die riftliche" und nationale freiwillige Liebestätigteit gefegt Jehen wolltel Unsere Jungen aber mögen barauf bedacht sein, daß sie nicht wieber eines Tages bei dieser polisilo neutralen" Jugendpflege die Geopferten find! Doch nun zu einem andern Fall, der ebenfalls dem Reichswehr ministerium bekannt ist, da die Beschwerde hierüber unter: Gea heimes Tagebuch der Kassen und Besoldungs 21. V. 3. perbucht ist. Ein Angehöriger des oben genannten Abteilung des Reichswehrministeriums Nr. 1274/2 Regimentes ließ fich, als er Mitteilung von der bevorstehenden mittels Enilaffung erhielt, Jein Spartassenguthaben Bostiched sowie Kleiderftoff in einem Wertpatet schicken, da er Geld und Kleidung für seinen Uebertritt ins Bivilleben notwen big gebrauchte. Die Entlassung erfolgte aber so schnell, daß diese Wertsachen erst zwei Tage nach dem Abgang des Mannes eine trafen. Sie wurden, wie eingehende Ermittlungen der Reichs poft ergaben, postordnungsgemäß der Reichsmehr über geben, von derselben auch angenommen, aber der Empfänger hat sie bis heute noch nicht in den Händen. Ihm ist ein Schaden von etwa 2200 m., entstanden. Selbstverständlich versuchte der Ge schädigte wieder zu seinem Gelde zu tommen. Aber alle [ eine Bemühungen scheiterten, Schließlich wandte er sich beschwerdeführend an das Reichswehrminifterium und stellte bemselben auch die Unterlagen hierfür zur Verfügung. Sier hätte ber Herr Reichswehrminister einmal Gelegenheit gehabt, zeigen, ob er es mit seinen schönen Versprechungen auch wirklich ernst meint. Aber nichts von alledem, er schwieg. Ein Beweis mehr dafür, daß das Beschwerde recht der Mannschaf ten nach wie por auf dem Papier steht, troy aller Gegenteiligen Versicherungen des Herrn Reichswehrminifters. Wir stehen also vor der traurigen Tatsache, daß ein Mann, ben man schon unter Vertragsbruch enilles, noch obendrein um seine Eriparniffe gebracht wurde. Die Beweisstücke für bie in diesem Artifel aufgestellten Behauptungen werden dem Herrn Reichswehrminister nochmals zur Verfügung gestellt werden. Wir wollen dann sehen. ob er es endlich der Mühe wert hält, auf diesen unerhörten Vorgang einzugehen und dem Geschädigten sein Recht zu geben. Wahl von Reichsratsmitgliedern durch die Provinzialverd waltungen. Der Breußische Landtag hat am 11. Mai bas Gefek über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Bros vinzialverwaltungen angenommen. Es enthält die Vorschriften über die Wahl der nach Artifel 63 der Reichsverfassung von den Provinzialverwaltungen zu wählenden Mitglieder. Als Wahlförper gelten bie Provinzialausschüsse, für die Stadt Berlin der Magistrat. Für Oberschlesien erfolgt die Wahl durch die Gesamtheit der in der Proving Oberschlesien gewählten Abgeordneten der Verfassunggebenden Breußischen Nationalvers waltung, für Niederschlesien durch die vom Provinzial Tandtag in der Provinz gewählten Mitglieder des Provinzialaus schusses. In der Grenzmart Bosen- Westpreußen wird das Reichsratsmitglied genau so gewählt, wie das Staatsratsmite glied. Zur Vornahme der Wahl freten die Wahltörper einzeln an den vom Staatsministerium bestimmten Tagen an ihren Sigen zusammen. Jeder Wahlkörper wählt in besonderen Wahlgängen ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied. Steuerfreiheit der englischen Abgeordneten. Die englische Re gierung fündigt die Vorlage eines Gesegentwurfes im Parlament an, durch welchen die parlamentarischen Diäten der Abgeordnes ten in Höhe von 400 str. von der Erfassung durch die Eine tommensteuer befreit werden sollen und gleichzeitig freie Reise 1. Klasse auf allen englischen Bahnen gewährt wird. Berliner Bühnen- Spielplan Bom 15. bis 23. Mai Wechselnder Spielplan Boltsbühne: 15., 17., 18., 20., 22. Der Bauer als Millionär. 16., 23. Antigone Neues 19. Das Boftamt. Die Komödie der Jrrungen. 21. Wallensteins Tob. Bolls Th.: 15., 16., 21., 22. 9ose Bernd. 17., 18. Nora. 19. Jugend. 20., 23 Jugendfreunde. Staatl. Shanspielhaus: 17. Sturm. 18. Coriolan. 19., 22 Steatl Fiesto. 20. Beer Gynt. 21. Maria Magdalena. 23. Der Kronprinz. Opernbeus: 14. Rigoletto. 15, Frau ohne Schatten. 16. Meistersinger, 17. Cap rufticana. Bajaasi. 18. Josephslegende, Tyll Eulenspiegel, Gilb. 19, Turandot 20. Dlona Lila. 21. Turandot, 22. Erisan u. 3olbe. 23. Coft fan tutte. Leffing- Th.: 19. Gespenster, sonst allabendlich Rosenmontag.-Th. in ber König gräger Straße: 15., 17., 18., 20., 23. ugбn. 16., 19. Galome. 21., 22. Satans maste. Mit den Neuer Ipielen,-Deutiges Opernhaus: 16. Tannhäuser. 17 Meisterfinger, 18. Troubadour, 19, Margarethe. 20. Tosta. 21. 3igeuner baron. 22. Lohengrin. 23. Oberon. Schiller Th.: 15., 16., 18., 20., 23. Luisen- Th. Sunderttausend Taler, 17., 19., 21, 22. Die versilberte Braut. 22. Die Macht ber Liebe, fonit täglich Mutteriegen, Boltobühne Rorden: 17, 18., 19. Lotalbahn. 20. Tonquato Taffo. Momiralspalak: 17., 20. u. 23. Rote Suhe. Gonft: Abrakadabra. Allabendlich Deutsches Th.: Botesche und Berlmutter, Rammerspiele: Desalliance. Großes Schauspielhaus: Sommernachtstraum. Deutsches Künstler- Th.: Dis felige Exzellenz. Berliner Th.: Das Milliardensouper.-Komödienhaus: Der blonde Engel. Die Tribune: Der Zeufel, Kleines Schauspielhaus: Reigen. Schloipart Steglig: Timon. Trianon- Th.: bis einschl. 17. Rosen, ab 18. Am Leetisch. Residenz- Th.: Das Brivileg. Kleines Th.: Nur ein Traum. Luftspielhaus: Die spanische Fliege. Metropol- Th.: Die blaue Mazur. Th. des Weltens: Morgen wieder luftif. Komische Oper: Alte Heidelberg. Th. am Rollendorfplag: Der Better aus Dingsda. Neues Operetten- Th.: American Girl, Wallner Th.: Der Traum Dom Glid. Friedrich- Wilhelmstädt. Th.: Die Aleine aus der Hölle, -Th. i. b. Rommandantenjir.: Die golbene Freiheit. Schwalben niften. Welhalla Th.: Die Scheidungsreije. u. Sohn. Urania: Der Hatz. Vor und nachmittags Bentral- Th.: 3lonta Roje.Th.: Wo bie Kasino- Th.: Bollrich Bellsbühne; 15., 16. Wallensteins Tob. 22. Das Poftamt. Komödie ber Irruns gen.- Neues Bolts- Th.: 15., 16., 22. Jugendfreunde. Staatl. Schauspielhaus: 22. Matinee. Bei Goethe". Nam. Maria Magdalena. Leffing- Th.: 16., 22. Frau Barrens Gewerbe. Th. t. b. Röniggräger Sir.: 15., 22. Salome. 18 Rause.-Deutsches Opernhaus: 16. 3igeunerbaron. 21. Fidelio. 23. Flebers maus. Sailles- Th.: 15., 16., 22. Der Meineidbauer. Deutsches Th.: 15., 16. Betalhe und Perlmutter, Rammerspiele: 15. Die deutschen Kleinstädter. 16. Frühlings Erwachen. Großes Shauspielhaus: 15., 16., 22. Sommernachts traum. Schloßpart Steglig: Limon. Deutsches Riujiler- Th.: 15., 16., 22. Bygmalion. Berliner Th.: 15., 16., 22. Der legte Walzer. Komödienhaus: 15., 16., 22. Die Sache mit Bola. Refi Trianon- Th.: 15., 16., 22. Rojen. benz- Th.: 15., 16., 22. Laby Windermeres Fächer. Atleines Th.: 15., 16., 22 Casanovas Sohn.- Th. bes Weltens: 15., 16., 22. Der Raub der Sabinerinnen. Romische Oper: 22. Der Barbier van Sevilla. Eh. am Rollendorfplat: 15., 15., 22. Benn Liebe etwacht. 18., 10, 21, Genoveva. Wallner- Th.: 15., 16. phigenie auf Tauris, Friedrich Wilhelmstädt. Th.: 15., 16., 22. Sans Sudebein. Role- Th.: Zägl. Gartenvorstellung. Buijen- Th.: 22. Hänsel unb Refixe- h.: 15., 18. Söllenquafen. bretel. Seitere Spiele nennt sich bas Brogramm in Zielfas Etablie ment, Friedrichstr. 59-60, Ede Leipziger Straße. Die beiden fugendlichen genialen Geigerinnen Sermine und Marie Hegedüs und der scherzhafte Bogertampf zwischen den Komitern Bohl Walter und Senry Wendland entfesseln Stürme des Beifalls, -■■;.i■ Unterhaltungsbeilage der„Freiheit Ferien! Stizz« vo» M. A. Kirsch Ferien! Ach du herrliches, tolles, wundervolles Wort! Welche Wunder stehen hinter dir> Wieviel Freud«— und»temcl t«t wonniger Freiheit verlebte Stunden! Ueberhaupt wenn man so sonnenhungrig— und so zapplig auf dunkle Wälder, grüne Wiesen und roten Sonnenschein ist, wie na— wie eben gewisse Menschen, gelt Schatz?..„.. Vier— fünf— sechs— ganz«, volle Tage! Zuhu! Nein— diese Aufregung! Schon eine ganze Woche vorher! Dies wird gekauft und das— und das auch noch. Warum denn nicht? Wir haben ja schon viele Wochen gespart und geknau- sert mit allem Möglichem. Die Ferien aber— ach die Ferien, die wollen wir aber auskosten.— Am liebsten würden wir es ja machen wie die Reichen. Wir gingen an die See. Ich— pick- fein in Schale— mit einem großen Hut- und dito Kleiderkoffer. Etwa so wie die Frau Geheimrat in der weihen Villa drüben. — Aber das geht nicht. Schwamm drüber! Unsere Ferien sind unsere und für uns alleweil die schönsten. Wie so mancher Unternehmer, der so recht von Herzen ungern das bißchen Ferienzeit und-geld an seine Arbeiter wendet, würde sich von Herzen freuen, wenn er all den Jubel sehen und mitfühlen könnte, den er damit geschaffen. Wohl kann es auch vorkommen, dah in manch einem die ungewohnte Freiheit, die Jugend und vielleicht auch die Liebe, gährt wie junger Wein— daß er etwas allzu flott mit dem Gelde umgeht— vielleicht auch etwas allzu ungeniert sein Mädel abküßt— aber dag nach jedem solchen Ausnahmefall ein so großes Eegreine anhebt von ver- I kommener Zugend u.{. f., ist wohl kaum nötig. Es macht nichts besser. Das schöne Wort, daß die Zugend austoben muß, ist doch nicht allein für die Studenten gemacht worden..... Also— mit dem ersten Zuge soll's losgehen— auf den Elatzer Echneeberg. Frei san mer. Geld han mer— Zuhu! Aber oho— wie staunen wir, als wir zum Zuge kommen. Am Bahnhof— alles gedrückt voll Waldenburger, die uns alle Ade sagen wollten. Na— natürlich, wenn man in die Ferien geht! Ader gefteut Hab' ich mich riefig— nicht zum— Was?! Ich soll nicht so schwindeln?!-- Gar niemand wäre dagewesen?! Ach— nein— wirtlich! Wenn ich mich recht besinne— das waren— eigentlich— ganz fremd« Menschen. Schade— ich war grab' sö schön im Zuge.... Auf den Glatzer Schneeberg gehn wir aber wirklich Gegen Abend wandern wir schon fast oben an der Schwei- zerei über eine kleine, grüne Wiese. Etwas müde— aber Hand in Hand wie zwei glückliche, glückliche Kinder... Di« rote Abendsonne glüht um uns, und leise flüstert der Wald, und mit Jauchzen fühlen wir, daß in uns Freude, Jugend und quellendes, rotes, heißes Blut ist— und daß wir Ferien haben! Mr können aufstehn, wann wir wollen— und schlafen gehn, wann wir wollen.... Wir können gut essen— gut trinken und dabei bleiben, solange es uns gefällt. Ach— ist das schön! In der Echweizerei wird abends bis elf getanzt und Schnada- hüpfl gesungen. Und was für welch«! Achel«! Wenn man Oesterreichertn ist, da schaudert einem manchmal die Haut— wie verdreht doch der wunderschöne Tiroler oder Wiener Dialekt wird. Lon der Schweizerei haben wir nur noch«in kurzes Stück Weg zu steigen, und wir sind am Echneeberg. Trotzdem die Welt im herrlichsten Sonnenschein liegt— mich fröstelt's hier oben. Die riefigen, dunklen Berg« ringsum» trinken alle Sonne und geben nichts wieder. Wie gebannt in Schönheit liegen sie ringsum. Nicht» Kleines sieht das Aug« mehr— imr Größe— erdrückend« Gsöß«. Ich atme auf, als wir wieder unten sind. Du— ich möchte jetzt meine Echokolade essen... Wohl sucht mein Schatz gar eifrig, aber er macht so sonderbar« Augen dabei. Du— die Tchokolade muß ich wohl vergessen Haben, Vergessen— meine Schokolade— Ach du Heimtückischer! Du wrllft mich bloß ärgern. Gib doch! Mach! Wirtlich— ich muß vergesien haben... Wir kommen ja bald 5,�;*•• 3ch bin empört! Ich Hab' eine Wut! Aber ich räche mich! Ich weiß bestimmt, daß er mich nur ärgern will— aber ich räche mich— Gelegenheit wird sich finden. So gehn wir eine Weil« still nebeneinander her. Er betrachtet sich angelegentttchst die Wiese drüben am Berg«. Ich krame in «einen Taschchen, ob sich da nichts zum knabbern findet. Oho"waslst das? Männels Streichhölzer und die Ziga- «ttenfabrik. Ist das fern! Das hätte er nun heute morgen in der Schweizerei liegen lassen. Auch mein Liliputrauchzeug spüre ich unter den kramenden Fingern.... Na warte, viellieber Freund und Ehegatte! Rache ist zuckersüß! Schokolade Neben- fache.... Ich spanne. Sein Vorrat an Zigaretten muß alle sein.... Richtig! Es dauert nicht lange, da fängt er an zu suchen.— Erst so recht behaglich. Er will schon die Vorfreude recht auskosten Dann wird das Suchen hastiger— immer hastiger.... Endlich dreht er eine Tasche ganz um. Ui— da fällt die„vergessene" Schokolade heraus... Ich habe nichts ge- sehn. Ich beschaue mir jetzt auch die Wiese am Berge da drüben. Schnell hat er die Schokolade wieder verschwinden lassen.... Heimtücker— Heuchler— Jesuit! Ratlos schaut er an sich herunter. Er kann das gar nicht fasien, daß-er sein geliebtes Rauchzeug soll vergessen haben. Er räuspert sich. Jedenfalls will er sich Trost holen in seinem Unglück, da mach« ich mein Taschchen auf und fange an. mir so recht umständlich eine Zigarette zu drehen.(Er hat es mich selbst gelehrt.) Während ich dann mit hohlen Händen das Streichholz daran halte und dabei einen verstohlenen Blick zu ihm schicke— hätte ich bald hellauf gelacht.... Wie er dasteht! Und schnuppert! Ratlosigkeit, Schuldbewußtsein, Freude— alles das drückt sich in Haltung und Augen zum Greifen deutlich aus. Ach Weibi, flötet er. du gibst mir doch auch eine Zigarette? Weiß der Teufel, ich muh mein Rauchzeug haben irgendwo liegen lassen. Wir kommen ja bald wieder hin sage ich ebenso liebens- würdig wie vorhin er.— Aber— du h ast doch Zigaretten — Weibi? Ja— sage ich gleichmütig— aber in Ermangelung der„ver- gessenen" Schokolade werde ich sie wahrscheinlich selbst auf- rauchen. Ach ja, die Schokolade, tut er scheinheilig— ich will doch noch mal richtig suchen! Ach schau— da ist sie ja!' Wo die sich wohl verkrochen hatte. Danke, sage ich, als er mir sie so artig überreicht.— Mer mir schmeckt jetzt wirklich eine Zigarette besser. Ueberhaupt, ein famoser Tabak! Wo hast du den her? Riech mall Wunderschön. nicht? Und er riecht... Ich glaube aber nicht, daß es einem anderen Menschen einfallen würde, beim Riechen ein solche» Gesicht zu schneiden. Dann schaut er mich an. Na— und? Bekomm' ich denn jetzt ein«...? Ein« Zigarette! Aber Liebster! Ich hatte doch bloß zwei Stück. Die sind alle jetzt! Aber die Schokolade wird mir jetzt gut schmecken!--- Die Legende vom Schönheitssinn der Tiere Bou Heinz Welte« Ein munterer, flotter Geselle, das geputzte Köpfchen von allerlei Kurzweil voll, ist der Hochzeiter im Tierreich. Sein Gewand fchim- mert in den buntesten Farben, tausend Lieder sind in seiner Kehle, tausend Tänze weiß er zu tanzen, tausend schnurrige Eedanlcn jagen sich durch sein Gehirn. Wenn ihn der Geist der Wissenschast überkommt, reckt sich der Hochzeiter und lehrt uns:„Ja, auch wir Tiere tragen bunte Gewänder, wenn die Zeit der großen' Lieb« kommt. Dann wandeln wir uns oft so, daß Ihr, die Ihr uns nur im Alltagskleid sähet, kaum wiedererkennt. Dann malt sich der Lach» prachtvolle rote Flecken auf seinen Leib. Die Bitter» linge und Stichlinge schimmern in allen Farben: orange» farbene. mit Blan umsäumte Schärpen binden die Labriden um. Die unscheinbarsten Molche und Eidechsen erscheinen als wandelnde Tuschkästen upd die V L g e l wählen für ihre Hochzeit»« gewänder so wundervolle Farbentöne, daß ein Maler sie vergeblich auf seiner Palette suchen würde. Sähet Zhr schon die glänzenden Eichelfedern der Hähne, die Federschöpfe der Kakadu» und Wied«- höpf«, die prächtigen Schwanzfedern der Fasanen, die zarten Federbüschel der Paradiesvögel in der Zeit der großen Liebe?— Und stets find«SvNur die Männchen, die sich so zur Hochzeit rüsten. Sie schmücken ihren Leib mit leuchtenden Farben, sie zeige« ihre Anmut und ihre Kräfte in zierlichen Tänzen. Abe» warum diese» alle»? Um ihren Weibchen zu gefallen. Denn um jedes Weibchen gaukelt und fliertet ein« Schar von Männchen und nur dem schönsten Galan, dem besten Sänger, dem zierlichsten Tänzer, gibt sich die Spröde zu eigen." In der Tat, däs scheint klar und verständlich. Mit einem ein- zigen Satz aber widerlegt die Wisscnschast die sinnige Legende Hundert Prozent Die Geschichte eines Patrioten Roma« von Upto« Sinclair «»» dem StanRiipt»»» Z»r M S h I e» C-Syright b, D« IWl (W. ß«rtfa)unfl) lAachdr»« ntrtmttn) 66. Sie begaben sich aufs Bureau der Geheimagentur, wohin Peter noch nie hatte kommen dürfen. Es befand sich im vierzehnten Stockwerk des kaufmännischen Trustaebäudes; an der Tur stand zu lesen:„Agrar. und Bankgesellschaft von American-Eity. Eintreten ohne anzuklopfen." Trat man ein, so vermeinte man. in einem gewöhnlichen Agrargesell- schaftsbureau zu fein, etliche Türen führten zu den geheimen Zimmern, wo Guffey und sein Stab ihrer Arbeit nachgingen. Peter wurde in eines dieser Zimmer gestoßen. Hier er- blickt« er Gusse?. Dieser stürzte auf ihn los, hob drohend die Faust:„Si« stinkender Hund!"— rief er.„Sie jämmer- licher schmutziger Hund! Sie gemeines Gcschöpfl"" Peters Knie zitterten, seine Zahne schlugen gegeneinander, er beobachtete jede Bewegung von Gusfeys Fingern, jede Grimasse seiner wütend verzerrten Züge. Schließlich jedoch begriff er. man werde ihn diesmal nicht foltern, sondern bloß schelten- Peter war aus die allerschauerlichste Folter aefaßt gewesen und empfand nun groß« Erleichterung. Peter mar in seinem Strabenrattenleben weit mehr beschimpft morden als dies Guffey zu tun vermochte, selbst wen« er bieuu einen Monat Zeit gehabt hätte. WeiM Güsten nichts anderes tut. als im Zimm« auf» und abschreiten. Pater mit her Zaust zu drohen, so oft er an ihm vorüberkommt und ihn mit jedem Haustier zu vergleichen, so ist die» noch zu ertrage«. und ihre„Beweise". Im Tierreich werben die Männchen nicht um die Weibchen, sondern sie nehmen sie mit Gewalt. Auch bei den Menschen soll es einmal so gewesen sein. Wer vermöchte sich wohl einen Neandertaler, einen Urmenschen der Steinzeit, als girrenden Amoroso, als schmachtenden Toggenburg denken? Ge- walt entschied zwischen den Menschen und bei den Tieren ist es noch heute so. So fällt der schone Beweis von den Hochzeitskleidern der Tier« in sich zusammen. Diese Faxben sind Warnungs- und Schreck- färben, dem Männchen dienlich, das ein Weibchen küren und die anderen Bewerber abschrecken will. Denn vor dem am grellsten Gefärbten, dem scheinbar Stärksten, werden die Rivalen flüchten, ihm das Feld überlassend. Bei den Mimikrysarben liegen die Dinge ähnlich.. So folgert die Wissenschaft. Jede Jnsektenart sucht aus dem bunten Blumenteppich, in den die Erde sich im Sommer kleidet, stets bestimmte Blumen aus, bestimmte Blumen in bestimmten Farben. So ziehen die Bienen die blauen Blumen allen anderen vor. die roten meiden sie völlig. Den Wespen gefallen die braunen Blumen am besten und den Fliegen die gelben. Eine ganze Skala von Lust- und Unlustfarben haben die Biologen so zusammenstellen können. Ist aber diese Unterscheidung der Blumen nach Farben, dieses Vorziehen oder Verabscheuen bestimmter Farbentöne die Betätigung eines Schön» heitssinnes? Die Frage wäre leicht zu beantworten, wenn wir über das Auge der Insekten besser informiert waren. Aber wir Pissen von ihm nur, daß es ein Fazettcnauge ist, d. h. ein Auge, das sich aus Tausenden kleinster Augen zusammensetzt und dem Tiere vo» seiner Umwelt ein ganz anderes Bild übermittelt, als wir durch unser Auge erhalten. Ob in diesem..Mosaikbilde" die Farbe über- Haupt eine Rolle spielt, ob nicht die Insekten mehr oder weniger farbenblind sind, darüber wissen wir nichts. Aur. daß die meisten von ihnen überaus kurzsichtig �ind, wissen wir: denn das können wir aus der Wölbung der Hornhaut dieser klöincm Augen berech- nen. Von allen Sinnesorganen ist das Auge der Insekten das- jenige, welches am wenigsten entwickelt ist. Ihr höchstes Sinnes» lebp, konzentriert sich in den Fühlern, in denen die Geruchs« nerven enden. Sje vermögen die Fühler nach allen Seiten zn wenden, von überall her Gerüche aufnehmen, dank der„beweg- lichen Rasen", wie sie Forel einmal genannt hat: und sie wittern mit diesen Nasen die feinsten Gerüche auf weite Entfernungen hin« So kann das Insekt mit Hilfe der Eeruchsnerven seinem Ziel sich auf dem nächsten Wege nähern, längst che es dieses Ziel erblickt hat. Und je näher es ihm kommt, um so stärker wird der Dust werden, der diesem Ziel, der Blume, entströmt, so daß es, wenn es in seiner Nähe angelangt ist, von einer Duftwolke gleichsam eingehüllt wird. Es ist eine bekannte Tatsache, daß viele Vögel ihr Nest mit Blumen, Haaren. Federn oder allerlei anderen Zieraten aufi« schmücken. Der Stieglitz trägt Blüten in sein luftiges Haus, der Wespenbussard bringt Lärchenriiser herbei, der Nußhäher grün« Kl�estengel, die Singdrossel Erlenblätter, der Buchfink und an- dcre Vögel frischgrünes Moos. Am schönsten verziert' der Lauben- vogcl, ein sehr gesellig lebender tropischer Vogel, sein Heim, das er aus Aestchcn und Gräsern kunstvoll auszuführeli weiß. Große Hallen und Lauben flicht der Vogel und sucht dann bunte Blumen, Bogclfedtrn. rote Beeren, blanke Schneckenschalen, bunte Läppchen. glitzernd« Glasscherben oder was er sonst immer findet. Die Wissenschaft ist der Ansicht, daß ein Laubenvogcl, der für sein großes Nest sehr viel Material braucht, alles herbeischleppt, was er steht. Und daß er bunte Läppchen und Federn, wenn er sie einmal erblickt, nicht liegen läßt, erklärt sich so auch ohne eine« „Schönheitssinn". Denn wenn auch derlei Zierate ziemlich selten sein werden, so fallen sie doch auch um so mehr auf, so daß es nicht! verwunderlich ist. wenn sich an und in jedem Nest etliche vo«- ihnen finden. Bei den Wgeln, die grün« Zweige. Lärchenreiser, Moos und dergleichen holen, mögen andere Gründe mitsprechen. Vielleicht strebt der Vogel danach, das Nest im grünen Dickicht grün zu um« kleiden, um es vor feindlichen Augen zu verdecken. Vielleicht ist ihm auch der Geruch der Pflanzcnteile werlvoll, da er schädlich« Insekten abschreckt, die seinen hilflosen Jungen sonst gefährlich werden könnten und die sich im Nest, das Exkremente und auch Aasrcste enthält, leicht entwickeln. Tragen doch gerade Raub- vögel am häufigsten stark riechend« Pflanzenteile in ihr Nest, „schmücken" es damit aus und beweisen so am besten, daß die an- scheinend so komplizierte Handlung, die scheinbar nur mit Hilfe eines besonderen Sinnes sich erklären läßt, auf weit einfacher� natürlichere Ursachen zurückgeführt werden kann. Peter gab es auf, herausfinden zu wollen, wo» eigentlich geschehen sei: er bemerkte, dies reize Guffey noch mehr. Guffey wollte nicht mit Peter sprechen, wollte nicht seine winselnde Hundcstimme hören, wollle bloß seine Wut aus- schütten, sehen, wie Peter in demütiger Angst zuhört, und Peter tat ihm diesen Gefallen. Inzwischen freilich arbeitete .Peters Gehirn mit Hochdruck, klammerte sich an jede An- deutung, die eine Erklärung versprach. Eines war klar, alles war aus. es bliech bloß noch das Begräbnis zu über- stehen. Peters Geld war ihm fortgcnommen worden, um für fein Begräbnis zu zahlen, mehr aber konnten sie aus ihm nicht herauspressen. Allmählich häuften sich die Andeutungen.„Sie wollten also auf eigen« Faust Geschäft« machen?" knurrte Eusfey, und seine Faust, die sich gerade unter Peters Nase befand, fuhr in die Höhe, so daß sich Peter beim Ausweichen fast den Hals verrenkte. „Aha", dachte Peter.„Nelse Ackerman hat geschwätzt". „Haben geglaubt, Sie werden ein Vermögen machen, fllrderhin von Ihren Renten leben können!" Ja, da« muhte«s sein, aber was hatte denn Nelse Acker- man so Furchtbares gesagt? „Wollen einen eigenen Spion anstellen, ein eigenes Bureau haben, womöglich mich verdrängen!" „Mein fciott", dachte Peter.„Wer kann ihm denn das gesagt haben?" Jählings blieb Guffey vor ihm stehen.„War dies Ihre Absicht?" fragte er. Er wiederholte die Frage, schien tat« sächlich eine Antwort zu erwarten. Peter stammelte: Nei->«rn. Herr,' Doch paßte diese Antwort Guffey anscheinend nicht, denn er packt» Peters Naß», riß daran, ms Poter Zyanen in die Augen schössen. „Was wollten Sie denn?" Häßlicher Hohn ve»errte die Züge des Detektiv«, mit böse« Spott grinste er Peter an. „Sie haben wohl geglaubt, si« liebt Sie wirklich? War e» das? Sie liebt Sie wirklich?" Me Eivney, Hammett und Guffey gröhlten meckernd zusammen, und Peter deuchte es. Dämonen aus der untersten Hölle verhöhnten ihn. Diese Worte rissen die Säulen von Peters Traumschloß nieder, da« ganze Gebäude fiel ihm krachend um die Ohren. Euffey hatte die Sache mit Nell entdeckt! Während der ganzen Automobilfahrt hatte sich Peter krampfhaft Neils Worte wiederholt:„Durchbalten, Peter. durchhalten!" And er hatte dies unter allen Umständen tun wollen. Nun jedoch erkannte er blitzartig, alles fei verloren» Wie kann er durchhalten, wenn die Leute um Nell wissen, wenn Nell selbst nicht durchgehalten hat? Guffey las Peter diese Gedanken vom Gesicht ab, sein Höhnen verwandelte sich in Knurren:„Sie wollen also noch immer nicht mit der Wahrheit herausrücken? Nun, zufällig brauchen Sie gar nichts mehr zu sagen." Abermals wandte er sich fort und schritt im Zimmer auf und ab. Die Wut in ihm erzeugte einen derart starken Druck, daß er nicht ruhig verharren konnte. Schließlich setzte er sich an sein Pult, zog aus der Lade ein Papier..„Ich sehe ja, daß Sie inzwischen neue Lügen aushecken", sagte er. Poter wagte nicht, dies zu verneinen, da jedes seiner Worte einen neuen Wutausbruch hervorrief. „Gut", fuhr Gpffey fort.„Ich werde Ihnen dies vor» lesen,' dann werden Sie wissen, woran Sie sind, was für ein Esel Sie sind." Er las den Brief vor, und noch bevor Peter«inen ganzen Sag gehört hatte, wußke er, der Brief sei von Nell und wußte auch, daß sein Traumschloß für immer in Schutt und Trümmern liexe. Die Ruinen von Sorgon und Niniveh waren nichts dagegen. �Fortsetzung folgtZ * Theater und Vergnügungs- Anzeigen Volksbühne. Lessing Theater 2 Wallensteins 7 Uhr: Cafino Theater 18 18 Bollrich& Sohn Direkt.: Bictor Barnowsky Der Bauer als Millionär 3 Uhr: Frau Barrens Gewerbe Am 1. und 2. Pfingstfeiertag Pfingstmontag 7% Rosenmontag nachm. 3, U.: Höllenqualen 2, Uhr: Wallensteins Tod Pfingstmontag 7 Uhr: Antigone 3 Uhr: Fran Barrens Gewerbe 712 Rosenmontag Dienstag und Mittwoch Neues Bolkstheater 7 Uhr: Rofenmontag Röpenicker Str. 68. Nachmittags: Jugendfreunde Pfingstmontag 7 Uhr: Rose Bernd Nachmittags: Jugendfreunde 7 Uhr: Rose Bernd Staatstheater. Opernhaus 5 Uhr: Die Fran ohne Schatten Pfingstmontag 5 Uhr: Die Meistersinger Schauspielhaus Nachmittags 21%, Uhr: 23. Bolksvorstellung Flachsmann als Erzieher 7 Uhr: Fiesco BPfingstmontag Machmittags 21, Uhr: 24. Bolksvorstellung Die Rabensteinerin 7 Uhr: Fiesco Direktion: Ray Reinhardt. Deutsches Theater 2: Botasch u. Berlmutter 7: Botajch u. Berlmutter Pfingfimontag 2: Potaich u. Perlmutter 7: Potash u. Perlmutter Kammerspiele Donnerstag 7, U.: Gespenster ( Loffen, Abel, Loos) Freitag bis Montag 7%, Uhr: Rosenmontag Deutsch. Künstl.- Theater 3 Uhr: Bygmalion Allabendlich 71, Uhr: Die felige Grzellenz ( Adalbert, Junkermann, Büller) Pfingstmontag 3 Uhr: Pygmalion 71/2 Uhr: Die felige Exzellenz Dienstag bis Montag 71%, Uhr: Die felige Erzellens Theater am Nollendorfplatz 3%, U.: Wenn Liebe erwacht 7 Uhr: Der Better aus Dingsda Pfingstmontag 3%, U.: Wenn Liebe erwacht 71 Uhr: Der Better aus Dingsda Kleines Theater Heute und morgen 4 Uhr: Casanovas Sohn 21.21.: Die deutsch. Kleinstädter 7%, thr: Nur ein Traum 8 ühr: Mesallianz Pfingstmontag 3 Uhr: Frühlings Erwachen 8 Uhr: Mesalliance Thalia- Theater 3 Uhr: Rinopuppe Großes Schauspielhaus 7: Mascottchen Karlstraße 2, 1.: Ein Sommernachtstraum 71.: ( Außer Abonnement) Komische Oper Ein Sommernachtstraum 7 Die Oper ( Außer Abonnement) Pfingstmontag 2% 21.: Ein Sommornaohtstraum ( Machm. Abt. A, 4. Vorft.) 7U.: Ein Sommernachtstraum ( Außer Abonnement) Theater i. d. Königgräger Str.: Nachmittags: Salome 7 br: Rugby Steinrück, Glägner, Bildt, Pointner, Richard, Boy, Schlegel Pfingstmontag Nachmittags: Rausch Alt- Heidelberg SonntagsNachmittag: Der Barbier von Sevilla Walhalla- Theater 7 Uhr: Die Scheidungsreife Rose- Theater 7% Uhr: 8 Uhr: Salome Wo die Schwalben nisten ( Maria Orska, Ernst Dernburg, 5. H. von Twardowski) Berliner Theater: 8. Folies Caprice 8 u. am Dranienburger Tor Der ledige Ehemann mit Ferd. Grünecker Garden Residenz- Kasino Milliarder 7.30 Uhr: Side Wörner, chi Cllest, Ralph Arthur Roberts, Herb. Riper, Paul Reblopf An den beiden Feiertagen Machm.: Der letzte Walzer Komödienhaus: An den beiden Feiertagen Machm.: Die Sache mit Lola 71% Uhr: Die Sache mit Cola Dienstag, den 17.Mai, 7 Uhr: Uraufführung Der blonde Engel Don Robert Winterberg Paul Heidemann a. G., Josefine Dora v. Staatsth. a.G., Jnge van derStraaten, Jia Narfen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogs, Alfred Walters Residenz- Theater Heute und morgen 31, Uhr: Lady Windermeres Fächer Täglich 7, Uhr: Das Privileg ( Baul Wegener, Lucie Höflich, Jika Grüning, Ad. Edgar Licho) Trianon Theater B Heute und morgen 4 Uhr: Rosen Täglich Rolen 7% Uhr: Blumenstraße 10 Täglich: Großer Witwenball 7 Apollotheater 72 Friedrichstraße 218 Naturalistische Neuheit Im Reiche der Venus und weitere 10 Sensationen. Etablissement Carl barlshof a. Spand. Schiffahrtskanal Am 1. und 2. Bingitfeiertag Großes Frühtonzert Rachm. an allen 3 Feiers tagen in beiden Gärten Gr. Doppeltonzert Jx ben 3 Prachtfälen Großer Tanz Sommertheater Landsberger Allee Landsberger Allee 76-77 :: gegenüber Bahnhof Täglich große von Hermann Sudermann Spezialitäten Vorstellung Theater Varieté ( Olga Limburg, Carola Toelle, Ronzert Käthe Haacht, Falkenstein, Herrlicher Familienaufenthalt Ballentin, Schroth, Bendow) Billige Preise Kaffeekochen Große Berliner Kunstausstellung im Landesausstellungsgebäude am 2ehrter Bahnhof ist eröffnet Königsbankr. Frankfurter Str. 117 an der Andreasstraße Neues Belt, Theater im Naturgarten. Bei Regen Schuß für 1000 Personen. 2b1 Pfingstfeiertag Residenz- Sänger täglich abwechselnd fowie Konzert, Theater und Varité- Borstellung. Anfang Sonntags 4 Uhr Wochentags 7 Uhr Familien können Kaffee kochen.-- Stelle den Genossen Garten u. Saal nebst Vorstellung zu kulant. Beding. zur Verfügung. Leser der Freiheit" haben wochentags ers Agtung! mäßigte Preise gegen Borzeigung des Inferats. Sport- Palast Das gröiste Kino der Welt Peisdamer Str.72 Hochbahn Balowsin Der Mann ohne Namen. Vem 13.- 16. Mai: Teil: Peter Voß, der Millionendieb. Teil: Vom 17.- 19. Mai: Der Kaiser der Sahara. Dazu ein reizendes Lustspiel. Erablissement Friedrichstr 5v 60 Ecke kripzi Heitere Spiele Außerord. intereffantes reichhaltiges Programm! Luffigite Komit! Borer- Kampf swiſch. feindl. Romikern. Eintritt frel: Reserv. Pläge 2, 3 n. 4 m. Großes Schauspielhaus Abonnement 1921/22 Täglicher Verkauf an der Abonnementskasse( 10-2, 6-8) und bei A. Wertheim. Abonnements- Preis für 6 verschiedene Vorstellungen Parkettloge Parkettring... 120.90.Ringloge Balkon • 0 . 120.70.I. Ring II. Ring • • 9 • • 9 • 54.- III. Ring.... 18.36.Auf alle nach dem 1. Juni gelösten Abonnements erfolgt ein Zuschlag von 20% Abonnementsvorstellung Jeder Abonnent für das Spieljahr 1921/22 Siebente im Deutschen Theater. hat das Recht auf eine siebente Abonnementsvorstellung im Deutschen Theater. Gegen Vorzeigung des neuen Abonnementsheftes an der Kasse des Großen Schauspielhauses ist diese Vorstellung nachzulösen. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 4a- 5 ( Sommer- Direktion: Gustaf Bergmann) Heute 7 Uhr Zum 1. Male: American- Girl Operette in 3 Akten von Dr. Julius Blumenthal Musik von K. Zorlig Musikalische Leitung: Dr. Egon Neumann/ Tänze: Robert Négrel Darsteller: Agni Wilke, Lola Grahl, Heinz Salfner, Reinholf Pasch, Fritz Langendorff, Ida Perry, Josefine Klein, Max Kronert, Alfred Scherzer, Rudolf Hilberg Generaldirektion: Alfred Duskes und Slegbert Goldschmidt An allen drei Feiertagen Großfeuerwerk 1. und 2. Feiertag Frühkonzert und Attraktionen 7 Uhr, Einlaẞ 6 Uhr Nachmittags: Doppelkonzert Musikdirektor Franz v. Blon Musikdirektor Hollfelder und sonst wie täglich Die tollkühnen Gebr. Wichmann auf dem Turmseil Weinterrasse 5- Uhr- Tanz- Tee Max de Groot Jazz Band Luna- Palais Treffpunkt der vornehmen Welt Geschw. Severus haben jeden Abend stürmischen Beifall! Orig. Jazz Band 47 neueste Attraktionen bieten viel Kurzwell! John Hagenbecks Raubtierschau Dressierte Els- und braune Bären, Steinmarder, Affen und der radfahrende Mandrill, Papagelen, Hande und Katzen Berliner Brater Rastanien- Allee 7-9 Täglich 4 Uhr: Die Schönste von Allen Operette von Jean Gilbert Varieté Sensationen ● Am 1. u. 2. Feiertag: Früh- Konzert n. Vorstellung Theater a. Kottbus.Tor Kottbuser Straße 6. Täglich 7, Uhr fowie zu halben Breifen am 1. und 2. Feiertag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger Horft, Ruffelli, Schubert, Becker, Fanther, Walden, Gröning, R.Schrader usw. Borverk. 11-11%, u. 4-6 Uhr VARIETE KABARET Benrenstraße 54 präz. 7% Uhr: 12 Mai Attraktionen Wanderfarten für alle Gegenden erhält man in ber Buchhandlung, Freiheit Brette Straße 8-9. Ball- Haus Neu Eröffnung g 300 tim 1. und 2. Pfingst Feiertag ab 6%, Uhr: 128 Uhr Allabendlich: 1/28 Uhr Theater am Nollendorfplatz Der Vetter aus Dingsda Operette in 3 Akten von Hermann Haller und Rideamus nech einem Lustspiel von Kempner- Hochstädt Musik von Eduard Künneke Volks- Ztg.: Ein Bombenerfolg, wie von Anfang an richtig vorausgeahnt. B. Z. a. M.: Ein Erfolg, ein voller und ganzer. Voss. Ztg.: Auch der Verwöhnte. das darf man ohne Uebertreibung sagen wird die angenehme Bekanntschaft dieses gestern mit Jubel begrüßten Vetter aus Dingsda" suchen. Für die Leser der Freiheit Galtig vom 17. bis 51. Mai für 1-6 Personen. Nur wochentags. Für alle nachstehenden Plätze halbe Kassenpreise: II. Rang- Trihäne II. Rang Rang- Balkon 1. Rang J. Rang- Balkon Parkett Sonnabends M. 1.- Aufschlag Neue Welt Arnold Scholz Hasenhelde 108/114 Eröffnung der Pfingsten! Sommer- Saison 1. und 2. Pfingstfeiertag Frühkonzert und Spezialitäten Vorstellung Anfang 6 Uhr Nachmittag! 100 Einlaß 5 Uhr Konzert und Spezialitäten- Vorstellung Zur Eröffnung: Das Riesen Varieté Programm ( 16 erstklassige Attraktionen) Anfang 4 Uhr außerdem: Großer Ball Volks- ReiseVerband Neukölln VRV Münchener Straße 53 Ferienfahrten 1921 Bom 1.- 27. Auguft: 3 Fahrten nach Tirol( je 14 Tage) 18.- 25. Juni: Durch den Harz( 7 Tage) 18.- 25. Junt: Durch den Odenwald zum Neckar nach Heidelberg( 7 Tage) Näheres in der foeben erschienenen Nr. 4, Der Reisegenoffe Am Mittwoch, 25. Mai, Lichts Wort und Bild Karten find in unserer Buchhandlung zu hab bildervortrag i. Reform- Gymnafium, Cirol in t Neukölln, Bobbinstraße 34-38 Einlaß 2 Uhr Die Kreuger- Sonate von Leo Tolstoi 164 Geiten Mk. 1.50 Buchhandlung Freiheit Breite Straße 8-9 Sommer- Theater Konzert- Haus Schweizergarten Am Friedrichshain 29/32 Bollständig neu renoviert! An allen 3 Pfingstfelertagen und täglich das große neuengagierte Spezialitäten Sensations Programm dazu die Ausstattungsoperette " Die Fahrt in's Glücksland" Am 1. und 2. Bangfeiertag Großes Frühkonzert und Spezialitäten Um 1. fingfifeiertag die bekannte Ausstattungsoperette Doppel- Frühtonzerte Ueber'n großen Teich mit Frau Dir. Herrmann, nachmittags Doppel- Konzerte Die Wagen ber Großen Berliner Straßenbahn vers kehren früh auf allen zum Garten führenden Linien. Deta Möws, Ernst Frangen, Belmar Rennfpies, Curi Landen in den Hauptrollen. Um 2 Pfingisfeiertag früh: ständig wenes Bro gramm, bagu: Ein kleines Gefchenk und X- Strahlen Im großen 560 Quadratmir. Großer Zeftball Reuerbauten Sangfaele Raffenöffnung zu den Frühkonzerten margens 4 1hr, Ans fang morgens 5 Uhr. Raifenöffnung nachm. 2 Uhr, An faxg Uhr. Vorverkauf der Billetts ab heute. neu erbaut CIRCUS BUSCE Beide Felartage 2 vorstellungen 2 Nachmittags 3 ein eigenes 711. Rind frei! Cireus: Senfationen Zum Schlußi. beid.Borstellungen bas gewaltige Manegefchauffüd 4/2 „ Krone u. Fessel" 8/2 mit Job. Riemann Boaf. Wertheim u. Cireuskaffe Nr. 223 Groß- Berlin Pfingstsonne Den Geist wollt Ihr seiern, den heiligen Geist, Der die Dogmen zerschmilzt und die Formeln zerreißt Und Ihr bindet den Arm, der die Fesseln zerbricht!? Thr blendet die Augen- und predigt das Licht!? Und all Euer Gloden weitballend Gedröhn Webertäubt nicht der winselnden Sflaven Gestöhn Und all Euer Kerzen hellflammender Schein Flammt nicht in die Tiefen des Elends hinein! Du Sonne der Pfingsten, Du himmlischer Strahl, Gieße aus Deine Fülle ins finstere Tal! Du göttliche Freiheit des Menschengeschlechts, Leuchte Du uns im Kampfe als Fadel des Rechts! Dann läuten wir Sturm in die zitternde Welt Mit Glodengetön, das die Gräber durchgellt Dann feiern wir Pfingsten und frönen den Geist, Der die Mauern zersprengt und die Ketten zerreißt! Clara Müller. Pfingstbetrachtung Alle Feste, die wir heute noch feiern, haben durch die anSpruchsvolle christliche Kirche eine, religiöse Bedeutung erhalten, wodurch es scheint, als gingen dieje Feste in ihrem Ursprung auf die chriftliche Kirche zurück. Das trifft aber weder bei Ostern und Weihnachten, noch bei Pfingsten zu. Die christliche Kirche hat es vielmehr nur verstanden, an vorhandene heidnische Feste anzutnüpfen, um so einen Uebergang zu ihrer Religion zu schaffen. Besonders das Pfingitfest hatte religiöse Bedeutung schon vor der Entstehung des Christentums bei den Hebräern. Der Ursprung des Pfingst festes geht zurüd auf bie Anfänge der Menschheitsgeschichte. Als sich die Menschen bus der Tierheit soweit entwidelt hatten, daß sie nach einer Beherrschung der Natur strebten, von der sie als ihrer Lebensquelle abhängig waren, suchten sie zunächst nach einer Erklärung der die Natur bewegenden Kräfte, deren UeberTegenheit fie spürten. Dem primitiven Denten der Ur menschen entsprechend, bestand diese Erklärung zunächst in einer Personifizierung der Erscheinungen. Der Urmensch beging zur Erhaltung feines Lebens Handlungen, deren Wirfungen er vor Augen sah. Folglich betrachtete er alles, was Fich in seiner Umwelt sichtbar veränderte, als den Ausfluß einer persönlichen Tätigteit. Dieser Gedankengang führte bazu, in den Naturereignissen das Wirken von Personen zu fehen. Aus diesen Anschauungen hat sich die heidnische mythologie entwidelt, jener alte Götterglaube, der jedes be= ondere Naturereignis als die Tätigkeit eines bestimmten Gottes anjah. 2. Beilage zur„ Freiheit" Von besonders tiefer Wirkung auf das Leben der vorgeschichtlichen Menschen war jedes Ereignis in der Natur, das wesentliche Veränderungen in der Ernährung und der sonstigen Lebensweise der Menschen hervorrief. Ein solches Naturereignis mar ror allem der Frühling, das Wiedererwachen der scheinbar abgestorbenen Natur. Dieses Naturereignis wurde von jeher besonders gefeiert, und wir finden in den Sitten und Gebräuchen, die zum Teil noch heute am Pfingstfest lebendig find, immer wieder Anklänge an den alten Ursprung dieser Frühlingsfeier. In unsere Sprache hat sich heute ein Wort eingebürgert, bas man jetzt etwas drastisch-zur Bezeichnung beson: ders herausgepugter Festgenossen verwendet: Pfingst och se. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung in einem alten Gebrauch, der in dunkier heidnischer Vergangenheit entstanden ist. Die alten Germanen pflegten ihren Göttern als Opfertier einen Ochsen darzubringen, weil Pfingsten für sie das Fest der Hirten war, an dem sie nach langer Winterszeit wieder das Vich auf die Weide treiben fonnten. Das Tier wurde besonders geschmüdt, und dieser Gebrauch hat sich später umgewandelt in einen Stierwettstreit, der zum Beispiel in Braunschweig ,, Bullenstoßen" genannt wird. Diesen Rampf fechten mehrere Bullen untereinander aus, und der Sieger hot dann die Herrschaft über die Herde. Solche Sitten haben sich in verschiedenen Formen lange Zeit erhalten, bis schließlich das an sie erinnernde Wort Pfingstochse in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist. Ganz allgemein zeigen die verschiedensten Pfingstgebräuche, daß an diesem Fest das Wiedererwachen der Natur gefeiert wird. Die Freude am Einzug des Frühlings zeigt sich zum Beispiel an dem weitverbreiteten Gebrauch des Lodaus: tragens am Sonntag Lätare. Unter jubelnder Beteili gung, besonders der Jugend, wird eine Personifikation des Winters aus dem Ort hinausgetragen und dann verbrannt oder ins Wasser geworfen. Umgefehrt wird dann eine Puppe oder ein mit frischem Laub umhüllter Mensch im festlichen Umzuge in die Wohnstätten der Menschen eingeholt. Auch von diesem Gebrauch haben wir auch heute noch einen Antlang in der Sitte, zu Pfingsten die Säufer mit frischem Maiengrün zu schmüden. Die Arbeiterschaft hat heute feinen Anlaß mehr, die firch: lichen Feste einzuhalten. Die wenigen Festtage aber, die wir aus jahrtausendelanger Ueberlieferung heute noch begehen, wollen wir begehen in dem Gedanken an ihren wahren Ursprung. Dieser Gedanke ist so viel schöner als die später aufgepfropfte firchliche Bedeutung, weil er uns erinnert an die Entwicklung der Menschheit aus niederen Anfängen zur Beherrschung der Natur. In diesem Sinne begehen auch wir das Pfingstfest als die Feier des Wiedererwachens der Natur, des nach langer Wintersnacht neu pulsierenden Lebens. Bezirksverband Berlin- Brandenburg. Die nächste Zentralvorstandsßigung findet am Donnerstag, den 19. b. M., abends 7 Uhr, in der Arbeiter- Bildungsschule, Berlin, Berbandsgeneralversammlung und ben dazu gestellten Anträgen. Breite Str. 8-9, statt. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Verbandsgeneralversammlung und den dazu gestellten Anträgen. 2. Die Agitation für die Freiheit". Die Geschäftsleitung. Sonntag, 15. Mai 1921 Der Schutz der Mieter Eine neue Verordnung des Berliner Magistrats über den Schutz der Mieter und über die Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel für Berlin wird jetzt veröffentlicht und tritt sofort in Kraft. Danach können Klagen auf Räumung von Wohnungen nur noch mit 3ustimmung des Mieteinigungsamtes angefirengt werden. Dasselbe gilt von der Bollstredung von Räumungsurteilen, einstweiligen Verfügungen, Vergleichen usw., überall ist die Zustimmung des Mieteinigungsamtes erforderlich. Die wich tigste Neuerung ist die Bestimmung, daß das Anbieten von Wohnungen in Zeitungen sowie gewerbsmäßiges Weitervermieten von Wohnungen verboten ist, ebenso auch das Mieten. Sohe Geldstrafen bis zu 10 000 m. werden angedroht für das Uebertreten der zahlreichen Bestimmungen, die 20 Paragraphen umfassen. Jeder Abschluß eines neuen Vertrages ist binnen einer Woche unter Vorlegung des Vertrages anzuzeigen. Gebäude dürfen nicht mehr abgebrochen und Räume nicht mehr ohne Ges nehmigung zu anderen Zweden benutzt werden. Die Gemeinde fann Wohnungen teilen und bauliche Acnderungen vornehmen lassen und vermieten. Wir werden über den Inhalt und die Bedeutung dieser Verordnung, die die Möglichkeit zur schärferen Bekämpfung der Wohnungsnot bieten soll, noch eingehend berichten. Auf Anordnung des Oberpräsidenten von Berlin sind fünftighin Einsprüche gegen Verfügungen oder Entscheidungen eines Bezirksa wohnungsamtes der neuen Stadtgemeinde oder über die Ge schäftsführung eines Mieteinigungsamtes im Bezirke derselben nicht mehr unmittelbar beim Herrn Oberpräsidenten einzulegen, sondern beim„ Sauptamt für das Wohnungswesen" ( Abteilung: Wohnungs- bzw. Mietsachen) als der zunächst zus ständigen Dienstaufsichtsstelle. Streckung der Arbeitszeit bei der Berliner Straßenbahn Mit Rüdicht auf die bei der Aufstellung des neuen Stadthaus halts erforderliche äußerste Einschränkung muß auch die Verwal tung der Berliner Straßenbahn einen großen Teil der notwendi Sierdurch werden neben solchen Arbeitsträften, die schon infolge gen Erneuerung des Wagenparts und des Oberbaues zurüdstellen. der Jeit einiger Zeit in Durchführung begriffene Verkehrsvereins Jchränkungen frei wurden, weitere Arbeitsträfte überzählig, deren Entlassung in nahe Aussicht genommen werden muß. Den gesetzlichen Borschriften entsprechend, die vor solchen Entlassungen eine Stredung der Arbeitszeit verlangen, hat der Magistrat am 4. Mai Maßnahmen beschlossen, die nunmehr von der Verwaltung der Berliner Straßenbahn durch einen Aushang folgenden Wortlauts auf allen Straßenbahnhöfen und Werkstätten zur Kenntnis gebracht werden. Unter Beachtung der tarifvertraglichen Kündigungsfrist wird für den Betrieb, die Bahnhofswerfstätten, das Hauptlager, die Oberleitungswachstationen und das Kraftwert ab 1. Juni 1921 die monatliche Arbeitszeit von 208 Stunden zunächst auf 192 Stunden monatlich vermindert. Für die Hauptwerkstatt, die Oberleitungsbauabteilung, die Gleisbauabteilung und die Hochbauabteilung muß ab 1. Juni 1921 die wöchentliche Arbeitszeit von 48 Arbeitsstunden auf 24 Stunden herabgesetzt werden. Die Be zahlung richtet sich nach der wirklich geleisteten Stundenzahl. Gleichzeitig soll denjenigen Arbeitnehmern, welche freiwillig aus scheiden( ausgenommen Doppelezistenzen und Ruhestand) und B lohnt sich Pakenhagen Schorwalde Staaken Schonb C& A eget Buch Karishorst Tempelho Copenia rwergendf. Schlafense Grun BERLIN Zehlendf. Teltow wawes Meriendorf Potsdam Eleg. Staub- u Regenmantel 125 cm lang, in der so stark begehrten Covertcoatfarbe. Hervorragend im Schnitt und sehr sauber verarbeitet. 245: C& A Lichtenrade für Sic, auch einen weiten Weg zu machen, um bei uns zu kaufen. Die ganz gewaltige Auswahl, die Sie bef uns finden und unsere immer wieder Staunen und Bewunderung er regenden niedrigen Preise werden Sie für alle aufgewandte Mühe und Kosten überreichlich entschädigen! Königstraße 33 Am Bahnhof Alexanderplatz Chausseestraße Belm Stettiner Bahnhof thren Wohnsitz nachweislich auf das Land außerhalb Groß- Berlins| Eine Kleingartensiedlung auf dem Tempelhofer Feld Meldeamt Groß- Berlins fostenfrei Auskunft zu beantragen, fo verlegt haben, ein Abkehrgeld von 2000 Mart bezahlt werden. Der freiwillige Austritt muß aber bis zum 15. Juni 1921 erfolgen. Mit Rücksicht darauf, daß in absehbarer Zeit mit einer Aenderung der Verhältnisse taum zu rechnen ist, tann nur angeraten werden, von dem freiwilligen Ausscheiden weitgehendsten Gebrauch zu machen." Erwerbslosenfürsorge im März Ausgangs März wurden in Berlin insgesamt rund 69 000 Et werbslose( davon rund 55 000 männliche und 14 000 weibliche) unterstützt. Der Abgang an Erwerbslosen im Laufe des März betrug rund 7200( davon 4850 männliche und 2350 weibliche), der Zugang rund 16 700( davon rund 12 800 männliche und 3900 weibliche). Es schieden aus: infolge Arbeitsaufnahme 5343 " Arbeitsverweigerung 10 " Fernbleibens von den Geschäftsstellen 927 Ablebens 20 23 33 Verheiratung 30 " Abwanderung 62 aus sonstigen Gründen 808 Bon den 69 000 Erwerbslosen waren rund 31 600 organisiert. s befanden sich im Alter:. Männliche: zwischen 16 u. 18 Jahren . 18 u. 21 1 401 6 627 " 9 über 21 Jahre 47 014 ( davon verheiratet 37 703) Weibliche: zwischen 16 u. 18 Jahren 18 u. 21 über 21 Jahre 289 1124 12 535 ( davon verheiratet 3460, verwitwet 4493) Die Zahl der Zuschlagsberechtigten betrug rund 60 000. Seit April 1920 und länger waren ausgangs März noch 1931 Männ liche und 39 Weibliche erwerbslos. Die Statistit für die Einheitsgemeinde Berlin liegt noch nicht vor. Die städtische Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen hat in ihrer gestrigen Sigung unter dem Vorsiz des Stadtrats Wuzky der Verteilung von 25 Millionen als Bautostenzuschüsse für 16 größere Siedlungsunternehmungen und für 200 Einzelantragssteller in Groß- Berlin zugestimmt. Damit hat die Siedlungsdeputation die ihr für dieses Jahr zur Verfügung stehendenden Mittel im wesentlichen erschöpft. Bon größeren Darlehen und Zuschüssen sind hervorzuheben: 8 Millionen für die städtische Kleinhaussiedlung in der Jungfernheide mit 160 Wohnungen, 4,6 Millionen für Beamtenwohnungen nach besonderer Angabe des Oberpräsidenten, 917 000 M. für den Ge= meinnügigen Bauverein Kriegerheimin Lighter felbe, 860 000 m. für die städtischen Bauten am Süd=" part in Spandau, 568 200 M. für die Arbeiterheimstätten in Lantwig und 576 000 M. für die Pantower Heimstätten an der Galenusstraße. Bon besonderer Bedeutung ist der von der De putation verabschiedete Entwurf einer städtischen Kleingartentolonie auf dem östlichen Tempelhofer Feld, die in einer Größe von 58,2 Settar zwischen den geplanten Reutöllner Sportplag und der jegigen Eisenbahnertolonie ange legt werden soll. Es tommen 1270 Kleingärten von 300 bis 600 Quadratmeter in Betracht. In der Mitte der Siedlung ist ein großer Weideplatz für Kleinvieh und an weiteren vier Stellen find leinere Spielpläge vorgesehen. Die beiden Hauptwege sollen Wasserleitung erhalten, an die sich die einzelnen Siedler anschlie Ben tönnen. Die Ausführungen der allgemeinen Anlage ist so einfach wie möglich gedacht, trotzdem stellen sich die Koften nach dem der Deputation unterbreiteten Boranschlag auf 1,1 Million. An Bacht werden jährlich 29 000 m. erwartet. Da es sich hier um ein der Boltsgesundheit in hohem Maße dienendes Unternehmen handelt, ist zu hoffen, daß Magistrat und Stadtverordnete auch die erfor derlichen Mittel bewilligen. Ferner stimmte die Siedlungsdeputation den Haushaltsplänen für das städtische Zentral- Kleingartenamt und das Kleingartenamt der Bezirke 1-6 zu und beSchloß, entsprechend den Beschlüssen der städtischen Körperschaften, bie Stelle des Generaldirektors für Städtebau, Siedlungs- und Wohnungswesen in mehreren Tageszeitungen und Fachblättern öffentlich auszuschreiben. Eine Besichtigung der Berliner Stadtbibliothek Durch das bereitwillige Entgegenkommen des Direktors der Berliner Stadtbibliothet war es gelungen, den Bibliothekaren der Gewerkschaften eine Besichtigung der Stadtbibliothek zu ermög Ernährungseinschränkungen für die Tuberkulose: lichen. Der Direktor, welcher die Führung übernommen hatte, kranken in Beelit Schließung der Heilstätten? Der Verband der Lungen- und Tuberkulosetranten schreibt uns: Nachdem man sich feit einigen Wochen in Versammlungen in ganz Berlin über die Bekämpfung und Verhütung der Tuberkulose theoretisch ausgesprochen hat( die Ernährungsfrage spielte in allen diesen Versammlungen eine Hauptrolle), geht der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Berlin, jebenfalls auf Grund seiner durch jahrelange Erfahrung gesammelten Erfenntnis, daran, diese Theorie in die Praxis umzusetzen. Der Erfolg einer Seilstättentur beruht in der Hauptsache in der Durchführung einer guten Ernährung. Dann aber ist auch äußere und innere Ruhe für die Patienten eine unerläßliche Borbedingung eines mehr oder weniger guten Heilerfolges. Diese beiden Borbedingungen hat der Vorstand der L. B.-A. durch Jeine Maßnahmen, zu welchen er angeblich aus finanziellen Gründen gezwungen war, illusorisch gemacht. Am 28. April faßte der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Berlin den Beschluß, allen in den Sanatorien und Heilstätten von Beelitz befindlichen Kranten die Butterration von wöchentlich ½ Pfund auf% Pfund pro Woche herabzusezen. Als Ersatz für die fehlende Butter Joll Margarine ge liefert werden. Den Patienten, die den Borstand der Heilstätte, Herrn Geheimrat Dr. Freund, daraufhin sofort zu sprechen wünschten, wurde folgender Bescheid auteil: 1. Der Beschluß, die Butterration zu fürzen, fann nicht ge= Muändert werden. Dieser Beschluß sei vom Vorstande und vom Ausschuß in einer gemischten Kommission einstimmig gefaßt wor den, da die finanzielle Lage der Bersicherungsanstalt die äußerste Einschränkung erfordere. 2. Die Frage der teilweisen Schließung der Heilstätten ist lediglich von den Organen der Landesversiche rungsanstalt zu entscheiben. Im übrigen wird anheimgeftellt, etwaige Wünsche und Anträge schriftlich zu stellen. Nach Eingang der schriftlichen Beschwerden sei der Herr Vorfigende bereit, eine Vertretung der Patienten zu empfangen. Nachdem man also erst über die Köpfe der Betroffenen Beschlüsse gefaßt hat, ist man hinterher nach schriftlicher Formulierung bereit, die Betroffenen zu hören. Daß sich der Patienten eine begreifliche Aufregung bemächtigt hat, dürfte verständlich sein. Das ist natürlich für den allgemeinen Zustand der Tuberkulosetranten und zur Förderung ihrer Gesundheit äußerst dienlich. In einer am Sonntag früh stattgefundenen Vollversamm fung aller Patienten der Heilstätte Beeliz tam bas auch in folgender Resolution zum Ausdrud: „ Notschrei der Patienten der Beeliger Lun genheilstätten und Sanatorien! Die heute tagende Bollversammlung der Insassen der Beeliger Heilstätten prote stierten auf das Entschiedenste dagegen, daß die Heilstätten Beelig durch die finanzielle Notlage der Landesversicherungs- Ans stalt Berlin in absehbarer Zeit zum Abbau bzw. zur Schließung gebracht werden sollen. Ferner protestieren die Versammelten ganz energisch gegen eine Verkürzung der Butterration um 50 Proz. Sie erbliden hierin eine Gefährdung ihrer Heilung. Die Versammelten sind sich einig in der Meinung, daß die verabreichten Lebensmittel das Minimum der Ernährung in einer Heilstätte bedeuten und daß deshalb feine Kürzungen der Lebensmittelrationen ohne förperliche Schädigungen der Patien ten gemacht werden tönnen. Wir fordern die gesamte Arbeiterschaft auf, uns in unserem Kampfe zu unterstügen." Die vielfach durch den Raubbau der fapitalistischen Gesellschaft der furchtbaren Boltsfeuche Tuberkulose Anheimgefallenen haben ein Recht darauf, gehört zu werden. Es handelt sich um Familienpäter, die das sonnige Pfingstfest mit den fressenden Krankheitsteimen in der Brust nicht im Kreise ihrer Familien verleben tönnen, es handelt sich um Frauen aus der Arbeiterschaft, die unsere beffere Zukunft im Schoße tragen sollen. Nach Aeußerungen maßgebender Personen nimmt die Tuberkuloseepidemie in geradezu erschreckender Weise überhand. Kein Gebiet des öffentlichen Lebens wird von den Behörden mehr vernachlässigt und verbummelt, wie die Betämpfung ber Tuberkulose. Und doch sollte jeder wissen, daß tein Aufstand, feine noch so blutige Revolution die Reihen der Arbeiterschaft mehr dezimiert als die Tubertuloje. Kommerzienräte, Bankdirettoren, Valuta-, Steuer- und andere Schieber haben allerdings diese Krankheit nicht zu befürchten. Es ist deshalb tein Wunder, wenn sich unsere Behörden um eine typische Proles tarierkrankheit nur so nebenher fümmern. Und dennoch: fein Tag, wie heuer das fonnige Pfingstfest, ist geeigneter dazu, der Bourgeoisie eine ber furchtbarsten Anklagen ins Angesicht zu schleudern. Die wachsende Ausbreitung der Tubers fulose behaftet die herrschende Klasse mit dem Brandmal unausLöschlicher Schande! Die nächste Nummer der Freiheit" erscheint der Feiertage wegen Dienstag Abend. Preßtommission. Nächste Sigung am Dienstag, den 17. Mai, 8 Uhr, Breite Str. 8-9. gab zunächst einen Ueberblick über die Entstehung und Entwid lung der Berliner Stadtbibliothet. Alsdann wurde die Lejehalle mit einer großzügig angelegten Sandbibliothet für die Leser befichtigt. In den hinteren Räumen befindet sich eine reichhaltige Bücherei und daneben ein geschmadvoller Raum für die Kartothefifierung. Unser Weg führte dann nach dem Erdgeschoß, in dem die eigentliche sehr umfangreiche Bibliothet für Bücherausgabe unterges bracht ist. Bon dort werden die Bücher mittels Fahrstuhl nach der Ausgabestelle befördert. Nach Mitteilung des Direttors find 165 000 Bände im Befihe der Stadtbibliothek. Auch eine Reparaturwerfstätte für Buchbinderarbeiten der Stadtbibliother ist vorhanden. In den oberen Stockwerken find Bermächtnisse von be fannten Persönlichkeiten untergebracht, so ist hervorzuheben die Bibliothek von Wildenbruch, sowie Friedländer Wenn auch das Gezeigte vollauf befriedigte und recht interessante Einblicke in die Einrichtung der Stadtbibliothek gewährte, so muß doch gesagt werden, daß der Mangel an ausreichender sozialistischer Literatur die Gewerkschaftsbibliotheken nicht ersetzen fann, wenn auch sonst von allen Wissensgebieten eine umfangreiche Literatur vorhanden ist. Die Bestrebungen, die jetzt im Gange find, um die Gewerkschaftsbibliothefen zu zentralisieren und mit denen sich die Gewerkschaften in allernächster Zeit zu beSchäftigen haben, tönnen durch diesen Besuch und das dort Ges sehene nur wirtsam, unterstüßt und gefördert werden. Zufriedene Arbeiter! Der Transportarbeiter- Berband teilt uns folgenden unglaublichen Fall mit: Ein Arbeitgeber, der nur zufriedene Arbeiter hat, ist nach seiner Meinung der Inhaber der Firma C. J. Hofmann, Kolonialwarengroßhandlung, Wallstraße 57. Im Auftrage einiger seiner Mitglieder, welcher bet obiger Firma beschäftigt sind, wandte sich der Transport arbeiter Verband mit einem Schreiben an genannte Firma mit dem höflichen Ersuchen, die äußerst niedrigen Löhne Firma mit dem höflichen Ersuchen, die äußerst niedrigen Löhne einer Aufbesserung zu unterziehen. Als nach geraumer Zeit eine Antwort der Firma nicht erfolgte, begab sich ein Vertreter des Transportarbeiter- Werbandes zu der Firma, um mit dem Geschäftsinhaber persönlich Rüdsprache zu nehmen. Bemerkt jei noch, daß der Wochenlohn 210 M. beträgt. Als der Verbandsvertreter fein Anliegen vorgetragen und seinem Bedauern Ausdrud gegeben, daß auf sein Schreiben eine Antwort der Firma nicht erfolgt ist, äußerte Herr Hofmann in erregtem Ton: Solche Schreiben werden von mir überhaupt nicht beantwortet, die wandern sofort in den Papierkorb. Meine Leute sind schon jahrelang bei mir und sind alle zufrieden, und wem es nicht paßt, der tann gehen." Der Vertreter wies darauf hin, daß ein Lohn von 210 M. unter den heutigen Berhältnissen doch nicht ausreichend sei für eine Fa milie. Dies erregte ganz besonders den Zorn des Herrn Hofmann, und er erwiderte: Dann beschwindeln Sie meine Leute, ich habe ihnen erst neulich 10. zugelegt( bis dahin betrug der Wochenlohn 200 m.), zu Weihnachten habe ich jedem 200 M. gegeben, wem das nicht genug ist, tann sofort aufhören. Bon Ihnen lasse ich mir überhaupt nicht dreinreden, machen Sie, daß Sie raustommen." Die Arbeiterschaft und jeder sozial denkende Mensch wird die Firma C. J. Hofmann, Wallstr. 57, in weitgehendstem Maße unterstützen, damit diese noch weiter in so fürsorglicher Weise für ihre Arbeiter sorgen tann. Von einer größeren Anzahl Firmen im Nahrungsmittelgroßhandel wird schon seit Ende vorigen Jahres ein Wochenlohn von 270 M. gezahlt. Es ist geradezu ein Standal, verheirateten Leuten zuzumuten, mit 210 M. Wochenlohn eine Familie zu ernähren. ** Eine neue Berwertung von Mün. Stadtbaurat Dr. AbIer sowie mehrere Stadtbauräfe und Stadträte aus Köln, Düsseldorf und München sowie andere Interessenten besichtigten in den letzten Tagen mehrere Male eingehend unter Führung von berufenen Sachverständigen das Schmelz und Süttenwert OberIchöneweibe, wo minderwertiges Berliner Müll seit einiger Zeit mit dem Erfolg verwertet wird, daß man von neuen Ausbliden in die zufünftige Müllfverwertung und Müllbeseitigung sprechen fann. Besonderes Interesse erregte die dort gezeigte neue Schienenbettung für Straßenbahnen, die nun ver Suchtsweise auf einer besonders start frequentierten Straße in Berlin probiert wird. Bestätigt der Versuch die Erwartungen, die man an diese neue Schienenbettung fnüpft, dann dürfte es mit ben ununterbrochenen Buddeleien an den Schienen vorbei sein. Bei einer Drudfeftigteit von 4500 kg pro qm tann die Schiene selbst unmittelbar auf die Bettung gelegt werden. Der jegt ver wenbete Zementbeton hat eine Festigkeit von etwa 200 kg. Weiter wurde auch die Herstellung von Schladensteinen, Platten, Bridetts usw. in Augenschein genommen. Nach dem System ,, Sabo- Humboldt" wird jezt eine Müllverwertungsanstalt in Kiel errichtet. Die Pläne für solche Anstalten in Königsberg und mehreren füddeutschen und rheinischen Städten find teils fertig, teils in Arbeit. Die Anstalt in Schöneberg ist bekanntlich ähn lich. Dort wirb bas Müll verbrannt, hiez aber geschmolzen und verwertet. Die Gebühren im Einwohner- Welbeamt find nach einer Verfügung des Ministers des Innern für jede Wohnungsauskunft in Privatsachen auf 2 M. erhöht worden, Diese Gebühr gilt für alle Meldcämter Groß- Berlins. Bis zur Herstellung eines Ge famtmeldeamtes ist es den Antragstellern gestattet, innerhalb eines Monats auf Grund der gezahlten Gebühr bei einem weiteren fern die gesuchte Person von der vorigen Auskunftsstelle dorthin abgemeldet ist. Verlängerte Polizeistunde. Für die Pfingstfeiertage, Sonntag und Montag, den 15. und 16. Mai, ist die Polizeistunde für Groß- Berlin durch den Polizeipräsidenten bis 11% Uhr abends hinausgeschoben worden. Keine Sonderzüge in den Pfingsttagen. Die Kohlenwirtschaftsstelle in den Marlen teilt mit: Nachdem durch die bekannten Vorgänge in Oberschlesien die Zufuhr von Steinfohlen aus diesem Gebiet völlig ins Stoden geraten ist und infolge des Defektwerdens eines Transformators der Golpa- Werke bis auf weiteres nur etwa die Hälfte der regelmäßigen Strommenge von Golpa nach Berlin gebracht werden fann, hat der Reichskommissar für die Kohlenverteilung sich veranlaßt gefehen, den Verkehr mit Sonder zügen aus Anlaß des Pfingstfestes oder sportlicher Veranstaltun gen jeder Art auf der Hoch- und Untergrundbahn sowie im Be triebe der Berliner Straßenbahnen zu untersagen. " 20. Verwaltungsbezirk( Reinidendorf). Die Bezirksversamms lung erlebte ihre dritte Einführungszeremonie. Genosse Selfe wurde als endlich bestätigter Stadtrat und stellvertretender Bür germeister auf sein Amt verpflichtet. Die Gegenseite hatte beim Oberpräsidenten schwerstes Geschüß aufgefahren, die Wahl zu verhindern, leider ohne Erfolg. Bei dem zum Stadtrat gewählten Kommunisten Luscher find die Ermittlungen" immer noch nicht abgeschlossen. In die Tagesordnung eintretend, stimmte die Versammlung der Vorlage des Bezirksamts, betreffend die Orgas nisation der Bezirksverwaltung grundsätzlich zu, setzte aber eine besondere Kommission zur Durchberatung ein. Der Einrichtung von folgenden 13 Deputationen: 1. Finanzdeputation, 2. Ernäh rungswesen, 3. Wohlfahrtspflege, 4. Jugendpflege, Spiel und Eport, 5. Gesundheitswesen, 6. Hochbau, 7. Tiefbau, 8. Wohnungswesen, 9. Bezirksschuldeputation, 10. Bezirksschulausschuß, 11. Kunst und Bildung, 12. Partanlagen, Bestattungswesen und Kleingartenamt, 13. Werke und Betriebe, wurde zugestimmt. Außer für die Finanzdeputation wurden von uns für alle Deputationen Bürgerdeputierte verlangt. Die Versammlung trat dem bei. Die von uns beantragte Stärke der einzelnen Deputationen fand nicht den Beifall der Bürgerlichen. In ihrer bekannten Kurzichtigkeit folgten ihnen fast stets die Rechtssozialisten. Es muß eine zweite Lesung erfolgen, in der insbesondere die wichtige Schuldeputation gewählt wird. Der Verpachtung des Freibades Tegel widersetzt fich die U. S. P. Darauf wurde die Vorlage zurückgezogen. Gie war auf Anregung der S. P. D. eingebracht worden, die in ihrer Begründung zur Freude der Bürgerlichen der Kommunalisierung einen schlechten Dienst erwiesen. Eine Erwerbslosen= debatte brachte ein fommunistischer Antrag. In demselben wird eine einmalige Beihilfe verlangt, sowie die üblichen Forderungen gestellt. Wir stimmten sowohl der Gewährung einer Beihilfe, als auch den übrigen Forderungen au. Ihre Verwirklichung" hängt von Berlin, in erster Linie vom Reich ab. Brotfartenstichwort Sarotti ,, Bitter". In der Woche vom 16. bis 22. Mai darf Brot und Mehl nur auf die Brottarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort Garotti-Bitter" tragen. Das nächste Städt. Bolts- Konzert des Blüthuer- Orchesters( Sin fonie- Konzert) findet am Dienstag, den 17., abends 8 Uhr, im Blüthner- Saal unter Leitung von Selmar Meyrowitz statt. Kar ten zu 1,50. find zu haben im Zigarrengeschäft Horsch, Engel ufer 15, Freiheit", Breite Str., Orchesterbureau, Lüßowstr. 76, und an der Abendkasse. Städtische Auskunfts- und Beschwerdestelle in Neukölln. In Ergänzung unserer bisherigen Notizen über die städtische Aus funfts- und Beschwerdestelle im neuen Rathaus, Berliner Str. 65, 1. Siodmert, 3immer 148, machen wir darauf aufmerksam, daß diese Stelle auf Beschluß des Petitions: und Beschwerdeausschusses vom 19. Mai 1921 ab an jedem Donnerstag nachmittag in der Zeit von 5-7 Uhr geöffnet ist. Um der Einwohnerschaft Neuköllns Gelegenheit zu geben, etwaige Beschwerden bei den Mitgliedern des Ausschusses persönlich anzubringen, werden in der genannten Zeit stets zwei Bezirksverordnete verschiedener Fraktionen in der Beschwerdestelle anwesend sein. Arbeitslose Eisenbahner. In der am Sonnabend, den 14. d. M., erschienenen Morgenausgabe der Freiheit" Nr. 221 muß es in unserer Bekanntmachung heißen: Alle arbeitslosen Mitglieder des Deutschen Eisenbahner- Werbandes, die bis zum 1. April d. J. ausgesteuert find, werden aufgefordert, ich in der Zeit vom 18. bis 31. Mai auf dem Verbandsbureau, Bethanienufer 10, 1 Tr. zweds Erhebung einer einmaligen Unterstügung zu melden." Aus den Organisationen Wir machen die Organisationsleiter darauf aufmerksam, daß unsere Stenotypiftinnen nicht verpflichtet sind, während der Redat tionszeit die aufgenommenen Notizen zu wiederholen. Dienstag, 17. Mai 1. und 5. Diftritt( Sallesches Tor). Frühjahrsfeier am 3. Feiertag. Billetts beim Spediteur Genossen Krüger, Wassertoritr, 41. 4. Diftritt. Abends 8 Uhr wichtige Sihung der Frauenarbeits- und Kinderschuh tommission bei Pier, Naunynstraße. Die Kinder, bie an ben Ausflügen teil nehmen, und die Selferinnen werden zu einer wichtigen Besprechung abends 6 Uhr bet Stebentopf, Mustauer Str. 6. eingeladen. 8. Distri!!. Heute veranstaltet die Kinderschutzkommission einen Ausflug für Aba bie Kinder der Genossen. Treffpunkt früh 10 Uhr am Schleidenplay. marsch 10 Uhr nach Friedrichsfelde, Echloßpart. Broviant mitbringen. Wir bitten die Genossen und Genosinnen, fich mit den Kindern daran zu beteiligen. 9. Diftrift. Beitungstommiffionsmitglieder find sofort dem Spediteur Gen. Werner namhaft zu machen. 17. Diftrift. 1. S. B. D.- Stalender zu 50 Bfg. find noch beim Gen. Kroll, Utrechter Str. 21, zu haben. Lichtenberg. Wegen Berlegung der Frauenversammlung können die Plakat Streifen usw. nicht am 17., sondern erst am 21. Mat von Geiple abgeholt werden. Die Frauenversammlung findet am 25. Mai statt. Lotal wird noch bekannts gegeben. Bildungstommiffon Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald. Rinder von Barteigenossen, die an dem in Aussicht genommenen Ausflug im Juni teilnehmen wollen, melden fich zwecks Einstudierung von Liedern, Reigen usw., vormitta 11 Uhr, bei der Genossin Seidel, Raffauische Str. 7-8, Gartenh., part. Vereinskalender Sanbefshilfearbeiter ww. Mitglieber ber Settion 1 bes Deutschen Transports arbeiter- Verbandes. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag großes Frühkonzert in „ Schweizergarten", Am Friedrichshain. Gegen Vorzeigung des Mitgliedsaus meifes für alle Familienmitglieder, Freunde und Bekannte bedeutend ermäßigte Eintrittspreise. Um recht rege Beteiligung bittet bie Sektionsleitung. Dienstag, 17. Mai Zentralverband der Angestellten. Leber. Abends 6 Uhr Sektionsleitungs- und Funktionärversammlung, Alt- Berlin", Blumenstr. 10. Geschäftliches Fallthe Sparfemfeit ist es, wenn jemand feine teuer erworbenen Schuhe night fachgemäß behandelt und bes billigen Preises. wegen ein minderwertiges Bu mittel verwendet. Als eine erfttlaffige unb tadellose Qualitätsware fann bie weltbekannte Marte Cos", der elegante Schuhput, empfohlen werben, welchez bas Leber wafferbicht macht und die Saltbarkeit desselben bedeutend erhöht. Cas it in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Dez Buna- Bart ist diesmal ben Berlinern in einem ganz besonders farbens prächtigen Gewande übergeben worden. Besonders sehenswert sind die pracht vollen Blumenanlagen. Ebenso die Fontaine- Lumineuse. Eine große Anzahl nenter Attrattionen bietet viel Kurzweil. Um 1. und 2. Pfingstfeiertag, früh morgens 7 Uhr, findet Frühtonzert unter Leitung des Musikdirektors Franz Blon statt. An allen brei Feiertagen wird ein brillantes Groß- Feuerwert vo in Berlin noch nie gezeigten Effetten dargeboten werden. Nachmittags und abends findet großes Doppelfonzert der Orchester Franz». Blan und des Musi direktors Hollfelder statt. Z ähne 4 u. 7 mk. mit Friedenskautschuk 5 Jahre schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen p. 30 mk. ar Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise Zahn- Praxis Hatvani, Danziger Straße 14 Gewerkschaftliches Auswanderung Nicht etwa von Pfingstwanderungen soll hier die Rede sein, sondern von der schweren Not der Zeit, die bei vielen Menschen den Entschluß reifen läßt, das Elend der Heimat abzustreifen und in fernen Ländern das zu suchen, was im Inlande jetzt nicht oder nicht ausreichend gefunden wird, nämlich: Arbeit und austömmliche Lebensbedingungen. Deutschland hatte vor dem Kriege feine nennenswerte Auswanderung. Der große Einiger" Bis mard mit seiner schimpflichen antisozialistischen Politit trieb Tausende aus dem Lande, die fast ausschließlich die Vereinigten Staaten aufnahm. Der Fall des Sozialistengesetzes und der ungeheure industrielle Aufschwung brachte diese Bewegung fast zum Stillstand. Deutschland wurde sogar in starkem Maße zum Einwanderungsland für östliche Landarbeiter und fonnte auch viele ausländische Kräfte in Industrie und Bergbau aufnehmen. Der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen und der famose Frieden von Versailles zerstörte die natürlichen Produktionsbestimmun gen zusammenhängender Wirtschaftsgebiete, mit dem Erfolg, daß eine schwere Wirtschaftskrise heraufzog, die nicht zuletzt in Deutschland start in Erscheinung trat. Vor dem Kriege war es den deutschen Arbeitern ein leichtes, ins Ausland zu gehen. Bei einigem Unternehmungsgeist, Anpassungsvermögen und fachlicher Tüchtigkeit fonnte sich der deutsche Ärbeiter recht schnell in fremden Ländern zurechtfinden und sich annehmbare Lebensbedingungen schaffen. Zudem war der deutsche Qualitätsarbeiter gerne gesehen und gesucht. Das hat sich heute sehr geändert. Nationale Antipathie und Absperrungsmethoden stehen dem gegenüber. Es gibt heute fein Land, das imftande und willens ist, größere Kontingente deutscher Arbeiter aufzus nehmen. Rußland, das uns bitter notwendig brauchte, hat selbst offiziell erklärt, daß die Verhältnisse des Landes eine größere Einwanderung nicht zulassen. Frankreich und Belgien fommen aus dem Zustand der Verhandlungen nicht heraus, und der Aufbau der zerstörten Gebiete geht nicht weiter. Das RumpfDesterreich hat heute selbst überschüssige Arbeitskräfte, der ganze Baltan tommt. taum in Frage. Die Schweiz, in der früher viele Deutsche ständig, und tausende Wanderarbeiter, ins besondere deutsche Bauarbeiter, lohnenden Verdienst fanden, durchlebt eine Wirtschaftskrise, wie nie zuvor, und erteilt auch aus politischen Gründen keine Niederlassungsbewilligungen mehr, es sei denn, für ausrangierte Extönige. England und die übrigen europäischen Länder, in denen früher gleichfalls viele deutsche Arbeiter anzutreffen waren, tommen heute kaum in Betracht. Es bleiben demnach nur die überseeischen Länder übrig. Das Arbeiterparadies" Australien und Neuseeland weist dieselben Wirtschaftsverhältnisse wie Europa auf und wehrt sich entschieden gegen eine Einwanderung, fogar feiner eigenen Landsleute aus England. Ganz Ostasien, das fich industriell langjam entwidelt, und Japan tönnen höchstens Spezialisten brauchen. Eine Masseneinwanderung nach diesen Gebieten tommt aber nicht in Frage. Afrita scheidet auch aus, und wir haben erst fürzlich aus Südwestafrika von den dortigen Gewerkschaften einen Aufruf gebracht, der vor einer Auswande rung nach dort warnt. Süba merita fönnte ebenfalls eine befchränkte Bahl aufnehmen. Aber Vorsicht ist geboten. Det Daily Herald" hat erst am 28. 4. dieses Jahres einen Bericht gebracht fiber englische Auswanderer, die nach Peru gingen, dort entsetzliche Leiden durchmachten, zudem noch eingesperrt wurden, und denen es nach unsagbaren Mühen wieder gelang, in die Heimat zu kommen. Deshalb warnt auch das Blatt eindringlich, nach dort zu gehen. Merito, ein aufstrebendes Land, hat jetzt annehmbare pofttische Verhältnisse, die eine Arbeiterregierung schuf und welche das Land aufteilte. Ob aber dieser Zustand von Dauer sein wird, ist fraglich. Zudem verschlingt eine solche Reise nach dort pro Person zirka 20 000 M. Es bleibt nur noch der nordameritanische Es bleibt nur noch der nordamerikanische Kontinent mit Kanada und den Bereinigten Staaten übrig. Lehteres Land hat aber die Einwanderung sehr stark beschränkt. Nur 3 Prozent der Einwanderungsrate vor dem Kriege aus jedem Lande wurde auf eine Reihe von Jahren festgelegt. Zur Einwanderung selbst bedarf es jest erst einer Einwanderungs erlaubnis, die vom Auswärtigen Amt in Washington erwirkt. werden muß. Ein Visum toftet 10, die zu entrichtende Kopffteuer 8, und die Mindeftmittel bei der Ankunft müssen 25 Dollar betragen, so daß eine Reise nur nach New York auf zirta 200 Dollar oder etwa 12 000 Mart zu stehen tommt. All diese Dinge lassen eine Massenauswanderung nicht zu. Die Wichtigkeit dieser Frage hat auch die Internationale Are beitertonferenz, die 1919 in Washington tagte, begriffen und eine Internationale Auswanderungstommiffion eingefeht. In einem Beschluß heißt es, daß der Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes eine internationale Kommission einseht, welche unter Wahrung der souveränen Rechte eines jeden Staates Bericht zu erstatten hat über die zur Regelung der Wanderungen der Arbeiter außerhalb ihres Herkunftslandes und zum Schuße der Interessen der in einem anderen als ihrem Heimatlande wohnenden Lohnarbeiter zu ergreifenden Maßnahmen". Diese Kommission besteht aus 18 Mitgliedern, die durch 9 nicht europäische Regierungen bestimmt werden, und zwar umfaßt fie 6 Arbeitgebervertreter für Argentinien, Griechenland, Schweiz, Spanien, Südafrika und die Tschecho= flowatei. 6 Arbeitervertreter stellen große Industriestaaten, mie Australien, Deutschland, Italien, Polen, Swe ben und die Vereinigten Staaten. 6 Regierungsvers 10 Stat treter entfenden Brasilien, Kanada, China,& rant. Der Stand der sozialen reich und Japan. Es werden an alle Länder Fragebogen vers sandt, die die notwendigen Unterlagen für eine statistische Er fassung zum Inhalt haben und die von den Ländern ausgefüllt und an das Internationale Arbeitsamt gesandt werden müssen. Der Ausschuß der Internationalen Auswanderungskommission trat am 17. Januar d. J. in Paris zusammen und gab über ben Stand der Arbeiten Auskunft. Inzwischen sollen die Regierungen der verschiedenen Länder, die in den Fragebogen aufgeführten Fragen einer Prüfung unterziehen, und am 1. August 1921 soll eine weitere Sigung stattfinden. Wir geben uns nicht der Hoffnung hin, daß es in Kürze zu Abmachungen tommt, die es ermöglichen werden, den internationalen Bedarf an Arbeitskräften und die ganze Auswande rung überhaupt zu regeln. Darüber können Jahre hingehen, bevor es zu entscheidenden Entschlüssen fommt. Es dürfte zunächst Aufgabe der gewertschaftlichen Internationale in Amsterdam sein, notdürftige Silfe den Auswanderern, wenigstens Joweit fie organisiert sind, autommen zu lassen, indem Auskünfte gesammelt und gegeben werden. Weiterhin muß begonnen wetden, die gewerkschaftliche Gegenseitigkeit, die schon vor dem Kriege zwischen einzelnen Verbänden verschiedener Länder bestand, wieder herzustellen und zu erweitern. Dies muß schon aus Rüdsicht auf die seit Kriegsschluß erheblich einsetzende Rüdwanderung, insbesondere aus Amerita, getan werden. Die Gewerkschaftsrechte müssen gegenseitig anere tannt und dem Uebertritt feine Hindernisse bereitet werden. Die europäischen Verbände sind da verhältnismäßig leicht unter einen Hut zu bringen, schwer dürfte dies mit den amerikanischen Trade Unions fallen, die es dem Einwanderer durch ihre Be dingungen, wie hohe Eintrittsgebühren usw., zum Teil unmög lich machen, Verbandsmitglied zu werden. Jedenfalls müßten diese Aufgaben in Angriff genommen werden. Für die große Masse der Arbeitenden in Deutschland fann ru: eine sozialistis orientierte Wirtschaftspolitit Besserung bringen, die sie überhaupt der Notwendigkeit enthebt, auszuwandern. Erst in einer Sozialistischen Gemeinwirtschaft wird sich der Ausspruch Heines Es wächst hinieden Brot genug für alle Menschentinder" Der= wirklichen. Diesen Zustand anguftreben, dazu bedarf es der tätigen Mithilfe aller bewußten Gemertschafter. Die kaufmännischen Angestellten und die Wiedergutmachungslaften Die Fachgruppe Metall" der Ortsgruppe Groß- Berlin des Zentralverbandes der Angestellten hielt am letzten Freitag eine große Versammlung ab. Redakteur Stein refe rierte über das Thema:„ Die Sanktionen und ihre Wirkung auf die deutsche Industrie". Die überaus fachlichen und aufklärenden Ausführungen wurden mit großem Beifall entgegengenommen und in furzer Diskussion unterstrichen. Einstimmig wurde nachstehende Entschließung ge faßt: " Die Mitglieder der Fachgruppe„ Metall" bes 3... Ortsgruppe Groß- Berlin, erwarten vom A. D. 6. B. und dem Afa- Bund, daß e bei den maßgebenden politischen Parteien bahin wirken werden, daß für die ungeheuren Wieberguts machungslaften nicht etwa allein die Arbeitnehmer, sondern vor allem die besigenden Klassen, insbesondere die Industrie mit ihren Riesengewinnen, aufzukommen haben, Gerade dieje Kreise sind am besten in der Lage, die notwendigen Summen aufzubringen; nicht die Arbeiter und Angestellten, die trek aller Einschränkungen faum in der Lage sind, ihr Leben zu fristen.Ebenso muß der finnlosen Betriebs- Stillegung Einhalt geboten werden; denn nur durch restlose Ausnügung aller Kräfte fönnen die Werte geschaffen werden, die zur Wiedergutmachung erforderlich find Aenderung der Reichsgewerbeordnung Auf der Tagesordnung der Sitzung des sozialpolitischen Ausschusses des Reichswirtschaftsrats vom 12. Mai stand ein Antrag Vedmann( Wilhelm), der eine Aenderung der Bestimmung des 8 1391 ber Reichsgewerbeordnung bezwedt. Wie die B. 3. N. melden, erfolgte die Annahme des Antrages in der ersten Lesung mit 18 Stimmen bei übriger Stimmenthaltung. Der Antrag, der in einer zweiten Lesung nochmals behandelt werden soll, lautet: Der sozialpolitische Ausschuß wolle beschließen, die Reichs regierung zu ersuchen, auf schnellstem Wege durch eine entsprechende Aenderung der Bestimmungen des§ 139f der Reichsgewerbe ordnung den Gemeinden die Möglichkeit zu geben, durch orts statutarische Vorschriften einen früheren als den 7- UhrLadenschluß herbeiführen zu fönnen." Die Differenzen im Kaffeehausgewerbe beigelegt. In den gestern stattgefundenen Verhandlungen mit dem Verein der Kaffeehaus befizer" ist es zu einer Einigung gekommen. Der zu gestern, Sonnabend, den 14. Mai, beschlossene Streit hat somit seine Erledigung gefunden. Kartell der im Gastwirtsgewerbe vertretenen Arbeitnehmer- Organisationen. Schallplatten- und Sprechmaschinenarbeiter, titglieder des Deutschen Metallarbeiteverbandes. Ausgesperrte wegen Presser= Streit: am Mittwoch, den 18. b. M. wichtige Bersammlung, Dor mittags 10 Uhr, bei Hummel, Sophienstr. 5. Die Ortsverwaltung. Baubetriebe Auf der Beiratssitzung des Verbandes sozialer Baus betriebe" am 7. und 8. Mai erstattete der Vorsitzende Dr.- Ing. Wagner Bericht über den gegenwärtigen Stand der Bauhüttenbewegung. Wir entnehmen seinen Auss führungen nach der Zeitschrift„ Soziale Bauwirtschaft" fol gende Darlegungen: Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen. In der Ferienfrage ist vom Tarifamt am 13. Mai folgender Entscheid gefaßt worden: Der Arbeitnehmer erhält für die Ferientage den Arbeitslohn, den er bei voller normaler, unverkürzter Arbeitszeit für diese Tage erhalten würde. Insgesamt bestehen zurzeit mehr als 170 soziale Banbetriebe mit etwa 20 000 Arbeitern. Auf jeden Betrieb entfallen im Durch schnitt etwa 120 Arbeiter. Diese Zahl ist ein Zeichen dafür, daß wir es in unserer Bewegung nicht mit Kleinbetrieben, in denen fünf oder zehn Arbeiter einen Meister ernähren, sondern mit talistischen Baubetriebe Schritt für Schritt weichen müssen. Gibt Mittelbetrieben zu tun haben, vor denen die privatkapia es doch heute schon Städte und Gemeinden in Deutschland, in benen 75 und mehr Prozent der ortsansässigen Bararbeiter in sozialen Baubetrieben tätig sind. In den Jozialen Baubetrieben arbeitet zurzeit ein Stammfapital von etwa 15 Millionen Mart. Hierzu tommt dann noch das Kreditkapital. Der VSB. hat in dem ersten Halbjahr seiner Tätige feit mit besonderem Nachdruck auf eine Erhöhung des Stamme tapitals in den Betrieben hingewirkt, um den sozialen Baubetries ben festere finanzielle Grundlagen für ihre Tätigkeit zu geben. Das Ergebnis dieser Bemühung ist die Gründung von 10 nenen Bauhütten in Deutschland. Insgesamt bestanden am 1. April 1921 rund 15 Bauhütten mit 11 3weigstellen. Zur Stärkung der sozialen Baubetriebe wurden in dem letzten Halbjahr 10 Bauhüttenbetriebsverbände, und zwar für die Bezirke Bayern- Nord, Bayern- Süb, Baden- Pfalz, Hessen- Nassau, Rheinland- Westfalen, Ostpreußen, Hamburg- Schleswig, Oldenburga Bremen mit einem Stammtapital von 4,5 Millionen Mark get gründet. Dem BSB., der seinerzeit mit einem Stammtapital vox 5 Millionen Mark gegründet wurbe, find inzwischen son den Gewerkschaften, insbesondere vom Deutschen Bauarbeiterverband und dem Fabritarbeiterverband, weitere Mittel( etwa eine Million Matt) als Betriebskapital zugeflossen. Ueber das Verhältnis der sozialen Baus betriebe zu den privattapitalistischen Bes trieben wurden folgende Mitteilungen gemacht: daß die Existenz der sozialen Baubetriebe in den verschiedensten Orten zu einem wesentlichen Sturz der Baupreise geführt hat und daß die Unternehmerverbände im legten Halbjahr ihren wirtschaftlichen Angriffstampf gegen unsere Betriebe durch Submissionsunterbietungen eingeleitet haben. In der Deffent lichkeit werden diese Unterbietungen so ausgelegt, als ob die jozialen Baubetriebe meniger leistungsfähig wären und teurez arbeiten als das Privattapital In den meisten Fällen stellt sich die Unterbietung jedoch als eine planmäßige heraus, die eigens zu dem Zweek betrieben wird, die sozialen Baubetriebe am Orte aus der Konkurrenz auszuschalten. Der Beirat beschloß, die Sozialen Baubetriebe zu ersuchen, jedes Submissionsergebnis bene Bauhüttenbetriebsverband zuzuführen, der seinerseits für restlose Aufklärung der Machenschaften des Privatkapitals in breitesten Deffentlichkeit zu sorgen hat. Fernerhin wurde eine straff organi fierte Berichterstattung der sozialen Baubetriebe an die Bau hüttenbetriebsverbände und an den BSB. beschlossen. Dem Kampf der privaten Betriebe tönnen die sozialen Baubetrieba heute mit der größten Ruhe entgegensehen. Aus allen Teilen Deutschlands wurde übereinstimmend berichtet, Die günstige Entwicklung der sozialen Baubetriebe ist von großer Bedeutung, insbesondere auch für Berlin. Erst am Dienstag hat die Stadtverordnetenversammlung dem Antrage der beiden sozialistischen Fraktionen zugestimmt, vor der Bergebung von städtischen Bauaufträgen aller Art stets zuerst Angebote der sozialen Baubetriebe einzufordern. Der 07 agistrat muß diesem Beschluß sofort praktische Wirka famteit geben, während die sozialen Baubetriebe die Aufs gabe haben, ihre Betriebe zu mustergültigen zu gestalten. baß fie in immer steigendem Umfange die städtischen Are beiten auszuführen vermögen. Gewerkschaftsversammlungen Mittwoch, 18. Mai Denischer Hatarbeiterverband. Abends 5% Uhr Versammlung der Damenhu und Umpreßbetriebe im Restaurant Sewertschaftshaus, Engelufer 14-15. Tages arbnung: Bericht von ben legten Verhandlungen. Donnerstag, 19. Stai Betriebsräte. Graphisches Gewerbe unb apterinbuferie. Donnerstag, ben 19. Mai, 5% Uhr, in den Mag und Merig- Festsälen, Kommandantenstr. 57-58 Gruppen- Vollversammlung. Tagesordnung: 1. Stinneferung und Kapitalsbildung im graphischen Gewerbe und in der Bapierinbustrie( Ref.: Dr. Pfirrmann) 2. Freie Aussprache; 3. Gruppenangelegenheiten. Kusweisfarte ber. B. R. 3 und Verbandsbuch legitimieren. Bestimmtes Erfeinen notwendig. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale. Rommunale Betriebsväte ber Deputation Werte. Donnerstag, bex 19. Mal nem. 5 Uhr, finbet im fargareten Lyzeum, fflanbits. 0-11, eine Berfamm Tung aller in Frage lommenben Betriebsräte unter Sinzuziehung ber Gewerb schaften und der Vertreter der sozialistischen Stadtvererbneten taftionen att Tagesordnung: Bertrag des Herrn Stadtbaurat Sorten Die Zukunft unserer Werke". Der Gesamtbetriebstat. Berantwortli: für Bolitif u. Feuilleton: Le Liebig, Berlin- Friedenau für Rommunalpolitit, Letales 1. Gewerfafil.: Gerhart Seges, Berling für ben Inseratenteil u. gefäftliche Mitteilungen: Ludwig Remetiner Drud Karlshorit. Berlagagen en aft Freiheit", e. 6. m.. 8., Berlin. Der Berliner Druderei 6. m. b. S., Berlin 2, Breife Str. 8-9. Billige Sonderangebote Herren Schnürstiefel aus Rinbbog und N- Chevreau, breite Form, guter Strapazier stiefel. Besonders billig 12850 Herren Schnürstiefel Mindbog, Beiatz oder Derby, moderne Formen, gute Qua lität, vorzüglicherstraßenstiefel 16850 Herren Schnürstiefel braun Rindbor m. Derbyschnitt, moderne Form, echt rahmengenäht, außergewöhnlich billig 22500 Herren Schnürstiefel braun Bortalf und Rindbor moderne Form. Derbyschnitt, prima Qualität. Extra billig 24500 Herren Schnürstiefel braun Rindbor, Bortalf und Chevreau, Goodyear- Welt- Ausführung. Sehr preiswert 28500 Herren Halbschuhe 19500 braun it. fchwarz Rindbog mod. Form, Derbyschnitt, Goodyear- Welt- Ausführ. Herren Halbschuhe braun Rindb., Derbyschn., mob. turze Form, erstllas figes Fabrikat. Bes. billig 248 50 Herren Halbschuhe braun Bogt.. Derbyschn. neue spigamerffan. Form, echt rahmengenäht. Billig 27500 weiß, m.Spange u.z. Schnitz., Starie Straßenbefohl., Lebers abfäße, furz.mod.Form.Dilig Damen- Leinenschuhe 48,50 Damen- Leinenschuhe meiß, m. Spange u. Schnür., mod. Form mit weiß überzog. Abfaz. Aeußerst preiswert 72,50 Dam. Spangenschuhe Bogfalfu.andereLederforten, aug Gamt mit Abfag. Außergewöhnlich preiswert 8850 Damen Halbschuhe braun Chevr., Begt. 1. Sa, 3. Gnür.od.mitSpange, rand genäht, a. T. L besch. Binig 14850 Damen Halbschuhe mit Lasche oberSpange, w. einemsteg auf bem Spann, braun, grau, fhwars Chevz., braun berl unb Lad, Goodyear- Welt 18500 Damen- Schnürschuhe braun, rot, schwarz Chevr. u. Bort T. Geobyear- Welt Ausf. med. Farm u. Abfäge 195.00 Damen Halbschuhe 12850 aus Rindbor und R- Chevreau, Derbyschnitt, solider Straßer fehuth. Besonders preiswert Damen Halbschuhe gum Schnüren oder mit Spenge, fchwarz Boctalf, moderne Form, elegante Abfäge. Grtre billig 13500 Damen Halbschuhe fhwarz Chevreau, mit u. ohne Ladtappe, neue mod. Form, eleg. Abfäge. Extra billig 14850 Damen Halbschuhe wars Chevreau, Bogfalf und Bad, mit Spange und zum Gextren,&. Obyear- Belt 19500 Damen Halbschuhe Braun Cheer. n. Bort., Schnitt., Stiller m. Spange. Dumps, rahmengenäht, f. Ausf. 23500 WASCHSTOFFE Musseline imit. dunkle Muster Popeline mit farbigem Durchzug..... Meter Perkal für Oberhemden oder Blusen... Musseline imit. große Musterauswahl Meter 1290 Meter 1250 Satin türkisch gemustert Krepon in vielen modernen Farben.... Meter 790 Krepp schwarz. Meter 850 $ Zephir vorzügliche Qualität ... Meter 950 Blusenflanell helle Streifen Meter Meter 1490 Kräuseltuch hübsche Blumenmuster Mtr. 1590 1450 975 Weiß- Voile gute Qualität. . Meter 1680 Meter 1950 Voll- Voile weiß, bestickt.. Meter 2750 breit...... Meter 3850 Cheviot Meter 3950 3950 weiß, mit roten oder Tennisflanell blauen Streifen... Meter 1250 Kostümstoffaro, camere 1950 reine Wolle, safiwwarz, ca.130 cm breit 2950 mit weißen Stricht br. Meter Frotté weiß, ca. 120 cm breit safnpars, setdenglänzend, ca. 120 Cm Breit Alpaka Kunstscide od. Jäufel, ca. 120 cm Jite. Haros, Kostlime JANDORF Beffe- Affiance- Str. Große Frankfurter Str. Brunnenstraße Hottbuser Damm Wilmersdorfer Str. Kupfer Achtung, Laubenbauer! Ausschreibung d. Stelle eines Städtebaudirettors. Deutscher Metallarbeiter- Berband Westmanns messing, Zinn Quecksilber Trauer- Magazin Große Auswahl. Billige Preise. 1. Mohrenstr. 37 ( Kolonnaden) 11.Gr.Frkf.Str.115 ( nahe Undreasstr.) Auswahlsendung soi. Amt Zentrum 7890 Sonntags geschlossen. Plati, Gold, Sliberbrach Händlern Extrapreise! Brunnenstr. 11 Beusselstraße 29 Fennstraße 48 Elternbeiräte! Richtlinien für eure Tätigkeit findet ihr in ber Schrift von Dr. Kurt Kerlom Löwenstein, Der Elternbeirat ( 2,50 M.) Buchhandlung, Freis heit, Breite Straße 8-9. Wanderkarten für alle Gegenden erhält man in ber Spalierleisten 10x20, 10x30, 26x28, 20x48, 20x68 mm, Latten, Schalbretter, Rantholz, Baunftiele, Dachpappe und Teer, kleine Laubenfenster und Türen, kleine Rochöfen mit Ringen, Rochmaschinen, großer Bosten Drahtgeflecht, Abeffinierbrunnen und Sanger zum Selbstanfftellen, großer Bofien gebrauchter Racheln und Dachsteine offeriert billig Galasch, Charlottenburg Emmeringstraße 30( Lagerplay) Tel.: Wilhelm 1196 Der Play ist bis zur Dunkelheit geöffnet. Kakao, Schokoladen, Bonbons zu Fabrikpreifen. Große Auswahl bestbekannter Marken. G. Wechselmann, Berlin W9 Fernsprecher: Mollendorf 879 Geschäftszett von 8-7 ununterbrochen. Linkstraße 20 Buchhandſ.„ Freiheit“, Breite Str. 8-9 Genossen werbt für die„ Freiheit" Die Gemeindebehörben haben die Schaffung der Stelle eines Direktors für Städtebau, Sieblungs- und Wohnwesen befchloffen. Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienſtr. 83-85 Der Städtebaudirektor foll Generaldezernent für das gesamte Aufgabengebiet der Deputation für das Siedlungs- und Wohnungs wefen und Leiter des Zentralamtes für Städtebau und Siedlungs wefen werden. Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nahm. 4 Uhr. Telephon: Umt Norden 185, 1239, 1987, 9714 File Bewerber kommen me folche Kräfte in Betracht, welche Uhtung! Bauanschläger! Atung! auf dem Gesamtgebiete des Städtebaus, des Siedlungs und Wohnwefens in jeder Beziehung erfahren, organisatorisch bes fähigt, volkswirtschaftlich norgebildet und mit dem Berwaltungs bienft vertraut find. Die Anstellung soll auf Privatdienstvertrag mit Mittwoch, den 18. Mai 1921, abenbs 7 Uhe der Aussicht auf lebenslängliche Anstellung bei Bewährung Branchen- Versammlung erfolgen. Bewerbungsgefuche find bis zum 30. Mai ds. gs. an die Deputation für das Sicblungs und Wohnungswesen zu richten. Berlin, den 13. Mai 1921. Deputation für das Siedlungss und Wohnungswesen gez. Wutky. Wanderfreunde finden die Geld fchönsten Fahrten und Wan für jebe Wertsache. Höchfte Ans kaufspreise für Pfandscheine, Brillanten, Golbgegenstände, Teppiche, Bücher nim. Wolff, Friedrichftv.41, Ill. EkeRod fraße. derungen in dem Buch von Baul John leber See und Heide. Gefchmackvoll gebund. 8- mark. Bu besichen durch die Buchhaubling Freiheit, Berlin C2, Breite Straße 8-9. Kleine Bibliothek der russischen Korrespondenz Soeben erschienent Nr. 1. A. Schlapnikow: Die russischen Gewerkschaften. Nr. 2. Karl Radek: Das Programm des sozialistischen Wirtschaftsaufbaues. Nr. 3/4. Karl Radek: Die Beschlüsse des IX. Kongresses der Kommunistischen Partei Rußlands. Nr. 5. Leo Trotzki: Sowjetrußland und das bürgerliche Polen. Nr. 6. Prof. N. A. Gredeskul: Befreite Arbeit( Zum Problem der Arbeitsdisziplin). Nr. 7/10. A. Losowski: Die Gewerkschaften, in Sowjetrußland. Nr. 11. Churchill als Verschwörer( Golowins Memorandum an Sasanow). Nr. 25. N. Lenin: An die russische Jugend. Rede auf dem 3. Allrussischen Kongreß des Russischen Kommunistischen Jugendverbandes. Moskau, 4. Okt. 1920. Nr. 26. W. Posner: Die Einheits- Arbeitsschule. Nr. 27/28. A. Anikst: Organisation des Arbeitsmarktes. Nr. 29/30. Sinowjew: Die Sowjetmacht und der Offiziersstand. S. Rakowski: Die Seele des Sieges. Nr. 31/32. Karl Radek: Das dritte Jahr des Kampfes der SowjetRepublik gegen das Weltkapital Nr. 35. Karl Radek: An der Schwelle der großen Aufbau- Arbeit in Sowjet- Rußland. Nr. 34/35. N. Lenin: Die auswärtige und innere Politik SowjetRußlands.( Rede auf dem VIIL Sowjetkongreß. Moskau, Dezember 1920). Nr. 12. A. Bogdanow: Was ist proletarische Dichtung? Nr. 13/14. N. Lenin: Erfolge u. Schwierigkeiten der Sowjetmacht. Nr. 15/16. Leo Trotzki: Die Arbeiterklasse u. ihre Sowjetpolitik. Nr. 17. Die Tätigkeit des Russischen Metallarbeiterverbandes in Nr. 36/37. J. Stepanow: Ueber ausländische Konzessionen. Nr. 38 N. Lenin: Die gegenwärtige Lage Sowjet- Rußlands.( Rede den Jahren 1917-1920. auf dem X. Kongreß der Kommunistischen Partei Rußlands. Moskau, März 1921). Nr. 18. Die Probleme der Sowjetukraine( Beiträge von Lenin, Rakowski und Pawiowitsch). Nr. 19/21. N. Bucharin: Der Klassenkampf und die Revolution Nr. 39/40. Karl Radek: Die innere und äußere bage SowjetRußlands und die Aufgaben der Komm. Partei Rußlands. Nr. 22. Die Verfassung( das Grundgesetz) der Russischen Nr. 41/42. N. Lenin: Das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum.( Rede auf dem X. Kongreß der Komm. Partei Sozialistischen Föderativen Sowjet- Republik. Rußlands. Moskau, März 1921). in Rußland. Nr. 23/24. Drei Kundgebungen aus dem Jehre 1918: N. Lenin: Ein Brief an die amerikanischen Arbeiter. Ein diplo- Nr. 43. L. Kamenew: Die Sowjetrepublik in der kapitalistischen Umzinglung. matischer Notenwechsel über den weißen und roten Terror. Offener Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten Nr. 44/45. A. Rykow: Resultate der aufbauenden Tätigkeit der Sowjetregierung. von Nordamerika, Herrn Wodrow Wilson. Weitere Hefte in Vorbereitung Jede Nummer 50 Pfg. Weitere Hefte in Vorbereitung Zu beziehen durch Frankes Verlag G. m. b. H., Leipzig Anmelde- Schein zum Beitritt in den fozialdemokratischen Bezirksverband der USPD. BerlinsBrandenburg ( Bitte Namen, Wohnung und Gefbfummen recht deutlich schreiben.) Der Unterzeichnete bestellt hiermit vom ab 1 Exemplar der zweimal täglich erscheinenden Zeitung „ Freiheit" Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Ich entrichte als Eintrittsgelb . 2. 100 Bfg. als Beitrag für Monat à Pfs Bfo Sa 3fs. ben ten. 19. Bor- und Zuname: Rame Beruf: Geburtstag und-Jahr. ( Straße, Nummer, Borders, Hinterhaus, Treppen) Breffe von 10.-M. monatlich bet freler Suftellung ins Hans. Wohnung Straße Mr. Bei wem ( Wenn nicht eigene Wohnung, Wohnungsinhaber angeben) ( Plame bevifide feetben, breffe genes asses: worn, Hof, St. Dvergebäude) ( Sollten bie Bettel nicht abgeholt werben, fo bitten wir biefelben in einer auferer Speditionen abgeben) im Lokal von Hummet, Sophienstraße 5, Tagesordnung: 1. Bericht über die Berhandlungen in der Bertenfrage 2. Stellungnahme zum Ablauf des Tarifs. 3. Berbanbs and Brandhenangelegenheiden. 4. Berschiedenes. Mitgliebsbach legitimtent! Achtung! Elektro- n. Hilfsmonteure Agtung! Mittwoch, den 18. Mai 1921, nachmittags 4 Whe Versammlung aller in der Spandauer Metallindustrie bes fchäftigten Elektromonteure u. Hilfsmonteurs Im Lokal von Schulwth, Spandan, Bismarcke. Tagesordnang: 1. Bericht der Branchenkommiffos. 2. Wahl eines Rommiffionsmitgliedes 3. Berbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Bahlreiches and pünktliches Erscheinen ist unbedingt natisenbl Die Ortsverwaltung VersicherungsBerein Auf Gegenseitigkeit Behördlich genehmigt VolksGeschäftsstelle Chauffeeftr. 63 Fever besteltungs Verein Groß- Berlin 4943 70 000 9glieder Eingang Liefenstraße Mach 1 jähriger Mitgliedschaft Uebenahine aller Bestattungsko Am 1. April er. find unsere Geschäftsräume von der Bur ftraße 27 nach der Chausseestraße 63 Eingang Liefenstraße, verlegt worden. Allen Freunden und Anhängern der Feuerbestattung haltes wir uns beftens empfohlen. Rahlstellen, woselbst euaufnahmen entgegengenommen werden, befinden sich in allen Stadtteil vox Groß- Berlin. Ja den Sommermonatex finden an mehreren Sonntagen Befichtigungen des Krematoriums in Baumschulens weg statt. Der Vorstand A. Millhaba, Borf. USPD. Parteisekretär gesucht Für das Arbeitsgebiet 8 Dftthüringen suchen wir zum 1. ut 1921 einen Parteisekretär, der der Gebietsleitung in Gera re fteht, feinen Sig jedoch in Meuselwig zu nehmen hat. cktiert wird auf eine tüchtige jüngere Kraft, die vor allem Ch rung auf dem Gebiet der organisatorischen Kleinarbeit ben muß. Ein den Zeitverhältnissen entsprechendes Gehalt wirus gefichert. Bewerbungen mit einer Abhandlung über die Teg keit eines Parteisekretärs find bis zum 5. Juni 1921 an die thefchäftsstelle der USPD.Arbeitsgebiet S Oftthüringen, era, Alte Schloßgaffe 11, mit der Aufschrift Bewerbung reichen. D Gegründet 1894 a m sparen Em Geld en Treppe Laden Nach beendeter Engros Saison Einzelverkauf 850, 550, Mäntel Tuchmäntel 30, 250 M. Covericoat- 175,125 M. Imprägnierte 250,00, 150 M. Seidenmäntel: 275 M. Alpaka- 175 M. Mantel Loden- capes 450. W Schlafzimmer eichenes, komplett 38 0, meißes, 2000,-, Herrens aimmer, rundgebaute Bis bjothek 4000,-. Seifes gimmer, fehr gute Ausübe 4500,-, naftnum Standuhren 1200,- 92ark. rung Biele Gelegenheitskäufe in schweren Zimmereinrich fungen und Einzelmäbeln gu enorm billigen Preifen. tel 0.150 Hans Lennert Strickjackenseide 150 M. Lothringer Str. 55 Röcke 50 M. Wollstoffe 85, 125, 150, Kostüme 250, 350, 150 M. M.Mosczytz Landsbergerstr. BERLIN 59 am Alexanderplatz. Sonnabend und Sonntage geschlossen. Prozesse, am Rosenthaler Plaz. Alt- Metalle Derkauft man zur richtig Borgstraße 1 Ка Rat, Beistand, mäß. Brcife, Teilzahlung Ehe, Aliments, Straffachen. Gnadengesuche Landgerichtsrat Dr. von Kirchbache Alexanderfir, 45 Gefellsch.( geg. Tiek)& 7. Gläng. Erfolge. Besbacht. Mitm.nahm. Jurist. Sonnt. 10-12 Bertrauensfash Nr. 223 Bürgerlicher und revolutionärer Pazifismus 3. Beilage zur„, Freiheit" Sonntag, 15. Mai 1921 fophie". Mit dem katastrophalen Schimpfwort„ Philosophie“ ſeitigen: fie muß das kapitalistische System abglauben gewisse Tagespolitiker, die, jeber revolutionären, Das heißt großen leitenden destruktiv- fonstruktiven Jdee bar, politisch von der Hand in den Mund leben, zumal von der tapitalistischen Hand in den demokratischen Mund, die Gebanten und Willenswelt eines unbequemen Reuerers disfreditieren zu fönnen. bauen helfen. Hierzu hat sie um so mehr Veranlassung, als dieses System eine Hauptursache auch der Kriege zwis schen den Staaten ist und eine sozialistisch geordnete Welt den dauernden Völferfrieden ungleich wahrscheinlicher machen würde, als er unter einer profitwirtschaftlich geordneten je mals sein fann. 7. Die deutsche Friedensbewegung hat mithin den soges genannten Verteidigungstrieg wie jeden andern Krieg be bingungslos abzulehnen und, über die bloß theoOpfer Bestimmten gegen den Krieg zu propagieren und zu retische Ablehnung hinaus, praktisch die Erhebung aller zum organisieren. Sie hat sich der Internationale der Kriegsdienstverweigerer anzuschließen, und sie hat sich und ihre ganze Aktivität einzubauen in die erhabene Weltbewegung des Sozialismus. Kürzlich fand, von der ziemlich radikalen Ortsgruppe Ber lin der Deutschen Friedensgesellschaft veranstaltet, im Berliner Rathause über das Problem des Verteidigungsdieser Beilen eine öffentliche Disputation statt, begreif- frieges" zwischen Sellmut v. Gerlach und dem Schreiber frieges" zwischen Sellmut v. Gerlach und dem Schreiber in deren Verlauf noch mehrere führende Berliner Pazifiſten in deren Verlauf noch mehrere führende Berliner Pazifisten das Wort ergriffen, so der viel und ehrenvoll befehdete antimilitaristische Pfarrer August Bleier, fehdete antimilitaristische Pfarrer August Bleier, Bundes der Kriegsdienstgegner Dr. Robert Pohl und die nicht nur in der Friedensbewegung her vorragende revolutionäre Kulturpolitikerin Dr. Selene Konsumvereine und Gewerkschaften Stöder. Ich habe zu der Disputation sieben Thesen beigesteuert, die ich hier mitteilen möchte, weil sich im Lauf der Debatte ergab und auch verschiedentlich anerkannt wurde, daß in ihnen nicht etwa bloß meine Privatmeinung niedergelegt ist, sondern daß sie im wesentlichen die Auffassung der gesamten Linten des Pazifismus wiedergeben. Es scheint mir wichtig, daß gerade diejenigen, die, weil sie selber gute Pazifisten des Herzens und des Willens sind, der deutschen Friedensbewegung das bekannte Mißtrauen entgegenbringen, einmal erfahren, was die pazifistische Linke Senft und will. Die pazifistische Linke sehnt sich nach Un= terstützung durch die Massen; nur wenn sie die hat, permag sie ihre Ideen durchzusetzen in der Friedens: gesellschaft und in der Welt. Bon Dr. Kurt Hiller Innerhalb der deutschen Friedensbewegung gibt es seit geraumer Zeit scharfe Auseinandersehungen. Das Mißtrauen, das man vielfach in Arbeiterfreifen und nicht etwa nur in mostauisch orientierten dem Pazifis mus entgegenbringt, hält der oppositionelle linte Flügel der Bazifisten für größtenteils berechtigt. Er findet es begreif: lich, daß man von den sichtbarsten Trägern einer Idee auf die Idee selbst schließt. Nun sind die sichtbarsten Träger des pazifistischen Gedankens in Deutschland Professoren und Schriftsteller, die der bürgerlichen Demokratie angehören, sowohl ihrer inneren Herkunft und Gesinnung als auch ihrem offiziellen Befenntnis nach, der bürgerlichen Demokratie, bas heißt einer nicht nur wirtschaftsreaktionären, sondern auch unter speziell pazifistischem Gesichtspunkt durchaus rüdSchrittlichen Richtung. Fordert doch die Deutsche De= mokratische Partei in ihrem jüngsten Programm ganz offen und in völliger Gleichgültigkeit gegen entscheidende Bestimmungen des Vertrages von Versailles die baldige Wiederherstellung der allgemeinen Wehrpflicht, ganz zu schweigen von ihren tausend militaristischen Alltagssünden, zum Beispiel ihrem Orgesch- Enthusiasmus in Bayern und Dem Feuereifer, mit dem fie, darin verbunden mit allen Monarchisten, die schimmernde Wehr der Flotte wiederauf bauen hilft. Sie bewilligte unlängst 25 Millionen Mart als erste Rate für den Bau eines fleinen Kreuzers, der offenbar der Kriegsflotte pon San Salvador, Monaco oder Liberia die Stirn bieten soll, während unzählige Kinder der Aermiten ohne Hemd und Bett in Dred, Hunger und Tuberteln verkommen. Dieser Partei gehören führende Pa gififten, wie Schüding, Quidde, Heilberg, Hellmut v. Gerlach, an. Der Parteivorjizende, Senator Petersen, hat in aller Form erklärt, daß man die Revision des Versailler Vertrags zwar auf dem Wege friedlicher Verständigung ver Suchen müsse, daß es aber, falls dieser Versuch mißlinge, mit den deutschen Interessen nicht vereinbar sei, sich für alle 3u funft auf den friedlichen Weg festzulegen. Dieser unzwei deutigen Lehre vom bedingten Vergeltungsfrieg, die in einer Beit mehr oder weniger wilder nationalfommunistischer" Kombinationen besonders interessant und, da sie aus der Mitte" tommt, wohl nicht ganz ungefährlich ist, hat fein Demotrat öffentlich widersprochen. Im Gegenteil, als Herr Petersen auf der legten großen Pazifistentagung in Braun fchweig von links deswegen angegriffen wurde, hat der gefchäftsführende Borsigende der Deutschen Friedensgesell schaft, Quidde, seinen abwesenden Parteichef aufs wärmste verteidigt; Petersen habe sich nur unglücklich aus. gebrüdt"! Du Die Thesen lauten: 1. Es ist zwar nuglos, auf dem Papier ideale poli tische Systeme zu entwerfen, ohne sich darum zu fümmern, ob und wie die politische Wirklichkeit ihnen angepaßt werden fönne( ,, ideologische Politit"," Atademismus"); aber es ist schimpflich, sich der politischen Wirklichkeit anzupassen und, unter Verzicht auf leitende und unbedingte normative Ideen, der wechselnden geschichtlichen Situation die Regel des politischen Berhaltens zu entnehmen( Realpolitif", „ Opportunismus"). Worauf es antommt, ist: der politifchen Wirklichkeit die normative Idee in ihrer Reinheit ent gegenzustellen und zugleich die Mittel zu studieren und nach Kräften in Anwendung zu bringen, die geeignet sind, die Wirklichkeit dem von der Jdee gebotenen Zustand zuzutreiben( ,, Realisierungspolitif"," Attivismus"). 2. Die leitende Idee der Friedensbewegung ist die Lehre von der Unantastbarkeit des menschlichen Le bens; das Ziel der Bewegung: die Beseitigung des werden, zu töten und fich töten zu lassen. Eine Friedens Zustands, in welchem Menschen von ihrer Obrigkeit genötigt bewegung, die diese Idee und dieses Ziel vergißt oder gar verleugnet, entbehrt des Existenzgrundes und verdient der Lächerlichkeit anheimzufallen. Die Friedensbewegung hat eine innere und äußere, nationale und planetarische Politik zu fordern, deren oberstes Gesetz das Recht des einzelnen Menschen auf Leben ist. Hieraus folgt unmittelbar die be Dingungslose Der vor einiger Zeit abgehaltene Verbandstag ostdeutscher Konsumvereine hat zu der Lage der Warenvermittlung durch Wertstorsumanstalten haften folgende Entschließung angenommen: und Gewert Die Löhne und Gehälter der Verbraucher haben auch im letz ten Jahre nicht gleichen Schritt gehalten mit der Preissteigerung für Lebensmittel und Bedarfsartitel. Infolgedessen ist es natür lich, wenn sich in den Kreisen der Beamten, Angestellten und Arbeifer immer mehr das Bestreben zeigt, alle Maßnahmen zu unterstützen, die geeignet sind, eine Verbilligung des Lebensunterhaltes herbeizuführen. Aus diesem Bestreben heraus haben fich Berbraucher in Untenntnis der wirtschaftlichen Zusammen hänge verleiten laffen, auch Maßnahmen zu unterstützen, die den Warenvertrieb der Konsumgenossenschaften und die von diesen be= triebene Eigenproduktion beeinträchtigen. Dazu gehören in erster Linie die auf eigene Faust getätigten Einkäufe der Betriebsräte mancher mittleren und größeren Unternehmungen. Die Pragis hat gezeigt, daß eine Verbilligung ber Waren durch diesen wilden Sandel nicht er. reicht werden kann. Auch jene Maßnahmen der Gewerkschaften zur Berbilligung Don Lebensmitteln und Bedarfsartikeln, die zum Teil in Berbindung mit staatlicher Hilfe geschehen sind, haben nicht den erwarteten Erfolg für die Konsumenten gehabt, sondern, wie sich 6. B. im Bergbau gezeigt hat, gerade zu einer intensiveren Bereicherung der Probuzenten geführt. Außerdem hat in letzter Zeit ein Teil des Unternehmertums die Errichtung von Werktonjumanstalten besonders gefördert. Eine Verbilligung und verbesserte Ordnung des Warenvertrie bes fann nicht burg Organisationen geschehen, die lich mit diesen Dingen nur gelegentlich be. Ichäftigen. Wie jede Tätigkeit nur Nuzen stiften fann, wenn fie planmäßig und von Fachleuten ausgeübt wird, so trifft dies um jo mehr für die Tätigkeit zu, die darauf gerichtet ist, dem preisverteuernden Wirten selbstüchtiger Produzentenfreise ent gegenzutreten. so Der Verbandstag des Verbandes oftdeutscher Konsumvereine richtet daher an die Beamten, Angestellten und Arbeiter, Jowie Sonstigen Kreise der konsumierenden Bevölkerung in ihrem Inter effe das Ersuchen, den Konsumgenossenschaften weit es noch nicht geschehen ist beizutreten, alle ihre Lebensmittel und Bedarfsartikel bei diesen zu kaufen, damit die Konsumvereine ihren Aufgaben noch mehr als bisher gerecht werden und immer mehr zur Eigenproduktion übergehen können. Dies ist der Weg, auf dem die Verbraucher einen wirtlichen Ein gewinnen tönnen." pflicht". Das Recht auf Leben tann ausschließlich dadurch fluß auf Warenvertrieb, Warenerzeugung und Preisgestaltung Träger dieses Rechtes darin bebroht: Notwehr gegenüber in Frage gestellt werden, daß sein Träger einen andern einem Angriff auf Leib und Leben muß erlaubt sein. 93 3. Kriegerische Angriffe eines Staates auf Leib und Leben seiner Bürger; sie zielen im schlimmsten gegen einen andern find längst nicht mehr Angriffe Falle auf Aneignung von Gebiet, Bodenschäßen, Fabriken, Eisenbahnen und sonstigen Wirtschaftsvorteilen ab. Der das Leben eines einzigen Menschen, der leben will, ist wertAngriff gilt dem Besitz; mag dieser noch so wertvoll sein Berteidigungskrieg des überfallenen Staates gegen den an voller. Es gibt feine erzwungene Rollettivnotwehr". Der greifenden wäre daher höchstens dann zulässig, wenn er mit Staat, führt er schon Krieg, sich zur Erringung des durchaus freiwilligen Truppen geführt würde. Da aber ein Sieges so start machen muß wie nur immer möglich, steht der mit Armeen Freiwilliger friegführende Staat sehr bald vor der Notwendigkeit, den Krieg fortzusehen mit Armeen Friedensbewegung den Verteidigungstrieg, aud Gezwungener. Aus diesem praktischen Grunde muß die ben sogenannten„ reinen Verteidigungstrieg, grundsäglich und durchgehends a blehnen. Man sollte annehmen, daß Männer, die an der Spitze einer Friedensbewegung stehen, Gegner des Krieges sind; ja Kuchen! Das heißt: daß in hunderttausend Jahren feine Kriege mehr stattfinden, dafür sind sie, und dieserhalb tons truieren fie Völkerbundsprojekte; aber dem Krieg, der morgen droht, mit wirksamen Mitteln zu begegnen, ihn tatsächlich zu verhindern, dagegen sträuben sie sich mit Hän ben und Füßen. Das wirtsamste Mittel, einen Krieg zu verhindern, ist die Weigerung der zum Opfer Bestimmten, ihn zu führen. Aber die Propaganda der Mili. tardienstverweigerung, die vorbeugende Organisation eines internationalen Aufstands gegen den Krieg, die reale Bes wegung gegen den Mord, ist den Prominenten des Pazifis= mus bas rote Tuch. Definiert man Pazifismus als Be wegung gegen den Mord", stellt man als seine ethische Grundlage die Jdee der Unantastbarkeit des Lebens, das Recht auf Leben fest, so rutschen besagte Herren nervös auf ihren Stühlen herum. Das Wort: sollst nicht töten und du brauchst dich nicht töten zu lassen, von niemandem, nicht einmal von deinem Staate" laut auss sprechen, heißt führenden Pazifisten die Hosenböden ruinie natur, uns ist bann staff, Benn er ren. Man ist halt Demottat, will fagen eine Kompromiß Gegner gewisser Sorten von Krieg, so des frivolen Angriffstriegs" obwohl man doch nachgerade erkennen sollte, baß selbst die frivolsten Angriffstriege von denen, die sie unternehmen, mit raffinierter Logit zu Abwehrkriegen umge logen werden. Unsere Militaristen sind feine Laulinge und Kompromißler, sondern Geradeaus- Menschen; sie sagen zum Kriege„ Ja, ja"; der bürgerliche Bazifist hütet fich, Nein, nein" zu ihm zu sagen, er fagt Rein, aber", und das ist nach der Ansicht derer, die das Zeitalter legitimen Massenmordens endlich beenden wollen, allerdings vom Uebel... Run gibt es gewisse Abstufungen im bürgerlichen Bazifismus, denen der Linkspazifist gerecht werden muß. Während zum Beispiel die ganz tonservativen Pazifisten, sozu denen der kürzlich gestorbene, in mancher Sinsicht recht verdienstvolle Dr. Alfred S. Fried in Wien gehört, solange der Völkerbund mit seiner internationalen Bolizei nicht befriedigend funktioniert, den nationalen Berteidis gungstrieg einschließlich Wehrpflicht gutheißen, billigt das fogenannte pazifistische Zentrum ihn zwar bis auf weiteres auch, lehnt aber die Wehrpflicht unter allen Umständen ab. Freilich lehnt diese Sonderjette oder Frattion, deren Saupts wortführer 5. v. Gerlach ist, auch jede aktive Auflehnung gegen die Wehrpflicht ab, verurteilt die Bewegung der Kriegs: dienstverweigerer, perwirft Munitionsstreits und jegliche Art von Feldzugssabotage; sie verwahrt sich energisch dagegen, als Antimilitarismus bezeichnet zu werden. Hellmut v. Gerlach, der brillante Leitartikler der Welt am Montag", Vorsitzen der der Friedensgesellschaft und des Bundes Neues Vater land, gelegentlicher Bekämpfer und eingeschriebenes Mit glied der Deutschen Demokratischen Partei, lehnt es ab, Antimilitarist zu heißen; aber, um der Wahrheit die Ehre zu geben: er ist noch ungehaltener, wenn man ihn einen gemäßigten Militaristen nennt. Sierzu würde man alle Bedeutung, die er als Kämpfer gegen die Reaktion hat, gern zugegeben immerhin einige Ursache haben. Er unterscheidet streng zwischen Angriffs- und nationalem Verteidigungsfrieg, und während er den Angriffstrieg unbedingt ablehnt ( wozu man am Ende fein Pazifist zu sein braucht!), erscheint ihm der nationale Verteidigungsfrieg„ nur dann verwerflich, wenn die Mehrheit ihn verwirft" auf deutsche Verhält nisse gemünzt: die Reichstagsmehrheit. Hellmut v. Gerlach ( feine Berdienfte in Ehren!) legt also das Leben unzähliger in die Hände eines Parlaments, der Mehrheit" eines Parlaments, das nach der fattsam bekannten, formal demofra tischen Methode zustandegekommen ist. Jede Kritik an dies fer Methode wie ich sie beispielsweise an meiner Schrift Logofratie oder Ein Weltbund des Geistes", Leipzig 1921, Verlag Der Neue Geist, geübt habe hält er, ohne sich in hält er, ohne sich in die Untosten einer fachlichen Widerlegung zu stürzen, für phantastische Verftiegenheit, für Schwärmertum, für Philo" 2 " 4. Hinzukommt, daß es den Unternehmern aller Arten das Unternehmen, in das sie ihr Bolt stürzen, als eine un von Krieg immer leicht gefallen ist und leicht fallen wird, vermeidliche Abwehrattion darzustellen, sei es auch für spätere 3eit drohenden Angriffs, dem man aus Gründen nur als Aftion zur Abwehr eins bloß befürchteten, eines erst der nationalen Selbsterhaltung zuvorkommen müsse( Präventivfrieg"). Jene Parlamentsmehrheit, die in demokrati Ichen Staaten über Krieg und Frieden entscheidet, tann im Augenblick der Entscheidung ebenso der Suggestion erliegen ober dem geschickten Betrug verfallen, wie ein ganzes Volt Barlaments mehrheit unter feiner Bebingung das von Zeitungslejern oder die Straße. Zudem steht auch einer Recht zu, über Leben und Tod von Menschen zu verfügen; die meiseste Parlaments mehrheit ist Gott nicht näher als der verblendetste Monarch. Verteidigungstriege zu führen, damit begründet, daß einem 5. Wer die Befugnis oder gar die Pflicht bes Staates, Bolte erlaubt sein müsse, zu versuchen, die Gefahr der Entrechtung und Verstiavung, die ihm von außen drohe, abzuwenden, der muß diefem Bolte, sofern die Entrechtung und Versflavung nicht mehr als Gefahr nur droht, sondern als Joch tatsächlich schon lastet, erst recht es abzuschütteln gestatten: den Verteidigungstrieg gemütsruhig gutheißen, aber den Befreiungstrieg entrüstet verwer fen, ist der Gipfel der Gedankenlosigkeit! Die deutsche Friedensbewegung arbeitet der nationalistischen Propaganda eines Vergeltungs- und Befreiungstrieges der Deutschen schlecht entgegen, wenn sie sich dazu herbeiläßt, den nationalen Verteidigungsfrieg zu verteidigen. 6. Wer einem Bolle Entrechtung und Versklavung, die von außen drohen, durch Krieg abzuwenden erlaubt, der muß folgerichtig der Masse dieses Bolles das gleiche erlauben, falls Entrechtung und Versflapung von innen tommen. Die These, die den Verteidigungskrieg befürwortet, befürwortet zugleich den Bürgertrieg. Der Aufstand des Proletariats it in Wahrheit die Berteibigung gegen den erfolgreichen Dauerangriff des Ausbeutertums seit Jahrhunderten. Die Friedensbewegung muß diese Berteidigung zwar, wie die nationale", ablehnen, weil beide Attionen das Recht auf Leben verlegen; aber sie muß bestrebt sein, die Ursache bes proletarischen Aufstands zu be Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Am 24. November 1920 hatte der Bevölkerungsausschus des Reichstages einstimmig beschlossen, in die in die Beratung eines Don den Deutschnationalen eingebrachten Gesezent wurfs gegen die Ankündigung von Abtreibungsmitteln richt eher einzutreten, als bis der Gesezentwurf über die Bes fämpfung der Geschlechtsfrankheiten dem Reichstag zugegangen sei. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. verschiebentlich hat der Bevölkerungsausschuß den Wunsch auf Beschleunigung dieses Gelegentwurfs ausgesprochen, aber ohne Erfolg. Der Borsigende des Bevölkerungsausschusses berief nun zum 7. Mai erneut eine Sigung ein mit der Tagesordnung: entwurfs zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Die Auss funftserteilung des Regierungsvertreters mutete wahrhaft klassisch an. Er darf nichts sagen, benn der Reichsrat ist mit der Beratung des Gelegentwurfes noch immer nicht fertig. War diese Auskunft mehr als unbefriedigend, so entbehrte eine zweite, die der Herr Regierungsvertreter abgab, nicht der Komit. Von. einigen Ausschußmitgliedern befragt, was denn die Regierung getan habe zur Durchführung der Berordnung vom 11. Dezember 1918 zur sofortigen Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und Animiertneipen, erwiderte der Herr Regierungsvertreter, er habe das Material darüber natürlich" nicht bei sich. Auskunftserteilung der Regierung über den Stand des Gejeh Der Unwillen des gesamten Ausschusses über die Ver Schleppung des Gefeßentwurfs war ohne Unterschieb der Parteien ein so starter und einmütiger, daß, wenn der Regierungsver treter seiner Behörde wahrheitsgemäz berichtet, sich diese wohl veranlaßt sehen müßte, erheblich schneller zu arbeiten als bisher. Aus der Partei In Düsseldorf tagte am 8. Mai der Bezirksparteitag der 1. S. P., Bezirk Niederrhein. Im Auftrag der Zentrale wohnte Genosse Ludwig ber Tagung bei, die sich in der Hauptsache mit organisatorischen Fragen beschäftigte. Bertreten waren 70 Dele gierte aus den Kreisen Düsseldorf, M.- Gladbach, ElberfeldBarmen, Essen, Duisburg, Köln, Neuß- Grevenbroich, Mörs, Klepe, Krefeld, Remscheid- Solingen, sowie eine Reihe Vertreter der Bezirks und Kreisleitungen, der Presse und verschiebene Reichs, Landtags- und Provinziallandtagsabgeordnete. Ueber Die nächsten Aufgaben der Partei" referierte Genosse Berten Düsseldorf, wobei er betonte, daß die U.S. P. im Gegensatz zu den Rechtssozialisten und Kommunisten, die nur von engen Gefichtspunkten ihrer Parteiorganisation aus sich politisch betätigen, nie das Interesse des Sozialismus und der Arbeiterbewegung im allgemeinen aus dem Auge verliere. M Aus dem Bericht der Bezirksleitung erhellt, daß unsere Parteiorganisation, die durch die Hallenser Spaltung fehr geschwächt worden ist, sich wieder erholt hat und daß sie namentlich in den kommunistischen„ Hochburgen" sich gut entwidelt. Die Notwendigkeit einer planmäßigen Agitation wurde in der sich anschließenden Distusfion allgemein betont. 3u diesem Zwede Joll für Rheinland- Westfalen bzw. eine Landesorganisation auch an Stelle der jeßigen Bezirkseinteilung eine 3entrale für dieses ungemein wichtige Wirtschaftsgebiet geschaffen werden. Um Stellung zu nehmen zur fünftigen Gestaltung der Gemeindeverfassung und um unsern Gemeindevertretern die Möglichkeit zum Austausch ihrer Erfahrungen zu geben und um ein einheit liches Borgehen in den verschiedenen Gemeinden zu fördern, wird demnächst eine Gemeindevertretertonferenz in dem Monatsbeitrages für männliche Mitglieder auf 3 M. pro Monat Bezirk einberufen. Einstimmig wurde eine Erhöhung des beschlossen, der Beitrag für weibliche Mitglieder wurde auf 1,50 M. pro Monat festgefeht. Billiqme Raponif 16 Nash, Kleiders- und Seidenstoffn Waschkrepon einfarbig ...... Meter 750 Baumw. Musselin ca. 80 cm br., schöne Dessins, Meter 950 Zephir in verschiedenen Streifenstellungen........... Meier 1075 Batist farbig bestickt. Meler 1150 Batist bedruckt, in vielen Dessins................. Meter 1250 Perkal ca. 80 cmbr., gute Qual., für Blusenu.Oberhemden Meter 1275 Dirndlmusseline in schönen Mustern........ Meter 1375 Kleiderstoffe Popeline mi felnen Effekten, für Kielder und Blusen, Meter 1250 Reinwoll. Cheviot ca. 100 cm brett, div. Farben, Meter 350° Seiden- Popeline ca. 115 cm br., marine u. schwz., Meter 3950 Reinwoll. Foulé ca. 130 cm brell, Invielen Farben, Meter 4800 Reinseid. Batist.ca.110cm br., eleg.Kleider- u.Blusenware, Mir. 5500 Hellu.mittelfarbige Kostümstoffe ca. 130 cm breit Meter 2450 Einfarbige Wollmusseline Meter 3950 Wasch-, Woll- u. Seidenstoff- Reste und Abschnitte besonders billig! Schweizer Voile- Volants ca. 60 cm breit Meter 1450 Voll- Voile bedruckt, Blumenmuster.... Meler 1850 Kleiderrips einfarbig........... ..... Meter 1850 doppeltbreit, weiss und Batist bedruckt, ca. 110 cm brelt.... .... Meter 1975 Baumw.Kleiderstoffe schwarz kariert... Meler 1950 Kleiderstoff doppeltbrett, Kunstseide( kleine Fehler) Meter 2250 Schleierstoff doppeltbrett, farbig bestickt, Meter 2250 Seidenstoffe Serge für Jackenfutter Meter 1950 Waschseide elfenbein, ca. 90 cm brett........... Meler 4450 Einfarbige Kleiderseiden doppeltbrett, Meter 5650 Gestr. Kleiderseiden inTaffetu.Duchesse, Meter 6950 Gabardine reine Seide, ca. 95 cm br., In viel. Farb., Meler 7850 HERMANN TIETZ Unentbehrlich für Jeden Haushalt ist echter Hoost- Dreibohnenkaffee Marke Hoost, haib und halb Emha 20% Bohnenkaffee Kriegsanleihe wird zu 84% In Zahlung genommen! Serientage!!! Nur 2 Tage 3 Serien Fantasie- Strickjacken Kunstseide 161 135 41 Seidenglanz Popelinemäntel 175,238 Impr. Seidenmäntel 245, 396 Reinwollene Tuchmäntel 376, 521 Mantelkleider 217, 345 Modell- Kostume 185, 245, 426, 581, 755 Covercoatmäntel 176, 295 Frotté- Röcke 67, 99 Stoffröcke 42, 89 Seidenröcke 126, 189 Nie wiederkehrende Gelegenheitskäufe! Plüschmäntel 550, 890 Echte Pelzmäntel 2400, 3500 Lange Astrachanmäntel 290, 470 Krimmermäntel, echt Mohair, 775, 1000 Westmann 1. Geschäft: Berlin W8, 2. Geschäft: Berlin NO, Mohrenstrasse 37 a Gr. Frankfurter Str. 115 Kleine Anzeigen Verkäufe Bettwäsche billig! Bers Schreibmaschinen, Sicht fchrift, sämtliche Syfteme, neu und gebraucht, kaufen Sie vors teilhaft bei Hans Bähr, Spittel markt 7, Zentrum 3225. coats 375.-, Hoost- Getreidekaffee M. Hoost, Berlin C 25, Prenzlauer Str. 46 Kelbel- Straße 11 Alexander 1470 Trauringe Spezialbehandlung Möbel zu direkt ab Fabrik. Tapeten, Wachstuche, Dauers wäsche verkauft Saillat, Kolonies Straße 9. Handwagen. Handels, Raftens, Leiterwagen, Magazin karren, Einzelräder, Achsen, Buchsen, billigst Fabrik Dress bener Straße 55. 1 Dukaten Trauring, 900 geftempelt 75 M., 1 Trauring 1 Trauring 585 333 68 9>> 30 9 Wir fabrizieren nur maffive Trauringe ohne Lötfuge. ( Syphilis, Haut-, Harn- und Frauenleiden, Mannesschwäche) Schnelle, fichere, fchmerzlose Behandlung ohne Berufsstörung. Urin- und Blutuntersuchung, Salvarsankuren, Höhensonne: Größte Erfolge, fpez. bei hartnäckigen Harnleiden, Brennen, Berengungen Schmerzlose elektrische Durchleuchtung. Trauringtabrik H. Schneider& Sohn, Herztliche Leitung. Hellanstalt Dir. Andres Ecke Bergstraße. Brunnenstraße 41. Rontor und Berkaufsräume vorn 1 Treppe. Spezial- Arzt Dr. Scotti für alle Geſchlechts» Saute, Sarn, Frauenleiden hartnäckige Ausflüffe. Ausschlag, Mannesschwäche, Syphilis. Salvarjan- Kuren. Blutuntersuchung. Fäden im Urin usw. Röntg. Durchleucht. Höhensonnes Bestrahlg. Schnelle gründl Behandlung mögl.schmerzlos u. ohne Berufsstörung. Damen feparat Dir.:A.Löser sen. Smälteften us Institut Löfer geöff. Nur Rosenthalerstr.69-709-1,4-8. Stg.9-1. Rosenthaler Platz. Dr. med. Meyenberg G. m. b S., an ber Botsbamer Brücke, Botsdamer Straße 27 b Neuartige Behandlung aller Befchlechtsleiben und Frauenleiden n. 14 D. R. Patenten bef. i. veralteten Fällen. Berengung. Fäden im Urin, schmerzlos n. bei ges wohnter Lebensführung. Blutuntersuchung, Salvarjan. Das Buch: Sichere Heilung ber Syphilis 10.- 2. Universalbehandlung der Frau 2.- M. Prospekt kostenlos. Damenzimmer. 11-1. 5-7. Sonnt. 11-1. Dr. med. Hollaender Berlin W 8 Spezialarzt für Haut- und Geschlechtsleiden Harn- u. Blutuntersuchungen Sprechstunden: 11-1 vorm., 5-7 nachm., Sonntags 11-1 Aufklärende Broschüre Nr. 14.k. M. 2.50( Rachnahme Geschlechtsleiden, Frauen., nerv. Sohwäche, Syphilis, Blutunterauon., spec. chron Harnield. u. AusMüsen. Schnelle, sch u. angenehme Behandl. Erprobt. Methode Hollinstitut, Elsasser Str. 39, nahe Stett. Bahnhof Wessel's Oranienburger Tor. Spr. 9-1, 4-7, Sonntags 9-1 Oberlandesgerichtsrat außerd. sachgemäße Rechtsberatung, Abwicklung schroterigster Fälle. Che, Alimenten, Bertrauenssachen, Ermittelungen. Potsdamer Straße 115 Lügow 2494. Direktor Fabisch. Möbel, gebraucht und neu Stube und Küche, gut erhalten, 1800.- Rehfeld, Badstraße 34. Hausnummer achten. Möbel- Lechner offeriert Schlafzimmer, Eiche, weißl., Nusbaum, Bolifander, Kirschbaum, Mahagoni, Spetjes zimmer, Herrenzimmer, Stichen, Schränke, Bertikows usw. Große Auswahl, sehr preiswert, Besuch lohnend. Auf Wunsch Bahlungserleichterung. Möbels Lechner, Brunnenstraße 7. Ges schäftszeit 8-7. Ausnahmeangebote, Echie Rußbaumbüffette 1500, Keder zen 750, Auszugtische 250, Rohre ftühle 65, Trumeau, SofaumUnterfuch. hoftent. Invalidenftr. 147, 1. Etage. 2 Minuten v. Stettiner Bahnhf. Sprechstunden 10-1, 4-8, Sonntags 10-12. wie Brut Wanzen weg, deren vertilgt, restlos nur Rammerjäger Berg's Nicodaal! Erfolg verblüffend. Kinderl. anzuw. Dankschreiben v. überall. Beste Zeit zur Brutvernichtung. Erhältlich in allen Drogerien und Apotheken und bei fämt lichen Warenhäusern A. Wertheim, font portofrei von Hermann A. Groefel, Berlin, Königgräger Str. 49 Tätowierungen( Warzen E Muttermale entfernt ohne Stechen unter Garantie tägl. 10-6, Stg. 10-12 Cnßler, Berlin Schlegelftr. 10. Nähe Stettiner Bahnhof. Alle Metalle Preiserhöhung! Lötzinn! Bahn R. 100.Binn! weißmetam te Bahngebisse! Babis Blei! Dringend für Spezialgebrauch! Platinabfälle! Rupfer! Rotgus! Meffing! Michel! Aluminium! Gold. n. Gilberbruch! gold. Bink! Staniolpapier!. filberhaltige Rüdflände! Duedifilber! Glüh strumpfafchem. 180.falpeters. Gilber! kauft zu Tageskursen: Edelmetall- Gintaufsbüro, Weberstraße 31 PIOD jeber Art bet kleinerAnzahlung und bequem.Abzahlung Möbelhaus Andreasstraße 28 Nur 1 Treppe Strengste Diskretion! Maschinenfabrik kauft in ieder mens Altmetalle und Eisen Dresdener Str.11. Moritzpl.11548 auch kleine Pofter Thurau& Co., Mein Haarausfall hat vollkommen aufgehört.. Seit Jahren gingen mir bicke Strähnen aus und das we nige Haar war gang dünn. Da hörte ich v. Jhrem Haar Kraftwaffer, nach kurzem Gebrauch zeigte fich neues Wachstum. Es grenzte a. bas Wunderbare! So schreiben viele über Reichels Haars Kraftwaff. M.11,-. 17, „ Die rationelle Haarpflege kostenfrei. Otto Reichel, Berlin 46, SO, Eisenbahnstraße 4. PLATIN Bruheilung Bruch Silber alte Gebisse, Brennstifte, Kontakte usw. Infolge erstkl. Berbindung kann ich mie 1919 20 erits klaffige Preise zahlen! Staffelweife Fahrgelpvergütung. Berlin S., Stallschreiberstraße 17 ptr., Eke Merandrinenstraße VOGLER Chaiselongues 100,- Chai-| Spulendrähte, Dynamo drähte felonguebecke 75,-, Metallbetter Rupferlige kauft Elektro- Büro 160.-, Kinderdrahtbett. Meidke, Neukölln, Jonasftraße Anquititr. 32a. Dugb. Telephon 3047. Chaiselongues, Chaiselon guedecken 90,- 2., wunders bare Wandbehänge. Göhr, Bappelailee 12. Kaufgesuche Gefangenschaft. Roman von Schaefer empfiehlt Aktionss buchhandlung, Kaiserallee 222. Frackverleihinftitut, Frieds Reparaturen an Schreib Firnis, Schellack, Leim, kauf von Restbeständen, etwas maschinen, Ladenkaffen und richftr. 122/123. Frack, Smo Bleiweiß, Terpentin kft. Handl. angeftaubt, Deckbett 42., Rechenmaschinen fchnellftens king, Gehrockanzüge. Elegante em. Produkte, Landsberger Riffen 12.50, Laken 22. Sn und preiswert bei Hans Bähr, moderne Sachen. Mäßige Preise. Allee 139( Fernjpr. Aler. 2993). letts 18.-, Wäscheftoffe, Hands Spittelmarkt 7, Zentrum 3225. Staunenerregend! Kreuzs tücher, Engrospreise. Ron Anzüge 250.Silberschmelze Chriftionat, Covers füchse 85.-, Rotfüchse 75.kurrenzlose Preise unferer Quas Köpenicker Str. 20a( gegens Gummimantel mark an, Alaska/ üdhje, Zobel litätsware. WäschefabrikGrätes 275., Hofen 65.-, Friedens füchse sowie alle anderen Belzbaue 400, Ruhebetten 250, Bett- über Manteuffelftr.) kauft Zahns ftraße 39( Safenbeide). Fahrtsstoffe. Reine Lombardware. arten, Belzmäntel, alles zu bestellen mit Stahlmatragen und gebiffe, Blatinabfälle, Schmuch vergüturg. Leibhaus Rofenthaler Tor, Li- beutend herabgefegten, ipott Auflagen 375, Hutbodenschränke fachen, Quecksilber, Glühftrumpfmoderne Küchen einrichs afche, ämtliche Metalle. Herrenanzüge! Hofen! nienstr. 203/4, Ede Rosenth. Str. billigen Sommerpreisen! Keine tungen 500, eichene Speisezimmer Sensationell herabgefeßte Spott Kreuzfüchse 95.-. Sämts Lombardwaren! Leibhaus! 3800, komplette Schiafzimmer preife! Keine Berfagware! liche Belzarten Hälfte herab warichauer Straße 7. 2750, Standuhren 1200, Diplos Bfandleibhaus Schönhauser gefeßte Sommerpreise. Reine Allee 115( Ringbahnhof, Hoch- Lombardware. Leihhaus Rofen Erfasteile. Köchlin& Co. Berlin, 800, Bücheretageren 65, Baneel Abessinier, Robre, Filter, matenschreibtische 500, jas bahnhof). thaler Tor, Linienfiraße 203/4, Alte Jakobftrage 20/22. bretter 75, Bürstenständer 45, Jarkettanzüge, prima Bers Ecke Rosenthaler Straße. arbeitung, Hofen, kaufen Sie [ portbillig Prinzenstraße 105. Keine Lombardware. Rein Möbel 475, Fahrräder Freilaufräder, achtzehn. Gummis Bauerntische 75. Alles gut und bereifung billigst Grüner Weg billig, ist zu haben im altbes kannten Möbelhaus Kamerling, Kaftanienallee 56( Ecke Wein bergsweg). Fahrradankauf höchfts zahlerd. Brückner, Gitfchiner Straße 78. Romane von Franz Jung: vorrätig Aktionsbuchhandlung Raiferallee 222. Sporthemden, engl., amerik. Fels& Co., Potsdamer Breeches, Khaki; amerikan. Möbelkredit, hei kleinster Manchefter Sporthofen und Ans Str. 561, Beleuchtung, Kronen, Schlafzimmer, eiche, nußb., züge, verkaufen billigst. Bonin Gas, elektrisch billig. weiß, 3450.-, Stube gebraucht, Anzahlung u. Abzahlung. Große & Basche, Beuthstraße 6, am Laden. Zahlungserleichterung. Richen 575., prima Emaille Auswahl i, kompletten Zimmern Bahlungserleichterung, fowie einzelnen Möbeln, farbigen magen, Kastenwagen und alle Auktionsfpeicher Badstraße 31. Küchen. Serabgefekte Preise. Eriagräber. Kinders Möbelkredit, bequemite An Lichtenthal, Oranienstraße 14 a wagen, Puppenwagen. Weidlich und Abzahlung, große Auswahl,( Geimichsplaz). Gearündet 1879. Brunnenstr. 96( umboldt 874). komplette Zimmer, einzelne Chaiselongues 200,- 4.5 Sozialistische Schriften vore Spiralbohrer, Möbel, moderne Fügen. Rath, 575,-, Kuflagematragen, BaFeilen. Aktionsbuchhandlung Elfaffer Straße 44, 1, Draniens tentmatraßen 110,-. Walser, Schmirgeileinen, Strausberger rätig. Raiferallee 222, burger Tor. Stargarder Straße achtzehn. Straße 44. Spirtelmarkt. Unzüge, Extraanfertigung, irfolge ungewöhnlich billiger Stoffgroßkäufe, geringfter Un koften, konkurrenglos 500.Berkstatt Elfaffer Str. zwanzig, hochparterre. Warme Empfeh angen! Tadellose Stoffe! Räderweiblich. Sorten Leiters lack. Werkzeuge und Maschinen Ansiedelungen 21. Basdorf- Wandlig, Acker u. Wald, Quadratrute 15 und 30, Anzahlung 100 Mark. Hülfen, Stegliz, Bionvillefir. 11, Ferns furecher 2894. Barzellen in Eggersdorf, 15 Minuten Dom Bahnhof Strausberg entfernt zu vers kaufen. Kühn& Co., Berlin, Borckstraße 11.( Kurfürst 6328). Selbstbau Bauzuschuß Barzellen, teils eingezäuni. Fredersdorf, Hohens neuendorf. Kleine Anzahlung. Hülfen, Steglig, Treitschkefir. Unterricht Gesundbrunnen. Privatschule Raufmännische Boleslaus Rossay, Badftr. 67. Humboldt 223. Anmeldungen jederzeit. Geld- Berkehr Gelddarlehen, Betriebss kapital. Ratenrückzahlung. Zie genhagen, Snvalidenftr. 146 II. Abzahldarlehen, Betriebss kapital, Hypotheken schnellstens. 2ochowica, Weidenweg 18, I. Ecke Frankfurter Allee. Darlehen. Wer leiht Kriegs. beschädigten 2-3000 k. gegen Sicherheit und 10% Off. Tm" Expedition d. Bl., Breite Str. 849 Darlehen. Betriebskapital, Siebert Hypotheken billigst. Comp., Wagmannstraße 11. Betriebskapital, Gelbs Darlehen, Ratenrückzahlung, Richter, Ritterstraße 100. Verloren Rehpinscher, schw., ents Laufen, gegen hohe Belohnung abzugeben. Lochmann, Wilhelm straße 20. Ohne Operation und Bel rufsstörung im Spezial Heilinftitut für Bruchs kranke Dir. W. Fr. Brend hahn, Michaelkirchftr. 25 I ( Holzmarks u. Cöpenicker Str.) Spr. 10-12, 5-7. Sonnt. 9-1 Berl. Sie Gratisprospekt Erleicht. Zahlung. Verschiedenes Born, Reichenberger Str. 7, verkleinert Leinenkragen. Aufpolstern, Sofabezüge, sportbilligst. Pappelallee 12, Achtung! Straßenhändler Keks, Schokolade zu Schleuder preifen. Enormer Berdienst. Anhalt, Graeßitr. 68. Richter, ehemaliger, gewiffens haft. Rechtsbeistand. Lothringer Straße 47,( Rosenthaler Blas). Erwerbstätige Frauen! Berlangt den Aufruf von Luiſe Bieg, Willst du grm und unfrei bleiben?"( 30 Pig.), gegen Eind fendung von 40 Pig. von be Buchhandlung Freiheit, Breite Straße 8-9. Jeder Genosse kommt einmal in die Lage inserieren zu müssen. Denke dann an die ,, Freiheit"